Reinkarnation und Christentum

Autoren

Das Rad des Lebens im Buddhismus

Reinkarnation oder Wiedergeburt ist der Glaube, dass unsere Seele nicht nur ein einziges Mal auf der Erde lebt, sondern schon wiederholt hier gelebt hat und sich nach unserem Tod in kürzerer oder längerer Zeit wiederverkörpern kann.

Wikipedia zur Reinkarnation

Der Begriff Reinkarnation (‚Wiederverkörperung‘) bezeichnet Vorstellungen der Art, dass eine Seele oder fortbestehende mentale Prozesse (so oft im Buddhismus verstanden) sich nach dem Tod – der „Exkarnation“ – erneut in anderen empfindenden Wesen manifestieren. Die zahlenmäßig bedeutendsten Glaubensrichtungen, in denen Reinkarnation eine zentrale Rolle spielt, sind der Hinduismus mit weltweit etwa 900 Mio. und der Buddhismus mit 400–500 Mio. Anhängern. In diversen europäischen Staaten und den USA werden seit den 1960er Jahren statistische Erhebungen über die Verbreitung des Glaubens an Reinkarnation in der Bevölkerung durchgeführt. Sie ergaben Zustimmungsraten zwischen 10 und 30 %. Wesentlich höher ist mit 45 % das Ergebnis einer Umfrage in Brasilien.

Der Begriff der Reinkarnation taucht im Tanach nicht auf, wird aber an mehreren Stellen im Talmud durchaus kontrovers diskutiert und kann sogar als ein grundlegendes Element der Kabbala betrachtet werden. Der Idee der Reinkarnation begegnet man vor allem in der jüdischen Mystik, so zum Beispiel in dem einflussreichen Sefer ha-Bahir (‚Buch der Erleuchtung‘), das gemeinhin als das älteste Werk der jüdischen Mystik gilt. Nach der Veröffentlichung des weitaus bekannteren Sefer ha-Sohar (‚Buch des Glanzes‘) im späten 13. Jahrhundert wurde die Reinkarnationslehre für einige Zeit sogar Allgemeingut im (osteuropäischen) Judentum. Während viele (vor allem konservative und liberale) Juden heute die Idee der Reinkarnation nicht als Element ihres Glaubens ansehen, ist die Vorstellung der Wiedergeburt bei orthodoxen Juden (besonders bei den Chassidim) weit verbreitet. In manchen chassidischen Gebetbüchern (Siddur) findet sich beispielsweise ein Gebet, das um Vergebung für Sünden in früheren Inkarnationen bittet. Martin Buber hat in seinen Werken Die Legenden des Baalschem sowie Die Erzählungen der Chassidim mehrere Geschichten von Baal Schem Tow gesammelt, in denen dieser ganz konkrete Fälle von Reinkarnation darlegt und erläutert.

Die großen christlichen Kirchen und entsprechend auch die meisten Theologen lehnen die Vorstellung der Reinkarnation ab. Dennoch finden sich vor allem in der esoterischen Literatur der letzten Jahrzehnte zahlreiche Bibelinterpretationen, in denen Zitate aus dem Neuen wie auch dem Alten Testament als Belege für Reinkarnationsvorstellungen gedeutet werden. Zur gleichen Einschätzung kommt auch der protestantische Theologe Helmut Obst: „Von einer klaren Reinkarnationslehre kann keine Rede sein. Aber: Es gibt einige wenige Stellen, welche Aussagen und Andeutungen enthalten, die im Sinne der Reinkarnation zu verstehen sind oder entsprechend gedeutet werden können.“ Namentlich die „Elia-Täufer-Problematik“ in den Evangelien des Matthäus und des Markus mache es „unmöglich zu sagen, das Neue Testament kenne die Reinkarnationsidee überhaupt nicht.“ Dabei geht es um Johannes den Täufer, der als der wiedergekehrte Prophet Elija bezeichnet wird (Mt 11:13-14 EU).

Im frühen Christentum waren Reinkarnationsvorstellungen offenbar verbreitet, da sie in der platonischen Philosophie geläufig waren und durch konvertierte Heiden in christliche Milieus eingebracht wurden. Namentlich in den sogenannten gnostischen Strömungen waren sie präsent. Nach dem Verschwinden der christlichen Gnosis spielte Reinkarnation lange Zeit keine Rolle mehr im Christentum. Abgesehen von den Katharern im Mittelalter trat sie erst in der Neuzeit wieder auf. Ein relativ prominenter Befürworter der Seelenwanderung im deutschen Sprachraum war der Arzt Georg von Wedekind, der 1826 in einer protestantischen Kirchenzeitung und 1828 in dem Buch Über die Bestimmung des Menschen Christentum und Reinkarnation zu verbinden suchte. Auch bedeutende Dichter wie Friedrich Hebbel und Heinrich Heine griffen das Thema auf. Mit der „empirischen Reinkarnationsforschung“ trat im 20. Jahrhundert ein neues Thema in der Reinkarnationsdebatte in Erscheinung. Der renommierteste Vertreter davon war Ian Stevenson, der internationales Aufsehen durch seine Forschungen mit Kindern erregte, die spontan von „Erinnerungen“ an frühere Leben berichteten. Einen Schritt weiter geht die Reinkarnationstherapie, die versucht, „Rückführungen“ in frühere Inkarnationen psychotherapeutisch zu nutzen.

Wikipedia Reinkarnationsforschung

Reinkarnationsforschung untersucht Erinnerungen, die als solche an ein früheres Leben interpretiert wurden. Dabei wird geprüft, ob sich der Fall als Betrug, Selbstbetrug oder durch psychologische, parapsychologische oder spiritistische Annahmen erklären lässt. Für so scheinbar nicht erklärbare Fälle hält die Reinkarnationsforschung das Vorliegen einer tatsächlichen Reinkarnation für möglich.

