Yoga Jahresbuch

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Jeden Tag Motivation und Inspiration.

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Januar

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7 Die buddhistische Nonne Chan Khong

Schwester Chan Khong ist die erste vollständig ordinierte monastische Schülerin des Zen-Meisters Thich Nhat Hanh und die Leiterin seiner humanitären Projekte seit den 1960er Jahren. Schwester Chan Khong wurde 1938 in Ben Tre in Südvietnam geboren und begann als Teenager mit der Sozialarbeit in den Slums der Stadt. Nachdem sie 1959 den Zen-Meister Thich Nhat Hanh getroffen hatte, half sie ihm, die Schule der Jugend für sozialen Dienst zu gründen, die Tausende junger Sozialarbeiter ausbildete, um Hilfe in abgelegene, vom Krieg verwüstete Dörfer zu bringen. Sie organisierte die buddhistische Friedensdelegation bei den Pariser Friedensgesprächen 1969 und unterstützte Thich Nhat Hanh in den 1970er Jahren auf seinen Weltreisen, auf denen er zum Frieden aufrief.
Ich traf Chan Khong auf einem Wochenendretreat in Hamburg mit Thich Nath Hanh. Ich erkannte sofort, dass sie erleuchtet ist. Sie war von einer großen Aura aus Licht umgeben. In diesem Video spricht sie über Terroristen. Sie meint, dass die islamistischen Selbstmordattentäter letztlich ein Opfer falscher Informationen sind. Sie denken, dass sie zu Gott kommen, wenn westliche Menschen töten. Chan Khong lehrt es für die Opfer und die Täter zu beten und ihnen Licht zu senden. So kommen wir zum Frieden in uns.
Die Situation ist ähnlich mit den russischen Präsidenten Putin und seinem Krieg gegen die westlich orientierten Menschen in der Ukraine. Putin ist ein Opfer seines Egos. Er glaubt, dass er glücklich wird, wenn er als neuer Zar ein neues großrussisches Reich gründet. Er glaubt, dass er dazu Tausende von Menschen in der Ukraine töten muss. Wir sollten uns Putin Taten entgegenstellen, soweit wir können. Wir sollten für die vielen Leidenden in diesem Krieg beten und ihnen Licht schicken. Aber wir sollten auch Putin Licht schicken, damit wir inneren Frieden erlangen und kein Opfer unserer Wut werden. Möge Putin Weisheit, Liebe und Mitgefühl erlangen.
Senden wir heute Licht und Liebe zu uns selbst, zu den Menschen in unserer Nähe und zu allen Menschen auf der Welt. Möge es eine Welt der Liebe, des Friedens und des Glücks geben.

8 Vorbild für ein positives Alter

Chan Khong ist für mich ein Vorbild für ein positives Alter. Sie ist in sich selbst glücklich, voller Frieden, Liebe und engagiert sich für das Wohl ihrer Mitmenschen. Sie hat ihre positive Aufgabe in der Welt. Jeder Mensch wird älter. Die Zeit des Lebens ist begrenzt. Es kommt darauf an, dass wir die Zeit unseres Lebens gut nutzen. Ich habe die letzten vierzig Jahre meines Lebens intensiv spirituell geübt. Ich habe mich für eine bessere Welt engagiert. Jetzt wird es für mich Zeit etwas ruhiger werden. Nach meinem Lebensplan will ich mindestens 80 Jahre alt werden. Mein Vater starb mit 79 Jahren. Meine Mutter wurde sogar 93 Jahre alt, mein Großvater 94 und meine Grußmutter 80. Die normale Lebenserwartung eines Menschen in Deutschland beträgt etwa 80 Jahre. Deshalb möchte ich auch 80 werden. Ich bevorzuge es normal zu sein, wo ich mein ganzes Leben immer unnormal war. Vielleicht werde ich auch noch älter. Wenn man gesund lebt, lebt man im Durchschnitt viele Jahre länger. Ich sehe jedes Jahr als Geschenk an, das ich länger als 80 lebe. Und ich versuche schon jetzt meine Zeit bewusster zu leben. Das geschieht dadurch, dass ich die Dinge verlangsame. Ich lebe langsamer und kann dadurch meine Zeit noch besser genießen. Ich mache mehr Pausen und baue Phasen des Genusses in mein Leben ein. Aber gleichzeitig bleibe ich natürlich immer auf meinem spirituellen Weg. Das ist die Basis eines glücklichen Lebens. Dadurch werde ich auch in zukünftigen Leben überwiegend glücklich sein.

9 Weltfriedenstag

Ich habe mich gerade zum Thema Weltfrieden und Weltfriedenstag informiert. In den Religionen gibt es die Idee einer Welt der Liebe, des Friedens und des Glücks. Im Yoga, im Buddhismus und im Christentum wird ein goldenes Zeitalter des Friedens vorausgesagt. 1945 legte die Charta der Vereinten Nationen die Schaffung des Weltfriedens als das Ziel aller Politik fest, auf das die Mitglieder der UNO sich verpflichtet haben.

Dieses Ziel ist schwer zu erreichen. Durch den Ukrainekrieg stehen wir gerade am Beginn einer weltweiten Aufrüstung.
Aus meiner Sicht ist es wichtig die Kräfte des Friedens auf der Welt zu stärken. Dazu gibt es den Weltfriedenstag, der zu unterschiedlichen Zeiten gefeiert wird. Yoga Vidya hat gerade eine Feier ausgerufen. Die UNO feiert den Tag am 21.September und die katholische Kirche am 1. Januar. Es gibt außerdem weltweit im Moment viele große Demonstrationen für den Frieden.

10 Die Reine Land Sicht

In der Sicht eines Erleuchteten ist alles so richtig wie es ist. Durch diese Sicht bewahrt er seinen inneren Frieden, seine innere Entspannung und seine Erleuchtungssicht. Wer ohne Ego ist, haftet an nichts an. Wo keine Anhaftung ist, kann auch keine Ablehnung sein. Das ist der Weg des Buddhas. So wird man ein Buddha. Die Reine Land Sicht ist ein wichtiger Übungsweg, um zur Erleuchtung zu kommen. Wir denken Mantras wie: „Ich nehme die Dinge so an, wie sie sind. Ich fließe positiv mit dem Leben. Ich ruhe in mir und meinem Glück. Alle äußeren Dinge sind nicht so wichtig. Man kann an allen Situationen spirituell wachsen. Es kommt wie es kommt. Ich bin eins mit dem Leben und der Welt.“

Im tibetischen Buddhismus wird jedem Buddha ein Reines Land zugeordnet. Man kann zur Erleuchtung kommen, indem man sich als Buddha oder indem man das Reine Land eines Buddhas visualisiert. Durch beide Übungswege erwacht die Erleuchtungsenergie. Im Christentum gibt es eine ähnliche Übung. Man erkennt das Wirken Gottes in allem. Man denkt das Mantra: „Dein Wille geschehe.“ So wird man eins mit Gott und dem Licht. So gelangt man in ein Leben im Licht. So wird man ein Heiliger. Wobei es normalerweise schwere innere Arbeit ist, auch die leidvollen Dinge im Leben anzunehmen. Ein Heiliger/Erleuchteter zu werden ist beständige innere Arbeit. Man muss intensiv auf seine Gedanken und Gefühle achten und immer wieder zum positiven (spirituellen) Denken finden.

Wenn man durch Gedankenarbeit und Meditation die Erleuchtungsenergie aktiviert hat, entstehen innerer Frieden und inneres Glück. Durch das innere Glück wird der Geist positiv. Plötzlich fällt es einem leicht positiv zu denken. Es fällt einem schwer negativ zu denken. Dadurch verwandelt sich die Weltsicht. Man erlebt seine Welt nicht nur als Reines Land, sondern sogar als Paradies. Deshalb spricht man im Buddhismus teilweise vom Reinen Land und teilweise vom Paradies. Buddha Amitabha zum Beispiel lebt im Paradies Sukhavati (Land des Glücks).

11 Die Paradiessicht

Die Paradiessicht ist eine Steigerung der Reinen Land Sicht. Mit einer Paradiessicht sagt man: „Alles ist gut so wie es ist.“ Man lebt im Licht und sieht das Licht (das Positive) in allen Dingen und allen Menschen. Leid bemerkt man zwar, aber es belastet einen emotional nicht so stark. Man nimmt es als Teil des Lebens an. Man konzentriert sich auf das Positive. Bei Leid ruht man im Gleichmut und im Mitgefühl. Man hat Mitgefühl mit seinen leidenden Mitwesen. Man hilft ihnen soweit man kann. Der Weg der Liebe und des Mitgefühls verstärken die Erleuchtung.

Für uns Unerleuchtete bedeutet das, dass wir immer wieder Gedanken wie „Ich nehme die Dinge an, wie sie sind. Alles ist gut so wie es ist.“ üben sollten. Wir sollten uns beständig im positiven Denken üben. Die Dinge anzunehmen und sich auf das Positive zu konzentrieren, ist das Zentrum des positiven Denkens. Wobei nicht dogmatisch, sondern mit innerem Gespür vorgehen muss. Wir sollten ständig in uns hineinspüren und uns fragen, welche Gedanken uns gut tun und welche uns schaden. Welche Gedanken erzeugen Stress, innere Verspannung und zerstören unsere Gesundheit? Welche Gedanken sind für uns hilfreich, bringen uns zum inneren Frieden, in die Liebe, ins Glück und zur Erleuchtung?

Wikipedia: „Reines Land (auch Buddhafeld) ist vor allem im Amitabha-Buddhismus (auch: Reines-Land-Buddhismus) die Vorstellung eines Daseinsbereiches, in dem alle Bedingungen zur spirituellen Praxis für die Erlangung der Buddhaschaft als günstig angesehen werden und große spirituelle Verdienste angehäuft werden können.“

12 Wie lange braucht man bis zur Erleuchtung?

Im Buddhismus gibt es die Lehre vom Sotapanna. Sotapanna bedeutet Stromeingetretener. Ein Sotapanna ist in den Strom der Erleuchtung eingetreten. Seine Kundalini-Energie ist erwacht. Er hat mindestens einmal den Zustand der Erleuchtung erfahren. Er kennt jetzt das Ziel. Er weiß, wie gut es ist erleuchtet zu sein. Dadurch richtet sich sein Unterbewusstsein automatisch auf das Ziel der Erleuchtung aus. Er muss nur noch den persönlich richtigen Weg finden. Sotapatti ist die erste der vier Stufen der Heiligkeit. Nach Buddha braucht ein Sotapanni noch höchstens sieben Leben bis zur vollständigen Erleuchtung.

Ich hatte vor fünf Leben als mongolischer Schamane meine erste Erleuchtungserfahrung. Ich habe also noch zwei Leben bis zur vollständigen Erleuchtung. Nach Sathya Sai Baba braucht man drei Leben als abgeschiedener Yogi bis zur Buddhaschaft. Dieses ist mein erstes Leben als abgeschiedener Yogi. Ich werde demnach noch zwei Leben als Yogi brauchen. Außer ich komme vom Weg ab. Dann brauche ich drei Leben.

13 Guru-Yoga

Im Christentum gibt es die Aussage, dass jeder Gläubige in die Hand Gottes geschrieben ist. Aus meiner Sicht bedeutet das, dass jeder, der sich einmal mit einem vollständig erleuchteten Meister (Gott, Avatar, Buddha) verbunden hat, von ihm zur Erleuchtung geführt wird. Ein vollständig erleuchteter Meister vergißt seine Anhänger nie. Auch wenn sie den spirituellen Weg verlieren. Er fängt sie immer wieder auf. Er führt sie von Leben zu Leben weiter ins Licht, egal wie viele Leben ein Mensch persönlich braucht. Gott wirkt durch alle Gurus. Wer einen Guru hat, der ist sicher auf dem Weg zur Erleuchtung. Wer einmal zur Spiritualität gefunden hat und tief in seinem Herzen daran glaubt, der erreicht eines Tages das Ziel.

Ich habe das gespürt, als ich im Alter von 30 Jahren ein Buch des griechischen Philosophen Epikur gelesen hatte. In mir erwachte ein tiefer Glaube. Ich wusste, dass ich gerettet bin. Mein Unterbewusstsein richtete sich auf das spirituelle Ziel aus. Später traf ich auf meine erleuchteten Meister. Ich bin öfter gefallen. Aber ich bin immer wieder aufgestanden. Ich habe mein Ziel letztlich nie aufgegeben. Das ist die Kraft des tiefen Glaubens. Diesen Glauben bekommt man, wenn man den spirituellen Weg in der Tiefe seines Herzens versteht.

14 Yogis, Mönche und Gläubige (Laien)

Der Weg des Glaubens führt einen grundsätzlich langfristig über viele Leben zum Ziel. Der Weg eines Mönches oder einer Nonne geht noch schneller, weil man seine Zeit fast vollständig für das spirituelle Üben verwendet. Am schnellsten entwickelt man sich durch das Leben als abgeschiedener Yogi. Durch die Kraft der Ruhe wendet sich die Energie nach innen. Dazu muss man genau den Punkt finden, wo man ins sogenannte Nichtstun (Wu-Wei) kommt, ohne in der Trägheit zu versinken. Wenn man auf diesem Punkt lebt und seinen Geist auf den spirituellen Weg ausrichtet, dann wächst man spirituell optimal. Es ist dann nur noch wichtig, dass man die persönlich effektiven spirituellen Techniken findet. Formales üben bringt einen nicht voran. Man muss mit Weisheit und innerem Gespür praktizieren.

14 Der Weg des abgeschiedenen Yogis (Asketen)

Buddha lebte sechs Jahre als abgeschiedener Asket. Er probierte viele Techniken aus. Er fand durch sein inneres Gespür zum mittleren spirituellen Weg. Er praktizierte weder zu locker noch zu angespannt. Dadurch entspannte er sich so weit innerlich, dass er nach sechs Jahren dauerhaft zur Erleuchtung durchbrach. Allerdings hatte er bereits viele Leben vorher als Bodhisattva gelebt und in den ersten 29 Jahren seines Lebens auch das weltliche Leben ausreichend genossen und gelebt. Das muss man berücksichtigen.

Mein Yoga-Meister Swami Sivananda brauchte neun Jahre als abgeschiedener Yogi zur Erleuchtung. Grundsätzlich heißt es im Yoga, dass dazu 12 Jahre in der Abgeschiedenheit notwendig sind. Im tibetischen Buddhismus gibt es die abgeschiedenen Yogis, die so lange praktizieren, bis sie erleuchtet sind. Für normale Buddhisten gibt es die Möglichkeit eines dreijährigen Retreats. Ein solches Retreat kann man auch mehrmals wiederholen, bis man am Ziel ist.

15 Der persönliche Zeitraum

Grundsätzlich ist die Zeit, die man zur Erleuchtung braucht, sehr unterschiedlich. Sie hängt von den persönlichen Fähigkeiten, vom Karma und von den äußeren Umständen ab. Durch Zeiten intensiven Leidens kann man sehr schnell zur Erleuchtung kommen, weil dann der Geist sehr intensiv geschult wird. Ich war ein Jahr schwer depressiv. Ich habe ein halbes Jahr extrem hart an meinem Geist gearbeitet. So konnte der Durchbruch und das Erlöschen des Egos gelingen. Allerdings fiel ich dann nach einiger Zeit wieder zurück.

Ich machte viele Anläufe, um wieder zurück ins Licht zu finden. Das gelang auf den unterschiedlichsten Wegen. Ich traf auf einen erleuchteten Meister und trat in seine Energie ein. Sein Erleuchtungsbewusstsein übertrug sich auf mich. Das geschah mir öfters. Manchmal sofort, manchmal einige Stunden später und einmal ein halbes Jahr später.

Ich probierte viele spirituelle Techniken aus und kam dadurch immer wieder für kurze Zeit zur Erleuchtung. Ich meditierte und machte Yogaübungen. Ich las spirituelle Bücher und dachte gründlich über den spirituellen Weg nach. Ich visualisierte mich vor dem Einschlafen als Buddha und wachte am nächsten Morgen erleuchtet auf. Ich sandte allen Wesen Licht, öffnete dadurch vollständig mein Herzchakra und war dadurch plötzlich selbst im Licht.

16 Der spirituelle Tagesplan

Die wichtigste Technik war es, mich durch einen klugen spirituellen Tagesplan systematisch und dauerhaft zur Erleuchtung bringen zu können. Ich lebte vier Jahre als abgeschiedener Yogi und suchte intensiv nach dem optimalen spirituellen Weg für mich. So fand ich den Weg des spirituellen Tagesplans. Ich praktizierte mit innerem Gespür in ständigem Wechsel Meditation (im Liegen), Gehen (meditatives Gehen mit spirituellen Übungen), Lesen (in einem spirituellen Buch), Gutes tun (anderen Menschen helfen) und das Leben genießen (ausreichend Genuss). Ich machte diese Übungen jeweils auf die genau persönlich richtige Art und in der richtigen Länge. Das erspürte ich in mir auf die Sekunde genau. So lösten sich optimal meine inneren Verspannungen und Energieblockaden auf.

Nach einem halben Jahr mit dem intensiven spirituellen Tagesplan brach ich ständig immer wieder zur Erleuchtung durch. Ich meditierte dabei in der Regel zehn Stunden am Tag. Letztlich übte ich 24 Stunden am Tag ununterbrochen. Auch das Schlafen wurde zu einem spirituellen Weg. Der Übungsprozess ging im Schlafen weiter. Das ganze Leben wurde zu einem innerlich fein abgestimmten spirituellen Weg. Ich blieb ein halbes Jahr bei diesen ständigen Erleuchtungsdurchbrüchen. Dann wurde mir das zu anstrengend und ich ging zu einem sanfteren Übungsweg über, bei dem ich langsamer spiritueller wachse, aber auch nicht mehr so heftige Kundalini-Prozesse erlebe.

17 Der mittlere spirituelle Weg

Auf diesem langsamen spirituellen Weg befinde ich mich seit etwa dreißig Jahren. Ich verbinde glückliches äußeres Leben mit dem spirituellen Üben. Seit fünf Jahren habe ich sogar eine Beziehung. Und trotzdem wachse ich spürbar immer weiter, manchmal ist es mir sogar jetzt noch zu intensiv. Aber langsamer geht es nicht, weil der innere Reinungsprozess seit meinen Erleuchtungsdurchbrüchen von alleine weiter läuft. Wie lange kann das noch dauern? Ein Hellseher erklärte mir vor vielen Jahren, dass ich dann erleuchtet wäre, wenn ich weiße Haare hätte. Seit dieser Zeit beobachte ich immer wieder meine Haare. Ganz weiß sind sie immer noch nicht. Das kann noch einige Jahre dauern.

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19 Bescheidenheit als spiritueller Weg

Erstaunlicherweise zeichnen sich die glücklichsten Menschen dadurch aus, dass sie sehr bescheiden sind. Überhöhte Ansprüche können unser inneres Glück zerstören. Wenn wir die Dinge so annehmen wie sie sind, erlangen wir inneren Frieden. Wenn wir bescheiden sind und uns auch an den kleinen Dingen des Lebens freuen können, haben wir eine Quelle unerschöpflichen Glücks um uns herum. Für mich ist die Bescheidenheit ein schwieriger Übungsweg. Mein Großvater sagte immer: „Wer unbescheiden ist, hat mehr vom Leben.“ Er überschätzte die Bedeutung der äußeren Dinge und unterschätzte die Bedeutung des inneren Friedens. Erleuchtung entsteht aus innerem Frieden. Der griechische Philosoph Epikur lehrte die Genügsamkeit. Wenn wir unseren Genugpunkt kennen, dann können wir zur inneren Ruhe finden. Wir sollten unsere Lebensziele klar benennen, unseren Genugpunkt definieren, keine überhöhten Erwartungen haben und uns auf das innere Glück und die Liebe ausrichten. Dann können wir auch in einem schwierigen Leben glücklich werden.

