Religionspsychologie

Autoren

Saint Eloi ordination

Die Religionspsychologie ist ein Gebiet der Psychologie und der Religionswissenschaft, das sich mit psychologischen Fragen zur Religion befasst.

Wikipedia: Die Religionspsychologie untersucht Formen, Gesetze und Entwicklung des religiösen Lebens auf Ebene des Individuums oder der Gruppe. Sie betrachtet somit die psychischen Voraussetzungen und Vorgänge beim religiösen Erleben, Denken, Fühlen und Handeln. Dazu zählen beispielsweise religiöser Glaube und Zweifel, Gotteserlebnis, Ekstase, Reue und Schuldgefühle, Buße und Beichte, aber auch das Gebet. Außerdem untersucht die Religionspsychologie charakterologische Eigenarten der Religionsstifter, -träger und -repräsentanten ebenso wie die der Gläubigen.


Wikipedia:
 Das archäologisch belegbare Frühstadium lässt Animismus erkennen. Animisten betrachten die Welt als einen beseelten Kosmos. Für sie ist die spirituelle Welt die eigentliche Realität. Obwohl es keinen einheitlichen Animismus gibt, lassen sich doch wesentliche Merkmale aufzeigen, die bei den meisten animistischen Kulturen vorkommen. So ist dem Animismus jeder religiöse Überbau fremd. „Heilig“ im Sinne von „respektgebietend“, aber auch „respektfordernd“, ist die Natur in allen Ausprägungen. Es ist gerade die unmittelbare Natur, die selbst beseelt ist, und die sich durch Naturereignisse ausdrückt und auf diese Weise unmittelbar mit dem Menschen kommuniziert. In animistischen Weltanschauungen existiert der gesamte Kosmos in zwei Formen: einer materiellen Welt und einer geistartigen Welt (ähnlich dem christlichen Diesseits-Jenseits-Verständnis). Im Animismus hat der Mensch einen Körper und eine Seele, die in gewisser Unabhängigkeit vom Menschen existiert. Der Mensch lebt also in zwei Welten gleichzeitig, nach dem Tod des Körpers nur noch in der jenseitigen Welt. Mana ist die Kraft der Seele. Es kann sich in Menschen als Autorität, Charisma, oder Lebenskraft äußern. Mana wohnt zudem auch in Dingen und Wesen und kann genutzt werden, aber auch verloren gehen. Unerklärliche Vorgänge werden oft auf die Wirkung von Mana zurückgeführt (Wunder). Rituale, Kontakt zu den Ahnen und das Halten von Tabus vermitteln Mana. Gesunde Nahrung enthält Mana und gibt dieses an den Menschen ab.

Animismus und Hochreligion

Im Animismus mit Ahnenkult (vorwiegend in Kulturen von sesshaften Bodenbauern) sind es Medien, die eine Verbindung mit der Geisterwelt herstellen. Schamanen hingegen gibt es im Animismus ohne Ahnenkult, vorwiegend in nichtsesshaften Wildbeuter-Kulturen. Schamanen sind Vermittler von Wissen, von dem man voraussetzt, dass es im Jenseits vorhanden ist, und das als Handlungsanweisung in Krisensituationen aller Art dient. Dieses Wissen wird vom Schamanen in Erfahrung gebracht und in seiner diesseitigen sozialen Welt umgesetzt. Die Seele des Schamanen besucht, um an dieses Wissen zu gelangen, das Jenseits. Der Schamane ist gleichermaßen Priester wie Arzt, und Ratgeber in allen Fragen zu Interaktionen mit Natur und Gesellschaft. Unter den gutartigen Geistwesen mit hohem Status gibt es in praktisch allen Religionsformen mit animistischer Grundstruktur eines, dessen Stellung von keinem anderen übertroffen wird. Es ist das sogenannte Höchste Wesen.

Die agrarischen Kulturen entwickelten ein Pantheon von Gottheiten mit Mythen, Tempeln und Abbildern. Aus der nomadischen Lebensform (überliefert wurde die Israels) entsprang die geschichtswirksamste Gestalt eines abbildlosen bzw. abbildarmen Monotheismus, der sich in Ägypten (Echnaton) angekündigt hatte und später in der Philosophie des antiken Griechenlands und im Christentum und Islam mit unterschiedlichen Ausprägungen nahezu weltweite Verbreitung erfuhr. Die Globalisierung der letzten Jahrhunderte, in der Moderne durch Medien und Mobilität intensiviert, scheint eine Krise aller traditionalen Kulturen und Religionen mit sich zu bringen. Die Krise allerdings kann auch als eine „Verwandlung“ von Religion aufgefasst werden.

Aus der Sicht der Erleuchtung kann der Animismus als ein Weg zur Erleuchtung interpretiert werden. Der entscheidende Begriff ist Mana. Mana bedeutet spirituelle Energie und ist unter verschiedenen Namen in allen Religionen bekannt. Im Christentum ist es der Heilige Geist, der die Menschen erleuchtet. Im Yoga wird die Kundalini Energie aktiviert, um in ein Einheitsbewusstsein (Erleuchtungsbewusstsein) zu gelangen. Für Mana gibt es auch Namen wie Odem, Prana, Qi (China), Pneuma, Äther, Lichtenergie oder feinste Luft (siehe Wikipedia Feinstofflichkeit). Die spirituelle Energie ist eine Erfahrungstatsache. Ab einer bestimmten Entwicklungsstufe auf dem spirituellen Weg spürt man diese Energie. Man spürt sie als eine Art Licht, Wasser, elektromagnetisches Feld. Um Heilige wird oft eine Aura aus Licht gezeichnet. Oder es kommt ein Lichtstrahl vom Himmel. Auf diese Art kann man die feinstoffliche Energie darstellen. Die Nahtodforschung hat ergeben, dass es sich um ein reales Geschehen handelt. Der Mensch kann mit seiner Seele, die aus dieser spirituellen Energie besteht, aus dem Körper austreten, Dinge von außerhalb beobachten und nachher darüber Auskunft geben.

