Buch Gott (Wikiversity 2012)

Autoren

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 Gott ist so groß, dass er es wohl wert ist, ihn sein Leben lang zu suchen. Therese von Avila (1515-1582), spanische Mystikerin

Das wahre Glück finden wir nicht in den Dingen, sondern in der Tiefe unserer Seele. Theresia von Lisieux

Inhalt

  1. Was ist Gott
  2. Gottesbeweise
  3. Gibt es ein Leben nach dem Tod
  4. Christentum
  5. Buddhismus
  6. Hinduismus
  7. Islam
  8. Mystik von der Antike bis heute
  9. Wüstenväter
  10. Zitate

Der Begriff Gott bezeichnet ein höheres Prinzip im Kosmos. Dieses Prinzip ist mit dem normalen dualistischen Verstand nicht vollständig zu erfassen. Gott ist ein Mysterium, das man in der Erleuchtung erfährt. Von Gott kann man nur sagen, dass es gut ist, in Gott zu leben. Es ist besser, erleuchtet zu sein, als nicht erleuchtet zu sein.

—> Video Gott und GottesbeweisGibt es ein Leben nach dem Tod

Was ist Gott

Wikipedia: „Der Begriff Gott (je nach Zusammenhang auch Göttin, Gottheit) spielt eine bedeutende Rolle in verschiedenen Religionen und Glaubensüberzeugungen sowie in der Metaphysik. Er bezeichnet üblicherweise ein übernatürliches Wesen, ein höchstes Prinzip oder eine höhere Macht. In der Lehrmeinung vieler, aber nicht aller Religionen werden einem Gott oder mehreren Göttern besondere Eigenschaften zugeschrieben und besondere Verehrung zuteil.

Erleuchtung bezeichnet nach der am weitesten verbreiteten Auffassung eine religiös-spirituelle Erfahrung, bei der das Alltagsbewusstsein eines Menschen überschritten wird und eine besondere dauerhafte Einsicht in eine, wie auch immer geartete gesamtheitliche Wirklichkeit erlangt wird. Ob dieses universale Bewusstsein als konkretes göttliches Wesen gedacht wird – wie das Daimonion im antiken Griechenland – oder als Wirken einer universal für alle psychischen Phänomene gültigen Energie, hängt also von der jeweiligen Kultur ab.

In der europäischen Religionsphilosophie wird der Sachverhalt „Erleuchtung“ zu den „mystischen Erfahrungen“ gezählt. Der Ausdruck Mystik bezeichnet Berichte und Aussagen über die Erfahrung einer göttlichen oder absoluten Wirklichkeit sowie die Bemühungen um eine solche Erfahrung.

Augustinus meinte, dass alles menschliche Erkennen nur durch Erleuchtung ermöglicht wird. Martin Luther ist tief in der mystischen Tradition verwurzelt. Eigene Gotteserfahrungen, langjähriges Leben als Mönch sowie Schriften des Mystikers Johannes Tauler gaben ihm Kraft und Mut, seine reformatorische Rechtfertigungslehre „allein aus dem Glauben“ sowie seine Lehre vom „allgemeinen Priestertum aller Gläubigen“ zu formulieren und standhaft zu vertreten.

In jüngerer Zeit hat Peter Dyckhoff im Auftrag von Radio Vatikan in einer Literaturarbeit auch aktuelle Interpretationen zum Thema Erleuchtung im Christentum beschrieben. Heute wird Erleuchtung als Zustand oder Moment des Eins-Seins mit Gott – also Jesus gleich – gelehrt und verstanden, wobei dieses in den meisten Fällen beim Mensch erst nach seinem irdischen Tod entsteht oder seltener, noch zu seinen Lebzeiten, wie beispielsweise bei Thomas von Aquin.

 

Erleuchtung und Gott

Im Hinduismus wird Erleuchtung mit dem Bild eines Heiligen (Brahma, Gott als Person) beschrieben, der in Gott lebt (Brahman, Gott als kosmisches Bewusstsein). In ein Einheitsbewusstsein kann man gelangen, wenn man auf den Gesamtkosmos meditiert (in alle vier Richtungen gleichzeitig blickt wie die vier Köpfe Brahmas).

Jeder Erleuchtete kann Gott sehen und fühlen. Er lebt in Gott. Er sieht Gott als eine Art Licht in der Welt. Er fühlt Gott als Energie um sich herum und in sich. Er spürt Gott als inneres Glück, inneren Frieden und innere Kraft. Er ist sich bewusst, dass er sich in einer höheren Wahrheit befindet, die man auch als universelle Liebe beschreiben kann.

In allen grossen Religionen gibt es verschiedene Definitionen von Gott. Es gibt in den Religionen den persönlichen und den abstrakten Gottesbegriff. Manche Erleuchtete (Mystiker) empfinden Gott eher als Person und manche als höhere Dimension im Kosmos. Im Buddhismus und im Hinduismus dominiert die abstrakte Gottesvorstellung. Im Buddhismus wird das oberste Prinzip Nirwana und im Hinduismus Brahman genannt.

Jesus spricht von Gott als Vater. Bei Moses dominiert der abstrakte Gottesbegriff. In seiner zentralen Definition beschreibt Moses Gott mit den Worten: „Ich bin.“ Diese Worte verweisen auf Gott als glücklichen Seinszustand, den man in der Erleuchtung erfährt. In den Worten „Ich bin“ ist der Hauptweg zur Erleuchtung enthalten. Der Mensch muss ein kosmisches Bewusstsein entwickeln. Dabei verliert er sein Ich-Bewusstsein (sein Ego). Er erfährt sich als reines Bewusstsein, als eins mit allem und kann von sich nur sagen: „Ich bin.“ Er kann nicht sagen : „Ich bin der… (Name).“ Er identifiziert sich mit allem, empfindet sich persönlich als Nichts (Egolos) und seinen Bewusstseinszustand als Sein.

Persönliche und unpersönliche Gottesvorstellungen

Amritanandamayi. Sie ist hier das Kind und die Heilige gleichzeitig. So begreifen wir das kosmische Bewusstsein.

Obwohl sich beide Gottesdefinitionen in allen großen Religionen befinden, kann man doch sagen, dass im Christentum, Judentum und Islam die persönliche und im Hinduismus, Buddhismus und Taoismus die abstrakte Sichtweise vorherrscht. Daraus ergeben sich viele Konflikte und Missverständnisse zwischen den Anhängern der jeweiligen Religion. Jede Seite behauptet, das wahre Verständnis von Gott zu besitzen.

Eine große Brücke zwischen den Religionen hat Amma (Amritanandamayi) gebaut. Nach Amma gibt es im Kosmos große erleuchtete Wesen (vollständig erleuchtete Seelen). Diese Wesen besitzen ein kosmisches Bewusstsein. Sie fühlen sich eins mit dem Kosmos (mit Gott). Und sie empfinden sich auch untereinander letztlich alle als eins. Man kann deshalb sagen, dass sie alle ein Wesen (ein Gott) sind.

Nach Amma fühlt sich bei einem Gebet immer eines dieser höheren Wesen angesprochen und reagiert. Dabei ist es egal, welchen Namen ein Mensch verwendet. Es ist egal, ob man Allah, Gott, Jesus, Krishna oder Buddha anruft. Wichtig ist nur, dass man von einer höheren Instanz im Kosmos Hilfe haben möchte. Die höheren Wesen können ihre Lichtstrahlen in alle Bereiche des Kosmos senden. Oft wirken sie durch Symbole (Bücher, Bilder, Statuen). Als spirituell fortgeschrittener Mensch spüre man die Energiestrahlen, die aus den Statuen und Bildern der erleuchteten Meister kommen. Sie verwandelten sich dann zu innerer Kraft, Frieden, positiven Gedanken oder spirituellen Visionen (im Traum oder Wachbewusstsein).

Die Ethik der Transzendenz (in Gott leben)

Jonathan Haidt ist ein amerikanischer Psychologie-Professor. Er schrieb das Buch Die Glückshypothese. Darin verbindet er altes philosophisches und spirituelles Wissen mit der aktuellen GlücksforschungSeine Hauptlehre ist die Ethik der Transzendenz. Psychologisch ist nachgewiesen, dass der Mensch in seinem Gehirn einen Bereich für Gotteserfahrungen hat. Ein Erleuchteter ist glücklicher als ein Nichterleuchteter. Spiritualität macht glücklich, wenn sie nicht zu dogmatisch und intollerant gelebt wird.

Haidt sieht sich als Atheisten, der zwar nicht an einen äußerlich beweisbaren Gott glaubt, aber aus Gründen des inneren Glücks und der Gesundheit positive spirituelle Werte befürwortet: Indem wir uns auf ausgewogene Weisheit stützen – alte und neue, östliche und westliche, ja liberale und konservative – können wir in unserem Leben Richtungen wählen, die zu Zufriedenheit, Glück und einem Gefühl von Sinn führen. (Jonathan Haidt, Die Glückshypothese, Seite 315.)

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Erleuchtung bezeichnet eine religiös-spirituelle Erfahrung, bei der das Alltagsbewusstsein eines Menschen überschritten wird und eine besondere dauerhafte Einsicht in eine, wie auch immer geartete gesamtheitliche Wirklichkeit erlangt wird.

Wikipedia: In den Konzepten, die mit „Erleuchtung“ übersetzt werden und in der Frage, wie die jeweilige Erleuchtung erlangt werden kann, gibt es in den Überlieferungen der verschiedenen Kulturen erhebliche Unterschiede. Erleuchtung wird beispielsweise als spontan eingetretener Durchbruch, als aus eigener Kraft erlangtes Endergebnis eines Prozesses geistiger Übung und Entwicklung oder als eine durch göttliche Gnade erlangte Heiligmäßigkeit verstanden. In der europäischen Religionsphilosophie wird der Sachverhalt „Erleuchtung“ zu den „mystischen Erfahrungen“ gezählt. Im Kontext asiatischer Religionen bezeichnet Erleuchtung das höchste Ziel der spirituellen Wege, das sich sprunghaft deutlich von einfacheren „mystischen Erfahrungen“ unterscheidet.

Im Raja Yoga ist die höchste Stufe Samadhi, die völlige Ruhe des Geistes. Das letztendlich angestrebte Stadium ist Nirvikalpa-Samadhi, der formlose Zustand, in dem es keine Unterscheidung mehr zwischen Subjekt und Objekt gibt und die Einheit mit Brahman erreicht ist. Nirvikalpa Samadhi wird jedoch von einigen als temporärer Zustand angesehen. Als permanenter Zustand der Nicht-Dualität gilt Sahaja-Samadhi, der natürliche Zustand, in dem das universelle Selbst während aller Aktivitäten verwirklicht ist und die Identifikation mit dem begrenzten Ego aufgehoben.

Erleuchtungserfahrungen sind im Christentum kein primäres religiöses Ziel, sondern religiöses Ziel ist das Moralischsein (Willen Gottes tun) und das „Sich-in-Gott-absolut-geborgen-Wissen“, also das Gläubigsein. Dennoch gibt es viele Zeugnisse im christlichen Kulturkreis, besonders in der Mystik, von Erleuchtungserfahrungen. Sie werden u. a. als „visio dei “ (Gottesschau) oder „unio mystica“ (Vereinigung der Seele mit Gott) bezeichnet.

Anmerkung: Wer in Vollendung sich in Gott geborgen fühlt (Einheitsbewusstsein) und den Willen Gottes tut (ohne Ego handelt) ist erleuchtet. Vollendetes Gläubigsein ist Erleuchtung (Heiligkeit). Die Erleuchtung der Mystik unterscheidet sich von einfachen Gläubigsein (dem Beginn der Heiligung) durch die tiefe der Erfahrung (Unio Mystika, Verschmelzung mit Gott).

Heute wird Erleuchtung generell als Zustand oder Moment des Eins-Seins mit Gott – also Jesus gleich – gelehrt und verstanden, wobei dieses in den meisten Fällen beim Mensch erst nach seinem irdischen Tod entsteht oder seltener, noch zu seinen Lebzeiten, wie beispielsweise bei Thomas von Aquin. In so einem Moment wird dem Menschen durch Gott der Heilige Geist eingehaucht und die Erlösung geschenkt. In diesem Zusammenhang wird vielerorts die Verklärung Jesu am Berg Tabor verstanden, wonach drei Jüngern ein Vorausblick auf das Paradies gegeben wird, in dem der Mensch im erleuchteten Zustand, also ausschließlich in der vollkommenen Liebe Gottes, leben wird. Augustinus meinte, dass alles menschliche Erkennen nur durch Erleuchtung ermöglicht wird. Die Gotteserkenntnis geschieht in der Erleuchtung durch Gott selber. Sie ist zugleich ein göttlicher Akt der Gnade und der menschliche Akt, über sich selber hinauszugehen. Nach Pseudo-Dionysius stellt die Erleuchtung die zweite der drei Stufen des mystischen Erkennens dar.

Anmerkung: Die Erleuchtung ist der Lichteintritt (Heiliger Geist). Die dritte und Vollendungsstufe ist dann das Einheitsbewusstsein (Gottesbewusstsein, Unio Mystika).

In den Ostkirchen ist besonders unter den orthodoxen Mönchen die individuelle Erleuchtung nach wie vor ein wichtiges Ziel; Erleuchtete werden auch von den Laien gern aufgesucht und genießen vor allem als Geistliche Väter und Starzen äußerst hohes Ansehen. Martin Luther ist tief in der mystischen Tradition verwurzelt. Eigene Gotteserfahrungen, langjähriges Leben als Mönch sowie Schriften des Mystikers Johannes Tauler gaben ihm Kraft und Mut, seine reformatorische Rechtfertigungslehre „allein aus dem Glauben“ sowie seine Lehre vom „allgemeinen Priestertum aller Gläubigen“ zu formulieren und standhaft zu vertreten. Allerdings grenzte er sich deutlich von den Schwärmern ab, und viele seiner Nachfolger vertreten eher skeptische Einstellungen zur Mystik.

Anmerkung: Als Schwärmer kann man viele der heutigen Esoteriker bezeichnen. Ich bin dafür Wissenschaftlichkeit und Spiritualität zu verbinden. Eine skeptische Einstellung zur Mystik ist ein großer Fehler vieler heutiger Christen.

Eckhart Tolle

Eckhhart Tolle

Wikipedia: Eckhart Tolle (* 16. Februar 1948 in Dortmund als Ulrich Tolle) ist ein deutschstämmiger, in Vancouver lebender Bestsellerautor spiritueller Bücher. Mit 19 zog er nach England. Später schloss er ein Studium an der Universität London ab und war an der University of Cambridge in Forschung und Supervision tätig. Im Alter von neunundzwanzig Jahren erlebte er, nach eigenen Angaben, ein plötzliches und radikales spirituelles Erwachen. In seinen Büchern verwendet Tolle Bilder und mystische Aussagen aus verschiedenen Traditionen wie etwa Christliche Mystik, Sufismus oder Buddhismus, um den von ihm vorgeschlagenen Weg zu innerer Freiheit zu beschreiben.

Zitat Zeit-Online (2004): „Eckhart Tolle ist da. Ein unscheinbarer Mann von 56 Jahren. Sparsame Gestik. Lakonische Mimik. Er wirkt in sich ruhend, unaufgeregt, von einer fast verstörenden Gelassenheit. „Vergewissert euch, dass ihr hier seid“, sagt dieser Antiguru, Antientertainer, der auf den ersten Blick wirkt wie ein verschüchterter, durch einen nicht zu erklärenden Irrsinn des Schicksals auf die große Bühne gestoßener Theologiestudent im 20. Semester. … Vorwerfen kann man den Erleuchteten außer Platitüdennähe kaum etwas.“

Eckhart Tolle, Jetzt! Die Kraft der Gegenwart: Es ist wirklich möglich, dein ganzes Leben lang ein Gewahrsein für das Unmanifeste zu haben. Du spürst es als ein tiefes Gefühl von Frieden, irgendwo im Hintergrund, eine Stille, die dich nie verlässt, ganz gleich, was da draußen passiert. Du wirst zu einer Brücke zwischen dem Unmanifesten und den Manifestationen, zwischen Gott und der Welt. Die Aufmerksamkeit eines erwachten Menschen ist immer im Jetzt fokussiert – doch zugleich ist er sich der Zeit – sozusagen als Randerscheinung – bewusst. Mit anderen Worten, er benutzt weiterhin Uhr-Zeit, ist aber frei von psychologischer Zeit. Es ist nichts falsch daran, sich Ziele zu setzen und Dinge erreichen zu wollen. Falsch ist es, wenn du daraus einen Ersatz machst für das Fühlen des Lebens, des Seins, denn zu dem findest du nur über das Jetzt Zugang.

Zitate zentrum-fuer-psychosynthese.de: Wenn Du den Kontakt mit deiner inneren Stille verlierst, so verlierst Du den Kontakt mit dir selbst. Wenn Du den Kontakt mit dir selbst verlierst, verlierst du dich selbst in der Welt. Stille ist Deine wahre Natur. Richte deine Aufmerksamkeit auf diese Stille. Die Wahrnehmung der Stille lässt die Stille in dir erwachen, weil du nur durch Stille Schweigen wahrnehmen kannst. In dem Augenblick, wenn Du die Stille um dich bemerkst, hörst du auf zu denken. Du nimmst wahr, aber du denkst nicht. Schaue einen Baum, eine Blume, eine Pflanze. Richte deine ganze Aufmerksamkeit darauf. Wie still sind sie, wie tief verwurzelt mit dem Sein. Erlaube der Natur, die Stille zu lehren. Wenn du einen Baum anschaust und seine Stille wahrnimmst, wirst du selbst still. Du verbindest dich mit ihm auf einer sehr tiefen Ebene. Du fühlst diese Einheit mit was immer du in und durch Stille wahrnimmst. Diese Einheit deines Selbst mit allen Dingen zu spüren, das ist die Essenz.

Gangaji

Gangaji

Wikipedia: Gangaji (* 1942 als Antoinette Roberson Varner in Texas) ist eine Lehrerin des Advaita Vedanta (Einheitslehre) und Buchautorin. 1972 zog Gangaji mit der Absicht nach San Francisco, tiefere Ebenen ihres Seins zu erforschen. Sie legte das Bodhisattva-Gelübde ab, praktizierte Zen und Vipassana-Meditation und half bei der Führung eines tibetisch-buddhistischen Meditationszentrums. Von 1981 bis 1987 praktizierte sie als Akupunkteurin und arbeitete in einer Klinik in San Francisco. 1990 traf sie in Indien H. W. L. Poonja und erlangte nach der Begegnung eigenen Angaben zufolge Selbstverwirklichung, woraufhin er sie als Lehrerin in den Westen sandte. Sie gilt seither als eine der bekanntesten westlichen Vertreterinnen seiner Lehre und der Advaita-Bewegung.  In ihren Satsangs zeigt Gangaji oft eine eher psychologische Herangehensweise, und verbindet so die traditionelle Advaita-Lehre mit Elementen westlicher Psychologie.

In ihren Satsangs bittet Gangaji oft einen Menschen nach vorne auf die Bühne. Sie führt dann ein meditatives Gespräch, in dessen Verlauf viele Menschen kurz oder dauerhaft zur Erleuchtung gelangen. Gangaji konzentriert sich dabei auf das Erleuchtungspotential ihres Gegenübers und löst durch gezielte Fragen innere Blockaden auf.

Videos

Weblinks

Wege zu Gott

Es gibt verschiedene Wege zu Gott. Wenn wir die Bibel betrachten, finden wir im Zentrum Moses und Jesus. Moses ging der Weg der Ruhe. Er meditierte vierzig Jahre abgeschieden in der Wüste.  Bei seiner Erleuchtung sah er das Licht in der Welt (Gott im brennenden Dornbusch) und erkannte das Ich Bin (das anhaftungslose Sein) als Ziel und Weg zu Gott. Er warf seinen Stab zu Boden, der sich in eine Schlange verwandelte. Das ist ein Symbol für Übungen zur Erweckung der Kundalini Energie (die typischerweise als Schlange dargestellt wird). Der Stab ist die Wirbelsäule des Menschen, durch die die aktivierte Kundalini Energie bis zum Kopf aufsteigt. Dann entsteht inneres Glück und Erleuchtung. Der Mensch erwirbt besondere spirituelle Kräfte (Energieübertragung, Segnung, Heilung).

Demgegenüber war der Weg von Jesus aus spiritueller Sicht ein ganz anderer. Jesus bekam die Erleuchtungsenergie (den Heiligen Geist) von Johannes dem Täufer übertragen. Wenn jemand lange Jahre als Yogi praktiziert, dann erwirbt er besondere spirituelle Energie und kann diese auf dafür bereite Menschen übertragen. Johannes der Täufer aktivierte durch die Taufe die Kundalini Energie in Jesus, der danachn vierzig Tage und Nächte in der Wüste meditierte. Daraufhin gelangte Jesus zur Erleuchtung. Der Teufel (das Ego) verschwand und die Engel (die Erleuchtungsenergie) diente ihm. Er konnte anderen Menschen mit seiner Energie helfen. Eine Besonderheit gibt es bei dem Weg von Jesus. Und das ist die umfassende Liebe. Die Praxis der umfassenden Liebe ist eine Möglichkeit in ein Einheitsbewusstsein (Gottesbewusstsein, Ich Bin) zu gelangen.

Wir können uns also in der Abgeschiedenheit (Ruhe, Kontemplation) spirituell entwickeln, wie es viele Mönche und Nonnen tun. Oder wir können Energie von einem spirituell weit entwickelten Menschen übertragen bekommen. Christlich ausgedrückt kommt dann die Energie direkt von Gott. Ein Erleuchteter (Heiliger) schöpft letztlich nicht aus sich selbst, sondern aus Gott. Er lebt in Gott und gibt die Energie Gottes (den Heiligen Geist) weiter.

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Die mystische Theologie

In der sogenannten mystischen Theologie ist es vor allem Dionysius Areopagita, der um 500 lebte, der sich mit der Gotteserfahrung beschäftigt. Nach ihm sehnt sich die menschliche Seele nach Gott. Dieses Sehnen kann nur durch die mystische Vereinigung mit Gott befriedigt werden. Über den Dreischritt innere Reinigung, Erleuchtung und Einigung  lässt sich die Erkenntnis Gottes erreichen. Das göttliche Dunkel ist das unzugängliche Licht, in dem (…) Gott wohnt. (…)  Es ist notwendig, (…) in die Finsternis hineingehen, wo der, der jenseits von allem ist, wie die Schrift sagt, sich wirklich befindet. 

Die Erkenntnis Gottes (in Gott zu leben) ist Areopagita das höchste Glück. Der Weg zu Gott lässt sich mit den Begriffen Finsternis (Nichtswerdung) und Licht (Glück) beschreiben. Erst muss ein Mensch sich innerlich von allen weltlichen Anhaftungen reinigen, dann muss er in die Finsternis der Ego-Auflösung hineingehen (Nichtswerdung) und erwacht anschließend im göttlichen Licht. Ein Anfänger auf dem spirituellen Weg kann sich durch positive Gottesbeschreibungen leiten lassen (Frieden, Liebe, Wahrheit, Kraft, Fülle), der fortgeschrittene Mystiker gelangt in ein Leben in Gott (in die Transzendenz) durch Begriffe wie Dunkelheit, Trauer, Nichtswerdung und  Anhaftungslosigkeit.

Meister Eckhart war ein bedeutender spätmittelalterlicher Theologe und Philosoph. Er lehrte ein unpersönliches Gottesbild und einen meditativen Erleuchtungsweg. Der Mensch soll sich nicht genügen lassen an einem gedachten Gott. (…) Wer Gott im Sein hat, (…) dem leuchtet er in allen Dingen; denn alle Dinge schmecken ihm nach Gott, und Gottes Bild wird ihm aus allen Dingen sichtbar. (…) Dazu gehört Eifer und Hingabe und ein genaues Achten auf des Menschen Inneres. (…) Er muß eine innere Einsamkeit lernen, wo und bei wem er auch sei. Er muß lernen, die Dinge zu durchbrechen und seinen Gott darin zu ergreifen. (…) Fürwahr, soll er die Kunst beherrschen, so muß er sich viel und oft in dieser Tätigkeit üben.

Teresa von Ávila ist eine bekannte christliche Mystikerin. Als Haupttechnik praktizierte sie vier Stufen der Versenkung: 1. Gebet der Sammlung (Nachdenken, das Vaterunser denken) 2.Gebet der Ruhe (Kontemplation, Meditation) 3. Gebet der beginnenden Einigung (Glücklichsein in Gott) und 4. Gebet der Einigung (Unio Mystica).  „Was ist doch die Seele in diesem Zustand! Sie möchte nichts als Zungen haben, um den Herrn zu preisen.“

Nils: Ich lebe als Eremit. Ich war oft in verschiedenen Erleuchtungszuständen. Ich habe Gott als Licht in der Welt gesehen und als Glück, Liebe, Frieden und Wahrheit in mir gespürt. Ich bezeuge, dass es die Erleuchtung und Gott gibt. Ich bezeuge, dass es besser ist erleuchtet als unerleuchtet zu sein. Von Gott kann man nur sagen, dass es gut ist, in Gott zu leben. Es ist besser, erleuchtet zu sein, als nicht erleuchtet zu sein. Zur Erleuchtung zu gelangen, ist der tiefere Sinn des Lebens.

Meine Eltern sind Atheisten. Nach meinem Studium wurde ich Rechtsanwalt. Im Alter von 30 Jahren fand ich zum spirituellen Weg. Neben meiner beruflichen Tätigkeit machte ich jeden Tag etwa drei Stunden spirituelle Übungen. 1986 hatte ich mein erstes großes Erleuchtungserlebnis. Bei einer Meditation im Liegen stieg eine warme Energiesäule aus dem Unterbauch in der Mitte meines Körpers langsam aufwärts. Als die Energie meinen Kopf erreicht hatte, löste sich mein Ich-Bewusstsein auf. Ich wurde eins mit der umfassenden Liebe des Kosmos. Ich empfand höchste Glückseligkeit. Ich war plötzlich in der Lage, die Heiligen Schriften der Menschheit auf einer tiefen Ebene zu verstehen.

Ich las die Bibel gründlich von vorne bis hinten durch. Durch meine Erleuchtungserfahrungen konnte ich jetzt die tiefe Weisheit in der Heiligen Schrift begreifen. Ich verstand auch was mit dem Begriff “Gott” gemeint war. Gott ist ein Mysterium.  Auch im Christentum heißt es, dass Gott letztlich ein Mysterium ist. In der Bibel steht, dass man sich kein Bild von Gott machen soll. Gott übersteigt alle Bilder. Erst in der Erleuchtung kann man begreifen, was Gott ist. Vorher kann man sich nur vorläufige Vorstellungen von Gott machen. Diese Vorstellungen sind hilfreich, wenn sie einen Menschen zur Gotteserfahrung hinführen.

Man kann Gott als Gegenüber sehen. Man kann zu ihm beten und sich geistig führen lassen. Und man kann Gott in sich und um sich herum sehen. Man kann in Gott leben und Gott durch sich leben lassen. Letztlich sind beide Wege hilfreich und ich praktiziere sie je nach Situation.

Diskussion über Mystik

(2011 im Forum Jesus.de)

Mystiker (Nils): Es gibt nur eine Religion, die Religion der Liebe. Alle Religionen sind Wege dort hin. Wenn wir alle uns von Gott finden lassen, Gefäße und Kanäle seiner Liebe werden, wird es das Paradies auf der Erde und im Himmel geben. (…)

Kahlan: Was ich sehr interessant fand, dass du eine Tagesstruktur hast, ein System…..denn das war und ist ja auch im monastischen Leben so, dass es eine Struktur, eine Ordnung gibt….und dass genau dies für viele Klosterurlauber/besucher ein Anziehungspunkt ist und sie darin zur Ruhe kommen können.

Mystiker: Genauso ist es. Man kommt durch eine spirituelle Tagesstruktur in sich zur Ruhe. Aber in den meisten Klöstern besteht die Gefahr, dass man zu viel arbeitet, zu viele Rituale macht oder zu viele Kontakte zu seinen Mitmenschen hat. Dann verbraucht man seine Energie in äußeren Dingen. Sie kann sich nicht nach innen wenden. Wenn man extrem in der Ruhe und im Nichtstun lebt, wendet sich die Lebensenergie ab einem bestimmten Punkt nach innen. Dann beginnt sie die inneren Verspannungen aufzulösen, den Menschen innerlich zu heilen und ins Licht wachsen zu lassen. Dieser Punkt ist schwer zu finden und schwer zu halten. Es gelingt kaum mit anderen Menschen. Erst fühlt sich die Stille unerträglich langweilig an, dann beginnt es in einem zu brodeln, und dann ist der Eremit plötzlich in Gott und im Glück. (…)

Ralf: Ich würde nie und nimmer mein Glaubensgebäude aufgeben und gegen ein unpersönliches tauschen. Wohl kenne ich Meditationsformen, in welchen man nicht beten und nichts sprechen und sich nach einer gedachten/gesprochenen Einleitung nur ganz der Liebe Gottes ergeben soll. Aber selbst da ist für mich das Näheerlebnis wieder personell. Für mich ist es kein Ziel mein Ich abzulegen.

Mystiker: Gott kannst du auf einer tiefen Ebene nur erfahren, wenn du jedes Glaubensgebäude übersteigst und dein Ich-Bewusstsein (Ego) loslässt. Aber wer zu früh sein Ego aufgibt, kann auf dem spirituellen Weg scheitern. Deshalb gibt es den Zweistufen-Weg. Zuerst übt man mit einem Glaubensgebäude und vorwiegend konkrete Meditationen (mit positiven Bildern und Sätzen). Dann lässt man alles los und verweilt einfach in der Stille. Mit der Gnade Gottes gelangt man dann durch die Stille ins Licht. Teresa von Avila hat sich zuerst auf den Begriff “Gott” konzentriert und das Vaterunser gebetet. Dann erwachte die Glücksenergie in ihr, ihre Gedanken kamen zur Ruhe und sie trat in die Erfahrung Gottes ein. Jeder Mensch sollte spüren, ob für ihn konkrete oder abstrakte Meditationen hilfreich sind. Oder beides in einer persönlichen Kombination. Anfänger meditieren normalerweise mit konkreten Vorstellungen und Fortgeschrittene verweilen in der Ruhe und im Glück. (…)

File:Hand gottes.jpg

Gottesbeweise

Wikipedia (Gott): In einer 1998 durchgeführten Umfrage unter 1000 US-Amerikanern wurden als Hauptgründe für den Glauben an Gott die Schönheit, Perfektion oder Komplexität der Welt (29 % der Befragten) sowie die persönliche Gotteserfahrung (21 %) genannt. Eine Umfrage unter Mitgliedern der Skeptics Society ergab als Hauptgrund für den Nichtglauben an Gott den Mangel an Beweisen für dessen Existenz (38 % der Befragten). Der Ausdruck Gottesbeweis bezeichnet in neuzeitlicher Terminologie den Versuch, mit Hilfe der Vernunft die Existenz  Gottes zu beweisen. Die neuzeitliche Einschätzung von Gottesbeweisen beruht weitgehend auf Immanuel Kants Kritik an ihnen. Kants Kritik der reinen Vernunft beschränkt mögliche Erkenntnisse über Sachverhalte auf den Bereich des sinnlich Wahrnehmbaren. Die klassischen Gottesbeweise sind nach dieser Auffassung nicht schlüssig. Dies betrifft speziell die mittelalterlichen (scholastischen) Gottesbeweise, darunter den ontologischen Gottesbeweis. Die folgende Liste nennt bedeutende Argumente für die Existenz Gottes, sowie einige bekannte Vertreter.