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21 Beziehungen als Wachstumsweg

In Beziehungen ist es wie in der Politik. Es ist schwer sein Ego zu überwinden und sich nicht in falsche Machtkämpfe zu verstricken. In der Politik geht es vorwiegend um unterschiedliche Interessen. Es geht vorwiegend um den Konflikt zwischen Arm und Reich, zwischen Arbeitern und Kapitalisten, zwischen Männern und Frauen, zwischen den unterschiedlichen Völkern der Welt, zwischen den verschiedenen Lebensauffassungen. Dabei geht oft das Gemeinsame und der tiefere Sinn des Lebens verloren. Der tiefere Sinn des Lebens ist die Entwicklung des inneren Glücks und der umfassenden Liebe. Gemeinsam ist uns allen, dass wir alle auf der Erde leben. Mit dem Untergang der Erde geht auch wir unter. Wenn das Klima zerstört wird oder ein Atomkrieg kommt, leiden wir alle gemeinsam. Wenn wir den Egoismus auf der Erde fördern, werden wir uns alle gegenseitig zerstören. Kriege sind grundsätzlich Höhepunkte des Egoismus und der menschlichen Dummheit, jedenfalls von Seiten des Angreifers. Verteidigen darf man sich. Aber auch hierbei sollte man das richtige Maß wahren und daran denken, dass wir letztlich eine globale Friedensordnung auf der Welt schaffen sollten. In der Politik geht es darum, letztlich aus positiven Werten wie Wahrheit, Liebe und Frieden heraus zu handeln.

22 Das gemeinsame Glück in den Mittelpunkt stellen

Und genauso ist es in Beziehungen. Wir müssen unsere Beziehungen in tieferen positiven Werten verankern. Dann können sie langfristig gelingen. Wenn wir das Ego und die äußeren Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen, dann verstricken wir uns in ewige Egokämpfe und zerstören letztlich das gemeinsame Glück. Ich erfahre immer wieder wie schwer es ist, sich auf das gemeinsame Glück zu besinnen. Dem Ego zu folgen hat eine große Kraft. Man baut sich seine eigene Philosophie um sein Ego herum und verstrickt sich dann darin. Bereits die Wahrheit in einer Angelegenheit zu erkennen, ist oft äußerst schwierig. In der Politik wird gerne mit Lügen und Desinformation gearbeitet. Es gibt die Kunst der Manipulation, durch die das Gegenüber geistig völlig verwirrt wird. Es ist sehr mühsam die Wahrheit herauszuarbeiten. Das Ego des Gegenüber wehrt sich mit allen Mitteln. Ich sehe das an den politischen Diskussionen in meinen Gruppen. Aber auch in meinen Beziehungen gab es oft Egokämpfe.

23 Die Kunst des positiven Miteinanders

Eine gute Beziehung zu führen, ist eine große Kunst. Grundsätzlich gelingt es nur mit dem positiven Denken. Der Paartherapeut Gottman hat herausgefunden, dass sich gute von schlechten Beziehungen im Wesentlichen durch die gemeinsame Fähigkeit zum positiven Denken unterscheiden. Wenn wir glückliche Beziehungen haben möchten, müssen wir gemeinsam das positive Denken lernen. Wir müssen uns in positiven Werten verankern und konsequent ein positives Verhalten trainieren. Barbara und ich sind sehr unterschiedlich und eigensinnig. Am Anfang unserer Beziehung haben wir uns oft gestritten. Es war schwer einen gemeinsamen Weg zu finden. Im Laufe der Jahre wurden wir immer harmonischer. Wir haben immer besser gelernt positiv miteinander umzugehen. Wir haben es gelernt den anderen zu verstehen und mit seinen Macken positiv umzugehen. Letztlich haben wir es nur geschafft, weil wir beide wirklich eine glückliche Beziehung wollten.

23 Man muss wirklich eine glückliche Beziehung wollen

Das ist der Kern. Man muss wirklich eine glückliche Beziehung wollen. Dann findet sich auch ein Weg. Letztlich geht es in Beziehungen und in der Welt um spirituelles Wachstum. Spirituelles Wachstum gelingt nur, wenn wir uns klar im spirituellen Ziel und in positiven Werten verankern. Es gibt auf der Welt und in Beziehungen immer den Kampf zwischen dem Ego und der Erleuchtung. Erleuchtung bedeutet Frieden, Liebe und Harmonie. Ego bedeutet Kampf und Disharmonie. Im Moment sind die Kräfte des Egos auf der Welt sehr stark. Das wirkt sich auch auf die Beziehungen der Menschen untereinander aus. Eine glückliche Welt und eine glückliche Beziehung zu schaffen ist ein täglicher Übungsweg. Andererseits sind Wahrheit und Liebe große Kräfte. Die Erleuchtung ist ein viel größeres Glück als die Befriedigung des Egos. Deshalb werden langfristig die Wahrheit und die Liebe siegen.

24 Dualität und Lichtebene

Wenn ein Erleuchteter in der äußeren Welt handeln will, muss er die Energien der Dualität und des Lichts meistern. Er muss es lernen ins innere Glück, in den Frieden, in die umfassende Liebe und in die Erleuchtung zu kommen. Dabei helfen ihm der Weg der Gedankenarbeit, der Meditation und der Energie-Yoga. In der Lichtebene hat man alle Anhaftungen an die äußere Welt losgelassen. Man ruht in sich und im Glück. Das innere Glück entfaltet sich im Wesentlichen durch die innere Abgeschiedenheit von der äußeren Welt. Man findet nur inneren Frieden, wenn man sich von den Energien der äußeren Welt geistig abtrennt. Aber dann kann man nicht mehr äußerlich handeln. Um äußerlich handeln zu können, muss sich ein Erleuchteter immer wieder in die Ebene der Dualität begeben. Es muss es lernen die weltlichen Energien zu meistern. Dafür gibt es verschiedene Techniken. Es gibt den Weg des kleinen Handelns. Man handelt nur wenig und verstrickt sich deshalb nur wenig in den weltlichen Energien. Oder man besinnt sich auf die Liebe und das Mitgefühl. Dann kann man auch kraftvoll im Außen handeln, ohne seine Erleuchtung zu verlieren. Wichtig für mich ist es immer wieder zur Ruhe zu kommen. In der Meditation und beim Spazierengehen lasse ich die weltlichen Energien sich austoben und von alleine beruhigen. Ich besinne mich jeden Tag immer wieder auf mein spirituelles Zentrum. Ich besinne mich immer wieder darauf ein Buddha und ein Bodhisattva zu sein. So finde ich immer wieder meinen Weg ins Licht. So kann ich im Licht leben und aus dem Licht heraus handeln. So kann man letztlich auch seine Mitmenschen und die ganze Welt mit ins Licht nehmen.

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27 Meine Freundin, die christliche Eremitin

Aus meiner Zeit als Eremit kenne ich eine Frau, die wie ich als Eremitin lebt. Sie ist etwas jünger als ich und hat mich einmal sogar besucht. Ansonsten mailen wir uns regelmäßig. In den ersten Jahren schrieben wir uns jeden Tag. Jetzt gibt es nur noch einmal in der Woche eine Mail, weil in unserem Leben einfach nicht viel passiert. Sie lebt an der Ostsee, fährt oft mit dem Fahrrad spazieren und sitzt ansonsten in ihrer kleinen Wohnung. Früher hatte sie ein stressreiches Leben mit vielen Beziehungen und vielen verschiedenen Jobs. Aber seit einiger Zeit wird sie vom Arbeitsamt nicht mehr vermittelt. Sie genießt die viele Ruhe in ihrem Leben. Immer mehr Ängste fallen von ihr ab und ihr inneres Glück entwickelt sich. Hauptsächlich durch die viele Ruhe in ihrem Leben wächst sie immer mehr ins Glück. Früher war sie undogmatisch und hat viele spirituelle Wege ausprobiert. Jetzt findet sie immer mehr zu ihrer christlichen Religion zurück, durch die sie in ihrer Kindheit stark geprägt worden ist. Ihre Hauptübung ist die Gottüberlassenheit. Sie überläßt Gott ihr Leben und lebt ansonsten einfach friedlich vor sich hin. Spirituelle Übungen praktiziert sie nicht so viel wie ich. Sie lebt einfach im glücklichen Sein. Früher haben wir viel zusammen gelacht. Wir haben einen ähnlichen Humor. Aber jetzt tauschen wir uns eher einfach nur aus und teilen uns mit, was in unserem Leben so geschieht. Dabei haben wir einen Stil wie zwei sehr alte Menschen, die schon etwas dement sind. Ich schreibe ihr einfach das, wozu ich gerade Lust habe und was mir gerade durch den Kopf geht. Und sie antwortet auf die gleiche Art. Manchmal schreiben wir etwas aneinander vorbei. Aber gleichzeitig nehmen wir uns radikal gegenseitig so an wie wir sind. Es ist gut so viel Akzeptanz zu erfahren. Und außerdem ist diese Art des Schreibens sehr heilsam. Es ist eine Art Schreibtherapie. Ich reflektiere mein Leben und lebe meine momentanen Emotionen aus. Und auf ihrer Seite geschieht das Gleiche. Insgesamt haben wir so eine sehr harmonische Beziehung.

28 Die Einheit aller Religionen

Der Dalai Lama hat erklärt, dass es nur eine Religion gibt, die Religion der Liebe: „Ich glaube, dass die einzig wahre Religion darin besteht, ein gutes Herz zu haben.“ Der Dalai Lama engagiert sich für die Zusammenarbeit aller Religionen der Welt. Er trifft sich oft mit religiösen Führern aus dem Christentum, dem Islam und dem Hinduismus. Unter den Buddhisten ist der Dalai Lama die herausragende Persönlichkeit, die sich für die Einheit aller Religionen engagiert.

In Indien gibt es den Weg des Neohinduismus. Er geht zurück auf den Yogi Ramakrishna, der verschiedene Religionen ausprobierte und erkannte, dass es alles Wege zur Erleuchtung sind. Er verglich die Religionen mit einem Berg, zu dessen Gipfel verschiedene Wege führen. Jede Religion ist ein Weg ins Licht, wenn man sie ernsthaft und mit Weisheit praktiziert. Meine hinduistischen Meister lehren alle den Weg des Neohinduismus und haben diesen Weg wesentlich geprägt. Das gilt für Mutter Meera, Sathya Sai Baba, Anandamayi Ma, Swami Sivananda und Amritanandamayi (Amma). Sie alle stellen die umfassende Liebe in das Zentrum des spirituellen Weges. Sie alle lehren die Toleranz der Religionen untereinander.

29 Toleranz im Christentum

Das Christentum ist überwiegend eine sehr dogmatische Religion, die nur ihren Weg für den einzig richtigen hält. Sie beruft sich dabei auf das Johannes Evangelium, nach dem Jesus gesagt haben soll, dass nur er der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Keiner komme zum Vater außer durch ihn. Diese Behauptung ist aber eine Falschbehauptung, die Jesus so nie gesagt hat. Sonst hätten auch andere Evangelien davon gesprochen. Jesus sah sich nicht als Begründer einer neuen Religion. Er wollte nur das Judentum reformieren und auf den Weg der umfassenden Liebe bringen. Einer solchen Lehre würde ein Alleinvertretungsanspruch völlig widersprechen, weil das letztlich zu ewigen Religionskriegen geführt hat und führen wird.

Es gibt im Christentum auch viele Vertreter der Zusammenarbeit aller Religionen. Zuerst sind hier die Katholiken zu nennen, die auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil erklärt haben, dass der Geist Gottes durch alle Religionen wirkt. Dementsprechend haben sich die Päpste oft mit Vertretern anderer Religionen getroffen und auf ein friedliches Miteinander hingewirkt. Der katholische Priester und erleuchtete Mystiker Bede Griffiths vertrat sogar ausdrücklich die Einheit aller Religionen. Nach ihm sind die Lehren aller Religionen ein Gesamtwissen, dass der gesamten Welt gehört. Seine Schülern lernten von allen Religionen, um den für sie persönlich passenden Weg zu finden.

30 Erleuchtung und Toleranz

Nach meiner Erfahrung gibt es nur eine höchste Wahrheit. Diese Wahrheit erfährt man in der Erleuchtung. In der Erleuchtung erhebt man sich über jeden religiösen Streit und erkennt das Gemeinsame in allen Wegen. Durch die Erleuchtung gelangt man in eine Ebene über allen Religionen. Die Erleuchtung ist über allen Worten und dogmatischen Systemen. Die einzelnen Religionen sind Wege, die zu einem Leben im Licht führen. Wie man ins Licht gelangt, ist für jeden Menschen individuell.

Ich glaube, dass die Gründer der verschiedenen Religionen eine Erleuchtungserfahrung gemacht haben. Darauf beruht jede echte Religion. Religionsgründer wie Buddha, Jesus, Mohammed, Moses und Krishna haben dann in den Worten ihrer Kultur beschrieben, wie man den Weg ins Licht finden kann. Alle dieser großen Religionen haben Erleuchtete hervorgebracht. Allein das beweist, dass es in allen Religionen letztlich um die Erleuchtung, die Gotteserfahrung, das Leben im Licht geht.

Ich konnte nach meiner Erleuchtungserfahrung plötzlich die Bücher aller Religionen auf einer tiefen Ebene verstehen. Jede Religion zeigte verschiedene Aspekte des spirituellen Weges auf. Zusammen ergaben sie das Gesamtsystem des spirituellen Wissens. Von jeder Religion habe ich etwas für meinen spirituellen Weg gelernt. Deshalb vertrete ich die Einheit aller Religionen und den individuellen Weg eines jeden Menschen. Jeder darf herausfinden, was ihn spirituell voranbringt. Er kann dem Weg einer speziellen Religion folgen oder sich aus allen Religionen seinen persönlichen Weg zusammenstellen. Wenn er wirklich nach Erleuchtung sucht und konsequent praktiziert, wird er seinen Weg finden.

31 Der individuelle spirituelle Weg

In der westlichen Welt ist es üblich, dass man bei verschiedenen Meistern lernt. Man wandert von Meister zu Meister und von Religion zu Religion, bis man seinen persönlichen Weg gefunden hat. So war es auch bei mir. Ich begann mit der Philosophie und der Psychologie. Dann fand ich zum Christentum, zum Buddhismus und zum indischen Yoga. Ich probierte aus, was für mich persönlich funktioniert. Das praktiziere ich seit vierzig Jahren.

Ich engagiere mich für die Zusammenarbeit aller Religionen und für die religiöse Toleranz, weil ich eine Welt des Friedens, der Liebe und des allgemeinen Glücks wünsche. Eine solche Welt ist nur möglich, wenn die Religionen untereinander Frieden finden und sich auf ihre gemeinsamen positiven Werte besinnen. Ich behaupte sogar, dass eine dauerhaft friedliche Welt nur möglich ist, wenn die Menschen ihren Egoismus überwinden und sich auf die Liebe und das innere Glück als ihr wahres Lebensziel besinnen. Ich engagiere mich deshalb für das Weltparlament der Religionen. Meine Hauptarbeit besteht aber darin in meinen spirituellen Gruppen Frieden, Liebe und Toleranz zu lehren.

April

1 Worüber kannst du lachen? Was ist Lustiges in deinem Leben passiert. Nimm das Leben nicht zu ernst. Lache über dich. Barbara und ich lachen gerne. Meistens machen wir es wie der Dalai Lama. Wir versetzen uns in die Kindrolle und ärgern uns gegenseitig etwas. So können wir spielerisch alle Bosheiten loslassen. Im muss bei Barbara aber sehr aufpassen, dass ich sie dabei nicht verletze. Sie ist sehr empfindlich. Wir beide haben viele Macken, so dass es immer etwas zu lachen gibt.

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16 Ostern

Ich wünsche euch ein schönes Osterfest. Ostern ist das Fest der Auferstehung. Es geht um das Leiden, das Sterben und die Auferstehung von Jesus Christus. Jesus ist ein Lehrer der umfassenden Liebe. Er lehrt den Weg des Friedens und der umfassenden Liebe. Er hat sein Leben gegeben, um der Welt einen Weg zu Liebe, Frieden und Erleuchtung zu zeigen. Er wurde von seinen Feinden gefoltert und starb nach der Meinung der meisten Christen am Kreuz. Nach drei Tagen wurde er von den Toten erweckt. Verglichen mit dem Krieg in der Ukraine können wir von einem Auferstehen der Ukraine nach der Zerstörung durch die Russen sprechen. Aber zuerst steht uns der Hauptkampf bevor. Nach Ostern plant die russische Armee eine Großoffensive. Es geht um die Einkesselung und Zerstörung der ukrainischen Armee. Im Moment ist noch offen, wer den Krieg letztlich gewinnt. Ich hoffe auf eine Auferstehung der Ukraine. Mögen Glück, Frieden und unsere Liebe mit den leidenden Menschen sein.

17 Die Auferstehung von Jesus Christus

Nach meiner Meinung ist Jesus nicht am Kreuz gestorben. Dafür gibt es viele Indizien wie das leere Grab. Jesus wurde am Kreuz mit einer Droge betäubt, als er etwas zu trinken bekam. Daraufhin durfte er vom Kreuz abgenommen und im Felsengrab beerdigt werden. Nach seiner Betäubung wachte er im Grab wieder auf und wurde von seinen Freunden gerettet. Er konnte daraufhin nach Ostern seinen Anhängern als reale Person erscheinen. Anschließend ist er nach Indien geflüchtet, wo es ein Grab aus dieser Zeit mit seinem Fußabdruck gibt. Er starb als indischer Heiliger achtzig Jahre nach seiner Geburt. Im tibetischen Buddhismus und im Hinduismus gibt es die Technik des Regenbogenkörpers. Ein Yogi dematerialisiert bei seinem Tod seinen Körper. Er kann ihn dann überall für kurze Zeit wieder materialisieren und seinen Anhängern an verschiedenen Orten erscheinen. Es ist auch möglich, dass Jesus diese Technik praktiziert hat. Sein Körper im Grab war verschwunden. Und später ist er laut Bibel seinen Jünger als realer Mensch wieder erschienen. Früher war ich von der Technik des Regenbogenkörpers begeistert. Irgendwie lebt man dann ewig. Aber jetzt habe ich mich auf den Weg der Wiedergeburten eingestellt. Nach der Ansicht des tibetischen Buddhismus ist der Regenbogenkörper eine sehr fortgeschrittene Technik, die nur wenige Menschen erreichen. Sehr viel häufiger ist es, dass erleuchtete Meister noch drei Tage spürbar nach ihrem Tod in ihrem Körper bleiben und so ihren Schülern das Weiterleben des Bewusstseins nach dem Tod demonstrieren. Das konnte sehr oft beobachtet werden, zum Beispiel beim 16. Karmapa bei seinem Tod in einem Krankenhaus in den USA. Es wurde von vielen Ärzten bestätigt.

18 Wie feiern Barbara und ich Ostern

Für uns ist Ostern das Fest des Osterhasen und der Marzipan-Ostereier. Es ist ein Fest der Freude und des Lebensgenusses. Im Leben gibt es normalerweise viel Leid. Das Leben zu feiern ist ein guter Weg das Leid des Lebens zu vergessen. Wir konzentrieren uns auf das Positive. Wir sind dankbar für das Schöne im Leben. Wofür bist du dankbar? Ich bin dankbar für meinen spirituellen Weg, für meine Beziehung, für meine Gesundheit, für mein langes Leben und mein schönes Haus in der Natur. Ich bin dankbar, dass ich vielen Menschen durch meine Bücher und Gruppen etwas Gutes tun kann.