Vermutlich handelt es sich um eine Art Bewusstseinsenergie. Diese Energie kann denken, fühlen und psychosomatische Krankheiten heilen. Sie kann über höhere Dimensionen handeln und Dinge an entfernten Orten, in der Zukunft und der Vergangenheit wahrnehmen. Dieses wurde vielfältig untersucht, ist wissenschaftlich aber im Moment noch höchst umstritten. Für einen Erleuchteten sind diese Wirkungen bei sich selbst zu beobachten. Je weiter man in der Erleuchtung fortschreitet, desto größer werden die spirituellen Fähigkeiten. Man kann sie als Wunder bezeichnen. Die spirituelle Energie folgt aber bestimmten Gesetzmäßigkeiten. Durch die spirituelle Energie lebt der Erleuchtete in zwei Welten. Er lebt in der Welt der Energie (Lichtwelt), die er als das Wesentliche wahrnimmt. Er sieht sich als Licht, dass mit der Lichtenergie in der Welt handeln kann. Er kann zum Beispiel positive Gedanken, Kraft, Frieden und Liebe geistig übertragen. Gleichzeitig lebt er mit seinem materiellen Körper in der Welt der Materie. Durch seinen Körper ist er in der Lage auch materiell zu handeln. Nach dem Tod des Körpers kann er normalerweise nur noch geistig handeln und insbesondere den Menschen helfen, die sich geistig mit ihm verbinden. Das geschieht oft durch Träume. In diesem Zusammenhang gibt es auch die Möglichkeit des Channeling (Kontakt durch Medien, Propheten). Desweiteren können manche Menschen (Schamanen) auch mit ihrer Seele aus dem Körper austreten, in die jenseitige Welt reisen, dort hochentwickelte Seelen um Hilfe bitten und Informationen erhalten.

Der Weg der Erleuchtung ist es, diese spirituelle Energie zu entwickeln. Dafür gibt es verschiedene Übungen. Es gibt die Technik der Meditation, des Tanzes, des Gesanges, des Gebetes, des Opferns (des Egos) und der Visualisierung. Man visualisiert ein spirituelles Vorbild (Gott, Buddha, Engel) vor sich oder sieht sich als eins damit. Durch die Visualisierung in Verbindung mit Mantras (Gebeten, Gesängen) und Bewegungen (zum Beispiel segnen) kann die Erleuchtungsenergie aktiviert werden. Ab einer bestimmten Menge der spirituellen Energie verändert sich das Bewusstsein. Man spürt Liebe, Frieden und Glück in sich. Das Ich-Gefühl verschwindet und man erhält ein Einheitsbewusstsein. Man spürt sich eins mit der Welt und allen Wesen. Man identifiziert sich im Schwerpunkt nicht mehr mit sich, sondern mit der Gesamtheit. Man gelangt in eine Ebene der Transzendenz, die man als Gott, Kosmos oder Natur bezeichnet kann. Im Animismus war dieser transzendente Gott die Natur, die man als eigenständig handelndes Wesen begriff. Daneben gab es hochentwickelte (erleuchtete) Seelen, die man um Hilfe anrufen konnte. Im Monotheismus verschmolzen dann diese Eigenschaften. Gott wurde zugleich eine transzendente (Einheits-) Dimension und das höchste erleuchtete Wesen. Im Christentum entstand dann später die Lehre der Einheit (Verbindung) von Gott Vater (Transzendenz), Sohn (Erleuchtetem) und Heiligem Geist (spiritueller Energie).

Interview

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(Interview einer Psychologiestudentin für ihre Diplomarbeit mit dem Verfasser, etwa 1994)

Nils wurde 1952 geboren und lebt seit 1988 als Einsiedler in einem kleinen, sehr einfachen Haus am Rande von Hamburg. Nachdem er seine berufliche Laufbahn zunächst als Rechtsanwalt begonnen hatte, fing er im Alter von 30 Jahren an, sich intensiv mit dem Thema “Glück“ zu befassen. Er machte verschiedene Ausbildungen und lehrt heute das „Positive Denken“ und „Yoga“. Von Nils berichtete mir eine Freundin, die bei ihm einen Yoga-Kurs an der Volkshochschule besucht hatte. Meine Freundin erzählte mir, dass sich Nils intensiv mit dem Thema „Glück und Zufriedenheit“ beschäftigte, und sie brachte mir ein Buch von ihm mit. Nachdem ich es gelesen hatte, wußte ich, dass mir Nils einiges zu meinem Thema „Innerer Friede“ berichten konnte. So rief ich ihn an, erzählte ihm von meinem Anliegen, und Nils lud mich zu einem Gespräch zu sich nach Hause ein.

Das Gespräch mit Nils fand abends statt und dauerte ungefähr zweieinhalb Stunden. Die Atmosphäre zwischen uns beiden erlebte ich von Anfang an als sehr herzlich, offen und vertrauensvoll. Da Nils keine Heizung sondern nur einen kleinen Ofen besaß und es in seinem Zimmer noch recht kühl war, wickelte er mich in seine eigene Kinderdecke aus früheren Tagen und bat mich, es mir gemütlich zu machen. So fühlte ich mich gleich geborgen und freute mich auch sehr, als er mir kurz darauf noch drei kleine Gastgeschenke überreichte: Einen Schokoladenmaikäfer – sein persönliches Glückssymbol, da er im Mai geboren ist – sowie zwei Bücher von ihm. Nachdem Nils ein wenig über den Inhalt dieser Bücher gesprochen hatte, berichtete ich ihm von der „Methode des persönlichen Gespräches“ und stellte meine Einstiegsfrage.

