Buddhismus für Anfänger: Die wichtigsten Lehren. Die besten Übungen. Mit Zitaten des Dalai Lama

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Nils Horn, Hamburg 2021

Eine kurze Einführung in den Buddhismus. Dazu gibt es viele ergänzende Videos. Wir lernen die wichtigsten spirituellen Techniken kennen. Das Buch hilft uns Frieden, Gelassenheit und Glück im Alltag zu finden. Jedem Kapitel wird ein Zitat des Dalai Lama vorangestellt.

Inhalt

Buddha

Dharma

Die fünf Silas

Die vier Brahmaviharas

Sangha

Nagarjuna, Bodhidharma und Padmasambhava

Gibt es Gott?

Gibt es eine Seele?

Gibt es ein Leben nach dem Tod?

Gibt es ein nächstes Leben?

Der Sinn des Lebens

Äußere und innere Selbstverwirklichung

Wie werde ich ein Buddhist?

Der Bodhisattva

Der mittlere Weg

Das Leben meistern

Die Verbreitung der buddhistischen Lehre

Tibetischer Buddhismus

Zen-Buddhismus

Theravada

Die Lehre vom Reinen Land

Nichiren-Buddhismus

Westlicher Buddhismus

Zur Ruhe kommen

Gedankenstopp

Atem-Meditation

Mantra-Meditation

Chakra-Meditation

Gehmeditation

Fantasiereise

Die besten Übungen

Tägliche Selbstbesinnung

Stress herausbewegen

Progressive Muskelentspannung

Bodyscan

Meditation über die vier Punkte der Achtsamkeit

Vipassana

Zen-Meditation

Meister-Yoga (Guru-Yoga)

Was ist die beste Meditation für dich?

Der Weg der Achtsamkeit

Buddhismus und Positives Denken

Gottheiten-Meditation

Buddha der Ruhe

Buddha der Kraft

Buddha der Liebe

Buddha des Glücks

Segnung

Mein spiritueller Weg

Yoga und Buddhismus

Einheit aller Religionen

Eine Welt des Friedens, der Liebe und des Glücks

Dalai Lama: „Der Dharma ermutigt uns zu begreifen, dass wir frei sein können vom inneren und äußeren Leid, das unter den anderen menschlichen Wesen wütet.“

Nils: Wie werden wir frei vom Leid des Lebens? Der Buddhismus lehrt uns, dass wir die Anhaftung an die äußeren Dinge loslassen müssen. Wir sollten innerlich abgeschieden von der äußeren Welt sein. Wir sollten uns vor negativen Energien schützen. Wir können unseren inneren Frieden bewahren, wenn wir nicht auf die Aggressionen unserer Mitmenschen einsteigen. Wir sollten eine gewisse Distanz zum äußeren Leben bewahren. Das gelingt uns durch Zeiten der Ruhe, der Erholung und der Meditation. Das gelingt uns durch die Achtsamkeit auf unsere Gedanken. Wir pflegen Gedanken von Gelassenheit, Gleichmut, Weisheit, Mitgefühl und Liebe. Wir handeln weise in einer Welt der Unweisheit. Wir leben als Buddha der Ruhe in einer Welt der Unruhe. Wir gehen den Weg der Liebe, wo andere Egoismus, Krieg und Leid säen.

Buddha

Dalai Lama: „Wir sollten uns in der Entwicklung von Tugenden und in der Überwindung von Lastern üben, damit wir in unserem Glück wachsen. Wenn wir konsequent sind, können wir von Stufe zu Stufe voranschreiten, bis wir ein Buddha sind. Wer auf Buddha meditiert, wird ein Buddha.“

Buddha ist das große Vorbild im Buddhismus. Er verkörpert die Eigenschaften Ruhe, Gelassenheit, Weisheit, Selbstdisziplin und Liebe. Viele Jahre suchte er nach der Befreiung vom Leid des Lebens. Er suchte nach innerem Frieden und Glück. So fand er den Weg der Erleuchtung.

Der historische Buddha hieß Siddhartha Gautama. Er wurde 563 vor Christus in Lumbini, Indien geboren. Das genaue Datum seiner Geburt und seines Todestages ist umstritten. Siddhartha stammte aus einem nordindischen Adelsgeschlecht. Im Alter von 16 Jahren heiratete er die Prinzessin Yasodhara. Sie bekamen einen Sohn. Im Alter von 29 Jahre machte sich Siddhartha auf die Suche nach dem tieferen Sinn des Lebens. Er lernte bei mehreren Meistern und probierte verschiedene spirituelle Techniken aus. Sechs Jahre zog er sich als Yogi von der Welt zurück. Dann brach er im Alter von 35 Jahren zur Erleuchtung durch. Er wurde ein Buddha, ein Erwachter.

Zur Erleuchtung gelangte er durch den mittleren Weg zwischen strenger Askese und Lebensgenuss. Zuvor hatte er sich bei der Meditation zu sehr angestrengt. Jetzt gab er auch dem Körper was er brauchte. Dadurch lösten sich die inneren Energieblockaden und er gelangte in immer tiefere Stufen der Versenkung. In der Erleuchtung sah er seine früheren Leben. Deshalb gehört die Lehre von der Reinkarnation zu den Kernbestandteilen des Buddhismus. Buddha erkannte auch das Gesetz des Karmas. Er wusste was zum Leiden und was zur Befreiung vom Leiden führt. Daraufhin entwickelte er den achtfachen Pfad zur Erleuchtung. Er besteht im Wesentlichen aus der Achtsamkeit auf das Denken und Handeln, aus der Meditation und aus einer Gesinnung der umfassenden Liebe.

Nach seiner Erleuchtung wanderte Buddha 45 Jahre durch Indien und verbreitete sein Wissen unter seinen Mitmenschen. Er gründete einen Mönchs- und einen Nonnenorden. Bei seinem Tod ermahnte er seine Anhänger: „Wahrlich, ich sage euch nun Mönche: Alle Erscheinungen sind flüchtig und dem Verfall unterworfen. Übt ernsthaft an eurer Befreiung.“ Der Buddhismus ist ein Weg der Selbstdisziplin. Inneren Frieden, Glück und Erleuchtung bekommt man nicht geschenkt. Man muss diesen Weg ernsthaft und konsequent praktizieren, damit man die positive Ergebnisse erzielen kann.

Dharma

Dalai Lama: „Nur ein Weg schenkt uns wirklich in umfassendem Sinn die Mittel, uns fest im Glück und Segen zu verankern und uns vom Leid zu befreien: Dharma, religiöse Übung, gelebte Religion.

Der Buddhismus ist ein großer Schatz. Er ermöglicht uns in diesem und in allen zukünftigen Leben den Weg des Glücks und der Liebe zu gehen und uns vom Leid des Lebens zu befreien. Der spirituelle Weg führt uns zu innerer Heilung, zu dauerhaftem Glück, zur Erleuchtung und zu einem Leben im Licht, im Paradies, im Nirwana. Nirwana ist das höchste Glück, weil wir unser Ego überwunden haben, im erleuchteten Sein leben und die Glücksenergie in uns fließt. Wir erfahren in uns eine unermessliche Dimension von Frieden, Liebe und Glück. Wir brauchen dazu nur eins. Wir müssen den Weg gehen. Lesen alleine genügt nicht. Wir müssen jeden Tag an unseren Gedanken arbeiten, auf unsere Handlungen achten, meditieren, unseren Geist auf das spirituelle Ziel ausrichten und Liebe in die Welt bringen. Dann wird jeder Tag zu einem weiteren Schritt ins Licht.

Dharma ist die buddhistische Lehre. Grundlegend ist die Lehre von den vier edlen Wahrheiten. Die erste edle Wahrheit lautet, dass das Leben leiden (Dukkha) ist. Es gibt das Leid im Leben. Der Verlust von geliebten Menschen ist leiden. Der eigene Tod ist leiden. Krankheit ist leiden. Armut, Hunger und Krieg sind leiden. Es gibt kein Leben ohne leiden. Für manche Menschen ist das Leben ein beständiger Leidensweg. Aber es gibt Hoffnung.

Die zweite edle Wahrheit analysiert die Ursachen des Leidens. Die Hauptursachen des Leidens sind Anhaftung an Sinnesvergnügungen, die Ablehnung von leidhaften Situationen und Unwissenheit vom Weg des inneren Glücks. Daraus folgt die dritte edle Wahrheit vom Verlöschen des Leidens. Werden die Ursachen beseitigt, verschwindet das Leiden. Wenn wir ohne Anhaftung und Ablehnung leben und uns auf den spirituellen Weg konzentrieren, gelangen wir ins erleuchtete Sein. Wir werden zu einem Buddha. Wir haben Frieden, Glück und Liebe in uns. Werden die Anhaftungen (inneren Verspannungen, Energieblockaden) beseitigt, erwacht unsere innere Buddha-Natur. Von alleine entfaltet sich unser inneres Glück.

Die vierte edle Wahrheit ist der achtfache Pfad. Er konkretisiert den Weg zur Überwindung des Leidens. Wir erlangen inneren Frieden, wenn wir regelmäßig meditieren. Wir bewahren unseren inneren Frieden, wenn wir achtsam auf unsere Gedanken und Taten sind. Wir gelangen in das Erleuchtungsbewusstsein, wenn wir wie ein Buddha denken und handeln. Wir meditieren wie ein Buddha. Wir leben in der umfassenden Liebe wie ein Buddha. Und wir sind achtsam auf unsere Gedanken und Worte wie ein Buddha.

Im Laufe der Jahrtausende nach Buddha haben sich vielfältige Techniken entwickelt, mit denen wir zur Erleuchtung kommen können. Aber alle setzen den ersten Schritt auf dem achtfachen Pfad voraus. Der erste Schritt ist ein klarer Entschluss, konsequent bis zum Ziel den Weg der Weisheit zu gehen. Daraus folgt als zweites die Umsetzung im täglichen Leben, das Leben nach einem spirituellen Tagesplan und das beständige Streben (Üben).

Dalai Lama: „Wer die Stufenfolge des spirituellen Weges beachtet, legt ein solides Fundament für die Erleuchtung.“

Welche Stufen gibt es auf dem spirituellen Weg? Zuerst müssen wir Weisheit erwerben. Wir sollten darüber nachdenken, was die Ursachen unseres Leidens sind und wie das Leiden zu überwinden ist. Die Ursachen des Leidens sind meistens in unserer Psyche zu finden. Wir lehnen bestimmte Gegebenheiten ab und haften an bestimmten Dingen an. Dadurch entstehen Ängste, Wut, Trauer, Sucht und Depressionen. Wir leben im inneren Leid. Laut wissenschaftlicher Forschung kommen etwa 90 % des Leidens aus uns selbst. Wir brauchen eine Glückspsyche, damit wir in unserem Leben relativ dauerhaft glücklich sein können. Eine Glückspsyche bekommen wir, indem wir jeden Tag konsequent an unseren Gedanken, unseren Eigenschaften und unserem Verhalten arbeiten. Wenn wir bewusst inneren Frieden, Weisheit, Liebe und Glück trainieren, werden diese Eigenschaften in uns wachsen. Wir sollten uns bemühen positiv zu denken. Wir sollten uns darauf orientieren, ein erleuchteter Buddha zu werden und dauerhaft im Licht und in der Liebe zu leben.

Der erste Schritt besteht darin über das Leben nachzudenken, das Ziel der Erleuchtung zu begreifen und alle Zweifel zu überwinden. Der zweite Schritt ist dann der klare Entschluss das Ziel anzustreben. Der dritte Schritt ist es einen täglichen Übungsplan aufzustellen. Dieser Übungsplan sollte eine Meditation, das Lesen eines spirituellen Textes, ein Ritual der positiven Besinnung und eine Bitte an die erleuchteten Meister um Führung und Hilfe enthalten. Der vierte Punkt ist es Ausdauer zu trainieren und mit Ausdauer den Weg des Glücks, der Liebe und des inneren Friedens zu gehen. Der fünfte Schritt ist dann die innere Ausrichtung an den fünf Silas (nicht töten, nicht stehlen, nicht lügen, keine berauschenden Mittel und kein sexuelles Fehlverhalten).

Wenn wir diese fünf Schritte in unserem Leben verankert haben, dann haben wir eine solide Basis für unsere spirituellen Entwicklung geschaffen. Alles andere ergibt sich von alleine. Wir müssen nur genau die Situation betrachten und erkennen, was gerade richtig auf unserem spirituellen Weg ist. Grundsätzlich ist es gut, an einer spirituellen Gruppe teilzunehmen, einen erleuchteten Meister zu haben und Zeiten des intensiven spirituellen Übens in das Leben einzuplanen. Wir sollten uns überlegen, was wir zum Aufbau einer Welt der Liebe, des Friedens und des Glücks beitragen können. Wir sollten uns auf unserem Weg weder überfordern noch unterfordern. Wenn wir einen mittleren Weg mit etwas Freude gehen, können wir endlos auf unserem spirituellen Weg bleiben.

Die fünf Silas

Dalai Lama: „Alle Tiere – alles was unseren Planeten bevölkert- sind unsere Gefährten. Ich beobachte, dass Menschen, denen das Mitgefühl für Tiere fehlt, auch das Mitgefühl für menschliche Wesen verloren geht. Es ist für mich sehr schmerzhaft, dass man Tiere zu wissenschaftlichen Versuchen missbraucht. „

Die fünf Silas sind die grundlegenden Richtlinien der buddhistischen Ethik. Sie legen die Basis für eine erfolgreiche spirituelle Praxis. Ein spiritueller Weg ohne Moral führt in die Katastrophe. Er zerstört den Einzelnen und die Gesellschaft. Wir haben in letzter Zeit viele Beispiele fehlgeleiteter spiritueller Lehrer und Schüler kennengelernt. Im Christentum gab es die viele Fälle des sexuellen Mißbrauchs. Sie haben das Christentum in der heutigen Zeit grundlegend beschädigt. Sie haben für eine große Austrittswelle aus den christlichen Kirchen gesorgt. Daraus können wir die Bedeutung der Moral für eine Religionen erkennen.

Im Islam gab viele Fälle von Hass, Gewalt und sexueller Unterdrückung. Es gab viele Selbstmordattentäter. Es gab Terroranschläge. Es gab den extrem grausamen Krieg des IS. Es gab Folter, Mord und Frauenunterdrückung. Die Täter landen sicherlich in der Hölle. Aber das Bild des Islam ist in derzeit sehr abschreckend.

Auch im Buddhismus gibt es viele Mißbrauchsfälle. Buddhistische Lehrer mißbrauchen ihre Schülerinnen, bereichern sich am Geld ihrer Organisation und verfallen in einen extremen Konsumismus. Aber der Buddhismus hat trotzdem noch weitgehend ein positives Image. Es sind bis jetzt nur Einzelfälle. Aber sie schaden trotzdem dem Buddhismus erheblich. Des Weiteren sind diese Lehrer ein sehr schlechtes Vorbild für ihre Schüler. Wir sehen daran, wie wichtig die fünf Silas im Buddhismus sind. Sie schützen uns und helfen bei der Verbreitung des Buddhismus.

Die fünf Silas lauten kurz zusammengefaßt: Nicht töten, nicht stehlen, nicht lügen, kein sexuelles Fehlverhalten und kein Missbrauch von berauschenden Mitteln. In unserer dekadenten westlichen Gesellschaft wird sehr oft dagegen verstoßen. Wir töten massenweise Tiere, halten sie unter unwürdigen Bedingungen und essen ihr Fleisch. Wir beuten die armen Länder der Welt aus und die Kapitalisten beuten uns selbst aus. Auf scheinbar legale Weise bestehlen sich die Menschen im globalen Kapitalismus gegenseitig durch ungerechte Verträge und Gesetze. Das Ergebnis ist massenweise Hunger, Krieg und Elend auf der Welt.

Jeder belügt jeden. Es ist kaum möglich in der westlichen Welt ohne beständiges Lügen zu überleben. Die Politiker belügen das Volk. Die Massenmedien manipulieren die Massen. Die Wahrheit und die Weisheit hat einen schweren Stand in unserer westlichen Konsumgesellschaft. Die Wahrheit ist, dass es den Weg der Erleuchtung gibt und dass das Glück innen liegt und nicht Außen zu finden ist. Wo finden wir diese Wahrheit in den Schulen, in den Universitäten und in den Massenmedien? Kaum.

Berauschende Mittel gehören zum Alltag dazu und halten die ganze Gesellschaft ständig in einem Rauschzustand. Alkohol ist eine gesellschaftlich ankannte Drogen. Drogen verbreiten sich massenweise durch den illegalen Drogenhandel, gegen den die Polizei machtlos ist. Eine der schlimmsten Drogen ist Fastfood. Es reduziert die Lebenserwartung um Jahrzehnte und erzeugt viele Krankheiten. Als Droge kann man auch das Konsumfernsehen, die Videospiele und das jetzt legalisierte Glücksspiel ansehen.

Sexueller Missbrauch ist normal in unserer Gesellschaft. In der Prostitution gibt es Menschenhandel, Frauenunterdrückung und sehr viel Leid. Prostitution führt bei vielen Frauen zu großem seelischen und körperlichem Leid. In unserer Gesellschaft gilt Sexualität als frei. Aber wenn wir genau hinsehen gibt es in sexuellen Beziehungen sehr viel Mißbrauch und Leid. Deshalb leben immer mehr Menschen als Single.

Der Weg des inneren Glücks beginnt mit eine positiven Moral. Wir sollten nicht bei Verboten stehenbleiben, sondern zu Geboten kommen. Ein spiritueller Mensch lebt grundsätzlich in der Wahrheit. Er praktiziert Gewaltlosigkeit. Er missbraucht nicht seine Mitmenschen, weder seine Kinder, noch seine Partner und erst recht nicht als spiritueller Lehrer seine Schülerinnen. Berauschende Mittel braucht er nicht, weil er sich durch Meditation und positives Denken glücklich machen kann. Statt aus dem Nehmen lebt er vorwiegend aus dem Geben heraus. Das ist die Basis des Bodhisattvaweges.

Erleuchtet bedeutet in der Wahrheit, in der Liebe und in der Gewaltlosigkeit zu leben. Diese drei Eigenschaften führen uns direkt zur Erleuchtung, wenn wir sie konsequent praktizieren. Drogen und Sex können ein Weg zur Erleuchtung sein. Indische Yogis nehmen oft Drogen. Tantra-Yoga beinhaltet Sex als spirituellen Weg. Von Drogen rate ich grundsätzlich ab. Sie sind schädlich für die Gesundheit und auf dem spirituellen Weg nicht notwendig. Man kann den spirituellen Weg mit oder ohne Sex gehen. Das muss jeder für sich entscheiden. Ich habe Phasen der Enthaltsamkeit als hilfreich erlebt, aber auch Zeiten intensiver Beziehungen. Wenn ein spiritueller Mensch eine Beziehung lebt, dann sollte es auf der Grundlage von Wahrheit, Liebe und Treue geschehen.

Andererseits ist Dogmatismus etwas für Anfänger. Der Erleuchtete erhebt sich über alle Regeln. Gerade dadurch bringt er seine Schüler manchmal zur Erleuchtung. Trotzdem ist er grundlegend im inneren Frieden, Glück und in der Liebe verankert. Sonst wird der spirituelle Weg zu einem Weg in die Hölle und nicht ins Licht. Gefallene spirituelle Lehrer kommen laut tibetischem Buddhismus in die tiefste Hölle. Wir sollten also sehr vorsichtig sein, wenn wir eine Regel brechen. Im Zweifel halten wir uns lieber daran, soweit es uns möglich ist.

Die vier Brahmaviharas

Dalai Lama: „Wenn man in seinem Alltag die buddhistischen Lehren zur Anwendung bringt, dann wird das von selbst zur Erleuchtung führen.“

Buddha lehrt die vier unermesslichen Eigenschaften (Brahmaviharas) als Weg zur Erleuchtung. Wir müssen sie jeden Tag trainieren, damit wir in die Erleuchtung wachsen. Diese vier Eigenschaften sind Metta (liebende Güte), Karuna (Mitgefühl), Mudita (Mitfreude) und Upekkha (Gleichmut, Gelassenheit, innerer Frieden). Durch sie gelangen wir zu Brahma, ins Brahman (buddhistisch: Nirvana, im Licht leben, Erleuchtung).

Brahma ist eine indische Gottheit. Sie steht für Weisheit, Erleuchtung, Einheitsbewusstsein. Brahma hat vier Gesichter, die in alle Himmelsrichtungen blicken. Das bedeutet, dass er in alle Richtungen gleichzeitig sieht. Er sieht sich in der Einheit der Natur und hat dadurch ein Einheitsbewusstsein. Vihara bedeutet Wohnstätte. Brahma lebt im Brahman (im Absoluten, in der höchsten Wahrheit). Als Buddhisten können wir Brahma mit Buddha und das Brahman mit dem Nirvana übersetzen. Wir sehen uns als Buddha in der Einheit der Natur. Dadurch verwandeln wir uns innerlich.

Der Weg der Erleuchtung durch die vier Brahmaviras geht durch das Üben von Güte, Mitgefühl, Mitfreude und Gelassenheit. Der Dalai Lama betont, dass auf diesem Weg Mitgefühl alleine nicht ausreicht. Als Bodhisattvas müssen wir uns auch positiv engagieren. Der Dalai Lama selbst ist ein Vorbild für den engagierten Buddhismus. Wir sollten Meditation und Handeln verbinden, damit wir durch unseren Weg der Liebe optimal spirituell wachsen. Was ist heute deine Tat der liebenden Güte? Wie kannst du dein Herzchakra öffnen? Was bringt dich heute in die umfassende Liebe?

Ich erzeuge zuerst durch meine spirituellen Übungen (Gehen, Meditation, Kundalini-Yoga) Glück in mir. Dadurch werde ich innerlich positiv und kann alle Dinge positiv sehen. Ich sende dann allen Wesen Licht und wünsche eine glückliche Welt. Und wenn auch nur ein Mensch etwas Nettes zu mir sagt, bin ich im Glück. Und das geschieht eigentlich jeden Tag.

Durch die Entwicklung positiver Eigenschaft öffnen sich unsere Chakren. Die spirituelle Energie beginnt in uns zu sprudeln. Wir werden mit Liebe, Frieden, Glück und Erleuchtung gefüllt. Unser Bewusstsein ändert sich allein durch das konsequente Entwickeln positiver Gefühle im Alltag. Wie können wir das erreichen? Grundlegend ist die Arbeit an unseren Gedanken. Negative Gedanken müssen wir stoppen. Positive Gedanken sollten wir fördern. Das geschieht durch das klare Nachdenken und die Konzentration auf unseren spirituellen Weg.

Wir sehen hin bei dem Leid unserer Mitwesen. Wir erinnern uns an unser eigenes Leid. Wir begreifen, dass kein Wesen leiden mag. Wir helfen soweit wir können. So entsteht Mitgefühl. Wir wünschen eine glückliche Welt. Wir beginnen im Kleinen, bei uns, unserer Familie, unseren Freunden, unserem eigenen Land. Wir tun jeden Tag eine gute Tat. So entsteht umfassende Liebe. Wir haften weder am Leid noch an den weltlichen Genüssen an. So entsteht innerer Frieden. Wir konzentrieren uns auf das Wesentliche, den spirituellen Weg, die Entwicklung des inneren Glücks. Wir feiern mit unseren Mitmenschen und freuen uns an ihrem Glück. So entsteht Glück in uns. Positive Gefühle sind einfach nur eine Frage der Weisheit und der Konzentrationslenkung. Worauf unsere Achtsamkeit ruht, dahin entwickeln wir uns.

Wikipedia: „Brahmavihāra ist ein buddhistischer Begriff und bedeutet „Die vier himmlischen Verweilzustände“ oder „Die vier Unermesslichen“. Die Brahmavihāras sind Grundlage für Meditationsübungen im Theravada wie auch im Mahayana. Sie sind Bestandteil der buddhistischen Ethik und bezeichnen vier zu kultivierende Geisteshaltungen anderen Wesen gegenüber. Vihara bedeutet so viel wie „Wohnstätte“, „Ort des Verweilens“; Brahma ist eine indische Gottheit.
Metta ist eine Haltung des Wohlwollens, eine freundschaftliche bedingungslose Zuneigung, die nicht in Begierde (Anhaftung) wurzelt und nicht nur wenigen ausgewählten Wesen gilt, sondern vom Interesse am Glück aller motiviert ist. Eine wohlwollende Anerkennung und Wertschätzung der eigenen Person ist die Voraussetzung für diese Form der un-bedingten Liebesfähigkeit. Falls diese nicht vorhanden sein sollte, kann sie erlernt werden. Viele buddhistische Autoren vermeiden es, metta mit ‚Liebe‘ zu übersetzen und bevorzugen stattdessen Begriffe wie „Liebende Güte“, „Freundlichkeit“ oder „Wohlwollen“. Der Begriff ‚Liebe‘ ist zu stark verbunden mit besitzergreifenden und gierverhafteten Formen der leidenschaftlichen Zuneigung und führt leicht zu Missverständnissen.

Karuna ist Mitgefühl, die Fähigkeit zu tiefer Anteilnahme und Einfühlung in andere Wesen. Während bei karuna vor allem die Wahrnehmungsfähigkeit für das Leiden anderer Wesen gefragt ist, geht es bei mudita um die Anteilnahme an der Freude anderer Wesen. mudita ist Mit-Freude, die Gabe, freudvolle (=leidfreie) Momente mit anderen teilen zu können.

Upekkha hat vielfältige Bedeutungsebenen: Gleichmut, Gelassenheit, Loslassen, Nicht-Anhaften, Nicht-Unterscheiden. In der Bedeutung von Gleichmut bezieht er sich auf eine Form von Gelassenheit in Beziehungen, die als Korrektiv zu den besitzergreifenden und anhaftenden Tendenzen der Zuneigung wirkt. Dieser Gleichmut ist nicht zu verwechseln mit Gleichgültigkeit (Indifferenz). Auf einer weiteren Bedeutungsebene bezieht sich upeksha auf die Einsicht in die grundsätzliche Gleichwertigkeit der Liebesobjekte und die grundsätzliche Gleichheit zwischen Subjekt und Objekt im Rahmen von metta.

Zitat Buddha: „Vier Unermesslichkeiten: Da strahlt, ihr Brüder, ein Mönch liebevollen Gemütes weilend nach einer Richtung, dann nach einer zweiten, dann nach der dritten, dann nach der vierten, ebenso nach oben und nach unten: überall in allem sich wiedererkennend durchstrahlt er die ganze Welt mit liebevollem Gemüte, mit weitem, tiefem, unbeschränktem, von Grimm und Groll geklärtem. Erbarmenden Gemütes, freudevollen Gemütes, unbewegten Gemütes weilend strahlt er nach einer Richtung, dann nach einer zweiten, dann nach der dritten, dann nach der vierten, ebenso nach oben und nach unten: überall in allem sich wiedererkennend durchstrahlt er die ganze Welt mit erbarmendem Gemüte, mit freudevollem Gemüte, mit unbewegtem Gemüte, mit weitem, tiefem, unbeschränktem, von Grimm und Groll geklärtem.“ – Von der Übereinkunft“

Sangha

Dalai Lama: „Die Quelle für das Glücklichsein ist ein mitfühlendes und liebendes Herz.“

Wikipedia: „Sangha bedeutet in der buddhistischen Terminologie „Versammlung“, „Menge“ oder auch „Gemeinschaft“. Je nach buddhistischer Tradition wird zwischen verschiedenen Begriffsanwendungen unterschieden: Gemeinschaft der buddhistischen Übenden/Praktizierenden, Gemeinschaft der buddhistischen Erwachten („Edle Sangha) oder die buddhistische Gemeinschaft (Die Gemeinschaft der Laiengläubigen und der Ordinierten, welche, sich gegenseitig unterstützend, dem Buddha und der Lehre des Buddha (Dharma) folgen.). Unabhängig von der genauen Definition gehört der Sangha in allen Traditionen zu den drei Juwelen (Vorbildern) des Buddhismus, durch deren Zufluchtnahme man den Buddhismus annimmt.

Warum ist die Sangha wichtig. Laut psychologischer Forschung schaffen es nur etwa 30 % aller Menschen alleine konsequent auf dem Weg der Gesundheit und der inneren Arbeit zu bleiben. 90 % dagegen bleiben durch eine Gruppe auf dem Weg der Selbstentwicklung. Diese Aussagen gelten auch für den spirituellen Weg. Eine Gruppe ist deshalb wichtig. Wir sollten alle eine spirituelle Gruppe haben.

Nun ist es in der heutigen westlichen Welt der Vereinzelung und des Individualismus schwer eine passende Gruppe zu finden. Jedoch gibt es das Internet. Und hier gibt es ein riesiges Angebot an Gruppen. Auf Facebook gibt es auch viele verschiedene buddhistische Gruppen. Jeder kann eine passende Gruppe finden oder selbst gründen. Es ist auch sehr leicht sich an so einer Gruppe zu beteiligen. Wir können je nach Wahl einfach nur mitlesen und uns jeden Tag spirituell inspirieren lassen. Und wir können auch eigene Beiträge posten und an den Diskussionen teilnehmen. Wir können Fragen stellen zu für uns persönlich wichtigen Themen. Oder wir können einfach nur bestimmte Beiträge liken und ihnen so ein besonderes Gewicht geben und damit die Entwicklung der Gruppe beeinflussen.

Mein Konzept besteht darin, in Facebook eine buddhistische Gruppe zu leiten, in der ich meinen Weg des undogmatischen westlichen Buddhismus vertreten kann. Dieser Weg zeichnet sich durch Toleranz, Offenheit, Wissenschaftlichkeit, Vielfalt, Friedlichkeit, Liebe und positives Denken aus. Ich poste jeden Tag einen Beitrag, der uns spirituell weiterbringt. Es gibt jeden Tag eine Frage, über die wir diskutieren können. Und es gibt Bilder mit bestimmten Aussagen, die uns inspirieren. Manchmal poste ich auch Videos und Links zu anderen guten Beiträgen.

Einmal im Jahr biete ich ein Retreat an, damit wir uns auch persönlich begegnen können. Die persönliche Begegnung ist auch wichtig, insbesondere für Menschen, die an ihrem Ort keine persönliche buddhistische Gruppe haben. Eine persönliche Begegnung bietet einen noch tieferen Austausch als es im Internet möglich ist. Es können spirituelle Energien übertragen werden, Heilungen stattfinden und spirituelle Übungen gemeinsam praktiziert werden. Ich habe in meinem Leben viele erleuchtete Meister mit ihren Gruppen getroffen. Dadurch kam ich oft in erleuchtete Bewusstseinszustände. Achtzehn Jahre habe ich an der Volkshochschule Yogagruppen geleitet. Die positive Wirkung einer einzigen Yogastunde dauerte oft drei Tage oder länger an. Die vier Wochen meiner Yogaausbildung in Kanada haben mich mein Leben lang inspiriert. Genauso war es mit den drei Treffen des Dalai Lama. Es lohnt sich also an einem persönlichen Treffen teilzunehmen.

Buddha traf sich mit seinen Leuten einmal im Jahr zu einem Retreat. Er meinte: „Wenn ihr euch regelmäßig trefft, wird der Buddhismus bestand haben.“ Und so war es auch. Es gibt viele buddhistische Gruppen auf der Welt. Sie alle tragen zum Bestand und zur Verbreitung des Buddhismus bei. Buddha erklärte auch: „Seid harmonisch, Mönche.“ Das positive Miteinander ist sehr wichtig für den Bestand und die Verbreitung des Buddhismus. Nur so können wir andere Menschen vom Buddhismus überzeugen. Nur so stärkt uns der Buddhismus auf dem spirituellen Weg. Und gerade das fällt sehr schwer in der heutigen aggressiven Zeit. Auch im Buddhismus gibt es viele Dogmatiker, die lieber ihr Ego stärken als gemeinsam den Weg der Wahrheit zu suchen.

Gerade deshalb habe ich meinen Weg des undogmatischen Buddhismus gegründet. Ich habe viele Bücher geschrieben und viele Videos gedreht, damit wir uns jeden Tag auf unserem spirituellen Weg stärken und eines Tages unser spirituelles Ziel erreichen können.

Der Begriff Sangha hat auch noch eine tiefere Bedeutung. Wir erwecken die Erleuchtungsenergie in uns, wenn wir uns jeden Tag mit Buddha als unserem spirituellen Vorbild verbinden. Wir sollten außerdem natürlich auch die Lehre Buddhas praktizieren. Wir sollten jeden Tag meditieren, achtsam auf unsere Gedanken sein und Liebe in die Welt bringen. Erleuchtung bedeutet aber auch ein Einheitsbewusstsein zu entwickeln. Wenn wir unser Ego überwinden und uns geistig mit unserer Umwelt verbinden, dann erwachen wir zu einer Einheitssicht (ins Nirwana). Dieses Einheitsbewusstsein entsteht, wenn wir in der Natur spazieren gehen und die Natur betrachten. Wir können auch auf ein Mandala meditieren und uns als Teil des Mandalas sehen. Ein sehr wirksamer Weg ist es auch die Welt als unsere Sangha zu betrachten. Wir senden allen Wesen Licht, wünschen allen Wesen Glück und denken das Mantra: „Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“ Ich sende jeden Tag allen Mitgliedern meiner Gruppen und allen meinen Lesern Licht. Mögen sie dadurch auf ihrem Weg gestärkt werden.

Nagarjuna, Bodhidharma und Padmasambhava

Drei große erleuchtete Meister haben den Buddhismus im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Als erstes ist Nagarjuna zu nennen, der große Philosoph des Mahayana. Er hat den Mahayana (das große Fahrzeug zur Erleuchtung) zwar nicht begründet, gilt aber als der entscheidende Wegbereiter im 2. Jahrhundert in Indien. Er wird oft sitzend auf einer Schlange dargestellt. Der Legende nach soll er von den Nagas die Prajnaparamita- Schriften (Herz-Sutra – Form ist Leere, Leere ist Form – und das Diamant-Sutra) erhalten haben. Die Schlange ist aus meiner Sicht die Kundalini-Schlange. Nagarjuna hat also vermutlich den Kundalini-Yoga praktiziert.

Im fünften Jahrhundert wanderte Bodhidharma von Indien nach China und lehrte dort die Verbindung von Meditation und Körperübungen (Shaolin Kampfkunst). Er gilt als der erste Patriarch des Zen. Er soll neun Jahre in einer Höhle mit dem Blick zur Wand meditiert haben. Zen ist der Weg der strengen Meditation.

Padmasambhava ist ein indischer Yogi, der viele spirituelle Techniken von seinen Meistern erlernte und sie dann nach Tibet brachte. Er gilt als Begründer des tantrischen Buddhismus. Er wird mit einem Dreizack ähnlich dem indischen Gott Shiva dargestellt.

File:Giant Naga Samye Ling.jpg

Wikipedia: „Nagarjuna (ca. 2. Jahrhundert) gilt als die erste historisch bedeutende Persönlichkeit im Kontext des Mahāyāna-Buddhismus. Das zentrale Motiv hinter Nāgārjunas Lehrtätigkeit, die den Grundstein für die „Schule des Mittleren Weges“ (Mādhyamaka) legte und der buddhistischen Philosophie zahlreiche Werke hinterließ, war die Wiederherstellung der Lehre Buddhas. Das Ziel seiner Methodik, die durch eine rigorose Zurückweisung von extremen Standpunkten charakterisiert war, lag darin, die buddhistische Lehre wieder als einen konsequenten Weg der Mitte begreifbar zu machen.

Für Nāgārjuna ist insbesondere die Unwissenheit (avidyā) eine der Hauptquellen des Leidens, und sie gilt es vor allem anderen abzubauen, um sie im Gegenzug durch Erkenntnis (prajñā) und Wissen (jñāna) zu ersetzen. Die Welt ist für Nāgārjuna wegen des Fehlens von Eigenexistenz keine Welt des Seins, sondern des ständigen Werdens. Die Dinge sind nicht, sondern geschehen.

Erlösung kommt durch die Vernichtung der Anhaftungen. Dadurch entsteht Leerheit. Nāgārjuna warnt jedoch mehrfach davor, die Leerheit nicht mit einer hinter der Welt liegenden „Realität“ oder einer Ansicht zu verwechseln, die diese Realität repräsentiert. Man sollte sich davor hüten, sie ihrerseits zum Träger einer Substanz oder gar zum „wahren Wesen“ der Phänomene, einem Absoluten, zu machen. Die Leerheit ist für Nāgārjuna vorrangig im Sinne eines Hilfsmittels zu verstehen, das als solches nicht vergegenständlicht werden darf. Es ist daher laut Nāgārjuna äußerst wichtig, mit dem Begriff der Leerheit vorsichtig umzugehen. Er ist als heilsames Konzept gedacht, um von extremen Ansichten zu befreien, kann sich jedoch, wenn er als Ansicht missverstanden wird, auch gegenteilig auswirken und Schaden anrichten. Es ging ihm darum, letztlich alle Theorien hinter sich zu lassen, auch die der Leerheit. Wenn die Leerheit ihren Zweck als Hilfsmittel erfüllt hat und den Blick für eine tiefere Einsicht öffnen konnte, sollte sie aufgegeben werden, so wie man ein Floß hinter sich lässt, das einen ans rettende Ufer brachte und von da an nicht mehr benötigt wird.

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Bodhidharma (* um 440; † um 528) war ein buddhistischer Mönch und gilt als der erste Patriarch der Chan- und Zen-Linien. 480 n. Chr. verließ er sein Land (Indien) und ging nach China, überquerte den Himalaya in die nördlichen Provinzen, wanderte zuerst nach Südchina und dann an den Kaiserhof der Liang-Dynastie. Anschließend ließ er sich 523 n. Chr. wieder im Norden in der Provinz Henan nieder. Dort befand sich auch das bis heute aktive Shaolin-Kloster. Der Legende nach legte er in diesem Kloster die Keimzelle einiger chinesischer Kampfkünste. Das zu jener Zeit daoistisch geprägte Shaolin-Kloster erfuhr die Kombination aus Meditationspraktiken des Chan/Zen und körperertüchtigenden Bewegungen. Aus diesen Bewegungen entstand dann die spätere Shaolin-Kampfkunst.

File:Durpin Padmasambhava.jpg

Padmasambhava (zu Deutsch: Lotosgeborener; auch: Guru Rinpoche; 8. Jh. n. Chr. bis 9. Jh. n. Chr.) gilt als Begründer des Buddhismus in Tibet. Die Erzählungen über sein Leben berichten, dass er von vielen indischen Meistern die Lehren der äußeren und inneren Tantras erhielt. Die Lehren und Ermächtigungen der „Großen Vollkommenheit“ (Dzogchen) erhielt er von Garab Dorje und Sri Singha. Prinzessin Mandarava von Zahor war die indische tantrische Gefährtin Padmasambhavas, Prinzessin Yeshe Tsogyal von Kharchen war seine bedeutendste tantrische Gefährtin in Tibet.

Gibt es Gott?

Dalai Lama: „Es gibt zwei Arten von Religionen. Der Buddhismus ist eine Religion ohne persönlichen Gott. Im Buddhismus steht nicht Gott, sondern die Erleuchtung im Mittelpunkt. Das Christentum glaubt an einen persönlichen Schöpfer der Welt. Aber alle Religionen stimmen darin überein, dass Liebe und Mitgefühl die Menschen besser machen. Wir müssen als Buddhisten die anderen Religionen respektieren. Denn für andere mögen sie durchaus der richtige Weg zu innerem Frieden und letzter Erkenntnis sein.“

Gott ist aus meiner Sicht erst mal nur ein Wort, ein Begriff. Es kommt darauf an, wie wir diesen Begriff inhaltlich füllen. Mein Weg ist es mich in der Wahrheit zu verankern. Was ist die Wahrheit? Die Wahrheit ist es, dass es die Erleuchtung gibt. Das ist aus meiner Sicht die Grundwahrheit. Buddha lehrte, dass die Erleuchtung der große Weg der Befreiung vom Leid des Lebens ist. Auch Jesus ist meiner Meinung nach ein Erleuchtungslehrer. Er hat die Erleuchtung erfahren. Er beschrieb sie mit seinen Worten. Er beschrieb sie als Einswerdung mit dem Vater.

Als Vater aller Wesen können wir die Natur ansehen, im weiteren Sinne den Kosmos. Aus der Natur entstehen alle Wesen. Die Natur ist die große Mutter und der große Vater aller Wesen. Die Wahrheit ist, dass wir nicht unabhängig von der Natur existieren. Wir sind Teil des Systems der Natur. Stirbt die Natur, sterben wir auch. Geht es der Natur gut, geht es auch der Menschheit gut. In der Natur spielt alles zusammen. Wetter, Pflanzen, Tiere und Menschen bilden ein Gesamtsystem.

In der Erleuchtung besitzt man ein Einheitsbewusstsein. Das Ego verschwindet. Wir erwachen zu einer Einheitssicht. Wir sind eins mit der Natur. Man kann es auch so ausdrücken, dass wir eins mit Gott sind.

In der Erleuchtung sehen wir die Urstrahlung der Welt. Wir sehen das Licht in der Welt. Alle Dinge strahlen von sich aus. Sie strahlen Licht, Liebe, und Glück aus. Wir sehen die Strahlung Gottes in der Welt. Wir leben im Licht. Wir sind eins mit dem Licht. Wir besitzen ein Paradiesbewusstsein. Wir erkennen die Welt als ein Paradies, auch wenn es dort gute und schlechte Dinge gibt.

