Buch Yoga (Wikiversity)

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(Aus der Wikiversity) Yoga ist ein Weg der Gesundheit und der Entspannung. Yoga stammt ursprünglich aus Indien, ist inzwischen aber auf der ganzen Welt verbreitet. Yoga wird an den Volkshochschulen und in privaten Yogazentren angeboten.

Inhalt

  1. Was ist Yoga?
  2. Wie übt man Yoga?
  3. Dynamische Yoga Übungen
  4. Yoga Reihen
  5. Meditation
  6. Yogageschichten
  7. Meister-Yoga
  8. Interview einer Psychologiestudentin
  9. Yoga-Videos
  10. Weblinks

1. Was ist Yoga?

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 Wikipedia: Yoga ist eine indische philosophische Lehre, die geistige und körperliche Übungen umfasst. Der Begriff Yoga (anjochen) kann als spirituelles Üben („Anspannen“) und als Hinweis auf das spirituelle Ziel (Erleuchtung, Verbindung mit Gott) verstanden werden. Die Asanas (Körperübungen) wurden in der Hatha Yoga Pradipika beschrieben. Im „modernen Yoga“ liegt der Schwerpunkt in der Praxis des Yoga, die eher meditativ oder eher körperbezogen sein kann. Unter Hinweis auf die positiven Auswirkungen der Übungspraxis betrachtet man Yoga als Beitrag zur persönlichen Entwicklung, weitgehend unabhängig von religiösen oder weltanschaulichen Überzeugungen.“

Yoga Philosophie

In der indischen Philosophie werden verschiedene spirituelle Ansichten vertreten. Im Wesentlichen gibt es zwei große Richtungen. Die eine Richtung ist der Dualismus (Samkhya, Dvaita-Vedanta) und die andere der Nichtdualismus (Advaita Vedanta). Der Dualismus sagt, dass es Gut und Böse auf der Welt gibt. Es gibt Gott (das Licht) und die Welt (das weltliche Leben). Der Mensch sollte das Böse vermeiden und das Gute tun. Der Nichtdualismus behauptet, dass es nur Gott gibt (alles besteht aus Licht). Die äußere Welt sei ein Traum (Maya). Nur die Erleuchtung sei wichtig.

Beide Positionen sind richtig (Vishishtadvaita-Vedanta /modifizierter Vedanta). In der Erleuchtung erfährt der Mensch, dass alles nur aus Bewusstseinsenergie (Licht) besteht. Gott ist eine Ebene über allen Gegensätzen. Wer zur Erleuchtung gelangen will, der sollte seine Gedanken beruhigen und alle Anhaftungen an äußere Dinge (Genuss und Leid) überwinden. Gleichzeitig gibt es innerhalb der Bewusstseinsenergie verschiedene Ebenen (Bereiche). Es gibt auch die materielle Welt. Ein spiritueller Mensch sollte in beiden Bereichen (in der Lichtebene und in der materiellen Ebene) gut leben können. Unser Körper kann uns helfen zur Erleuchtung zu gelangen. Gleichzeitig sollte man sich aber nicht zu sehr abhängig von der Welt der Materie machen. Man sollte sich in Gott (im Wesentlichen) verankern, um seinen inneren Frieden und sein inneres Glück zu bewahren.

Der Weg des inneren Glücks

 Ein Sadhu (Bettelyogi) am Ufer des Ganges.

Was einen Menschen hauptsächlich daran hindert auf einer tiefen Ebene glücklich zu sein, sind seine inneren Verspannungen. Sie rauben ihm seine Kraft, zerstören sein Wohlgefühl, beeinträchtigen seinen inneren Frieden und seine geistige Positivität. Ein in sich stark verspannter Mensch neigt zu negativen Gedanken. Die Liebe zu sich und seinen Mitmenschen ist blockiert. Die inneren Verspannungen stammen häufig bereits aus der Kindheit.

Wenn innere Verspannungen aufgebaut werden können, können sie grundsätzlich wieder abgebaut werden. Das ist die gute Botschaft für alle verspannten Menschen. Die nicht so erfreuliche Botschaft ist, dass das ziemlich lange dauern kann. Der Aufbau der Verspannungen ist über viele Jahre entstanden. Wir brauchen deshalb auch meistens viele Jahre, um die Verspannungen wieder abzubauen. Aber der Aufwand lohnt sich immer. Wir vermeiden dadurch viele Krankheiten im Alter. Und wir erhalten ein glückliches Leben voller Frieden, Kraft, Liebe und Freude. Ein kluges Leben besteht darin, jeden Tag so viele Übungen zu machen, dass die inneren Verspannungen immer weniger werden. Wir sollten so leben, dass wir zum Licht und nicht zur Dunkelheit hinwachsen. Die meisten Menschen in der heutigen Zeit marschieren in die verkehrte Richtung. Sie leben egoistisch und gestresst. Sie bauen im Laufe des Lebens immer mehr Verspannungen auf. Sie enden im Burnout, in der Krankheit, Negativität und Depression.

Verspannungen können im Körper und im Geist sitzen. Grundsätzlich sind beide Bereiche miteinander verbunden. Damit wir uns umfassend von unseren inneren Verspannungen befreien, sollten wir Übungen für beide Bereiche praktizieren. Inneres Glück entsteht auf einer tiefen Ebene erst dann, wenn der Körper und der Geist von den Verspannungen gereinigt sind. Gute Körperübungen sind Gehen, Radfahren, Schwimmen, Yoga und Meditation. Gute Geistesübungen sind das tägliche Lesen in einem spirituellen Buch, die Visualisierung positiver Vorbilder, die Arbeit mit positiven Sätzen (Mantras) und die ständige Gedankenbeobachtung (positives Denken). Wir sollten die Übungen herausfinden, die für uns persönlich optimal wirksam sind.

 Hatha Yoga Pradipika

Wikipedia: Hatha Yoga ist eine Form des Yoga, bei der das Gleichgewicht zwischen Körper und Geist vor allem durch körperliche Übungen (Asanas), durch Atemübungen (Pranayama) und Meditation angestrebt wird. Der Begriff Hatha Yoga wurde in der Hathapradipika verwendet, einer Yogaschrift aus dem 15. Jahrhundert. Dort grenzt er den spirituellen Yoga (wie etwa Raja Yoga) vom körperlichen Yoga (Hatha Yoga) ab. Hatha Yoga bezeichnet hier eine Stufe auf dem Weg zum Raja Yoga. Neben der Hathapradipika gibt es zwei weitere wichtige Grundlagenwerke des Hatha Yoga, die Gherandasamhita sowie die Shivasamhita. In ihnen wird klar, dass auch innerhalb des Hatha Yoga Meinungsverschiedenheiten über sowohl theoretische als auch praktische Belange existieren. Hatha Yoga war anfänglich zur Unterstützung anderer Yoga-Formen konzipiert, erfreute sich jedoch rasch großer Beliebtheit und wurde schon bald als eigenständige Yoga-Form betrachtet. Im westlichen Kulturkreis versteht man unter Yoga oft hauptsächlich Hatha Yoga. Es gibt sechs Hauptreinigungsübungen, die Shatkriyas, die ein wesentlicher Bestandteil des Hatha Yogas sind. Sie sollen den Körper und seine verschiedenen Hohlräume (Rachenraum, Bauch etc.) systematisch reinigen und von Schleim befreien. Inzwischen existieren eine Vielzahl von wissenschaftlichen Studien zu den positiven Auswirkungen von Hatha-Yoga auf gesundheitliche Beschwerden. Gelindert werden können beispielsweise Schlafstörungen, Rückenschmerzen, Bluthochdruck (Hypertonie), chronische Kopfschmerzen, Herzinsuffizienz und Asthma bronchiale.

  • Zitate aus der Hatha Yoga PradipikaGegrüßt sei Shiva, der das Wissen des Hatha-Yoga genau darlegte, welches den Anwärter stufenweise zu den höchsten Gipfeln des Raja-Yoga führt. Der Yogi soll Hatha-Yoga an einem abgeschiedenen Platz üben. Er soll in einem Land leben, wo eine gute Regierung herrscht, wo gute Menschen leben und wo man Essen leicht erhalten kann. Die guten Wirkungen des Yoga werden durch die folgenden 6 Ursachen zerstört: zuviel essen, zuviel Anstrengung, zuviel Geschwätzigkeit, zuviel Verhaftetsein an extremen Gebräuchen, zuviel Gesellschaft und zuviel Unbeständigkeit. Die folgenden 6 Ursachen bringen schnellen Erfolg: Mut, Kühnheit, Ausdauer, klarer Verstand, Vertrauen und Abgeschiedenheit. Wichtig sind außerdem: Selbstdisziplin, Ausdauer, Selbstvertrauen, Nächstenliebe, Zielstrebigkeit, Lesen in den Heiligen Büchern, Sittlichkeit, Urteilskraft, Genügsamkeit in äußeren Dingen, Verzicht auf alles Unwesentliche. Ob jung oder alt, dürr oder krank, jeder wird durch Yoga erfolgreich sein. Mit Hilfe verschiedener Asanas (Yogaübungen) und Kumbhakas (Atemübungen) erreicht man, dass die innere Kraft erwacht. Asana, Kumbhakas und andere Techniken sollen geübt werden, bis sich der Erfolg im Yoga einstellt. Infolge der Unreinheiten der Energiekanäle fließt die Energie nicht durch den mittleren Energiekanal. Wie kann dann Erfolg bei der Erleuchtung erlangt werden? Nachdem der Yogi die Energiekanäle durch seine Yogaübungen gereinigt hat, wird er fähig, die Energie zu lenken. Wenn die schlafende Kundalini Energie durch das Wohlwollen eines Gurus erwacht (Einweihung, Segnung, Energieübertragung), dann werden alle Energieblocken beseitigt. Sushumna (der mittlere Kanal vom Beckenboden bis zum Kopf) ist der Hauptweg für den Energiestrom. Dann wird der Geist frei von allen Bindungen und die Angst vor dem Tod wird besiegt. Der Yogi, dessen Kundalini Energie dank der Gnade eines erleuchteten Meisters geweckt wurde und der allen Tätigkeiten entsagt (in der Ruhe lebt), erreicht mühelos Samadhi (Erleuchtung). Dieses Stadium kann man nicht mit Worten beschreiben. Man erkennt es nur durch Selbst-Erfahren. Unaufhörliche Freude entsteht.

Karma Yoga

Karma-Yoga ist der Weg der umfassenden Liebe. Auf diesem Weg gelangt man zur Erleuchtung, indem man das Glück seiner Mitmenschen wichtiger nimmt als sein eigenes Glück. Man lebt im Schwerpunkt nicht für seinen eigenen Genuss, sondern für das große Ziel einer glücklichen Welt. Wenn wir als Yogis den Wunsch nach einer glücklichen Welt pflegen, dann wachsen wir dadurch immer weiter in den Zustand der Erleuchtung hinein. Das Geheimnis dieses Wunsches ist die spirituelle Verbindung von Innen- und Außenwelt. Wir sind geistig nicht getrennt von unseren Mitwesen. Ihr Glück färbt auf uns ab. Wer in sich das Ziel einer glücklichen Welt pflegt, erschafft dadurch das Fundament zu einer tiefen Positivität. Wenn wir jeden Tag allen Wesen um uns herum Licht senden, dann wird eines Tages das Licht unsere ganze Seele durchdringen. Wenn wir regelmäßig der Welt etwas Gutes tun, dann belohnt uns die Welt mit einer positiven Psyche.

Auf dem Weg der umfassenden Liebe gibt es eine große Gefahr. Wir können uns überfordern. Wir können zu viel arbeiten und dadurch unsere Glücksenergie verbrauchen. Ein Karma-Yogi muss seinen spirituellen Weg mit den beiden Beinen Liebe und Ruhe gehen. Er muss im Gleichgewicht von Ruhe und Aktivität leben. Er muss immer auch gut für sich selbst sorgen. Sonst funktioniert der Weg des Karma-Yoga nicht. Sonst verbraucht er sich beim Karma-Yoga. Dann endet er nicht bei der Erleuchtung, sondern bei der totalen Erschöpfung. Der Begründer des indischen Yoga, der erleuchtete Weise Patanjali, lehrte in seinem Yoga-Sutra die vier Eigenschaften Gelassenheit, umfassende Liebe, Mitgefühl und Mitfreude. Mitgefühl, Mitfreude und Liebe verkörpern die Essenz des Karma-Yoga-Weges. Mitgefühl erweckt den Wunsch zu helfen. Die Liebe bringt den Yogi zum aktiven Tun. Und die Mitfreude belohnt ihn auf seinem Weg. Als erste Eigenschaft eines Karma-Yogis nannte Patanjali bewusst die Gelassenheit. Diesen Begriff kann man auch mit Gleichmut, in der Ruhe leben, im Licht leben übersetzen. Er steht in einem scheinbaren Widerspruch zu den anderen drei Eigenschaften. Tatsächlich weist der Begriff Gelassenheit jedoch darauf hin, dass ein Karma-Yogi aus der Ruhe (dem eigenen inneren Glück) heraus seinen Weg der Liebe gehen sollte. Der Dalai Lama erklärte: „Lebe das Gleichgewicht von Helfen und Meditation.“ Jesus fasste die christliche Lehre in die Worte: „Liebe Gott (das Leben in Gott, in der Ruhe) und liebe deinen Nächsten (tue allen Wesen Gutes).“ Swami Sivananda prägte den Satz: „Liebe, diene, gebe, meditiere, reinige und verwirkliche dich.“ Es gibt zwei große Ziele, die ein Mensch haben kann. Er kann nach Erleuchtung streben. Und er kann für eine glückliche Welt arbeiten. Am besten verbinden wir beides miteinander.

2. Wie übt man Yoga

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 Computer Yoga

Lerne Yoga ganz einfach am Computer. Praktiziere zuerst die Übungen für dich. Probiere aus, wie sie dir gut tun. Finden deinen Weg des Yoga. Dann kannst du dir das Video ansehen. Vielleicht erhälst du noch einige Anregungen.

1. Bewege sanft deinen Kopf und denke dabei im Kopf das Mantra „Om“. Drehe den Kopf nach links und rechts. Vorwärts und rückwärts.

2. Bewege deine Schultern, so dass sich alle Verspannungen lösen. Was ist der beste Weg? Kreise die Schultern vorwärts und rückwärts: „Om, Om, Om …“

3. Bewege deine Wirbelsäule nach rechts und links. Der Rücken ist dabei gerade und der Bauch entspannt: „Om, Om, Om …“

4. Bewege die Füße. Reibe den Fußboden. Denke „Om“ in der Erde.

5. Visualisiere eine Sonne über dir und denke das Mantra „Licht“. Massiere das Licht in dein Gesicht, deine Augen, deine Ohren, deinen ganzer Körper und denke: „Licht, Licht …“

6. Bewege segnend eine Hand und sende das Licht zu allen Wesen: „Ich sende Licht zu … Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“

7. Reibe deine Handflächen vor dem Herzchakra: „Om alle erleuchteten Meister. Om innere Weisheit. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg.“

8. Lege deine Hände auf die Beine oder den Bauch. Denke das Mantra „Om“ im Kopf, Brustkorb, Bauch, Beine, Füße, in der Erde und im ganzen Kosmos: „Om Shanti. Om Frieden. Om Shanti. Om Frieden …“ Stopp eine Minuten alle Gedanken. Entspanne dich.

Die zehn Prinzipien des Yoga

 Die Grundlage des Yoga ist das Yoga-Sutra von Patanjali. Darin stellt der erleuchtete Yogaweise Patanjali zehn Grundsätze für das erfolgreiche spirituelle Üben auf. Ohne die Entwicklung positiver Eigenschaften ist keine innere Stabilität und kein dauerhaftes Leben im Licht möglich. Die durch die Yogaübungen erlangte innere Ruhe wird im Alltag schnell wieder verschwinden. Körperlicher Yoga und positives Denken gehören zusammen.

1. Gewaltlosigkeit (Ahimsa) = Keine anderen Wesen töten. Friedfertig sein. Sanftmütig leben.

2. Wahrhaftigkeit (Satya) = In der Wahrheit leben. Grundsätzlich ehrlich zu sich selbst und anderen sein. Konsequent aus der persönlichen Wahrheit (Richtigkeit) heraus leben. Eine Lüge ist nur in gut begründeten Ausnahmen zulässig, zum Beispiel wenn man mit einer Lüge das Leben eines anderen Menschen retten kann. Ein Yogi schweigt in einer Zweifelssituation. Wer konsequent in der Wahrheit lebt, der strahlt Wahrheit aus.

3. Rechtschaffenheit (Asteya) = Nicht stehlen und nicht betrügen. Ein Yogi ist im Berufsleben grundsätzlich ehrlich. Er strebt nicht nach ungerechtfertigtem Vorteil, sondern sucht den gerechten Ausgleich (fairer Handel). Einem Yogi kann man im Berufsleben grundsätzlich vertrauen. Er gibt seinem Geschäftspartner eher etwas zu viel als zu wenig. Wer im Geschäftleben gerecht handelt, erzeugt kein schlechtes Karma.

4. Weisheit (Brahmacharia) = Im Schwerpunkt spirituell leben (in der Weisheit leben/Brahmacharia). Nicht dem Geld, sondern Gott dienen. Das Wesentliche vom Unwesentlichen unterscheiden.

5. Einfachheit (Aparigraha) = Mäßigung in äußeren Genüssen. Ein spiritueller Mensch lebt grundsätzlich äußerlich bescheiden und innerlich reich. Ein Yogi verbraucht seine Energie nicht im äußeren Tun, sondern lebt so ruhig, dass sie sich nach innen wendet und seinen Körper von innen her reinigt.

6. Verehrung des spirituellen Ziels (Ishvara, die persönliche Gottheit) = Damit wir unseren spirituellen Weg nicht verlieren, ist es notwendig, dass wir uns immer wieder auf unser spirituelles Ziel besinnen. Wir können ein Bild verehren, uns vor einer Statue verbeugen oder ein Mantra (Gebet) sprechen. Sorge gut für dich selbst. Lebe aus der Ruhe heraus (Brahma) und im täglichen spirituellen Üben (Shiva). Sende allen Wesen Licht und wünsche eine glückliche Welt (Vishnu).

7. Egoopfer (Shaucha, Läuterung/Reinigung) = Der Weg ins Licht führt durch die Kreuzigung. Die zehn Ego-Eigenschaften sind Stolz, Neid, Habsucht, Genusssucht, Angst, Wut, Trauer, Unmäßigkeit, Faulheit, Unweisheit. Was ist heute deine negative Eigenschaft? Welcher positive Gedanke hilft dir sie zu überwinden? Ohne ein großes Egoopfer gibt es keine Erleuchtung. Richtig zu opfern ist eine Kunst. Wer zu viel opfert, verspannt sich innerlich. Wer zu wenig opfert, löst seine Egoverspannung/Anhaftung nicht auf.

8. Zielstrebigkeit (Tapas) = Ein klarer Entschluss (Gelöbnis), ein klarer Lebensplan und ein konsequenter Weg des Übens. Tapas bedeutet ein diszipliniertes Leben zu führen. Wer eine klare Zielorientierung und große Ausdauer hat, der siegt auf dem spirituellen Weg.

9. Lesen (Svadhyaya) = Die tägliche Lesemeditation hält uns auf dem spirituellen Weg, reinigt unseren Geist, verbindet uns mit den erleuchteten Meistern und macht uns letztlich zu spirituellen Siegern. Wer sich nicht jeden Tag mindestens fünf Minuten mit der Spiritualität beschäftigt, verliert im Zeitalter des Konsumfernsehens schnell seinen Weg des inneren Glücks.

10. Zufriedenheit (Santosha) = Gelange in die große Zufriedenheit mit dir und deinem Leben. Welcher Gedanke hilft dir in die Zufriedenheit zu kommen? „Mein Gedanke der Zufriedenheit ist …“

Die fünf Grundsätze der Gesundheit

Die fünf Grundsätze der Gesundheit schenken uns ein langes, gesundes und glückliches Leben. Wenn wir nach diesen Grundsätzen leben, können wir die meisten Krankheiten vermeiden. Wenn wir trotzdem einmal krank sind, werden wir erheblich schneller gesund.

1. Ernähre dich gesund. Eine gesunde Ernährung besteht aus frischer, vielseitiger, vitamin-, spurenelement- und mineralienreicher Nahrung: Obst, Gemüse, Getreide, Milch, Kartoffeln, Hülsenfrüchte etc. Es wird empfohlen, wenig oder kein Fleisch zu essen und sich zur Hälfte von Rohkost (rohem Obst und Gemüse) zu ernähren. Mindestens sollten wir einen Apfel (ein Stück Obst oder rohes Gemüse wie zum Beispiel eine Karotte, Tomate, Salat, Paprika) am Tag essen. Dadurch bekommt der Körper viele Vitamine und Mineralstoffe, die ihn vor Krankheiten schützen.

2. Vermeide Schadstoffe. Drogen, Rauchen und Alkohol verursachen viele Krankheiten und verkürzen normalerweise das Leben erheblich (um 10 bis 20 Jahre). Zu viele Süßigkeiten (Zucker, Fett), viel Salz und viele Schnellimbisse (Fastfood) sind ebenfalls ungünstig.

3. Bewege dich viel. Einmal am Tag eine halbe bis eine Stunde Ausdauersport (Gehen, Joggen, Radfahren, Schwimmen) halten den Körper stark und gesund. Notfalls reicht auch eine halbe Stunde auf dem Heimtrainer (Rad, Laufband) oder dynamischer Yoga. Wenn es gar nicht anders geht, bewege dich mindestens am Wochenende eine Stunde. Wichtig ist es, dass der Körper gut durchgewärmt wird (bis zum leichten Schwitzen üben). Dadurch werden Krankheitskeime abgetötet.

4. Entspanne dich ausreichend. Stress schadet der Gesundheit. Stress sollte immer wieder durch ausreichende Erholungsphasen, Yoga oder Meditation abgebaut werden. Für das innere Glück ist es wichtig im persönlich richtigen Verhältnis von Aktivität (Arbeit) und Ruhe zu leben. Wer regelmäßig meditiert, gelangt zum inneren Frieden.

5. Denke positiv. Positive Gedanken führen zu positiven Gefühlen. Übe Eigenschaften wie innerer Frieden, Selbstdisziplin, Weisheit, Liebe und Lebensfreude. Finde eine positive Aufgabe in deinem Leben. Arbeite für das Glück aller Wesen. Wer regelmäßig an seinen Gedanken arbeitet und weise lebt, wird im Laufe seines Lebens immer glücklicher. Er wird am Ende seiner Tage zufrieden mit sich und seinem Leben sein. Er ist ein Meister des Lebens.

Zitat Welt online (Mai 2011)

„‚Wer sich richtig ernährt, darf auf einen Zuschlag von bis zu 20 Jahren hoffen‘, sagt der Jenaer Ernährungswissenschaftler Michael Ristow. Viel Obst und Gemüse, viel Fisch und wenig Fleisch gehören nach Ansicht von Ristow auf den Speiseplan. Dabei ist rotes Fleisch besonders ungünstig. Ristow warnt davor, den Vitaminbedarf mit Tabletten auszugleichen. Keine noch so hoch dosierte Vitaminkapsel kann einen Apfel mit seinen hunderten von Einzelsubstanzen ersetzen.“

Zitat Focus online (2008)

„Wer vier simple Gesundheitsregeln befolgt, erhöht erheblich seine Chancen auf ein langes Leben. Vier einfache Verhaltensregeln verlängern das Leben durchschnittlich um 14 Jahre: nicht rauchen, etwas Sport treiben, nur mäßig Alkohol trinken und täglich Obst und (rohes) Gemüse essen. Das berichten britische Forscher, die seit 1993 das Schicksal von mehr als 20 000 Probanden im Alter von über 45 Jahren verfolgt haben. Die Studie ist den Autoren zufolge Teil der größten Untersuchung zu Ernährung und Gesundheit, die jemals unternommen worden sei. Die Untersuchung EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) erstreckt sich insgesamt über zehn europäische Länder.“

Orientierungspunkte

  1. Zur Hälfte Rohkost (Obst und Gemüse) essen
  2. Viel trinken
  3. Schadstoffe vermeiden (Süßigkeiten, Fleisch, Fett, Alkohol, Rauchen, Drogen)
  4. Nur bei Hunger essen
  5. Milchprodukte sparsam verwenden
  6. Soweit wie möglich vegetarisch ernähren
  7. Einmal in der Woche Fisch ist erlaubt
  8. Finde deinen individuellen Weg
  9. Spüre, was dein Körper dir sagt
  10. Hole dir dein Glück vorwiegend aus deinen spirituellen Übungen

Interview Freiburg Tumorzentrum

(Zitate aus Patiententipp)

Sollte man möglichst viele Getreide zu sich nehmen oder lieber viel Obst und Gemüse?

Professorin Karin Michels: Obst und Gemüse sind das Beste, was man überhaupt zu sich nehmen kann. Von allen Ernährungsmöglichkeiten ist eine Ernährung, die reich an Obst und Gemüse ist, am meisten zu empfehlen, zusammen mit den pflanzlichen Ölen. Zumal die pflanzlichen Öle auch die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine aus Obst und Gemüse begünstigen. Vollkornprodukte sollten in einer gesunden Ernährung nicht fehlen. Produkte aus Weißmehl und Zucker sollten dagegen weitgehend gemieden werden, sie begünstigen Diabetes, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Ein heiß diskutiertes Thema ist Fleisch. Was darf man denn an Fleisch essen, wenn man sich möglichst gesund ernähren möchte. Darf man überhaupt Fleisch essen?

Professorin Karin Michels: Rotes Fleisch hat keinen Gesundheitswert für die Ernährung. Man kann ohne Weiteres darauf verzichten. Rotes Fleisch begünstigt die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einiger Krebsarten wie zum Beispiel des Dickdarmkarzinoms. Vegetarier haben eine höhere Lebenserwartung und weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Daher sollte rotes Fleisch auf keinen Fall jeden Tag verzehrt werden. Wenn Fleisch, dann besser Geflügel oder noch besser Fisch. Fisch ist zu empfehlen und ein Vegetarier der Fisch isst, ist wahrscheinlich besser dran als ein Vegetarier, der keinen Fisch isst.

Milch gilt als gesundes Nahrungsmittel. Stimmt das?

Professorin Karin Michels: Das stimmt meines Erachtens nicht. Die Milch, die wir heute trinken ist nicht mehr die Milch, die unsere Grosseltern vor hundert Jahren getrunken haben. Die Produktion hat sich geändert und um die Effizienz zu steigern sind die Kühe heute fast immer schwanger, wenn sie laktieren, was eigentlich nicht normal ist. Damit gelangen die Schwangerschaftshormone in die Milch und die trinken wir dann. Wir trinken also grössere Mengen an Östrogenen und Progesteronen, und diese Hormone begünstigen die Entstehung vieler Krebsarten. Von daher wäre ich sehr vorsichtig mit Milchkonsum. Die häufige Aussage, dass wir das Kalzium der Milch brauchen stimmt nicht, da wir Kalzium über andere Nahrungsmittel zu uns nehmen können. Ich würde deshalb sagen, dass Milch nur in reduzierten Maßen genossen werden sollte – wenn überhaupt.

Wie sieht denn nun eine gesunde Ernährung aus?

Professorin Karin Michels: Obst und Gemüse stehen an erster Stelle, zusammen mit pflanzlichen Ölen, Vollkornprodukten und Fisch. Was auch noch sehr gesund ist, sind beispielsweise Nüsse. Nüsse haben eine ganz ausgezeichnete Zusammensetzung von hochwertigen Fetten und Proteinen. Nüsse können beispielsweise in sehr viel gesünderer Form die Fette und Proteine ersetzen, die man andernfalls vielleicht über Fleisch zu sich nehmen würde. Andere gesunde Nahrungsmittel sind die Hülsenfrüchte, die auch hochwertige Proteine und viele Ballaststoffe haben, und sehr oft in der Ernährung vernachlässigt werden. Wenn man das alles zusammennimmt, kommt man auf eine vollwertige Ernährung, ohne auf Fleisch und Milchprodukte zurückgreifen zu müssen.

Finde deinen Weg

Bevor du dich für einen bestimmten Yogastil entscheidest, solltest du dir überlegen, was du suchst: Soll der Schwerpunkt auf anstrengenden Körperübungen (Dehnung, Muskelaufbau, Bodystiling) oder auf der Entspannung (Stressabbau, Gesundheit, zur Ruhe kommen) liegen? Sportliche Herausforderung findest du beim Power YogaIyengar Yoga und Kundalini Yoga. Gut entspannen kannst du dich beim normalen Hatha Yoga (Sivananda YogaIntegral Yoga) und beim Viniyoga.

Probiere aus, was dir gut tut. Letztlich hat jeder Yogalehrer seinen persönlichen Stil. Jeder Yogalehrer hat Schwächen und Stärken. Lerne von jedem Yogalehrer. Finde deinen eigenen Weg, Yoga zu üben. Übernimm das für dich Gute und akzeptiere in jedem Yogakurs die Dinge, die für dich persönlich nicht so wirksam sind. Und bleibe vor allem immer auf deinem Weg der Wahrheit und Richtigkeit. Gib deinen Verstand nicht an der Tür zur Spiritualität ab.

Ideal ist eine Übungszeit von fünfzehn Minuten. Wenn du vier Wochen jeden Tag zu einer bestimmten Zeit deine Übungen machst, gewöhnt sich an dein Geist an das tägliche Üben. Dann fällt es dir leicht und du kannst auf eine einfache Weise lebenslang deine Gesundheit und dein inneres Glück bewahren.

Die wichtigsten Übungsregeln

Wir sollten jede Yogaübung so praktizieren, dass sie bei uns gut wirkt. Was uns schadet, lassen wir weg. Was uns nützt, das tun wir. Wir können alle Yogaübungen kreativ variieren. Wir fragen uns beständig: „Was brauche ich jetzt? Was tut mir gut? Was löst am besten meine Verspannungen?“ Yoga ist ein ständiges Experiment. Der Weg der effektiven Verspannungslösung ist nicht leicht zu finden. Wir müssen Yoga mit viel Weisheit und innerem Gespür praktizieren. Ein formales Üben reicht nicht aus. Wir sollten zuerst unsere inneren Verspannungen erspüren und dann die dafür wirksamen Techniken finden.

Mache deine Yoga-Reihe so, wie du sie für deine tägliche Yoga-Praxis brauchst. Betrachte es als etwas sehr Wertvolles, dass der Kosmos dir das Geschenk des Yoga gemacht und dir damit die Möglichkeit gegeben hat, deine Gesundheit und dein geistiges Wohlbefinden langfristig zu erhalten und zu vertiefen. Finde deinen individuellen Rhythmus und deine individuellen Schwerpunkte. Mache die Pausen im richtigen Moment und in der richtigen Länge. Wenn du nicht viel Zeit für Yoga aufwenden möchtest, mache nur eine kleine Pause zum Schluss.

Durch die Übungen in diesem Buch gewinnst du Erfahrung mit Yoga. Du lernst die wichtigsten Techniken kennen. Du bekommst viele Übungstipps. Nach einiger Zeit wirst du wissen, was dir wann wie gut tut. Du wirst herausfinden, welche Yogaübungen du persönlich regelmäßig brauchst. Du wirst deine individuelle Art finden, um Yoga zu praktizieren. Im Laufe der Jahre wirst du eine Schicht der Verspannungen nach der anderen auflösen, bis das Licht in dir erwacht und du zu einem dauerhaften Leben im Glück gelangst. Auf dem Weg zur Selbstverwirklichung wirst du viele verschiedene Yogaübungen brauchen. Es gibt für jede Entwicklungsstufe bestimmte Techniken. Wenn du die hier vorgestellten Grundübungen gut kennst, werden dir in jeder Situation schnell die jeweils passenden Techniken einfallen.

Yoga und Atem

Die Atmung beim Yoga ist grundsätzlich eine natürliche Atmung. Der Atem fließt ruhig und entspannt. Ich empfehle, sich nicht auf den Atem zu konzentrieren, sondern auf den Körper und die Körperhaltung. Der Atem findet von alleine seine optimale Atemform. Wenn eine Yogaübung anstrengend ist, atmen wir ruhig und entspannt weiter. Wir halten nicht den Atem an. Dadurch könnten wir uns innerlich verkrampfen und den Prozess blockieren, der Verspannungen löst. Besser ist es, bei einer anstrengenden Übung tief und entspannt in den Bauch zu atmen. Eine tiefe Atmung ist der natürliche Atemweg bei einer anstrengenden Übung. Der Körper kann so mehr Sauerstoff aufnehmen und auch anstrengende Übungen längere Zeit mit innerer Entspannung durchführen.

In vielen Yogaschulen wird gelehrt, sich bei den Yoga-Stellungen auf den Atem zu konzentrieren. Teilweise werden sogar die Yogaübungen im Atemrhythmus gemacht. Man atmet ein, geht in eine Yogahaltung, atmet aus und geht in die nächste Yogastellung. Dieses wird insbesondere beim Sonnengebet, einer sehr bekannten Yogareihe, praktiziert. Yoga wird auf diese Weise zu einer Atemmeditation. Dieses kann gut für dich sein. Dann bleibe dabei. Die Konzentration auf den Atem kann zu einem Verlust des Körperbewusstseins und der inneren Entspannung führen kann. Yoga wird dann wirkungslos. Die meisten Yoga-Übenden schaffen es nicht, sich auf die Atmung und gleichzeitig auch noch entspannt auf den Körper zu konzentrieren. Sie sind überfordert und verspannen sich dabei. Der beste Weg beim Yoga besteht darin, Yogaübungen und Atemübungen grundsätzlich getrennt zu praktizieren. Atemübungen sind wichtig. Wir dürfen nicht darauf verzichten. Wir können durch die Atmung Energie aufnehmen und damit Verspannungen lösen. Wir können durch die Atmung gut unseren Geist beruhigen und zur Entspannung gelangen. Die Atemübungen machen wir am besten im Meditationssitz.

Die beste Zeit zum Yogaüben

Am besten machst du täglich morgens und abends jeweils etwa 15 Minuten Yoga oder Meditation. Eine derartige tägliche Praxis ist optimal für den langfristigen Verspannungsabbau, für die Erhaltung der körperlichen Gesundheit und für das seelische Wohlbefinden. Die Yogaübungen am Morgen machen dich fit für den Tag. Du bringst dein Energiesystem in Gang und kannst dann entspannt und positiv gestimmt durch den Tag gehen.

Yogaübungen oder eine Meditation am Abend kurz vor dem Schlafengehen lösen die im Laufe des Tages angesammelten Verspannungen. Dadurch vergrößert sich der Erholungswert deines Schlafes erheblich. Du erholst dich besser und hast deshalb erheblich mehr von deinem Leben. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass durch den Schlaf kaum der in den Muskeln gespeicherte Stress des Tages abgebaut wird. Dieser Stress ist vielmehr am nächsten Morgen noch weitgehend im Körper vorhanden. Er hat sich nicht aufgelöst. Daran wird deutlich, wie notwendig ein regelmäßiger Verspannungsabbau vor dem Schlafengehen ist. Eine tiefe Erholung vom Alltagsstress findet sonst kaum statt. Vielmehr kann es sein, dass dein innerer Stress im Laufe der Jahre immer größer wird und langfristig großen Schaden anrichtet. Gib dir deshalb lieber einen Ruck und praktiziere jeden Tag etwas Yoga oder Meditation. Der Zeitaufwand ist wirklich relativ klein und der Effekt langfristig riesengroß.

Wenn dir zweimal am Tag Yoga zu viel ist, kannst du auch einmal am Tag Yoga praktizieren. Bereits einmal am Tag regelmäßig etwas Yoga zu machen ist ein großer Gewinn für die Gesundheit und für die Entspannung. Manche Menschen lieben Yoga mehr am Morgen, und manche Menschen bevorzugen den Abend für ihre Yoga-Praxis. Probiere aus, was für dich am besten ist. Praktiziere den spirituellen Weg im Rahmen deiner Möglichkeiten. Gewöhne dich an eine bestimmte Zeit, an Regelmäßigkeit und an das ausdauernde Üben. Es ist wichtig, Selbstdisziplin zu entwickeln. Du brauchst sie, um spirituell zu siegen.

Die besten Motivationshilfen

Ein wichtiger Punkt bei der täglichen Yoga-Praxis ist die Motivation. Wir alle müssen damit rechnen, dass wir zwar einsehen, dass sich ein tägliches Yoga-Programm langfristig sehr positiv auf unsere Gesundheit und unser allgemeines Wohlbefinden auswirkt. Andererseits haben wir alle sehr wenig Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen. Dem können wir entgegenwirken, indem wir regelmäßig an unserer Motivation arbeiten.

Zum einen dürfen wir nie den Schlendrian einreißen lassen. Den uns selbst schädigenden Gedanken der spirituellen Faulheit müssen wir den positiven Gedanken des spirituellen Sieges und der Tatkraft entgegensetzen. Wir machen uns die Vorteile eines täglichen Gesundheits-und Entspannungsprogramms klar. Wir reden mit uns selbst und überzeugen uns davon, dass wir ein möglichst dauerhaftes Wohlbefinden in unserem Leben erreichen möchten und dass wir dafür jeden Tag etwas tun müssen. Wenn wir einmal vom richtigen Weg abgerutscht sind, nehmen wir unsere tägliche Praxis sofort nach unserer Schwächeperiode wieder auf.

Zum zweiten ist es wichtig, unsere tägliche Yoga-Praxis so zu gestalten, dass sie uns Spaß bringt. Ein wichtiges Hilfsmittel dazu ist schöne Musik. Wenn wir die Yogaübungen zu schöner Musik machen, fallen sie uns gleich viel leichter. Unsere Yoga-Praxis muss so gestaltet werden, dass sie unseren persönlichen Bedürfnissen entspricht und wir das Gefühl haben, dass sie effektiv ist und uns gut tut. Wir können unsere Yogaübungen öfter variieren. Ich mache Yoga immer in Zusammenarbeit mit den beiden Kräften Ausdauer und Freude. Wenn man mit diesen beiden Kräften im Yoga fließt, kann man seinen Yoga-Weg ein Leben lang durchhalten und immer weiter wachsen. Eine große Hilfe ist es, Yoga in einer Gruppe zu machen. Die Energie der Gruppe trägt einen durch die Yogaübungen und bestärkt einen darin, Yoga wichtig zu nehmen. Eine feste Yogagruppe gibt uns großen Rückhalt für eine kontinuierliche Yoga-Praxis.

Der große Schatz

Yoga ist ein großer Schatz. Sei dir dieser Tatsache immer bewusst. Dann wirst du Yoga nie verlieren. Yoga hält unseren Körper beweglich, kräftigt unsere Muskeln, löst Verspannungen in den inneren Organen, aktiviert unsere Lebensenergie und macht unseren Geist positiv. Yoga hilft uns das Leben zu meistern, unsere Gesundheit zu bewahren und das Glück in unserer Welt wachsen zu lassen. Durch Yoga können wir zu einem Buddha (einem Glückswesen), einem Siddha (mit großen inneren Kräften) und zu einer Göttin werden. Könige haben ihr Königreich aufgegeben, um den Reichtum des Yoga zu erlangen. Yoga ist so unermeßlich, dass man es sich als normaler Mensch kaum vorstellen kann.

Viele Menschen in der heutigen Zeit sind auf der intensiven Suche nach dem großen Glück. Sie suchen es in Liebesbeziehungen, in der beruflichen Karriere und im Konsumrausch. Sie suchen das Glück am falschen Ort. Dort wo sie es suchen, werden sie es nicht wirklich finden. Alles äußere Glück ist vergänglich, begrenzt und zieht oft Leid nach sich. Das große Glück kann ein Mensch nur in sich selbst finden. Zu 90 % kommt das Lebensglück aus dem Bewußtseinszustand eines Menschen. Es ist abhängig von seiner geistigen Grundhaltung, seinen inneren Eigenschaften, seinem inneren Frieden, seiner Liebesfähigkeit und seiner Fähigkeit positiv zu denken. Das ist die klare Erkenntnis der heutigen Glücksforschung. Die alten Yogis wußten diese Tatsachen schon vor tausenden von Jahren. Sie haben den Schwerpunkt ihres Lebens auf die Verwirklichung ihres inneren Potentials gelegt. Wenn wir langfristig Yoga üben, werden sich immer neue Dimensionen des Übens eröffnen. Die scheinbar einfachen Yogaübungen werden immer tiefere Wirkungen entfalten. Wir spüren Energieeffekte, die mit den einzelnen Yoga-Stellungen erzeugt werden. Yoga wird zu einem Spiel mit Energie. Und irgendwann wird die Energie dann stärker fließen, und wir verharren längere Zeit in einer Yoga-Stellung mit dem Gefühl von Mühelosigkeit, Ruhe und Wonne.