Die Existenz oder Bewegung aller Dinge bedingt eine erste Ursache, nämlich Gott (kosmologische Argumente). Platon, Aristoteles, Avicenna, Thomas von Aquin
Die Ordnung und Komplexität der Welt bedingt einen Schöpfer (teleologische Argumente). Sokrates, Cicero, Thomas von Aquin, William Paley
Die Tatsache, dass es möglich ist, sich ein perfektes, höchstes Wesen vorzustellen, beweist dessen Existenz (ontologische Argumente). Avicenna, Anselm von Canterbury, René Descartes
Moral, Bewusstsein, Schönheit, Liebe und religiöse Empfindungen lassen auf einen Gott schließen. John Henry Newman, Henry Sidgwick, John Polkinghorne, Richard Swinburne
Die Wahrhaftigkeit von Wundern und Offenbarungen zeigt, dass Gott existiert. C. S. Lewis, William Lane Craig
Persönliche Gotteserfahrungen oder die Beantwortung von Gebeten deuten darauf hin, dass es einen Gott gibt. Thomas Reid, Nicholas Thomas Wright

Wikipedia (1. bis 6.): 

1. Der ontologische Gottesbeweis

Die erste bekannte Version des ontologischen Gottesbeweises wurde von Anselm von Canterbury (1033–1109) im Proslogion  formuliert, danach nicht zuletzt von René Descartes(1596–1650). Seine Argumentation: Das, worüber hinaus nichts Größeres gedacht werden kann [d.  i. Gott], existiert in Wirklichkeit und nicht nur im Verstand.

Bereits der Mönch Gaunilo von Marmoutiers, ein Zeitgenosse Anselms, wie auch später Thomas von Aquin kritisierten dessen Version des ontologischen Gottesbeweises. Gaunilo hält Anselm entgegen, man könne aus dem Begriff nicht auf die Existenz des damit bezeichneten Sachverhalts schließen. Der (bloße) Begriff einer „vollkommenen Insel“ etwa beweise nicht (schon) deren tatsächliche Existenz. 

Thomas von Aquin versucht den ontologischen Gottesbeweis in seiner Summa contra gentiles (Buch I, Kapitel 11) und in der Summa theologica (1. Buch, 2.  Untersuchung, 2.  Artikel) zu widerlegen, freilich ohne Anselm explizit als Urheber dieses Gottesbeweises zu nennen. Da der Mensch das Wesen (essentia) Gottes mit seinem menschlichen Verstand gar nicht ergreifen kann, könne man auch nicht damit argumentieren, dass Gottes Existenz unmittelbar einleuchtend sei, da sein Sein ja sein Wesen sei.

Die bekannteste neuzeitliche Kritik des ontologischen Gottesbeweises stammt von Immanuel Kant. In der Kritik der reinen Vernunft versucht er zu zeigen, dass der ontologische Beweis verschiedene Kategorien vermenge.  Der einzige Beweis für eine Existenz sei die Erfahrung.  Der ontologische Beweis sei schlicht ein Zirkelschluss oder eine Tautologie. Da Gott keine objektive Realität besitze, liege kein Widerspruch in der Verneinung von Gottes Existenz, es werde damit nicht einmal die Vorstellung des Wesens an sich geleugnet. Wenn aber der Satz „Ein vollkommenes Wesen existiert nicht!“ nicht logisch widersprüchlich ist, dann ist der Satz „Ein vollkommenes Wesen existiert!“ nicht logisch notwendig.

Die Argumentation Kants hatte weitreichende Folgen.  Bertrand Russell kritisierte am ontologischen Gottesbeweis, dass er nur dann wahr sein könne, wenn es einen direkten Weg aus der Phantasie in die Realität gebe. Ähnlich argumentiert auch Norbert Hoerster. Nach ihm sagt es nichts über die Wahrheit einer Hypothese aus, wenn ihr Erfinder die Existenz mit in die Definition aufnimmt.  Alfred Jules Ayer hat darauf hingewiesen, dass man durchaus darauf beharren könne, dass zum Begriff „Gott“ auch die Existenzbehauptung gehören möge. Aber aus der Annahme, dass das größte denkbare Wesen auch existieren müsse, folge noch nicht, dass auch ein Wesen tatsächlich vorhanden ist, das dem so bestimmten Begriff entspricht.

2. Der kosmologische Gottesbeweis

Die antiken und mittelalterlichen Varianten des kosmologischen Beweises gehen in irgendeiner Form davon aus, dass das Universum eine Ursache außerhalb seiner selbst haben müsse.  Also muss – nach Thomas von Aquin – notwendigerweise ein „erstes unbewegtes Bewegendes“ vorausgesetzt werden, das die Kausalkette des Werdens in Gang gesetzt hat, ohne selbst Teil dieser Kausalkette zu sein. „Und darunter“, behauptet Thomas von Aquin, „verstehen alle Gott“.

Ein häufiger Kritikpunkt ist die fehlende Schlüssigkeit in der Beweisführung. Die Schlussfolgerung bricht die Kausalkette willkürlich ab und verwirft letztlich das Kausalitätsprinzip: denn entweder alles hat eine Ursache oder Gott ist ohne Ursache. Carl Sagan nahm in der Dokumentation Unser Kosmos zu dem Thema Stellung und argumentierte mit Ockhams Rasiermesser: Falls Gott das Universum aus dem Nichts erschaffen hat, muss noch die Frage nach der Herkunft Gottes geklärt werden. Wenn der Ursprung Gottes als unbeantwortbar postuliert wird, lässt sich ein Schritt in der Argumentationskette einsparen: die Frage nach der Entstehung des Universums ist nicht beantwortbar oder falls man davon ausgeht, dass Gott existiert: das Universum war schon immer da. Richard Dawkins geht in seinem Buch Der Gotteswahn detailliert auf das kosmologische Argument ein. Er lehnt die These ab, Gott als Ausweg aus einem infiniten Regress zu akzeptieren, da sie völlig ohne Belege postuliert wird.

3. Der teleologische Gottesbeweis

DER BEGRIFF TELEOLOGIE BEZIEHT SICH TRADITIONELL, ETWA BEI THOMAS VON AQUIN, AUF EINE PLANVOLLE EINRICHTUNG DER WELT, DURCH WELCHE DIE DINGE EINE HÖHERE VOLLKOMMENHEIT ERREICHEN.

Der teleologische Gottesbeweis geht dabei traditionell von der Weltenlenkung aus. Es sei feststellbar, dass es in den Dingen dauerhafte oder angehäufte Verbesserungen gibt.  An oberster Stelle müsse ein intelligentes Wesen stehen, das eben in der Lage ist, ein Ziel vorzugeben. ”und das heißen wir Gott” sagt Thomas von Aquin.

Viele Kritiker haben sich vor allem mit dem teleologischen Gottesbeweis auseinandergesetzt. Ein früher Kritiker des teleologischen Gottesbeweises ist David Hume. Immanuel Kant behandelt teleologische Gottesbeweise unter dem Schlagwort der Physikotheologie. Er spricht diesen Beweisen zwar zu, dass sie die Idee Gottes wahrscheinlicher wirken lassen, es handele sich aber nicht um zwingende Beweise: Die Ordnung der Natur wäre nur ein Hinweis auf einen Demiurgen, der die Materie in eine Ordnung bringt, nicht aber auf einen Schöpfergott, der aus dem Nichts erschaffen kann, was er will. Ein physikotheologischer Beweis täusche also nur vor, einen empirischen Beleg für die Existenz eines Gottes im christlichen Verständnis zu liefern, insbesondere kann das Haben einer Gottesvorstellung also nicht auf die Naturerfahrung zurückgeführt werden, sondern muss ein Produkt des spekulativen Vernunftgebrauchs sein.

In jüngerer Zeit hat das teleologische Argument durch die Intelligent-Design-Bewegung in den USA eine Neuauflage erhalten, die die Evolution leugnet und versucht, in den Schullehrplänen den Kreationismus als Lerninhalt durchzusetzen. Kritiken des teleologischen Beweises setzen meist an einer der beiden Fragen an: „Bestehen Ordnung, Schönheit und Zweckmäßigkeit wirklich?“ und „Wenn Zweckmäßigkeit wirklich besteht, muss deswegen eine Instanz existieren, die diese geschaffen hat?“ Die zweite Frage wird oft mit dem Hinweis verneint, dass „Zweckmäßigkeit“ problemlos durch die Evolutionstheorie erklärbar sei. Dem Argument, dass Schönheit ein Ausdruck der Schöpfung ist, wird entgegengesetzt, dass dies eine rein subjektive Empfindung ist. Ein grundlegendes Verständnis für Natürliche Selektion offenbart, dass sich unsere Augen an die Farben der Natur angepasst haben und nicht andersherum.

4. Gott als moralisch notwendige Annahme bei Kant

Kant widersprach der Möglichkeit kosmologischer, teleologischer und ontologischer Gottesbeweise. Theoretisch sei das Ideal eines höchsten Wesens „nichts anderes als ein regulatives Prinzip der Vernunft, alle Verbindungen in der Welt so anzusehen, als ob sie aus einer allgenügsamen notwendigen Ursache entspränge“ und nicht die „Behauptung einer an sich notwendigen Existenz“.  Für die praktische Vernunft sei es dennoch “moralisch notwendig, das Dasein Gottes anzunehmen”, denn das moralische Gesetz führt über den Begriff des höchsten Guts zur Erkenntnis aller Pflichten als göttliche Gebote.  Kant schränkte die Gültigkeit des Beweises ein: „Die Wirklichkeit eines höchsten moralisch-gesetzgebenden Urhebers ist also bloß für den praktischen Gebrauch unserer Vernunft hinreichend dargetan, ohne in Ansehung des Daseins desselben etwas theoretisch zu bestimmen“. Insofern erbringt Kant keinen Gottesbeweis im logisch-philosophischen Sinne.

5. Der ethnologische Gottesbeweis

Der ethnologische Gottesbeweis oder historischer Gottesbeweis Ciceros geht davon aus, dass es kein religionsloses Volk gibt. Die gemeinsame Gotteserfahrung aller Völker lässt auf die reale Existenz von Göttlichem schließen. Es handelt sich hier aber eher um ein Plausibilitätsargument, nicht um einen strengen Beweis.

6. Die “Pascalsche Wette”

Kein Gottesbeweis im eigentlichen Sinne, sondern eine Argumentation, warum es auch in Ermangelung von Beweisen sinnvoll sei, an Gott zu glauben, ist die mit Argumenten der Kosten-Nutzen-Analyse operierende “Pascalsche Wette“. Der französische Mathematiker und Philosoph Blaise Pascal argumentierte, dass es besser sei,  an Gott zu glauben, weil man nichts verlöre, wenn er nicht existiert, aber auf der sicheren Seite sei, wenn es doch einen Gott gibt: “Setzen Sie also ohne zu zögern darauf, dass es ihn gibt”. Der Philosoph John Leslie Mackie kritisierte an dieser Argumentation, dass eine Reihe von Möglichkeiten unbedacht bleiben. Ob jemand an Gott glaube oder nicht, könne für die Art und Weise, wie Gott die betreffende Person behandle, irrelevant sein. Ein göttliches Wesen könne sogar ehrlichen Atheisten wohlgesinnter sein als Menschen, die aufgrund der von Pascal vorgebrachten Argumente an Gott glauben. Weiterhin sei es möglich, dass nicht der Glaube an Gott im Allgemeinen oder an den christlichen Gott, sondern etwa einzig der Glaube an Odin oder Allah über das Schicksal einer Person nach dem Tod entscheide. Man könne sich daher aufgrund der Wette für den Glauben an den falschen Gott entscheiden und dann trotz des Glaubens das Los der Ungläubigen teilen.

7. Der mystische Gottesbeweis

Der mystische Gottesbeweis wurde von den Mystikern (Heiligen, Erleuchteten) aller Religionen erbracht. In der Erleuchtung erfährt man, dass es eine höhere ganzheitliche Wirklichkeit gibt. Diese Wirklichkeit kann als ein höheres Bewusstsein verstanden werden, dass alles umfasst und alles durchdringt. Sie kann personal und unpersonal gesehen werden. Sie kann als Gott bezeichnet werden. Es gibt in den Religionen viele Begriffe dafür wie Nirwana (Leere/Einheit), Brahman (das Absolute, die höchste Realität) oder Licht (Heiliger Geist, Erleuchtungsenergie, spirituelle Energie). Alle Religionsgründer haben eine Erleuchtungserfahrung gemacht. Gott ist eine Erfahrungstatsache auf dem spirituellen Weg. Um was es sich dabei genau handelt, muss wissenschaftlich noch geklärt werden.

Gott ist ein Mysterium, dass man nur durch die Erleuchtung erkennen und begreifen kann. In der Bibel steht: “Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.” Wer sein Herz (seinen Geist) mit den spirituellen Übungen reinigt, sieht Gott. Man muss ein Heiliger werden (ein Erleuchteter), um Gott in seiner Tiefe erfahren zu können. Ein Gottesbeweis ist deshalb letztlich nur über die Erleuchtung möglich. Mit Mitteln der Physik oder der Logik werden wir Gott nur sehr begrenzt beschreiben und deshalb auch beweisen können. Die Wissenschaft kann höchstens Indizien für Gott erforschen. Wenn man wissen will, ob es Gott gibt, muss man die Erleuchtung verwirklichen. Oder man muss den Erleuchteten als Zeugen für Gott vertrauen. Einen anderen Weg des Gottesbeweises gibt es letztlich nicht. Gott beweist sich durch die Erleuchteten. Und dafür gibt es viele Zeugen. Die bekanntesten Erleuchteten sind Jesus, Buddha, Moses, Meister Eckhart, Laotse, Sokrates und Krishna. Sie alle haben die gleiche Erfahrung gemacht. Sie haben Gott nur mit anderen Worten beschrieben. 

Siehe Wikipedia Mystikmystische ErfahrungErleuchtung,

Ökumene Forum (Mystiker/Nils Horn)http://www.bible-only.org/german/handbuch/Gottesbeweise.html

8. Der psychologische Gottesbeweis

Ein Mensch kann Glück erfahren. Also gibt es das Glück. Ein Mensch kann Liebe erfahren. Also gibt es die Liebe. Ein Mensch kann Gott erfahren. Also gibt es Gott. Glück, Liebe und Gott sind zumindest Erfahrungstatsachen. Sie sind zumindest psychische Realitäten. Glück und Liebe sind für viele Menschen der tiefere Sinn des Lebens. Gott gibt ebenfalls vielen Menschen einen tieferen Lebenssinn. Möglicherweise gibt es Zusammenhänge zwischen Gott, Glück und Liebe. Alle drei beziehen sich auf Bewusstseinszustände. Was Bewusstsein genau ist, ist wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt.  Bewusstsein kann durch das Gehirn erzeugt werden, aber auch mit einer höheren Dimension im Kosmos zusammenhängen.

Für den psychologischen Gottesbeweis reicht es aus, dass es man Gott erfahren kann. Gott als transzendente Erfahrung ist bereits bewiesen. Es gibt viele  Zeugen dafür.

  • Atheist: Der Gottesbeweis wurde von der transkranielle Magnetstimulation) erbracht. Der kanadische Neurologe Michael Persinger setzte seine Versuchspersonen magnetischen Feldern aus, und sie wurden von Gott berührt. Gott ist eine Schöpfung bestimmter Hirnareale. 
  • Theist: Du machst einen großen logischen Fehler, wie viele andere Hirnforscher auch. Wenn Gott durch das Gehirn wahrgenommen werden kann (es sogar bestimmte Bereiche im Gehirn dafür gibt), bedeutet das nicht, dass Gott nur im Gehirn ist. Wenn ein Apfel vom Gehirn wahrgenommen wird, bedeutet dies nicht, dass es keinen wirklichen Apfel außerhalb des Gehirns gibt. Gott kann innerhalb und außerhalb des Gehirns existieren. Persinger hat einen psychologischen Gottesbeweis gemacht.  Gott ist also zumindest eine psychologische Tatsache. Die große Frage ist jetzt, ob Gott auch außerhalb des Gehirns existiert, wie der oben erwähnte Apfel. Es gibt viele Dinge, die dafür sprechen, wie die Experimente der Quantenphysik, übernatürliche Erfahrungen (zum Beispiel Die Wunder von Lourdes, siehe auch Papst Johannes Paul II / Seligsprechung 2011) und die Beobachtungen der Erleuchteten.

9. Der physikalische Gottesbeweis

Der physikalische Gottesbeweis besagt, dass Gott  auch als äußere Realität existiert. Hinweise darauf kommen aus der Quantenphysik, der Medizin und der Parapsychologie (Wunder, höhere Fähigkeiten wie Gedankenübertragung, Hellsehen, geistiges Heilen). 

  • Professor Dürr: Primär existiert nur das Verbindende ohne materielle Grundlage. Wir könnten es auch Bewusstsein nennen. Materie und Energie treten erst sekundär in Erscheinung – gewissermaßen als geronnener, erstarrter Geist. Viele Erscheinungen der Quantenphysik sind nicht nur immateriell, sondern wirken in ganz andere, größere Räume hinein, die nichts mit unserem vertrauten dreidimensionalen Raum zu tun haben. Es ist ein reines Informationsfeld – wie eine Art Quantencode. Es hat nichts zu tun mit Masse und Energie. Dieses Informationsfeld ist nicht nur innerhalb von mir, sondern erstreckt sich über das gesamte Universum. Der Kosmos ist ein Ganzes, weil dieses Informationsfeld keine Begrenzung hat. Es gibt nur das Eine. Aber dieses Eine ist differenziert. (P.M. Magazin 05/2007)

Nach der Meinung vieler Quantenphysiker (Amit Goswami, Fritjof Capra, Hans-Peter Dürr, Jean Émile Charon, Burkhard Heim, Michael König) gibt es hinter der Welt der Materie einen Hyperraum, den man als Jenseits oder als Himmel (Hans-Peter Dürr, Daniel Kronick, Michael König) auffassen kann. Grundlage dieser Annahme ist das bewiesene (verifizierte) Phänomen der Quantenverschränkung. Wenn zwei verschränkte (durch einen Kontakt “geistig” verbundene) Photonen (Lichtteilchen, Quanten) über eine große Raumdistanz weitaus schneller als mit Lichtgeschwindigkeit (sofort) kommunizieren können, muss es eine höhere Dimension (einen Hyperraum) geben, durch die dieses möglich ist. Denn die spezielle Relativitätstheorie Einsteins zeigt, dass sich Signale in den herkömmlichen Dimensionen des Raumes nicht schneller als mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten können.

Der deutsche Quantenphysiker und Mystiker Dr. Michael König (*1957) veröffentlichte 2010 das Buch Das Urwort. Die Physik Gottes. Darin stellt er die Urwort-Theorie auf, wonach das Bewusstsein das Zentrum des Universums ist, aus dem sich alles entwickelt und mit dem alles verbunden ist. Er verbindet mit seiner Urwort-Theorie das traditionelle Wissen der mystischen Philosophie mit der Quantenphysik. Gott ist danach eine höhere Bewusstseinsdimension aus Energie, Liebe und Information (ELI) im Zentrum unseres Multiversums.

Siehe auch http://www.k-l-j.de/Hinweise_auf_Gott.htm

10. Scherzhafte Gottesbeweise

Wenn es Gott gibt, dann hat er Humor. Sonst könnte er die Menschheit nicht ertragen.

http://kamelopedia.mormo.org) Das es Gott gibt, steht im Grundgesetz. Also gibt es Gott. Präambel zum Grundgesetz: “Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.” Gott ist wesentlicher Bestandteil des deutschen Grundgesetzes und bedarf keines weiteren Beweises. Zugleich klärt das Gesetz das Geschlecht Gottes, allerdings unvollständig. Gott ist sächlich oder männlich, keinesfalls weiblich, sonst hieße es: ”Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor der Göttin und den Menschen, …”

Feministischer Gottesbeweis: Der Gott entstand aus der Göttin, als er durch eine unbefleckte Geburt herauskam.

Nietzsches Gottesbeweis. Nietzsche postulierte: „Gott ist tot.“ Dann hat es Gott zumindestens einmal gegeben. Ist nur sein Körper tot? Lebt sein Geist jetzt weiter? Oder lebt nur Nietzsches Geist weiter? Wird Gott eines Tages mit seinem Körper aus seinem Grab auferstehen? Oder wird er in einem neuen Körper wiedergeboren? Vielleicht sind wir alle jetzt Gott, und wissen es nur noch nicht?

(http://www.stupidedia.org/stupi/Gottesbeweis) Gott hat seine Existenz dadurch bewiesen, dass er die Bibel geschrieben und sie an die Menschheit übergeben hat.

Interview mit Amit Goswami

(Zusammenfassung aus Erleuchtung, Gott und Gottesbeweis)

„Der amerikanische Physikprofessor Amit Goswami von der Universität Oregan schrieb 1992 das Buch „Das bewusste Universum“. Es wurde 2007 in Deutschland neu aufgelegt. In seinem Buch erklärt Goswami zuerst die wichtigsten Erkenntnisse der heutigen Quantenphysik. Dann entwickelt er seine Philosophie des monistischen Idealismus. Der monistische Idealismus erklärt, dass alles im Kosmos zusammengehört, dass das höhere Bewusstsein (Gott) das Zentrum ist und dass wir als Menschen zu einer idealistischen Lebensführung finden sollten. Das folgende Interview führte Craig Hamilton.

Goswami: Von Anfang an – seit dem Beginn der Quantenphysik im Jahr 1900 – hat die Quantenphysik Hinweise darauf gegeben, dass sich unsere Sicht der Dinge ändern könnte. Von 1982 an kamen dann Ergebnisse aus den Laborexperimenten der Physiker. Das ist das Jahr, in dem in Frankreich Alain Aspect und seine Mitarbeiter das große Experiment (geistige Verknüpfung aller Quanten in einer höheren Dimension) durchführten, mit dem die Glaubwürdigkeit der spirituellen Ansätze, insbesondere der Transzendenz, schlüssig nachgewiesen wurde.

Als Hintergrund dazu sei gesagt, dass die Quantenphysik seit vielen Jahren Hinweise darauf gegeben hatte, dass es andere Ebenen der Realität gibt, als die materielle Ebene.Dann bewies Aspects Experiment, dass Objekte tatsächlich jenseits von Raum und Zeit verbunden sind – außerhalb von Raum und Zeit! In diesem Experiment gibt ein Atom zwei Lichtquanten ab, Photonen genannt, die in entgegengesetzte Richtungen ausstrahlen. Dennoch beeinflussen diese Photonen einander, ohne irgendwelche Signale auszutauschen. Beachten Sie bitte: Ohne irgendwelche Signale durch den Raum auszusenden, beeinflussen sie einander – und zwar sofort. Wenn wir die Drehung eines des beiden Photonen verändern, verändert sich sofort auch die Drehung des Partnerphotonen an dem anderen Ort. Das ist meßbar.

Nun hat Einstein jedoch vor langer Zeit bewiesen, dass zwei Objekte in Raum und Zeit einander nie sofort beeinflussen können, da sich alles nur innerhalb einer maximalen Geschwindigkeit bewegen kann, der Lichtgeschwindigkeit. Es wurde angenommen, dass jedes Signal räumlich ist und insofern eine bestimmte Zeit benötigt, um sich im Raum zu bewegen. Aspects Photonen jedoch – die Photonen, die von einem Atom in seinem Experiment freigesetzt wurden – beeinflussen einander in räumlicher Distanz, und da sie dies augenblicklich tun – schneller als mit Lichtgeschwindigkeit. Daraus lässt sich schließen, dass diese Einflussnahme sich nicht durch den Raum bewegt haben konnte. Stattdessen muss dieser Einfluss in einem anderen Realitätsbereich stattgefunden haben.

Hamilton: Sie meinen also, dass die Vorstellung einer höheren Dimension eingeführt werden muss, um all dies zu verstehen.

Goswami: Ja. Henry Stapp, ein Physiker an der Universität von Berkeley in Kalifornien, sagt es ganz deutlich in einer seiner Arbeiten, die er 1977 schrieb: Dinge außerhalb von Raum und Zeit beeinflussen Dinge im Raum- und Zeitgefüge. Gar keine Frage, genau das geschieht mit Quantenobjekten im Bereich der Quantenphysik.

Hamilton: Ihr Ansatzpunkt war die Gehirnforschung.

Goswami: Damals nahm man an, dass das Bewusstsein eine Folge des Gehirns sein müsse. Dann hätte alle Wirkung von den materiellen Elementarteilchen ausgehen müssen. Das war mir ein Rätsel. Und ich konnte ganz einfach keinen Weg finden, es zu lösen. Später erkannte ich, dass das Bewusstsein die primäre Realität ist. Über unserem materiellen Kosmos gibt es eine höhere Realität. Diese höhere Dimension besteht aus Bewusstseinsenergie.

Das Universum ist ein bewusstes Universum und wird durch Bewusstsein erzeugt. Bewusstsein ist die einzige wahre Realität, es existiert außerhalb der physikalischen Raumzeit. Bewusstsein ist kein Epiphänomen der Materie, keine Folge des Gehirns. Bewusstsein existiert nicht aus der Materie heraus, sondern es kann die Materie beeinflussen. Die Welt der Manifestationen geht letztlich aus einer transzendenten Ideenwelt hervor.

Der Gehirnforscher John Eccles hat erkannt, dass Nervensignale im Gehirn auf Quantenwellen basieren. Hier ist der große Verbindungspunkt zwischen der geistigen und der materiellen Welt. Der Geist ist eine vom Körper getrennte Energie, die über die Quanten als kleinste Teile unseres Kosmos auf das Gehirn einwirken kann.“

—> Siehe auch Potsdamer Manifest (Quantenphysiker Hans-Peter Dürr, PDF, 2005)

Gibt es ein Leben nach dem Tod ?

Wikipedia: „Die Frage nach einem Leben nach dem Tod ist ein philosophisches Problem, das die Menschheit schon seit dem Altertum beschäftigt. Zu allen Zeiten gab es zu dieser Frage verschiedene Ansätze: 1. Ablehnung: Mit dem Tod ende die Existenz eines menschlichen Individuums. Der Mensch lebe nicht mehr als Subjekt weiter, sondern nur noch als Objekt, zum Beispiel in der Erinnerung der Mitmenschen. (In einer speziellen christlich-theologischen Variante, die dennoch eine Auferstehung nicht ausschließt, siehe Ganztodtheorie.) 2. Vollendung: In vielen Religionen wird das menschliche Leben im weitesten Sinne als eine Art Reifung oder Bewährung gesehen. Nach dem Tod wechsele das Individuum für alle Zeiten in einen anderen Seinszustand (Himmel, Hölle, Limbus…). 3. Reinkarnation: Der Mensch besitze einen geistigen Anteil (Seele), der immer wieder in neuen Körpern auf der Erde erscheine, ein Leben lebe und wieder sterbe. (…)

Wenn die Viele-Welten-Interpretation der Quantenmechanik zutreffend wäre, könnte auf diese Weise eine Art Unsterblichkeit erlangt werden. Die Interpretation besagt, dass die Wellenfunktion des Quantensystems niemals kollabiert, sondern alle Möglichkeiten in eigenständigen Universen manifestiert sind. Dadurch gäbe es möglicherweise immer ein Universum, in dem das betrachtete Wesen noch am Leben ist. (…)

Die Idee der Unsterblichkeit gehört in nahezu allen Religionen zum festen Glaubensbestand. Im Taoismus besteht die Überzeugung, der Mensch könne seinen Geist durch Kultivierung soweit entwickeln, dass er Unsterblichkeit erlange. Die philosophische Argumentation für die Unsterblichkeit (der Seele oder des Geistes) geht u.a. zurück auf Platon. Das Hauptargument lautet: Die geistige Seele kann nicht sterben, d.h. zerstört oder zerteilt werden, weil sie eine immaterielle Substanz ist. Moderne Autoren und Filmproduzenten haben sich des alten Themas angenommen und unsterbliche Heldenfiguren wie den Highlander geschaffen. (…)

Der Hinduismus enthält ein hochkomplexes Jenseitsbild. Die vedische Religion hatte ein Paradies (Land der Väter) bereit, das allen Opfernden bereitstand. Neben der Götterwelt der Unsterblichen gibt es eine dem Kreislauf der Reinkarnationen unterworfene Verwandtenwelt. Hindus sehen Moksha, die Erlösung aus dem Kreislauf der Wiedergeburten (Samsara), als Endziel an. (…)

Von Buddha Siddhartha Gautama ist die Lehre einer aus dem Hinduismus übernommenen Kette von Wiedergeburten überliefert. Sie bedeute Leid, das erst am Ende dieser Kette in einem Zustand der Nicht-Existenz ende: jeder Mensch werde zunächst immer wieder in diese Welt geboren, da er sich ohne Erleuchtung nicht von seinem Lebensdurst lösen könne. Da Leben notwendigerweise auch Leiden bedeute, ist es das Ziel eines Buddhisten, emotionale Bindungen an die Welt zu überwinden und nicht an Leidenschaften gefesselt zu sein. So könne das Nirwana, das Ende der Wiedergeburten, erlangt werden. (…)

Im Tibetischen Buddhismus glaubt man an einen Zwischenzustand, der im Todesmoment beginne und mit der nächsten Inkarnation ende, sofern jemand dem Kreislauf der Wiedergeburten noch nicht entronnen sei. Der Verstorbene sehe im Todesmoment das helle Licht der Weisheit, durch welches er zur Buddhaschaft gelangen kann. Es gebe jedoch verschiedene Gründe, warum Verstorbene diesem Licht nicht folgen. Manche hätten keine spirituelle Unterweisung erhalten. Andere seien es seit langem gewohnt, nur ihren tierischen Instinkten zu folgen. Und einige hätten Angst vor dem Licht. Im Zwischenzustand solle man eine positive Haltung annehmen. Die Verstorbenen bekämen Hilfe von unterschiedlichen Buddhas, die ihnen einen Weg zur Buddhaschaft aufzeigten. Diejenigen, welche dem Weg nicht folgen, bekämen Ratschläge für eine bessere Wiedergeburt. Zunächst müssten sie sich von Anhaftungen aus ihrem vorigen Leben lösen. Es wird empfohlen, für die Wiedergeburt eine spirituelle Familie zu suchen. Der Wille solle darauf ausgerichtet sein, bei der Inkarnation zum Wohle aller Wesen zu wirken. So wachse man zur Erleuchtung.“

Seite „Leben nach dem Tod“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 31. Mai 2011, 14:28 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Leben_nach_dem_Tod&oldid=89492773 (Abgerufen: 6. Juni 2011, 07:25 UTC)

Quantenphysiker Professor Hans-Peter Dürr

„Sie stehen in Ihrem 78. Lebensjahr. Glauben Sie an ein Jenseits? Gibt es eine Existenz nach dem Tode?

„Das ist eine sehr interessante Frage. Was wir Diesseits nennen, ist ja eigentlich die Schlacke, die Materie, also das, was greifbar ist. Das Jenseits ist die umfassende Wirklichkeit, das viel Größere. Das, worin das Diesseits eingebettet ist. Insofern ist auch unser gegenwärtiges Leben bereits vom Jenseits umfangen. Wenn ich mir also vorstelle, dass ich während meines diesseitigen Lebens nicht nur meine eigene kleine Festplatte (das Gehirn) beschrieben habe, sondern immer auch etwas in den geistigen Quantenfeldern (der Seele) abgespeichert habe, dann geht das ja mit meinem körperlichen Tod nicht verloren.“ In dem Maße bin ich unsterblich.“ (Zitat Hans-Peter Dürr, P.M. Magazin 05/2007)

Die Nahtodforschung

1969 veröffentlichte die Ärztin Elisabeth Kübler-Ross ihr Buch „Interviews mit Sterbenden“. Es setzte eine umfassende Diskussion über den Tod im Westen in Gang. Die Ärztin traf auf die erstaunliche Tatsache, dass viele Menschen mit Nahtoderfahrungen während ihres kurzzeitigen Todes in das Jenseits blicken konnten. Sie waren mit ihrer Seele aus dem Körper ausgetreten, hatten Erfahrungen mit dem Jenseits gemacht und konnten nach ihrer Wiederbelebung ausführlich darüber berichten.

Während ihres Erdenlebens blinde Menschen konnten plötzlich im Jenseits sehen. Sie konnten vom Jenseits aus das Geschehen auf der Erde beobachten. Die angegebenen Tatsachen wurden überprüft und stellten sich als wahr heraus. Wie konnte ein Zeit seines Lebens blinder Mensch im Zustand der Bewusstlosigkeit nach einem Verkehrsunfall seine Mitmenschen sehen und nach seiner Wiederbelebung genau beschreiben? Die einzige vernünftige Erklärung war, dass der Mensche eine Seele hat, die vom materiellen Körper unabhängig ist.