Von den 1960er Jahren bis kurz nach der Jahrtausendwende untersuchte der Pionier der Reinkarnationsforschung Ian Stevenson über tausend Fälle von Kindern, die behaupteten, sich an frühere Inkarnationen zu erinnern. Seine Untersuchungen finden bei Reinkarnationsforschern besondere Beachtung. 1961 unternahm Ian Stevenson seine erste Forschungsreise nach Indien, wo er auf zahlreiche Fälle von Reinkarnation stieß. 1966 veröffentlichte er 20 davon in seinem weltweit bekannten Werk Twenty cases suggestive of reincarnation, das auch Fälle aus Ceylon (heute Sri Lanka) und Brasilien, dem Libanon (bei den Drusen) und Alaska (bei den Tlingit-Indianern) enthielt. Stevenson, der 2007 starb, war trotz seines zuletzt hohen Alters bis zu seinem Tod in der Erforschung solcher Fälle aktiv, die sich später auch auf die Türkei (bei den Aleviten), Birma, Thailand und Westafrika erstreckten.

Jeder Fall ist individuell daraufhin zu untersuchen, welche Erklärung für ihn am wahrscheinlichsten zutrifft. Gedächtnisfehler. Betrug. Selbstbetrug: Es gibt Fälle, die sich am leichtesten dadurch erklären lassen, dass Eltern Äußerungen ihres Kindes missverstanden und sich in ihrer Phantasie einen Fall zusammengereimt haben. Das bekannteste Beispiel dafür ist eine angebliche Reinkarnation des amerikanischen Präsidenten Kennedy in dem kurz nach seinem Tod geborenen Türken Kenedi Alkan (sein Vorname ist die türkische Schreibweise von Kennedy). Kryptomnesie: Unter Kryptomnesie versteht man eine Schein-Erinnerung an Dinge, deren Informationsquelle man vergessen hat. So kann ein historischer Roman oder Film den Inhalt einer vermeintlichen Erinnerung an ein Vorleben bilden. Reinkarnation: Für alle jene Fälle, deren Erklärung auf eine bisher genannte Weise nicht möglich oder extrem unplausibel wäre, vermutet die Reinkarnationsforschung das Vorliegen einer tatsächlichen Reinkarnation.

Anmerkung: Der bekannteste Wiedergeburtsfall in Indien ist Shanti Devi. Sie wurde 1926 in Neu-Delhi geboren und erinnerte sich bereits als Kind genau an ihr früheres Leben als Hausfrau im 128 Kilometern entfernten Mathura. Obwohl sie noch nie an diesem Ort gewesen war, konnte sie genau ihren früheren Ehemann, das Haus und die Stadt beschreiben. Sie erinnerte sich sogar an die Stelle, wo sie früher immer ihr Geld versteckt hatte. Am 24. November 1935 fuhr Shanti Devi begleitet von einer Untersuchungs-Kommission erstmals nach Mathura, wo sie mehrere Personen und Örtlichkeiten wiedererkannte. Auch soll sie ungewöhnliche Kenntnisse des lokalen Dialekts von Muttra gezeigt haben. Eine ausführliche Beschreibung des Falles gibt es in der englischen Wikipedia.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Was sagt die Bibel?
  • 2 Diskussion in einem Theologieforum
  • 3 Zitate
  • 4 Videos
  • 5 Siehe auch
  • 6 Weblinks

Was sagt die Bibel?

(Zitate aus Jesus.de 2012)

Mystiker: Gibt es Reinkarnation? Wie steht das Christentum dazu? Wie würdet ihr euch entscheiden, wenn ihr die Wahl hättet und noch einmal auf dieser Erde leben könntet?

Hadie: Nun, viele wissen, dass die Bibel nicht wörtlich genommen werden kann, es sei denn wir sind religiöse Eiferer. Wiedergeburt ist keine Glaubensfrage, denn wenn es das gibt, dann gibt es das auch, wenn ich nicht daran glaube. Auch Jesus sprach von Johannes dem Täufer als vom wiedergeborenen Elia. Auch für die Jünger muss dieses Wissen vorhanden gewesen sein, denn sie fragten Jesus, ob ein blindgeborener Mensch gesündigt haben kann?

Max: Also, ich möchte um keinen Preis der Welt nochmals auf die Erde kommen. Nochmals diese Welt mit all dem Schmerz, Leid und Tod……… Neee danke!

Lucan-7: Natürlich kann jeder glauben was er will und sich seine eigene Wunschreligion zusammenstricken. Was irgendwie jeder mehr oder weniger ohnehin tut.

alf.maelmack: Es gibt die Reinkarnation. Sie ist sogar überprüfbar. Durch Meditation. Kennen wir bei uns Christen aber nicht. Was wir nicht kennen, gibt es nicht nicht. Logisch, oder?

Katrin: Es gibt besonders „wissende Mystiker“, die sowas behaupten. Ich bin ja sowas von beeindruckt. Reinkarnation gibt es nicht. „Es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu leben, einmal zu sterben, danach aber das Gericht“ – sinngemäßes Zitat aus dem Römerbrief. Der Mensch hat niemals diese Wahl. Es ist vertane Zeit, sich bei solcher Traumtänzerei aufzuhalten.

Ralfwillswissen: Der biblische Befund, der für Reinkarnation sprechen könnte, ist sehr dünn. Hingegen gibt es viele Stellen, die dagegen sprechen. Vor allem wäre es doch recht seltsam, dass die Bibel bei einem so wichtigen Thema keine Klipp-und-Klar-Aussagen macht oder es irgendwie ausführt (wie reinkarniert man, nach welchen Regeln usw.).

