Reinkarnation und Reinkarnationsforschung

von Nils Horn

Zitat
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Autoren

Abstract

Werden wir nach unserem Tod auf der Erde wiedergeboren. Viele Anzeichen deuten darauf hin. Spannende Erfahrungen auf dem Yogaweg. Diskussion in den Internetforen. Die ARD-Sendung.

 

Reinkarnationsforschung

Der bekannteste Reinkarnationsforscher im Westen ist Professor Ian Stevenson von der Universität Virginia. Er untersuchte in vierzig Jahren über 3000 Wiedergeburtsfälle auf der ganzen Welt. Oft hat er Verhaltensähnlichkeiten und typische Körpermerkmale bei den Inkarnationen beobachtet. Er gründete ein Institut für Wiedergeburtsforschung, dass seit 2002 von seinem Nachfolger Professor Bruce Greyson geleitet wird.

In Indien arbeitet Dr. Kirti Swaroop Rawat an der Überprüfung von Reinkarnationsfällen. Er hat bereits über 600 Reinkarnationen in Indien erfasst und sie genau auf ihre Wahrheit hin untersucht. Er hat nachprüft, ob alle Zeugenaussagen stimmen, ob die Aussagenden geschummelt haben oder ob ihnen ihr Unterbewusstsein einen Streich gespielt hat.

Reinkarnationsforschung ist eine schwierige Angelegenheit, weil die Informationen über frühere Leben aus vielen Quellen stammen können und nur schwer überprüfbar sind. Die Kritiker verlangen handfeste Beweise. Und selbst wenn ihnen gute Beweise gegeben werden, findet ein kreativer Kritiker immer noch irgendwo ein Haar in der Suppe.

Der bekannteste Wiedergeburtsfall in Indien ist Shanti Devi. Sie wurde 1926 in Neu-Delhi geboren und erinnerte sich bereits als Kind genau an ihr früheres Leben als Hausfrau im 128 Kilometern entfernten Mathura. Obwohl sie noch nie an diesem Ort gewesen war, konnte sie genau ihren früheren Ehemann, das Haus und die Stadt beschreiben. Sie erinnerte sich sogar an die Stelle, wo sie früher immer ihr Geld versteckt hatte.

1935 wurde die indische Presse auf Shanti Devi aufmerksam. Mit vielen Journalisten und Wissenschaftlern machte sich das kleine Mädchen auf in ihre frühere Heimatstadt. Sie fand von alleine ihr früheres Haus wieder und konnte dem Hausbesitzer alle Fragen über seine frühere Ehefrau beantworten. Auch das Geldversteck wurde gefunden.

Der schwedische Buchautor Lönnerstrand hörte davon, hielt es für einen großangelegten Schwindel und reiste nach Indien, um den Fall zu überprüfen. Er kam nach eingehender Untersuchung zu dem Ergebnis: “Das ist ein völlig aufgeklärter und bewiesener Fall von Reinkarnation.”

Ein zweiter viel diskutierter Fall stammt von dem sechsjährigen Taranjit Singh. Er erinnerte sich 2002 an sein vergangenes Leben an einem anderen indischen Ort. Er konnte seinen früheren Namen angeben und berichtete von einem Unfall, bei dem er um sein Leben gekommen war. Auf dem Weg zur Schule sei er von einem Motorroller angefahren worden. Er habe eine schwere Kopfverletzung erlitten und sei daran am nächsten Tag gestorben.

Alle Angaben wurden nachgeprüft und bestätigt. Besonders spannend ist, dass er zum Unfallzeitpunkt 30 Rupien und zwei Schulbücher bei sich gehabt hatte. Auch diese Angaben von Taranjit wurden überprüft und bestätigt.

Einige Zeit später hörte der Gerichtsmediziner Chauhan von Taranjit und prüfte den Fall noch einmal gründlich nach. Er befragte die Familien in den zwei Dörfern und machte eine forensische Handschriftenanalyse. Er stellte fest, dass Taranjit und seine frühere Inkarnation fast hundertprozentig in ihren Handschriften übereinstimmten.

Sehr bekannt ist die Wiedergeburt des Dalai Lama. Im tibetischen Buddhismus inkarnieren sich die erleuchteten Meister grundsätzlich immer wieder auf der Erde, um ihre Arbeit fortzusetzen. Sie geben vor ihrem Tod Hinweise auf den Ort und die Umstände ihrer Wiedergeburt. Vor ihrer offiziellen Anerkennung als Reinkarnation müssen sie eine Prüfung ablegen, die sie nur als echte Inkarnation bestehen können. Sie müssen zwischen vielen gleichartigen Dingen die Gebrauchsgegenstände ihres Vorgängers herausfinden.