Besonders bekannt ist der sogenannte Gebissfall. Ein älterer Mann wurde in einem Krankenhaus in den Niederlanden operiert. Ihm wurde sein Gebiss herausgenommen, damit der Beatmungsschlauch gut eingeführt werden konnte. In der Hektik der Operation verlegte die Krankenschwester das Gebiss und konnte es nachher nicht wiederfinden. Zum Glück trat der Mann während der Operation aus seinem Körper aus und beobachtete von oben die Krankenschwester. Als er später wieder ins Bewusstsein kam, konnte er genau sagen, welche Krankenschwester das Gebiss wohin gelegt hatte.

1975 schrieb Raymond Moody sein Buch „Leben nach dem Tod“. Darin protokollierte er die Nahtoderfahrungen von 150 Menschen. Viele berichteten, dass sie nach ihrem Tod durch einen dunklen Tunnel geflossen und in eine Dimension des Lichts gekommen waren. In der Lichtwelt trafen sie auf heilige Lichtwesen und auf bereits verstorbene Verwandte. Sie erfuhren Dinge, die sie vorher nicht gewusst hatten. Nach ihrer Nahtoderfahrung stellten viele Menschen ihr Leben vollkommen um und orientierten sich vorwiegend an spirituellen Werten.

Viele Forscher überprüften die Erkenntnisse von Kübler-Ross und Moody. Mit einer Flut von Gegenargumenten versuchte man, die Nahtodforscher zu widerlegen. Im Wesentlichen bestand die Gegenargumentation darin, dass es sich bei den Nahtodvisionen um biochemische (materielle) oder psychische (geistige) Reaktionen des Gehirns auf den sich nähernden Tod handele. Kurz vor dem Tod habe ein Mensch Halluzinationen. Das Gehirn reagiere auf den Tod mit einer Hormonausschüttung.

Einer der Hauptkritiker war der Arzt Michael Sabom. Nachdem er das Buch von Moody gelesen hatte, beschloss er, die Dinge selbst gründlich nachzuprüfen. Der große wissenschaftliche Durchbruch gelang Sabom 1991. Die 35-jährige Pam Reynolds musste am Gehirn operiert werden. Ihr Blut wurde aus dem Gehirn abgeleitet. Die Patientin wurde in einen Kälteschlaf versetzt. Ihr Kopf wurde mit Messgeräten verkabelt. Es wurde festgestellt, dass in dieser halben Stunde in ihrem Gehirn keine Gehirnströme flossen. Die Denktätigkeit war blockiert. Eine Hormonausschüttung war nicht mehr möglich. Halluzinationen konnten nicht mehr geschehen.

Und genau in dieser Zeit hatte Pam Reynolds ihre außerkörperlichen Erfahrungen. Sie schwebte mit ihrer Seele aus dem Körper heraus. Sie beobachtete von oben herab alle Einzelheiten der Operation. Dann schwebte sie durch einen Tunnel in eine Lichtwelt. Dort traf sie ihre verstorbene Großmutter und einige andere Menschen. In einem späteren, vom britischen Fernsehen (BBC) dokumentierten Interview erklärte Pam Reynolds, dass sie in der Lichtwelt den Atem Gottes wahrgenommen hatte.

–> Video Pam Reynolds

Das Besondere an dem Fall Pam Reynolds besteht darin, dass hier erstmalig mit modernen Messgeräten nachgewiesen werden konnte, dass das Bewusstsein eines Menschen auch dann denken kann, wenn das Gehirn materiell ausgeschaltet ist. Es muss also ein vom Körper unabhängiges Bewusstsein geben. Körper und Seele sind zwei von einander unabhängige Energiemanifestationen. Anders sind die Erkenntnisse der Wissenschaftler nicht erklärbar.

Der Fall Pam Reynolds wurde bis zum Jahre 2001 in vielen Untersuchungen mit anderen Patienten nachgeprüft (Pim van Lommel/Holland 2001, Sam Parnia/ Universität Southampton 2001). Sie alle bestätigten das Ergebnis von Sabom. Es wurde festgestellt, dass die Nahtoderlebnisse nicht durch biochemische oder geistige Gehirnprozesse verursacht sind. Sie sind unabhängig vom Alter, vom Geschlecht, von der Religion und von dem Land der Menschen.

2003 gab es im Ersten Deutschen Fernsehen (ARD) eine Sendung zur Nahtodforschung. In dem von Walter von Lucadou herausgegebenen Begleitbuch (Dimension Psi) hat Regine Kexel alle wesentlichen Argumente der Befürworter und Gegner der Seelentheorie dargestellt. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass es zu viele Berichte über Nahtoderfahrungen gibt, als dass sie einfach ignoriert werden können: „Kritiker der Nahtodforschung tun sich schwer, einen plausiblen Grund für dieses Phänomen zu finden.“

Die Nachtodforschung

Tanzender Tod.

Erleuchtete tibetische Meister bleiben traditionell nach ihrem Tod noch drei Tage mit ihrer Seele in ihrem Körper. Das erkennt man daran, dass der Körper nicht verwest und das Herzchakra warm ist. Diese meßbaren Tatsachen können nur mit dem Weiterleben der Seele nach dem Tod erklärt werden. Dr. Levy betreute den 16. Karmapa bei als Arzt bis zu dessen Tod 1981 in einem Krankenhaus in Chikago. Zitate:

„Da lag immer noch diese Person im Bett, die definitiv an Krebs starb, und er schaute, als würde er die Mandeln herausgenommen bekommen. Für Seine Heiligkeit war einfach eine weitere Erfahrung. Die Weise, wie er sich seinem eigenen Tod annäherte, war ein weiteres Werkzeug, um mit anderen zu arbeiten und ihnen zu helfen. Selbst im Tod hörte Seine Heiligkeit nicht auf, das westliche medizinische Establishment zu verwundern. 48 Stunden nach seinem Tod war seine Brust über seinem Herzen warm. Situ Rinpoche holte mich in den Raum, in dem Seine Heiligkeit lag. Er nahm meine Hand und legte sie auf die Mitte der Brust von Seiner Heiligkeit, und so fühlte ich, dass sie warm war. Seine Brust war wärmer als meine Hand. Um es genau zu untersuchen, bewegte ich meine Hand zu jeder Seite seiner Brust, und es war dort kühl. Dann fühlte ich wieder in der Mitte, und dort war es warm.

Ich kniff auch seine Haut, und sie war immer noch geschmeidig und völlig normal. Nach 36 Stunden ist die Haut eines normalen Verstorbenen einfach nur wie Teig. Und hier war die Haut nach 48 Stunden immer noch so wie meine oder Ihre. Es war, als ob er nicht tot wäre. Ich zwickte seine Haut und sie kehrte wieder in ihren vorherigen Zustand zurück. Der Spannungszustand war völlig normal.

Kurz nachdem wir das Zimmer verlassen hatten, kam der Chirurg und sagte: „Er ist warm, er ist warm.“ Und dann kam es so, dass das Pflegepersonal immer wieder fragte: „Ist er noch warm?“ Es war in Übereinstimmung mit der traditionellen tibetischen Erfahrung. Verwirklichte Menschen wie Seine Heiligkeit bleiben, nachdem Atem und Herzschlag aufgehört haben, eine Zeit lang in einem Zustand tiefer Meditation, ohne dass in dieser Zeit die Totenstarre eintritt. Nach drei Tagen endete der Samadhi. Man erkannte es, denn Seine Heiligkeit war nicht mehr warm und die Totenstarre setzte schließlich ein. Auch die Atmosphäre in dem Zimmer änderte sich, wurde normal.“

Die Reinkarnationsforschung

Die Reinkarnationsforschung untersucht Erinnerungen, die als solche an ein früheres Leben interpretiert wurden. Dabei wird geprüft, ob sich der Fall als Betrug, Selbstbetrug oder durch psychologische, parapsychologische oder spiritistische Annahmen erklären lässt. Für so nicht erklärbare Fälle hält die Reinkarnationsforschung das Vorliegen einer tatsächlichen Reinkarnation für möglich.

Der bekannteste Wiedergeburtsfall in Indien ist Shanti Devi. Sie wurde 1926 in Neu-Delhi geboren und erinnerte sich bereits als Kind genau an ihr früheres Leben als Hausfrau im 128 Kilometern entfernten Mathura. Obwohl sie noch nie an diesem Ort gewesen war, konnte sie genau ihren früheren Ehemann, das Haus und die Stadt beschreiben.Sie erinnerte sich sogar an die Stelle, wo sie früher immer ihr Geld versteckt hatte.

  • Nobody60Meinen Glauben gründe ich hauptsächlich auf meine eigenen Erfahrungen. Ich habe im Laufe meines spirituellen Reinigungsprozesses etwa tausend frühere Leben gesehen. Als ich sieben Jahre als Yogi gelebt hatte, überkam mich bei einer Meditation plötzlich der Wunsch, meine früheren Leben zu wissen. Ich spürte geistig in der Zeit zurück und erhielt bei einem bestimmten Punkt eine Resonanz. Es trat eine Art innerer Widerstand auf. Dort spürte ich dann genau hin. Nacheinander ertastete ich so geistig vier frühere Leben. Ich konnte jeweils den Ort, die Zeit und auch etwas die Art des früheren Lebens erkennen. Im Yoga löst man mit den spirituellen Übungen systematisch alle Verspannungen im Körper und im Geist auf. Dann kommt man eines Tages zu der für einen persönlich richtigen Zeit an Stresssituationen aus früheren Leben heran. Alle großen Stresssituationen werden im Seelengedächtnis gespeichert. Wenn sich die Verspannungen lösen, tauchen in Träumen oder im Wachzustand Bilder oder kurze Szenen (kleine Filme) aus den Stresssituationen auf. Die Lösungsprozesse sind oft mit intensiven Körperreaktionen wie Unruhe, Muskelzittern, Hitze oder Kälte verbunden.
  • Bei mir lösten sich zuerst die Verspannungen aus dem jetzigen Leben. In kurzen Filmszenen sah ich stressreiche Examenssituationen, Beziehungsstreitigkeiten und verdrängte Unfälle. Da ich die Stressereignisse noch in Erinnerung hatte, wurde mir der Zusammenhang zwischen spirituellen Übungen, der Auflösung von inneren Verspannungen und dem Auftauchen von Lösungsträumen deutlich bewusst. Ich lernte zu unterscheiden was ein Lösungstraum und was ein normaler Traum war. Nach elf Jahren als Yogi tauchten plötzlich die früheren Leben in meinem Geist auf. Zuerst lösten sich nur einzelne frühere Leben. Dann kamen ganz viele frühere Leben wieder an die Oberfläche meines Bewusstseins. Und nach etwa vier Jahren ebbte der Prozess langsam wieder ab. Anders als bei dem bewussten Hinspüren während einer Meditation kamen jetzt deutliche Kurzfilme. Ich konnte meistens alle Einzelheiten der jeweiligen Stresssituation und auch die Lebensumwelt erkennen. Aus den einzelnen Bildern konnte ich geographische und zeitliche Zuordnungen vornehmen.“ (Zitat aus Yoga und Erleuchtung)

Diskussion

(2011 in Esoterikforum.de/Gibt es ein Leben nach dem Tod aus Erleuchtung, Gott und Gottesbeweis)

„Yogi Nils: Was denkt ihr? Was glaubt ihr? Welche Argumente für oder gegen ein Weiterleben der Seele nach dem Tod des Körper habt ihr? Die Frage ist schwierig. Die Antworten sind umstritten. Atheisten glauben, dass der Mensch nur sein Körper ist und mit dem Tod des Körpers auch der Geist stirbt. Esoteriker nehmen meistens an, dass der Mensch einen Körper und eine Seele hat. Die Seele ist vom Körper unabhängig und kann nach dem Tod selbständig weiterleben.

Meine persönliche Meinung ist, dass der Streit nicht eindeutig entschieden werden kann. Es spricht aber die größere Wahrscheinlichkeit dafür, dass wir nach unserem Tod im Jenseits weiterleben. Im Wesentlichen gibt es fünf Argumente für ein Leben nach dem Tod: die Erkenntnisse der Quantenphysik (Professor Hans-Peter Dürr), die Nahtodforschung (Pam Reynolds), die Nachtodforschung (der 16. Karmapa), die Reinkarnationsforschung (Shanti Devi) und die Aussagen der Erleuchteten. Mich interessiert eure Meinung.

Die Frage über das Leben nach dem Tod ist für alle Religionen sehr bedeutsam. Ihre Beantwortung hat Einfluss auf unser Leben auf der Erde. Wenn es ein Leben nach dem Tod gibt, dann sollten wir jetzt so leben, dass es uns nach dem Tod gut geht. Wenn es kein Leben nach dem Tod gibt, hat unser Leben auf der Erde letztlich keine tiefere Bedeutung. Im Yoga heißt es, dass man sich immer des Todes bewusst sein soll, damit man die Kraft zu einem spirituellen Leben hat.

Francis: Ich beschäftige mich mit dem Tod und was da auf uns alle mal zukommen wird. Wie das wohl hinter dem Schleier aussieht. Behalten wir die Vorstellungen und Ideen unserer Lebzeiten? Wenn man diversen Channelings glauben darf, ist das „drüben“ alles besser. Dass hier alles nur ein Spiel ist.

kodexengel: Wer sagt das unser Leben ein Spiel ist? Es ist eine Schule und wenn wir sterben kehren wir nur wieder Heim.

Blauauge: Ich denke ich kann jederzeit sterben, und wenn ich mich in dem Augenblick nicht gerade in was Komisches verrannt habe, werde ich auch merken, dass ich gestorben bin und kann dann auch um weiterführende Hilfe bitten in meinem Herzen.

Arwen: Ich kann Dir nur sagen, ich hoffe, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Ich hoffe es einfach deshalb, weil es dann leichter ist, zu verkraften, dass jemand gegangen ist und man vielleicht in einem anderen Leben die Chance hat, ihn/sie wiederzusehen. Vielleicht ist es für viele unrealistisch, aber mir gibt der Gedanke Hoffnung.

Do: es gibt ein leben nach dem tod. ich habe kürzlich mit meinen opa gesprochen. er sagt in der welt, in der er gerade ist, die ist schöner und angenehmer als unsrere welt. meine meinung ist, dass es ein leben nach dem tod gibt.

Paul: Ich war ungefähr 20 J. alt, als ich mir die gleiche Frage gestellt habe. Und ich wusste, wenn ich da keine eigene Antwort finden kann, dann wird das ganze Leben keinen Sinn haben für mich. Also habe ich mich auf den Weg gemacht. Ich will andeuten, was ich gefunden oder erreicht habe. Den physischen Körper können wir auch schon während des Lebens verlassen. Ich kann mich im Seelenköper ohne Grenzen bewegen, sowohl hier auf der physischen Ebene als auch schon auf den jenseitigen Ebenen. Wir werden akzeptieren müssen, dass es Menschen gibt, die sagen, sie haben in Nahtoderlebnissen oder mittels spiritueller Übungen den physischen Körper verlassen und sich als das erfahren, was wir sind, als Seele.

Elmar: Es gibt keinen Tod – nur Wandlung.

Lutz: Manchmal hoffe ich, es gäbe für einige Menschen ein Leben vor dem Tod, denn für einige Menschen ist das Dasein eine Qual. All unser Denken, Erinnerungen und aktive Gedanken sind reine Energie. Und die soll auf einmal „futsch“ sein? Nein.

Zuckerschnecke: Ob es ein Leben danach gibt oder nicht, dass wird jeder für sich ganz allein herausfinden müssen – viel wichtiger finde ich: Es gibt ein Leben vor dem Tod.

Kassandra: ich habe mich das nie gefragt. seit ich denken kann, habe ich immer so viele verstorbene gesehen. ich glaube ganz sicher daran. für mich ist das selbstverständlich, daß man nach jedem physischen „tod“ irgendwie weiterexistiert.

Sole (Erwachte): Ich kann mich nicht erinnern mal nicht existiert zu haben, ich war schon immer.

Max (Atheist): Also ganz ehrlich, ich glaube nicht daran. Ich denke, wenn man tot ist ist man tot. Lol. Hört sich furchtbar an, ist aber so denke ich. Der Geist ist doch im Gehirn.

Anonymus: Diese Frage lässt sich wohl nur von jemandem beantworten, der schon einmal tot war. Nach vielen Religionen solles ja ein Leben nach dem Tod geben. Wenn es Reinkarnation geben sollte, wäre die natürlich nur dann sinnvoll, wenn man sich irgendwie an sein altes Ich erinnern kann. Ich glaube, dass ist bis dato niemandem gelungen.

Pfarrer: Stell dir vor, du fragst eine Raupe, wie ihr Leben nach dem Tod aussieht. Das würde sie sich auch nicht vorstellen können. Wir aber wissen, am Ende ihres Lebens spinnt sich die Raupe in einen Kokon ein. Dann verwandelt sie sich. Der Kokon bleibt zurück und wird zu Erde. Aber sie selbst ist ein Schmetterling geworden. Ich kenne Menschen, die mit und in einem großen Frieden gestorben sind. Bei ihnen spürte ich etwas davon, dass Sterben nicht nur ein Ende ist, sondern auch ein Loslassen. Menschen, die nicht nur in ihrer biologischen Existenz verhaftet sind, können, wenn die Zeit dafür gekommen ist, ihren Körper loslassen, weil sie spüren, dass sie nicht nur von ihrem Körper am Leben erhalten werden, sondern von Gott. Ich weiß, dass meine Identität nicht nur an diesen Körper gebunden ist, sondern an Gott. Ich denke, es ist eine gute Vorbereitung auf das Neue, das dann beginnen wird, wenn ich mich hier und jetzt im guten Kontakt mit ihm übe. Und dafür hat Gott mir einen Körper gegeben, eine biologische Lebensweise und jeden Tag neue Gelegenheiten.

Parapsychologe: Nach einem Bericht der „British Society for Psychical Research“ haben etwa zehn Prozent der Bevölkerung sinnliche Wahrnehmungen erleben, die man als Erscheinungen bezeichnen kann. Die Ursache der Erscheinungen soll das Bemühung eines Verstorbenen gewesen sein, einem Lebenden etwas Wichtiges mitzuteilen.

Melpomene: In Träumen ist mir meine verstorbene Mutter erschienen, die mir gesagt hat, dass es drüben besser wäre als hier auf Erden, aber auch wieder nicht zu gut. Christus hat mir in einem Traum angekündigt, dass er irgendwann zur Erde zurückkehren wird. Waren es echte Mitteilungen? Diese Frage bleibt offen. Es ist gar nicht so schlimm, dass wir ein Weiterleben nach dem Tod immer wieder bezweifeln. Zweifel gehören zum Leben.

Rem: NATÜRLICH gibt es ein Leben nach dem Tod und das unabhängig von der religiösen oder aber nicht-religiösen Überzeugung des Sterbenden. Inzwischen gilt es als erwiesen, dass sogar Blinde nach einem Herzstillstand ihren toten Körper, wie auch die Menschen, die sich in diesem Augenblick um sie kümmerten,Gespräche, etc. en detail beschreiben konnten. Kinder, die nie zuvor ein Buch gelesen haben, können ein Nahtoderlebnis mit absolut denselben Details schildern, wie Erwachsene. In zwei besonders spektakulären Fällen, die sich in U.S.-Kliniken zugetragen haben, berichteten zwei kurzfristig hirntote Frauen, dass sie (ihnen garantiert unbekannte!) Einzelheiten aus dem Verlauf der OP wussten. Mein persönlicher Tipp für Dich ist das Buch „Über den Tod und das Leben danach“ von Elisabeth Kübler-Ross einmal zu lesen. …. und hab keine Angst und vergiss alle Zweifel.

Yogi Nils: Danke für eure Antworten. Ich bin gerade so friedlich, dass ich nicht mehr streiten möchte. Am besten jeder folgt der Stimme seiner eigenen Wahrheit. Dann treffen wir uns alle bestimmt im Paradies im Jenseits wieder. Über meinen Gottesbeweis habe ich mich übrigens gerade mit einem atheistischen Quantenphysiker unterhalten. Widerlegen konnte er meinen Ansatz nicht. Sein Weg war es sich auf die materialistische Physik zu beschränken. Viele Physiker denken aber weiter. Das spirituelle Weltbild ist auch in der Physik (Viele-Welten-Interpretation) eine anerkannte Theorie. Die Nahtodforschung, die Reinkarnationsforschung und die Nachtodforschung (Karmapa) deuten auf ein Leben nach dem Tod hin.

Christ: Ja! Ich glaube das es ein Leben nach dem Tod gibt. Laut der Bibel – Gottes Wort – ist der Mensch für die Ewigkeit geschaffen. Jesus Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Joh.3,16 Denn so hat Gott der Welt seine Liebe gezeigt: Er gab seinen einzigen Sohn dafür, dass jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern ewiges Leben hat.

Buddhist: Mache dir bewusst dass nichts von Dauer ist. Das nichts Bestand hat. Jeder Mensch stirbt wieder. Jedes Feuer erlischt, jeder Tag endet. Da nichts von Dauer ist, kannst du nichts festhalten. Inklusive deinem Leben, deinem Ich. Indem du aufhörst Dinge festhalten zu wollen, die du nicht festhalten kannst, erreichst du Befreiung. Aber du wolltest wissen was nach dem Tod „passiert“. Als Buddhist müsste ich dir natürlich sagen, dass es eine Widergeburt gibt. Und dieses Leben nur eines von Vielen ist, was du noch leben wirst. Die Wahrheit ist aber, dass nichts geboren wird, und nichts stirbt. Alles wechselt nur seine Form.

Zen-Witz: „Meister, gibt es ein Leben nach dem Tod?“ „Das weiß ich nicht.“ „Aber bist du denn nicht der Meister?“ „Ja, aber kein toter Meister.““

Weblinks

Christentum

Wikipedia: „Das Christentum ist eine abrahamitische und damit monotheistische Religion auf Basis der Lehren von Jesus von Nazareth. Mit rund 2,26 Milliarden Anhängern ist sie vor dem Islam (rund 1,57 Milliarden) und dem Hinduismus (rund 900 Millionen) die am meisten verbreitete Religion der Erde. Anhänger des Christentums werden Christen genannt und glauben, dass Jesus der Sohn Gottes und der in der Bibel – der heiligen Schrift der Christen – angekündigte Retter der Menschheit ist. Die drei Hauptströmungen des Christentums sind die Römisch-katholische Kirche, die orthodoxen Kirchen und protestantische Kirchen. (…)

Die zentralen Elemente der christlichen Lehre sind die Auferstehung Jesus Christi, die Liebe zu Gott (Gottesliebe) und die Liebe zum Nächsten (Nächstenliebe). (…) Es ist ein Anliegen vieler christlicher Kirchen, sich untereinander zu versöhnen und eine gemeinsame Basis zu schaffen (Ökumene). Außerdem führen einige das Gespräch mit anderen Religionen (interreligiöser Dialog). Ziel ist ein friedliches Koexistieren der Religionen.

Gott als Vater, Sohn und Heiliger Geist

Im Christentum wird Gott als Vater, Sohn und Heiliger Geist beschrieben. Die (Heilige) Dreifaltigkeit oder Trinität bezeichnet in der christlichen Theologie die Wesens-Einheit von Gott Vater, Sohn (Jesus Christus) und Heiliger Geist.

1. Gott als Vater ist die höhere Bewussseinsdimension im Kosmos (das Ich Bin, das Licht, das erleuchtete Sein im Einheitsbewusstsein).

2. Gott als Sohn ist jeder Erleuchtete (Jesus Christus).

3. Gott als Heiliger Geist ist die spirituelle Energie (Aura, Energiefeld), die ein dafür sensibler Mensch in sich und um sich herum spürt. Er spürt sie als eine Art Licht, Liebe, Frieden und Glück. Den heiligen Geist kann man durch spirituelle Übungen aufnehmen oder von erleuchteten Meistern übertragen bekommen. Mit ihrer Energie können die Erleuchteten (fortgeschrittene spirituelle Menschen) handeln und uns helfen. In der Bibel wird beschrieben, wie Jesus zu Pfingsten den heiligen Geist auf seine Jünger ausschüttete. Er erfüllte seine Anhänger mit spiritueller Energie. Sie fühlten sich in sich glücklich, erstrahlten in einer Aura aus Licht und spürten kleine Energieflammen (Zungen) auf ihren Köpfen (Scheitelchakra).

Gibt es einen Teufel

Armer Teufel.

Wenn wir die Bibel genau betrachten, fällt auf, dass von einem Teufel kaum die Rede ist. Moses berichtet nur von einer Schlange, die im Paradies lebt und sich um einen Baum windet. Die Schlange ist im Yoga ein Symbol für die aufsteigende Kundalini-Energie.Sie windet sich um den Baum der Erleuchtung, den mittleren Energiekanal. Die Schlange verkörpert damit die Weisheit vom inneren Glück.

Die Bibel spricht vom Teufel, als Jesus vierzig Tage in der Wüste sitzt und meditiert. Kurz bevor Jesus zur Erleuchtung durchbricht, erscheint ihm der Teufel. Der Teufel will ihn davon abhalten sein Ego aufzulösen und in ein dauerhaftes Leben im Licht zu gelangen. Bevor sich starke innere Verspannungen auflösen, wehren sie sich noch einmal kräftig. Es entstehen starke Unlustgefühle gegen den spirituellen Weg. Die weltlichen Bedürfnisse gaukeln einem Menschen vor, dass sie wichtiger sind als Gott, als das Leben im Licht. Sie treten als großer Verwirrer und Versucher auf.

Man kann den Teufel als das Ego sehen, das sich gegen die Erleuchtung wehrt. Aber dieser Teufel ist kein von uns getrenntes Wesen, sondern ein Teil unser selbst. Er ist eine visualisierte Egoverspannung. In der Bibel wird bildlich beschrieben, was in Wirklichkeit nur das innere Geschehen eines Menschen kurz vor seinem Durchbruch zur Erleuchtung ist. Im Buddhismus heißt der Teufel Mara. Kurz vor der Erleuchtung erscheint Mara dem Buddha. Buddha streckt eine Hand zur Erde, aktiviert damit sein Wurzelchakra und löst die Egoverspannung auf. Mara und seine ganze Armee aus Versuchern verschwinden. Nachdem Buddha den Teufel besiegt hat, fließt das Licht der Erleuchtung in ihn hinein. Bei Jesus heißt es, dass die Engel kamen und ihm dienten, nachdem er sein Ego überwunden hatte.

Es gibt keinen Teufel an sich. In seiner Grundsubstanz besteht der Kosmos aus Licht. Alles ist Gott. Alles ist rein. Man kann nur die Dinge im Kosmos falsch leben. Man kann sein Ego in den Mittelpunkt stellen. Den richtigen Weg findet man durch die Grundsätze Wahrheit und Liebe. Mit diesen beiden Eigenschaften besiegt man den Teufel. Wer konsequent mit Weisheit und umfassender Liebe durch das Leben geht, kommt eines Tages im Licht (in einem Leben in Gott) an.

Reform der Kirche

(aus Prof. Isolde Karle, Zwölf Thesen zur Kirchenreform, 2010)

1. „Die evangelische Kirche ist von unten, von den Gemeinden her aufgebaut. Sie hat eine föderale Struktur und wird synodal-demokratisch geleitet. Als Kirche der Freiheit und Kirche der Vielfalt ist ihr eine hierarchische, einheitliche, autoritäre Struktur fremd. Prinzipiell haben alle Christen teil am Lehr- und Leitungsamt der Kirche. Tendenzen innerhalb der EKD und mancher Kirchenleitungen, die Kirche von oben her, top down, zu steuern, widersprechen dem Wesen des Protestantismus. Evangelische Kirchenleitung ist herausgefordert von oben von unten her zu denken. Reformvorschläge der Kirchenleitung müssen deshalb dem offenen Diskurs ausgesetzt werden und können nur gelingen, wenn sie von einer breiten Basis unterstützt, mitgetragen und befürwortet werden.

2. Die evangelische Kirche wächst aus den Gemeinden, den lokalen Zusammenschlüssen von Christinnen und Christen. Kleinere Einheiten kommen im Gegensatz zu größeren Einheiten mit wenig bürokratischer Kontrolle aus, weil die persönliche Bekanntschaft und der überschaubare Rahmen eine starke Vertrauensbasis schaffen. Die Vertrautheit von Orten und Personen hat eine kaum zu überschätzende Funktion für die Vermittlung elementarer Grundsicherheit. Die Bedeutung solcher Grundsicherheit nimmt mit der Anonymität und Mobilität der Gesellschaft eher zu statt ab.

3. Für die Kirchlichkeit des Protestantismus ist Gemeindereligiosität unverzichtbar. In den Gemeinden ringen nicht nur theologische Experten, sondern Menschen aus unterschiedlichsten Berufsgruppen und Milieus darum, wie Kirche gestaltet werden soll. Hier gewinnt Kirche Kontur und Anschaulichkeit. Hier werden lebenslange Loyalitäten und Bindungen geschaffen, die für die Stabilisierung der Kirchenmitgliedschaft und die Bereitschaft, die Kirche finanziell zu tragen und zu unterstützen, essentiell sind.

4. Der Pfarrberuf ist Schlüsselberuf für die evangelische Kirche. Eine Pastorin kann die enorme Vielfalt und Komplexität ihrer Aufgaben nur dann bewältigen, wenn sie das Vertrauen der Menschen genießt und weitgehend autonom entscheiden kann, ob, wann und wie gehandelt werden soll. Neben den überprüfbaren theologischen Kompetenzen eines Pastors sind deshalb Glaubwürdigkeit, Charisma, Intuition und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, entscheidend für den Pfarrberuf als Profession.

5. Die Kirche ist auf intrinsisch motivierte Pastorinnen/Pastoren und Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter angewiesen. Intrinsische Motivation lässt sich von außen nicht erzeugen, wohl aber beeinträchtigen und zerstören. Nicht-Zutrauen ist eine wesentliche Ursache für Demotivation. Geht die Identifikation mit der Sache verloren, weil das planvolle Erfüllen von Zielvereinbarungen in den Vordergrund rückt, führt das zur Ent-Identifikation und Demotivation. Wichtiger als jedes Reformprogramm ist es, die Attraktivität des Pfarrberufs zu fördern, damit auch künftig theologisch qualifizierter Nachwuchs gewonnen werden kann.

6. Das Grundproblem vieler Kirchenreformprogramme ist, dass sie zuviel Steuerbarkeit und Planbarkeit unterstellen, dass sie Prozesse organisieren wollen, die sich nicht organisieren lassen. Die Kirche manövriert sich dadurch in einen Aktivismus hinein, der große Frustrationen hervorrufen und die kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erschöpfen, auslaugen und überfordern wird. Die Organisation Kirche ist herausgefordert, die Rahmenbedingungen einer nicht zentralistischen Kirche so zu verbessern, dass die Wahrscheinlichkeit interaktiver Begegnungen und informeller Beziehungen steigt und Menschen sich gern in ihr und für sie engagieren.

7. Der Glaube kann nicht gekauft werden wie ein Produkt. Menschen entscheiden sich nicht nach Belieben für oder gegen den Glauben. Es ist insofern unwahrscheinlich, dass insbesondere distanzierte Kirchenmitglieder religiöse Angebote an weit entlegenen Orten wahrnehmen und für sich beanspruchen. Es bedarf in der funktional differenzierten Gesellschaft starker Zentren und überregionaler Angebote und Vernetzungen, aber diese dürfen nicht gegen die Gemeindekirche ausgespielt werden. In der Regel entwickeln sich religiöses Interesse und religiöse Identität über das selbstverständliche »Mitlaufen« in familiärer und kirchlicher Sozialisation, nicht über eine spontan getroffene Entscheidung.

8. In der Vielfalt ihrer Lebensformen ist die Familie die grundlegende und nachhaltigste Sozialisationsinstanz. Der Einfluss der Eltern- und Großelternpersonen ist für die Kirchenbindung der allermeisten Menschen entscheidend. Zugleich ist die Familie gerade in religiöser Hinsicht auf Unterstützung angewiesen. Da die Erziehung von Kindern und Jugendlichen vornehmlich lokal orientiert ist, haben die Kirchengemeinden (neben dem Religionsunterricht an Schulen) hier eine zentrale Aufgabe. Eine Kirche, die gegen den Trend wachsen will, findet in diesem Bereich am ehesten Anknüpfungspunkte.