Mystiker: Die Bibel ist eine Sammlung von verschiedenen Texten von verschiedenen Autoren. Manche Punkte wurden ausführlich behandelt und manche nicht.Manchmal wurden auch bestimmte Texte unterdrückt, wenn es den gerade in der Kirche Herrschenden nicht gefiel. Ich denke da insbesondere an das Thomas Evangelium, das den Weg der Ruhe und der Meditation betont. Durch diesen Weg kommt man zu echten Glaubenserfahrungen. Und es tauchen dann auch die früheren Leben im Geist auf, wie es bei den christlichen Wüstenvätern geschah. Vom heiligen Antonius wird berichtet, dass er Fresssituationen aus früheren Leben erlebte. Er sah dämonische Bestien, die ihn fressen wollten. Wenn frühere Leben bei der inneren Reinung der Seele auftauchen, dann sind es meistens belastende Situationen. Solche Situationen merkt man sich besonders und sie blockieren die Erleuchtungsenergie am meisten. Sie müssen deshalb gereinigt werden, wenn man auf dem spirituellen Weg voranschreiten will.

Es ist ein großer Fehler, dass die meisten Christen nicht meditieren. Jesus hat nach der Übertragung des Heiligen Geistes (der Erleuchtungsenergie) vierzig Tage in der Wüste meditiert. Dann konnte er den Teufel (seine weltlichen Anhaftungen) überwinden und zur Erleuchtung (Heiligkeit) durchbrechen. In der Bibel steht, dass ihm daraufhin die Engel dienten. Er konnte mit seiner spirituellen Energie seinen Mitmenschen helfen (heilen, Wunder tun). Jesus hat oft meditiert. Leider behandelt die Bibel dieses wichtige Thema sehr wenig, weil die Menschen, die später die Texte für die Bibel zusammengestellt haben, spirituell unwissend waren. Es wird jedoch erwähnt, dass Jesus einmal auf einem Berg meditiert hat. Wenn Christen wirklich Jesus nachfolgen wollen, dann sollten sie auch die Meditation praktizieren. Die Meditation ist ein Hauptweg zur Heiligung. Nur echte Heilige können die heutigen Menschen vom christlichen Glauben überzeugen. Die Menschen wollen echte Erfahrungen. Sie wollen spüren, dass die Christen die Dinge selbst erfahren haben, von denen sie reden. Und vor allem macht eine regelmäßige Meditation die Menschen liebevoll und sanftmütig. Jesus sagte, dass man seine Anhänger daran erkennt, dass die Liebe unter ihnen ist.

andi-ranze: Hebr. 9,27: „Und wie den Menschen bestimmt ist, „einmal“ zu sterben, danach aber das Gericht.“ Dieser Vers aus dem Hebräerbrief bringt die Aussagen der Bibel zum Thema „Reinkarnation“ auf den Punkt. Da Du angibst, Dich in der Bibel auszukennen, solltest Du wissen, dass schon Paulus die damals aufkommenden gnostischen Strömungen entschieden bekämpft hat.

Mystiker: Ich verweise auf das Evangelium nach Matthäus, Kapitel 11, wo Jesus gefragt wurde, ob Johannes der Täufer der wiedergekommene (wiedergeborene) Elia sei: „Ja, er ist Elia, der wiederkommen soll.“ (Mt 11,14) Jesus bezeichnete also höchst persönlich Johannes den Täufer als den wiedergekommenen Elia. Offensichtlich glaubte Jesus an die Reinkarnation. „Und als er vorbeiging, sah er einen Menschen, der blind war von Geburt an. Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Rabbi, wer hat gesündigt, so dass er blind geboren ist, dieser oder seine Eltern? Jesus antwortete: Weder dieser hat gesündigt, noch seine Eltern; sondern an ihm sollten die Werke Gottes offenbar werden!“ (Joh. 9,1-3). Hier gingen die Jünger von der Möglichkeit einer Reinkarnation aus. Wie sonst könnte jemand aus eigener Sünde heraus blind geboren werden?

fff: „Hebr. 9,27: Und wie den Menschen bestimmt ist, „einmal“ zu sterben, danach aber das Gericht.“ Dies stammt aus den Briefen des Paulus. Leite mir das bitte aus Aussagen von Jesus her. Ich orientiere mich mehr an den Aussagen von Jesus.

Mystiker: Danke für diesen Hinweis. Es ist die Lehre von Paulus. Jesus dagegen akzeptierte auch die Reinkarnation. Aus diesem Satz eine Ablehnung der Reinkarnation durch die Bibel herzuleiten, ist verfehlt. Es gab verschiedene Lehren zur Zeit von Jesus. Ich glaube, dass diese Lehren nicht im Widerspruch stehen. Ich glaube, dass die Paradieslehre und die Wiedergeburtslehre sich nicht widersprechen. Beides ist möglich. Eine Seele kann sich nach ihrem Tod entscheiden auf der Erde wiedergeboren zu werden oder sich im Jenseits weiter reinigen. Und sie kann ins Paradies aufsteigen und dort bleiben, wenn sie ausreichend spirituell geübt und ihr Herz gereinigt hat. Es ist sogar möglich, dass eine Seele ins Paradies aufsteigt und eines Tages wieder auf die Erde zurückkehrt, um den Menschen auf der Erde spirituell zu helfen. Dafür spricht die Aussage von Jesus über Elia. Und auch Jesus beabsichtig eines Tages zur Erde zurück zu kommen. Jesus vertritt damit die Lehre der Reinkarnation und insbesondere die Lehre, dass sich Erleuchtete auf der Erde inkarnieren können, um ihren Mitmenschen zu helfen. Und genau das entspricht dem Weg der umfassenden Liebe, den Jesus lehrte.