Nils begann dann, nach einer längeren Zeit des Nachdenkens, ausführlich und spannend von seinen Erfahrungen zum inneren Frieden zu berichten. Da er von sich aus viel zu erzählen wußte, habe ich ihn während des Gespräches in erster Linie in seinen Ausführungen begleitet und nur vereinzelt Fragen an ihn gerichtet. Nils und ich haben oft miteinander gelacht, da Nils einige Themen sehr humorvoll darstellen und dabei auch über sich selber scherzen konnte. Am Anfang des Gespräches bat ich Nils, sich einen Moment Zeit zu nehmen und nachzuspüren, welche Bilder oder Gedanken ihm kamen, wenn er über den inneren Frieden nachdachte. Nils berichtete dann zunächst von seinem Eindruck, erst auf dem Weg zum inneren Frieden zu sein, aber doch schon sein Leben so zu leben, wie es für ihn persönlich richtig sei: „Mit meinem inneren Frieden ist das nicht so groß. Ich arbeite dran. Man könnte sagen, ich lebe meine Wahrheit, und das gibt mir das Gefühl von innerem Frieden.“

Nils berichtete dann, dass für ihn persönlich das Problem Angst bedeutsam sei: „Ich hatte als Kind eine sehr strenge Mutter und habe deshalb viele Ängste. Ich bin ein ängstlicher Mensch. Ich habe eine ängstliche Psyche. Ein wichtiges Thema ist deshalb für mich immer gewesen, wie ich mit diesen Ängsten umgehen kann. Wie schaffe ich das? Ich habe festgestellt, dass die Ängste ein Teil meiner Persönlichkeit sind und meine Aufgabe darin besteht, das zu akzeptieren.“ Nils hat zwei Methoden gefunden, die ihm helfen, mit seinen Ängsten zurecht zu kommen. Er kann sie durch spezielle Techniken bewältigen: „Ich habe alles Mögliche probiert. Mein Hauptweg ist es, sie zu managen, mit Hilfe des Yoga und des Positiven Denkens.“

Nils glaubt, dass die Menschen generell mit ihren „negativen Eigenschaften“ leben müssen, ihnen spirituelle Methoden jedoch helfen können: „Manche Leute neigen zu Ängsten, manche haben eine Wuttendenz. Grundsätzlich muss man damit leben, aber man kann seine negativen Eigenschaften mit psychischen Techniken managen und durch den spirituellen Weg langfristig auflösen. Man kann sich durch Yoga und Meditation auf eine andere Bewusstseinsebene erheben. “ Hierzu erzählte Nils die Geschichte vom Heiligen Nikolaus: „Der Heilige Nikolaus war ein christlicher Yogi, der so um 400 in der Türkei gelebt hat. Die Christen der Stadt Myra wählten ihn zu ihrem Bischof. Der Heilige Nikolaus war ein ängstlicher Mensch. Auch als er Bischof war, klagte er immer wieder darüber, dass er ständig von seinen Ängsten heimgesucht wurde. Aber eines Tages hat ihn Gott von seinen Ängsten befreit. Der Heilige Nikolaus saß an seinem Tisch und übergab Gott im Gebet seine Ängste. Er übte sich in der Gottüberlassenheit. Er opferte dem Kosmos seinen Eigenwillen. Plötzlich machte es “Zisch“, und die Ängste waren weg.“

Nils ist sehr glücklich, dass es für einen Menschen möglich ist, von seinen Ängsten befreit zu werden. „Es ist sehr erfreulich, dass er seine Ängste überwinden konnte. Wenn er seine Ängste durch den spirituellen Weg auflösen konnte, warum sollte ich es nicht auch tun können? Der Heilige Nikolaus ist ja schließlich mein Namensvetter. Nils ist eine Abkürzung für Nikolaus. Das „Heilige“ fehlt mir zwar noch (wir beide lachen), aber den Nikolaus habe ich schon.“

Nils erzählte mir bereits vor unserem Gespräch am Telefon, dass innerer Friede für ihn gleichzusetzen sei mit Erleuchtung. Er kam nun darauf zu sprechen, was dieses genau für ihn bedeutete: „Erleuchtung lässt sich ganz einfach erklären. Der Mensch hat in sich Verspannungen, im Körper und auch in der Seele. Und letztendlich ist Ängstlichkeit auch eine Form von Verspannung. Irgendwann ist sie einmal durch viele Angsterlebnisse entstanden. Erleuchtung bedeutet jetzt nichts anderes, als dass man durch bestimmte Übungen die Verspannungen auflöst. Und dann sind sie eines Tages weg.“ Ohne Verspannungen – so Nils – entsteht im Körper ein großes Wohlbefinden. „Wenn sich diese Verspannungen aufgelöst haben, ist der Körper frei von Verspannungen. Dann entsteht im Körper und auch in der Seele ein tiefes Wohlgefühl. Das heißt, man fühlt sich plötzlich wohl.“

Neben diesem Gefühl von innerem Wohlbehagen ist auch ein tiefer, friedvoller Zustand erlebbar. „Das ist nicht nur einfach Wohlgefühl, sondern man fühlt sich wohl mit sich, in sich. Und die Essenz, könnte man sagen, ist der innere Frieden. Innerer Friede auf einer ganz tiefen Ebene. Das heißt, (Nils atmet tief durch) die Ängste sind alle weg. Das ist faszinierend, man denkt, eben war ich noch ängstlich, und dann sind sie alle weg.“ Nils erzählte hierzu von einer Situation, in der sich während eines Spazierganges seine Verspannungen gelöst hatten. So konnte er – frei von allen Unzufriedenheiten – in eine andere Bewusstseinsebene gelangen und wirklichen Frieden in sich spüren. „Das war gestern so schön. Ich gehe jeden Tag zweimal eine Stunde spazieren und meditiere dabei. Plötzlich dachte ich: „Ach, dieses Scheißleben. Jetzt lebst du hier schon so lange allein als Yogi. Das ist so schrecklich. Du magst überhaupt nicht allein leben. Du würdest viel lieber mit einer Frau zusammen leben. Der spirituelle Weg ist völlig sinnlos. Kannst du nicht mal normal sein?“