Videos

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3. Dynamische Übungen

Eine Yogastunde besteht aus dynamischen Übungen, einer Yogareihe im Liegen und einer Meditation (Sitzen, Liegen) zum Abschluß. Danach fühlen wir uns vollständig wohl. Finde zuerst deine persönliche dynamische Übung. Du kannst dich nicht dehnen, bevor du dich aufgewärmt hast. Du brauchst vor deiner Yogareihe ein Kreislauftraining von mindestens 10 bis 20 Minuten.

Schüttelmeditation

Videos: Schüttelmeditation (engl., 10 Min.), Schüttelmeditation in langer Fassung (10 Min., nur Musik und Text),  Schüttelmeditation (nur Musik 14 Min.)

Die Schüttelmeditation ist ein guter Weg, um schnell Stress abzubauen und sich mit positiver Energie aufzuladen. Eine Frau hatte in ihrem Beruf viel Stress. Im Laufe der Jahre zerstörte der Stress ihre Gesundheit, raubte ihr die innere Kraft und machte ihren Geist negativ. Ich riet ihr, jeden Tag nach der Arbeit zwanzig Minuten die Schüttelmeditation zu machen. Bereits nach einigen Wochen ging es ihr gesundheitlich wieder besser, und ihre innere Kraft nahm zu.

Wir schalten eine schöne Musik ein, stellen uns aufrecht hin und bewegen uns dynamisch in den Knien auf und ab. Wir können auch tanzen oder auf der Stelle gehen. Das Schütteln ist eine schnelle Bewegung aus den Knien heraus. Die Knie schütteln den Körper. Die Bewegung in den Knien ist klein und schnell. Wir können die Schüttelmeditation aber völlig frei so gestalten, wie wir sie am liebsten machen.

1. Wut = Wir schütteln alle Wut und allen Stress des Alltags aus uns heraus. Wir denken das Mantra „Wut“. Wir wandeln allen Stress, der in uns ist, in Bewegung um und befreien uns so davon.

2. Trauer = Wir lösen unsere aufgestaute Trauer. Wir denken den Satz: „Ich bin traurig, weil …“. Wir bewegen alle Trauer aus uns heraus. Was macht dich heute traurig? Denke den Grund mehrmals als Mantra.

3. Schultern = Wir kreisen mit den Schultern. Wir bewegen die Schultern so, wie es uns gut tut. Wir lösen die Verspannungen in den Schultern und im Nacken.

4. Wirbelsäulendrehen = Wir drehen uns beim Schütteln sanft so weit es geht in der Wirbelsäule hin und her. Wir lösen die Verspannungen in der Wirbelsäule. Der Kopf dreht sich dabei ebenfalls zu den Seiten.

5. Massage = Wir bestrahlen uns mit den Händen von allen Seiten beim Schütteln mit einer Heilfarbe. Wir hüllen uns in eine Wolke aus Heilenergie ein. Welche Heilfarbe tut dir heute gut? Denke den Namen als Mantra: “ Gelb, Orange, Violett …“. Massiere dann die Heilfarbe vom Kopf bis zu den Füßen in den Körper ein. Denke weiter den Namen der Farbe als Mantra.

6. Erdung = Wir reiben die Heilfarbe kreisförmig erst mit dem rechten und dann mit dem linken Fuß auf den Fußboden. Wir malen einen Heilkreis um uns herum. Beim Malen spüren wir mit den Füßen die Erde. Wir denken den Namen unserer Farbe weiter als Mantra.

7. Positiver Satz = Wir schütteln uns weiter aus den Knien heraus und bewegen eine Hand in Herzhöhe segnend hin und her. Wir senden einem Menschen einen positiven Satz. Was wollen wir dem Menschen heute sagen? Wir wiederholen den Satz mehrmals als Mantra. Wir stellen uns vor, dass der Satz real bei dem Menschen ankommt. Wir senden allen Menschen Licht und hüllen die ganze Welt geistig mit Licht ein. Dabei denken wir das Mantra „Licht“ und visualisieren den ganzen Kosmos.

8. Freies Schütteln = Bewege dich einige Minuten so, wie du Lust hast. Spüre, was du jetzt noch brauchst. Was möchtest du jetzt gerne tun?

Sonnengebet 

Das Sonnengebet ist die bekannteste Yogareihe. Es gibt sie in vielen Formen. Mit dem Sonnengebet trainiert der Yogi seinen Kreislauf und aktiviert seine Chakren. Er bringt sich damit jeden Tag schnell ins Licht. Er gewinnt Kraft, inneren Frieden und eine positive Lebenssicht. Das Geheimnis seiner Wirkkraft ist die Verbindung von einfachen Körperbewegungen mit der starken Visualisierung von Licht. Wir stellen uns wirklich die Sonne am Himmel vor. Wir spüren, wie sie Licht, Liebe und Wärme auf uns herab strahlt und uns mit ihrer Kraft erfüllt. Das Sonnengebet kann man langsam oder schnell machen. Normalerweise verbindet man die Bewegungen mit der Ein- und Ausatmung. Damit der Kreislauf in Schwung kommt, sollte man es am besten mehrmals (drei bis zwanzig mal) hintereinander machen. Statt der Visualiserung der Sonne kannst du auch mit der Vorstellung arbeiten, dass du dich mit Gott (dem Kosmos, der Energie der erleuchteten Meister) verbindest. Hier eine gekürzte Fassung.

1. Begrüßung = Wir stehen aufrecht auf unserer Yogamatte. Wir legen die Handflächen vor dem Herzchakra aneinander. Wir visualisieren vor uns die Sonne und denken (oder sprechen) das Mantra „Om“. Wir begrüßen die Sonne, das Licht und das Leben. Wir stellen uns positiv auf unseren Tag ein.

2. Himmel = Wir strecken die Hände zum Himmel und denken: „Sonne“. Wir atmen ein.

3. Erde = Wir beugen uns mit dem geraden Oberkörper vor, legen die Hände neben den Füßen auf die Erde und denken: „Om“. Das Scheitelchakra zeigt zu den Füßen. Dadurch wird das Wurzelchakra (die Erdenergie) aktiviert. Wir atmen aus.

4. Schritt nach hinten = Wir setzen einen Fuß weit nach hinten ab und strecken das Gesicht wieder hoch zur Sonne. Das Knie des hinteren Beines liegt auf dem Boden. Der Rücken ist gerade. Wir atmen ein und denken: „Sonne“. Die Hände bleiben neben den Füßen.

5. Hund (Berg) = Wir setzen auch den anderen Fuß nach hinten. Wir atmen aus und drücken den Hintern nach oben zum Himmel. Der Körper bildet mit Armen, Erdboden und Beinen ein Dreieck. Der Rücken ist durchgedrückt. Die Schultern sind gedehnt. Der Kopf zeigt zu den Füßen: „Om“.

6. Schiefe Ebene = Wir bewegen das Becken zum Erdboden und strecken den Kopf in den Nacken und zur Sonne nach oben. Die beiden Beine liegen auf dem Boden, wir drücken den Oberkörper mit den Armen nach oben, und der Rücken hängt entspannt nach unten. Wir atmen ein und denken: „Sonne“.

7. Hund (Berg) = Wir drücken wieder den Hintern nach oben zum Himmel, der Kopf befindet sich zwischen den Armen und zeigt zu den Füßen. Wir atmen aus und denken: „Om“.

8. Schritt nach vorne = Wir setzen den hinteren Fuß wieder nach vorne zu dem anderen Fuß zwischen die auf der Erde liegenden Hände. Der Kopf erhebt sich wieder zur Sonne. Wir atmen ein: „Sonne“.

9. Erde = Wir gehen wieder in die Vorbeuge (Hintern zum Himmel, Füße zwischen den Händen, Kopf zur Erde), atmen aus und denken: „Om“.

10. Armkreis = Wir richten uns langsam wieder auf und zeichnen dabei mit den Armen einen großen Kreis um uns herum. Die Hände bewegen sich seitlich ausgestreckt nach oben und dann herunter zum Herzchakra. Wir visualisieren uns in der Einheit des Kosmos, atmen ein und denken: „Sonne“.

11. Meditation im Sitzen = Wir setzen uns zum Meditieren hin (Schneidersitz, Fersensitz, Stuhl). Wir denken eine positive Eigenschaft als Mantra: „Licht, Liebe, Frieden, Kraft, Glück, Freude, Optimismus“. Welches Wort brauchst du heute? Wiederhole das Mantra geistig immer wieder mit dem Ein- und Ausatmen. Stoppe dadurch alle anderen Gedanken. Spüre, wie das Wort die jeweilige Eigenschaft in dir erweckt und dich mit seiner Energie füllt.

12. Zum Abschluss stoppen wir eine Minute alle Gedanken. Dann sitzen wir eine Minute einfach nur entspannt da. Danach gehen wir entspannt, erfüllt von innerem Frieden und positiv in unseren Tag.

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Yoga-Walking

Yoga-Walking ist Erleuchtung beim Gehen. Das ist der ultimative Kick! Das ist Gesundheitstraining, Stressabbau und inneres Glück in einem. Yoga-Walking ist deine tägliche Pilgerfahrt ins Licht. Wenn du richtig pilgerst, verwandelst du dich beim Pilgern in eine Göttin des Glücks. Yoga-Walking besteht aus 10 Punkten. Gehe jeden Tag 30 Minuten oder mindestens am Wochenende eine Stunde. Gehe am Anfang eher schnell (Power-Walking) und am Ende eher langsam (Slow-Walking). Mache alle 10 Punkte auf deine Art, so dass sie dir gut tun. Du kannst auch zu hause auf der Stelle gehen (10 Minuten zu Musik) oder in einem Fitness Studio (Laufband).

1. Stampfe deine Wut beim Gehen in den Boden. Lass alle aufgestaute Wut heraus. Denke das Mantra „Wut“. Was ärgert dich heute? Befreie dich! Löse danach beim Gehen deine Trauer. Spüre in deine Trauer hinein. Was macht dich heute traurig? Denke mehrmals das Mantra: „Ich bin traurig, weil…“.

2. Schultern kreisen. Löse die Verspannungen in deinen Schultern und im Nacken. Auf welche Art musst du die Schultern bewegen, damit du eine gute Wirkung erzielst?

3. Wirbelsäulendrehen. Drehe dich beim Gehen mehrmals in der Wirbelsäule nach rechts und links. Drehe auch den Kopf mit.

4. Massiere eine Heilfarbe vom Kopf bis zu den Füßen in deinen Körper ein und denke den Namen der Farbe als Mantra. Welche Farbe brauchst du heute? „Orange, blau, gold, rosa …“.

5. Konzentriere dich beim Gehen auf den Erdboden. Spüre die Erde. Denke das Mantra „Erde“. Atme eine Minute in die Füße hinein.

6. Bewege eine Hand in Höhe des Herzchakras und sende einem Mitmenschen einen positiven Satz. Was möchtest du ihm heute sagen? Denke den Satz mehrmals als Mantra. Sende der ganzen Welt Licht und denke: „Mögen alle Wesen auf der Welt glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“

7. Denke die Zahlen von 1 bis 20 im Kopf, Brustkorb, Bauch, in den Beinen, Füßen und in der Erde (unter den Füßen). Löse so jeden Tag schnell und effektiv die Verspannungen in allen wichtigen Körperbereichen.

8. Visualisiere am Himmel eine schöne Sonne und hülle dich in einen goldenen Sonnenstrahl ein. Fülle dich mit Licht und denke mehrmals das Wort „Licht“ als Mantra.

9. Stoppe fünf Minuten alle Gedanken und bewege beim Gehen allen Stress aus dir heraus, bis dein Geist ganz ruhig wird. Verweile einige Zeit in der Ruhe. Lass alle Gedanken kommen und gehen, wie sie wollen.

10. Freies Gehen. Gehe so, wie du gerade Lust hast. Genieße es. Beobachte, wie dein Geist langsam positiv wird. Du bist jetzt wieder ins Licht gepilgert. Du hast eine wichtige Tat für deine körperliche Gesundheit und dein seelisches Wohlgefühl getan. Lobe dich und freue dich. Das Licht wird dich durch deinen ganzen Tag begleiten.

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Fünf Tibeter

Die Fünf Tibeter sind gut geeignet als morgendliche Energieaktivierung. Sie reinigen unsere Chakren und geben uns deshalb innere Kraft. Sie bringen unseren Kreislauf in Schwung und stärken unsere Muskeln. Sie dauern etwa fünf Minuten. Hier werden die Fünf Tibeter in einer etwas veränderten Form dargestellt. Statt des Kniestandes machen wir die Windmühle. Das Beinheben wird in einer rückenschonenden Form praktiziert. Der sechste Tibeter (Bauchanziehen, Luftanhalten) wird durch eine Meditation im Sitzen ersetzt.

1. Stehen = Wir laufen eine Minute auf Zehenspitzen auf der Stelle, drehen uns dabei im Kreis (um die eigene Achse, die Wirbelsäule) und schütteln mit den Armen den Körper aus. Je nach unserer Intuition können wir uns rechts oder links herum drehen. Beim Kreisen visualisieren wir eine Wolke aus Licht um uns herum und denken das Wort “Licht“ als Mantra. Wenn uns schwindelig wird, drehen wir uns langsamer. Im Stehen massieren wir dann Licht in den ganzen Körper ein und denken dabei das Mantra „Licht, Licht, Licht …“

2. Windmühle = Im Dreieckstand (Füße auseinander) beugen wir uns mit gerader Wirbelsäule vor. Wir strecken die Arme seitlich aus und drehen uns zehn mal in der Wirbelsäule hin und her. Eine Hand zeigt dabei jeweils zu dem entgegengesetzten Fuß. Wir denken die Zahlen 1-10 als Mantra.

3. Berg und Tal = Wir gehen im Liegestütz nach vorne auf den Boden und strecken den Po nach oben. Wir wechseln zehnmal zwischen Berg (Hund) und Tal (Liegestütz) hin und her. Dabei visualisieren wir eine Wolke aus Licht um uns herum und denken die Zahlen von 1 bis 10 als Mantra. Der Kopf zeigt in der Talposition zum Rücken und beim Berg zur Erde.

4. Becken hoch und runter = Wir drehen uns um, stützen uns mit den Händen hinter dem Rücken auf der Erde ab und drücken das Becken nach oben in die Luft. Wir stehen in der Rückenlage auf den Händen und den Füßen und bilden einen rechtwinkligen Tisch mit dem Körper. Wir bewegen das Becken wieder zur Erde. Wir wechseln zehnmal mit dem Becken zwischen der Erde und der Luft hin und her. Wir visualisieren dabei Licht um uns herum und denken die Zahlen von 1 bis 10 als Mantra.

5. Beinheben = Wir sitzen auf der Erde stützen und stützen uns hinter dem Rücken mit den Ellbogen auf der Erde ab. Die Beine liegen nach vorne ausgestreckt auf der Erde. Wir heben erst das gestreckte rechte Bein und dann das gestreckte linke Bein zehnmal soweit wie möglich an. Wir visualisieren dabei Licht um uns herum und denken die Zahlen von 1 bis 10 als Mantra.

6. Meditation = Wir setzen uns in den Meditationssitz (Schneidersitz, Fersensitz) und legen die Hände in den Schoß. Der Rücken ist gerade und der Bauch entspannt. Wir bewegen segnend eine Hand und denken: „Ich sende Licht zu … Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“ Wir spannen eine Minute die Bauch- und Beckenmuskeln an und stoppen dabei alle Gedanken. Danach entspannen wir uns.

Dampflokomotive

Die Dampflokomotive aktiviert unsere Kundalini-Energie. Sie gibt uns innere Kraft. Statt im Laufen können wir sie auch im Gehen machen. Manche Menschen lieben sie eher schnell und manche langsam. Für die Dauer von Yogaübungen gibt es zwei Grundsätze: Wir machen jede Übung so lange, wie sie gut wirkt. Im Zweifel machen wir jede Yogaübung eine Minute.

1. Dampflokomotive = Wir laufen auf Zehenspitzen auf der Stelle. Wir spüren den Erdboden unter unseren Füßen. Die Arme bewegen wir wie zwei Dampfkolben vor und zurück. Die Hände sind zu Fäusten geballt. Wir atmen laut wie eine Dampflokomotive schnell und tief aus dem Bauch heraus. Wir atmen durch den Mund und machen Geräusche wie eine Dampflokomotive. Wir laufen zuerst etwas auf der Stelle und drehen uns dann beim Laufen um die eigene Achse (die Wirbelsäule). Je nach unserer Intuition können wir uns rechts oder links herum drehen. Wir beginnen mit einem langsamen Drehen um uns selbst. Später drehen wir uns an der Schwindelgrenze. Dadurch zieht die Energie in unsere Mitte. Sie zieht in unser Zentrum und stärkt unser Selbst. Wenn uns schwindelig wird, drehen wir uns langsamer. Wir sollten nicht schnell aufhören. Das verstärkt den Schwindel. Besser ist es, langsam auszudrehen und dann etwas auf der Stelle zu laufen. Beim Kreisen visualisieren wir eine Wolke aus blauer Energie um uns herum (Wasser, Licht) und denken das Wort “Licht“ als Mantra.

2. Vorbeugen mit Rückendehnung = Wir stehen aufrecht im Dreieck (Füße breit auseinander). Unsere Hände fassen sich hinter dem Rücken an. Die Arme sind gestreckt und werden hinter dem Rücken hochgezogen. Im Dreieckstand beugen wir uns mit dem Oberkörper nach vorne. Wir atmen entspannt in diese Position hinein. Die Knie dürfen etwas eingeknickt sein.

3. Kerze = Wir legen uns auf den Rücken und gehen in die Kerze. Wir strecken die Beine nach oben, bewegen die Zehen und denken das Mantra „Himmel“. Wir visualisieren den Himmel über uns und nehmen die Himmelsenergie auf. Wir können auch eine Minute in Ruhe auf die Kerze meditieren.

4. Meditationssitz = Wir rollen aus der Kerze in den Meditionssitz (Schneidersitz) ab. Die Hände liegen im Schoß oder auf den Beinen. Wir atmen in den Bauch und denken dort mehrmals das Mantra „Om“. Wir stoppen eine Minute alle Gedanken. Wir entspannen uns.

5. Positiver Satz = Wir überlegen uns unseren positiven Tagessatz. Welcher Gedanke gibt uns heute die Kraft, gut durch den Tag zu kommen? Dann entspannen wir uns vollständig. Dazu können wir uns hinlegen. Mit Optimismus voran.

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4. Yoga Reihen

Yoga enthält eine Vielzahl von Techniken. Er besitzt Techniken für den Körper und für den Geist. Wir sollten jede Yogaübung so praktizieren, dass sie bei uns gut wirkt. Was uns schadet, lassen wir weg. Wir können alle Yogaübungen kreativ variieren. Finde deinen individuellen Rhythmus und deine individuellen Schwerpunkte. Mache die Pausen im richtigen Moment und in der richtigen Länge. Wenn du nicht viel Zeit für Yoga aufwenden möchtest, mache nur eine kleine Pause zum Schluss.

Durch die Yoga Reihen gewinnst du Erfahrung mit Yoga. Du lernst die wichtigsten Techniken kennen. Du bekommst viele Übungstipps. Nach einiger Zeit wirst du wissen, was dir wann wie gut tut. Du wirst herausfinden, welche Yogaübungen du persönlich regelmäßig brauchst. Du wirst deine individuelle Art finden, um Yoga zu praktizieren. Im Laufe der Jahre wirst du eine Schicht der Verspannungen nach der anderen auflösen. Auf dem Weg zur Selbstverwirklichung wirst du viele verschiedene Yogaübungen brauchen. Es gibt für jede Entwicklungsstufe bestimmte Techniken. Wenn du die in diesem Buch vorgestellten Grundübungen gut kennst, werden dir in jeder Situation schnell die jeweils passenden Techniken einfallen.

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Yoga-Basisreihe

Video: Basic Yoga Series (Einfache Yoga-Basisreihe)

Die Yoga-Basisreihe dauert etwa zwanzig Minuten. Du kannst sie aber auch kürzer oder länger machen. Entscheide, wieviel Zeit du jeden Tag in deinen Yogaweg investieren willst. Praktiziere die Yogareihe so, dass sie dir gut tut. Finde kreativ deinen Weg des effektiven Übens. Mache kleine Entspannungspausen zwischen den Übungen, wenn sie für dich hilfreich sind. In den Yogagruppen gibt es grundsätzlich nach jeder Übung eine kurze Pause. Zuhause entspanne ich mich normalerweise nur am Schluss einer Übungsreihe. Die Entspannung am Schluss ist wichtig, weil sich dort die meisten Verspannungen lösen und wir in einen guten Energiezustand kommen.

1. Radfahren = Das Radfahren ist eine beliebte Yogaübung in meinen Gruppen. Es stärkt die Bauchmuskeln. Es kräftigt die Hüft-, Knie- und Armgelenke. Es löst Verspannungen in den inneren Organen. Und es ist einfach auszuführen. Wir liegen auf dem Rücken auf unserer Yogamatte (Wolldecke). Wir heben den Kopf, die Arme und die Beine an. Wir bewegen die Arme und die Beine wie beim Radfahren (kreisend). Wir atmen tief und entspannt in den Bauch. Wir visualisieren ein großes Meer um uns herum und denken das Mantra „Meer“. Wir verteilen mit den Armen und Beinen das Wasser um uns herum. Es ist, als ob wir wirklich in einem Meer baden.

2. Wirbelsäulendrehen = Wir legen uns in der Rückenlage ausgestreckt auf den Boden. Die Arme umfassen den Kopf. Wir drehen das Becken nach links und den Kopf nach rechts und umgekehrt. Dabei konzentrieren wir uns auf die Wirbelsäule. Wir drehen mehrmals sanft Wirbel für Wirbel bis an die Grenze, damit sich gut die Verspannungen in der Wirbelsäule lösen.

3. Kerze = Aus der Rückenlage strecken wir die Beine zum Himmel und stützen uns mit den Händen am Rücken ab. Wir bewegen die Beine wie beim Radfahren und verteilen dabei blaues Wasser um uns herum. Der Kopf dreht leicht nach links und rechts.

4. Schaukeln = Wir rollen sanft aus der Kerze in die Rückenlage ab und ziehen die Knie zur Brust. Wir umfassen unsere Beine und schaukeln entspannt seitlich hin und her. Es ist, als ob wir ein kleines Kind schaukeln.

5. Füße bewegen = Wir strecken die Beine aus, legen die Hände auf den Bauch und bewegen unsere Füße und Zehen. Wir konzentrieren uns auf die Füße und stoppen alle anderen Gedanken.

6. Arm-Beinheben = Wir drehen uns um auf den Bauch und heben den rechten Arm und das linke gestreckte Bein so weit wie möglich an. Danach heben wir den linken Arm und das rechte gestreckte Bein hoch. Das machen wir mehrmals und zählen dabei die Zahlen von 1 bis 20 im Körper.

7. Beckendrehen = Wir legen den Kopf in der Bauchlage entspannt auf die Hände und drehen mehrmals mit dem Atem das Becken nach links und nach rechts. Wir konzentrieren uns auf die Wirbelsäule und verdrehen Wirbel für Wirbel so weit wie möglich.

8. Füße bewegen = Wir bleiben entspannt in der Bauchlage. Der Kopf liegt auf den Händen. Wir konzentrieren uns auf die Füße und bewegen sie sanft auf unsere Art. Die Energie zieht in die Füße, und wir kommen in uns zur Ruhe.

9. Meditationssitz = Wir erheben uns in den Meditationssitz (Fersensitz, Schneidersitz) und legen die Hände in den Schoß (oder auf die Beine). Der Rücken ist gerade und der Bauch entspannt. Wir denken zwei Minuten mit dem Ein- und Ausatmen das Mantra „Om“ in unserem Bauch. Wir zentrieren uns in uns selbst. Wir stoppen eine Minute alle Gedanken. Wenn Gedanken in unserem Geist auftauchen, schieben wir sie wieder weg.

10. Entspannung im Liegen = Wir legen uns bequem hin und stoppen wieder eine Minute alle Gedanken. Wir konzentrieren uns auf die Füße und bewegen sie sanft. Danach entspannen wir uns einige Minuten vollständig.

Der kreative Hatha-Yoga ist ein Weg, spontan und kreativ die momentan hilfreichen Yogaübungen aus sich selbst heraus zu entwickeln. Höre auf die Stimme deiner inneren Weisheit und spüre in deinen Körper. Welche Übungen brauchst du im Moment? Wie musst du sie praktizieren, damit sich deine inneren Verspannungen auflösen, deine Kundalini-Energie erwacht und du in einen Zustand des Glücks und des Wohlgefühls gelangst? Probiere verschiedene Yogaübungen aus. Spüre was dir gut tut. Entwickel deine persönliche Yogareihe. Gewinne so ein gutes Gespür für dich selbst, für deinen Körper und für deinen spirituellen Weg. Der Weg des formalen Yoga nach einem festgelegten System ist hilfreich für Anfänger. Ein Yogameister findet passend zu jedem Moment die richtige Yogaübung.

1. Stehen = Wir laufen auf Zehenspitzen auf der Stelle und schütteln den Körper aus. Wir drehen uns beim Laufen im Kreis. Wir massieren Licht in den ganzen Körper ein und denken dabei das Mantra „Licht, Licht, Licht …“

2. Bauchlage = Wir legen uns auf die Erde. Wir stützen den Kopf mit den Händen ab. Wir heben die Knie etwas an und pendeln mit den Füßen vor und zurück. Wir zählen dabei in den Nieren die Zahlen von 1 bis 20.

3. Beckendrehen = Wir legen Kopf in der Bauchlage auf die Hände und entspannen uns. Wir drehen das Becken weit nach links und rechts hin und her. Wir konzentrieren uns dabei auf die Wirbelsäule. Wir drehen Wirbel für Wirbel soweit weit wie möglich. Wir lösen die Verspannungen in der Wirbelsäule.

4. Entspannung = Wir bewegen die Füße und Zehen etwas. Wir kreisen mit den Füßen über dem Boden. Wir spüren die Füße. Wir entspannen.

5. Fersensitz (Vajrasana) = Wir kommen hoch und knien uns hin. Wir drehen uns in der Wirbelsäule nach rechts. Auch der Kopf dreht mit. Wir drehen uns nach links. Der Kopf dreht mit. Wir massieren den Körper von oben bis unten. Wir reiben allen Stress und alle Verspannungen aus uns heraus.

6. Vorbeugen (Erdereiben) = Wir beugen uns im Fersensitz vor, reiben mit den Händen die Erde und denken das Mantra „Erde“. Wir malen einen Kreis aus Licht um uns herum. Wir sitzen in einem Kreis aus Licht. Welche Farbe hat der Kreis aus Licht? Gelb, Orange, Blau, Grün, Gold, Silber?

7. Rückenlage (Radfahren) = Wir legen uns auf den Rücken. Wir beginnen mit den Füßen Fahrrad zu fahren. Wir legen die Hände auf den Bauch, heben den Kopf an, drehen die Beine nach rechts und nach links.

8. Schulterstand (Sarvangasana) = Wir strecken die Füße zum Himmel und stützen uns dabei mit den Händen am Rücken ab. Wir fahren mit den Füßen weiter Fahrrad, verteilen dabei Licht um uns herum, denken das Mantra „Licht“ und drehen den Kopf leicht nach links und recht.

9. Segnen = Wir rollen aus der Kerze sanft ab in den Meditationssitz. Wir legen die Handflächen vor dem Herzchakra aneinander. Wir denken das Mantra „Om“ im Bauch, in der Erde und bewegen die Zehen dabei: „Om, Om, Om ..“ Wir bewegen eine Hand vor dem Herzchakra segnend hin und her. Wir senden allen Wesen auf der Erde Licht, hüllen sie mit Licht ein und denken: „Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“

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Fitness-Yoga

Video: Fitness Yoga (10 Min.)

Fitness-Yoga ist eine dynamische Form des Yoga. Wir können damit nach der Arbeit unseren Stress abbauen und uns mit positiver Energie aufladen. In 10 bis 20 Minuten sind wir wieder fit.

1. Schüttelmeditation = Wir machen fünf Minuten in Kurzform eine Schüttelmeditation und bewegen allen aufgestauten Stress heraus: Wut lösen. Trauer lösen („Ich bin traurig, weil …“). Schultern kreisen. Wirbelsäule drehen. Körper massieren. Eine Farbe geistig mit den Füßen auf die Erde malen. Einem Menschen einen positiven Satz senden.

2. Windmühle = Im Dreieckstand strecken wir die Arme seitlich aus, beugen uns vor und drehen uns zehn mal in der Wirbelsäule hin und her. Eine Hand zeigt dabei jeweils zu dem entgegengesetzten Fuß. Wir denken die Zahlen 1 bis 20 als Mantra.

3. Liegestütze = Wir praktizieren zehn Liegestütze schnell oder mit dem Atem. Wir zählen als Mantra im Körper die Zahlen von 1 bis 20.

4. Rückenmuskeln = Wir legen uns auf den Bauch und heben die Arme und das jeweils entgegesetzte gestreckte Bein an. Wir zählen die Zahlen von 1 bis 20 im Körper.

5. Beckendrehen = In der Bauchlage legen wir den Kopf auf die Hände und drehen mehrmals mit dem Atmen entspannt das Becken hin und her. Wir konzentrieren uns dabei auf die Wirbelsäule.

6. Beckenklopfen = Wir drehen uns in die Rückenlage, setzen die Füße beim Hintern auf der Erde ab und klopfen eine Minute mit dem Becken auf dem Boden. Wir konzentrieren uns dabei auf unseren Körper. Wir heben das Becken so weit an, dass auch die Verspannungen im Oberkörper gelöst werden.

7. Bauchmuskeltraining = Wir legen die Hände hinter dem Kopf zusammen und ziehen zwanzig mal den Kopf zu den Knien. Die Knie sind angewinkelt und bewegen sich dabei zum Kopf. Wir bewegen den Oberkörper in der Mitte hoch, nach rechts und nach links. Wir zählen im Körper die Zahlen 1 bis 20.

8. Kerze = Wir strecken die Beine in der Kerze zum Himmel. Wir stützen uns mit den Händen am Rücken ab und atmen entspannt eine Minute in den Körper.

9. Meditationssitz = Wir rollen aus der Kerze sanft in den Meditationssitz ab. Wir strecken die Hände nach oben, visualisieren eine Sonne am Himmel und atmen Licht ein. Wir füllen den Körper mit Licht. Wir strecken die Hände nach unten und atmen alle Sorgen zur Erde hin aus. Wir praktizieren die Übung mehrmals im Wechsel und denken dabei das Mantra „Licht einatmen“ und das Mantra „Sorgen ausatmen“. Was sind heute deine Sorgen? Gib sie an die Erde (Gott, den Kosmos, das Leben) ab.

10. Entspannung = Wir legen uns auf den Boden, stoppen eine Minute alle Gedanken und bewegen die Füße. Wir überlegen uns unseren uns unseren positiven Tagessatz. Welcher Gedanke gibt uns heute die Kraft, gut durch den Tag zu kommen? „Mit Optimismus voran. Gelingen.“

Yoga am Computer

Video Schüttelmeditation (Entspannung am Computer)

Mit diesem Video können wir uns auf eine einfache Weise in zehn Minuten am Computer entspannen. Wir machen die ersten Übungen ganz einfach im Sitzen am Computer, bewegen uns einige Minuten im Stehen und entspannen uns zum Schluß im Sitzen. Einfacher geht Yoga nicht! Jeder kann es sofort ausprobieren. Die Stärke dieser Yogareihe ist es, dass wir unsere aufgestauten Gefühle lösen, die wichtigsten Yogaübungen machen und so sehr schnell zu einer tiefen Entspannung kommen.

1. Wut = Wir schütteln alle Wut und allen Stress des Alltags aus uns heraus. Wir denken das Mantra „Wut“.

2. Trauer = Wir lösen unsere aufgestaute Trauer. Wir denken den Satz: „Ich bin traurig, weil …“.

3. Schultern = Wir kreisen mit den Schultern. Wir bewegen die Schultern so, wie es uns gut tut. Wir lösen die Verspannungen in den Schultern und im Nacken.

4. Wirbelsäulendrehen = Wir drehen uns sanft so weit es geht in der Wirbelsäule hin und her. Wir lösen die Verspannungen in der Wirbelsäule. Der Kopf dreht sich dabei ebenfalls zu den Seiten.

5. Massage = Welche Heilfarbe tut dir gut? Denke den Namen als Mantra: “ Gelb, Orange, Violett …“. Massiere die Heilfarbe vom Kopf bis zu den Füßen in den Körper ein. Denke dabei den Namen der Farbe als Mantra.

6. Erdung = Wir reiben die Heilfarbe kreisförmig erst mit dem rechten und dann mit dem linken Fuß auf den Fußboden. Wir malen einen Heilkreis um uns herum. Beim Malen spüren wir mit den Füßen die Erde. Wir denken den Namen unserer Farbe weiter als Mantra.

7. Positiver Satz = Wir bewegen eine Hand in Herzhöhe segnend hin und her. Wir senden einem Menschen Licht. Dabei denken wir das Mantra „Licht“.

8. Welt = Wir senden allen Menschen Licht und denken: „Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“

9. Freies Schütteln = Bewege dich im Stehen einige Minuten so, wie du Lust hast. Spüre, was du jetzt noch brauchst. Was möchtest du jetzt gerne tun?

10. Entspannung

Büro-Yoga

Der heutige Berufsalltag ist geprägt von viel Stress und Überforderung. Der Büro-Yoga hilft uns auch im Beruf unsere Gesundheit und unser inneres Glück zu bewahren.

1. Wir falten die Hände zusammen, drehen die Handflächen nach oben und strecken uns genußvoll. Wir lassen die Hände über dem Kopf und atmen mehrmals tief ein und aus.

2. Wir dehnen uns zur rechten und zur linken Körperseite. Wir halten die Hände weiter über dem Kopf und atmen mehrmals in die jeweilige Außenseite unseres Körpers hinein.

3. Wir drehen uns in der geraden Wirbelsäule mehrmals nach rechts und links.

4. Wir legen die Hände auf die Schultern und machen dynamische Kreise mit den Ellenbogen. Wir lösen die Verspannungen in den Schultern und im Nacken. Wir spüren, welche Bewegung wir brauchen und was uns gut tut. Wir machen kleine und große Kreise.

5. Wir legen die Hände auf die Beine. Wir dehnen den Kopf nach hinten, zur rechten Seite, zur linken Seite und lassen ihn nach vorne hängen. Wir atmen mehrmals entspannt ein und aus.

6. Wir reiben die Augen und das Gesicht, damit wir wieder klar sehen können. Wir visualisieren eine Heilfarbe und massieren sie vom Kopf bis zu den Füßen in den Körper ein. Dabei beugen wir uns ganz vor und reiben auch die Erde. Wir denken den Namen der Farbe als Mantra: „Orange, blau, gold, rosa …“. Was ist heute deine Heilfarbe?

7. Wir legen die Hände in den Schoß und denken das Mantra: „Ich bin ein Buddha (eine Göttin) der Ruhe. Ich lebe in der Ruhe. Ich gehe den Weg der Ruhe.“ Dann bewegen wir segnend eine Hand und senden allen Wesen Licht: „Ich sende Licht zu … Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“

8. Wir reiben mit unseren Füßen die Erde, visualisieren uns als Baum und denken das Mantra: „Wurzeln, Baumstamm, Blätter, Krone.“ Wir lassen die Wurzeln tief in die Erde wachsen und denken das Mantra so lange, bis wir gut in der Erde verwurzelt sind. Ein kleiner Vogel kommt geflogen, setzt sich auf den Baum und gibt uns einen positiven Satz. Wie sieht dein Vogel aus? Was sagt er dir heute? Mit Optimismus voran.

1. Wut lösen = Wir liegen auf den Rücken und setzen die Füße beim Po ab. Die Knie zeigen nach oben. Der Kopf liegt auf der Erde. Wir trommeln mit den Fäusten auf die Erde und stampfen dabei abwechselnd mit den Füßen auf den Boden. Wir lösen alle aufgestaute Wut. Auf wen oder was bist du heute wütend?

2. Beckenklopfen = Wir klopfen mit dem Becken schnell und kräftig auf den Boden. Wir heben beim Klopfen das Becken so weit an, dass auch die Verspannungen im Brustkorb gelöst werden. Es kann hilfreich sein, bei dieser Übung die Zehen zu bewegen.

3. Schulterbrücke = Wir legen die Arme in der Rückenlage um den Kopf herum und drücken das Becken so weit wie möglich nach oben. Die Schultern und der Kopf bleiben auf dem Boden. Wir machen Kreise mit dem Becken in der Luft links- und rechtsherum. Dabei visualisieren wir Wasser und denken das Mantra „Meer“.

4. Kerze = Wir strecken das Becken und die Füße nach oben zum Himmel. Wir stützen uns mit den Händen am Rücken ab. Wir bewegen die Füße und die Zehen. Wir atmen eine Minute entspannt in den Körper.

5. Meditationssitz = Wir rollen aus der Kerze in den Meditationssitz (Fersensitz, Schneidersitz). Wir strecken die Arme zum Himmel. Wir atmen ein. Dann beugen wir uns vor und legen die Hände auf den Boden. Wir atmen aus. Diese Übung machen wir mehrmals und zählen dabei die Zahlen 1 bis 20 im Körper. Sie gibt uns innere Kraft.

6. Segnen = Wir bewegen eine Hand segnend in Höhe des Herzchakras und senden Licht a) zu unseren Freunden b) zu unseren Feinden c) zu uns selbst. Wir massieren das Licht in unseren Körper ein. Wir sagen uns einen positiven Satz, der uns Kraft für unseren Weg gibt. Was ist heute dein positiver Satz?

7. Zen-Meditation = Wir stoppen eine Minute alle Gedanken. Dann bleiben wir in der Meditation, die Gedanken können kommen und gehen, wie sie wollen. Wir lassen alle Gefühle von Wut, Angst und Trauer auftauchen, sich ausleben und sich selbst auflösen. Wir entspannen uns.

8. Positives Denken = Mit Kraft voran. Was sind deine Ziele? Wer ist dein Gegner (innerer oder äußerer Gegenspieler)? Wer sind deine Helfer (geistige oder materielle Unterstützer)? Was ist dein Siegerweg? Auf welchem Weg kannst du deine Ziele erreichen? Sieh klar deine Gegner, verbinde dich mit deinen Helfern und lebe als Sieger. Wer einen festen Siegerwillen hat und klug seinen Weg geht, der siegt!

Kinder-Yoga

1. Die Sonne = Wir stehen im Kreis und legen die Hände vor dem Herzchakra aneinander. Wir verbeugen uns voreinander und denken: „Wir begrüßen die Sonne.“

2. Der Himmel = Wir heben die Arme zum Himmel und strecken uns auf den Zehen nach oben: „Wir begrüßen den Himmel.“

3. Der Mond = Wir beugen uns seitlich in der Hüfte nach links und rechts, bringen dabei den jeweiligen Außenarm über den Kopf und denken: „Wir begrüßen den Mond“.

4. Die Sterne = Wir machen große Kreise mit den Armen, stellen uns den ganzen Kosmos voller Sterne vor und denken: “ und die Sterne“.

5. Alle Kinder = Wir drehen uns in der Wirbelsäule nach links und rechts, nehmen die Arme dabei mit und sagen: „Wir begrüßen alle Kinder“. Wir sehen die Kinder um uns herum.