Wikipedia: In der christlichen Theologie bezeichnet Parusie die erwartete Wiederkunft Jesu Christi und mit ihr die Vollendung der Heilsgeschichte, nämlich das Kommen des Reiches Gottes. Von den ersten Christen wurde die Parusie noch zu ihren Lebzeiten erhofft. So schreibt z.B. Paulus im 1. Thessalonicherbrief: „Denn dies sagen wir euch nach einem Wort des Herrn: Wir, die Lebenden, die noch übrig sind, wenn der Herr kommt, werden den Verstorbenen nichts voraushaben. (1 Thess 4,15 EU)“ Heute betonen die großen Kirchen, dass der genaue Zeitpunkt der zweiten Ankunft des Messias nicht vorhersagbar ist.

Diskussion in einem Theologieforum

(Zitate aus Politikstube.de 2012)

CoCreator: Hallo allerseits, meines Wissens erkennen die christlichen Kirchen bis heute nicht die Wiedergeburt der Seelen an. Es soll jedoch eine Zeit gegeben haben, in der auch die christliche Kirche an Reinkarnation geglaubt hat, bis dann 553 auf dem Konzil von Konstantinopel die Präexistenz der Seelen und die Wiederverkörperung „abgeschafft“ wurde. Es gibt eine Unmenge an Literatur über Reinkarnation, es gibt die tibetischen Tulkus, die teilweise noch in ihrem letzten Leben gesagt, wo und wann sie (etwa) wiedergeboren werden und und …

Aaron: Hallo Ihr Lieben, um Euer Bewusstsein etwas zu erweitern, empfehle ich heute (Sonntag, den 08.08.2010) um 19.05 Uhr RTL zu schauen. Da könnt Ihr eine hypnotische Rückführung in ein früheres Erdenleben erleben.

CoCreator: Meiner Überzeugung nach sind Buddhisten und Hinduisten mit ihren Erklärungen weit näher an der Realität als die christliche Kirche. In einer neuen Inkarnation liegt eine neue Chance, Verfehlungen aus dem früheren Leben wieder auszubügeln. Das Versprechen der Erlösung („Jesus ist für uns gestorben, ihr werdet quasi automatisch von euren Sünden befreit“) halte ich für Volksverdummung, weil es den Gläubigen vorgaukelt, dass sie selber nichts oder nicht viel zu tun bräuchten und nur durch „Sünden bereuen und Mitlaufen“ schon das Himmelreich erreichen. Das ist mit Sicherheit nicht so.

Michael M: Es ist Prinzip nicht ganz so simpel. Jesus selber sagte auf der einen Seite, dass wer an ihn glaubt erlöst werden kann (das hast du richtig erkannt), aber er hat nie behauptet, dass dies alles sei. Merkst du was? „kann“, nicht „muss“. Auch wenn ich mich jetzt ein bisschen von den Fundamenten meiner Konfession entferne (nach denen Glauben und Gnade tatsächlich reichen würden, aber es gibt da eben auch noch die Schrift…) Und gerade die Schrift verdeutlicht, dass der Heilsweg kein Zuckerschlecken ist. Johannes 10,34: „Und er rief zu sich das Volk samt seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“

Aaron: In unserer Zeit glauben immer mehr Menschen an die Reinkarnation. Sie sind davon überzeugt, daß der Mensch nach einem Aufenthalt im Jenseits immer wieder auf die Erde zurückkehrt. Ist das Handeln eines Menschen dieser Welt verhaftet, sei es durch Begierden, Haß und so weiter, drängt die eigene Seele nach dem Tod zur Rückkehr in diese Welt. Erst dann, wenn in einem Erdenleben alle Verhaftungen gelöst, wirkliche Losgelöstheit erreicht wurde, ist eine Rückkehr in diese Welt nicht mehr notwendig.Sie kann aber weiterhin freiwillig erfolgen, um anderen Menschen bei der Loslösung zu helfen. Gute Taten schaffen nach dem Glauben der Reinkarnationsanhänger bessere Schicksalsvoraussetzungen in den folgenden Erdenleben, während schlechte Handlungen entsprechend negative Bedingungen verursachen. Nach Ansicht vieler Theologen (Frei, Küng, Aichelin, Hummel und andere), die sich mit der Reinkamationsproblematik auseinandergesetzt haben, seien Christentum und Reinkarnation unvereinbar. Diese Auffassung kann ich nicht teilen.

Nikodemus: Der Versuch Reinkarnation und Christentum zusammen zu bringen dürfte aussichtlos sein. In der Bibel findet sich kein Wort von Reinkarnation. Jede Argumentation die anders aussieht und mir bisher begegnet ist, lebt davon, einige Halbverse zusammenhangslos neu und in die gewünschte Richtung zu kombinieren. Nirgends in der Offenbarung findet man Reinkarnation, aber man findet das Gegenteil sehr deutlich: Zeugung/Schöpfung – Leben – Tod – Zwischenzeit – Jüngstes Gericht – Ewigkeit. In diese Richtung und das einmal.

easyliving: Ich hoffe auf eine wie auch immer geartete Existenz nach dem jetzigen Leben. Reinkarnation scheint mir da schon eher nicht die Möglichkeit zu sein, aber gänzlich ausschließen, ist unser Wissen und sind unsere Kenntnisse dazu nicht zu eingeschränkt. Alleine durch die Vielzahl an christlichen Kirchen zeigt sich doch die Interpretationsmöglichkeit der Bibel.

juen: Warum sollte der Glaube an Christus nicht mit der Reinkarnation vereinbar sein? Ich sehe die Frage eng mit der Frage nach dem Sinn des Lebens verknüpft. Mit der Reinkarnation ergibt das irdische Leben für mich erst einen richtigen Sinn, als Läuterung. Und so lässt sich eine göttliche Gerechtigkeit (jeder muss ausgleichen, was er „verbrochen hat“). Hat man das Klassenziel des irdischen Lebens nicht erreicht, so ist eine mögliche Reinkarnation eine Gnade Gottes.