Nirwana ist ein anderer Begriff für Gott. Der Begriff Gott betont die Fülle, das Licht, das Glück, die Liebe. Der Begriff Nirwana betont die Leerheit, die Egolosigkeit, die Nichtswerdung des Menschen. Beides sind die zwei Seiten einer Münze. Durch das Verschwinden des Egos gelangen wir in die Einheitssicht und in uns erwachen Frieden, Liebe und Glück.

Dazu müssen wir uns innerlich reinigen. Wir müssen die Verspannungen (Energieblockaden) in unserem Körper und unserem Geist auflösen. In der Bibel (Bergpredigt) heißt es: „Selig sind die im Herzen (im Geist) Reinen, denn sie werden Gott schauen.“ Dieser Satz sagt das Entscheidende. Wer erleuchtet ist, sieht Gott. Wer erleuchtet ist, lebt im Licht und sieht das Licht in der Welt. Hier treffen alle Religionen zusammen.

Die Religionen unterscheiden sich in den Methoden und Wegen. Es gibt die Religionen, die alles von einem erleuchteten Meister erwarten. Und es gibt die Religionen, die den Schwerpunkt auf das eigene Bemühen legen. Letztlich wirkt beides zusammen. Im Christentum beten die Menschen zu Gott. Aber es wird auch gefordert, dass man an sich selbst arbeitet und positive Eigenschaften wie inneren Frieden, umfassende Liebe, Ausdauer und Gottüberlassenheit entwickelt. Im Buddhismus vertrauen wir auf die Worte Buddhas. Buddha lehrte uns, uns selbst um die Erleuchtung zu bemühen.

Aber es gibt im Buddhismus auch die erleuchteten Meister, die uns helfen. Sie besitzen übersinnliche Fähigkeiten und können uns über alle Grenzen von Raum und Zeit hinweg helfen und uns sehen. Der Dalai Lama ist mir oft in Träumen erschienen und hat mich spirituell geführt, obwohl er weit entfernt von Deutschland in Indien lebt. Andere erleuchtete Meister haben mir spirituelle Energien übertragen und einige Male sogar meine Erleuchtung aktiviert. Ist der Schüler bereit, kann ihn der Meister mit einem Fingerschnippen zur Erleuchtung bringen. Oder mit anderen Methoden, wie es für den Schüler hilfreich ist.

Der große Streit in den Religionen geht meiner Sicht nach um den persönlichen Gottesbegriff. Ist Gott nur eine höhere Dimension, die man in der Erleuchtung erfährt? Oder kann Gott einem persönlich helfen und sogar nach dem Tod ins Paradies bringen? Im Buddhismus helfen der persönlicher Meister, Buddha Amitabha, alle Buddhas und Bodhisattvas, wenn man sie anruft und sich mit ihnen verbindet. Im Christentum helfen Jesus, Mutter Marie oder Gott.

In der Erleuchtung verschwindet das Ego. Man wird eins mit allem. Und deshalb sind auch alle erleuchteten Meister aller Religionen eins. Hier gibt es in Wirklichkeit nicht den großen Unterschied zwischen den Religionen. Der große Unterschied besteht eher in der Entstehungsgeschichte der Welt. Hat Gott die Welt erschaffen oder ist die Welt aus der Urenergie (dem Licht) entstanden, wie es eher die Quantenphysik und der Buddhismus vertreten? Im Buddhismus und Hinduismus ist die Urenergie immer da. Sie wandelt nur ständig ihre Form. Ein Universum kommt und vergeht. Leben kommt und vergeht. Alles fließt ewig.

Man kann die Dinge sehen, wie man will. Aus der buddhistischen Sicht ist es egal. Es kommt nicht darauf an. Es kommt nur darauf an, was einen zur Erleuchtung, zur Heiligkeit, zu einem Leben im Licht bringt. Und das ist individuell unterschiedlich. Manche Menschen brauchen den Weg der Meditation, manche den Weg der Gedankenarbeit und die meisten beide Wege. Manche Menschen brauchen einen persönlichen Meister und manche brauchen nur eine Anleitung zur Arbeit an sich selbst. Auch Jesus hat meditiert. Er lehrte auch den Weg der Meditation, was von vielen Christen vergessen wird.

Es gibt viele Formen des Buddhismus. Der Amitabha-Buddhismus ist dem Christentum sehr ähnlich. Hier ist der Hauptweg das Vertrauen in den Buddha Amitabha und die tägliche Verbindung mit ihm. Dann führt Buddha Amitabha den Menschen nach dem Tod ins Paradies, in sein Reines Land und letztlich zur Erleuchtung. Andererseits gibt es den Zen-Buddhismus, wo sehr viel Wert auf die intensive Meditation gelegt wird. Im tibetischen Buddhismus gibt es beide Wege. Es gibt den Guru-Yoga und das eigene Bemühen. Finden wir heraus, was wir persönlich brauchen und was uns spirituell voran bringt.

Gibt es eine Seele?

Zitat des Dalai Lama: „Das Bewusstsein wird immer da sein. Das Körperbewusstsein wird aufhören zu existieren, wenn unser Körper stirbt. Aber das grundlegende höchste Bewusstsein wird immer existieren. Es besitzt keinen Anfang und kein Ende. Dieses Bewusstsein wird andauern. Wenn wir die Buddhaschaft erreichen, wird dieses Bewusstsein zum Allwissen erleuchtet.“

Wikipedia: „Im Buddhismus bezieht sich der Begriff anattā (Pali) oder anātman (Sanskrit) auf die Lehre vom „Nicht-Selbst“ – dass es kein unveränderliches, dauerhaftes Selbst, keine Seele oder Essenz in Phänomenen gibt. Es ist eines der drei Zeichen der Existenz zusammen mit dukkha (Leiden) und anicca (Vergänglichkeit). Das buddhistische Konzept von Anattā oder Anātman ist einer der grundlegenden Unterschiede zwischen dem Mainstream-Buddhismus und dem Mainstream-Hinduismus, wobei letzterer behauptet, dass ātman (Selbst, Seele) existiert.

Im thailändischen Theravada-Buddhismus haben einige buddhistische Gelehrte der Neuzeit behauptet, dass „Nirvana in der Tat das wahre Selbst ist“. Ajahn Maha Bua,ein bekannter Meditationsmeister, beschrieb die Citta (Geist) als eine unzerstörbare Realität, die nicht unter Anattā fällt. Er hat erklärt, dass das Nicht-Selbst nur eine Wahrnehmung ist, die verwendet wird, um einen von der Verliebtheit in das Konzept eines Selbst abzuschrecken, und dass, sobald diese Verliebtheit verschwunden ist, auch die Idee des Nicht-Selbst fallen gelassen werden muss.

Der amerikanische Mönch Thanissaro Bhikkhu von der thailändischen Waldtradition beschreibt die Aussagen des Buddha über das Nicht-Selbst als einen Weg zum Erwachen und nicht als eine universelle Wahrheit. Thanissaro Bhikkhu stellt fest, dass der Buddha die Frage, ob es ein Selbst gibt oder nicht, absichtlich als nutzlose Frage beiseite gelegt hat, und nennt den Satz „Es gibt kein Selbst“ den „Großvater der gefälschten buddhistischen Zitate“. Er weist auch darauf hin, dass das Festhalten an der Idee, dass es überhaupt kein Selbst gibt, die Erleuchtung tatsächlich verhindern würde.“

Wir sehen, die Dinge sind ziemlich kompliziert. Da die Lehre vom Nicht-Selbst ein beliebtes Instrument aller Dogmatiker ist, sich gegenseitig zu erschlagen, möchte ich versuchen, die Dinge zu klären.

Meine oberste Wahrheit ist, dass es nur eine Erleuchtung gibt. Wenn Buddha, Krishna und Jesus Erleuchtete waren, müssen sie den gleichen Sachverhalt mit unterschiedlichen Worten beschrieben haben. Im Christentum geht von von der Existenz einer Seele aus. Im Mainstream-Buddhismus verneint man die Existenz einer Seele. Und im Hinduismus hat man ein differenziertes Konzept.

Nach der Lehre des Hinduismus gibt es ein Selbst, das nach der Erleuchtung in das höhere Selbst übergeht. Wir besitzen also eine Seele, die von Geburt zu Geburt weiterwandert, bis sie zur Erleuchtung findet. Das Ego löst sich auf und wir werden reines Bewusstsein. Wir erlangen ein Einheitsbewusstsein. Wir leben im Nirwana, im egolosen Sein. Aber es gibt uns immer noch als Einzelwesen. Laut Dalai Lama existiert auch der Buddha nach dem Tod im Parinirvana als Einzelwesen fort. Er ist alles (eins mit allem) und kann trotzdem noch als Einzelwesen handeln und uns helfen.

Das entspricht auch meiner Erfahrung. Einmal trat ich in in der Meditation in den höchsten Seinsbereich ein. Im Hinduismus nennt man ihn Satyaloka. Im Christentum spricht man von der mystischen Hochzeit, von der Einswerdung mit Gott. Im Yoga nennt man es die Vereinigung von Shiva und Shakti. Mein Ego löste sich auf. Ich ruhte in einer Energie aus Ruhe, Liebe, Wahrheit und höchster Glückseligkeit. Ich war reines Bewusstsein. Und gleichzeitig war ich mir bewusst, dass ich als Einzelwesen existiere und als Einzelwesen handeln kann. Ich konnte beschließen diesen Bereich wieder zu verlassen und auf der Erde in einem Körper weiterzuleben. Was ich dann auch tat.

Wenn wir die Dinge so betrachten, lösen sich alle Probleme auf. Es gibt ein Einzelbewusstsein. Dieses Bewusstsein können wir Seele nennen. Als Buddhist kann man den Begriff Bewusstsein verwenden. Dieses Bewusstsein wandert von Körper zu Körper weiter. Es entwickelt sich durch die dabei gemachten Erfahrungen zur Erleuchtung. Dann überwindet es das Ego und wird eins mit allem. Es existiert als Einheitsbewusstsein, als reines Bewusstsein, weiter. Und gleichzeitig kann es auch als Einzelbewusstsein handeln. Ein Erleuchteter kann auch von sich als „Ich“ sprechen, obwohl er sich bewusst ist, dass er in seinem Wesenskern nur reines Bewusstsein (Anatman) ist.

Grundsätzlich müssen wir beachten, dass die Erleuchtung über allen Begriffen ist. Sie kann nur erfahren, aber nicht vollständig beschrieben werden. Und so ist es auch mit dem Selbst und dem Nicht-Selbst. Alles sind nur Begriffe, die uns zur Erleuchtung führen wollen. Manchmal ist der eine Begriff hilfreich und manchmal der andere. Manchmal ist es hilfreich zu erkennen, dass wir als Persönlichkeit der Veränderung unterliegen. Es gibt uns nicht als ewig gleiche Seele. Und manchmal ist es hilfreich uns auf das Feststehende zu konzentrieren und zu bedenken, dass wir unserer Karma von Leben zu Leben mitnehmen und Verantwortung für uns selbst, unser Selbst, haben.

Gibt es ein Leben nach dem Tod?

Dalai Lama: „Die Buddhisten glauben an die Wiedergeburt.“

Der Glaube an die Wiedergeburt ist ein wichtiger Bestandteil des Buddhismus. Im Buddhismus geht es um die Erleuchtung. Und nur wenige Menschen können die Erleuchtung in einem Leben erreichen. Die Möglichkeit der Reinkarnation ermöglicht es, dass alle Menschen zu ihrer Zeit das spirituelle Ziel erreichen. Wir müssen nur beharrlich und mit Ausdauer unseren Weg gehen. Wenn wir jeden Tag etwas spirituell üben schaffen wir eine energetische Verbindung, die uns von Leben zu Leben auf den spirituellen Weg wachsen lässt. Wir können jeden Tag etwas meditieren, in den spirituellen Schriften lesen oder ein Mantra denken. Ob es real die Möglichkeit einer Wiedergeburt gibt, ist wissenschaftlich umstritten. Wir können auch ein Buddhist sein, wenn wir nicht daran glauben. Bei mir tauchten im Laufe meines spirituellen Weges meine früheren Leben in Träumen und Visionen auf. Für mich ist die Lehre von der Wiedergeburt eine erfahrene Wahrheit. So geht es vielen Menschen, die ich kenne. Der Dalai Lama gilt als eine Reinkarnation des 13. Dalai Lama. Er wurde von einem Suchtrupp gefunden, die Hinweisen auf die Reinkarnation folgten. Und er wurde speziellen Test unterzogen. Im tibetischen Buddhismus gibt es die Praxis der Tulkus, Erleuchtete Meister reinkarnieren sich bewusst, um ihre Aufgabe fortzusetzen.

Wikipedia: „Der Tod ist das Ende des Lebens. Die meisten Menschen in Deutschland sterben zwischen 75 und 95 Jahren. Die Frage nach einem Leben nach dem Tod eines Menschen ist unter anderem ein philosophisches, religiöses und spirituelles Thema, dessen Erörterung seit dem Altertum bezeugt ist. Zur Beantwortung gibt es verschiedene Ansätze, darunter folgende:
Ablehnung: Mit dem Tod endet die Existenz eines menschlichen Individuums. Ein Verstorbener lebt nicht als Subjekt weiter, sondern es gibt nur ein Weiterleben in einem übertragenen Sinn als Fortexistenz in der Erinnerung der Mitmenschen.
Annahme eines Lebens nach dem Tod, das als endgültiger Zustand aufgefasst wird. In vielen Religionen wird das menschliche Leben auf der Erde als eine Reifung oder Bewährung gesehen. Nach dem Tod wechsele das Individuum endgültig in einen anderen Seinszustand (Weiterleben in einem Totenreich, Jenseits, Auferstehung, Himmel, Unsterblichkeit, Hölle, Limbus).

Reinkarnation: Nach manchen Modellen, die eine Wiedergeburt annehmen, überdauert ein geistiger Anteil des Menschen, seine Seele, den Tod des Körpers. Dieser Anteil ist der Träger der Individualität. Er erscheint später in einem anderen Körper. Es kommt zu einer Vielzahl von Inkarnationen (Einkörperungen).

Buddha Siddhartha Gautama übernahm aus dem Hinduismus die Lehre einer Kette von Wiedergeburten. Jedoch kennt der Buddhismus kein Konzept einer Seele und lehrt eine Wiedergeburt ohne Seelenwanderung durch bedingtes Entstehen. Die Kette der Wiedergeburten bedeute Leid, das erst am Ende dieser Kette in einem Zustand der Nicht-Existenz ende: jeder Mensch werde zunächst immer wieder in diese Welt geboren, da er sich ohne Erleuchtung nicht von seinem Lebensdurst lösen könne. Da Leben notwendigerweise auch Leiden bedeute, ist es das Ziel eines Buddhisten, emotionale Bindungen an die Welt zu überwinden und nicht an Leidenschaften gefesselt zu sein. So könne das Nirwana, das Ende der Wiedergeburten, erlangt werden.

Im Tibetischen Buddhismus glaubt man an einen Zwischenzustand (Bardo), der im Todesmoment beginne und mit der nächsten Inkarnation ende, sofern jemand dem Kreislauf der Wiedergeburten noch nicht entronnen sei. Der Verstorbene sehe im Todesmoment das helle Licht der Weisheit, durch welches er zur Buddhaschaft gelangen kann. Es gebe verschiedene Gründe, warum Verstorbene diesem Licht nicht folgen. Manche hätten keine Unterweisung über den Zwischenzustand in ihrem früheren Leben. Andere seien es seit langem gewohnt, nur ihren tierischen Instinkten zu folgen. Und einige hätten Angst vor dem Licht. Im Zwischenzustand könnten Strömungen aus dem Unbewussten aufsteigen, die extreme Stimmungen oder Visionen auslösen. Es sei wichtig zu erkennen, dass einschüchternde Visionen nur Reflexionen der eigenen, inneren Gedanken sind. Im Zwischenzustand solle man tugendhaft sein und eine positive Haltung annehmen. Die Verstorbenen bekämen Hilfe von unterschiedlichen Buddhas, die ihnen einen Weg zur Buddhaschaft aufzeigten.

Der Begriff Nahtoderfahrung oder Nahtod-Erfahrung (NTE) beschreibt ein breites Spektrum an tiefgreifenden persönlichen Erfahrungen, die häufig von Menschen gemacht werden, die sich in einer lebensbedrohlichen Situation befunden haben, ein Umstand der zur Begriffsbildung beigetragen hat. Von den Überlebenden eines Herzstillstands berichteten circa 20 Prozent über typische Nahtoderlebnisse. Nach einer repräsentativen Befragung von über 2000 Personen in Deutschland durch den Berliner Soziologen Hubert Knoblauch in den Jahren 1997–1998 hatten etwa 4 Prozent eine Nahtoderfahrung.

Im Verlauf der Jahre haben Forscher eine Reihe von Elementen und Gefühlen identifiziert, die typisch für Nahtoderfahrungen sind, dazu gehören u. a.: die Erfahrung eines bewussten Seins ohne physischen Körper, Tunnel-, Licht-, Jenseits- und Weltraumerfahrungen, Gefühle von Liebe, Frieden, Geborgenheit und Schmerzlosigkeit und in wenigen Fällen von Angst und Bedrängnis. Einige Betroffene berichten auch von Begegnungen mit Wesen und verstorbenen Angehörigen, mit denen sie kommunizieren. In 8 bis 41 Prozent der Nahtoderfahrungen taucht eine Grenze, Mauer oder etwas Ähnliches auf, das der Betroffene nicht überschreiten darf, wenn er nicht endgültig sterben soll.

Manche glauben an Nachtod-Kontakte bzw. daran, dass ein Medium Kontakte zu verstorbenen Menschen herstellen kann. Dieser sogenannte Mediumismus ist besonders in England, Wales und in der Schweiz verbreitet. Bei Umfragen in Europa und den USA berichteten zwischen ca. 10 % und 40 % der Bevölkerung, mindestens einmal einen NTK erlebt zu haben. C. M. Parkes schilderte, dass 15 von 22 von ihm befragte Witwen die Gegenwart ihres verstorbenen Ehemannes deutlich wahrgenommen hatten und oft als überaus real bezeichneten. Guggenheim berichten, dass fast alle NTK für die Betroffenen mit positiven Gefühlen verbunden sind und sie Botschaften von den Verstorbenen meinen gehört oder intuitiv wahrgenommen zu haben. NTK werden unabhängig von der religiösen Einstellung erfahren. Sie werden häufig von Personen erlebt, die von dem kurz vorhergegangenen Sterben nichts wissen und erst nachträglich davon erfahren.“

Ich glaube an ein Leben nach dem Tod. Als ehemaliger Atheist habe ich lange mit dieser Frage gerungen. Die heutige Wissenschaft glaubt überwiegend, dass mit dem Tod des Körpers das Leben eines Menschen zu Ende ist. Aber es gibt viele Indizien, die auf ein Weiterleben des Bewusstseins nach dem Tod des Körpers hindeuten.

Damit das Bewusstsein nach dem Tod weiterleben kann, muss es vom Körper unabhängig sein. Die Nahtodforschung zeigt, dass genau dieses der Fall ist. Viele Menschen traten bei einer Operation mit ihrem Bewusstsein aus dem Körper aus. Sie betrachteten von oben die Operation und konnte später genau darüber Auskunft geben. Besonders eindrucksvoll ist der Fall Pam Reynold. Darüber gibt es ausführliche Dokumentationen.

In der modernen Quantenphysik wird vertreten, dass es hinter dem materiellen Kosmos ein großes Informationsfeld gibt. Dieses Informationsfeld kann man sich als ein großes Bewusstseinsfeld vorstellen. Es ist möglich, dass das menschliche Bewusstsein mit diesem Bewusstseinsfeld verbunden ist und nach dem Tod des Körpers dort weiterleben kann. Das wird von dem meisten Religionen vertreten. Auch der Hinduismus und der Buddhismus glauben an Energiebereiche im Jenseits, in die der Mensch hineingelangen kann. Sie werden als Reine Länder oder als Paradiese beschrieben.

Ich glaube, dass die erleuchteten Meister über ein besonders entwickeltes Bewusstsein verfügen, mit dem sie in diese Jenseitsbereiche hineinsehen können. Sie können deshalb glaubhaft berichten, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Im tibetischen Buddhismus gibt es ein spezielles Training für die Zeit des Sterben. Der Amitabha-Buddhismus (Reine Land Buddhismus) zielt sogar im Wesentlichen darauf ab, dass wir mit Hilfe des Buddhas Amitabhas nach unserem Tod in ein Reines Land aufsteigen und uns dort zur Erleuchtung entwickeln können. Ähnlich ist es im Hinduismus. Es gibt Rituale, durch die der Übergang ins Jenseits erleichtert werden soll. Ein fortgeschrittener Yogi kann bei seinem Tod mit seinem Bewusstsein seinen Körper durch das Scheitelchakra verlassen und so direkt in das Paradies Shivas (Shivaloka) aufsteigen. Im Amitabha-Buddhismus denken wir den Namen Amitabhas als Mantra und gelangen so ebenfalls durch das Scheitelchakra in das Paradies Amitabha (Sukhavati).

Persönlich am meisten überzeugt hat mich die Tatsache, dass ich durch meinen intensiven Yoga-Weg in Kontakt mit meinen früheren Leben kam. Sie tauchten nacheinander im Laufe der Jahre in meinen Träumen auf. Sie waren so klar und deutlich, dass ich jeweils genau erkennen konnte, wer ich war und wo ich war. Auch in der Meditation war ich in der Lage einige meiner früheren Leben zu erkennen. Ich glaube deshalb auch, dass es Rückführungstherapeuten möglich ist, uns zu diesen früheren Leben hinzuführen. Das wurde in vielen Filmen ausführlich dokumentiert. Und es wurden erstaunliche Zusammenhänge gefunden.

Insgesamt bin ich deshalb ziemlich sicher, dass das Leben nicht mit dem Tod endet. Ich lebe so, dass ich auch nach dem Tod und in allen zukünftigen Leben gut leben kann. Für ein gutes Leben nach dem Tod praktiziere ich die Amitabha-Meditation. Ich verbinde mich jeden Tag mit meinen erleuchteten Meistern, damit sie mich gut durch den Tod und ins Jenseits begleiten können. Das haben sie allen ihren Schülern versprochen.

Insofern sehe ich meinem Tod ruhig entgegen. Inzwischen bin ich bald 70 Jahre alt. Der Tod nähert sich. Statistisch gesehen werde ich meinen Körper in zehn bis zwanzig Jahren verlassen. In meiner Familie werden die meisten etwa 94 Jahre alt. Das sehe ich als den spätesten Zeitpunkt an. Jedenfalls ist mir sehr bewusst, dass die Zeit des Lebens begrenzt ist. Ich habe sie gut genutzt. Ich habe alle weltlichen Dinge gelebt, die ich leben wollte. Ich habe viel spirituell praktiziert, um ein gutes Karma zu erhalten. Und ich habe mein Leben dem Glück aller Wesen gewidmet. Ich habe beim Dalai Lama das Bodhisattva-Gelöbnis abgelegt. Ich glaube deshalb, dass mich alle Buddhas und Bodhisattvas auf meinem spirituellen Weg führen werden. Ich kann mit einem guten Gefühl die Welt verlassen. Bei meinem Tod werde ich natürlich versuchen mit meinen spirituellen Techniken im Glück zu bleiben und spirituell aufzusteigen. Wer sich mit mir verbindet, dem werde ich von oben spirituell helfen.

Gibt es ein nächstes Leben?

Dalai Lama: „Mir gefällt die Vorstellung der Wiedergeburt‘ eigentlich recht gut. Dann habe ich nicht das Gefühl, ich muss den Weg in einem Leben vollenden. Dann habe ich nochmals eine Chance.“

Wikipedia: „Der Begriff Reinkarnation (lateinisch ‚Wiederfleischwerdung‘ oder ‚Wiederverkörperung‘) bezeichnet Vorstellungen der Art, dass eine (zumeist nur menschliche) Seele oder fortbestehende mentale Prozesse (so oft im Buddhismus verstanden) sich nach dem Tod erneut in anderen empfindenden Wesen manifestieren. Vergleichbare Konzepte werden etwa auch als Seelenwanderung oder Wiedergeburt bezeichnet. Außerkörperliche Erfahrungen werden oft in Zusammenhang mit dem Begriff Reinkarnation gebracht. Der Reinkarnationsglaube ist dogmatischer Bestandteil der Weltreligionen Hinduismus und Buddhismus.

Nach hinduistischer Vorstellung ist der Mensch in seinem innersten Wesen eine unsterbliche Seele (Atman), die sich nach dem Tode des Körpers in einem neu in Erscheinung tretenden Wesen – einem Menschen, einem Tier oder auch einem Gott (Deva) – wieder verkörpert. In welcher Art von Wesen das Individuum wiedergeboren wird, hängt von den Taten in vorherigen Existenzen ab, woraus sein Karma resultiert. „Wie einer handelt, wie einer wandelt, ein solcher wird er. Aus guter Handlung entsteht Gutes, aus schlechter Handlung entsteht Schlechtes“, lehren die Upanishaden. Folglich ist der Tod nicht der Abschluss des Lebens, sondern lediglich der Übergang zu einer neuen Daseinsform. Erhalten bleibt der durch den Atman (ewige Seele) begründete, ewige und unveränderliche Wesenskern des Menschen.

Wo die Seele sich nach dem Tod des Körpers bis zur erneuten Verkörperung aufhält, darüber bieten hinduistische Überlieferungen keine eindeutigen Angaben. In einigen hinduistischen Richtungen existieren die Motive von Himmel und Hölle (bzw. mehrere davon). Während einige hinduistische Richtungen das Gesetz des Karma, wonach das Individuum ausschließlich selbst für seine Erlösung verantwortlich ist, als unerbittlich ansehen, vertrauen andere Hindus auf die göttliche Gnade, die Karma vernichten und das Individuum erretten kann. Diese göttliche Hilfe ist ein Hauptthema in hinduistischen Gebeten.

Das Ziel des Hindu besteht darin, den ewigen und mit ständigen Leiderfahrungen verbundenen Kreislauf von Werden und Vergehen (Samsara) zu überwinden. Die Tradition kennt drei klassische Wege, durch die Erlösung erlangt werden kann: den Weg des Wissens (Jnana Yoga), den Weg der guten Tat (Karma-Yoga) und den Weg der Gottesliebe (Bhakti-Yoga). Viele Denker (etwa Vivekananda) zählen noch einen vierten Weg dazu, Raja Yoga, den „Königsyoga“, der mit speziellen Yogaübungen und Meditation verbunden ist.

Der Buddhismus (entstanden etwa im 5. Jh. v. Chr.) schließt an die Wiedergeburts- und Karma-Lehre der Upanishaden an, lehnt jedoch die Existenz einer ewigen, die Inkarnationen überdauernden Seele ab (Anatta- oder Anatman-Lehre). Wiedergeburt wird hier verstanden als „Bedingtes Entstehen“, indem die Taten eines Menschen und das sich aus ihnen ergebende Karma eine neue Geburt bedingen, ohne dass etwas von der einen Person in die andere übergeht. In der neueren Forschung wird allerdings die Möglichkeit diskutiert, dass der Religionsstifter Siddhartha Gautama selbst nur einer damals herrschenden, bestimmten Vorstellung des Atman widersprochen habe und dass das erst später verabsolutiert wurde.

Die Wiedergeburt kann in Menschenform geschehen, aber auch – bei schlechtem Karma – „im Tierreich, im Reich der Hungergeister und Dämonen oder in einer der Höllen“ sowie – bei gutem Karma – in einer Himmelswelt. Die Ursachen der Wiedergeburten liegen nach buddhistischer Auffassung in den drei unheilsamen Wurzeln des Karma: in Gier, Hass und Unwissenheit oder Verblendung. Verblendung besteht darin, dass der Mensch nach Erfüllung im Bereich des Vergänglichen strebt, was unweigerlich zu leidhaften Erfahrungen (Dukkha) führt. Um diesem Leid zu entgehen, strebt der Buddhist auf dem „Achtfachen Pfad“ nach der Erleuchtung (Bodhi), wodurch er die Verblendung und in der Folge auch Gier und Hass überwindet und den Zustand des Nirwana erlangt. Damit endet auch der Kreislauf der Wiedergeburten.

Der Erleuchtete kann laut einigen Traditionen jedoch weitere Verkörperungen auf sich nehmen, um anderen Menschen auf dem Weg zur Erleuchtung und Erlösung zu helfen. Das ist der Weg des Bodhisattva, den Gautama Buddha einschlug und der im Mahayana-Buddhismus auch anderen Menschen offensteht. Im Vajrayana-Buddhismus hat sich demgemäß die Tradition der bewussten Wiedergeburt (Tulku, reinkarnierter erleuchteter Meister) entwickelt. Der Dalai Lama wird im tibetischen Buddhismus als Bodhisattva verstanden, als erleuchtetes Wesen, das aus Mitgefühl reinkarnierte. Obwohl Erleuchtete den Kreislauf der Wiedergeburt verlassen können, geloben Bodhisattvas, ihre Wiedergeburt freiwillig auf sich zu nehmen, um das Leid anderer fühlender Wesen zu mindern (Bodhisattva-Gelübde). Ein Dalai Lama gilt gemäß tibetischer Tradition als Tuku. Der vierzehnte Dalai Lama wurde nach einer Vision des Regenten Jampel Yeshe Gyeltshen durch eine von drei Kommissionen gefunden und erkannt.“

Wie, wo und als was werden wir wiedergeboren? Buddha hat dafür eine einfache Regel aufgestellt. Beobachte das, was du jetzt bist. Daraus kannst du dein Karma aus deinen früheren Leben erkennen. Du kannst daraus ablesen, was du in deinen früheren Leben warst. Anhand meiner eigenen früheren Leben kann ich sagen, dass ich in jedem meiner früheren Leben bestimmte Eigenschaften erworben habe. Bestimmte Inkarnationen sind günstig zur Entwicklung bestimmter Eigenschaften. Als Wolf musste ich die Eigenschaften Ausdauer und Zielstrebigkeit trainieren, damit ich meine Beute erjagen konnte und nicht verhungern musste. Gleichzeitig hat sich auch mein Kampfgeist entwickelt. Kraft, Mut, Zielstrebigkeit, Ausdauer und Kampfgeist sind typisch für ein Raubtier in früheren Leben. Als Mensch habe ich mich oft als Krieger inkarniert. In diesem Leben hatte ich sehr viel Spaß an meinem Karate-Sport. Ich war aber auch gerne Rechtsanwalt und habe gerne für meine Mandanten gekämpft.

Als Adler brauchte ich einen scharfen Blick für das Wesentliche. Ich musste erkennen, wo es in der großen Landschaft etwas zu fressen gab und wo nicht. In allen meinen menschlichen Inkarnationen war ich dann auf der Suche nach dem Wesentlichen. Ich inkarnierte als Schamane in der Mongolei und erfuhr, dass das Wesentliche im Leben das innere Glück und die Erleuchtung sind. Später wurde ich ein christlicher Mönch und in diesem Leben ein Yogi. Als Affe liebte ich die Geselligkeit, den Spaß, das Spiel und die Lebensfreude. Auch diese Eigenschaft gibt es noch in meinem derzeitigen Leben.

Buddhas Regel für die zukünftigen Leben lautete: „Betrachte, was du jetzt tust, wie du denkst und wie du dich verhältst. Daraus entsteht dein Karma für deine zukünftigen Leben. Deine jetzigen Gedanken bestimmen dein zukünftiges Sein. Denkst du wie ein Buddha, wirst du ein Buddha. Handelst du wie ein Buddha, gelangst du in einem deiner zukünftigen Leben zur Erleuchtung.“

Ich habe mein Denken und Handeln am spirituellen Weg ausgerichtet. Ich habe das Bodhisattva-Gelöbnis abgelegt. Also werde ich in meinem zukünftigen Leben vermutlich als Bodhisattva wiedergeboren. Da ich in diesem Leben anderen Menschen viel Gutes getan habe, werde ich sicherlich ein gutes Karma erhalten. Ich werde ein glückliches Leben erhalten. Aber ich werde nicht in die Falle eines weltlich glücklichen Lebens gehen. Die Falle besteht darin, dass man das äußere Glück für wesentlich und das innere Glück und die Erleuchtung für unwesentlich hält. Ich werde also wiederum als Yogi leben, weil man auf diesem Weg am schnellsten zur Erleuchtung kommt. Und danach werde ich als spiritueller Lehrer für das Glück und die Erleuchtung aller Wesen wirken.

Wie kann man sich die Reinkarnation vorstellen? Eigentlich reinkarnieren wir jeden Tag. Wir können es so sehen, dass jeder Tag ein neues Leben ist. Wie wir uns am Vortag verhalten haben, das wirkt sich auf unseren heutigen Tag aus. Und was wir heute tun, das bestimmt den morgigen Tag. Wir entwickeln uns jeden Tag weiter. Wir haben keine feststehende Seele. Unser Bewusstsein verändert sich ständig. Das können wir deutlich erkennen, wenn wir einen Tag aus unserer Kindheit, einen Tag aus unsere Jugend, einen Tag aus dem Erwachsenenleben und einen Tag aus dem Alter betrachten. Normalerweise haben wir immer noch einen ähnlichen Charakter. Wir sind ängstlich, mutig, neugierig, gesellig oder zurückgezogen. Nach meiner Erfahrung entwickelt sich der Grundcharakter langsam. Erst in der Erleuchtung erhalten wir plötzlich eine ganz andere Wesensart, weil wir dann voller Ruhe, Frieden, Liebe und Glück sind. Alles Äußere berührt uns nicht mehr wirklich. Wir ruhen in der Einheit und in unserer Buddha-Natur. Aber auch die Erleuchteten können sehr unterschiedlich sein. Ihre früheren Leben wirken sich weiterhin aus.

Zwischen den Tagen, also zwischen den einzelnen Leben, ruhen wir im Jenseits. Wir schlafen mehr oder weniger lange. Wir haben friedliche oder unruhige Träume. Entsprechend gibt es im Jenseits verschiedene Bewusstseinsbereiche, die man als Himmel oder Höllen bezeichnen kann. Wir können aber auch in unseren Träumen geistig wach sein (Klarträume). Dann können wir unser Traumgeschehen selbst bestimmen. Ebenso kann ein Erleuchteter sein Leben im Jenseits und auch sein Schicksal auf der Erde bewusst steuern. Als Unerleuchtete handeln wir eher unbewusst gesteuert von unseren weltlichen Impulsen. Wir können aber unseren Geist bewusst spirituell ausrichten. Dann gelangen wir nach dem Tod in ein Paradies, ein Reines Land oder direkt ins Parinirvana (die höchste Lichtebene aus absoluter Ruhe, Glück, Wahrheit und Liebe). Das gelingt aber nur, wenn wir möglichst auf der Erde schon unser Ego überwunden haben. Deshalb heißt es im Zen: „Stirb (das Ego), bevor du stirbst (der Körper). Im tibetischen Buddhismus bevorzugen wir die langsame Entwicklung zur Erleuchtung (den Bodhisattva-Weg, den Stufenweg). Wir haben Zeit. Bei gutem Karma kann das Leben auf der Erde sehr schön sein.

Der Vorteil der Reinkarnation besteht darin, dass wir letztlich nicht wirklich zu sterben brauchen. Wir können ewig weiterleben, allerdings immer in neuen Körpern. Wenn wir uns so verhalten, dass wir ein gutes Karma bekommen, wird jedes Leben glücklich sein. Wir brauchen also keine Angst vor dem Tod zu haben.

Ein weiterer Vorteil des Weges der Wiedergeburten besteht darin, dass wir alle langsam und ohne große Mühe zur Erleuchtung wachsen können. Um in einem Leben zur Erleuchtung zu kommen, ist normalerweise eine große Anstrengung erforderlich. Wir müssen jahrzehntelang als Nonne, Mönch oder Yogi leben. Wir müssen weitgehend auf weltlichen Genuss verzichten und intensiv spirituell praktizieren. Und selbst dann erreichen nur wenige das Ziel. Durch die Möglichkeit der Reinkarnation gelangt letztlich jeder zur Erleuchtung. Reinkarnation ist eine gute Lehre.

Aber ist sie auch wahr? Gibt es die Reinkarnation wirklich? Die heutige Wissenschaft bezweifelt das. Aber viele erleuchtete Meister bestätigen es. Im tibetischen Buddhismus gibt es tausende von Tulkus, die als Reinkarnation anerkannt sind. Buddha sah bei seiner Erleuchtung alle seine früheren Leben. Viele Menschen bekommen schon vor der Erleuchtung in Kontakt mit ihren früheren Leben. Sie tauchen in Träumen und Visionen auf. Yogis können in der Meditation zu ihren früheren Leben hinspüren. So erging es mir auch. Ich habe viele meiner früheren Leben sehr deutlich gesehen. Alle Zweifel verschwanden. Reinkarnation ist eine persönliche Erfahrung von mir.

Es gibt den Streit zwischen Hindus und Buddhisten, was sich genau inkarniert. Gibt es eine feststehende Seele oder ist es nur ein karmischer Impuls? Dieser Streit ist aus meiner Sicht überflüssig. Das Bewusstsein fließt von Leben zu Leben. Was das Bewusstsein genau ist, ist für uns unwichtig. Wichtig ist nur, dass wir selbst von Leben zu Leben weiterleben. Wir bestimmen durch unsere Handlungen unser Karma und damit unsere zukünftigen Leben. Nach meiner Erfahrung kann ich sagen, dass mir bei jedem früheren Leben klar war, dass ich das bin. Es ist vergleichbar mit der Kindheit, der Jugend, dem Erwachsenenleben und dem Alter. In jeder dieser Lebensphasen sind wir ein anderer und trotzdem immer derselbe. Genauso ist es mit den vielen Inkarnationen.

Wie die Verletzungen aus unserer Kindheit uns heute prägen, so wirken sich auch die Verletzungen aus unseren früheren Leben auf unsere heutige Psyche aus. Meine Hauptarbeit als Yogi besteht seit vielen Jahrzehnten darin, meinen Geist von meinen Traumata aus meinen früheren Leben zu reinigen. Sie tauchen in meinem Geist auf. Ich sehe die jeweilige Situation. Ich muss durch alle Gefühle noch einmal hindurchgehen. Ich lasse es zu, bleibe ein Beobachter, rette mich notfalls durch positive Gedanken, meditiere darauf und löse so alles auf. Je weiter man gereinigt wird, desto weiter heilt die Psyche und desto näher kommt man der Erleuchtung. Es gibt dafür auch die Reinkarnationstherapie. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass auf dem spirituellen Weg alles von alleine zu seiner Zeit hochkommt. Es ist nicht gut die Dinge zu erzwingen. Dann könnten Traumata auftauchen, mit denen wir im Moment noch nicht gut umgehen können. Erst muss der Geist gut geschult sein und von alleine positive Gedanken generieren. Dann heilt man von alleine immer weiter.

Der Sinn des Lebens

Dalai Lama: „Ich bete dafür, dass das kostbare Licht der Spiritualität für lange Zeit in dieser Welt weiterbestehen und die dunklen Schatten einer nur materialistischen Weltsicht aufhellen möge.“

Wikipedia: Die Frage nach dem Sinn des Lebens beinhaltet im weitesten Sinn die Frage nach einer zweckgerichteten (teleologischen) Bedeutung des Lebens im Universum an sich. In einem engeren Sinn fragt der einzelne Mensch nach der Einordnung seines Lebens in seinen sozialen und ökologischen Lebenskontext bzw. nach der Deutung des Verhältnisses, in dem der Mensch zu seiner Welt steht.

Sie ist eng verbunden mit den Fragestellungen „Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Warum sind wir hier auf Erden?“ und weiter: „Wie sollen wir leben, um unseren Daseinszweck zu erfüllen?“ Hierbei wird diskutiert, ob dieser durch eine äußere Institution vorgegeben ist, etwa ein göttliches Gebot, ob ein bestimmtes Verhalten der Natur entspringt, dass z. B. der Mensch dem Zweck der Fortpflanzung oder Arterhaltung folgt, oder ob er gefordert ist, autonom ein selbstbestimmtes Leben zu führen und sich einen Lebensweg zu wählen, den er als sinnvoll erachtet.

Viele Menschen stellen sich die Frage nach dem Sinn des Lebens im Alltag in der Regel nicht, solange die eigene Lebensführung nicht zweifelhaft oder fragwürdig wird. Häufig kommt es zu einer existenziellen Sinnkrise, wenn Ereignisse nicht mehr in das vorhandene Sinnkonzept integriert werden können: z. B. durch Enttäuschungen, Unglücke oder die Anforderungen eines neuen Lebensabschnitts. Die Folge ist oftmals der Beginn oder die Wiederaufnahme der Reflexion über den Lebenssinn, zu denen dann auch Fragen wie die nach dem Glück oder gar dem Sinn des Leidens gehören. Viele Menschen, die sich an Psychotherapeuten wenden, betrachten den Sinnverlust als Krankheit und äußern die Hoffnung, ihrem Leben einen neuen Sinn geben zu können. Die Empfindung völliger Sinnlosigkeit des eigenen Daseins, zusammen mit einem „Gefühl der Gefühllosigkeit“ und der inneren Leere, kann auch ein Symptom einer Depression sein.

Steht die eigene Person im Zentrum der Suche nach dem Lebenssinn, so können Wünsche nach Befriedigung körperlicher, materieller, sozialer und geistiger Bedürfnisse dominieren. Der Sinn kann z. B. im Streben nach Macht, Besitz, Ansehen, sowie Fortpflanzung, erfüllter Partnerschaft oder Selbstverwirklichung gesehen werden. Eine andere Ausprägung liegt vielleicht in der Suche nach Erkenntnis oder persönlicher Entwicklung.