Nach dem Tod des 13. Dalai Lama machte sich ein Suchtrupp aus hohen tibetischen Mönchen auf, um den nächsten Dalai Lama zu finden. Sie folgten ihren Visionen und den Hinweisen des verstorbenen Dalai Lamas. Als der Suchtrupp das Haus des 14. Dalai Lama gefunden hatte, wurde der Anführer von dem vierjährigen Tenzin Gyatsu mit den Worten “Sera Lama” begrüßt. Der alte Lama stammte tatsächlich aus dem Kloster Sera, was der kleine Junge auf natürlichem Wege nicht wissen konnte.

Der Anführer zeigte dem kleinen 14. Dalai Lama zwei Gebetstrommeln, bei denen der Dalai Lama sofort erkannte: “Das ist meine!” Noch zwölfmal wurde der 14. Dalai Lama getestet. Dann erfolgte die Anerkennung als Reinkarnation. Der Suchtrupp nahm ihn mit nach Lhasa und erzog ihn dort für seine Aufgabe als späteres Oberhaupt der Tibeter. Der Dalai Lama selbst erklärte später, dass er eine spirituelle Verbundenheit zu seinem Vorgänger spüre.

Sendereihe des Ersten Deutschen Fernsehens

 

Diese drei Fälle wurden 2003 in einer Sendereihe des Ersten Deutschen Fernsehens (ARD) als Beispiele für eine Wiedergeburt genannt. Sie werden ausführlich in dem Fernseh-Begleitbuch von Lucadou (Dimension Psi) beschrieben. Um die Atheisten nicht zu erschrecken, wird dort sehr vorsichtig formuliert: “Im Glauben scheint ein Potential zu liegen, das vielleicht Informationen zu liefern vermag, die wir heute noch nicht verarbeiten können.”

Manuel Mitternacht, der Verfasser des Kapitels über Reinkarnation in dem von Lucadou herausgegeben Buch, hat große Zweifel an der Wiedergeburtslehre. Sein Hauptproblem ist: “Zunächst müsste man nachweisen, dass der Mensch eine Seele besitzt.” Er verlangt dafür einen biologischen oder physikalischen Beweis. Allerdings sucht er lieber nicht selbst nach einem derartigen Beweis. Es könnte ihn ja geben. Manuel Mitternacht hätte nur die anderen Beiträge in dem Buch von Lucadou lesen müssen.

In dem Kapitel Nahtod berichtet Regine Kexel von der Nahtodforschung. Sie kommt zu dem gleichen Ergebnis wie ich. Die aktuelle Forschung deutet darauf hin, dass es ein vom Gehirn unabhängiges Bewusstsein gibt. Die Grundlage für die Möglichkeit der Wiedergeburt ist damit gegeben.

In den Kapiteln Telekinese und Telepathie von Thomas Zintl und Thomas Staehler werden ausführlich die Forschungsergebnisse zur Gedankenübertragung und zum Hellsehen dargestellt. Wenn das Hellsehen wissenschaftlich nachnachweisbar möglich ist, dann muss man es auch anerkennen, wenn Hellseher ihre früheren Leben sehen können. Es ist denkbar, dass einige Menschen ihre früheren Leben kennen. Genauso ist es möglich, dass ein sterbender erleuchteter Meister in die Zukunft blickt und den Zeitpunkt und Ort seiner Wiedergeburt bekannt gibt. Oder aus dem Jenseits die Wiedergeburt seinen Anhängern in Form von Träumen und Visionen mitteilt.

Wir haben wissenschaftlich nachgewiesen mit erheblicher Wahrscheinlichkeit eine Seele. Es gibt ein Jenseits, und es gibt viele überzeugende Wiedergeburtsberichte. Es spricht deshalb sehr viel für die Reinkarnationslehre, selbst wenn die meisten Wiedergeburtsfälle nicht völlig eindeutig sind. Das hat auch Ian Stevenson zugegeben. Er kommt aber zu dem Schluss, dass die Gesamtwürdigung aller Fälle auf die Möglichkeit der Reinkarnation hindeutet.

Etwa eine Milliarde Menschen auf der Erde glauben an die Wiedergeburt. Die Lehre von der Wiedergeburt ist die Basis des Buddhismus und des Hinduismus. Im Christentum wird teilweise an die Wiedergeburt geglaubt. Die meisten Christen nehmen zumindest an, dass Heilige wiedergeboren werden können, um der Menschheit zu helfen. Es steht in der Bibel, dass sich Jesus noch einmal auf der Erde inkarnieren will und dass Johannes der Täufer die Wiedergeburt des Wüstenyogis Elias war.