Momoko: Reinkarnation gibt es nicht, weil darüber kein Wort in der Bibel steht.

juen: Ganz so einfach sollten wir es uns nun doch nicht machen. Wenn die Reinkarnation bewiesen wäre, würden wir uns auch nicht darauf berufen können, dass es nicht in der Bibel steht. Soweit ich weiß, gab es im Frühchristentum Kichenlehrer, die von der Reinkarnation überzeugt waren.

Nikodemus: Wenn die Reinkarnation bewiesen wäre, müssten wir sie natürlich annehmen.

Mystiker: Meinen Glauben an die Reinkarnation gründe ich hauptsächlich auf meine eigenen Erfahrungen. Ich habe im Laufe meines spirituellen Reinigungsprozesses über tausend frühere Leben gesehen. Als ich sieben Jahre als Eremit gelebt hatte, überkam mich bei einer Meditation plötzlich der Wunsch, meine früheren Leben zu wissen. Ich spürte geistig in der Zeit zurück und erhielt bei einem bestimmten Punkt eine Resonanz. Es trat eine Art innerer Widerstand auf. Dort spürte ich dann genau hin. Nacheinander ertastete ich so geistig vier frühere Leben. Ich konnte jeweils den Ort, die Zeit und auch etwas die Art des früheren Lebens erkennen. Wenn man systematisch alle Verspannungen im Körper und im Geist mit spirituellen Übungen auflöst, kommt man eines Tages zu der für einen persönlich richtigen Zeit an Stresssituationen aus früheren Leben heran. So geschah es auch beim heiligen Antonius, dem Begründer der christlichen Wüstenväter. Er erlebte Fresssituationen aus früheren Leben. Visionen mit dämonischen Bestien tauchten vor seinem inneren Auge auf. Alle großen Stresssituationen werden im Seelengedächtnis gespeichert. Wenn sich die Verspannungen lösen, tauchen in Träumen oder im Wachzustand Bilder oder kurze Szenen (kleine Filme) aus den Stresssituationen auf. Die Lösungsprozesse sind oft mit intensiven Körperreaktionen wie Unruhe, Muskelzittern, Hitze oder Kälte verbunden. Bei mir lösten sich zuerst die Verspannungen aus dem jetzigen Leben. In kurzen Filmszenen sah ich stressreiche Examenssituationen, Beziehungsstreitigkeiten und verdrängte Unfälle. Da ich die Stressereignisse noch in Erinnerung hatte, wurde mir der Zusammenhang zwischen spirituellen Übungen, der Auflösung von inneren Verspannungen und dem Auftauchen von Lösungsträumen deutlich bewusst. Ich lernte zu unterscheiden was ein Lösungstraum und was ein normaler Traum war. Nach elf Jahren als Eremit tauchten plötzlich die früheren Leben in meinem Geist auf. Zuerst lösten sich nur einzelne frühere Leben. Dann kamen ganz viele frühere Leben wieder an die Oberfläche meines Bewusstseins. Und nach etwa vier Jahren ebbte der Prozess langsam wieder ab. Anders als bei dem bewussten Hinspüren während einer Meditation kamen jetzt deutliche Kurzfilme. Ich konnte meistens alle Einzelheiten der jeweiligen Stresssituation und auch die Lebensumwelt erkennen. Aus den einzelnen Bildern konnte ich geographische und zeitliche Zuordnungen vornehmen.

Diskussion MyKath.de 213

Zitate aushttp://www.mykath.de/topic/31713-wie-kann-man-argumentieren-dass-es-gott-gibt/

Volker: Was verstehst Du unter “konkreten Hinweisen”? Wenn es nicht mehr ist als “ich denke es so, ich deute es so” handelt es sich nicht um Indizien. Ich kenne die Versuche zur Reinkarnation, bei der Menschen in Hypnose zu ihrem vergangenen Leben befragt werden. Nur ist es leider so, dass Menschen in Hypnose fabulieren und lügen können wie im Wachzustand auch, mit dem Unterschied, dass sie in Hypnose nicht wissen, dass sie fabulieren. Die Informationen, die sie geben, gehören genau zwei Kategorien an: Erstens, es handelt sich um Informationen, deren Wahrheitsgehalt allgemein bekannt ist oder sofort recherchiert werden kann, jeder Mensch kann also wissen, was sie sagen. Dass sie es nicht bewusst wissen ist kein Argument, da es unter Hypnose zu Hypermnesie kommt, die Erinnerung an Dinge, die man lange vergessen glaubte. Die zweite Kategorie umfasst Informationen, deren Wahrheitsgehalt sich heute nicht mehr prüfen lässt. Was vollkommen fehlt sind Informationen der einzig interessanten Kategorie: Etwas, was niemand wissen kann, was aber nachprüfbar ist. Ein Beispiel dafür wäre ein versteckter Schatz, dessen Lage heute niemand kennt, aber den man ausbuddeln kann, oder ähnliches. Das vollkommene Fehlen dieser Art von Informationen ist äußerst verdächtig.