Wird die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens nicht in menschlichen Belangen gesucht, so kann sie auch in philosophischen oder spirituellen Angelegenheiten gefunden werden. Fragen nach dem Sinn oder Ursprung allen Seins (Ontologie) spielen hier häufig eine Rolle, möglicherweise stehen die Suche nach Erleuchtung oder das Streben nach der Vereinigung mit dem Absoluten bzw. Gott im Mittelpunkt. Zu diesem Zweck könnte etwa Philosophie studiert, einer bestimmten Religionsgemeinschaft beigetreten, ein spezieller spiritueller Weg beschritten oder einem geistigen Vorbild nachgefolgt werden.

Der Begründer des Buddhismus, Siddhartha Gautama, lebte der Überlieferung nach vor etwa 2500 Jahren als reicher Fürstensohn unbekümmert und von allen Unannehmlichkeiten ferngehalten in einem Palast. Als er sich der Realität des unausweichlichen Leidens („Dukkha“) und Todes stellte, erkannte er die Sinnlosigkeit seines bisherigen Lebens. Er beschloss, nach einem Ausweg aus dem Leiden zu suchen, und fand seinen eigenen Weg durch Meditation. Im Ringen um Erlösung erreichte er schließlich die oft ungenau als „Erleuchtung“ bezeichnete Einsicht (Bodhi „Erwachen“) in die Ursache des Leidens und deren Aufhebung.

Der Sinn des Lebens im alten Buddhismus ist es, dem Kreislauf der Reinkarnationen im Samsara durch das Eingehen in das Nirvana zu entkommen, in das völlige Verlöschen. Im Verlauf der langen Entwicklung des Buddhismus entstand eine Vielzahl buddhistischer Schulen und Strömungen, die zum Teil sehr verschiedene Methoden als Wege zur Befreiung aus dem Kreislauf des Leidens anwenden. In den späteren Schulen des Mahayana-Buddhismus wird vorrangig nicht die Erlösung der eigenen Person durch das Eingehen ins Nirvana angestrebt, sondern die Idealexistenz eines Bodhisattva, der zunächst den anderen Lebewesen hilft, sich aus dem endlosen Kreislauf zu retten, um erst danach selbst ins Nirvana überzugehen.

Nils: Die Spiritualität ist etwas sehr Kostbares. Die meisten Menschen glauben an den Weg des äußeren Glücks. Sie glauben an das Glück im beruflichen Erfolg, in der weltlichen Macht, in der Anerkennung durch ihre Mitmenschen, im äußeren Konsum, in Liebesbeziehungen und in schönen Reisen. Das alles sind Irrwege. Buddha hat erkannt, dass das weltliche Leben überwiegend aus Leid besteht. Was wir auch tun, es wird Leid in unserem Leben geben. Und dieses Leid wird alles äußere Glück immer wieder zerstören. Wir müssen das Glück in uns suchen. Das ist der große Schatz der Spiritualität. Und sie findet Unterstützung in der Wissenschaft. Die Glücksforschung hat erkannt, dass 90 % des Glücks eines Menschen aus seiner Psyche kommen. Ist der Mensch in sich glücklich, hat er ein glückliches Leben. Er kann gelassen durch alles Leid hindurch gehen und die äußeren Glücksmoment besser genießen. Es ist aus meiner Sicht in Ordnung auch das äußere Glück auf der Erde zu genießen. Aber wir sollten den Schwerpunkt unseres Glücks auf das innere Glück setzen. Wir sollten uns bemühen eine Glückspsyche zu entwickeln. Wir sollten nach Erleuchtung streben. Erst dann können wir auf einer tiefen Ebene wirklich glücklich ist. Wer erleuchtet ist, ist mit innerem Glück gefüllt. Er lebt in einer Energie aus Glückseligkeit. Er lebt im Licht. Er besitzt dadurch die Eigenschaften innerer Frieden, umfassende Liebe, innere Kraft und Zufriedenheit. Er lebt im Paradies, weil er das Paradies in sich hat. Wenn wir uns auf dieses Ziel orientieren, werden wir es langfristig erreichen. Wir müssen aber auch etwas dafür tun. Wir sollten uns jeden Tag an dieses Ziel erinnern. Wir sollten an unseren Gedanken arbeiten und positive Eigenschaften wie Gelassenheit, Liebe und Glück entwickeln. Wir sollten regelmäßig meditieren, weil nach Buddha der innere Frieden die Basis des inneren Glücks ist.

Erleuchtung entsteht dadurch, dass man jeden Tag spirituell wächst. Spirituell zu wachsen bedeutet, dass man seine inneren Verspannungen abbaut, seine Energiekanäle öffnet, seine Energie bewahrt und nicht in weltlichen Dingen verbraucht. Dazu ist es notwendig in der Ruhe und nach einem spirituellen Tagesplan zu leben. Der spirituelle Tagesplan muss so aufgebaut sein, dass die obigen Effekte auftreten. Wie viele Stunden meditierst du am Tag? Wie oft? Was bewirkt die Meditation in dir? Verbrauchst du deine Energie oder nimmt sie nach deinem Gefühl zu? Wenn du spirituell vorankommen willst, muss du dich ausreichend von deinen Mitmenschen abgrenzen. Ich habe deshalb dreißig Jahre alleine gelebt. Nächstes Jahr will Barbara zu mir ziehen. Ich ziehe dann in eine meiner Hütten, damit ich genügend Abstand habe.

Ich lebe seit dreißig Jahren nach einem spirituellen Tagesplan, der im Wesentlichen aus Liegen (oder Sitzen, Meditation), Gehen (oder Yoga), Lesen (in den Büchern der Erleuchteten), Gutes tun (anderen Menschen helfen) und das Leben genießen besteht. Und zwar alles im ständigen Wechsel und in einer Dauer und auf eine Art, durch die die Energie zunimmt, die Verspannungen sich lösen und die Chakren sich öffnen. Es gibt viele spirituelle Techniken. Ich spüre, was ich jeweils brauche und was mich voranbringt. Nachdem ich ein halbes Jahr meinen spirituellen Tagesplan sehr konsequent durchgeführt hatte, brach ich zur Erleuchtung durch. Meine Chakren öffneten sich. Und seit der Zeit läuft meine spirituelle Entwicklung fast von alleine. Ich muss nur darauf achten, dass ich ausreichend in der Ruhe lebe und meine Energie nicht verbrauche. Für mich ist alles zum spirituellen Weg geworden, das Fernsehen, meine Beziehung, meine Gruppen. Meine Hauptsorge ist, dass ich zu schnell spirituell wachse, weil dann der Weg sehr anstrengend ist.

Es gibt verschiedene Wege zur Erleuchtung. Buddha lehrte das Leben in der Abgeschiedenheit (als Yogi, Eremit, Mönch oder Nonne). Er ging wie ich den Weg des spirituellen Tagesplans aus Meditation, Gehen und Gedankenarbeit. Im indischen Yoga praktiziert man als Hauptweg das Leben in der Abgeschiedenheit als Yogi. Man sagt, dass man normalerweise nach 12 Jahren als abgeschiedener Yogi (in einer Höhle) zur Erleuchtung kommt. Im tibetischen Buddhismus gibt es die Drei Jahres-Retreats, um zur Erleuchtung durchzubrechen.

Natürlich kann man auch in einem weltlichen Leben (als sog. Laie) zur Erleuchtung kommen. Das geht am besten, wenn man viel Leid in seinem Leben hat. Am Leid wächst man am schnellsten. Ein Mann meditierte auf seine Schmerzen und kam dadurch nach einigen Jahren zur Erleuchtung. Ich kenne eine Frau, die einen Schicksalsschlag nach dem anderen hatte. Sie hat hart an ihrem Geist gearbeitet und war plötzlich erleuchtet.

Wenn du bereits Erleuchtungserfahrungen hattest, ist der Weg einfacher. Dann brauchst du dich nur darauf zu konzentrieren und so die Erleuchtung wieder zu erwecken. Dazu gibt es den Mantraweg. Du denkst das Wort Erleuchtung (oder ein passendes Mantra) und bist wieder drin. Gleiches kann geschehen, wenn du dich regelmäßig mit der Energie eines erleuchteten Meisters wie Buddha, dem Dalai Lama oder Mutter Meera verbindest.

Letztlich muss du überlegen, welcher Weg zur Erleuchtung für dich am besten geeignet ist. Mit intensivem und effektivem Üben schafft man es in einem Leben. Das ist die Aussage des tibetischen Buddhismus. Hier gibt es hochwirksame Techniken, die dich schnell zur Erleuchtung bringen. Im Zen setzt man auf die intensive Meditation insbesondere in Meditations-Retreats. Ansonsten bleibt der Weg über viele Leben. Buddha lehrte, dass ein Stromeingetretener (bei dem die Erleuchtungsenergie aktiviert wurde) höchstens noch sieben Leben bis zur dauerhaften Erleuchtung hat. Beim Stromeintritt kann dir ein erleuchteter Meister mit seiner Energie helfen. Deshalb ist im tibetischen Buddhismus der Lama (Guru) so wichtig. Auch ich wäre ohne meine erleuchteten Meister vermutlich nicht zum Stromeintritt gelangt.

Äußere und innere Selbstverwirklichung

Dalai Lama: „Materieller Fortschritt kann den Menschen kein endgültiges und dauerhaftes Glück bringen. Wirkliches Glück muss von innen kommen.“

Man könnte sagen, dass der Sinn des Lebens darin besteht zu leben. Allerdings wünscht sich kaum ein Mensch ein Leben in Leid und Unglück. Die meisten Menschen möchten in ihrem Leben glücklich sein. Wie wird man glücklich? In dem man sich selbst verwirklicht.

Wir können die äußere und die innere Selbstverwirklichung unterscheiden. Die äußere Selbstverwirklichung besteht darin, dass man einen guten Beruf hat, eine schöne Wohnung, ein schönes Auto, eine schöne Frau, eine glückliche Familie und gute Freunde. Man verwirklicht seine körperlichen und geistigen Bedürfnisse. Man macht schöne Reisen, genießt das schöne Essen, konsumiert schöne Dinge, hat vielleicht ein schönes Hobby. Man arbeitet viel, verdient viel Geld und kann sich dadurch alle seine äußeren Bedürfnisse erfüllen.

Auf diesem Weg ist ein gewisses Lebensglück erreichbar. Aber oft verbraucht man seine Energie im Berufsstress, im Beziehungsstreit, in der Sucht nach immer mehr und immer besser. Der westliche Konsumkapitalismus ist auf dem Egoismus und dem Haben-Wollen aufgebaut. Auf einer tiefen Ebene ist auf diesem Weg kein dauerhaftes Glück zu erreichen. Vielmehr zerstört man damit langfristig sich selbst, seine Mitmenschen und die Natur insgesamt. Nur wenige Menschen sind mit ihrem Leben wirklich zufrieden. Und auch in ihrem Leben wird es irgendwann Leid, Krankheit und Tod geben.

Nach der wissenschaftlichen Glücksforschung kommt das Lebensglück eines Menschen zu 90 % aus seiner Psyche und nur zu 10 % aus seinen äußeren Lebensbedingungen. Zwar brauchen wir alle genug zum Leben. Aber wenn wir das erreicht haben, sollte der Schwerpunkt des Lebens auf der inneren Selbstverwirklichung liegen. Wir sollten an uns selbst arbeiten. Wir sollten in uns Frieden, Glück und Liebe erzeugen. Wir sollten unser inneres Glückspotential entfalten und zur Erleuchtung gelangen. In der Erleuchtung überwinden wir das Leid der Welt, erlangen tiefen inneren Frieden, unermessliches Glück und leben in einer unermesslichen Dimension der Liebe.

Wir kommen wir zur Erleuchtung? Wie entfalten wir unser inneres Glückpotential? Der Weg ist nach Chagdud Rinpoche ganz einfach. Wir müssen die Verspannungen und Energieblocken in unserem Körper und unserem Geist auflösen. „Wenn die Verspannungen aufgelöst werden, ist die Erleuchtung nicht fern.“ Unsere innere Glücksenergie wird durch Verspannungen (Samkaras) blockiert. Diese Verspannungen stammen aus unserem Geist, aus der Reaktion auf Stresssituationen, oft bereits aus früheren Leben. Wenn die Verspannungen verschwinden, kann die Lebensenergie in uns frei fließen. Die Chakren öffnen sich. Plötzlich sind Liebe, Frieden und Glück in uns. Und zwar in einem unermesslichen Maße. Je mehr Energie in uns ist, desto größer ist unser Glück. Ab einer bestimmten Stufe gibt es einen Bewusstseinsumschwung. Unser Ego verschwindet und wir ruhen in einem Einheitsbewusstsein. Wir sind eins mit allem. Wir leben in der großen Harmonie.

Die große Frage auf dem spirituellen Weg ist, wie man seine Verspannungen auflöst und die Glücksenergie zum Fließen bringt. Grundsätzlich braucht man dafür ein gutes inneres Gespür und viel Weisheit. Die meisten Menschen auf dem spirituellen Weg verrennen sich im formalen Üben. Sie praktizieren die spirituellen Übungen nur äußerlich ohne inneres Gespür. Sie praktizieren Yoga, als ob der Körper eine Maschine wäre. Sie singen spirituelle Lieder, als ob es darum ginge laut oder schön zu singen. Sie lesen spirituelle Bücher, um an Wissen zuzunehmen und nicht an Weisheit. Sie wollen damit ihr Ego befriedigen, sich gegenüber ihre Mitmenschen hervortun und sie mit ihren Dogmen erschlagen. Sie streben in Wirklichkeit nach Anerkennung, Macht, Sex und äußerem Reichtum.

Wir können jahrzehntelang Yoga praktizieren, meditieren, spirituelle Kurse besuchen, ohne spirituell voranzukommen. Im Gegenteil können wir uns sogar durch falsches spirituelles Praktizieren vollständig in unserer spirituellen Energie blockieren. Der spirituelle Weg gibt uns dann eine Scheinsicherheit und möglicherweise ein Überlegenheitsgefühl gegenüber unseren Mitmenschen. Wir fühlen uns außererwählt, obwohl wir nur arme Teufel sind.

Wir müssen herausfinden, was uns persönlich gut tut. Wir müssen ein Gespür für uns selbst entwickeln. Wir müssen die spirituellen Übungen finden, die uns ins Licht bringen. Ich habe die verschiedensten spirituellen Techniken praktiziert. Ich habe im Wesentlichen alles ausprobiert, was es auf der Welt gibt. Bis ich erkannte, dass es gerade die einfachen Techniken sind, die mich voranbringen. Das hat auch schon Buddha festgestellt. Er lehrte den Rückzug aus der Welt, damit man seine Energie nicht in äußeren Kämpfen verbraucht. Wir müssen uns ausreichend von den weltlichen Energie abgrenzen. Wir müssen uns einen Ruhepol in unserem Leben schaffen. Wenn wir in der Ruhe leben, dann sammelt sich die Energie ins uns an und wir kommen fast von alleine zur Erleuchtung.

Im tibetischen Buddhismus lernt man zuerst die wichtigsten spirituellen Übungen kennen. Dann zieht man sich für drei Jahre in ein Retreat zurück, praktiziert in der Ruhe der Abgeschiedenheit und kommt so schnell zur Erleuchtung. Wie schnell man zur Erleuchtung kommt, hängt allerdings von der persönlichen Menge der inneren Verspannungen ab. Buddha zog sich für sechs Jahre als Yogi zurück. Mein Yoga-Meister Swami Sivananda lebte neun Jahre in der Abgeschiedenheit. Und ich praktiziere jetzt schon über 30 Jahre als abgeschiedener Yogi. Allerdings brach ich bereits nach vier Jahren zur Erleuchtung durch. Die Energie begann zu fließen und reinigt mich seit der Zeit weitgehend von alleine. Leider gibt es viel in mir zur reinigen, so dass der Weg immer weiter geht. Laut Sai Baba braucht ein Mensch normalerweise drei Leben als Yogi, um zur Buddhaschaft, also zur vollständigen Erleuchtung, zu gelangen.

Man kann auch durch ein Leben in der Welt zur Erleuchtung gelangen. Das ist aber sehr schwierig und dauert normalerweise viel länger. Nach Amritanandamayi Ma fünfmal so lange. Aber letztlich gibt das Leben jedem Menschen den Weg, den er zu gehen hat. Mich zwang das Leben zum Yogisein, weil meine damalige Beziehung gescheitert war und sich plötzlich beruflich neue Wege auftaten.

Ein Leben in der Ruhe alleine reicht aber nicht für die Erleuchtung. Dadurch lösen sich die tiefsitzenden Verspannungen nicht auf. Wir brauchen auch spezielle Techniken. Buddha lehrte den beständigen Wechsel von Sitzen und Gehen verbunden mit der Achtsamkeit auf die Gedanken. Dieser ganz einfache Weg hat sich für mich als sehr effektiv herausgestellt. Ich habe viele Jahre lang jeden Tag zehn Stunden im ständigen Wechsel meditiert, in spirituellen Büchern gelesen, bin spazieren gegangen und habe etwas für das Glück meiner Mitmenschen gearbeitet (Bücher geschrieben, Yogakurse, Gruppen im Internet). Und vor allem habe ich das mit großem inneren Gespür getan. Ich habe genau gespürt, wie und wie lange ich meditieren, gehen, lesen und Gutes tun musste, damit ein innerer Effekt eintrat. So kam ich in einen dauerhaften inneren Entspannungs- und Reinigungsprozess. Nach und nach fielen viele körperliche Krankheiten von mir ab und mein inneres Glück nahm zu.

Wichtig war es ausreichend die Freude in mein Leben zu bringen und das Leben ausreichend zu genießen. Buddha lehrte den mittleren Weg. Wenn man sich zu sehr auf seinem spirituellen Weg anstrengt, dann verspannt man sich innerlich. Buddha brach erst dann zur Erleuchtung durch, als er das erkannte und auch seinem Körper das gab, was er brauchte. Ich habe deshalb jeden Tag eine Phase des Genusses in mein Leben eingebaut. Ich tue das, was mich gerade erfreut und glücklich macht. Meistens sind es nur kleine Dinge, wie eine Tasse Kakao, ein Schokoladenkeks, ein schöner Film im Internet oder ein Gespräch mit einem netten Menschen. Erfreuen kann mich aber auch das Malen eines Bildes, das Singen eines Liedes oder das Schreiben eines Buches. Kreative Dinge können gut die Liebe und das Glück in einem Menschen zum Fließen bringen. Deshalb wird im Yoga das Singen von Kirtans betont.

Am schwierigsten ist die Arbeit mit den Gedanken und Gefühlen. Hier braucht man viel Wissen und ein gutes inneres Gespür. Es gibt viele Techniken der Gedankenarbeit. Es gibt die Achtsamkeit auf die Gedanken und Gefühle. Wir lassen sie kommen und gehen wie sie wollen und haften nicht daran an. Es gibt den Weg des Gedankenstopps. Wir bringen unsere Gedanken zur Ruhe, indem wir uns auf den Atem konzentrieren oder ein Mantra denken. Wenn wir negative Gedanken stoppen, verhindern wir negative Gefühle und negative Verhaltensweisen. Wir können so die Anhaftung an äußere Dinge und die Ablehnung von Leid stoppen. Wir können aber auch positiv denken. Wir konzentrieren uns auf positive Ziele. Wir konzentrieren uns darauf ein Buddha zu werden und üben positive Eigenschaften wie Gelassenheit. Weisheit und umfassende Liebe.

Ich habe die Technik der tiefen Gedanken entwickelt. Wenn ich ein negatives Gefühl wie Wut, Angst, Trauer oder Sehnsucht habe, dann versuche ich den dahinterstehenden Gedanken oder Sachverhalt genau zu ergründen. Ist mir der Sachverhalt klar, fällt mir oft leicht ein positiver Gedanke ein, mit dem ich dann die Situation klären und zur inneren Ruhe kommen kann. Mit der Technik der tiefen Gedanken kann ich tiefe innere Verspannungen und Traumata auflösen. Sie hat mich sogar schon öfter zur Erleuchtung durchbrechen lassen. Im tibetischen Buddhismus nennt man das analytische Meditation. Ruhe-Meditation und analytische Meditation sind die beiden Hauptwege zur Erleuchtung und zur inneren Selbstverwirklichung.

Insgesamt habe ich mir ein persönliches System aus Gedankenarbeit und Körperübungen geschaffen, das ich jeden Tag praktiziere. Ich lebe nach einem spirituellen Tagesplan aus bestimmten spirituellen Übungen und reinige mich so immer weiter von meinen inneren Verspannungen und wachse immer weiter ins Licht.

Wie werde ich ein Buddhist?

Dalai Lama: „Wer ohne jegliche spirituelle Ausrichtung ist, dessen Geist wird leichter von negativen Emotionen überwältigt.“

Wikipedia: „Zuflucht ist ein zentraler Begriff im Buddhismus. Durch die Zufluchtnahme zu den drei Juwelen = Buddha, Dharma, Sangha erklärt man sich nach außen zum Buddhisten. Zufluchtnahme bedeutet, diese Drei Juwelen zu den wesentlichen Pfeilern der persönlichen Glaubens- und Lebenspraxis werden zu lassen, sich also am Buddha, seiner Lehre und der Gemeinschaft zu orientieren. Die Zufluchtnahme kann im Rahmen einer Zeremonie (im Rahmen einer buddhistischen Gemeinschaft) erfolgen und wird in der Regel mit einer Verpflichtung auf die so genannten Fünf Silas, die sittlichen Übungsregeln, verknüpft.“

Wie wird man ein Buddhist? Dafür gibt es viele Gründe. Ein Mensch kann dem Leid seines Lebens entkommen wollen. Ein anderer sehnt sich nach innerem Frieden, Gelassenheit, dauerhaftem Glück und umfassender Liebe. Manche Buddhisten sind begeistert vom Ziel der Erleuchtung, dem Erlöschen im Nirwana oder dem Leben im Licht (im Reinen Land, im Paradies). Viele Buddhisten möchten das Leid auf der Erde verringern und ihre Mitmenschen zu einem glücklichen Leben führen. Wiederum andere Menschen wünschen sich übersinnliche Fähigkeiten (Siddhis), mit denen sie andere Menschen heilen, ihnen Glücksenergien übertragen oder sie sogar zur Erleuchtung führen können. Die meisten Menschen möchten einfach nur sich selbst heilen, inneren Frieden gewinnen und einen Halt in ihrem Leben finden.

Ich wurde zu einem Buddhisten, weil ich so kostenlos Einlass zu einem Vortrag des Dalai Lama bekam. Ich interessierte mich für den Dalai Lama und ging 1991 zu seiner Veranstaltung im Hamburger Kongresszentrum. Am Eingang wurde mir erklärt, dass die Plätze begrenzt seien und nur Buddhisten eingelassen würden. Da ich meine weite Anreise nicht umsonst gemacht haben wollte, erklärte ich mich kurzerhand zum Buddhisten. Daraufhin durfte ich an der Veranstaltung teilnehmen. Es waren tatsächlich nur noch wenige Plätze frei. Der Dalai Lama hatte gerade den Friedensnobelpreis bekommen und alle wollten ihn sehen. Ich setzte mich auf den Platz direkt vor dem Dalai Lama, auf den sich sonst keiner zu setzen gewagt hatte. Mein Mut wurde belohnt. Ich war dem Dalai Lama so nah, dass ich in seine spirituellen Energie eintrat und mit seiner Liebe verschmolz. So wurde ich ein Buddhist und blieb es auch, weil sich der buddhistische Weg für mich als hilfreich herausstellte.

Normalerweise wird man zu einem Buddhisten durch die dreifache Zufluchtnahme. Man nimmt Zuflucht zu Buddha, zu seinem Weg (seiner Lehre) und zu einer Gruppe von Buddhisten. Oft findet diese Zufluchtnahme durch ein kleines Ritual in der persönlichen buddhistischen Gruppe statt. Man kann das Ritual aber auch privat für sich alleine vollziehen. Es wird geraten die Zufluchtnahme jeden Tag durch ein kleines Mantra zu wiederholen, damit die Motivation auf dem spirituellen Weg erhalten bleibt. Ich verbeuge mich jeden Tag vor der Buddhastatue auf meinem Altar und verbinde mich so jeden Tag mit der Energie Buddhas.

Die beständige Verbindung mit Buddha ist entscheidend für den spirituellen Fortschritt. Der Dalai Lama hat erklärt, dass jeder, der auf Buddha meditiert, auf die Dauer ein Buddha wird. Dazu muss man aber die Verbindung dauerhaft aufrecht erhalten. Dann wächst man immer mehr in die Energie Buddhas und verwandelt sich selbst in einen Buddha.

Diese tägliche Verbindung kann dadurch geschehen, dass man einen Text von Buddha liest, sein Bild oder eine Statue visualisiert oder seinen Namen als Mantra denkt. Ich habe dafür das Mantra „Om Buddha Padme Hum“ entwickelt. Man kann aber auch nur einfach Buddha denken. Wichtig ist es, dass man sich dabei Buddha als reales Wesen vorstellt und in eine echte Energiebindung gelangt. Wer das bei Buddha nicht kann, kann sich auch mit dem Dalai Lama oder einem erleuchteten buddhistischen Meister (Guru-Yoga) verbinden. Im tibetischen Buddhismus verbindet man sich sogar regelmäßig mit der ganzen Linie seiner erleuchteten Meister. Ich habe viele Meister persönlich getroffen und Energieübertragungen erhalten. Ich bewahre diese Verbindung, indem ich jeden Tag an sie denke und ihre Namen als Mantra spreche.

Manche Menschen lehnen die Orientierung auf einen Guru ab. Dann ist es hilfreich, sich selbst als Buddha zu visualisieren. Auch dadurch kann man in die Energie Buddhas gelangen und langfristig ein Buddha werden. Gut ist es sich nicht nur Buddha als Person, sondern auch seine Eigenschaften wie Gelassenheit, innerer Frieden, Glück, Wahrhaftigkeit und umfassende Liebe vorstellen. Die Kraft der Visualisierung kann verstärkt werden, wenn man sie mit einem Mantra (Gesang, Chanten, Kirtan), Atemtechniken und Körperbewegungen (Mudras, Handhaltungen) verbindet. Ich erwecke so jeden Tag die Erleuchtungsenergie in mir.

Sich jeden Tag mit Buddha zu verbinden, genügt natürlich nicht. Man muss auch seine Lehre praktizieren. Der Weg der inneren Verwandlung und der Erleuchtung beruht auf zwei wesentlichen Techniken, der Gedankenarbeit und der Meditation. Wir sollten jeden Tag achtsam auf unsere Gedanken und unsere Handlungen sein. Wir sollten die fünf Silas beachten (Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit, anderen nichts wegnehmen, keine Drogen und kein sexuelles Fehlverhalten). Wir sollten möglichst in der Ruhe, der Wahrheit und der Liebe leben. Wir sollten unseren spirituellen Weg auch in unserem Alltag bewahren. Die Basis der Gedankenarbeit besteht im täglichen Lesen eines spirituellen Textes. So orientieren wir unseren Geist immer wieder auf den spirituellen Weg. Ansonsten sollten wir beständig positive Eigenschaften wie Gelassenheit, Liebe, Wahrhaftigkeit und Selbstdisziplin üben. Wir sollten positiv denken und uns wie ein Buddha verhalten.

Die zweite große Technik ist die Meditation. Dazu gibt es viele Formen. Wir können ein Mantra sprechen oder singen, uns auf unseren Atem konzentrieren, einfach nur jeden Tag einige Minuten still sitzen und in uns zur Ruhe kommen. Die Basis des inneren Glücks (der Erleuchtung) ist der innere Frieden. Die Meditation bringt uns immer wieder in den inneren Frieden. Wir können sie im Gehen, im Stehen, im Sitzen und im Liegen praktizieren. Wichtig ist es herauszufinden, was persönlich effektiv ist und was man regelmäßig praktizieren kann. Ich meditiere jeden Tag viele Stunden im Sitzen, Liegen und Gehen. So komme ich gut auf meinem spirituellen Weg voran. Auch arbeiten, essen und fernsehen sind für mich Meditationen. Ich praktiziere sie als Meditation.

Neben den zwei Grundtechniken gibt es viele weitere spirituelle Techniken. Es gibt Körperübungen (Gehen, Yoga, tibetische Niederwerfungen), höhere Geistesübungen (Gottheiten-Yoga, Guru-Yoga) und das Treffen mit einem spirituellen Lehrer (Pilgerfahren, Satsang, Retreats).

Der dritte Punkt der Zufluchtnahme ist die Sangha, die buddhistische Gruppe. Die meisten Menschen bleiben nur dann stabil auf dem spirituellen Weg, wenn sie eine spirituelle Gruppe haben. Das kann eine Gruppe im Internet (wie meine Facebook-Gruppe) oder eine persönliche Gruppe am Wohnort sein. Das kann auch eine Retreat-Gruppe sein, die man einmal im Jahr trifft. Um zur Erleuchtung zu gelangen, ist es wichtig, die ganze Welt mit allen Wesen als seine spirituelle Gruppe zu betrachten. So kommen wir in ein Einheitsbewusstsein und in die Energie der umfassenden Liebe. Ich denke dafür jeden Tag das Mantra: „Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“ Ich sende jeden Tag allen meinen Freunden Licht und komme dadurch in die Energie des Lichts.

Unser spiritueller Weg gibt uns Halt in unserem Leben. Er hilft uns durch schwierige Zeiten und gibt uns eine positive Perspektive. Der Buddhismus ist ein Weg der Hoffnung. Wenn wir an unserem Glauben festhalten, werden wir von der Hoffnung getragen. Wir können sicher sein, dass wir eines Tages alles Leid des Lebens überwinden und zu einem erleuchteten Buddha werden. Viele Menschen haben diesen Weg ausprobiert und haben dadurch ein besseres Leben erlangt. Viele Menschen sind dadurch zur Erleuchtung gekommen, haben höhere spirituelle Kräfte erlangt und helfen uns auf unserem Weg helfen. Wenn wir mit Ausdauer auf unserem buddhistischen Weg bleiben, werden wir mit Sicherheit eines Tages alle das große Ziel erreichen.

Der Bodhisattva

Dalai Lama: „Was bedeutet das Wort Bodhisattva? Bodhi, das Erwachen oder die Erleuchtung, ist das Ziel. Sattva ist der Geist, der sich entschließt, dieses Ziel zum Wohle aller Lebewesen zu erreichen. Mit Hilfe seiner Weisheit richtet der Bodhisattva all sein Streben auf die Erleuchtung. Erfüllt von tiefem Mitgefühl, wendet er sich den Wesen zu. Ein Bodhisattva wird genannt, wer den Wunsch verspürt, die Erleuchtung zu erlangen, um das letztliche Glück der Lebewesen herbeizuführen. „

Wikipedia: „Bodhisattva (aus bodhi „Erleuchtung“ oder „Erwachen“ und sattva „das Seiende“, „Wesen“) bedeutet „Erleuchtungswesen“. Im Mahayana-Buddhismus werden Bodhisattvas als nach höchster Erkenntnis strebende Wesen bezeichnet, die die „Buddhaschaft“ anstreben, um sie zum Heil aller lebenden Wesen einzusetzen. Diese Ausgangsmotivation wird „Erleuchtungsgeist“ (bodhicitta) genannt. Praktizierende verschiedener Traditionen des Mahayana rezitieren Bodhisattva-Gelübde und bekunden damit ihren Willen, auch selbst diesen Weg zu gehen. Kern der Bodhisattva-Philosophie ist der Gedanke, nicht nur selbst und allein für sich Erleuchtung zu erlangen und damit in das Nirwana einzugehen, sondern stattdessen zuvor allen anderen Wesenheiten zu helfen, sich ebenfalls aus dem endlosen Kreislauf der Reinkarnationen (Samsara) zu befreien.

Unterschieden wird zwischen irdischen und überirdischen Bodhisattvas. Erstere sind im Weltleben stehende Menschen, die von Güte (maitri) und Mitgefühl (karuna) getragen, sich zum Wohle aller mitfühlenden Wesen (Menschen und Tiere) einsetzen. Letztere sind überirdische (transzendente) Wesenheiten, die in gleicher Weise den Wesen beistehen und ihnen auf dem Pfad der Befreiung behilflich sind.

Die Lehre vom Bodhisattva ist auch im Theravada-Buddhismus, der ältesten und einzigen noch existierenden Schule des Hinayana, bekannt. Der Theravada lehrt jedoch neben dem Erreichen des Bodhi mit Hilfe eines Bodhisattva vor allem das Erlangen der „Erleuchtung“, des „Erwachens“, durch eigenes Bemühen. Der einzige im Theravada bekannte Bodhisattva ist der kommende Buddha Maitreya.

Im tibetischen Buddhismus ist das Bodhisattva-Gelübde Grundlage für die Mahayana-Praxis. Es ist Ausdruck und Bestärkung des Bodhisattva-Geistes (bodhicitta) und motiviert zur täglichen Praxis. Das Bodhisattva-Gelübde umfasst in erster Linie das Versprechen, alles zu tun, um die fühlenden Wesen aus dem Kreislauf bedingten Seins (Samsara) zu befreien.

Die Vier Großen Gelübde im chinesisch-japanischen Mahayana (Zen)
Die Zahl der Wesen ist unendlich; ich gelobe, sie alle zu erlösen.
Gier, Hass und Unwissenheit entstehen unaufhörlich; ich gelobe, sie zu überwinden.
Die Tore des Dharma sind zahllos; ich gelobe, sie alle zu durchschreiten.
Der Weg des Buddha ist unvergleichlich; ich gelobe, ihn zu verwirklichen.“

Ein Bodhisattva muss nicht erleuchtet sein. Er sollte den Wunsch nach Erleuchtung haben. Er sollte an seiner eigenen Erleuchtung arbeiten. Er sollte sich auf dem Weg des Gebens nicht überfordern, solange sein eigenes Glück und sein eigener Frieden nicht stabil sind. Er sollte eher kleine gute Taten tun. Er sollte mit den beiden Beinen Arbeit an sich selbst und Arbeit für eine glückliche Welt voranschreiten. Er sollte im Gleichgewicht von Meditation und tätiger Liebe seinen Weg gehen. So verliert er sich nicht auf dem Weg des Helfens. So verstrickt er sich nicht in den leidvollen Energien der Welt. So wird er nicht ein Opfer des Egos auf dem Weg des Helfens. Aber immer sollte er in seinem Geist den Wunsch nach dem Glück und der Erleuchtung aller Wesen aufrechterhalten. Das Glück aller Wesen ist seine tiefste Motivation, die ihn auf seinem Weg der Erleuchtung vorantreibt. Eine gute Übung ist es jeden Tag allen Wesen Licht zu senden und dabei zu denken: „Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“

Der mittlere Weg

Dalai Lama: „Man sollte nicht in Extreme verfallen. Zu konservativ ist nicht gut, zu radikal auch nicht. So wie in der buddhistischen Lehre des Mittleren Weges sollten man einen Mittelweg gehen. Es ist in jeder Beziehung wichtig, die maßvolle Mitte zu wählen.“

Buddha vertritt den mittleren Weg zur Erleuchtung. Er erkannte, dass man spirituell am besten vorankommt, wenn man weder zu streng noch zu locker praktiziert. Er verglich die Meditation mit einem Musikinstrument. Man erhält nur dann einen guten Ton, wenn man die Saiten einer Geige weder zu straff noch zu schlaff spannt. Erleuchtung entsteht, wenn wir die Verspannungen in unserem Körper und unserem Geist auflösen. Die Verspannungen sind durch den Stress des Lebens entstanden. Wir sind durch Leid hindurch gegangen. Das Leid hat uns innerlich verhärtet. Es hat Traumata in unserer Psyche erzeugt. Viele Traumata stammen nach meiner Erkenntnis bereits aus unseren früheren Leben. Wir wurden getötet und haben das Entsetzen darüber in unserem Bewusstsein dauerhaft gespeichert. Wir haben unsere Familie verloren, wir wurden verlassen, wir haben unter Krankheiten gelitten, wir haben gehungert und gefroren. Alles das hat Spuren in unserem Bewusstsein hinterlassen. Innere Verspannungen können aber auch durch Suchtstrukturen entstehen. Wir haben geglaubt, dass die Liebe, der Sex und Beziehungen der tiefere Sinn des Lebens sind. Wir hafteten an unserer Frau, unserem Mann, unseren Kindern und unseren Eltern an. So ein energetisches Band kann über viele Leben bestehen bleiben. Wir treffen diese Personen dann immer wieder, bis wir das Suchtband aufgelöst haben. Dann sind wir frei. Wir müssen alle Suchtbänder an äußere Dinge und alle Verspannungen durch das Leid in uns auflösen.

Wie kann das geschehen? Es geschieht durch den Weg der Weisheit. Wir müssen in uns hineinspüren und erkennen, was unsere Psyche heilt. Dazu brauchen wir als erstes die Idee der Heilung. Wir brauchen das Ziel der Erleuchtung, der vollständigen inneren Reinigung. Solange wir an den Weg des äußeren Glücks glauben, werden wir niemals in der Tiefe unseres Bewusstseins heil und gesund. Wir müssen als erstes erkennen, dass das Hauptglück des Lebens in uns liegt. Nach den wissenschaftlichen Forschungen kommen der Frieden, die Liebe und das allgemeine Lebensglück zu 90 % aus unserer eigenen Psyche. Wir müssen an uns arbeiten, wenn wir dauerhaft glücklich werden wollen.

Wenn wir das erkannt haben, taucht als zweites die Frage nach unserem Weg der Heilung auf. Dieser Weg ist grundsätzlich sehr individuell. Die Menschen brauchen zur Heilung unterschiedliche Strategien. Wir brauchen unseren Verstand und unser Gespür, damit wir unseren Weg der Heilung finden. Durch körperliche Übungen können gut körperliche Verspannungen geheilt werden. Ich habe viele Jahre Yoga, Gehen und Meditation praktiziert. Ich habe ausprobiert, wie ich diese Techniken machen musste, damit ein innerer Heilungseffekt eintrat. Oft musste ich zuerst viele Jahre relativ radikal praktizieren, bis es zu einer tiefen inneren Lösung und zu einem spirituellen Durchbruch kam. Ich habe vier Jahre jeden Tag zehn Stunden meditiert, bis plötzlich ein Durchbruch zur Erleuchtung geschah. Dann sprudelte die Erleuchtungsenergie von alleine. Ich musste aufpassen, dass die damit verbundenen Reinigungsprozesse mich nicht überforderten. Von da an ging ich einen mittleren spirituellen Weg. Ich gehe jeden Tag etwas spazieren, meditiere etwas, lese etwas, tue der Welt etwas Gutes und genieße etwas das Leben. Das hält mich auf dem optimalen Weg der inneren Lösung und der spirituellen Entwicklung. Daraus erkennen wir, dass auch Buddhas Lehre vom mittleren Weg kein Dogma ist. Es ist eine Lehre, die wir mit Weisheit und Gespür anwenden müssen. Wir sollten herausfinden, was wann in unserem Leben richtig und angemessen ist.

Noch schwieriger als die Auflösung körperlicher Verspannungen ist die Auflösung geistiger Blockaden (Traumata). Durch den Stress des Lebens wurde ich im Alter von 30 Jahren schwer depressiv. Ich verspannte mich geistig immer mehr. Durch konsequentes positives Denken löste ich den inneren Stress auf. Ich überlegte bei jedem Problem, welche Gedanke mir half. Meistens waren es Gedanken des Annehmens, des Loslassens, der Klarheit. Wichtig waren aber auch Gedanken der Selbstliebe, der umfassenden Liebe und der Selbstdisziplin. Ich arbeitete ein halbes Jahr so konsequent und mit solcher Kraft an meinen Denkmustern, dass ich allein dadurch einen großen spirituellen Durchbruch erzielte. Von da an war wiederum der mittlere Weg mit etwas mehr Lockerheit und Leichtigkeit richtig. Auch Buddha hat sechs Jahre extrem praktiziert. Dann wechselte er auf den mittleren Weg und dann geschah bei ihm die Erleuchtung. Letztlich hat ihn sein genaues Gespür für sich selbst zur Erleuchtung gebracht.

Der Dalai Lama ist aus meiner Sicht bereits erleuchtet. Deshalb ist für ihn jetzt der große mittlere Weg richtig. Wenn wir seine dreizehn früheren Leben betrachten, gab es dort auch Phasen der sehr strengen spirituellen Praxis. Wir sind noch ganz am Anfang und völlig unerleuchtet. Deshalb gelten für uns grundsätzlich die letzten Worte Buddhas, die er seinen Schüler bei seinem Tod mit auf den Weg gab: „Strengt euch an. Bemüht euch ohne Unterlass zur Erleuchtung zu gelangen.“ Dabei sollten wir genau erkennen, wann wir in unserem Leben streng praktizieren und wann wir einen gemäßigten mittleren Weg gehen sollten.

Das Leben meistern

Dalai Lama: „Die schwerste Zeit im Leben ist die Periode größten Gewinns an Erkenntnis und Erfahrung. In schweren Zeiten kann man am ehesten lernen, innere Stärke und Entschlusskraft sowie den Mut zu entwickeln, sich Problemen zu stellen.“

Tagesschau 3.6.2021 :“Depressionen haben bundesweit zwischen 2009 und 2019 zugenommen, mit einem Plus von 97 Prozent verdoppelten sich die Fallzahlen fast.“ Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass weltweit etwa 300 Millionen Menschen von Depressionen betroffen sind. In Deutschland sind jedes Jahr etwa 27,8 % der erwachsenen Bevölkerung von einer psychischen Erkrankung betroffen. Das entspricht rund 17,8 Millionen betroffenen Personen. Die am stärksten verbreiteten psychischen Erkrankungen sind Angststörungen. Mehr als 16 Prozent der Menschen leiden hierzulande innerhalb eines Jahres darunter, gefolgt von alkoholbedingten Störungen (11 Prozent) und Depressionen (8 Prozent).