„Ich war sehr unzufrieden mit mir. Ich fand mein Leben schrecklich. Dann ging ich weiter. Und plötzlich machte es “Plopp“. Plötzlich lösten sich viele Verspannungen. Und ich dachte: “Was ist denn nun? Völliger Frieden ist in mir. Alles ist so nett. Wie ist das schön hier. Die armen anderen Menschen, die leben alle falsch.“ (Wir beide lachen). Das war wirklich spannend. Durch meine Übungen habe ich erfahren, dass die Verspannungen aufgelöst werden können. Dann verändert sich der Bewusstseinszustand. Man kommt in eine andere Bewusstseinsebene. Ich empfand wirklich nur Frieden und Wohlgefühl mit mir. Ich war mit mir und der Welt zufrieden. So ungefähr funktioniert die Erleuchtung.“

Oft entsteht vor dem Bewusstseinswandel eine sogenannte Unlustphase, die auch Nils auf seinem Spaziergang deutlich wahrnehmen konnte. Er sagte, dass es sehr wichtig sei, diese Unlustgefühle durchzustehen, damit sich die Verspannungen wirklich lösen können. „Das ist typisch für den spirituellen Weg. Wenn sich Verspannungen auflösen, entsteht vorher eine Unlustphase. Das heißt, man ist massiv unzufrieden mit sich, mit der Welt und auch mit dem spirituellen Weg. Da muss man durchgehen. Wenn man nicht durchgeht, lösen sich die Verspannungen nicht, und man kommt nicht zum inneren Wohlgefühl.“ Nils beschrieb noch einmal, wie er selber auf seinem Spaziergang durch diese Phase hindurch gegangen und zu seinem inneren Frieden durchgestoßen war: „Die Unlustphase gestern war sehr massiv. Ich wäre am liebsten geflüchtet. Aber ich machte meinen Spaziergang. Ich konnte ja nicht rückwärts gehen. Das ging nicht. Ich musste vorwärts gehen. Ich kenne das Prinzip. Ich wußte, es sind noch zehn Schritte, dann bist du durch diese Phase durch. Dann bist du in einem anderen Bewusstseinszustand. Und so war es auch: Tapp, tapp, tapp. Zehn Schritte. Flopp, weg war es. (Nils atmet tief durch) Ah, es war herrlich, diesen inneren Frieden zu spüren.“

„Meine Erfahrung ist, dass sich in der Erleuchtung die Angst aufhebt. Das ist für mich faszinierend. Meistens war ich in diesen Erleuchtungserlebnissen ein bis zwei Stunden. In dieser Zeit hatte ich wirklich keine Ängste mehr. Vorher habe ich mir viele Sorgen gemacht. Ich hatte Angst vor dem Tod und vor der Einsamkeit. Ich dachte, dass ich alleine nicht glücklich sein kann. Dann trat ich in den Erleuchtungszustand ein und alles war plötzlich okay. “Einsamkeit? Es ist doch schön hier!“ (Wir lachen). “Ich kann es also wirklich bestätigen, dass der Mensch normalerweise mit seinen seelischen Tendenzen leben muss, sie aber in der Erleuchtung aufgehoben sind. Das heißt, man lebt als Erleuchteter in einem Zustand von tiefem Glück. Innerer Friede und inneres Glück sind zwei Dinge, die im Bewusstsein zusammengehören.“

Nils erzählte weiter, daß es vieler Jahre Übung bedarf, um an die eigenen Verspannungen heranzukommen. Wenn sich diese dann gelöst haben, stellt sich auch nicht sofort eine dauerhafte Erleuchtung ein. „Bei diesem Weg der Erleuchtung ist es normalerweise so, dass man viele Jahre übt. Und dann kommt man irgendwann an den Kernpunkt seiner Psyche ran. Das heißt, man kommt an tiefe Verspannungsschichten heran. Wenn sich diese Verspannungsschichten aufösen, entsteht Erleuchtung. Dann ist es aber auch nicht so, dass man jetzt dauerhaft erleuchtet ist, sondern es gibt Phasen, wo man wieder reinkommt. Und es gibt Phasen, wo man wieder aus der Erleuchtung herausfällt. Es ist ein sehr langer Weg, bis man dauerhaft erleuchtet ist.“

Zur Zeit befindet sich Nils in einer Reinigungsphase, in der sich viele Verspanungen ganz von alleine lösen. „Wenn man beständig seine spirituellen Übungen macht, kommt man irgendwann an den Punkt, wo die ganze verspannte Psyche in sich zusammenbricht. Dann entsteht soviel Energie im Körper, dass sich alles von allein löst. In dieser Phase hin ich jetzt.“ Nils begann an dieser Stelle den Weg zu beschreiben, der ihn an seine eigenen Grundverspannungen herangeführt hat. Ich möchte diese Schilderungen im folgenden gerne ungekürzt wiedergeben, weil ich sie sehr spannend und interessant finde. „Ich habe Jura studiert und hatte während des zweiten Examens starke Ängste. Danach bin ich in eine tiefe Depression geraten. In dieser depressiven Phase ging es mir wirklich schlecht. Ich habe Tabletten genommen, um meine Depression zu überwinden und um schlafen zu können. Nach einigen Wochen war ich tablettenabhängig. Die Tabletten haben nicht mehr viel genützt, aber ohne Tabletten ging es mir noch schlechter.“