Oft wird behauptet, dass in den großen Religionen einfach aus traditionellen Gründen an die Wiedergeburt geglaubt wird, ohne dass irgendwelche Beweise dafür vorliegen. So ist es aber nicht. Die Beweise sind die Aussagen der Religionsgründer. Jesus hat erklärt, dass er noch einmal auf die Erde kommen will. Buddha hat bezeugt, dass er bei der Erleuchtung seine früheren Leben sehen konnte. Und Krishna hat in der Bhagavad Gita ebenfalls auf der Basis persönlichen Wissens die Reinkarnation zum Zentrum des Hinduismus gemacht.

Meine früheren Leben (Yogi Nils) 


Sushi: Hallo Nils! An die Leben, an die du dich erinnerst…meinst du, du warst da immer ein Mensch?

Nils: Hallo Sushi, danke für dein Interesse. Ich kann in der Meditation zu meinen früheren Leben hinspüren. Ich habe im Laufe meines spirituellen Reinigungsprozesses etwa tausend frühere Leben gesehen. Als ich sieben Jahre als Yogi gelebt hatte, überkam mich bei einer Meditation plötzlich der Wunsch, meine früheren Leben zu wissen. Ich spürte geistig in der Zeit zurück und erhielt bei einem bestimmten Punkt eine Resonanz. Es trat eine Art innerer Widerstand auf. Dort spürte ich dann genau hin. Nacheinander ertastete ich so geistig vier frühere Leben. Ich konnte jeweils den Ort, die Zeit und auch etwas die Art des früheren Lebens erkennen.

Die Rückerinnerung an frühere Leben in der Meditation ist eine fortgeschrittene Yogatechnik. Eine weitere Technik besteht darin, systematisch alle Verspannungen im Körper und im Geist aufzulösen. Das ist der Hauptweg des Hatha-Yoga. Dann kommt man eines Tages zu der für einen persönlich richtigen Zeit an Stresssituationen aus früheren Leben heran. Wer zu früh seine vergangenen Leben ansieht, kann manchmal mit den meistens grausamen Geschehnissen nicht gut umgehen. Man sollte diese Dinge nicht gewaltsam forcieren, wie es teilweise in spirituellen Workshops geschieht.

Alle großen Stresssituationen werden im Seelengedächtnis gespeichert. Wenn sich die Verspannungen lösen, tauchen in Träumen oder im Wachzustand Bilder oder kurze Szenen (kleine Filme) aus den Stresssituationen auf. Die Lösungsprozesse sind oft mit intensiven Körperreaktionen wie Unruhe, Muskelzittern, Hitze oder Kälte verbunden.

Zitate aus meinen Büchern: “Bei Nils lösten sich auf seinem spirituellen Weg zuerst die Verspannungen aus dem jetzigen Leben. In kurzen Filmszenen sah er stressreiche Examenssituationen, Beziehungsstreitigkeiten und verdrängte Unfälle. Da Nils die Stressereignisse noch in Erinnerung hatte, wurde ihm der Zusammenhang zwischen effektiven spirituellen Übungen, Auflösung von inneren Verspannungen und dem Auftauchen von Lösungsträumen deutlich bewusst. Er lernte klar zu unterscheiden was ein Lösungstraum und was ein normaler Traum war.

Nachdem Nils drei Jahre als Yogi gelebt hatte, lösten sich die bei seiner Geburt entstandenen Verspannungen. Nils durchlebte noch einmal bewusst seine Geburt. Er floss durch einen dunklen Kanal hindurch, spürte großen Stress und war dann im Freien. Später erlebte er dann noch zehn Geburten aus früheren Leben. Tod und Geburt sind nach den Berichten der tibetischen Yogis die beiden Hauptfälle der im Seelengedächtnis gespeicherten Stresssituationen. 

Nach elf Jahren als Yogi tauchten plötzlich die früheren Leben in seinem Geist auf. Nils lernte im Laufe der folgenden sechs Jahre etwa tausend frühere Leben kennen. Zuerst lösten sich nur einzelne frühere Leben. Dann kamen ganz viele frühere Leben wieder an die Oberfläche seines Bewusstseins. Und nach etwa vier Jahren ebbte der Prozess langsam wieder ab. Anders als bei dem bewussten Hinspüren während einer Meditation kamen jetzt sehr deutliche Kurzfilme. Nils konnte meistens alle Einzelheiten der jeweiligen Stresssituation und auch die Lebensumwelt erkennen. Aus den einzelnen Bildern konnte er geographische und zeitliche Zuordnungen vornehmen. 