19 Osterfeuer

Auf der Pferdewiese war ein Kinderfest mit Osterfeuer und Ostereiersuchen. Barbara hat beim Osterfeuer mitgeholfen und ich habe faul auf der Bank gesessen und das bunte Treiben beobachtet. Ich saß einfach nur da und spürte die Energien der Menschen. Es war spannend, wie unterschiedlich die Energien waren. Es gab dort auch Frauen mit Kindern aus der Ukraine. Eine der Pferdewiesefrauen hatte Ukrainerinnen aufgenommen. Sie konnten weder Deutsch noch Englisch. Sie unterhielten sich per Übersetzungsapp mit dem Handy. Es war lustig. Aber Barbara beobachtete, dass eines der Mädchen schwer kriegstraumatisiert war. Ansonsten merkte man den Frauen und Kindern nichts an. Sie wirkten normal so wie die anderen Teilnehmerinnen auch. Sie waren etwas schüchtern beim Ostereiersammeln. Aber die deutschen Kinder haben ihnen dann von ihren Ostereiern einige abgegeben. Auch bei uns im Dorf wohnen einige Ukrainerinnen. Sie erkunden derzeit die Gegend. Eine Frau mit zwei Kindern fragte uns nach dem Spielplatz. Aber so etwas gibt es hier nicht. Die Kinder spielen im Wald oder am Fluss. Ein bisschen erinnerte mich das alles an das Christentum und die Geschichte vom barmherzigen Samariter. Jesus lehrte die Liebe und hier wird sie spürbar praktiziert.

20 Wie überwinden wir das Leid des Lebens?

Das Leid des Lebens können wir durch fünf Techniken überwinden. Wir üben uns in Gleichmut. Wir leben ausreichend die Trauer. Wir konzentrieren uns auf das Schöne im Leben. Wir gehen mit Weisheit durch das Leben und vermeiden Leid so weit wie möglich. Wir leben in der Liebe, tuen allen Wesen Gutes und vergessen dabei uns selbst und unser eigenes Leid. Die beiden besten Wege das Leid im Leben zu besiegen ist sind der Weg der Erleuchtung und der Weg des Bodhisattvas. Als Erleuchteter erheben wir uns durch unser inneres Glück und unseren inneren Frieden über das Leid. Als Bodhisattva leben wir in der umfassenden Liebe und vergessen uns selbst. Buddha lehrte den mittleren Weg. Wir sollen auch ausreichend Freude in unser Leben bringen, damit unser Leben schön wird. ann werden wir eines Tages das Ziel erreichen und ein Buddha sein.

27 Über das Verbeugen von Jack Kornfield

„Als ich vor über dreißig Jahren in einem thailändischen
Waldkloster als buddhistischer Mönch aufgenommen wurde,
musste ich das Verbeugen lernen. Das fiel mir zunächst schwer.
Beim Betreten der Meditationshalle hatten wir niederzuknien
und mit dem Kopf dreimal ehrerbietig den Steinboden zwischen
den Händen zu berühren. Es war eine Aufmerksamkeits- und
Respektsübung, mit der wir unsere mönchische Verpflichtung zu
Schlichtheit, Mitgefühl und Achtsamkeit körperlich zum Aus
druck brachten. Dieselbe Verbeugung gehörte sich, wenn wir zur
Übung in Anwesenheit des Meisters Platz nahmen.
Nachdem ich ein oder zwei Wochen im Kloster war, nahm
mich einer der älteren Mönche zu einer weiteren Instruktion bei
seite: »Hier im Kloster hast du dich nicht nur beim Betreten der
Meditationshalle und vor den Belehrungen des Meisters zu ver
beugen, sondern auch jedes Mal, wenn du einem Älteren begeg
nest.« Als einziger Westler wollte ich mich korrekt verhalten und
fragte, wer denn meine Älteren seien. »Traditionell sind das alle,
die vor dir ordiniert worden sind, denn sie sind schon länger
Mönch als du und damit deine Älteren«, erfuhr ich. Mir war so
fort klar, dass das für mich alle waren.
Also fing ich an, mich vor jedermann zu verbeugen.
Manchmal war das ganz in Ordnung – in der Gemeinschaft gab
es doch einige weise und würdige Ältere. Aber manchmal kam
ich mir lächerlich vor. So musste ich mich zum Beispiel vor ei
nem einundzwanzigjährigen Mönch verbeugen, der ziemlich viel
auf sich hielt und seinen Eltern zuliebe oder vielleicht auch nur
der besseren Kost wegen im Kloster war, bloß weil er eine Wo
che vor mir ordiniert worden war. Oder ich musste mich vor
einem alten ungepflegten Reisbauern verbeugen, der vor einem
Vierteljahr im Zuge der Ruhestandsregelung für Bauern ins
Klos ter gekommen war, der ständig Betelnuss kaute und noch
nie in seinem Leben meditiert hatte. Es fiel mir schwer, diesen
Mitbewohnern in der Waldeseinsamkeit solchen Respekt zu zol
len, als wären sie große Meister.
Trotzdem verbeugte ich mich weiter, während ich in meiner
Not nach einer Lösung suchte. Und als ich mich wieder auf
einen Tag voller Verbeugungen vor meinen »Älteren« gefasst
machte, kam ich schließlich auf die Idee, meine Verbeugung
einem würdigen Aspekt des Betreffenden zu widmen. Ich ver
beugte mich vor den Lachfalten des alten Bauern dafür, dass er
all die Schwierigkeiten durchgestanden hatte, denen er in seinem
Leben begegnet war. Ich verbeugte mich vor der Lebensfreude
und Tatkraft der jungen Mönche, vor den unglaublichen Chan
cen, die das Leben für sie noch bereit hielt.
Mir begann das Verbeugen Spaß zu machen. Ich verbeugte
mich vor meinen Älteren. Ich verbeugte mich beim Betreten und
Verlassen der Meditationshalle, ich verbeugte mich, bevor ich in
meine Waldklause ging, und vor der Quelle, bevor ich ein Bad
nahm. Bald hatte ich mich an das Verbeugen richtig gewöhnt –
es war mir zur zweiten Natur geworden. Was immer sich be
wegte, ich verbeugte mich davor.
Alles verdient diese Art Verbeugung,
Schönheit und Leiden, Verstrickung und Verwirrung, Ängste
und weltliche Ungerechtigkeit.
Wenn man der Wahrheit derart aufrichtig begegnet, dann
ist man auf dem Weg zur Freiheit. Es ist nicht unbedingt leicht,
sich statt vor Idealen vor dem zu verbeugen, was ist, aber
ungeachtet dessen ist es eine der nützlichsten und würdigsten Übungen überhaupt.
Wer sich vor den Leiden und Enttäuschungen seines Lebens
verbeugt, akzeptiert sie; und aus dieser aufrichtigen Geste er
wächst die Einsicht, dass jedes Leben seinen Wert hat. Wer lernt,
sich zu verbeugen, entdeckt, dass er über mehr Freiheit und Mit
gefühl verfügt, als er sich jemals vorgestellt hat.

Aus Jack Kornfield
https://www.penguinrandomhouse.de/leseprobe/Nach-der-Erleuchtung-Waesche-waschen-und-Kartoffeln-schaelen/leseprobe_9783442219162.pdf

28 Es gibt die Erleuchtung (von Jack Kornfield)

Es gibt die Erleuchtung. Ein Erwachen ist möglich. Grenzen
lose Freude und Freiheit, Einheit mit dem Göttlichen, die Be
wusstwerdung ewiger Gnade – diese Erfahrungen treten häufiger
auf, als man denkt, und sie liegen ganz nah. Allerdings halten sie
nicht ewig an, und das ist ebenso wahr. Erkenntnisse und
Erleuchtungen mögen uns die Wirklichkeit der Welt offenbaren
und verändern, aber sie vergehen.
Wer hat nicht schon traditionelle Berichte über vollkom
men erleuchtete Weise in Asien oder über makellose Heilige und
Mystiker im Westen gelesen. Aber diese Heiligengeschichten
können in die Irre führen. Tatsächlich ist das Erwachen des Her
zens niemals abgeschlossen. Einen Erleuchteten-Ruhestand gibt
es nicht.

29 Nach der Erleuchtung (von Jack Kornfield)
Nach der Ekstase, der Erleuchtung, kommt das Wäschewaschen, wartet der Haushalt.
Die meisten spirituellen Erfahrungsberichte enden mit der
Erleuchtung oder Illumination. Doch was geschieht danach?
Um das herauszufinden, habe ich mit einer Reihe von Men
schen gesprochen, die seit 25, 35, 40 Jahren auf dem spirituellen
Pfad unterwegs sind, besonders mit jenen, die heute Medita
tionsmeister und Äbte, die Lehrer und Lamas im Westen sind.
Sie erzählten mir, wie es zu ihrem Erwachen kam und welche Er
fahrungen sie in den Jahren danach machten, als sie den alltäg
lichen Weg echter Anteilnahme weitergingen.
Hier ist ein Bericht über das erste Satori (Erleuchtungser
lebnis) eines westlichen Zen-Meisters und was daraus folgte.
Solche Berichte werden selten veröffentlicht, denn nur allzu
leicht entsteht der falsche Eindruck, dass jemand, der so etwas
erlebt, etwas Besonderes sei. Mag die Erfahrung auch außerge
wöhnlich sein, die Person ist es nicht. Jeder kann Erleuchtung
erfahren, sobald er nur gelassen und aufgeschlossen genug ist,
um die Welt auf radikal neue Weise zuzulassen.
Dieser Lehrer hatte sein Erleuchtungserlebnis mit 58 Jah
ren, nach jahrelanger Praxis unter verschiedenen Meditations
meistern. Er war berufstätig und hatte eine Familie:
Mir brachten die einwöchigen Zen-Sesshins immer viel. Die
Meditation löste tiefe Gefühle und starke Erinnerungen in
mir aus. Es war wie eine Geburt – schmerzlich und be
freiend zugleich. Und diese Katharsis hielt dann noch wochenlang im Alltag an.
Dieses Sesshin begann wie alle anderen. Während der
ersten Tage hatte ich es mit heftigen Emotionen und freige
setzten Energien zu tun, die meinen Körper überfluteten.
Und jedes Mal, wenn ich beim Meister war, saß er ruhig
wie ein Fels da und stabilisierte mich durch seine Gegen
wart wie ein Steuermann auf stürmischer See. Mir war, als
müsste ich sterben, als würde es mich jeden Augenblick zer
reißen. Er riet mir, ich solle mich in meinen Koan vertiefen
und möglichst selbst vergessen. Ich wusste nicht mehr ein
noch aus.
Dann wurde ich plötzlich auf den süßen Duft aufmerk
sam, der durchs Fenster hereinkam. Mir fielen draußen drei
junge Birken auf, die mir plötzlich wie meine Familie vor
kamen. Ich begab mich im Geiste zu ihnen, streichelte ihre
glatte Rinde und wurde selbst der berührte Baum. Meine
Meditation ging in helle Freude über.
Ich hatte schon vorher in einigen Retreats Glückserleb
nisse gehabt – große Wellen der Seligkeit, nachdem sich
körperliche Verkrampfungen gelöst hatten –, aber das hier
war anders. Der Kampf hatte aufgehört, mein Geist strahl –
te, war klar und weit wie der Himmel und schmeckte der –
artig süß nach Freiheit und Wachheit, dass es sich nicht
beschreiben lässt. Ich fühlte mich wie der Buddha, der mü
helos Stunden über Stunden dasaß, geborgen im Schoß des
Universums. Es war eine Welt unendlichen Friedens und
unsäglicher Freude.
Die großen Wahrheiten des Lebens lagen vor mir ausge
breitet – dass das Festhalten Leiden hervorbringt; dass die
Identifizierung mit unserem kleinen Selbstbild, dem fal
schen Ich, uns wie spitzfindige Vermieter herumlaufen lässt,
die sich über alles aufregen. Ich weinte über all das unnö
tige Leid. Dann konnte ich stundenlang nicht aufhören zu
lachen und zu lächeln. Ich sah, wie perfekt alles ist, wie je
der Augenblick Erleuchtung bringt, wenn man sich nur zu
öffnen weiß.
Ich verweilte tagelang in dieser zeitlosen Seligkeit, mein
Körper war leicht, mein Geist leer. Ich wachte auf, und
Wellen der Liebe und Lebenslust strömten durch mein Be
wusstsein. Dann kam eine Einsicht und Offenbarung nach
der anderen. Ich sah, wie sich der Lebensstrom in karmisch
bedingten Mustern entfaltet, die wir gestalten. Ich durch
schaute die Idee des Sichkasteiens als einen Aberwitz, mit
dem man sich das normale Leben und dessen Freuden ver
gällt. In Wirklichkeit ist das Nirwana so offen und voller
Freude, so viel mehr als jedes der kleinen Vergnügen, nach
denen man greift. Man entsagt nicht der Welt, man gewinnt
sie.
Einige Monate nach dieser Ekstase bekam ich eine Depres
sion. Gleichzeitig musste ich beruflich ziemliche Enttäu
schungen verkraften. Ich hatte auch Probleme mit meinen
Kindern und der Familie. Mein Unterricht war in Ordnung,
das ja. Ich war durchaus inspiriert. Wenn du aber meine
Frau fragst, wird sie dir sagen, dass ich mit der Zeit wieder
genauso mürrisch und ungeduldig wurde wie eh und je.
Obwohl mir die Wahrheit meiner großen spirituellen Intui
tion bewusst war und mich innerlich trug, musste ich erfah
ren, dass sich äußerlich vieles überhaupt nicht geändert
hatte. Um ehrlich zu sein, mein Geisteszustand und mein
Charakter waren fast unverändert und meine Neurosen
auch. Es ist sogar härter, weil ich sie nun klarer sehe. Da
waren diese kosmischen Offenbarungen, und trotzdem
brauchte ich eine Therapie, damit ich meine alltäglichen
Fehler erkannte und ein menschliches Leben führen lernte.

30 Die vollkommene Erleuchtung (von Jack Kornfield)

Von der vollkommenen Erleuchtung wird oft geschrieben,
doch ist sie, soweit es mir bekannt ist, noch bei keinem der west
lichen Meister und Lehrer vorgekommen. Phasen tiefer Einsicht,
großen Mitgefühls und wirklich erfahrener Freiheit wechseln
sich mit Perioden der Angst und Verwirrung, mit Neurosen und
Existenzkämpfen ab. Die meisten Lehrer werden das offen zu –
geben. Leider behaupten ein paar Westler, dass sie unfehlbare
Vollkommenheit und Freiheit erlangt haben. In ihren Gemein
schaften sind umso mehr Schattenseiten vorhanden. Ihre Selbst
inflation führte in vielen Fällen zu äußerst machtzentrierten und
destruktiven Gemeinschaften.
Die Weisen legen eine größere Bescheidenheit an den Tag.
Äbte, wie Vater Thomas Keating vom Kloster Snowmass und
Norman Fischer vom Zen-Zentrum in San Francisco zum Bei
spiel sagen regelmäßig: »Ich bin am Dazulernen« und »Das weiß
ich nicht.« Im Sinne Gandhis, Mutter Teresas, Dorothy Days
und des Dalai Lama wissen sie, dass einem Vollkommenheit
nicht zufliegt, sondern dass spirituelle Reife der Geduld und
Liebe bedarf, die aus dem Wissen um die größere Gemeinschaft
erwachsen; und dass zur spirituellen Vollendung und Freiheit die
Beachtung alles Menschlichen gehört.
Jetzt könnte man fragen, was mit den alten Meistern aus
Asien sei? Könnte es nicht sein, dass die westlichen Zen-Meister
und Lamas für die Verkörperung echter Erleuchtung einfach zu
jung und unreif sind? Viele westliche Lehrer dürften dem unter
Hinweis auf sich selbst beipflichten. Doch auch wenn da jemand
weit Entferntes wäre, den man für vollkommen erleuchtet halten
könnte, dürfte dieser Eindruck eher auf einer Verwechslung der
archetypischen und menschlichen Ebene beruhen. In Tibet sagt
man, dass der eigene Guru mindestens drei Täler entfernt
wohnen sollte. Diese Täler sind von riesigen Bergen getrennt, so
dass man eine anstrengende mehrtägige Reise unternehmen
muss, um seinen Lehrer zu sehen. Gemeint ist also, dass man nur
bei dieser Distanz von der Vollkommenheit des Gurus inspiriert
sein kann.
Als ich mich bei meinem Abt Ajahn Chah, den Millionen
Menschen für einen Heiligen halten, beschwerte, er wirke nicht
immer wie ein Erleuchteter, lachte er und antwortete: »Das ist
gut so, sonst würdest du immer noch meinen, du könntest den
Buddha außerhalb von dir finden. Und dort ist er nicht.«

Mai

1 Meine Bekannte Marita, die Heilerin

Ich habe eine Freundin in Süddeutschland, die ist Yogalehrerin und Heilerin. Sie besitzt spürbar eine starke spirituelle Energie und hat eine langjährige Ausbildung zur spirituellen Heilerin gemacht. Früher war sie Lehrerin. In ihrem Beruf erlitt sie einen Burnout. Sie wurde pensioniert und arbeitet seit einigen Jahren privat als Yogalehrerin und Heilerin. Einmal in der Woche bietet sie in ihrem Haus eine Yogagruppe an. Und mehrmals in der Woche kommen Menschen zur ihr, die gegen etwas Geld ihre Heilenergie in Anspruch nehmen.

Meine Freundin heißt Marita und hat mich früher einige Male in meiner Einsiedelei besucht. Aber seit einigen Jahren telefonieren wir nur noch. Es gibt spirituelle Differenzen zwischen uns. Sie ist sehr esoterisch orientiert und gehört zur Querdenker-Szene. Und ich sehe die Dinge etwas anders. Aber im Gegensatz zu meiner anderen Freundin A. in B. können wir noch kommunizieren. Sie berichtet mir ihre Sicht und ich höre interessiert zu. Ich kann sie so annehmen wie sie ist. Und ihr genügt das.

Es gibt aber auch viele Dinge, die uns verbinden. Wir hatten beide vor vielen Jahren einen Burnout. Wir gehen beide auf unsere Art konsequent unseren spirituellen Weg. Bei uns beiden ist die Kundalini-Energie stark aktiviert und wir leiden beide oft an den Kundalini-Prozessen. Insbesondere können wir nachts oft nicht schlafen, wenn die Energieprozesse im Körper zu stark toben. Dann telefonieren wir miteinander und trösten uns gegenseitig. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Es tut gut zu wissen, dass man nicht mit seinen Problemen alleine ist.

Marita kennt sich gut in der spirituellen Szene in Deutschland und in der Welt aus. Sie hat viele Reisen zu Yogis nach Indien und zu Heilern nach Brasilien gemacht. Sie bringt mich immer wieder auf den aktuellen Stand der Diskussion. Seit einigen Jahren ist sie bei einem indischen Meister, der versprochen hat alle seine Schüler bis 2025 zur Erleuchtung zu bringen. Er meint, dass die Welt im Moment viele Erleuchtete braucht, damit das Bewusstsein der Menschheit angehoben wird. Das sehe ich genauso. Aber der Meister verlangt auch ziemlich viel Geld für die Erleuchtung. Das macht mich etwas skeptisch. Andererseits bin ich sehr gespannt, wie sich die Dinge bei Marita entwickeln.

Und eine Entwicklung findet statt. Seit sie den Erleuchtungskurs gebucht hat, haben sich ihre Energieprozesse erheblich verstärkt. Es ist typisch für den intensiven spirituellen Weg, dass damit erhebliche Reinigungsprozesse verbunden sind. Marita kommt außerdem oft in starke Glückszustände, die lange andauern. Einmal war sie spürbar bereits in einem Erleuchtungszustand. Sie dachte schon, dass sie jetzt dauerhaft erleuchtet ist. Aber dann fiel sie wieder heraus.