6. Das Gras = Wir beugen uns mit dem Oberkörper vor und reiben kreisend die Erde: „und das Gras“.

7. Spaß = Wir stellen uns wieder aufrecht hin, legen einen Fuß an das entgegengesetzte Knie, stehen wie ein Yogi auf einem Bein und rufen laut: „Das bringt uns Spaß.“ Dazu klatschen wir kräftig in die Hände, bis wir alle gute Laune haben.

Dehn-Yoga

Dehn-Yoga dient der Gelenkigkeit des Körpers. Durch die Dehnung, verbunden mit einer entspannten Konzentration auf den Körper, können gut die Verspannungen in den Muskeln gelöst werden.

1. Radfahren = Wir heben den Kopf, die Arme und die Beine an. Wir bewegen die Arme und Beine wie beim Radfahren. Wir atmen tief in den Bauch. Wir visualisieren ein großes Meer um uns herum und denken das Mantra „Meer“.

2. Kerze = Wir gehen in die Kerze, stützen uns mit den Händen am Rücken ab und bewegen die Füße. Wir konzentrieren uns auf den Körper und atmen entspannt eine Minute in den Körper hinein.

3. Zange = Wir rollen aus der Kerze in die Zange ab. Die Beine liegen nach vorne ausgestreckt auf dem Boden, die Hände umfassen die Füße, und wir ziehen den Kopf soweit wie möglich zu den Füßen. Wir dehnen uns im Bein-Beckenbereich. Die Knie können leicht angewinkelt sein. Wir bewegen die Füße wie beim Gehen sanft vor und zurück. Wir bestrahlen aus dem Kopf die Füße mit Licht und denken das Mantra „Licht“.

4. Mahamudra = Wir bleiben in der Zange. Der Oberkörper richtet sich auf. Wir winkeln das rechte Bein seitlich ab. Das Knie liegt rechts auf dem Boden, und der rechte Fuß berührt das linke Bein. Wir fassen den linken Fuß mit der linken Hand, drehen uns in der Wirbelsäule nach rechts/oben und dehnen uns mit gerader Wirbelsäule leicht zum linken Bein. Wir drehen mehrmals den Kopf, hüllen dabei geistig den ganzen Körper mit Licht ein und denken das Mantra „Licht“. Dann machen wir die gleiche Übung zur anderen Seite. Der linke Fuß berührt jetzt das rechte Bein, und wir fassen den rechten Fuß an. 5. Schmetterling = Wir ziehen im Meditationssitz die Füße an den Körper, legen die Fußsohlen aneinander, umfassen die Füße und bringen den Kopf zu den Füßen. Wir dehnen die Knie soweit wie möglich zum Boden und bewegen dann die Beine wie ein Schmetterling sanft auf und ab. Die gleiche Übung machen wir noch einmal mit einer geraden Wirbelsäule. Der Kopf zeigt jetzt nach oben. Wir denken die Zahlen von 1 bis 20 in den Beinen.

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Yoga mit Meditation

Meditations-Yoga ist langsam und ruhig. Durch die Atemübungen laden wir uns mit Energie auf. Durch den Gedankenstopp bringen wir unseren Geist zur Ruhe. Wir gehen nacheinander in verschiedene Yoga-Stellungen , verharren ruhig in den Stellungen und meditieren eine Zeitlang auf die jeweilige Yoga-Haltung (1 bis 3 Minuten). Wir spüren, wie sich durch jede Yoga-Haltung ein bestimmtes Energiefeld (Aurafeld) um den Körper herum bildet. Durch das Erzeugen bestimmter Energiefelder reinigen wir unseren Körper und unseren Geist von Verspannungen. Es ist beim Meditations-Yoga hilfreich, wenn wir die Energie spüren können. Aber auch ohne Energiegespür können wir durch den Meditations-Yoga sehr gut unseren Geist schnell zur Ruhe bringen. Die verschiedenen Yoga-Stellungen aktivieren unsere Chakren (inneren Energiekanäle) und laden uns mit guter Energie (Kundalini-Energie, Glücksenergie) auf. Wir machen nach Bedarf Pausen zwischen den einzelnen Yoga-Übungen.

1. Ein-Beinheben = Wir liegen auf dem Rücken und heben eine Minute das gestreckte rechte Bein an. Wir konzentrieren uns entspannt auf das Bein. Die Zehen sind zum Kopf angezogen. Der Kopf liegt auf dem Boden. Wir setzen ab und heben das linke gestreckte Bein so weit wie möglich an. Die Zehen zeigen zum Kopf. Wir meditieren eine Minute auf das rechte Bein. Die Arme liegen entspannt neben dem Körper.

2. Zwei-Beineheben = Wir strecken eine Minute beide Beine in der Rückenlage nach oben. Die Zehen zeigen zum Kopf. Der Kopf ist zu den Füßen hin angehoben. Wir senden einen Lichtstrahl aus den Zehen zum Kopf. Wir atmen entspannt in den Bauch. Wir meditieren auf die Körperhaltung.

3. Kerze = Wir gehen in die Kerze, strecken beide Beine zum Himmel und stützen uns mit den Händen am Rücken ab. Wir atmen eine Minute entspannt in den Körper hinein.

4. Füße bewegen = Wir rollen aus der Kerze wieder in die Rückenlage ab, strecken die Beine aus, bewegen sanft die Füße und legen die Hände auf den Bauch. Wir konzentrieren uns eine Minute auf unseren Bauch.

5. Kobra = Wir drehen uns auf den Bauch und heben den Oberkörper mit den Rückenmuskeln eine Minute so weit wie möglich an. Der Kopf zeigt nach hinten, die Hände liegen seitlich vom Körper auf dem Boden. Wir atmen entspannt in die Kobra hinein. Wir senden aus dem Kopf einen Lichtstrahl den Rücken herunter und denken „Licht“.

6. Heuschrecke = Wir legen den Kopf ab und heben das rechte gestreckte Bein eine Minute soweit wie möglich an. Wir meditieren auf das Bein. Wir heben das linke gestreckte Bein eine Minute an und konzentrieren uns entspannt darauf.

7. Einfacher Bogen = Wir heben wie in der Kobra den Oberkörper an und strecken den Kopf nach hinten. Die Hände liegen seitlich vom Körper auf dem Boden. Zusätzlich heben wir jetzt beide Beine an und bringen die Füße so nah wie möglich zum Hinterkopf. Wir atmen entspannt in den Bauch und halten den Bogen eine Minute. Wir senden aus den Füßen einen Lichtstrahl zum Kopf und denken das Mantra „Licht“.

8. Beckendrehen = Wir legen den Kopf in der Bauchlage auf die Hände und drehen mehrmals mit dem Atem das Becken nach links und nach rechts. Wir konzentrieren uns auf die Wirbelsäule und verdrehen Wirbel für Wirbel so weit wie möglich.

9. Sternkreisen = Wir erheben uns in den Meditationssitz (Fersensitz, Schneidersitz) und legen die Hände in den Schoß (oder auf die Beine). Der Rücken ist gerade, und der Bauch ist entspannt. Wir visualisieren unter uns in der Erde einen kleinen Stern (Lichtpunkt). Der Stern kreist überall in der Erde und reinigt dadurch unser Wurzelchakra. Wir denken das Wort „Stern“. Anschließend lassen wir den Stern noch im Himmel, um unseren Körper und in unserem Körper kreisen. Wenn der Stern in unserem Körper kreist, reiben wir zusätzlich mit einer Hand kreisend unseren Bauch. Wir stoppen eine Minute alle Gedanken und entspannen wir uns.

10. Entspannung = Wir legen uns bequem hin, konzentrieren uns auf die Füße, bewegen eine Minute sanft die Füße und die Zehen, und entspannen uns dann vollständig.

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Yoga mit positivem Denken

1. Gehen = Wir gehen auf der Stelle, bewegen die Arme wie bei der Dampflokomotive, drehen uns um uns selbst, visualisieren Licht um uns herum und denken: „Ich gehe den Weg des Positiven.“

2. Windmühle = Wir grätschen die Beine auseinander, beugen uns in der Windmühle vor, drehen uns in der Wirbelsäule und denken:„Meine Ziele sind …“. Welche Ziele möchtest du in deinem Leben erreichen? Zähle drei Ziele auf.

3. Frosch = Wir beugen uns aus dem Stand mit dem Oberkörper vor. Wir stützen uns mit den Händen auf dem Boden ab und bewegen den Hintern nach unten in die Hocke und wieder nach oben in die Vorbeuge. Der Kopf geht dabei nach oben und wieder herunter zur Erde. Wir praktizieren mehrmals den Frosch und denken: „Ich habe Kraft und Ausdauer.“

4. Arm-Beinheben = Wir legen uns auf den Bauch. Wir heben den linken Arm und das rechte gestreckte Bein an. Wir senken beides wieder ab und heben den rechten Arm und das linke Bein an. Das machen wir mehrmals. Beim entgegengesetzten Armbeinheben denken wir: „Ich nehme die Dinge so an, wie sie sind.“ Was willst du heute annehmen?

5. Oberkörperheben = Wir liegen auf dem Bauch, stützen die Hände seitlich auf den Boden und drücken mehrmals den Oberkörper hoch und runter. Das ist eine einfache Form des Liegestützes, bei der das Becken auf dem Boden bleibt. Beim Ein- und Ausatmen denken wir: „Ich lasse meine falschen Wünsche los.“ Was möchtest du heute loslassen?

6. Beckendrehen = In der Bauchlage drehen wir entspannt das Becken hin und her. Der Kopf liegt auf den Händen. Wir denken: „Ich bin traurig, weil … „. Was ist heute dein Grund der Trauer?

7. Füßebewegen = Wir bewegen in der Bauchlage sanft die Füße und denken: „Ich verzeihe … (Ich verzeihe meinem Partner/Eltern, dass er/sie …. Ich verzeihe dem Kosmos/Gott, dass mein Leben so schwer ist. Ich verzeihe mir, dass ich …)“.Wem möchtest du heute was verzeihen? Denken deine Worte so lange, bis in dir ein Gefühl der Trauer, des Loslassens und des Verzeihens entsteht.

8. Radfahren = Wir drehen uns auf den Rücken, heben den Kopf und fahren mit Armen und Beinen Rad. Dabei denken wir: „Ich gehe den Weg des Positiven. Mein positiver Satz ist heute … „.

9. Kerze = Wir strecken die Beine zum Himmel und stützen uns mit den Händen am Rücken ab. Wir visualisieren den Himmel, bewegen die Füße und denken mehrmals das Mantra „Himmel“, bis die Energie des Himmels in uns hineinfließt.

10. Meditationssitz = Wir rollen aus der Kerze ab in den Meditationssitz (Schneidersitz, Fersensitz). Wir legen die Hände in den Schoß. Der Rücken ist gerade und der Bauch entspannt. Wir bewegen segnend eine Hand und senden allen Feinden und Schwierigkeiten Licht. Wir hüllen sie mit Licht ein und denken: „Ich sende Licht zu … Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“ Wir stoppen eine Minute alle Gedanken und entspannen uns danach.

Die drei Bauchübungen

Wir legen die Hände auf die Beine. Der Rücken ist gerade. Der Bauch ist entspannt.

1. Beckenboden = Wir spannen die Beckenmuskeln an, halten die Luft an, denken die Zahlen von 1-20 im Becken und bewegen die Zehen. Dann entspannen wir das Becken.

2. Bauch zur Wirbelsäule ziehen = Wir pressen die Bauchmuskeln an die Wirbelsäule, atmen aus, halten die Luft an, denken im Bauch 1-20 und bewegen die Zehen. Wir entspannen uns.

3. Brustkorb = Wer möchte kann bei dieser Übung den Kopf vorbeugen. Wir ziehen den Bauch (die Bauchorgane) in den Brustkorb, atmen aus, halten die Luft an, denken im Brustkorb 1-20 und bewegen die Zehen. Der Brustkorb ist angespannt. Und entspannen.

4. Wirbelsäulendrehen = Wir spannen wieder die Beckenmuskeln an, ziehen den Bauch in den Brustkorb, halten die Luft an und drehen uns mehrmals in der Wirbelsäule nach rechts und links. Dabei denken wir die Zahlen 1-20 im Körper. Wir drehen auch den Kopf.

5. Heilfrage = Wir reiben die Hände vor dem Herzchakra und bitte die erleuchteten Meister um Hilfe. Wir stellen ihnen unsere Heilfrage und hören innerlich die Antwort. „Om alle erleuchteten Meister. Om innere Weisheit. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg.“ Was ist deine Heilfrage? Was ist dein Problem? Was sagt dir deine innere Weisheit (Wahrheit)? Was ist die Problemlösung?

6. Heilsalbe = Wir visualisieren eine Heilsalbe, denken den Namen der Farbe als Mantra und reiben damit unseren ganzen Körper ein. Wir massieren die Heilsalbe besonders in unsere kranken Körperbereiche ein. Was ist deine Heilfarbe? Reibe sie so lange in den kranken Körperbereich, bis er alle Heilenergie aufgenommen hat.

7. Heilung weitergeben = Wir reiben mit den Füßen die Erde und senden allen Wesen Licht: „Ich sende Licht zu … (Name). Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“

8. Entspannung = Spüre in deinen Körper hinein. Wie fühlst du dich jetzt? Spüre die Entspannung und das Wohlgefühl in dir. Bewahre den inneren Frieden und die Gelassenheit in deinem Alltag. Mit Optimismus voran. Gelingen.

Innere Organe und Knochen

Diese Meditation stärkt unsere Lebenskraft. Sie heilt unsere inneren Organe, zentriert uns in unserem Körper und gibt uns die Kraft positiv zu handeln.

1. Körperbewegen = Wir machen Grimassen mit dem Gesicht, bewegen den Kopf, die Schultern, die Arme, die Hände, die Beine und die Füße. Wir drehen uns in der Wirbelsäule hin und her. Wir entspannen uns.

2. Innere Organe = Wir visualisieren unser Gehirn und denken mehrmals das Mantra „Gehirn“. Wir können in unserem Kopf mit Licht kreisen oder Licht in unseren Kopf fliesen lassen. Wir denken das Mantra „Gehirn“ so lange, bis wir das Gefühl haben, dass unser Gehirn gut mit Heilenergie aufgeladen ist. Ebenso visualisieren wir nacheinander alle anderen inneren Organe: „Lunge, Magen, Gedärme, Blase, Füße, Po, Nieren, Leber (rechts vorne), Milz (links vorne), Solarplexus, Herz.“ Zum Schluß spüren wir alle Organe auf einmal und denken mehrmals: „Alle Organe“.

3. Knochen = Wir visualisieren nacheinander alle Knochen und denken jeweils mindestens zweimal: „Schädel, Wirbelsäule, Brustkorb, Arme, Hände, Becken, Beine, Füße, Gerippe.“ Damit wir die einzelnen Knochen besser spüren können, bewegen wir die jeweiligen Bereiche beim Mantra leicht. Zum Schluß visualisieren wir alle Knochen zusammen und lassen Licht um uns kreisen. Wir denken das Mantra „Licht“.

4. Sonne = Wir stellen uns eine schöne Sonne in unserem Bauch vor. Wir denken das Mantra „Sonne“ und strahlen dabei Licht in unseren ganzen Körper. Das Sonnenlicht wird stärker und füllt den ganzen Kosmos um uns herum mit Licht. Wir bewegen die Zehen und denken das Mantra „Sterne“. Wir sehen den ganzen Kosmos voller Sterne und Licht.

5. Gedankenstopp = Wir stoppen alle Gedanken, beobachten den Atem und bringen unseren Geist zur Ruhe. Dann verweilen wir einige Zeit entspannt in der Ruhe. Wenn wir genug meditiert haben, kehren wir langsam zurück. Wie fühlst du dich jetzt? Spüre die Entspannung und das Wohlgefühl in dir. Bewahre den inneren Frieden und die Gelassenheit in deinem Alltag. Mit Optimismus voran. Gelingen.

Wechselatmung

Die Wechselatmung ist eine wichtige Yogatechnik. Sie bringt uns ins innere Gleichgewicht. Im Körper gibt es drei wichtige Energiekanäle: den linken (Ida, Mond, Ruhe), den rechten (Pingala, Sonne, Aktivität) und den mittleren Energiekanal (Sushumna, Kundalini-Kanal). Wenn wir den linken und den rechten Kanal durch die Wechselatmung mit Energie (Prana) gefüllt haben, steigt die Energie von alleine im mittleren Kanal auf. Dann entstehen Ruhe und innere Kraft.

1. Blasebalgatmung = Wir legen eine Hand auf den Bauch und praktizieren eine Minute die Blasebalgatmumg. Wir atmen in erhöhter Geschwindigkeit mit den Bauchmuskeln und füllen unseren ganzen Körper bewusst mit Energie (Prana, Licht).

2. Wechselatmung = Wir drücken mit dem Daumen das rechte Nasenloch zu, atmen mit der Blasebalgatmung durch das linke Nasenloch, bewegen die linken Zehen und zählen von 1 bis 20 im Körper. Wir drücken mit dem Zeigefinger (Mittelfinger, Ringfinger) das linke Nasenloch zu, atmen mit der Blasebalgatmung durch das rechte Nasenloch, bewegen die rechten Zehen und zählen wieder von 1 bis 20 im Körper. Wir wechseln mehrmals zwischen dem linken und dem rechten Nasenloch hin und her, bis ein Gefühl der inneren Ruhe und Harmonie entsteht.

3. Beckenboden = Wir spannen den Beckenboden an, zählen dort die Zahlen 1 bis 20 und bewegen die Zehen beider Füße. Wir entspannen uns.

4. Oberkörperkreisen = Wir legen die Hände auf die Knie und kreisen mit geradem Oberkörper mehrmals links herum. Wir ziehen den Beckenboden an und visualisieren ein großes Meer um uns herum. Wir denken das Mantra „Meer“. Dann kreisen wir mehrmals rechts herum und denken wieder das Mantra „Meer“. Wir entspannen den Beckenboden.

5. “Om“ im Bauch = Wir legen die Hände im Schoß zusammen, denken eine Minute das Mantra „Om“ im Bauch, atmen in den Bauch und bewegen die Zehen. Wir stoppen eine Minute alle Gedanken. Wir entspannen uns. Mache im richtigen Moment die richtige spirituelle Übung. Gehe mit deinen Übungen durch den Tag. Lade dich immer wieder mit innerer Kraft auf.

Gottheiten-Yoga

Karttikeya (Innerer Frieden, Einheitsbewusstsein), Lakshmi (Liebe, Glück), Durga (Kraft), Sarasvati (Weisheit, Kreativität), Ganesha (Glück, Genuss)

Der Gottheiten-Yoga (Vorbild-Yoga) ist die höchste Form des Yoga. Mit ihm können wir die Kundalini-Energie (das innere Glück) erwecken. Wir können schnell in ein Leben im Licht, in der Liebe und der Kraft gelangen. Wichtig beim Gottheiten-Yoga ist es, dass wir immer gut in Kontakt mit uns selbst und unserer inneren Weisheit sind. Wir sollten nie formal (rein äußerlich, ohne innere Beteiligung) geistige Bilder aufbauen und die dazugehörigen Mantras (positive Sätze) denken. Wir sollten eher kreativ und spielerisch damit umgehen. Wir sollten unsere persönliche Form des Gottheiten-Yoga finden.

1. Durga = Durga ist die Göttin der Kraft. Sie reitet auf einem Tiger (oder Löwen). Sie hat die Kraft eines Tigers. Was sie sich vornimmt, erreicht sie. Sie ist eine Siegerin. Wir strecken beide Fäuste hoch, schütteln sie und denken mehrmals das Wort „Kraft“, bis wir die Kraft Durgas in uns spüren.

2. Kali = Kali ist die schwarze Göttin mit dem Schwert. Sie schlägt Shiva (sich selbst) den Kopf ab. Sie opfert ihr Ego und gewinnt dadurch inneren Frieden. Sie bringt sich durch die Überwindung aller Anhaftungen an sich selbst, ihren Körper und ihr Leben ins Licht. Opfer dein Ego. Lege deine Hände in den Schoß. Reibe immer abwechselnd mit den rechten und mit dem linken Fuß kreisend die Erde, visualisiere (spüre) den Boden unter dir und denke: „Ich lasse meine falschen Wünsche los. Ich nehme das Leid in meinem Leben an. Ich fließe positiv mit dem Leben.“ Was musst du heute loslassen? Was möchtest du heute annehmen? Was ist heute dein Weg der Ego-Opferung und des inneren Friedens?

3. Sarasvati = Sarasvati ist die Göttin der Weisheit und der Kreativität. Sie hält ein Buch und eine Gebetskette in ihren Händen. Sie glaubt den Aussagen der erleuchteten Meister. Sie verankert sich in den heiligen Büchern und im spirituellen Üben. Was ist heute dein Gedanke der Weisheit? Strecke den Zeigefinger neben dem Kopf zum Himmel, bewege ihn etwas und denke: „Mein Weg eines weisen Lebens ist …“.

4. Lakshmi= Lakshmi ist die Göttin des Glücks. Neben ihrem Kopf befinden sich zwei Blumen. Sie sieht die Schönheit in ihrem Leben. Sie erkennt ihre Welt als Paradies. In ihrem Schoß vor ihrem Bauch hält sie einen Krug voller Goldstücke. Sie ist innerlich und äußerlich reich. Sie besitzt innere und äußere Fülle. Welche Fülle hast du? Welche besonderen Fähigkeiten besitzt du? Welche äußeren Möglichkeiten sind dir gegeben? Erkenne dich als Göttin der Fülle. Reibe kreisend mit deinen Händen deinen Bauch und denke das Mantra: „Die Fülle in meinem Leben ist … Meine besonderen Fähigkeiten sind … Gut in meinem Leben ist … Ich bin zufrieden, weil … Ich bin dankbar für …“. Denke deinen Satz der Fülle so lange, bis du Glück und Zufriedenheit in dir spürst.

5. Umfassende Liebe = Sieh dich als Mutter aller Wesen. Betrachte alle Wesen auf der Erde als deine Kinder. Identifiziere dich mit ihnen. Wünsche ihnen Glück. Du bist jetzt Lakshmi mit den gebenden Händen. Bringe deine Hände neben das Becken, öffne sie nach vorne zur Erde, bewege sie leicht hin und her, visualisiere alle Wesen auf der Erde und sende ihnen Licht: „Ich sende Licht zu … Mögen alle Wesen glücklich sein.“

Mit dem Sternkreisen aktivieren wir die Kundalini Energie und dann meditieren wir mit dem Shambavi Mudra auf das Licht in uns. Wir gelangen so schenll zu innerem Frieden und Glück. Das Shambavi Mudra ist Shivas Hauptmeditation.

1. Erde = Wir visualisieren einen hellen Stern. Wir stellen uns die Erdkugel unter uns (Füßen) vor und kreisen mit dem Stern in der Erdkugel. Dabei denken wir das Wort „Erde“ als Mantra. Wir kreisen so lange mit unserem Stern in der Erde, bis die ganze Erdkugel unter uns voller Licht ist. Wir können dabei die Erde auch mit den Füßen reiben.

2. Sonne = Wir stellen uns über uns (Scheitelchakra) am Himmel eine schöne Sonne vor. Wir lassen unseren Stern so lange in der Sonne kreisen, bis das Licht der Sonne zu uns herab fließt und unseren Körper mit Licht füllt. Dabei denken wir mehrmals das Mantra „Sonne“. Wenn das Licht nicht herab fließen will, reiben wir wieder etwas mit den Füßen die Erde.

3. Körper = Wir kreisen mit dem Stern um unseren Körper und denken dabei das Mantra „Körper“. Wir reinigen alle Verspannungen um unseren Körper herum. Wir hüllen uns vollständig mit Licht ein. Wir können dabei etwas die Füße oder die Zehen bewegen.

4. Im Körper = Wir lassen den Stern überall im Körper kreisen. Wir reinigen nacheinander alle Körperbereiche von ihren Verspannungen und füllen sie mit Licht. Dabei denken wir das Mantra „Licht“. Wir kreisen mit dem Stern insbesondere in unserem Kopf, im Brustkorb, im Bauch, in den Beinen und in den Füßen.

5. Licht senden = Wir bewegen segnend eine Hand und senden allen Wesen Licht: „Ich sende Licht zu … (Name). Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“

6. Om Shanti = Wir spannen die Muskeln im Becken, im Bauch und im Brustkorb an. Wir halten die Anspannung etwas und entspannen dann. Das machen wir noch einmal. Dann atmen wir mehrmals tief in den Bauch. Wir denken beim Einatmen „Om“ und beim Ausatmen „Shanti“. Wir kommen mit dem Mantra „Om – Shanti“ immer mehr zum inneren Frieden. Unsere Gedanken werden immer ruhiger.

7. Shambhavi-Mudra = Shambhavi ist des Mudra Shivas. Es heißt das Segensreiche und ist seine Hauptmeditationstechnik. Durch das Sternkreisen hat sich unsere Energie nach innen gewandt. Wir öffnen halb oder ganz die Augen und konzentrieren uns auf Energie in uns (das Licht, die Chakren oder den Kundalini-Kanal). Dadurch fließt die Energie der Augen nach innen und stabilisiert unsere Meditation. Wir stoppen alle Gedanken. Wir verweilen einige Zeit in einer ruhigen Meditation. Dann kommen wir langsam zurück.

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5. Meditation

Meditation ist eine in vielen Religionen und Kulturen ausgeübte spirituelle Praxis. Durch Achtsamkeits- oder Konzentrationsübungen soll sich der Geist beruhigen und sammeln.

Wikipedia: In westlichen Ländern wird die Meditation auch unabhängig von religiösen Aspekten oder spirituellen Zielen zur Unterstützung des allgemeinen Wohlbefindens und im Rahmen der Psychotherapie praktiziert. Regelmäßige Meditation kann beruhigend wirken und wird des Öfteren in bestimmten Formen auch in der westlichen Medizin als Entspannungstechnik empfohlen. In der Tradition des Yoga unterstützen verschiedene Körperhaltungen und -übungen, Atemtechniken, sowie Fasten und andere Arten der Askese die Meditation.

Wir sitzen in unserem Meditationssitz (Schneidersitz, Fersensitz, Stuhl) und in unserer Meditationshaltung (Hände auf den Beinen oder im Schoß). Die Augen sind offen, halboffen oder geschlossen.

1. Sonne = Wir stellen uns am Himmel eine schöne Sonne vor. Sie sendet ihre Strahlen auf uns herab. Wir sitzen aufrecht. Der Rücken ist gerade und der Bauch entspannt. Wir hüllen unseren ganzen Körper mit Licht ein und denken dabei das Mantra „Sonne“. Wir nehmen einen goldenen Sonnenstrahl und lassen das Sonnenlicht überall um uns herum kreisen. Wir füllen uns mit Licht.

2. Körper = Wir bringen unsern Geist durch ein Mantra zur Ruhe. Wir denken die Zahlen von 1 – 20 im Kopf, im Brustkorb, im Bauch, in den Füßen und in der Erde.

3. Kosmos = Wir machen große Kreise mit den Armen, visualisieren den ganzen Kosmos voller Sterne um uns herum und denken die Zahlen von 1 – 20 im ganzen Kosmos.

4. Licht senden = Wir bewegen segnend eine Hand und denken: „Ich sende Licht zu (Name). Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“

5. Meister = Wir reiben die Handflächen vor dem Herzchakra, verbinden uns mit den erleuchteten Meistern und denken: „Om alle erleuchteten Meister. Om innere Weisheit. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg.“

6. Mantra Om = Wir legen die Hände in den Schoß. Wir denken eine Minute beim Ausatmen (Einatmen, oder beim Ein- und Ausatmen) das Mantra „Om“ im Bauch.

7. Gedankenstopp = Wir stoppen eine Minute alle Gedanken. Wenn Gedanken kommen, schieben wir sie immer wieder weg. Dann entspannen wir uns eine Minute.

8. Positiver Satz = Wir bewegen unsere Füße und Hände. Wir strecken und räkeln uns. Wir besinnen uns auf unser Leben. Wir überlegen uns einen positiven Satz. „Mein positiver Satz ist …“ Mit Optimismus voran. Gelingen.

Progressive Muskelentspannung

Die Muskelentspannung nach Jacobsen ist die bekannteste und am meisten praktizierte Meditationstechnik im Westen. Sie ist einfach zu erlernen und wirkt bei den meisten Menschen sehr gut. In dieser abgewandelten Form wurde sie von Yogi Nils in seinen Yoga Gruppen entwickelt.

1. Muskelanspannung = Wir spannen die Muskeln der Beine und Füße an. Wir stoppen dabei alle Gedanken. Wir können die Luft anhalten oder normal weiter atmen. Dann entspannen wir bewusst die Muskeln der Beine und Füße. Genauso machen wir es mit den Armen und Händen, dem Kopf (Gesicht) und dem ganzen Körper. Anspannen – kurz halten/Gedanken stoppen – entspannen.

2. Zählen = Wir konzentrieren uns auf unseren Kopf, atmen in den Kopf hinein und zählen im Kopf mehrmals die Zahlen von 1 bis 20. Das Gleiche machen wir mit dem Brustkorb, dem Bauch und den Beinen. Zum Schluss visualisieren wir einen großen Ball unter den Fußsohlen und zählen die Zahlen 1 bis 20 im Ball. Danach gehen wir ohne Pause zum Lichtkreisen über.

3. Lichtkreisen = Wir stellen uns am Himmel eine schöne Sonne vor. Die Sonne strahlt Licht und Wärme auf uns herab. Wir spüren das Licht und die Wärme auf unserer Haut. Es ist, als ob wir im Urlaub entspannt in der Sonne liegen. Wir genießen die Sonne. Dann nehmen wir einen goldenen Sonnenstrahl und hüllen uns damit vollständig ein. Wir lassen das Licht um unseren Körper kreisen und denken dabei das Mantra „Licht“. Danach lassen wir das Licht in uns hineinfließen, kreisen in unserem Körper mit dem Licht und denken das Mantra „Licht“. Wir füllen den ganzen Körper mit Licht.

4. Licht weitergeben = Wir senden das Licht zu einem anderen Menschen, hüllen ihn mit Licht ein und denken das Mantra „Licht“. Wem möchtest du heute Licht senden? Stelle dir vor, dass das Licht wirklich bei deinem Mitmenschen ankommt. Sende dann der ganzen Welt Licht, hülle sie mit Licht ein und denke: „Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“

5. Gedankenstopp = Wir stoppen eine Minute alle Gedanken. Dann verweilen wir etwas in der Meditation. Die Gedanken dürfen jetzt kommen, wenn sie es möchten. Wir spüren in den Körper hinein und genießen die Ruhe und das Wohlgefühl. Wenn wir genug meditiert haben, kommen wir wieder zurück. Wir bewegen die Füße und die Hände. Wir strecken und räkeln uns. Wir setzen uns auf und sind wieder da.

Computer Meditation

Video Computer Meditation  (engl.)

Eine geführte Meditation am Computer ist ein schneller Weg der Entspannung. Durch einfache Yogabewegungen in Verbindung mit positiven Sätzen kannst du in fünf Minuten innere Blockaden auflösen und deinen Geist positiv aufladen.

1. Visualisiere dich als Buddha oder Göttin der Liebe: „Om Buddha der Liebe. Om Göttin der Liebe.“

2. Sende allen Wesen Licht (Glück, Frieden, Liebe): „Ich sende Licht zu … (Name). Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“

3. Verbinde dich mit der Erleuchtungsenergie: „Om alle erleuchteten Meister. Om innere Weisheit. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg.“

4. Gelange zum inneren Frieden: „Ich nehme die Dinge so an, wie sie sind. Ich fließe positiv mit dem Leben.“

5. Bringe deinen Geist zur Ruhe und spreche (oder denke) zwei Minuten das Mantra: „Om Shanti. Om Frieden.“ Stoppe eine Minute alle Gedanken. Entspanne dich. Finde einen positiven Satz: „Mein positiver Satz ist jetzt …“

Lichtmeditation

Video Meditation im Liegen  (15 Min.)

Dies ist die Hauptmeditation in den Yogagruppen des Autors. Sie beendet jede Yogastunde. Wir legen oder setzen uns bequem hin. Decke dich beim Liegen zu, damit dir nicht kalt wird.

1. Entspannung = Wir spannen die Muskeln der Beine und der Füße an. Wir halten die Anspannung, stoppen alle Gedanken und atmen in die Beine hinein. Dann entspannen wir uns kurz. Wir spannen die Muskeln der Arme und Hände an. Wir atmen in die Arme und Hände hinein. Wir entspannen uns. Wir spannen die Muskeln des Kopfes und des Gesichtes an. Wir atmen in das Gesicht hinein. Wir entspannen uns. Wir spannen die Muskeln des ganzen Körpers an. Wir atmen in den ganzen Körper hinein. Wir entspannen uns.

2. Zahlen 1 bis 20 = Wir zählen mehrmals im Kopf die Zahlen von 1 bis 20, konzentrieren uns auf den Kopf und atmen in den Kopf hinein. Unser Geist kommt zur Ruhe. Wir konzentrieren uns auf den Brustkorb, atmen in den Brustkorb hinein und zählen im Brustkorb die Zahlen von 1 bis 20. Wir atmen in den Bauch und zählen dort die Zahlen von 1 bis 20. Wir konzentrieren uns auf die Beine und Füße und zählen dort die Zahlen von 1 bis 20. Wir visualisieren unter den Fußsohlen einen großen Ball vor und zählen die Zahlen von 1 bis 20 im Ball.

3. Sonne am Himmel = Wir stellen uns am Himmel eine schöne Sonne vor. Sie sendet ihre Strahlen auf uns herab. Wir spüren ihr Licht und ihre Wärme auf unserer Haut. Es ist, als ob wir im Urlaub in der Sonne liegen. Wir genießen das Sonnenlicht.

4. In Licht einhüllen = Wir hüllen unseren ganzen Körper mit Licht ein. Wir nehmen einen goldenen Sonnenstrahl und lassen das Sonnenlicht überall um uns herum kreisen. Dabei denken wir das Mantra „Licht“. Wir lassen das Sonnenlicht in uns hineinfließen und füllen uns ganz mit Licht. Wir denken das Mantra „Licht“.

5. Gedankenstopp = Wir stoppen eine Minute alle Gedanken und bewegen dabei sanft die Füße. Wir konzentrieren uns auf unsere Füße und bewegen sie immer weiter, bis unser Geist ganz zur Ruhe kommt.

6. Entspannung = Wir liegen einige Minuten einfach nur da und entspannen uns. Gedanken und Gefühle können kommen und gehen, wie sie wollen.

7. Zurückkommen = Wir kommen langsam zurück. Wir bewegen die Füße und die Hände. Wir strecken und räkeln uns. Wir setzen uns auf und sind wieder da.

Shiva Meditation

Shiva ist der oberste Gott im Yoga. Wir können ihn als das Symbol für einen siegreichen Yogi sehen. Shiva ist ein Meister des Lebens. Er meistert das Leben mit den fünf Elementen/Eigenschaften Liebe (Erde), Freude (Luft), Weisheit (Wasser), Kraft (Feuer) und Ruhe (Raum, Kosmos). Er lebt im richtigen Moment die richtige Eigenschaft.

1. Der Sieger = Wir schütteln unsere Fäuste in Höhe des Kopfes und denken: „Ich bin ein Sieger. Ich erreiche meine Ziele. Meine Ziele sind … „.

2. Der Starke = Wir reiben die Hände/Füße auf der Erde, visualisieren unter uns den Berg Meru und denken: „Ich sitze auf dem Berg Meru (Weltenberg). Ich bewahre Gleichmut bei Leid. Ich gehe mit Ausdauer meinen Weg.“

3. Der Gelassene = Wir machen große Kreise mit den Armen, visualisieren um uns herum den Kosmos voller Sterne und denken: „Ich lebe in der großen Ordnung des Kosmos. Ich nehme die Dinge so an, wie sie sind. Ich fließe positiv mit dem Leben.“

4. Der Hatha-Yogi = Wir visualisieren in uns die Kundalini-Schlange, bewegen die Zehen, kreisen mit den Daumen und denken: „Ich bin ein Hatha-Yogi. Ich rette mich durch meine spirituellen Übungen.“

5. Der Karma-Yogi = Shiva bedeutet übersetzt „Der Gute“. Er lebt im kosmischen Bewusstsein und sieht sich in allen seinen Mitwesen. Er möchte, dass alle Wesen glücklich sind. Wir senden allen Wesen Licht und denken: „Ich bin ein Karma-Yogi. Ich sende Licht zu … Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“

6. Meister-Yoga = Wir reiben die Hände vor dem Herzchakra, visualisieren über uns im Himmel die erleuchteten Meister und denken: „Om alle erleuchteten Meister. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg.“ In das Mantra kannst du einen für dich hilfreichen Namen einfügen (Buddha, Jesus, Shiva, Gott).

7. Shiva-Bild = Konzentriere dich auf ein Bild oder eine Statue von Shiva. Bewege eine Hand in Höhe des Herzchakras und nimm dadurch Energie von Shiva auf. Denke mehrmals das Mantra „Om Namah Shivaya“ (Ich verbinde mich mit Shiva) und spüre, wie mit dem Mantra die Energie Shivas (aller erleuchteten Yogis) in dich hineinfließt.

8. Meditation = Wir legen die Hände in den Schoß, bewegen die Zehen und denken das Mantra „Om“ im Bauch. Dann stoppen wir eine Minute alle Gedanken. Wir verweilen einige Zeit entspannt in der Meditation und kommen dann zurück.

Heilmeditation

Der Buddha der Heilung sendet dir von Zentrum des Mandalas (Einheitsbewusstsein) Licht und Kraft.

Video Heil-Meditation

Wir sitzen entspannt oder legen uns hin.

1. Sonne = Wir visualisieren über uns eine schöne Sonne, heben beide Hände seitlich in Kopfhöhe an und denken mehrmals das Mantra „Sonne“. Wir lassen das Licht der Sonne auf uns herab fließen und massieren es in den Körper ein.

2. Erdkugel = Wir visualisieren unter uns die Erdkugel, reiben mit den Händen (oder Füßen) die Erde und denken: „Ich sende Licht zur ganzen Erde. Mögen alle Wesen auf der Welt glücklich sein.“

3. Heilmassage = Wir überlegen, welcher Körperteil von uns im Moment der Heilung bedarf. Wir lassen Licht in ihn hineinfließen, massieren ihn kreisend und denken längere Zeit das Wort „Licht“ als Mantra. Durch die Lichtmassage lösen wir die Verspannungen in dem jeweiligen Körperbereich und ermöglichen ihm dadurch die Selbstheilung. Wir können das Licht in einer Farbe visualisieren, bei der wir das Gefühl haben, dass sie uns heilt. Wir denken den Namen der Farbe als Mantra. Wir können nacheinander auch in mehrere Körperteile Licht einmassieren.

4. Kosmos = Wir visualisieren um uns herum den Kosmos voller Sterne, machen große Kreise mit den Armen und denken: „Om Kosmos. Ich nehme das Leid in meinem Leben an. Ich gehe konsequent den Weg der Gesundheit und der Heilung.“

5. Buddha der Heilung = Wir visualisieren vor oder über uns den Buddha der Heilung. Wir reiben die Hände vor dem Herzchakra und denken: „Om Buddha der Heilung. Om innere Weisheit. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg.“

6. Heilfrage = Wir konzentrieren uns auf den heilungsbedürftigen Körperbereich oder auf ein persönliches Problem. Wir denken darüber nach, was der Weg unserer Heilung ist. Was sagt unsere innere Weisheit, was wir zu tun haben? Welche hilfreichen Gedanken fallen uns ein? Wir denken so lange nach, bis wir mit der Problemlösung zufrieden sind. Wenn wir keine Antwort hören, sind wir entweder blockiert (wir wollen die wahren Ursachen des Problems nicht sehen) oder wir können nur schlecht Kontakt mit unserer inneren Stimme aufnehmen (wir spüren uns selbst nur schlecht). Der beste Weg ist es dann, langsam ins Nachdenken zu kommen.