Nils: Hier irrst du. Es gibt viele Fälle dieser Art. Die Reinkarnationsforschung sucht gerade nach diesen Fällen und hat viele gefunden. Mir ist zum Beispiel der Fall einer englischen Frau bekannt, die im Mittelalter in Frankreich als Hexe verbrannt worden ist. Sie konnte genau sagen, wo die Unterlagen liegen und was darin steht. Das war keinem Menschen vorher bekannt. Im Fernsehen gab es vor einigen Jahren mehrere Sendereihen zur Rückführungstherapie. In der Hypnose wurden bestimmte Fakten ermittelt, dann reiste ein Fernsehteam an den entsprechende Ort. Und dann wurde überlegt, ob die Person die Dinge vorher gewusst haben konnte oder ob es sich um den Fall eines echten früheren Lebens handelt. Einige Videos gibt es im Internet. Ich kann sie heraussuchen, wenn ich etwas mehr Zeit habe.Auch der Fall von Shanti Devi ist dehalb so interessant, weil sie Dinge wusste, die sich nicht wissen konnte. Sie wurde 1926 in Neu-Delhi geboren und erinnerte sich bereits als Kind genau an ihr früheres Leben als Hausfrau im 128 Kilometern entfernten Mathura. Obwohl sie noch nie an diesem Ort gewesen war, konnte sie genau ihren früheren Ehemann, das Haus und die Stadt beschreiben. Sie erinnerte sich sogar an die Stelle, wo sie früher immer ihr Geld versteckt hatte.

Beispiel: Dr. Arthur Guirdham war ein britischer Arzt, Psychiater und Schriftsteller. Er glaubte die Wiedergeburt eines Katharer Priester namens Roger de Grisolles in einer früheren Inkarnation gewesen zu sein. Eine ihm zugewiesene Patientin hatte immer wieder Albträume, in denen sie sich als Bauernmädchen in Toulouse, Frankreich, sah. Sie freundete sich (im Traum) mit einem Priester namens Roger de Grisolles an. Der wurde wurde verhaftet und starb im Gefängnis, das Mädchen wurde auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Das konnte sie ganz detailliert schildern. Auch Guirdham hatte ähnliche Albträume seit der Kindheit. Als er das der Patientin erzählte erklärte sie, er sei dieser Priester gewesen, das habe sie in ihren Träumen gesehen. Guirdham war beeindruckt und begann daraufhin zu forschen. Die Ereignisse und Namen in Smith Albträumen bestätigten sich. Es gab tatsächlich einen Roger de Grisolles, der im Jahre 1242 ermordet wurde. Darüber hinaus enthielten die Notizen die sich Smith früher zu ihren Träumen gemacht hatte, viel Hintergrundinformationen über die Katharer, welche damals den Wissenschaftlern nicht bekannt waren.Erst später konnten ihre Angaben bestätigt werden. (Zitat aushttp://1791.blogspot…r-guirdham.html)Zitat

Wikipedia: Shanti Devi: der bekannteste der indischen Fälle. Die am 12. Oktober 1926 in Delhi (Indien) als Tochter von Rang Bahadur und seiner Frau Prem Pyari geborene Shanti Devi begann im 3. oder 4. Lebensjahr Erinnerungen an ein Vorleben im Muttra (= Mathura in Uttar Pradesh) zu erzählen. Damals sei sie Lugdi Devi gewesen, die zweite Gattin des Stoffhändlers Kedar Nath Chubey, die am 18. Januar 1902 geboren wurde und nach der (am 25. oder 26. September 1925 erfolgten) Geburt ihres Sohnes Nabinata Lal am 4. Oktober 1925 in Agra im Wochenbett starb. Am 13. November 1935 erhielt Shanti Devi den Besuch von Kedar Nath und seinem Sohn und am 24. November 1935 fuhr sie (begleitet von einer Untersuchungs-Kommission) selbst erstmals nach Muttra, wo sie angeblich mehrere Personen und Örtlichkeiten wiedererkannte. Auch soll sie ungewöhnliche Kenntnisse des lokalen Dialekts von Muttra gezeigt haben.

Doku Reinkarnation Wer War Ich. Reise in ein früheres Leben (VOX, 45 Min.) https://www.youtube.com/watch?v=a8nbV1EFFjs

seelen-wanderung.de – Rückführung in frühere Leben durch Ralf D https://www.youtube.com/watch?v=U2tX8nkLl5A

Einer der spannendsten Fälle. Die Reinkarnation der Heiligen Elisabeth von Thüringen. Rückführung Elisabeth von Thüringen (https://www.youtube.com/watch?v=_9STOiomNzk 14Min.) Reinkarnation Rückführung Wiedergeburt – Teil 1 Dokumentation (https://www.youtube.com/watch?v=XYCgFrb4RZE 9 Min., Einleitung)

Matzdan: Es gibt nicht “viele Fälle”, sondern einige. Gegen diese übrig gebliebenen stehen Milliarden Fälle, bei denen nix vergleichbares berichtet wird. Selbst wenn es Reinkarnation geben sollte, praktisch hat es bei vielen Milliarden Menschen keine Auswirkung. Was nützt dir also die Reinkarnation?