Die Schüler des Meisters haben weltweit Gruppen gebildet, die sich monatlich treffen. Und dort berichten viele Menschen, dass sie dauerhaft zur Erleuchtung durchgebrochen sind. Solche Berichte finde ich immer sehr inspirierend. Ich werde Marita bald wieder anrufen, um zu sehen, ob sie das spirituelle Ziel schon erreicht hat. Dann werde ich sehr neidisch sein, weil ich armer Yogi immer noch im Anfängerstadium herumkrebse.

Mir ist zwar auch die Erleuchtung vorhergesagt worden. Aber ich weiß nicht genau wie und wann und ob das eintritt. Vielleicht sollte ich nicht so geizig sein und auch den Erleuchtungskurs für einige tausend Euro buchen. Da ich daran aber zu wenig glaube, warte ich lieber darauf, dass mich kostenlos der Geistesblitz trifft. Ich weiß, dass erleuchtete Meister Erleuchtungsenergien übertragen können. Bei mir hat das leider nie lange gehalten. Mein Weg ist es etwas für die Erleuchtung zu tun, damit sie irgendwann eintritt. Und auch dabei bevorzuge ich den mittleren Weg Buddhas. Falls Marita bei dem nächsten Anruf die Erleuchtung erreicht habe, werde ich Mitfreude üben. Man muss auch gönnen können.

2 Sex mit dem Guru

Eine Bekannte von mir war jahrelang die geheime Geliebte eines indischen Gurus. Der Guru war Mitglied einer großen Yoga-Organisation. In Deutschland gab er in einem Seminarzentrum regelmäßig Yogakurse. Meine Bekannte besuchte einen seiner Kurse und war begeistert von seiner spirituelle Ausstrahlung. Das spürte der Guru, weil er über die Fähigkeit des Energiegespürs verfügte. Er bat sie deshalb nach der Yogastunde zu einer Tasse Tee in sein Zimmer. Dort fielen sie übereinander her.

Sie war durchaus einverstanden damit verführt zu werden. Insofern könnte man sagen, dass es unproblematischer einverständlicher Sex war. Ein Problem bestand allerdings darin, dass aus gutem Grund in der Yoga-Organisation Sex zwischen Lehrern und Schülerinnen verboten war. Die Beziehung musste deshalb im Geheimen stattfinden.

Sex zwischen Lehrern und Schülern ist in der Spiritualität ein großes Problem. Oft führt es zu Missbrauch, wobei man meistens nicht genau abschätzen kann, wo der Missbrauch genau beginnt. Ein Grundproblem ist das Machtgefälle zwischen Lehrern und Schülerinnen. Dieses Problem kennen wir von der katholischen Kirche, die derzeit mit extrem vielen Missbrauchfällen belastet ist. Priester missbrauchen die ihnen anvertrauten Kinder. Nonnen werden von ihren geistlichen Betreuern zum Sex gezwungen. Argumentiert wird dabei oft mit dem Willen Gottes. Dem kann sich eine gottesfürchtige Nonne nur schwer entziehen. Sie wird durch den Priester in eine geistige Notlage gebracht.

Ähnlich ist es in der Spiritualität. Der Yoga-Meister verfügt über eine spirituelle Autorität und oft auch über besondere spirituelle Kräfte. Er kann diese Autorität und seine spirituellen Kräfte einsetzen, um eine Schülerin zum Sex zu bringen. Dann sieht es scheinbar freiwillig und einverständlich aus. In Wirklichkeit hat die Schülerin keinen freien Willen.

Allerdings habe ich es auch umgekehrt erlebt. Es gibt Frauen, die ihre sexuellen und Liebesenergien auf den spirituellen Lehrer richten. Dann kann ein Guru in ziemliche Probleme kommen. Eine andere Bekannte von mir hat mich einmal davor gewarnt. Sie meinte, dass Frauen gerne Gurus verführen, weil sie auf Alpha-Männchen stehen. Das sei ein genetisches Programm aus der Steinzeit. Frauen stehen biologisch auf das stärkste Männchen, damit sie starke Nachkommen erzeugen können.

Nach meiner Erfahrung ist da durchaus etwas dran. Das spirituelle Lehrer-Schülerinnen- Verhältnis ist ein wildes Gemisch aus unklaren Energien. Von den Schülerinnen kann man keine spirituelle Weisheit verlangen. Sie sind die Schülerinnen, die den Umgang mit Energien zu lernen haben. Es ist die Aufgabe eines spirituellen Lehrers mit diesen Energien verantwortlich umzugehen. Und natürlich scheitern viele spirituelle Lehrer im Yoga, Christentum und Buddhismus daran. Auch spirituelle Lehrer sind oft nicht perfekt.

Mein Meister lehrt die Grundsätze Treue, Wahrheit und Liebe. Ein spiritueller Lehrer darf eine Beziehung haben. Aber dann muss er das ehrlich kommunizieren, in der Wahrheit und Liebe leben und vor allem seiner Frau treu sein. Wenn beide den Grundsätzen Wahrheit, Liebe und Treue verpflichtet sind, dann kann eine sexuelle Beziehung zu einem spirituellen Wachstumsweg werden. Im Yoga und im Buddhismus gibt es den Tantraweg. Hier lernt man sexuelle Energien für den Weg der Erleuchtung zu nutzen.

Das gelingt aber nur, wenn man ehrlich zu einander ist. Sonst wird der Tantraweg leicht zu einem Egoweg, der im weltlichen Chaos endet. Ehrlichkeit bedeutet, dass man keine geheime Beziehung führt und andere Menschen täuscht. Das war im tibetischen Buddhismus ein Problem, wo viele Mönche ab einer bestimmten Stufe geheime Beziehungen haben durften. Eine westliche Frau berichtete, dass sie dadurch psychisch schwer geschädigt wurde. Oft wurden tibetische Meister in den USA von Frauen verklagt und mussten hohe Schadensersatzzahlungen erbringen. Gerade im Westen kommt sexueller Missbrauch meistens eines Tages ans Licht. Berühmte Yoga-Gurus wurden dadurch schon zu Fall gebracht. Zen-Meister verloren ihre Stellung. Katholische Bischöfe mussten große Abfindungszahlungen leisten.

In unserem Fall war nicht nur das Problem, dass der Guru seine Organisation hinterging. Er war auch verheiratet und hat seiner Frau seine Nebenbeziehung verschwiegen. Gegenüber meiner Bekannten argumentierte er, dass seine Frau keine Lust mehr auf Sex hatte. Das geht manchmal Frauen nach vielen Jahren Ehe so. Es ist aber nicht in Ordnung, dass der Mann sich dann eine geheime Geliebte holt. So wird das Vertrauen in der Beziehung zerstört. Spirituell beginnt der Weg in die Hölle.

Meine Bekannte liebte den Guru wirklich. Sie ging jahrelang zu seinen Kursen, um Sex mit ihm zu haben. In Wirklichkeit wünschte sie sich eine echte Liebesbeziehung. Aber der Guru wollte sich nicht von seiner Frau trennen. Ein Problem war auch die große Distanz zwischen ihren Wohnorten. Letztlich trennte sich dann meine Bekannte von dem Guru.

Sie ist eine starke Frau. Ich glaube nicht, dass die Beziehung sie geschädigt hat. Sie hat daraus gelernt und betrachtet es als ein großes Abenteuer in ihrem Leben. Das geht aber nicht allen Frauen so. Eine Frau berichtete mir auch von sexuellem Fehlverhalten ihres Gurus. Sie verlor dadurch ihr Vertrauen in die Spiritualität und konnte erst viele Jahre später ihre spirituellen Praxis wieder aufnehmen. Eine andere Frau empfand den Guru als ihre große Liebe. Als er sie wegen einer jüngeren Frau verließ, litt sie viele Jahre unter schweren Depressionen. Und eine dritte Frau wurde sexuell so abhängig von ihrem Guru, dass sie sich nicht aus der Beziehung befreien konnte. Eine Freundin von ihr bat mich um Rat. Aber was sollte ich ihr raten? Ich konnte ihr nicht helfen. Sie musste sich selbst helfen.

Meine Erfahrung ist, dass man bei allen sexuellen Energien genau hinsehen muss. Oft ist es eine Lösung nicht anzuhaften und sie einfach durch sich hindurch fließen zu lassen. Man muss sich immer wieder klar machen, dass nicht Sex der tiefere Sinn des Lebens ist, sondern die Erleuchtung und das Leben im Licht (im Nirwana). Nirwana bedeutet Anhaftungslosigkeit. Man ruht im erleuchteten Sein und ist glücklich aus sich selbst heraus. Ein Guru kann eine Beziehung haben. Aber dann sollte er es nicht aus dem Ego, sondern aus dem erleuchteten Sein heraus tun. Er sollte die Energien so lenken, dass Glück bei allen Beteiligten entsteht.

3 Barbara und ich

Wir sind seit fünf Jahren zusammen. Mit 66 Jahren ging ich das erste Mal ernsthaft zu einer Partnerschaftsbörse. Ich hatte erkannt, dass es für mich richtig ist eine Beziehung zu haben. Dreißig Jahre hatte ich alleine als Yogi gelebt. Jetzt war es Zeit für eine Beziehung. Und gleich das erste Date war ein Volltreffer. Ich suchte eine schöne Frau. Und hier war sie. Allerdings wusste ich natürlich, dass schöne Frauen schwierig sind. Und so war es auch. Das erste Jahr war sehr schwierig. Das zweite Jahr war etwas schwierig. Im dritten Jahr ging es hin und her. Und jetzt ruckeln wir uns im vierten Jahr langsam zusammen und harmonieren immer besser. Im August wollen wir zusammenziehen.

Ich bin für Barbara eine große Herausforderung. Denn eigentlich sieht sie sich als spirituelle Lehrerin und mich als ihre Herausforderung. Und das stimmt in gewisser Weise auch. Ich habe so lange alleine gelebt, dass es schwierig für mich ist auf einen anderen Menschen einzustellen. Und genau deshalb hat das Leben mir wohl diese Aufgabe gegeben.

Ein großes Abenteuer ist es, wenn wir beide spirituelle Retreats geben. Dieses Jahr ist ein dreitägiges Pfingstretreat geplant. Jeder von uns lehrt etwas von seinem spirituellen Weg. Vor zwei Jahren haben wir schon einmal gemeinsam ein Retreat gemacht. Die Teilnehmer empfanden uns als guter Ergänzung. Ich war der eher Ruhige und Barbara die Kraftvolle. Aus unseren unterschiedlichen Ansichten konnten sie sich das heraussuchen, was für sie passte.

http://www.nilshorn.de/Retreats/

8 Was du für den spirituellen Weg brauchst

Padmasambhava: „Die einzige Erkenntnis, die du brauchst, ist es, dass das Leben ohne Erleuchtung letztlich leidvoll und unbefriedigend ist. Die einzige Ermutigung, die du brauchst, ist das Wissen, dass der Erleuchtungsgeist bereits in dir ist. Es liegt nur an dir selbst dauerhaft im Glück, in der Liebe, in der Kraft, in der Wahrheit und im Frieden zu leben. Du brauchst nur den festen Willen glücklich zu sein. Du musst dich für das Glück und nicht für das Leid entscheiden. Du musst erkennen, dass dein Glück vorwiegend von deinen Gedanken, deinem spirituellen Weg und deiner spirituellen Verwirklichung abhängt. Spirituelle Verwirklichung ist Selbstverwirklichung. Wie lange willst ein fremdbestimmtes Leben führen? Wie lange willst du fremdgesteuert von der Konsumideologie, von der Leistungsideologie, von der Ideologie des äußeren Glücks sein? Erkenne, dass das Glück in dir liegt und verwirkliche es. Verwirkliche dein wahres Selbst, dass darin besteht eins mit allem zu sein und dadurch im Licht und in der Liebe zu leben.

Der einzige Meister, den du brauchst, ist deine eigene innere Wahrheit. Du musst auf die Stimme deiner inneren Weisheit hören. Dann findest du den Weg zu einem Leben im Licht. Die Vollkommenheit ist bereits in dir, wenn es dir gelingt alle Gedanken bereits an der Wurzel abzuschneiden. Das gelingt dir durch ein Leben der Ruhe, der Meditation und der beständigen Achtsamkeit auf deine Gedanken und Gefühle. Die einzige Zuflucht, die du brauchst, ist die Zuflucht zur großen Freude, mit der du alle deine Mitmenschen erfüllen kannst. Lebe als Bodhisattva für das Glück aller Wesen. So gelangst du in die umfassende Liebe und verwirklichst dein eigenes Glück. Du wirst in einem unvorstellbaren Glück und einer unvorstellbaren Liebe leben, wenn du den Bodhisattva-Weg gehst. Und das Leben für Leben. Es gibt nichts Besseres.

Die einzige Erleuchtung, die du brauchst, ist die Erkenntnis, dass das äußere Leben nur ein Spiel deines Geistes ist. Dein Geist bestimmt, ob du erleuchtet im Glück oder unerleuchtet im Leid lebst. Es hängt von deinen Gedanken ab, ob in dir Gefühle von Liebe, Frieden und Glück herrschen. Oder ob du vorwiegend in Gefühlen von Angst, Wut, Trauer und Sucht lebst. Es hängt von deinen Gedanken ab, ob du an Freude und Leid anhaftest oder ob du frei wie ein Vogel im wolkenlosen Himmel fliegst. Es hängt von deinen Gedanken ab, ob du in der Liebe zu allen Wesen lebst oder im dunklen Turm deines Egos verweilst. Es hängt von deinen Gedanken ab, ob du den Weg der Dunkelheit oder den Weg des Lichts gehst. Alles beginnt mit einem klaren Entschluss. Wie willst du dich entscheiden?“

9 Über den Tod

Padmasambhava: „Wer ohne Anhaftung stirbt, wer alle Unreinheiten (den inneren Stress, die Verspannungen, Traumata) geläutert und alle energetischen Knoten gelöst hat, wird im Augenblick des Todes nicht von seinen inneren Dämonen überfallen, sondern findet das Licht. Wer in diesem Augenblick sein Gewahrsein aufrecht erhält, verschmilzt mit dem Licht.“

10 Letzte Anweisungen von Yogi Padmasambhava

„Selbst wenn du dich auf dem spirituellen Weg noch so sehr anstrengst, wirst du kaum vorankommen, wenn du nicht an einem ruhigen Ort lebst. Selbst wenn du Erleuchtungserfahrungen hast, wirst du immer wieder zurückfallen, wenn du dich mit weltlichen Menschen und Energien umgibst. Wenn du nicht weißt, wie du schwierige Lebensumstände in den spirituellen Pfad umwandelst, wirst du keine dauerhafte Erleuchtung erreichen. Die höchste Verwirklichung ist die Einheit von Einsicht, Meditation, Handeln und Erleuchtung.“

11 Drei Stufen der Verwirklichung

Padmasambhava: „Wenn du auf einer hohen Stufe bist, verbrauche deine Energie nicht dadurch, dass du zu viel redest. Wenn du auf einer mittleren Stufe bist, versacke nicht in spiritueller Trägheit. Wenn du am Anfang des Weges bist, verwickle dich nicht in negative Gefühle.“

Nils: Im Yoga gibt es die Technik des Mauna. Mauna bedeutet Schweigen. Das Schweigen kann darin bestehen, dass man nicht redet, nur das Notwendige spricht oder beim Reden darauf achtet, dass man nicht seine innere Energie verbraucht. Man verhält sich so, dass man immer in der Ruhe, in der Liebe und im Licht bleibt. Wenn man schon lange auf dem spirituellen Weg ist und immer noch nicht das Ziel der Erleuchtung erreicht hat, besteht die Gefahr, dass man träge wird und nicht mehr ernsthaft praktiziert. Wenn man am Anfang des Weges ist, tauchen oft Zweifel und negative Gedanken auf. Wir müssen mit Selbstdisziplin unseren spirituellen Weg gehen, um unseren Geist daran zu gewöhnen.

12 Tipps des Yogis Padmasambhava

„Brauchst du Hilfe auf deinem spirituellen Weg oder weist nicht weiter, dann bete zu deinem spirituellen Meister oder Vorbild. Spüre dann in dich hinein und folge der Stimme deiner innerer Wahrheit. Welche Gedanken kommen dir? Was sagt dein Gefühl der Richtigkeit? Was sagen dir deine Vernunft und dein inneres Gefühl? Wenn du so vorgehst, wirst du auf deinem spirituellen Weg erfolgreich sein. Du wirst immer die Hilfe bekommen, die du brauchst.“

13 Große Wandlung

Es ist Sommer und das Wetter ist schön. Da ist man natürlich viel draußen. Der Nils wird im Mai 70. Das ist bereits ein beträchtliches Alter. Dabei sieht er noch so jung aus und ist fit wie ein Turnschuh. Heute traf er eine junge Frau. Die meinte, das kommt vom Yoga. Der alte Mann denkt aber eher, dass das von den Genen kommt. Danach hat er wohl noch zehn bis zwanzig Jahre auf dieser schönen Erde. Dieses Jahr wird bei ihm viel gefeiert. In drei Wochen kommt vermutlich seine Verwandtschaft für einige Tage zu Besuch. Sohn Florian und Schwester Sabine samt ihren zwei Söhnen, einer Ehefrau mit einem Kind. Drei Tage später sind die Nachbarn zur großen Feier eingeladen. Und dann kommen auf dem Pfingstretreat die Menschen aus seinen Gruppen zum Feiern. Der Sohn vom alten Mann lebt jetzt übrigens nahe seiner Schwester Sabine in einem kleinen Ort im Schwarzwald. Zweimal in der Woche kommt die alte Sabine und bringt ihm etwas Schönes zu Essen. Und einmal in de Woche kommt Florian zu Sabine und sie gehen gemeinsam spazieren oder hüten die Ziegen. Außerdem trifft er sich oft mit dem Sohn Wendelin der alten Sabine. Das freut den alten Nils. So hat sein Sohn doch noch irgendwie eine Familie gefunden. Ansonsten hat der alte Nils jetzt seine kleine Holzhütte eingerichtet und kann dort einziehen, wenn seine Freundin Barbara in sein Steinhaus zieht. Das ist für den Herbst geplant. Soweit so gut. Liebe Grüße vom alten Nils

15 Wer bin ich?

Ich bin ein Körper, ein Bewusstsein, mein Umfeld, meine Lebenszeit. Ich bin eine unsterbliche Seele, die schon viele Leben gelebt hat. Ich bin ein Wesen, das nach Glück, Liebe und Erleuchtung strebt. Ich bin ein Bodhisattva, der für das Glück seiner Mitwesen lebt. Ich bin ein Bewusstsein, das alles beobachtet und Entscheidungen trifft. Eigentlich folge ich nur dem inneren Programm, das durch meine Gene und meine Umwelteinflüsse entstanden ist. Eigentlich bin ich das Leben, was sich selbst lebt. Und letztlich bin ich ein egoloses Nichts, ohne Identität, einfach nur da.

16 Geburtstag

Heute bin ich siebzig Jahre alt geworden. Heute Nachmittag kommt Barbara und bringt Kuchen mit. Dann feiern wir zusammen. Ich denke über mein Leben nach. Siebzig Jahre sind eine lange Zeit. Viele Menschen sterben früher. Insofern bin ich dankbar für mein langes Leben. Und es war auch ein gutes Leben. Ich konnte das leben, was ich gerne leben wollte. Ich habe viel in meinem Leben ausprobiert. Ich habe studiert. Ich hatte eine Familie. Ich war Rechtsanwalt, Psychotherapeut und Yogalehrer. Ich habe viele Gruppen geleitet. Das hat mir viel Spaß gebracht. Ich habe nach dem tieferen Sinn des Lebens gesucht und ihn auch gefunden. Ich traf Epikur, Buddha, Jesus, Shiva und Laotse. Ich hatte viele erleuchtete Meister, die mir auf meinem Weg geholfen haben. Sehr dankbar bin ich für ihre Bücher, mit denen sie ihr Wissen aufgeschrieben und weitergegeben haben. Jetzt kann jeder den Weg finden und gehen, wenn er es will. Und ich spüre auch die Hilfe auf meinem Weg, die aus einer höheren Bewusstseinsdimension im Kosmos kommt. Meine Meister führen und helfen mir auf meinem Weg, egal ob sie noch auf der Erde weilen oder vom Jenseits aus wirken. Das erleuchtete Bewusstsein stirbt nie. Und es ist allgegenwärtig. Wer sich mit ihm verbindet, wird auf seinem spirituellen Weg unterstützt. 