7. Mitmenschen = Wir bewegen eine Hand segnend in Höhe des Herzchakras und denken: „Ich sende Licht zu (Name). Mögen alle Menschen, die das gleiche Problem wie ich haben, geheilt werden.“ Wir hüllen sie geistig mit Licht ein und lassen Licht in sie hineinfließen. Wir fühlen uns real mit ihnen verbunden.

8. Entspannung = Eine Minute Gedankenstopp. Entspannung.

Krafttier Meditation

Die Göttin Durga segnet uns mit Kraft.

Die Krafttier-Meditation macht uns bewusst, dass wir Helfer auf unserem Weg haben. Sie ist eine frühe Form der Spiritualität. Die Schamanen in der Steinzeit arbeiteten vorwiegend mit Krafttieren. Im Christentum gibt es den Löwen, den Stier, den Adler und den Engel (Flügelmensch). Sie symbolisieren die Eigenschaften Kraft, Frieden , Weisheit (ein Adlerauge für das Wesentliche im Leben haben) und Liebe (als Gebender leben). Diese vier Eigenschaften sind notwendig, um ins Paradies (inneres Glück) zu gelangen. Im Yoga ist jeder Gottheit ein Krafttier zugeordnet. Shiva hat als Krafttier einen weißen Stier (Nandi). Der Stier ist ein Opfertier. Shiva opfert sein Ego und gelangt so in ein Leben im Licht. Vishnu hat als Helfer einen Adler (Garuda). Der Adler ist ein Flügelwesen, das die Liebe in die Welt bringt. Brahma fliegt als erleuchtete Seele auf einem weißen Schwan durch den Himmel. Der Schwan steht für Reinheit, Weisheit und kosmisches Bewusstsein. Die Göttin Durga reitet auf einem Tiger und schwingt viele Waffen um ihren Kopf herum. Wer als Mutter aller Wesen (als spiritueller Meister/Meisterin) lebt, der braucht Kraft (Tiger) und Geschick (viele Waffen/Methoden), um seinen Mitmenschen erfolgreich helfen zu können.

1. Entspannung = Wir bewegen sanft die Arme, die Beine und den Kopf. Dann entspannen wir im Liegen. Unsere Gedanken kommen langsam zur Ruhe.

2. Lebensweg = Wir kommen ganz bei uns an. Wir betrachten unser Leben. Wir sehen unsere Lebensziele und unseren Lebensweg. Was sind deine wichtigsten Lebensziele? Wie sieht dein Lebensweg aus? Durch welche Landschaft führt dein Lebensweg? Scheint die Sonne? Regnet es oft? Ist die Landschaft eben, bergig, eine Wüste oder voller Blumen? Ist dein Weg steinig, leicht zu gehen, gewunden oder gerade?

3. Krafttier = Wir gehen unseren Lebensweg. Am Horizont leuchtet unser Ziel. Schaffe dir eine bildliche Vision von deinem Zielzustand. Vor unserem Ziel sehen wir den Weg, den wir gehen müssen, um an unser Ziel zu gelangen. Auf dem Weg treffen wir unser Krafttier. Es verkörpert die Eigenschaften, die wir brauchen, um unser Ziel zu erreichen. Welches Krafttier begleitet dich auf deinem Lebensweg? Was sagt es zu dir? Denke seine Worte mehrmals als Mantra.

4. Gedankenstopp = Wir stoppen eine Minute alle Gedanken, bis sie ganz zur Ruhe gekommen sind.

5. Entspannung = Wir bewegen die Füße und die Hände. Wir drehen die Wirbelsäule hin und her. Wir entspannen uns. Wir verbinden uns noch einmal mit unserem Krafttier und gehen dann optimistisch unseren Lebensweg.

Atem Meditation

Durch die Atem Meditation können wir spirituelle Energie aufnehmen und unseren Körper mit Licht füllen. Unser Geist wird friedlich und positiv.

1. Ausatmen = Wir konzentrieren uns auf das Ausatmen. Wir atmen tief ein und aus. Wir atmen alle unsere Sorgen aus. Wir geben alle unsere Sorgen an den Kosmos (Gott, das Leben) ab. Benenne alle deine Sorgen: „Mein Kummer, meine Sorgen, meine Probleme sind … „. Zähle alle deine Sorgen auf. Atme alle deine Sorgen aus. Gib sie an die Erde ab: „Ich lasse meine Sorgen los. Ich nehme die Dinge so an, wie sie sind.“

2. Einatmen = Wir konzentrieren uns auf das Einatmen. Wir visualisieren eine Sonne am Himmel und atmen Licht ein. Wir füllen mit jedem Atemzug unseren Körper mehr mit Licht. Wir verbinden uns dem Positiven: „Positiv in meinem Leben ist …“

3. Besinnung = Wir besinnen uns auf den tieferen Sinn des Lebens? Was ist wichtig in deinem Leben? Was ist dein Weg der Wahrheit, Weisheit und Richtigkeit? Was ist dein Weg der umfassenden Liebe? Was willst du für das Glück der deiner Mitmenschen und der Welt tun? Denke das Mantra: „Mein Weg der Weisheit ist …“

4. Mantra = Wir denken „So“ beim Einatmen und „Ham“ beim Ausatmen. So ist die Sonne (das Licht) und Ham der Körper. Wir konzentrieren uns auf das Atem-Mantra und laden uns zwei Minuten mit Atemenergie auf. Unser Geist wird ruhig und positiv. Atem beobachten = Wir beobachten zwei Minuten einfach nur unseren Atem. Wir atmen ganz normal ein und aus. Wir können den Atem im Bauch, im Brustkorb oder in der Nase beobachten. Wir konzentrieren uns auf unseren Atem und stoppen dadurch alle Gedanken.

5. Entspannung = Wir entspannen uns einige Minuten.

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Blumen Meditation

Die Blumen Meditation ist eine Chakren-Meditation im Liegen. Der wichtigste Schritt ist die Visualisierung aller Chakren (Blumen) auf einmal. Dadurch wird die Kundalini-Energie aktiviert.

1. Bewegen = Wir bewegen die Schultern, die Arme und die Hände. Dann bewegen wir die Hüften (Hüftgelenke), die Beine und die Füße. Wir drehen den Kopf und machen Grimassen mit dem Gesicht. Dann entspannen wir uns.

2. Füße = Wir visualisieren in der Mitte der Fußsohlen je eine Blume. Wir versuchen die Blumen so deutlich wie möglich zu sehen. Welche Farbe haben die Blumen? Wir atmen zu den Fußsohlen hin und denken das Mantra „Blume“.

3. Chakren = Genauso visualisieren wir Blumen im Beckenboden, Unterbauchchakra, Bauchnabel, Solarplexus, Herzchakra (in der Mitte des Brustkorbs), Hals-, Stirn- und Scheitelchakra. Wir atmen in die einzelnen Chakren, visualisieren dort Blumen und denken „Blume“.

4. Alle Blumen = Wir visualisieren alle Blumen in den Chakren auf einmal und denken „Alle Blumen“. Wir verbinden alle Chakren miteinander. Wir denken das Mantra so lange, bis wir alle Blumen deutlich sehen oder spüren. Welche Blumensorte sehen wir? Sehen wir überall die gleichen Blumen oder sehen wir verschiedene Blumen?

5. Licht kreisen = Wir lassen einen Lichtstrahl um unseren Körper kreisen. Wir hüllen uns ganz in Licht ein. Wir denken das Mantra „Licht“. Wir lassen das Licht in unseren Körper fließen und füllen uns von innen mit Licht. Wir kreisen in unserem Körper mit Licht und denken „Licht“.

6. Mittlerer Energiekanal = Wir visualisieren einen Faden vom Beckenboden bis zum Scheitelchakra und lassen das Licht um den Faden kreisen. Wir denken weiter das Mantra „Licht“. Wir bewegen die Zehen. Wir meditieren auf den Energiekanal in der Mitte des Körpers zwischen dem Beckenboden und dem Scheitelchakra.

7. Ruhepunkt = Wir bringen das Licht in unseren Ruhepunkt. Wir lassen es im Herz-, Unterbauch-, Stirn-, Scheitel-, Wurzelchakra (Beckenboden), den Händen oder den Fußsohlen mehrmals kreisen. Wir verankern das Licht in unserem Lieblingschakra. Bei den meisten Menschen ist es das Herz- oder Unterbauchchakra. Wir konzentrieren uns auf unseren Ruhepunkt und bringen so unseren Geist zur Ruhe. Wir stoppen eine Minute alle Gedanken. Wir entspannen uns.

8. Zurückkommen = Dann kehren wir zurück. Wir bewegen die Hände und die Füße. Wir strecken und räkeln uns. Wir setzten uns auf. Wir nehmen unseren Frieden mit in den Alltag.

Tempel Meditation

Wer klug lebt, kann viel Leid vermeiden. Sieh bei jeder schwierigen Situation genau hin, denke gründlich nach und treffe eine klare Entscheidung. Folge der Stimme deiner inneren Weisheit. Fließe geschickt mit den Dingen. Sei ein Meister des Lebens.

1. Wir atmen tief in den Bauch. Alle Gedanken kommen langsam zur Ruhe. Wir spüren Frieden in uns. Wir entspannen uns.

2. Vor unserem geistigen Auge taucht eine schöne Insel auf. Sie ist von einem großen Meer umgeben. Das Wasser plätschert sanft am Strand. In der Mitte der Insel erhebt sich ein großer Berg. Seine Hänge sind mit würzig riechenden Sträuchern bewachsen. Oben auf dem Berg steht ein Tempel. Es ist der Tempel deiner inneren Weisheit.

3. Du gehst den Weg vom Strand hinauf zum Tempel. Wie sieht dein Tempel aus? Du trittst durch die Tür ein. Im Tempel ist es halbdunkel und sehr ruhig. In der Mitte sitzt auf einem Thron eine weise Frau oder ein weiser Mann. Es ist die Verkörperung deiner eigenen inneren Weisheit. Wen siehst du in deinem Tempel? Einen Meister, eine Göttin, eine weise Frau, dich selbst? Die höchste Weisheit steht über allen Formen. Sie kann sich durch alle Formen ausdrücken.

4. Du kannst jetzt deinem Weisheitswesen eine Frage stellen. Denke über dein Leben nach. Welche Erfahrungen hast du in deinem Leben gemacht? Was sind deine Ziele? Wie ist deine momentane Situation? Wie stellst du dir deine Zukunft vor? Was ist dein Lebensplan? Was ist dein Weg dein inneres Glück zu entwickeln? Was ist dein Weg eines weisen Lebens? Besinne dich auf deine Lebensziele, deine Aufgabe und deinen Weg. Was ist dein (innerer oder äußerer) Gegner? Was sind deine Helfer? Was ist dein Siegerweg?

5. Stelle deine Frage. Meditiere über die Frage, bis du deinen Weg ganz klar siehst. Horche innerlich auf die Antwort. Finde deinen Siegerweg. Was sagt dir deine innere Weisheit? Was antwortet dir dein Weisheitswesen? Lass die Antwort in dir wirken. Formuliere einen positiven Satz. Denke die Antwort mehrmals als Mantra.

6. Stoppe eine Minute alle Gedanken. Verweile danach einige Minuten in der Meditation. Gedanken und Gefühle dürfen jetzt kommen wie sie wollen. Vielleicht möchtest du noch etwas nachdenken? Vielleicht fallen dir einige gute Gedanken ein? Oder lieg einfach nur so da und entspanne dich.

7. Kehre aus der Meditation zurück, wenn dafür die richtige Zeit ist. Geh optimistisch in deine Zukunft.

Zauberwort

Es gibt bei allen Menschen einen Gedanken, der sie an der Erleuchtung und am inneren Glück hindert. Was ist heute dein inneres Zauberwort? Denke dein Erleuchtungswort als Mantra und gehe positiv durch deinen Tag.

1. Stehen = Wir visualisieren über uns eine Dusche. Wir denken das Mantra „Wasser“ und massieren Wasser (oder Licht, Energie) vom Kopf bis zu den Füßen in unseren Körper ein. Wir reiben alle Verspannungen und allen Stress von unserem Körper ab. Wir laden uns mit positiver Energie (Heilwasser) auf. Es ist, als ob wir wirklich unter der Dusche stehen und uns duschen.

2. Vorbeugen = Wir beugen uns vor und reiben das Heilwasser auch in den Boden um uns herum ein. Wir stellen uns vor, dass der Erdboden um uns herum mit positiver Energie aufgeladen wird. Wir zeichnen einen Heilkreis mit einer Heilfarbe um uns herum. Was ist heute deine Heilfarbe (orange, violett, grün, braun, rosa)? Wir denken den Namen unserer Heilfarbe mehrmals als Mantra.

3. Freund = Wir gehen unter der Dusche auf der Stelle. Wir visualisieren einen Freund/eine Freundin. Wem möchtest du heute ein positives Wort sagen? Was ist dein positiver Satz? Stelle dir vor, dass der Satz wirklich bei deinem Menschen ankommt. Denke deinen Satz mehrmals als Mantra. Was antwortet dir dein Mensch?

4. Feind = Wir gehen weiter unter der Dusche auf der Stelle und sehen einen Feind (aggressiven Menschen) vor uns. Wen empfindest du heute als einen Feind? Wer ist heute emotional dein Gegner? Was sagst du ihm? Welcher Gedanke hilft dir, zum äußeren und inneren Frieden zu gelangen? Du kannst versuchen, deinen Gegner zu verstehen, du kannst Mitgefühl entwickeln oder du kannst wünschen, dass er sich bessert. Was ist deine Tat des Verzeihens und der Liebe?

5. Ein Satz für dich selbst = Wir untersuchen unseren eigenen Geist. Gibt es einen Gedanken, der uns am Frieden, am Glück und an einem Leben in der Liebe hindert? Wie lautet der Gedanke? Mit welchem positiven Satz können wir ihn überwinden? Finde deinen zentralen negativen Gedanken und überwinde ihn mit einem passenden Gegengedanken. „Mein Satz für mich selbst lautet heute ……..“

Shanti Meditation

Shanti heißt im Yoga Frieden. Der Begriff „Shanti“ bezieht sich sowohl auf den äußeren als auch auf den inneren Frieden. Als Yogis wünschen wir eine Welt der Liebe, des Friedens und des Glücks. Damit wir erfolgreich für eine glückliche äußere Welt arbeiten können, sollten wir zuerst den Frieden in uns selbst herstellen. Wer keinen Frieden in sich selbst hat, kann nur sehr begrenzt äußeren Frieden in seiner Welt bewirken. Es ist sehr wichtig, dass wir uns jeden Tag auf den Frieden in uns selbst besinnen.

1. Körper bewegen = Wir bewegen sanft den Kopf, die Schultern, die Arme, die Hände, die Beine und die Füße. Wir drehen uns etwas in der Wirbelsäule hin und her. Wir lösen durch Hinspüren und Bewegen alle Verspannungen im Körper. Wo bist du heute verspannt? Entspanne diesen Bereich durch Hinspüren, Konzentration, Meditation und einen positiven Satz. Was sagst du deinem verspannten Bereich? Was hilft dir, innerlich zur Ruhe zu kommen?

2. Bauchatmung = Wir atmen tief das Becken hinein. Wir füllen den ganzen Körper mit Atemenergie, die Beine, die Füße, die Arme, die Hände, den Kopf, den Brustkorb und den Bauch. Wir denken beim Ein- und Ausatmen in unserem Körper das Mantra “Om“.

3. Licht kreisen = Wir stellen uns am Himmel eine schöne Sonne vor. Die Sonne sendet Licht und Wärme auf uns herab. Wir spüren die Wärme auf unserer Haut. Es ist, als ob wir im Urlaub in der Sonne liegen. Wir genießen das Sonnenlicht. Dann nehmen wir einen goldenen Sonnenstrahl und hüllen uns damit vollständig ein. Wir lassen das Licht um unseren Körper kreisen und denken das Mantra „Licht“. Wir lassen das Licht in uns hineinfließen. Wir füllen unseren ganzen Körper mit Licht und denken das Mantra „Licht“.

4. Licht senden = Wir senden einem anderen Menschen Licht. Wir hüllen ihn mit Licht ein und lassen das Licht in ihn hineinfließen. Wem möchtest du heute Licht senden? Denke mehrmals das Wort „Licht“. Danach senden wir der ganzen Welt Licht. Wir hüllen die ganze Welt mit Licht ein und füllen sie mit Licht. Wir wünschen das Glück aller Wesen und denken mehrmals „Licht“.

5. Om Shanti = Wir denken beim Einatmen „Om“ und beim Ausatmen „Shanti“. Wir stoppen alle anderen Gedanken. Langsam entstehen in uns Ruhe, Gelassenheit und Frieden. Wir stoppen eine Minute alle Gedanken. Wenn Gedanken auftauchen, schieben wir sie immer wieder weg. Wir bewegen die Füße und die Zehen. Wir konzentrieren uns auf unsere Füße und Zehen. Dann entspannen wir uns vollständig. Wir liegen einige Minuten ganz entspannt einfach nur da. Wir sind im Einklang mit uns, unserem Leben und unserer Welt.

6. Yoga Geschichten

Zum Yoga gehören die Yogageschichten. Durch die Geschichten wird auf eine humorvolle Weise der tiefere Sinn des Yoga begreifbar. Die meisten Geschichten sind vom indischen Original nacherzählt.

Eine Frau sucht sich selbst

Es war einmal eine Frau, die suchte nach dem Glück. Sie fragte alle Menschen in ihrer Stadt, wo denn das Glück zu finden sei. Ein alter weiser Mann kannte den Ort. Er sagte ihr, dass es nicht weit von hier einen großen Wald gebe. In der Mitte dieses Waldes befände sich ein schönes Schloss. Und in diesem Schloss könne jeder, der sich getraut habe, durch den großen Wald zu gehen, den großen Schatz finden.

Die Frau nahm sich einen Rucksack voller Essen mit und machte sich auf den Weg zu sich selbst. Lange Zeit irrte sie im dunklen Wald umher. Der Weg war schlecht zu erkennen, und sie verlief sich oft. Aber da sie im engen Kontakt mit ihrer inneren Stimme lebte, fand sie immer wieder zum richtigen Weg zurück.

Als sie in der Mitte des Waldes ankam, sah sie nur ein altes Haus. Sie trat in das Haus ein und war erschrocken. Das Haus war voller Schlangen und Spinnen. Sie hatte nicht gedacht, dass es in ihrem Selbst so voller Ängste und Wünsche war. Eine geheimnisvolle Stimme rief: „Nicht links, nicht rechts, geradezu. Dann hast du Ruh.“ Die Frau hörte auf diese Stimme und ging mitten durch das Haus hindurch. Sie ging konsequent den Weg ihrer inneren Richtigkeit. Deswegen konnten die Schlangen und Spinnen ihr nichts tun. Sie erschreckten sie nur etwas und verschwanden dann.

In der Mitte des Hauses stand ein Bett. Da die Frau müde war, legte sie sich hinein. Während sie schlief, tobte es in ihrem Körper. Sie hatte das Gefühl, dass das Haus zusammenbrach. Als sie aufwachte, hatte sich das alte Haus in ein Schloss verwandelt. Und neben ihr im Bett lag ein Prinz. Sie schlief mit ihm, und der Prinz löste sich in Luft auf. Sie war wieder zuhause. Aber in ihr war das Glück. Sie konnte jetzt ihr eigenes Haus als Märchenschloss erkennen, ihren eigenen Mann als Traumprinzen, ihren Beruf als Traumjob, sich selbst als Göttin und ihre Welt als Paradies. Sie hatte die Erleuchtungssicht erlangt.

Yoga als Hilfe gegen Stress

Eine Frau schrieb Nils sie sei sehr glücklich, dass sie Yoga kennengelernt habe. In den letzten Jahren habe es beruflich und privat viel Stress in ihrem Leben gegeben. Sie habe dadurch ihre Positivität und Lebenszufriedenheit weitgehend verloren. Durch Yoga sei es ihr gelungen, ihren inneren Stress wieder abzubauen. Sie sei jetzt wieder glücklich in ihrem Leben. Sie fühle sich nur noch selten gestresst. Sie könne sich wieder über das Leben freuen. Dafür sei sie Nils sehr dankbar. Yoga habe ihr die Fähigkeit gegeben, zwischen wichtigen und unwichtigen Dingen klar zu unterscheiden. Dadurch könne sie sich mehr auf das Wesentliche im Leben konzentrieren. Sie würde sich selbst nicht mehr so viel stressen, auf überflüssige Dinge verzichten und so viel Kraft sparen. Sie würde jeden Tag das positive Denken üben und dadurch weitgehend dauerhaft in einem Zustand positiver Energie und Lebensfreude leben können. Wenn sie aber ein paar Tage nicht Yoga und positives Denken übe, dann würde ihre gute Energie schnell wieder verschwinden. Also habe sie beschlossen, ihren Yogaweg jeden Tag konsequent immer weiter zu gehen.

Im Laufe der Zeit seien ihre positiven Gefühle immer intensiver geworden. Sie sei aber auch empfindlicher gegenüber negativer Energie. Doch damit könne sie umgehen. Sie haben einen Weg gefunden, Schwierigkeiten aller Art positiv zu bewältigen. Sie frage sich einfach: „Wie würde der Dalai Lama die Sache sehen?“ Und dann würde ihr schnell der jeweils richtige Umgang mit den Dingen einfallen. Die Frau beschrieb in ihren Briefen ein typisches Problem auf dem spirituellen Weg. Die positive Energie nimmt zu. Aber man wird auch empfindlicher gegenüber negativen Energien.

Mit negativen Energien kann man auf verschiedene Weise umgehen. Man kann versuchen negative Situationen und Energien so weit wie möglich zu meiden. Man kann den Kontakt zu negativen Menschen aufgeben oder stark verringern. Man kann sich während des Kontaktes durch das konsequente positive Denken und durch Mantras im inneren Gleichgewicht halten. Und man kann sich nach dem Kontakt durch spirituelle Übungen (Yoga, Lesen, Meditation) wieder geistig aufbauen. Sehr gut ist es, jeden Tag die großen erleuchteten Meister um Führung und Hilfe zu bitten. Und dann mit einer klugen positiven Strategie durch den Tag zu gehen. Hilfreich sind viele kleine Pausen der Entspannung und positiven Besinnung. Im Beruf ist es wichtig, sich nicht stressen zu lassen und die Aufgaben in der persönlichen Geschwindigkeit zu erledigen. Wer aus der Ruhe heraus handelt, spart viel Kraft und kann seinen Geist länger im positiven Bereich halten. Manchmal wird es aber auch notwendig sein, die Arbeitszeit etwas zu reduzieren. Das tat die Frau nach einigen Jahren und fühlte sich sehr gut damit.

Chang Khong rettet sich durch die Spiritualität

Thich Nhat Hanh und Chan Khong sind zwei bekannte Zen-Meister. Thich Nhat Hanh stammt aus Vietnam und hat sich dort während des amerikanischen Vietnamkrieges sehr für den Frieden engagiert. 1982 gründete er zusammen mit der Nonne Chan Khong in Südfrankreich das spirituelle Zentrum „Plum Village“. Dort können Menschen aus aller Welt die buddhistische Achtsamkeitsmeditation lernen.

Chan Khong wurde 1938 in Vietnam geboren, traf Thich Nhat Hanh im Alter von 21 Jahren und wurde seine enge Weggefährtin. Chan Khong ist eine promovierte Biologin. In Vietnam leitete sie einen Kindergarten für Waisenkinder. 1968 wurden während eines amerikanischen Bombenangriffes fast alle ihre Kinder getötet. Chan Khong war verzweifelt. Sie konnte lange Zeit nichts als Reis zu sich nehmen. Wie konnte sie ihren inneren Frieden wiedergewinnen?

Sie suchte Zuflucht in der Spiritualität. Mit Hilfe der Meditation gelang es ihr das innere Gleichgewicht wiederfinden. Sie strahlt heute viel Kraft und Liebe aus. Chan Khong ist erleuchtet und hat mit ihrer inneren Kraft vielen westlichen Frauen sehr geholfen. Sie managt klug den Ashram Thich Nhat Hanhs und organisiert seine vielen Reisen. Über ihr Leben gibt es das wunderschöne Buch „Aus Liebe zu allen Wesen“ (2005).

Die Frau mit den vielen Sorgen

Es war einmal eine Frau, die machte sich ständig Sorgen. Sie sorgte sich über alles. Sie sorgte sich über ihre Kinder, über ihre Freunde, über das Geld zum Leben und über ihre Gesundheit. Sie machte sich sogar Sorgen über ihre Sorgen. Sie hatte Angst, dass sie ihre Angst nicht mehr ausreichend kontrollieren könnte. Sie befürchtete, dass sie auf die Dauer nicht mehr genug innere Kraft haben könnte, die ständigen Sorgengedanken zu besiegen.

Da kam sie auf die Idee, jeden Tag ein halbe Stunde spazieren zu gehen. Sie überlegte sich eine für sie günstige Zeit. Sie suchte sich einen passenden Ort. Sie kaufte sich schönes Zeug zum Anziehen, für Sonnentage luftige Kleidung und für Regentage einen Regenschirm und feste Schuhe, für den Sommer leichte Sachen und für den Winter etwas Warmes. Dann begann sie mit dem täglichen Gehen.

Am Anfang fiel es ihr sehr schwer, sich jeden Tag zu einer bestimmten Stunde zum Gehen aufzuraffen. Aber nach etwa drei Monaten hatte sie sich daran gewöhnt. Das Gehen war zu einem festen Bestandteil ihres Lebens geworden. Sie merkte, dass ihr das Gehen viel innere Kraft gab. Sie wurde positiver, und ihre Sorgen wurden weniger. Ihre Gesundheit verbesserte sich, und im Laufe der Jahre wurde sie zu einer begeisterten Anhängerin des Yoga-Walking.

Der kranke Bauer

Es war einmal ein Bauer in Indien, der hatte einen großen Kropf am Hals. Der Kropf schmerzte und sah sehr häßlich aus. Der Bauer war verzweifelt. Er fragte viele Ärzte. Aber keiner konnte ihm helfen. In seiner Not pilgerte er zu einem heiligen Ort, an dem ein erleuchteter Meister lebte. Der Bauer hieß Kukcipa. Der Name des erleuchteten Meisters war Nagarjuna. Nagarjuna ist einer der Begründer des Mahayana-Buddhismus, der Verbindung des Weges des inneren Glücks mit dem Weg der umfassenden Liebe (Karma-Yoga).

Nagarjuna wies Kukcipa an, jeden Tag auf seinen Kropf zu meditieren. Er sollte mit Yogaübungen die Verspannungen in seinem Halschakra auflösen. Er sollte sich mit Licht einhüllen und allen Menschen auf der Welt Heilung wünschen. Er sollte das Mantra „Licht“ so lange denken, bis sein Geist ganz zur Ruhe gekommen war. Dann sollte er einige Zeit in der Ruhe verweilen. Kucipa praktizierte viele Jahre als Yogi. Zuerst wurden die Schmerzen im Hals immer größer. Vor der Heilung entsteht beim Yoga oft eine Phase der Energetisierung. Dann klangen die Schmerzen ab, der Kropf verschwand, und Kucipa war geheilt. Er wurde äußerlich und innerlich heil. Äußerlich erhielt er einen gesunden Körper und innerlich Frieden und Glück.

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Die Froschfamilie

Es war einmal eine Froschfamilie. Die Froschmutter zeigte ihren Kindern die Welt: „Das ist das Wasser. Das hat der liebe Gott gemacht, damit wir schön schwimmen können.“ Die Froschkinder sprangen in das Wasser, schwammen darin herum und jubelten: „Wunderbar. Das hat der liebe Gott gut gemacht.“

Daraufhin deutete die Froschmutter auf die vielen Insekten, die über dem Teich flogen: „Die Insekten hat der liebe Gott gemacht, damit wir jeden Tag etwas zu essen haben. Sonst müssten wir hungern.“ Die Froschkinder hüpften vor Freude in die Luft: „Das hat der liebe Gott gut gemacht. Gelobt sei der liebe Gott. Er ist unser großer Vater und Ernährer.“

Die Froschmutter ging mit ihren Kindern zu den bunten Blumen am Ufer: „Die Blumen hat der liebe Gott gemacht, damit es die Schönheit in unserem Leben gibt.“ Die Froschkinder bewunderten jede einzelne Blume, rochen ihren lieblichen Duft und sangen gemeinsam ein Lied zur Ehre des großen Vaters.

Die Froschmutter setzte sich mit ihren Kindern in das grüne Gras. Alle ließen sich die Sonne auf den Bauch scheinen. Die Froschmutter sprach: „Die Sonne hat der liebe Gott gemacht, damit es das Licht auf der Welt gibt. Sonst müssten wir alle ewig in der Dunkelheit leben.“ Die Froschkinder dankten dem lieben Gott für das große Licht aus ganzem Herzen.

Da kam die Schlange und fraß eines der Froschkinder. Die Froschkinder waren entsetzt: „Und was ist mit der Schlange?“ Die Froschmutter erklärte: „Auch die Schlange hat der liebe Gott gemacht. Durch die Schlange sollen wir begreifen, dass das Zentrum des Lebens das innere und nicht das äußere Glück ist.“ Auf der Welt gibt es Freude und Leid. Durch spirituelle Übungen kann der Mensch sein inneres Glück so weit entwickeln, dass ihm alles äußere Leid nichts mehr anhaben kann.

Die Fröschin

Es war einmal eine Fröschin, die wohnte mit vielen anderen Fröschen in einem kleinen Brunnen. Einmal zur Mittagszeit schien kurz die Sonne in den Brunnen. Ansonsten war es in dem Leben der Frösche eher dunkel und traurig. Die Fröschin wollte immer im Licht leben. Sie wollte immer Liebe und Glück in sich spüren.

Eines Tages zur Mittagszeit sprang die Fröschin aus dem Brunnen und folgte der Sonne. Sie folgte dem Licht im ihrem Herzen. Nach einiger Zeit kam sie zu einem großen Meer. Sie sprang hinein und war verwandelt. Die Fröschin hatte ihr spirituelles Selbst verwirklicht. Sie war in das große Nichts der Egolosigkeit eingetaucht. Sie hatte alle Anhaftungen an äußere Genüsse und alle innere Ablehnung von Leid losgelassen.

Sie hatte ihre Suche nach dem Märchenprinzen aufgegeben und war den Weg der Selbstrettung gegangen. Sie war durch das Gefühl der Einsamkeit und Langeweile hindurchgegangen. Durch ihre spirituellen Übungen hatte sich ihre geistige Verspannungsstruktur aufgelöst, und das Licht in ihr selbst war erwacht. Aus ihren Chakren sprudelten Lebenskraft und Energie.

Die Fröschin hatte die Sonne in sich selbst gefunden. Sie lebte jetzt dauerhaft im Glück. Es war egal, ob es draußen regnete oder nicht. Die Fröschin war so glücklich über ihren neuen Zustand des Friedens, des Einheitsbewusstseins und des Glücks, dass sie allen Mitfröschen davon erzählte.

Die meisten Frösche glaubten ihr nicht. Sie glaubten eher an das große Glück im kleinen Froschteich. Sie glaubten, dass sie glücklicher wären, wenn sie noch mehr Fliegen fangen würden. Aber einige Frösche vertrauten ihr und machten sich auch auf den Weg ins Licht.

Die Hunde-Yogini

Es war einmal eine Frau, die wollte gerne das innere Glück verwirklichen. Sie sehnte sich danach, dauerhaft im Licht und in der umfassenden Liebe zu leben. Sie hatte ein starkes Verlangen, nach ihrem Tod ins Paradies (in eine Energiedimension des großen Glücks) aufzusteigen. Es gab nur ein Problem. Die Frau mochte nicht gerne alleine sein. Um zur Erleuchtung zu kommen, musste sie aber viele Jahre in der Abgeschiedenheit leben.

Wer schnell das innere Glück erreichen will, der braucht normalerweise viel Ruhe, einen spirituellen Tagesplan und einen Weg der umfassenden Liebe. Diese drei Dinge garantieren ein schnelles Wachstum ins Licht. Es gibt Menschen, die gleichzeitig in der Welt leben und das innere Glück verwirklichen können. Aber für manche Menschen ist ein Leben als abgeschiedener Yogi notwendig, es sei denn, sie wollen den langsamen Weg über viele Leben gehen. Und das wollte die Frau nicht. Sie wollte die Erleuchtung sofort und noch in diesem Leben.

Die Frau löste ihr Problem, indem sie sich einen Hund kaufte. Mit dem Hund zusammen zog sie in eine abgelegene Hütte im Wald. Der Hund gab ihr jeden Tag Liebe, Anregung und Lebensfreude. Zweimal am Tag ging sie eine Stunde mit ihm spazieren. Wenn sie Yoga machte oder meditierte, lag der Hund friedlich neben ihr. So war sie nie einsam. Der Hund bewachte ihr Haus und beschützte sie vor aufdringlichen Männern. Die Menschen nannten sie die Hunde-Yogini.

Sie praktizierte viele Jahre zusammen mit dem Hund ihren Yogaweg. Sie ging sorgsam mit sich um und gab sich jeden Tag die Lebensfreude, die sie brauchte. Sie spielte viel mit ihrem Hund und hatte einen guten Kontakt zu einigen anderen Hundebesitzern.

Der Hund war ein positives Zentrum in ihrem Leben. Er gab ihr die Möglichkeit, ausreichend die Liebe in ihrem Leben zu leben. Da sie auch im Zusammenleben mit ihrem Hund das für ihr spirituelles Wachstum richtige Verhältnis von Ruhe und Aktivität fand, gelangte sie nach zwölf Jahren auf eine leichte Art zur Erleuchtung.

Der Witwer Kankaripa

Es war einmal ein Mann, der hatte eine schöne Frau. Die beiden liebten sich heiß und innig. Sie dachten positiv und konnten deshalb viele Jahre eine glückliche Beziehung führen. Der Mann hieß Kankaripa. Kankaripa hatte einen erfolgreichen Beruf und eine glückliche Beziehung. Er war sehr zufrieden mit seinem Leben.

Doch im äußeren Leben dauert nichts ewig. Eines Tages starb die Frau. Kankaripa war untröstlich. Er lernte viele neue Frauen kennen, doch keine konnte er wirklich lieben. Er hing vollständig an seiner verstorbenen Frau.

Er konnte sich nicht alleine aus der Anhaftung befreien. Deshalb ging er zu einem Meister (Sat-Guru) und fragte ihn um Rat. Der Meister erklärte, dass bei einer so großen Liebe die seelische Verbindung sehr stark ist. Sie kann nur durch spirituelle Übungen über einen langen Zeitraum hinweg gelöst werden.

Der Meister empfahl Kankaripa, jeden Tag drei Stunden spirituelle Übungen machen. Er sollte spazierengehen, Yoga machen, an seinen Gedanken arbeiten, in einem spirituellen Buch lesen und meditieren. Seinen Beruf sollte er im Schwerpunkt als Karma-Yogi für das Ziel einer glücklichen Welt praktizieren. Er sollte sich mehr auf das Glück seiner Mitmenschen als auf sein eigenes Glück konzentrieren.

Darüber hinaus sollte er jeden Tag geistig Tantra-Yoga praktizieren. Er sollte sich in einer sexuellen Vereinigung mit seiner Frau visualisieren, das Glück genießen, beide in Licht einhüllen, das Mantra „Licht“ denken, seine Frau mit sich verschmelzen lassen und dann beide Personen in die Einheit des Kosmos auflösen. Er sollte den Kosmos voller Sterne um sich herum visualisieren, das Mantra „Sterne“ denken, dann drei Minuten seine Gedanken stoppen und zum Abschluß etwas in einer entspannten Zen-Meditation (Gedanken fließen lassen) verweilen. Das tat Kankaripa einige Jahre und war dann von seiner Beziehungssucht geheilt. Er konnte jetzt eine neue Beziehung leben und auch gut alleine sein, wie das Leben es gerade mit sich brachte. Seine feste Verankerung im Yoga ermöglichte es ihm, positiv mit allen Wandlungen des Lebens zu fließen und immer sein inneres Glück zu bewahren.

Der alte Weber

In Indien lebte einmal ein alter Mann, der hieß Tantipa. Von Beruf war er ein Weber gewesen. Er hatte viele schöne Teppiche und Tücher in seinem Leben gewebt. Aber jetzt im Alter waren seine Hände steif geworden. Er konnte seinen Beruf nicht mehr ausüben. Ihm fehlte jetzt eine Aufgabe.

Tantipa saß einsam in seiner Hütte. Seine Frau war vor einigen Jahren gestorben. Sein Beruf und seine Frau waren sein Lebenssinn gewesen. Er hatte zwar Kinder, aber die Kinder gingen ihre eigenen Wege und wollten nichts mehr von ihm wissen. Das Einzige, was sie für ihren alten Vater taten, war, ihm jeden Tag etwas zu essen zu bringen. Äußerlich hatte Tantipa genug zum Leben, und innerlich langweilte er sich. So lebte Tantipa viele Jahre traurig vor sich hin. Lauthals beklagte er sein grausames Schicksal.

Da kam eines Tages ein Yogi vorbei und hörte Tantipa klagen. Er sprach zu ihm: „Du bist ein Dummkopf. Du siehst den großen Schatz in deinem Leben nicht. Du könntest gut als Yogi leben und dein inneres Glück entwickeln. Durch deine täglichen Yoga-Übungen könntest du ein sinnerfülltes Alter erhalten. Statt die große Chance zu nutzen, die dir ein gütiges Schicksal gegeben hat, verbringst du deine Tage damit zu jammern und dein Leid immer weiter zu vergrößern.“

Tantipa wußte, dass es das innere Glück gibt. Das Lebensideal des Hinduismus besteht darin, in der Jugend fleißig zu lernen, als Erwachsener einen guten Beruf zu ergreifen, eine Familie zu gründen, und am Ende seines Lebens als Yogi zur Erleuchtung zu gelangen. Tantipa begriff, dass der Yogi recht hatte. Er fragte den Yogi nach den zu ihm passenden Übungen, entwickelte einen guten Tagesplan und begann sofort mit einer intensiven spirituellen Praxis.

In seinem Beruf als Weber war Tantipa sehr fleißig gewesen. Er hatte sein Leben lang Fleiß und Ausdauer trainiert. Diese Eigenschaften brachten ihn jetzt auf seinem Yogaweg schnell voran. Tantipa praktizierte jeden Tag fleißig Lesen, Gehen, Gedankenarbeit, Yoga und Meditation. Und er erreichte nach zwölf Jahren die Erleuchtung. Alle inneren Verspannungen lösten sich auf, und seine Kundalini-Energie begann zu fließen. In ihm und um ihn herum war eine starke Erleuchtungsenergie. Sein Körper war voller Kraft und sein Geist voller Glück. Er strahlte Liebe und Licht aus. Alle Leute kamen, um ihn zu sehen, seine Weisheit zu hören. Er hatte nie mehr Langeweile.

Die zehn Tipps bei Antriebsschwäche

Mahamoggallana (Moggallana der Große) war ein Hauptschüler Buddhas. Als Jugendlicher war er stark und wild. Er machte viele Streiche und ärgerte seine Mitmenschen. Eines Tages hörte er von der spirituellen Selbstverwirklichung. Dieses Ziel war viel größer als alle seine jugendlichen Späße. Das reizte ihn sehr. Moggallana verließ seine Heimatstadt und machte sich auf die Suche nach der spirituellen Selbstverwirklichung. Zwanzig Jahre zog er kreuz und quer durch Indien. Er lernte bei vielen spirituellen Meistern. Er übte viele spirituelle Techniken. Aber den Weg des effektiven Übens fanden er nicht. Trotz aller Suche und allen Bemühens gelangte er nicht zur Erleuchtung.

Enttäuscht kehrte er zurück. Nahe seiner Heimatstadt traf er auf Buddha. Buddha schenkte ihm das Wissen vom effektiven spirituellen Üben. Daraufhin wurde Moggallana ein Yogi und zog in eine abgeschiedene Hütte. Er praktizierte intensiv die abwechselnde Meditation im Sitzen und Gehen. Kurz vor seinem spirituellen Durchbruch erfasse ihn eine große Trägheit und Lustlosigkeit. Buddha gab ihm sieben Tipps für das spirituelle Üben: 1. Folge immer konsequent deinem Tagesplan, auch wenn du müde bist. Nach einiger Zeit geht die Müdigkeit weg. 2. Wenn die Müdigkeit nicht weg geht, denke über deine spirituellen Ziele und deinen Weg nach. 3. Reibe dich mit kaltem Wasser ab. 4. Lies in einem spirituellen Buch. 5. Mach einige Körperübungen (Yoga, Gehen). 6. Vielleicht bist du tatsächlich müde. Dann mach eine Pause. Ruh dich ausreichend aus. 7. Verbinde dich geistig mit deinem Meister und bitte ihn um Führung und Hilfe.