Das Leben auf der Welt ist nicht einfach. Weltweit bedrohen Hunger, Krankheit, Krieg und Umweltkatastrophen die Welt. In Deutschland haben wir alle genug zu essen, aber psychisch geht es vielen Menschen schlecht. In der Arbeitswelt droht der Burnout. In der Schule nehmen Ängste und Depressionen zu. Die aktuellen Zahlen sind erschreckend. Die Depressionen unter den Jugendlichen haben sich verdoppelt. Es deutet sich der Trend an, dass psychische Krankheiten erheblich zunehmen. Wir sind eine psychisch kranke Gesellschaft.

Was können wir dagegen tun? Um psychisch in einer schwierigen Gesellschaft zu überleben, müssen wir zu einem Meister des Lebens werden. Wir müssen geschickt unser äußeres Leben managen und gleichzeitig gut auf unsere eigene Psyche achten. Wir müssen gut für uns sorgen.

Gut für uns zu sorgen beginnt mit der gesunden Ernährung, dem regelmäßigen Sport und der ausreichenden Entspannung. Wenn ein Mensch viel Stress in seinem Leben hat, ist es sehr wichtig, dass er jeden Tag immer wieder seine inneren Verspannungen auflöst. Sonst sammeln sie sich an, zerstören eines Tages sein inneres Glück und seine körperliche Gesundheit. Wir brauchen ein tägliches Ritual der Entspannung. Das kann der tägliche Sport, das tägliche Spazieren gehen, die tägliche Yoga-Praxis oder die tägliche Meditation sein. In der Meditation spüren wir alle Bereiche des Körpers bewusst durch und lösen so die inneren Verspannungen. Das ist der sogenannte Body-Scan, der von Psychologen sehr empfohlen wird. Falls der Body-Scan nicht ausreicht, können wir auch eine progressive Muskelentspannung praktizieren. Viele Menschen können gut mit Yoga entspannen. Und viele Buddhisten praktizieren die tägliche Atem-Meditation.

Innerer Stress lässt sich am besten über die Gefühle lösen. Ich gehe jeden Tag im Wald spazieren und lebe dabei bewusst alle Wut und Trauer aus, die in mir ist. Für die Menschen in meinen Yogagruppen habe ich die Schüttelmeditation entwickelt. Sie hat ihnen sehr gut geholfen ihre stressreiche Arbeitswoche zu überstehen. Mein Sohn hatte in Schule Probleme. Ich empfahl ihm jeden Tag 20 Minuten zu schöner Musik die Schüttelmeditation zu machen. Das hat ihn psychisch stabilisiert und seinen Schulstress aufgelöst. Er hat erfolgreich Abitur gemacht, studiert und ist jetzt ein Doktor der Psychologie.

Wie wir uns jeden Tag geistig ins Lot bringen, hängt von unserer Psyche ab. Amerikanische Psychologen haben herausgefunden, dass sich das allgemeine Glücksnivau um 40 % erhöhen lässt, wenn wir jeden Tag zwanzig Minuten meditieren und achtsam auf unsere Gedanken sind. Das bewusste positive Denken verdoppelt unser persönliches Glück und reduziert unsere Krankheitsanfälligkeit. Dabei bedeutet positives Denken nicht, dass wir Gefühle wie Wut, Trauer oder Angst verdrängen. Wir müssen vielmehr bewusst damit umgehen, Probleme lösen und unsere Gefühle ausleben. Wir brauchen letztlich ein spirituelles Glaubenssystem, an dem wir uns innerlich orientieren. Das gibt uns den notwendigen inneren Halt, den wir im Leben brauchen.

Ohne ein spirituelles Glaubenssystem werden wir immer ein Opfer weltlicher Energien werden. Wir haben nicht die Kraft uns gegen die vielen negativen Einflüsse in unserer Gesellschaft zu wehren. Durch die Massenmedien und unsere Mitmenschen werden wir beständig mit der kapitalistischen Konsum- und Egoideologie bombardiert, bis wir selbst daran glauben. Dabei ist es wissenschaftlich erwiesen, dass 90 % des Glücks eines Menschen aus seiner eigenen Psyche kommen. Wir brauchen eine Glückspsyche, damit wir in unserem Leben glücklich sein können. Und eine Glückspsyche kann man sich erarbeiten. Darum geht es auf dem spirituellen Weg.

Das höchste und dauerhafte Glück ist in der Erleuchtung zu finden. Der Weg der Erleuchtung gibt uns inneren Frieden, Glück und Liebe. Er bringt Harmonie in unseren Geist und unsere Gefühle. Wir müssen unseren Geist immer wieder auf unser spirituellen Ziel ausrichten und jeden Tag unsere spirituellen Übungen machen.

Die höchste Kunst ist es den spirituellen Weg mit der Meisterung des weltlichen Lebens zu verbinden. Der tibetische Yogi Padmasambhava nannte es die Verbindung von Meditation und Handeln. Durch ein meditatives Leben bewahren wir unseren inneren Frieden und unsere Erleuchtung. Und durch ein achtsames Handeln können wir auch in einer chaotischen äußeren Welt körperlich überleben. Und wenn wir unser Leben der Liebe und dem Glück aller Wesen widmen, dann wird es zutiefst sinnerfüllt und befriedigend sein.

Ein wahrer Meister des Lebens meistert das äußere und das innere Leben gleichzeitig. Er lebt erleuchtet in einer unruhigen Welt voller Ego und Kampf. Er weiß was er braucht, um immer wieder ins innere Gleichgewicht, ins Glück und in die Liebe zu kommen.

Damit unsere Gesellschaft gerettet wird, sollten wir Glücksstrukturen einbauen. Wir sollten das Fach Glück in den Schulunterricht einführen. Wir sollten unsere Kinder Yoga und Meditation lehren. Wir sollten die spirituellen Angebote in der Gesellschaft nutzen. Und wir sollten langfristig unsere Gesellschaft so umstrukturieren, dass der Mensch im Mittelpunkt steht und nicht mehr der maximale Profit einer kleinen Gesellschaftsschicht. Wir sollten global eine Welt der Liebe, des Friedens und des Glücks aufbauen. Aber das ist ein weiter Weg. Der erste Schritt beginnt in unserem eigenen Leben und in unserer eigenen Familie.

Die Verbreitung der buddhistischen Lehre in Deutschland

Nach einer Umfrage in meiner Facebook Gruppe Buddhismus in Deutschland zählen sich 34 % zum tibetischen Buddhismus, 27 % zum Zen, 19 % zum Theravada, 12 % zum westlichen Buddhismus (inklusive psychotherapeutischer Buddhismus), 3 % zum Reinen Land Buddhismus, 3 % zum Nichiren Buddhismus und 2 % erklärten, dass sie keine Buddhisten sind. Die Gruppe hat derzeit etwa 9700 Mitglieder. Insgesamt wird die Anzahl der Buddhisten in Deutschland auf etwa 280 000 geschätzt. Von diesen 280 000 Buddhisten stammen 250 000 aus Asien (vor allem aus Vietnam, Thailand, aber auch etwas aus China, Süd-Korea, Japan und Sri Lanka). Von diesen Menschen sind in meiner Gruppe nur sehr wenige vertreten. Die Menschen aus Thailand und Sri Lanka folgen dem Theravada. Die Menschen aus China, Vietnam, Süd-Korea und Japan praktizieren überwiegend den Reinen-Land Buddhismus, Nichiren und Zen.

In der Deutschen Buddhistischen Union e.V. (DBU e.V.) sind ca. 63 buddhistische Gemeinschaften Mitglied. Diese Gemeinschaften vertreten ca. 9.500 Buddhisten. Die überwiegende Mehrheit der Angehörigen dieser Gemeinschaften sind aus Deutschland stammende Buddhisten. Also sind etwa ein Drittel der 30 000 deutschstämmigen Buddhisten Mitglied in der DBU. Nicht vertreten in der DBU sind zahlreiche asiatische Pagoden und Vereinigungen, sowie viele Gemeinschaften, die international organisiert und auch in Deutschland aktiv sind. Hierzu gehören z. B.

  • Der Buddhistische Dachverband Diamantweg e.V. (BDD) mit ca. 160 Buddhistischen Zentren und Meditationsgruppen und dazugehörigen ca. 5.500 Mitgliedern
  • Soka Gakkai International – Eine Laientradition des Nichiren-Buddhismus, die sich insbesondere auf das „Lotus-Sutra“ stützt und ca. 12 Millionen Anhänger weltweit hat, davon 3.500 Mitglieder in Deutschland
  • Zahlreiche Zen-Buddhistische Vereinigungen, u. a. die meisten Mitglieder der „Zen Vereinigung Deutschland“ mit 29 Zentren
  • Die tibetisch buddhistische „Neue Kadampa Tradition“ mit 14 Zentren und 32 Gruppen
  • Zahlreiche unabhängige Schulen des Buddhismus

Tibetischer Buddhismus

Dalai Lama: „Wir sollten die spirituelle Praxis finden, die für uns am besten geeignet ist.

Nils: Es gibt viele spirituelle Techniken. Ein Leben in der Ruhe bietet die besten Voraussetzungen für ein spirituelles Wachstum. Ebenso ist es mit einem Leben, das wir dem Glück und der Erleuchtung aller Wesen widmen. Der dritte große Weg ist der Weg der Weisheit. Weisheit bedeutet, dass wir uns immer wieder geistig auf den tieferen Sinn des Lebens orientieren und genau spüren, was uns in jedem Moment spirituell voran bringt. Auf dem Weg der Weisheit ist es hilfreich täglich in einem spirituellen Buch zu leben, sich mit spirituellen Menschen zu treffen, ein spirituelles Vorbild zu haben, sich täglich auf den spirituellen Weg und auf sich selbst zu besinnen. Auf dem Weg der Liebe ist es gut jeden Tag Taten der Liebe zu tun, allen Wesen Glück zu wünschen und immer wieder in die umfassende Liebe zu kommen. Dazu können wir jeden Tag das Bodhisattva Gelöbnis denken und die vier Brahmaviharas (Güte, Mitgefühl, Mitfreude, Gleichmut) praktizieren. Auf den Weg der Ruhe sollten wir die Meditationstechnik finden, die für uns am besten geeignet ist. Das kann eine Sitzmeditation mit einem Mantra, eine Atembetrachtung oder einem Durchspüren des Körpers sein. Das kann eine Gehmeditation, eine dynamische Schüttelmeditation, Yoga oder auch ein Kampfsport sein. Das kann aber auch ein Film, ein Buch oder eine Visualisierung (Gottheiten-Yoga, Guru-Yoga) sein, die uns zur Ruhe bringt. Grundsätzlich gilt: Wer auf Buddha meditiert, wird ein Buddha. Wer sich an Buddha orientiert, wie ein Buddha denkt und sich wie eine Buddha verhält, wächst zur Erleuchtung.

Wikipedia: „Der tibetische König Thrisong Detsen lud in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts die indischen Meister Padmasambhava und Shantarakshita nach Tibet ein, um dort den Buddhismus zu verbreiten. Padmasambhava lehrte vor allem die tantrischen Aspekte des Buddhismus. In Tibet entstanden im Verlauf der Zeit verschiedene buddhistische Schulen.

Der Vajrayana wird auch Lamaismus, Diamantfahrzeug, Mantrayana, Tantrayāna oder esoterischer Buddhismus genannt. Zu den besonderen tantrischen Mitteln gehören neben der Meditation und Visualisierung auch das Rezitieren von Mantras und weitere Übungen wie Rituale, Einweihungen und Guruyoga (Einswerden mit dem Geist des erleuchteten Lehrers). Im tibetischen Buddhismus wird großer Wert auf die direkte Übertragung und Unterweisung von Lehrer zu Schüler gelegt. Im Vajrayana sind Lama (Sanskrit Guru), Yidam (Sanskrit Deva, Meditationsgottheit) und Khandro (Sanskrit Dakini) wichtig. Sie sind im Vajrayana auch Objekte der Zuflucht.

Tantrismus bezeichnet verschiedene Strömungen innerhalb der indischen Philosophie und Religion, die zunächst als esoterische Form des Hinduismus und später des Buddhismus entstanden. Die Ursprünge des Tantra beginnen im 2. Jahrhundert, in voller Ausprägung liegen Lehren frühestens ab dem 7./8. Jahrhundert vor. Das buddhistische Tantra konsolidierte sich in Indien durch Padmasambhava (8. bis 9. Jh. n. Chr.) und durch verschiedene Mahasiddhas.

Der Tantrismus ist eine Erkenntnislehre, die auf der Untrennbarkeit des Relativen und des Absoluten basiert. Tantra nutzt im Gegensatz zum klassischen asketischen indischen Yoga die Leidenschaften und sinnlichen Bedürfnisse als integralen Bestandteil der spirituellen Praxis. Die Hauptelemente des Tantrismus sind: Die Darstellung und Vergegenwärtigung geistiger Prinzipien mittels sexueller Symbolik. Das System feinstofflicher Energiezentren (Chakras) und -kanäle (Nadis), auf denen die yogischen und meditativen Praktiken basieren, wie z. B. das körperliche Kundalini-Yoga, die Visualisierung von Gottheiten oder die sexuelle Vereinigung. Die Arbeit mit geometrischen Symbolen wie Mandala und Yantra als Ausdruck des Makro- und Mikrokosmos. Das Arbeiten mit Mantras und Mudras (Handhaltungen).

Tsongkhapa (1357–1419) gründete die Gelug-Schule des tibetischen Buddhismus („Schule der Tugendhaften“), die auf Mönchsdisziplin und Zölibat großen Wert legte. Der „Lamrim-Stufenweg zur Erleuchtung“ ist bis auf den heutigen Tag die Grundlage des von den Gelug gelehrten Erleuchtungsweges.“

https://www.tibet.de/buddhismus/tibetischer-buddhismus.html

„Der tibetische Buddhismus ist ein Zweig des Mahayana-Buddhismus. S.H. der Dalai Lama ist einer seiner prominentesten Vertreter. Alle tibetischen Traditonen lehren die Vier Wahrheiten (Leben ist leiden), das Große Mitgefühl (das Streben nach Erleuchtung zum Wohle aller Lebewesen), den Erleuchtungsgeist und die Weisheit als Mittel, den Geist von allen Täuschungen zu befreien. Darüber hinaus ist es ein Merkmal des tibetischen Buddhismus, dass er die Übungen von Sutra (die Lehrtexte Buddhas) und Tantra integriert. Auf der Basis eines guten Verständnisses und ausgedehnter Praxis des allgemeinen Pfades nehmen die Übenden Initiationen und praktizieren tantrische Meditationen.

Nach der Invasion der Moslems in Indien im 12. Jahrhundert kam der Austausch zwischen Indien und Tibet zum Erliegen. So entwickelte sich der Buddhismus in Tibet eigenständig weiter, und die vier großen Schulen des tibetischen Buddhismus entstanden: die Nyingma-Tradition, die Kagyü-Tradition, die Sakya-Tradition und die Gelug-Tradition. Ein großer Einschnitt für den tibetischen Buddhismus war die chinesische Invasion 1949/50. Im Zuge der Unterdrückung musste der Dalai Lama 1959 ins Exil nach Indien fliehen. Mit ihm verließ auch die intellektuelle Elite Tibets ihre Heimat, und große tibetische Meister siedelten sich in Indien, Europa und den USA an.“

Nils: Der tibetische Buddhismus ist aus meiner Sicht das am höchsten entwickelte spirituelle System der Welt. Es wurde über tausend Jahre lang von erleuchteten Mönchen und Yogis entwickelt. Sie entdeckten viele Wege und Methoden, um zur Erleuchtung zu gelangen. Und sie haben viele spirituelle Techniken aus der tantrischen Epoche in Indien übernommen. Ursprünglich bestand der Weg zur Erleuchtung vor allem aus Gedankenarbeit, Atemübungen und Meditation. So lehrten es die alten indischen Yogis. So lehrte es auch Buddha (500 vor Christus).

Dann gab es jedoch in Indien eine große spirituelle Weiterentwicklung. Im ersten Jahrtausend nach Christus wurden die vielen spirituellen tantrischen Techniken entdeckt. Der Mahayana-Buddhismus kam durch Nagarjuna und Asanga zu seiner höchsten Blüte. Der Yogi Padmasambhava fasste dann diese Techniken zusammen und brachte sie nach Tibet. Gleichzeitig wurde der Buddhismus an die traditionelle tibetische Kultur angepasst. Daraus entwickelte sich eine spezifischen Form des Buddhismus.

Auf den ersten Blick ist der tibetischen Buddhismus sehr kompliziert. Man braucht Jahre um ihn zu begreifen. Es gibt erleuchtete Meister (Lamas), die auf einem Thron sitzen und wie Götter verehrt werden. Es gibt einfache Körperübungen (insbesondere die tibetischen Niederwerfungen und den tibetischen Heilyoga Lu Jong), vielfältige Meditationen, Gottheiten, Thangkas (Meditationsbilder) und Lehrsysteme (Dzogchen, Mahamudra) mit tiefgründigen Meditationsanleitungen.

Wenn man tiefer hinschaut, ist das tibetische System jedoch ganz einfach. Es beruht auf den Säulen Liebe (Bodhisattva-Weg), Gedankenarbeit (positives Denken), Meditation (ruhiges Verweilen), Energie-Yoga (Chakren) und Guru-Yoga (Lamaismus). Durch die vielfältigen tantrischen Techniken (Mantras, Visualisierungen, Körperhaltungen) wird die spirituelle Energie aktiviert. In der Meditation wird sie beruhigt und vertieft. Verbunden mit einer intensiven Arbeit an den Gedanken (Entwicklung positiver Eigenschaften, analytische Meditation) und dem Weg der umfassenden Liebe entsteht dann Erleuchtung.

Der erleuchtete Meister steht im Zentrum des tibetischen Buddhismus. Das System ist so komplex, dass man sich ohne Meister leicht auf dem Weg verläuft. Außerdem kann der Meister spirituelle Energien übertragen und die Chakren des Schülers aktivieren. Dadurch kann der Schüler schnell Fortschritte auf seinem Weg machen.

Allerdings beinhaltet das hochentwickelte tibetische System auch viele Gefahren. Es ist so stark ritualisiert, dass man sich leicht im Dogmatismus verfangen kann. Dann kann man viele Leben als Mönch oder Nonne verbringen, ohne zur Erleuchtung zu kommen. Die Rolle des Meisters wird oft überschätzt. Den Hauptteil der spirituellen Arbeit muss der Schüler erbringen. Er darf sich nicht allein auf den Meister verlassen und der spirituellen Trägheit hingeben. Vielmehr muss er ein genaues Gespür für sich selbst entwickeln und herausfinden, was er in jedem Moment spirituell braucht. Wenn wir die tibetischen Mönche beobachten, dann finden wir oft die Fehler der Trägheit und des Dogmatismus. Darauf hat auch der Dalai Lama hingewiesen.

Bei der Verbreitung im Westen hat der tibetische Buddhismus das Problem, dass seine Rituale hautsächlich aus dem Mittelalter in Tibet stammen. Für westliche Menschen sind sie nur begrenzt praktizierbar. Die meisten Menschen im Westen sind nicht in der Lage als Mönche, Nonnen oder abgeschiedene Yogis zu leben. Gurus auf einem Thron schrecken sie ab. Sie wollen die Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Sie langweilen sich beim stundenlangen Vorlesen von Texten in tibetischer Sprache. Komplexe Visualisierungen überfordern sie. Für die fortgeschrittenen Übungen sind sie noch nicht weit genug entwickelt und die einfachen Übungen langweilen sie. Es muss letztlich eine völlig neue Form des tibetischen Buddhismus im Westen geben. Und davon ist der tibetische Buddhismus noch weit entfernt. Auch wenn der Dalai Lama sich sehr darum bemüht und den tibetischen Buddhismus in seinen Büchern vereinfacht und an den Westen angepasst hat.

Die große Stärke des tibetischen Buddhismus sind seine vielen erleuchteten Meister. Im tibetischen Buddhismus findet man leicht einen erleuchteten Meister. Die zweite Stärke sind die vielen Bücher, durch die das tiefe Wissen des tibetischen Buddhismus zu uns gekommen ist. Früher waren viele Techniken geheim. Heute kann jeder alles lesen. Die dritte Stärke ist sein geniales spirituelles System. Insgesamt ist der tibetischen Buddhismus ein wundervoller spiritueller Weg, durch den man in einem Leben zur Erleuchtung gelangen kann.

Zen

Wikipedia: „Der Zen-Buddhismus, kurz Zen, ist eine Strömung des Buddhismus. Er gehört zu dessen Hauptrichtung Mahayana. Das Höchste im Zen-Buddhismus ist das Erleben des gegenwärtigen Augenblicks. Die zentrale Praxis ist daher die Meditation. Der Zen-Buddhismus entstand ab etwa dem 5. Jahrhundert in China als Chan-Buddhismus. In seiner Anfangszeit wurde er wesentlich vom Daoismus beeinflusst. Über Mönche verbreitete er sich in die Anrainer Chinas. Es entstanden unter anderem eine koreanische (Seon) und eine vietnamesische Tradition (Thiền). Ab dem 12. Jahrhundert gelangte Chan nach Japan und erhielt dort als Zen eine neue Ausprägung. Diese gelangte ab dem 20. Jahrhundert in wiederum neuer Interpretation in den Westen. Die in Europa und den USA verwendete Terminologie zum Zen stammt daher zum großen Teil aus dem Japanischen. Der vietnamesische Thiền ist vielfältig und umfassend und bringt viele Praktiken wie Atemmeditation, Mantra, Theravada-Einflüsse, Chanten, Sutra-Rezitation und engagierten buddhistischen Aktivismus mit sich.

Hinter dem Zen steckt die Lehre, dass jegliches Wollen unglücklich macht. Um Erleuchtung zu erlangen, muss man sich von all seinen Wünschen und Trieben lösen. Dazu gehören z. B. der verbreitete Drang nach materiellem Besitz und sozialem Status, aber eben auch der Drang nach Erkenntnissen und (paradoxerweise) der Drang nach Erleuchtung. Stattdessen sollte man „loslassen“, mit der Welt verschmelzen und sich auf den „Fluss des Erlebens“ einlassen, ohne ihn bewerten oder gar lenken zu wollen. Man erlangt seine Freude am einfachen Erleben zurück und erlernt automatisch einen spielerischen Umgang mit dem Leben im Allgemeinen. Zen bedeutet, das Leben zu leben – in seiner ganzen Fülle.

Die Praxis-Grundübung ist das Zazen, dem Sitzen in der Versenkung auf einem Kissen. In der äußeren Haltung sind dabei die Beine ineinander geschlagen wie beim Lotussitz im Yoga. Der Rücken ist gerade, aber vollkommen entspannt, und die Hände sind entspannt ineinander gelegt, wobei sich die Daumenspitzen leicht berühren. Die Augen bleiben halb geöffnet, der Blick bleibt entspannt ohne Umherschweifen zum Boden gesenkt. Für Anfänger werden auch einfachere Sitzweisen empfohlen, etwa der halbe Lotossitz, der sogenannte Burmesische Sitz oder der Fersensitz.

Ein anderer, ebenso wichtiger Teil der Zen-Praxis besteht aus der Konzentration auf den Alltag. Dies bedeutet einfach nur, dass man sich auf die Aktivität, die man gerade in diesem Augenblick ausübt, vollkommen konzentriert, ohne dabei irgendwelchen Gedanken nachzugehen. Beide Übungen ergänzen einander und sind dazu gedacht, den Geist zu beruhigen bzw. die „Gedankenflut“, welche einen durchgehend überkommt, einzudämmen.

Zu den gebräuchlichen Methoden der Zen-Praxis gehören Zazen (Sitzmeditation), Kinhin (Gehmeditation), Rezitation (Texte rhythmisch vorlesen oder vortragen), Samu (Arbeitsmeditation) und zusätzlich im Rinzai-Zen das Lösen von Kōans, einer Art paradoxer Rätsel. Besonders intensiv werden diese Methoden während mehrtägiger Übungsperioden Sesshin bzw. Retreat (Klausuren) geübt. Der Schüler muss zumindest die Sitzmeditation in sein alltägliches Leben integrieren, denn Zen ist seinem Wesen nach stets nur Praxis. Zen ist im Kern eine Kultur der Stille, die gleichzeitig für Einfachheit, schlichte Eleganz, Natürlichkeit und innerer Verbundenheit mit der Natur steht.

Auf diese Weise kann sich die Erkenntnis der absoluten Realität einstellen (Satori, Kenshō). Die Frage nach dem Sinn des Lebens wird aufgehoben; die Kontingenz der eigenen Existenz, das In-die-Welt-geworfen-Sein kann angenommen werden. Vollkommene innere Befreiung ist die Folge: Es gibt nichts zu erreichen, nichts zu tun und nichts zu besitzen.

Traditionelle Kampfkünste, wie das japanische Bogenschießen (Kyudo), andere Formen der japanischen (budō) und chinesische Kampfkünste (gōngfu) wurden auch als Formen der Zen-Praxis gesehen. Diese Tradition geht auf das einflussreiche Shaolin-Kloster in Henan zurück, das die erste institutionalisierte Form des gōngfu entwickelte. Die Shaolin-Praktiken, die sich um das 12. Jahrhundert herum zu entwickeln begannen, wurden traditionell auch als eine Form der inneren Kultivierung des Chan-Buddhismus (heute wuchan, „Kampf-chan“) gesehen. Die Shaolin-Künste machten auch Gebrauch von taoistischen Körperübungen, Atem- und Energie-Kultivierungspraktiken. Sie wurden als therapeutische Praktiken angesehen, die die „innere Stärke“, die Gesundheit und die Langlebigkeit verbesserten, sowie als Mittel zur spirituellen Befreiung.“

Nils: Bereits am Anfang meines spirituellen Weges begeisterten mich die vielen Zen-Bücher, die eine Energie der Ernsthaftigkeit und der Selbstdisziplin ausstrahlten. Ich besuchte ein Zen-Dojo in Hamburg. Dort traf ich viele Männer aus meiner früheren Karatezeit. Und so gestaltete sich auch der Abend, voller Kraft, Selbstdisziplin und strenger Meditation im Sitzen und im Gehen. Leider völlig unerleuchtet, weil der erleuchtete Meister fehlte. Meine Erleuchtungsenergie schrumpfte im Laufe des Abends immer mehr. Ich erkannte, dass ich hier falsch war. Aber ich gab nicht auf und buchte ein Wochenendretreat bei dem vietnamesischen Zen-Meister Thich Nhat Hanh. Hier gefiel es mir schon wesentlich besser. Thich Nhat Hanh meditierte mit uns im Sitzen und im Gehen. Er hielt einen langen Vortrag und erfreute uns mit einer Tee-Zeremonie. Begeistert war ich, weil er wie ich das positive Denken und den engagierten Buddhismus lehrte. Die viele Ruhe über drei Tage war auf die Dauer allerdings für mich ziemlich unerträglich. Ich bin ein eher unruhiger Mensch und brauche viel Bewegung. Deshalb nutze ich die Zeit der langsamen Gehmeditation um einige schnelle Spaziergänge zu machen. So ging es mir auf dem Retreat insgesamt gut. Meine damalige Freundin Sigrid reiste sogar für drei Monate in sein Kloster Plum Village in Süd-Frankreich. Die viele Ruhe dort tat ihr sehr gut. Sie kam gut erholt zurück. Für sie war der Zen-Weg von Thich Nhat Hanh genau richtig. Sie liebte insbesondere seine sensible Art mit Gefühlen umzugehen.

Was ist das Geheimnis des Zen? Wie erlebt man den gegenwärtigen Moment? Eine Hilfe ist der Weg der Meditation. In der Meditation kommen die Gedanken zur Ruhe. Dann kommt man in die Gegenwart. Aber diese Gegenwart ist im Zen nicht gemeint. Es geht vielmehr um das erleuchtete Sein. Beim erleuchteten Sein ist man voller Liebe, Frieden und Glück. Man ist mit Erleuchtungsenergie gefüllt. Und gerade dadurch verändert sich das Bewusstsein. Man gelangt durch das Anwachsen der spirituellen Energie in ein Einheitsbewusstsein. Dann kann man ruhig meditieren oder auch kraftvoll im Alltag handeln. Man bleibt immer im erleuchteten Sein und im gegenwärtigen Moment. Der Geist hat keine Neigung mehr sich mit Gedanken an die Zukunft oder die Vergangenheit zu quälen. Alles ist gut so wie es ist. Alles ist richtig. Die Welt ist ein Reines Land, ein Paradies, auch wenn es dort viel Leid und viel Chaos gibt. Durch die Erleuchtung erhebt man sich über das Leid der Welt, auch wenn man als Bodhisattva gerne allen leidenden Wesen hilft und sie zur Erleuchtung führt. Um zur Erleuchtung zu kommen, müssen wir unsere inneren Verspannungen auflösen und die Erleuchtungsenergie zum Fließen bringen. Dabei kann Zen eine große Hilfe sein. Zen kann uns durch sein strenges Festhalten an der Form aber auch auf dem Weg der Erleuchtung blockieren. Nur unser inneres Gespür sagt uns, was wir gerade brauchen. Für den einen Menschen sind es dynamische Übungen (Yoga, Karate, Tai Chi), für den anderen eine ruhige Meditation und für den dritten die konsequente Arbeit an negativen Gedankenstrukturen. Und manchmal kann es einfach auch nur das Lachen und der Lebensgenuss sein.

Theravada

Wikipedia: „Der Theravāda (Pali: Schule der Ältesten) ist die älteste noch existierende Schultradition des Buddhismus. Er führt seinen Ursprung auf jene Mönchsgemeinde zurück, die zu den ersten Anhängern des Buddha gehörte. Der Theravada ist heute vor allem in Sri Lanka, Myanmar, Thailand, Kambodscha, Laos und teilweise auch in Vietnam und der VR China (in Yunnan) verbreitet. Vom Mahayana (Großer Weg) wird er zum Hinayana (Kleiner Weg) gezählt, während diese Zuordnung vom Theravada selbst als historisch falsch und inhaltlich abwertend zurückgewiesen wurde. Drei Monate nach dem Tod des Buddha traten seine Schüler zum ersten Konzil zusammen, um den Dhamma, die Lehre und den Vinaya, die Ordensregeln gemäß den Lehrreden des Buddha festzuhalten. Hier wurde der Grundbestand des späteren Pali-Kanons festgelegt.

Während der Theravada, mit sehr wenigen Ausnahmen, praktisch ausschließlich die Texte des Pali-Tipitaka als Grundlage für die Lehre und das Leben der Mönche und Nonnen akzeptiert, wurde im Mahayana nie ein endgültiger Kanon von Schriften festgelegt, die Lehre an kulturelle Besonderheiten angepasst, und zum Teil auch das monastische Ideal zugunsten weltlicher Orientierung aufgegeben. Zwar bildet der Sanskrit-Tipitaka auch hier den Kern der Überlieferung, daneben wurden aber auch andere Sutras herangezogen, beispielsweise das Herz-Sutra, das Diamant-Sutra und das Lotos-Sutra.

Ein weiterer wesentlicher Unterschied ist, dass die Wege, Bodhi und damit Nibbāna zu erreichen, wie sie der Theravada kennt, im Mahayana zugunsten der Bodhisattvaschaft verschoben wurden. Nicht das Erreichen des Nibbāna durch eigene Kraft, wie es der Theravada kennt, steht im Mittelpunkt, sondern das Ideal des Bodhisattva, der auf das Parinibbāna, das endgültige Aufgehen im Nibbāna nach dem Tod, verzichtet, um stattdessen anderen auf ihrem Weg zum Erwachen zu helfen.“

https://www.buddhakids.de/html/theravada_buddhismus.html

„Theravada-Mönche erkennst du daran, dass sie schlichte Roben tragen, die orange, dunkelrot oder braun sein können. Sie verzichten auf jeden persönlichen Besitz, verzichten auch auf eine Beziehung und Familie und widmen ihr Leben ganz der Nachfolge des Buddha. Als Novizen lernen sie in einem Kloster erst einmal das Mönchsein. Sie lernen, wie man sich als Mönch verhält, und natürlich lernen sie auch, wie man den eigenen Geist trainiert. Das Ziel des Buddhismus ist schließlich die Befreiung aus dem Kreislauf des Leidens. Das geht nicht so einfach. Extrem große Anstrengungen sind nötig, denn der eigene Geist ist am Anfang sehr wild und ungezähmt. Ihr wisst selbst wie schwierig es ist, wenn ihr wütend seid, diese Wut nicht auszuleben. Als Mönch darf man nicht nur seine Wut nicht ausleben. Man soll auch die Ursache dieser und aller anderen schwierigen Gefühle wie Neid, Eifersucht oder Gier erkennen und diese Ursache beseitigen.

Man braucht aber nicht unbedingt Mönch werden, um Theravada-Buddhist zu sein. Wer kein Mönch oder keine Nonne ist, wird Laie genannt. Laien können natürlich genauso gut meditieren und studieren wie Mönche und Nonnen, müssen aber auch arbeiten und Geld verdienen und haben durch ihr “weltliches” Leben mehr Ablenkungen. Das bedeutet für die Laien, dass sie ihre Zeit sehr gut einteilen müssen und versuchen sollten, den täglichen Ablenkungen nicht zu erliegen.

Die Hauptmeditationsmethoden des Theravada-Buddhismus sind Ruhe- und Einsichtsmedtationen, wie sie der Buddha gelehrt hat. Im Pali-Kanon gibt es entsprechende Lehrreden des Buddha. Ruhemeditationen macht man meistens mit Hilfe des Atems. Ziel der Atemmeditation ist es, ohne Ablenkung auf den Atem konzentriert zu bleiben. Wer das für eine längere Zeit schafft, der erfährt eine große Ruhe und einen wunderbaren Frieden im Geist. Wenn man diese Meditationsstufe erreicht hat, dann spürt man selbst, dass es nichts Schöneres auf der Welt geben kann, als diese Freude und Ruhe im Geist. Man nennt diesen Zustand der tiefen Meditation “Samadhi”. Um dahin zu kommen, ist aber sehr viel Training und Übung nötig.

Außerdem kann der Geist nicht zur Ruhe kommen, wenn man sich laufend daneben benimmt. Also etwas klauen oder lügen geht gar nicht. Damit verbaut man sich den Weg zum geistigen Frieden. Deshalb wird im Theravada-Buddhismus auch viel Wert auf gutes Verhalten gelegt. Das gute Verhalten wird “Sila” genannt. Also dass man zum Beispiel nicht lügt und anderen Dinge wegnimmt, dass man nicht schlecht über andere Leute redet, keinen Lebewesen Leid antut, sondern dass man freundlich und hilfsbereit ist. Denn dieses gute Verhalten hat auch Auswirkungen auf das Herz, das “Citta” genannt wird. Es wird sanft und froh, wenn wir Gutes tun. Und aus diesem Zustand heraus ist es dann auch wieder viel leichter, konzentriert und tief zu meditieren.

Manchmal ist es auch nötig, mit sehr scharfem Verstand die Dinge zu untersuchen um sie zu verstehen. Diese Meditationen, bei denen man Dinge untersucht, nennt man Einsichtsmeditation (sie wird auch Vipassana genannt). Wenn jemand zum Beispiel immer, wenn er meditieren will, müde oder wütend wird, wäre es gut, ganz genau hinzusehen, warum das passiert. Diese Weisheit, mit der man erkennen kann, was wirklich los ist, wird panna (panja) genannt. Je konzentrierter man meditieren kann, desto schärfer kann man auch Dinge durchschauen.

Es gibt auch Meditationen, die helfen, dass man mehr Liebe im Herzen entsteht und man mit großer Freundlichkeit die Welt, die Menschen und Tiere betrachten kann. Diese Meditation wird Metta-Mediation genannt. Je mehr Güte, Freundlichkeit und Wohlwollen jemand in seinem Herzen hat, desto leichter kann er meditieren.“

Meine Meinung: Es gibt viele Richtungen des Buddhismus. Alle haben ihre Vorteile und Nachteile. Der Theravada-Buddhismus setzt seine Schwerpunkte auf die Meditation und das Lesen der Reden Buddhas. Er hängt sehr an den Worten Buddhas. Daraus ergibt sich ein gewisser Dogmatismus, wie ich es bei Theravada-Buddhisten oft erlebe. Der Vorteil des Anhaftens an den Worten Buddhas besteht daran, dass man dadurch gut in die Energie Buddhas kommt. Das Lesen und Nachdenken über die Worte Buddhas kann ein Weg der Erleuchtung sein, insbesondere wenn er mit der Achtsamkeit auf die eigenen Gedanken und mit einer regelmäßigen Meditationspraxis verbunden wird. Ein Nachteil besteht darin, dass man an den Worten des Buddhas festhängt und das Gespür für sich selbst verliert. Das genaue Gespür für sich selbst ist aber wichtig, um zur Erleuchtung zu gelangen. Ein zweiter großer Nachtteil besteht darin, dass man in der Zeit Buddhas festhängt. Religionen entwickeln sich aber weiter. Das Wissen der Welt nimmt ständig zu. Ich bin der Meinung, dass das Wissen aller Religionen allen Menschen gehört. Deshalb bin ich dafür, dass man als Buddhist auch Techniken aus anderen Religionen praktizieren darf, wenn sie einen persönlich weiterbringen. Das ist zum Beispiel der Weg des tibetischen Buddhismus, dessen Gründer Padmasambhava viele Techniken aus dem indischen Yoga übernommen hat (Karma-Yoga, Tantra-Yoga, Hatha-Yoga, Guru-Yoga, Gottheiten-Yoga). Ebenso ist es beim Zen, der vom chinesischen Taoismus inspiriert ist. Der westliche Buddhismus übernimmt viele Werte aus der westlichen Wissenschaft und insbesondere aus der Psychologie. Theravada-Buddhisten werfen dagegen den Buddhisten anderer Richtungen vor, dass sie die ursprüngliche Lehre Buddhas verfälschen. Während die Mahayana-Buddhisten entgegnen, dass es sich beim Theravada nur um einen kleinen Weg mit eingeschränktem Wissen handelt.

Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass jeder den zu ihm passenden spirituellen Weg finden sollte. Am Anfang habe ich mich auch auf das Lesen der Texte Buddhas und auf die Meditation konzentriert. Insofern war ich auch einmal ein Theravada-Buddhist.

Der Theravada-Meister Ajahn Chah

Wikipedia: „Ajahn Chah (* 17. Juni 1918; † 16. Januar 1992) war ein theravāda-buddhistischer Mönch der thailändischen Kammatthana-Waldmönchstradition. Ab den 1970er-Jahren wuchs sein Ruf, ein ausgezeichneter Lehrer auch für westliche Theravada-Mönche zu sein, stetig an. Dies führte zu einer Reihe Gründungen von Klöstern in Europa, den USA, Australien und Neuseeland, die sich auf ihn berufen. Bekannte Schüler von ihm sind Jack Kornfield und Ajahn Brahm (Die Kuh die weinte).

Im Alter von neun Jahren kam er in ein nahegelegenes Kloster, wo er drei Jahre als Novize verbrachte, bevor er an den Bauernhof seiner Eltern zurückkehrte, um dort bei den anfallenden Arbeiten zu helfen. Im Alter von zwanzig Jahren entschied er sich dazu, das monastische Leben wieder aufzunehmen und empfing die Bhikkhu-Ordination. Das frühe mönchische Leben Ajahn Chahs folgte einem traditionellen Muster des Studierens des buddhistischen Unterrichts und der Schriften-Sprache Pali. In seinem fünften Mönchs-Jahr wurde sein Vater krank und starb bald darauf – ein Ereignis, dass ihm die Vergänglichkeit und den Wert des menschlichen Lebens heftig vor Augen führte. Dies veranlasste ihn, den wirklichen Sinn des Lebens tiefergehend zu kontemplieren. Obgleich er studiert hatte und eine gewisse Fähigkeit im Pali erworben hatte, schien er dem wirklichen Verständnis vom Ende des Leidens nicht nähergekommen zu sein. Ein tiefliegendes Gefühl der „Entzauberung“ allgemeiner Zielsetzungen im Leben führte dazu, dass er seine traditionellen Studien abbrach und schließlich im Jahre 1946 eine Pilgerreise als wandernder Bettelmönch antrat, um auf diese Weise die buddhistische Lehre in die Praxis umzusetzen.

Zu Fuß wanderte er ca. 400 Kilometer nach Zentralthailand, schlief in Höhlen und Wäldern auf seinem Weg und aß die Almosenspeise, die er in den naheliegenden Dörfern beim morgendlichen Pindabat (Almosengang) von den buddhistischen Bewohnern erhielt. In einem Kloster, das den Vinaya (buddhistische Ordensregel) besonders sorgfältig übte, wurde ihm von Ajahn Mun Bhuridatta berichtet, einem äußerst respektierten Meditationsmeister seiner Zeit. Voller Eifer, einen solch verwirklichten Lehrer zu treffen, kehrte Ajahn Chah in den Nordosten zurück, um Ajahn Mun aufzusuchen.