9. Kirchengebäude gehen in ihrer Bedeutung über ihre unmittelbare Funktion, Versammlungsort für Christinnen und Christen zu sein, weit hinaus. Als sakrale Orte erinnern sie an existentielle Fragen der Religion. Sie sind exemplarische Orte der Präsenz Gottes in der Welt. Citykirchen sind Orte der kulturellen, Lokalkirchen vor allem Orte der biographischen Erinnerung. Kirchen symbolisieren in ihrer Stetigkeit und äußerlichen Invarianz die Unverfügbarkeit individueller und kollektiver Daseinsbedingungen.

10. Die mediale Präsenz der Kirche ist in der Mediengesellschaft von großer Bedeutung im Hinblick auf das Image und die gesellschaftliche Einflussmöglichkeiten der Kirche. Gleichwohl sind die lokalen Öffentlichkeiten nicht zu vernachlässigen. Sie sind sowohl zivilgesellschaftlich als auch für die gelebte Kirchlichkeit zentral und stellen überdies ein wichtiges Korrektiv der Massenmedien mit ihrer Neigung zur Simplifizierung und zum Alarmismus dar. Reale Begegnungen und reale Räume behalten auch in Zeiten fortschreitender Virtualisierung der Gesellschaft eine hohe Bedeutung. Die Kirche lebt in ihren grundlegenden Vollzügen von leiblicher, verletzlicher, auf den Nächsten bezogener Kommunikation.

11. Durch die Ökonomisierung der Kirche entsteht eine Eigendynamik der Organisation, die sich theologischen Beurteilungskriterien mehr und mehr entzieht. An die Stelle theologischer Steuerung tritt immer stärker eine managementförmige Steuerung. Theologie wird zur legitimierenden Zweitcodierung. Für die Kirche der Zukunft ist es unabdingbar, dass sie wieder zu einem eigenen theologischen Selbstverständnis findet, dass sie religiös sprachfähig ist und sich als Organisation nicht von den Zwängen ökonomischer Logik fremdbestimmen lässt. Die Kirche ist Teil der Gesellschaft und zugleich Gegenhorizont zu einer durchrationalisierten, leistungsorientierten Welt. Sie symbolisiert das Unverfügbare, nicht Mess- und Berechenbare und darin das Angewiesensein auf Gottes Güte, Gnade und Erbarmen.

12. Die eigentliche Krise der Kirche ist nicht eine Finanz-, sondern eine theologische Orientierungskrise. Was hat die Kirche Menschen in der modernen Gesellschaft zu sagen? Wie lässt sich theologisch substantiell und zugleich existentiell relevant von Gott reden, von Kreuz und Auferstehung, von Sünde und Vergebung, von Gnade, Liebe und Gerechtigkeit? Wie beheimaten sich Menschen im christlichen Glauben? Hier liegt die eigentliche Herausforderung, der sich Theologie und Kirche stellen müssen.“

Diskussion 2011 in Foren4all.de/Reform der Kirche (ein neues Gottesbild)

Nils: „Die christlichen Kirchen erreichen in Deutschland immer weniger Menschen, verlieren einen Großteil ihrer Mitglieder, leiden unter Priestermangel und können in öffentlichen Diskussionen nicht überzeugen. Damit die positiven Werte in Deutschland gestärkt werden, brauchen wir eine Reform der katholischen und evangelischen Kirche. Das liegt im Interesse aller spirituellen Menschen. Die Orientierungspunkte sind dabei Wahrheit und Liebe.

Die katholische Kirche steckt mit ihren Vorstellungen teilweise noch im Mittelalter fest. Sie hat den Anschluss an die neue Zeit geistig verpasst. Das sollte sie schnellstens nachholen. Der Weg der Anpassung des christlichen Glaubens an den aktuellen Wissensstand ist nicht so schwierig wie die Christen denken. Sie besitzen bereits viele Vordenker, die den Weg geebnet haben. Ich verweise vor allen auf Bede Griffiths (undogmatischer erleuchteter Meister und katholischer Priester in Indien), auf Frère Roger (Taize) und auf den heiligen Antonius (der erste christliche Yogi).

Jesus war ein Mystiker (Erleuchtungslehrer). Mit dem römischen Kaiser Konstantin I. wurde das Christentum zur Staatsreligion. Es diente von da an hauptsächlich dem Machterhalt der herrschenden Klasse. Das zweite vatikanische Konzil (1963-65) hat dann die große Kehrtwende von einer Unterdrückungsideologie zu einer Religion der Liebe und des Friedens vollzogen. Aber viele Restbestände aus der alten Zeit behindern den Weg in die Zukunft. Insbesondere muss die katholische Kirche endlich begreifen, was mit dem Begriff Gott gemeint ist. Gott ist keine Person, sondern eine Bewusstseinsdimension. Gott ist ein Begriff aus der Erfahrungswelt eines Erleuchteten. Die Bibel ist nicht aus dem Himmel geflogen gekommen, sondern wurde von erleuchteten Propheten entwickelt. Sie ist kein historisches Buch, sondern beschreibt symbolisch den Weg der Erleuchtung. Das Erleuchtungswissen wird hinter scheinbar historischen Daten versteckt.

Schlumpf: „Reform der Kirche“: Leider nicht ganz einfach. Dennoch nehme ich hoffnungsvolle Ansätze wahr:

  • Der Mystiker Meister Eckhardt ist mittlerweile von der Kircha rehabilitiert und anerkannt. Der Zen-Meister Suzuki, der seine Texte gelesen hatte, meinte in etwa, dass diese Texte auch von einem Buddhisten hätten geschrieben sein können.
  • Innerhalb der Kirche gibt es so einige mystische Strömungen – z.B. „Zen und das Christentum“
  • Die Strömungen können eben auch von „unten nach oben“ erfolgen und die „Obrigkeit“ entsprechend beeinflussen. Ideal wäre es, wenn sich diese Strömungen entsprechend kanalisieren würden – m.E. wären wichtige erste Schritte z.B. auf das von Nils vorgestelle Gottesbild hinzuweisen – das Schöne ist, dass es nach meinem Verständnis in keinerlei Widerspruch zur Bibel steht. Ein weiter Schritt müsste darin bestehen, die im Frühchristentum herausgestrichenen Bibelstellen wieder „zurück zu holen“.

Nils: Vielen Dank für deine Sätze. Ich stimme ihnen zu. Es gibt in der katholischen Kirche verschiedene Gruppen. Der jetzige Papst (ehemals Kardinal Ratzinger) gehört zu der Gruppe der Dogmatiker. Papst Johannes Paul II. (der gerade selig gesprochen wurde), hatte ein viel tieferes Verständnis. Er war eher ein Mystiker, obwohl er auch noch seine Schwächen hatte. Noch weiter vorgedrungen im Verständnis Gottes waren Mutter Teresa und Frere Roger aus Taize. Johannes Paul II. und Frere Roger suchten verzweifelt nach einem Weg, den christlichen Glauben den heutigen wissenschaftlich denkenden Menschen zu vermitteln. Es gibt diesen Weg. Ich habe ihn beschrieben. Aber er verlangt ein großes Umdenken in der katholischen Kirche. Dazu wird Papst Benedikt XVI. nicht fähig sein. Er hat sich in einem falschen dogmatischen Begriffssystem verlaufen. Er lehnt den Weg der Erleuchtung (Mystik) ab und glaubt, dass Gott die Bibel den Propheten ins Ohr geflüstert hat. Er überpersonalisiert Gott. Er steckt in einem kindlichen Gottesbild fest. Irgendwann wird ein neuer Papst kommen, der die Kraft und die Weisheit hat die katholische Kirche der heutigen Zeit anzupassen. Oder auch nicht. Dann wird die katholische Kirche in Deutschland zur Bedeutungslosigkeit schrumpfen. Genauso wie die evangelische Kirche. Sie hat sich auch in einer antimystischen Tendenz verrannt. Ich liebe Margot Käßmann, aber ihr Gottesbild ist eine spirituelle Katastrophe für die evangelischen Christen. Ich helfe soweit ich kann. Aber ich kann auch damit leben, wenn die katholische und evangelische Kirche so bleiben wie sie sind. Dann wird es neue religiöse Kräfte und Formen geben.

Lucia: der Mensch braucht im grunde genommen keine Kirche.

Nils: Für viele Menschen sind spirituelle Organisationen wichtig und manche können ihren Weg alleine gehen. Eine Untersuchung von Selbsthilfekursen ergab, dass 25 % der Menschen ihre Übungen auch ohne Gruppe weitermachen und 95 % mit einer Gruppe auf ihrem spirituellen Weg bleiben.

Wildrosenelfe: Vielleicht gehen wir doch immer weiter auf Individualisten zu. Denn nicht nur der Kirche laufen die Schäfchen weg, sondern auch den Vereinen. Vielleicht geht der Trend doch zur eigenen Religion.

Nils: Da hast du sicher Recht. Die heutigen gesellschaftlichen Zustände stärken den Individualismus. Es gibt viele Menschen, die ihre eigene Form der Religion entwickelt haben. Das ist auch in Ordnung. Aber die meisten Menschen brauchen eine Gruppe oder eine Organisation, um langfristig den sprituellen Weg gehen zu können. Individualismus und kirchliche Organisationen sollten kein Gegensatz sein, sondern zusammenwirken zur Verstärkung der Spiritualität in der Gesellschaft und zum Aufbau einer Welt der Liebe, des Friedens und des Glücks.

Wildrosenelfe: Vielleicht wird es eine Reform geben, wenn sich immer mehr Schäfchen von der Kirche trennen.

Nils: Die katholische und die evangelische Kirche ist in Deutschland stark am Schrumpfen. Um diesen Prozess aufzuhalten, wäre eine Reform dringend notwendig. Sie wird auch in den Kirchen intensiv diskutiert. Leider ist dort bisher keiner auf eine wirklich gute Idee gekommen, wie man den Rückgang der Christen im Westen stoppen kann. Das Problem ist aus meiner Sicht vor allem das mittelalterliche Gottesbild. Christlicher Glaube ist damit in einer wissenschaftlich denkenden Zeit kaum vermittelbar.

Gina: das Problem ist meiner Ansicht nach weniger die Kirche, sondern das Bewußtsein der Leute. da kanste reformieren wie du lustig bist. solange sich das nicht ändert, bringt es nix.

Nils: Ich arbeite dafür das Bewusstsein zu verändern. Vor allem braucht die Kirche eine Klärung des Gottesbegriffes. Für die heutigen Menschen muss Gott wissenschaftlich erklärbar sein. Auf der Basis der Erleuchtung und der aktuellen Quantenphysik ist das möglich. Das Wissen ist da, es ist nur noch nicht in den oberen Etagen der Kirche angekommen. Die katholische Kirche kann letztlich nur durch einen Papst reformiert werden, der die Spiritualität und die Bibel wirklich begriffen hat. Nichts ist unmöglich, wie das zweite vatikanische Konzil 1963-65 gezeigt hat. Auch in der evangelischen Kirche gibt es viele Menschen, die über ein kindliches Glaubensverständnis hinausgewachsen sind. Die Kirchen suchen dringend nach neuen Orientierungen, weil sie dramatisch viele Mitglieder verlieren. Daraus ergibt sich die Chance für eine positive Wandlung des Christentums. Ich habe die Vision, dass es eines Tages viele echte Heilige (Erleuchtete) unter den Christen gibt und dass das Christentum zu einer echten Religion der Liebe, des Friedens und der Wahrheit wird.

Zahlen aus Wikipedia: In Deutschland sank im Zeitraum 1978-2007 die Zahl der Priester von 24.659 auf 15.759., in Österreich von 6.238 auf 4.478 und in der Schweiz von 4.492 auf 3.091. Im Jahr 2008 fiel in Deutschland die Anzahl der neuen Priester, soweit sie in den Priesterseminaren der 27 deutschen Bistümer ausgebildet worden sind, auf 95 Personen und damit erstmals unter 100 Neupriester. Nach Prognosen der Bistümer werden zwei Drittel der Gemeinden 2020 keinen eigenen Pfarrer mehr haben. In den Vereinigten Staaten nannte der Erzbischof von Boston, Kardinal Sean Patrick O’Malley, den Priestermangel als Begründung für die Schließung von Dutzenden von Gemeinden 2004.

—>Siehe auch http://www.tagesschau.de/inland/theologen100.htmlhttp://www.zeit.de/2011/07/P-Theologen

Die Bergpredigt von Jesus

Jesus und die Bergpredigt: Selig sind die Barmherzigen!!

1. Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.

Werde arm im Geiste (Lutherbibel). Mit den Armen meint Jesus seine Jünger, weil sie allen weltlichen Besitz losgelassen haben. Der Begriff „arm“ bezieht sich auf etwas Inneres und nicht etwas Äußeres. Äußere Armut führt nicht automatisch zu innerem Glück. Wer in seinem Geist aber alle äußeren Anhaftungen losläßt, gelangt zum Ich Bin und zu einem Leben in Gott.

2. Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.

Nimm das Leid in deinem Leben an. Leid an sich macht nicht glücklich. Aber wer das Leid in seinem Leben annimmt und sich durch seine spirituellen Übungen darüber erhebt, der wird durch das innere Glück getröstet. Lebe deine Trauer. Trauer kann für das innere Loslassen hilfreich sein. Wir dürfen aber nicht in der Trauer versinken. Nicht die Trauer ist das Zentrum des Lebens, sondern das innere Glück.

3. Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.

Sei sanftmütig. Wer in der Grundeinstellung der Gewaltlosigkeit und des Sanftmutes gegenüber seinen Mitwesen lebt, der ist innerlich entspannt und gelangt so in ein kosmisches Bewusstsein.

4. Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.

Geh den Weg der Richtigkeit. Gerechtigkeit bedeutet in der Bibel Richtigkeit. In der Bibel geht es nicht um ein unparteiisches Urteilen und Handeln, sondern um das Leben und Handeln gemäß dem Willen Gottes: „Nur dann werden wir (vor Gott) im Recht sein, wenn wir darauf achten, dieses ganze Gesetz vor dem Herrn, unserem Gott, so zu halten, wie er es uns zur Pflicht gemacht hat“ (Dtn 6,25). Nach dem richtigen Leben zu hungern, heißt nach einem Leben im Licht (Erleuchtung, Heiligkeit) zu hungern. Wer hungrig nach innerem Glück ist, der wird eines Tages durch ein Leben in Gott gesättigt werden.

5. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.

Sei mitfühlend. Wer voller Mitgefühl ist, wird das Mitgefühl des Kosmos erfahren. Wer auch seine Feinde liebt, in dem entsteht innere Harmonie. Wer im Schwerpunkt für das Glück seiner Mitwesen lebt, den füllt Gott mit umfassender Liebe.

6. Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.

Reinige dich innerlich. Innerlich rein wird man durch das konsequente spirituelle Üben. Um die inneren Verspannungen aufzulösen, braucht man Übungen für den Körper (Gehen, Arbeiten, Meditation) und Übungen für den Geist (Lesen, Beten, Gedankenarbeit). Wer jeden Tag ausreichend spirituell übt, gelangt eines Tages zur Erleuchtung (Heiligkeit). Dann sieht er das Licht Gottes in der Welt.

7. Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.

Lebe als Friedenstifter. Ein Friedenstifter ist ein Mensch, der in sich selbst und auf der Welt Frieden stiftet.

8. Selig sind, die wegen ihres Glaubens an das Gute verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen. Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden.

Erbringe ein Opfer für deinen spirituellen Weg. Ohne ein Opfer kann kein Mensch zur Erleuchtung durchbrechen. Letztlich geht es um die Opferung des Egos und um die Einfügung in den Willen Gottes (des Lebens). Wer konsequent nach der Bergpredigt lebt, erbringt ein Opfer. Richtig zu opfern ist eine große Kunst. Wer falsch opfert, verspannt sich innerlich. Wir sollten nicht zu viel und nicht zu wenig opfern. Wer richtig opfert, löst dadurch seine inneren Verspannungen auf.

Die zentrale Botschaft der Bergpredigt lautet: Ein Mensch kann nicht zwei Herren zugleich dienen. Er kann nicht Gott (dem inneren Glück) und dem Geld (dem äußeren Glück) dienen. Er muss sich für eine Glückssorte entscheiden. Er sollte als weiser Mensch im Schwerpunkt den Weg der Ruhe, der Liebe und des spirituellen Übens gehen. Auf diesem Weg wird er eines Tages glücklich werden und dauerhaft in Gott (im Licht) leben.

File:Christ oriental.jpg

Das Gebet

Das Gebet ist die Gedankenübertragung an Gott oder einen erleuchteten Meister (Jesus, Buddha, Krishna). Das erleuchtete Wesen empfängt die Gedanken und kann darauf reagieren. Es wird grundsätzlich durch die Sendung von Energie (Kraft, Liebe, Frieden, Gelassenheit) oder hilfreichen Gedanken reagieren. Nur ausnahmsweise erfolgt eine materielle Manifestation (Wunder, Heilung, Veränderung der Außenwelt). Es gibt wissenschaftlich unerklärliche Wunder. Das ist durch die vielfältigen Heilungen von Lourdes belegt. Deutlich wird in Lourdes aber auch, dass so etwas relativ selten erfolgt.

Die Wirkung des Gebetes lässt sich über die spirituelle Energie beweisen. Durch spirituelle Übungen kann man diese Energie in sich erwecken. Man kann sie aus Gnade von Gott oder einem spirituell ausreichend entwickelten Menschen übertragen bekommen. Und man kann diese Energie an andere Menschen weitergeben. Das ist überprüfbar. Man kann die anderen Menschen fragen, ob sie etwas gespürt oder erfahren haben. Und man kann in sich selbst spüren, wenn man von anderen Menschen spirituelle Energie übertragen bekommen hat.

Grundsätzlich erfährt man die Wirkung von spiritueller Energie über seine Gefühle und seine Gedanken. Man kann sich durch ein energetisches Band mit einem anderen Menschen verbunden fühlen. Man spürt die Liebe des anderen in seinem Herzchakra. Man spürt die Kraft im Unterbauch-Chakra. Man sieht plötzlich seinen Weg klar. Das ist eine Erfahrungstatsache auf dem spirituellen Weg. Man stellt irgendwann fest, dass man diese Fähigkeiten besitzt. Das kann man durch Befragung vieler spiritueller Menschen beweisen. Bewiesen ist wissenschaftlich bereits die Möglichkeit der Gedankenübertragung. Energieübertragung und Gedankenübertragung hängen eng zusammen. Die Gedankenübertragung ist eine bestimmte Form der Energieübertragung.

(Zitate aus Jesus.de, Febr. 2013)

Plueschmors: Menschen definieren und praktizieren Gebete sehr unterschiedlich. Für mich ist das Gebet ununterbrochene Gemeinschaft mit Gott, mein Atem und mein Lebenszweck. Martin Luther sagte einmal: “Man kann einen Christen ohne Gebet ebenso wenig finden, wie einen lebendigen Menschen ohne den Puls, der niemals still steht”.

Caro: Also, ja ich bete. Es ist etwas, ohne das ich mir Leben überhaupt nicht mehr vorstellen kann. Ob ich so gesünder oder erfolgreicher bin, wie wenn ich nicht beten würde? Keine Ahnung, wahrscheinlich schon, aber ich bete nicht aus diesen Gründen, sondern aus Liebe. Glücklich macht es mich schon, in dieser Liebe zu sein.

Nils: Leider deuten die aktuellen Forschungsergebnisse eher darauf hin, dass es anderen Menschen nicht hilft, wenn man für sie betet. Allerdings sind diese Untersuchungen sehr allgemein. Man müsste spirituell weit entwickelte Menschen untersuchen. Und da hat man festgestellt, dass Yogalehrer, die schon lange ihren Beruf ausüben, eine heilende Wirkung auf die Menschen in ihrer Gruppe haben. Man nutzt das teilweise in Amerika schon in Krankhäusern. Wie diese Wirkung entsteht ist bislang unerklärlich. Ich erkläre es durch die höheren Fähigkeiten. So erfahre ich die Heilwirkungen auch in meinen Gruppen. Im Yoga und im Buddhismus gibt es Menschen die beten und Menschen, die nicht beten. Es ist eine sehr umstrittene Frage. Meine Argumentation lautet: Ich beobachte bei mir selbst, dass sich auf dem spirituellen Weg höhere Fähigkeiten entwickeln. Ich kann die Energien anderer Menschen spüren, teilweise ihre Gedanken lesen, spüre über große Distanzen ihre Gefühle und glaube, dass ich sogar manchmal andere Menschen geistig heilen kann. Ich habe das oft durch Nachfragen überprüft.

Desweiteren kann man sagen, dass sich Gott über der Ebene der Materie befindet und auch durch den Zufall wirken kann. Es ist dann zwar nicht beweisbar, aber trotzdem geschieht Hilfe. Ich empfinde mein Leben als geführt. Ich beobachte Zufälle in meinem Leben, die mir nicht mehr zufällig zu sein erscheinen. Aber es ist ein schmaler Grat zwischen Weisheit und Einbildung. Sicher ist, dass es die Erleuchtung gibt und dass das Gebet als eine Art Mantra hilfreich auf dem spirituellen Weg ist. Es beruhigt die Gefühle, bewirkt inneren Frieden und kann Glück erzeugen. Alles andere ist letztlich Glaubenssache. Ich stelle es den Menschen in meinen Gruppen frei, ob sie beten oder nicht.

Die Allmacht und Allgüte Gottes

Nils: Gott ist das kosmische Informationsfeld. Gott ist das kosmische Bewusstseinsfeld, dass sich über und in allen Wesen befindet. Gott werden die Eigenschaften Allgegenwart, Allwissenheit, Allmacht, Allgüte und Glück zugeschrieben. In der Transzendenz erfährt ein Erleuchteter Gott als ihn umgebende Mutter/Vater, als allgegenwärtig, allwissend, allmächtig, voller Liebe und Glück.

Allgegenwärtig ist eine gute Beschreibung für das kosmische Informationsfeld. Allwissenheit ist auch ein Bestandteil des kosmischen Informatikers. Liebe und Glück erfährt man, wenn man eins mit ihm wird. Aber wie ist es mit der Allmacht? Da habe ich so meine Probleme mit.

Ich behelfe mir damit, dass ich den Begriff Allmacht entsprechend meinen Erfahrungen auslege. Allmächtig sind zum einen die dem Kosmos innewohnenden Gesetze. Sie wirken überall und absolut. Ein Erleuchteter fühlt Gott als allmächtiges Wesen. Gleichzeitig hat er aber die Freiheit selbständig in einem bestimmten Rahmen in Gott zu handeln.

Die erleuchteten Meister besitzen große spirituelle Kräfte. Sie können überall lenkend eingreifen. Diese Fähigkeit kann man als Allmacht bezeichnen. Gleichzeitig ist ihre Macht aber beschränkt. Sie halten sich an die Gesetze des Kosmos. Sie helfen grundsätzlich nur punktuell und meistens nur auf Anfrage (Gebet, Anrufung).

Nach meiner Sicht ist auch die Allmacht des kosmischen Bewusstseinsfeldes begrenzt. Es muss mit dem vorhandenen Material auskommen. Es kann einen materiellen Kosmos schaffen. Es kann sich dort als Erleuchteter manifestieren. Es kann so die Entwicklungen in dem materiellen Kosmos beeinflussen. Aber es hält sich dabei an die immanenten Gesetze des Universums. Ich definiere deshalb die Allmacht des Kosmos als ein inneres Gefühl und als eine äußere Tatsache, die transzendent und damit widersprüchlich aufzufassen ist.

Neben der großen Macht ist die große Liebe ein Merkmal Gottes. Deswegen sollten wir uns gleichzeitig auch mit der Liebe beschäftigen. Für einen spirituellen Menschen ist die Entwicklung seiner Liebesfähigkeit sehr wichtig.

Diskussion über Mystik

(2011 im Forum Jesus.de/Jesus Mystik, Zitat aus Yoga, Christentum und Toleranz)

Mystiker: „Meine Eltern sind Atheisten. Im Alter von zwölf Jahren bekam ich eine Religionslehrerin, die mich zum christlichen Glauben bekehren wollte. Ich war damals der einzige Atheist in meiner Klasse. Heute sind die Verhältnisse in Hamburg eher umgekehrt. Meine Religionslehrerin gab mir als Spruch mit auf den Weg: „Aus den größten Heiden werden später die besten Christen.“ Ich habe damals zwei Jahre intensiv über den christlichen Glauben nachgedacht. Nach langem inneren Ringen kam ich aber zu dem Ergebnis, dass es nicht sein kann, dass es einen Gott gibt.

Nach meinem Studium wurde ich Rechtsanwalt. Neben meiner beruflichen Tätigkeit machte ich jeden Tag etwa drei Stunden spirituelle Übungen. Im November 1986 hatte ich mein erstes großes Erleuchtungserlebnis. Bei einer Meditation im Liegen stieg eine warme Energiesäule aus dem Unterbauch in der Mitte meines Körpers langsam aufwärts. Als die Energie meinen Kopf erreicht hatte, löste sich mein Ich-Bewusstsein auf. Ich wurde eins mit der umfassenden Liebe des Kosmos. Ich empfand höchste Glückseligkeit. Ich war plötzlich in der Lage, die Heiligen Schriften der Menschheit auf einer tiefen Ebene zu verstehen.

Den Höhepunkt meiner spirituellen Erfahrungen bildete das, was ich als den Eintritt des Heiligen Geistes empfand. Ein dicker Energiestrahl floss vom Himmel herab und in mein Scheitelchakra hinein. Die Energie durchflutete meinen ganzen Körper und füllte ihn ganz aus. Auf meinem Kopf bildete sich eine kleine Energieflamme. Vergleichbar ist diese Erfahrung mit dem Pfingstereignis, bei dem auf den Köpfen der ersten Christen kleine Energiezungen erschienen. In mir entstand spontan der Gedanke, dass ich jetzt vom Heiligen Geist gesegnet worden bin. Ich empfand den Energiestrahl als ein Herabkommen des Heiligen Geistes.

Und kurze Zeit später hatte ich noch eine weitere erstaunliche Erfahrung. Als ich eines Abends meinen täglichen Spaziergang machte, hatte ich plötzlich das Gefühl, dass ich vom Himmel her gesehen wurde. Es war, als ob sich am Himmel ein großes Auge befand, das mich sah. Die Botschaft dieses Auges war: „Du kannst vertrauensvoll deinen Weg gehen. Du wirst gesehen.“

Ich las die Bibel gründlich von vorne bis hinten durch. Durch meine Erleuchtungserfahrungen konnte ich jetzt die tiefe Weisheit in der Heiligen Schrift begreifen. Ich verstand auch was mit dem Begriff „Gott“ gemeint war. Eines Tages lag ich auf meinem Bett und meditierte. Meine Gedanken kamen immer mehr zur Ruhe. Plötzlich stand Jesus Christus als große Lichtgestalt mitten in meinem Zimmer. Damals lebte ich bereits sechs Jahre als Eremit in der Abgeschiedenheit.

Ich wusste sofort, dass diese Lichtgestalt Jesus Christus war. Jesus kam auf mich zu und floß in mich hinein. Ich war erfüllt mit Glückseligkeit. Ich ruhte noch einige Zeit in dieser unvorstellbar großen Energie aus Liebe, Frieden und Licht. Dann stand ich auf. Ich fragte mich, was dieses Ereignis zu bedeuten hatte. Ich war damals wie heute ein Anhänger der Lehre von der Einheit aller Religionen. Ich glaube, dass sich Gott in allen Religionen ausdrückt. Alle Religionen, die die Liebe in den Mittelpunkt stellen, sind wesensverwandt mit dem Christentum. Ich praktiziere auch Übungen aus dem Yoga und dem Buddhismus.(…)

Ehra: Hi Mystiker, find ich echt toll, was du mit Gott erlebt hast! Ich glaube auch, daß Gott überall da ist, wo man ihn sucht. Ich würde das so ausdrücken, daß die Religionen überhaupt nicht relevant sind vor Gott. Zählen tut nur, wie sehr wir seine Nähe suchen. Ich glaube, daß das Christentum „am nächsten dran“ ist, weil es die Liebe in den Mittelpunkt stellt. Jesus Christus hat die Liebe gelebt. Er ist das Vorbild für Liebe Gottes schlechthin. (…) Jesus hat gesagt, daß die Liebe das höchste Gebot ist, an dem sich alle anderen Gebote messen lassen müssen. Darum würde ich fast sagen, die einzig richtige „Religion“ ist die der reinen und unverfälschten Liebe Gottes. Die zwar kein Mensch vollkommen erfassen kann, aber für die Menschen „Kanal“ und „Gefäß“ sein können. (…)

Mystiker: Ich würde es so formulieren: Es gibt nur eine Religion, die Religion der Liebe. Alle Religionen sind Wege dort hin. Wenn wir alle uns von Gott finden lassen, Gefäße und Kanäle seiner Liebe werden, wird es das Paradies auf der Erde und im Himmel geben. (…)

Kahlan: Was ich sehr interessant fand, dass du eine Tagesstruktur hast, ein System…..denn das war und ist ja auch im monastischen Leben so, dass es eine Struktur, eine Ordnung gibt….und dass genau dies für viele Klosterurlauber/besucher ein Anziehungspunkt ist und sie darin zur Ruhe kommen können.

Mystiker: Genauso ist es. Man kommt durch eine spirituelle Tagesstruktur in sich zur Ruhe. Aber in den meisten Klöstern besteht die Gefahr, dass man zu viel arbeitet, zu viele Rituale macht oder zu viele Kontakte zu seinen Mitmenschen hat. Dann verbraucht man seine Energie in äußeren Dingen. Sie kann sich nicht nach innen wenden. Wenn man extrem in der Ruhe und im Nichtstun lebt, wendet sich die Lebensenergie ab einem bestimmten Punkt nach innen. Dann beginnt sie die inneren Verspannungen aufzulösen, den Menschen innerlich zu heilen und ins Licht wachsen zu lassen. Dieser Punkt ist schwer zu finden und schwer zu halten. Es gelingt kaum mit anderen Menschen. Erst fühlt sich die Stille unerträglich langweilig an, dann beginnt es in einem zu brodeln, und dann ist der Eremit plötzlich in Gott und im Glück. (…)

Ralf: Ich würde nie und nimmer mein Glaubensgebäude aufgeben und gegen ein unpersönliches tauschen. Wohl kenne ich Meditationsformen, in welchen man nicht beten und nichts sprechen und sich nach einer gedachten/gesprochenen Einleitung nur ganz der Liebe Gottes ergeben soll. Aber selbst da ist für mich das Näheerlebnis wieder personell. Für mich ist es kein Ziel mein Ich abzulegen.

Mystiker: Gott kannst du auf einer tiefen Ebene nur erfahren, wenn du jedes Glaubensgebäude übersteigst und dein Ich-Bewusstsein (Ego) loslässt. Aber wer zu früh sein Ego aufgibt, kann auf dem spirituellen Weg scheitern. Deshalb gibt es den Zweistufen-Weg. Zuerst übt man mit einem Glaubensgebäude und vorwiegend konkrete Meditationen (mit positiven Bildern und Sätzen). Dann lässt man alles los und verweilt einfach in der Stille. Mit der Gnade Gottes gelangt man dann durch die Stille ins Licht. Teresa von Avila hat sich zuerst auf den Begriff „Gott“ konzentriert und das Vaterunser gebetet. Dann erwachte die Glücksenergie (Kundalini, der heilige Geist) in ihr, ihre Gedanken kamen zur Ruhe und sie trat in die Erfahrung Gottes ein. Jeder Mensch sollte spüren, ob für ihn konkrete oder abstrakte Meditationen hilfreich sind. Oder beides in einer persönlichen Kombination. Anfänger meditieren normalerweise mit konkreten Vorstellungen und Fortgeschrittene verweilen in der Ruhe und im Glück. (…)

Naqual (Religionswissenschaftler): Das was ich als Erfahrung habe, ist nicht von den Sinnen vermittelt, mit denen ich gegenüber anderen kommuniziere könnte. So kann das mystische Erleben sehr intensiv sein – aber man bleibt „sprach-los“. (…)

Mystiker: Das schreibt auch Laotse: „Das Tao (Gott) über das man reden kann, ist nicht das wirkliche Tao.“ Auf einer tiefen Ebene kann man Gott nur erfahren und nicht beschreiben. Je weiter man sich als Mystiker von der Wirklichkeit Gottes entfernt, desto mehr kann man über Gott aussagen, obwohl es dann natürlich immer weniger genau ist. (…)

Naqual: Man erfährt, dass es Gott gibt. Die Frage, die bleibt, ist WIE oder WAS ist Gott. Diese Frage wird sogar umso dringender in mir, je intensiver ich erlebe. Da werde ich „visionsartig“ überfallen von einem Bewusstsein geliebt zu sein. Aber nicht nur das, wenn ich die Erfahrung betrachte, stelle ich fest, dass diese Erfahrung mich erfüllt und beginnt aus mir zu wirken. Das ist in Worten schwer zu fassen. Aber kulturell im christlichen Denken erzogen, verstand ich auf einmal den Satz „denn ER (Gott) hat uns zuerst geliebt“ als Voraussetzung für alles weitere im Sinne von „Liebet Gott über alles und Deinen Nächsten wie Dich selbst.“

Mystiker: Man kann Gott bezeugen, aber man kann niemals ganz genau sagen wie oder was Gott ist. Durch eine Gotteserfahrung kann man plötzlich die Bibel verstehen. Man wird eins mit Gott, wenn man Gottes Liebe durch sich hindurch wirken lässt.