Mit diesen sieben Techniken gelangte Moggallana zu einem dauerhaften Leben im Licht. Er hatte dank seiner Weisheit und Ausdauer gesiegt. Yogi Nils hat die sieben Ratschläge noch um drei weitere Tipps ergänzt. 8. Lebe im Schwerpunkt für das Ziel einer glücklichen Welt. Sende jeden Tag allen Wesen Licht und denke: „Ich sende Licht zu (Name). Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“ Dadurch gelangst du jeden Tag in die Energie der umfassenden Liebe und erweckst deine Erleuchtungskraft. 9. Höre schöne Musik oder sieh dir ein schönes Video im Internet an. Dadurch erweckst du deine Lebensfreude. 10. Baue so viele Elemente der Freude in dein Leben ein, dass du deinen spirituellen Weg positiv gehen kannst. „Meine Tat der Freude ist heute …“

Der Meister des Mitgefühls

Atisha war ein tibetischer Meister der umfassenden Liebe. Er wurde 980 in Indien geboren. Er war zuerst Professor an einer Klosteruniversität, dann machte er sich auf die Suche nach dem schnellsten Weg zur Selbstverwirklichung. Er pilgerte von Meister zu Meister und probierte ihre Techniken aus. Der Meister Rahula brachte ihn geistig zum großen Durchbruch: „Jede Form der Selbstbezogenheit hindert dich daran vollständig erleuchtet zu werden. Auch wenn du Jahrzehnte in einer abgeschiedenen Höhle meditierst, gewinnst du vielleicht große spirituelle Kräfte. Aber vermutlich wird dann auch Stolz in dir entstehen. Und dieser Stolz wird dich daran hindern auf eine hohe Ebene der Erleuchtung zu gelangen. Er wird deine vollständige Einswerdung mit dem Kosmos blockieren. Du musst dein kleines Ich als einen gedanklichen Irrtum durchschauen. Du musst dein Ego, dein Ich-Bewusstsein, überwinden. Dann wirst du frei. Dann trittst du bewusstseinsmäßig ins große Selbst, ins Licht, in ein Leben in Gott ein. Du kommst vom Egobewusstsein zum kosmischen Bewusstsein. Du denkst dann von der Einheit des Kosmos her. Und genau dadurch bekommst du von Gott ständig große Kraft, Liebe, Glück, Frieden und Erleuchtung.“

Das überzeugte Atisha. Doch wie sollte er das erreichen? Ihm fehlte eine wirksame Technik zur Überwindung seines Egobewusstseins. Diese Technik lernte er bei dem Meister Serlingpa. Sie wird im tibetischen Buddhismus Tonglen genannt und bedeutet Auswechseln. Man übt es, sich mit seinen Mitmenschen zu identifizieren. Man verbindet sich mit ihrem Leid und sendet ihnen positive Energie. Atisha lebte zwölf Jahre als Yogi und ging dann zehn Jahre als spiritueller Meister nach Tibet, um den Menschen dort den Weg der umfassenden Liebe zu schenken.

Tonglen kann man auf verschiedene Arten praktizieren. Der tibetische Weg ist sehr radikal. Man übernimmt geistig alles Leid von seinen Mitmenschen und sendet ihnen gedanklich all sein Glück. Und man tut das so ernsthaft, dass man damit rechnet, dass wirklich eine Übertragung der Leidenergie (des schlechten Karmas) stattfindet. Nils hat für sich den Weg etwas abgemildert. Nach seiner Erfahrung reicht es aus, wenn man bei dem Leid auf der Welt konsequent hinsieht, Mitgefühl entwickelt und im Rahmen seiner Möglichkeiten hilft. Wer äußerlich als Yogi (in der Ruhe) und innerlich im Schwerpunkt als Karma-Yogi (im Helfen) lebt, wächst ins Licht. Wer aus der Ruhe (dem Sein) heraus für das Glück aller Wesen arbeitet, entwickelt optimal sein inneres Glück. Wie gelingt dir heute die Identifizierung mit deinen leidenden Mitmenschen: 1. Die Menschheit ist eine Familie. Alle Menschen sind Brüder und Schwestern. In einer Familie helfen sich alle gegenseitig. 2. Wenn es mir schlecht geht, möchte ich auch, dass mir geholfen wird. Wem es gut geht, der sollte denen helfen, den es schlecht geht. 3. Ich bin eine Mutter/ein Vater aller Wesen (ein spiritueller Meister). Ich sehe alle Wesen als meine Kinder an und motiviere mich so ihnen zu helfen.

Bhadda und Kassapa

Bhadda und Kassapa waren zwei Anhänger Buddhas. Sie waren verheiratet. Sie führten eine sehr harmonische und glückliche Ehe. Als sie älter wurden, entstand in beiden der Wunsch nach spiritueller Selbstverwirklichung. Sie gaben ihr weltliches Leben auf und wurden Pilger. Sie besuchten gemeinsam viele heilige Orte und erwarben ein großes spirituelles Wissen. Eines Tages erkannten sie, dass jeder von ihnen seinen eigenen Weg braucht, um die Erleuchtung zu erlangen. Bhadda wurde Nonne in einem Kloster. Für sie war das Leben in einer Gemeinschaft mit anderen Frauen der passende spirituelle Weg. Auf diesem Weg erreichte sie nach einigen Jahren ihr Ziel. Sie arbeitete als erleuchtete Meisterin für ihre Mitschwestern. An ihren Mann dachte sie stets voll Liebe und Dankbarkeit für die gemeinsamen Jahre.

Kassapa hatte für sich den Weg eines Yogis gewählt. Er zog in die Einsamkeit der Berge, baute dort eine kleine Hütte und folgte jeden Tag streng seinem spirituellen Tagesplan. Er hatte keine Sehnsucht mehr nach menschlichen Kontakten. Er brauchte nichts mehr von seinen Mitmenschen und wurde vielleicht gerade deshalb nach dem Tod Buddhas zu dessen Nachfolger gewählt. Kassapa praktizierte den Weg der Achtsamkeit. Er achtete beständig auf seine Gedanken und hielt seinen Körper in der Ruhe. Sein Weg ähnelt dem heutigen Zen-Buddhismus. Kassapa wird deshalb als der erste Zen-Meister angesehen. Zen ist eine japanische Form des Buddhismus, die ihren Schwerpunkt in der strengen Meditation im Sitzen und Gehen hat.

Die vier Lebensstufen

Jada Bharata war der erste große König in Indien. Er vereinigte das ganze Land unter seiner Herrschaft und gab ihm eine einheitliche Religion. Jada Bharata nannte seine Religion den Sanatana-Dharma (ewige Wahrheit). Man kann den Sanatana-Dharma als die Wissenschaft vom Glück bezeichnen. Im Westen wird der Sanatana-Dharma Hinduismus genannt. Die vorherrschende Form des Hinduismus ist heute der Neohinduismus. Der Neohinduismus betont die umfassende Liebe, die Einheit aller Religionen und das echte spirituelle Üben. Wichtige Vertreter des Neohinduismus sind Ramakrishna, Vivekananda, Ramana Maharshi, Anandamayi Ma, Mahatma Gandhi, Yogananda, Swami Shivananda, Sai Baba, Amma und Mutter Meera.

Jada Bharata lehrte den Weg der vier Lebensstufen. In der Jugend erwirbt man spirituelles und berufliches Wissen. Dann gründet man eine Familie. Wenn die Kinder groß sind, zieht man sich zum intensiven spirituellen Üben zurück. Das Alter verbringt man dann im inneren Glück und steigt nach dem Tod in die Lichtwelt auf. Vereinfacht kann man sagen, dass ein weiser Mensch sein Leben zweiteilen sollte. Die erste Hälfte des Lebens auf der Erde erkundet man die Welt und genießt die äußeren Freuden. In der zweiten Hälfte konzentriert man sich auf sein inneres Glück und verwirklicht sein Glückswesen. Man lebt zuerst als Bhogi (Genussmensch) und dann als Yogi (Glücksmensch). So hat man den größten Gewinn aus dem Erdenleben. Das ist aus der Sicht des Yoga ein gelungenes Leben. Auch Buddha folgte dieser Zweiteilung. Bis zum Alter von etwa 30 Jahre lebte er mit seiner Frau und seinem Sohn zusammen. Und dann verwandelte sich er sich von einem weltlichen in einen spirituellen Menschen.

Jada Bharata wurde im Alter ein Yogi und verwirklichte das innere Glück. Kurz vor seinem Tod überlegte er, ob er jetzt dauerhaft in der Lichtwelt bleiben oder noch einmal auf die Erde zurückkehren sollte. Jeder Yogi hat im Moment seines Todes die freie Wahl. Mit seinem letzten Gedanken (Mantra) entscheidet er über sein weiteres Schicksal. Jada Bharata sah das viele Leid auf der Welt und entschied sich für eine Wiedergeburt als spiritueller Lehrer. In seinem nächsten Leben wurde er gleich ein Yogi und erreichte schnell die Erleuchtung. Er lebte als Jivanmukta (befreite Seele, Buddha) im großen Nichtstun (Sein, Glück). Eines Tages kam „zufällig“ der neue indische König vorbei. Jade Bharata weihte ihn in den Weg der umfassenden Liebe ein. Die indische Religion war zwischenzeitlich zu einem Weg des formalen Übens und der Erhaltung der Macht der herrschenden Klasse erstarrt. Der König erweckte den Sanatana-Dharma zu neuem Leben und verwandelte Indien in ein Glücksland.

Der Karma-Yogi Bhagiratha

Shiva ruft die Flußgöttin Ganga auf die Erde herab.

Bhagiratha war ein indischer Königssohn. Alle seine Brüder und Schwestern lebten in der Hölle. Sie lebten in der Welt des Leidens. Sie waren innerlich unglücklich. Sie wurden von den sieben Dämonen Wut, Stolz, Neid, Habgier, Angst, Genußsucht und Unweisheit gequält.

Bhagiratha wusste, dass seine Brüder und Schwestern sich nicht alleine von ihrer spirituellen Unweisheit befreien konnten. Der Weg des inneren Glücks ist schwer zu begreifen. Das tägliche spirituelle Üben ist schwer zu erlernen. Und noch schwerer ist es den Weg des effektiven Übens zu finden. Die meisten Menschen verlieren sich im formalen Üben und kommen langfristig nicht voran. Ohne einen erleuchteten Meister kann kein normaler Mensch den Weg ins Licht erfolgreich gehen. Damit wir eine glückliche Welt aufbauen können, brauchen wir viele erleuchtete Weisheitslehrer.

Bhagiratha beschloss, seine Brüder und Schwestern aus der Hölle zu retten. Er wurde ein Yogi und brachte zuerst einmal sich selbst ins Licht. Nachdem er zwölf Jahre intensiv seine Yogaübungen praktiziert hatte, erschien ihm eines nachts der Gott Shiva im Traum und fragte ihn, was er wolle. Bhagiratha anwortete: „Ich möchte meine Brüder und Schwestern aus der Hölle befreien. Ich möchte allen Menschen in der Welt das Licht bringen. Ich wünsche eine blühende Welt voller glücklicher Menschen.“

Daraufhin öffnete Shiva den Himmel und ließ das Wasser des Lebens auf die Erde fließen. Der Aufprall auf die Erde war so gewaltig, dass Shiva ihn abmildern musste. Er ließ das Wasser durch sein verfilztes Yogihaar rinnen, und es verteilte sich auf der Erde in viele kleine Bäche. Die Bäche plätscherten aus dem Himalaya-Gebirge in die indische Tiefebene und bewässerten das ganze Land. Ganz Indien begann zu blühen, die Menschen wurden glücklich und die Tiere froh. So entstand der heilige Fluß Ganges, der noch heute Nordindien mit Wasser versorgt.

Bhagiratha verwandelte sich in Shiva. Das Wasser wurde zur kosmischen Energie. Die Energie floss in sein Scheitelchakra hinein und außen über seinen Kopf und seine Haare an seinem Körper herunter. Nach einiger Zeit war Bhagiratha ganz voller Glücksenergie und umgeben von einer Wolke aus Licht. Wo seine Füße hintraten, begann die Erde zu blühen. Rote Rosen und weiße Lilien säumten seinen Weg. In seiner Nähe wurden die wilden Tiere zahm, und die Vögel begannen zu singen. Als er wie ein Gott (Buddha) vor Glück strahlte, ging er zurück in die Welt des Leidens (die Hölle) und erzählte den Menschen vom inneren Glück. Da er es selbst verwirklicht hatte, glaubten sie ihm und eiferten ihm nach. So wurde das Paradies auf die Erde gebracht.

Die 24 Orte der Kraft

Ein junger Mann in Indien wollte gerne das Ziel der Erleuchtung erreichen. Er sehnte sich danach, sein inneres Glück zu entwickeln, dauerhaften inneren Frieden zu haben und in der umfassenden Liebe zu leben. Leider hatte er viele Verspannungen in seinem Körper und seinem Geist. Er war innerlich sehr unruhig. Er wechselte beständig seine Wohnorte, seine Beziehungen und seine Berufe. Er konnte nicht längere Zeit im Sitzen meditieren und auch nicht über Jahre hinweg an einem Ort Yoga machen. Sein Meister gab ihm deshalb als Übung das Pilgern zu den 24 Orten der Kraft.

Zwölf Jahre wanderte der junge Mann von einem Ort zum anderen. Er blieb immer mit innerem Gespür auf dem für ihn persönlich richtigen Grat zwischen zu viel Ruhe und zu viel Handeln. Während des Gehens sprach er Mantras oder dachte über das Leben nach. Während des Sitzens betete oder meditierte er. Er verehrte alle heiligen Statuen am Wegesrand. Er verbeugte sich vor Shiva, Buddha und Jesus. Er erkannte in ihnen sein höheres Selbst und identifizierte sich mit ihnen. Die vielen leidenden Menschen in seinem Land berührten ihn. Er sah nicht weg, sondern half ihnen, soweit er konnte. Er teilte sein Essen mit ihnen und seine Weisheit. Er stärkte sie materiell und geistig. Er wurde eins mit der Freude und dem Leid seiner Mitmenschen. So wuchs er langsam immer mehr in ein kosmisches Bewusstsein. Damit er an den Schwierigkeiten auf seinem Weg nicht zerbrach, übte er sich beständig im positiven Denken. Nach zwölf Jahren ausdauernder Pilgerschaft erwachte in ihm das Licht. Das kluge Pilgern zu den 24 äußeren Orten der Kraft hatte seine 24 inneren Kraftquellen geöffnet.

Der starke Krieger

Es war einmal ein starker Krieger, der fragte seinen Meister nach dem schnellsten Weg zur Erleuchtung. Der Meister antwortete: „Der schnellste Weg ist der spirituelle Weg, den ein Mensch persönlich erfolgreich gehen kann. Da du große innere Kraft besitzt, kannst du durch den Weg des ununterbrochenen Gehens das innere Glück verwirklichen.“

Der Meister wies den Krieger an, 21 Tage und Nächte pausenlos um eine große Shivastatue herumzugehen und dabei immer das Mantra: „Om Nama Shivaya“ (Ich verbinde mich mit Shiva. Ich bitte Shiva um seine Energie) zu denken.

Am zwanzigsten Tag spürte der Krieger eine große innere Erschöpfung. Aber er ging eisern weiter und bat Shiva um seine Hilfe. Am einundzwanzigsten Tag hatte er die Vision einer großen Schlange, die in seinen Körper floss. Daraufhin erwachte seine Kundalini-Energie. Seine Kraft war wieder da. Er war jetzt selbst Shiva.

Die glückliche Hausfrau

Es war einmal eine Frau, die hatte zwei Kinder. Ihr Mann ging tagsüber arbeiten, und sie reinigte das Haus, kochte das Essen und versorgte die Kinder. Eigentlich hatte sie ein gutes Leben. Aber es füllte sie nicht aus. Ihr fehlte ein tieferer Lebenssinn. Ihr fehlte letztlich das tiefe Glück in ihrem Leben.

Um auch einmal etwas für sich zu tun, nahm sie an einem Yogakurs teil. Sie las ein Yogabuch und erfuhr, dass man durch Yoga sein inneres Glück erwecken kann. Wer viel Yoga praktiziert, kann dadurch in ein Leben im Licht und im dauerhaften Glück gelangen. Die Frau beschloß, als Yogini zu leben. Ab jetzt nutzte sie alle Freiräume in ihrem Hausfrauenleben, um spirituelle Übungen zu machen.

Beim Putzen dachte sie Mantras. Beim Einkaufen machte sie eine Gehmeditation. Beim Spielen mit ihren Kindern praktizierte sie Karma-Yoga. Den Sex mit ihrem Mann sah sie als Tantra-Yoga an. Vor dem Einschlafen meditierte sie. Dadurch schlief sie gut und löste während des Schlafes weitere Verspannungen. Das nennt man Schlaf-Yoga.

Jeden Morgen betete sie zu ihrem Meister und machte eine Stunde Yogaübungen. Sie blockierte bei Freunden ihre Redseligkeit und bewahrte dadurch ihre spirituelle Energie. Das ist Mauni-Yoga. Von morgens bis abends übte sie das positive Denken. Sie ging jeden Tag vollständig konsequent ihren spirituellen Weg und war nach zehn Jahren erleuchtet.

Von da an lebte sie dauerhaft in einem kosmischen Bewusstsein und im großen Glück. Sie lebte ein zufriedenes und erfülltes Leben, weil sie sich nicht in ihrem Sein als Hausfrau, sondern in Gott zentriert hatte. Das Leben im Licht war ihr Hauptsinn, und alles andere erfuhr sie als ein Geschenk, an dem sie immer weiter im Glück, in der Liebe und im Licht wachsen konnte.

Yogi Zweizahn

Es war einmal ein Yogi, der hatte nur noch zwei Zähne. Darüber war er aber nicht traurig, sondern sehr glücklich. So sind erleuchtete Yogis. Sie sehen alles positiv. Sie lachen über Dinge, über die ein normaler Mensch nur weinen kann.

Ein Zahn befand sich am Oberkiefer. Und der andere Zahn direkt darunter am Unterkiefer. Den Zahn am Oberkiefer sah der Yogi als sein spirituelles Ziel an. Den Zahn am Unterkiefer erklärte er zu seinem spirituellen Weg.

Der untere Zahn muss kreativ zum oberen Zahn gebracht werden, damit inneres Glück entsteht. Damit sich die Verspannungen im Körper und im Geist auflösen, muss man kreativ die richtigen Übungen entwickeln. Jedes Essen muss auf eine spezielle Art zerkleinert werden, damit es gut schmeckt.

Die beiden Zähne erinnerten den Yogi immer wieder daran, auf die Effektivität seiner spirituellen Übungen zu achten. Genau das machte ihn letztlich zu einem Sieger auf seinem spirituellen Weg. Und deswegen war er so glücklich über seine beiden Zähne.

Der vielbeschäftigte Manager

Es war einmal ein vielbeschäftigter Manager, der machte eines Tages einen Meditationskurs. Der Yoga-Meister zeigte ihm die Zen-Meditation und erklärte, dass es sehr nutzbringend sei, sie jeden Tag zuhause zu praktizieren. Der Manager meinte bedauernd: „Ich habe leider keine Zeit zum Meditieren.“ Daraufhin sprach der Meister: „Meditiere jeden Tag fünf Minuten.“ Das konnte der Manager mit etwas Mühe organisieren.

Also meditierte er jeden Tag zu einer bestimmten Zeit fünf Minuten und war begeistert von der großen Wirkung. Die tägliche Fünf-Minuten-Meditation gab ihm ein Zentrum, von dem aus er seinen Tag positiv gestalten konnte. Sie schenkte ihm jeden Tag Ruhe, Frieden, innere Kraft und Positivität. Sie segnete ihn letztlich mit einem positiven und erfüllten Leben.

Der faule Buddha

Hotei war ein sehr fauler Zen-Meister. Er lebte während der Tang-Dynastie in China. Man nannte ihn auch den Lachenden Buddha oder den Glücklichen Chinesen. Hotei lebte konsequent das Nichtstun. Er genoß einfach nur das Glück seiner Erleuchtung. Er lebte im Sein-Bewusstsein-Glück (Sat-Chid-Ananda). Er lachte gerne, naschte gerne und spielte gerne mit den Kindern. Hotei hatte immer einen großen Sack dabei, in dem viele schöne Sachen versteckt waren. Die verschenkte er an die Kinder. Er war bei allen Kindern sehr beliebt. Und die Erwachsenen liebten es in seiner guten Energie zu verweilen und sich von dem Stress des Lebens etwas auszuruhen. Chinesen sind meistens sehr fleißig. Sie haben eine kollektive Arbeitsneurose. Sie halten die Arbeit und nicht die Erleuchtung für den Sinn des Lebens. Manchmal sind sie dann von der ewigen Geschäftigkeit sehr erschöpft. Dann brauchen sie ein Gegenvorbild, um ins seelische Gleichgewicht zu kommen. Hotei ist für sie ihr Gegenvorbild und insgeheim ihr Lebenstraum. Einmal wurde Hotei gefragt, was Erleuchtung ist. Er streckte die Arme in die Höhe, lächelte glückselig und verschwand danach sofort in der Menschenmenge. Er lebte im Glück und als Nichts. Er lehnte es sogar ab ein Zen-Meister zu sein und eine Lehre zu haben. Er war einfach nur ein glücklicher dicker Buddha. Das genügte für ihn.

Die drei Wünsche

Es war einmal eine arme Frau. Sie hatte es schwer in ihrem Leben. Sie versuchte, in einer Beziehung glücklich zu werden. Aber alle ihre Beziehungen waren gescheitert. Sie versuchte, im Beruf glücklich zu werden. Aber in ihrem Beruf erfuhr sie nur Stress, Kampf und Egoismus. Im Laufe der Jahre erschöpfte sich ihre innere Energie immer mehr.

Sie lebte alleine, ohne Mann, ohne Arbeit, ohne tieferen Lebenssinn und ziemlich frustriert. Jeden Tag fernsehen und Süßigkeiten essen war auf die Dauer auch nicht der Weg zum großen Glück. Irgendwie war die Frau auf der Suche nach einem erfüllten Leben.

Eines Nachts erschien ihr der Yoga-Gott Shiva im Traum. Er sprach zu ihr: „Heute ist dein Glückstag. Du kannst aus deinem Leben einen Glücksweg machen. Du hast drei Wünsche frei.“ Die Frau wünschte sich Liebe, Kraft und Glück.

Am nächsten Tag ging sie wie von einer unsichtbaren Hand geführt in eine Buchhandlung. Sie kaufte sich ein Yogabuch und arbeitete es gründlich durch. Sie machte jeden Tag morgens, mittags und abends ihre spirituellen Übungen. Sie betete zu den erleuchteten Meistern, las in einem spirituellen Buch, ging regelmäßig spazieren, praktizierte ihre Lieblings-Yogareihe und meditierte vor dem Schlafengehen.

Sie übte nicht viel, aber regelmäßig. Und vor allem effektiv und mit innerem Gespür. Sie spürte jeden Tag genau in sich hinein, was sie wann auf welche Art brauchte. Sie konzentrierte sich auf die fünf Eigenschaften Selbstdisziplin, Weisheit, Lebensfreude, umfassende Liebe und inneren Frieden. Dadurch überwand sie ihre Schwäche, ihre Ängste, ihre falschen Sehnsüchte und ihre Selbstzweifel.

Mit den Yogaübungen gelang es ihr, ihre Kundalini-Energie zu erwecken. Plötzlich hatte sie viel Kraft und Glück in sich. Sie gab ihr Wissen auf ihre Art an ihre Mitmenschen weiter und öffnete dadurch ihr Herzchakra. Sie gelangte in die Energie der umfassenden Liebe. Sie lebte ab jetzt im Schwerpunkt für das Ziel einer glücklichen Welt, fand ihre persönliche Aufgabe und wurde eine Lichtbringerin. Yoga hatte aus ihrem Leben einen Weg der Gnade gemacht.

Der ängstliche Yogi und die wilden Tiere

Es war einmal ein Mann, der war sehr ängstlich. Er liebte seine Angst nicht. Er wollte gerne seine Angst überwinden. Deshalb ging er zu einem erleuchteten Meister und fragte ihn um Rat. Der Meister empfahl dem Mann, als Yogi zu leben und mit seinen spirituellen Übungen seine neurotische Angst aufzulösen.

Der Mann zog in eine einsame Hütte in einem großen Wald. Im Wald gab es Tiger, Schlangen und Schakale. Vor allen diesen Tieren hatte der Yogi Angst. Deshalb las er in seinen klugen Büchern nach, was ein Yogi in einem solchen Fall zu tun hat.

Rat eins: Bei jeder Angst genau hinsehen. Wer bei der Angst genau hinsieht, kann die ursächlichen negativen Gedanken erkennen und sie mit geeigneten positiven Gedanken auflösen. Wer bei angsteinflößenden Situationen rechtzeitig hinsieht, kann sich vor ihnen schützen. Wer langfristig denkt, kann viele Schwierigkeiten vermeiden. Die größten Schwierigkeiten im Leben sind für die meisten Menschen die Einsamkeit des Alters, lebensbedrohende Krankheiten und der Tod. Als Yogi zu leben ist der beste Schutz vor dem Leid. Mir den Yogatechniken können wir uns über alles Leid der Welt erheben.

Rat zwei: Das Ego opfern. Unabänderbare Dinge nehmen wir so an wie sie sind. Wir lassen unsere falschen Wünsche los. Wir übergeben uns dem Willen des Lebens. Wir fließen positiv durch alles Leid hindurch. Wer sich in das Zentrum seiner Ängste hineinopfert, löst die Ängste dadurch auf. Alle Ängste sind nur Gedankenkonstruktionen, die auf einer übertriebenen Ablehnungshaltung beruhen. Wer seinen Eigenwillen in schwierigen Situationen dem Kosmos übergeben kann, kann gelassen und positiv seinen Lebensweg gehen.

Rat drei: Die großen Meister um Hilfe bitten, gründlich selbst nachdenken und mit Ausdauer den Weg der persönlichen Weisheit gehen. Wer so handelt, kann sich vertrauensvoll dem Leben überlassen. Er wird beständig von seiner inneren Stimme beschützt. Wer sich jeden Tag am Prinzip der Richtigkeit orientiert (Was ist jetzt richtig? Was sagen meine Vernunft und mein Gefühl?) und zu den erleuchteten Meistern/Gott betet, gewinnt daraus inneren Frieden und ein positives Leben.

Der Yogi sah genau hin. Schakale heulen nur, tun einem Menschen aber nichts. Schlangen beißen nur, wenn sie sich angegriffen fühlen. Wenn ein Yogi vorsichtig ist und sich langsam bewegt, tun ihm die Schlangen nichts.

Tiger fressen zwar Menschen, es ist aber eher selten. Einem solchen Tiger geht man am besten aus dem Weg. Und wenn das nicht möglich ist, opfert man sein Ego und nimmt die Situation an. Dann übt man im nächsten Leben weiter. Man muss das Leben auch loslassen können, wenn es die Situation erfordert.

Der Yogi kämpfte jeden Tag konsequent gegen seine Angstgedanken. Angstgedanken überwindet man mit den drei großen Techniken Nachdenken, Mantra (positive Sätze/Worte sprechen) und Gedankenstopp. Durch Yoga, Gehen, Lesen und Meditation löst man die Verspannungen im Körper und im Geist. Ein Mensch kann sich so im Laufe der Zeit durch tägliches konsequentes Üben von seinen Ängsten befreien. Der Yogi ging mit Mut und Ausdauer seinen Weg. Und eines Tages war er erleuchtet, und alle Angst war verschwunden.

Der Zen-Meister Hakuin

Hakuin ist einer der bekanntesten Meister des japanischen Zen. Der Zen-Buddhismus ist eine in China ab dem 5. Jahrhundert entstandene Linie des Mahayana-Buddhismus, die wesentlich vom Taoismus (der Weg der Natürlichkeit und Spontaneität) beeinflusst wurde. Der chinesische Name Chan stammt von dem Sanskritwort Dhyana, welches Meditation bedeutet. Der japanische Zen ist eine eigenständige Richtung in der Familie des Buddhismus. Er ist eng mit der charakterlichen Eigenart der Japaner verbunden und hat in den letzten Jahrzehnten viele Anhänger in der westlichen Welt gefunden. Man kann Zen als den Weg der strengen Meditation, der strengen Form und des strengen Durchschneidens aller Anhaftungen beschreiben. Zen ist meditatives Gehen und Sitzen im ständigen Wechsel über viele Jahre hinweg.

Hakuin lebte von 1685 bis 1768 in Japan. Sein Vater war ein Samurai (ein japanischer Ritter) und seine Mutter eine Anhängerin der buddhistischen Paradieslehre (Buddha Amitabha, goldener Buddha). Als Kind war Hakuin sehr wild. Er fing gerne Vögel. Eines Tages hörte er von der Hölle. Er tötete nie wieder einen Vogel. Er faßte den Entschluß Mönch zu werden. Im Alter von 15 Jahren trat er in ein buddhistisches Kloster ein. Er suchte intensiv nach einem Weg zur Befreiung von seiner Höllenfurcht. Viele Menschen hat die Vorstellung von einer Hölle von schlechten Taten abgebracht und auf den spirituellen Weg geführt. Insofern ist diese Lehre hilfreich. Sie hat aber auch bei vielen Menschen zu großen Ängsten geführt und sie ihr Leben lang schwer belastet. Insofern ist sie abzulehnen. Höllenvorstellungen gibt es im Christentum, im Buddhismus und im Yoga.

Hakuin blieb vier Jahre im Kloster. Er war enttäuscht, weil er keine Fortschritte machte. Deshalb ging er auf Wanderschaft. Er besuchte verschiedene spirituelle Lehrer. Ein Meister riet ihm, über den Begriff „Nichts“ nachzudenken. Das führte Hakuin zum Loslassen aller Anhaftungen an äußere Dinge. Hakuin brach zur Erleuchtung durch. Er lebte im Sein, in der Einheit des Kosmos und im inneren Glück. Jetzt entstand jedoch Stolz in ihm. Stolz ist ein neurotischer Geisteszustand, eine innere Verspannung. Er blockiert das Fortschreiten zu einer größeren Erleuchtung. Da traf Hakuin auf einen alten Einsiedler, der ihn „armseliges Teufelskind in einer dunklen Höhle“ nannte. Das überzeugte Hakuin und er blieb bei dem Einsiedler. Der alte Einsiedler trainierte Hakuin mit großer Strenge und zerstörte völlig dessen Ich-Wahn. Hakuin gelangte in den Bereich der dauerhaften Erleuchtung. Er erkannte aber, dass es immer noch viel zu üben gab. Im Laufe der Jahre wurde er zu einem gütigen und bescheiden spirituellen Meister.

Der Blumenkönig

Es war einmal in Indien ein König, der wollte gerne als Yogi leben. Er wollte gerne sein inneres Glück verwirklichen. Er wollte gerne zur Erleuchtung gelangen, dauerhaft im Licht (in Gott) leben und nach seinem Tod ins Paradies aufsteigen. Der König wusste, dass das Ziel der spirituellen Selbstverwirklichung schwer zu erreichen ist. Er war bereit, viel spirituell zu üben.

Was er sich aber nicht zutraute, war das Alleineleben über einen langen Zeitraum. Er brauchte zum Glücklichsein eine Partnerin. Er hatte auch bereits eine Frau. Seine Königin liebte ihn, und er liebte sie. Der König konnte es nicht über das Herz bringen, sich dauerhaft oder auch nur für eine lange Zeit von ihr zu trennen.

Der König ging zu einem erleuchteten Meister und fragte ihn um Rat. Der Meister erklärte: „Für ein schnelles Wachstum ins Licht brauchst du viel Ruhe. Du musst abgeschieden leben. Aber du kannst deine Frau in die Abgeschiedenheit mitnehmen. Wenn ihr beide intensiv spirituell übt, könnt ihr gemeinsam den Weg zur Erleuchtung gehen.“

Also nahm der König seine Frau mit in seine Yogi-Hütte. Sie beteten jeden Tag zu ihrem erleuchteten Meister, damit er sie auf ihrem spirituellen Weg führte. Sie praktizierten manchmal gemeinsam und manchmal jeder für sich Yoga und Meditation. Sie sahen sich beide als Karma-Yogis, die für das Glück aller Wesen arbeiteten. Sie hatten oft Sex zusammen. Sie genossen auch ihr Leben und ihr intensives Zusammensein. Es gab viele Blumen der Freude in ihrem Leben. Man nannte sie deshalb den Blumenkönig und die Blumenkönigin.

König Janaka

Vor vielen tausend Jahren lebte in Indien der weise König Janaka. Er wollte gerne wissen, wie es ist, erleuchtet zu sein. Doch keiner seiner Berater konnte ihm weiterhelfen. Ein kleiner Junge berichtete dem König von einem alten Yogi, der abgeschieden in einer Höhle in den Bergen lebte. Oft würden Menschen zu seiner Höhle pilgern und ihn um seinen Segen oder um einen Rat in einer schwierigen Lebenssituation bitten. Sie kämen immer sehr glücklich zurück.

Der König machte sich sofort auf den Weg zu dem Einsiedler. Der Alte empfing den König freundlich. Der König war ungeduldig und wollte sofort wissen, was die Erleuchtung ist. Der alte Yogi sprach zu ihm: „Komm erst einmal zur Ruhe. Setz dich zu meinen Füßen. Mach dich innerlich leer.“ Dann legte er dem König seine Hand auf den Kopf und übertrug ihm etwas Erleuchtungsenergie.

Der König spürte Frieden, Glück und Liebe in sich. Jetzt wollte er wissen, wie er immer in diesem glücklichen Zustand bleiben könnte. Der alte Yogi sprach: „Pflege jeden Tag dein Erleuchtungsbewusstsein. Verbeuge dich vor dem Willen des Kosmos. Nimm alles Leid an. Übergib alle deine Sorgen Gott. Bete jeden Tag zu einem erleuchteten Meistern deiner Wahl und lebe im Schwerpunkt als Diener aller Wesen. Vergiss dich selbst und konzentriere dich auf das spirituelle Wohl deiner Mitmenschen.“

Das tat der König. Er verweilte beständig im Sein und arbeitete aus der inneren Ruhe heraus für das Glück seines Landes. Er lebte klug in seinem persönlichen Gleichgewicht aus Ruhe, Liebe und Lebensfreude. Er liebte das schöne Essen und hatte viel Sex mit seiner Königin. Aber er praktizierte auch jeden Tag drei Stunden seine spirituellen Übungen. Er meditierte und las in den heiligen Yoga-Büchern. Er handelte aus seiner inneren Stimme heraus und hatte immer klar das Ziel einer glücklichen Welt vor seinen Augen. Er wurde zum Symbol eines erleuchteten Meisters, der in der Welt lebt, umgeben von großen weltlichen Genüssen, und trotzdem immer in seinem Erleuchtungsbewusstsein bleibt. Man kann auch bei einem weltlichen Leben im Licht bleiben, wenn man ausreichend seine spirituellen Übungen macht und im Schwerpunkt als Karma-Yogi lebt.

Der Räuber Ratnakar

Es war einmal ein großer Räuber. Der hieß Ratnakar und wütete schrecklich in Indien. Er war so klug, dass ihn keiner fangen konnte. Von weltlichen Menschen war er nicht zu überwinden. Nur ein spiritueller Mensch konnte ihn besiegen, indem er die Verwirrung im Kopf des Räubers auflöste.

Eines Tages kam der heilige Musikant Narada in den Wald des Räubers. Ratnakar sprang aus seinem Versteck hervor und rief: „Geld oder Leben.“ Er schwang bedrohlich sein Schwert. Aber Narada lebte im inneren Frieden und fürchtete sich nicht. Ruhig antwortete er: „Ich habe kein Geld. Ich besitze aber einen großen inneren Schatz. Wer diesen Schatz zueigen hat, ist reicher als der reichste König. Ich bin gerne bereit, dir diesen Schatz zu schenken.“

Ratnakar wollte sofort den großen inneren Schatz haben. Narada erklärte daraufhin: „Der größte Schatz ist für jeden Menschen das Leben im Licht. Das Glück der inneren Selbstverwirklichung ist tausendmal größer als das Glück jeder äußeren Selbstverwirklichung. Der große innere Schatz heißt Sat-Chid-Ananda. Das bedeutet Leben im Sein, im kosmischen Bewusstsein und in der sich daraus ergebenden Glückseligkeit.“

Vom Sat-Chid-Ananda hatte Ratnakar schon gehört. Aber wie sollte ein so großer Sünder wie er jemals zu einem Heiligen werden können? Narada meinte daraufhin: „Durch die Gnade eines erleuchteten Meisters ist alles möglich.“ Der Räuber Ratnakar war ein mutiger Mann. Er begriff, dass das Schicksal ihm hier eine große Chance eröffnete. Er sagte deshalb zu Narada: „Gut. Erleuchte mich. Ich bin bereit.“

Narada legte seine Hand auf das Scheitelchakra des Räubers und übertrug ihm seine Erleuchtungsenergie. Ratnakar war völlig in Licht und Glück eingetaucht. Er erkannte seine Einheit mit allen Wesen und tat keinem Menschen jemals wieder etwas Böses. Er pries Gott für die große Gnade, dass er ihm Narada geschickt hatte. Er lebte von nun an als friedlicher Yogi und half auf seine Art allen Menschen, die ihn besuchten und um Hilfe baten. Mit der Hilfe eines erleuchteten Meisters können auch große Sünder gerettet werden. Und wenn große Sünder gerettet werden können, dann können auch kleine Sünder gerettet werden, wenn sie konsequent den spirituellen Weg gehen.

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Die Prinzessin Lakshmi

Vor etwa tausend Jahren lebte in Indien eine schöne Prinzessin. Man nannte sie Lakshmi, die Göttin des Glücks. Lakshmi war eine sanfte und liebevolle junge Frau. Gemäß der Tradition im damaligen Indien wurde sie von ihren Eltern mit dem Sohn eines befreundeten Königs verheiratet. Mit großem Gefolge reiste die Prinzessin daraufhin zu ihrem zukünftigen Ehegatten.

Als sie die Tore der Stadt erreichte, kam der Sohn des Königs gerade von der Jagd. Er war ein rauher Geselle. Er war umgeben von wilden Kriegern. Am Sattel seines Pferdes hingen getötete Tiere. Als die Prinzessin ihren Bräutigam sah, war sie entsetzt. So einen groben und unspirituellen Menschen wollte sie nicht heiraten. Sie wartete die Nacht ab, schlich sich aus dem Palast und versteckte sich in einer Höhle im Wald. Freundliche Menschen gaben ihr etwas zu essen.

Lakshmi hatte jetzt plötzlich viel Zeit. Vorher war sie beständig beschäftigt. Als Prinzessin musste sie alle heiligen Texte auswendig lernen, täglich religiöse Rituale praktizieren und viele oberflächliche Feste feiern. In der abgeschiedenen Höhle im Wald war es sehr ruhig. Dank ihrer spirituellen Ausbildung wußte die Prinzessin aber, was man in einem solchen Fall tut. Man nutzt sein Leben für die spirituelle Selbstverwirklichung.

Die Prinzessin Lakshmi verbrachte ihre Zeit mit Yoga und Meditation. Sie entwickelte kreativ ihren optimalen Weg des spirituellen Übens. Nach sieben Jahren erwachte ihre Kundalini-Energie. Sie brach zur Erleuchtung durch. Sie lebte im Licht und strahlte Licht aus. Sie war jetzt zu einer echten Göttin des Glücks geworden.