Zu diesem Zeitpunkt rang Ajahn Chah mit einem hartnäckigen spirituellen Problem. Er hatte die Schriften in all ihren Aspekten wie Tugend, Sammlung und Weisheit studiert (Sila, Samadhi und Panna). Dennoch fragte er sich, wie all diese Facetten wirklich in die Praxis umzusetzen seien. Ajahn Mun erklärte ihm, dass – obgleich die Lehren des Buddha in der Tat umfangreich sind – sie dennoch in ihrem Herzen sich sehr einfach darstellen. „Wenn er mit fest verankerter Achtsamkeit erkennen lerne, dass alles im Herz-Geist entstehe – genau da habe er den wahren Pfad der Praxis vor sich.“ Diese einleuchtende und direkte Schulung sollte ein Kernerlebnis für Ajahn Chah werden, auf das er oft in seinen eigenen Lehren immer wieder Bezug nehmen würde. Für ihn war nun klar, was er zu tun hatte.

Für die nächsten sieben Jahre übte Ajahn Chah den einfachen und strengen Lebensstil der Waldmönche, von hier nach dort wandernd, auf der Suche nach ruhigen und abgelegenen Orten um sich in die Meditationspraxis zu vertiefen. Er lebte in Dschungelgebieten zusammen mit Tigern und Cobras – eine ideale Umgebung um über den Tod und den grundlegenden Sinn des Lebens zu kontemplieren. Bei einer dieser Gelegenheiten meditierte er nachts an einem jener Verbrennungs-Orte, wo traditionellerweise die Thais ihre verstorbenen Angehörigen einäschern. Immer wieder stellte er Betrachtungen über den Tod an, um zur wahren Bedeutung des Lebens vorzudringen.

Im Jahre 1954 wurde er zurück in sein Heimatdorf eingeladen. In einem von Malaria befallenen Wald namens „Pa Phong“ schlug er sein Lager auf. Trotz der Härten dieser schutzlosen Umgebung und der spärlichen Nahrung, sammelten sich allmählich immer mehr Schüler um ihn, die von seinem wachsenden, guten Ruf angezogen wurden. Das Waldkloster, das so um ihn herum entstand, wurde „Wat Pa Phong“ genannt. Auf dieselbe Weise sollten bald weitere Zweigklöster in ganz Thailand gegründet werden.

1967 kam ein amerikanischer Mönch nach Wat Pa Phong. Robert Jackman hatte gerade sein erstes Regenzeit-Retreat (das „Vassa“ – eine dreimonatige Zeit des Rückzuges während der Regenzeit) in einem Kloster an der laotischen Grenze verbracht. Obgleich seine Bemühungen durchaus fruchtvoll gewesen waren, erkannte er, dass er einen Lehrer benötigte, der ihn in allen Aspekten des monastischen Lebens ausbilden konnte. Zufällig hatte einer von Ajahn Chahs Schülern das Kloster, in dem Robert zu diesem Zeitpunkt lebte, besucht – dieser konnte sogar ein wenig Englisch sprechen. Nachdem Sumedho also von Ajahn Chah gehört hatte, reiste er voller Interesse mit dem thailändischen Mönch nach Wat Pa Phong. Ajahn Chah nahm diesen neuen Schüler bei sich auf, aber beharrte darauf, dass dieser Westler keinerlei Sondervergütungen empfangen würde. Er aß die gleiche, einfache Almosenspeise wie die anderen thailändischen Mönche. Das Training dort war streng und äußerst fordernd. Ajahn Chah brachte seine Mönche häufig an deren Grenzen, um ihre Ausdauer zu überprüfen, damit diese Geduld und Gleichmut entwickeln würden. Manchmal veranlasste er lange und scheinbar sinnlose Arbeitsprojekte, um deren Anhaftung an Ruhe und Stille zu frustrieren.

Einer seiner zentralen Aussagen ist: „Zuerst hört und lernt man den Dhamma, aber hat noch nicht verstanden; dann versteht man, aber hat noch nicht praktiziert. Man praktiziert, aber man hat die Wahrheit von Dhamma noch nicht gesehen; dann sieht man Dhamma, aber man ist mit seinem Wesen noch nicht Dhamma geworden.“ Ajahn Chah ging es zeitlebens darum, seinen Schülern Einsicht in die wahre Natur der Wirklichkeit zu lehren, einen Pfad der inneren Realisierung der Wahrheit, wie sie sich im erleuchteten Buddha manifestiert. Unter den zeitgenössischen thailändischen Meistern des Theravāda-Buddhismus hat wohl keiner einen solch großen Einfluss gehabt, insbesondere auf westliche Schüler des Dhamma, wie Ajahn Chah. Ein Grund seiner Popularität liegt in der Klarheit und in der Verständlichkeit seiner Worte, die er an die Menschen unterschiedlichster kultureller Herkunft und verschiedenster buddhistischer Schulen richtete. Es heißt, nachdem Ajahn Chah fünfundzwanzig Jahre gelehrt und praktiziert hatte, war er in der Lage, die Ideen des Buddhismus in einer Weise darzustellen, dass selbst ein unausgebildeter Reisbauer ihn verstehen konnte. Ajahn Chah konnte traditionelle Konzepte des Dhamma vermitteln, allerdings bevorzugte er die Wahrheit mittels Analogien oder Fabeln auszudrücken, indem er von Tieren, Bäumen und den kleinen Begebenheiten des Alltags sprach, was die Herzen seiner Zuhörer bewegte und ihren Geist für die wahre Einsicht öffnete. Er tat dies mit Wärme und einem Humor. Ajahn Chahs Lehren wurde häufig beschrieben mit „einfach aber tiefgründig“.“

Reines Land

Wikipedia: „Reines Land (auch Buddhafeld) ist vor allem im Amitabha-Buddhismus (auch: Reines-Land-Buddhismus) die Vorstellung eines nicht-samsarischen Daseinsbereiches, in dem alle Bedingungen zur spirituellen Praxis für die Erlangung der Buddhaschaft als günstig angesehen werden und große spirituelle Verdienste angehäuft werden können.

Amitabha-Buddhismus ist eine Sammelbezeichnung für jene Schulen des Mahayana-Buddhismus, die sich auf den transzendenten Buddha Amitabha beziehen. Im 1./2. Jahrhundert in Indien entstanden, gelangte die Lehre ab dem 5. Jahrhundert nach China, wo sie den Namen „Schule des Reinen Landes“ annahm. In Japan gründete Hōnen Shōnin (1172–1212) auf der Grundlage der „Reinen-Land-Lehre“ die Jōdo-shū. Aus dieser entwickelte sich die von Shinran Shōnin (1173–1263) gegründete Jōdo-Shinshū.

Der Amitabha-Buddhismus wird oft auch Amidismus genannt – dies nach dem japanischen Wort Amida, das dem Sanskritwort Amitabha entspricht. Der Amidismus ist die einzige Richtung des Buddhismus, in der das Vertrauen in den überweltlichen Buddha Amitabha einen zentralen Stellenwert beansprucht – während der Glaube im Buddhismus sonst keine herausragende Rolle spielt. Im Amidismus steht das Vertrauen in die Allgüte Amitabhas (Amidas) und die Erwartung einer Wiedergeburt im Reinen Land (sanskr. Sukhavati; jap. Jōdo) im Vordergrund. Daher spricht man auch vom Reines-Land-Buddhismus.

Im Zeitalter des Niedergangs des Dharma ist es für die heutigen Menschen fast unmöglich, die Erleuchtung und das Nirvana zu erlangen. Es bleibt aber die Möglichkeit, Amitabha um Hilfe zu bitten, denn dieser hat nach seiner eigenen Erleuchtung das Gelübde abgelegt, diese Welt nicht zu verlassen, bis alle Wesen erlöst sind. Wer auf die Andere Kraft vertraut, wird in Amitabhas Reinem Land wiedergeboren, einer friedlichen, paradiesischen Welt, in der alles darauf ausgerichtet ist, den Wesen die Erleuchtung und das Erlangen des Nirvana leicht zu machen.

Amitabha ist der Buddha der umfassenden Liebe. Er lebt in der Ruhe (Darstellung als meditierender Buddha) und arbeitet für die Erleuchtung aller Wesen (Darstellung als segnender Buddha). Seine wichtigste Erleuchtungstechnik ist die Visualisierung der umgebenden Welt als reines Land. Wer seine Welt als reines Land begreift, erweckt dadurch die Erleuchtungsenergie in sich. Nach der Amitabha-Lehre erwacht man nach dem physischen Tod im reinen Land, wenn man seinen Namen als Mantra denkt und der Geist durch das Scheitelchakra den Körper verlässt.“

Nils: Ohne einen erleuchteten Meister schafft nur einer von tausend aus sich selbst heraus die Erleuchtung. Mit einem erleuchteten Meister kommen letztlich alle zur Erleuchtung, auch wenn es eine Zeitlang dauern kann. Es ist deshalb für jeden spirituellen Menschen absolut notwendig einen erleuchteten Meister zu haben. Auf dieser Grundlage beruht der Amitabha-Buddhismus. Amitabha ist ein Buddha, der im Jenseits lebt und von dort aus alle Menschen in sein Paradies, sein Reines Land, zieht. Wir brauchen ihn nur mit seinem Namen (seinem Mantra) anrufen und dann der Stimme unserer eigenen inneren Weisheit folgen. Das, was sich für uns richtig anfühlt, sollten wir tun.

Das Reine Land Amitabhas ist ein Bewusstseinszustand, ein Energiefeld. Diesen Bewusstseinszustand kann man sowohl im Diesseits als auch im Jenseits erreichen. Amitabha führt uns also sowohl im Diesseits als auch im Jenseits zur Erleuchtung. Es hängt von unseren Fähigkeiten und unserem Potential ab, wann und wo wir die Erleuchtung erreichen. Amitabha führt uns über unsere äußere Lebenssituation. Wir wachsen also an unserem äußeren Leben innerlich zur Erleuchtung. Damit das geschieht, müssen wir unseren Geist auf Amitabha ausrichten. Wir sollten mindestens einmal am Tag seinen Namen denken und ihn in seinem Reinen Land visualisieren. Wir können seinen Namen auch als Mantra singen oder auf Buddha Amitabha meditieren.

Wer ist Buddha Amitabha? Amitabha ist ein transzendenter Buddha. Er existiert in einer höheren Dimension. Ob, wann und wo er auf der Erde gelebt hat, wissen wir nicht genau. Für mich ist Amitabha die Verkörperung unserer eigenen Buddha-Natur. Er wohnt deshalb in uns selbst, in unserem eigenen Unterbewusstsein. Unser Unterbewusstsein kennt den Weg zur Erleuchtung. Deshalb führt es uns zur Erleuchtung, wenn wir konsequent unserer inneren Stimme der Wahrheit und der Richtigkeit folgen.

Amitabha ist ein Buddha des Lichts und der Liebe. Um ihn zu realisieren, sollten wir in unserem Leben den Weg des Lichts und der Liebe gehen. Wir sollten negative Handlungen vermeiden und unseren Mitwesen Gutes tun. Wir sollten meditieren und achtsam auf unsere Gedanken sein. Wir sollten mit den spirituellen Techniken das Licht (die Erleuchtungsenergie) in uns erwecken. Dabei gibt es im Amitabha-Buddhismus keine Regeln. Jeder kann den Weg gehen und die Techniken praktizieren, die er für richtig hält.

Aus meiner Sicht ist der Amitabha-Buddhismus ein Weg des Kundalini-Yoga. Wenn wir Amitabha über unserem Kopf visualisieren, aktivieren wir unser Scheitelchakra und das Licht fließt in uns hinein. Wenn wir uns selbst als Amitabha visualisieren und als Amitabha handeln, dann erwacht dadurch in uns die Erleuchtungsenergie. Wir spüren Ruhe, Glück und Liebe in uns. Wenn wir unsere Welt als Reines Land betrachten, in dem alles so richtig ist wie es ist, dann aktiviert auch das unsere Erleuchtungsenergie. Wir üben uns im positiven Denken und werden dadurch innerlich positiv. Wir wünschen allen unseren Mitwesen Glück und werden dadurch selbst glücklich. Wir senden der ganzen Welt Licht und leben dadurch im Licht.

Die drei großen Techniken des Amitabha-Buddhismus sind es sich selbst als Buddha zu sehen, seine Welt als Paradies zu erkennen und allen Wesen Gutes zu tun (als Bodhisattva zu leben). Wenn wir vor diesem Hintergrund den Namen Amitabhas als Mantra denken, erwacht von alleine unsere Erleuchtungsenergie. Wichtig ist es genau zu spüren, wie wir das am besten erreichen.

Amitabha sind aber nicht nur wir selbst. Amitabha ist auch die Verkörperung aller erleuchteten Meister. Die erleuchteten Meister verfügen über große spirituelle Kräfte und über ein allgegenwärtiges Bewusstsein. Wenn wir uns geistig mit ihnen verbinden, können sie uns überall sehen und uns helfen. Gleichzeitig besitzen die erleuchteten Meister kein Ego mehr. Sie sind in Wirklichkeit alle eins. Sie befinden sich in einer Dimension über allen Begriffen und können dadurch mit jedem Namen angerufen werden, auch mit dem Namen Amitabha. Insofern bekommt der Name Amitabha eine große Macht, weil uns dann alle erleuchteten Meister mit ihrer Energie helfen. Sie wirken einfach durch den Namen Amitabha. Wenn wir uns mit Amitabha verbinden, fühlt sich unser Leben geführt an. Alles folgt einem spirituellen Plan, was wir oft im Nachhinein erkennen. Und es werden Wunder geschehen, die wir auch als Wunder erkennen. Wir werden auf eine geheimnisvolle Weise ins Licht geführt. Wir haben auf diesem Weg viel zu gewinnen und nichts zu verlieren.

Den Amitabha-Buddhismus gibt es als eigenständige Richtung und auch in Kombination mit dem Zen-Buddhismus und dem tibetischen Buddhismus. Sein Zentrum ist die Lehre vieler großer Meister wie Padmasambhava, Sai Baba, Anandamayi Ma oder Mutter Meera. Wer den Namen eines erleuchteten Meisters denkt und dann seiner inneren Stimme folgt, wird ins Licht geführt. Wir müssen nur wirklich Hilfe haben wollen. Wir müssen das Amitabha-Mantra ernsthaft praktizieren. Auch Buddha selbst hat diesen Weg gelehrt. Als sein Schüler Mahamoggalana (der erste Zen-Meister) auf seinem Weg zur Erleuchtung ins Stocken geriet, empfahl ihm Buddha einfach den Namen seines Meisters zu denken und ihn um Hilfe zu bitten. So gelangte Mahamoggalana zur Erleuchtung.

Nichiren Buddhismus

Wikipedia: „Unter Nichiren-Buddhismus versteht man die verschiedenen Schulen des Buddhismus, die sich auf den Mönch und Gelehrten Nichiren (1222–1282) berufen, der im Japan des 13. Jahrhunderts lebte. Für Nichiren stand das Lotos-Sutra, auf das sich auch heute noch alle Nichiren-Schulen berufen, im Mittelpunkt der buddhistischen Lehre und Ausübung. Laut Nichiren offenbarte Shakyamuni-Buddha in diesem Sutra die Tatsache, dass allen Menschen die Buddhanatur innewohnt und eine Erleuchtung in der gegenwärtigen Existenz möglich sei. Weitere Schwerpunkte setzte Nichiren mit dem Rezitieren des Mantras Namu Myōhō Renge Kyō (Verehrung dem Sutra der Lotusblüte des wunderbaren Dharma). Oftmals wurde der Nichiren-Buddhismus mit japanischem Nationalismus (Nichirenismus) und religiöser Intoleranz in Verbindung gebracht. Heute gibt es an die 40 verschiedene buddhistische Schulen, Organisationen und Gruppierungen die sich auf Nichiren berufen.“

https://www.sgi-d.org/sgi-d/
„Die ersten Mitglieder der Soka Gakkai kamen in den 1960er Jahren aus Japan nach Europa und Deutschland. Heute zählt die SGI-Deutschland (SGI-D) über 8000 Mitglieder. Über fünfhundert Gruppen in allen Bundesländern bieten regelmäßig Veranstaltungen an, zu denen jeder und jede herzlich willkommen ist. Hier können sich Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft und religiöser Überzeugung freundschaftlich begegnen und sich über die buddhistische Lebensphilosophie austauschen. Vielfalt ist ein besonderes Merkmal der SGI-Gemeinschaften und Ausdruck ihres weltbürgerlichen Denkens und Handelns.

Etwa 500 Jahre nach Shakyamunis Tod entstand die buddhistische Mahayana-Bewegung, eine Art buddhistische Renaissance. Zahlreiche neue Sutras wurden in dieser Zeit zusammengestellt, darunter auch das Lotos-Sutra. Es gilt als eine der wichtigsten und einflussreichsten Schriften des Buddhismus. Das Lotos-Sutra ist ein großes literarisches Werk in Form eines Dialoges zwischen Shakyamuni und seinen Schülern. Diese Gespräche verdeutlichen den Inhalt von Shakyamunis Erleuchtung – die Wahrheit des Lebens, zu der er erwacht war. Die Kernaussage lautet: Unabhängig von Geschlecht, Nationalität, sozialer Stellung oder intellektueller Fähigkeit trägt jeder Mensch in sich ein grenzenloses Potenzial, die sogenannte Buddhaschaft.

Etwa 1500 Jahre nach Shakyamunis Tod konkretisierte der japanische Mönch Nichiren (1222– 1282) die Wahrheit des Lebens (Dharma), die Shakyamuni im Lotos-Sutra dargelegt hatte. Er definierte ihre Essenz mit den Worten Nam-Myoho-Renge-Kyo und machte sie universell zugänglich. Nichirens buddhistische Lehre und Ausübung befähigt alle Menschen, selbst die Buddhaschaft zu verwirklichen. Damit erfüllt er die ursprüngliche Absicht von Buddha Shakyamuni, so wie sie im Lotos-Sutra dargelegt ist: „In jedem Augenblick denke ich darüber nach: Wie kann ich allen Lebewesen dazu verhelfen, Zugang zum unübertroffenen Weg zu finden und schnell den Körper eines Buddhas zu erlangen?“ (Lotos-Sutra, 16. Kapitel)

Die im Lotos-Sutra dargelegte Lehre ermutigt zu einer aktiven Auseinandersetzung mit dem Alltagsleben und seinen vielfältigen Herausforderungen. Die eigene Buddhaschaft zu öffnen bedeutet, grenzenlose innere Kraft und Weisheit zu schöpfen – Fähigkeiten, mit denen wir Schwierigkeiten in Glück transformieren und somit aus den Leiden und Widrigkeiten des Lebens einen Wert schaffen können. SGI-Präsident Daisaku Ikeda beschreibt das Lotos-Sutra daher als Lehre der Selbstbefähigung (Empowerment): „Die Entschlossenheit eines Individuums kann alles verändern. Das Lotos-Sutra ist eine Lehre, die dem unendlichen Potenzial in jedem Leben und dessen Würde den höchsten Ausdruck verleiht.““

https://www.ezw-berlin.de/html/3_3062.php
„Da die SG zeitgemäß in Erscheinung tritt, eine sehr einfache Methode des Chantens als Weg zum Glück empfiehlt und sich aktiv werbend für die Verbreitung des Nichiren-Buddhismus gemäß ihrem Verständnis einsetzt, verzeichnet sie ein stetiges Wachstum bei hohem Anteil an christlichen Konvertiten. SG ist die größte religiöse Organisation Japans und eine der größten weltweit. Sie entstand ab 1930 um den Grundschullehrer Tsunesaburo Makiguchi (1871 – 1944). 1975 startete der internationale Dachverband Soka Gakkai International (SGI) in Tokio, mit Daisaku Ikeda als Präsident. SGI soll etwa 12 Millionen Mitglieder in über 190 Ländern haben. SG/SGI erscheint als moderne, weltoffene Religionsgemeinschaft, die mit kulturellen und politischen Aktivitäten zur Förderung von Frieden, Kultur und Bildung beiträgt. In Japan unterstützt SG die von ihr gegründete politische Partei Komeito, die Koalitionspartner der konservativen Regierung ist. In Deutschland hat SGI-D schon das Vesakh-Fest für die lokalen buddhistischen Gruppen ausgerichtet und beteiligt sich an interreligiösen Aktivitäten. Andererseits werden die Rolle und die an Personenkult grenzende Verehrung Daisaku Ikedas mit Befremden oder Misstrauen wahrgenommen. Die Konzentration auf die „Einheit von Meister und Schüler“ kann zur Unterdrückung jeglicher Kritik führen. Dies werfen ehemalige Mitglieder der SG/SGI ebenso vor wie (allzu strenge) Kontrolle der Mitglieder.“

Bericht eines Insiders: „Ich würde sagen, dass es grundsätzlich immer auf die Bezirksgruppe ankommt, die für einen zuständig ist. Buddhas Lehre von den vier edlen Wahrheiten und den edlen achtfachen Pfad ist dort keine Grundlage. In manchen Gruppen selbst die Lehren Nichirens nicht mehr, sondern nur noch die Schriften Ikedas.“

Nils: Da ich die SG nicht persönlich kenne, kann ich dazu nicht viel sagen. Immerhin ist sie eine erfolgreiche buddhistische Organisation. Ich trete für die Zusammenarbeit aller buddhistischer Organisationen ein. Dabei darf Kritik aber nicht verschwiegen werden, genauso wenig wie die positiven Aspekte. Positiv ist vermutlich, dass es sich um eine gut organisierte Gemeinschaft handelt, die den Menschen persönlichen Halt gibt. Das Chanten ist eine gute spirituelle Technik. Ich persönlich bevorzuge allerdings die Vielfalt auf dem spirituellen Weg und die Ausrichtung an der eigenen inneren Weisheit.

Westlicher Buddhismus

Dalai Lama: „Manchmal werde ich gefragt, ob der Buddhismus für westliche Menschen geeignet ist. Solange Menschen unter Geburt, Krankheit, Alter und Tod leiden, sind sie von daher gesehen alle gleich. Im Kern geht es um ebendieses Leid.“

Die Menschen im Westen brauchen dringend den Buddhismus. Der Buddhismus ist ein Weg, durch den sich viele Menschen psychisch retten können. Der psychische Druck im Westen ist extrem groß. Es herrscht der globale Konsumkapitalismus. Der Kapitalismus ist ein Wirtschaftssystem, durch das einige wenige Menschen äußerlich reich werden und die Mehrheit in inneres und äußeres Elend versinkt.

In den reichen Industriestaaten zerbrechen die Menschen eher innerlich. Etwa ein Drittel der Menschen in Deutschland leiden unter psychischen Problemen, mit deutlich wachsender Tendenz. Sie leiden unter Ängsten, Süchten, Aggressionen und Depressionen. Der Buddhismus kann ihnen helfen aus dem Kreislauf des Leidens herauszukommen. Wissenschaftlich erwiesen ist die achtsamkeitsbasierte Psychotherapie ein sehr effektives psychotherapeutisches Instrument. Der westliche Buddhismus ist deshalb in erster Linie ein therapeutischer Buddhismus. Das wird durch die Befragungen in meiner Buddhismus-Gruppe in Facebook sehr deutlich. Die meisten Mitglieder wollen eine Lebenshilfe. Der Buddhismus soll ihnen helfen ihr Leben im westlichen Kapitalismus besser zu bewältigen. Und tatsächlich sind die buddhistische Meditation und das achtsame Denken und Handeln eine große Hilfe.

Nur wenige Menschen in meiner Gruppe streben nach Erleuchtung. Obwohl Erleuchtung im Buddhismus das große Ziel ist. Dieses Ziel ist für alle Menschen im Westen sehr wichtig. Es hilft ihnen den Schwerpunkt ihres Lebens auf das innere und nicht auf das äußere Glück zu legen. Wenn wir alle äußerlich etwas bescheidener werden, dann haben wir genug Geld für die Rettung der Umwelt, die Vermeidung der Klimakatastrophe und für die Armen. Die Reichen können erkennen, dass äußerer Reichtum nur begrenzt glücklich macht. Sie sind motiviert, von ihrem Reichtum den anderen Menschen auf der Welt so viel abzugeben, dass alle Menschen gut leben können. Genug Reichtum gibt es dafür auf der Erde. Er ist nur ungerecht verteilt. Die Reichen verbrauchen ihr Geld in Egospielen, statt sich auf ihre innere Entwicklung zu konzentrieren. Der Buddhismus bietet den Reichen die Perspektive, dass sie in ihrem nächsten Leben nicht in der Hölle wiedergeboren werden. Sie können in diesem Leben gutes Karma aufbauen, so dass sie auch ein gutes nächstes Leben haben. Für eine bessere und gerechte Welt setzt sich der engagierte Buddhismus ein. Zwei große Vorbilder auf diesem Weg sind der Zen-Meister Thich Nhat Hanh und der Dalai Lama.

Damit der Buddhismus im Westen Erfolg hat, muss er sich an die westlichen Werte anpassen. Die westlichen Werte sind Vielfalt, Liebe, Wahrheit, Offenheit, Gleichberechtigung, Demokratie und Meinungsfreiheit. Ich verstehe den westlichen Buddhismus deshalb als eine Sammelbewegung, in der Menschen verschiedenster buddhistischer Richtungen ihren Platz haben. Hier ist Platz für den engagierten Buddhismus, für den säkularen Buddhismus, für den psychotherapeutischen Buddhismus und für den undogmatischen Buddhismus. Der undogmatische Buddhismus ist ein offener und individueller Buddhismus. Jeder darf seinen Weg der Wahrheit finden und gehen. Es herrscht Meinungsfreiheit. Und auch Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen. Wichtig ist es nur, dass wir freundlich, in Liebe und ohne Beleidigungen miteinander umgehen. Ansonsten darf jeder seinen Weg gehen. Es ist egal ob er zum Zen, zum tibetischen Buddhismus, zum Theravada oder zu seiner persönlichen Mischung aus vielen Wegen tendiert. Der westliche Buddhismus gewinnt durch seine Offenheit und sein positives Vorbild.

Die westliche Welt ist stark geprägt durch den Atheismus, das Christentum, die Wissenschaft, die Konsumideologie und den Individualismus. Keiner muss im westlichen Buddhismus an das Leben nach dem Tod und an die Reinkarnation glauben. Der Glaube ist hilfreich, aber nicht notwendig. Im westlichen Buddhismus finden auch viele Christen ihre neue Heimat. Viele Christen können nicht mehr an den persönlichen Gott des Christentums glauben. Sie sind abgeschreckt durch die vielen Skandale im Christentum und durch die starren Machtstrukturen. Sie suchen einen Weg, auf dem sie persönlich Liebe, Frieden und inneres Glück erfahren können.

Im westlichen Buddhismus haben natürlich auch die Esoteriker ihren Platz. Der tibetische Buddhismus ist wesentlich ein esoterischer Buddhismus. Er glaubt an Chakren, Energien und transzendente erleuchtete Wesen (Meister, Gottheiten). Es gibt im Westen eine große esoterische Szene. Die Menschen dort können gut die rationale Weisheit und den inneren Frieden des Buddhismus gebrauchen. Der Buddhismus ist für sie eine gute Ergänzung.

Im Westen gibt es des weiteren eine große Yoga-Szene. Ich selbst bin ein Yogalehrer. Der Buddhismus ist eine gute Vertiefung für alle Yogis. Er bietet ein gutes System für die spirituelle Weiterentwicklung. Und die körperlichen Yogaübungen sind eine große Hilfe für viele westliche Buddhisten. Sie brauchen Körperübungen, um ihre inneren Verspannungen zu lösen und spirituell wachsen zu können. Der tibetische Buddhismus verlangt deshalb zuerst viele Niederwerfungen, bevor die höheren Meditationen gelehrt werden können. Wenn sich der westliche Buddhismus mit der westlichen Yoga-Szene verbindet, kann er aus seinem Nischendasein im Westen heraustreten. Gleiches gilt, wenn er sich stärker mit dem Christentum und der Therapie-Szene verbindet.

Der westliche Buddhismus befindet sich erst am Anfang seiner Entwicklung. Es gibt zwar bereits einige Ansätze, aber der Buddhismus wird noch lange Zeit benötigen, bis er voll in den Westen integriert ist. Wir werden große Vorbilder brauchen, die viele Menschen inspirieren. Solche Vorbilder sind bereits der Dalai Lama, Thich Nhat Hanh und Ayya Khema. Zu nennen ist auch Jack Kornfield aus den USA, ein bekannter buddhistischer Schriftsteller. Jonathan Landaw und Stephan Bodian haben das Buch „Buddhismus für Dummis“ geschrieben. Es ist ein Meilenstein auf dem Weg des westlichen Buddhismus. Des weiteren ist Ajahn Brahm mit seinem Buch „Die Kuh, die weinte“ zu nennen. Und sicherlich gehört auch Ole Nydahl zu diesen Pionieren, so umstritten er auch ist. Ich bin ein Fan von Mingyur Rinpoche, der sich bemüht den tibetischen Buddhismus den Menschen im Westen nahezubringen. Und dann gibt es natürlich auch noch die Bewegung „Moderner Buddhismus“ um Kelsang Gyatso.

Ich persönlich bemühe mich um die Zusammenarbeit aller Buddhisten in Deutschland. Ich bemühe mich um ein friedliches und freundliches Miteinander, um eine Einheit in Vielfalt. Persönlich kann ich mein Wissen als Yogalehrer und als Psychotherapeut (Rational Emotive Therapie, positives Denken) einbringen. Und ich praktiziere den Amitabha Buddhismus. Auch dieser Weg ist für die Menschen im Westen sehr wichtig. Er gibt allen Menschen eine positive Perspektive, die nicht in der Lage sind in einem Leben die Erleuchtung zu erreichen. Wir brauchen uns nur jeden Tag mit Buddha Amitabha verbinden. Und wir werden von Leben zu Leben auf unserem spirituellen Weg geführt. Nach unserem Tod werden wir in das Reine Land von Amitabha aufsteigen. Und in unserem westlichen Leben bekommen wir mit wenig Aufwand einen großen inneren Halt.

Der westliche Buddhismus ist im Wesentlichen ein Weg des Ausprobierens, des Suchens und des Findens. Bis wir unseren persönlichen Weg der Wahrheit, des Glücks und der Liebe gefunden haben. Mögen wir an diesem Weg festhalten, bis wir im erleuchteten Sein angekommen sind. Dann erkennen wir die Einheit in der Vielfalt.

Zur Ruhe kommen

Dalai Lama: „Der Welt zu entsagen heißt, nicht an der Welt zu hängen. Es heißt aber nicht, dass man sich von der Welt zurückziehen soll. Der Zweck der Praxis im Mahayana ist, anderen zu dienen. Dazu muss man in der Gesellschaft bleiben. „

Um dauerhaft sein inneres Glück zu bewahren, muss man abgeschieden von den weltlichen Energien sein. Die weltlichen Energien ziehen einen immer in den Tanz des Lebens aus Freude und Leid, aus Genussanhaftung und Leidablehnung. In einer chaotischen Welt kann man nur dann glücklich sein, wenn seine Anhaftung an äußere Dinge und andere Menschen überwindet. Wir müssen so leben, dass wir unsere Energie bewahren. Das ist der Weg der Erleuchtung. Gleichzeitig hilft ein Erleuchteter aber auch seinen Mitmenschen. Er wünscht, dass alle Wesen glücklich und erleuchtet sind. Er wünscht eine Welt des Friedens, der Liebe und des Glücks. Es bedarf einer großen Lebenskunst das Leben in der Welt mit dem spirituellen Weg zu vereinbaren. Dazu lehrt der Dalai Lama den Weg des Gleichgewichts aus Meditation und tätiger Liebe.

Es ist hilfreich, sich immer wieder durch Zeiten der Meditation und des Rückzuges ins innere Gleichgewicht zu bringen. Wir sollten achtsam auf unsere Gedanken und Handlungen sein. Dann können wir auch bei weltlichen Menschen unseren inneren Frieden und unsere Energie bewahren. Eine gute Übung ist es sich jeden Tag morgens und abends positiv einzustimmen, auf den spirituellen Weg zu besinnen und den Tag so zu planen, dass man sich energetisch nicht überfordert. In schwierigen Situationen kann es hilfreich sein sich auf ein Mantra zu konzentrieren oder sich durch einen positiven Satz zu stabilisieren. Was ist wirklich wichtig im Leben? Nur die Erleuchtung! Nur das innere Glück! Nur die Liebe zu allen Wesen! Nur das Leben im Frieden, im Glück und in der Liebe.

Gedankenstopp

Die einfachste Form der Meditation ist der Gedankenstopp. Wir setzen uns bequem hin und stoppen unsere Gedanken. Wenn Gedanken auftauchen, schieben wir sie immer wieder weg. So kommen wir schnell zur Ruhe. Wie lange kannst du deine Gedanken stoppen? Die meisten Menschen schaffen es ein bis drei Minuten? Vielleicht kommst du auf fünf Minuten. Erweitere deine Zeit immer mehr. Und entspanne dich einige Minuten nach dem radikalen Gedankenstopp. Lasse deine Gedanken kommen und gehen wie sie wollen. Beobachte deine Gedanken. Verweile dabei in der Meditation.

Der Gedankenstopp ist eine wichtige Technik. Du kannst damit Stress vermeiden und sogar Depressionen verhindern. Falls es dir nicht gelingt die Gedanken zu stoppen, kannst du dabei auch Stopp denken oder ein anderes Mantra verwenden. Manchmal ist es auch hilfreich ein Buch zu lesen, einen Film zu sehen oder sich auf eine andere Weise von quälenden Problemen abzulenken. Daneben gibt es natürlich auch die Technik so lange über ein Problem nachzudenken, bis du es gelöst hast. Oder dich über alle Probleme zu erheben, indem du anhaftungslos mit dem Leben fließt. Du nimmst die Dinge einfach wie sie kommen und läßt sie wieder los, wenn sie gehen.

Atem-Meditation

Es gibt fünf Techniken. 1. Beobachte deinen Atem. 2. Konzentriere dich auf das Einatmen oder das Ausatmen. 3. Beobachte den Atem im Bauch oder in der Nase. 4. Halte den Atem an und komme dadurch am besten zur Ruhe. 5. Verbinden den Atem mit einem Mantra (zähle zum Beispiel beim Atmen von 1 bis 20). Was bringt dich am besten zur Ruhe?

Mantra-Meditation

Finde ein für dich hilfreiches Mantra. Das kann ein Begriff wie Liebe, Frieden, Gelassenheit oder Kraft sein. Das kann der Name deines spirituellen Vorbildes oder spirituellen Meisters sein. „Om Buddha. Om Dalai Lama.“ Sehr stark sind die Zahlen von 1 bis 20. Gut sind auch Mantren wie Om, Ah, Hum. Verwende ein traditionelles Mantra wie „Om Mani Padme Hum“, „Om Tare tuttare ture soha“ oder „Namu Amida Butsu“. Was ist dein Mantra?

Chakren-Meditation

Konzentriere dich auf ein Chakra oder spüre nacheinander durch alle Chakren. Wurzelchara (Beckenboden), Unterbauch (Kraft), Bauchnabel, Solarplexus, Herzchakra, Kehlkopf, Stirn, Scheitelchakra, Fußsohlen, Hände. Sende allen Wesen Licht. Hülle die ganze Welt in Licht ein.

Gehmeditation

Gehe in der Natur spazieren. Stoppe deine Gedanken. Spüre die Bäume, den Himmel, die Erde, die Vögel um dich herum. Atme die Energie des Waldes ein. Konzentriere dich auf deine Umwelt, deinen Körper, deine Gedanken. Komme so zur Ruhe. Entspanne dich. Genieße die Natur.

Fantasiereise

Setze oder lege dich entspannt hin. Stelle dir vor du gehst auf einer grünen Wiese voller Blumen. Die Sonne scheint und hüllt dich in ein warmes Licht. In der Mitte der Wiese ist ein Teich. Du badest in dem Teich. Du reinigst dich dadurch von allen Energieblockaden. Dann legst du dich in die warme Sonne und entspannst.

Wikipedia: „Fantasie-, Märchen- oder Traumreisen sind imaginative Verfahren. In der Psychotherapie werden sie zum Aufspüren von innerer Kraft und Weisheit oder in der Traumatherapie zur Schaffung eines sicheren Ortes eingesetzt. Als Entspannungsverfahren wirken sie therapeutisch. Sie werden als Geschichten von einem Sprecher erzählt. Ein tiefer Ruhe- und Erholungszustand wird durch eine entspannte Körperposition (auf dem Rücken liegend mit geschlossenen Augen), die Zuwendung durch den Sprecher sowie die Hinwendung auf die meist als angenehm erlebten Bilder in der eigenen Fantasie erzielt. Durch eine herabgesetzte Muskelspannung kommt es zu einer körperlich-seelischen Entspannung. Der Zuhörer stellt sich innere Bilder zu den Texten vor, in die möglichst viele angenehme Sinneseindrücke eingebaut sind.

Eine Fantasiereise besteht üblicherweise aus fünf Teilen:
Vorbereitung; Schaffen einer angenehmen Atmosphäre (z. B. auch mit Anwendung ätherischer Öle und Hintergrundmusik oder Naturgeräuschen)
kurze Entspannung (Ruhetönung, das Erzeugen einer leichten Trance kann von Vorteil sein)
Hauptteil mit (fiktiver) Geschichte (ca. 15 Minuten, bis zu 30 Minuten); dabei häufige Pausen (von 10 Sek bis zu 2 Minuten), damit der Zuhörende Zeit hat, sich in die Bilder einzufühlen
Rückkehr in die Realität durch tiefes Durchatmen, sich strecken und Gähnen zur Kreislaufaktivierung (optional auch ohne Rückführung mit direktem Übergang in den Schlaf)
Gespräch oder ausdruckszentriertes Malen/Gestalten zur Auswertung

Gelenkte Fantasiereise. Hier werden die Zuhörer direkt aufgefordert, sich mit den Bildern innerlich zu verbinden und aktiv mitzugehen: „Stell dir vor, du stehst am Ufer. Du riechst die salzige Luft, das Wasser umspielt deine Füße. Gehe jetzt am Ufer entlang und…“

Halboffene Fantasiereise. Hier wird die gelenkte Phantasiereise erweitert, um Freiräume innerhalb einer streng geführten Anleitung zu ermöglichen, z. B.: „Was würdest du jetzt gerne tun? Du hast genug Zeit dazu.“

Offene Fantasiereise. Hier wird nur noch ein Gerüst vorgegeben, in dem die ersten Bilder und damit die Situation beschrieben werden. Es gibt viel Raum für innere Resonanz, die durch Grundimpulse hervorgerufen wird. Der Reisende folgt im weiteren Verlauf seinen inneren Bildern. Ein gemeinsamer Abschluss führt wieder in die Realität zurück („Schau dich nochmal um, nimm mit, was du an Erfahrungen mitnehmen magst, und komm jetzt zurück in diesen Raum und öffne langsam die Augen“).

Therapeutische Fantasiereise. Durch die Arbeit mit inneren Bildern und Imagination kann therapeutische Wirkung entstehen. Bekannt ist das Bild der „Frühlingswiese“, der „Weg auf den Berg“, der „Gang eine Treppe hinunter“ oder in eine „Höhle“. Der Begleiter oder Therapeut unterstützt die Annäherung an innere Bilder durch offene oder lenkende Fragen oder durch Einführen neuer Bildelemente. Dabei kann der Blick gezielt auf Teilaspekte des Bildes gelenkt und dadurch ein Thema in die Aufmerksamkeit gerückt werden („In der Wand siehst du eine Tür. Du öffnest sie und erblickst eine Treppe, die nach unten führt…“). Oft werden „mächtige Gestalten“ in die Phantasie eingeführt (alter weiser Mann, weise Frau), die auf wesentliche Lebensfragen hilfreiche Antworten geben können.“

Die besten Übungen

Dalai Lama: „Am Anfang ist der spirituelle Weg schwierig, aber mit der Zeit wird es einfacher. Fange mit einer Übung an, die dir zusagt. „

Es gibt viele Möglichkeiten der spirituellen Praxis. Wir können jeden Tag etwas meditieren, spazieren gehen, Yoga machen, in einem spirituellen Buch lesen, uns mit unserem spirituellen Vorbild verbinden und ein kleines Ritual vor unserem Hausaltar praktizieren. Wir können regelmäßig an einer buddhistischen Gruppe teilnehmen und einmal im Jahr ein spirituelles Retreat machen. Die Grundregel besteht darin, eine tägliche Übung zu finden, die uns gut tut und die wir in unseren Alltag einbauen können. Wir können morgens und abends fünf Minuten meditieren. Dadurch besinnen wir uns auf uns selbst und verankern unser Bewusstsein im spirituellen Weg. Es gibt viele verschiedene Arten der Meditation. Wir dürfen ausprobieren, was für uns hilfreich ist. Sehr gut ist es sich jeden Tag mit Buddha, Amitabha oder einem anderen erleuchteten Vorbild zu verbinden, seinen Namen als Mantra zu denken und so in die Erleuchtungsenergie hinein zu wachsen. Wenn wir mit einem spirituellen Meister gut verbunden sind, wird er uns Leben für Leben auf unserem spirituellen Weg führen. Die Energie seinen Namens wird uns innerlich reinigen und uns Frieden und Glück schenken.