Die meisten Lösungsträume bezogen sich auf frühere Leben als Tier. Nils wurde oft von anderen Tieren gefressen und hatte dabei große Ängste. Durch diese Ängste musste Nils jetzt jedes Mal noch einmal hindurchgehen, damit sich die jeweilige Stresssituation auflösen konnte. Nils wurde als Affe von Löwen gefressen, als kleiner Fisch von großen Fischen und als Maus von einer Katze. Als Adlermutter erlebte er den traumatischen Verlust eines Adlerkindes. Als Wölfin hatte er viele Kinder, aber auch viel Stress in der Wolfsgruppe. Einige Male sah er in Visionen, wie er als sterbendes Tier von kleinen Würmern aufgefressen wurde.  

Das war alles nicht besonders witzig. Schön war nur eine Situation. Nils spielte als Pavian in der Savanne. Im hohen Gras hatte sich ein Löwe versteckt. Nils hörte den Löwen atmen. Er entdeckte ihn rechtzeitig und flüchtete auf einen Baum. Darüber freut er sich heute noch. Wer weise ist und rechtzeitig in seinem Leben die großen Gefahren erkennt, rettet sich auf den Baum der Erleuchtung. 

Seine Inkarnation als Mensch begann Nils vor etwa hunderttausend Jahren in der Steinzeit. In einem Traum sah er sich als Mann mit einem Fell um den Körper und einem Speer in der Hand. Er jagte große Tiere, verlor bei einem Jagdunfall seine Mutter und interessierte sich ansonsten hauptsächlich für Sex. Auch die Steinzeitfrauen konnten sehr reizvoll sein. 

In weiteren Kurzträumen sah Nils auch seine Leben als Schamane, Mandarin, Inderin und Mönch. Die Lösungsträume nach seinem elften Yogijahr bestätigten die während der Meditation im siebten Yogijahr gewonnenen Erkenntnisse. Nils konnte danach weitere Einzelheiten klären. So hatte er als Mönch sein ganzes Klosterleben lang vergeblich nach dem Weg ins Paradies und den dazu gehörenden effektiven spirituellen Übungen gesucht. Er hatte sich im formalen Üben verloren und musste deshalb noch einmal als Yogi wiedergeboren werden.

Als Inderin war er von dem damaligen Ehemann ständig sexuell überfordert worden und hatte dadurch viele Verspannungen im Sexualchakra angesammelt. Als Mönch hatte er seine Sexualität weitgehend verdrängt. Die Sexualverspannungen konnte er erst in diesem Leben durch seine Yoga-Übungen auflösen. 

Als chinesischer Beamter war er verheiratet. Er führte eine glückliche Ehe. Er hatte regelmäßig und viel Sex mit seiner Frau. Das war damals sehr angenehm. Aber es war auch eine Falle. In seinem Geist bildete sich eine starke Beziehungsanhaftung, die er nur sehr schwer durch ein langes Leben als Yogi wieder abbauen konnte. 

Am schlimmsten in seinen früheren Leben waren die vielen Kriege, die ihn insbesondere in seiner Schamanenzeit häufig heimgesucht hatten. Er verlor seine Freunde, seine Frau und seine Kinder. Nils sah sich traurig vor verkohlten Häuserruinen stehen. Die Feinde hatten seine ganze Familie umgebracht. Das war für ihn schrecklicher, als wenn er selbst gestorben wäre. Damals entwickelte sich in ihm bereits der Wunsch nach einer glücklichen Welt mit genug zu Essen, fröhlichen Menschen und einem dauerhaften Frieden. Mögen viele Menschen diesen Wunsch teilen und sich dafür engagieren.

Heinz: Es ist ein schwieriges aber interessantes Thema was du da ansprichst. Leider können uns die Toten nicht erzählen was sie erleben! Und wollen wir das eigentlich wirklich wissen? Ich finde es viel schöner nicht zu wissen was geschieht, ansonsten ist die Entäuschung später groß, wenn nicht das eintritt was wir uns erhofft haben. 

Nils: Hallo Heinz, meiner Meinung nach ist das Weiterleben der Seele wissenschaftlich bereits bewiesen. Es gibt viele meßbare Indizien dafür. Die Gesamtheit der Indizien macht es wahrscheinlicher, dass es ein Leben nach dem Tod gibt als dass es das nicht gibt (Spiegel Zitat). 