Nils:Es ist erfreulich, dass wir einer Meinung darin sind, dass es einige Fälle dieser Art gibt. Selbstverständlich gibt es nur wenige Fälle, bei denen die Beweislage so eindeutig ist. Es gibt viele bekannte Fälle von Reinkarnation (nicht Milliarden, so viele wurden noch nicht geprüft). Aber es ist schwierig, diese speziellen Fälle zu finden. Die Reinkarnation gibt es bei vielen Milliarden und möglicherweise bei allen Menschen. Was wiederum eine interessante Frage ist. Ich halte es durchaus für denkbar, dass das Leben vielfältig ist. Manche Seelen reinkarnieren und manche entwickeln sich im Jenseits weiter. Jedenfalls entwickeln sich die Seelen. Darin sind sich alle Religionen einig. Wichtig ist, wohin wir uns entwickeln. Entwickeln wir uns vorwärts zu innerem Frieden, Glück und Liebe. Oder entwickeln wir uns rückwärts zu Leid, Unglück, Sucht, Angst und Hass.Das Wissen von der Reinkarnation ist hilfreich, weil wir dann über den Tod hinaus denken. Wir sollten uns bemühen positiv zu leben, damit es uns im nächsten Leben und im Jenseits gut geht. Wir können selbst etwas für ein gutes nächstes Leben tun. Und wir können auch beschließen, aus dem Kreislauf der Reinkarnationen auszusteigen. Wir können den Weg ins ewige Leben im Jenseits einschlagen. Aus dem Kreislauf der Reinkarnation kann man aussteigen, wenn man auf der Erde intensiv spirituell übt und vor seinem Tod erleuchtet ist. Oder einen erleuchteten Helfer wie Jesus hat, der einen beim Tod ins Paradies bringt. Ein Erleuchteter (Heiliger) hat bei seinem Tod nach der Lehre des indischen Yoga die freie Wahl, ob er ins Licht auf steigt und dort bleibt. Oder ob er auf die Erde zurückkommen möchte, um seinen Mitmenschen zu helfen. Im Buddhismus gibt es den Bodhisattva und im Hinduismus den erleuchteten Karma-Yoga (Siddha-Yogi mit besonderen Kräften). Viele erleuchtete Menschen kennen ihre früheren Leben und haben beschlossen immer wieder auf die Erde zurückzukommen. Ein Beispiel ist Amritatanandamayi, die in ihrem Buch “Mutter der unsterblichen Glückseligkeit” davon berichtete. Sie sah wie Buddha bei ihrer Erleuchtung ihre frühere Leben. http://de.wikipedia.org/wiki/Amritanandamayi

Volker: Das Problem ist, dass in diesen Fällen oft bewusst betrogen wird. Zudem, wie so oft, bleiben mehr Fragen offen als Antworten. Wie fast immer kann man in dem Film z. B. über Elisabeth von Thüringen einen eklatanten Kunstfehler beobachten: Ein Experte für das Schloss begleitet die Frau, die dann feststellt, wo Mauern oder Burggräben oder Hindernisse waren. Sorry, dabei kann sehr leicht das Kluge-Hans-Phänomen auftreten. In einer fairen Diskussion, oder wenn man wirklich am Wahrheitsgehalt einer Sache interessiert wäre, würde man überall dieselben Kriterien anlegen.

Nils: Ich bin auch für eine faire Diskussion. Und ich glaube, wir beide haben hier eine faire Diskussion. Was nicht bedeutet, dass wir bei den gleichen Fakten zu den gleichen Ergebnissen kommen. Man kann die Dinge immer unterschiedlich bewerten. Man kann Argumente verschieden gewichten. Als Atheist kann man alles immer mit den Argumenten Betrug, Selbsttäuschung oder Kunstfehler erklären.

Ich meine, dass man die genannten Fälle nicht durch Betrug erklären kann. Sicherlich kommt Betrug manchmal vor. Aber die genannten Fälle sind so wichtig und bekannt, dass sie von vielen Menschen gründlich überprüft worden sind. Das gilt insbesondere für den Shanti Devi-Fall, der mehrmals von Expertenkommissionen untersucht wurde. Es geht in der Reinkarnationsforschung gerade darum Betrug, Selbsttäuschung und Kunstfehler auszuschließen. Tatsächlich konnte so etwas nur in einige Fällen nachgewiesen werden. Die Mehrzahl der Fälle ist vom Sachverhalt unstrittig. Du kannst auch die vielen positiven Reinkarnationsfälle, die im Fernsehen aufgezeigt wurden, nicht alle durch mentrale Tricks erklären.

Volker: Ich meine, dass dies schon geht – und zwar deswegen, weil ich mehr über solche mentalen Tricks weiß als selbst die Mehrheit der Zauberkünstler. Es bleibt immer noch ein Rest, den man nicht erklären kann – außer durch Zufall. Mich erinnern die Diskussionen mit dem historischen Experten (etwa bei Elisabeth von Thüringen) immer ein wenig an „Cold Reading“ und Muskellesen. Zudem kann man unter Hypnose sich an Dinge erinnern, zu denen man längst keinen bewussten Zugang mehr hat.

Nils: Du hast deine Erklärungen. Du hast deine Theorien. Das will ich dir nicht nehmen. Jeder muss sich selbst die Dinge ansehen und dann seine eigene Entscheidung treffen. Die Menschen in den Videos haben gründlich überlegt und sich entschieden. Wenn sie eine Reinkarnation annehmen, muss man das erstmal akzeptieren. Außer man kann ihnen Denkfehler nachweisen. Auch als Zuschauer muss man letztlich eine innere Entscheidung treffen. Die wird bei einem überzeugten Atheisten sicherlich anders aussehen als bei einem Menschen, der für die Möglichkeit einer Reinkarnation offen ist. Du glaubst an den Atheismus. Ich würde dir deshalb grundsätzlich ein erkenntnisleitendes Interesse unterstellen. Ich finde es gut, dass sogar du annimmst, dass ein Rest bleibt, den man nicht erklären kann. So ist es. Ich persönlich habe über tausend frühere eigene Leben gesehen. Ich habe die Fakten überprüft und mir meine Überzeugung gebildet. Und damit möchte ich es belassen. Du hast deine Überzeugung und ich habe meine Überzeugung. Und das ist gut so. Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft.