Ich dachte heute über die Erleuchtung nach. Erleuchtung entsteht vorwiegend durch das Leid des Lebens. Das Leid des Lebens macht uns zu einem Nichts, wenn wir gründlich darüber nachdenken. Wir können das Leid oft nicht verhindern. Wir können nicht verhindern, dass wir eines Tages sterben. Wir können nicht verhindern, dass die uns nahen Menschen, unsere Freunde, Verwandten, Eltern, Kinder und Partner sterben. Die Lebenszeit ist begrenzt. Wir können sie nur gut nutzen. Alles ist vergänglich. Wir können nur unser Ego auf dem Altar des Lebens opfern und mit der Vergänglichkeit fließen. Dadurch werden wir letztlich zu einem Nichts. Unser Ego löst sich auf. Wenn wir unseren spirituellen Weg gehen, entsteht gleichzeitig Glück, Liebe und Frieden in uns. Inneres Glück und äußeres Leid können gleichzeitig existieren. Wir können uns durch unser inneres Glück über das Leid des Lebens erheben. Wir können erleuchtet sterben. Wir können uns auf die Liebe konzentrieren und zur Liebe werden. 

Der Weg der Erleuchtung ist aus meiner Sicht ewig. Es gibt viele Stufen. Man kann sich immer weiter entwickeln. Die erste große Stufe ist es, wenn man Weisheit erlangt. Wer das spirituelle Ziel und seinen spirituellen Weg kennt, ist gesegnet. Er wächst ins Licht. Er wird ewig ein Licht sein und von Leben zu Leben weiter ins Licht wachsen. Bis er die Stufe der großen erleuchteten Meister erlangt. Nach meiner Erfahrung verfügen sie über die Fähigkeiten der Allgegenwart, der Allwissenheit und der Allmacht. Sie können alle Menschen sehen, die sich mit ihnen verbinden. Sie wissen genau, was jeweils zu tun ist. Und sie können mit ihren spirituellen Energien jederzeit optimal helfen. Sie können uns Kraft, Frieden, Liebe, Heilung und Weisheit geben. Sie können uns sogar Erleuchtungsenergie übertragen und uns die Erfahrung der Erleuchtung machen lassen. Mir haben sie gezeigt, dass es im Jenseits einen Ort höchsten Glücks gibt. Diesen Ort kann man Nirvana, Paradies, Licht oder Reines Land nennen. Dieser Ort ist das Ziel aller Seelen. Dort kann man ewig in einem unermesslichen Frieden, Glück und in der Liebe leben. Das war die größte Gnade in meinem Leben, dass ich diesen Ort kennenlernen durfte. 

Durch viele Erleuchtungserfahrungen lernte ich viele Wege zur Erleuchtung kennen. Ich überwand mit positivem Denken meine Depression und trat ins reine Sein ein. Ich visualisierte mich als Buddha und wurde ein Buddha. Ich wünschte allen Wesen Glück und trat in eine Dimension endloser Liebe ein. Ich praktizierte Yoga und gelangte so in ein Einheitsbewusstsein. Ich wurde eins mit der Energie meiner Mitmenschen. Ich erlangte Allgegenwart. Ich kann Menschen an entfernten Orten spüren und ihnen helfen. Und manche Menschen merken es und sind sich bewusst, dass sie mit mir energetisch verbunden sind. In gewisser Weise lebe ich in der umfassenden Liebe. Und das ist seit 1986 nicht mehr verschwunden. Ansonsten schwankt mein inneres Glück aber erheblich und ich bin durch viele spirituelle Prozesse gegangen. Mein Körper und mein Geist reinigen sich immer mehr. Es treten besondere spirituelle Fähigkeiten (Siddhis) auf. Aber es gibt immer noch viel zu entwickeln. 

Und ich werde immer normaler. Ich war mein Leben lang anders als meine Mitmenschen. Ich wollte immer so sein wie sie. Jetzt scheint es mir langsam zu gelingen. Meine langen Haare sind kurz. Ich habe eine Lebenspartnerin. Mein Haus, mein Äußeres und mein Garten sind dank ihr gepflegt. Aus einem wilden Yogi wurde ein zahmer Schoßhund. Aber bellen kann ich immer noch, wenn es mal notwendig ist. Im Moment ist mein äußeres und mein inneres Leben glücklich. Dafür bin ich dankbar. 

17 Nach meinem Geburtstag

Mein Geburtstag war ein Alptraum. Zwar hatte ich gut geschlafen und wachte mit guter Laune auf. Ich dachte: „Der Tag kann kommen. Ich bin bereit!“ Aber dann kam es Schlag auf Schlag. Es begann damit, dass Barbara mir schrieb, dass sie wegen ihrer Pollenallergie kaum geschlafen hat. Ich dachte: „Das kann ja heiter werden!“ Und so wurde es auch. Barbara hatte den ganzen Tag schlechte Laune. Zwar richtete sie noch meinen Geburtstagstisch her. Und die Geschenke waren auch okay. Ein Regenschirm und eine Packung mit Marzipan. Und sie machte auch ein Video von uns beiden, wo wir so taten, als ob wir gut drauf sind. Aber danach kämpften wir den ganzen Tag gegen unsere schlechte Laune.

Barbaras schlechte Laune hätte ich noch wegstecken können. Aber dann ging ich in das buddhistische Forum Buddhaland. Das ist das Hauptforum in Internet für Buddhisten aller Richtungen. Dort wollte ich mit meinen Freunden meinen Geburtstag feiern. Ich postete viele lustige Fotos von mir und alle waren begeistert. Bis auf den neuen Administrator. Das Forum hatte einen neuen Administrator gesucht und als einziger hatte sich Hendrik Hortz gemeldet. Hendrik Hortz ist der Anführer der säkularen Buddhisten in Deutschland. Und er hasst mich. Ich bin für ihn der personifizierte Alptraum. Er war früher Sektenbeauftragter bei der evangelischen Kirche. Er hat Jagd auf alle spirituellen Menschen gemacht, insbesondere auf alle Esoteriker und Mystiker. Dann konvertierte er zum Buddhismus. Und jetzt will er den Buddhismus in Deutschland zu einer atheistischen Sekte machen. Seine erste Amtshandlung als Administrator war es, mich aus der Gruppe zu schmeißen. Plötzlich waren alle meine Freunde weg. Ich habe meine spirituelle Heimat und meine spirituellen Familie verloren. Ein Alptraum für mich. Überall werde ich rausgeschmissen. Nirgends gehöre ich hin. Das Gleiche habe ich schon bei den Christen mit Jesus.de erlebt. In der Schule war ich immer der Außenseiter und meine Mutter sah mich als Mickerling, aus dem nie etwas wird. Mein Geburtstag war ruiniert.

Warum tut mir Gott das an? Wahrscheinlich will er mein Ego zerstören. Und der Geburtstag war eine gute Gelegenheit dazu. Erst fühlte ich mich wie ein König, weil mir die Leute in meinen Internetgruppen alle zujubelten. Hunderte Geburtstagsglückwünsche erreichten mich. Und dann verbannte man mich aus dem Buddhaland, dem heiligen Land der Buddhisten. Ich wurde zu einem Bettler.

Es nütze auch nichts, dass meine Schwester Sabine mich anrief und mir per Telefon mit ihrer Singgruppe ein Ständchen brachte. Erst heute morgen konnte ich mich etwas beruhigen, nachdem ich Unmengen von Marzipan mit Nutella gegessen hatte. Ich habe fast das ganze Marzipan von Barbara aufgegessen. So hat es doch noch seinen guten Zweck erfüllt. Jetzt komme ich langsam wieder zu mir und baue mich wieder auf. Und lache über mein sensibles Wesen. Es gibt schlimmere Dinge auf der Welt.

18 Es gibt nur eine Wahrheit

Aus meiner Sicht gibt es nur eine Wahrheit. Und diese Wahrheit kann man mit dem Begriff Erleuchtung beschreiben. Diese Wahrheit ist über allen Worten. Man kann sie nur erfahren. Buddha hat sie erfahren. Er hat sie mit seinen Worten beschrieben. Im Zen, im tibetischen Buddhismus und im Amitabha-Buddhismus wird diese Wahrheit wiederum mit anderen Worten beschrieben. Alle Worte und Lehren ergänzen sich. Der Buddhismus ist vielfältig. Du kannst deinen Weg zur Erleuchtung nur finden, wenn du in gutem Kontakt mit deiner eigenen Weisheit bist. Oder durch die Gnade der erleuchteten Meister.

Buddha lehrte einen bestimmten Weg. Aber das heißt nicht, dass wir dabei stehen bleiben müssen. Religionen entwickeln sich weiter. Die Wissenschaft entwickelt sich weiter. Es gibt immer wieder neue Erkenntnisse. Außerdem müssen Religionen an die Kultur und die Zeit der jeweiligen Menschen angepasst werden, damit sie hilfreich sind. Man kann es natürlich auch so sehen, dass Buddha den kleinen Weg und der Mahayana-Buddhismus den großen Weg lehrt. Also Buddhismus für Fortgeschrittene. Für mich aber sind alle buddhistischen Wege gleich und sie ergänzen sich. Ich bin zu bestimmten Zeiten jeden dieser Wege gegangen. Und alle waren hilfreich.

19 Die tägliche Meditation

Dalai Lama: „Wenn du täglich wenigstens eine kurze Zeit meditierst, ist das sehr hilfreich.“

Nils: Meditation schenkt uns inneren Frieden. Sie hilft uns zu uns selbst zu finden. Die meisten Menschen im Westen ruinieren sich durch den Stress des Lebens. Der Stress sammelt sich immer mehr im Körper an und zerstört irgendwann die Gesundheit und das innere Glück. Wenn wir jeden Tag meditieren, können wir diesen Prozess aufhalten.

20 Meinem Sohn geht es psychisch schlecht

Gestern rief mich meine Schwester an und berichtete von meinem Sohn. Ich habe bereits seit längerem kaum Kontakt zu ihm. So ist es immer schön, wenn ich durch meine Schwester von meinem Sohn etwas Neues erfahre. Leider war diesmal die Neuigkeit nicht erfreulich.

Mein Sohn ist jetzt 42 Jahre alt. Vor 42 Jahren habe ich noch mit meiner Exfrau zusammengelebt. Die ersten sieben Jahre war mein Sohn ein glückliches Kind. Leider geriet ich damals durch den Examensstress in eine schwere Depression. Meine Exfrau und ich begannen uns immer mehr zu streiten. Irgendwann konnte ich den ewigen Streit nicht mehr aushalten und trennte mich von meiner Exfrau. Mein Sohn blieb bei meiner Exfrau. Obwohl ich meinen Sohn noch oft besuchte, war die Trennung ein großes Trauma für ihn, von dem er sich nie wieder erholte. Nach der Trennung wurde er zu einem stillen und zurückgezogenen Kind.

Später studierte er Psychologie und machte viele Therapien. Aber nichts half ihm wirklich. Er machte sogar seinen Doktor in Psychologie. Aber der Stress der Doktorarbeit ruinierte ihn psychisch immer mehr. Jetzt hat er zwar einen Doktortitel, aber er leidet unter Depressionen. Er findet weder einen Beruf noch eine Freundin. So lebt er in der Nähe meiner Schwester arbeitslos vor sich hin. Er hat kaum soziale Kontakte und vereinsamt immer mehr. Zum Glück trifft er sich dreimal in der Woche mit meiner Schwester. Das tut ihm sicherlich gut.

21 Wie kann ich helfen?

Ich überlege, wie ich meinem Sohn helfen kann. Bis zum Alter von 23 Jahren hatten wir einen engen Draht zueinander. Ich war vom spirituellen Weg begeistert und mein Sohn versuchte mir auf seine Art zu folgen. Er machte sogar eine Ausbildung als Yogalehrer. Aber dann traf er auf einen atheistischen Professor, der ihn vom Atheismus überzeugte. Seit der Zeit hält er seinen Vater für verrückt. Und sein Vater glaubt, dass seinen Sohn nur der spirituelle Weg heilen kann. Schließlich habe ich mich auch durch den spirituellen Weg von meiner früheren Depression und von meinen vielen psychosomatischen Krankheiten geheilt. Ich habe viel Sport gemacht, meditiert und konsequent das positive Denken praktiziert. Im Laufe der Jahre wurden die Depressionen immer weniger und traten immer seltener auf. Bis sie ganz verschwanden. Diesen Weg müsste mein Sohn auch gehen, nachdem ihm alle Psychotherapien nicht geholfen haben.

22 Depression als Vokskrankheit

Viele Menschen in Deutschland leiden unter Depressionen. Manchen hilft eine Psychotherapie, aber die meisten werden nach meiner Erfahrung hauptsächlich durch Tabletten ruhig gestellt. Wie es auch bei einer Bekannte von mir geschieht. Sie ist stark christlich orientiert. Deshalb kann ich auch sie mit meinem Heilungsweg nicht erreichen.

Der erstes Schritt zu einer Heilung besteht darin, dass der Leidende die Heilung wirklich will. Bei Depressiven scheitert die Heilung bereits oft daran. Ihre negativen Gedanken zerstören ihren Heilungswillen. Sie finden immer irgendwelche Ausreden, weshalb sie nicht an sich arbeiten können. Entweder glauben sie nicht an die Möglichkeit einer Heilung. Tatsächlich fühlt sich eine schwere Depression so an, als ob man ihr nicht entrinnen kann. Für Unerleuchtete fühlt sich auch die Erleuchtung so an, als ob man persönlich das nicht erreichen könnte. Und trotzdem kann jeder die Erleuchtung verwirklichen, weil jeder die Erleuchtungsnatur in sich hat.

23 Erleuchtung ist das Gegenteil von Depression.

Ein Erleuchteter ist überwiegend glücklich und denkt positiv. Ein Depressiver ist überwiegend unglücklich und denkt negativ. Meine damalige Erkenntnis war, dass auch die Wege gleich sind. Mit den gleichen Techniken, mit denen man zur Erleuchtung kommen kann, kann man sich auch aus einer Depression befreien. Mein eigenes Leben ist ein Beweis dafür.

Aber der Weg ist schwer zu gehen. Ich musste ein halbes Jahr sehr konsequent den spirituellen Weg gehen, bis ich von der Dunkelheit ins Licht kam. Und das, obwohl ich als Depressiver kaum Kraft hatte und sehr durch negative Gedanken belästigt wurde. Mein Vorteil war es, dass ich an den spirituellen Weg glaubte. Ich hatte lange gesucht, viele Erfahrungen gemacht und gründlich über das Leben nachgedacht. Und ich hatte die innere Selbstdisziplin konsequent den Weg meiner Wahrheit zu gehen, auch wenn ich jeden Tag nur einen kleinen Schritt machen konnte. Aber auch mit kleinen Schritten kommt man ans Ziel, wenn die Richtung stimmt.

24 Eine Vision

Ich hoffe, dass ich eines Tages auch meinem Sohn helfen kann. Vor 25 Jahren hatte ich die Vision, dass ich mit meinem Sohn eine Reise machte. Wir beide besuchten einen spirituellen Kongress zur Einheit aller Religionen. Ich saß auf dem Podium und mein Sohn im Publikum. Reisen ist das große Hobby meines Sohnes. Alle paar Jahre findet in den USA ein Kongress vom Weltparlament der Religionen statt. Mein Sohn ist ein USA-Fan. Vielleicht kann ich ihn zu einer gemeinsamen Reise überreden. Und ihn während der Reise vom spirituellen Heilungsweg überzeugen. Und ihm durch meine Glücksenergie einen Anschub für den Start ins Licht verschaffen. Als er 16 Jahre alt war, haben wir bereits eine große gemeinsame Reise gemacht. Wir wanderten zwei Wochen durch die Wildnis Schottlands. Diese Reise begeistert meinen Sohn noch heute. Es wird Zeit für eine zweite Vater-Sohn-Reise. Ich werde sehen, wann der richtige Zeitpunkt dafür ist.

25 Lokah Samastah Sukhino Bhavantu

Dalai Lama: „Alle Lebewesen bilden eine Einheit. Alle fühlen Freude und Schmerz. Wir sollten uns für ihr Wohlergehen einsetzen, genauso wie wir uns um uns kümmern.“

26 Der Stufenweg

Dalai Lama: „Wer die Stufenfolge des Weges beachtet, legt ein solides Fundament für die Erleuchtung.“

Nils: Im tibetischen Buddhismus wird geraten einem Stufenweg zu folgen. Die erste Stufe ist die Weisheit. Wir denken über uns und das Leben nach. Wir erkennen die Leidhaftigkeit des Leben und wünschen uns davon zu befreien. Die zweite Stufe ist dann die Zuflucht zu Buddha, zum Dharma (Lehre), zur Sangha (Gruppe) und zum persönlichen Meister. Wir verbinden uns jeden Tag mit diesen Zufluchtsobjekten, um uns fest im spirituellen Weg zu verankern. Die dritte Stufe besteht dann in der täglichen spirituellen Praxis. Wir meditieren regelmäßig und arbeiten an unserem Geist. In der vierten Stufe erhalten wir Energieübertragungen. Unsere Chakren und Energiekanäle werden durch bestimmte Techniken durch einen dazu befähigten Meister geöffnet. Dadurch wird unser spirituelles Wachstum intensiviert. Die fünfte Stufe besteht dann darin, dass wir Erleuchtungserfahrungen machen und es üben, die Erleuchtung zu stabilisieren.

Im indischen Yoga gibt es einen ähnlichen Weg. Zuerst reinigen wir unseren Körper durch die täglichen Yogaübungen. Dann arbeiten wir an unserem Geist und visualisieren uns als Gottheit. Wir suchen uns einen Guru und bekommen eine Energieübertragung. Ab jetzt hängt es nur noch von unserer Ausdauer und von der Intensität des Übens ab, wann wir unser Ziel erreichen. https://de.wikipedia.org/wiki/Lamrim

27 Gedanken zum Vatertag und zur Vaterrolle

Weltweit wird zu verschiedenen Zeiten der Vatertag gefeiert, mal als Familientag und mal als Männergruppe. Heute ist in Deutschland der Vatertag. Er findet immer vierzig Tage nach Ostern an Christi Himmelfahrt statt. An diesem Tag ist Jesus in den Himmel aufgestiegen und wurde eins mit seinem Vater. Für mich ist das eine gute Gelegenheit an meinen Vater, meine Großväter und alle meine Ahnen zu denken. Meine Ahnen stelle ich mir als Beschützer ihrer Frauen und ihrer Kinder vor. Die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte der Kriege, des Überlebenskampfes, aber auch der Liebe und Freude. Das Leben bestand wohl immer aus Freude und Leid. Die Männer mussten Tiere jagen, hart für ihr tägliches Brot arbeiten und gegen Feinde kämpfen. Aber es gab auch viele Feste, Geselligkeit, Fröhlichkeit und Liebe zwischen den Menschen.