Die Toten können uns von ihrem Leben nach dem Tod erzählen. Sie können uns in Träumen und Visionen erscheinen. Das geschieht sehr oft. Meiner Tante ist ihr Sohn im Traum erschienen, als er im zweiten Weltkrieg an der Front erschossen wurde. Und zwar sofort. Die Bestätigung bekam sie erst lange nach dem Traum. Daraus ergab sich eindeutig, dass ihr Traum wahr war. Mir ist mein Vater nach seinem Tod öfters erschienen. Er hat mir wichtige Tipps für meinen Yogaweg gegeben. Die sich als großer Segen herausgestellt haben. 

Das Wissen über das Leben nach dem Tod ist wichtig, damit wir jetzt so leben können, dass es uns auch nach dem Tod gut geht. Das Bewusstsein vor dem Tod ist gleich dem Bewusstsein nach dem Tod. Wir sollten also unser inneres Glück regelmäßig pflegen, positiv denken und spirituelle Übungen machen (Yoga, Meditation, Lesen, Beten).  

Chrissy: Viele Menschen trauen sich gar nicht, ihre “außergewöhnlichen” Wahrnehmungen zu erzählen, weil sie Angst davor haben, als “Spinner” bezeichnet zu werden. Weil ich seit vielen Jahren in der Hospizarbeit tätig bin, habe ich von vielen Menschen ihre Nahtoderlebnisse erzählt bekommen, und viele, besonders alte Menschen, berichten, dass sie ab und zu mal einen verstorbenen Verwandten sehen. Und ich beobachte auch immer: wenn einer mal anfängt, zu erzählen, dann trauen sich die anderen auch. Tatsache ist, dass es sie gibt, diese außergewöhnlichen Wahrnehmungen. Ich habe auch schon Verstorbene wieder gesehen, es waren Menschen, die ich in ihrem Sterben begleitet habe. Ob es ein Leben nach dem Tod gibt ? Mit Sicherheit, denke ich, nach all meinen Erfahrungen in der Hospizarbeit.

Nils: Liebe Chrissy. Danke, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst. Die Verstorbenen nehmen viel öfter mit den Lebenden Kontakt auf, als es allgemein bekannt ist. Die Lebenden erzählen nicht gerne davon, weil sie sich dann leicht outen. Mir sind auch schon verstorbene erleuchtete Meister erschienen wie Swami Shivananda (mein Yoga-Meister), Patrul Rinpoche (mein buddhistischer Meister) und auch Jesus Christus. 1994 stand er als lebensgroße Lichtgestalt mitten in meinem Zimmer. Ich wusste sofort, dass es Jesus Christus war. Ich lag auf meinem Bett und meditierte. Jesus kam auf mich zu und floss in mich hinein. Er ging mit seiner Energie in mich ein. Ich war erfüllt mit Glückseligkeit. 

Diskussion in Internetforen

 

Partygänger: hallo nils ! wer warst du eigentlich in deiner letzten inkarnation und wo hast du dich aufgehalten zwischen dem tod und der nächsten wiedergeburt ! wieso wurdest du eigentlich wiedergeboren? was hast du falsch gemacht im letzten leben ?

Nils: In der letzten Inkarnation war ich ein Benediktiner Mönch im Mittelalter. Wo ich mich im Jenseits danach aufgehalten habe, ist mir nicht bewusst. Das ist mir auch ziemlich egal. Wichtig ist nur, wo ich mich nach diesem Leben aufhalten werde: Dort, wo die beste Party ist.

Spannend ist die Frage, was ich falsch gemacht habe. Als Mönch hatte ich ein gutes Leben. Es gab immer genug zu essen und wir haben viel gelacht. Allzu streng ging es bei uns nicht zu. Aber leider haben wir den großen Fehler der meisten Mönche und Nonnen gemacht. Wir haben nur formal spirituell geübt. Wir haben nicht effektiv spirituell praktiziert. Wir haben beim Beten ohne inneres Gespür einfach nur vor uns hin geplappert. Wir haben die Rituale ohne echten Bezug auf die eigene Heiligwerdung (das Leben in Gott, die Erweckung des inneren Glücks) ausgeübt.

Der Weg des effektiven Übens ist schwer zu finden. Grundsätzlich braucht man dazu einen erleuchteten Meister. Und den gab es in unserem Kloster nicht. Ich wollte als Mönch nicht nur gut leben, sondern auch spirituell vorankommen. Das ist mir am Ende meines Mönchslebens klar bewusst geworden. Deshalb habe ich noch einmal inkarniert mit der festen Absicht, jetzt den Weg des effektiven spirituellen Übens zu finden. Das ist mir auch gelungen.

Nylen: Du sagst selber deine Visionen von früheren Leben sind Schlaf- oder Wachtraumerlebnisse. Was bringt dich dazu zu glauben es sei mehr?