Zitate

Reinkarnation leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet soviel wie Wieder-Fleischwerdung. Der Glaube an die Wiedergeburt ist auf der Erde weit verbreitet und findet sich beim größeren Teil der Menschheit. An Reinkarnation glauben zum Beispiel: große Gruppen schiitischer Muslime Westasiens, die Einwohner West- und Ostafrikas, soweit sie noch nicht gänzlich zum Islam oder zum Christentum bekehrt wurden, eine große Minorität der Einwohner Brasiliens, Ureinwohner des nordwestlichen Nordamerikas (Tlingits), Inuit von Grönland und Nordkanada bis Alaska. Demnach scheint die Reinkarnation zum Glaubensgut vieler alter Völker und Kulturen zu gehören. Auch dies beweist natürlich nichts, gibt aber doch zu denken: Wie kommt es, dass sich diese Idee gegen mehrere konkurrierende andere so entschieden durchgesetzt hat? Könnte sie nicht auf Erfahrungen beruhen, die die Menschen früher gemacht haben und vielleicht auch in der Gegenwart noch machen?

In der Geschichte des Abendlandes findet man den Glauben an die Wiedergeburt bei den Kelten Mittel- und Westeuropas ebenso wie bei den Wikingern Islands und Skandinaviens. Evans-Wentz (1911) entdeckte Hinweise auf ein Weiterbestehen des Reinkarnationsglaubens unter den keltischen Einwohnern Schottlands, Wales und Irlands noch in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts. Mit dem Reinkarnationsglauben der Gallier befasste sich Julius Caesar (De bello Gallico). Von ihren Priestern, den Druiden, schrieb er: „Die Hauptdoktrin, welche sie zu lehren suchen, besagt, dass Seelen nicht sterben, sondern nach dem Tode von einem (Körper) in einen anderen übergehen; und diesen Glauben halten sie für den höchsten Ansporn zur Tapferkeit, da die Angst vor dem Tode ausgeschaltet ist.“ Der älteste Zeuge für den Gedanken der Wiedergeburt in der abendländischen Philosophie ist Pythagoras (etwa 570-496 v.Chr.), der die Reinkarnation lehrte und behauptete, sich an seine eigenen vorangegangenen Leben zu erinnern. (Iamblichus, Life of Pythagoras, 1965) Unter den Philosophen der griechischen Antike sind Sokrates und Platon die bekanntesten Vertreter der Wiedergeburtsidee.

Der christliche Glaube schließt nicht von sich aus den Wiedergeburtsglauben aus, denn es gibt – wie noch gezeigt werden wird – keine unüberwindlichen Widersprüche zwischen beiden. Zunächst ist es nötig zu betonen, dass Christentum nicht identisch ist mit der Gesamtheit der Angehörigen der großen christlichen Kirchen und deren Glaubenslehren und schon gar nicht mit den so genannten Amtskirchen. Auch hat selbst die römisch-katholische Kirche im Laufe der Zeit eine Entwicklung durchlaufen und Veränderungen erfahren, von denen ihr verbindliches Glaubensgut, ihr Kanon, nicht unberührt blieb. So gibt es zwar eine durchgehende Tradition des Glaubens, die bis ins erste nachchristliche Jahrhundert zurückreicht, aber keine im Laufe der Zeit unverändert gebliebene Glaubenslehre. Konkret bedeutet das für unser Problem, dass die heute von den großen Kirchen des Westens durchgehend vertretene Ablehnung des Wiedergeburtsglaubens nicht als wesentlich und genuin christlich angesehen werden darf. So gibt es zum Beispiel nach Auskunft eines von mir befragten Erzpriesters der Orthodoxen Kirche in dieser kein Glaubensdogma, das sich mit der Frage der Reinkarnation beschäftigt. Es bleibt den Angehörigen der Kirche überlassen, ob sie daran glauben oder nicht. Der Erzpriester gab zwar an, den Gedanken an eine Wiederkehr auf die Erde als „bedrückend“ zu empfinden, wies ihn aber nicht gänzlich von sich und hielt ihn auch nicht für unvereinbar mit dem christlichen Glauben.

Was das Wiederaufleben dieses Interesses besonders bemerkenswert macht, ist, dass es nicht nur in der Popkultur oder am Rande des New Age, sondern in privaten Instituten, in akademischen Forschungszentren und Fachkonferenzen stattfindet, die eine ganze Reihe von Disziplinen umfassen. Das Esalen-Institut, das legendäre Zentrum für menschliches Potenzial, ist Sponsor eines jährlich stattfindenden privaten Treffens von Gelehrten aus den ganzen USA – darunter viele von führenden Universitäten – , um dieses Thema zu untersuchen. Dabei arbeitet eine überraschend große Anzahl dieser Wissenschaftler in dem üblichen konservativen akademischen Rahmen. Was nun die Begeisterung dieser Forscher entfacht, ist die große und stetig wachsende Fülle von Beweisen, die objektiv und empirisch analysiert werden können und die insgesamt gesehen auf die Existenz eines Lebens nach dem Tod hindeuten. „Bisher haben wir über 2.500 Kinder aus aller Welt aufgelistet, die sich an ihre früheren Leben erinnern.“ Mein Gesprächspartner, der mir dies mitteilte, war Dr. Jim Tucker, praktizierender Kinderpsychiater und Wissenschaftler an der Universität von Virginia in Charlottesville.

Videos

  • Weblinks

5 Kommentare

Comments RSS
  1. Yoga und Christentum – mystiker2 linked to this post.
  2. Gottesbeweis – mystiker2 linked to this post.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: