Was ist der Sinn des Lebens

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Die Rose als Symbol der Liebe.

Liebe kann so schön sein! Muss es aber nicht. Eine glückliche Beziehung zu haben ist eine große Kunst.

Der Sinn des Lebens ist eine Grundfrage der Philosophie. Im Laufe der Jahrtausende haben die Menschen viele Antworten gefunden. Die Religion sieht den Sinn des Lebens in Gott, in der Erleuchtung (Heiligkeit) und im Aufstieg ins Paradies nach dem Tod. Das westliche Fernsehen orientiert auf Werte wie Konsum, Karriere, Liebe und äußeren Reichtum. Viele Menschen glauben an die Liebe, scheitern aber an der Realität. Gibt es einen Weg des dauerhaften Glücks, des inneren Friedens und der umfassenden Liebe? Betrachte das Leben, sammel Wissen und finde deinen Weg. Was ist deine Antwort auf die Sinnfrage?

Wikipedia Sinn des LebensVielen Menschen stellt sich die Frage nach dem Sinn des Lebens in der Regel nicht, solange die eigene Lebensführung nicht fragwürdig wird. Häufig kommt es zu einer Sinnkrise, wenn Ereignisse nicht mehr in das vorhandene Sinnkonzept integriert werden können: z. B. durch Enttäuschungen, Unglücke oder die Anforderungen eines neuen Lebensabschnitts. Die Folge ist oftmals die Reflexion über den Lebenssinn, zu denen dann auch Fragen wie die nach dem Glück oder gar dem Sinn des Leidens gehören.

Prinzipiell kann der Mensch seinem Leben in jeder Situation Sinn abgewinnen oder geben, solange er bei Bewusstsein ist (Viktor Frankl). Eine wirklich freie Entscheidung können die meisten aber nur dann treffen, wenn ihre Grundbedürfnisse erfüllt sind (Abraham Maslow).

Steht die eigene Person im Zentrum der Suche nach dem Lebenssinn, so können Wünsche nach Befriedigung körperlicher, materieller, sozialer und geistiger Bedürfnisse dominieren. Der Sinn kann z. B. im Streben nach Macht, Besitz, Ansehen, Sex, erfüllter Partnerschaft, Selbstverwirklichung oder persönlicher Entwicklung gesehen werden.

Eine weitere Ausrichtung des Lebenssinns entsteht durch die Bedeutungsgebung im Hinblick auf andere Menschen: die Weitergabe von Wissen und Fähigkeiten, alltäglich gelebte Mitmenschlichkeit oder auch um soziales oder politisches Engagement. Oftmals orientiert sich das Handeln an einem Ideal (z. B. Liebe oder Gerechtigkeit).

Die Frage nach dem Sinn des Lebens kann auch in spirituellen Angelegenheiten gefunden werden. Möglicherweise stehen hier die Suche nach Erleuchtung oder das Streben nach der Vereinigung mit dem Absoluten bzw. Gott im Mittelpunkt. Zu diesem Zweck könnte (…) ein spezieller spiritueller Weg beschritten oder einem geistlichen Vorbild nachgefolgt werden.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Antworten
  • 2 Atheismus
  • 3 Glauben, Gott und Erleuchtung
  • 4 Diskussion
  • 5 Diskussion über positives Denken
  • 6 Siehe auch
  • 7 Weblinks
  • 8 Videos

Antworten

(Zitate aus dem Forum „Zeit zum Leben“/Brainstorming)

Glückliche Kinder. Tanze das Leben. Folge den Regeln derGlücksforschung.

Spunk: Der Sinn des Lebens ist für mich … zu leben.

Jana: Der Sinn des Lebens ist für mich zu (er)leben.

Altes Mädel: Der Sinn des Lebens ist für mich zu wachsen.

Anneliese: Die Ängste loslassen, um glücklich und in Liebe zu leben.

Zebra: Der Sinn des Lebens ist für mich, Erfahrungen zu sammeln, gute und schlechte, und alles auszukosten. Ich will alle Facetten des Lebens ERLEBEN und ERFAHREN. Freude, Leichtigkeit, Lachen, Erotik, Reisen, Beziehungen zu Menschen, lieben und geliebt werden, Kraft spüren, Hoffnung, kreativ sein.

Kämpfer: … eine Reise meiner Seele auf der Suche nach Geborgenheit, Harmonie und Liebe.

Ference: Herauszufinden wer ich wirklich bin.

Nomada: …. ein großes tiefes schwarzes Loch mit einem fetten Fragezeichen in der Mitte.

Insomnia: Manchmal glaube ich, dass das Leben keinen Sinn hat. Mein momentaner Sinn besteht darin, mich wieder lebendig zu fühlen und nicht mehr wie eine funktionierende Maschine.

Filu: Der Sinn des Lebens ist für mich alt und weise zu werden.

Mensch: … die Aufgabe zu erfüllen, die mir offensichtlich zugewiesen wurde (für andere da zu sein).

Freundin der Weisheit: Die Welt besser zu hinterlassen als ich sie vorgefunden habe. Ich weiss, das klingt anmassend – aber ich versuche einfach mit gutem Beispiel voranzugehen und Unrecht, Leid und Krankheit nicht auf sich beruhen zu lassen.

Janek: Der Sinn meines Lebens findet sich im Zitat: „In dem Maße, wie die Liebe in dir wächst, wächst auch deine Schönheit; denn die Liebe ist die Schönheit der Seele.“ (Augustinus)

Auf der Suche: Ich glaube, dass sich der Sinn des Lebens ständig verändert, je nach dem, in welcher Lebenssituation ich bin. Er hat sich schon mindestens tausend mal geändert oder mehr? Egal, es ist eh immer nur eine temporäre Sicht, die gerade den Sinn x ergibt. Letztlich hebt sich der Sinn des Lebens selbst auf, wenn die unendlichen Möglichkeiten zu einer Einheit zusammenfließen. Übrigens ist die Suche nach dem Sinn des Lebens mit Sicherheit ein gerader Weg in die nächste Depression, wenn man dazu neigt, denn es gibt keinen Ausweg aus dieser Frage als das NICHTS.

Nils (Kommentar): Wer durch das Nichts hindurchgeht, gelangt zur Erleuchtung (ins Alles, ins Einheitsbewusstsein). Wenn sich das Ego auflöst, erwacht das Licht (das innere Glück) im Menschen. Der Hauptsinn des Lebens ist es zu sein und durch das Sein zur Egoauflösung und zur Erleuchtung zu gelangen. Die Erleuchtung wird entwickelt und verstärkt, wenn man in der umfassenden Liebe lebt und alle Wesen glücklich wünscht. Die Erleuchtung wird vertieft, wenn man auf einem mittleren Weg vorangeht und auch die Freunde ausreichend lebt. Das sind meine Erfahrungen. Der Sinn des Lebens ändert sich ständig, bis man im großen Sinn (in Gott) lebt. Dann fließt alles zu einer Einheit zusammen. Wer falsch sucht, wird depressiv. Wer richtig sucht, gelangt zur Erleuchtung.
Heididegger: Die Lösung des Problems bemerkt man am Verschwinden des Problems;- So in etwa meinte es Wittgenstein. Das wünschenswerteste wäre, dass sich die Frage nach Sinn überhaupt nicht mehr stellt, eben weil wir ihn leben!

Atheismus

(Zitate aus http://blog.dominik-habichtsberg.de/hobbys/philosophie/was-ist-der-sinn-des-lebens/)

Was also, ist der Sinn des Lebens? Grundlegend kann man diese Frage auf eine relativ “brutale” Art und Weise beantworten: Außer sich selber fortzupflanzen gibt es keinen direkt vordefinierten Sinn des Lebens. Man möge mich korrigieren wenn jemand dies liest und anderer Meinung ist denn in diesem Falle würde mich die Argumentation und Sichtweise durchaus interessieren. Allerdings sollte dieser Artikel trotz allem erst einmal zu Ende gelesen werden damit ich nicht auf den ersten Blick wie ein absoluter Pessimist wirke. Wie also komme ich darauf, es gäbe keinen vordefinierten Sinn im Leben?

Nun, es gibt durchaus einen Sinn, doch ist es nicht der Sinn nachdem wir immer fragen. Grundlegend könnte man behaupten (da der Mensch ein Teil der Nahrungkette ist), dass der Sinn jedes Wesens aus der Fortpflanzung besteht und der Zweitaufgabe das natürliche Gleichgewicht aufrecht zu erhalten. Fragt man sich nun allerdings warum dies die Hauptaufgaben sind und wozu diese dienen bzw. wer ggF. einen Nutzen daraus zieht, dass ein ökologisches System geschaffen wurde um ein Gleichgewicht aufrecht zu erhalten, so dürfte man darauf nur schwerlich eine Antwort finden. Die andere Möglichkeit bestünde darin das ganze mit dem Wort “Zufall” zu verargumentieren.

Das Leben hat keinen Sinn: Was nun? Wenn man diese Erkenntnis, basierend aus meiner vorhergegangenen Argumentation gewonnen hat oder sich bereits zuvor diese Frage gestellt hat, so sollte man aber zwingend auch anfangen Folgefragen zu stellen und man sollte tunlichst versuchen eine zufriedenstellende Antwort zu finden und sich nicht halbwegs bis vollständig verrückt zu machen. Je nach eigenem Gemütszustand könnten einige sehr negative und pessimistische Fragen aufkommen wie z.B.: Wenn das Leben keinen Sinn hat… … was soll ich dann damit anfangen? … wieso soll ich mir das Leid das ich erfahre noch weiter antun? Gerade wenn man sich solche Fragen stellt ist es wichtig, selber nicht lange auf der Frage zu verweilen sondern eine passende Antwort zu finden.

In meinen Augen gibt es mehrere Möglichkeiten, wovon zumindest zwei in meinen Augen wegfallen da man die Antwort haben möchte wenn man die Frage erst einmal gestellt hat.

  1. Den Umstand, dass das Leben keinen vordefinierten Sinn hat, ignorieren
  2. Weiter nach einem Sinn suchen in der verzweifelten Hoffnung etwas übersehen zu haben
  3. Resigniert aufgeben
  4. Die Erkenntnis gewinnen, dass man seinem Leben selber einen Sinn geben kann

Den vierten Punkt habe ich hervorgehoben da es sich hierbei um das Fazit handelt, welches ich für mich gezogen habe und von dem ich denke, dass es der beste Weg aus den vieren ist den man gehen kann.

Glauben, Gott und Erleuchtung

Ein Erleuchteter existiert gleichzeitig in Gott (Einheit) und als Person. Der Weg des größten Glücks ist die Verbindung von innerem Glück und umfassender Liebe.

(Zitate aus dem Forum „Zeit zum Leben“/Was ist für euch der Sinn des Lebens?)

Bruder Tuck: Ich bin überzeugter Christ. Ich glaube an die Dreieinigkeit und somit auch, dass Jesus Gott selbst ist, und sein Heilsweg der einzig richtige ist.

Nils: Hallo Bruder Tuck, es ist schön, dass du ein überzeugter Christ bist. Ich freue mich über jeden Menschen, der ernsthaft einen spirituellen Weg geht. Und insbesondere, wenn es ein Weg der umfassenden Liebe ist. Ich freue mich zwar nicht so besonders, wenn jeder seinen Weg für den einzig Richtigen hält. Aber so sind die Menschen eben. Inzwischen kann ich damit leben. In einer multikulturellen Welt sollten wir unterschiedliche Glaubensrichtungen tolerieren.

Bruder Tuck: Die Bibel selbst kenne ich mittlerweilen ganz gut. Ich möchte klar betonen, dass ich die röm.-kath. Lehre, und auch die evangelische für ziemlich schlimme Irrlehren halte, sowie auch alle anderen, die etwas anders praktizieren als die biblische Lehre.

Nils: Wenn du deine christlichen Mitbrüder als schlimme Irrlehrer siehst, hast du aus meiner Sicht die Bibel nicht wirklich verstanden. Jesus lehrte die Liebe untereinander und nicht die Verteufelung. Alle religiösen Dogmatiker konzentrieren sich auf den Wortlaut ihrer heiligen Schrift, greifen einzelne Textstellen heraus und erschlagen damit ihre Glaubensbrüder. Diese suchen sich dann andere Textstellen und schlagen damit zurück. Wir sollten den wahren Sinn hinter den Worten begreifen. Und der wahre Sinn ist Liebe. Nur die Liebe untereinander bringt uns ins Paradies. Nur die Liebe schafft ein Paradies auf der Erde. Möge die Liebe mit uns sein.

Bruder Tuck: Für mich war Jesus weder ein Asket noch „nur“ ein Erleuchteter, oder Prophet, sondern Gott selbst, und während seiner Zeit auf der Erde, Mensch zugleich.

Nils: Ich habe in einem Internetforum eine Erwachte (Erleuchtete) getroffen, die behauptete sie sei Gott. Manchmal erklärte sie auch, dass es Gott nicht gibt. Das hat mich zuerst etwas verwirrt. Das Rätsel löst sich, wenn man erkennt, dass ein Erleuchteter in der Essenz seiner Seele reines Bewusstsein ist. Er steht über allen Begriffen. Erleuchtung ist mit Worten nicht zu erfassen. Auch nicht mit dem Wort Gott. Das Wort Gott kann viele Bedeutungen haben. Nach Meister Eckhart müssen Christen letztlich auch den Gottesbegriff übersteigen, um zu einem Leben in Gott zu gelangen. Jede dogmatische Vorstellung von Gott muss überwunden werden, damit wir die Essenz des Kosmos wirklich erfassen können. In diesem Sinn kann es hilfreich sein zu sagen, dass es Gott nicht gibt. Wenn du die Erleuchtung erfahren hast, kennst du Gott und kannst alle Begriffe im richtigen Moment verwenden.

Bruder Tuck: Sein Auftrag ist hat nichts mit Askese zu tun, sondern eher dem Gegenteil, nämlich unter die Menschen zu gehen.

Nils: Es gibt in der Bibel die Geschichte von dem reichen Jüngling. Der reiche Jüngling kam zu Jesus und fragte ihn was er tun müsse, damit er vollkommen werde (innerlich heil, ein Heiliger, ein Erleuchteter, ein Sohn Gottes). Jesus erklärte: „Folge mir nach.“ Der Weg der radikalen Nachfolge ist der Weg der radikalen Askese. Wir müssen alle äußeren Anhaftungen loslassen. Für viele Menschen bedeutet dass, allen äußeren Reichtum aufzugeben und als Yogi, Mönch oder Wanderasket (wie Jesus) zu leben. Das vermögen nur wenige. Auch der reiche Jüngling war nicht dazu fähig. Was er konnte, war in seinem weltlichen Leben konsquent seinen Glauben zu praktizieren (die Gebote einzuhalten). Selbst das ist viel in der heutigen Zeit der totalen Verweltlichung.

Bruder Tuck: Wann weisst du, ob du das Ziel erreicht hast ?

Nils: Der Weg der Erleuchtung (Heiligkeit) ist ein langer Weg, auch für Christen. Es reicht nicht getauft oder wiedergeboren zu werden. Wir müssen Jesus wirklich nachfolgen und letztlich seine spirituelle Verwirklichung in uns realisieren. Wir erkennen, dass wir am Ziel sind, wenn wir die Liebe und das Licht in uns haben. Wer ehrlich zu sich ist, spürt wo er spirituell steht. Wenn du die Erleuchtung erfährst, weißt du es. Es ist, als ob im einem dunklen Zimmer das Licht angeht. Du siehst es. Du bist plötzlich im Frieden, im Glück und in der umfassenden Liebe. Du spürst, dass du in einer höheren Wahrheit (in Gott) lebst. Im Zweifel kannst du in den heiligen Büchern der Menschheit nachlesen und deine Erfahrung mit den Erfahrungen anderer Erleuchteter vergleichen.

Bruder Tuck: Warum glaubst du nicht, dass Jesus tatsächlich Gottes Sohn ist und er die Menschen durch die Kreuzigung erretten wollte ? Warum glaubst du nicht dass er auferstanden ist und auch heute „LEBT“ ?

Nils: Ich glaube an die Bibel. Ich verstehe sie nur anders als viele Christen. Ich klebe nicht an den Worten und Dogmen fest. Jesus ist Gottes Sohn. Und genauso sind Buddha, Krishna und alle Erleuchteten Gottes Söhne. Die Kreuzigung symbolisiert die Kreuzigung des Egos. Ohne eine Überwindung des Egos gibt es keine Erleuchtung.

Ich glaube daran, dass die Seele eines Menschen nach dem Tod weiterlebt. Die Erleuchteten können uns aus der höheren Dimension im Kosmos sehen und uns helfen, wenn wir uns geistig mit ihnen verbinden. Wir können beten, ihre Texte lesen oder auf ihr Bild (Statuen) meditieren. Wir schalten damit eine energetische Telefonleitung ein. Wie uns geholfen wird, wie ein Erleuchteter reagiert, ist seine Angelegenheit. Er kann uns positive Gedanken senden oder uns mit spirituellen Energien stärken.

Bruder Tuck: An sogenannten religiös motivierten Kriegen wird die Welt untergehen, das ist für mich keine Frage, das wird passieren, und wenn du die Bibel kennst, dann weisst du, dass es genauso beschrieben und vorausgesagt ist.

Nils: Das sehe ich erheblich anders. Die Welt wird in den nächsten Jahrmilliarden nicht untergehen. Alle Vorraussagen der Bibel sind sehr vage und können unterschiedlich interpretiert wird. Wenn in der Bibel steht, dass es eine neue Erde und einen neuen Himmel geben wird, so verstehe ich das dahingehend, dass wir die Verhältnisse auf der Erde verbessern müssen. Wir sollten gemeinsam eine Welt der Liebe, des Friedens und des Glücks aufbauen. Wir sollten spirituell leben, so dass wir nach unserem Tod alle in den Himmel (ins Paradies) kommen. Das wird dann ein neuer Himmel sein, weil er nicht nur einigen wenigen Auserwählten vorbehalten ist.

Weltuntergangsvisionen zu verbreiten ist gefährlich, weil sie die Menschen entmutigen. Wir sollten positiv denken und gemeinsam eine bessere Welt aufbauen. Im Yoga ist vorausgesagt, dass uns das auch gelingen wird. Alle Untergangsprophezeihungen haben sich bis jetzt zum Glück als falsch herausgestellt. Die Zukunft hängt davon ab, wie wir sie gestalten. Gott wirkt durch unsere Hände. Wir können die Verantwortung für die Welt nicht an dunkle Schicksalsmächte abgeben. Die Menschheit gestaltet selbst ihr Schicksal.

Bruder Tuck: Ich gebe zu, dass ich die Schriften der anderen Religion nicht gründlich gelesen habe. Viele Anweisungen müssen anderen widersprechen, denn sonst gäbe es ja auch keine Unterschiede, und Unterschiede sind ohne Zweifel vorhanden.

Nils: Für Unerleuchtete widersprechen sich die Religionen. Der Wissende erkennt die Gemeinsamkeiten. Es gibt aber auch Unterschiede in den Religionen. Die Menschen sind unterschiedlich und brauchen verschiedene Wege zur Erleuchtung. Wichtig ist nur, dass jeder Mensch den zu ihm persönlich passenden Weg findet.

Bruder Tuck: Martin Kamphuis war 7 Jahre tibetischer Buddhist und wurde dann Christ.

Nils: Manche Menschen wechseln zwischen den Religionen hin und her. Das dürfen sie nach dem Grundsatz der Religionsfreiheit tun. Problematisch wird es dann, wenn sie ihre vorherige Religion schlecht machen. Letztlich zeigt das nur, dass sie in der Tiefe noch nicht wirklich die Religionen begriffen haben und Suchende sind.

Chaja: Friedrich Heinrich Jacobi, ein heute eher unbekannter Philosoph, hat u.a. in die alte Diskussion um den Unterschied von „Glauben“ und „Wissen“ einen neuen Aspekt eingebracht, indem er Glauben als eine „unmittelbare Gewissheit“ und Wissen als eine „Gewissheit aus zweiter Hand“ bezeichnet hat, da bei letzterem ein Beweis vonnöten sei, um einen zu dieser Gewissheit zu führen.

Nils: Wenn du die Erleuchtung erfahren hast, hast du eine unmittelbare Gewissheit, dass es die Erleuchtung gibt, dass sie der tiefere Sinn des Lebens ist und dass es gut ist danach zu streben. Du hast eine unmittelbare Gewissheit, dass es Gott gibt, weil du das Licht in der Welt gesehen hast. Wenn du deine früheren Leben direkt gesehen hast, hast du eine unmittelbare Gewissheit, dass es ein Weiterleben der Seele nach dem Tod gibt. Ich komme zwar durch weltliche Filme im Fernsehen immer wieder in Verwirrung. Aber ich brauche mich dann nur an meine Erfahrungen erinnern, und schon kommt die Gewissheit wieder. Und trotzdem brauche ich wissenschaftliche Beweise. Wenn meine Gewissheit allen wissenschaftlichen Erkenntnissen widersprechen würde, würde ich sie in Frage stellen.

Diskussion

Ein Erleuchteter sieht Gott als Licht in der Welt. Er hat Frieden, Liebe und Glück in sich. Und kann dadurch auch das Positive in der Welt sehen (seine Welt als Paradies erkennen).

(Zitate aus dem Forum „Zeit zum Leben“/Was ist für euch der Sinn des Lebens?)

Nils: Mich interessiert, was ihr über das Leben denkt und wie ihr das Leben seht. Was sind eure Ziele? Was ist für euch wichtig? An welchen Ideen richtet ihr euer Leben aus? Glaubt ihr an ein Leben nach dem Tod? Glaubt ihr an Gott oder an einen höheren Zweck im Kosmos?

Ich denke bereits fast mein ganzes Leben über diese Fragen nach. Mit 18 kam ich auf die Idee, dass Glück der Sinn des Lebens ist. Doch es stellte sich als nicht so einfach heraus glücklich zu sein. Beziehungen kamen und gingen. Glücksmomente kamen und gingen. Leid kam und ging. Alles war ein ewiger Wechsel und ich blieb weitgehend gleich. Mit 30 Jahren traf ich auf den griechischen Philosophen Epikur. Er lehrte den Weg des inneren Glücks. Ein Mensch wird vorwiegend aus sich selbst heraus glücklich. Das überzeugte mich. Ich suchte dann in vielen verschiedenen Religionen und Therapierichtungen nach guten Glückstechniken. So fand ich meinen Weg.

Florida: Ich denke, der Sinn des Lebens ist sehr individuell. Es hat vielleicht auch so ein bisschen damit zu tun, „seine eigene Aufgabe/seinen Platz“ zu finden. Für den einen bedeutet das zum Beispiel im Tierschutz etwas zu machen, für den anderen eine Erfindung zu machen oder was weiss ich noch alles. Wenn man bei irgend etwas sich richtig gut fühlt, ist das Bestandteil vom eigenen „Sinn des Lebens“. Wir selbst also müssen unserem eigenen Leben einen Sinn geben. Ich arbeite noch dran *lach*…

Nils: Der Sinn des Lebens ist meiner Meinung nach gleichzeitig individuell und generell. Jeder Mensch hat seine individuelle Aufgabe im Leben. Ich zum Beispiel als Yogi und du als Tierschützerin. Wenn mensch seinen Weg gefunden hat, fühlt er sich mit sich und dem Leben im Einklang. Auf einer wesentlich tieferen Ebene ist er aber glücklich, wenn er/sie erleuchtet ist. Erst dann bist du wirklich angekommen. Der heilige Augustinus schrieb: „Unruhig ist unser Herz bis es ruht in Gott.“

Chaja: Was ich erleben durfte, ist, dass sich das Leben für einen von selbst mit Sinn füllt, wenn man seinem Wesen gemäß lebt – was immer das im einzelnen heißen mag. Zentral sind die Bereiche Beruf/Berufung sowie das, was man so allgemein unter „Privatleben“ zusammenzufassen pflegt. Dieses wesensgemäße Leben bringt dann eine grundsätzliche Zufriedenheit mit dem eigenen Leben hervor und das grundsätzliche Gefühl, ein Glückskind zu sein, auch wenn sich nicht eine glückliche Situation an die nächste reiht.

Nils: Es ist gut seinem Wesen gemäß zu leben. Ich habe das große Glück gehabt, das in meinem Leben immer tun zu können. Ich habe alle Berufe gehabt, die ich gerne einmal ausüben wollte. Ich durfte viele wunderbare Frauen kennenlernen. Ich bin viel gereist, habe viel gelesen und alles studiert, was mich interessierte (Philosophie, Psychologie, viele Religionen). Ich habe alles gelebt, was ich leben wollte. Nur mit der Erleuchtung klappt es noch nicht so ganz. Ich arbeite dran.

Chaja: Ein dauerhaftes Glücklichsein würde ich niemals anstreben. Ich möchte auch traurig sein dürfen oder auch meine Wut noch besser erkunden können als bisher. Nur so meine ich, als Mensch gewissermaßen „komplett“ zu sein. Ich brauche die unterschiedlichen Gefühle genauso wie die unterschiedlichen Jahreszeiten. Gleichgewicht/Ausgewogenheit kann, soweit ich sehe, nur gewonnen werden, wenn man das Leben mit allem, was es mit sich bringt, annimmt, damit aber auch den „dunklen“, traurigen, problematischen, schwierigen Seiten ihren Platz einräumt. Meine Erfahrung geht dahin, dass es kontraproduktiv ist, „negative“ Gedanken, Gefühle etc. mit anderen positiven wegdrängen zu wollen. Denn erst, wenn man diese „negativen“ Aspekte durchlebt und erfühlt, kann man auf das Positive in ihnen stoßen, dass einen wirklich wieder zum Gleichgewicht zurückführt.

Nils: Auch aus meiner Sicht ist ein Mensch dann komplett, wenn er alle Gefühle haben und leben kann. Andererseits ist es gesünder und schöner, wenn man überwiegend in sich ruht und glücklich ist. Wer meistens traurig oder wütend ist, hat ein emotionales Problemen. Auch gleichgewichtig manchmal traurig und wütend und manchmal froh und glücklich zu sein, ist aus meiner Sicht nicht wirklich erstrebenswert. Besser ist es immer im Licht (in Gott) zu leben. Wobei Erleuchtung nicht bedeutet, dass man keine Gefühle hat. Man hat sie wie ein normaler Mensch und lebt gleichzeitig in einer Ebene darüber in einem höheren Glückszustand. Man verdrängt sie nicht. Man integriert Gefühle von Trauer und Wut positiv in seine Psyche. Man wird nicht von ihnen beherrscht. Man lebt sie, soweit es gut, gesund und hilfreich ist diese Gefühle zu haben. Mich macht zum Beispiel das viele Leid auf der Welt oft traurig. Diese Trauer bringt mich dann dazu für das Ziel einer glücklichen Welt zu arbeiten.

Chaja: Mir fällt es schwer zu verstehen, wie Erleuchtung ein angestrebtes Ziel sein kann. Für mich persönlich klingt Erleuchtung immer auch nach Einsamkeit unter den Menschen. Ich stelle mir die Frage, wie ein Leben als Erleuchteter sich anfühlen könnte. Ist es nicht vielleicht doch beglückender, ein Werdender zu bleiben?

Nils: Es ist ganz einfach. Ich war normal; ich war depressiv; und ich war erleuchtet. Erleuchtet zu sein war mit Abstand am besten. Diese Meinung würde jeder teilen, wenn er die Erleuchtung kennen würde. Das Problem ist nur, dass die Meisten diese Erfahrung noch nicht gemacht haben. Sie ist auch nur schwer vermittelbar. Erleuchtung hat etwas mit innerer Harmonie zu tun. Vielleicht hilft dir das weiter. Der Preis der Erleuchtung ist Abgeschiedenheit. Aber diesen Preis würde jeder Wissende gerne bezahlen. Es gibt für Erleuchtete nur noch einen Grund in der Welt zu bleiben. Das ist die Liebe. Die Liebe bringt einen Erleuchteten dazu sich mit seinen Mitmenschen zu unterhalten, auch wenn diese ihn für ziemlich verrückt halten.

Florida: Man integriert Gefühle von Trauer und Wut positiv in seine Psyche. Man wird nicht von ihnen beherrscht. Das würde ich gerne lernen. Vielleicht geht das nur, wenn man ein Stück weit die Verantwortung für das Leid dieser Welt an das Universum weiter gibt bzw dort lässt???

Nils: Man kann es lernen. Aber es ist ein langer Weg. Es gibt viele hilfreiche Techniken. Im Laufe des Lebens wirst du herausfinden, was dir gut tut. Die Verantwortung für das Leid dieser Welt an das Universum abzugeben, ist eine Möglichkeit. Eine gute Möglichkeit ist es aber auch, dass Leid auf der Welt zu überwinden, soweit es möglich ist. Letztlich geht es darum mit Weisheit zu leben und in jedem Moment das jeweils Richtige zu tun.

Lane777: Glaubst Du, dass ein Mensch, der erleuchtet werden möchte, auf alles Irdische verzichten muss?

Nils: In der Bibel steht, dass der Mensch sich grundsätzlich zwischen Gott und der Welt entscheiden muss. Ein Verzicht ist notwendig. Entweder lebt ein Mensch sein Ego oder sein höheres Selbst. Aber man kann Kompromisse machen. Es geht primär um eine innere Abgeschiedenheit. Wer innerlich abgeschieden bleiben kann, kann auch ausschweifende Parties feiern. Ich verliere mein spirituelles Bewusstsein meistens bei viel weltlichem Kontakt (zum Beispiel beim Fernsehen). Aber ich reinige mich danach immer wieder, mache einige spirituelle Übungen und bin wieder in mir glücklich. Es ist bei mir sogar so, dass ich etwas weltlichen Genuss durchaus förderlich für meinen spirituellen Weg finde. Der heilige Antonius lehrte, dass manche Menschen eine kleine Blume brauchen und manche nicht. Ich gehöre zu der ersteren Sorte. Jeder sollte herausfinden, was ihm gut tut und ihn spirituell voranbringt.

Chaja: Entweder bist Du der erste Yogi aus meinem Bekanntenkreis, der fernsieht, oder der erste, der es zugibt!

Nils: Im Yoga wird grundsätzlich empfohlen nicht fernzusehen. Deshalb haben viele ernsthaft spirituell lebende Yogis keinen Fernseher. Ich habe aber in meinen Yogagruppen festgestellt, dass das für die meisten westlichen Menschen nicht umsetzbar ist. Sie sind an das Fernsehen gewöhnt und können nicht darauf verzichten. Es gehört zur westlichen Kultur dazu. Es ist aus meiner Sicht sogar der entscheidende Kulturbilder und Kulturträger. Ich habe deshalb versucht einen Weg zu finden, das Fernsehen in den Yogaweg zu integrieren. Dazu musste ich es natürlich erst einmal für mich selbst ausprobieren.

Ich habe herausgefunden, dass die weltlichen Energien des Fernsehens und die spirituellen Energien der Liebe, des Frieden und des Glücks entgegengesetzte Energien sind. Nach einigen Stunden fernsehen ist auch bei mir jede Erleuchtung verschwunden. Für einen Menschen, der nach innerem Glück strebt, ist es deshalb wichtig entweder auf das Fernsehen zu verzichten oder klug fernzusehen. Klug fernsehen bedeutet klug die Sendungen auszuwählen, die Fernsehdauer richtig zu bemessen und sich nach jedem Fernsehen innerlich zu reinigen.

Im Einzelnen sind die Menschen sehr unterschiedlich. Fernsehen wirkt bei den Menschen sehr unterschiedlich. Jeder spirituelle Mensch sollte deshalb den Weg herausfinden, der für ihn am besten ist. Ich spüre jeden Tag genau hin, was ich gerade brauche und was mich spirituell voranbringt. Ich nutze die weltlichen Energien des Fernsehens um daran sprituell zu wachsen. Ich aktiviere mich durch aggressive Filme, baue meine Lebensfreude durch heitere Filme auf, stärke mein Mitgefühl durch Filme über das Leid auf der Welt und meditiere bei langweiligen Filmen. Gerade in spirituellen Krisen, die zum Erleuchtungsweg dazu gehören, kann ich mich oft gut durch das Fernsehen stabilisieren. Ich sehe so lange fern, bis die Krise vorbei ist. Dann gehe ich spazieren, lese in einem spirituellen Buch und bin wieder da.

Chaja: Das Problem, eine wissenschaftliche Unterstützung des eigenen Glaubens zu benötigen, hat man nicht, wenn man akzeptiert, dass es Bereiche gibt, in denen es nie möglich sein wird, etwas zu beweisen.

Nils: Das ist die herrschende Argumentation der christlichen Kirche. Damit schießt sie sich in einer wissenschaftlich denkenden Zeit geistig ins Aus. Die Folge ist, dass sie kaum noch jemanden für den christlichen Glauben gewinnen kann. Das langsame Verschwinden des christlichen Glaubens in Deutschland können wir derzeit deutlich beobachten. Ein Glaube muss vernünftig begründbar sein, wenn er in der heutigen Zeit die Menschen überzeugen will.

Chaja: Was macht Dich und andere, die mehrere eigene Leben „erinnert“ haben, so sicher, dass diese Leben wirklich historisch gelebt wurden und nicht z.B. mögliche Leben sind, die die eigene Seele in sich trägt, obwohl sie vielleicht nur dieses eine realisiert?

Nils: Ob eine Rückerinnerung nur ein Traum oder ein reales Geschehen ist, kann man anhand von Tatsachen überprüfen. Wenn die Rückerinnerung logisch ist, es diesen Ort und diese Zeit gab, andere Quellen das bestätigen und die Dinge vernünftigerweise nicht anders zu erklären sind, handelt es sich wahrscheinlich um ein echtes frühere Leben.

Chaja: Was genau umfasst für Dich der Begriff „Ego“, also was alles gilt es aufzulösen?

Nils: Das innere Glück wird durch die Verspannungen im Körper und Geist eines Menschen blockiert. Diese Verspannungen gilt es durch körperliche (Yoga, Gehen, Meditation) und geistige Übungen (Gedankenarbeit, positives Denken, philosophieren) aufzulösen. Die Verspannungen entstehen hauptsächlich durch Ängste (Ablehnung von Leid) und durch Anhaftung an äußere Genüsse. Das Ego ist eine Folge der inneren Verspannungen. Je mehr ein Mensch sich innerlich reinigt, je mehr seine Seele heil wird, desto kleiner wird das Ego. Wenn die Liebe und das Glück in einem Menschen sehr groß werden, verschwindet das Ego von alleine und der Mensch gelangt in ein kosmisches Bewusstsein (Einheitsbewusstsein, Gottesbewusstsein). Dann sieht sich der Mensch in allen seine Mitwesen, empfindet Liebe zu allen Wesen und ist im Einklang mit sich und der Welt.

Chaja: Das „Ego“ umfasst nichts, was die eigene Persönlichkeit im positiven Sinne auszeichnen könnte?

Nils: Das Ego ist eine Entwicklungsphase des Menschen. In einer materiellen Welt braucht man ein starkes Ego, um als Einzelner überleben zu können. Für die Gesamtmenschheit kann ein zu starkes Ego ihrer einzelnen Mitglieder gefährlich werden. Wenn die Menschen zu sehr auf ihr Einzelinteresse achten und das Gesamtinteresse zu wenig berücksichtigt wird, kann sich die Menschheit selbst ausrotten. Im Moment beobachten wir den Wahnsinn, dass in einer globalisierten Welt einige wenige Menschen unermesslich reich sind und etwa eine Milliarde Menschen am Verhungern ist. Das ist für mich ein übertriebener Egoismus der Reichen. Sie sollten den Armen so viel von ihrem Geld abgeben, dass alle Menschen gut leben können. Das werden die Reichen aber nur tun, wenn sie begreifen, dass das innere Glück das Zentrum des Menschen ist. Inneres Glück entsteht, wenn man den Egoismus überwindet und in der umfassenden Liebe lebt.

Chaja: Die Frage, wozu Leid (im allgemeinen) dient, stellt sich mir so – ehrlich gesagt – gar nicht. Leid ist da, und der beste Umgang, den man damit finden kann, ist auch meiner Ansicht nach einer, der eine Entwicklung des Bewusstseins zur Folge hat. Menschen beim Finden eines solchen Verständniszugangs zu unterstützen, kann sehr schön und erfüllend sein. Aber wenn ich formuliere, dass das Leid generell der Bewusstseinsentwicklung dient, also einen gewissen Zweck hat, muss ich nicht nur einen Umgang mit der Tatsache finden, dass täglich Leid geschieht, sondern auch noch damit, dass dieses Leid täglich millionenfach seinen Zweck nicht erfüllt.

Nils: Nach der Aussage der erleuchteten Meister erfüllt das Leid letztlich immer seinen Zweck. Das kann man aber nur erkennen, wenn man die Seele eines Menschen über viele Leben betrachtet. Leid macht weise und erzeugt den Wunsch nach Leidbefreiung (Erleuchtung). Ich möchte aber für mich und für meine Mitmenschen möglichst den Leidensweg abkürzen. Das kann zum Beispiel dadurch geschehen, dass die Menschen mehr spirituelles Wissen bekommen und dadurch nicht mehr so oft falsche (Leidens)wege gehen.

Chaja: Meinst Du mit „Körper loslassen“ die Möglichkeit während des Lebens, für eine gewisse Zeit aus seinem Körper herauszutreten?

Nils: Es geht nicht darum aus dem Körper herauszutreten, sondern ein höheres Bewusstsein zu entwickeln. Wer die Eigenschaften Gelassenheit, Kraft, Glück und Liebe entwickelt, kann sich dadurch erheblich über körperliche Probleme erheben. In der Meditation spürt man den Körper kaum noch. Ich kann mich oft nach äußeren Problemen mit meinen spirituellen Übungen innerlich ins Licht bringen und dann die Probleme weitgehend vergessen.

Chaja: Ich glaube nicht, dass Gott Schicksale verteilt bzw. jemanden glücklich oder unglücklich sehen will. Für mich ist Gott die Liebe, als solche zwar ein geistig-geistliches Gegenüber z.B. für den Betenden, aber ansonsten keine extern wirkende Gewalt. Die Liebe wirkt m.E. nur durch uns Menschen, durch unser Reden und Handeln. Wenn wir die Liebe nicht praktizieren, vermag sie nichts. „Allmächtig“, um dieses biblische Wort aufzugreifen, wird sie in meinen Augen nur dort, wo sie umfassend gelebt wird. Ich würde daher nicht sagen, dass die Liebe einen Willen hätte, aber wenn man unbedingt einen solchen konstruieren wollte, um beispielsweise bestimmte Aussagen der Bibel einzubeziehen, könnte dieser in meinen Augen nur dem Wesen der Liebe gemäß sein.

Nils: Auch für mich ist Gott nichts von uns Menschen Getrenntes. Auch für mich wirkt die Liebe Gottes durch unsere eigenen Hände. Andererseits gibt es das Leid und schwere Schicksale auf der Welt. Wenn Gott eine höhere Bewusstseinsdimension ist, die in allen Wesen wirkt, dann bewirkt Gott auch das Leid. Das ist ein großes Problem in der Gottesdiskussion. Ich löse es auf meine Weise. Ich trenne zwischen Gott als Kosmos und Gott als Erleuchteter. Gott als Kosmos steht über Gut und Böse. Alles im Kosmos ist einfach so wie es ist. Leid ist und Glück ist. Als Erleuchteter verkörpert man die Liebe Gottes und kann seinen Mitmenschen helfen ihr Leid zu überwinden und im Glück und in der Liebe zu leben.

Für einen spirituellen Menschen hat alles im Kosmos einen tieferen Sinn. Ich glaube, dass der Kosmos im Zentrum ein Glückssystem ist. Insofern ist Gott insgesamt gut und Liebe. Das Leid auf der Welt dient der Bewusstseinsentwicklung der Menschen. Wer erleuchtet ist, kann sich auf eine höhere Bewusstseinsebene und damit über alles materielle Leid erheben. Er erweckt seine Kundalini-Energie und ist dann innerlich so tief glücklich, dass er alles äußere Leid kaum noch spürt. Er hat so viel Liebe und Kraft und Frieden in sich, dass er über dem Leid steht. Wenn er seinen Körper losläßt, verschwindet alles Leid und er verweilt in einer Dimension aus Licht.

Solange er seinen Körper behält, muss er etwas Leid auch akzeptieren. Leid gehört zum Leben auf der Erde dazu. Ein materieller Körper ermöglicht einem Erleuchteten materiell auf der Erde zu handeln, das Leid seiner Mitmenschen zu verringern und ihnen den Weg der Erleuchtung zu zeigen. Wenn alle Menschen spirituell leben würden, könnte ein Großteil des Leidens auf der Welt vermieden werden und den Rest könnten die Menschen mit ihren spirituellen Übungen überwinden.

Für mich hat das Leid auf der Welt eine Funktion. Es macht die Menschen weise. Es bringt sie dazu einen Weg zu suchen, das Leid zu vermeiden und zu überwinden. Es führt sie letztlich auf die Suche nach der Erleuchtung. Ohne persönliches Leid würde sich kaum ein Mensch für den Weg der Erleuchtung interessieren. Die meisten Yogamenschen praktizieren nur deshalb ausdauernd Yoga, weil sie körperliche oder geistige Probleme haben. Wem es gut geht, der hat nur selten Interesse an spirituellem Wachstum. Insofern war mein Leiden am Leben ein sehr starker Motor für meine spirituelle Suche und hat mich dahin gebracht, wo ich jetzt bin. Es hat mir das Wissen gegeben, mit dem ich vielen Menschen auf dem spirituellen Weg helfen kann. Es war für mich notwendig und letztlich ein Geschenk.

Chaja: Ich würde sagen, das Gute lebt nur, wenn Gutes getan wird. Aber mir persönlich widerstrebt es zutiefst, die Menschen in die Guten und die … ja was? … die Schlechten? die Bösen? einzuteilen. Zum ersten: wer wollte darüber urteilen? Zum zweiten: Wozu? Sich selbst auf die Seite der „Guten“ zu stellen, kann doch eigentlich nur dem Ego schmeicheln. Und zum dritten halte ich alles für ungünstig, was künstliche Barrieren zwischen den Menschen errichtet. Liebe, die in dieser Weise urteilen muss, greift meines Erachtens zu kurz…

Nils: Für einen Erleuchteten gibt es grundlegend zwei Dimensionen des Seins. Es gibt die Materie und das Licht. Auf der Ebene der Materie gibt es gut und böse. Auf der Ebene des Licht löst sich die Dualität auf und es gibt nur die Einheit. In die Ebene des Lichts gelangt man durch die Ruhe (Sein, Meditation) und durch die Liebe. Wer allen Wesen Licht sendet, auch seine Feinde letztlich liebt und ihnen Gutes wünscht, erhebt sich über allen Streit und lebt in der umfassenden Liebe.

Wenn man vollständig in der Lichtebene ist, kann man nicht oder nur wenig in der Welt handeln. Wenn man die Armut, den Hunger, die Kriege und die Unweisheit auf der Welt überwinden will, muss man sich auf die Ebene der Dualität begeben. Und dort gibt es dann tatsächlich egoistische Menschen, die viel Leid auf der Welt verursachen. Wobei kein Mensch nur schlecht ist, jeder gute und schlechte Seite in sich hat und jeder sich zum Guten hin entwickeln kann.

Die Religionen der Welt stellen Maßstäbe zur Verfügung, nach denen man gut und böse beurteilen kann. Die Unterscheidung zwischen gut und böse (schlecht) ist wichtig, damit ein Mensch seinen Charakter positiv entwickeln und eine bessere Welt aufgebaut werden kann. Wenn man gut ist um seinem Ego zu schmeicheln, ist das ein Irrweg. Der richtige Weg ist es Gutes zu tun, um das Leid auf der Welt zu verringern und um zur Erleuchtung zu kommen (innerlich glücklich zu werden). Es gibt gute und schlechte Menschen auf der Welt. Die Liebe beurteilt nicht um zu verdammen, sondern um helfen zu können. Letztlich liebt die Liebe alle und wünscht alle Wesen glücklich.

Chaja: Lieber Nils, „Revolution der Liebe und des Glücks“ finde ich eine spannende Formulierung. Wie stellst Du Dir die Revolution der Liebe vor?

Nils: Eine Revolution der Liebe stelle ich mir grundsätzlich gewaltfrei vor. Ich bin tendenziell ein Anhänger von Mahatma Gandhi. Im Yoga-Sutra von Patanjali ist Gewaltlosigkeit eine wichtige Eigenschaft eines Yogi. Auch Jesus spricht davon, dass die Sanftmütigen und Friedfertigen gesegnet sind. Andererseits erklärt Jesus aber, dass er auch das Schwert bringe. Es geht mir vorwiegend um eine Revolution in den Köpfen der Menschen. Und hier muss eine große Veränderung stattfinden. Wir müssen vom globalen Egoismus zum globalen Gemeinsinn kommen. Das wäre in der Tat eine revolutionäre Umwälzung in den Köpfen der meisten Menschen. Eine Revolution der Liebe erfolgt vorwiegend durch Argumente und positive Beispiele. Die meisten Menschen streben nach Glück. Wenn man ihnen zeigt, dass durch den Weg der Liebe die Menschen innerlich und äußerlich glücklich werden, kann das eine große Auswirkung haben. Die Glücksforschung bestätigt diesen Weg.

 

Diskusssion über positives Denken in Esoterikforum.de (2013) 
Was ist dein Problem? Was ist der Weg der Problemlösung? Was sind deine Ziele? Was ist dein Siegerweg? Welcher positive Gedanke hilft dir?  Mache mit dem Video einfache Yogaübungen am Computer, um deine Energie zu stärken.
Positives Denken ist ein Weg weise mit seinen Gedanken umzugehen. Gedanken und Gefühle sind grundsätzlich verbunden. Wer negativ denkt, erzeugt negative Gefühle, die ihn unglücklich und krank machen können. Wer positiv denkt, kann sich damit heilen und ins Glück bringen. Positives Denken sollte aber weise praktiziert werden. Man muss genau hinsehen, was in der jeweiligen Situation positives Denken ist.
Positives Denken besteht aus vielen Elementen. Ein Element ist es, die Dinge anzunehmen wie sie sind. Wer Dinge ablehnt, verspannt sich innerlich und kann dadurch krank und unglücklich werden. Wer die Dinge wirklich annimmt und akzeptiert, kommt dadurch zur Gelassenheit und zum inneren Frieden. Positives Denken ist nicht so einfach, wie man das gerne hätte. Es besteht aus vielen Elementen.
Eine große Gefahr beim positiven Denken ist es Probleme und Gefühle zu verdrängen. Positives Denken muss mit realistischem Denken verbunden werden. Wir verdrängen nichts. Wir sehen genau hin. Nur dann können wir der Weg der Lösung von Problemen erkennen. Es ist gesundheitlich schädlich Gefühle von Trauer und Wut zu verdrängen. Wir sollten unsere Gefühle nicht verdrängen, sondern sie auf sozial positive Weise ausleben. Wir können zum Beispiel bei Wut einen Spaziergang oder bei Trauer eine Trauermeditation machen. Wir lassen Gefühle kommen und gehen wie sie wollen. Wir beobachten sie nur und im Laufe der Zeit lösen sie sich auf.
Wenn negative Gedanken und Gefühle einen Menschen zerstören, muss man kraftvoll dagegen ankämpfen. Natürlich beginnt die Arbeit grundsätzlich bei einem selbst. Aber wenn äußere Dinge die Menschheit zerstören, sollten wir auch im Äußeren kraftvoll handeln. Das Äußere und das Innere gehören zu einem Menschen. Wir sollten unsere äußere und unsere innere Welt positiv gestalten. In der Erleuchtung kann man sich innerlich dauerhaft über die Welt der Gegensätze erheben. Aber gleichzeitig ist es wichtig auch die äußere Welt positiv zu gestalten.
Oft ist die Ursache von Gefühlen schwer zu erkennen. Ich spüre dann genau in das Gefühl hinein und finde den damit verbundenen Gedanken. Habe ich den Gedanken identifiziert, kann ich einen Gedanken finden, durch den ein negatives Gefühl aufgelöst werden kann und positive Gefühle entstehen können. Wie kannst du heute deine negativen Gefühle auflösen? Finde zum inneren Frieden, zum Glück und zur umfassenden Liebe.
Feivel: Bei mir schwankt das ganz stark. Positiv denken fällt mir im Moment sehr schwer. Ich halte Realismus mit einer Mischung aus “positiver Gesamtstimmung der Zukunft wegen” und einer “nicht belastenden Vorbereitung darauf wenn es doch schief gehen sollte” für am besten.
Nils: Positives Denken ist ein Weg der inneren Arbeit. Wenn es in dir dynamisch zugeht, ist das ein gutes Zeichen. Positives Denken verbunden mit Realismus ist ein guter Weg. Positives Denken bekommt große Kraft, wenn es mit Körperübungen verbunden wird. Dazu kannst du dir mein Video ansehen. Leicht wird positives Denken erst dann, wenn du stabil erleuchtet bist. Dann entsteht es von alleine aus deinem Inneren heraus. Bis dahin muss man an sich arbeiten. Buddhas Weg zur Erleuchtung bestand aus Meditation (Sitzen, Gehen) und Gedankenarbeiten (positives Denken). Ich praktiziere eine Mischung aus Yoga, Gehen, Meditation, Lesen, Gutes tun, das Leben genießen und Gedankenarbeit. Durch Yogaübungen kann die Kundalini-Energie aktiviert werden. Dann bekommt man Kraft, Frieden und inneres Glück. Es fällt einem dann leichter positiv zu denken.
Joy1: Die Aussage: „Gefühle folgen grundsätzlich den Gedanken“, wäre somit erst einmal plausibel und würde ich auch unterstreichen. „ABER“ Ich denke, dass man da noch etwas mehr differenzieren sollte, denn von „Grundsätzlich“ kann man da nicht sprechen. Das würde nämlich im krassen Gegenteil dazu stehen, dass keine Gefühle entstehen oder auch gefühlt werden könnten, wenn nicht grundsätzlich Gedanken voraus gegangen wären. Folglich wäre die Hellfühligkeit nur eine Wahrnehmungstäuschung (???) Doch wie oft stehen am Anfang immer nur die Gefühle und das ohne sich dessen darüber bewusst zu sein, woher oder auch worauf diese resultieren???
Nils: Du hast Recht. Die Dinge sind kompliziert. Es gibt viele Zusammenhänge. Es gibt den Zusammenhang von Kundalini-Energie (Chakren) und Gedanken. Energie kann auch von anderen Menschen übertragen werden. Energie kann durch Visualisierungen (Fernsehen, Bilder, Natur) entstehen. Oft ist die Ursache von Gefühlen schwer zu erkennen. Ich spüre dann genau in das Gefühl hinein und finde den damit verbundenen Gedanken. Habe ich den Gedanken identifiziert, kann ich einen Gedanken finden, durch den ein negatives Gefühl aufgelöst werden kann und positive Gefühle (Glück, Frieden, Liebe) entstehen können.
Shade: Man kann ein Problem nicht mit derselben Denkweise lösen, wie er erschaffen worden ist. Wenn ich also bedenke, dass das Problem ja daher rührt, dass wir dualistisch denken, sehe ich keine Lösung im dualistischen Denken.
Nils: Das ist eine gute Idee. Am besten sehen wir genau hin. Woher kommen die Kriege? Woher kommen die Kämpfe zwischen den Menschen? Aus dem Egoismus. Das dualistische Denken führt zum Egoismus. Dualistisches Denken bedeutet, dass wir Menschen uns als getrennte Subjekte sehen. Um genug für mich zum Essen zu haben, muss ich dem anderen etwas wegnehmen. Um glücklich sein zu können, muss ich mein Gegenüber unglücklich machen. Tatsache ist aber, dass alle Wesen auf der Welt materiell und energetisch zusammenhängen. Wenn wir die Erde zerstören, werden wir alle darunter leiden. Wenn wir auf der Erde innerhalb der Menschheitsfamilie Unglück erzeugen, macht das uns alle unglücklich.
Wir müssen den Egoismus überwinden, um Frieden auf der Erde zu schaffen und gemeinsam glücklich sein zu können. Wie können wir den Egoismus überwinden? Letztlich erst in der Erleuchtung. Deshalb arbeiten viele Menschen für die Erleuchtung der Menschheit. Ein erster Schritt zum allgemeinen Frieden und Glück ist die Verbreitung positiver Werte wie Liebe, Frieden, Weisheit und Glück. Die Menschheit sollte sich nicht am maximalen Konsum, ständigem Wettbewerb und Egokampf orientieren, sondern an einem guten Miteinander. Insofern müssen wir unsere alte Denkweise überwinden und das Problem durch ein neues Denken auf einer höheren Stufe ersetzen. Wir müssen von der Steinzeit in das Zeitalter der Liebe und des Lichts eintreten.
Caramella: Ich finde dieses Thema sehr wichtig. In meinem Elternhaus haben Menschen gelebt, die dazu tendierten, alles schwarz zu sehen – und aus einer Mücke einen Elefanten zu machen. Auf die Dauer ist das Ganze sehr herunterziehend – das allerschlimmste war aber, dass ich nicht merkte, wie ich selbst so wurde. Nun gibt es das andere Extrem, die vielen Esos, die uns erzählen, dass die Energie den Gedanken folgt, was ja so schon stimmt. Nun besteht der Trend, negative Gedanken so weit als möglich zu verhindern, indem man sie einfach wegschiebt und sie durch positive zu ersetzen versucht. In diese Richtung tendieren Affirmationen. Beides ist nicht die Lösung: Weder alles negativ zu sehen, noch alles Negative zu verdrängen, denn durch Verdrängen verarbeiten wir es ja nicht. Ich denke der Mittelweg ist gut! Ich selbst versuche von diesem Schwarzsehen loszukommen, eine gewisse Lebensskepsis beizubehalten, in der ich nicht sofort alles für bare Münze nehme, was sich mir bietet – und gleichzeitig mit einem gesunden Optimismus durchs Leben gehen, der aus einer Mischung aus “ich vertraue, dass Gott mir hilft” und “ich tue was dafür” besteht.
Nils: Liebe Caramella. Ich finde dieses Thema auch sehr wichtig. Es gibt sehr viel Leid auf der Welt. Durch eine positive Denkweise können wir viel Leid in uns und zwischen den Menschen vermeiden. Wir können in uns und mit unserem Mitmenschen glücklich werden. Das ist ein Ziel für das es sich lohnt zu arbeiten.
Dabei dürfen wir nicht von einem Extrem ins andere fallen. Es ist gut einen Mittelweg zu gehen. Viele Esoteriker gehen in die Fallen des positiven Denkens. Sie meinen, dass sie positives Tun durch positives Denken ersetzen können. Wenn sie nur positiv denken, dann würden sich die Verhältnisse zum Positiven wenden. Das ist natürlich Unsinn. Wir müssen auch etwas dafür tun. Wir sollten positives Denken mit positivem Tun verbinden. Wir dürfen Probleme nicht verdrängen, sondern sollten sie lösen. Das ist der Weg des positiven Tuns. Andererseits sind nicht alle Probleme lösbar. Dann sollten wir mindestens in unserem Geist Frieden schaffen und Glück herstellen.
Shade: Nur können wir als ‘Ich’ das ‘Ego’ nicht auflösen, weil wir Ich-Ego (denn mehr bedeutet das Wort nicht) sind. Es geht in meinen Augen… und ich spreche aus Erfahrung… darum, zu erkennen, wozu wir als Ego/Ich hier sind.
Nils: Das Ego ist das Ich-Bewusstsein. Der Mensch nimmt sich als das Zentrum des Universums wahr. Das ist eine unrealistische Weltsicht. Tatsächlich ist der Mensch ein Sandkorn im Kosmos. Es gibt vor allem den Kosmos und darin einige kleine unbedeutende Menschlein. Der Mensch kann von einem Ich-Bewusstsein zu einem Einheitsbewusstsein gelangen. In der Erleuchtung nimmt er sich als Teil des Kosmos wahr, erlangt dadurch inneren Frieden und kann trotzdem noch handeln. Er sieht sich als Teil der Natur und weiß gleichzeitig, dass er auch dieser Körper ist. Und er ist für den Körper verantwortlich, so wie er auch für den ganzen Kosmos und insbesondere seine Mitwesen auf der Erde eine Verantwortung trägt.
Chevreuil: Und was wäre/wird man dann? Sein Sein .. das Ego auflöst, sein Selbst, das Ich .. hm wäre das dann nicht wie eine Art Ameise … eher *fremdbestimmt* zwar dem höheren Überlebens/Zweck förderlich, doch selber ? Ein dienlicher Roboter ==? Oder schwimmendes Teilchen in der Ursuppen ..
Nils: Wie ist es, wenn sich das Ego auflöst? Vor der Erleuchtung mit einem Ego sagt man “Ich bin Chevreuil.” Nach der Erleuchtung sagt man “Ich bin.” Man lebt im erleuchteten Sein. Man hat ein Einheitsbewusstsein. Man sieht sich nicht mehr als von Kosmos getrenntes Wesen. Man lebt in Gott und ist in gewisser weise Gott, ein Sohn oder eine Tochter Gottes. Man lebt im Licht, aber kann gleichzeitig auf der Erde handeln. Das konnten Jesus und Buddha auch. Man handelt dann aus dem Licht, dem göttlichen Bewusstsein heraus. Man ist ein Instrument Gottes.
Destiny: Waren die Menschen in der Steinzeit glücklicher?  ICH glaube ja, die Frauen haben schon damals versucht sich zu emanzipieren. damit der Mann sie nicht mehr an den Haaren in die Höhle zerrte! Aber eines stimmt absolut – man kann es nur sein – das reicht vollkommen.
Nils: So ist es. Das Sein reicht absolut. Es ist die glücklichere Lebensform. Und das war damals so wie heute. Die erleuchteten Steinzeitmenschen waren glücklicher als die unerleuchteten. Möglicherweise gab es in der Steinzeit mehr erleuchtete Menschen als heute. Jede Gruppe hatte ihren Schamanen oder ihre Scharmanin. Die Menschen lebten mehr mit der Natur und in der Einheit wie heute. Ich glaube, dass Naturvölker normalerweise glücklicher sind als die gestressten heutigen Menschen. Andererseits hat die heutige Zeit natürlich auf Vorteile wie das Internet.
Destiny: Warum wird dieses “goldene Zeitalter” immer in die Zukunft verschoben? Was wäre, wenn der Mensch auch so glücklich wäre – jetzt – und nicht erst wenn
Nils: Du hast vollständig Recht. Wir können auch glücklich im Hier und Jetzt sein. Wir können für uns selbst durch spirituelle Übungen und konsequentes positives Denken bereits jetzt in das goldene Zeitalter eintreten. Als Erleuchteter können wir dauerhaft im Licht leben, in einem Paradiesbewusstsein existieren. Durch das innere Glück konzentriert sich der Geist automatisch auf das Positive und Schöne. Allerdings sollten wir das Leid in der Welt und in unserem Leben nicht verdrängen. Wir sollten es integrieren und positiv handeln, soweit es möglich ist. Liebe und Mitgefühl sind wichtige Eigenschaften auf dem spirituellen Weg.
Spirituell entsteht das größte Glück durch die Erleuchtung. Das Reich Gottes ist grundsätzlich ein innerer Zustand, in dem man Gott in sich spürt und gleichzeitig auch das Licht Gottes in der Welt sieht. Durch Übungen wie Meditation und Gedankenarbeit (positives Denken, im Wesentlichen leben) kann ein Mensch erreichen, dass er in einem großen inneren Glückszustand lebt. Ist ein Mensch innerlich glücklich, sieht er auch das Positive in der Welt. Er kann seine Welt als Paradies wahrnehmen. Es ist möglich, durch Visualisierungen seine Kundalini-Energie zu aktivieren und zur Erleuchtung zu gelangen. Das ist eine Aufgabe der Paradiesvorstellungen in den verschiedenen Religionen.
taos: Guten Morgen Destiny, … und jetzt halte ich einfach mal die Klappe….
Nils: Ihr beide könnt gut das positive Denken zusammen üben. Ein Weiser bleibt immer in der Ruhe und in der Liebe. Er kommuniziert positiv mit seinen Mitmenschen. Wenn das nicht möglich ist, schweigt er. Er gießt grundsätzlich kein Öl ins Feuer, sondern das Wasser der Liebe und des Friedens. Ich spüre immer in mein Herz. Sind es Worte der Liebe, die aus ihm fließen. Dann übergebe ich sie der Welt. Spüre ich in mir Aggressionen, schweige ich und überwinde die Aggressivität in mir.
Destiny: Wenn alles göttlich ist – wieso wird da getrennt und etwas abgelehnt – das so nicht sein darf, wie z.B. Aggression oder Streit usw.? Unterdrückte Gefühle sind eine Hauptursache von Blockaden die zu Erkrankungen des Körpers führen! Da fände ich es besser und gesünder(!), gar “nicht mehr zu denken” und die Emotionen einfach sein zu lassen.
Nils: Wenn du vollständig erleuchtet bist, brauchst du nichts mehr zu tun. Du kannst einfach so sein wie du bist. Du kannst deine Gefühle so leben wie sie kommen. Du bist über der Ebene von Gut und Böse. Du kannst positiv und negativ sein wie du willst. Und es wird deinen Mitmenschen nützen, weil du aus der Erleuchtungsenergie (aus Gott) heraus handelst. Solange wir aber nicht vollkommen sind wie Jesus oder Buddha, müssen wir uns entwickeln und an uns arbeiten. Wir sollten genau hinspüren, was im Moment richtig ist. Ist es richtig Gefühle zu leben oder sie nicht zu leben? Grundsätzlich erzeugen nicht gelebte Gefühle Verspannungen im Körper. Es ist gut Gefühle auszuleben. Gleichzeitig können Aggression andere Menschen und auch einen selbst zerstören. Man kann in der Trauer versinken. Wenn man seine Suchtgefühle zu stark lebt, entsteht Anhaftung und man versinkt immer weiter in der Sucht.
Erleuchtung bedeutet nicht das Leid zu verdrängen, sondern es zu integrieren. Wir nehmen die Dinge an wie sie sind. Wir haften innerlich nicht am Leid an, sondern bewahren unseren Gleichmut und unsere Gelassenheit. Wir erwecken das Glück in uns. Damit erheben wir uns in eine höhere Bewusstseinsebene. Wir leben grundsätzlich im Licht, im Frieden, im Glück, in der Einheit und in der umfassenden Liebe. Wir leben innerlich abgeschieden von der Welt und der Materie. Dadurch geht unsere Energie nicht nach außen und verbraucht sich dort, sondern sie sammelt sich im Inneren und macht uns glücklich. Im Zustand des inneren Glücks können wir Leid besser ertragen. Wir können uns weitgehend darüber erheben, es vergessen. Aber etwas werden wir es spüren. Und das ist gut so. Denn wenn wir uns des Leidens in uns und in der Welt bewusst sind, dann haben wir die Motivation die Dinge zu verändern, soweit sie veränderbar sind.
 Destiny: mal etwas praktisches zur Theorie des positiven Denkens: Eine Glücksbox klöppeln! Nimm einen Schuhkarton oder etwas ähnliches und lege all das hinein was du mit Glück verbindest. Mach dich dabei frei, von trüben Gedanken und begegne dem Glück so glücklich wie du grad sein kannst…

Nils: Danke. Das ist eine gute Idee. Damit machst du mich heute glücklich. Ich habe eine ähnliche Praxis. Ich bastele mir Diashows am Computer und kopiere in die Diashow alle die Bilder hinein, die mich im Moment glücklich machen und mich motivieren. Des weiteren ziehe ich jeden Tag eine Orakelkarte mit einem positiven Satz. Yogi Nils Video Orakel 

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