Mein Vater war eher von der Sorte Geselligkeit. Er war ein dicker Buddha, der gerne lachte , feierte, viel Wein trank und mit den Frauen flirtete. In seiner Jugend war er ein Wandervogel mit einer Laute. Er konnte laut und falsch singen. In allen Dingen war er unperfekt. Er konnte nicht mit Geld umgehen und war sozial ungeschickt. Aber er liebte das Leben. Von ihm habe ich meine Lebensfreude und meinen Humor. Als Kind war er mein großer Beschützer. Als Jugendlicher habe ich mich ständig mit ihm gestritten. Da er vollständig weltlich orientiert war, hielt er meinen spirituellen Weg für einen großen Irrtum. Erst nach seinem Tod mit 79 Jahren haben wir uns wieder vertragen. Er erschien mir im Traum und hat mir erklärt, dass er jetzt erkannt hat, dass mein spiritueller Weg richtig ist. Er fragte mich, was ich noch brauche. Und ich antwortete: „Kraft.“ Da führte er mich auf den Yogaweg. Nach diesem Traum hatte ich einen starken Impuls in eine Buchhandlung zu gehen und mir ein Yogabuch zu kaufen. Ich praktizierte ein halbes Jahr jeden Tag eine halbe Stunde Yoga und meine innere Energie erwachte. Letztlich muss ich meinem Vater danken. Wir hatten eine schwierige Beziehung. Aber wir haben wieder zur Harmonie gefunden.

Mit meinem Großvater war das Verhältnis ganz anders. Er war ein ganz anderer Mann als mein Vater. Er war innerlich sehr stark und folgte konsequent seinen Idealen. Genauso wie mein Urgroßvater, der ein Handwerker und Tischlermeister war. Mein Großvater wurde Soldat bei der kaiserlichen Garde. Er hat in der Schlacht von Tannenberg als Teil der deutschen Armee das russische Heer besiegt. Das führte zum Sturz des Zaren. Im Nazideutschland hat mein Großvater im Widerstand gegen Adolf Hitler gekämpft. Er wurde beinahe erwischt und ins KZ gesperrt. Er hat mir viele Geschichten aus seinem Leben erzählt. Er war ein großartiger Geschichtenerzähler. Er war mein Held. Ich wollte immer so werden wie er. Von ihm bekam ich den Willen für meine Ideale zu kämpfen.

Heute bin ich selbst ein Vater. Ich habe einen Sohn und wünsche allen Kindern der Welt ein glückliches Leben. Ich wünsche eine Welt der Liebe, des Friedens und des allgemeinen Glücks. Dafür gibt es im Moment noch viel zu tun.

28 Aufnahmeprüfung im Himmel für Buddhisten

Ein Christ, ein Muslim und ein Buddhist sterben und kommen am Himmelstor an. Ein Engel (oder Deva) hält sie an und fragt: „Warum kommt ihr hierher? Könnt ihr mir einen Grund nennen, warum ich euch in den Himmel aufnehmen sollte?“

Der Christ antwortet: „Ich habe mein ganzes Leben lang gesündigt. Jesus ist jedoch für mich gestorben und alle meine Sünden sind vergeben. Also verdiene ich es, in den Himmel zu kommen.“

„OK“, antwortet der Engel. „Klingt gut, aber ich muss dir eine Aufnahmeprüfung geben, bevor du eintreten kannst. Sprich ein Gebet.“ Der Christ spricht das Vaterunser (Vater unser, der du bist im Himmel. Dein Wille geschehe. Dein Reich komme.) und geht durch das Tor.

Als nächstes kommt der Muslim, der sagt: „Ich war sehr fromm. Ich betete fünfmal am Tag zu Gott. Also sollte auch ich in den Himmel kommen.“ Der Engel antwortet: „Es klingt OK für mich, aber ich muss dir auch einen Test geben. Sprich ein Gebet?“ Der Muslim sagt „Allah – Hu – Akbar“(Gott ist der Größte) und kommt in den Himmel.

Schließlich ist der Buddhist an der Reihe. Er sagt dem Engel: „Ich habe viele gute Dinge in meinem Leben getan, ich habe viel meditiert und ich habe Buddhas fünf Gebote befolgt: Ich habe nie getötet, ich habe nie gelogen, ich habe nie gestohlen, ich habe keine berauschenden Mittel genommen und war meiner Frau treu.“ Der Engel antwortet: „Das genügt nicht. Du musst auch den Aufnahmetest bestehen, um in den Himmel zu kommen. Erkenne dich selbst?“ Der Buddha sagt „Mu“, gelangt so zur Erleuchtung und in den Himmel. Mu bedeutet im Zen Leere, ein Nichts, ohne Identität, ohne Ego. Wer erleuchtet ist, der erfährt seine Umgebung als Reines Land, als Paradies. Er hat das Glück in sich und sieht dadurch auch das Positive in der Welt. Er entwickelt ein Paradiesbewusstsein. Er lebt im Nirwana, einer Mischung aus Leere (Frieden) und Fülle (Glück). Und nach Buddha ist Nirwana das höchste Glück.

Wir können es so sehen, dass das Nirwana der höchste Himmel ist. Aber dieses Glück gibt es auch im Christentum. Wir werden eins mit Gott, wie Jesus eins mit Gott war. Und wie die islamischen Mystiker eins mit Gott waren. Letztlich gibt es nur eine Wahrheit, und die finden wir in allen Religionen. Erst verehren wir Gott und dann werden wir zu Gott. Die Energie Gottes (der Heilige Geist) fließt durch uns in die Welt. Im tibetischen Buddhismus nennt man das den Gottheiten-Yoga. Es ist die Verbindung von Leerheit (Erleuchtung) und Fülle (Glück. Liebe). Wir visualisieren uns als Gottheit (Gott, Göttin) und erwecken dadurch die Energie Gottes (das Licht) in uns. Und dadurch verwandelt sich auch unsere Weltsicht.

30 Folge deinem inneren Gespür

Jeder von uns trägt die Erleuchtung bereits in sich. Jeder von uns hat eine Buddha-Natur. Wir müssen sie nur freilegen. Doch wie kann es gelingen? Der Hauptweg ist der Weg der inneren Reinigung. Jesus sagt: „Selig sind die innerlich Reinen, denn sie werden Gott schauen.“ Gott schauen ist ein Ausdruck für die Erleuchtung. Wer erleuchtet ist, lebt in Gott. Er hat die Energie Gottes (den Heiligen Geist) in sich und sieht das Licht (Gott) in der Welt. Der tibetische Meister Chagdud Rinpoche erklärte diesen Sachverhalt mit den Worten: „Wo sich die inneren Verspannungen lösen, ist die Erleuchtung nicht fern.“

Unrein sind wir durch unsere inneren Verspannungen. Die Verspannungen sind durch den Stress des Lebens entstanden. Meistens sitzen Traumata aus vielen Leben in uns. Sie sitzen im Körper und im Geist. Sie bewirken körperliche und psychische Krankheiten. Sie hindern uns an der Erleuchtung. Sie blockieren die Erleuchtungsenergie, unser inneres Glück. Werden die Verspannungen aufgelöst, fängt die Erleuchtungsenergie (der Heilige Geist) von alleine an zu fließen. Erleuchtung entsteht von alleine, wenn wir Energieblockaden in uns auflösen.

Wie kann das geschehen? Dafür gibt es viele Wege. Das Entscheidende ist, dass wir in jedem Moment genau spüren müssen, was wir gerade brauchen. Wo müssen spüren, wo die Verspannungen in uns sind und welche Technik uns gerade hilft. Wir müssen unseren spirituellen Weg mit Weisheit und innerem Gespür gehen. Das machen die meisten Menschen nicht. Und deshalb kommt kaum jemand zur Erleuchtung. Die meisten Menschen praktizieren dogmatisch und ohne Gespür.

Ich habe das überall erlebt. Am Anfang meiner Yogazeit habe ich viele Yogagruppen in ganz Deutschland besucht, um von den Yogalehrerinnen zu lernen. 90 % hatten kein Gespür für spirituelle Energien. Sie blockierten mit ihrer Arbeit die Erleuchtung ihrer Schüler und ihre eigene Erleuchtung. Sie praktizierten Yoga nur als körperliche Gymnastik. Genauso war es bei meinem Besuch bei einer Zen-Gruppe in Hamburg. Sie meditierten voller Kraft und ohne Gespür. Ich merkte, wie dabei meine ganze Erleuchtungsenergie blockiert wurde.

Um die inneren Verspannungen aufzulösen, muss man manchmal zielstrebig und manchmal ohne Zielstrebigkeit meditieren. Man muss in sich spüren, was man gerade braucht und was die Energieblockaden auflöst. Ohne solches innere Gespür wird Meditation nur zu einem Weg, mit dem man den Geist etwas beruhigen kann. Das Einzige was hilft ist es einen erleuchteten Meister zu haben, der einen unterstützt. Und das gibt es im Zen zum Glück oft.

Im Christentum ist nach meiner Erfahrung am Schlimmsten. Am Anfang war ich viel in der christlichen Szene unterwegs. Ich traf auf Dogmatiker vieler Arten. Sie lebten vor allem ihr Ego. Sie leben äußeren Reichtum, sexuellen Missbrauch und falsche Emotionen. Sie sind die Zerstörer des Christentums. Das erleben wir in Deutschland gerade intensiv. Zum Katholikentag kamen nur noch ein Drittel aller früheren Besucher. Das Christentum zerstört sich gerade selbst. Das gilt sowohl für die Katholiken, als auch für die evangelischen und evangelikalen Christen. Sie kennen den Weg zur Heiligkeit (Erleuchtung) nicht und führen ein unheiliges Leben. Das spüren natürlich die Besucher und bleiben den Veranstaltungen fern.

Es gibt erleuchtete Christen, die sogenannten Mystiker. Aber sie werden aus der Kirche herausgedrängt. Sie werden an den Rand gedrängt. Jesus war ein Mystiker. Die heutigen Christen verbannen ihn aus ihrer Kirche. Sie beschäftigen sich lieber mit Politik, als den Kern ihres Glaubens zu begreifen und zu leben. Sie hängen in dogmatischen Ritualen fest, anstatt kreativ und mit innerem Gespür ihre Erleuchtungsenergie zu aktivieren. Und dabei gibt es viele christliche Mystiker, die ihnen den Weg dahin aufgezeigt haben. Aber sie werden nur verehrt. Man folgt ihnen nicht nach.

Der Hauptweg zur Erleuchtung ist die innere Reinigung. Wir praktizieren Meditation, Gedankenarbeit, Gefühlsarbeit und weitere spirituelle Techniken mit innerem Gespür. Wir entwickeln Eigenschaften wie inneren Frieden, umfassende Liebe, Glück, Weisheit und Selbstdisziplin. Deshalb achten die Religionen auf bestimmte Gebote. Sie sind ein Weg der inneren Reinigung.

Es gibt aber auch den Weg der direkten Aktivierung der Erleuchtungsenergie. Im tibetischen Buddhismus geht man zuerst den Weg der inneren Reinigung. Man praktiziert Niederwerfungen, Heilyoga, Geh-Meditation, Pilgern und die Verehrung von Buddha. Ab einer bestimmten Stufe der inneren Reinigung wird dann gezielt mit bestimmten Techniken die spirituelle Energie erweckt. Man aktiviert die Chakren und die Energiekanäle. Es gibt Einweihungen, bei denen die Erleuchtungsenergie übertragen wird.

Der Hauptweg ist der Gottheiten-Yoga. Es gibt verschiedene Gottheiten, je nachdem welche Energie wir gerade brauchen. Manchmal brauchen wir Kraft, um die Erleuchtungsenergie zu aktivieren. Dafür gibt es dynamische Gottheiten. Göttinnen der Liebe öffnen unser Herzchakra. Meditationsbuddhas bringen uns zum inneren Frieden. Es gibt sogar eine Gottheit der inneren Reinigung, Vajrasattva. Wir können diese Gottheiten verehren oder uns selbst als Gottheit sehen. Manchmal bringt uns der eine und manchmal der andere Weg in die Erleuchtungsenergie. Wir müssen spüren, was gerade richtig ist. Anders geht es nicht. Formales dogmatischen Üben schadet uns, weil es unser inneres Gespür abtötet. Ich arbeite kreativ mit verschiedenen Gottheiten. Ich stelle ihre Statuen auf meinen Altar, identifiziere mich mit ihnen und denke ein Mantra. Bis ich spürbar in die Energie der jeweiligen Gottheit komme.

Ich praktiziere Gottheiten-Yoga beim Gehen, im Sitzen und im Liegen. Ich verbinde kreativ Visualisierungen, Mantren, Atemtechniken und körperliche Bewegungen miteinander. Meistens aktiviere ich so in fünf Minuten meine Erleuchtungsenergie. Ich bin dann im Frieden, in der Liebe und im Glück. Mein inneres Glück löst dann von alleine meine inneren Verspannungen auf. Traumata tauchen von alleine auf und heilen sich. Innere Reinigung geschieht von alleine. Im Laufe der Jahre wächst man so von alleine zur Erleuchtung. Erleuchtung geschieht automatisch und von alleine. Es ist nur notwendig, dass man mit Ausdauer auf seinem Weg bleibt. Und es ist hilfreich einen erleuchteten Meister zu haben, der einen spirituell unterstützt. Und es ist gut in der Ruhe zu leben, weil in der Ruhe die spirituelle Entwicklung am besten geschehen kann.

Im Yoga wird dieser Weg der Verbindung aus Ruhe, Weisheit, Körperübungen, Meditation und Gottheiten-Yoga von vielen erleuchteten Meistern gelehrt. Mein Hauptmeister ist Swami Sivananda. Amritanandamayi (Amma) betont den Gottheiten-Yoga und das spirituelle Singen. Mutter Meera betont die Ruhe. Und Anandamayi Ma hat selbst den Weg vorgelebt. Sie praktizierte zuerst Körperübungen, dann den Gottheiten-Yoga und zum Schluss eine ruhige Meditation. Anschließend wirkte sie als Karma-Yogi (Bodhisattva) für das Glück aller Wesen.

Juli

1 Buddha Amitabha

Im normalen Buddhismus strebt man durch die Kraft des Egos zur Erleuchtung. Das Ego kann aber den Weg zur Erleuchtung nicht finden, weil es sich dabei selbst abschaffen muss. Deshalb konzentriert man sich im Amitabha-Buddhismus auf die andere Kraft. Man verläßt sich auf Amitabha, dass er einen zur Erleuchtung führt. Dadurch kann man sich innerlich entspannen. Man braucht nicht mehr so angestrengt zu üben. Das nimmt den Druck aus dem spirituellen Weg. Aber etwas spirituell üben sollte man weiterhin. Ich bevorzuge eine Mischung dem Weg der eigenen Kraft und dem Weg der anderen Kraft. Das machen viele Menschen im Zen und im tibetischen Buddhismus so. Man kann den Amitabha-Weg auch einfach Vertrauen und Überlassung an das Leben nennen. So passt es auch für Atheisten.

Die große Frage ist, was Amitabha ist. Daran scheitern viele wissenschaftlich denkende Menschen im Westen. Im Osten dagegen sieht man das lockerer. Amitabha ist einfach ein mystisches Wesen, das gelobt hat alle Menschen zur Erleuchtung zu führen, die es mit seinem Namen anrufen. Beweise für seine reale Existenz gibt es nicht. Man muss es einfach glauben. Das fällt den Menschen im Westen schwer. Sie brauchen einen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass die Verehrung von Amitabha zur Erleuchtung führt. Und diesen Beweis gibt es. Viele Menschen sind durch den Amitabha-Buddhismus zur Erleuchtung gelangt. Obwohl es den ursprünglichen Amitabha vielleicht nie gegeben hat. Wie kann das geschehen?

Durch die Verehrung des äußeren Buddha Amitabha verehren wir sozusagen den Buddha Amitabha in uns selbst. Wir versuchen in Kontakt mit unserer Erleuchtungs-Natur zu kommen. Wenn wir die Eigenschaften Amitabhas wie umfassenden Liebe, innerer Frieden, Glück und Weisheit üben, dann reinigt uns das innerlich. Wenn wir den Namen Amitabhas denken und uns so mit unserer Buddha-Natur verbinden, dann können wir mit diesem Mantra unsere Erleuchtungsenergie erwecken. Wenn wir wie ein Buddha Amitabha leben und uns wie er verhalten, dann wachsen wir immer weiter in die Erleuchtung. Insbesondere, wenn wir das ausdauernd und konsequent praktizieren.

Der Dalai Lama sagt: „Wer auf Buddha meditiert, wird ein Buddha.“ Wer sich wie ein Buddha verhält, wächst zur Erleuchtung. Bei Buddha Shakyamuni liegt der Schwerpunkt auf der Ruhe und der Meditation. Bei Buddha Amitabha liegt der Schwerpunkt auf der umfassenden Liebe. Wenn wir Liebe zu allen Wesen entwickeln und uns in ihnen sehen, dann entsteht ein Einheitsbewusstsein. Das ist ein guter Weg zur Auflösung des Egos und zur Erleuchtung. Das wird von allen Religionen gelehrt.

Aus meiner Sicht verbinden wir am besten den Weg der Ruhe Buddhas mit dem Weg der Liebe Amitabhas. Das führt am schnellsten zur Erleuchtung. Amitabha wird meistens als meditierender Buddha dargestellt, der Licht und Liebe zu allen Wesen ausstrahlt. Ich verbinde deshalb gerne die Anrufung von Amitabha mit dem Mantra: „Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“ Dabei bewege ich segnend eine Hand und sende allen Wesen und der ganzen Welt Licht.

Eine zweite Technik des Amitabha Buddhismus ist es seine Umwelt als Paradies zu sehen. Alles ist richtig so wie es ist. Alles ist gut und wird gut. Darauf vertrauen wir. Wir denken konsequent positiv. Dadurch verwandeln wir uns und unsere Welt. Innen wie außen. Wenn wir wirklich unsere äußere Welt als Paradies sehen können, erweckt das die Erleuchtungsenergie in uns. Ähnlich ist die Mandala-Technik. Wir begreifen die Welt und die Natur als ein erleuchtetes Mandala. Wir gelangen so in den Kreis des Lebens, in die Einheit, in ein Einheitsbewusstsein.

Der dritte Punkt im Amitabha Buddhismus ist der Glauben, dass Amitabha uns auf unserem spirituellen Weg hilft und führt. Wie kann uns ein mystisches Wesen helfen, dass es vielleicht nie gegeben hat? Ich stelle es mir so vor, dass alle erleuchteten Meister durch Buddha Amitabha wirken. Wenn wir uns mit Buddha Amitabha verbinden, dann bekommen wir Hilfe von den Buddhas und Bodhisattvas aller Richtungen. Insbesondere bekommen wir natürlich Hilfe von den erleuchteten Meistern des Amitabha-Buddhismus. Das alleine genügt schon. Ich persönlich glaube, dass man Hilfe durch Buddha Amitabha bekommt. Ich habe das selbst beim Tod meiner Mutter erfahren. Ich rief Buddha Amitabha an und plötzlich war alles in Glückseligkeit getaucht. Meine Mutter starb glücklich lächelnd. Das war für mich der beste Beweis für die Wirksamkeit des Amitabha-Weges.

2 Was ist ein Sotapanna?

Fünfzehn Jahre hatte ich nach dem tieferen Sinn des Lebens gesucht. Ich hatte erkannt, dass es der Sinn des Lebens ist ein glückliches Leben zu führen und Leid soweit wie möglich zu vermeiden. Ich hatte alle weltlichen Glückswege ausprobiert. Ich hatte es mit Reisen, mit Liebesbeziehungen und mit beruflichem Erfolg versucht. Ich hatte es mit extremer Faulheit und mit extremer Arbeit versucht. Ich hatte mein Glück in viel Geld und viel Sex gesucht.