Nils : Natürlich kann man die Vorstellung von früheren Leben für Phantasiegestalten des Gehirns halten. Es ist nicht leicht, das Gegenteil zu beweisen. Mir fallen spontan fünf Argumente dafür ein.

1. Die Quantenphysik und insbesondere Amti Goswami deutet darauf hin, dass hinter dem materiellen Kosmos eine höhere Bewusstseinsdimension (ein Jenseits) existiert.

2. Nach der aktuellen Nahtodforschung ist es wahrscheinlich, dass es eine körperunabhängige Seele und ein Jenseits gibt.

3. Der Tod des 16. Karmapa 1981 in Chicago weist ebenfalls darauf hin, dass das Leben mit dem Tod nicht zuende ist.

4. Es gibt eine umfassende Reinkarnationsforschung, die Indizien für die Wahrscheinlichkeit der Reinkarnation liefert.

5. Im Einzelfall muss man bei sich selbst immer sehr genau hinsehen, ob es sich um das Auftauchen von echten Bildern aus früheren Leben oder tatsächlich nur im Traumphantasien handelt. Mit etwas Übung kann man es unterscheiden. Echte Bilder sind klarer, in sich logisch und von typischen körperlichen Streßlösungsreaktionen begleitet.

Ich persönlich konnte die Unterscheidung gut vornehmen, weil zuerst bei mir auf dem Yogaweg Ereignisse aus meinem jetzigen Leben auftauchten. An die konnte ich mich noch erinnern. Als dann auf die gleiche Weise mir unbekannte Ereignisse in meinen Träumen auftauchten, die von den gleichen körperlichen und gefühlsmäßigen Reaktionen begleitet waren, konnte ich sie als frühere Leben erkennen. Hinzu kam, dass die Bilder deutlich aus vergangenen Zeiten stammten und völlig neu für mich waren. Ich hatte noch nie etwas darüber gelesen oder entsprechende Filme gesehen.

Trost in der Reinkarnationslehre

 

wokarb: Aber ist das Ziel der Reinkarnations-”Religionen” nicht gerade das Freiwerden vom leidvollen “Kreislauf” des Lebens. Was soll an dem “Reinkarnations”-Glauben denn tröstlich sein?

Nils: Sieh es einfach positiv. Es ist doch schön ewig weiterleben zu können. Wenn dein Körper alt und verbraucht ist, legst du ihn ab und holst dir einen neuen. Dann geht die Party weiter. Dann kannst du weiter deine Witze in diesem Forum posten. Du kannst so lange auf der Erde leben, wie du willst. Wenn der globale Kapitalismus zusammenbricht, bauen wir eine globale Glückswelt auf. Wenn die Erde erlöscht, suchen wir uns einen neuen Stern, gründen dort ein Philosophie-Forum und machen weiter unsere Späße.

Und wenn wir keine Lust mehr haben, gibt es auch einen Ausstieg aus dem Spiel. Wir werden alle Yogis, gelangen zur Erleuchtung und erheben uns so geistig über den ewigen Tanz von Freude und Leid. Wir leben in einer Lichtdimension über der Welt der Gegensätze.

Nach der Yogalehre hat jeder erleuchtete Yogi bei seinem Tod die freie Wahl, ob er noch einmal auf die Erde zurückkommt oder dauerhaft in der Lichtwelt im Jenseits bleibt. Mit seinem letzten Gedanken (Mantra, Gebet) bestimmt er die Zukunft seiner Seele.

Mir gefällt am besten der mittlere Weg. Im Schwerpunkt lebt man als Yogi mit seinem Bewusstsein in der Lichtdimension (in Gott, in der Einheit, im Sein, im Sat-Chid-Ananda) und etwas auch in der Welt der Materie. So verstrickt man sich nicht zu sehr in den Tanz aus Freude und Leid, kann ihn aber gleichzeitig etwas genießen und spirituell ewig daran wachsen.

Ein gutes Vorbild dafür ist der lachende Buddha. Er ruht in sich selbst und lacht mit seinen Freunden über das Leben. Im Yoga gibt es den dicken Elefantengott Ganesha, den Gott des Glücks. Er wird immer angerufen, wenn man inneres oder äußeres Glück haben möchte. Zum Beispiel bei einer Heirat oder vor einer beruflichen Aufgabe. Ich rufe ihn gerne als Yogi an, damit mir das Lachen auf dem Yogaweg nicht vergeht.

Ich glaube, dass wir uns alle über das Leid auf der Welt erheben können, wenn wir unser Leben in einer täglichen Verbindung mit den erleuchteten Meistern gehen. Dann werden wir alle im großen Lachen enden. Dann werden alle unsere Tränen abgewischt werden und das Glück aus unseren Gesichtern strahlen. Mögen wir alle so viel Weisheit besitzen, den Weg des Lichts vom Weg der Dunkelheit unterscheiden zu können.