„Ich wollte meine Tablettenabhängigkeit überwinden. Ich habe die Tabletten nicht mehr genommen. Aber dann konnte ich nicht schlafen. Ich wollte aber schlafen, weil ich sonst den ganzen nächsten Tag müde gewesen wäre und mich schlecht gefühlt hätte. Dieser Wunsch zu schlafen hat mich stark verspannt und mich letztlich am Einschlafen gehindert. Ich habe mir deshalb gesagt: “Ich nehme die Situation einfach an. Ich akzeptiere es, wenn ich nicht schlafen kann. Ich übe mich in der Bescheidenheit. Ich lebe einfach das Leben, wie es ist. Wenn du nicht schlafen kannst und wenn es dir schlecht geht, dann geht es dir eben schlecht.“ „Ich habe es konsequent geübt, mich nicht durch meine Gedanken zu verspannen. Es war ein großes Ringen in mir. Das ging über Wochen. Und dann kam ich plötzlich an den Punkt, da trat auf einer tiefen Ebene ein starkes Unlustgefühl auf. Ich wollte die Gedankenarbeit nicht mehr. Da habe ich mir in meine Erinnerung gerufen, dass ich meine Depression überwinden wollte. Es wühlte eine Woche stark in mir, und dann brach plötzlich der tiefe Verspannungskern in mir auf, es machte „Plopp“, und ich war alle Ängste los. Ich war zur Erleuchtung durchgebrochen. Ich hatte kein Ich-Bewusstsein mehr. Ich habe mich nicht mehr mit mir identifiziert. Es war alles ganz friedlich. Ich war alles. Ich war der Kosmos. Nach einer Woche hatte ich aber wieder ein neues Ich.“ Im Nachhinein bewertet Nils dieses Erlebnis als unvollständige Erleuchtung. „Wenn ich das jetzt rückblickend betrachte, würde ich sagen, ich hatte noch zu viele Verspannungen in mir. Deshalb konnte sich noch kein großes inneres Glück entwickeln. Die zweite Seite des inneren Friedens, das große innere Glück fehlte mir noch. Es war nur ein halbfertiger Erleuchtungszustand. Aber immerhin habe ich es geschafft, dadurch, dass ich konsequent an meiner Leidablehnung gearbeitet habe, meinen tiefen Verspannungskern aufzulösen und zum inneren Frieden zu gelangen.“

Nils sieht es auf dem Weg zur Erleuchtung als die größte Schwierigkeit an, zu dem eigenen tiefen Problemkern vorzustoßen. Ihn selber hat sein sehnlicher Wunsch, seine Depression loszuwerden, veranlasst, an seinem Innersten zu arbeiten. „Bei mir war das so. Ich hatte eine Depression. Ich wollte sie wirklich loswerden. Das hat mich dazu gebracht, konsequent durch meine inneren Widerstände hindurch zu gehen. Danach konnte ich durch meine spirituellen Übungen immer wieder leicht an diese tiefen Bewusstseinsebenen herankommen.“

Nils erzählte auch von seinem zweiten Erleuchtungserlebnis drei Jahre später, bei dem die Kundalini-Energie in seinem Körper aktiviert wurde. „Drei Jahre später habe ich ein Wochenendseminar bei dem taoistischen Meister Mantak Chia gemacht. Das hat in mir viel gereinigt. Und dann lag ich einige Monate später morgens im Bett und meditierte. Plötzlich stieg in mir aus dem Becken die Kundalini-Energie hoch, bis in die Mitte des Kopfes. “ Nils erklärte, dass es das Ziel im Yoga sei, diese Energie im Scheitelchakra zu aktivieren. Ihm selber ist dies bislang nur ein einziges Mal geschehen. „Da hatte ich die Erleuchtung auf der tiefsten Ebene. Das kann ich beschreiben als das Gefühl, in einer umfassenden Liebe zu sein. Alles ist Liebe. Es gibt dich nicht mehr. Du löst dich in dieser Liebe auf.“ „Dazu kam das Gefühl von innerem Frieden. Aus meiner Kindheit, weil ich ja diese strenge Mutter hatte, die immer an mir herumgemeckert hat, hatte ich das Gefühl von mir, ich bin nicht richtig, so wie ich hin. Als ich dann in diesem Zustand der tiefen Erleuchtung war, (Nils erzählt sehr befreit und losgelöst) da erkannte ich plötzlich, dass ich genau so richtig bin, wie ich bin! Ich bin nicht falsch, sondern ich bin richtig. Das war eine tiefe Befreiung.“

Nils fasst noch einmal seine zwei intensivsten Erieuchtungserlebnisse zusammen. „Das erste, nach der Depression, wo ich in ein kosmisches Bewusstsein kam. Und das zweite, wo sich meine Kundalini-Energie entfaltet hat und wo ich den Zielzustand erlebt habe.“ Nils berichtete von den Methoden, durch die man innerlich wachsen und zur Erleuchtung gelangen kann. Er erzählte zunächst vom Zen-Weg, der schnellsten, aber seiner Meinung nach auch sehr schwierigen Methode, um erleuchtet zu werden. „Was sind für mich die zentralen Methoden? Sai Baba (ein indischer Meister) lehrt als Kernmethode, sich einfach hinzusetzen und nicht zu denken. Das ist der reine Zen-Buddhismus. Es gibt ein Buch, in dem Sai Baba diese Methode einem seiner deutschen Anhänger gezeigt hat. Der Mann war sehr stark und spirituell sehr fortgeschritten. Er hat sich drei Jahre einfach nur an einem ruhigen Ort hingesetzt und meditiert. Er hat die Gedankenstopp-Technik praktiziert. Er hat drei Jahre lang konsequent nicht gedacht. Wenn Gedanken auftauchten, hat er sie wieder losgelassen. Dadurch lösten sich alle inneren Verspannungen. Das Ganze war für ihn ein sehr intensiver innerer Arbeitsprozeß. Nach drei Jahren war er erleuchtet. Das ist der ganz schnelle, ganz radikale, ganz brutale Weg. Setz dich einfach hin und denke so lange nicht, bis du erleuchtet bist.“