Übungen für den Körper sind Yoga und Meditation. Durch Yoga halten wir unseren Körper gesund, reinigen unsere inneren Organe und erwecken die Energie in uns. Es gibt viele Yogaübungen. Wir sollten die Übungen finden, die uns persönlich gut tun. In meinen Yogagruppen habe ich jeweils zu Beginn etwa fünfzehn bis zwanzig Minuten die Schüttelmeditation zu einer schönen Musik praktiziert. Dadurch wurde der Körper aufgewärmt, der Kreislauf aktiviert, der Stress des Lebens aufgelöst und eine gute Energie erzeugt. Statt der Schüttelmeditation können wir auch Qigong, Tanzen, Joggen oder meditatives Gehen praktizieren. 

Nach den dynamischen Übungen machten wir 30 Minuten Yoga im Stehen, Liegen und Sitzen. Dadurch wurde eine Vertiefung der Entspannung und der Energieaktivierung erreicht. Den Abschluss der Yogastunde bildete dann eine geführte  Meditation im Liegen. Durch Meditationsbilder habe ich die Chakren und Energiekanäle aktiviert. Wir haben uns auf einer tiefen Ebene entspannt. Nach so einer Yogastunde waren die meisten Menschen drei Tage glücklich. Den gleichen Effekt habe ich auch in meinen Yogaretreats mit diesen Übungen erzielt. Alle Übungen findest du in meinem kostenlosen Ebook Glücksyoga. 

Um eine tiefe innere Entspannung zu erreichen und das innere Glück zu erwecken, brauchen die meisten Menschen Übungen für den Körper und Übungen für den Geist. Meine geistigen Übungen habe ich in dem Buch Positives Denken Grundwissen beschrieben. Es geht darum über das Leben nachzudenken, Probleme zu lösen, seinen Geist positiv (spirituell) auszurichten und so ins Glück zu kommen. Vertiefende Übungen sind der Gottheiten-Yoga, der Guru-Yoga und der Karma-Yoga. 

Beim Gottheiten-Yoga visualisieren wir ein spirituelles Vorbild (eine Gottheit, einen Buddha), identifizieren uns damit und erwecken so die Erleuchtungsenergie in uns. Beim Guru-Yoga verbinden wir uns durch den Kontakt mit dem Guru (Bücher, Videos, Satsang) mit seiner Energie und stärken dadurch unsere eigene Energie. Gottheiten-Yoga und Guru-Yoga sind im tibetischen Buddhismus und im Hinduismus die wichtigsten Wege um zur Erleuchtung zu kommen. Die Erleuchtung wird dann vertieft durch den Weg des Karma-Yoga. Wir lösen unser Ego auf, leben vorwiegend im Geben, als Bodhisattva und als spiritueller Helfer aller Wesen. Durch den Karma-Yoga gelangen wir in die umfassende Liebe und in ein Einheitsbewusstsein. 

Der spirituelle Weg besteht im Wesentlichen aus diesen Übungen. Wir sollten sie im Rahmen unserer Möglichkeiten in unser Leben integrieren. Der Sinn des Lebens ist es im Glück, im Frieden und in der Liebe zu leben. Man könnte sagen, dass es der Sinn ist erleuchtet zu leben. Am glücklichsten leben wir, wenn wir als Buddha, Gottheit oder Erleuchteter leben. Wir alle haben das Erleuchtungspotential in uns. Wenn wir es jeden Tag erwecken, werden wir eines Tages dauerhaft im Licht leben. Wir haben die Wahl, ob wir in der Dunkelheit oder im Licht leben wollen. Mögen wir alle die richtige Entscheidung in unserem Leben treffen. 

Tägliche Selbstbesinnung

Dalai Lama: „Durch ernsthafte Übung im tägliche Leben erzeugen wir inneren Glanz und erhellen dadurch die Welt. Wir inspirieren die Welt mit dem Erleuchtungsgeist und seiner Liebe und Barmherzigkeit. Das ist das universelle Heilmittel.“

Die wichtigste Übung auf dem spirituellen Weg ist die tägliche Selbstbesinnung. Wir sollten uns jeden Tag einige Minuten Zeit nehmen, zur Ruhe kommen und über uns und unseren Weg nachdenken. Das können wir gut in einer kleinen Meditation im Sitzen, Stehen, Gehen oder Liegen praktizieren. Wir setzen uns einfach ruhig hin, beobachten unsere Gedanken und Gefühle, sehen uns unseren Tag an und überlegen, wie wir diesen Tag zu einem spirituellen Tag machen können. Empfohlen wird es sich jeden Tag morgens nach dem Aufstehen und abends vor dem Schlafengehen eine kurze Zeit der Besinnung zu gönnen.

Auf dem spirituellen Weg lauern viele Gefahren. Wir können ein Opfer weltlicher Energien werden, an weltlichen Süchten anhaften oder am Leid der Welt verzweifeln. Wir können unser spirituelles Ziel aus den Augen verlieren, bei unseren spirituellen Übungen nachlassen oder sie nur noch formal praktizieren. Die größte Gefahr kommt vom Ego. Um zur Erleuchtung zu gelangen, müssen wir unser Ego überwinden. Das Ego will aber nicht überwunden werden. Es hat keine Lust zu wirklich effektiven spirituellen Übungen, die uns auf eine höhere Bewusstseinsstufe heben. Es hat letztlich keine Lust sich aufzulösen. Es verstrickt sich lieber in weltlichen Spielen oder verliert sich in der Trägheit. Wir sollten jeden Tag genau erkennen, was der Weg des Egos und was der Weg der Erleuchtung ist. Nur wenn wir uns genau kennen und beobachten, können wir die falschen Wege des Egos durchschauen. Nur dann kann die Spiritualität ein Weg ins Licht werden.

Der Buddhismus ist ein Weg der Hoffnung. Er gibt uns die Hoffnung, dass wir unser Leid eines Tages überwinden werden. Er gibt uns die Hoffnung, dass wir eines Tages zum inneren Frieden, ins dauerhafte Glück und in die Erleuchtung gelangen werden. Er gibt uns die Hoffnung, dass wir nach unserem Tod in ein Reines Land, ins Paradies oder ins Nirwana kommen. Er gibt uns die Hoffnung auf ein gutes Karma und auf ein gutes nächstes Leben. Er gibt uns die Hoffnung eines Tages ein Buddha, ein Bodhisattva und ein spiritueller Meister des Lebens zu werden.

Buddha sagt zu uns mit seinen letzten Worten: „Strebt ohne Unterlass.“ Gebt die Hoffnung nie auf. Ihr werdet alle das spirituelle Ziel erreichen, weil die Lehre des Buddhas ein Weg der Wahrheit ist. Buddha hat die Lehre entwickelt und damit das Ziel erreicht. Viele Menschen sind ihm nachgefolgt und gelangten so ebenfalls zur Erleuchtung. Der Weg kann einige Jahre, Jahrzehnte oder sogar mehrere Leben dauern. Aber wenn wir Zuflucht zu Buddha, zum Dharma und zur Sangha nehmen und auf die Effektivität unserer spirituellen Praxis achten, werden wir mit Sicherheit alle das große Ziel erreichen. Der erste Schritt ist das Hören oder Lesen vom spirituellen Weg. Der zweite Schritt ist die tägliche Achtsamkeit auf die Gedanken und Handlungen. Und die tägliche Meditation oder eine entsprechende spirituelle Praxis (Yoga, Gehen, Lesen, Gutes tun). Der dritte Schritt ist die tägliche Selbstbesinnung. Durch sie werden wir unseren spirituellen Weg nicht verlieren.

Wir können jeden Tag ein kleines Ritual der Zufluchtnahme vor unserer Buddhastatue praktizieren. Wir können einige Sätze in einem spirituellen Buch lesen. Wir können eine Orakelkarte ziehen, eine spirituelle Gruppe besuchen oder uns durch ein Video inspirieren lassen. Vor allem aber sollten wir die Hoffnung nie aufgeben, dass wir uns eines Tages in einen Buddha oder Bodhisattva verwandeln. Wir sollten nie die Hoffnung aufgeben, dass wir uns vom Leid des Lebens befreien und im erleuchteten Sein leben.

Stress herausbewegen

Dalai Lama: „Der Buddhismus hat viele wirkungsvolle Techniken zur Schulung des Bewusstseins entwickelt. Ein klarer Verstand. ein gutes Herz und ein liebevolles Gemüt sind am wichtigsten. Spirituell voran kommen wir am besten, wenn wir jeden Tag verschiedene Übungen kombinieren. Wir brauchen jeden Tag Übungen für den Körper und Übungen für den Geist.“ 

Grundlegend für die Gesunderhaltung und für die Entwicklung zur Erleuchtung ist die regelmäßige Reinigung von Stress. Das westliche Leben bringt oft viel Stress mit sich. Staut sich dieser Stress in uns auf, entstehen psychosomatische Krankheiten. Der Körper wird insgesamt krankheitsanfälliger, weil die Selbstheilungskräfte geringer werden. Es ist deshalb sehr wichtig jeden Tag den aufgestauten Stress durch spirituelle Übungen wieder herauszubringen.

Die einfachste Technik besteht darin jeden Tag ein halbe Stunde spazieren zu gehen. Wir spüren in uns hinein, nehmen Kontakt mit unserem Stress auf und laufen ihn heraus. Den Stress spüren wir als innere Unruhe. Wir bewegen einfach nur die innere Unruhe heraus. Dadurch fällt das Gehen sehr leicht und wir fühlen uns danach sehr erholt. Am Anfang gehen wir normalerweise schnell. Wir können bewusst alle Wut und allen Stress herausstampfen. Nach einiger Zeit werden wir friedlicher. Dann gehen wir langsamer. Bis wir in der Ruhe angekommen sind. Unser Geist wird ruhig. Unser Körper hat dann das Bedürfnis nur noch langsam zu gehen und die Natur um sich herum zu genießen.

Im Zen-Buddhismus gibt es die Technik der Gehmeditation. Es ist die Technik eines erleuchteten Zen-Meisters, der in sich ruht. Manchen Menschen hilft es wie ein Zen-Meister zu gehen, um in die Ruhe zu kommen. Aber die meisten westlichen Menschen sind dafür zu stark innerlich gestresst. Für sie ist das dynamische Gehen (Stress herauslaufen) besser geeignet. Wir können das dynamische Gehen auch mit Atemübungen und Mantren verbinden. Im Yoga gibt es die Technik des Yoga-Walking. Ich bin viele Jahre jeden Tag zwei Stunden gegangen, bis ich in mir zur Ruhe kam. Auch heute noch ist das tägliche Gehen ein wesentlicher Bestandteil meines spirituellen Weges.

Gerade besuchte mich eine Frau und fragte, wie sie spirituell vorankommen könne. Ich erkannte, dass sie viel Stress in sich hat. Deshalb riet ich ihr täglich ihren Stress herauszugehen. Ich praktizierte das dynamische Gehen mit ihr und spürte förmlich, wie mit jedem Schritt immer mehr innere Verspannungen sich lösten. „Lösen sich die inneren Verspannungen, ist die Erleuchtung nicht fern,“ Chagdug Rinpoche. Das tägliche Gehen ist der einfachste Weg zur Erleuchtung. Deshalb betonen viele spirituelle Traditionen den Weg des Pilgerns. Buddha lehrte Sitzen und Gehen im Wechsel. Der Dalai Lama geht täglich eine halbe Stunde auf seinem Laufband. Machen wir es ihnen nach und gehen jeden Tag ein Stück ins Licht.

Wenn wir nicht die Möglichkeit haben zu gehen, können wir auch Yogaübungen oder die tibetischen Niederwerfungen praktizieren. Beim Hatha-Yoga gibt es auch das dynamische Sonnengebet, das meistens mit dem Ein- und Ausatmen gemacht wird. Ich habe für meine Yogagruppen die Schüttelmeditation entwickelt. Dadurch haben sich die Teilnehmer jede Woche einmal gründlich von ihrem Stress befreit. Der Vorteil der Schüttelmeditation besteht darin, dass wir uns dabei bewusst den verschiedenen Emotionen zuwenden und sie befreien. Innerer Stress zeigt sich meistens durch unsere Emotionen und ist durch unsere Emotionen am besten zu lösen.

Progressive Muskelentspannung

Wikipedia: „Bei der progressiven Muskelentspannung nach Edmund Jacobson handelt es sich um ein Entspannungsverfahren, bei dem durch die willentliche und bewusste An- und Entspannung bestimmter Muskelgruppen ein Zustand tiefer Entspannung des ganzen Körpers erreicht werden soll. Dabei werden nacheinander die einzelnen Muskelpartien in einer bestimmten Reihenfolge zunächst angespannt, die Muskelspannung wird kurz gehalten, und anschließend wird die Spannung gelöst. Die Konzentration der Person wird dabei auf den Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung gerichtet und auf die Empfindungen, die mit diesen unterschiedlichen Zuständen einhergehen. Ziel des Verfahrens ist eine Senkung der Muskelspannung unter das normale Niveau aufgrund einer verbesserten Körperwahrnehmung. Mit der Zeit soll die Person lernen, muskuläre Entspannung herbeizuführen, wann immer sie dies möchte. Zudem sollen durch die Entspannung der Muskulatur auch andere Zeichen körperlicher Unruhe oder Erregung reduziert werden können wie beispielsweise Herzklopfen, Schwitzen oder Zittern. Darüber hinaus können Muskelverspannungen aufgespürt und gelockert und damit Schmerzzustände verringert werden.

Die Methode der progressiven Muskelentspannung wird häufig im Rahmen einer Verhaltenstherapie eingesetzt, beispielsweise bei der Behandlung von Angststörungen, wo sie im Rahmen einer systematischen Desensibilisierung zur Anwendung kommt. Aber auch bei arterieller Hypertonie, Kopfschmerzen, chronischen Rückenschmerzen, Schlafstörungen sowie Stress lassen sich mit progressiver Muskelentspannung gute Erfolge erzielen.“

Bodyscan

Konzentriere dich nacheinander auf deine Füße, deine Beine, dein Becken, deinen Rücken, deine Arme, deine Hände, deinen Kopf, deinen Brustkorb und deine Bauch. Atme in den Bauch hinein. Zentriere dich so in dir. Komme zur Ruhe. Falls du dich nicht ausreichend spüren kannst, kannst du auch nacheinander die Muskeln des jeweiligen Körperbereiches anspannen, kurz halten und dann entspannen.

Yogavidya: „Bodyscan ist eine Entspannungstechnik, bei der der Übende durch seinen Körper hindurch geht. Beim Bodyscan Entspannungsverfahren spürt man in die einzelnen Körperteile hinein, ohne das Erlebte zu analysieren, zu beurteilen, darauf zu reagieren. Durch Bodyscan gelingt es einem, die Position, die Haltung eines Beobachters, einzunehmen, und sich so zu lösen von allem Aktuellen, egal ob es Stress, Schmerzen, Sorgen sein mögen. Bodyscan gehört ebenso wie die Achtsamkeitsmeditation zu den Techniken der Achtsamkeit, die auch zum MBSR gehören. Bodyscan ist eine hochwirksame Übung der Tiefenentspannung.

Die Praxis des Bodyscan wurde bekannt gemacht durch den amerikanischen Arzt Jon Kabat-Zinn. Er entwickelte seine Form des Bodyscans aus Elementen des Hatha-Yoga – er hatte Hatha-Yoga praktiziert – und der buddhistischen Achtsamkeitsmeditation Vipassana. Und so entstand eine der bekanntesten und verbreitetsten Tiefenentspannungstechniken. Man kann sagen in der westlichen Medizin und Psychologie sind die bekanntesten Entspannungstechniken Autogenes Training – vor allem im deutschen Sprachraum – die progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Bodyscan nach Jon Kabat-Zinn und als viertes noch die Fantasiereise,.

Beginne mit dem linken Fuß. Gehe mit deiner ganzen Achtsamkeit zum linken Fuß. Spüre zunächst jeden einzelnen Zeh, die Fußsohle, die Ferse, den Fußrücken, den ganzen linken Fuß. Dann gehe das linke Bein nach oben und fülle es dabei von innen mit Bewusstheit: Fußgelenk, Schienbein, Wade, Knie, Oberschenkel. Nimm jetzt das ganze linke Bein wahr und wie es sich anfüllt – von innen und außen, vielleicht im Kontakt mit dem Boden, Kissen, Decke etc. Gehe jetzt über den Bauch- und Beckenraum zum rechten Bein. Gehe mit deiner ganzen Achtsamkeit zum rechten Fuß. Spüre zunächst jeden einzelnen Zeh, die Fußsohle, die Ferse, den Fußrücken, den ganzen rechten Fuß. Dann gehe das linke Bein nach oben und fülle es dabei von innen mit Bewusstheit: Fußgelenk, Schienbein, Wade, Knie, Oberschenkel. Nimm jetzt das ganze rechte Bein wahr und wie es sich anfüllt – von innen und außen, vielleicht im Kontakt mit dem Boden, Kissen, Decke etc.

Gehe jetzt mit deiner Achtsamkeit weiter vom Beckenboden bis nach oben. Spür zunächst den Beckenboden, Geschlechtsorgane, Bauchdecke, Bauchraum, durch den Körper nach oben. An der Vorderseite bis zur Brust und zu den Rippen, den Innenraum, die Wirbelsäule, den ganzen Rücken bis zu den Schulterblättern und den Schultern. Nimm jetzt deinen ganzen Unter- und Oberkörper, den Rumpf, wahr, wie er jetzt da sitzt. Das Gesäß, den Kontakt zum Kissen, deine Sitzhaltung nach oben. Geh jetzt weiter von den Schultern durch beide Arme gleichzeitig – spüre sie von innen heraus und die umgebende Außenhaut: Oberarme, Ellenbogen, Unterarme, Handgelenke, Hände, Handflächen, Handrücken, Finger. Spüre, wie sie sich anfühlen. Spüre deine Hände auf deinen Oberschenkeln oder Knien aufliegen, und wie sich das anfühlt. Spüre beide Hände und Arme als Ganzes.

Dann gehe weiter über die Schultern zum Hals, zur Kehle, zum Nacken, Gesicht und Kopf. Spüre Hals- und Kopfraum auch von innen. Spüre Unterkiefer, Kiefergelenke, die Lippen, die Zunge, die Zähne, die Nase, den Mund, die Wangen, die Augen, die Schläfen, die Ohren, die Stirn, Kopfhaut, Haare. Beobachte und nimm wahr, ob die Lippen locker aufeinander liegen und die Zunge locker im Mund liegt – ohne zu werten, beobachte einfach – und ob die Zähne locker aufeinander liegen und die Stirn sich glatt anfühlt. Spüre deinen ganzen Kopfbereich und nimm etwaige Empfindungen, Gedanken, Gefühle wahr.

Nimm jetzt deinen Körper als Ganzes wahr, dehne deine Achtsamkeit aus. Lass deinen ganzen Körper erfüllt sein, von den Zehen bis zu den Fingerspitzen, den Schultern bis zur Schädeldecke. Mit diesem liebevollen, achtsamen, annehmenden Gewahrsein, jetzt in diesem Moment. Beobachte weiter alles was geschieht, was da ist. Beobachte auch die Veränderung oder was gleich bleibt. Beobachte auch das Ein- und Ausströmen des Atems und welche Körperregionen sich wie anfühlen beim Ein- und Ausatmen und was sich dabei verändert. Halte diese Achtsamkeit, Bewusstheit des Registrierens und Beobachtens des ganzen Körper-Geistsystems während der nächsten Minuten in der Stille.“-

Meditation über die vier Punkte der Achtsamkeit

Dalai Lama: „Der Anblick einer Landschaft, ein Spaziergang, bei dem man frische Luft atmet, kann uns inneren Frieden verschaffen. Wir sind eben ein Teil der Natur, wir sind ihre Kinder.“


Setze dich bequem hin. Der Rücken ist gerade. Der Bauch ist entspannt. Die Hände liegen auf den Beinen oder im Schoß.

1. Sei achtsam auf deinen Körper. Was braucht dein Körper? Gesunde Ernährung, Ruhe, Bewegung? Gib deinem Körper, was er braucht. Lebe gesund. Halte dich fit. Wie fühlt sich dein Körper im Moment an? Ist er entspannt und geht es ihm gut? Oder hat er Bereiche, wo er angespannt und unter Druck  ist. Gib diesen verspannten Bereichen Deine Aufmerksamkeit und atme liebevoll in diese hinein.

2. Gehe nun  achtsam zu Deinen Gefühlen. Was fühlst Du momentan? Freude, Glück, Zufriedenheit, Ruhe? Oder vielleicht auch Angst, Trauer, Wut, Anhaftung oder Ablehnung? Alle Gefühle dürfen da sein. Falls Du negative Gefühle hast, lass mit dem Atem Deine Liebe auch zu diesen Gefühlen strömen. Spüre sie, lebe sie, gehe hindurch, finde zum inneren Frieden.

3. Sei achtsam auf deine Gedanken. Was denkst du im Moment? Wo bist du geistig? Finde zu dir selbst. Lebe dich selbst. Pflege Gedanken von Liebe, Frieden und Glück. Was ist heute dein positiver Gedanke?

4. Sei achtsam auf deine Umwelt. Konzentriere dich auf die Natur, die Bäume, die Häuser, die Erde, den Himmel, den Raum um dich herum. Wo bist du? Wie fühlt es sich an? Gelange in die Einheit mit deiner Welt und deinem Leben. Wie kannst du deine Welt und dein Leben positiv sehen? Sende allen deinen Mitwesen Licht und Liebe. Denke das Mantra. „Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“

5. Komme zur Ruhe. Stoppe eine Minute deine Gedanken. Konzentriere dich auf deinen Atem. Entspanne dich.

Vipassana

Vipassana ist eine verbreitete Meditationsform aus dem Theravada-Buddhismus. Es gibt verschiedene Techniken, die teilweise auch kombiniert werden. Es gibt die Atembetrachtung, die Körperbetrachtung (Bodyscan) und das Body Labeling (Benennen von Körperteilen).

Einfache Vipassana Meditation

Wir setzen oder legen uns bequem hin.

  1. Wir konzentrieren uns auf unseren Körper. Wir atmen zehnmal in den Körper hinein. Wir füllen den Körper mit Sauerstoff und Energie.
  2. Wir spüren durch unseren Körper, lösen so die Verspannungen in den einzelnen Körperbereichen und laden sie mit Energie auf. Wir konzentrieren uns auf die Fußsohlen und denken mehrmals das Wort „Fußsohlen“, bis wir gut unsere Fußsohlen spüren können. Genauso machen wir es mit den Füßen, den Beinen, dem Becken, dem Bauch, dem Brustkorb, dem Kopf, den Armen und den Händen.
  3. Wir konzentrieren uns auf unsere Umwelt. Wir spüren unsere Umwelt. Wir werden eins mit der Umwelt. Wir senden unseren Mitmenschen Licht und denken: „Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“
  4. Wir verbinden uns mit unserem spirituellem Vorbild, unserem erleuchteten Meister oder mit uns selbst. Wir denken mehrmals das Mantra. „Om Buddha“, bis wir die Buddha Energie in uns spüren. Wir fühlen uns mit unserem spirituellen Vorbild (zum Beispiel Buddha) verbunden und werden durch das Mantra selbst zu einem Buddha.
  5. Wir stoppen unsere Gedanken. Wir kommen zur Ruhe. Wir betrachten unsere Gedanken und Gefühle. Alles darf sein wie es ist. Wir verweilen so lange in der Meditation, wie wir mögen.

Wikipedia: „Vipassanā ist weltweit die einflussreichste Form des heutigen Theravāda-Buddhismus und bildet neben dem Zen und dem tibetischen Buddhismus die dritte Hauptströmung des Buddhismus im Westen. Die Ausgangsländer und hauptsächlichen Hochburgen der Achtsamkeits- bzw. Einsichtspraxis Vipassanā sind Myanmar und Thailand.

Aber auch aus anderen Ländern des Theravāda kommen einflussreiche Lehrende des Vipassanā im Westen, zum Beispiel der Amerikaner Yogavacara Rahula und der Singhalese Bhante Gunaratana, die seit Jahrzehnten ordinierte Theravāda-Mönche sind. Sie leiten gemeinsam beide die amerikanische „Bhāvanā Society“ und haben ihre spirituellen Ausbildungen vorwiegend unter Meistern auf Sri Lanka erfahren. Das Gleiche gilt für die bekannte deutsche Nonne Ayya Khema.

Im Westen gibt es seit den Sechzigern eine wachsende Zahl von männlichen wie weiblichen Vipassanā-Lehrenden. Beide Geschlechter sind unter den Lehrenden dieser Tradition ähnlich stark vertreten. Sie führen entweder die traditionellen Methoden als Vertreter einer bestimmten Richtung fort oder sie verknüpfen die Ansätze miteinander (manchmal auch mit anderen buddhistischen Praktiken, wie Joseph Goldstein mit dem Dzogchen des tibetischen Buddhismus). Klassische Vipassanā-Kurse werden in Form von kürzeren oder längeren Retreats abgehalten. Gemäß dem traditionellen Spendenprinzip Dāna werden die Unterweisungen des Lehrenden auf Basis von freiwilligen Spenden angeboten.

Diese Meditationsform führt auf pragmatische Art und Weise in die tiefere Einsicht und zur Erlösung. In der Meditation wird durch bestimmte Techniken versucht, das Bewerten auszuschalten. Hierzu werden in der Hauptsache zwei Techniken mit wiederum jeweils zwei unterschiedlichen Ausrichtungen gelehrt. Natürlich nur für eine grobe Einteilung. In Wirklichkeit existieren allein in Burma schon weit über 20 verschiedene Ansätze im Vipassana. Im Grunde geht es aber immer darum, durch Achtsamkeit zur richtigen Einsicht zu gelangen.

Der Ursprung von Vipassana geht zurück ins Altindische, in die Zeit von Buddha, Siddhartha Gautama selbst. Ihm wird diese Meditationsform zugeschrieben. Vipassana, das heisst so viel wie Einsicht oder Klarsicht. Als Teil des Theravada-Buddhismus fand man in den Schriften der Redensammlungen Buddhas eine Textgrundlage für die Vipassana Meditation. In unserer westlichen Welt zählt die Vipassana Meditation des Theravada-Buddhismus, zusammen mit dem Zen-Buddhismus und dem Tibetischen Buddhismus, heute zu den drei Hauptströmungen des Buddhismus.

Es gibt die natürlichen Ansätze, wie sie heute noch meistens in Thailand praktiziert werden. Durch die Achtsamkeit auf den Atem oder auf bestimmte Körperteile während des Atmens, soll der Geist von Zusammenhängen und Benennungen losgelöst werden. Als Anker für die Atembetrachtung werden einmal das Gefühl der ein- und ausströmenden Atemluft an den Nasenlöchern genannt. Als weiterer Anker, die Empfindung der Atembewegungen im Brust- und Bauchraum. Bekannte Lehrer dieser Richtung, auch Naturmethode genannt, sind der 1992 verstorbene Thailänder Ajahn Chah, der Engländer Christopher Titmuss und Ajahn Buddhad.

Der andere Ansatz ist die technische Methode. Hier geht es um das Body Sweeping (Körperhineinkommen) und, in einer amerikanischen Weiterentwicklung, um das Body Labeling (Etikettieren). Am weitesten verbreitet ist der technische Ansatz des Body Sweeping. Es bezeichnet das „In den Körper Hineinkommen“. Es ist eine systematische Empfindungsbeobachtung oder auch ein Körperscannen. Der ganze Körper wird mit der Aufmerksamkeit innerlich abgetastet. Der bekannteste Lehrer dieser Technik ist der Burmese U Ba Khin. Sein berühmtester Schüler ist Satya Narayan Goenka. Als burmesisch-indischer Lehrer hat S.N. Goenka die Vipassana Meditation auch hier im Westen verbreitet. Allerdings mit dem hohen Anspruch, dies sei die reine Vipassana Technik und nur nach dieser Methode habe Buddha damals gelehrt.“

Kundalini-Meditation

Aktiviere deine Kundalini-Energie durch verschiedene Techniken (Visualisierung, Mantra, Atem, Geste, Yogahaltung). Konzentriere dich auf den mittleren Energiekanal in deinem Körper (von den Fußsohlen bis zum Scheitelpunkt). Lasse dort Licht kreisen. Atme hinein. Visualisiere dich als Gottheit. Denke zum Beispiel: „Ich bin ein Buddha der Ruhe. Ich lebe in der Ruhe. Ich gehe den Weg der Ruhe. Ich sende allen Wesen Licht. Möge es eine glückliche Welt geben.“ Gelange so zum inneren Frieden, ins Glück und in die Liebe.

Dalai Lama, (Gesang der inneren Erfahrung, Zwölftes Kapitel: Vajrayana, das geheime Mahayana): „Die höchsten Tantras lehren Meditationen, durch die die vitalen Windenergien des Körpers unter Kontrolle gebracht und in den zentralen Energiekanal geführt werden. Diese Energien werden dann in den feinstofflichen Energiezentren des Körpers konzentriert, mit dem Ziel die feinen Knoten, die den freien Fluss der Windenergien behindern, zu lösen. Wenn die Windenergien rein und subtil sind, dann wird das Bewusstsein entsprechend beeinflusst. Indem wir die körperlichen Energien umwandeln, ändern wir den Bewusstseinszustand. Wenn man diese Meditation einen einzigen Tag durchführt, übersteigt der sich daraus ergebende Nutzen den einer jahrelangen gewöhnlichen Meditation. Im höchsten Yogatantra entwickelt man ein subtiles Bewusstsein, den Geist des klaren Lichtes. Wir richten das dadurch hervorgebrachte Bewusstsein auf die Erkenntnis der Soheit. Mit dem Bewusstsein des Klaren Lichtes als Grundlage kann die Buddhaschaft leicht in einem Leben erlangt werden.“

Mit diesen Sätzen beschreibt der Dalai Lama exakt den Weg des Kundalini-Yoga. Tantra-Yoga ist in der Essenz Kundalini-Yoga. Der tibetischen Buddhismus ist in seiner Essenz ein Weg des Kundalini-Yoga. Die Voraussetzung des Kundalini-Yoga besteht darin, dass man die spirituellen Energien (Windenergien, Chi, Prana) spüren kann. Dann kann man sie lenken und damit arbeiten. Es genügt allerdings, dass der spirituelle Lehrer über diese Fähigkeit verfügt. Dann kann er sie auch in seinen Schülern erzeugen, da Lehrer und Schüler energetisch verbunden sind. Die Schüler spüren diese Energien dann als Gefühle von Frieden, Liebe, Glück und Harmonie.

Der Weg des klaren Lichts ist ein schneller Weg zur Erleuchtung und zur Buddhawerdung. Dieser Weg besteht im Wesentlichen darin, dass wir die spirituelle Energie in uns erwecken und sie dann in eine Erleuchtungstruktur bringen. Wir können diese Energie erwecken, indem wir uns auf bestimmte Chakren konzentrieren, bestimmte Körperhaltungen einnehmen, ein Mantra denken, uns als Gottheit (Buddha) visualisieren oder uns in der Einheit des Kosmos (Natur) sehen. Innerer Frieden, Glück und Erleuchtung entstehen, wenn sich die Energie im zentralen Energiekanal (Kundalini-Kanal, Sushumna) sammelt. Der zentrale Energiekanal geht vom Wurzelchakra im Beckenboden durch alle Chakren bis zum Scheitelchakra im Kopf. Man nennt das den Aufstieg der Kundalini-Energie. Umfassende Liebe entsteht, wenn die Energie im Herzchakra gesammelt wird. Im Zen sammelt man die Energie eher im Bauch (Hara). Das Erleuchtungsbewusstsein hängt wesentlich davon ab, dass man seine Energie auf die Einheit (das Nirwana, das egolose Sein) konzentriert. Buddhaschaft bedeutet, dass man in der Einheit (Ruhe, Sein) lebt und gleichzeitig die körperliche und geistige Form eines Buddhas annimmt. Dadurch kann man dann zum Wohle aller Wesen handeln.

Den Geist des klaren Lichts kann man auch als Lichtenergie bezeichnen. Wenn wir die spirituelle Energie ausreichend aktiviert haben, ändert sich unser Bewusstsein. Wir gelangen in ein Einheitsbewusstsein. Wir spüren Ruhe, Glück und Liebe in uns. Wir spüren das Licht in uns, leben im Licht und strahlen Licht in die Welt aus. Wir sehen das Licht in der Welt. Wir leben im Sat-Chid-Ananda, im erleuchteten Sein-Einheitsbewusstsein (Gottesbewusstsein)-Glückseligkeit. Der Bewusstseinsumschwung geschieht von alleine durch die Zunahme der spirituellen Energie. Allerdings kann es Widerstände im Geist geben, weil sich unser Ego (Ich-Bewusstsein) gleichzeitig auflöst. Wir müssen den Weg des Kundalini-Yoga deshalb mit einer intensiven Gedankenarbeit (analytische Meditation, klares Denken, positives Denken) gehen. Wir brauchen als Grundlage die buddhistische Philosophie der Leerheit (das Ego ist eine Illusion, es gibt kein getrenntes Ich).

Ich habe das Energiegespür bekommen, nachdem ich ein halbes Jahr jeden Tag eine halbe Stunde bestimmte körperliche Yogaübungen verbunden mit Mantras und Visualisierungen praktiziert habe (Runen-Yoga, Schüttelmeditation). Danach konnte ich meine Energien lenken und die Kundalini-Meditation praktizieren. Der Hauptweg meiner täglichen Meditation besteht darin, dass ich durch Mantras, Visualisierungen und Atemtechniken die Kundalini-Energie in mir aktiviere und so ins innere Glück gelange. Ich mache das kreativ. Ich tue das, was gerade funktioniert. Ich sehe mich als Buddha, verbinde mich mit meinen erleuchteten Meistern und sende allen Wesen Licht.

Dann verweile ich in der Ruhe und im Sein. Ich meditiere solange mühelos im inneren Glück, bis das Glück von alleine wieder verschwindet. Das innere Glück reinigt mich während der Meditation von meinen inneren Verspannungen. So wachse ich jeden Tag ein kleines Stück weiter zur Erleuchtung. So bringt die tägliche Meditation Spaß. Sie ist zu einem inneren Bedürfnis geworden.

Zen-Meditation

Wir sitzen in unserem Meditationssitz (Fersensitz, Schneidersitz, an der Wand oder auf dem Stuhl). Der Rücken ist gerade, und der Bauch ist entspannt. Wir ruhen in uns selbst. Die Hände liegen im Schoß. Wenn wir wollen, können wir sie in der Zen-Handhaltung verbinden. Dabei berühren sich die Daumenspitzen, und die Finger beider Hände liegen schalenförmig aufeinander. Die Handhaltung ist wie eine liegende Schale. Die Daumen bilden eine gerade Brücke über diese Schale. Die Augen sind bei der Zen-Meditation halboffen oder geschlossen.

  1. Mantra = Wir legen die Hände in den Schoß. Der Rücken ist gerade und der Bauch ist entspannt. Wir atmen in den Bauch und denken im Bauch beim Ein- und Ausatmen die Zahlen von 1 bis 10. Wir bringen so unseren Geist zur Ruhe.
  2. Ruhiges Verweilen = Wir bleiben in der Meditation. Die Gedanken können kommen und gehen, wie sie wollen. Wir denken nicht bewusst. Aber wir unterdrücken unsere Gedanken auch nicht. Wir beobachten einfach nur unser inneres Geschehen. Wir sind ein unbeteiligter Beobachter. Wir sind wie der Himmel, an dem die Wolken der Gedanken und Gefühle vorbeiziehen. Bei der Zen-Meditation gibt es zwei große Fehler. Der erste Fehler besteht darin, dass wir zu stark meditieren. Dann tauchen keine Probleme auf, und es lösen sich keine inneren Verspannungen. Der zweite Fehler ist das bewusste Denken. Wir lösen gezielt unsere Probleme oder verfallen in Tagträume. Der richtige Weg ist es, nur ein passiver Beobachter der eigenen Emotionen zu sein. Wir steuern die Dinge nicht bewusst. Wir beobachten interessiert, was alles aus unserem Inneren auftaucht. Wir lassen im Zustand der Ruhe alle inneren Prozesse geschehen, und alles löst sich von alleine.

Meister-Meditation (Guru-Yoga)

Verbinde dich mit der Energie (dem Bewusstsein) eines erleuchteten Meisters. Visualisiere sein Bild, denke seinen Namen als Mantra, fühle dich real verbunden, bitte um Führung und Hilfe. Beispiel: „Om Dalai Lama. Om alle Buddhas und Bodhisattvas. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg.“ Denke das mehrmals, bis du dich real verbunden fühlst. Wenn du das jeden Tag tust, wirst du immer in deinem Leben geschützt sein. Du wirst in deinem Leben von den erleuchteten Meistern geführt werden. Dein Leben wird ein Weg ins Licht sein.

Dabei ist es egal, mit welchem Guru oder spirituellen Vorbild du dich verbindest. Alle Erleuchteten sind auf einer tiefen Ebene eins und wirken durch einander. Es kommt nur darauf an, dass du wirklich Hilfe haben möchtest. Es kommt nur darauf an, dass du daran glaubst. Und letztlich musst du noch nicht einmal daran glauben. Was zählt ist nur, dass du es jeden Tag tust. Was zählt ist nur, dass du konsequent deinen spirituellen Weg gehst. Was zählt ist nur, dass du konsequent deinen Weg der Wahrheit, Weisheit und Richtigkeit gehst. Wenn du dein Leben genau beobachtest, wirst du merken, dass in deinem Leben Wunder geschehen, dass sich alles in die richtige Richtung entwickelt, dass Führung und Hilfe in deinem Leben geschieht.

Die erleuchteten Meister können dir nicht dein Karma abnehmen. Aber sie können es umwandeln und abmildern. Als Buddhisten verbinden wir uns natürlich mit buddhistischen Meistern wie Buddha, Amitabha, Chenrezig, Tara, Padmasambhava oder dem Dalai Lama. Wenn wir an die Einheit aller Religionen glauben, können wir uns mit erleuchteten Meistern und Meisterinnen aus allen Religionen verbinden wie Mutter Meera, Sai Baba, Swami Sivananda, Amma (Amritanandamayi Ma), Anandamayi Ma, Mutter Maria, Jesus Christus, Shiva, Krishna und Laotse.

Was ist die beste Meditation für dich?

Dalai Lama: „Am Anfang ist es am besten kurz, aber häufig zu meditieren. Wenn du träge bist, denke an etwas, was dich erfreut. Wenn du angespannt bist, denke an etwas Ernüchterndes, zum Beispiel an Leid. Es ist gut sich einen Ort der Stille zu suchen. Ohne Stille ist es fast unmöglich, das stetige Ruhen des Geistes in einem Punkt zu erreichen. Zuerst entsteht Wohlgefühl im Körper, dann physische Wonne und zum Schluss geistige Seligkeit.“

Mit diesen Worten gibt uns der Dalai Lama einige Anweisungen zur Meditation. Um die Meditation zu erlernen, sollten wir kurz und häufig meditieren. Gut ist es zwei bis dreimal am Tag fünf bis zwanzig Minuten zu meditieren. So kommen wir immer wieder schnell zum inneren Frieden, erholen uns vom Stress des Lebens und erlangen Stabilität auf dem spirituellen Weg. Wir sollten uns einen Ort der Ruhe suchen. Wir sollten unseren Geist positiv auf die Meditation einstimmen. Wir können an die Vorteile denken, die uns die Meditation bringt. Wir können unseren Geist auf ein positives Objekt konzentrieren. Wir können über die Schönheit des Lebens, über das Glück oder über die uns nahen Menschen nachdenken. Große Motivation erhalten wir auch, wenn wir über das Leid des Lebens nachdenken. Dann wird uns deutlich, wie wichtig der spirituelle Weg für uns ist. Es gibt verschiedene Arten der Meditation. Wir können uns auf den Atem, einen Körperbereich (Chakra) oder ein Mantra konzentrieren. Gut sind auch körperbetonte Techniken wie Yoga (Lu Jong), Bodyscan (den Körper durchspüren) oder die progressive Muskelentspannung (Muskeln anspannen und entspannen). Wir können uns mit unserem spirituellen Vorbild (Gottheiten-Yoga, Buddha, Tara, Chenrezig) oder mit unserem erleuchteten Meister (Guru-Yoga) verbinden. Dadurch erhält unsere Meditation große Kraft und wir gelangen schnell in den Zustand der Ruhe und der Glückseligkeit. Es ist eine große Kunst, die Erleuchtungsenergie in uns zu erwecken. Wir dürfen unsere Meditation kreativ immer weiter entwickeln, bis wir im inneren Glück vollständig zur Ruhe kommen. Dann meditiert unser Geist von alleine und bringt uns von alleine immer weiter ins Licht.

Probiere verschiedene Meditationen aus. Wandele sie kreativ um, so dass sie für dich passen. Was funktioniert am besten für dich? Wie kommst du am besten zum inneren Frieden, ins Glück, in die Liebe, zur Heilung, zur Erleuchtung?