Buddhismus und Hinduismus

 

Nils: Erleuchtung ist das Zentrum aller großen Religionen. Die Einheit aller Religionen ist ein wichtiges Ziel, um eine glückliche Welt aufzubauen. Die Kommunikation zwischen den Religionen ist wichtig, auch wenn das manchmal schwierig ist.

Anand (Atheist): Es ist offensichtlich, daß nicht alle Religionen das Gleiche lehren. Buddha lehrt die Nichtexistenz Gottes und einer Seele. Der Hinduismus behauptet sie. Ehrlich gesagt gibt es nicht einmal die Einheit des Hinduismus.

Nils: Lieber Anand, ich finde unsere Diskussion gut, weil sie viele grundlegende Dinge klärt. Auch innerhalb des Buddhismus wird darüber diskutiert. Ich stelle fest:

1. Es gibt nur einen Gott. Es gibt nur eine höchste Wirklichkeit. Es kann deshalb nur eine Wahrheit geben. Verschiedene Religionen sind hilfreich, damit man über die höchste Wahrheit diskutieren kann. Wirklich begreifen können wir sie nur in der Erleuchtung.

2. Ich habe erfahren, dass es die Wiedergeburt gibt. Ich habe meine früheren Leben gesehen.

3. Die moderne Nahtodforschung hat nachgewiesen, dass der Mensch eine Seele hat, die unabhängig vom Körper denken und beobachten kann.

4. Es gibt viele Hellsichtige, die ins Jenseits blicken können. Auch die Reinkarnationstherapie bestätigt die Tatsache von früheren Leben und eines Jenseits. Der Fernsehsender Vox hat darüber eine Sendereihe gemacht. Die Menschen beschrieben in der Hypnose ihr früheres Leben und reisten dann mit dem Fernsehteam zu dem angegebenen Ort. Viele Angaben erwiesen sich als wahr.

5. Buddha hat bei der Erleuchtung seine früheren Leben gesehen. In dem buddhistischen Standartwerk (Herder Verlag, 1992) “Die Reden des Buddha” von Hermann Oldenberg (Buddhismusforscher) steht über die Erlangung der Buddhaschaft (von mir gekürztes Zitat): “Mit gesammeltem Geist wandte ich mich hin auf die Erinnerung und Erkenntnis meines früheren Daseins. So erinnerte ich mich an viele frühere Existenzen. Dort war ich mit dem und dem Namen. Von da schied ich und wurde dort wiedergeboren…”

Dementsprechend sagt auch Wikipedia, dass der Buddhismus die Reinkarnationslehre vertritt. Der Hinduismus betont die Kontinuität der Seele und der Buddhismus die Eigenständigkeit der einzelnen Inkarnationen. In der Sache sehe ich da keinen Unterschied. Beides ist gleichzeitig wahr. Es gibt Kontinuität verbunden mit Eigenständigkeit.

6. Die buddhistische Lehre würde keinen Sinn machen, wenn es keine Wiedergeburt gäbe. Warum soll man viele Jahrzehnte nach Erleuchtung streben, wenn nur wenige das Ziel erreichen. Die Mehrzahl würde ihr Leben vergeuden, wenn sie die Früchte des Übens nicht in das nächste Leben mitnehmen könnte. Im Yoga heißt es, dass der Yogi sein Üben von Leben zu Leben fortsetzt, bis er das Ziel der Erleuchtung erreicht. So kommen alle spirituellen Menschen im Laufe der Zeit zum Ziel.

7. Buddha hat einfach nur den Schwerpunkt seiner Lehre auf das Erlöschen des Selbst gelegt. Deswegen betont er die Leerheit (das Nichtselbst, die Egolosigkeit). Im Yoga wird die Fülle (viel Energie, Liebe, Frieden, Glück) betont. In der Erleuchtung gibt es Leerheit (Nichts) und Einheit (Fülle, Etwas) gleichzeitig. Nach meiner Erfahrung muss man sich auf die Leerheit (Ruhe, Sein, Nichts) konzentrieren, damit man im großen Glück lebt.

8. Die früheren Leben zeigen sich erst ab einer bestimmten Stufe des Weges. Ein Mensch kann auf einer niedrigen Stufe erleuchtet sein, und trotzdem keinen Kontakt zu seinen früheren Leben haben. Insofern können sogar manche Erleuchtete mit ehrlich behaupten, dass es keine Wiedergeburt gibt.