Das merkten die Menschen um sie herum. Viele Frauen aus den umliegenden Dörfern kamen regelmäßig und besuchten sie. Lakshmi verbrachte ihr Leben glücklich in Gott und im großen Geben. Und auch hierbei war sie sehr kreativ. Sie fand für jeden ihrer Besucher kreativ einen Weg, wie sie ihm am besten spirituell helfen konnte.

Dem Prinzen war klar, dass sie vor der Hochzeit mit ihm geflüchtet war. Er erklärte die Prinzessin für verrückt und heiratete eine andere Frau. Mit ihr konnte er sein weltliches Leben gut fortsetzen. Sie war genauso wie er und glaubte an das große Glück durch die weltlichen Genüsse. Insofern war es auch für den Prinzen glücklich, dass aus der Hochzeit mit Lakshmi nichts wurde. Mit seiner neuen Frau konnte er den Weg gehen, der für ihn richtig war. Der Prinz machte deshalb auch keinen Versuch, Lakshmi zu finden.

Eines Tages verirrte sich aber der Vater des Prinzen, der alte König, auf der Jagd in dem Wald und entdeckte Lakshmi in ihrer Höhle. Er erkannte sofort, dass sie zur Erleuchtung gelangt war. Er beugte sich vor ihr nieder und bat sie um eine Belehrung. Lakshmi sprach: „Das Leben in der Welt ist überwiegend Leid. Dauerhaft glücklich ist nur der Erleuchtete. Jeder weise Mensch sollte als Yogi leben, wenn es ihm möglich ist.“ Der König nahm sich die Worte zu Herzen, dankte ab und wurde auch ein Yogi.

Der Schwarzmagier

In einer Stadt in Nordindien lebte ein böser Magier. Er besaß große spirituelle Kräfte und beherrschte damit seine Mitmenschen. Alle hatten Angst vor ihm und gaben ihm, was er wollte. Keiner wagte es, ihn auf sein böses Tun hinzuweisen. Keiner konnte seine Macht brechen. Der Magier war mit dem Maharaja (Fürst) seines Bezirks befreundet. Beide feierten oft ausschweifende Feste, bei denen es viel Alkohol und auch Drogen gab. Der weltliche und der spirituelle Machthaber des Bezirkes lebten in einer unheiligen Allianz zum Schaden der dortigen Bevölkerung.

Eines Tages jedoch ging der Maharaja auf Reisen und traf dabei den erleuchteten Meister Mahaprabhuji. Er war von Mahaprabhujis heiliger Ausstrahlung so beeindruckt, dass er sein Schüler wurde. Zuhause gab er sofort den Alkohol, die Drogen und das Fleischessen auf. Mahaprabhuji beschützte ihn mit seiner Energie vor dem Einfluss des Magiers.

Der Magier war wütend und wollte Mahaprabhuji mit seinen spirituellen Kräften vernichten. Um den Maharaja wieder in seine Gewalt zu bekommen, machte er sich auf den Weg zu Mahaprabhuji.

Unterwegs verletzte er sich schwer am Bein. Er hatte zwei Träume. In dem einen Traum sah er sich in der Hölle und litt unter großer Angst und großem Schmerz. In dem zweiten Traum sah er sich im Himmel. Seine Seele war voller Frieden, Liebe, Licht und Glück. Er genoß den ewigen Segen der befreiten Seelen.

Als er zu Mahaprabhuji kam, stellte er sich vor ihn hin und strahlte seine ganze negative Energie auf ihn. Doch Mahaprabhuji blieb völlig ruhig und unbeeindruckt. Die negativen Energien konnten ihm nichts anhaben. Er sagte zu dem Magier: „Das Licht ist stärker als die Dunkelheit. Es siegt durch die Liebe.“

Der Magier wurde sich der spirituellen Größe Mahaprabhujis und seiner eigenen Schlechtigkeit bewußt. Ihm wurde klar, was die beiden Träume zu bedeuten hatten. Wenn er seinen Weg der schwarzen Magie weiter fortsetzen würde, würde er nach seinem Tod in die Hölle kommen. Wenn er dagegen vor Mahaprabhuji sein falsches Tun bereute und in Zukunft nur gute Dinge tun würde, würde er gerettet werden. Er bat Mahaprabhuji um Verzeihung für seine Sünden. Er sei unwissend gewesen, und jetzt seien ihm die Augen für den wahren Weg geöffnet worden. Mahaprabhuji vergab dem Magier seine Schuld und nahm ihn als Schüler an. Er heilte das Bein des Magiers und übertrug ihm eine positive Lebensaufgabe.

Rama und Sita

Vor einigen tausend Jahren lebte auf der Insel Sri Lanka der mächtige Dämon Ravana. Er unterdrückte seine Mitmenschen und wollte die ganze Welt erobern. Keiner war in der Lage, Ravana zu besiegen. Deshalb inkarnierten sich der Gott der Liebe, Vishnu, und seine Frau Lakshmi als Rama und Sita auf der Erde.

Rama wurde als Sohn des indischen Königs Dasaratha und Sita als Tochter des Königs Janaka geboren. Damals gab es viele kleine Königreiche in Indien. Bevor Rama die Nachfolge seines Vaters als König antrat, lebte er vierzehn Jahre als Yogi im Wald. Vierzehn Jahre sind ein guter Zeitraum zur spirituellen Selbstverwirklichung. Rama wollte als erleuchteter König sein Volk ins Glück führen. Damit es ihm als Yogi nicht zu langweilig wurde, heiratete er die schöne Sita und nahm sie mit in seine Yogi-Hütte. Als Yogis hatten sie viel Zeit füreinander. Sie genossen sich, ihr Leben und ihre Körper. Sie bekamen zwei Kinder. Rama und Sita lebten im Wald als glückliche kleine Familie. Rama ging tagsüber jagen. Sita versorgte die Kinder. Wenn sie miteinander schliefen, praktizierten sie Tantra-Yoga. Dadurch gelangten sie jeden Tag ins Licht. Beide wuchsen immer weiter im inneren Glück und in der Liebe zueinander.

Ravana hörte von der schönen Sita und wollte sie besitzen. Er wollte auch so glücklich sein wie Rama. Er verkleidete sich als Bettler und wanderte zum Yogi-Wald. Als Rama auf der Jagd war, entführte Ravana Sita und brachte sie in sein Schloss auf Sri Lanka. Sita wehrte sich verzweifelt, konnte aber nichts gegen den starken Ravana tun. Als Rama zurückkam, entdeckte er den Raub seiner Frau. Er beschloss, sie zurück zu erobern. Doch wie sollte er den mächtigen Ravana besiegen? Traurig und mutlos saß er vor seiner Hütte. Zum Glück hatte er einen guten Freund, den Affen Hanuman. Hanuman war sehr schlau. Er schlich sich in die Burg von Ravana und erkundete dessen Stärken und Schwächen. Gemeinsam mit Rama entwickelte er einen Schlachtplan. Ravana war durch die Strategie der kleinen Schritte zu besiegen.

Rama und Hanuman warfen viele Steine in das Meer zwischen Indien und Sri Lanka. So entstand im Laufe der Zeit eine Landverbindung. Über diese Landverbindung gelangten sie mit ihren Armeen nach Sri Lanka, besiegten Ravana in einem gewaltigen Kampf und befreiten Sita. Rama kehrte zurück nach Indien, wurde König und regierte gemeinsam mit Sita glücklich bis an sein Lebensende. Ravana steht für das Ego, Sita für das innere Glück und Hanuman für eine kluge Erleuchtungsstrategie. Wer jeden Tag einen kleinen Schritt auf dem richtigen Weg voran geht, kommt eines Tages im Licht an.

Die Kuh, die alle Wünsche erfüllt

Es war einmal ein König, der hatte die Krankheit der Unzufriedenheit. Er war nie zufrieden. Kaum hatte er sich einen Wunsch erfüllt, entstand sofort ein neuer Wunsch in seinem Kopf. Der König war sehr reich, aber wegen seiner inneren Unruhe konnte er seinen Reichtum nicht wirklich genießen.

In seinem Königreich wohnte ein alter weiser Mann. Er hieß Vashishta und besaß eine Wunschkuh. Wenn man dieser Kuh einen Wunsch ins Ohr flüsterte, dann ging er in Erfüllung. Eines Tages hörte der König von der Wunschkuh und wollte sie sofort haben. Mit seinem Gefolge macht er sich auf zu Vashishta.

Der Weise empfing den König freundlich und fragte, was ihn zu einer so langen und beschwerlichen Reise in die Abgeschiedenheit der Berge veranlasst habe. Der König bat den Weisen, ihm die Wunschkuh zu verkaufen. Aber der Weise lachte ihn nur aus: „Diese Kuh kann man nur durch ein Leben als Yogi erlangen. Diese Kuh entsteht im erleuchteten Bewusstsein. Wer erleuchtet ist, der kann sich kraft seiner Gedanken alle Wünsche erfüllen. Er braucht nur etwas zu visualisieren, und schon verwirklicht es sich in der äußeren Welt. Diese Kuh kann man nicht kaufen. Man kann sie sich nur selbst erarbeiten.“

Da der König die Wunschkuh unbedingt haben wollte, blieb ihm nichts anderes übrig, als ein Yogi zu werden. Er übergab sein Königreich seinen Ministern zur Verwaltung und baute sich neben dem Weisen Vashishta eine Yogihütte. Jeden Tag meditierte er von morgens bis abends. Er las in den heiligen Schriften, übte sich im Yoga und dachte Mantras. Wenn er auf seinem Yogaweg nicht weiterwusste, fragte er Vashishta um Rat.

Seine Minister schickten ihm regelmäßig etwas zu essen und im Winter Brennholz. Der König brauchte nicht zu hungern und zu frieren. Es ging ihm gut in seinem Leben als Yogi, obwohl er auf viele Dinge aus seinem weltlichen Leben verzichten musste. Der Verzicht fiel ihm am Anfang sehr schwer. Immer wenn ein weltlicher Wunsch in seinem Geist auftauchte, sagte der König sich, dass er für ein höheres Ziel jetzt ein Zeitlang darauf verzichten wollte. Das konnte sein Geist akzeptieren. Im Laufe der Zeit wurden seine weltlichen Wünsche immer kleiner.

So praktizierte der König viele Jahre als abgeschiedener Yogi. Eines Tages verwirklichte er das innere Glück. Da erkannte er, dass er nichts Äußeres mehr brauchte. Alle seine vielen Wünsche waren nur eine Ersatzbefriedigung für das Leben im Licht. Wer erleuchtet ist, der hat so viel Glück in sich, dass es durch äußere Genüsse nicht mehr zu steigern ist. Der König ging nach der Erleuchtung zurück in sein Königreich und diente seinem Volk als Karma-Yogi. Er besaß jetzt zwar die Wunschkuh. Was er sich wünschte, verwirklichte sich. Nur wünschte er sich nichts mehr. Er war mit dem zufrieden, was er hatte.

Der König und die fünf Opfer

Es war einmal ein König, der wollte gerne das innere Glück verwirklichen. Sein Priester erklärte ihm, dass dazu eine fünffache Entsagung notwendig sei.

Als Erstes entsagte der König seinem Königreich. Er zog in einen abgeschiedenen Wald und lebte dort als Yogi. Als Zweites entsagte der König der Sexualität. Er lebte ohne eine Beziehung, um seine Energie besser auf seine spirituellen Übungen konzentrieren zu können. Das war für ihn das größte Opfer.

Als Drittes entsagte der König seinen Gedanken. Er meditierte viel und lebte in der großen Ruhe. Als Viertes entsagte er seinem Ich-Bewusstsein. Er ließ sein Ego los, ging durch die große Leerheit (Nichtswerdung) hindurch und gelangte ins Licht. Es fühlt sich unangenehm an, wenn sich das Ego auflöst. Aber dahinter wartet das innere Glück. Wer das weiß, kann leicht sein Ego opfern.

Der König genoss einige Zeit das Glück der Erleuchtung. Dann dachte er an das Leid seiner Mitmenschen. Sie kannten den Weg des inneren Glücks nicht. Sie brauchten einen erleuchteten Helfer, der sie auf dem Weg des inneren Friedens, der Liebe und des Glücks anleitete.

Der König entsagte deshalb als Fünftes dem großen Glück der Abgeschiedenheit und ging wieder zurück in sein Königreich. Er half vielen Menschen auf dem spirituellen Weg und machte das Glück zum Staatsziel. Er lebte als Hatha-Yogi im dauerhaften Üben, als Karma-Yogi in der großen Liebe und als Bhogi-Yogi im unermesslichen Glück des ständigen Paradiesbewusstseins. Die fünf Opfer erwiesen sich als die größte Gnade in seinem Leben.

Der Königssohn und der Tod

Es war einmal ein Königssohn, der war sehr klug. Er lernte bei allen weisen Männern und Frauen seines Landes. Als sie ihm nichts mehr beibringen konnten, schickte ihn sein Vater, der König, in die weite Welt hinaus. In allen Ländern der Erde suchte der Königssohn die größten Gelehrten auf und blieb so lange bei ihnen, bis er ihr Wissen vollständig in sich aufgenommen hatte. Nach einigen Jahren wusste er alles. Er kehrte zu seinem Vater zurück, um die Herrschaft über sein Land zu übernehmen.

Bevor er sich zum König krönen ließ, bat er alle Bewohner seines Landes hervorzutreten, die etwas wussten, was er noch nicht wusste. Machtvoll hob ein alter Mann seine Hand. Er sah sehr bleich aus. Sein Körper bestand nur aus Haut und Knochen. Er sprach: „Ich bin der Tod. Ich kann dich das höchste Wissen lehren.“

Der Königssohn folgte dem Tod in eine abgelegene Hütte in den Bergen. Der Tod setzte sich auf seinen Thron und bat den jungen Mann, zu seinen Füßen Platz zu nehmen. Drei Jahre saß der Prinz schweigend bei den Füßen des Meisters. Sie sprachen kein Wort. Der Geist des Königssohnes wurde immer ruhiger. Er vergaß all sein Wissen.

Im Laufe der Zeit entstand eine starke spirituelle Energie. Sie verwandelte den Königssohn. Sein Ego verschwand, und Glück breitete sich in ihm aus. Er lebte jetzt dauerhaft in einer großen Wolke aus Erleuchtungsenergie. Wenn er diese Energie auf andere Menschen übertrug, konnte er sie damit heilen. Wenn er die Hand auf seinen eigenen Körper legte, konnte er sofort Gesundheit und Glück in sich erzeugen.

Als erleuchteter König regierte er sein Land weise und gerecht. Er blieb stets bescheiden, weil er wusste, dass der Tod ein noch größerer Meister als er war. Als seine Zeit um war, stand plötzlich der Tod vor der Tür. Der Tod sagte: „Du hast dein Leben gut genutzt. Du hast dein inneres Glück verwirklicht. Du hast deinen Mitmenschen viel Gutes getan. Deshalb wartet jetzt das Licht auf dich.“

Sariputta und der Tod

Sariputta war ein Hauptschüler Buddhas. Seine besondere Eigenschaft war die Weisheit. Er konnte schwierige Situationen genau erfassen, gute Pläne machen und selbst in fast aussichtslosen Lagen siegen. Sariputtas größte Tat war die Meisterung seines Todes. Als er erkannte, dass er bald sterben würde, setzte er sich als erstes mit seinem Meister in Verbindung. Er bat Buddha um Führung und Hilfe auf seinem Weg durch den Tod. Mit einer Tat des Karma-Yoga stärkte er als zweites sein inneres Glück. Er besuchte seine Mutter, führte sie zu ihrer ersten Erleuchtungserfahrung und brachte sie dadurch dauerhaft auf den spirituellen Weg. Er rettete spirituell seine Mutter und konnte zufrieden von der Welt Abschied nehmen. Dann legte er sich als drittes zum Sterben auf die Seite (Löwenhaltung, eine Hand unter den Kopf und die andere auf die Hüfte), aktivierte mit einer Visualisierung als Buddha seine Kundalini-Energie, brachte mit einer Meditation seine Gedanken zur Ruhe und übertrug sein Bewusstsein im Moment des Todes ins Nirwana (in die Kosmos-Dimension). Er kam dank seines spirituellen Geschicks gut durch den Tod und stieg in die Lichtwelt auf. Wer geschickt durch den Tod gehen kann, kann in allen Lebenssituationen spirituell siegen.

Die Göttin Yamuna

Die Yamuna ist einer der Quellflüsse des Ganges. Sie bringt das Wasser aus den Gletschern des Himalaya-Gebirges in die indische Tiefebene und vereinigt sich dort mit dem zweiten großen Quellfluss Ganga. An dem Ort der Vereinigung treffen sich regelmäßig Pilger aus ganz Indien. Dabei visualisieren sie Ganga und Yamuna als hilfreiche Flussgöttinnen. Ganga ist eine Freundin Shivas. Sie gibt uns die Kraft, damit wir jeden Tag unsere spirituellen Übungen (Yoga, Gebet, Mantra, Meditation) machen können. Yamuna ist die Schwester des Todesgottes Yama. Sie ist die Göttin der Frömmigkeit. Sie weist uns darauf hin, dass wir alle einmal sterben müssen (von Yama besucht werden). Wir sollten die Zeit unseres Leben nutzen, um unser inneres Glück zu entwickeln und nach dem Tod ins Licht aufzusteigen. Im Februar 2008 erschien die Göttin Yamuna Nils während der Meditation in einer Vision. Nils sah sich in einer Gruppe von Menschen, die vor einer kleinen weißen Statue einer stehenden Göttin kniete. Es war eine Göttin der Fülle. Nils fiel spontan der Name Yamuna ein. Wie unter einem Zwang legte er seine Stirn vor den Füßen der Göttin auf den Boden. Dabei dachte sein Geist immer wieder die Worte: „Beten, beten, beten…“. Der Segen der Göttin ging auf ihn über. Nils spürte ihre Energie in sich. Spannend war, dass Nils vor seiner Vision kaum etwas von der Göttin Yamuna wusste. Ihm war nur bekannt, dass die Yamuna ein Nebenfluss des Ganges ist. Erst einige Tage später las Nils „zufällig“ in einem Buch, dass Yamuna die Göttin der Frömmigkeit ist und das tägliche Beten lehrt. Nils bekam in seiner Vision Informationen, die er vorher nicht gehabt hatte. Das wird im Yoga als ein Anzeichen dafür gesehen, dass es sich um eine echte Vision handelt.

Mantra beim Sterben

Im Jahre 2001 sah sich Nils im Traum als eine kleine Qualle, die von einer schwarzen Meeresspinne gefressen wurde. Die kleine Qualle konnte der Spinne nicht entkommen und rief in ihrer höchsten Not Gott um Hilfe an. Gott gab ihr das Mantra „Ja“. Die kleine Qualle dachte das Mantra und ging damit bejahend durch den Tod. Nils bemerkte, wie sein Bewusstsein erlosch. Sein Leben verschwand. Das war eine sehr unangenehme Erfahrung. Durch das Mantra „Ja“ konnte er aber positiv bleiben. Er verspannte sich nicht innerlich und verlor dadurch nicht seine positive Energie. Als das Bewusstsein erloschen war, gab es geistig einen Umsprung. Plötzlich war Nils wieder da. Alles war hell, friedlich und schön. Die Spinne gab es nicht mehr. Nils war in eine höhere Lichtdimension gelangt. Er fühlte sich in dem Licht sehr wohl. Er lebte in einem gehobenen Glückszustand. Dann wachte Nils aus dem Traum auf. Sein Glücksgefühl war immer noch vorhanden. Nils blieb noch drei Tage in diesem Zustand des inneren Friedens, der Einheit und des Glücks.

In dem Traum hat Nils gelernt, dass man mit einem Mantra gut durch den Tod gehen kann. Man kann damit gut die unruhigen geistigen Prozesse kontrollieren. Man kann mit einem Mantra ins Paradies (in eine höhere Lichtdimension) aufsteigen. Nils sieht diesen Traum als ein großes Geschenk seiner erleuchteten Meister an. Sie wollen damit allen Menschen im Westen zeigen, wie man am besten durch den Tod geht. Das Wissen vom Sterbemantra ist im Westen kaum bekannt. Dabei ist es eine unermesslich große Gnade für alle sterbenden Menschen. Und jeder von uns muss einmal sterben. Es ist gut, dann ein Sterbemantra zu haben.

Der lachende Zen-Meister

Wir sollten das Lachen nicht vergessen. Das Lachen gehört zum Yogaweg dazu. Wer im Glück ruht, lacht gerne. Wer erleuchtet ist, hat das Lachen in sich. Bei einem Buddha entsteht das Lachen spontan aus seinem Bauch heraus. Dazu bedarf es keiner großen Anlässe. Ein Buddha kann auch über kleine Witze lachen. Er hat deshalb beständig etwas zu lachen, weil das Leben voller kleiner Witze ist. Es war einmal ein Zen-Meister, der meditierte alleine hoch oben auf einem Berg. Plötzlich brach der Mond hinter den Wolken hervor. Der Zen-Meister lachte darüber so laut, dass die Menschen unten im Tal es hören konnten. Sie nannten ihn den lachenden Zen-Meister. Als der kleine Yogi Nils 2006 ein Sommertreffen mit seinen Leuten veranstaltete, waren alle sehr traurig, weil eine Frau schwer an Krebs erkrankt war. Ihr Leben neigte sich dem Ende zu. Sie starb kurze Zeit später. An allen vier Abenden lehrte Nils deshalb den Lach Yoga. Sie lachten in diesem Sommer so viel, dass alle ihr Leid vergaßen. Sie transformierten sich durch das Lachen ins Licht. Sie erhoben sich durch das regelmäßige Lachen über das Leid des Lebens.

Tenzin Palmo

Tenzin Palmo ist eine westliche Frau, die beschlossen hat, ein weiblicher Buddha zu werden. Sie wurde 1943 in London als Diane Perry geboren. Nach dem Abitur arbeitete sie in einer Bibliothek. Sie las gerne. Eines Tages entdeckte sie ein buddhistisches Buch und war begeistert von der darin enthaltenen Lehre. Sie reiste nach Nordindien und traf dort ihren Meister, den 8. Khamtrul Rinpoche. Sie wurde buddhistische Nonne in der Tradition der Kagyüpa (die Linie der Karmapas, Kundalini-Yoga und Zen-Meditation).

Ihr fiel auf, dass es im tibetischen Buddhismus nur sehr wenige weibliche Meister gibt. Sie legte deshalb das Gelübte ab, als Frau die Buddhaschaft zu erlangen – egal wie viele Leben es dauern würde. Sie sah das als ihren Beitrag zur Emanzipation der Frauen. Der 16. Karmapa segnete sie und sprach: „Du bist die erste westliche Frau, die ich ordiniere. Du musst stark und achtsam sein. Es ist sehr wichtig, dass der Gründungsakt einer neuen Bewegung rein ist. In den kommenden Jahren wird es viele westliche Frauen geben, die den Buddha-Weg gehen.“ Sie bekam den spirituellen Namen Tenzin Palmo.

In der Nacht hatte sie eine Vision der Göttin Tara, die sie glücklich anlächelte und ihr eine Blume überreichte. Das war ein gutes Ohmen. Buddha gab seinem Nachfolger auch eine Blume. Tenzin Palmo verbrachte einige Jahre in einem Kloster. Sie erfuhr, dass es im tibetischen Buddhismus die Togdenmas gibt, eine fast ausgestorbene Linie von weiblichen Yogis. Tenzin Palmo betete dafür, ein Instrument zur Wiederherstellung der Togdenma-Tradition zu werden. Sie zog in eine Höhle im Himalaya-Gebirge und meditierte dort zwölf Jahre lang intensiv. Als sie im Alter von etwa fünfzig Jahren wieder in den Westen kam, strahlte sie Glück, Frieden und Licht aus. Sie gründete ein Nonnenkloster und reiste durch den Westen, um Geld für ihr Kloster zu sammeln. Überall wo sie hinkam, waren die Menschen begeistert. Ihre Lehre ist authentisch, undogmatisch und passend zu den Bedürfnissen der westlichen Frauen.

—> Video: Tenzin Palmo

Das große Verzeihen

Die heilige Rita lebte von 1380 bis 1457 in der Stadt Cascia in Italien. Sie hatte in ihrem Leben viel zu ertragen. Sie hatte ihren Mitmenschen und auch dem Leben viel zu verzeihen. Sie meisterte alle schwierigen Situationen mit Gleichmut, Ausdauer und Optimismus. In jungen Jahren wurde Rita von ihren Eltern mit einem jähzornigen und brutalen Mann verheiratet. Sie ertrug ihre Ehe achtzehn Jahre. Dann wurde ihr Mann ein Opfer der italienischen Blutrache. Rita konnte nicht nur ihrem Mann seine Brutalität verzeihen, sondern auch dem Mörder.

Rita hatte zwei Kinder. Kurz nach dem Tod ihres Mannes starben ihre Kinder an der Pest. Das war ein schweres Schicksal, an dem eine Mutter leicht zerbrechen kann. Rita war jetzt ganz alleine. Sie war 33 Jahre alt. Was sollte sie jetzt tun? Sollte sie noch einmal heiraten und möglicherweise wieder eine schwierige Beziehung bekommen? Oder sollte sie alleine bleiben? Rita entschied sich für den spirituellen Weg und wurde Nonne. Sie machte voller Selbstdisziplin jeden Tag ihre Übungen. Im Alter von sechzig Jahren gelangte sie zur Erleuchtung (Heiligkeit). Ihr strenges Üben hatte ihr einen großen Lohn eingebracht. Jetzt konnte sie sich über alles Leid der Welt erheben. Ein wichtiges Element für ihren Durchbruch zur Erleuchtung war das Verzeihen. Das umfassende Verzeihen führte zum vollständigen Einverstandsein mit dem Leben. Die heilige Rita konnte alles so annehmen, wie es ist. Auch das Leid in ihrem Leben und auf der Welt. Wer erleuchtet ist, ist auf einer tiefen Ebene von allem Leid der Welt befreit. Wer einen tiefen Glauben hat, den trägt dieser Glaube durch alle schweren Zeiten. Mögen wir alle eines Tages im Licht erwachen.

Der Weg des Nichtstuns

Laotse lebte im sechsten Jahrhundert vor Christus in China. Seine größte Angst war es zu viel zu tun. Wer zu viel tut, verliert sein inneres Glück. Er verbraucht seine innere Energie in äußeren Handlungen. Im Laufe der Jahre schrumpft er in seiner Lebensenergie. Das ist der Weg vom inneren Glück zum inneren Unglück. Fast alle Menschen in der westlichen Welt leben so. Sie arbeiten zu viel, denken zu viel und reden zu viel. Sie leben zu wenig in der Ruhe. Im alten China waren die Menschen genauso unweise. Auch Laotse. Er war der Leiter der kaiserlichen Bibliothek. Er lebte nur für seine Karriere. Er verbrauchte sich im äußeren Tun. Im Unterschied zu den meisten anderen Menschen wurde ihm aber eines Tages klar, was geschah. Als Leiter der kaiserlichen Bibliothek hatte er die Schriften der chinesischen Weisen gelesen. Alle Weisen rieten zu einem Leben der Ruhe und des inneren Glücks. Sie warnten vor einem Leben der Überaktivität und des äußeren Glücks.

Laotse begriff, dass er genau das tat, was er als Mensch der Weisheit nicht tun sollte. Er war so erschüttert von seiner eigenen Unweisheit, dass er sein Leben radikal änderte. Er gab sich den Leitsatz: „Der Weise lebt in innerer Fülle und nicht im äußeren Schein.“ Er verzichtete auf seine Karriere und begann ein Leben als Einsiedler und Yogi. Er schrieb das Buch mit dem Namen „Tao te king“, in dem er die große Lehre vom Nichtstun aufstellte.

Was bedeutet „Nichtstun“? Einfach ausgedrückt ist es das Prinzip der entspannten Lebensweise. Der Mensch lebt im Gleichgewicht von Aktivität und Entspannung. Er lebt im richtigen Rhythmus von Arbeit und Ruhe. Auf einer tieferen Ebene ist das Nichtstun der wichtigste Weg zur Erleuchtung. Man handelt äußerlich so wenig, dass sich die Energie nach innen wendet und die Verspannungen auflöst. Man kann es so ausdrücken, dass durch viel Ruhe der Mensch von alleine gesund wird. Ruhe ist der Hauptheilungsweg für innere Verspannungen.

Ruhe alleine führt aber zur Trägheit. Dann versiegt die innere Energie und eine Heilung findet nicht statt. Das große Geheimnis ist die genau richtige Dosierung von Ruhe und Aktivität. Die genaue Grenze zwischen zu viel und zu wenig tun ist ein schmaler Grat. Sie kann nur individuell mit viel Weisheit und innerem Gespür bestimmt werden. Auf diesem schmalen Grat zu leben, bedeutet den optimalen Weg des spirituellen Wachstums zu gehen. Dann macht man einige Stunden seine spirituellen Übungen und die meiste Zeit löst der Körper von alleine die Verspannungen. Überwiegend geschieht die Erleuchtung von alleine.

Dieser Weg ist schwierig zu gehen. Als Mensch möchte man am liebsten seinen neurotischen Tendenzen folgen. Die meisten Menschen neigen dazu entweder zu träge oder zu aktiv zu sein. Sie sind entweder Faulpelze oder Arbeitsneurotiker. Der Weise muss beide Tendenzen bekämpfen. Der Weg des optimalen spirituellen Wachstums ist eine ständige mühevolle Arbeit gegen die eigenen neurotischen Tendenzen. Verspannungen aufzulösen heißt oft innere Widerstände aufzulösen. Am besten entwickelt man seinen persönlichen spirituellen Tagesplan mit dem optimalen Verhältnis von Ruhe und Aktivität. Und hält sich relativ genau daran. Und bleibt etwas auch immer im inneren Gespür für den momentan effektivsten Weg des spirituellen Wachstums.

Der Berg der Religionen

Es waren einmal fünf Menschen, die suchten Gott. Der eine Mensch war ein Atheist, der andere ein Christ, der dritte ein Yogi, der vierte ein Moslem und der fünfte ein Buddhist. Eines Tages kamen alle fünf Suchenden zu einem großen Berg. Am Fuße des großen Berges trafen sie sich. Oben auf dem Berg strahlte ein helles Licht. Der Atheist sagte: „Das ist die Sonne.“ Der Christ erklärte: „Das ist Gott.“ Der Moslem gab dem Licht den Namen Allah. Der Buddhist hielt es für das Nirwana (Leere/Einheitsbewusstsein/Glück). Der Yogi nannte es Brahman (Urgrund, höhere Realität). Die fünf Suchenden diskutierten lange über das Licht, das Glück und Gott. Der Atheist bestand darauf, dass es keinen Gott gibt. Der Buddhist glaubte nicht an einen persönlichen Gott. Dem widersprachen der Moslem und der Christ auf das Heftigste. Der Yogi überraschte seine Freunde mit der Feststellung: „Diese Frage kann ein unerleuchteter Mensch nicht klären. Erst müssen wir alle zur Erleuchtung kommen. Dann werden wir begreifen was Gott ist.“

Die fünf Suchenden unterhielten sich lange über Gott. Sie lernten ihre gegenseitigen Standpunkte kennen. Das Gespräch war eine große Bereicherung für alle. Aber zu einem endgültigen Ergebnis konnten sie nicht kommen. Sie beschlossen deshalb, den Berg zu besteigen und das Licht genau zu untersuchen. Aber sofort gab es Streit über den richtigen Weg zum Berggipfel. Es gab viele Wege, die den Berg hinauf führten. Welchen Weg sollten sie benutzen? Da sie sich nicht einigen konnten, stieg jeder auf seinem eigenen Weg den Berg hinauf. Als alle auf dem Berggipfel angekommen waren, beschlossen sie gemeinsam in das große Mysterium einzutreten. Sie nahmen sich bei der Hand und gingen ins große Licht. Sie durchschritten eine große Dunkelheit (die innere Nichtswerdung, Egoauflösung) und befanden sich plötzlich in Gott (in der Transzendenz). Sie verweilten einige Zeit in Gott und kehrten dann wieder in die Welt der Materie (der Dualität) zurück. In Gott waren alle sprachlos gewesen. Aber jetzt begannen ihre Gedanken zu arbeiten. Aufgeregt berichteten sie sich gegenseitig von ihren Erfahrungen.

Der Yogi hatte Gott als Glück (Sat-Chit-Ananda, Ruhe-Einheitsbewusstsein-Glückseligkeit), der Christ als umfassende Liebe, der Buddhist als inneren Frieden (Unabhängigkeit von weltlichen Energien, Anhaftungslosigkeit), der Moslem als große Macht (Kraft) und der Atheist als höhere Wahrheit erfahren. Der Moslem hatte das Wort „Allah“, der Christ das Wort „Gott“, der Buddhist den Begriff „Erleuchtung“ (Buddha, meine Buddhanatur), der Yogi „Sat-Chit-Ananda“ (Tat Tvam Asi, Ich bin das) und der Atheist „Kosmos“ (Transzendenz, Einheitsbewusstsein) erhalten. Wenn sie an ihr jeweiliges Wort dachten, konnten sie sich damit sofort wieder in das Licht hineinbegeben. Das Wort war ihr persönlicher Schlüssel zum Eintritt in das große Mysterium. Wer einmal Gott kennengelernt hat, kann sich mit der Kraft der Erinnerung und seinem persönlichen Mantra immer wieder in den Zustand der Erleuchtung versetzen.

Jeder der Suchenden hielt sein Wort für das Größte. Sie stritten sich über ihre Gebetsformeln und konnten sich auf der verbalen Ebene nicht einigen. Deshalb beschlossen sie, ihre Auseinandersetzungen zu beenden und sich lieber auf das spirituelle Üben zu konzentrieren. Sie lebten viele Jahre nebeneinander auf dem Berggipfel. Sie lasen in ihren heiligen Schriften, meditierten viel, pilgerten jeden Tag um den Berggipfel und trafen sich einmal in der Woche zu einer gemeinsamen Feier.Irgendwann gelangten alle in das dauerhafte Licht. Und das große Licht verwandelte sie. Sie sahen das Licht in allen Wesen und in allen Dingen auf der Welt. Sie erkannten, dass sie alle Brüder und Schwestern sind.

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Der Glücksgott Ganesha

Ganesha mit den vier Händen. Kraft, Weisheit, Liebe und Freude.

Ganesha ist ein kleiner dicker Elefant. Mit den fünf Eigenschaften Weisheit, Frieden, Selbstdisziplin, Liebe und Genuss im richten Maß siegt er auf seinem spirituellen Weg. Er geht in seiner persönlichen Geschwindigkeit auf seinem Weg voran. Ganesha trägt auf seinem Kopf die Krone der Weisheit. In seinen Händen hält er eine Keule für das spirituelle Üben (Kraft, Selbstdisziplin), ein Seil zur Anbindung an sein Ziel (Zielstrebigkeit) und eine Schale mit Süßigkeiten (Freude). Mit der vierten Hand segnet er uns mit dem Gelingen auf dem spirituellen Weg. Er ist im Yoga der Gott des Erfolges und des Gelingens. Ganesha sitzt auf einer großen Lotusblume. Er ist gut geerdet. Er lebt in der Ruhe und aus der Ruhe heraus. Er gibt sich jeden Tag genug Pausen, genug Ruhe und genug Entspannung. Und er bringt ausreichend Elemente der Freude in sein Leben. So bleibt er immer im Licht.

Es gibt drei Wege zum inneren Glück. Es gibt den Weg der strengen Askese. Man läßt alle weltlichen Genüsse los und gelangt dadurch zum inneren Frieden. Der zweite Weg zum Glück ist das maximale Ausleben der weltlichen Bedürfnisse. Wer Sex bis zur Sättigung lebt, Geld im Überfluss hat und sich alle äußeren Wünsche erfüllt, der wird ohne Zweifel auch innerlich glücklich. Leider hält dieses innere Glück nicht lange an, weil der menschliche Geist die verrückte Eigenschaft hat sich an das äußere Glück zu gewöhnen. Und er entwickelt ohne Unterlass neue Wünsche und macht sich damit immer wieder unzufrieden. Den dritten Weg zum Glück verkörpert der Yoga-Elefant Ganesha. Er zentriert sich im Weg des inneren Glücks. Und er lebt ausreichend auch seine weltlichen Bedürfnisse. Er gibt seinem Körper und seinem Geist, was sie brauchen, ohne sich von ihnen tyrannisieren zu lassen. Er versteht es, ihre Maßlosigkeit zu begrenzen. Er definiert seinen Genugpunkt an äußeren Dingen.

Ganesha-Mantra: oṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ glauṃ gaṃ gaṇapataye vara varada sarvajanaṃ me vaśamānaya svāhā. Das Mahaganapati Mantra, das sich einst dem Rishi (erleuchteten Weisen) Ganaka enthüllt hat, beinhaltet fünf Bija Mantras (Meditationssilben, mit denen die Kundalini Energie aktiviert wird).“

—> Video mit Ganesha-Mantra

 

7. Yoga Meister

Wikipedia: Guru ist ein religiöser Titel für einen spirituellen Lehrer im Hinduismus, im Sikhismus und im tantrischen Buddhismus. Einige Hindu-Glaubensgemeinschaften halten daran fest, dass ein persönliches Verhältnis zu einem lebenden Guru notwendig ist, um Moksha, die Befreiung, zu erreichen. In der Bhakti- und Tantra-Tradition gilt der Guru als identisch mit dem höchsten Sein (Sat-Chid-Ananda, Sein-Einheitsbewusstsein-Glück). Der Glaube an eine direkte Kraft- und Heilsübertragung vom Guru auf den Schüler spielt dabei eine zentrale Rolle. Aufgrund der herausragenden Position des Gurus beschäftigen sich traditionelle Texte mit der Problematik des Missbrauchs dieser Autorität und nennen Kriterien wahrer und falscher Gurus.

Video: Indische Musik (Bhajan)

Der schlechte Guru und der gute Schüler

Es war einmal ein Yogi, der gelangte nach jahrzehntelanger intensiver Meditation zur Erleuchtung. Leider hatte er nur viel meditiert und nicht seinen Geist positiv geschult. Er hatte nicht die fünf Eigenschaften Weisheit, umfassende Liebe, Genügsamkeit in äußeren Dingen, Gleichmut bei Leid und Selbstdisziplin auf dem spirituellen Weg geübt. Er hatte nicht jeden Tag die heiligen Bücher studiert und einen Geist der Weisheit und des Sanftmutes entwickelt. Insbesondere hatte er nicht das Yoga-Sutra des Yogabegründers Patanjali gelesen. Er kannte nicht die zehn Yogagrundsätze und hielt sich auch nicht daran.

Die zehn obersten Gebote für jeden Hatha-Yogi sind: 1. nicht töten (Ahimsa, Gewaltlosigkeit) 2. nicht lügen (Satya, Wahrhaftigkeit) 3. nicht stehlen und betrügen (Asteya, Ehrlichkeit) 4. nicht nach äußerem Reichtum streben (Aparigraha, Anhaftungslosigkeit) 5. keine unklare Sexualität (Brahmacharya, auf das Wesentliche konzentrieren) 6. das spirituelle Ziel verehren (Gott, das Licht, das spirituelle Vorbild, die umfassende Liebe) 7. Selbstdisziplin (die täglichen Übungen) 8. Studium (Lesen, Meister-Yoga) 9. Reinheit und Heiligkeit (Verspannungen auflösen, inneres Glück) 10. Zufriedenheit (mit sich und seinem Weg).

Der Zustand der Erleuchtung befindet sich in einer Dimension über der materiellen Welt. Er befindet sich über der Einteilung aller Dinge in gut und schlecht, richtig und falsch. Der Geist eines Erleuchteten wird vor der Erleuchtung auf eine bestimmte Wesensart festgelegt. Nach der Erleuchtung bleibt diese Wesensart bestehen. Ein Erleuchteter empfindet alles im Kosmos als richtig, so wie es ist, also auch sich und seine Persönlichkeit mit allen Fehlern. Er lebt im großen Sein.

Ein erleuchteter Geist ist zwar voller Glück. Er hat deshalb eine Neigung zum Guten. Bei nicht vollkommen erleuchteten Menschen können aber auch nach der Erleuchtung noch viele negative Eigenschaften weiter bestehen. Und so war es bei unserem Yogi. Er wurde leicht wütend. Er war stolz auf seine Erleuchtung. Er täuschte Wunder vor, die er gar nicht tun konnte. Er haftete an äußerem Reichtum und an der Sexualität an. Er hatte kein Problem damit, zu lügen und zu betrügen.

Nach seiner Erleuchtung beschloss er, wieder in die Welt der Menschen zurück zu kehren. Er wollte gerne reich sein, eine schöne Frau besitzen und von seinen Mitmenschen verehrt werden. Zuerst versuchte es der Yogi mit ehrlicher Arbeit. Er musste feststellen, dass ehrliche Arbeit auf die Dauer ziemlich anstrengend sein kann und wenig Lohn einbringt.

Da er erleuchtet war, probierte er es danach, als spiritueller Lehrer zu leben und auf eine leichte Weise zu Ruhm und Reichtum zu kommen. Am Anfang ging auch alles gut. Durch seine starke Energie kamen viele Menschen zu ihm. Er gab ihnen Mantras und verlangte dafür eine hohe Einweihungsgebühr. Wenn ihm seine weiblichen Schülerinnen gefielen, schlief er mit ihnen. Er diente nicht seinen Schülern, sondern sie mussten ihm dienen. Er führte sie nicht zur Selbstverwirklichung, sondern machte sie abhängig von sich selbst.

Einige Menschen waren neidisch und stellten ihn zur Rede. Sie wiesen genüsslich auf seine Fehler als spiritueller Lehrer hin. Der Yogi versuchte, sich zu rechtfertigen und verstrickte sich dabei in ein Netz aus Lügen. Daraufhin wurde er mit Schimpf und Schande davon gejagt. Nirgends konnte er sich mehr sehen lassen. Überall galt er als abschreckendes Beispiel eines schlechten Gurus.

Traurig zog sich der Guru wieder in seinen Yogiwald zurück. Die Menschen wollten ihn nicht. Also lebte er allein. Aber einen jungen Mann gab es, der an ihn glaubte. Er sah vorwiegend das Gute in seinem Guru. Dessen Fehler störten ihn nicht. Er lernte von seinem Meister die guten Dinge, und die schlechten Dinge übernahm er nicht.

Der junge Mann zog mit seinem Guru in die Einsamkeit und praktizierte viele Jahre mit ihm zusammen Yoga und Meditation. Er erbettelte für seinen Meister Essen im Dorf, da die Leute dem Meister selbst nichts geben wollten. Den jungen Mann aber mochten sie, weil er eine gute Seele war.

Nach zehn Jahren gelangte der junge Mann ebenfalls zur Erleuchtung. Da er seine guten Eigenschaften gepflegt hatte, wurde er ein guter Erleuchteter. Als er zurück in die Welt der Menschen kehrte, wurde er sofort von allen geliebt. Die kleinen Fehler, die auch er hatte, übersahen sie. Seine Schüler akzeptierten alle berechtigte Kritik, verbesserten das ihnen Mögliche und betonten das Positive an ihrem Meister. Sie pflegten eine Kultur der positiven Kritik, und die Kritiker konnten ihnen nichts anhaben. Der junge Mann strebte nicht nach Reichtum und wurde reich und berühmt. Was er von seinem Reichtum für sich und seine Schüler brauchte, behielt er. Mit dem restlichen Geld unterstützte er Hilfsprojekte in seinem Land.

Gott und Erleuchtung

Gott ist ein Mysterium, dass man nur durch die Erleuchtung erkennen und begreifen kann. Man kann Gott nur in der Erleuchtung sehen. In der Bibel steht: „Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.“ Wer sein Herz (seinen Geist) mit den spirituellen Übungen reinigt, sieht Gott. Man muss ein Heiliger werden (ein Erleuchteter), um Gott in seiner Tiefe erfahren zu können. Mit Mitteln der Physik oder der Logik werden wir Gott nur sehr begrenzt beschreiben und deshalb auch beweisen können. Die Wissenschaft kann höchstens Indizien für Gott erforschen. Wenn man wissen will, ob es Gott gibt, muss man die Erleuchtung verwirklichen.

1. Erleuchtung entsteht, wenn die Verspannungen im Körper und im Geist aufgelöst werden. Die Verspannungen entstehen durch den Stress des Lebens und falsche geistige Reaktionen darauf.

2. Meditation und Gedankenarbeit sind die beiden Haupttechniken, um die inneren Verspannungen aufzulösen. Bei der Meditation gibt es verschiedene Techniken. Man kann mit Vorstellungen arbeiten. Positive Vorstellungen können innere Verspannungen und geistige Fehlhaltungen auflösen. Das Zentrum der Meditation ist aber die innere Ruhe. Dann tauchen alle gespeicherten Stresssituationen letztlich von alleine auf und lösen sich auf.

3. Der erleuchtete Geist zeichnet sich durch innere Ruhe aus. Gott ist deshalb keine Vorstellung, sondern aus der inneren Ruhe entfaltet sich ein höheres Bewusstsein. Er kann ganzheitlich denken (ohne Ego vom Gesamtsystem her). Der Mensch sieht alle Dinge wie sie wirklich sind. Er sieht alles im Zusammenhang. Wo vorher der Mensch durch sein Ego auf sich fixiert war, denkt er nun egofrei und empfindet sich als eins mit dem Kosmos.

4. Wenn die Verspannungen im Menschen verschwinden, entsteht aus der tiefen inneren Ruhe ein tiefes inneres Glück. Der Mensch ist eins mit sich und der Welt. Er spürt Frieden, Glück, Kraft, Liebe und Klarheit in sich. Er hat eine höhere Wahrnehmung. Er kann plötzlich über die höheren Dimensionen im Kosmos denken. Die Raum-Zeit-Begrenzung ist aufgehoben. Er kann in die Vergangenheit und Zukunft spüren. Er kann Dinge an entfernten Orten sehen. Und er kann Gedanken und Energien übertragen.

5. Ein erleuchteter Mensch sieht Gott als Licht in der Welt. Er erkennt, dass es ein höheres Bewusstsein gibt, dass alles durchdringt und lenkt. Er ist mit diesem Bewusstsein (Gott) verbunden. Alle echte Religionen beruhen auf der Erleuchtungserfahrung eines oder mehrerer Gründer. Alle erfahren das gleiche, geben ihrer Erfahrung aber oft unterschiedliche Namen.

Ramakrishna

Ramakrishna ist der Begründer des modernen Hinduismus (Neohinduismus). Der Neohinduismus ist wissenschaftlich orientiert (eigene Erfahrung, Überprüfung, Wahrheitsfindung), pluralistisch (Einheit aller Religionen) und beruht auf dem Grundsatz der umfassenden Liebe. Ramakrishna hat viele spirituelle Techniken und Religionen ausprobiert, seinen persönlichen Weg gefunden und dann seinen Hauptschüler Vivekananda in den Westen geschickt. Vivekananda war 1893 der Hauptredner beim ersten Weltparlament der Religionen in Chicago und öffnete den Westen für die hinduistische Spiritualität.

Wikipeda: Ramakrishna (* 18. Februar 1836 in Bengalen; † 16. August 1886 in Kolkata) war ein bedeutender hinduistischer Mystiker. Bereits in seiner Kindheit berichtete Ramakrishna von göttlichen Visionen und wurde mit sechzehn Jahren von seiner Familie zum Geldverdienen zu seinem Bruder Ramkumar nach Kolkata gesandt, der dort als Priester tätig war und eine Sanskrit-Schule betrieb. Ramakrishnas Hingabe bei der Versenkung in die Anbetung der Götter war auffällig und ungewöhnlich. Er begnügte sich nicht damit Mantren zu rezitieren, sondern soll die Gegenwart der Götter gespürt und sie so lange angebetet haben, bis sie sich ihm offenbarten. Durch eine Verkettung von Umständen wurde er Priester im Tempelkomplex von Dakshineshwar am Ganges. Dort gab es zwölf Shiva-Tempel, einen Radha-Kanta-Tempel (Krishna und Radha gewidmet) und als Haupttempel den Kali-Tempel. Ramakrishna wurde Priester des Kali-Tempels. Damit begann für ihn eine intensive spirituelle Suche. Als er schon Samnyasin (hinduistischer Mönch) war, heiratete er Sarada Devi, die ihm schon als Kind versprochen worden war. Die Ehe wurde nie körperlich vollzogen. Sarada Devi wurde seine Schülerin und nach Ramakrishnas Tod selber Guru. Ramakrishna durchlebte drei bedeutende Strömungen des Hinduismus: Tantrismus, Vishnuismus und Vedanta. Schnell erwarb er alle erforderlichen Fertigkeiten und praktizierte die zugehörigen Übungen. Als er Vedanta praktizierte, bekam er mit Tota Puri einen neuen Lehrer, einen Wandermönch, der ihn lehrte, das Absolute jenseits aller Relativität zu verwirklichen. Es wird berichtet, damit sei für Ramakrishna die letzte Schranke gefallen und er habe das Stadium des Nirvikalpa Samadhi, der ‚Nicht-Zweiheit‘, erreicht. Nachdem Ramakrishna den Hinduismus durch eigenes Erleben verinnerlicht hatte, versuchte er für sich persönlich den Islam sowie das Christentum zu erfassen, indem er für einige Zeit als Moslem und als Christ lebte. In beiden Fällen erkannte er die prinzipielle Gleichheit der Religionen, dasselbe Ziel mit unterschiedlichen Wegen: „Ich habe alle Religionsbräuche geübt: den Hinduismus, den Islam, das Christentum, und ich bin auch die Wege der verschiedenen Sekten des Hinduismus gegangen, und ich habe gefunden, dass es derselbe Gott ist, zu dem sie alle streben, wenn auch auf verschiedenen Wegen … Ich sehe überall Menschen, die sich im Namen der Religion streiten: Hindus, Muslime, Brahmos, Vishnuiten usw. Sie bedenken aber nicht, dass Der, der Krishna genannt wird, ebenso auch Shiva heißt, und ebenso gut kann er Urkraft, Jesus oder Allah genannt werden und ebenso gut der eine Rama mit seinen tausend Namen. Der Urgrund ist Einer unter verschiedenen Namen, und ein jeder sucht nach demselben Urgrund; nur Klima, Naturanlage und Benennung schaffen die Unterschiede.“

Buddha

Ein Buddha (wörtlich „Erwachter“) ist ein Mensch, der Bodhi („Erwachen“, Erleuchtung) erfahren hat. Der historische Buddha hieß Siddhartha Gautama. Seine Lehre wird Dharma genannt. Basis des Dharma sind die Vier edlen Wahrheiten: 1. Das Leben im Daseinskreislauf beinhaltet Leid. 2. Die Ursachen des Leidens sind Anhaftung an weltliche Genüsse, Ablehnung von unangenehmen Situationen und Unwissenheit vom tieferen Sinn des Lebens (inneres Glück). 3. Werden die Ursachen aufgelöst, verschwindet das Leiden. 4. Der Weg zur Überwindung des Leidens ist der Edle Achtfache Pfad. Der Achtfache Pfad zur Erleuchtung besteht aus der richtigen Einsicht (im Wesentlichen leben), dem richtigen Entschluss (zum spirituellen Üben), der richtigen Rede (nicht lügen, andere nicht verletzen), dem richtigen Handeln (nicht stehlen, nicht töten), dem richtigen Lebenserwerb (anderen Wesen nicht schaden, Gutes tun), dem richtigen Streben (nach Erleuchtung), der richtigen Achtsamkeit (auf die Gedanken) und der richtigen Sammlung (Meditation).

Siddharta Gautama war ein indischer Prinz, der von 560 bis 480 vor Christus gelebt hat. Er stammte aus dem Geschlecht der Shakya und wird deshalb im tibetischen Buddhismus Buddha Shakyamuni genannt (der Weise aus dem Geschlecht der Shakya). Siddharta Gautama war verheiratet. Im Alter von 29 Jahren trennte er sich von seiner Frau und seinem Sohn und wurde ein Yogi. Er sah das weltliche Leben als sinnlos und oberflächlich an. Er meditierte sechs Jahre in der Einsamkeit und gelangte dann zur Erleuchtung. Nach seiner Erleuchtung spürte er Mitgefühl mit den leidenden Menschen in der Welt. Die restlichen 45 Jahre seines Lebens zog er deshalb als spiritueller Lehrer durch Indien und schenkte den Menschen die Weisheit vom inneren Glück.

Man kann die Essenz des Buddhismus zusammenfassen in Gedankenarbeit (Achtsamkeit auf die Eigenschaften innerer Frieden, Weisheit und Liebe) und Meditation. Die Hauptmeditation Buddhas sind die vier Versenkungsstufen Nachdenken, innere Ruhe, inneres Glück, Egoauflösung/Erleuchtung. Die vierte Versenkungstufe ist für einen ungeübten Menschen schwer zu verwirklichen. Sie erfolgt grundsätzlich durch Gnade (von alleine). Es gibt heutzutage drei Hauptrichtungen des Buddhismus (Theravada, Mahayana und Vajrayana) und viele Unterformen (zum Beispiel den Amitabha-Buddhismus und den Zen-Buddhismus). Der Theravada-Buddhismus konzentriert sich auf die ursprüngliche Lehre Buddhas. Dabei geht es vor allem um die eigene Erleuchtung. Das Hauptziel ist es ein Heiliger (Arhat) zu werden und im Nirwana (Einheit) zu leben. Der Mahayana-Buddhismus ist der Weg der umfassenden Liebe. Das Hauptziel ist nicht die eigene Erleuchtung, sondern das Glück aller Wesen. Ein Mahayana-Buddhist sieht sich nicht getrennt von seinen Mitwesen, sondern empfindet sich als Teil der Welt. Er möchte alle Wesen auf dem Weg zur Erleuchtung mitnehmen. Der Vajrayana („Diamantfahrzeug“) ist im Westen als Tibetischer Buddhismus bekannt. Er beruht auf den philosophischen Grundlagen des Mahayana, ergänzt diese aber um vielfältige Techniken. Dazu gehören Körperübungen (Niederwerfungen), Visualisierungen (Gottheiten-Yoga), Mantras, spezielle Meditationen und Einweihungen (Energieübertragungen). Viele spirituelle Techniken des Vajrayana stammen aus dem Hinduismus und wurden mehr oder weniger verändert in den Buddhismus einfügt. Dieses bezieht sich insbesondere auf den Vorbild-Yoga (Gottheiten), die Yoga-Techniken (Hatha-Yoga, Mantra-Yoga, Karma-Yoga, Tantra-Yoga) und die Verehrung des erleuchteten Meisters (Guruyoga, Lamaismus).

Ramana Maharshi

Ramana Maharshi (*1879 bis 1950) ist das zentrale Vorbild der westlichen Satsang-Bewegung. Er gelangte im Alter von 16 Jahren durch die Konzentration auf den Tod in kurzer Zeit zur Erleuchtung und lebte danach als Eremit auf dem heiligen Berg Arunachala in Indien. Durch die Kraft seiner starken Energie (Ausstrahlung) gelangten viele Besucher ebenfalls zur Erleuchtung. Der Schrifsteller Paul Brunton machte Ramana Maharshi im Westen bekannt. Sein Schüler Poonja begründete die westliche Satsang-Bewegung. Er löste eine Welle des Interesses am östlichen „Advaita“ im Westen aus, indem er erklärte, Erleuchtung sei durch plötzliche Erkenntnis und ohne jede Anstrengung für jeden Menschen möglich. Er sandte eine große Zahl seiner Schüler als Lehrer in den Westen. Satsang ist das persönliche Zusammensein mit einem erleuchteten Meister. Das Wesentliche geschieht aus der Ruhe und Energie des Meisters heraus. Oft wird keine spezielle Lehre vermittelt. Amritanandamayi umarmt einfach nur die Menschen. Mutter Meera blickt ihnen in die Augen und berührt sie sanft am Kopf. Auch in einer Yogastunde kann Satsang geschehen, wenn der Yogalehrer aus der Erleuchtungsenergie (Gott, der inneren Ruhe und Liebe) heraus handelt.

Wikipedia: Ramana Maharshi war ein indischer Guru. Er war ein Vertreter des Advaita-Vedanta des 20. Jahrhunderts und lehrte die Methode Atma Vichara, die Erforschung des Selbst, durch die Frage „Wer bin ich?“. Dutzende westliche Satsang-Lehrer berufen sich heute auf ihn und sehen in ihm ihren Vorgänger. Im Alter von 16 Jahren hatte Ramana laut seinen eigenen Erzählungen ein prägendes Erlebnis. Während einer elementaren Todesangst habe er sich mit der Frage beschäftigt, was im Tod stirbt. Er sei zu der Antwort gekommen, dass zwar der Körper sterben möge, jedoch nicht der Geist bzw. das Bewusstsein. Später sagte er zu dem Erlebnis: „Das Selbst war etwas sehr Reales, das einzige Reale in meinem derzeitigen Zustand, und die gesamte bewusste Aktivität meines Körpers konzentrierte sich auf dieses Selbst. Seither ist die faszinierende Kraft dieses Selbst im Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit geblieben […]. Das Aufgesaugt-Sein in das Selbst dauert seitdem ohne Unterbrechung an. Andere Gedanken erscheinen und verschwinden wieder, ähnlich wie die Noten eines Musikstücks, aber das Selbst ist wie ein Grundton unter den anderen Noten stets vorhanden und mischt sich mit diesen. Auch wenn mein Körper vom Reden, Lesen oder was auch immer eingenommen ist, ist mein ganzes Sein nicht minder auf das Selbst zentriert.“ Die Lehre von Ramana Maharshi fußt auf der Idee, dass eine Erkenntnis der wahren, göttlichen Natur des Menschen (dem „Selbst“) von seinem Verstand verschleiert wird. Nahezu alle Verstandestätigkeiten, ob bewusst oder unbewusst, dienen dem Errichten und der Aufrechterhaltung eines persönlichen Zentrums, der „Ich“-Vorstellung. Ein Hauptaugenmerk der spirituellen Praxis (Sadhana) soll darauf liegen, den illusorischen Charakter dieses Zentrums offenzulegen. Wenn es vollständig zusammenbricht, kommt das Selbst dauerhaft zum Vorschein. Am häufigsten empfahl Ramana Atma Vichara – die Erforschung des Selbsts – sowie Bhakti – die Hingabe an Gott. Ramana hatte nie von sich selbst behauptet, ein Guru zu sein. Dennoch erklären viele seiner Schüler, ihn als Sat-Guru („vollkommen erleuchteter Meister“) zu erleben.

Sai Baba von Shirdi

Sai Baba von Shirdi lebte von 1838 bis 1918 in Indien. Sein Meister (Guru) war Venkusa. Von ihm lernte er den Hatha-Yoga (Körperübungen und Meditation). Seine Haupttechnik war es auf seinen Meister zu meditieren. Er visualisierte sich als eins mit seinem Meister und dachte beständig dessen Namen. Im Alter von zwanzig Jahren kam er nach Shirdi. Shirdi war damals ein kleines Dorf. Ein Mann begrüßte ihn mit den Worten: „Sei willkommen heiliger Vater.“ Vater heißt auf indisch „Baba“ und ist eine Anrede für Yogis. Shirdi-Sai sah damals schon sehr heilig aus. Da man ihn so freundlich in Shirdi willkommengeheißen hatte, beschloß er in Shirdi zu bleiben. Er zog in eine verfallene Moschee und wohnte dort für den Rest seines Lebens. Jeden Tag ging er durch das Dorf und erbettelte sich etwas Essen. Oft wanderte er in die Wälder der Umgebung und meditierte dort viele Stunden. Er legte einen kleinen Blumengarten an und bewässerte die Blumen jeden Tag. Das war sein täglicher Karma-Yoga. Nach drei Jahren waren die Blumen groß geworden und trugen viele schöne Blüten. Shirdi-Sai schnitt die Blüten ab und versorgte damit alle Tempel in Shirdi. Er war von muslimischen Eltern aufgezogen worden. Sein Meister Venkusa aber war ein Hindu. Sai Baba von Shirdi fühlte sich deshalb beiden Religionen zugehörig. In seiner Moschee praktizierte er die Bräuche beider Religionen. Als Shirdi-Sai älter wurde, versorgte ihn eine Frau jeden Tag mit Essen. Eines Tages rief er voller Qual „Oh Lakshmibai, ich bin sehr hungrig!“ Die Frau rannte sofort los und bereitete ihm ein schönes Essen. Sie überreichte es ihrem Meister und der gab es einem Hund. Die Frau beschwerte sich darüber. Aber ihr Meister antwortete; „Den Hunger des Hundes zu stillen ist dasselbe wie meinen Hunger zu stillen. Wisse, dass derjenige, der die Hungrigen speist, in Wahrheit mich mit Nahrung vorsorgt.“ Shirdi-Sais Liebe galt ganz besonders den Armen, Kleinen und Schwachen. Er lehrte: „Gott liebt die Armen und die Reichen. Aber die Armen liebt er besonders. Ich bin gekommen, um gerade den Kleinen und Schwachen zu helfen.“ Die Hauptlehre von Shirdi-Sai war der tägliche Meister-Yoga: „Wer sich jeden Tag geistig mit einem erleuchteten Meister verbindet und Gott in allen Geschöpfen sieht, der wird gerettet. Ich werde in jedem Augenblick, in dem ihr an mich denkt, bei euch sein.“ 1918 verließ Sai Baba von Shirdi seine körperliche Hülle. Er meditierte auf das Licht, sprach die Silbe „Ah“ und übertrug sein Bewußtsein auf den Kosmos (vom Körper in die Ganzheit).

Sathya Sai Baba

Der in Indien heutzutage bekannteste Yoga-Meister ist Sathya Sai Baba. Er wurde am 23. November 1926 geboren und starb am 24. April 2011. Bereits im Alter von vierzehn Jahren begann er seine spirituelle Lehrtätigkeit. Er gründete einen Ashram in Puttaparti und reiste zu Vorträgen durch sein Land. Sein Ashram in Puttaparti ist ein wichtiges Reiseziel für viele westliche Menschen. Sathya Sai Baba hat indienweit zahlreiche Hilfs- und Bildungswerke ins Leben gerufen. Zu den bekanntesten gehören das Sri Sathya Sai Super Speciality Hospital und das Godavari Wasserprojekt, das die Regionen West- und Ost-Godavari des Bundesstaates Andhra Pradesh mit Trinkwasser aus dem Godavari-Fluss versorgt.

Sai Baba lehrte die fünf Grundsätze: Sathya (Wahrheit), Prema (Liebe), Shanti (Frieden), Ahimsa (Gewaltlosigkeit) und Dharma (Rechtschaffenheit). Sai Baba sagte: „Sei glücklich. Gehe in deinem Leben einen Glücksweg. Gehe den Weg, der zu dir paßt. Gehe ihn konsequent und mit Ausdauer.“ Sai Baba vertrat die Einheit aller Religionen. Er lehrte, dass alle Religionen Wege zur Erleuchtung sind, wenn sie richtig praktiziert werden. Sai Baba wünschte eine glückliche Welt. Er wünschte eine Welt der Liebe, des Friedens und des Glücks. Seine Hauptaufgabe sah er in der Arbeit für dieses große Ziel. Er glaubte, dass der Menschheit ein goldenes Zeitalter bevorstehe. „Die Zeit für einen Wandel auf der Welt ist gekommen. Wenn das goldene Zeitalter kommt, wird Liebe und Frieden die Welt erfüllen. Wann das goldene Zeitalter kommt, hängt von der Mitarbeit möglichst vieler Menschen auf der Welt ab. Jetzt ist die Zeit, damit zu beginnen.“

Sai Baba ist umstritten. Das gilt insbesondere in Bezug auf die vielen Wunder, die er tat. Viele Menschen halten seine Wunder für echt und viele Menschen bezweifeln sie. Möglicherweise waren auch manche Wunder echt und manche nicht. Nils neigt zu dieser Auffassung. An der Erleuchtung Sai Babas hat er keine Zweifel. Für ihn kommt es im Wesentlichen auf die Lehre von Sai Baba an. Und die Lehre findet er gut. Nils folgt grundsätzlich seiner eigenen Wahrheit. Auch erleuchtete Menschen können Fehler haben. Jeder Mensch hat Fehler, wenn man genau hinschaut. Fehler gehören zu einer dualistischen Welt dazu. Fehler können konstruktiv sein, weil sie einen Menschen dazu zwingen selbst zu denken. Wichtig ist es konstruktiv mit Fehlern umzugehen. Wo Fehlentwicklungen sind, sollte man sie klar benennen.

—> Sai Baba Song Krishna Jai (Video)

Neem Karoli Baba

Neem Karoli Baba war einer der Hauptgurus der Hippiezeit. Er war ein kleiner, dicker, fröhlicher Buddha. Er wurde irgendwann nach 1900 geboren und verließ 1973 wieder diese Welt. Bereits im Alter von sieben oder acht Jahren schwänzte er öfters die Schule, um im Dschungel Yoga zu praktizieren. Es drängte ihn sehr zum spirituellen Weg. Als Jugendlicher verließ er sein Heimatdorf und zog als Sadhu (Bettler, Yogi) durch Indien. Im Alter von etwa dreißig Jahren tauchte Neem Karoli Baba in den Dörfern am Rande des Himalaya-Gebirges auf. Oft besuchte er Tempel, die dem Affengott Hanuman geweiht waren. Man hörte ihn beständig den Namen Hanuman wiederholen. Er verehrte alle Götter und alle Religionen. Er war auch ein großer Anhänger von Jesus Christus. Aber seine besondere Liebe galt dem Gott Rama und seinem treuen Freund Hanuman. Rama ist ein Symbol für den Weg des Bhakti-Yoga (Meister-Yoga). Von 1967 bis 1973 kamen viele junge Menschen aus dem Westen zu Neem Karoli Baba. Er zeigte ihnen verschiedene spirituelle Übungen. Einigen gab er den Weg des Hatha-Yoga und anderen den Weg des Karma-Yoga. Für die Mehrzahl seiner Anhänger sah er einfach nur den Weg des Meister-Yoga (Bhakti Yoga) vor. Neem Karoli Baba lehrte den individuellen spirituellen Weg. Seine Übungen waren jeweils auf den einzelnen Schüler zugeschnitten. Er selbst verhielt sich völlig unkonventionell. Er handelte eher spontan und natürlich wie ein Kind. Einer seiner Lieblingssätze war: „Iß Süßigkeiten. Trink Tee!“

Die beiden westlichen Hauptschüler von Neem Karoli Baba sind Ram Dass und Krishna Das. Ram Dass ist ein Psychologie-Professor an der Harvard-Universität in den USA. Krishna Das ist ein Musiker, der wunderbar indische Lieder (Bhajans) singen konnte. Er verbrachte viele Jahre in Indien und zog nach dem Tod seines Meisters wieder zurück in die USA. Im Laufe der Jahre erfuhr er durch das BhajanSingen eine große innere Transformation. Seine Lieder strahlten jetzt Autenzität, Liebe und Spiritualität aus. Krishna Das wurde zu einem der führenden Bhajan-Sänger im Westen. Eine weitere Schülerin ist Durgamayi Ma. Sie wurde in Deutschland geboren und arbeitete als Lehrerin. 1972 sah sie ein Bild von Neem Karoli Baba und machte sich sofort auf den Weg nach Indien. Als sie ihren Meister traf, mußte sie als erstes drei Tage lang weinen. Ihr ganzer Herzschmerz aus ihrem bisherigen Leben löste sich auf. Durgamayi wurde bewußt, dass ihr Herz schon seit langer Zeit gebrochen war und hier geheilt werden konnte. Sie erklärte später ihren Schülern: „Das Wichtigste auf dem spirituellen Weg ist es, sich seines gebrochenen Herzens bewußt zu sein. Die meisten Menschen im Westen leiden an einem gebrochenen Herzen. Sie sind in ihrer Liebe und damit wesentlich in ihrem Lebensglück blockiert. Erleuchtung bedeutet Heilung des gebrochenen Herzens. Erleuchtung ist der einzige Weg der dauerhaften Heilung. Erleuchtung bedeutet Öffnung aller Chakren und insbesondere des Herzchakras. Wer sich diese Tatsache klar macht, hat die Kraft den Weg der Erleuchtung bis zum Ziel zu gehen.“ (Morgen Darshan, 2001). Der Weg von Neem Karoli Baba war es als Yogi zu leben, jeden Tag seine Yogaübungen zu machen und gleichzeitig konsequent die umfassende Liebe zu pflegen. Wer diesen Weg geht, öffnet sein Herz und gelangt in die Dimension der umfassenden Liebe. Durgamayi ging diesen Weg, erreichte die Erleuchtung, heilte ihr Herz und hilft seit 1992 den Menschen in Deutschland auf dem Weg der Heilung des Herzens.

ShantiMayi mit Meister

ShantiMayi (Mutter des inneren Friedens) ist eine Amerikanerin aus der Hippie-Zeit. Sie demonstrierte zu der Parole „Make love not war“ und trug Blumen im Haar. Nach dem Ende der 80iger heiratete sie. Sie bekam drei Kinder und hat vier Enkelkinder. Ihre Ehe scheiterte und sie wurde Waldhüterin in einem Nationalpark. Dort hatte sie viel Zeit über den Sinn des Lebens nachzudenken. Sie lernte Yoga und Meditation. Eines Tages entstand in ihr der Wunsch nach Indien zu reisen. Sie setzte sich ins Flugzeug und war am nächsten Tag in Rishikesh. Rishikesh ist ein kleiner Ort im Himalaya-Gebirge. In diesem Ort leben viele Sadhus (Bettler), Yogis und Swamis (Mönche). Im Sommer meditieren die Yogis in den Bergen und im Winter ziehen sie in eine Wohnung in Rishikesh. Durch Rishikesh hindurch fließt der Ganges. An den beiden Seiten des Orten erheben sich die majestätischen Gipfel des Himalaya. In Rishikesh gibt es viele berühmte Ashrams (spirituelle Zentren). ShantiMayi schlenderte unbefangen durch die kleine Stadt, betrachtete die vielen fremdartigen Menschen und besichtigte auch einen kleinen netten Ashram. Der Meister des Ashrams gefiel ihr. Er sah so heiter, friedlich und glücklich aus. Sie sprach zu ihm die bedeutungsvollen Worte: „Ich möchte so werden wie du.“ Der Meister kannte ihre Zukunft und antwortete: „Du wirst es.“ Sie wurde seine Nachfolgerin. ShantiMayi blieb viele Jahre in diesem Ashram. Der Meister zeigte ihr die Geheimnisse der fortgeschrittenen Kundalini-Meditation und übertrug ihr kurz vor seinem Tod seine spirituelle Kraft. ShantiMayi mußte ihm versprechen, dass sie jedes Jahr einmal in den Westen reist. Im Mai 1999 kam sie nach Hamburg. In einer evangelischen Kirchengemeinde wurde ein großer Raum feierlich geschmückt. Viele Menschen kamen und sangen Lieder mit ihr. Auch der kleine Yogi Nils ging zu ihrem Satsang. Zuerst floß viel Trauer durch ihn hindurch und dann entstand viel Glück. ShantiMayi lebte in einer Wolke aus Erleuchtungsenergie, die spürbar den ganzen Raum füllte. Nils wurde von dieser Energie erfasst und sie verwandelte ihn.

—> Interview ShantiMayi 2008 (how to open up knots in the heart)

Gangaji

Wikipedia: Gangaji (* 1942 als Antoinette Roberson Varner in Texas) ist eine Lehrerin des Advaita Vedanta (Einheitslehre) und Buchautorin. 1972 zog Gangaji mit der Absicht nach San Francisco, tiefere Ebenen ihres Seins zu erforschen. Sie legte das Bodhisattva-Gelübde ab, praktizierte Zen und Vipassana-Meditation und half bei der Führung eines tibetisch-buddhistischen Meditationszentrums. Von 1981 bis 1987 praktizierte sie als Akupunkteurin und arbeitete in einer Klinik in San Francisco. 1990 traf sie in Indien H. W. L. Poonja und erlangte nach der Begegnung eigenen Angaben zufolge Selbstverwirklichung, woraufhin er sie als Lehrerin in den Westen sandte. Sie gilt seither als eine der bekanntesten westlichen Vertreterinnen seiner Lehre und der Advaita-Bewegung. Gangaji ist verheiratet mit Eli Jaxon Bear, ebenfalls Advaita-Lehrer. Beide arbeiten an der Verbreitung der Advaita-Lehren und kommen unter anderem regelmäßig für Seminare und Retreats nach Deutschland und in die Schweiz. In ihren Satsangs zeigt Gangaji oft eine eher psychologische Herangehensweise, und verbindet so die traditionelle Advaita-Lehre mit Elementen westlicher Psychologie. So weist sie die Besucher an, Gefühle bewusst zu erleben, um diese dadurch loszulassen, um so das unveränderliche Sein hinter den Gefühlen zu erkennen.

Swami Shivananda

Swami Shivananda (auch Sivananda geschrieben) lebte von 1897 bis 1963 in Indien. Er war einer der größten indischen Heiligen der Neuzeit. Von Beruf war er Arzt. Er lehrte den Yoga der Dreiheit (Trimurti-Yoga), die Verbindung von Hatha-Yoga (spirituelle Übungen), Karma-Yoga (für eine glückliche Welt arbeiten) und Meister-Yoga (tägliche Verbindung mit einem erleuchteten Meister). Je älter Swami Shivananda wurde, desto mehr betonte er den Weg der umfassenden Liebe und das Ziel einer glücklichen Welt. Er setzte sich sehr für die Zusammenarbeit aller großen Religionen ein. Auch die Yogis untereinander sollten zusammenarbeiten. 1958 organisierte er eine Konferenz in Venkatagiri, bei der Sai Baba den Vorsitz führte. Swami Shivananda liebte den Humor. Bei ihm wurde viel geübt und viel gelacht. Als seine Schüler einmal ziemlich missmutig und unausgeschlafen zum Yoga-Unterricht kamen, veranstaltete er einen Lachwettbewerb. Er erzählte einen Witz und alle begannen zu lachen. Nach und nach kamen immer mehr Menschen zusammen und lachten mit. Zum Schluss wusste keiner mehr worum es ging und alle waren fröhlich.

Swami Shivananda verfasste das Lied der achtzehn Eigenschaften, die ein Yogi besitzen sollte. Die Heiterkeit steht dabei an erster Stelle. An die zweite Stelle setzte er die Regelmäßigkeit. Nach der Auffassung von Swami Shivananda ist regelmäßiges tägliches Üben der entscheidende Punkt, wenn man das Ziel des inneren Glücks erreichen möchte. Die weiteren Eigenschaften sind Wahrhaftigkeit, Ernsthaftigkeit, Integrität, Reinheit, Ausdauer, Anpassungsfähigkeit, Festigkeit, Gelassenheit, Gleichmut, Demut, Einfachheit, Bescheidenheit, Edelmut, Großmut, Güte und Großzügigkeit.

Am 5. Juni 2001 erschien Swami Shivananda das erste Mal Nils im Traum. Beide wohnten zusammen in einem Haus. In dem einem Zimmer wohnte Nils und im Nebenzimmer wohnte Swami Shivananda. Beide Räume waren nur durch eine dünne Wand getrennt. In seinem Traum konnte Nils durch die Wand hindurch sehen. Er sah Swami Shivananda in dessen Zimmer. Er spürte seine Energie. Auch das Zimmer von Nils war von der spirituellen Energie von Swami Shivananda erfüllt. Nils fühlte seine Energie um sich herum. Er lebte in der Energie von Swami Shivananda.

Im Traum verbeugte sich Nils vor Swami Shivananda. Swami Shivananda war sein Meister. Aber er war nicht nur als Meister für Nils da. Er war auch bereit allen Leuten von Nils zu helfen und sie zu führen, wenn sie es wollten. Im Traum von Nils erschien eine Frau und klopfte an die Tür von Swami Shivananda. Dann trat sie ein und beide redeten zusammen. Swami Shivananda half der Frau bei einem persönlichen Problem. Nils konnte in seinem Traum nicht erkennen, um was für ein Problem es sich handelte. Er sah aber, dass die Frau Swami Shivananda öfter besuchte. Sie arbeitete mit ihm als Meister. Sie praktizierte auf ihre Art den täglichen Meister-Yoga.

Swami Shivananda

Ich war dieses trügerischen Lebens sinnlicher Vergnügen müde

Dieses Gefängnis meines Körpers widerte mich an.

Ich suchte die Gesellschaft großer Meister

Und saugte ihre nektargleichen Unterweisungen in mich auf.

Ich durchstreifte den grauenvollen Wald von Liebe und Haß.

Ich wanderte weit jenseits der Welt von Gut und Böse

Ich kam zum Grenzland erstaunlicher Stille

Und erhaschte den Glanz der Seele in mir.

All mein Leid ist jetzt vorbei

Mein Herz fließt über vor Freude

Frieden ist in meine Seele eingezogen

Ich wurde plötzlich herausgehoben

Ein neues Leben brach an.

Ich erfuhr die innere Welt der Wirklichkeit

Das Unsichtbare erfüllte meine Seele und mein Herz.

Ich badete in einer Flut unaussprechlichen Glücks

Und sah Gott hinter allen Namen und Gestalten

Und erkannte, daß ich aus Licht bin.

Amritanandamayi

Amritanandamayi (Amma) ist eine der bekanntesten spirituellen Meisterinnen des heutigen Indiens. Sie wurde am 27.9.1953 in Kerala geboren. Bereits im Alter von fünf Jahren begann sie mit ihrer spirituellen Praxis. Ihr Motto war:„Vergeude spirituell keine Minute in deinem Leben.“ Im Alter von 17 Jahren gelangte sie zur Erleuchtung und mit 22 Jahren erreichte sie die Buddhaschaft (vollständige Erleuchtung). Sie gründete in ihrem Heimatort in Südindien (Kerala) einen Ashram, in dem heute auch viele Menschen aus dem Westen leben. Von ihrer Lehre her ist sie eine typische Vertreterin des Neohinduismus. Sie verbindet Karma-Yoga (den Weg der umfassenden Liebe), Bhakti-Yoga (Gottheiten-Yoga, Meister-Yoga) und spirituelles Üben (Singen, Meditieren, Hatha-Yoga) zu einem effektiven Yogaweg. Sie ist undogmatisch, humorvoll und betont die Einheit aller Religionen.

Nach Amma gibt es im Kosmos große erleuchtete Wesen (vollständig erleuchtete Seelen). Diese Wesen besitzen ein kosmisches Bewusstsein. Sie fühlen sich eins mit dem Kosmos (dem Licht). Und sie empfinden sich auch untereinander letztlich alle als eins. Wir können deshalb nach freier Wahl zu Gott oder zu den erleuchteten Meistern im Jenseits beten. Nach Amma fühlt sich bei einem Gebet immer eines dieser höheren Wesen angesprochen und reagiert. Oft wirken sie durch Symbole (Bücher, Bilder, Statuen). Als spirituell fortgeschrittener Mensch spürt man die Energiestrahlen, die aus den Statuen und Bildern der erleuchteten Meister kommen. Sie verwandelten sich dann zu innerer Kraft, Frieden, positiven Gedanken oder spirituellen Visionen (im Traum oder Wachbewusstsein).

Amma hat in Indien in den letzten Jahren ein umfassendes humanitäres Hilfswerk aufgebaut. Sie hat Dörfer für arme Familien errichten lassen. Sie hat Schulen, Universitäten und Krankenhäuser finanziert. Und sie hat eine Organisation für alleinerziehende Mütter gegründet. Allen Müttern gibt sie so viel Geld, dass sie davon leben können. Das ist in Indien eine große soziale Tat. Sie engagiert sich stark für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Sie hat als erste große Meisterin weibliche Priester in den indischen Tempeln eingesetzt. Dazu hat sie den Brahma-Kult neu erweckt. Brahma ist der indische Gott der Weisheit. Gleichberechtigt ihm zur Seite steht Brahmani, die Meisterin (Yogalehrerin, Priesterin) der umfassenden Liebe. Sie hält ein Buch, eine Gebetskette und ein Musikinstrument in den Händen. Sie geht weise und kreativ ihren spirituellen Weg.

Im Jahre 2002 wurde Amma für ihr soziales Engagement von der UNO mit dem Gandhi-King-Preis ausgezeichnet. In ihrer Rede erklärte sie: „Echte Führerschaft heißt nicht dominieren, sondern den Menschen mit Liebe und Mitgefühl zu dienen.“ Auf dem Weltparlament der Religionen 2004 in Barcelona ergänzte sie: „Liebe ist unser wahrer Kern. Liebe und Mitgefühl sind die Essenz aller Religionen. Wozu also unnötig in Wettstreit treten.“ Des weiteren lehrte sie: „In der heutigen Welt erfahren die Menschen zwei Arten von Armut: die äußere Armut durch den Mangel an Nahrung und die innere Armut durch den Mangel an Liebe. Wir müssen beide Arten von Armut auf der Welt überwinden. Um Kriege zu führen, geben die Menschen Milliarden von Dollars aus. Wenn wir nur einen Bruchteil dieses Geldes in Frieden und Harmonie investieren würden, könnten wir allen Hunger und alle Armut auf der Welt besiegen. Mehr als eine Milliarde Menschen auf dieser Erde leidet an Hunger und Armut. Dies ist in Wirklichkeit unser größter Feind. Wenn wir die Liebe in uns entwickeln, alle unseren Teil zu einer glücklichen Welt beitragen und positiv zusammenarbeiten, können wir diesen Feind besiegen.“

Seit 1987 reist Amma jedes Jahr einmal um die ganze Welt. Sie gibt allen Menschen ihren Darshan. Ihre besondere spirituelle Methode besteht darin, die Menschen zu umarmen. Sie zeigt allen Menschen, dass sie geliebt werden. Sie bringt die Liebe erfahrbar in die Welt. Sie sagte: „Konzentrieren wir uns darauf, was wir geben können. Und nicht darauf, was wir von anderen erhalten können. Dann werden wir Glück und Erfüllung im Leben erfahren.“ Amma wünscht glückliche Beziehungen, glückliche Familien und glückliche Kinder auf der Welt. Sie meinte: „Eine wirklich liebevolle Beziehung ist nur selten zu finden. Männer und Frauen sind sehr unterschiedlich. Der einigende Faktor in einer Beziehung kann langfristig erfolgreich nur die Spiritualität sein. In allen Familien sollte die Spiritualität gepflegt werden. Alle spirituellen Menschen sollten jeden Tag mindestens eine Stunde spirituelle Übungen machen. In jeder Wohnung sollte ein Bild des persönlichen Meisters hängen. Wir sollten jeden Tag für eine glückliche Welt beten.“

Im Dezember 2005 kam erstmals ein Film über Amma in die Kinos der Welt. Er hieß „Darshan“ und war für Nils ein echter Darshan. Darshan bedeutet Segensübertragung. Ein vollständiger Darshan besteht aus den drei Elementen Sehen, Hören und Berühren. Sehen ist das Sehen eines erleuchteten Meisters. Amma ist eine vollständig erleuchtete Meisterin, ein Buddha, ein Mahatma, eine befreite Seele (Jivanmukta). Das Sehen geschieht durch die Betrachtung eines Bildes, eines Filmes oder eines direkt anwesenden Heiligen. Das Hören bezieht sich auf die Lehre des erleuchteten Menschen. Man kann ein Buch von ihm lesen oder einen Vortrag von ihm hören. Der entscheidende Punkt ist die Berührung. Man muss innerlich berührt sein. Man muss sich mit der Lehre und der Person des erleuchteten Meisters identifizieren können und sie für sich als persönliche Wahrheit empfinden. Durch die innere Berührung wird man eins mit dem Meister und empfängt seinen Segen.

Sri Anandamayi Ma

Eine weitere große indische Heilige ist Anandamayi Ma. Ananda bedeutet Glück. Anandamayi Ma ist die Mutter des Glücks. Sie lebte von 1896 bis 1982 als Yogini in Indien. Sie war eine schöne Frau. Sie konnte wunderbare Geschichten erzählen und wunderschön singen. Sie tanzte gerne. Und sie lehrte das Lachen: „Wann immer ihr die Gelegenheit habt, lacht so viel ihr könnt.“

Anandamayi Ma war eine große Meisterin des Hatha-Yoga. Sie schenkte der Welt den Weg des umfassenden Hatha-Yoga. Der umfassende Hatha-Yoga besteht aus Körperübungen, geistigen Übungen, Meditation und dem Weg der umfassenden Liebe (Karma-Yoga). Als junge Frau praktizierte Anandamayi Ma nacheinander einige Jahre die Körperübungen des Yoga, visualisierte verschiedene Gottheiten (Gottheiten-Yoga) und lebte dann drei Jahre in großer Ruhe (Ruhe-Yoga, Raja-Yoga). Danach erwachte das große innere Glück in ihr. Die Menschen spürten das Licht und wollten ihren Segen. Deshalb lebte Anandamayi Ma ab jetzt als Karma-Yogini und reiste durch Indien. Sie gab allen Menschen ihren Darshan und inspirierte sie dazu, ein glückliches Leben zu führen und jeden Tag spirituell zu praktizieren. Das war die vierte Stufe des umfassenden Hatha-Yoga.

1922 erklärte ihr Mann, dass es ohne die Einweihung durch einen Guru keinen tieferen Fortschritt auf dem spirituellen Weg gibt. Daraufhin schmückte sie ihr Zimmer feierlich, zündete Räucherstäbchen an und weihte sich selbst ein. Sie verband sich mit ihrem inneren Guru. Ein Mantra tauchte spontan in ihrem Geist auf. Sie zeichnete das dazu gehörige Mandala (Meditationsbild) auf den Boden und meditierte in der Folgezeit mit diesem Mantra. Zum Abschluß ihres Sadhanas erreichte sie einen Zustand großen inneren Glücks, der ihrem Namen „Glückselige Mutter“ gut entsprach. Sie hatte jetzt den Wunsch: „Mögen alle Wesen diese unbeschreibliche Freude erfahren.“ Sie wollte ihre Erleuchtung mit der ganzen Welt teilen und wirkte deshalb den Rest ihres Lebens als spirituelle Meisterin in Indien.

Anandamayi Ma bereiste über 50 Jahre lang den indischen Subkontinent. Ihre Devotees errichteten 28 Ashrams in Indien, Europa und den U.S.A. (Hawai). Sie gründeten die Shree Shree Anandamayee Sangha in Varanasi. Die Glückselige Mutter lehrte die Einheit aller Religionen und wurde von Moslems, Christen, Parsen, Sikhs, Jains, Hindus und Buddhisten verehrt. Auch viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie z.B. Mohandas Karamchand Gandhi, Richard von Weizsäcker und Karlfried Graf Dürckheim besuchten sie. Yogananda schrieb über sie in seiner Autobiographie eines Yogi: „(Anandamayi Ma) Mein Bewusstsein hat sich nie mit meinem Körper identifiziert. Ich war dieselbe, bevor ich auf diese Erde kam. Als kleines Mädchen war ich dieselbe. Als junge Frau war ich dieselbe. Als ich heiratete, war ich dieselbe. Jetzt vor dir bin ich immer noch dieselbe. Und nach meinem Tod werde ich dieselbe in der Halle der Ewigkeit sein.“

Ihre Körperstellungen (Asanas) übte Anandamayi Ma aus dem Gefühl heraus. Sie praktizierte den Weg des kreativen und intuitiven Hatha-Yoga. Auch ihre geistigen Übungen machte sie kreativ und intuitiv. Sie übte jeweils die positiven Eigenschaften und die Vorbilder (Gottheiten, Buddhas), die sie in dem jeweiligen Moment gerade brauchte. Nacheinander flossen die verschiedensten Gottheiten durch ihren Geist. Sie visualisierte ihre Formen, identifizierte sich mit ihnen, dachte ihre Namen als Mantra und aktivierte dadurch die Kundalini-Energie in sich. Nachdem Anandamayi Ma ihren Körper und ihren Geist mit spiritueller Energie aufgeladen hatte, verweilte sie drei Jahre in der großen Ruhe. Sie sprach kaum, handelte wenig und saß überwiegend einfach nur da. Sie brauchte jetzt keine Übungen mehr. Die erwachte Kundalini-Energie reinigte von alleine ihren Körper, ihren Geist und ihre ganze Seele. Sie brauchte jetzt einfach nur viel Ruhe. Sie musste verhindern, dass die Kundalini-Energie sich in äußeren Aktivitäten auslebte. Sie musste so ruhig leben, dass sich ihre Energie nach innen wendete und von alleine alle Verspannungen auflöste.

Mutter Meera

Mutter Meera ist eine in Deutschland lebende erleuchtete Meisterin. Sie wurde am 26.12.1960 in Indien geboren und heiratete 1982 einen Deutschen. Sie lebt heute in Thalheim in der Nähe von Frankfurt. Am Wochenende gibt sie Satsang im Schloss Balduinstein. Jeder kann sie dort besuchen und kostenlos ihren Segen (Darshan) empfangen. Ihre genaue Adresse kann man im Internet erfahren. Mutter Meera gibt Licht und Segen in Stille als freies Geschenk an alle Menschen. Ihr Darshan ist kostenlos. Am Anfang kamen nur wenige Menschen zu ihr. Aber inzwischen ist sie zu einem Mittelpunkt der spirituellen Szene in Deutschland geworden.

Aussagen von Mutter Meera:

  • „Auf dem Rücken des Menschen verläuft eine weiße Linie, von den Zehen bis zum Kopf. (…) sie weist hier und da Verknotungen auf, die göttliche Personen auflösen helfen. (…) Wenn ich euren Kopf halte, löse ich diese Knoten. Ich beseitige auch andere Hindernisse für eure Sadhana (spirituelle Praxis). (…) Erreicht die Linie den Scheitel, haben die Menschen den Paramatman-Darshan. Wenn die Linie über den Kopf hinausreicht, besteht eine ständige Verbindung mit Paramatman.“ – Mutter Meera: Antworten, Teil I. 1994, Seite 38 f.
  • „Es ist nicht nötig, zu mir hierher zu kommen; ich kann überall helfen.“ (Wichtig ist die geistige Verbindung durch ein Mantra, ein Gebet, eine Meditation.) – Mutter Meera, a.a.O., Seite 87.
  • „Ich nehme jeden an, der aufrichtig zu mir kommt.“ – Mutter Meera, a.a.O., Seite 38.
  • „Ich schaue in jeden Winkel eures Seins. Ich betrachte alles in euch, um zu sehen, wo ich helfen, wo ich heilen und Kraft geben kann.“ – Mutter Meera, a.a.O., Seite 81.
  • „Ihr dürft das materielle Leben genießen, doch bringt es dem Göttlichen dar.“ (Lebt die Freude als Teil des spirituellen Weges.) – Mutter Meera, a.a.O., Seite 122.
  • „Jede Religion hat ihre grundlegenden Bücher. Es ist hilfreich, diese Hauptwerke der Religionen zu lesen.“ (In allen Religionen kann man die Wahrheit finden.) – Mutter Meera, a.a.O., Seite 134.
  • „Mein Werk (…) ist für die ganze Welt.“ – Mutter Meera, a.a.O., Seite 40.
  • „Wer zu mir zum Darshan kommt, empfängt, was immer er braucht.“ – Mutter Meera, a.a.O., Seite 59.
  • „Die Reise hat kein Ende. Die guten Eigenschaften des Geistes können unendlich gesteigert werden.“ – Mutter Meera, a.a.O., Seite 139.
  • „Beten hilft stets.“

Weblinks

 

8. Interview einer Psychologiestudentin

Nils wurde 1952 geboren und lebt seit 1988 als Einsiedler in einem kleinen, sehr einfachen Haus am Rande von Hamburg. Nachdem er seine berufliche Laufbahn zunächst als Rechtsanwalt begonnen hatte, fing er im Alter von 30 Jahren an, sich intensiv mit dem Thema “Glück“ zu befassen. Er machte verschiedene Ausbildungen und lehrt heute das „Positive Denken“ und „Yoga“. Von Nils berichtete mir eine Freundin, die bei ihm einen Yoga-Kurs an der Volkshochschule besucht hatte. Meine Freundin erzählte mir, dass sich Nils intensiv mit dem Thema „Glück und Zufriedenheit“ beschäftigte, und sie brachte mir ein Buch von ihm mit. Nachdem ich es gelesen hatte, wußte ich, dass mir Nils einiges zu meinem Thema „Innerer Friede“ berichten konnte. So rief ich ihn an, erzählte ihm von meinem Anliegen, und Nils lud mich zu einem Gespräch zu sich nach Hause ein.

Das Gespräch mit Nils fand abends statt und dauerte ungefähr zweieinhalb Stunden. Die Atmosphäre zwischen uns beiden erlebte ich von Anfang an als sehr herzlich, offen und vertrauensvoll. Da Nils keine Heizung sondern nur einen kleinen Ofen besaß und es in seinem Zimmer noch recht kühl war, wickelte er mich in seine eigene Kinderdecke aus früheren Tagen und bat mich, es mir gemütlich zu machen. So fühlte ich mich gleich geborgen und freute mich auch sehr, als er mir kurz darauf noch drei kleine Gastgeschenke überreichte: Einen Schokoladenmaikäfer – sein persönliches Glückssymbol, da er im Mai geboren ist – sowie zwei Bücher von ihm. Nachdem Nils ein wenig über den Inhalt dieser Bücher gesprochen hatte, berichtete ich ihm von der „Methode des persönlichen Gespräches“ und stellte meine Einstiegsfrage.

Nils begann dann, nach einer längeren Zeit des Nachdenkens, ausführlich und spannend von seinen Erfahrungen zum inneren Frieden zu berichten. Da er von sich aus viel zu erzählen wußte, habe ich ihn während des Gespräches in erster Linie in seinen Ausführungen begleitet und nur vereinzelt Fragen an ihn gerichtet. Nils und ich haben oft miteinander gelacht, da Nils einige Themen sehr humorvoll darstellen und dabei auch über sich selber scherzen konnte.

Am Anfang des Gespräches bat ich Nils, sich einen Moment Zeit zu nehmen und nachzuspüren, welche Bilder oder Gedanken ihm kamen, wenn er über den inneren Frieden nachdachte. Nils berichtete dann zunächst von seinem Eindruck, erst auf dem Weg zum inneren Frieden zu sein, aber doch schon sein Leben so zu leben, wie es für ihn persönlich richtig sei: „Mit meinem inneren Frieden ist das nicht so groß. Ich arbeite dran. Man könnte sagen, ich lebe meine Wahrheit, und das gibt mir das Gefühl von innerem Frieden.“ Nils berichtete dann, dass für ihn persönlich das Problem Angst bedeutsam sei: „Ich hatte als Kind eine sehr strenge Mutter und habe deshalb viele Ängste. Ich bin ein ängstlicher Mensch. Ich habe eine ängstliche Psyche. Ein wichtiges Thema ist deshalb für mich immer gewesen, wie ich mit diesen Ängsten umgehen kann. Wie schaffe ich das? Ich habe festgestellt, dass die Ängste ein Teil meiner Persönlichkeit sind und meine Aufgabe darin besteht, das zu akzeptieren.“

Nils hat zwei Methoden gefunden, die ihm helfen, mit seinen Ängsten zurecht zu kommen. Er kann sie durch spezielle Techniken bewältigen: „Ich habe alles Mögliche probiert. Mein Hauptweg ist es, sie zu managen, mit Hilfe des Yoga und des Positiven Denkens.“ Nils glaubt, dass die Menschen generell mit ihren „negativen Eigenschaften“ leben müssen, ihnen spirituelle Methoden jedoch helfen können: „Manche Leute neigen zu Ängsten, manche haben eine Wuttendenz. Grundsätzlich muss man damit leben, aber man kann seine negativen Eigenschaften mit psychischen Techniken managen und durch den spirituellen Weg langfristig auflösen. Man kann sich durch Yoga und Meditation auf eine andere Bewusstseinsebene erheben. “

Hierzu erzählte Nils die Geschichte vom Heiligen Nikolaus: „Der Heilige Nikolaus war ein christlicher Yogi, der so um 400 in der Türkei gelebt hat. Die Christen der Stadt Myra wählten ihn zu ihrem Bischof. Der Heilige Nikolaus war ein ängstlicher Mensch. Auch als er Bischof war, klagte er immer wieder darüber, dass er ständig von seinen Ängsten heimgesucht wurde. Aber eines Tages hat ihn Gott von seinen Ängsten befreit. Der Heilige Nikolaus saß an seinem Tisch und übergab Gott im Gebet seine Ängste. Er übte sich in der Gottüberlassenheit. Er opferte dem Kosmos seinen Eigenwillen. Plötzlich machte es “Zisch“, und die Ängste waren weg.“ Nils ist sehr glücklich, dass es für einen Menschen möglich ist, von seinen Ängsten befreit zu werden. „Es ist sehr erfreulich, dass er seine Ängste überwinden konnte. Wenn er seine Ängste durch den spirituellen Weg auflösen konnte, warum sollte ich es nicht auch tun können? Der Heilige Nikolaus ist ja schließlich mein Namensvetter. Nils ist eine Abkürzung für Nikolaus. Das „Heilige“ fehlt mir zwar noch (wir beide lachen), aber den Nikolaus habe ich schon.“

Nils erzählte mir bereits vor unserem Gespräch am Telefon, dass innerer Friede für ihn gleichzusetzen sei mit Erleuchtung. Er kam nun darauf zu sprechen, was dieses genau für ihn bedeutete: „Erleuchtung lässt sich ganz einfach erklären. Der Mensch hat in sich Verspannungen, im Körper und auch in der Seele. Und letztendlich ist Ängstlichkeit auch eine Form von Verspannung. Irgendwann ist sie einmal durch viele Angsterlebnisse entstanden. Erleuchtung bedeutet jetzt nichts anderes, als dass man durch bestimmte Übungen die Verspannungen auflöst. Und dann sind sie eines Tages weg. “ Ohne Verspannungen – so Nils – entsteht im Körper ein großes Wohlbefinden. „Wenn sich diese Verspannungen aufgelöst haben, ist der Körper frei von Verspannungen. Dann entsteht im Körper und auch in der Seele ein tiefes Wohlgefühl. Das heißt, man fühlt sich plötzlich wohl.“

Neben diesem Gefühl von innerem Wohlbehagen ist auch ein tiefer, friedvoller Zustand erlebbar. „Das ist nicht nur einfach Wohlgefühl, sondern man fühlt sich wohl mit sich, in sich. Und die Essenz, könnte man sagen, ist der innere Frieden. Innerer Friede auf einer ganz tiefen Ebene. Das heißt, (Nils atmet tief durch) die Ängste sind alle weg. Das ist faszinierend, man denkt, eben war ich noch ängstlich, und dann sind sie alle weg.“ Nils erzählte hierzu von einer Situation, in der sich während eines Spazierganges seine Verspannungen gelöst hatten. So konnte er – frei von allen Unzufriedenheiten – in eine andere Bewusstseinsebene gelangen und wirklichen Frieden in sich spüren. „Das war gestern so schön. Ich gehe jeden Tag zweimal eine Stunde spazieren und meditiere dabei. Plötzlich dachte ich: „Ach, dieses Scheißleben. Jetzt lebst du hier schon so lange allein als Yogi. Das ist so schrecklich. Du magst überhaupt nicht allein leben. Du würdest viel lieber mit einer Frau zusammen leben. Der spirituelle Weg ist völlig sinnlos. Kannst du nicht mal normal sein?“ „Ich war sehr unzufrieden mit mir. Ich fand mein Leben schrecklich. Dann ging ich weiter. Und plötzlich machte es “Plopp“. Plötzlich lösten sich viele Verspannungen. Und ich dachte: “Was ist denn nun? Völliger Frieden ist in mir. Alles ist so nett. Wie ist das schön hier. Die armen anderen Menschen, die leben alle falsch.“ (Wir beide lachen). Das war wirklich spannend. Durch meine Übungen habe ich erfahren, dass die Verspannungen aufgelöst werden können. Dann verändert sich der Bewusstseinszustand. Man kommt in eine andere Bewusstseinsebene. Ich empfand wirklich nur Frieden und Wohlgefühl mit mir. Ich war mit mir und der Welt zufrieden. So ungefähr funktioniert die Erleuchtung.“

Oft entsteht vor dem Bewusstseinswandel eine sogenannte Unlustphase, die auch Nils auf seinem Spaziergang deutlich wahrnehmen konnte. Er sagte, dass es sehr wichtig sei, diese Unlustgefühle durchzustehen, damit sich die Verspannungen wirklich lösen können. „Das ist typisch für den spirituellen Weg. Wenn sich Verspannungen auflösen, entsteht vorher eine Unlustphase. Das heißt, man ist massiv unzufrieden mit sich, mit der Welt und auch mit dem spirituellen Weg. Da muss man durchgehen. Wenn man nicht durchgeht, lösen sich die Verspannungen nicht, und man kommt nicht zum inneren Wohlgefühl.“

Nils beschrieb noch einmal, wie er selber auf seinem Spaziergang durch diese Phase hindurch gegangen und zu seinem inneren Frieden durchgestoßen war: „Die Unlustphase gestern war sehr massiv. Ich wäre am liebsten geflüchtet. Aber ich machte meinen Spaziergang. Ich konnte ja nicht rückwärts gehen. Das ging nicht. Ich musste vorwärts gehen. Ich kenne das Prinzip. Das ist auf dem Yogiweg normal. Ich wußte, es sind noch zehn Schritte, dann bist du durch diese Phase durch. Dann bist du in einem anderen Bewusstseinszustand. Und so war es auch: Tapp, tapp, tapp. Zehn Schritte. Flopp, weg war es. (Nils atmet tief durch) Ah, es war herrlich, diesen inneren Frieden zu spüren.“

„Meine Erfahrung ist, dass sich in der Erleuchtung die Angst aufhebt. Das ist für mich faszinierend. Meistens war ich in diesen Erleuchtungserlebnissen ein bis zwei Stunden. In dieser Zeit hatte ich wirklich keine Ängste mehr. Vorher habe ich mir viele Sorgen gemacht. Ich hatte Angst vor dem Tod und vor der Einsamkeit. Ich dachte, dass ich alleine nicht glücklich sein kann. Dann trat ich in den Erleuchtungszustand ein und alles war plötzlich okay. “Einsamkeit? Es ist doch schön hier!“ (Wir lachen). “Ich kann es also wirklich bestätigen, dass der Mensch normalerweise mit seinen seelischen Tendenzen leben muss, sie aber in der Erleuchtung aufgehoben sind. Das heißt, man lebt als Erleuchteter in einem Zustand von tiefem Glück. Innerer Friede und inneres Glück sind zwei Dinge, die im Bewusstsein zusammengehören.“

Nils erzählte weiter, daß es vieler Jahre Übung bedarf, um an die eigenen Verspannungen heranzukommen. Wenn sich diese dann gelöst haben, stellt sich auch nicht sofort eine dauerhafte Erleuchtung ein. „Bei diesem Weg der Erleuchtung ist es normalerweise so, dass man viele Jahre übt. Und dann kommt man irgendwann an den Kernpunkt seiner Psyche ran. Das heißt, man kommt an tiefe Verspannungsschichten heran. Wenn sich diese Verspannungsschichten aufösen, entsteht Erleuchtung. Dann ist es aber auch nicht so, dass man jetzt dauerhaft erleuchtet ist, sondern es gibt Phasen, wo man wieder reinkommt. Und es gibt Phasen, wo man wieder aus der Erleuchtung herausfällt. Es ist ein sehr langer Weg, bis man dauerhaft erleuchtet ist.“

Zur Zeit befindet sich Nils in einer Reinigungsphase, in der sich viele Verspanungen ganz von alleine lösen. „Wenn man beständig seine spirituellen Übungen macht, kommt man irgendwann an den Punkt, wo die ganze verspannte Psyche in sich zusammenbricht. Dann entsteht soviel Energie im Körper, dass sich alles von allein löst. In dieser Phase hin ich jetzt.“ Nils begann an dieser Stelle den Weg zu beschreiben, der ihn an seine eigenen Grundverspannungen herangeführt hat. Ich möchte diese Schilderungen im folgenden gerne ungekürzt wiedergeben, weil ich sie sehr spannend und interessant finde. „Ich habe Jura studiert und hatte während des zweiten Examens starke Ängste. Danach bin ich in eine tiefe Depression geraten. In dieser depressiven Phase ging es mir wirklich schlecht. Ich habe Tabletten genommen, um meine Depression zu überwinden und um schlafen zu können. Nach einigen Wochen war ich tablettenabhängig. Die Tabletten haben nicht mehr viel genützt, aber ohne Tabletten ging es mir noch schlechter.“

„Ich wollte meine Tablettenabhängigkeit überwinden. Ich habe die Tabletten nicht mehr genommen. Aber dann konnte ich nicht schlafen. Ich wollte aber schlafen, weil ich sonst den ganzen nächsten Tag müde gewesen wäre und mich schlecht gefühlt hätte. Dieser Wunsch zu schlafen hat mich stark verspannt und mich letztlich am Einschlafen gehindert. Ich habe mir deshalb gesagt: “Ich nehme die Situation einfach an. Ich akzeptiere es, wenn ich nicht schlafen kann. Ich übe mich in der Bescheidenheit. Ich lebe einfach das Leben, wie es ist. Wenn du nicht schlafen kannst und wenn es dir schlecht geht, dann geht es dir eben schlecht.“ „Ich habe es konsequent geübt, mich nicht durch meine Gedanken zu verspannen. Es war ein großes Ringen in mir. Das ging über Wochen. Und dann kam ich plötzlich an den Punkt, da trat auf einer tiefen Ebene ein starkes Unlustgefühl auf. Ich wollte die Gedankenarbeit nicht mehr. Da habe ich mir in meine Erinnerung gerufen, dass ich meine Depression überwinden wollte. Es wühlte eine Woche stark in mir, und dann brach plötzlich der tiefe Verspannungskern in mir auf, es machte „Plopp“, und ich war alle Ängste los. Ich war zur Erleuchtung durchgebrochen. Ich hatte kein Ich-Bewusstsein mehr. Ich habe mich nicht mehr mit mir identifiziert. Es war alles ganz friedlich. Ich war alles. Ich war der Kosmos. Nach einer Woche hatte ich aber wieder ein neues Ich.“ Im Nachhinein bewertet Nils dieses Erlebnis als unvollständige Erleuchtung. „Wenn ich das jetzt rückblickend betrachte, würde ich sagen, ich hatte noch zu viele Verspannungen in mir. Deshalb konnte sich noch kein großes inneres Glück entwickeln. Die zweite Seite des inneren Friedens, das große innere Glück fehlte mir noch. Es war nur ein halbfertiger Erleuchtungszustand. Aber immerhin habe ich es geschafft, dadurch, dass ich konsequent an meiner Leidablehnung gearbeitet habe, meinen tiefen Verspannungskern aufzulösen und zum inneren Frieden zu gelangen.“

Nils sieht es auf dem Weg zur Erleuchtung als die größte Schwierigkeit an, zu dem eigenen tiefen Problemkern vorzustoßen. Ihn selber hat sein sehnlicher Wunsch, seine Depression loszuwerden, veranlasst, an seinem Innersten zu arbeiten. „Bei mir war das so. Ich hatte eine Depression. Ich wollte sie wirklich loswerden. Das hat mich dazu gebracht, konsequent durch meine inneren Widerstände hindurch zu gehen. Danach konnte ich durch meine spirituellen Übungen immer wieder leicht an diese tiefen Bewusstseinsebenen herankommen.“

Nils erzählte auch von seinem zweiten Erleuchtungserlebnis drei Jahre später, bei dem die Kundalini-Energie in seinem Körper aktiviert wurde. „Drei Jahre später habe ich ein Wochenendseminar bei dem taoistischen Meister Mantak Chia gemacht. Das hat in mir viel gereinigt. Und dann lag ich einige Monate später morgens im Bett und meditierte. Plötzlich stieg in mir aus dem Becken die Kundalini-Energie hoch, bis in die Mitte des Kopfes. “ (Erklärung zur Kundalini-Energie aus Nils „Yoga-Buch“: „Die Kundalini-Energie ist, nach dem indischen Yoga, der stärkste Energiestrom im menschlichen Körper. Wenn diese Energie das Scheitelchakra erreicht, entsteht das Gefühl der Vereinigung des Menschen mit dem Kosmos, und ein großes Glück ist wahrnehmbar.“). Nils erklärte, dass es das Ziel im indischen Yoga sei, diese Energie im Scheitelchakra zu aktivieren. Ihm selber ist dies bislang nur ein einziges Mal geschehen. „Da hatte ich die Erleuchtung auf der tiefsten Ebene. Das kann ich beschreiben als das Gefühl, in einer umfassenden Liebe zu sein. Alles ist Liebe. Es gibt dich nicht mehr. Du löst dich in dieser Liebe auf.“ „Dazu kam das Gefühl von innerem Frieden. Aus meiner Kindheit, weil ich ja diese strenge Mutter hatte, die immer an mir herumgemeckert hat, hatte ich das Gefühl von mir, ich bin nicht richtig, so wie ich hin. Als ich dann in diesem Zustand der tiefen Erleuchtung war, (Nils erzählt sehr befreit und losgelöst) da erkannte ich plötzlich, dass ich genau so richtig bin, wie ich bin! Ich bin nicht falsch, sondern ich bin richtig. Das war eine tiefe Befreiung.“

Nils fasst noch einmal seine zwei intensivsten Erieuchtungserlebnisse zusammen. „Das erste, nach der Depression, wo ich in ein kosmisches Bewusstsein kam. Und das zweite, wo sich meine Kundalini-Energie entfaltet hat und wo ich den Zielzustand erlebt habe.“ Nils berichtete von den Methoden, durch die man innerlich wachsen und zur Erleuchtung gelangen kann. Er erzählte zunächst vom Zen-Weg, der schnellsten, aber seiner Meinung nach auch sehr schwierigen Methode, um erleuchtet zu werden. „Was sind für mich die zentralen Methoden? Sai Baba (ein indischer Meister) lehrt als Kernmethode, sich einfach hinzusetzen und nicht zu denken. Das ist der reine Zen-Buddhismus. Es gibt ein Buch, in dem Sai Baba diese Methode einem seiner deutschen Anhänger gezeigt hat. Der Mann war sehr stark und spirituell sehr fortgeschritten. Er hat sich drei Jahre einfach nur an einem ruhigen Ort hingesetzt und meditiert. Er hat die Gedankenstopp-Technik praktiziert. Er hat drei Jahre lang konsequent nicht gedacht. Wenn Gedanken auftauchten, hat er sie wieder losgelassen. Dadurch lösten sich alle inneren Verspannungen. Das Ganze war für ihn ein sehr intensiver innerer Arbeitsprozeß. Nach drei Jahren war er erleuchtet. Das ist der ganz schnelle, ganz radikale, ganz brutale Weg. Setz dich einfach hin und denke so lange nicht, bis du erleuchtet bist.“

Nils praktiziert dagegen einen sanften Reinigungsweg. „Mein spiritueller Weg besteht darin, dass ich meine Verspannungen durch die fünf Techniken Liegen, Lesen, Gehen, Gutes tun (etwas arbeiten) und Lebensfreude (das Leben auch etwas genießen) auflöse. Es ist klar, man entspannt sich, wenn man im Bett liegt und meditiert. Man löst Verspannungen, wenn man positive Bücher liest. Auch beim Spazierengehen lösen sich Verspannungen. Wenn man positiv denkt, lebt und arbeitet, lösen sich Verspannungen. Und wenn man im richtigen Maß die Freude lebt, tut das auch der Seele gut.“

Bei diesem Weg achtet Nils genau auf sein inneres Gespür, das ihm mitteilt, welche der Methoden er gerade anwenden soll. „Wenn ich das Gefühl habe, ich sollte spazieren gehen, weil das mir jetzt gut tut, dann tue ich das. Wenn ich das Gefühl habe, ich sollte mich ins Bett legen, weil das jetzt meine Verspannungen löst, tue ich das. Ich gehe zweimal am Tag eine Stunde spazieren. Ich meditiere dreimal am Tag. Aber nur im Bett liegen und spazierengehen, das wäre mir doch ein bisschen wenig (wir lachen). Deswegen lese ich außerdem in meinen spirituellen Büchern und arbeite jeden Tag drei bis vier Stunden. Und zwischendurch genieße ich das Leben auch etwas. Ich esse schöne Dinge, höre schöne Musik, sehe etwas fern und surfe im Internet.“ „Ich bin nur ein kleiner schwacher Yogi. Ich habe viele innere Verspannungen. Ich brauche einen spirituellen Weg, den ich lange durchhalten kann. Gleichzeitig soll mein spiritueller Weg aber auch effektiv sein und mich möglichst noch in diesem Leben zum Ziel bringen. Einen Weg mit etwas Freude, etwas Kontakt und einer sinnvollen Arbeit kann man lange durchhalten. Mein Yoga-Meister Swami Shivananda lehrte den Weg der kleinen Schritte: `Meditiere etwas, arbeite etwas, habe etwas Geselligkeit, mache etwas Yoga, treibe etwas Sport, iss etwas und singe etwas. Lebe an einem Ort der Ruhe, übe nach einem spirituellen Tagesplan und arbeite für das Ziel einer glücklichen Welt. Bete jeden Tag zu den erleuchteten Meistern, und dein Leben wird gesegnet sein.` Das alles tue ich. Mein Weg ist nach meinem Gefühl für mich genau richtig so.“

Nach einer kleinen Pause wendete ich mich an dieser Stelle des Gespräches noch einmal einem Punkt zu, den Nils bereits am Anfang des Gespräches erwähnt hatte. Er erzählte dort von den Energien anderer Menschen, die er heute so gut spüren kann. Ich fragte ihn nun, ob er mir darüber und allgemein über seine Beziehung zu anderen Menschen noch ein wenig ausführlicher berichten möchte. Nils berichtete daraufhin zunächst von seinem Wunsch nach einer glücklichen Welt. Er hatte sich bereits als Jugendlicher in der Politik engagiert und für soziale Werte eingesetzt. Diese Aktivitäten sieht Nils heute als Grundlage für sein Verantwortungsgefühl gegenüber seinen Mitmenschen. „Es war wirklich mein Wunsch, eine glückliche Welt zu schaffen und für Gerechtigkeit und Frieden einzutreten. Ich habe zehn Jahre lang intensiv in der Politik gearbeitet. Das hat mir ein Bewusstsein für die universelle Verantwortung gegeben.“

Im Gegensatz zu früher kann Nils heute die Energie zwischen sich und seinen Mitmenschen besser fühlen, so dass ihm der Umgang mit anderen leichter fällt. „Früher war ich etwas dogmatisch (wir lachen), da hatte ich Schwierigkeiten, mit anderen Menschen mitzufühlen und tappte öfter ins Fettnäpfchen. Ich habe Frauen gegenüber Dinge gesagt, die sie verletzt haben, ohne das zu wollen. Ich hatte einfach kein Gespür für andere Menschen. Das war sehr schwierig. Dadurch, dass ich jetzt Energie spüre, ist es leichter für mich.“

Nils hat ein größeres Bewusstsein für falsche, verletzende Äußerungen. Dennoch fehlt ihm auch heute noch manchmal das Feingefühl im Kontakt mit anderen. Allerdings werden ihm falsche Bemerkungen seinerseits nun sofort bewusst, und er kann sich schnell korrigieren. Er erzählte hierzu von einer Situation, wie sie ihm in einem seiner Kurse an der Volkshochschule widerfahren war. „Am Montag, in der Yoga-Gruppe, da fing eine Frau an, über den zu kleinen Raum zu meckern. Da habe ich gesagt: ‚Du, wir sind in einem Positiv-denken-Kurs!‘ Das war witzig von mir gemeint. Die ganze Gruppe hat gelacht, aber sie hat es verletzt. Ich habe sofort gemerkt, und das hätte ich früher nie getan, das war zu hart für sie. Sie hat dann 1 1/4 Stunden gebraucht, um es zu verarbeiten. Und erst bei der Meditation nachher, da löste es sich. Ein Gedanke des Verzeihens schwebte durch den Raum und kam bei mir an. Ich mache auch schon mal Fehler, aber ich kriege sie immer mit. Ich kriege es häufig gleich mit, wenn ich etwas zu hart sage, dann kann ich mich korrigieren oder bremsen. Von daher ist das Energiegespür sehr hilfreich.“

Auch zu Tieren kann Nils eine intensive Gefühlsebene aufbauen. Er erzählte von der Begegnung mit einem Reh, bei dem er ganz viel Liebe zwischen sich und dem Tier spüren konnte. „Ich spüre nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere. So ging ich eines Abends spazieren. Da standen Rehe auf der Wiese. Sie überlegten, ob sie flüchten sollten oder nicht. Ein Mutterreh, das hatte ganz viel Liebe in sich. Es betrachtete mich mit Liebe. Es rannte nicht weg. Vielleicht war es das Reh, das in der Nähe meines Hauses lebt und dort jedes Jahr seine Kinder großzieht. Ich spürte eine starke Verbindung von Herzchakra zu Herzchakra. Das Reh stand einfach nur da und sah mich voller Liebe an. Ich habe dann einige liebe Worte zu ihm gesagt. Ja, das war irre. Ich habe die Möglichkeit, auf einer ganz tiefen Ebene Kontakt zu Tieren aufzunehmen, weil ich sie energetisch spüren kann. Und ich denke, sie spüren mich auch.“

Am Ende unseres Gespräches fragte ich Nils, ob er noch etwas Wichtiges sagen mochte. Er berichtete daraufhin, dass Ruhe, Positives Denken und Visualisierungen für ihn die besten Methoden sind, um zur Erleuchtung zu kommen. Nils erzählte, dass es für ihn zwei Hauptformen der Visualisierung gibt. Zunächst erklärte er die Methode, auf den Kosmos, Gott, die Ganzheit zu meditieren. „Bei der Visualisierung gibt es zwei Möglichkeiten. Die eine besteht darin, sich mit dem Kosmos zu identifizieren. Im tibetischen Buddhismus gibt es die Übung, den Himmel voller Sterne zu visualisieren. Man kann auch die Natur, die Bäume, die Tiere und den Himmel betrachten, um in ein kosmisches Bewusstsein zu gelangen. Man kann allen Wesen Licht senden, den ganzen Kosmos mit Licht füllen, sich als eins mit dem Licht sehen und so sein inneres Glück erwecken. Die zweite Methode ist der Vorbild-Yoga. Man visualisiert sich als Buddha, Shiva oder Jesus Christus und erweckt dadurch seine Kundalini-Energie. Bei dieser Technik spürt man als erstes, durch welches Vorbild man heute am besten in eine Erleuchtungsdimension hinein kommt. Ich stelle dazu gerne immer passende Statuen auf meinen Altar oder schaue mir ein Bild des erleuchteten Vorbildes an.“

Nils erklärte darüber hinaus, dass es für ihn persönlich noch eine dritte Methode gibt, um zum inneren Frieden zu gelangen. Diese Methode besteht darin, ganz sich selbst zu leben und man selbst zu sein. „Ich habe festgestellt, ich brauche noch eine dritte Methode: Ich muss ganz der sein, der ich bin. Ich muss mit mir in Harmonie sein. Ich muss auf meine Art leben. Ich muss eine mir angemessene Lebensweise praktizieren. Ich brauche viel Zeit und Ruhe, ich muss etwas nach dem Lustprinzip leben, und ich brauche eine erfüllende Lebensaufgabe. Letztlich brauche ich einen tieferen Sinn, aus dem heraus ich lebe und den ich auf meine persönliche Art umsetze.“

9. Yoga-Videos bei YouTube

8:47 Glücks-Yoga (Grundübungen)

4:46 Glücksyoga II

8:53 (Min.) Computer Yoga

5:30 How to do Computer Meditation

3:57 Heilende Energieübungen

6:05 Yoga-Meditation (Entspannung in fünf Minuten)

6:18 Kreativer Hatha-Yoga (Entspannung in fünf Minuten)

11:56 Schüttelmeditation (Entspannung am Computer)

19:15 Licht-Meditation

7:51 Yoga-Meditation

10:01 Indische Musik

Weitere Videos

10. Weblinks

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