  1. Gedankenstopp
  2. Atem-Meditation
  3. Mantra-Meditation
  4. Chakren-Meditation und Kundalini-Meditation
  5. Gehmeditation
  6. Yoga (Schüttelmeditation)
  7. Bodyscan oder die progressive Muskelentspannung
  8. Fantasiereise (Urlaubsinsel, Paradies, Wald, Blumenwiese, innerer Meister)
  9. Selbstbetrachtung. Nimm dir fünf Minuten Zeit für dich. Setze dich entspannt hin. Komme zur Ruhe. Atme dreimal tief durch. Dann betrachte dich, dein Leben und deinen gegenwärtigen Moment. Wie fühlst du dich? Was ist jetzt dein positiver Gedanke? Was ist dein Ziel? Was ist dein Weg? 
  10. Liebende Güte. Konzentriere dich auf deine Mitmenschen. Sende ihnen Licht und Liebe. Hülle sie in Licht ein. Fülle sie mit Licht. Denke das Mantra: „Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“
  11. Lesemeditation. Lies das Buch eines erleuchteten Meisters. Oder schaue dir ein schönes Video an oder höre dir eine schöne Musik an. Entspanne dabei.
  12. Positives Denken. Finde deinen hilfreichen Gedanken. An der Erleuchtung, am inneren Frieden, Glück und an der Liebe hindert dich nur ein Gedanke. Finde den Gedanken, der dich heute glücklich macht und ins Licht bringt. Denke an die schönen Dinge in deinem Leben. Lass allen Stress los. Nimm die Dinge so an wie sie sind. Nimm dich so an wie du bist. Gehe konsequent deinen Weg der Wahrheit. Verbinde dich mit der Liebe deiner Mitmenschen. Wünsche eine Welt des Friedens, der Liebe und des Glücks.

Der Weg der Achtsamkeit

Wikipedia: „Thich Nhat Hanh (* 11. Oktober 1926 in Thừa Thiên, Zentralvietnam), ist ein vietnamesischer buddhistischer Mönch, Schriftsteller und Lyriker. Neben dem Dalai Lama ist der Autor zahlreicher Bücher ein zeitgenössischer Repräsentant der buddhistischen Lehre und schon seit seiner Jugend dezidierter Vertreter eines „engagierten Buddhismus“. Er war Mitbegründer der „Vereinigten Buddhistischen Kirche von Vietnam“ (1963), die sich der Theravada- (frühbuddhistische, südliche Schule) und Mahayana-Tradition (spätere, nördliche Schulrichtung) gleichermaßen verpflichtet fühlt. Während des Vietnamkrieges half die SYSS beim Wiederaufbau der bombardierten Ortschaften, wodurch die Hilfsorganisation immer wieder zwischen die Fronten geriet und zahlreiche ihrer Mitglieder ums Leben kamen.

Nach einigen Jahren in Paris gründete er 1971 mit Weggefährten die Landkommune „Les Patates douces“ (deutsch Die Süßkartoffeln) bei der Ortschaft Fontvannes, 150 km südöstlich von Paris, und schuf 1982 schließlich in der Nähe von Bordeaux das Praxiszentrum „Plum Village“ (französisch Village des Pruniers). Jedes Jahr finden dort Retreats statt, die von tausenden von Menschen aus der ganzen Welt besucht werden. Thich Nhat Hanh zieht keine Trennlinie zwischen formellen Meditationsformen wie den Sitz- und Gehmeditationen und der Achtsamkeitspraxis im Alltag. Achtsamkeitsübungen dienen der Stabilisierung voller Präsenz im gegenwärtigen Augenblick. Erinnerungspfeiler (bestimmte Alltagsvorkommnisse wie z. B. das Klingeln des Telefons) dienen als Anker oder Stützen bei der Achtsamkeitspraxis.

Thích Nhất Hạnh hat Elemente des Frühbuddhismus (Theravada) integriert, insbesondere solche der Achtsamkeitspraxis. Die Grenzen sprengende, große Offenheit gegenüber verschiedensten buddhistischen Traditionen kennzeichnet das Denken von Thích Nhất Hạnh. Vor allem dieser Offenheit – auch westlichem Gedankengut gegenüber – ist es zu verdanken, dass der vietnamesische Mönch eine Darlegung und Praxis der Buddha-Lehre entwickeln konnte, die keine bloße Imitation asiatischer Riten und Traditionen ist, sondern eine auch dem westlichen Menschen angemessene Form spiritueller Praxis eröffnet. Orthodoxen buddhistischen Kreisen geht Thích Nhất Hạnhs Lehrauslegung mitunter zu weit – wobei schon der Buddha betonte, dass auch seine eigene Lehre (wie alle Dinge) dem Wandel unterliege und stets in der Darstellungsform der jeweiligen Zuhörerschaft und ihrem spezifischen historisch-sozialen Kontext angepasst werden müsse.“

Achtsamkeit auf den Körper

Wer nach den fünf Grundsätze der Gesundheit lebt, lebt im Durchschnitt 14 bis 20 Jahre länger. Und er lebt glücklicher und gesünder. Krankheiten werden geheilt oder entstehen gar nicht erst. Dabei sind die fünf Grundsätze der Gesundheit so einfach zu begreifen. Aber sie sind in der heutigen Zeit oft nur schwer umzusetzen. Wir brauchen Weisheit und Selbstdisziplin, wenn wir den Weg der Gesundheit gehen sollten. Ein wichtiger Grundsatz im Buddhismus ist es achtsam auf seinen Körper zu sein. Die Achtsamkeit beginnt bei einer gesunden Lebensweise. Der Körper ist ein kostbares Instrument, mit dem wir zur Erleuchtung gelangen können. Deshalb sollten wir unsere Gesundheit pflegen.

Der erste Grundsatz der Gesundheit besteht darin, sich gesund zu ernähren. Wir sollten viel Obst, Gemüse, Rohkost und Vollkornprodukte essen. Wir sollten Bioprodukte bevorzugen. Wir sollten genau spüren, was unserem Körper gut tut. Gesunde Ernährung ist individuell.

Ein großer Streitpunkt ist die vegetarische Ernährung im Buddhismus. Ich bin kein Dogmatiker. Jeder darf diese Frage für sich selbst entscheiden. Fleisch sollten wir jedenfalls nicht so oft essen. Und dann sollten wir Produkte aus artgerechter Haltung bevorzugen. Fisch zu essen schadet nicht der Gesundheit. Bei Milch wird nur zu geringen Mengen geraten.

Der zweite Grundsatz ist es Schadstoffe zu vermeiden. Schadstoffe für die Gesundheit sind Alkohol, Zigaretten und Fastfood. Fastfood schädigt die Gesundheit extrem. Diese Dinge sollten nur ausnahmsweise dem Körper zugeführt werden.

Neben der gesunden Ernährung sind regelmäßiger Sport und ausreichende Entspannung sehr wichtig. Buddha lehrte eine Leben in der Ruhe. Er praktizierte Meditation und Gehen im Wechsel. Im Buddhismus gibt es die Gehmeditation. Gesundheitlich förderlich ist aber eher das schnelle Gehen. Der Körper braucht etwas Anstrengung, damit der Kreislauf gesund bleibt. Zur schnellen und intensiven Entspannung ist die tägliche Meditation sehr gut. So können wir immer wieder unseren Lebensstress abbauen und ein Wachstum der inneren Verspannungen verhindern. Stress ist der Hauptfeind des inneren Glücks und der Erleuchtung.

Fünftens sollten wir uns der Gedankenarbeit zuwenden. Die Gedanken spielen einen große Rolle für die Gesundheit. Ein Mensch kann sich durch seine Gedanken ständig unter Stress setzen und dadurch krankmachen. Eine positive Einstellung dagegen ist gesundheitsfördern. Als Buddhisten pflegen wir die Eigenschaften innerer Frieden, Gelassenheit, Gleichmut, Liebe und Glück. Wir entwickeln sie durch unsere Gedanken und unser Handeln. Aus positiven Gedanken folgen positive Handlungen und daraus positive Eigenschaften. Wir können positive Eigenschaften systematisch trainieren. Das ist sehr gesundheitsfördernd.

Achtsamkeit auf die Gefühle

Dalai Lama: „Das Ziel des Lebens ist Glück. Glück wird mehr durch den geistigen Zustand bestimmt als durch äußere Bedingungen. Glück kann durch die systematische Schulung unseres Herzens und unseres Geistes erreicht werden. Der Schlüssel zum Glück liegt in unseren Händen. Alle Stufen des Weges können Schritt für Schritt erreicht werden.“

Die meisten heutigen Menschen suchen im Buddhismus inneren Frieden. Sie suchen einen Weg das Leid im Leben zu überwinden. Sie möchten sich vor zu starkem Stress schützen. Sie möchten letztlich ein glückliches und zufriedenes Leben. Die Achtsamkeit auf die Gefühle ist dafür von entscheidender Bedeutung.

Was bedeutet Achtsamkeit auf die Gefühle? Der Geist besteht aus Gedanken und Gefühlen. Beides hängt zusammen. Ein bestimmter Gedanke erzeugt ein bestimmtes Gefühl. Es sind die Gedanken, die unsere Gefühle erzeugen, nicht unsere äußere Situation. Das ist in der Spiritualität der zentrale Punkt. Deshalb können wir bei jeder Situation erleuchtet hindurchgehen oder depressiv werden.

Nehmen wir als Beispiel eine leidvolle Situation. Wir erleiden einen Verlust. Wir verlieren unser Geld, einen geliebten Menschen oder unseren Beruf. Jetzt haben wir je nach unserer geistigen Einstellung die Wahl, wie wir darüber denken. Wir können denken, dass Geld ersetzbar ist. Wir können jetzt einen anderen Beruf ergreifen. Wir suchen uns einen neuen Partner. Oder wir leben jetzt ohne Partner und ohne Beruf und widmen uns vollständig dem spirituellen Weg. Einsamkeit und Abgeschiedenheit sind der schnellste Weg zur Erleuchtung. Wir können also jubeln und glücklich über den Verlust sein. Oder wir definieren uns durch unseren Beruf, unseren Partner oder unser Geld. Wir machen unser Glück davon abhängig. Wir begreifen nicht, dass das Glück vorwiegend in uns liegt. Dann kann uns ein solcher Verlust schwer treffen.

Der Weg der Erleuchtung ist es, an keinen äußeren Situationen anzuhaften. So bleiben wir immer in der Ruhe, innerlich entspannt und positiv. Wenn wir unser Ego überwinden, können wir sogar zur Erleuchtung gelangen. Wir können allein durch unsere Gedankeneinstellung auch in einer leidvollen Situation unser Paradiesbewusstsein bewahren. Im Buddhismus nennt man das die Welt als reines Land zu sehen. Alles ist richtig so wie es ist. Alles ist gut, egal wie es kommt. Alles ist letztlich ein spiritueller Übungsweg. An allen Situationen können wir immer weiter in der Erleuchtung wachsen.

Es kommt darauf an, wie wir mit unseren Gedanken umgehen und welche Gefühle wir erzeugen wollen. Man kann sagen, dass die Achtsamkeit auf den Geist der zentrale Punkt im Buddhismus ist. Die große Kunst ist es, wie wir negative Gedanken vermeiden und dauerhaft im Frieden, im Glück und in der Liebe bleiben. Dafür gibt es verschiedene Techniken.

Wir können gründlich über eine Situation nachdenken. Wir können eine Lösung für unser Problem finden, die uns zufrieden stellt. Wir können die Situation als Chance begreifen. Oder wir können uns im Annehmen und im Gleichmut üben, wenn wir die Dinge nicht ändern können. Wir können es trainieren einfach positiv mit dem Leben zu fließen, egal wie es kommt.

Wir können jeden negativen Gedanken sofort stoppen, ein spirituelles Buch lesen, einen spirituellen Film sehen, etwas Schönes tun oder uns anderweitig ablenken. Wenn kein negativer Gedanke entsteht, kann auch kein negatives Gefühl entstehen. Wenn wir nichts denken, kann uns eine Situation weder traurig noch wütend machen. Wenn wir im Gleichmut verharren, kann auch keine Angst entstehen.

Oft ist es schwierig in leidvollen Situationen nichts zu denken. Dann können wir unseren Geist auf etwas Positives, auf die Erleuchtung, auf Buddha, Gott oder unser höheres Bewusstsein lenken. Wir können uns auf den Weg der Weisheit, der Spiritualität und der Liebe konzentrieren. Wir können uns als Buddha sehen und für das Glück aller Wesen leben.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten den Geist auf etwas Positive zu richten. Wir können einfach etwas Positives tun. Im Laufe der Zeit wird unser Geist die negative Situation loslassen. Wenn mir zum Beispiel Leid begegnet, sehe ich stundenlang Videos im Internet (Netflix), bis sich meine Gedanken und Gefühle beruhigt haben. Oder ich machen einen Spaziergang in der Natur. Oder ich telefoniere mit anderen Menschen. Oder ich denke ein Mantra und singe spirituelle Lieder. Hilfreich ist es auch etwas Kreatives zu tun. Ein Bild zu malen. Musik zu machen. Eine Geschichte zu schreiben. Seinen Mitmenschen irgendwie auf dem spirituellen Weg zu helfen. Oft kombiniere ich verschiedene Techniken.

Im Zen-Buddhismus ist es die zentrale Technik in der Meditation die Gedanken zu beobachten, sich nicht damit zu identifizieren und sie einfach vorbeiziehen zu lassen wie Wolken am Himmel. Mit der Zeit beruhigen sich alle Gefühle und der Himmel wird wieder klar.

Im Amitabha-Buddhismus vertrauen wir auf die Kraft und die Führung Buddha Amitabhas. Wir geben unseren Eigenwillen an Buddha Amitabha ab und überlassen uns entspannt dem Fluss des Lebens. Wir wissen, dass wir nur regelmäßig das Amitabha-Mantra denken müssen, damit uns Amitabha in allen Situationen beschützt. Das ist ein guter Weg sein Ego zu überwinden. Wir können auch sagen, dass wir uns einfach den Gesetzen der Natur und des Lebens unterordnen. Wir konzentrieren uns auf das innere Glück und nehmen das äußere Leben nicht so wichtig.

Im tibetischen Buddhismus gibt es den Gottheiten-Yoga. Wir erwecken mit spirituellen Techniken (Mantra, Visualisierungen, Atem, Körperbewegungen) unsere Chakren und unsere Kundalini-Energie. Wir können uns in jeder Situation ins innere Glück und in ein erleuchtetes Bewusstsein bringen. Ist das Glück in uns, entstehen automatisch positive Gedanken und Gefühle. Das ist der höhere spirituelle Weg im Buddhismus und auch im indischen Hatha-Yoga.

Achtsamkeit auf die Gefühle und Gedanken bedeutet, dass wir immer genau unseren Geist beobachten. Um unseren Geist zu steuern, brauchen wir viel Weisheit. Unser inneres Gespür sagt uns, welche Technik wir in welchem Moment brauchen. Wir üben beständig die Eigenschaften Frieden, Liebe, Glück, Weisheit und Selbstdisziplin. So entwickeln wir im Laufe der Zeit einen erleuchteten Charakter. Unser innerer Frieden und unser Glück wächst. Wir werden zu einem Buddha. Wir erwachen zu der wahren Sicht der Dinge. Und die wahre Sicht der Dinge besteht darin, dass wir nicht so wichtig sind wie wir denken. Wir sind einfach ein Teil der Natur. Wir erhalten ein Einheitsbewusstsein. Wie nehmen die Gesamtheit des Seins war und überwinden damit unser Ego und das Leiden am Leben.

Achtsamkeit auf den Geist bedeutet letztlich, dass wir immer in einem Erleuchtungsbewusstsein bleiben. Wir sind so achtsam auf unsere Gedanken und Gefühle, dass wir nie aus der Erleuchtung herausfallen. Je größer unser inneres Glück ist, desto leichter fällt uns das. Ab einer bestimmten Stufe können wir die Erleuchtung nicht mehr verlieren. Unser Ego hat sich vollständig aufgelöst. Bis dahin bleibt der spirituelle Weg ein Übungsweg und die Achtsamkeit die zentrale Übung.

Achtsamkeit auf das Bewusstsein

Dalai Lama: „Alles, was die Menschen an Gutem verwirklicht haben, ist auf eine positive geistige Einstellung zurückzuführen.“

Das Bewusstsein ist der Dreh- und Angelpunkt auf dem spirituellen Weg. Unser Bewusstsein entscheidet, ob wir im Himmel oder in der Hölle leben. Unser Bewusstsein kann erleuchtet sein. Dann nehmen wir unsere Umwelt als Paradies, als Nirvana, als ein Leben im Licht wahr. Oder unser Bewusstsein ist unerleuchtet. Dann leben wir mehr oder weniger in den Leidbereichen der Welt. Wir leben in Zuständen der Anhaftung, der Ablehnung, des Stolzes, der Gier oder das Hasses.

Im tibetischen Buddhismus gibt es die Lehre von den sechs (sieben) Daseinsbereichen. Wir können diese Daseinsbereiche als psychologische Formen des Bewusstseins begreifen. Die vier unteren Welten können wir als Hölle verstehen. Es gibt die Hölle der Depression. Die Wesen dort nehmen ihre Umwelt nur als grau und leidvoll wahr. Sie haben keine Lust mehr zu leben, können der Hölle ihres eigenen Bewusstseins aber nicht entkommen. Selbst wenn sie ihren Körper töten würden, würden sie im Jenseits wieder mit ihrem eigenen Bewusstsein konfrontiert sein. Es gibt nur ein Entkommen aus dieser Hölle. Das ist der spirituelle Weg. Es geht darum das Ego zu überwinden und sich innerlich von allen Verspannungen zu befreien, damit die Glücksenergie wieder fließen kann. Das ist für einen Depressiven kein einfacher Weg, weil er negativ über sich und alle Helfer denkt. Und so immer wieder den Weg der Befreiung blockiert.

Neben der grauen Hölle der Depression liegt die Hölle der Sucht. Süchtige glauben an etwas, nämlich an das Objekt ihrer Sucht. Insofern geht es ihnen etwas besser als den Depressiven, die an nichts mehr glauben. Aber das Objekt ihrer Sucht zerstört ihren Körper oder ihren Geist. Süchtige rutschen deshalb immer weiter in die Hölle der Depression ab. Es gibt Arbeitssüchtige, die irgendwann im Burnout enden. Im schweren Burnout verlieren sie ihre innere Kraft und ihr Geist wird depressiv. Süchtige können aber auch ihre Sucht managen, Dann wird ihr Leben zwar von ihrer Sucht bestimmt, aber sie zerstört sie nicht. Es gibt Süchte vielfältiger Art. Es gibt Beziehungssüchtige, Sexsüchtige, Anerkennungssüchtige, Drogensüchtige und Alkoholsüchtige. Sie alle blockieren durch ihre Sucht letztlich ihren inneren Frieden und ihr inneres Glück.

Neben der Hölle der Sucht liegt die Hölle der Angst. Die Wesen hier (Tiere) leben überwiegend in einem Zustand der Angst. Selbst wenn sie für kurze Zeit einmal glücklich sind, zerstören Angstgedanken immer wieder ihr Glück. In diesem Bereich leben viele Menschen in der heutigen Zeit. Angststörungen belasten etwa ein Drittel der Menschen.

Außer der Hölle der Angst gibt es noch die Hölle der Wut. Hier leben die Menschen, die vorwiegend von ihrem Ego und ihrer Wut gesteuert sind. Es sind Kämpfer, die ihre Welt vorwiegend als Kampf empfinden und mit ihrem Bewusstsein Kampf und Streit anziehen. Sie überschätzen die Bedeutung von äußeren Dingen. Sie sind letztlich unweise. Sie suchen das Glück im Außen, wo es doch im eigenen Inneren zu finden ist. Sie haben keinen Frieden in sich und können deshalb auch nie dauerhaften Frieden im Außen finden.

Die fünfte Welt ist die Welt der Menschen. Sie zeichnet sich durch Unweisheit aus. Die Menschen sind manchmal glücklich und manchmal unglücklich. Ihr Leben besteht aus einem Wechselspiel von Freude und Leid. Wegen ihrer Unweisheit schaffen sie es nicht sich dauerhaft in eine Glückswelt zu erheben. Aber laut tibetischem Buddhismus besitzt die Menschenwelt das größte Potential für spirituelles Wachstum. Die Depressiven hängen meistens in ihrer Depression fest. Die Kämpfer wollen immer kämpfen und die Süchtigen können das Objekt ihrer Sucht nicht loslassen. Den Ängstlichen fällt es schwer ihre Neigung zur Angst zu überwinden. Aber die Menschen schwanken immer hin und her zwischen verschiedenen Zuständen und begreifen dadurch irgendwann, dass sie diese Zustände letztlich selbst erzeugen. Dann öffnet sich der Weg der Befreiung.

Scheinbar ein freies Leben führen die Reichen. Im tibetischen Buddhismus wird ihre Welt als die Welt der Götter gesehen, obwohl es sich bei den Reichen nur scheinbar um Götter handelt. In Wirklichkeit leben sie in einer Welt der Unweisheit, weil sie das Glück im Außen und nicht im Inneren suchen. Sie pflegen ihr Ego, statt ins Erleuchtungsbewusstsein aufzusteigen. Da es ihnen äußerlich gut geht, haben sie kaum das Bedürfnis nach Erleuchtung zu streben. Sie hängen in ihrem äußerlich glücklichen Leben fest. Das geht vielen Menschen in der westlichen Welt so. Deshalb besteht hier nur ein geringes Bedürfnis nach Erleuchtung.

Über den sechs Welten (psychischen Bereichen) liegt die Welt der Erleuchteten. Sie haben ihr Ego überwunden. Ihr Bewusstsein ist von innerem Frieden, Glück und Liebe gekennzeichnet. Durch ihr inneres Glück nehmen sie auch ihre äußere Welt als glücklich wahr, selbst wenn es dort Freude und Leid gibt. Sie haben sich letztlich innerlich über alles Äußere erhoben. Deshalb können sie in allen der sechs unteren Welt leben und gleichzeitig innerlich im Glück sein. Sie handeln in den unteren Welten als spirituelle Lehrer, Helfer oder Meister. Sie können aber auch dort einfach nur meditieren und Licht und Liebe in die Welt ausstrahlen. Das allein hebt das allgemeine Glücksniveau ihrer Mitmenschen an.

Wie können wir von einem leidenden Bewusstsein in ein erleuchtetes Bewusstsein gelangen? Grundsätzlich ist der Weg ganz einfach. Wir müssen die fünf Eigenschaften Weisheit, Frieden, Liebe, Glück und Selbstdisziplin in uns entwickeln. Unsere Weisheit sagt uns, was wirklich wichtig ist im Leben. Unsere Selbstdisziplin gibt uns die Kraft unser spirituelles Ziel zu erreichen. Je mehr wir es erreichen, desto mehr entstehen Liebe, Frieden und Glück in uns. Wir erkennen immer mehr, dass wir auch in einer äußerlich leidvollen Welt innerlich glücklich sein können. Wir alle besitzen das Buddha-Bewusstsein in uns. Wir können es durch tägliche Meditation und Gedankenarbeit konsequent entwickeln, bis wir eines Tages ein Buddha sind. Dann sind wir am Ziel. Dann haben wir unser Ego überwunden, leben in einem Einheitsbewusstsein, spüren Glück und Frieden in uns, und alles ist gut so wie es ist.

Achtsamkeit auf die Umwelt (die Geistesobjekte)

Dalai Lama: „Es ist wichtig einen Sinn für universelle Verantwortung zu entwickeln. Der Gedanke, andere zu beschützen und zu lieben, muss uns zur Gewohnheit werden. Das Ziel unseres Lebens ist das Glück aller. Echtes Mitgefühl erzeugt ein spontanes Bedürfnis sich für das Wohl anderer einzusetzen.“

Achtsamkeit auf die Umwelt ist der entscheidende Schritt zur Erleuchtung. Warum bringt uns die Achtsamkeit auf unsere Umwelt zur Erleuchtung? Die Basis der Erleuchtung ist das Einheitsbewusstsein. Wir lösen unser Ego auf und treten dadurch ins Nirwana ein. Als Ego-Mensch liegt unsere Konzentration auf uns selbst. Wir nehmen uns wichtiger als alles andere auf der Welt. Wir denken, dass wir das Zentrum des Universums ist. Das ist aber ein großer gedanklicher Irrtum. Wir sind nicht das Zentrum der Welt. Wir sind ein extrem kleiner Teil der Welt. Das Zentrum des Seins ist das Universum, die Natur. Aus der Natur entsteht alles. Auch wir sind aus der Natur entstanden. Wir sind ein Kind der Natur. Wir folgen ihren Gesetzen. In Wirklichkeit gibt es keine Freiheit. Alles ist voneinander abhängig. Wenn wir das wirklich begreifen, kommen wir vom Ego-Bewusstsein ins Einheits-Bewusstsein. Wir werden eins mit allem. Wir sehen uns als alles. Wir denken von der Ganzheit her.

Wir können in das Einheits-Bewusstsein allein durch das konsequente Nachdenken und die Klarheit des Geistes kommen. Deshalb ist im Buddhismus der Grundsatz der Wahrheit so wichtig. Wenn wir wirklich in der Wahrheit leben, dann können wir nicht anders als in der Einheit zu leben. Jede kleine Lüge verwirrt unser Unterbewusstsein und bringt uns letztlich aus der Klarheit heraus. Deshalb müssen wir alle Lügen in uns überwinden. Das geschieht durch klares Nachdenken in Verbindung mit Meditation. Deshalb gibt es im Yoga den Weg des Jnana-Yoga (den Weg des Nachdenkens) und im tibetischen Buddhismus die analytische Meditation. Deshalb hat Buddha so viele Lehrreden verfasst. Allein durch das Lesen der buddhistischen Schriften kann unser Geist zur Klarheit und damit zur Erleuchtung kommen.

Die meisten Menschen verfügen aber nicht über die Geisteskraft allein durch Nachdenken zur Erleuchtung durchzubrechen. Zum Glück gibt es viele Wege zu einem Einheitsbewusstsein. Unser Bewusstsein ist von unserem Energiezustand abhängig. Steigt die Bewusstseinsenergie (die spirituelle Energie, das Chi, das Prana) an, wird der Geist klar. Damit unsere spirituelle Energie stärker wird, brauchen wir spirituelle Übungen. Mit diesen Übungen reinigen wir unseren Körper und unseren Geist von den Verspannungen (Energieblockaden) und öffnen die Energietore (Chakren). Im Christentum heißt es: „Wenn das Herz gereinigt wird, sieht man Gott in der Welt.“ Wer sind innerlich reinigt, in dem beginnt das Licht zu fließen, er hat das Licht in sich und kann dadurch auch das Licht in der Welt sehen.

Ich möchte das an einem Beispiel erläutern. Ich bin noch nicht dauerhaft erleuchtet. In mir gibt es noch zu viele Energieblockaden. Deshalb gehe ich jeden Morgen eine halbe Stunde im Wald spazieren. Dabei löse ich mit Visualisierungen, Mantren und einer speziellen Atemtechnik (Feueratmung) systematisch die Energieblockaden auf. Ich spüre durch meinen Körper und atme zu den verspannten Bereichen hin. Nach etwa zehn Minuten habe ich den Körper durchgereinigt. Dann gehe ich noch einige Minuten. Und dann öffnen sich die Energiekanäle. Das Licht fließt in mich hinein, füllt mich und plötzlich gibt es einen Bewusstseinsumschwung. Ich bin in der Einheit. Ich sehe und spüre die Natur um mich herum. Die Bäume strahlen Licht aus. Ich höre die Vögel singen. Mein Ego ist verschwunden und ich bin eins mit allem. In mir sind Frieden, Liebe und Glück.

Ich gehe dann meistens noch zehn Minuten und genieße das erleuchtete Sein, die Harmonie in mir und in meiner Welt. Ich vertiefe dann meine Energie, in dem ich allen meinen Freunden Licht sende. Ich spüre alle Menschen, die mit mir energetisch verbunden sind. Ich wünsche insgesamt eine glückliche Welt und trete dadurch in die Dimension der umfassenden Liebe ein. Dann fühlte ich mich wirklich angekommen. Ich bin bereit meine Aufgabe in der Welt zu erfüllen. Der Tag kann kommen. Dieses Ritual praktiziere ich fast jeden Morgen, um in ein glückliches Einheitsbewusstsein zu gelangen.

Es gibt aber noch viele andere Möglichkeiten jeden Tag in ein Bewusstsein der Liebe, des Friedens und des Glücks einzutreten. Abends meditiere ich meistens eine halbe Stunde. Gerade habe ich das Mantra „Om Buddha Peme Hung“ entwickelt. Ich setze mich in meinen Meditationssitz, atme mehrmals tief ein, komme in mir zur Ruhe und denke dann so lange mein Buddha-Mantra, bis sich meine Chakren öffnen und die Glücksenergie in mir zu sprudeln beginnt. Das geschieht vor allem deshalb, weil ich tief in mir an Buddha glaube und mich energetisch mit ihm verbunden fühle. Deshalb hat das Mantra für mich eine so große Kraft.

Ich denke das Mantra so lange, bis ich voller Licht bin. Dann gibt es wie bei der Geh-Meditation einen Bewusstseinsumschwung und ich bin in einem Einheitsbewusstsein. Ich bin eins mit dem Raum um mich herum. In mir sind Frieden, Liebe und Glück. Ich verweile dann noch eine Zeit ruhig in der Meditation und genieße das Sein.

So einfach funktioniert der tibetische Gottheit-Yoga. Ähnlich ist auch der indische Gottheiten-Yoga. Man kann das persönliche spirituelle Vorbild als Gegenüber sehen oder sich als Gottheit (Buddha, Shiva, Göttin) sehen. Es kommt darauf an, woran man glaubt und was für einen persönlich am besten funktioniert. Ersatzweise oder ergänzend kann man auch Körperübungen praktizieren (Hatha-Yoga, Lu Jong, tibetische Niederwerfungen). Auch damit kann man die spirituelle Energie aktivieren.

Der wichtigste Punkt auf dem spirituellen Weg ist das tägliche Ritual, durch das man sich immer wieder auf den spirituellen Weg besinnt, sich innerlich reinigt, sich positiv ausrichtet, seine Energie aktiviert und sein Bewusstsein ins Licht bringt. Welches Ritual wir praktizieren, hängt von unseren Möglichkeiten und Fähigkeiten ab. Ich behaupte, dass es für jeden Menschen einen Weg gibt, durch den er sich ins Licht, in den Frieden, in die Liebe und ins Glück bringen kann. Wenn wir mit Ausdauer diesen Weg gehen, werden wir eines Tages dauerhaft erleuchtet sein.

Buddhismus und positives Denken

Dalai Lama: „Negative Gedanken entstehen ohne Unterlass und mit größter Leichtigkeit, heilsame Gedanken hingegen nur selten. Dadurch, dass wir selbst von heilsamen Gedanken erfüllt sind, inspirieren wir andere auch zum Positiven. Wir müssen die verschiedenen Formen der Leid verursachenden Emotionen erkennen und lernen, sie auf der Stelle zu kontrollieren. Sobald sich eine der Leid verursachenden Emotionen ankündigt, sollte man an die entgegengesetzte Eigenschaft denken, indem man die Vernunft benutzt, um die entgegengesetzte Einstellung zu erzeugen. Wenn du das nicht kannst, dann versuche deine Aufmerksamkeit von der Emotion abzulenken, indem du spazieren gehst oder auf deinen Atem achtest.“

Der Buddhismus lehrt den Weg der Meditation und der Achtsamkeit auf die Gedanken. Was Achtsamkeit auf die Gedanken genau bedeutet, ist umstritten. Es gibt viele verschiedene Ansichten. Im tibetischen Buddhismus spricht man vom positiven Denken. Wenn man genau hinsieht, dann lehrt der Dalai Lama den Weg des positiven Denkens. Der Dalai Lama lehrt es bei Problemen genau hinzusehen, sich um eine Lösung zu bemühen, den Geist immer wieder positiv auszurichten und sich mit hilfreichen Sätzen zu motivieren.

Buddha selbst spricht im achtfachen Pfad vom richtigen Denken und richtigem Verhalten. Damit meint er vorrangig die richtige Einsicht (Nachdenken, Weisheit), den richtigen Entschluss zum spirituellen Üben, das angemessene äußere Verhalten, die richtige Achtsamkeit (Bewusstheit) und die richtige Meditation.

Es ist auf dem spirituellen Weg sehr wichtig zu erkennen, dass Meditation und Gedankenarbeit zusammengehören. Wir können viele Stunden intensiv meditieren und unseren Geist zur Ruhe bringen. Aber ein negativer Gedanke kann sofort wieder unseren ganzen inneren Frieden zerstören. Wir können viele Jahre spirituell üben und sogar in Erleuchtungsdimensionen durchbrechen. Ein negativer Gedanke kann die ganze Frucht unseres spirituellen Bemühens zunichte machen.

Es ist deshalb sehr wichtig, dass wir neben unserer spirituellen Praxis (Meditation, Yoga, Körperarbeit) immer auf unsere Gedanken achten. Wir brauchen einen Weg der Gedankenarbeit, um langfristig auf dem spirituellen Weg erfolgreich sein zu können. Es gibt viele Wege der Gedankenarbeit. Letztlich sollten wir herausfinden, was für uns hilfreich ist und bei uns gut funktioniert.

Der Hauptweg ist es bei Problemen gründlich nachzudenken und eine gute Lösung zu finden. Wir sollten auf unseren Verstand und unser Gefühl hören. Wir sollten beständig achtsam auf unsere Gefühle und Gedanken sein. Wir sollten negative, schädliche Gedanken erkennen und stoppen. Wir sollten hilfreiche Gedanken fördern und erzeugen. Das geschieht vorwiegend dadurch, dass wir uns an positiven spirituellen Vorbildern orientieren (Buddha, Dalai Lama), regelmäßig in einem spirituellen Buch (Reden Buddhas) lesen und im Kontakt mit positiven Menschen (spirituelle Gruppe) bleiben.

Wir sollten positive Eigenschaften wie Gleichmut, Liebe, Selbstdisziplin, Weisheit und Lebensfreude üben. Das geschieht vorwiegend dadurch, dass wir einen positiven Gedanken finden, der die entsprechende positive Eigenschaft in uns entstehen lässt. Wir denken zum Beispiel: „Ich nehme die Dinge so an wie sie sind.“ Dadurch entsteht in uns die Eigenschaft Gleichmut. Wir denken: „Ich erreiche meine Ziele. Ich gehe konsequent meinen Weg der Wahrheit.“ Das bewirkt Selbstdisziplin, wenn wir unser Verhalten danach ausrichten. Wir konzentrieren uns auf die schönen Dinge in unserem Leben und pflegen bewusst das Schöne. So gelangen wir zu Lebensfreude. Wir wünschen allen Wesen Glück. So kommen wir in die umfassende Liebe. In der Essenz geht es in der Spiritualität um die Entwicklung der fünf positiven Eigenschaften Liebe, Frieden, Weisheit, Ausdauer und inneres Glück. Dadurch kommen wir eines Tages zur Erleuchtung. Deshalb gibt es im tibetischen Buddhismus die fünf Meditationsbuddhas. Sie helfen uns diese Eigenschaften zu entwickeln.

Eine große Frage beim positiven Denken ist es, wie wir mit unseren Gefühlen umgehen. Gefühle helfen uns unsere inneren Verspannungen zu lösen. Die Auflösung der inneren Verspannungen, Blockaden und Traumata ist ein wichtiger Weg zur Erleuchtung. Es ist deshalb gut Gefühle wie Trauer, Angst und Wut auszuleben. Wut sollten wir so ausleben, dass es keinem schadet und dass die Wut im Laufe der Zeit nicht größer sondern kleiner wird. Ein spiritueller Mensch ist grundsätzlich ein friedlicher Mensch. Bei der Angst ist es gut sie zu spüren, den dahinterliegenden Gedanken zu erkennen und einen hilfreichen Gedanken zu finden. Trauer sollten wir so lange ausleben, bis sie von alleine zur Ruhe kommt. Wir sollten aber vermeiden, sie weiter durch Gedanken anzufachen, die uns traurig machen. Grundsätzlich kommen Gefühle nach einer Zeit der Meditation von alleine zur Ruhe. Manchmal ist es aber notwendig, sie durch einen hilfreichen Gedanken aufzulösen.

Die Gedankenarbeit ist eine große Kunst. Wir sollten unsere Gedanken genau beobachten, unsere selbstschädigenden Gedankenstrukturen erkennen und einen Weg finden, sie zu überwinden. Oft lässt sich ein negativer Gedanke durch einen entgegengesetzten positive Gedanken überwinden. Diese Technik lehrt der Yogaweise Patanjali. Im Buddhismus bevorzugen es viele Menschen, die Gefühlen einfach kommen und gehen zu lassen und nicht anzuhaften. Aber letztlich brauchen wir beide Techniken. Manchmal müssen wir stark gegen negative Gedanken vorgehen, damit wir sie überwinden können. Letztlich müssen wir mit Weisheit und innerem Gespür herausfinden, wie wir am besten mit unseren Gefühlen und Gedanken umgehen, damit in uns Frieden, Liebe, Glück und Erleuchtung entstehen.

Gottheiten-Meditation

Dalai Lama: „Der Prüfstein des buddhistischen Weges ist, dass man sich um die Verwirklichung über längere Zeiträume hinweg bemüht. Es gibt nichts, was man nicht erreichen kann, wenn man sich an den Weg gewöhnt hat. Alle Stufen des Weges zur Erleuchtung können Schritt für Schritt erreicht werden. Wenn wir das ganze Ausmaß dessen begreifen, was Erleuchtung bedeutet, entsteht eine große Motivation.“

Am Anfang des spirituellen Wege ist es für die meisten Menschen gut, sich auf Körperübungen und das positive Denken zu konzentrieren. Das positive Denken brauchen wir, damit wir nicht unseren spirituellen Weg verlieren. Gerade am Anfang werden viele Zweifel auftauchen. Weltliche und spirituelle Energien werden in uns ringen. Wir müssen immer wieder klar nachdenken, einen Entschluss fassen und uns zum spirituellen Üben aufraffen. Bis der spirituelle Weg zu einem unverzichtbaren Teil unseres Lebens wird. Es ist hilfreich regelmäßig in spirituellen Büchern zu lesen und uns mit unserem erleuchteten Vorbild zu verbinden.

Am Anfang des Weges sind noch viele Verspannungen und Energieblockaden in uns. Dadurch sind wir nicht zu höheren Meditationen in der Lage. Wir müssen uns erst ausreichend innerlich reinigen. Das geschieht am besten, einfachsten und schnellsten durch Körperübungen. Wir sollten Sport treiben, jeden Tag spazieren gehen, Yoga oder Qi Gong praktizieren. Im tibetischen Buddhismus gibt es dafür die Niederwerfungen. Sie müssen 108 000 mal gemacht werden, bevor man zur nächsten Stufe übergehen kann. Ich habe dreißig Jahre Hatha-Yoga praktiziert, um meinen Körper von den Verspannungen zu reinigen. Eine westliche Frau musste zwanzig Jahre in einem tibetischen Kloster den Fußboden fegen, damit sich ihr Wurzelchakra öffnen konnte. Eine ähnliche Übung gibt es auch im Zen.

Jeder darf selbst entscheiden, welche körperlichen Übungen ihm zusagen. Aber ohne körperliche Übungen kann der spirituelle Weg gefährlich werden. Uns fehlt dann die stabile Basis. Uns fehlt die körperliche Kraft und die Selbstdisziplin. Wer keine Möglichkeit zu einer körperlichen Praxis hat, der kann auch durch die progressive Muskelentspannung Kraft aufbauen und sich schnell von den inneren Verspannungen reinigen.

Irgendwann geht man dann zur Meditation über. Auch hier sollte man spüren, was einem entspricht und einem gut tut. Es gibt verschiedene Meditationsformen für verschiedene Menschen auf verschiedenen Stufen des spirituellen Weges. Es ist falsch etwas zu praktizieren, was für einen persönlich nicht passt. Wir sollten kreativ ausprobieren, wie wir am besten meditieren. Für manche Menschen ist das eine einfache Atemmeditation oder die Konzentration auf ein Mantra. In der achtsamkeitsbasierten Psychotherapie wird der tägliche Körperscan empfohlen, das tägliche Durchspüren des Körpers und meditative Verweilen in den einzelnen Körperteilen. Fortgeschrittene Menschen können sich auch auf die Chakren konzentrieren und die Kundalini-Energie erwecken.

Grundlegend für Anfänger und Fortgeschrittene ist die Meditation auf das spirituelle Vorbild. Anfänger können dadurch das spirituelle Ziel in ihrem Unterbewusstsein verankern. Fortgeschrittene Menschen können damit die Erleuchtungsenergie in sich erwecken und immer wieder schnell ins innere Glück kommen.

Buddha der Ruhe – Meditation
Wir können inneren Frieden, Glück und Erleuchtung in uns selbst erzeugen. Eine wichtige Technik ist die Visualisierung als Buddha (Gottheiten-Yoga). Wir setzen uns entspannt hin, der Rücken ist gerade und der Bauch ist
entspannt. Die Hände liegen im Schoß oder auf den Knien. Wir visualisieren ein Buddha-Bild, mit dem wir uns identifizieren können. Wir sind der Buddha. Dadurch erwecken wir die spirituelle Energie Buddhas in uns. Wir denken und meditieren auf die folgenden fünf Mantras.