Nils praktiziert dagegen einen sanften Reinigungsweg. „Mein spiritueller Weg besteht darin, dass ich meine Verspannungen durch die fünf Techniken Liegen, Lesen, Gehen, Gutes tun (für eine glückliche Welt arbeiten) und Lebensfreude (das Leben auch etwas genießen) auflöse. Es ist klar, man entspannt sich, wenn man im Bett liegt und meditiert. Man löst Verspannungen, wenn man positive Bücher liest. Auch beim Spazierengehen lösen sich Verspannungen. Wenn man positiv denkt, lebt und arbeitet, lösen sich Verspannungen. Und wenn man im richtigen Maß die Freude lebt, tut das auch der Seele gut.“ Bei diesem Weg achtet Nils genau auf sein inneres Gespür, das ihm mitteilt, welche der Methoden er gerade anwenden soll. „Wenn ich das Gefühl habe, ich sollte spazieren gehen, weil das mir jetzt gut tut, dann tue ich das. Wenn ich das Gefühl habe, ich sollte mich ins Bett legen, weil das jetzt meine Verspannungen löst, tue ich das. Ich gehe zweimal am Tag eine Stunde spazieren. Ich meditiere dreimal am Tag. Aber nur im Bett liegen und spazierengehen, das wäre mir doch ein bisschen wenig (wir lachen). Deswegen lese ich außerdem in meinen spirituellen Büchern und arbeite jeden Tag drei bis vier Stunden. Und zwischendurch genieße ich das Leben auch etwas. Ich esse schöne Dinge, höre schöne Musik, sehe etwas fern und surfe im Internet.“

Nach einer kleinen Pause wendete ich mich an dieser Stelle des Gespräches noch einmal einem Punkt zu, den Nils bereits am Anfang des Gespräches erwähnt hatte. Er erzählte dort von den Energien anderer Menschen, die er heute so gut spüren kann. Ich fragte ihn nun, ob er mir darüber und allgemein über seine Beziehung zu anderen Menschen noch ein wenig ausführlicher berichten möchte. Nils berichtete daraufhin zunächst von seinem Wunsch nach einer glücklichen Welt. Er hatte sich bereits als Jugendlicher in der Politik engagiert und für soziale Werte eingesetzt. Diese Aktivitäten sieht Nils heute als Grundlage für sein Verantwortungsgefühl gegenüber seinen Mitmenschen. „Es war wirklich mein Wunsch, eine glückliche Welt zu schaffen und für Gerechtigkeit und Frieden einzutreten. Ich habe zehn Jahre lang intensiv in der Politik gearbeitet. Das hat mir ein Bewusstsein für die universelle Verantwortung gegeben.“

Im Gegensatz zu früher kann Nils heute die Energie zwischen sich und seinen Mitmenschen besser fühlen, so dass ihm der Umgang mit anderen leichter fällt. „Früher war ich etwas dogmatisch (wir lachen), da hatte ich Schwierigkeiten, mit anderen Menschen mitzufühlen und tappte öfter ins Fettnäpfchen. Ich habe Frauen gegenüber Dinge gesagt, die sie verletzt haben, ohne das zu wollen. Ich hatte einfach kein Gespür für andere Menschen. Das war sehr schwierig. Dadurch, dass ich jetzt Energie spüre, ist es leichter für mich.“

Nils hat ein größeres Bewusstsein für falsche, verletzende Äußerungen. Dennoch fehlt ihm auch heute noch manchmal das Feingefühl im Kontakt mit anderen. Allerdings werden ihm falsche Bemerkungen seinerseits nun sofort bewusst, und er kann sich schnell korrigieren. Er erzählte hierzu von einer Situation, wie sie ihm in einem seiner Kurse an der Volkshochschule widerfahren war. „Am Montag, in der Yoga-Gruppe, da fing eine Frau an, über den zu kleinen Raum zu meckern. Da habe ich gesagt: ‚Du, wir sind in einem Positiv-denken-Kurs!‘ Das war witzig von mir gemeint. Die ganze Gruppe hat gelacht, aber sie hat es verletzt. Ich habe sofort gemerkt, und das hätte ich früher nie getan, das war zu hart für sie. Sie hat dann 1 1/4 Stunden gebraucht, um es zu verarbeiten. Und erst bei der Meditation nachher, da löste es sich. Ein Gedanke des Verzeihens schwebte durch den Raum und kam bei mir an. Ich mache auch schon mal Fehler, aber ich kriege sie immer mit. Ich kriege es häufig gleich mit, wenn ich etwas zu hart sage, dann kann ich mich korrigieren oder bremsen. Von daher ist das Energiegespür sehr hilfreich.“

Auch zu Tieren kann Nils eine intensive Gefühlsebene aufbauen. Er erzählte von der Begegnung mit einem Reh, bei dem er ganz viel Liebe zwischen sich und dem Tier spüren konnte. „Ich spüre nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere. So ging ich eines Abends spazieren. Da standen Rehe auf der Wiese. Sie überlegten, ob sie flüchten sollten oder nicht. Ein Mutterreh, das hatte ganz viel Liebe in sich. Es betrachtete mich mit Liebe. Es rannte nicht weg. Vielleicht war es das Reh, das in der Nähe meines Hauses lebt und dort jedes Jahr seine Kinder großzieht. Ich spürte eine starke Verbindung von Herzchakra zu Herzchakra. Das Reh stand einfach nur da und sah mich voller Liebe an. Ich habe dann einige liebe Worte zu ihm gesagt. Ja, das war irre. Ich habe die Möglichkeit, auf einer ganz tiefen Ebene Kontakt zu Tieren aufzunehmen, weil ich sie energetisch spüren kann. Und ich denke, sie spüren mich auch.“

Am Ende unseres Gespräches fragte ich Nils, ob er noch etwas Wichtiges sagen mochte. Er berichtete daraufhin, dass Ruhe, Positives Denken und Visualisierungen für ihn die besten Methoden sind, um zur Erleuchtung zu kommen. Nils erzählte, dass es für ihn zwei Hauptformen der Visualisierung gibt. Zunächst erklärte er die Methode, auf den Kosmos, Gott, die Ganzheit zu meditieren. „Bei der Visualisierung gibt es zwei Möglichkeiten. Die eine besteht darin, sich mit dem Kosmos zu identifizieren. Im tibetischen Buddhismus gibt es die Übung, den Himmel voller Sterne zu visualisieren. Man kann auch die Natur, die Bäume, die Tiere und den Himmel betrachten, um in ein kosmisches Bewusstsein zu gelangen. Man kann allen Wesen Licht senden, den ganzen Kosmos mit Licht füllen, sich als eins mit dem Licht sehen und so sein inneres Glück erwecken.