9. Grundsätzlich sehen alle Erleuchteten das Gleiche. Oft beschreiben sie es aber mit verschiedenen Worten. Dadurch entsteht manchmal etwas Verwirrung. Ich erklärte bereits, dass es drei Ebenen im Kosmos gibt. Es gibt die materielle Ebene, auf der Körper geboren werden und sterben. Es gibt die Energieebene, auf der die Seelen durch viele Leben wandern. Und es gibt die Lichtebene, in der alle Seelen zu einer Seele werden, die gleichzeitig auch keine Seele (in sich leer, Anatta) ist. Die Seele wird zu Gott und Gott ist für einen nichterleuchteten Menschen ein unbegreifliches Mysterium.

Buddha konzentrierte sich auf die höchste Ebene. Deshalb lehrte er das Nicht-Selbst (Anatta). Diese Lehre ist von der höchsten Ebene aus gesehen richtig. Wenn du es vermagst, werde sofort ein Buddha. Die meisten von uns sind nicht so weit und brauchen mehrere Leben dazu. Nach Sai Baba braucht eine Seele mindestens drei Leben als Yogi, um ein vollständig erleuchtetes Wesen (Buddha) zu werden.

Ich kann nur berichten, was ich erfahren habe. Ich habe etwa tausend frühere Leben von mir gesehen. Ich kann deshalb bezeugen, dass es eine Seele gibt, die sich von Leben zu Leben weiter entwickelt. Allerdings hatte jede meiner materiellen Verkörperungen ein eigenständiges Ich-Bewusstsein (Ego). Insofern gibt es kein Selbst, das wiedergeboren wird.

Ich empfinde mich als Nils völlig eigenständig von meinen früheren Leben. Es sind irgendwie fremde Menschen, die aber ihre Erfahrungen, Fähigkeiten, Gefühle und Gedankenstrukturen an mich weiter gegeben haben. Ich bin insofern mit ihnen verbunden, als ich alle ihre Verletzungen in mir heilen muss, damit ich in mir ganz werde (dauerhaft im Licht leben kann). Das geschieht fast von alleine, indem ich einfach konsequent und langfristig meinen Yogaweg gehe. Ich mache Körperübungen und Geistesübungen. Ich arbeite an meiner momentanen Psyche und heile dadurch meine früheren Leben mit.

10. Ich bin für Meinungs- und Religionsfreiheit. Ich lasse die Pluralität der Meinungen und Religionen zu. Ich vertrete die Einheit aller Religionen. Das bedeutet, dass alle Religionen zusammenarbeiten sollten. Sie sollten für eine bessere Welt und für Werte wie Liebe, Frieden und Wahrheit eintreten. Meinungsunterschiede zwischen den Religionen dürfen selbstverständlich weiter existieren.

Wikipedia Buddhismus: Die indische Philosophie kannte Atman (Sanskrit) bzw. Atta (Pali), das „Selbst“, vergleichbar mit der persönlichen Seele der westlichen Gedankenwelt. Buddha verneinte deren Existenz als individuelle und konstante Einheit, die auch wiedergeboren werden könnte. Im Gegensatz dazu sprach er von Anatman (Sanskrit) bzw. Anatta (Pali), dem „Nicht-Selbst“. Was in der vedischen Tradition Atman genannt wurde, ist aus buddhistischer Sicht keine konstante Einheit, sondern in beständigem Werden, Wandel und Vergehen begriffen. Es kann somit auch nicht als solches wiedergeboren werden. Reinkarnation wird im Buddhismus nicht als „Seelenwanderung“ (Transmigration) verstanden, sondern als ein Impuls aus dem Karma des Gestorbenen. Eine bekannte Allegorie vergleicht diesen Prozess mit der Flamme einer Kerze, die weitere Kerzen anzündet. Weder die Kerze selbst noch die Flamme bleiben dieselben, aber ohne die ursprüngliche Kerzenflamme gäbe es auch die folgenden nicht.

 

Zitat

 

Saradevi (2009 Yogapad): Ich weiß, dass dieses Leben nicht ‘mein letztes und einziges Leben’ ist und war – auch in meiner Tätigkeit als Rückführungsbegleiterin erlebe ich es immer wieder auf’s Neue, wie Menschen, die vorher nur glaubten, schon mal gelebt zu haben, nach einer Rückführung die Gewissheit hatten und die Angst sich vollkommen auflöste. Es ist nicht nur tröstlich, denn Trost hat was von Hoffnung und Glaube, sondern, es ist wahr und eine Gewissheit, dass wir nur unseren irdischen Körper verlassen, wenn ‘wir sterben’. WIR sind unsterblich :-)

 

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