  1. „Ich bin ein Buddha der Ruhe. Ich lebe in der Ruhe. Ich lebe im
    anhaftungslosen Sein. Ich nehme alle Dinge so an wie sie sind.“
  2. „Ich lebe in der Einheit. Ich verbinde mich mit der Natur, dem Kosmos, der
    ganzen Welt um mich herum. Ich bin alles und in allem.“
  3. „Ich lebe in der umfassenden Liebe. Ich bin eins mit meinen Mitwesen. Ich
    sende allen Wesen und der ganzen Welt Licht. Mögen alle Wesen glücklich
    sein. Möge die ganze Welt glücklich sein.“
  4. „Ich verbinde mich mit den erleuchteten Meistern (den Buddhas und
    Bodhisattvas). Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg. Ich höre auf
    meine innere Weisheit und finde so meinen Weg.“
  5. „Ich stoppe meine Gedanken und komme so ganz in mir zur Ruhe. Ich
    entspanne mich.“

Buddha der Kraft

Wikipedia: „Vajrasattva (་Dorje Sempa) ist ein Bodhisattva in den buddhistischen Traditionen Mahayana, Vajrayana. Nagarjuna soll Vajrasatva in einem eisernen Turm in Südindien getroffen haben und Tantra gelehrt haben. Sein Mantra ist Oṃ Vajrasattva Hūṃ. Vajrasattvas Name bedeutet übersetzt Diamantwesen. Er repräsentiert den idealen Guru. Vajrasattva-Praktiken sind allen vier Schulen des tibetischen Buddhismus gemeinsam und werden zur Reinigung von Verdunkelungen verwendet. Zusätzlich zur persönlichen Praxis kann das Vajrasattva-Mantra Karma reinigen, Frieden bringen und erleuchtete Aktivität verursachen. In der tibetischen Vajrayana-buddhistischen Praxis wird Vajrasattva in den Ngondroo der vorbereitenden Praktiken verwendet, um die Befleckungen des Geistes zu reinigen, bevor fortgeschrittenere tantrische Techniken angewendet werden.“


Wir setzen uns entspannt hin, der Rücken ist gerade und der Bauch ist entspannt. Die Hände liegen im Schoß oder auf den Knien. Wir visualisieren uns als Buddha der Kraft (als Vajrasattva). So erhalten wir Kraft für unseren spirituellen Weg.

  1. „Ich bin ein Buddha der Kraft (ein Vajrasattva). Ich habe Kraft. Ich lebe in der
    Kraft. Kraft, Kraft, Kraft. Ich gehe mit täglicher Selbstdisziplin meinen Weg.“
  2. „Ich erreiche meine Ziele. Mein Ziel ist die Erleuchtung, die spirituelle Selbstverwirklichung, das Leben im Licht.“
  3. „Ich visualisiere den Vajrastab in meinem mittleren Energiekanal, der vom Beckenboden bis zum Scheitelchakra geht. Ich bewege die Vajraglocke in meiner Hand und bringe dadurch Kraft in meinen Körper.“
  4. Ich konzentriere mich auf meine Buddha-Natur. Ich spüre in mir Glück,
    Liebe, Kraft und Wahrheit. Ich lebe in der umfassende Liebe. Mögen alle
    Wesen glücklich sein. Möge die ganze Welt glücklich sein.“
  5. „Ich verbinde mich mit den erleuchteten Meistern (den Buddhas und
    Bodhisattvas). Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg. „
  6. „Ich stoppe meine Gedanken und komme so ganz in mir zur Ruhe. Ich
    entspanne mich.“
  7. „Ich gehe mit Kraft meinen Weg. Ich bin ein Meister des Lebens und meistere mein Leben.“

Der Buddha der Liebe

Wikipedia: „Avalokiteshvara ist im Mahayana-Buddhismus der Bodhisattva des universellen Mitgefühls (Sanskrit karuna). Chenrezig (tibetisch) gilt als Schutzpatron des Landes Tibet. Die weibliche Form in China ist Guanyin, in Japan Kannon und in Vietnam Quan Âm. Sein Reines Land wird Potala genannt. Tara gilt als eine Ausstrahlung von ihm. Avalokiteshvara heißt wörtlich übersetzt „der Herr, der (die Welt) betrachtet“, zusammengesetzt aus ishvara („Herr/Herrscher“) und avalokita („betrachtend“). In den esoterischen (tantrischen) Traditionen wird Avalokiteshvara oft mit elf Köpfen und 1000 Armen dargestellt, die viele verschiedene Attribute halten oder Blumen regnen lassen. Der Legende nach soll sich der Bodhisattva Avalokiteshvara schon als Prinz vorgenommen haben, allen Wesen Beistand zu ihrer Befreiung zu leisten. Und er hatte einen Eid geleistet, darin niemals nachzulassen. Im tibetischen Kulturkreis ist insbesondere das Ritual auf den elfköpfigen Avalokiteshvara (Nyungne-Ritual) von großer Bedeutung. Es wurde von der indischen Nonne Palmo im 10. Jahrhundert in Tibet verbreitet. Diesem Ritual werden starke Heilwirkungen zugeschrieben und es trägt daher auch den Namen „Allgegenwärtiges Heil“. Palmo erlangte durch die Praxis auf Avalokiteshvara Erleuchtung. Die weitaus beliebteste Anrufungsformel (Mantra) lautet Om mani padme hum.“

Wir visualisieren uns als Buddha der Liebe (Chenrezig mit den tausend Händen). Wir denken die folgenden Sätze
als Mantra und gelangen so in die Energie der Liebe.

  1. „Ich bin ein Buddha der Liebe. Ich sende allen Wesen Licht. Mit meinen tausend Händen helfe ich allen Wesen auf dem spirituellen Weg.“
  2. „Ich tue jeden Tag eine gute Tat. Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“
  3. „Om alle erleuchteten Meister. Om innere Weisheit. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg.“
  4. „Ich stoppe eine Minute alle Gedanken. Ich verweile in der Meditation. Ich entspanne mich.“
  5. „Ich gehe als Buddha der Liebe (Chenrezig) durch den Tag. Ich wirke für das Wohl aller Wesen und sorge gleichzeitig gut für mich. So bleibe ich immer in der Liebe.“
File:Laughing Buddha and Sitar Player.jpg

Buddha des Glücks

Wikipedia: „Budai ( jap. Hotei) ist eine populäre Figur der chinesischen und japanischen Volksreligion, in Japan zählt er unter anderem zu den Sieben Göttern des Glücks (Shichi Fukujin). Er wird zumeist als dickbäuchiger, lachender Mönch dargestellt und auch als „Lucky Buddha“ (Glücksbuddha) oder „Laughing Buddha“ (lachender Buddha) bezeichnet. Budai/Hotei ist chinesischen Ursprungs und geht zurück auf die halb-legendäre Gestalt des aus der Stadt Fenghua (Provinz Zhejiang) stammenden Mönchs Qici, der als wandernder Bettelmönch im 10. Jahrhundert lebte und auch noch nach seinem Tod gelegentlich gesichtet worden sein soll. Er wird vor allem im Chan-Buddhismus, dem chinesischen Vorläufer des japanischen Zen, verehrt. Der bekannte Zen-Maler Hakuin fand in Hotei eines seiner Lieblingsmotive. Nicht zufällig bedeutet der Ausdruck budao, ‚den Weg der Wahrheit predigen‘, aber im Vordergrund steht heute eher bucai (‚Essen austeilen‘). Als stets gut gelaunter, besitzloser Mönch stand Budai/Hotei ursprünglich für die Tugend der Selbstgenügsamkeit. Sein prall gefüllter Sack, in dem er seine Almosen verstaut, schien zu besagen, dass der, der mit wenig zufrieden ist, den größten Schatz besitzt. Er gilt auch als Buddha(aspekt), der dem einfachen Volk zugewandt ist und die in seinem Sack gesammelten Almosen an Kinder und Arme weitergibt. So wird er auch teilweise als Symbol für den sozial engagierten Buddhismus genommen. Es soll Glück bringen, einer Budai-Figur über den Bauch zu streichen. Auf vielen Darstellungen ist er im Kreis von Kindern zu sehen – eine Art asiatischer Nikolaus bzw. Weihnachtsmann.“


Wir setzen uns entspannt hin, der Rücken ist gerade und der Bauch ist entspannt. Die Hände liegen im Schoß oder auf den Knien. Wir visualisieren uns als Buddha des Glücks. Wir denken und meditieren auf die folgenden fünf Mantras.

  1. „Ich bin ein Buddha des Glücks. Ich spüre das Glück in mir. Ich lebe im Glück. „
  2. „Ich sehe die Fülle in meiner Welt. Ich konzentriere mich auf das Positive in meinem Leben. Positiv ist heute …“
  3. „Ich erkenne meine Welt als Paradies. Alles ist gut so wie es ist. Ich bin glücklich mit mir und in meiner Welt.“
  4. „Ich sende allen Wesen Licht, Liebe und Glück. Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge die ganze Welt glücklich sein.“
  5. „Om alle erleuchteten Meistern (Buddhas und Bodhisattvas). Om innere Weisheit. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg.“
  6. „Ich stoppe meine Gedanken. Ich verweile einige Minuten in der Meditation. Ich genieße mein inneres Glück und meinen inneren Frieden.“

Segnung

Wikipedia: „Nani Bala Barua (* 25. März 1911; † September 1989), besser bekannt als Dipa Ma, war eine indische Meditationslehrerin des Theravada-Buddhismus. Sie war eine prominente buddhistische Meisterin in Asien und lehrte auch in den Vereinigten Staaten, wo sie den amerikanischen Zweig der Vipassana-Bewegungbeeinflusste. Bevor sie ein Meditationstraining erhielt, litt Tippa unter körperlicher und geistiger Trauer und Schmerzen. Tippai selbst erinnerte sich: „Ich war deprimiert und am Boden zerstört durch den Verlust meiner Kinder, und ich litt an körperlichen Krankheiten. Selbst die Straße konnte ich nicht normal gehen. Aber nun, was findest du bei mir? Alle Krankheiten sind weg. Ich fühle mich erfrischt Es gibt keine Sorge, keine Trauer. Ich bin sehr glücklich. Wenn ihr alle kommt, um zu meditieren, werdet ihr auch glücklich sein.“

Nach dem Tod ihres Mannes war Dipa Ma äußerst unglücklich. Eines Tages schlug ihr ein Arzt vor, zu lernen, wie man meditiert. Sie besuchte ihr erstes Meditationsretreat in Rangun. Bald darauf nahm sie an ihrem zweiten Retreat im Thathana Yeiktha Zentrum teil, wo der Ehrwürdige Mahasi Sayadaw Teacher-in-Residence war. Dort erlebte sie die erste Stufe der Erleuchtung.

1963 wurde sie ausgewählt, die Siddhis oder spirituellen Kräfte bei dem indischen Meister Anagarika Munindrazu studieren, einem älteren Schüler von Mahasi Sayadaw. Gelehrten zufolge ist der Visuddhimagga einer der seltenen Texte die explizite Details darüber enthalten, wie spirituelle Meister tatsächlich übernatürliche Fähigkeiten manifestierten. Dipa Ma soll diese Fähigkeiten demonstriert haben.

1967 kehrte sie nach Indien zurück und zog nach Kalkutta, wo sie Meditation unterrichtete. Ihre erste formale Schülerin war ihre Nachbarin Malati Barua, eine Witwe, die versuchte, sechs kleine Kinder allein großzuziehen. In dem Glauben, dass Erleuchtung in jeder Umgebung möglich sei, entwickelte Dipa Ma Praktiken, die ihre neue Schülerin zu Hause ausführen konnte.

In den 1970er Jahren war sie Lehrerin von Sylvia Boorstein, Joseph Goldstein, Jack Kornfield, Michelle Levey und Sharon Salzberg, die später prominente Lehrer in den Vereinigten Staaten wurden.“

Dipa Ma ist eine erleuchtete Meisterin des Theravada Buddhismus. In dem Video sehen wir, wie sie ihre Schüler segnet. Wenn wir genau hinfühlen, dann spüren wir, wie die Segensenergie fließt und sich der Segen auch auf uns überträgt. Die Segnung (Einweihung, Initiation) durch einen erleuchteten Meister ist ein großer Schritt auf dem spirituellen Weg. Ich habe Segnungen durch viele tibetische Meister und insbesondere durch den Dalai Lama erhalten. Bei der ersten Segnung öffnete der Dalai Lama mein Herzchakra und bei der zweiten Segnung aktivierte er meinen mittleren Energiekanal (Kundalini-Kanal). Ich spürte, wie die Energien vom Dalai Lama ausgingen und in mich hineinflossen. Sie öffneten mich für den Weg der Erleuchtung.

Ich rate jedem Menschen mindestens einmal in seinem Leben den Segen eines erleuchteten Meisters zu empfangen. Meine Hauptmeisterin ist derzeit Mutter Meera. Sie lebt in Deutschland und gibt ihren Segen frei an Menschen aller Religionen. Wir können ihren Segen auch einfach dadurch empfangen, dass wir ein Video von ihr im Internet ansehen. Genauso können auch durch die Videos anderer erleuchteter Meister spirituelle Energien übertragen werden. Deshalb empfehle ich auch sich die Videos des Dalai Lama anzusehen, um immer wieder in seine Energie zu gelangen.

Gehe auf deine Art und in deiner Geschwindigkeit voran. Wer wenig Kraft hat, macht kleine Schritte. Wer mit Ausdauer seinen Weg geht, siegt auch mit kleinen Schritten. Wichtig ist es sich jeden Tag mindestens einmal mit Buddha, Amitabha oder einem erleuchteten Meister seiner Wahl zu verbinden. Wer jeden Tag betet (ein Mantra des Namens denkt) wird ins Licht geführt. Das kann ich bestätigen. Ich war vor 40 Jahren auch ganz unten. Aber ich glaube daran, dass mit der Hilfe der erleuchteten Meister auch Kleine siegen können. Buddha Amitabha verlangt nur, dass man einmal am Tag ihn mit seinem Namen anruft. Anandamayi Ma verlangt nur, dass man 15 Minuten am Tag spirituelle Übungen macht. Bei Mutter Meera reicht es aus sich ganz kurz durch ein Video mit ihr zu verbinden. Ich blicke ihr nur ein bis zwei Minuten in die Augen, so lange, bis ich mich verbunden fühle. https://www.youtube.com/MotherMeeraLive/live

Bei der Meisteranrufung sollte man so lange den Namen des Meisters denken, seinen Text lesen, ein Video ansehen, bis das Gefühl der Verbundenheit entsteht. Dann ist die Energieverbindung da und der Erleuchtete kann einen sehen und einem helfen. Es genügt sich mit einem Erleuchteten seinen Wahl zu verbinden, denn auf einer tieferen Ebene sind alle Erleuchteten eins. Sie wirken durch jeden und helfen sich untereinander. Wichtig ist nur, dass du daran glaubst und wirklich Hilfe willst. Wenn du die Hilfe spüren kannst und sie erfährst, wird aus dem Glauben Wissen. Bete zu einem spirituellen Vorbild deinen Wahl und handele dann aus der Stimme deiner eigenen Wahrheit heraus. Das macht dich zu einem spirituellen Sieger.

Mein spiritueller Weg

Dalai Lama: „Qualitäten, die vom Bewusstsein abhängen, können unbegrenzt vermehrt werden. Das Bewusstsein wird immer da sein. Wenn wir die Buddhaschaft erreichen, so wird dieses Bewusstsein zum Allwissen erleuchtet. Dennoch wird dieses Bewusstsein als individuelle Wesenheit weiter existieren.“

Bereits als Jugendlicher war ich auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Ich erkannte, dass glücklich zu sein der tiefere Sinn des Lebens ist. Ich probierte viele Glückswege aus. Ich suchte das Glück in der Liebe, im beruflichen Erfolg in schönen Reisen und im äußeren Konsum. Doch das große dauerhafte Glück fand ich nirgends. Überall gab es den ständigen Wechsel von Freude und Leid. Am Anfang war eine Liebesbeziehung meist sehr beglückend. Doch nach einiger Zeit kehrte der Alltag ein, man gewöhnte sich an den Partner und sah auch die negativen Seiten. So war es auch mit meinen Berufen, mit meinen Reisen und mit dem Genuss von äußeren Dingen.

Ich suchte weiter, bis ich im Alter von 30 Jahren auf den Philosophen Epikur traf. Epikur lehrte, dass der Mensch das Hauptglück in sich selbst suchen müsste. Das bestätigt auch die moderne Glücksforschung. Danach kommt 90% des Lebensglücks eines Menschen aus der Psyche. Die Psyche eines Menschen bestimmt sein allgemeines Lebensglück. Zwar gibt es Schwankungen bei Freude und bei Leid. Aber nach einiger Zeit kehrt ein Mensch normalerweise zu seinem allgemeinen Glücksniveau zurück. Wenn ein Mensch dauerhaft auf einem höheren Niveau glücklich sein will, muss er an sich selbst arbeiten. Grundsätzlich kann jeder Mensch mit einfachen Techniken wie Sport, Meditation und Gedankenarbeit sein Glücksniveau um 40 % erhöhen. Sonja Lyubomirsky empfiehlt es jeden Tag 20 Minuten zu meditieren, etwas Sport zu treiben, positiv zu denken und regelmäßig positive Aktivitäten in den Alltag einzubauen.

Das allgemeine Glücksniveau eines Menschen kann durch extreme Leidsituationen und durch übergroßen Lebensstress stark absinken. Wir können am Leben zerbrechen. Aber wir können auch am Leben innerlich wachsen. Durch den Weg der Erleuchtung können wir unser Glücksniveau anheben. Im indischen Yoga heißt es, dass ein Erleuchteter 100 mal glücklicher ist als ein Nichterleuchteter. Und ein erleuchteter Karma-Yogi (Bodhisattva) ist noch 100 mal glücklicher als ein normaler Erleuchteter. Durch den Weg der Liebe können wir unser Glück stark vergrößern. Deshalb verbindet der moderne Neohinduismus ebenso wie der Mahayana Buddhismus den Weg der Meditation mit dem Weg der umfassenden Liebe.

Als ich durch den griechischen Philosophen Epikur den Weg des inneren Glücks begriffen hatte, begann ich in der Psychologie, in der Philosophie und in den verschiedenen Religionen nach guten Techniken für den Weg der Erleuchtung zu suchen. Es gibt viele spirituelle Systeme auf der Welt. Sie enthalten viele wunderbare Techniken zur Entwicklung des inneren Potentials. Wichtig ist es genau zu spüren, was für einen persönlich hilfreich ist und was nicht. Wichtig ist es des weiteren aus den passenden Techniken den persönlichen Weg zu entwickeln und diesen konsequent bis zum Ziel zu gehen. Wir können einen traditionellen spirituellen Weg gehen oder unseren eigenen Weg finden. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Der Nachteil eines traditionellen Weges besteht darin, dass man leicht in den Dogmen festhängt, das Gespür für sich selbst verliert und irgendwann auf seinem Weg stagniert. Die Gefahr auf einem undogmatischen Weg ist es, dass man zu undogmatisch wird, keine Ausdauer hat, das Üben aufgibt und den großen Schatz wieder verliert.

Ich machte eine Ausbildung als Yogalehrer und erlernte so die Techniken des Hatha-Yoga. Ich absolvierte eine dreijährige Ausbildung als Psychotherapeut und bekam so mein psychologisches Wissen. Ich beschäftigte mich mit dem Christentum, dem Hinduismus, dem Taoismus und dem Buddhismus. Von allen Religionen lernte ich sehr viel. Letztlich blieb ich beim Buddhismus als meinem Hauptweg.

Ich gab meinen damaligen Beruf als Rechtsanwalt auf und wurde ein Yogi. Von meinen Großeltern erbte ich ein kleines Haus im Wald. Dort zog ich ein und praktizierte jeden Tag nach einem festen Tagesplan lesen, gehen, meditieren, Gutes tun und das Leben genießen. Ich arbeitete als Yogalehrer und teilweise auch als Psychotherapeut. So finanzierte ich mein abgeschiedenes Leben.

1988 begann ich meinen spirituellen Weg. Vier Jahre brauchte ich, um die für mich hilfreichen spirituellen Übungen zu finden. Ich brach sehr oft zur Erleuchtung durch. Aber der Weg der Erleuchtung entpuppte sich als sehr langwierig. Was einen Menschen aus meiner Sicht an der Erleuchtung hindert, sind seine inneren Verspannungen. Diese inneren Verspannungen entstehen durch Leidsituationen, Anhaftung an weltliche Genüsse und durch den Stress des Lebens. Sie haben sich durch viele Leben hinweg entwickelt. Es dauert also einige Zeit, bis man diese Verspannungen aufgelöst hat. Dann kann die spirituelle Energie frei fließen und es entstehen innerer Frieden, Glück und Erleuchtung.

Die Verspannungen können im Körper und im Geist sitzen. Wir brauchen also Übungen für den Körper und den Geist. Gute körperliche Übungen sind das tägliche Gehen, Joggen und Yoga. Die wichtigsten geistigen Übungen sind Meditation und Gedankenarbeit. Oft hängen beide Bereiche zusammen. Wir lösen zuerst die Verspannungen im Körper. Und plötzlich wird auch unser Geist frei. Oder umgekehrt. Wir lösen ein Problem im Geist und unser Körper entspannt sich.

Durch meine speziellen Techniken (Kundalini-Yoga, Gottheiten-Yoga, Guru-Yoga) konnte ich gut spirituelle Energie in mir erzeugen. Ich kam dadurch sehr schnell in den Frieden, ins Glück und in höhere Bewusstseinszustände. Aber dann löste diese starke spirituelle Energie innere Verspannungen und ich wurde von Reinigungsprozesse überschwemmt. Das beobachte ich jetzt seit vielen Jahren bei mir. Dieser Weg ist ein schneller Weg des spirituellen Wachstums. Nach der Lehre des tibetischen Buddhismus kann man damit in einem Leben zur Erleuchtung kommen. Normalerweise braucht man dazu viele Leben. Aber die Reinigungsprozesse können sehr anstrengend sein. Der Körper beginnt zu glühen, die Muskeln vibrieren, man kann nicht schlafen und der Geist wird von negativen Gedanken heimgesucht. Das geschieht insbesondere dann, wenn sich alte Traumata lösen. Bei der Auflösung von alten Traumata muss man grundsätzlich noch einmal durch alle Gefühle hindurchgehen, die das Trauma ausgelöst haben.

Ich habe festgestellt, dass es viele verschiedene Stufen der Erleuchtung gibt. Die meisten Menschen kennen es, wenn durch lange Spaziergänge in der Natur innerer Frieden, Glück und Harmonie entstehen. Der Geist wir frei, glücklich und positiv. Insofern können die meisten Menschen eine einfache Stufe der Erleuchtung erfahren. Durch systematische spirituelle Übungen kann dieses Glück noch vertieft werden. Wir können in ein Einheitsbewusstsein (Nirwana) durchbrechen, unser Ego (Ich-Bewusstsein) kann sich auflösen und wir haben das Gefühl im Licht zu leben. In uns ist das Licht und um uns herum ist das Licht. Im tibetischen Buddhismus nennt man das den Zustand des klaren Lichts. Unser inneres Glück kann so groß werden, dass wir in ein Paradies-Bewusstsein eintreten. Wir erfahren dann die Welt um uns herum als Reines Land und als Paradies.

Tiefste Erleuchtungszustände können wir nicht erzwingen. Sie kommen von alleine zu ihrer Zeit. Einmal lag ich in der Meditation, als eine Energiesäule in meinem Körper hochstieg. Als sie den Kopf erreichte, verwandelte sich mein Bewusstsein. Ich erlebte einen Zustand höchster Glückseligkeit, absoluter Egolosigkeit, Wahrheit, Frieden und Liebe. Ein anderes Mal wachte ich morgens auf und mein Ego hatte sich aufgelöst. Ich blieb zwei Wochen in einem Zustand des reinen Bewusstseins. Ich erlebte wie sich meine Chakren öffneten. Als sich das Herzchakra öffnete, gelangte ich in einen Zustand unbeschreiblich großer Liebe zu allen Wesen. Alles war Liebe. Als sich mein Kraftchakra im Unterbauch öffnete, erfuhr ich große innere Kraft. Als sich mein Wurzelchakra im Beckenboden öffnete, kam ich in die Dimension absoluten Gleichmuts. Selbst das größte Leid konnte mich nicht mehr berühren. Durch diese Erfahrungen lernte ich, wie weit man sich spirituell entwickeln kann.

Nach der Aussage von Mutter Meera ist der spirituelle Weg endlos. Man kann sich ewig weiter entwickeln. Bis das Bewusstsein so weit wird wie der Kosmos und man die höchsten Siddhis (spirituelle Fähigkeiten) erlangt. Man kommt dann in eine Stufe der Allgegenwart, der Allwissenheit und der Allmacht, auf der man allen Wesen auf dem spirituellen Weg helfen kann. Das ist die Stufe der Buddhaschaft. Ein Buddha kann allen Menschen, die sich mit ihm verbinden, das geben, was sie für ihren Sieg auf dem spirituellen Weg brauchen. Er kann ihnen Energien übertragen, sie heilen und sie auf dem spirituellen Weg führen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass genau dieses geschieht, wenn man einen erleuchteten Meister hat. Ich bin sehr dankbar für meine Meister. Ich habe viele Wunder auf meinem Weg erlebt.

Yoga und Buddhismus

Dalai Lama: „Wir sollten unserem Leben einen Sinn geben und es nicht vergeuden. Haben wir den Erleuchtungsgeist entwickelt? Sind wir zu Menschen mit Herz geworden?

Wikipedia: „Ursprünglich war Yoga ein rein spiritueller Weg, der vor allem die Suche nach Erleuchtung durch Meditation zum Ziel hatte. Die vielen Asanas entstanden erst im Laufe der Zeit. Es gibt viele verschiedene Formen des Yoga, oft mit einer eigenen Philosophie und Praxis. In Europa und Nordamerika wurden bis vor kurzem unter dem Begriff Yoga oft nur körperliche Übungen verstanden – die Asanas oder Yogasanas – und der Begriff somit weitgehend mit Hatha Yoga gleichgesetzt. Die philosophischen Grundlagen des Yoga wurden vor allem von Patanjali im Yogasutra zusammengefasst. Patanjali war ein indischer Gelehrter und der Verfasser des Yogasutra, des klassischen Leitfadens des Yoga, weshalb er auch als „Vater des Yoga“ bezeichnet wird. Es wird angenommen, er habe in der Zeit zwischen dem 2. Jahrhundert v. Chr. und dem 4. Jahrhundert n. Chr. gelebt.

Der Hinduismus bildet weniger ein geschlossenes Glaubenssystem, als vielmehr einen Strom sehr verschiedener Gemeinschaften und Grundannahmen. Fremde Religionen wurden und werden häufig als Aspekte der eigenen Wahrheit betrachtet und toleriert („Heilsinklusivismus“). Auf manchen modernen hinduistischen Altären sind auch schon Votivbilder etwa von Christus oder Mutter Teresa zu finden, integriert mit anderen hinduistischen Gottheiten und Heiligen, ohne dass die entsprechend Betenden daraus einen Widerspruch oder gar Glaubenswechsel ableiten würden.“

Nils: Ich bin Yogalehrer und Buddhist zugleich. Das passt für mich gut zusammen. Aus meiner Sicht ergänzen sich die beiden spirituellen Systeme. Der heutige Hatha-Yoga legt den Schwerpunkt auf die Körperarbeit. Yoga ist ein wundervolles System der Gesundheit, der Entspannung und der Kräftigung. Die Yoga-Übungen dienen auch der inneren Reinigung. Sie öffnen die Energiekanäle, bringen die innere Energie zum Fließen und befähigen uns dadurch die höheren spirituellen Übungen (Meditation) erfolgreich zu meistern. Der Buddhismus ist vor allem ein Weg der Meditation und der Achtsamkeit auf die Gedanken. Yoga und Buddhismus zusammen sind ein perfekter spiritueller Weg.

Buddha war ein Inder, ein Hindu und ein Yogi. Er wollte keine neue Religion gründen. Er hat bei vielen hinduistischen Meistern gelernt. Er hat sechs Jahre als Yogi praktiziert. Dann erkannte er, dass er seinen eigenen Weg finden muss, um zur Erleuchtung zu kommen. Als Yogi hatte er die Askese übertrieben. Er hatte zu streng meditiert, gefastet und seine Atemübungen gemacht. Er hatte zu streng weltliche Genüsse abgelehnt und seinen Körper überfordert. Er brauchte aber einen starken Körper, um Kraft für eine tiefe Meditation zu haben. Er entdeckte den mittleren spirituellen Weg. Dadurch kam er in eine tiefe Meditation, die ihn zur Erleuchtung führte. Seinen Weg nannte er den achtfachen Pfad, der im Wesentlichen aus richtiger (passender) Meditation und richtiger Achtsamkeit auf die Gedanken besteht.

Im Zentrum geht es beim Yoga und im Buddhismus um die Beruhigung der Gedanken. Kommen die Gedanken zur Ruhe, gelangt der Yogi zur Erleuchtung. Der große Yogaweise Patanjali hat einige Jahrhunderte nach Buddha gelebt. Er hat viele Elemente des Buddhismus in sein Yogasutra übernommen. „Yoga ist das Zur Ruhe Kommen des Geistes. Dann ruht der Yogi in seiner wahren Natur.“ Als Weg dorthin empfiehlt Patanjali neben anderem die Meditation, Atemübungen und die Grundsätze Nicht-Töten, Nicht-Lügen, Nicht-Stehlen, nicht nach Reichtum streben und sexuelle Enthaltsamkeit. Des weiteren lehrt er auch die vier Brahmaviharas umfassende Freundlichkeit, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut. Das hört sich schon sehr nach Buddhismus an. Im Laufe der Jahrtausende hat sich der indische Yoga weiter entwickelt und den Weg der Körperübungen (Hatha-Yoga), den Tantra-Yoga, Mantra-Yoga, Gottheiten-Yoga, Guru-Yoga und Karma-Yoga (der Weg der umfassenden Liebe, Gutes tun) entdeckt.

Der indische Yogi und Begründer des tibetischen Buddhismus hat dann viele neue Elemente des indischen Yoga wiederum in den Buddhismus übernommen. Den tibetischen Buddhismus kann man als eine Mischung aus Buddhismus und indischem Yoga bezeichnet. Dazu wurden noch Elemente der örtlichen Naturreligion (Bön) aufgenommen. Aus diesen vielen Elementen wurde dann im Laufe der Zeit ein eigenständiges spirituelles System kreiert (Vajrayana). Religionen entwickeln sich und lernen voneinander. Und das ist gut so. Jetzt ist wiederum die Zeit für die Entwicklung eines westlichen Buddhismus, der für die Menschen im Westen optimal hilfreich ist. Dazu gehören neben der Verbindung mit der Wissenschaft (Psychologie), der Übernahme westlicher Werte (Gleichberechtigung, Demokratie, Vielfalt) auch die Verbindung mit dem indischen Yoga.

Aus der Sicht des Hinduismus ist eine Verbindung mit dem Buddhismus unproblematisch und wird auch oft praktiziert. Der Hinduismus sieht sich als einen Weg der umfassenden Wahrheit, der auch alle anderen Religionen umfasst. Auf einem hinduistischen Hausaltar können neben den hinduistischen Göttern (Vishnu, Shiva, Ganesha) auch Buddhastatuen und Jesus-Figuren stehen. Der Neohinduismus (Ramakrishna) betont die Einheit aller Religionen. Alle Religionen können Wege zur Erleuchtung sein.

Der Dalai Lama unterstützt diesen Weg und fördert die friedliche Zusammenarbeit der Religionen. In den einzelnen buddhistischen Richtungen gibt es teilweise erhebliche Bedenken gegen diesen Weg. Vor allem geht es um die Gottesfrage und die Lehre vom Anatman. Aus meiner Sicht kann man diese Dinge so interpretieren, dass sich Yoga und Buddhismus nicht widersprechen. Sie betonen nur verschiedene Elemente. In der Erleuchtung verbinden sich diese Elemente. Sie erhebt einen Menschen über das dualistische Denken. Erleuchtung besteht aus den Eigenschaften Fülle (inneres Glück, Liebe, Einheit) und Leere (Egolosigkeit, Nichtswerdung). Im Hinduismus betont man die Fülle und im Buddhismus die Leere (das Nirwana). Genauso betont man im Hinduismus das höhere Selbst (Atman) und im Buddhismus das Nicht-Selbst (Anatman). Letztlich brauchen wir alle Elemente, um zur Erleuchtung zu kommen. Wir sollten spüren, was für uns momentan hilfreich ist.

Jedenfalls sind der Hinduismus und der Buddhismus Wege zur Erleuchtung. Es gibt keine spezielle hinduistische und buddhistische Erleuchtung. Auch wenn manche Menschen behaupten, dass nur sie die wahre Erleuchtung besitzen oder kennen. Es ist alles ein Streit um Worte. Es kommt bei der Erleuchtung auf die Praxis an. Es kommt darauf an, ob wir intensiv meditieren und an unseren Gedanken arbeiten. Es kommt darauf an, ob wir die Eigenschaften Frieden, Liebe, Glück, Selbstdisziplin und Weisheit in uns entwickeln. Es kommt letztlich darauf an, ob wir unseren Erleuchtungsgeist entwickeln und ob wir Menschen mit Herz sind. Menschen mit Herz sind auch offen für die Ansichten anderer Menschen. Sie betonen die Gemeinsamkeiten und nicht die Unterschiede.

Einheit aller Religionen

Dalai Lama: „Wir müssen als Buddhisten die anderen Religionen respektieren. Denn für andere mögen sie durchaus der richtige Weg zu innerem Frieden und letzter Erkenntnis sein. Der Dharma wurde uns nicht von den großen Meistern gegeben, damit die Menschen miteinander streiten. Würde ich als Buddhist mit einem Anhänger einer anderen Religion einen Streit anfangen, so würde mich der Buddha gewiss tadeln. Es bringt wenig Gewinn, wenn wir uns auf die Unterschiede konzentrieren und uns gegenseitig kritisieren. Wir sollten versuchen den eigentlichen Sinn zu verstehen und das Verbindende zu erkennen – die Liebe, die heilende Hinwendung und die Achtung für eine höhere Macht. Alle religiösen Glaubensrichtungen verfolgen trotz philosophischer Differenzen ein ähnliches Ziel. Jede Religion betont die Vervollkommnung des Menschen, Liebe, Achtung des anderen, Teilhabe am Leid anderer. Alle Religionen akzeptieren, dass es eine andere Kraft jenseits der Reichweite unserer gewöhnlichen Sinne gibt.

Wikipedia: „Interreligiöser Dialog und Dialog der Religionen sind Bezeichnungen für einen von Repräsentanten von Religionen angestrebten, im Idealfall gleichberechtigten, respektvollen und kritischen Meinungsaustausch. Er umfasst die Begegnung und die Zusammenarbeit in Alltag und Theologie zwischen Vertretern und Angehörigen verschiedener Religionen. Der Begriff intrareligiöser Dialog, der den Dialog zwischen Konfessionen innerhalb einer Religion bezeichnet, wird wenig verwendet. Manchmal sind Konfessionen so verschieden bzw. verfeindet, dass der Dialog zwischen ihnen sogar schwieriger ist als der interreligiöse.

Der Buddhismus versteht sich mehrheitlich nicht als exklusive Religionsgemeinschaft, sondern als Wahrheitslehre, die sich dem Lernenden und Übenden durch eigene Einsicht und Erfahrung erschließen soll. Entsprechend gehören Gespräche und Diskussionen des Buddha und nachfolgender Mönche vor allem mit hinduistischen Brahmanen bereits zum ältesten Bestand buddhistischer Schriften. Buddhistische Vertreter beteiligen sich daher häufig am Dialog der Religionen. Als ein Höhepunkt des interreligiösen Dialogs in Deutschland gilt der Besuch des Dalai Lama auf dem ersten ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin.

Erleuchtung ist über allen Worten und allen spirituellen Systemen. Erleuchtung ist wie die Sonne auf der Spitze eines Berges. Es gibt viele Wege den Berg hinauf, langsame, schnelle, mittlere. Manche Menschen werden durch die Vorstellung eines persönlichen Gottes inspiriert und andere durch die Suche nach sich selbst. Manche Menschen nennen das höchste Ziel Gott, andere Allah, Brahman, Tao, Nirvana oder Einheitsbewusstsein. Für manche Menschen ist Buddha ein wichtiges Vorbild. Für andere Jesus, Moses, Mohammed, Krishna, Shiva, Odin oder Zeus. Der Dalai Lama lehrt die Einheit aller Religionen. Alle Religionen sollten sich gegenseitig respektieren und für das Ziel einer friedlichen Welt zusammenarbeiten.

Es ist oft sehr schwierig mit Menschen anderer Anschauungen zu diskutieren. Jeder ist davon überzeugt, dass nur er den Weg der Wahrheit kennt. Gerade wenn wir die gemeinsame Wahrheit in allen Religionen zu erkunden suchen, finden wir unseren Weg in ein Einheitsbewusstsein und zur Erleuchtung. Meister Eckhart lehrte, dass man alle Vorstellungen von Gott (Nils: also auch von der Erleuchtung) loslassen muss, wenn man Gott (Nils: die Erleuchtung) wirklich erfahren will. Auch innerhalb des Buddhismus gibt es verschiedene Vorstellungen. Ich habe erfahren, wie schwer eine Diskussion oft ist. Meistens bleibt die Diskussion im Ego und in Rechthabereien stecken. Andererseits können solche Diskussionen ein Weg der Überwindung des Egos sein. Deshalb fördere ich in meiner buddhistischen Gruppe solche Diskussion. Letztlich wünsche ich eine Welt der Liebe, des Friedens und des Glücks. Und dafür sollte man bei sich und in seiner eigenen Gruppe anfangen.

Eine Welt der Liebe, des Friedens und des Glücks

Dalai Lama: „Das Ziel unseres Lebens ist das Glück aller. Echtes Mitgefühl erzeugt ein spontanes Bedürfnis sich für das Wohl anderer einzusetzen.“

Ich bin ein Anhänger des engagierten Buddhismus. Die wichtigsten Vertreter des engagierten Buddhismus sind der Dalai Lama und der Zen-Meister Thich Nhat Hanh. Der engagierte Buddhismus tritt ein für eine Welt der Liebe, des Friedens und des Glücks. Er engagiert sich gegen den Krieg auf der Welt, gegen Hunger und Unterdrückung, für eine menschenwürdige Welt und für die Harmonie mit der Natur. Er ist für den Tierschutz, für Meinungsfreiheit und für Demokratie.

Das alles sind keine selbstverständlichen Dinge auf der Welt. Wir erleben millionenfaches Tierleid durch die industrielle Massentierhaltung. Gerade wurden auf den Färöer Inseln (gehören zu Dänemark) über 1400 Delphine in eine Bucht getrieben und brutal abgeschlachtet. Dagegen müssen wir als Buddhisten aufstehen. Buddha lehrt es alle Wesen wie die eigenen Kinder zu lieben.

Durch die menschengemachte Klimakatastrophe gibt es weltweit viele Brände, Wüsten und Überschwemmungen. Der Hunger auf der Welt breitet sich aus. Es werden Millionen Menschen sterben. Es ist unsere Aufgabe als Buddhisten etwas dagegen zu tun, soweit es uns möglich ist.

Eine große Frage unter Buddhisten ist es, inwieweit wir uns politisch engagieren dürfen oder sollen. Ich bin für eine gewisse Distanz zur Tagespolitik. Wir sollten uns nicht in die politischen Egokämpfe verstricken. Andererseits bestimmt die Politik das Schicksal der Welt und unser eigenes Schicksal. Es ist deshalb gut sich politisch zu informieren und sich im Rahmen seiner Möglichkeiten und Interessen politisch zu engagieren. Dabei sollten wir aber immer die buddhistischen Grundsätze Liebe, Frieden, Wahrhaftigkeit und Gewaltlosigkeit beachten.

Besonders gefordert sind wir, wenn es unter Buddhisten zu politischen Diskussionen kommt. Politische Diskussionen sind ein gutes Übungsgebiet für das buddhistische Geistestraining. Hier können wir gut die vier Eigenschaften liebende Güte, Mitgefühl, Mitfreude und Gelassenheit üben. Natürlich gibt es immer wieder wie in allen Religionen auch im Buddhismus Menschen, die vom Weg abkommen. Sie töten ihre Mitmenschen, Andersdenkende und sogar ihre eigenen Brüder. Das war früher in Tibet bei den Kriegen zwischen den Klöstern so und ist derzeit in Myanmar zu beobachten. Nur ein kleiner Schritt zum realen Krieg ist es, wenn sich Buddhisten gegenseitig hassen, beleidigen und verbal bekämpfen. Das können wir leider gut in Deutschland beobachten. Hier spaltet sich die buddhistische Szene in die Linken, die Rechten und die Unpolitischen. Wenn wir für eine Welt der Liebe und des Friedens sind, müssen wir es lernen auch friedvoll miteinander umzugehen.

Der erste Schritt zu einer Welt der Liebe, des Friedens und des Glücks ist es in uns selbst Liebe, Frieden und Glück zu erzeugen. Dazu dient das Training der vier Brahmaviharas. Dazu gibt es die Metta-Meditation (liebende Güte zu sich und zu allen Wesen). Dazu gibt es insbesondere den Weg des Mahayana Buddhismus. Im Mahayana Buddhismus stellen wir die Liebe an die erste Stelle. Der zweite Schritt zu einer Welt der Liebe, des Friedens und des Glücks ist es nicht nur in sich selbst Liebe, Frieden und Glück zu erzeugen, sondern auch seine Umwelt ins Licht zu bringen. Ein Erleuchteter strahlt Liebe, Frieden und Glück aus. Bereits durch seine Ausstrahlung werden die Menschen um ihn herum friedlich und liebevoll. Aber manchmal muss auch ein Erleuchteter kraftvoll handeln, damit sich positive Veränderungen in der Welt durchsetzen. Ein engagierter Buddhist lebt grundsätzlich im Gleichgewicht von innerem Frieden und äußerem Handeln. Er spürt genau wie viel er handeln kann, damit er seinen inneren Frieden nicht verliert. Und er erkennt auch genau, was die Welt und seine Mitmenschen brauchen, damit es ihnen gut geht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Engagierter_Buddhismus

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