Die zweite Methode ist der Vorbild-Yoga. Man visualisiert sich als Buddha, Shiva oder Jesus Christus und erweckt dadurch seine Kundalini-Energie. Bei dieser Technik spürt man als erstes, durch welches Vorbild man heute am besten in eine Erleuchtungsdimension hinein kommt. Dann versucht man sein Vorbild so genau wie möglich zu sehen und insbesondere dessen zentrale Eigenschaften gut zu erfassen. Ich stelle dazu gerne immer passende Statuen auf meinen Altar oder schaue mir ein Bild des erleuchteten Vorbildes an. Ich sehe es als Gegenüber oder identifiziere mich mit ihm. Dann finde ich ein Mantra, das die Visualisierung verdichtet und auf einen Punkt bringt. Ich versuche so intensiv wie möglich in die Energie des Vorbildes zu gelangen und mich innerlich einzuschwingen. Für die Ruhe habe ich Buddha als Vorbild, für die Kraft Shiva, für die Ego-Opferung Jesus und für das Geben von Licht und Liebe die Göttin Lakshmi.“

Nils erklärte darüber hinaus, dass es für ihn persönlich noch eine dritte Methode gibt, um zum inneren Frieden zu gelangen. Diese Methode besteht darin, ganz sich selbst zu leben und man selbst zu sein. „Ich habe festgestellt, ich brauche noch eine dritte Methode: Ich muss ganz der sein, der ich bin. Ich muss mit mir in Harmonie sein. Ich muss auf meine Art leben. Ich muss eine mir angemessene Lebensweise praktizieren. Ich brauche viel Zeit und Ruhe, ich muss etwas nach dem Lustprinzip leben, und ich brauche eine erfüllende Lebensaufgabe. Letztlich brauche ich einen tieferen Sinn, aus dem heraus ich lebe und den ich auf meine persönliche Art umsetze.“

Diskussion

Neun Heilige. Es gibt viele spirituelle Wege auf der Welt und auch im Christentum.

(Zitate Jesus.de 2012)

Helmut: Die Hauptfragen sind – ist Gott eine Energie oder ist er personal? – Ist das Endziel die Aufhebung aller Gegensätze oder der Sieg des Guten? – Stirbt jeder Mensch nur einmal, oder gibt es Reinkarnation? – Verläuft der Weg zur Rettung nach Gottes Plan oder gibt es viele Wege zu Gott?

Mystiker: Gott ist gleichzeitig Energie und personal. Das Endziel ist auf der Erde der Sieg des Guten und im Paradies die Aufhebung der Gegensätze (Löwe und Lamm leben friedlich zusammen). Es gibt die Reinkarnation. Ich kenne über 1000 frühere Leben. Aber nach meiner Aufassung gibt es viele Wege bei Gott. Ich kann mir auch vorstellen, dass sich manche Menschen nicht reinkarnieren, sondern im Jenseits spirituell weiter entwickeln. Ich glaube, dass alles nach Gottes Plan verläuft. Ich bin optimistisch, auch wenn die Dinge auf der Erde im Moment durchaus schwierig sind.

Helmut: An eine allgemeine Entwicklung der Religion, so wie in Wiki beschrieben, glaube ich nicht, und ich glaube auch nicht, dass die Spätdatierung von Mose, durch die er nach Echnaton angesiedelt wird, korrekt ist.

Mystiker: Ich sehe die Beschreibungen in der Bibel symbolisch. Sie wollen uns den Weg zur Erleuchtung zeigen und nicht historische Kenntnisse vermitteln.

Helmut: Und zwischen Mana und dem Heiligen Geist sehe ich schon deutliche Unterschiede. Du musst die Bibel schon zurechtbiegen, um aus dem Geist, der reden kann, betrübt, beleidigt und betrogen werden kann, also eine Person ist, so was wie Chi, Lichtäther etc. zu machen.

Mystiker: Es geht für mich nicht darum die Bibel zurechtzubiegen, sondern sie wirklich zu verstehen. Die spirituelle Energie ist Bewusstseinsenergie. Sie ist also Person und Energie gleichzeitig. Sie kann fühlen, denken, heilen und glücklich machen. Grundsätzlich ist sie mit dem Sender verbunden. Aber sie kann auch übertragen werden und eigenständig handeln. Nachdem Jesus zur Erleuchtung gekommen war heißt es in der Bibel, dass die Engel ihm dienten. So verstehe ich die spirituelle Energie.

Helmut: Nur ob das der Heilige Geist ist, oder ob sich da der Feind als Bote des Lichts tarnt, darüber sind wir offensichtlich unterschiedlicher Meinung.

Mystiker: Du siehst überall den Teufel, während es für mich keinen Teufel gibt. Für mich ist der Teufel ein Symbol für das Ego. Als Jesus den Teufel (sein Ego, seine weltliche Orientierung) überwand, gelangte er zur Erleuchtung und die Engel (die spirituelle Energie, der Heilige Geist) dienten ihm. Bei Buddha heißt es entsprechend, dass Mara ihn versuchte. Buddha streckte eine Hand zur Erde, Mara verschwand und Buddha war erleuchtet. Er lebte von nun an in einer Kugel aus Glück. So könnte man das Nirwana, das Erleuchtungsbewusstsein, das Leben in Gott (in der Einheit) beschreiben. Die Essenz des spirituellen Weges ist es im Schwerpunkt den Weg des inneren Glücks zu gehen (in sich selbst/in Gott glücklich zu sein) und nicht oder nur etwas den Weg des äußeren Glücks zu gehen (Konsum, Geld, Beziehungen, Karriere). Wer die Anhaftung an die äußere Welt löst, in dem entfaltet sich das innere Glück.