Naqual: Gott wirkt also durch einen. Man ist sein „Arm“ im übertragenen, symbolischen Sinne. So befremdet mich der Satz von anderen oft „das musst Du einfach Jesus anvertrauen und dann hilft er Dir schon“. Jesus redete davon wie der Vater durch ihn wirkte und von Nachfolge. Also nicht „lass Jesus mal machen für Dich“, sondern „lass den Vater durch Dich wirken“. Ein hohes Ziel! Aber ein schönes!

Mystiker: Auch Dorothee Sölle sagte, dass Gott durch uns wirkt. Sie war der Meinung, dass Gottes Wirken in dieser Welt abhängig ist von unserem Handeln („Gott hat keine anderen Hände als unsere.“). Unsere Hände müssen eine bessere Welt aufbauen. Unser Körper und unser Geist müssen die spirituellen Übungen machen, durch die wir dann zu Gott gelangen. Wenn wir uns regelmäßig mit Gott verbinden, wird er uns auf den für uns richtigen Weg führen. So sehe ich das auch.“

Buddhismus

Wikipedia: Der Buddhismus ist eine Lehrtradition und Religion, die ihren Ursprung in Indien hat. Sie ist mit weltweit etwa 450 Millionen Gläubigen (nach Christentum, Islam und Hinduismus) die viertgrößte Religion der Erde. (…) Die Buddhisten berufen sich auf die Lehren des Siddhartha Gautama, der in Nordindien lebte. Er wird als „historischer Buddha“ bezeichnet, um ihn von mythischen Buddha-Gestalten zu unterscheiden. „Buddha“ (wörtlich „Erwachter“) ist ein Ehrentitel, der sich auf ein Erlebnis bezieht, das als Bodhi (Erwachen, Erleuchtung) bezeichnet wird. Die Erleuchtung nach dem Vorbild des historischen Buddha durch Befolgung seiner Lehren zu erlangen, ist das Ziel der buddhistischen Praxis. Dabei wird von beiden Extremen Askese und Hedonismus abgeraten, vielmehr soll ein Mittlerer Weg eingeschlagen werden. (…)

Teilweise wird gelehrt, dass die Weltabgewandtheit (Rückzug in die Einsamkeit als Eremit/Yogi) wichtig für die mystischer Erfahrung sei. Oft wird aber auch die Zusammengehörigkeit von Kontemplation und aktivem Leben vertreten (Meister Eckhart). Im buddhistischen Zen wird betont, dass Spiritualität und Alltag nicht entkoppelt werden dürfen. Die Verse „Der Ochse und sein Hirte“ (siehe unten) beschreiben den Übungsweg eines Zen-Schülers von der Meditation in der Abgeschiedenheit bis zur Rückkehr in die Welt. Der Zen-Meister Willigis Jäger betont: „Ein spiritueller Weg, der nicht in den Alltag führt, ist ein Irrweg.“

Grundzüge des Buddhismus

Ein Buddhist nimmt Zuflucht zum Buddha, zum Dharma (zu seiner Lehre) und zum Sangha (zur buddhistischen Gemeinschaft). „Buddha“ (wörtlich „Erwachter“) ist ein Ehrentitel, der sich auf die dauerhafte Erfahrung der Erleuchtung („Erwachen“) bezieht. Im Buddhismus versteht man unter einem Buddha ein Wesen, das die vollständige Erleuchtung erreicht hat. Ein Buddha hat das Nirwana verwirklicht und ist damit nach buddhistischer Überzeugung nicht mehr an den Kreislauf der Reinkarnation (Samsara) gebunden.

Die Lehre Buddhas wird Dharma genannt. Basis des Dharma sind die Vier edlen Wahrheiten: 1. Das Leben im Daseinskreislauf beinhaltet Leid. 2. Die Ursachen des Leidens sind Anhaftung an weltliche Genüsse, Ablehnung von unangenehmen Situationen und Unwissenheit vom tieferen Sinn des Lebens (inneres Glück). 3. Werden die Ursachen aufgelöst, verschwindet das Leiden. 4. Der Weg zur Überwindung des Leidens ist der Edle Achtfache Pfad.

Der Achtfache Pfad zur Erleuchtung besteht aus der richtigen Einsicht (im Wesentlichen leben), dem richtigen Entschluss (zum spirituellen Üben), der richtigen Rede (nicht lügen, andere nicht verletzen), dem richtigen Handeln (nicht stehlen, nicht töten), dem richtigen Lebenserwerb (anderen Wesen nicht schaden, Gutes tun), dem richtigen Streben (nach Erleuchtung), der richtigen Achtsamkeit (auf die Gedanken) und der richtigen Sammlung (Meditation).

Man kann die Essenz des Buddhismus zusammenfassen in Gedankenarbeit (Achtsamkeit auf die Eigenschaften innerer Frieden, Weisheit und Liebe) und Meditation. Die Meditation findet im Liegen, Sitzen, Stehen und Gehen statt. Die Gedanken werden durch das Gedankenstoppen und das Verweilen in der Meditation zur Ruhe gebracht. Die Hauptmeditation Buddhas sind die vier Versenkungsstufen Nachdenken, innere Ruhe, inneres Glück, Egoauflösung/Erleuchtung. Die vierte Versenkungstufe ist für einen ungeübten Menschen schwer zu verwirklichen. Sie erfolgt grundsätzlich durch Gnade (von alleine). Je umfassender und ausdauernder ein Mensch den spirituellen Weg geht, desto eher kann er in ein Leben im Licht (Nirwana, Gott) gelangen.

Es gibt heutzutage drei Hauptrichtungen des Buddhismus (Theravada, Mahayana und Vajrayana) und viele Unterformen (zum Beispiel den Amitabha-Buddhismus und den Zen-Buddhismus). Der Theravada-Buddhismus konzentriert sich auf die ursprüngliche Lehre Buddhas. Dabei geht es vor allem um die eigene Erleuchtung. Das Hauptziel ist es ein Heiliger (Arhat) zu werden und im Nirwana (Einheit) zu leben.

Der Mahayana-Buddhismus ist der Weg der umfassenden Liebe. Das Hauptziel ist nicht die eigene Erleuchtung, sondern das Glück aller Wesen. Ein Mahayana-Buddhist sieht sich nicht getrennt von seinen Mitwesen, sondern empfindet sich als Teil der Welt. Er möchte alle Wesen auf dem Weg zur Erleuchtung mitnehmen. Er wünscht eine glückliche Welt und einen glücklichen Kosmos.

Das Ideal im Mahayana ist es als Bodhisattva zu leben. Ein Bodhisattva arbeitet gleichzeitig für die eigene Erleuchtung und für die Erleuchtung aller Wesen. Wenn ein Bodhisattva die Erleuchtung erlangt hat, verzichtet er so lange auf das große Erlöschen im Parinirwana nach dem Tod, bis er alle seine Mitwesen auch gerettet hat. Er inkarniert sich grundsätzlich öfter auf der Erde.

Der Vajrayana („Diamantfahrzeug“) ist im Westen als Tibetischer Buddhismus bekannt. Er beruht auf den philosophischen Grundlagen des Mahayana, ergänzt diese aber um vielfältige Techniken. Dazu gehören Körperübungen (Niederwerfungen), Visualisierungen (Gottheiten-Yoga), Mantras, spirituelle Rituale, spezielle Meditationen, Einweihungen (Energieübertragungen) und die Arbeit mit erleuchteten Meistern (Guruyoga).

Beim Vajrayana finden wir am stärksten eine Vermischung von Buddhismus und Hinduismus. Viele spirituelle Techniken des Vajrayana stammen aus dem Hinduismus und wurden mehr oder weniger verändert in den Buddhismus einfügt. Dieses bezieht sich insbesondere auf die Gottheiten, die Yoga-Techniken (Hatha-Yoga, Mantra-Yoga, Tantra-Yoga) und die Verehrung des erleuchteten Meisters (Gurus).

Nirwana

Der Zen-Kreis ist das Höchste, was man über Gott aussage kann.

Nirwana ist das buddhistische Heilsziel. Es wird erreicht durch die Erleuchtung (Bodhi) und bewirkt einen Austritt aus demSamsara, dem Kreislauf des Leidens und der Wiedergeburten (Reinkarnation). Nirwana bedeutet „Erlöschen“ (wörtlich „Ver-wehen“) und bezeichnet das Auslöschen des Ich-Bewusstseins. Der Erleuchtete nimmt sich nicht mehr als getrennt von seiner Umgebung wahr. Er lebt mit seinem Bewusstsein in einer höheren Dimension aus Leere (Nichts) und Einheit (Fülle, Glück).

Nirwana ist nicht etwas, das sich erst mit dem Tod einstellt, sondern kann schon im Leben erreicht werden (Zustand des Arhat, Heiligen). Es ist gleichbedeutend mit einem Leben in der Ruhe und im Glück: „Ein Buddha lebt sanftmütig in einer Welt des Kampfes. Er verweilt suchtlos in einer Welt der Süchte. Er ruht leidbefreit in einer Welt des Leidens. Nirwana ist das höchste Glück. Gut ist es einen Erleuchteten zu treffen. Sein Licht erhellt die Welt. Seine Weisheit weist den Weg zum Glück.“[1]

Im Mahayana-Buddhismus wird ähnlich wie im Christentum und im Hinduismus auch mit einem persönlichen Gottesbegriff gearbeitet. Buddha wird als Personifizierung des Nirwanas gesehen. Als erleuchtetes Wesen verfügt er über besondere spirituelle Kräfte und kann damit anderen Wesen helfen. Buddhastatuen und Bilder dienen deshalb als Verehrungsobjekte und können angebetet werden. Dazu werden im Buddhismus meistens Mantras gesprochen.

Der Unterschied zwischen dem Buddhismus und dem Hinduismus in Bezug auf das höchste Ziel besteht darin, dass der BegriffNirwana die Leerheit (die Ich-Auflösung) und der Begriff Brahman die Einheit (das Einheitsbewusstsein, die Fülle) betont. In der Erleuchtung existieren beide Wahrnehmungen gleichzeitig. Es sind zwei Seiten derselben Münze. Das ergibt sich bereits aus den Aussagen Buddhas zur Erleuchtung.[2] Der erleuchtete Hindu-Meister Swami Sivananda sagte dasselbe.[3] Manche Menschen müssen sich auf die eine Seite und manche auf die andere Seite der Münze konzentrieren, um in den Zustand der Erleuchtung zu gelangen. Swami Sivananda schrieb über Brahman: „Wer Brahman verwirklicht hat, wird still. Absolutes Glück ist die höchste Wirklichkeit. Erhebe dich Schritt für Schritt zur transzendenten Erfahrung, wo alle Namen und Formen verschwinden und nur noch die Freude im Selbst existiert. Die göttliche Gnade ist der größte Schatz im Leben. Unwissenheit besteht so lange, wie das Ichdenken vorhanden ist. Ichdenken ist große Verwirrung. Gott ist die Quelle allen Glücks. Alle Wesen sind in ihm. Gott ist reiner Geist. Gott ist der Weg und das Ziel. Denke daran, dass Gott immer mit dir, in dir und um dich herum ist. Du wirst dadurch große Kraft, inneren Frieden und inneres Glück haben.“[4]

Seele

Atman ist ein Begriff aus der indischen Philosophie. Er bezeichnet das individuelle Selbst und wird häufig als Seele übersetzt. Nach hinduistischer Vorstellung ist der Mensch in seinem innersten Wesen eine unsterbliche Seele (Atman), die sich nach dem Tode des Körpers reinkarniert.

Die buddhistische Lehre von Anatman (Anatta) erklärt das Nichtvorhandensein eines permanenten und unveränderlichen Selbsts, eines festen Wesenskernes oder einer unveränderlichen Seele. Was normalerweise als das „Selbst“ betrachtet wird, ist danach nur eine Ansammlung von sich konstant verändernden, physischen und psychischen Bestandteilen.

Wenn es nach dem Buddhismus kein festes Selbst gibt, keine dauerhafte Essenz einer Person, was wird dann wiedergeboren? Es ist der karmische Impuls (die Gedankenstrukturen), der die Verbindung zwischen den einzelnen Leben herstellt. Das Selbst ist wie eine brennende Kerze. Im Moment des Verlöschens wird eine neue Kerze an der Flamme entzündet. Die Flamme (der Charakter) bleibt erhalten, die Kerze (der Mensch) ist eine neue.

Es besteht kein großer Unterschied zwischen der hinduistischen und der buddhistischen Seelentheorie, wenn man die Seele als ein Schwingungsfeld aus Gedanken und Gefühlen ansieht. Der Hinduismus betont die Kontinuität der Seele und der Buddhismus die Eigenständigkeit der einzelnen Inkarnationen. Beides ist gleichzeitig wahr. Es gibt Kontinuität verbunden mit Eigenständigkeit. Der Charakter eines Menschen bleibt erhalten, aber jede Inkarnation fühlt sich als eigenes Ich.

Eine Seele kann sich weiter entwickeln. Sie kann positive Eigenschaften üben, meditieren und so ihr Wesen bis zur Erleuchtung hin verändern. Dann erfährt sie sich als Nicht-Selbst (Anatman, Anatta). Sie löst ihr Ich-Bewusstsein auf und erkennt sich als Teil des Kosmos (kosmisches Bewusstsein). Sie sieht sich in allen Erscheinungen des Universums. Sie lebt als reines Bewusstsein im Frieden und Glück des Nirwana (in Gott). Eine Seele stabilisiert ihr inneres Glück (Erleuchtung), wenn sie in der Ruhe lebt, alle Wesen liebt, allen auf dem Weg des Glücks hilft und sich selbst das gibt, was sie für sich selbst braucht.

Die große Frage ist, was mit einem Buddha (vollständig erleuchteten Wesen) nach dem Tod geschieht. Buddha Shakyamuni (Siddhartha Gautama) hat diese Frage als spekulativ angesehen und nicht beantwortet. [5] Wenn alle Bewusstseinsschwingungen (Gedankenimpulse) zur Ruhe kommen, müsste die Seele (Bewusstseinsflamme) sich in das große Bewusstseinsmeer der höchsten kosmischen Dimension auflösen (wenn die Idee stimmt, dass der Kosmos im Zentrum aus Bewusstsein besteht). Nur noch die Lehre eines Buddhas, sein symbolisches Vorbild und seine Anhänger (Sangha) bleiben auf der Erde zurück.

Swami Sivananda hat als erleuchteter Hindu die Frage mit einem Gebet beantwortet: „Möge meine Seele ewig bestehen bleiben, um den Wesen im Kosmos zu helfen.“[6]Andererseits lehrte er aber auch das Ziel des Nirwana. [7] Nach seiner Sicht kann eine erleuchtete Seele vollständig eins mit Brahman (Gott, dem Bewusstseinsmeer) werden und sich so buddhistisch gesehen auflösen. Ein Hindu würde sagen, dass die erleuchtete Seele jetzt als Urseele (Brahman) ewig weiterexistiert. Ein Erleuchteter kann aber die Entscheidung treffen, nicht vollständig ins höchste Sein (ins höchste Glück) einzugehen, sondern entweder im Jenseits aus Liebe zu seinen Mitwesen weiter zu existieren oder sich sogar wieder auf der Erde zu inkarnieren (Nitya Siddha). Ein Mahayana-Buddhist hat diese Entscheidung bereits getroffen. Solange es leidende Wesen gibt, wird er als Helfer (Bodhisattva) weiterleben.

Diskussion über den Tod des Karmapa

Buddha der Liebe

(aus Tod, Jenseits, Nahtodforschung, Pam Reynolds und der Karmapa-Fall)

Nils: „Die tibetischen Meister haben sich überlegt, wie sie das Weiterleben der Seele nach dem Tod beweisen können. Sie beweisen es dadurch, dass sie nach dem Tod des Körpers noch drei Tage (manche auch erheblich länger) mit ihrer Seele in ihrem Körper bleiben. Diese Fähigkeit haben erleuchtete Meister. Äußerlich erkennbar ist das daran, dass das Herzchakra warm bleibt, der Körper nicht verwest und die Anwesenheit des Meisters in seinem Körper für sensible Menschen (wie den Arzt und das Pflegepersonal in Chicago) spürbar ist. Dafür gibt es viele Zeugen. Der Dalai Lama berichtete zum Beispiel: „Ling Rinpoche, mein persönlicher Lehrer, verweilte 13 Tage im klaren Licht des Todes. Obwohl er bereits klinisch tot war und aufgehört hatte zu atmen, ruhte er in der Meditationshaltung, und sein Körper zeigte keinerlei Anzeichen des Zerfalls“.

Das Besondere am Karmapafall ist, dass er sich aus Beweisgründen ein normales westliches Krankenhaus mit normalen westlichen Ärzten als Zeugen ausgesucht hat. Interessant ist am Karmapafall, dass der Karmapa während seines Sterbens einmal bereits über eine Dreiviertelstunde tot war. Die Ärzte gaben den Karmapa auf und schalteten die Meßgeräte aus. Und dann kehrte der Karmapa wieder in seinen Körper zurück und der Körper lebte wieder. Das steht alles in dem Bericht des behandelnden Arztes. Die Dinge sind materialistisch nicht zu erklären. Mir ist kein Bericht bekannt, in dem ein Atheist etwas dazu sagen konnte. Atheisten schweigen darüber lieber. Und deshalb stelle ich das hier zur Diskussion.

Thale: Alle aufgeführten Beispiele sind keine Beweise für ein Leben nach dem Tod (Jenseits, Seele etc).

Nils: Amit Goswami hat genau begründet, dass nach dem Versuch von Alain Aspect ein Informationsfeld (Jenseits, Quantenfeld, höhere Dimension, Bewusstseinsfeld) hinter dem materiellen Kosmos angenommen werden muss. Das ist nach der Auffassung der Quantenphysik bewiesen. Zur Vertiefung empfehle ich das Buch von Amit Goswami/Das bewusste Universum und das Buch von Volker Becker/Gottes geheime Gedanken.

Auch die in der Physik herrschende String-Theorie nimmt höhere Dimensionen hinter dem materiellen Kosmos an. Diese höheren Dimensionen sind das Jenseits. Nach der String-Theorie theoretisch vermutet und nach der Quantenphysik durch das Experiment von Alain Aspect bewiesen gibt es ein höheres Informationsfeld.

Die große Frage ist nur noch, ob das menschliche Gehirn tatsächlich ein eigenständiges Quantenfeld bilden kann, dass nach dem Tod des Körpers im höheren Informationsfeld weiterexistiert. Dürr vermutet es und nach der Nahtodforschung, dem Karmapafall und den Aussagen der Hellsichtigen/Erleuchteten ist es wahrscheinlich. Tatsächlich deutet sich hier ein Paradigmenwechsel in der Wissenschaft an, den die meisten Atheisten leider noch nicht mitbekommen haben. Ich bin hier um das zu ändern. Jetzt kann keiner mehr nach seinem Tod sagen, er habe es nicht gewusst.

Thale: Der Karmapafall kann von allen möglichen Phänomenen ausgelöst worden sein.

Nils: Das ist richtig. Nur ist bisher noch keinem Menschen eine gute materialistische Erklärung eingefallen. Das Weiterleben der Seele nach dem Tod ist bisher die wahrscheinlichste Theorie. Solange das Weiterleben der Seele nach dem Tod wahrscheinlicher ist als das Nichtweiterleben, sollte sich ein Mensch mit Verstand auf ein Leben nach dem Tod einstellen und entsprechend im Diesseits leben.

Thale: Der Karmapafall kann genauso gut auf genetische Prägung, Zufall, Einbildung, durch gesellschaftliche Erziehung und hunderte andere Phänomene zurückgeführt werden.

Nils: Der Karmapa starb in einem westlichen Krankenhaus. Dass der behandelnde Arzt sich das warme Herzchakra und und die flexible Haut eingebildet hat, ist unwahrscheinlich. Er hat den Karmapa nach dessen Tod gründlich untersucht, gerade weil er seine Beobachtungen selbst kaum glauben konnte. Außerdem gibt es viele derartige Fälle und das restliche Krankenhauspersonal hat den Karmapa auch gesehen.

Ein warmes Herzchakra nach dem Tod durch genetische Prägung zu erklären. Wer kann sich so etwas Verrücktes ausdenken? Genauso ist es mit der Möglichkeit der Verursachung durch eine gesellschaftliche Erziehung. Leichenstarre durch Erziehung zu verhindern, dass ist noch witziger als das Spagettimonster.

Zufall ist auch kein besonders gutes Argument, insbesondere wenn der Zufall ständig auftritt. Die erleuchteten Meister des tibetischen Buddhismus verweilen traditionell noch drei Tage nach dem Tod in ihrem Körper. Dafür gibt es hunderte von Fällen. Besonders genial finde ich von dir den Verweis auf hunderte anderer Phänomene, ohne ein einziges auch nur ansatzweise zu benennen. Du bist in der Sophistik gut geschult, aber das kann einen Sokrates nicht beeindrucken.“

Trost in der Reinkarnationslehre

Buddha segnend

(aus Der wissenschaftliche Gottesbeweis und Esoterik.de/Gottesbeweis, 2011)

wokarb: „Aber ist das Ziel der Reinkarnations-„Religionen“ nicht gerade das Freiwerden vom leidvollen „Kreislauf“ des Lebens. Was soll an dem „Reinkarnations“-Glauben denn tröstlich sein… Gruß, wokarb

Nils: Sieh es einfach positiv. Es ist doch schön ewig weiterleben zu können. Wenn dein Körper alt und verbraucht ist, legst du ihn ab und holst dir einen neuen. Dann geht die Party weiter. Dann kannst du weiter deine Witze in diesem Forum posten. Du kannst so lange auf der Erde leben, wie du willst. Wenn der globale Kapitalismus zusammenbricht, bauen wir eine globale Glückswelt auf. Wenn die Erde erlöscht, suchen wir uns einen neuen Stern, gründen dort ein Philosophie-Forum und machen weiter unsere Späße.

Und wenn wir keine Lust mehr haben, gibt es auch einen Ausstieg aus dem Spiel. Wir werden alle Yogis, gelangen zur Erleuchtung und erheben uns so geistig über den ewigen Tanz von Freude und Leid. Wir leben in einer Lichtdimension über der Welt der Gegensätze. Nach der Yogalehre hat jeder erleuchtete Yogi bei seinem Tod die freie Wahl, ob er noch einmal auf die Erde zurückkommt oder dauerhaft in der Lichtwelt im Jenseits bleibt. Mit seinem letzten Gedanken (Mantra, Gebet) bestimmt er die Zukunft seiner Seele. (…)

Laya: „Ich glaube nicht, daß alle Seelen irgendwann sich nach Beenden des Reinkarnationszyklus in Gott wieder verschmelzen und sich dadurch auch irgendwie im Nichts auflösen. Also ihre ’seelische Persönlichkeit‘, die sich im Laufe der vielen Inkarnationen gebildet hat, verlieren.

Nils: Nach der Lehre des Yoga (Swami Sivananda, Amritanandamayi, Sai Baba) hat ein Erleuchteter bei seinem Tod die freie Wahl, ob er sich auf der Erde reinkarniert oder im Jenseits bleibt. Wenn er vollständig erleuchtet ist, kann er nach freier Wahl seine Seele auflösen (ins höchste Nirwana eingehen, ganz mit Gott verschmelzen) oder seine Seele bewahren (um anderen Wesen zu helfen, ein Nitya-Siddha). Vishnu bewahrt seine Seele und inkarniert sich immer dann auf der Erde, wenn es notwendig ist. Genauso ist es mit den Bodhisattvas im Buddhismus. Ich habe beim Dalai Lama das Bodhisattva-Gelöbnis abgelegt.

Laya: Meine Info ist, daß es nur unter ganz bestimmten Bedingungen und äußerst selten vorkommt, daß eine Seele ‚gelöscht‘ wird- sich auflöst. Ja, ich werde mich nicht auflösen, dafür liebe ich zu sehr das Leben, vor allem das Geistige und die Menschen! Und ich weiß, daß Gott mehr mit mir bzw. uns vorhat, als das ‚Ende‘ der seelischen Persönlichkeit. Aber natürlich kann es sein, daß es Seelen gibt, die in irgendeiner Form vielleicht auch in Gott wieder verschmelzen. Jedem das seine.

Sole: Hallo Nils, du hast Recht, wenn wir Selbsterkenntnis erlangt haben, können wir selbst entscheiden ob wir wieder hier inkarnieren oder woanders. Mit der Selbsterkenntnis befreien wir uns aus dem Kreislauf von Leid, Tod und Wiedergeburt. Ohne Selbsterkenntnis sind wir gezwungen immer wieder hier zu inkarnieren bis wir das Klassenziel, die Selbsterkenntnis erreicht haben. Ich habe nie gesagt das wir wieder mit der Urquelle verschmelzen. Das wird nicht mehr möglich sein, denn dann wäre die Schöpfung ja sinnlos. Beim Erwachen erkennt man nur wer man ist, ansonsten ändert sich nichts. Ein Ziel gibt es dann eigentlich auch nicht mehr (jedenfalls bei mir), außer vielleicht dass man möchte dass sich jeder seiner Selbst bewusst ist und das Leben in jedem Einzelnen achtet, ehrt und hochhält wie sein eigenes.“

Der Zen-Weg

Buddha der Ruhe (Zen-Buddhismus)

(aus Der wissenschaftliche Gottesbeweis)

nescio: ich orientiere mich am zen. du befindest dich in einem mir völlig fremden universum mit göttern + seelen.

Nils: Ich finde Zen gut und habe ihn selbst praktiziert. Es freut mich, dass du einen spirituellen Weg hast und ihn konsequent gehst. Dann gibt es nichts mehr zu sagen. Jeder Glaube hat sein eigenes Denksystem. Wenn es ein authentischer Glaube ist (der auf einem erleuchteten Gründer beruht), führt er zur Erleuchtung (zu Gott, ins Licht).

hancock: Du hast Zen praktiziert? Und irgendwann nicht mehr? Warum?

Nils: Ich habe fast alle spirituellen Wege ausprobiert. Am Zen begeistert mich die Kraft und die Selbstdisziplin. Ich habe viele Zen-Bücher gelesen, Zen-Veranstaltungen mitgemacht und mehrere große Zen-Meister getroffen. Letztlich habe ich jetzt meinen eigenen, speziell zu mir passenden Weg gefunden. Er ist eine Mischung aus Yoga, Christentum, Buddhismus und westlicher Philosophie (Epikur).

Am nächsten kommt mir Thich Nhat Hanh. Er lehrt eine Mischung aus Meditation und positiven Denken. Er engagiert sich sich für die Zusammenarbeit aller Religionen und für eine glückliche Welt. Ich habe ein Wochenendseminar bei ihm gemacht. Es war sehr gut. Ein wichtiger Lehrer ist für mich auch der Dalai Lama. Im tibetischen Buddhismus gibt es eine Zen-Richtung, die sich Dzogchen nennt. Hier fühle ich mich auch zugehörig. Ich habe gerne die Geschichten von dem heiteren Yogi Patrul Rinpoche gelesen ( Surya Das, tibetische Weisheitsgeschichten). Vom Dalai Lama habe ich mehrere Energieübertragungen (Initiationen) erhalten.

Die Essenz des Zen würde ich als konsequentes Sitzen und Gehen im ständigen Wechsel über einen langen Zeitraum hin bezeichnen. Diese spirituelle Reinigungstechnik habe ich erweitert auf die fünf Übungen Liegen (ich meditiere meistens im Liegen, weil das bequemer ist), Lesen, Gehen (ich gehe zweimal am Tag eine Stunde spazieren), Gutes tun (für eine glückliche Welt arbeiten) und das Leben genießen (Fernsehen, Internet, gutes Essen). Das praktiziere ich seit über zwanzig Jahren. Ich habe das Gefühl, dass es gut funktioniert.

Jegliche Dogmen habe ich hinter mir gelassen. Insofern kann man sagen, ich habe den Zen aufgegeben. Ich lese im Moment auch keine Zen-Bücher mehr. Andererseit kann man mich schon als verrückten Zen-Yogi bezeichnen. Ich finde Zen immer noch gut, aber viele andere Wege auch. Eigentlich entwickel ich meinen spirituellen Weg spontan von Moment zu Moment.

nescio: hi nils, gerade der hinweis meines zen-freundes, dass buddha jegliche spekulation über die existenz von göttern ablehnte, erweckte bei mir erst das interesse am buddhismus. also, zen + gott???

Nils: Erleuchtung ist reines Bewusstsein und steht über allen Systemen. Deswegen wandte sich Buddha gegen Spekulationen. Du kannst als Atheist und als Theist den Buddhaweg gehen.

Nach meinem religionsphilosophischen Ansatz kann Gott am besten über die Erleuchtung definiert werden. Ein Erleuchteter sieht Gott als Licht in der Welt. Er sieht Gott als Einheit, als Leerheit, als Ursprung aller Dinge. Die Welt leuchtet aus sich selbst heraus. In der Erleuchtungssicht erkennt er alles als vollkommen. Dadurch entsteht innerer Frieden und inneres Glück. Mit dem Reich der Wahren Soheit ist Gott gemeint. Oder auch mit Tao, Nirvana, Brahman.

Alle echten Religionen beruhen auf einem erleuchteten Gründer. Alle echten Religionen haben deshalb einen Gottesbegriff. Es gibt den persönlichen (Gott als alter Mann oder Muttergöttin) und den abstrakten Gottesbegriff (Kosmos, Nirvana, Licht). Richtig verwendet führen alle Begriffe zu einem Leben im Licht (in Gott, im Erleuchtungsbewusstsein). Statt einen Vatergott kannst du einfach eine Buddhastatue visualisieren. Du kannst dich selbst als Buddha sehen oder Buddha als höheres erleuchtetes Wesen.

hancock: Denken soll zur Erleuchtung führen? Wie soll das denn gehen? Zuviel Denken führt eher zu Verwirrung. Duales Denken führt zu Streit und Verwirrung.

Nils: Grundsätzlich kann man sagen, dass die Erleuchtung durch kluge Gedankenarbeit und durch Meditation erlangt wird. Im Normalfall sind beide Techniken notwendig. Im Einzelfall kann aber auch die alleinige Gedankenarbeit oder die Meditation zum Durchbruch ins Licht führen.

Nach Patanjali (der zentrale Yogaweise) sollte ein Yogi zuerst durch ein positives Denken (Buddha nennt es richtiges Denken) seine Gedanken beruhigen und dann durch die Meditation die Gedanken ganz zur Ruhe bringen (Buddha nennt es richtige Geistessammlung). Dann kann durch Gnade ein innerer Umschwung und ein Erwachen des inneren Glücks erfolgen. Der Lehre Patanjalis entspricht der achtfache Pfad Buddhas. Yoga und Buddhismus sind in ihren zentralen Übungen identisch.

nescio: ich habe auch noch nie von einem zen-meister gehört, der sagte, dass er „gott als licht in der welt“ gesehen hätte.

Nils: Das Wort Gott wird im Buddhismus nicht verwendet, dafür die Begriffe weiter Raum (Kosmos), Leerheit, Einheit, Soheit, Licht, Ursprung, Sinn. Im Yoga haben viele Erleuchtete davon gesprochen, dass sie Gott als Licht in der Welt sehen.

Hancock: Mit Verlaub, deine Erleuchtung mit direkter Sicht auf Gott ist Bullshit. Die Erleuchtung ist ein Erwachen zum Alltäglichen. Byung-Chul Han: „Was ist der Kern der direkten Lehre? Der Meister sagte: Der Duft von Reisbrei!“

Nils: Lieber Han Cock-Chul, du erkennst deinen Zen-Meister hier im Forum nicht. Es geht auch nicht um Bullshit. Obwohl Bullshit zenmäßig schon ziemlich gut ist. Ich bekam auf einem Wochenendseminar die Initiation zum Zen-Meister von Thich Nhat Hanh. Ich durfte neben ihm im Männerklo pinkeln. Das ist die höchste Einweihung im Zen-Buddhismus. Ich gebe dir deshalb das Koan: Wieso sieht ein Zen-Meister Gott und das Alltägliche gleichzeitig? Wieso erkennt er Gott im Alltäglichen? Wieso ist dann selbst Bullshit lichtdurchflutet? Meditiere darüber und verwirkliche die Erkenntnis. Dann darfst du auch neben mir im Männerklo pinkeln. Ich werde dir meine spirituelle Kraft übertragen. Ich werde dich zum Zen-Meister ernennen. Was ist der Duft von Reisbrei gegen erleuchtete Pisse!!

Han Cock-Chul: Auf deiner Seite behauptest du, beim Dalai Lama das Bodhisattva-Gelöbnis abgelegt haben. Die Bodhisattva-Ordnination ist ein Begriff aus dem Zen-Buddhismus. Irgendwie verwechselst du da was. Im Zen-Buddhismus ist der Begriff der Initiation unbekannt. Aber du hast schon lustige Einfälle. Ob das dem Buddhismus zu Gute kommt, darüber kann man unterschiedlicher Meinung sein. Man sollte sich aber nicht für etwas ausgeben, was man nicht ist. Denk mal darüber nach.

Nils: Hallo Han. Die Bodhisattva-Ordnination ist ein Begriff aus dem Zen-Buddhismus und es gibt sie im tibetischen Buddhismus. Was das wohl zu bedeuten hat? Denk mal darüber nach. Vielleicht gibt es ähnliche Lehren in beiden buddhistischen Systemen. Vielleicht ist sogar der Dalai Lama in Wirklichkeit ein lachender Zen-Meister.

Ich gebe mich nicht für etwas aus, was ich nicht bin. Ich teile nur Tatsachen mit. Ich habe mit Thich Nhat Hanh im Männerklo gepinkelt. Lustige Einfälle habe ich aber auch. Sei nicht immer so ernst und lach doch einmal. Ein angehender Zen-Meister wie du sollte lachen können. Das mit dem Zen-Meister meinerseits war ein Witz. Ich bin nur ein kleiner unbedeutender Yogi. Ich kann mich eigentlich noch nicht einmal als einen Yogi bezeichnen. Dazu bin ich zu unbedeutend und unerleuchtet.

nescio: hi nils, “ Ich durfte neben ihm im Männerklo pinkeln. Das ist die höchste Einweihung im Zen-Buddhismus. “ das meinst du doch jetzt aber nicht im ernst, oder?

Nils: Nein.

nescio: ich habe in den letzten jahren ja schon viel über zen gelesen, jedoch noch nie etwas derart bizarres! zen ist keine theistische religion! selbst wenn man für ‚gott‘ ‚das absolute‘ einsetzte, taugten deine fragen m.e. nicht als koan – weil zu einfach.

Nils: Erhebe dich über alle Dogmen. Erkenne das Wesentliche in allen spirituellen Systemen. Das scheinbar Einfache ist oft das am schwersten zu Verwirklichende.

Ein Zen-Gedicht (SHINJINMEI)

Der Erhabene Weg ist gar nicht schwer, nur abhold wählerischer Wahl. Nur in der Freiheit von Haß und Liebe zeigt er sich ganz und unverhüllt. Eine Abweichung um Haaresbreite, und Himmel und Erde klaffen auseinander.

Es liegt fürwahr an den Vorlieben und Abneigungen, daß man seine Soheit aus dem Auge verliert. Verstricke dich nicht in das Äußere, verharre nicht in der inneren Leere. Wenn der Herz-Geist gelassen in der Einheit der Dinge ruht, verliert sich alle Verblendung von selbst.

Fort mit Geschwätzigkeit, schneide ab das Denken, und es gibt keinen Ort, an dem du dich nicht frei bewegen kannst. An die Wurzel zurückkehrend, erlangen wir den Sinn. Äußeren Dingen nachhängend, geht das Prinzip uns verloren.

In dem Augenblick, da wir erleuchtet werden, übersteigen wir die Leerheit der Welt, die uns begegnet. Stille und ein offener Sinn machen den Großen Weg aus. Unterwirf dich der Natur der Dinge, und du bist in Übereinstimmung mit dem Weg, ruhig, gelassen und frei von Verdruß.

Die Einheit aller Religionen

Nils: Erleuchtung ist das Zentrum aller großen Religionen. Die Einheit aller Religionen ist ein wichtiges Ziel, um eine glückliche Welt aufzubauen. Die Kommunikation zwischen den Religionen ist wichtig, auch wenn das manchmal schwierig ist.

Anand (Atheist): Es ist offensichtlich, daß nicht alle Religionen das Gleiche lehren. Buddha lehrt die Nichtexistenz Gottes und einer Seele. Der Hinduismus behauptet sie. Ehrlich gesagt gibt es nicht einmal die Einheit des Hinduismus.

Lass doch einfach die Pluralität der Wege zu. Die Wege sind grundsätzlich verschieden. Einmal es gibt jenseitige Welten, zum anderen es gibt sie nicht. Ich versteh nicht, wie man sagen kann, dass das dasselbe ist.

Nils: Lieber Anand, ich finde unsere Diskussion gut, weil sie viele grundlegende Dinge klärt. Auch innerhalb des Buddhismus wird darüber diskutiert. Ich stelle fest:

1. Es gibt nur einen Gott. Es gibt nur eine höchste Wirklichkeit. Es kann deshalb nur eine Wahrheit geben. Verschiedene Religionen sind hilfreich, damit man über die höchste Wahrheit diskutieren kann. Wirklich begreifen können wir sie nur in der Erleuchtung.

2. Ich habe erfahren, dass es die Wiedergeburt gibt. Ich habe meine früheren Leben gesehen.

3. Die moderne Nahtodforschung hat nachgewiesen, dass der Mensch eine Seele hat, die unabhängig vom Körper denken und beobachten kann.

4. Es gibt viele Hellsichtige, die ins Jenseits blicken können. Auch die Reinkarnationstherapie bestätigt die Tatsache von früheren Leben und eines Jenseits. Der Fernsehsender Vox hat darüber eine Sendereihe gemacht. Die Menschen beschrieben in der Hypnose ihr früheres Leben und reisten dann mit dem Fernsehteam zu dem angegebenen Ort. Viele Angaben erwiesen sich als wahr.

5. Buddha hat bei der Erleuchtung seine früheren Leben gesehen. In dem buddhistischen Standartwerk (Herder Verlag, 1992) „Die Reden des Buddha“ von Hermann Oldenberg (Buddhismusforscher) steht über die Erlangung der Buddhaschaft (von mir gekürztes Zitat): „Mit gesammeltem Geist wandte ich mich hin auf die Erinnerung und Erkenntnis meines früheren Daseins. So erinnerte ich mich an viele frühere Existenzen. Dort war ich mit dem und dem Namen. Von da schied ich und wurde dort wiedergeboren…“

Dementsprechend sagt auch Wikipedia, dass der Buddhismus die Reinkarnationslehre vertritt. Der Hinduismus betont die Kontinuität der Seele und der Buddhismus die Eigenständigkeit der einzelnen Inkarnationen. In der Sache sehe ich da keinen Unterschied. Beides ist gleichzeitig wahr. Es gibt Kontinuität verbunden mit Eigenständigkeit.

6. Die buddhistische Lehre würde keinen Sinn machen, wenn es keine Wiedergeburt gäbe. Warum soll man viele Jahrzehnte nach Erleuchtung streben, wenn nur wenige das Ziel erreichen. Die Mehrzahl würde ihr Leben vergeuden, wenn sie die Früchte des Übens nicht in das nächste Leben mitnehmen könnte. Im Yoga heißt es, dass der Yogi sein Üben von Leben zu Leben fortsetzt, bis er das Ziel der Erleuchtung erreicht. So kommen alle spirituellen Menschen im Laufe der Zeit zum Ziel.

7. Buddha hat einfach nur den Schwerpunkt seiner Lehre auf das Erlöschen des Selbst gelegt. Deswegen betont er die Leerheit (das Nichtselbst, die Egolosigkeit). Im Yoga wird die Fülle (viel Energie, Liebe, Frieden, Glück) betont. In der Erleuchtung gibt es Leerheit (Nichts) und Einheit (Fülle, Etwas) gleichzeitig. Nach meiner Erfahrung muss man sich auf die Leerheit (Ruhe, Sein, Nichts) konzentrieren, damit man im großen Glück lebt.

8. Die früheren Leben zeigen sich erst ab einer bestimmten Stufe des Weges. Ein Mensch kann auf einer niedrigen Stufe erleuchtet sein, und trotzdem keinen Kontakt zu seinen früheren Leben haben. Insofern können sogar manche Erleuchtete mit ehrlich behaupten, dass es keine Wiedergeburt gibt.

9. Es gibt viel Verwirrung in den Religionen. Ich bin der Meinung, dass alle vollständig erleuchteten Meister wie Buddha, Jesus, Swami Shivananda, Sai Baba, Amma und Mutter Meera das Gleiche sehen. Sie drücken es aber oft in verschiedenen Worten aus.

10. Ich bin für Meinungs- und Religionsfreiheit. Ich lasse die Pluralität der Meinungen und Religionen zu. Ich akzeptiere sogar die Atheisten. Mit einem atheistischen Buddhismus kann ich gut leben. Ich vertrete die Einheit aller Religionen. Das bedeutet, dass alle Religionen zusammenarbeiten sollten. Sie sollten für eine bessere Welt und für Werte wie Liebe, Frieden und Wahrheit eintreten. Meinungsunterschiede zwischen den Religionen dürfen selbstverständlich weiter existieren.

Einzelnachweise

  1.  Nach Nyanatiloka Mahathera: Dhammapada, Seite 57 ff.
  2.  Nyanatiloka Mahathera: Dhammapada, Seite 57 ff.
  3.  Swami Sivananda: Sadhana“, Seite 404 f.
  4.  Swami Sivananda: Sadhana“, Seite 404 f.
  5.  Hermann Oldenberg: Reden des Buddha. Seite 163.
  6.  Swami Sivananda: Göttliche Erkenntnis, Seite 172.
  7.  Swami Sivananda: Sadhana“, Seite 348.

Ganesha. Der Gott der Weisheit und Lebensfreude. Segnung, Glück, Erfolg, Gelingen.

Hinduismus

Wikipedia: „Der Hinduismus (auch Sanatana Dharma) ist mit etwa 900 Millionen Anhängern (etwa 13,26 % der Weltbevölkerung) die nach dem Christentum und dem Islam drittgrößte Religion der Erde und hat seinen Ursprung in Indien. (…) Die meisten Gläubigen gehen davon aus, dass Leben und Tod ein sich ständig wiederholender Kreislauf (Samsara) sind, sie glauben an die Reinkarnation. Für den persönlichen Glauben haben religiöse Lehrer (Gurus) oft einen großen Stellenwert.(…) Die verschiedenen hinduistischen Traditionen und Philosophien vertreten unterschiedliche Gottesbilder, Hauptrichtungen sind jedoch Shivaismus, Vishnuismus sowie Shaktismus, die Verehrung Gottes in weiblicher Form. Brahma, Shiva und Vishnu werden auch als Dreiheit Trimurti, dargestellt.

Einer der wichtigsten Begriffe im Hinduismus ist das Brahman (Gott) – der höchste kosmische Geist. Brahman ist die unbeschreibbare, unerschöpfliche, allwissende, allmächtige, nicht körperliche, allgegenwärtige, ursprüngliche, erste, ewige und absolute Kraft. Es ist ohne einen Anfang, ohne ein Ende, in allen Dingen enthalten und die Ursache, die Quelle und das Material aller bekannten Schöpfung, rational unfassbar und doch dem gesamten Universum immanent. Die Upanishaden beschreiben es als das Eine und unteilbare ewige Universalselbst, das in allem anwesend ist und in dem alle anwesend sind. Diese unpersönliche Vorstellung von Gott wird ergänzt oder ersetzt durch die Sichtweise auf einen persönlichen Gott, wie es beispielsweise in der Bhagavadgita geschieht.“

Die zehn Yoga-Grundsätze

Die Grundlage des Yoga ist das Yoga-Sutra von Patanjali. Darin stellt der erleuchtete Yogaweise Patanjali zehn Grundsätze für das erfolgreiche spirituelle Üben auf.

1. Gewaltlosigkeit (Ahimsa) = Keine anderen Wesen töten. Friedfertig sein. Sanftmütig leben.

2. Wahrhaftigkeit (Satya) = In der Wahrheit leben. Grundsätzlich ehrlich zu sich selbst und anderen sein. Konsequent aus der persönlichen Wahrheit (Richtigkeit) heraus leben. Eine Lüge ist nur in gut begründeten Ausnahmen zulässig, zum Beispiel wenn man mit einer Lüge das Leben eines anderen Menschen retten kann. Ein Yogi schweigt in einer Zweifelssituation. Wer konsequent in der Wahrheit lebt, der strahlt Wahrheit aus.

3. Rechtschaffenheit (Asteya) = Nicht stehlen und nicht betrügen. Ein Yogi ist im Berufsleben grundsätzlich ehrlich. Er strebt nicht nach ungerechtfertigtem Vorteil, sondern sucht den gerechten Ausgleich (fairer Handel). Einem Yogi kann man im Berufsleben grundsätzlich vertrauen. Er gibt seinem Geschäftspartner eher etwas zu viel als zu wenig. Wer im Geschäftleben gerecht handelt, erzeugt kein schlechtes Karma.

4. Weisheit (Brahmacharia) = Im Schwerpunkt spirituell leben (in der Weisheit leben/Brahmacharia). Nicht dem Geld, sondern Gott dienen. Das Wesentliche vom Unwesentlichen unterscheiden.

5. Einfachheit (Aparigraha) = Mäßigung in äußeren Genüssen. Ein spiritueller Mensch lebt grundsätzlich äußerlich bescheiden und innerlich reich. Ein Yogi verbraucht seine Energie nicht im äußeren Tun, sondern lebt so ruhig, dass sie sich nach innen wendet und seinen Körper von innen her reinigt.

6. Verehrung des spirituellen Ziels (Ishvara, die persönliche Gottheit) = Damit wir unseren spirituellen Weg nicht verlieren, ist es notwendig, dass wir uns immer wieder auf unser spirituelles Ziel besinnen. Wir können ein Bild verehren, uns vor einer Statue verbeugen oder ein Mantra (Gebet) sprechen. Sorge gut für dich selbst. Lebe aus der Ruhe heraus (Brahma) und im täglichen spirituellen Üben (Shiva). Sende allen Wesen Licht und wünsche eine glückliche Welt (Vishnu).

7. Egoopfer (Shaucha, Läuterung/Reinigung) = Der Weg ins Licht führt durch die Kreuzigung. Die zehn Ego-Eigenschaften sind Stolz, Neid, Habsucht, Genusssucht, Angst, Wut, Trauer, Unmäßigkeit, Faulheit, Unweisheit. Was ist heute deine negative Eigenschaft? Welcher positive Gedanke hilft dir sie zu überwinden? Ohne ein großes Egoopfer gibt es keine Erleuchtung. Richtig zu opfern ist eine Kunst. Wer zu viel opfert, verspannt sich innerlich. Wer zu wenig opfert, löst seine Egoverspannung/Anhaftung nicht auf. Wie gelangst du heute zum inneren Frieden, zur inneren Kraft und in die umfassende Liebe?

8. Zielstrebigkeit (Tapas) = Ein klarer Entschluss (Gelöbnis), ein klarer Lebensplan und ein konsequenter Weg des Übens. Tapas bedeutet ein diszipliniertes Leben zu führen. Wer eine klare Zielorientierung und große Ausdauer hat, der siegt auf dem spirituellen Weg. Bitte die erleuchteten Meister um Führung und Hilfe, folge deiner inneren Weisheit und du wirst auf deinem spirituellen Weg siegen.

9. Lesen (Svadhyaya) = Die tägliche Lesemeditation hält uns auf dem spirituellen Weg, reinigt unseren Geist, verbindet uns mit den erleuchteten Meistern und macht uns letztlich zu spirituellen Siegern. Wer sich nicht jeden Tag mit der Spiritualität beschäftigt, verliert im Zeitalter des Konsumfernsehens seinen Weg des inneren Glücks.

10. Zufriedenheit (Santosha) = Gelange in die große Zufriedenheit mit dir und deinem Leben. Welcher Gedanke hilft dir in die Zufriedenheit zu kommen? „Mein Gedanke der Zufriedenheit ist …“

Anandamayi Ma

Sri Anandamayi Ma

Ananda bedeutet Glück. Anandamayi Ma ist die Mutter des Glücks. Sie lebte von 1896 bis 1982 als Yogini in Indien. Sie war eine schöne Frau. Sie konnte wunderbare Geschichten erzählen und wunderschön singen. Sie tanzte gerne. Und sie lehrte das Lachen: „Wann immer ihr die Gelegenheit habt, lacht so viel ihr könnt.“

Anandamayi Ma lehrte die Einheit aller Religionen. Wir können spirituelle Übungen aus allen Religionen machen. Wir müssen spüren, was uns persönlich gut tut. Welche Übung brauchen wir heute? Was bringt uns auf unserem spirituellen Weg voran? Was löst die Verspannungen in unserem Körper und unserem Geist? Was läßt Glücksenergie in uns entstehen?

Anandamayi Ma war eine große Meisterin des Hatha-Yoga. Sie schenkte der Welt den Weg des kreativen Hatha-Yoga. Der kreative Hatha-Yoga besteht aus Körperübungen, geistigen Übungen, Meditation und dem Weg der umfassenden Liebe (Karma-Yoga). Als junge Frau praktizierte Anandamayi Ma nacheinander einige Jahre die Körperübungen des Yoga, visualisierte verschiedene Gottheiten (Gottheiten-Yoga) und lebte dann drei Jahre in großer Ruhe (Ruhe-Yoga, Raja-Yoga).

Danach erwachte das große innere Glück in ihr. Die Menschen spürten das Licht und wollten ihren Segen. Deshalb lebte Anandamayi Ma ab jetzt als Karma-Yogini und reiste durch Indien. Sie gab allen Menschen ihren Darshan und inspirierte sie dazu, ein glückliches Leben zu führen und jeden Tag spirituell zu praktizieren. Das war die vierte Stufe des umfassenden Hatha-Yoga.

Ihre Körperstellungen (Asanas) übte Anandamayi Ma aus dem Gefühl heraus. Auch ihre geistigen Übungen machte sie kreativ und intuitiv. Sie übte jeweils die positiven Eigenschaften und die Vorbilder (Gottheiten, Buddhas), die sie in dem jeweiligen Moment gerade brauchte. Nacheinander flossen die verschiedensten Gottheiten durch ihren Geist. Sie visualisierte ihre Formen, identifizierte sich mit ihnen, dachte ihre Namen als Mantra und aktivierte dadurch die Kundalini-Energie in sich.

Shivas Segen

Shiva

Shiva ist der oberste Gott im Yoga. Wir können ihn als das Symbol für einen siegreichen Yogi sehen. Shiva ist der Meister des Lebens. Er meistert das Leben mit den fünf Elementen/Eigenschaften Liebe (Erde), Freude (Luft), Weisheit (Wasser), Kraft (Feuer) und Ruhe (Raum, Kosmos). Er lebt im richtigen Moment die richtige Eigenschaft. Er sieht sich als Sieger und wird dadurch ein Sieger.

1. Der Sieger = Wir schütteln unsere Fäuste in Höhe des Kopfes und denken: „Ich bin ein Sieger. Ich erreiche meine Ziele. Meine Ziele sind … „.

2. Der Starke = Wir reiben die Hände/Füße auf der Erde, visualisieren unter uns den Berg Meru und denken: „Ich sitze auf dem Berg Meru (Weltenberg). Ich bewahre Gleichmut bei Leid. Ich gehe mit Ausdauer meinen Weg.“

3. Der Gelassene = Wir machen große Kreise mit den Armen, visualisieren um uns herum den Kosmos voller Sterne und denken: „Ich lebe in der großen Ordnung des Kosmos. Ich lasse meinen Eigenwillen los. Ich nehme die Dinge so an, wie sie sind. Ich fließe positiv mit dem Leben.“

4. Der Hatha-Yogi = Wir visualisieren in uns die Kundalini-Schlange, bewegen die Zehen, kreisen mit den Daumen und denken: „Ich bin ein Hatha-Yogi. Ich rette mich durch meine spirituellen Übungen.“

5. Der Karma-Yogi = Wir senden allen Wesen Licht und denken: „Ich bin ein Karma-Yogi. Mein Weg des Helfens ist …“. Shiva bedeutet übersetzt „Der Gute“. Er lebt im kosmischen Bewusstsein und sieht sich in allen seinen Mitwesen. Er möchte, dass alle Wesen glücklich sind. Er arbeitet auf seine Art für das Ziel einer glücklichen Welt.

6. Meister-Yoga = Wir reiben die Hände vor dem Herzchakra, visualisieren über uns im Himmel die erleuchteten Meister und denken: „Om alle erleuchteten Meister. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg.“ In das Mantra kannst du einen für dich hilfreichen Namen einfügen (Buddha, Jesus, Shiva, Gott).

7. Shiva-Bild = Konzentriere dich auf ein Bild oder eine Statue von Shiva. Bewege eine Hand in Höhe des Herzchakras und nimm dadurch Energie von Shiva auf. Denke mehrmals das Mantra „Om Namah Shivaya“ (Ich verbinde mich mit Shiva) und spüre, wie mit dem Mantra die Energie Shivas (aller Meister, aller Yogis) in dich hineinfließt.

8. Meditation = Wir legen die Hände in den Schoß, bewegen die Zehen und denken das Mantra „Om“ im Bauch. Dann stoppen wir eine Minute alle Gedanken. Wir verweilen einige Zeit entspannt in der Meditation und kommen dann zurück.

Diskussion

(aus Die wichtigsten Fragen)

Yogi Nils: Yoga besteht aus Körperübungen (Gymnastik), Meditation (Entspannung) und Gedankenarbeit (positives Denken). Ich habe zwei kurze Videos erstellt (je 5 Minuten). die ihr euch gerne ansehen könnt. Damit ihr einen Geschmach von Yoga bekommt. Für mache Menschen sind die Körperübungen (Yoga) und für andere die Meditation der beste Weg zur schnellen Entspannung und zum inneren Wohlgefühl. Yoga besteht aus verschiedenen Übungssystemen (Karma-Yoga, Bhakti-Yoga, Jnana-Yoga, Hatha-Yoga). Im Westen werden die Begriffe Yoga und Hatha-Yoga (der Yoga mit Körperübungen) meistens gleichbedeutend gebraucht.

Yoga an den Schulen ist eine große Gnade für die Schüler. Der viele Stress macht sie krank. Yoga macht sie gesund. Yoga ist vielfältig. Man kann ihn als Körperübung und als spirituellen Weg praktizieren. Für mich ist Yoga ein Erleuchtungsweg, ein Weg zu einem Leben in Gott. Für viele andere Menschen ist Yoga ein Weg der Gesundheit, der Beweglichkeit und der Entspannung. Meditation ist zugleich eine Entspannungstechnik und eine spirituelle Technik. Es kommt darauf an, mit welchem Ziel und wie intensiv man sie praktiziert.

Yoga ist im Westen vielfältig, eher wissenschaftlich und auch für Christen mit Gewinn zu praktizieren. Yoga ist im Westen primär ein Weg der Entspannung und der Gymnastik. Nur einzelne Gruppen haben eine hinduistische Ausrichtung. Alles ist okay. Jeder darf sich den Yogastil aussuchen, der zu ihm passt.

Ich betone: Yoga kann als körperlicher und als spiritueller Weg praktiziert werden. Im Yoga darf jeder seinen persönlichen Weg gehen. Christen dürfen ihren Glauben an Jesus behalten. Wer Erleuchtung (seelische Heilwerdung, Heiligkeit) sucht, kann auch das im Yoga tun. Es gibt im Yoga viele verschiedene spirituelle Wege und Gottesvorstellungen. Der Pantheismus ist eine Möglichkeit, die für viele Atheisten sehr attraktiv ist. Wer den Monotheismus im Yoga sucht, wird ihn dort auch finden.

Dana: Den wesentlichen Unterschied zwischen der christlichen Erleuchtung und der Führung durch erleuchtete Meister anderer Religionen sehe ich darin, dass die christliche Form der Erleuchtung durch den Schmerz und die Akzeptanz des Schmerzes geht, während bei anderen Arten von Erleuchtungen der Schmerz abgetrennt wird.

Yogi Nils: Jede echte Erleuchtung geht durch den Schmerz und die Akzeptanz des Schmerzes hindurch. Positives Denken, das das Leid auf der Welt verdrängt, führt nicht zur Erleuchtung. Erleuchtung bedeutet Trauerarbeit, Emotionsarbeit, Annehmen der Gegebenheiten, Loslassen des Eigenwillens, Nichtswerdung und Einswerdung mit allem.

Die Erleuchtungserfahrung besteht in der Essenz aus Leere und Einheit. Man spürt Trauer, Liebe, Glück, Frieden und Einheit gleichzeitig in sich. Das Bewusstsein der Leidhaftigkeit der Welt bleibt vorhanden, aber das innere Glück und die Liebe dominieren. Die Erleuchtungsenergie beginnt gerade dadurch zu fließen, dass man sich in das Zentrum des Leidens hineinopfert (sein Ego kreuzigt, das Wurzelchakra öffnet).

Der Mensch muss von allen weltlichen Wünschen leer werden, damit das Licht Gottes (der Heilige Geist) in ihm wohnen kann. Er muss allen Schmerz und alles Leid annehmen, integrieren und transzendieren. Nach Buddha besteht der Weg der Erleuchtung aus dem Loslassen der weltlichen Wünsche (Suchtüberwindung), dem Annehmen des Leidens (Angstüberwindung) und der Zentrierung in Gott (im Nirvana, in der Weisheit, in der Spiritualität).

Hindu: jesus ist transzendent, es ist nicht nötig für ihn physisch anwesend zu sein. ein echter spiritueller meister muss nicht physisch anwesend sein. man muss halt schauen was funktioniert. manchmal ist eine aktualisierung nötig in form eines körperlich anwesenden meisters.

Yogi Nils: Ich sehe die Dinge wie du. Ich gehe den Doppelweg aus transzendenten Meistern und real anwesenden Meistern. Nach meiner Erfahrung ist beides hilfreich und für mich auch notwendig. Wenn es im Jenseits erleuchtete Meister wie Buddha, Jesus und Swami Shivananda (mein Yoga-Meister) gibt, dann ist es klug sich von ihnen helfen zu lassen. Ein dauerhafter Schutz entsteht durch eine dauerhafte geistige Verbindung. Dafür reicht es normalerweise aus einmal am Tag zu beten, in ihren Texten zu lesen oder auf ihr Bild (Statue) zu meditieren.

Auf der Erde anwesende Meister haben besondere Möglichkeiten einem Menschen auf dem spirituellen Weg zu helfen. Sie können Bücher schreiben, Vorträge halten, Einweihungen geben (Energieübertragungen) und persönliche Ratschläge erteilen. Ich finde es sehr inspirierend, immer wieder vom Dalai Lama zu lesen, Videos von ihm zu sehen und ihm persönlich auf Veranstaltungen zu begegnen. Meine Yogalehrer-Ausbildung bei einem erleuchteten Meister (Swami Vishnudevananda) hat viele Energietore in mir geöffnet und war eine starke spirituelle Erfahrung. Als ich Frere Roger (christlicher Erleuchteter, Taize) in Hamburg traf, trat ich in eine Dimension aus Licht ein. Ich fühlte mich durch ihn sehr mit Jesus Christus verbunden.

Frage: Ist Yoga ein Weg der Selbsterlösung ?

Yogi Nils: Im Christentum herrscht viel Unklarheit über den Weg der Erleuchtung. Ein wichtiger Vorwurf besteht darin, dass die Esoteriker sich selbst erlösen wollen und die Christen durch die Gnade Gottes erlöst werden. Auch zwischen Katholiken und Lutheranern ist es umstritten, in wieweit ein Christ spirituell üben sollte oder ob alles alleine durch die Gnade geschieht. Im Yoga legen wir den Schwerpunkt auf das spirituelle Üben. Andererseits sagen auch die Yoga-Meister, dass man die Erleuchtung nicht erzwingen kann. Sie kommt letztlich von alleine, spontan, als Gnade.

Anonymer Kommentar: Determination oder freier Wille? Yogi Nils, ich finde wirklich interessant was Du sagst, und stimme oft mit Dir ein. Nun habe ich auch mal eine Frage. Nehmen wir an, ich hätte eine wichtige Entscheidung zu treffen. Habe ich denn vor meiner Geburt bereits die Entscheidung getroffen, um somit bestimmte Erfahrungen zu sammeln in diesem Leben – stimmt dann auch das Gesetz der Karma? Oder habe ich einen freien Willen? Beides kann nicht gleichzeitig stimmen, oder?

Yogi Nils: Das ist eine schwierige Frage. Meiner Meinung nach ist alles im Kosmos determiniert, aber wir können es nicht erkennen (außer in der Erleuchtung) und müssen deshalb freie Entscheidungen treffen (die letztlich auch wieder determiniert sind). Man kann es so sagen: Gott hat alles im Griff (alles unterliegt den kosmischen Gesetzen), aber dazu gehört auch, dass wir denkend durch das Leben gehen. Nach der Lehre des Yoga triffst du die Entscheidung über dein nächstes Leben im Zeitpunkt des Todes und in der Zeit im Jenseits, wobei automatisch Gesichtspunkte des Karmas (charakterliche Tendenzen) einfließen. Du wählst dir dein Leben aus, aber du kannst dein Schicksal durch positive Taten, bewusste Entscheidungen und durch die Gnade der erleuchteten Meister auch positiv verändern. Mir erschienen in Träumen zweimal meine Meister und haben mir gezeigt, dass sie mein Lebensbuch positiv umgeschrieben haben.

Siehe auch

Videos

Islam

Wikipedia: „Der Islam (arabisch Unterwerfung (unter Gott) / völlige Hingabe (an Gott)) ist mit rund 1,2 bis 1,57 Milliarden Anhängern nach dem Christentum (ca. 2,2 Milliarden Anhänger) und vor dem Hinduismus (ca. 900 Millionen Anhänger) die zweitgrößte Weltreligion. Seine Anhänger bezeichnen sich im deutschsprachigen Raum als Muslime oder Moslems.

Der Islam ist eine monotheistische (es gibt nur einen Gott) abrahamitische (Abraham ist der gemeinsame Vater des Judentums, Christentums und Islam) Religion, die sich vom Polytheismus und auch von christlichen Vorstellungen wie Menschwerdung Gottes und Dreifaltigkeit abgrenzt. Bestimmendes Element ist die Lehre der Einheit Gottes. Das Wort Allah gilt überwiegend sowohl den Christen als auch den Muslimen als das Wort für „Gott“ und teilweise nur als „Gott der Muslime“. Die erste Quelle, auf die der Islam gründet, ist der Koran, der für die Gläubigen als das unverfälschte Wort Gottes die ranghöchste Quelle des Glaubens darstellt. Die zweite Rechtsquelle neben dem Koran sind die Worte, Handlungen und die schweigenden Billigungen (Sunna) Mohammeds, des „Gesandten Gottes und Siegels der Propheten“. (…)

Tanzende Derwische.

Die fünf „Säulen“ des Islam sind die Grundpflichten, die jeder Muslim zu erfüllen hat: Schahada (islamisches Glaubensbekenntnis: „Ich bezeuge, dass es keine Gottheit außer Gott gibt und dass Mohammed der Gesandte Gottes ist.“), Salat (fünfmaliges Gebet), Zakat (Almosensteuer), Saum (Fasten im Ramadan) und Haddsch (Pilgerfahrt nach Mekka). Wer das Glaubensbekenntnis bei vollem Bewusstsein vor zwei Zeugen spricht, gilt als Muslim. Wie fast alle Religionen besitzt auch der Islam einen inneren (esoterischen) und einen äußeren (exoterischen) Aspekt. Die mystische innere Dimension des Islam ist der Sufismus. Im Sufismus wird der erste Teil der Schahada auch interpretiert mit: „Ich bekenne, dass es nichts außer Gott gibt“ bzw. „Es gibt nichts. Es gibt nur den Einen (die Einheit, tauhid).““

Islam und Krieg.

Wikipedia Islamkritik„Eine Reihe von Vorschriften der Scharia – wie beispielsweise die für Ehebrecher vorgesehene Steinigung – sowie der ihr vorgeworfene Absolutheitsanspruch stehen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zufolge im Widerspruch zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Laut Amnesty International steht der Islam zwar nicht grundsätzlich im Widerspruch zu den Menschenrechten. Die bislang abgegebenen Erklärungen weisen in der Theorie jedoch Defizite auf und in der Praxis bietet sich gar ein „ernüchterndes Bild“. Islamkritiker werfen der islamischen Religion Intoleranz gegenüber Andersgläubigen vor. Hierbei weisen sie auf die im klassischen islamischen Recht vorgesehene niedrigere rechtliche Stellung von Nicht-Muslimen sowie auf die in der Gegenwart in Teilen der islamischen Welt praktizierte Todesstrafe für vom Islam Abgefallene hin. Islamkritiker sehen den Islam als gewalttätige Religion an und verweisen hierbei auf das islamische Konzept des Dschihad, dessen klassische Ausformulierung in der islamischen Rechtslehre den Kampf gegen die nichtmuslimische Welt bis zur Konversion der jeweiligen Bevölkerung vorsieht. (…)

Auf den Politikwissenschaftler und bekennenden Muslim Prof. Bassam Tibi geht der Begriff Leitkultur zurück, den er als Wertekonsens definiert, auf den sich die europäischen Gesellschaften und Migranten zu verständigen haben. Dabei beruft sich Tibi gerade auch auf die fünf Säulen des Islam, die für Werte stünden, welche mit „westlichen“ Werten problemlos vereinbar seien. Tibi erteilt der orthodoxen islamischen Scharia-Auffassung eine Absage und tritt für die Entwicklung eines pluralistischen „Euroislam“ ein: „Nur ein Islam, der in Einklang mit den Grundinhalten der kulturellen Moderne (Demokratie, individuelle Menschenrechte, Zivilgesellschaft, Pluralismus) steht und die Werteorientierung des Pluralismus annimmt, verdient es, als Euro-Islam bezeichnet zu werden.““

Der Islam in Deutschland

Der Islam ist ein Teil Deutschlands (Bundespräsident 2010). In Deutschland herrscht die Religionsfreiheit. Jeder kann die Religion oder Nichtreligion (Atheisten, Agnostiker) haben, die er möchte. In Deutschland gibt es viele Atheisten, Christen (verschiedener Richtungen), Buddhisten (etwa 3 Millionen), Moslems (etwa 4 Millionen) und Anhänger kleinerer Religionsgruppen (Hindus, Juden, undogmatische Esoteriker, germanische Religionen).

Die Bundesrepublik Deutschland ist ein multikultureller Staat. Die gemeinsame Wertordung ist das Grundgesetz. Danach ist in Deutschland nur ein gewaltfreier Islam zulässig, der den anderen Bürgern ihre freie Religionswahl zubilligt. Ein islamischer Gottesstaat ist verboten, weil die Gewaltenteilung, die Demokratie und die Meinungsfreiheit im Grundgesetz festgelegt sind. Ebenso unzulässig sind die islamische Zwangsehe, Ehrenmorde und Selbstmordattentate. Kein Bürger darf zu solchen Taten auffordern oder damit drohen. Wenn sich ein Moslem an die Rechtsordnung hält, darf er seine Religion frei ausüben und steht dabei selbst unter dem Schutz des Grundgesetzes.

Ein gewaltfreier und toleranter Islam

Die islamische Mystikerin Rabia. Sie lehrte den Frieden und die Liebe.

Eine glückliche Welt braucht positive Visionen. Eine glückliche Welt braucht Frieden, Liebe, Brüderlichkeit/Schwesterlichkeit und Toleranz. Eine glückliche Welt braucht Menschen, die sich positiv engagieren. Faktisch ist die Welt multikulturell. Um eine glückliche Welt zu schaffen, brauchen wir ein tolerantes Miteiander aller Religionen. Ein wichtiger Wegbereiter dahin ist das Weltparlament der Religionen. Es bemüht sich um eine friedliches und konstruktives Miteinander aller Religionen.

Die große Frage ist, ob ein gewaltfreier und toleranter Islam nach dem Koran möglich ist. Im Fernsehen herrschen Bilder von gewalttätigen Islamisten vor. In der bundesdeutschen Realität dagegen bemüht sich die überwiegende Mehrheit der Moslems um eine friedliche Ausübung ihrer Religion. Der Koran selbst ist ein mystisches Buch mit vielen bildhaften Geschichten und unklaren Aussagen. Er bedarf der Auslegung und Auslegungen können vielfältig sein. Es gibt viele verschiedene Gruppen im Islam. Es gibt keine Instanz, die eine allgemeinverbindliche Auslegung für alle Moslems vorschreibt.

1. Informiere dich über den Islam. Lies den Koran und die Hadite. Beschäftige dich mit den verschiedenen Richtungen des Islam. Dazu kannst du viele Informationen im Internet finden.

2. Versuche den tieferen Sinn von Religionen zu begreifen. Alle echten Religionen wollen zu Gott hinführen. Gott ist dabei in erster Linie eine transzendente Erfahrung des jeweiligen Religionsgründers. Durch spirituelle Übungen ist er in Kontakt mit einem höheren Bewusstsein gekommen. Dieses Bewusstsein wird von manchen Religionen personal (als Person) und anderen Religionen als unpersonal (als höhere Dimension, Kosmos, Wahrheit, Liebe, Frieden oder Licht) beschrieben.

3. Erkenne, dass Religionen machtpolitisch missbraucht werden können. Es geht dann nicht darum Frieden und Liebe in den Menschen zu erzeugen, sondern die Macht und letztlich das Ego eines Religionsführers oder weltlichen Machthabers zu vergrößern.

4. Erkenne, dass alle Religionen machtpolitische Irrwege gegangen sind, manche mehr und manche weniger.

5. Beschäftige dich mit der Gewaltfrage. Versuche sie von den wahren Zielen einer Religion her zu lösen. Das Ziel einer Religion kann als Erleuchtung, Leben in Gott oder der Aufstieg ins Paradies nach dem Tod beschrieben werden. Das Paradies ist dabei ein Ort der Liebe und des Friedens. Ein Mensch muss durch spirituelle Übungen ein Bewusstsein der Liebe und des Friedens entwickeln, damit er nach seinem Tod in die entsprechenden Bewusstseinsbereiche aufsteigen kann (falls es denn ein Leben nach dem Tod gibt). Frage dich, welche Auslegung des Koran vor diesem Hintergrund richtig ist.

6. Unterstütze die Toleranz in unserer Gesellschaft und wehre dich gegen die Intoleranz. Finde und gehe deinen eigenen Weg der Wahrheit, der Liebe, des Friedens und des Glücks. Engagiere dich für ein positives multikulturelles Miteinander. Wir sind eine Menschheitsfamilie, die letztlich nur gemeinsam glücklich werden kann. Dazu sollten wir jedem seinen Freiraum lassen und gemeinsam ein positives Zusammenleben entwickeln.

Diskussion

Arabische und westliche Frauen.

(aus Die wichtigsten Fragen)

Moslem: Lies den Koran, dort wird das Paradies beschrieben. Es wird so wunderbar sein, das wir uns es im Diesseits noch nicht mal annähernd vorstellen können. Daher bete ich jeden Tag um Führung für mich und meine Familie, damit wir nach dem Tod alle zusammen ins Paradies eintreten dürfen.

Atheist: In erster Linie ist das islamische Paradies ein Tempel der Freuden für die Männer. Jeder soll dort 77 Jungfrauen (Huris) bekommen, viel Wein und überall stehen golddurchwirkte Liegen bereit, um das Leben der Märthyrer so angenehm wie möglich zu gestalten. Junge Diener reichen die Getränke, Fisch, Fleisch und Geflügel.

Esoteriker: Ich denke, das Paradies ist symbolisch gemeint. Alles seelisch fühlbar. Aber bitte, kein Sex, Autos, Goldschmuck und so Sachen.

Muslima: Im Koran wird 5 mal von den Huris berichtet. Natürlich bekommen die Frauen auch ihren Anteil. Ihre Männer sind so unbeschreiblich schön wie sie selbst auch. Dort ist es nicht wie hier. Man liebt seinen Mann mehr als hier, intensiver, er wird schöner und schöner und schöner. Man wird zufrieden sein bis an alle Ewigkeit. Warum sollten wir im Jenseits keinen Sex haben?? Und wie kommst du darauf, dass es dort kein Gold gibt? Die Häuser dort sind aus Gold. Also bitte hört doch endlich auf damit irgendwelche Aussagen zu machen von denen ihr keine Ahnung habt.

Islamwissenschaftler: Erkenntnisse eines deutschen Philologen besagen, dass es sich bei den Jungfrauen um eine Fehlinterpretation handeln könnte, wie neulich in der ZEIT zu lesen war: „Keine Huris im Paradies“. Nicht Jungfrauen, sondern „weiße Trauben“ warten auf den Muslim im Jenseits. „Die berühmten Passagen über die vermeintlichen Huris bauen auf dem Wort hur auf, einem Adjektiv im weiblichen Plural, das im Arabischen lediglich „weiße“ bedeutet. Die arabischen Kommentatoren haben postuliert, dass sich dieses Adjektiv auf „weißäugige“ Jungfrauen beziehen müsse. Luxenberg zeigt nun, dass diese Deutung nichts als Mutmaßung und Wunschdenken ist und dass sie zu inneren Unstimmigkeiten mit anderen Aussagen des Korans über das Paradies führt. Den Gottesfürchtigen wird nämlich an anderer Stelle versprochen, dass sie im Jenseits mit ihren irdischen Gattinnen zusammengeführt werden, um mit ihnen „im Schatten auf Teppichen“ zu lagern. Gattinen und Huris zusammen? Ein Ort, an dem Ehefrauen und Gespielinnen aufeinander treffen, verdient wohl kaum den Namen Paradies. Im Rückgang auf aramäische Quellen lässt sich das Problem lösen: Das Wort hur bezieht sich auf die „weißen Trauben“, typische Paradiesfrüchte der christlich-syrischen Literatur.“

Yogi Nils: Spirituell gesehen ist das Paradies ein Bewusstseinszustand. Wer sein inneres Glück entwickelt, gelangt zu einer Paradiessicht. Er denkt positiv und kann dadurch das Positive in der Welt sehen. Nach dem Tod des Körpers bewahrt er seine positive Sichtweise und steigt deshalb in die positiven Jenseitsbereiche auf. Der Weg ins Paradies besteht darin, im Schwerpunkt sein inneres Glück, seinen inneren Frieden und seine umfassende Liebe zu pflegen.

Paradies Meditation

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1. Körper = Wir konzentrieren uns auf unseren Körper und bringen dadurch unseren Geist zur Ruhe. Wir spüren in unsere Beine und Füße hinein. Wir lassen Licht um unsere Beine und Füße kreisen. Wir denken dabei das Wort „Licht“ als Mantra. Wir lassen Licht um unsere Arme und Hände kreisen. Wir denken „Licht“. Wir konzentrieren uns auf unseren Kopf, lassen Licht um unseren Kopf kreisen und denken das Mantra „Licht“. Wir hüllen unseren ganzen Körper mit Licht ein und denken „Licht.“ Dann entspannen wir uns.

2. Energiewolke = Wir beginnen jetzt unseren Aufstieg in den Himmel. Zuerst gehen wir in die Astralwelt. Wir werden zu einer Seele. Wir visualisieren eine Wolke aus feinstofflicher Energie um unseren Körper herum. Wir sind diese Wolke. Wir konzentrieren uns auf die Wolke und nicht auf unseren Körper. Wir lassen unseren Körper los. Wir denken mehrmals das Mantra: „Ich bin eine Wolke. Ich bin eine Seele. Ich bin unabhängig von meinem Körper.“ Wir denken das Mantra so lange, bis wir uns als Wolke um unseren Körper herum fühlen.

3. Sterne = Wir visualisieren den ganzen Kosmos um uns herum voller Sterne. Unsere Seele kann überall hinreisen, wenn sie es will. Wir meditieren auf den Kosmos. Wir denken mehrmals das Mantra: „Sterne.“ Wir machen dabei große Kreise mit den Armen. Bis in uns das Gefühl des Einsseins mit dem Kosmos entsteht. Wir fühlen uns geborgen in der großen Ordnung des Kosmos. Wir sind eins mit uns und der Welt.

4. Welt der positiven Seelen = Wir gelangen in die oberste Astralwelt, die hinter dem materiellen Kosmos liegt. Das ist die Welt der positiven Seelen. Wir werden in uns positiv. Wir überlegen uns die positiven Punkte in unserem Leben. Wir denken das Mantra: „Positiv in meinem Leben ist …“ Wir zählen so viele positive Dinge auf, bis unser Geist positiv wird.

5. Welt der glücklichen Seelen = Über der Welt der positiven Seelen liegt die Welt der glücklichen Seelen (Seligen). Wir sind jetzt im Paradies. Wir stellen uns vor, dass alle unsere Wünsche erfüllt werden. Welche Wünsche hast du? Werde dir aller deiner Wünsche bewusst. Erfülle sie dir oder lasse sie los. Definiere deinen Genugpunkt. Verlange nichts darüber hinaus. Gelange zur Zufriedenheit mit dir und deinem Leben: „Mein Weg der Zufriedenheit ist …“

6. Welt der Heiligen = Über der Welt der glücklichen Menschen liegt die Welt der Heiligen (Erleuchteten). Wir visualiseren uns als Buddha, Erleuchteter, Heiliger oder Göttin der Liebe. Wir wünschen eine glückliche Welt. Wir bewegen segnend eine Hand und denken: „Ich sende Licht zu … (zähle mehrere Menschen auf und hülle sie in Licht und Liebe ein). Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“

7. Große Umwandlung = Wir bewegen weiter segnend unsere Hand. Wir füllen den ganzen Kosmos mit Liebe und Licht. Wir durchstrahlen auch alle Leidbereiche mit Licht. Wir senden allen leidenden Wesen Licht. Wir hüllen sie mit Licht ein und denken das Mantra: „Ich sende Licht zu …“ Wir denken an die Probleme in unserem Leben und senden allen Problemen Licht. Wir hüllen sie mit Licht ein und denken das Mantra: „Meine Probleme sind … Ich sende ihnen Licht.“ Wir hüllen unsere Probleme so lange mit Licht ein, bis wir sie annehmen und in unser Leben integrieren können. Wir werden zu einem Meister des Lebens, der in allen Lebenssituationen im Licht bleiben kann.

8. Siebter Himmel = Wir kommen in den siebten Himmel. Wir visualisieren um uns herum eine Sonne aus starker Energie von Liebe und Glück. Wir denken das Mantra: „Om Sonne, Licht, Liebe, Frieden, Glück.“ Wir laden unsere Seele vollständig mit Licht und Glück auf. Wir ruhen einige Zeit in der Energie aus Licht, Liebe und Glück.

9. Meister-Yoga = Wir verbinden uns mit den erleuchteten Meistern. Wir reiben die Handflächen vor dem Herzchakra und denken: „Om alle erleuchteten Meister. Om innere Weisheit. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg.“ (je nach persönlichem Glauben auch „Om Jesus Christus“, „Om Buddha“, „Om Shiva“, „Om Gott“) Wir fühlen uns mit den erleuchteten Meistern verbunden. Wir spüren, wie mit dem Mantra die Energie der erleuchteten Meister in uns hineinfließt und uns erfüllt.

10. Zurückkommen = Wir bewegen die Füße. Wir strecken und räkeln uns. Wir sind wieder auf der Erde und in unserem Leben. Mit Optimismus voran. Geh auf deine Weise deinen Weg der Wahrheit und Liebe.

Weblinks

Mystik

Wikipedia: „Als mystische Erfahrung werden punktuelle, individuelle innere Erlebnisse eines Menschen bezeichnet, bei denen das normale Alltagsbewusstsein eines Menschen auf bestimmte Weise überschritten und eine besondere, intuitive, nicht kommunizierbare Einsicht über das All-Ganze der Realität gewonnen wird. Es handelt sich um eine Art spontanen Durchbruch des Bewusstseins von einer subjektiv-relativen auf eine objektiv-absolute Ebene. Dabei wird Gottheitsmystik, bei der die Vereinigung mit Gott oder einer Gottheit erfahren wird, anders erlebt als Naturmystik, bei der man sich als Einheit mit der Natur erfährt. Von der mystischen Erfahrung einer Erleuchtung spricht man nur dann, wenn die damit einhergehenden Veränderungen der Person unumkehrbar sind; der Begriff wird dann auch auf die grundsätzliche, andauernde neue Verfassung der oder des Erleuchteten übertragen.

Mystische Erfahrungen können durch Meditation, Gebete, Askese, extreme körperliche Übungen, Kontemplation und andere praktische Verfahren zwar nicht erzwungen werden, doch können diese Methoden den Boden für ebensolche bereiten. Auch verschiedene Drogen können mystische Erfahrungen hervorrufen. Mystische Erfahrungen sind ein Phänomen, das in allen religiösen Traditionen bekannt ist. In Indien wurde mit dem Yoga eine Methode für jene entwickelt, die nach Erleuchtung streben und im Buddhismus hat sich über 2500 Jahre eine besondere Kultur der Suche nach Erleuchtung entwickelt. Die christliche Mystik besaß nicht immer eine fortlaufende Tradition innerhalb des Christentums. In der katholischen Kirche wird die Mystik besonders durch die Kirchenväter gelehrt; hier stechen die beiden Kirchenlehrer mit dem Ehrentitel ‚Lehrer der Mystik‘ (doctor mysticus) hervor, der hl. Johannes vom Kreuz und die hl. Teresa von Ávila.“

Mystik in der Antike

Sokrates

Sokrates (* 469 v. Chr. in Athen; † 399 v. Chr.) ist ein für das abendländische Denken grundlegender griechischer Philosoph. Michel de Montaigne nannte ihn den „Meister aller Meister“ und Karl Jaspers schrieb: „Sokrates vor Augen zu haben, ist eine der unerlässlichen Voraussetzungen unseres Philosophierens.“[1]

Sokrates war ein erleuchteter Meister (Mystiker).[2] Er besaß die Eigenschaften Gelassenheit, Güte und Heiterkeit. Es gibt viele Berichte von seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten. Er konnte stundenlang in Meditation fallen, im Winter barfuss gehen und sehr viel Alkohol trinken, ohne jemals betrunken zu sein. Er lebte in strenger Führung durch seine innere Stimme, deren Herkunft er als göttlich ansah. Er betete regelmäßig.

In Bezug auf das Weiterleben nach dem Tod bevorzugte er eine offene Perspektive: „Eins von beiden ist doch das Totsein: Entweder ist es ein Nichts-Sein, und keinerlei Empfindung mehr haben wir nach dem Tode – oder es ist, wie es erzählt wird, irgendeine Versetzung und eine Auswanderung der Seele aus dem Orte hier an einen andern.“[3] Da Sokrates das Gebet praktizierte, neigte er vermutlich eher zu einem Weiterleben nach dem Tod als zu einem Nichtweiterleben.

Wir können Sokrates als den geistigen Vater der heutigen wissenschaftsbetonten Zeit ansehen. Er war ein Anhänger der Vernunft. Er beschäftigte sich intensiv mit der Frage nach der Wahrheit. Was ist wahr und was ist falsch? Was ist der Weg des wahren Lebens?

Sokrates gab keine fertigen Antworten. Er überließ es jedem seiner Schüler selbst, seinen eigenen Weg der Wahrheit zu finden. Sokrates war ein Lehrer des individuellen Glücksweges. Drei Dinge gab er seinen Schülern mit auf den Weg: 1. Bemühe dich um Einsicht und Wahrheit. 2. Bemühe dich darum, dass deine Seele so gut wie möglich werde. 3. Um eine gute Seele zu erhalten, solltest du die vier Tugenden Weisheit, Mäßigung, Tapferkeit und Gerechtigkeit pflegen.[4]

Antisthenes

Diogenes mit seinem inneren Licht.

Antisthenes war ein Schüler von Sokrates. Er lebte von 445 v. Chr. bis 365 v. Chr. in Athen. Er gilt als Begründer des Kynismus und Ahnherr der stoischen Philosophie. Sein wichtigster Schüler war Diogenes, der einer Legende nach in einer Tonne lebte. Der Glücksweg von Antisthenes ähnelt der Philosophie des Buddhismus und des indischen Yoga. Durch ein Leben der Ruhe, der Bescheidenheit und der Gedankenarbeit löst man seine inneren Verspannungen auf. Sind der Körper und der Geist entspannt, entstehen von alleine (durch Gnade) innerer Frieden, inneres Glück und Erleuchtung.

Platon

Platon lebte von 428/427 v. Chr. bis 348/347 v. Chr. in Athen,. Er war ebenfalls ein Schüler von Sokrates. Laut Platon hat die menschliche Seele drei Teile: Die Vernunft, den Willen und das Begehren. Ein Mensch ist nur dann glücklich, wenn alle drei Seelenteile im Gleichgewicht sind. Platon überlegte, wie man einen guten Staat aufbauen kann. Er schlug vor die Führung den Weisen zu übertragen. Man könnte es heute so ausdrücken, dass die Wissenschaft im Zentrum der positiven Organisation eines Staates stehen soll.

Ein Schüler von Platon war Aristoteles. Nach Aristoteles ist glücklich, wer die in ihm liegenden Tugenden und Tüchtigkeiten entfaltet. Vollendet glücklich kann ein Mensch genannt werden, wenn er mit äußeren Gütern hinreichend ausgestattet ist und sein Leben tugendgemäß verbringt.

Epikur

Epikur in der Meditation.

Epikur lebte von 341 bis 270 vor Christus in der Nähe von Athen mit seinen Freunden auf einem schönen Grundstück mit einem Garten. Epikuräer werden in der westlichen Philosophie oft mit den Hedonisten, den Anhängern der Genussphilosophie von Aristippos, verwechselt. Beides sind aber völlig verschiedene philosophische Wege. Ein Epikuräer verkörpert einen gemäßigten Weg des inneren Glücks (der Mystik) und ein Hedonist den Weg des extremen äußeren Glücks.

Epikur lehrte das positive Denken. Ein Leben wird dann glücklich, wenn man sich beständig im positiven Denken übt. Epikur nannte es „philosophieren.“ Ein Mensch sollte jeden Tag philosophieren. Er sollte über den Sinn des Lebens nachdenken und sich immer wieder auf seine positiven Ziele besinnen. Er sollte es vermeiden, sich zu viele Sorgen zu machen. Ein Leben wird nach Epikur dann glücklich, wenn man alle Dinge im richtigen Maß lebt. Jeder Mensch sollte das für ihn persönlich genau richtige Maß an den äußeren Dingen des Lebens finden. Er sollte seinen Genug-Punkt kennen. „Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug.“ [5]

Das innere Glück kommt aus der inneren Ruhe. Wenn die Gedanken zur Ruhe kommen, entsteht Erleuchtung. Epikur empfahl es, in der Ruhe und aus der Ruhe heraus zu leben.[6] Dann lebt man wie ein Gott (Buddha) unter seinen unweisen Mitmenschen[7], denen der Weise aber auch hilft: „Die Freundschaft umtanzt den Erdkreis, uns allen verkündend, dass wir erwachen sollen zur Seligkeit.“[8]

Mystik im Mittelalter

Der mystische Kirchenlehrer Augustinus

Augustinus von Hippo

Nach Augustinus von Hippo, der von 354 bis 430 lebte, liegt das Endziel alles menschlichen Strebens in der mystischen Glückseligkeit.Glückseligkeit könne der Mensch nicht durch viele weltliche Güter erhalten, sondern allein durch Gott. Dauerhaftes Glück sei nur durch ein Leben in Gott möglich. Gott sei das höchste Glück, dass ein Mensch erreichen kann: denn du hast uns zu dir hin geschaffen und ruhelos ist unser Herz, bis es ruht in dir. [9]

Pseudo-Dionysius Areopagita

Der wichtigste Vertreter der sogenannten mystischen Theologie ist Dionysius Areopagita (um 500 nach Christus). Nach ihm sehnt sich die menschliche Seele nach Gott. Dieses Sehnen kann nur durch die mystische Vereinigung mit Gott befriedigt werden. Über den Dreischritt Reinheit (katharsis), Erleuchtung (photismos) und Einigung (teleiosis) lässt sich die Erkenntnis Gottes erreichen.

Denn durch diese Ekstase, (…) wirst du, nachdem du dir alles entfernt hast und von allem gelöst bist, zu dem überwirklichen Strahl des göttlichen Schattens gebracht. [10] Das göttliche Dunkel ist das unzugängliche Licht, in dem (…) Gott wohnt. (…) Darin befinden sich alle, die würdig geworden sind, Gott zu erkennen und zu schauen.[11] Es ist notwendig, (…) in die Finsternis hineingehen, wo der, der jenseits von allem ist, wie die Schrift sagt, sich wirklich befindet. [12] Es ist (…) notwendig, wie ich meine, die absprechenden Verneinungen zu preisen. [13]

Franz von Assisi

Franz von Assisi (* 1181/1182 in Assisi, Italien; † 1226) lebte streng nach dem Vorbild des Jesus von Nazaret (sogenannte Imitatio Christi). Er nahm den Begriff Armut in der Bergpredigt wörtlich und führte ein spirituelles Leben der Armut und der Liebe zum Nächsten. Diese Lebensweise zog viele gleichgesinnte Gefährten und Nachahmer an.

Franz von Assisi stammte aus einem reichen Elternhaus. In seiner Jugend führte er ein ausschweifendes Leben, aber es machte ihn innerlich nicht glücklich. Nach einer Sinnkrise änderte er sein Leben radikal und begann als Einsiedler zu leben. Er pflegte die Aussätzigen, die außerhalb der Stadtmauern leben mussten. In seinem Testament schrieb er: Und der Herr selbst hat mich unter sie geführt, und ich habe ihnen Barmherzigkeit erwiesen. Und da ich fortging von ihnen, wurde mir das, was mir bitter vorkam, in Süßigkeit der Seele und des Leibes verwandelt. [14] Der Weg der umfassenden Liebe aktivierte seine Erleuchtungsenergie (Kundalini). Wer sich in seinen Mitwesen sieht und allen Wesen Glück wünscht, der gelangt dadurch in ein Einheitsbewusstsein und erweckt sein inneres Glück.

Meister Eckhart

Eckhart von Hochheim, bekannt als Meister Eckhart (* um 1260; † vor dem 30. April 1328 in Avignon) war ein bedeutender spätmittelalterlicher Theologe und Philosoph. Er ist in wichtiges Verbindungsglied der westlichen Philosophie zu den östlichen Religionen, weil er ein unpersönliches Gottesbild hat und einen meditativen Erleuchtungsweg lehrt. Gott ist in der Stille zu finden, im Sein, in der Gelassenheit und in der inneren Abgeschiedenheit von den weltlichen Mitmenschen. Wer alle weltlichen Anhaftungen loslässt, kann aus der Liebe Gottes heraus leben.

Der Mensch soll sich nicht genügen lassen an einem gedachten Gott. (…) Wer Gott im Sein hat, (…) dem leuchtet er in allen Dingen; denn alle Dinge schmecken ihm nach Gott, und Gottes Bild wird ihm aus allen Dingen sichtbar. (…) Dazu gehört Eifer und Hingabe und ein genaues Achten auf des Menschen Inneres. (…) Er muß eine innere Einsamkeit lernen, wo und bei wem er auch sei. Er muß lernen, die Dinge zu durchbrechen und seinen Gott darin zu ergreifen. (…) Fürwahr, soll er die Kunst beherrschen, so muß er sich viel und oft in dieser Tätigkeit üben. [15]

Meditieren ist nach Meister Eckhart hilfreich bei einem Leben in Gott: Ganz still zu stehen und so lange wie möglich, das ist dein Allerbestes. [16] Gleichzeitig ist es aber auch wichtig den Weg der tätigen Nächstenliebe zu gehenAls Maria zu Füßen unseres Herrn saß, da lernte sie. (…) Aber späterhin, als Christus gen Himmel gefahren war und sie den Heiligen Geist empfangen hatte, da (…) lehrte sie und ward eine Dienerin der Jünger.[17]

Teresa von Avila

Teresa von Avila schreibt Die innere Burg

Teresa von Ávila (* 28. März 1515 in Ávila, Spanien; † 4. Oktober 1582) soll abschließend auch noch genannt werden, obwohl sie kurz nach dem Ende des Mittelalters gelebt hat. Die Philosophie des Mittelalters war von der christlichen Mystik geprägt; dazu gehört Teresa von Avila als wichtige Vertreterin. 1554 sah Teresa eine Darstellung des gekreuzigten Christus. Sie identifizierte sich mit seinem Leid, konnte dadurch ihr eigenes Leid auf einer tiefen Ebene annehmen, löste so die inneren Verspannungen (Ängste) auf und erweckte auf diese Weise die Erleuchtungsenergie (Kundalini) in sich.

Als Haupttechnik praktizierte sie die vier Stufen der Versenkung (das innere Gebet), die auch Buddha zum Kern seines spirituellen Übungsweges gemacht hatte. Bei Buddha bestehen die vier Stufen der Meditation aus dem Nachdenken (Probleme lösen, positive Gedanken finden), zur Ruhe kommen (Gedankenstopp), inneres Glück (Erwachen der Kundalini-Energie) und Samadhi (Egoauflösung, Erleuchtung, Verweilen im Nirwana). Die ersten beiden Stufen sind durch Willenskraft erreichbar, die zweiten beiden Stufen erfolgen aus Gnade. Teresa von Avila nannte diese vier Stufen: Gebet der Sammlung (über das Leben Nachdenken, das Vaterunser denken), Gebet der Ruhe (Kontemplation), Gebet der beginnenden Einigung (Glücklichsein in Gott) und Gebet der Einigung (Unio Mystica). [18] „Was ist doch die Seele in diesem Zustand! Sie möchte nichts als Zungen haben, um den Herrn zu preisen.“[19]

Heutige Mystik

Frère Roger

Frère Roger während eines Gebets

Frère Roger Schutz (* 12. Mai 1915 in Provence, Schweiz; † 16. August 2005 in Taizé, Frankreich) war der Gründer und lebenslanger Prior der ökumenischen Bruderschaft von Taizé. Die Communauté de Taizé (Gemeinschaft von Taizé, gesprochen: ‚te.se) ist ein internationaler ökumenischer Männerorden in Taizé, ungefähr zehn Kilometer nördlich von Cluny, Saône-et-Loire, Frankreich. Bekannt ist sie vor allem durch die in Taizé und verschiedenen anderen Orten ausgerichteten ökumenischen Jugendtreffen, zu denen allein nach Taizé jährlich etwa 200.000 Besucher vieler Nationalitäten und Konfessionen kommen. Frère Roger hat keine eigene Theologie entwickelt, sondern zeitlebens auf eine Versöhnung der christlichen Konfessionen hingearbeitet. „Lieben und es mit seinem Leben sagen“ war sein Lebensziel, das er auch Millionen Jugendlichen in Taizé mit auf den Weg gab.

Dalai Lama

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Der Dalai Lama segnet die Menschen.

Der Dalai Lama heißt mit seinem Mönchsnamen Tendzin Gyatsho (* 6. Juli 1935, Osttibet) und wurde 1989 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Er setzt sich für einen friedfertigen Dialog der Menschen ein. Dazu hat er eine große Zahl von Vortragsreisen rund um den Globus durchgeführt und viele Bücher geschrieben. Er hat den Buddhismus zu einer modernen westlichen Glücksphilosophie gewandelt.[20]

Einer seiner wichtigsten westlichen Schüler ist Matthieu Ricard, der sich von Gehirnforschern untersuchen ließ und seitdem scherzhaft als der glücklichste Mensch der Welt gilt. Über seinen Weg der Erleuchtung schrieb er: Ich kann wirklich von mir sagen, dass ich ein glücklicher Mensch bin. (…) Das intensive Gefühl des inneren Wohlbefindens, das ich heute in jedem Moment meines Lebens verspüre, entstand erst im Lauf der Zeit. (…) Wirklich unverzichtbar war für mich, meinen spirituellen Meistern zu begegnen und ihre Unterweisungen zu erhalten. [21]

Diskussion

(Zitat aus dem Buch Erleuchtung, Gott und Gottesbeweis/Philosophieforen f.)
„Shui: Ich bin nicht einmal davon überzeugt, dass Erleuchtung automatisch etwas mit Gott zu tun haben muss. Alleine das lässt deine gesamte Argumentation zusammenbrechen.

Nils: Ich zitiere Wikipedia: Erleuchtung bezeichnet nach der am weitesten verbreiteten Auffassung eine religiös-spirituelle Erfahrung, bei der das Alltagsbewusstsein eines Menschen überschritten wird und eine besondere dauerhafte Einsicht in eine, wie auch immer geartete, gesamtheitliche Wirklichkeit erlangt wird. Atheisten sprechen von der wahren Natur allen Seins oder der tiefen kosmischen Einheit aller Dinge. In theistischen Religionen ist das transzendente Element stets Gott.(…)

Christ: Mit Christentum hat die Erleuchtung überhaupt nichts zu tun. Jesus war auch nicht erleuchtet, ich weiss nicht wo du das her hast.

Nils: Das ist ein fundamentaler Irrtum vieler Christen. Du hast einfach nur nicht verstanden, was Erleuchtung ist. Erleuchtung ist die Entwicklung der persönlichen Heiligkeit. Erleuchtung ist Leben in Gott. Erleuchtung ist das Ziel des christlichen Glaubens.(…)

Rebecca: Hast du auch eine Antwort auf die „Theodizee-Fragen“?

Nils: Selbstverständlich. Wir können Gott nicht für das Leid auf der Welt verantwortlich machen. Wenn wir es tun, haben wir nicht verstanden, was Gott ist. Gott ist der Kosmos. Gott ist ein höheres Bewusstsein. Dieses Bewusstsein kann man personal oder unpersonal verstehen. Dazu einige bereits gemachte Aussagen von mir: „Das ist das Problem des personalen Gottesbegriffes. Wenn wir Gott als Person ansehen, ist das Leid auf der Welt nicht akzeptabel. Wenn wir Gott als höheres Bewusstsein ansehen, können wir einfach danach streben es auf der Erde zu verwirklichen und so die Verhältnisse verbessern. Wir können keinen anderen verantwortlich machen außer uns selbst. Der Kosmos an sich ist so wie er ist. Man kann ihn nicht durch die Begriffe gut und böse erfassen.“ „Viele Menschen zweifeln an Gott, weil es so viel Leid auf der Welt und in ihrem Leben gibt. Gott als großer Vater, der seinen Kindern das äußere Leben angenehm macht, ist ein Missverständnis. Erleuchtung ist inneres Glück. Zur Erleuchtung gelangt man oft gerade durch äußeres Leid. Wer sein Ego direkt in das Leid hineinopfert/auf das Leid meditiert, transformiert sich ins innere Glück. Gott als persönliches oder unpersönliches kosmisches Prinzip möchte alle Seelen zum inneren Glück entwickeln.“(…)

Literatur

  • Augustinus von Hippo: De beata vitaQuelle
  • Dalai Lama: Der Weg zum Glück. Sinn im Leben finden. Herder, Freiburg im Br. 2002, ISBN 3-451-27637-2
  • Dalai Lama: Die Liebe. Quelle des Glücks. Herder, Freiburg im Br. 2005, ISBN 3-451-28840-0
  • Dalai Lama/Howard C. Cutler: Die Regeln des Glücks. Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 1999, ISBN 3-7857-09161-7
  • Platon: Sämtliche Werke 1, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1994, ISBN 3-499-55561-1
  • Matthieu Ricard: Glück. Nymphenburger, München 2007, ISBN 978-3-485-01116-7

Einzelnachweise

  1.  Zitiert nach Eva-Maria Kaufmann: Sokrates. München 2000, S. 93 (Montaigne), S. 8 (Jaspers).
  2.  Nils Horn: Philosophie des Glücks (Epikur, Diogenes, Buddha, Jesus). 2010, Kapitel Sokrates und Epikur.
  3.  Platon, Apologie, Stuttgart 1982, S. 36.
  4.  Platon, Apologie, Stuttgart 1982, S. 36.
  5.  Johannes Mewaldt: Epikur. Philosophie der Freude. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1973, Seite 71.
  6.  Johannes Mewaldt, a.a.O., Seite 67.
  7.  Johannes Mewaldt, a.a.O., Seite 48.
  8.  Johannes Mewaldt, a.a.O., Seite 70.
  9.  Augustinus: Confessiones 1,1
  10.  Pseudo-Dionysius Areopagita: Über mystische Theologie, I.1.
  11.  Pseudo-Dionysius Areopagita: Brief V
  12.  Pseudo-Dionysius Areopagita: Über mystische Theologie, I.3.
  13.  Pseudo-Dionysius Areopagita: Über mystische Theologie, II.
  14.  Testament 1-3, zitiert nach Franziskanische Quellenschriften, Band 1
  15.  Josef Quint (Hrsg.): Meister Eckehart. Deutsche Predigten und Traktate. München 1979, s.60 f.
  16.  Quint, a.a.O., Seite 435.
  17.  Quint, a.a.O., Seite 289.
  18.  Erika Lorenz (Hrsg.): Lockruf des Hirten. Teresa von Avila erzählt ihr Leben. Kösel Verlag, München 1999, ISBN 3-466-20444-5, Seite 112 ff.
  19.  Erika Lorenz, a.a.O., Seite 126.
  20.  Wikipedia: Glück
  21.  Matthieu Ricard: Glück, Seite 371 f.

Siehe auch

Weblinks

Zitate aus dem Internet

(aus Atheisten und Christen/Zitate)

Angela Merkel (Bundeskanzlerin): „Der Glaube an Gott und die Nähe zur Kirche haben mich von Kindheit an geprägt und beschäftigt. Dieses lag nicht zuletzt daran, dass mein Vater zu dieser Zeit aktiver Pfarrer war und mit uns von Hamburg in die Uckermark nach Brandenburg zog, weil er der Überzeugung war, dass auch in der DDR gut ausgebildete Pfarrer gebraucht würden. Dort leitete er ein Seminar für den kirchlichen Dienst. Ich bin also in einer Familie groß geworden, in der das Christliche nicht nur den Lebensort, sondern auch die Lebenseinstellung prägte.

Wenn man sich in der DDR dazu entschieden hatte, sich zum Glauben zu bekennen und aktives Kirchenmitglied zu sein, konnte dieses deutliche Nachteile haben. Das betraf vor allem die Schulausbildung und die freie Studien- und Berufswahl.

Seit meiner Jugend wusste ich also, dass ich durch mein Bekenntnis zu Gott und zu seiner Kirche einem inneren Kompass folgte, der vom Staat und der Mehrheit der Bevölkerung als Richtungsweiser abgelehnt wurde. Es war auch nicht immer einfach, zu seinem Christ-Sein zu stehen. Im Gegensatz zu den meisten Jugendlichen ging ich zur Christenlehre und zum Konfirmandenunterricht und nicht zur Jugendweihe.

Durch meinen Glauben habe ich in dieser Zeit gelernt, dass es richtig sein kann, anders zu denken und anders zu entscheiden, als es andere Menschen tun. Das hilft mir heute in einer Zeit, in der allen alles gleichgültig scheint; denn es ist nicht alles gleichgültig. Das Christ-Sein und meine Erfahrungen, die ich als Christin sammeln konnte, schützten mich davor. Dafür bin ich dankbar. Es lohnt sich, sich für spezielle Ziele einzusetzen.

Mein Glaube lässt mich vieles kritisch hinterfragen, manchmal sogar meinen eigenen Glauben selbst. Und ich werde immer etwas stutzig, wenn gerade Christen in den schwierigsten Fragen zu allzu schnellen Ergebnissen kommen wollen, um für sich im Reinen zu sein.

Und deshalb sind der christliche Glaube und seine ausgebildete Kultur der Kompass, zu dem ich das Vertrauen habe, dass er die maßgebliche Richtung anzeigt. Mein Christ-Sein gibt mir Mut und Vertrauen nicht nur im privaten, sondern auch im politischen Geschäft, offen das auszusprechen, was ich denke.

Ich wünschte mir manchmal sehr, dass die Menschen auch in meiner eigenen Partei diesen offenen christlichen Umgang stärker pflegen würden. Die Zehn Gebote sind genauso unverzichtbares Fundament unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens wie das Doppelgebot der Liebe.


Ich habe niemals die Existenz Gottes verneint. Ich glaube, dass die Evolutionstheorie absolut versöhnlich ist mit dem Glauben an Gott. Charles Darwin (1809-1882), englischer Naturforscher


Religion und Naturwissenschaft schließen sich nicht aus, sondern sie ergänzen einander. Max Planck (1858-1947), deutscher Physiker (Begründer der Quantentheorie)


Materie an sich gibt es nicht, es gibt nur den unsichtbaren Geist als Urgrund der Materie …., den ich nicht scheue, Gott zu nennen. Max Planck (1858-1947), deutscher Physiker, Begründer der Quantentheorie


Im Herzen des Menschen befindet sich ein von Gott geschaffenes Vakuum, das durch nichts Erschaffenes erfüllt werden kann als allein durch Gott. Blaise Pascal (1623-1662), französischer Philosoph, Mathematiker und Physiker


Unruhig ist unser Herz bis es ruht in Gott. Augustinus (354-430), abendländischer Kirchenvater


Das wahre Glück finden wir nicht in den Dingen, sondern in der Tiefe unserer Seele. Theresia von Lisieux


Gott ist so groß, dass er es wohl wert ist, ihn sein Leben lang zu suchen. Therese von Avila (1515-1582), spanische Mystikerin


Wer glaubt, ohne Suchen Gott finden zu können, der glaubt zuviel. Angelus Silesius (1624-1677), deutscher Mystiker


Es ist die Aufgabe eines jeden Menschen, zu sich selbst zu kommen. Edith Stein (1891-1942), deutsche Philosophin, Ermordung im KZ


Je gesammelter ein Mensch im Innersten lebt, umso stärker ist seine Ausstrahlung. Edith Stein (1891-1942), deutsche Philosophin


Beten heißt: Aus verborgener Kraftquelle leben. Alexander Lowen, Psychotherapeut


Ich kann sagen, dass die meisten meiner Patienten krank wurden, weil sie ihre religiöse Lebenshaltung verloren hatten. Und keiner von ihnen, der sie nicht wiedererlangte, wurde wirklich geheilt. Carl Gustav Jung (1875-1961), schweizerischer Psychoanalytiker


Bei Sturm und Wetter ist Gott dein Retter.


Das größte Unglück ist der Bruch mit Gott.


Es sei jeder gesegnet der mir heute begegnet.


Gottes Segen möge dich begleiten – heute, morgen und zu allen Zeiten.


Halt hoch das Haupt, was dir auch droht. Brich mit den Armen gern dein Brot. Und lass dir deinen Glauben von keinem Zweifler rauben.


Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. (Dietrich Bonhoeffer)


Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen, und ganz gewiss an jeden neuem Tag. (Dietrich Bonhoeffer)


Bleib immer heiter, Gott hilft dir weiter!


Sorge nicht um das, was kommen wird. Trauer nicht um das, was vergeht. Aber weine, wenn du dahintreibst ohne den Himmel in dir zu tragen.


Viele Wege führen durch den Wald, wer sich nicht auskennt, verirrt sich bald.


Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.


Wenn Menschen dich verlassen und Glück wie Glas zerbricht, dann sollst du Gott umfassen, denn er verlässt dich nicht.


Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. Friedrich Christoph Oetinger (1702 – 1782), schwäbischer Theologe


Das zukünftige Christentum: Ein wenig Dalai Lama, ein bisschen Marienwallfahrt, ein Schuss protestantischer Antiklerikalismus, ein großer Löffel Esoterik und drei Körnchen Hildegard von Bingen. Johannes Friedrich, evangelischer Landesbischof


Die Kirche der Zukunft muss vor allem eine Kirche lebendiger Spiritualität sein. Der Christ des 21. Jahrhunderts wird ein Mystiker sein, oder er wird keiner sein! Karl Rahner (1904-1984), Religionsphilosoph


Gott ist nahe, wo die Menschen einander Liebe zeigen. Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827), revolutionärer Pädagoge


Lieben heißt einen anderen Menschen so sehen zu können, wie Gott ihn gemeint hat. Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821-1881), russischer Dichter


Wer Gott von Angesicht zu Angesicht sehen will, soll ihn in der Menschenliebe suchen. Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821-1881), russischer Dichter


Angesichts der Ewigkeit gilt eine einzige Währung: getane, gelebte Liebe. Dom Helder Camara, brasilianischer Erzbischof und Befreiungstheologe


Wenn wir die Bergpredigt konsequent umsetzen würden, könnten wir damit alle Probleme der Welt lösen. Mahatma Gandhi


Ich bekenne, dass ich, nachdem ich 60 Jahre Erde und Menschen studiert habe, keinen anderen Ausweg aus dem Elend der Welt sehe als den von Christus gewiesenen Weg. George Bernard Shaw (1856-1950), Nobelpreis für Literatur


Nicht da ist man im richtigen Kreis, wo man sich wohl fühlt, sondern wo man dem Reich Gottes am besten dienen kann. H. und A. Rudolph


Frage dich nur bei allem: Hätte Christus das getan? Das ist genug. Christian Morgenstern (1871-1914), Dichter


Wunderbar hat der evangelische Theologe Johann Spalding (1714-1804) das Glück definiert. In seiner Schrift „Die Bestimmung des Menschen“ (1748) ist die Religion die höchste Stufe des Glücks und der christliche Glaube die Kunst „mich recht zu freuen“. Altkirchliche Lehren wie die Erbsünde überwindet er. Sein Lebensziel nennt er: „Mit sich selbst im Reinen sein und Gott zum Freund haben.“


Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst Du das Unmögliche. Franz von Assisi (1181-1226)


Ohne Kontemplation geht der Aktion bald der Atem aus, und ohne Aktion verträumt sich die Kontemplation. Walter Nigg (1903-1988), schweizerischer Theologe


Gott hat jedem Menschen etwas gegeben, womit er andere glücklich machen kann. Phil Bosmans (1922-), belgischer Schriftsteller“


Weiterführende Literatur

Uta Ranke-Heinemann: Nein und Amen. Mein Abschied vom traditionellen Christentum. Wilhelm Heyne Verlag, 7. ergänzte Auflage 2007. Die große Frau des kritischen Katholizismus entwirft ein Bild von einem zeitgemäßen Christentum.

John Swindells (Hrsg.): Bede Griffiths. Ein Mensch sucht Gott. Wegweisender Prophet des 20. Jahrhunderts. Mönch, Mystiker, Meister. Verlag Vianova, 1998. Ein undogmatischer katholischer Priester gründet einen interreligiösen Ashram in Indien. Ein spannender und berührender Lebensbericht.

Michael Langer/ Josef Niewiadomski (Hrsg.): Die theologische Hintertreppe. Die großen Denker des Christentums. Pattloch, 2005. Eine humorvolle, fundierte und leicht zu lesende Einführung in die Theologie.

Zensho W. Kopp: Zen und die Wiederburt der christlichen Mystik. Ein Wegführer zum wahren Selbst. Schirner Verlag, 2004. Kopp entlarvt gnadenlos die spirituellen Irrtümer des Christentums und gibt viele Hinweise zum echten spirituellen Üben. Ein Muss für alle Christen und solche, die es waren oder werden wollen.

David Chadwick: Shunryu Suzuki oder die Kunst ein Zen-Meister zu werden. Leben und Lehren des Mannes, der Zen in den Westen brachte. O.W. Barth, 1999.

Keith Dowman: Die Meister der Mahamudra. Leben, Legenden und Lieder der vierundachtzig Erleuchteten. Diederichs, 1991. Die 84 Methoden, die zur Erleuchtung führen. Ein Grundwerk des tibetischen Buddhismus. Mahamudra ist eine Art undogmatischer Zenweg, entwickelt von tantrischen indischen Yogameistern auf der Grundlage tiefen psychologischen Wissens.

Abt Muho: Zazen oder der Weg zum Glück. Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2007. Ein junger Deutscher geht nach Japan, erbt ein Kloster und wird dort Zen-Meister. Nebenbei lernt er noch eine schöne Japanerin kennen, heiratet sie und wird Familienvater. Das könnte jedem von uns passieren.

Chan Khong: Aus Liebe zu allen Wesen. Die bewegende Lebensgeschichte des spirituellen Weggefährtin Thich Nhat Hanhs. Theseus Verlag, 2005. Thich Nhat Hanh ist ein undogmatischer Zen-Meister und neben dem Dalai Lama der bekannteste Vertreter des Buddhismus im Westen. Chan Khong ist eine Biologin, die zuerst als Sozialarbeiterin in Vietnam arbeitet, während des Krieges ihren Meister kennenlernt und mit ihm nach Frankreich geht. Sie geht durch eigenes Leid hindurch und gelangt durch die buddhistische Achtsamkeitsmeditation zur Erleuchtung.

Pyar Troll: Reise ins Nichts. Geschichte eines Erwachens durch den Satsang (Treffen) eines erleuchteten Meisters, 5. Aufl. 2004.

Annelie Tacke/ Eremitin im Himalaya (2003). Die Lebensgeschichte der deutschen Yogini Rose Schmitt.

Vicki Mackenzie/ Das Licht, das keinen Schatten wirft (1998). Die Lebensgeschichte der buddhistischen Yogini Ani Tenzin Palmo. Sie hat wie Rose viele Jahre als westliche Frau in einer Höhle im Himalaya gelebt und arbeitet jetzt im Westen als erleuchtete Meisterin. Selbst von Ani Tenzin Palmo ist das Buch „Weibliche Weisheit vom Dach der Welt“ (Taschenbuch 2002).

Matri Lila, Shri Anandamayi Ma. Ihr Leben und ihre Lehre (1999). Ein spannendes und humorvolles Buch einer großen erleuchteten Meisterin der heutigen Zeit.

Mata Amritanandamayi, Mutter der unsterblichen Glückseligkeit (1993). Die Lebensgeschichte von Amma.

Humorvolle und spannende Geschichten über Neem Karoli Baba gibt es in dem Taschenbuch von Ram Dass/Subtil ist der Pfad der Liebe. Karoli Baba war ein kleiner dicker Yogi zur Hippiezeit. Sein bekanntester Schüler im Westen ist der geniale Musiker Krishna Dass, der regelmäßig nach Deutschland kommt. Und auch der Psychologieprofessor Ram Dass ist sein Schüler (Schrot für die Mühle, 1995).

Tiefgehend ist Swami Muktananda/Spiel des Bewusstseins (1975). In der Autobiographie beschreibt er seinen Weg zur Erleuchtung.

Antonius der Große

Wikipedia: „Wüstenväter ist eine später aufgekommene Bezeichnung für frühchristliche Mönche, die seit dem späten 3. Jahrhundert, entweder einzeln als Eremit oder in Gruppen, ein zurückgezogenes Leben in den Wüsten Ägyptens und Syriens führten, bestimmt durch Askese und Gebet.“

Viel Ruhe und etwas Arbeit

Der Hauptgrundsatz der Wüstenväter lautete, dass man sich in seine Hütte (Zelle) setzen und dann den Weg des effektiven spirituellen Übens von innen heraus erspüren solle. Sie nannten es „deine Hütte wird es dich lehren.“[1]

Die Kunst auf dem spirituellen Weg ist es, genau das persönlich richtige Mass an Ruhe zu finden. Durch Ruhe und Meditation (Kontemplation) lösen sich inneren Verspannungen auf, die die Ursache für viele körperlichen Krankheiten und seelische Störungen (Angst, Sucht, Aggressivität) sind.

Zu viel Ruhe macht träge. Die Wüstenväter empfahlen deshalb nicht nur in der Hütte zu sitzen und auf den Geist Gottes zu warten, sondern auch regelmäßig etwas zu arbeiten. Andererseits warnten sie vor zu viel Arbeit. Wenn man einen Bogen überspannt, bricht er.[2]Wenn ein Eremit oder Mönch äußerlich zu aktiv ist, könne sich Gott, der die Ruhe bräuchte, nicht in ihm entfalten. Die Ruhe müsse so groß sein, dass sie von sich aus den Körper und den Geist von den inneren Verspannungen heilt. [3]

Bei den Eremiten in der Wüste wurde das ausreichende Mass an Ruhe grundsätzlich bereits durch ihr abgeschiedenes Leben erreicht.Viel Ruhe fühlt sich zuerst unerträglich an, und genau dadurch kommen die inneren Prozesse in Gang, die zur inneren Heilung (Heiligkeit, Gesundheit, Ganzwerdung) führen.[4] Probleme mit der ausreichenden Ruhe ergeben sich eher im Kloster. Hier besteht die Gefahr zu viel zu arbeiten, sich durch das Miteinander von sich abzulenken (die eigenen inneren Prozesse nicht mehr zu spüren) oder sich in äußeren Regeln zu verlieren. Ein Grundsatz der Wüstenväter war, jeden Tag nur so viel zu arbeiten wie der Körper, wenn er liegt, Raum einnimmt.[5] Gott sei der Mittelpunkt und nicht die Arbeit. Die Arbeit diene nur dazu, das Leben in Gott (im Licht) zu verwirklichen und zu bewahren. Ein Eremit müsse sensibel erspüren, wie viel Arbeit ihn dabei voran bringe.

Ängste und Süchte überwinden

Die Versuchungen des heiligen Antonius.

Entscheidend auf dem Weg der Erleuchtung (inneres Glück, im Licht leben) ist der Umgang mit den Gedanken. Der spirituelle Mensch muss einen Weg finden, seine inneren Verspannungen (Blockaden, falschen Geisteshaltungen) so weit wie möglich aufzulösen. Dann gibt es irgendwann einen inneren Umschwung und der Mensch ist im Glück. Er ist in sich heil geworden. Der Sieg über alles Leid ist das Erwachen des inneren Lichts.[6]

Michael Cornelius rät, dass man sich hinsetzen, schweigen und still werden solle.[7] Man solle seine Gedanken beobachten, untersuchen und bearbeiten. Wer zum inneren Frieden gefunden hatte, der ruhe in sich selbst, sei ganz da und könne jetzt seinen Geist offen der Welt um sich irgendwo herum zuwenden. Der indische Yogameister Patanjali rät sich den negativen Gedanken (das Problem) genau anzusehen und dann einen positiven Gegengedanken zu finden, mit dem der negative Gedanke aufgelöst oder überwunden werden kann. Anschließend verweilt man dann in einer ruhigen Meditation, läßt die Gefühle und Gedanken kommen wie sie wollen, von alleine zur Ruhe kommen und sich so ganz ausheilen.

Ein wichtiges Problem der Wüstenväter war der Umgang mit der Sexualität. Sie haben offen darüber geredet. Wer seine Sexualität verdrängt, blockiert in sich die innere Heilung.[8] Andererseits kann das freie und zu große Ausleben der Sexualität die Süchte verstärken und einen Menschen vom spirituellen Weg abbringen. Die Wüstenväter haben versucht,sensibel den persönlichen Weg der Auflösung von sexuellen Süchten und Beziehungssehnsüchten zu finden. [9]

Ein Wüstenvater überzeugte sich vom Alleineleben mit dem Gedanken, dass er für eine Beziehung viel arbeiten müsse. Das Leben als Eremit sei ruhiger und angenehmer.[10] Ein anderer Wüstenvater versuchte sich dahin zu bringen, Frauen nur noch als Menschen (Schwestern, Töchter, Mütter, Göttinnen) und nicht als sexuelle Wesen zu sehen. Ein dritter Wüstenvater hatte eine Freundin in einem nahegelegenen Ort. Als er von seinen Mitmönchen besucht wurde, versteckte er sie in einem geflochtenen Korb. Ein heiliger Vater entdeckte sie, verschwieg es jedoch vor den anderen Mönchen. Sanft nahm er nur nach dem Besuch den Eremit zur Seite und ermahnte ihn besser auf sich Acht zu geben. Das lässt sich auch so verstehen, dass man eine Beziehung leben kann, ohne jedoch seinen spirituellen Weg zu verlieren. Es gilt, das persönlich angemessene Maß zwischen körperlich-seelischen Bedürfnissen und spiritueller Zielstrebigkeit zu finden.

Der Weg der umfassenden Liebe

Die Wüstenväter haben sich mit der Frage beschäftigt, ob es wichtiger ist einem Mitmenschen zu helfen oder zu beten. Wer ist heiliger, der Helfende oder der Mensch, der sich auf das Gebet zu Gott (die Meditation, Kontemplation) konzentriert? Grundsätzlich sei beides wichtig.[11] Helfen sei aber heiliger als beten.[12] Wer als Helfender lebe, gelange durch die Liebe zu seinen Mitmenschen in ein Leben im Licht. Er könne sich aber beim Helfen verbrauchen und seine innere Ruhe verlieren. Deshalb bräuchte auch ein helfender Mensch die Ruhe und das Gebet, wenn er zu Gott finden will.

Der mittlere Weg zwischen Zielstrebigkeit und Lebensgenuss

Das Schwein ist das Symboltier des heiligen Antonius und steht für den mittleren spirituellen Weg. Etwas Freude, Genuss und Gemächlichkeit sind erlaubt. Sonst verspannt sich der Yogi. Die Erleuchtung kommt aus Gnade.

Die Wüstenmutter Amma Synkletika wusste, dass den Eremiten, die ein Leben in Gott führen möchten, viel innere Arbeit und harte Kämpfe bevorstehen. Aber am Ende gäbe es eine unaussprechliche Freude.[13] Um diese inneren Kämpfe durchzustehen und langfristig erfolgreich den Weg ins Licht zu gehen, konzentrierten sich die Wüstenväter auf den Tod.Wer an seinen Tod denkt, überwindet jederzeit seine Schwäche. Der Gedanke an den Tod und das Paradies gibt einem spirituellen Menschen die Kraft seinen Weg bis zum Ziel zu gehen.[14]

Andererseits solle man sich als Mönch oder Eremit aber auch nicht überfordern. Die Wüstenväter hatten dafür das schöne Beispiel mit der Blume. Manche Eremiten bräuchten in ihrer Hütte eine Blume, und manche bräuchten keine Blume. Angenommen, jemand könne nicht ohne eine Blume leben, dann solle er eine pflanzen. [15] Wer etwas Freude auf seinem Weg braucht, solle sich eine ausreichende Freude geben.

Die Botschaft der Wüstenväter für heutige Menschen

Das Leben in der Wüste. Die Wüstenväter lebten einzelnd oder in einer Übungsgruppe (Gemeinschaft).

Wie kann man als Mönch oder Eremit erfolgreich sein? Anselm Grün lehrt, dass es darum gehe, das eigene Hauptproblem zu finden (welches einen an einem Leben im Licht hindert) und dann systematisch daran zu arbeiten. Dort, wo die größte Gefährdung ist, sei auch die größte Chance. Man solle seinen Typ erkennen und dann danach seinen asketischen Weg gestalten. Man solle beobachten, was einen bindet und blockiert. Und es mit geeigneten Mitteln auflösen. Dann könne die Gnade Gottes sich in einem Menschen entfalten.[16]

Im indischen Yoga wird gelehrt, dass der Mensch grundsätzlich einen erleuchteten Meisterbraucht, wenn er auf dem spirituellen Weg Erfolg haben will. Ein erleuchteter Meister kenne das Ziel und den Weg. Er könne die Blockaden in seinen Mitmenschen sehen und ihnen spirituelle Energie übertragen. Die Wüstenväter meinten demensprechend, dass nur der seinem Nächsten Anweisungen geben kann, der ein ganzer Mensch ist (in sich selbst ganz, ein Heiliger, ein Erleuchteter).[17] Wer nicht selbst das Licht Gottes in sich habe, der solle sich jemanden suchen, der das Ziel aus eigener Erfahrung kenne. Viele Christen wenden sich in der heutigen Zeit an erleuchtete Meister aus dem Buddhismus und dem Hinduismus, die oft bereit sind auch Christen spirituell zu helfen, ohne dass diese ihren christlichen Glauben aufgeben müssen (Anandamayi MaMutter Meera,AmritanandamayiThich Nhat Hanh). Es gibt aber auch immer mehr Christen mit Erleuchtungserfahrungen (Frere RogerWilligis Jäger).[18]

Zitate

Meditationsbild: „Om heiliger Antonius. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg.“

Der Hauptgrundsatz der Wüstenväter lautete: „Setze dich in deine Hütte (Zelle), und deine Hütte wird dich alles lehren.“ Erspüre von innen heraus den für dich richtigen Weg des täglichen Übens. Was löst deine inneren Verspannungen auf? Wie kannst du deine Ängste und Süchte überwinden? Welche Übungen bringen dich am besten ins Licht?

Ein zweiter Grundsatz war: „Manche Eremiten brauchen in ihrer Hütte eine Blume, und manche brauchen keine Blume. Jeder sollte seinen eigenen spirituellen Weg gehen. Angenommen, jemand kann nicht ohne eine Blume leben, dann sollte er eine pflanzen. Wer jeden Tag etwas Freude auf seinem Weg braucht, sollte sich die Freude geben.“

Amma Synkletika: „Den Eremiten, die ein Leben in Gott führen möchten, stehen Arbeit und harte Kämpfe bevor, aber danach folgt unaussprechliche Freude.“ Ein Wüstenvater meinte dazu: „Ein Eremit, der sich auf seinen Tod konzentriert, überwindet jederzeit seine Schwäche.“ Der Gedanke an den Tod und das Paradies gibt einem spirituellen Menschen die Kraft seinen Weg bis zum Ziel zu gehen.“

„Sieh dich als Überwinder aller weltlichen Probleme. Erkenne, dass auch in einer äußeren Wüste innerlich ein glückliches Leben möglich ist. Visualisiere die Segnung durch den Heiligen Antonius.“ Konzentriere dich auf sein Bild. Denke seinen Namen als Mantra. Lass dabei sein Licht (seine Energie) in dich hineinfließen. Verweile in der Ruhe. Geh gesegnet durch dein Leben. (ausSpiritualWiki – Wüstenväter)

Einzelnachweise

  1.  Anselm Grün: Geistliche Begleitung bei den Wüstenvätern. Seite 36. Michael Cornelius, Seite 14.
  2.  Anselm Grün: Die Weisheit der Wüstenmönche. Seite 62.
  3.  Anselm Grün: Die Weisheit der Wüstenmönche. Seite 173.
  4.  Willigis Jäger in: Gregory Mayers: Weisheit aus der Wüste.‘ Seite 8.
  5.  Anselm Grün: Der Weg durch die Wüste. Seite 52.
  6.  Michael Cornelius, Seite 39.
  7.  Michael Cornelius, Seite 14.
  8.  Nils Horn: Yoga, Sex und Rock´n´Roll. Verlag Lulu, Hamburg 2008.
  9.  Anselm Grün: Die Weisheit der Wüstenmönche. Seite 118.
  10.  Anselm Grün: Geistliche Begleitung bei den Wüstenväter. Seite 74.
  11.  Thomas Merton: Die Weisheit der Wüste. Seite 45.
  12.  Thomas Merton: Die Weisheit der Wüste. Seite 63.
  13.  Thomas Merton: Die Weisheit der Wüste. Seite 58.
  14.  Thomas Merton: Die Weisheit der Wüste. Seite 79.
  15.  Thomas Merton: Die Weisheit der Wüste. Seite 70 f.
  16.  Anselm Grün: Geistliche Begleitung bei den Wüstenväter. Seite 96 und 106.
  17.  Anselm Grün: Die Weisheit der Wüstenmönche. Seite 110.
  18.  Willigis Jäger in: Gregory Mayers: Weisheit aus der Wüste.‘ Seite 7.

Weblinks

Videos

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Wer und was ist Gott – Fakten in 4 Minuten – YouTube

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