Helmut: Das hat mit dem, was die Bibel sagt, nichts zu tun.

Mystiker: Wir haben unterschiedliche Sichtweisen von der Bibel. Ich denke wissenschaftlich und versuche die Bibel von ihrer tieferen Bedeutung her zu verstehen. Du hälst dich an den Wortlaut und kommst dadurch wissenschaftlich gesehen zu unhaltbaren Ergebnissen. Dadurch kannst du weder die meisten heutigen Menschen von der Bibel überzeugen noch deinen Weg ins Licht (zur Erleuchtung, Heiligkeit) finden. Das ist meine Meinung. Aber ich denke, dass auch dogmatische Christen letztlich von Gott geführt werden und irgendwann gerettet werden. Der Weg könnte jedoch schneller und einfach sein.

Bankasius (Theologieforum): Nach Meinung der RKK dürften Wunder im Sinn von den Naturgesetzen widersprechenden Ereignissen ausschließlich Christen widerfahren. Nach meiner ganz persönlichen Überzeugung geschahen und geschehen überhaupt keine Wunder. Die sind entweder erfunden bzw. konstruiert wie die 2010 oder 2011 in Sizilien beobachteten Tränen einer Madonnastatue (die allerdings auch von der RKK nicht als Wunder anerkannt wurden) oder aber sie sind Heilungen psychisch bedingter, sich auf die Physis auswirkenden Leiden durch eigene Überzeugung in den Erfolg z.B. einer Lourdes-Wallfahrt oder eines Ganges-Bades (Hinduismus) oder in die Fähigkeit eines nicht einer bestimmten Religion verpflichteten sog. Geistheilers.

Mystiker: Wunder widerfahren nicht nur den Christen. Der Karmapa beweist das Gegenteil. Viele Wunder sind sicherlich Fälschungen. Es gibt nicht nur ehrliche Menschen unter den Gläubigen. Allerdings gibt es auch Dinge auf der Welt, die materialistisch nicht erklärbar sind. Sie verweisen darauf, dass es eine höhere Dimension in unserem Kosmos gibt. Wichtig sind in diesem Zusammenhang die Nahtodforschung, der Karmapafall und auch einige Erkenntnisse der Quantenphysik. Ich persönliche halte auch viele Lourdes-Heilungen für materialistisch unerklärbar. Für mich sind es allerdings Geschehnisse, die sich aus den besonderen Fähigkeiten der erleuchteten Meister erklären lassen. Dabei handelt es sich nicht um psychische Suggestionen, die die Selbstheilungskräfte aktivieren. Nach meiner Wahrnehmung sind es reale Energien, die übertragen werden. Für mich sind auch Gedanken Energien. Die Möglichkeit der Gedankenübertragung ist ausreichend bewiesen. Hierzu gab es in den letzten hundert Jahren tausende von Untersuchungen, vor allem in England, den USA und Russland. In den Untersuchungen wurden diese Fähigkeit bestätigt. Den endgültigen Beweis erbrachte 1984 der amerikanische Psychologe Charles Honorton von der Princeton-Universität. Er führte seinen Versuchspersonen einen Videoclip von einer Minute Dauer vor und bat sie, diesen Film geistig auf eine in einem schalldichten Nebenraum sitzende Person zu übertragen. Der Person im Nebenraum wurden zusätzlich drei weitere Videos gezeigt. Von den vier Filmen sollte sie das von der Versuchsperson übertragene Video auswählen. Das Ergebnis war erstaunlich. Die Trefferquote lag deutlich über dem Bereich des Zufalls. Zuvor hatte Honorton mit einfachen Fotos experimentiert. Aber erst die Videoclips brachten die für einen wissenschaftlichen Beweis geforderte ausreichende Trefferquote. Natürlich gab es auch hier wieder alle möglichen und unmöglichen Bedenken gegen die Untersuchung. Honorton setzte sich mit seinem Hauptkritiker Professor Hyman zusammen und diskutierte mit ihm gründlich alle Kritikpunkte. Anschließend gaben sie eine gemeinsame Erklärung heraus: „Wir stimmen darin überein, dass ein signifikanter Effekt in den Daten vorhanden ist, der nicht rational erklärt werden kann.“ Die Professorin für Statistik Jessica Utts von der University of California hat in einer umfangreichen Analyse die unterschiedlichsten Arten von Telekineseexperimenten erfasst und statistisch ausgewertet. Sie kam zu dem Schluss: „Es bringt wenig, noch länger Experimente zu entwickeln, die einen Beweis für die Existenz der Gedankenübertragung liefern sollen. Wem die vorhandenen Daten nicht genügen, dem kann nicht mehr geboten werden. Wir sollten uns künftig darauf konzentrieren, wie die Telekinese funktioniert und wie wir sie sinnvoll nutzen können.“ Ebenso äußerte sich der Direktor der Abteilung für Bewusstseinsforschung Dean Radin von der Universität Las Vegas: „Nach zehn Jahren Telekineseforschung habe ich festgestellt, dass alle Untersuchungen zu demselben Resultat gekommen sind. Es gibt einen kleinen, aber robusten Telekineseeffekt. Telekinese ist also grundsätzlich bewiesen. Es geht mittlerweile nicht mehr um den Nachweis, sondern um das Verständnis von Telekinese.“

Bischof Missael

Weblinks

Wikipedia

Wikipedia: Religionsanthropologie – Artikel in der Wikipedia

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Wikipedia: Religionsgeschichte – Artikel in der Wikipedia

Wikipedia

Wikipedia: Religionssoziologie – Artikel in der Wikipedia

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