Ich hatte in meinem Leben das Glück alles leben zu können, was ich wollte. Es gab viel Sex, viel Geld, viele Beziehungen, viele Reisen und beruflichen Erfolg. Ich hatte mein Abitur gemacht, ein freies Leben als Student geführt und war ein erfolgreicher Rechtsanwalt geworden. Ich hatte eine glückliche Familie und einen Sohn. Aber ich wusste tief in mir, dass ich meinen wahren Lebenssinn noch nicht gefunden hatte.

Im Alter von dreißig Jahren erkannte ich, dass das Hauptglück eines Menschen nicht in äußeren Dingen, sondern in ihm selbst zu finden. Das bestätigt auch die aktuelle Glücksforschung. 90 % des Glücks kommen aus der Psyche und nur 10 % aus den äußeren Lebensumständen. Das kann sich in Extremsituationen natürlich verändern. Aber im Normalfall findet der Mensch immer wieder zu seinem persönlichen Glücksniveau zurück. Die große Frage ist also, wie man das persönliche Glücksniveau erhöhen kann. Diese Frage zu stellen ist der Wendepunkt im Leben eines Menschen.

Die Glücksforschung gibt uns viele Hinweise. Wir sollten gesund leben, meditieren, positiv denken und anderen Wesen Gutes tun. Wir sollten eher im Geben als im Nehmen leben. Wir sollten positive Ziele in unserem Leben haben und nach einem klaren Tagesplan leben. Wir sollten selbstdiszipliniert leben, aber es nicht übertreiben. Wir sollten das Leben auch ausreichend genießen und schöne Dinge in unser Leben bringen. Mit wenig Aufwand kann man so sein allgemeines Lebensglück um 40 % erhöhen.

Das genügte mir aber nicht. Ich wollte noch mehr inneres Glück. Und so fand ich zum spirituellen Weg. Er versprach das absolute Lebensglück, und zwar nicht nur für ein Leben, sondern für die Ewigkeit. Man brauchte nur zur Erleuchtung zu kommen, ein Heiliger zu werden, ein Jivanmukti (vom Leid Befreiter) zu sein. Jetzt stellte sich für mich die Frage, wie ich das erreichen konnte.

Ich wollte die Erleuchtung radikal. Ich gab meinen Beruf als Rechtsanwalt auf, verließ meine Familie und wurde ein Yogi. Ich lebte Jahrzehnte alleine in einer abgeschiedenen Hütte im Wald. Ich praktizierte jeden Tag Yoga, ging im Wald spazieren, meditierte viel und arbeitete an meinen Gedanken. Ich machte spirituell viele Fortschritte und brach oft zur Erleuchtung durch, obwohl ich die Stufe der dauerhaften Erleuchtung noch nicht erreicht habe. Ich wurde zu einem Sotapanna, einem Stromeingetretenen. Laut buddhistischer Lehre ist für einen Sotapanna der Weg zur Erleuchtung nicht mehr umkehrbar. Eines Tages wird er sein Ziel erreichen. Er kennt das Ziel der Erleuchtung und kann deshalb aus sich selbst heraus den Weg dort hin finden. Aber natürlich braucht auch ein Sotapanna noch einen erleuchteten Meister, der ihm konkret auf seinem spirituellen Weg hilft.

https://de.wikipedia.org/wiki/Sotapanna

3 Brauchen wir einen erleuchteten Meister?

Meister-Yoga ist für die meisten Menschen auf der Welt der spirituelle Hauptweg. Wer kann in der heutigen Zeit schon Jahrzehnte als Mönch oder Nonne leben? Wer kann sein Leben als abgeschiedener Yogi verbringen? Wer schafft es jeden Tag alleine für sich auch nur eine Stunde Yoga zu praktizieren oder zu meditieren? Wer kommt alleine durch seine spirituellen Übungen zur Erleuchtung? Nur ganz wenige Menschen.

Die meisten Menschen brauchen die Hilfe einer Gruppe und eines spirituellen Lehrers. Aber ein unerleuchteter Lehrer nützt ihnen auf dem spirituellen Weg auch nur begrenzt etwas. Er kann sie inspirieren und auf dem spirituellen Weg halten. Aber er kann sie normalerweise nicht zur Erleuchtung bringen. Er kann keinen spirituellen Durchbruch bewirken. Das kann nur ein erleuchteter Meister oder eine Meisterin.

Wenn wir wirklich spirituell voranschreiten wollen, brauchen wir einen erleuchteten Meister. Bis zu einer bestimmten Stufe kann ein Mensch alleine üben. Aber dann braucht er zum Fortschreiten einen erleuchteten Meister. Es gibt in der Spiritualität den berühmten Satz: „Ist der Schüler bereit, taucht der Meister auf.“ Eigentlich braucht der Schüler seinen Meister nicht zu suchen. Der Meister kommt von alleine in sein Leben. Bei mir war es allerdings so, dass plötzlich das Bedürfnis auftauchte erleuchtete Meister aufzusuchen.

Mein erster Meister war der griechische Philosoph Epikur. Er lehrte es das Glück in sich selbst zu suchen und dabei auf einem mittleren Weg voranzuschreiten. Man sollte in der Ruhe leben und an seinen Gedanken arbeiten. Man sollte für das Glück aller Wesen wirken. Man sollte spirituelle Freundschaften pflegen. Und man sollte das Leben auch etwas genießen. Seine Methoden war es sich an den kleinen Genüssen des Lebens zu erfreuen. Ein Stück Käse reicht. Ein gutes Gespräch reicht. Sein Stichwort hieß Genügsamkeit. Ein Mensch sollte den Genugpunkt in seinem Leben definieren. So kommt das ewige Wachstum der Ansprüche zum Stillstand. Eine wichtige Lehre für die heutige Zeit. Wer seinen Genugpunkt nicht kennt, hat nie genug.

Ich las die Bücher von Epikur und mein Auge der Weisheit öffnete sich. Ich wusste sofort, dass ich jetzt den Weg zum tieferen Sinn des Lebens gefunden hatte. Es entstand ein großer Jubel in mir. Irgendwie wurde durch Epikur mein Unterbewusstsein auf das spirituelle Ziel programmiert. Dadurch konnte es jetzt von alleine den Weg finden. Ich brauchte nur auszuprobieren, was für mich hilfreich war und was nicht.

Von Buddha lernte ich den Weg der Ruhe und der Meditation. Von Jesus lernte ich den Weg der umfassenden Liebe. Und von meinem Meister Swami Sivananda lernte ich den Yogaweg. Ich las seine Bücher (insbesondere Sadhana, der Weg des Yoga) und machte 1992 eine Yogalehrer-Ausbildung bei seinem erleuchteten Schüler Swami Vishnudevananda in Kanada. Ich lebte vier Wochen in seinem Ashram. Dort spürte ich eine starke spirituelle Energie. Ich trat mühelos in der Meditation in höhere Geisteszustände ein. Ich lebte in einer starken Glücksenergie. Und eines Tages öffnete sich der Energiebereich, durch den ein Erleuchteter seine ganze Erleuchtungsenergie verstecken kann. Nur ein anderer Erleuchteter kann ihn erkennen. Der Vorteil der Verankerung in diesem Energiebereich besteht auch darin, dass man sich normal in der Welt der normalen Menschen bewegen kann, ohne durch weltliche Energien zu sehr beeinträchtig zu werden. Als geheimer Erleuchteter kann man seine Erleuchtung gut bewahren. Sonst verliert man unter weltlichen Menschen leicht seine Erleuchtung.

1995 trat Sathya Sai Baba in mein Leben. Ich las ein Buch von ihm und lebte acht Jahre lang in seiner Energie. Er führte mich durch viele spirituelle Krisen, indem er mir jeweils die Energie übertrug, die ich gerade brauchte. Er gab mir Kraft, Gelassenheit, Glück und Liebe. In Träumen erhielt ich viele spirituelle Einweihungen. Er gab mir bestimmte übersinnliche Fähigkeiten, die ich für meine Aufgabe als spiritueller Lehrer brauchte. Es geschahen viele Wunder in dieser Zeit. Doch dann verschwand er plötzlich aus meinem Leben. Ein wirklicher erleuchteter Meister macht seine Schüler nicht durch seine Energie von sich abhängig, sondern führt sie zu sich selbst. Einer anderen Schülerin erklärte er in diesem Zusammenhang: „Sei ab jetzt deine eigene Meisterin.“ Ich habe einige Jahre getrauert, weil mir seine starke spirituelle Energie fehlte.

Doch dann kam ich zu Mutter Meera. Mutter Meera lehrt die Einheit aller Religionen. Sie hilft Menschen aus allen Religionen. Jeder kann zu ihr kommen. Sie lehrt aus der Ruhe heraus und spricht kaum. Beim Darshan kommen alle Menschen nacheinander zu ihr. Mutter Meera berührt sie an ihrem Kopf, sieht ihnen in die Augen und gibt ihnen das, was sie gerade brauchen. Ein Bekannter von mir wurde beim Darshan direkt erleuchtet. Mir wurden viele verschiedene Energien übertragen. Jetzt bin ich seit vielen Jahren mit Mutter Meera unterwegs. Wer sich geistig mit ihr verbindet, ihren Namen denkt, den führt sie über eine höhere Bewusstseinsdimension. Es ist ähnlich wie beim Amitabha-Buddhismus. Jeder darf das tun, was er für richtig hält. Und trotzdem entwickelt er sich spirituell immer weiter. Mutter Meera führt ihn durch die Ereignisse des Lebens.

Mein letzter Satsang war bei Amma (Amritanadamayi). Bei ihr geht es ganz anders zu als bei Mutter Meera. Es ist eher traditionell indisch. Es wird viel gesungen und viel gefeiert. Ein Satsang bei Amma ist ein großes spirituelles Festival mit viel Musik. Es gibt schönes Essen. Man kann viel kaufen und gute Gespräche führen. Wer möchte, kann sich von Amma umarmen lassen. Dabei trat ich in die Liebe von Amma ein. Ich spürte, wie sie sich mit meinem Herzchakra verband. Sie flüsterte ein Mantra in mein Ohr und heilte dadurch ein Magenproblem von mir. Danach fühlte ich mich als Schüler von ihr angenommen.

Der Meister-Yoga wird im tibetischen Buddhismus Guru-Yoga genannt. Im Hinduismus spricht man eher vom Bhakti-Yoga (Gottheiten-Yoga). Der Meister wirkt durch die Statuen und Bilder der indischen Gottheiten. Man kann sich aber auch direkt Bilder seiner Meisterin oder seines Meister auf seinen Altar stellen. Der Meister ist energetisch in seinem Bild und auch in seinen Büchern anwesend. Wer sich regelmäßig mit einem erleuchteten Meister verbindet, wird von ihm zur Erleuchtung geführt. Das geschieht oft über viele Leben. Vor zwei Leben war ich eine indische Frau und habe die indischen Götter verehrt. Dadurch wurde ich von Leben zu Leben spirituell geführt und konnte so spirituell immer weiter wachsen. Es ist sehr schwierig in einem Leben zur Erleuchtung zu gelangen. Aber mit dem Meister-Yoga kommt man Leben für Leben spirituell voran.

Das Geheimnis des Meister-Yoga sind die übersinnlichen Fähigkeiten (Siddhis) eines erleuchteten Meister. Durch die Verehrung verbindet man sich mit der Energie und dem Bewusstsein des Meisters. Je öfter man sich verbindet, desto mehr verschmilzt man mit der Erleuchtungsenergie des Meisters. Das kann man spüren, wenn man in das Energiefeld eines Meisters eintritt. Außer der Meister versteckt seine Energie. Bei manchen Meistern habe ich deshalb nichts gespürt. Bei anderen Meistern dagegen trat ich in eine starke Energie ein. In mir entstanden zuerst eine tiefe Trauer, dann ein tiefer Friede und dann spürte ich Liebe und Glückseligkeit. Mein Körper bildete automatisch bestimmte Yogahaltungen. Mein Geist meditierte von alleine. Mein Satsang bei bestimmten Meistern war ein Wunderwerk der Energie. Das galt insbesondere beim Dalai Lama, bei Thich Nhat Hanh, bei Mantal Chia, bei Amma, bei Shanti Mayi, Gangaji, bei Samarpan und bei Krishna Das (einem Schüler von Neem Karoli Baba). Ich habe viele erleuchtete Meister getroffen, die mich durch ihre Energie durch ihre besonderen Fähigkeiten überzeugt haben. Der Meister-Yoga lebt durch die Energieübertragungen. Man fühlt sich durch die Nähe zum Meister spirituell angehoben und getragen. Es ist ein großes Geschenk, wenn man einen erleuchteten Meister hat.

4 Der glückliche Pilger Ben

Ben war ein Kleinbauer in Tibet. Eines Tages beschloss er eine Pilgerreise zu einem berühmten Tempel zu machen. Dort gab es einen großen goldenen Buddha, der angeblich alle Wünsche erfüllte. Ben war zufrieden mit seinem Leben als einfacher Bauer. Aber seine Frau nervte ihn manchmal erheblich. Also machte er sich auf zum goldenen Buddha. Seine Frau war damit gar nicht einverstanden. Sie musste jetzt alle Arbeit auf dem Bauernhof alleine machen. Und es gab dort viel Arbeit.

Ben wanderte mehrere Wochen durch die wilde Berglandschaft Tibets, bis er den Tempel erreichte. In der Mitte des Tempels saß auf einem Thron der goldene Buddha. Um ihn herum brannten im Dämmerlicht des Tempels viele heilige Butterlampen. Andere Pilger hatten kleine Opferbrote vor dem Buddha niedergelegt. Das waren kleine leckere Süßspeisen. Bei dem Anblick lief Ben das Wasser im Mund zusammen, denn er war durch die lange Pilgerreise sehr hungrig geworden.

Ben warf sich vor dem Buddha mehrmals auf den Boden. Die tibetischen Niederwerfungen sind eine Form der Verehrung. Mein legt die Hände vor dem Herzchakra zusammen, verneigt sich vor dem Buddha, kniet sich nieder und legt sich dann ausgestreckt mit der Stirn auf den Boden. Das macht man mindestens dreimal. Beim dritten Mal schlief Ben vor dem Buddha auf dem Boden ein, denn er war sehr müde und erschöpft von der langen Reise. Im Traum erschien ihm in einer Vision der goldene Buddha. Der Buddha sprach zu Ben: „Ich begrüße dich in meinem Tempel. Du bist hungrig von dem vielen Wandern. Du darfst gerne die Opferbrote aufessen.“

Das ließ sich Ben nicht zweimal sagen. Er wachte sofort auf und verzehrte genüsslich alle Opferbrote. Vorher tauchte er sie in das Fett der Butterlampen ein, damit sie noch besser schmecken. Plötzlich öffnete sich die Tür des Tempels und der Tempelwächter, ein hoher Lama, trat herein. Er erblickte voller Entsetzen Ben, wie der den Tempel entweihte. Das Verzehren der Opferbrote war nur den Priestern des Tempels als Stellvertretern des Buddhas erlaubt. Der Lama schrie: „Nichtsnutz, verschwinde.“ Das tat Ben dann auch.

Auf dem Rückweg dachte er immer an die Worte des Lamas. Ben hielt sie für ein heiliges Mantra, das ihm letztlich der goldene Buddha gegeben hatte. Immer wenn ein negativer Gedanke auftauchte, der Ben belästigte, dachte er „Nichtsnutz, verschwinde“. Im Laufe der Zeit wurden seine negativen Gedanken immer weniger und Ben immer friedlicher. Er vergaß sogar den Wunsch, den er an den goldenen Buddha richten wollte. Sein Wunsch war es von dem ständigen Gemecker seiner Frau erlöst zu werden.

Als er wieder bei seinem Bauernhof ankam, hatte sich die Frau inzwischen einen anderen Mann genommen. Die Zeit der Pilgerreise war ihr zu lang und die Arbeit zu viel geworden. Also hatte sie kurzerhand den Knecht geheiratet. Als Ben wieder auftauchte, hatte sie jetzt einen Mann zu viel. Deshalb schrie sie zu Ben: „Nichtsnutz, verschwinde.“

Ben ließ spontan alle Anhaftung an seine Frau und seinen Bauernhof los. Er erkannte sich als Nichtsnutz und sein Ego löste sich auf. In ihm erwachte das Glück der Erleuchtung. Durch die lange Pilgerfahrt und sein neues Mantra war er selbst zu einem goldenen Buddha geworden. Als glücklicher Bettler zog er durch das Land und erhielt jetzt selbst viele Opferbrote von seinen Verehrern. Sein Wunsch nach einem meckerfreien Leben hatte sich erfüllt. Und wenn ihn ein negativer Gedanke plagte, dann dachte er sein Mantra. Er begriff sich als Nichtsnutz, der keine Ansprüche auf irgendetwas hatte. Er nahm deshalb das Leben so an, wie es gerade kam. Er floss mit den Dingen, wie sie sich gestalteten und blieb dadurch immer im Frieden und im Glück. (Frei nacherzählt aus Tibetische Weisheitsgeschichten)

5 Der Mantra-Mann und seine Pferde

In einer kleinen Steinhütte zwischen den Bergen des Himalaya lebte einst ein alter Mann. Seine Frau war vor vielen Jahren gestorben und so war er ganz alleine. Nur sein Sohn war noch bei ihm. Darüber war er sehr dankbar. Egal wie es in seinem Leben kam, er war immer dankbar. Das verdankte er seiner tiefen Spiritualität. Alles Äußere nahm er nicht wichtig. Für einen spirituellen Menschen dient alles Äußere letztlich nur dazu sich innerlich zu entwickeln und die Erleuchtung zu erlangen.

Der alte Mann hatte eine kleine Gebetsmühle, die er beständig drehte. Dabei wiederholte er das tibetische Mantra „Om Mani Padme Hum“. Das Wort Mani bedeutet wunscherfüllendes Juwel. Das wunscherfüllende Juwel im Leben ist das innere Glück. Wer inneres Glück hat, hat alles. Wer kein inneres Glück hat, hat letztlich nichts. Das Mani-Mantra erfüllt uns den Wunsch nach innerem Frieden, Glück und Erleuchtung. Immer wenn den alten Mann ein negativer Gedanke belästigte, dann dachte er sein Mantra und der Gedanke verschwand nach einiger Zeit. So konnte der alte Mann immer seinen inneren Frieden und sein Glück bewahren.

Der alte Mann lebte von der Pferdezucht. Er besaß eine kleine Pferdeherde und einen schönen Hengst. Eines Tages verschwand die Pferdeherde. Der Hengst hatte sie in die Wildnis der Berge entführt. Da bedauerten alle Nachbarn den alten Mann. Doch der Mann drehte seine Gebetsmühle und sagte nur: „Wer weiß, wozu das alles gut ist.“ Nach einigen Woche kam der Hengst mit einer noch größeren Herde zurück. Da war der alte Mann sehr dankbar, denn ohne seine Pferde konnte er kein Geld verdienen.

Einige Zeit später fiel der Sohn beim Zureiten der Wildpferde auf die Erde und brach sich ein Bein. Er konnte nie wieder richtig gehen und erst recht nicht auf einem Pferd reiten. Die Nachbarn bedauerten den alten Mann. Der alte Mann meinte nur trocken: „Wer weiß, wozu das alles gut ist.“

Einige Monate später kam der Krieg in das Land. Der König rekrutierte alle jungen Männer zwangsweise zum Wehrdienst. Die Söhne aller Nachbarn wurden eingezogen. Viele starben im Krieg. Nur der Sohn des alten Mannes durfte zuhause bleiben, weil er zu behindert zum Kämpfen war. Da waren alle Nachbarn neidisch. Der alte Mann drehte seine Gebetsmühle, sprach sein Mantra und war dankbar. Sein spiritueller Weg hatte ihm dauerhaftes Glück beschert. Und als er eines Tages starb, war er auch dankbar. Er war dankbar für sein langes glückliches Leben. Er dachte sein Mantra und ging im inneren Frieden ins Jenseits über. Dort dreht er immer weiter seine Gebetsmühle, denkt sein Mantra und hilft jetzt seinem Sohn auf dem Weg des Glücks.

7. Wie gehst du mit dem Tod um?

Dalai Lama: „Ich meditiere jeden Tag auf den Tod. Ich gehe täglich alle Stadien des Sterbens durch.“

Nils: Die tägliche Beschäftigung mit dem Tod ist ein wichtiger Weg zum inneren Frieden und zur Erleuchtung. Es nimmt uns unsere Angst. Wir können uns positiv auf den Tod einstellen. Wir können den Tod so planen, dass er zu einem Aufstieg ins Licht wird. Wir sind uns der Vergänglichkeit des Lebens bewusst und können dadurch jeden Tag unseres Leben bewusst leben. Für alle spirituellen Menschen ist klar, dass das Bewusstsein ewig lebt. Wir bestimmen durch unser jetziges Verhalten, wie es uns in Zukunft gehen wird. Ein spiritueller Mensch hat grundsätzlich eine positive Zukunft. Wer einen erleuchteten Meister hat, braucht keine Angst vor dem Tod zu haben. Ihm wird immer geholfen.

10 Erleuchtung für den Weltfrieden

Im Moment herrscht Krieg auf der Welt. Russland und die westlichen Länder bekämpfen sich in der Ukraine. Täglich sterben Tausende von Menschen. Jeder Krieg bringt unermessliches Leid über die beteiligten Menschen. Wir sehen sterbende Kinder, vergewaltigte Frauen, weinende Mütter und traumatisierte Männer. Es gab zu allen Zeiten Krieg auf der Welt. Und es droht uns ein noch größerer Krieg zwischen den USA und China. Im Moment werden noch keine Atomwaffen eingesetzt. Damit könnte die ganze Menschheit ausgerottet werden.

Was können wir tun? Wir sollten Krieg verhindern, soweit wir können. Wir sollten Kriege beenden, soweit wir es vermögen. Es ist wichtig das Ziel einer Welt des Friedens, der Liebe und des allgemeinen Glücks aufrecht zu erhalten. Es ist wichtig, weltweit eine Kultur des Friedens aufzubauen. Es ist wichtig, dass wir in uns selbst Frieden, Liebe und Glück erzeugen. Es ist wichtig, dass wir in unseren Familien, Gruppen und Freundeskreisen Frieden und Liebe erzeugen.

Wie kann das gelingen? Wir brauchen eine globale Bewusstseinsänderung. Wir müssen die Energien der Liebe, des Friedens und des inneren Glücks stärken. Inneres Unglück erzeugt Frustration. Und Frustration führt zu Aggression und Kriegen zwischen den Menschen. Eine egoorientierte Welt führt zu Kriegen. Die Liebe und gemeinsames Glück und nicht äußerer Konsum und gegenseitiger Kampf müssen in den Universitäten gelehrt, in den Schulen geübt und in den Massenmedien verbreitet werden.

Wir brauchen mehr erleuchtete Menschen, die mit ihrem Bewusstsein der Liebe und des Friedens das allgemeine Bewusstsein der Welt verändern. Wir brauchen ein goldenes Zeitalter der Weisheit und der Liebe auf der Welt. Dafür arbeiten viele erleuchtete Menschen. Dafür arbeiten Christen, Hindus, Buddhisten und auch viele Menschen im Islam. Dafür arbeite auch ich mit meinen Gruppen und meinen Büchern.

Eine Bekannte von mir hat mir erzählt, dass sie jetzt auch auf dem Weg der Erleuchtung ist. Ein erleuchteter Meister in Indien möchte 80 000 Menschen zur Erleuchtung bringen. Er meint, dass dadurch das Bewusstsein der Welt verändert würde. Noch hat er diese Zahl nicht zusammen. Meine Bekannte hat sich dieser Bewegung angeschlossen. Jeder muss 2500 Euro zahlen und bekommt dafür die Erleuchtungsenergie übertragen. Zuerst hatte meine Bekannte starke Reinigungsprozesse. Aber jetzt entstehen Frieden, Glück und Liebe in ihr. Sie glaubt, dass sie kurz vor der Erleuchtung steht. Ich beobachte interessiert ihren Weg.

Mein Weg ist es das Wissen von der Erleuchtung kostenlos zu verbreiten. Ich habe es kostenlos von meinen Meistern erhalten. Meine Meister wie der Dalai Lama, Swami Sivananda, Sai Baba, Amma (Amritanandamayi) und Mutter Meera geben ihre Energie kostenlos oder gegen einen kleinen Beitrag an ihre Schüler weiter. Jeder entwickelt sich in seiner persönlichen Geschwindigkeit zur Erleuchtung. Dadurch kommt es nicht zur Überforderung bei den Reinigungsprozessen. Aber letztlich hat jeder seinen eigenen Weg. Jeder fühlt sich dahin gezogen, wo es für ihn richtig ist. Meine Bekannte ist eine starke Frau. Sie hat die Kraft für ihren Weg. Sie glaubt an ihren Weg.

Und ich glaube an meinen Weg. Obwohl ein frecher Mensch unter eines meiner Bücher geschrieben hat: „Was nichts kostet, taugt nichts.“ Dann ist mein Weg wohl nicht richtig für ihn. Aber es gibt viele Menschen, die wenig Geld haben. Sie dürfen vom Weg der Erleuchtung, der Liebe, des Friedens und des inneren Glücks nicht ausgeschlossen werden. Deshalb gibt es kostenlose und kostenreiche Angebote auf dem spirituellen Weg. Aber letztlich kann ein Meister nur Weisheit und Energien übertragen. Die innere Arbeit muss jeder selbst machen. Tun wir es für uns und für eine glückliche Welt.

11 Pfingstretreat 2022

Mit der Erleuchtung hat es Pfingsten nicht geklappt. Ich bin so wie immer. Es war wohl nur eine verrückte Idee. Oder der Kosmos hat umdisponiert und die Erleuchtung auf eines der nächsten Retreats verschoben. Das Retreat war das reinste Chaos. Es hatten sich elf Leute angemeldet. Wie in meiner Vision wäre das Retreat voll gewesen. Aber dann haben sich in den letzten zwei Wochen zehn Leute wieder abgemeldet, zwei davon am Tag des Retreats. Nur einer kam. Und der kam eine Stunde zu spät. Das lag vermutlich an verschiedenen ungeplanten Umständen wie der Corona-Pandemi, dem Ukraine-Krieg und dann auch noch dem 9 Euro Ticket, womit man über Pfingsten überall mit der Bahn hinreisen konnte. Die Leute nutzen es zu einem billigen Urlaub und nicht zu einem spirituellen Retreat.

Wir wollten schon das Retreat aufgeben. Dann haben wir es für den einen Teilnehmer durchgeführt, aber auf zwei Tage verkürzt. Barbara war sehr enttäuscht. Sie sah sich als große spirituelle Lehrerin. Und dann das. Aber sie ist eine Kämpferin. Sie rappelte sich wieder auf und machte sofort einen besseren Plan für nächstes Jahr. Wir wollen in Zukunft 50 Euro Anzahlung bei der Anmeldung nehmen. Wenn die Leute etwas anzahlen müssen, dann kommen sie nach aller Erfahrung auch. Und dann wollen wir noch testen, welche Themen die Leute wollen. Wir machen einen Fragebogen. Vielleicht bieten wir Ausbildungen und Einweihungen an. Das ist auch ein Erfolgsmodell. Barbara hat die Idee eine Kurzausbildung zum spirituellen Wegbegleiter zu machen. Ich könnte Yoga, rational-positive Therapie oder das Tarot-Orakel anbieten. Ich bringe mein Wissen ein und Barbara bringt ihr Wissen ein. Sie hat ein Ausbildung als Naturärztin (schweizer Heilpraktikerin) und als Wegbegleiterin der neuen Zeit mit einer Einweihung in die Quellen-Energie. Ich habe eine Ausbildung als Yogalehrer und eine Ausbildung in rational-emotiver Psychotherapie. Ich habe zehn Jahre therapeutische Gruppen mit dem Schwerpunkt positives Denken und Gefühlsarbeit geleitet. Ich nenne meinen Weg rational-positive Therapie, weil ich festgestellt habe, dass die Verbindung von rational-emotiver Therapie (bei der der Schwerpunkt auf dem vernünftigen Denken und dem Verstand liegt) mit dem positiven Denken (bei dem der Schwerpunkt auf der Liebe und dem Herzchakra liegt) für die meisten Menschen der beste Weg der Arbeit an sich selbst ist. Des Weiteren habe ich von einem tibetischen Meister ein Einweihung in den Amitabha-Weg erhalten. Amitabha ist der Buddha der Liebe und des Lichts. Ich werde auf dem nächsten Retreat die Amitabha-Energie übertragen. Das wird ein großer Segen für alle Menschen.

Letztlich war das Pfingstretreat auch mit uns Dreien gut. Barbara konnte alles erzählen, was sie erzählen wollte. Sie konnte es gut üben eine spirituelle Lehrerin zu sein. Und ich habe erkannt, dass jeder von uns sein eigenes spirituelles System hat. Barbaras System passt für sie und mein System für mich. Ich konnte sie mit ihrem System so lassen wie sie ist. Erleuchtung ist letztlich über allen Systemen. Und ich lehre es seinen persönlichen Weg der Wahrheit und Weisheit zu gehen.


Wenn ich genauer hinsehe, war alles gut so wie es ist. Ich hatte die letzten Wochen wieder erhebliche Reinigungsprozesse. Da nur einer kam, überforderte mich das Retreat nicht. Die erste Nacht konnte ich drei Stunden und die zweite Nacht sogar acht Stunden schlafen. Heute bin ich körperlich erholt, aber geistig arbeitet es noch in mir. Ich musste mein Ego loslassen. Das Leben folgt seinem eigenen Plan. Das Leben wollte es so und ich ordne mich dem unter. Und eigentlich ist in meinem Leben alles gut so wie es ist. Ich bin gesund, lebe in der schönen Natur, gehe meinen spirituellen Weg, habe eine passende Freundin und Barbara ist glücklich mit mir. Für sie ist es sehr wichtig, dass wir zusammenziehen. Dieser Gedanke macht sie glücklich. Auch die Idee als spirituelle Lehrerin zu arbeiten und Retreats zu abzuhalten, macht sie glücklich. Das ist ihre Erfüllung. Sie möchte eigentlich auch noch heiraten. Aber da neige ich im Moment eher nicht zu. Ich bin ein eingefleischter Junggeselle. Aber mal sehen, was das Leben noch so bringt.

12 Meine Ausbildungen und Einweihungen

Mein spiritueller Weg begann 1983, als ich ein Buch des griechischen Philosophen Epikur las. Epikur lehrte, dass das Glück eines Menschen hauptsächlich in einem selbst zu finden ist. Diese Lehre ist von der modernen Psychologie bestätigt worden. Nach Sonja Lyubomirsky kommen 90 % des Glücks aus der Psyche und nur 10 % aus unserer äußeren Situation. Wenn wir in unserem Leben glücklich werden wollen, müssen wir an unserer Psyche arbeiten. Wir müssen Eigenschaften wie innerer Frieden, Glück, Liebe und Weisheit entwickeln. Das gelingt durch den Zusammenhang von Gedanken und Gefühlen. Wer positiv denkt, erhält positive Gefühle. Wer negativ denkt, erhält negative Gefühle, ein eher negatives Lebensgefühl und wird oft krank. Negativ denkende Menschen werden neunmal öfter krank als positiv denkende Menschen. Es ist also wichtig achtsam auf die Gedanken und Gefühle zu sein. Das ist auch die Hauptlehre des Buddhismus. Sonja hat festgestellt, dass man mit einigen wenigen einfachen täglichen Übungen sein allgemeines Glücksniveau um 40 % erhöhen kann. Wir sollten jeden Tag etwas meditieren, Sport treiben, auf unsere Gedanken achten und etwas Positives tun.

Mit den Techniken der Psychologie und der Spiritualität überwand ich eine schwere Depression und viele psychosomatische Krankheiten. Ich machte 1988 eine dreijährige Ausbildung zum Psychotherapeuten. Damals war die psychotherapeutische Ausbildung zweigeteilt. Zuerst studierte man Psychologie und danach machte man eine psychotherapeutische Spezialausbildung in einer der vielen therapeutischen Richtungen. Da ich Jura studiert hatte, konnte ich nach einem Test als Quereinsteiger direkt eine psychotherapeutische Ausbildung beginnen. Ich wählte den Weg der rational-emotiven Therapie, eine Form der Verhaltenstherapie mit dem Schwerpunkt auf der Arbeit an den Gedanken und Gefühlen. Gefühle wie zum Beispiel Angst wurden genau erspürt und dann mit einem rationalen Gedanken bearbeitet.

Das ist in vielen Fällen hilfreich. Wenn man bei dem Grund der Angst genau hinsieht, findet man oft einen Weg die Angst zu verringern oder zu überwinden. Gefühle werden also vom Verstand her bearbeitet. Ich habe aber festgestellt, dass der Verstand allein nicht genügt. Man muss auch sein Herzchakra öffnen. Dazu braucht man Liebe, Optimismus und positives Denken. Mein Weg wurde es deshalb Herz und Kopf miteinander zu verbinden. Ich nenne es rational-positive Therapie. Ich war mit dieser Methode sehr erfolgreich. Ich arbeitete einige Jahre als Psychotherapeut und machte zehn Jahre therapeutische Gruppen mit dem Schwerpunkt positives Denken an einem Gesundheitszentrum und an der Volkshochschule.

Nach meiner Ausbildung zum Psychotherapeuten machte ich noch eine Ausbildung als Yogalehrer. Ich arbeitete 18 Jahre als Yogalehrer an der Hamburger Volkshochschule. Dabei habe ich meinen eigenen Weg des Yoga entwickelt, den ich kreativen intuitiven Yoga (oder auch Glücksyoga) nenne. Dieser Weg besteht aus einfachen Übungen und ist leicht zu erlernen. Der Schwerpunkt liegt auf der Energiearbeit und der Entwicklung von innerem Glück. Er beinhaltet dynamische Übungen (Schüttelmeditation), Yogaübungen im Liegen und im Sitzen und verschiedene Meditationstechniken (Muskelentspannung, Body Scan, Gedankenstopp, Lichtmeditation). Ich habe einige erfolgreiche Bücher zum Thema Glücksyoga geschrieben.

Auf meinem spirituellen Weg bekam ich viele Einweihungen und Energieübertragungen. 1991 wurde ich vom Dalai Lama auf einer großen Veranstaltung in Hamburg in den tibetischen Gottheiten-Yoga eingeweiht. Der Gottheiten-Yoga ist ein fortgeschrittener Weg die Erleuchtungsenergie (Kundalini-Energie) zu erwecken. 1998 bekam ich auch noch eine Einweihung vom Dalai Lama zum Bodhisattva. Bei einem langen Ritual spürte ich, wie sich die Energie des Dalai Lama auf mich übertrug und in mich einging. Der Dalai Lama erschien mir danach viele Jahre im Traum und führte mich auf meinem spirituellen Weg.

Im Buddhismus gibt es viele verschiedene Wege. Der Hauptweg mit der größten Anhängerschaft ist der Amitabha-Buddhismus. Er wird vor allem in China, Vietnam, Südkorea und Japan praktiziert. Er ist der einfachste buddhistische Weg. Man verbindet sich täglich mit Buddha Amitabha und denkt seinen Namen als Mantra. Amitabha ist der Buddha der Liebe und des Lichts. Wer sich mit ihm geistig verbindet, dem hilft er in seinem Leben. Er führt ihn in die Liebe und ins Licht. Insbesondere hilft er einem Menschen beim Sterben. Man gelangt dann nach dem Tod ins Paradies von Amitabha (das Reine Land Sukhavati). Ich habe die Wirksamkeit des Amitabha-Mantras beim Tod meiner Mutter sehr deutlich erfahren. Sie starb im Glück und teilte mir danach im Traum mit, dass sie im Paradies sei.

Ein Amitabha-Anhänger ist frei in der persönlichen Gestaltung seines spirituellen Weges. Er muss nicht als Mönch oder Nonne leben. Er muss nicht als abgeschiedener Yogi leben. Er kann so leben wie er möchte. Natürlich sollte er sich bemühen ein guter Mensch zu sein. Hilfreich ist es zu meditieren und an den Gedanken zu arbeiten. Aber hauptsächlich verläßt man sich auf Buddha Amitabha, der einen durch das Leben ins Licht führt. Man wächst spirituell an den Ereignissen des Lebens. Man bewältigt sie mit der Kraft des Mantra und der Gedankenarbeit.

Mich faszinierte der Amitabha-Buddhismus. Ich habe viele Bücher darüber gelesen und geschrieben. In meinem Haus stehen viele Statuen von Buddha Amitabha. 1999 kam dann ein tibetischer Lama nach Hamburg, der mir eine Einweihung in den Amitabha-Buddhismus gab. Eine Woche lang visualisierten wir in einer kleinen Gruppe Amitabha in seinem Paradies, dachten seinen Namen als Mantra, lasen lange tibetische Texte und erhielten eine Segensübertragung. Ich nahm den Segen mit den Willen an auf meine Art kreativ den Amitabha-Buddhismus im Westen zu lehren. Das habe ich bis jetzt durch meine Bücher und meine Gruppen im Internet getan. Ab nächstem Jahr möchte ich auch Menschen in den Amitabha-Weg einweihen und die dazu notwendige Energie übertragen.

Ich lehre einen undogmatischen spirituellen Weg. Jeder darf dem Weg seiner eigenen Wahrheit und Weisheit folgen. Ich vertrete die Einheit aller Religionen, insbesondere die Verbindung von indischem Yoga, buddhistischer Philosophie und westlicher Psychologie. Es gibt bestimmte Techniken, die für viele Menschen hilfreich sind. Dazu gehören die Gedankenarbeit, die Meditation und der Sport (Yoga, Gehen). Mit meiner Freundin Barbara möchte ich das spirituelle Wissen nächstes Jahr in einem Retreat weitergeben. Wir planen eine Ausbildung zum spirituellen Wegbegleiter, die mit einem Zertifikat endet. Darin werden wir die wichtigsten spirituellen Techniken weitergeben und auch eine Einweihung vornehmen.

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15 Buddha hält eine Blume hoch

Als Buddha eine Rede halten sollte, hielt er einfach nur eine Blume hoch. Kashyapa lächte. Er hatte verstanden, was das bedeutete. Daraufhin wurde er zum Nachfolger von Buddha ernannt. Die Blumenrede ist deshalb sehr bedeutsam. Was bedeutet sie?

Die Grundlehre Buddhas ist es, dass das Leben leiden ist. Es gibt das Leid im Leben. Diese Tatsache dürfen wir nicht verdrängen. Wir sollten beim Leid hinsehen. Wir sollten das Leid vermeiden, soweit es uns möglich ist. Wir sollten es annehmen, wenn wir es nicht verhindern können. Wir sollten demütig sein vor dem Willen des Lebens. Das Leben besteht aus Freude und Leid. Es gibt Alter, Krankheit und Tod bei allen Lebewesen. Manchmal gibt es sogar ein Übermaß an Leid auf der Welt, wie wir es gerade beim Ukraine-Krieg sehen. Jeden Tag sterben sehr viele Soldaten und Zivilisten. Städte werden zerstört. Familien werden zerstört. Angst, Trauer, Wut und Verzweiflung beherrscht die Menschen.

Die Zahl der Kriege auf der Welt hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Und jetzt erleben wir sogar eine globale Zeitenwende. Die Welt beginnt ein neues Wettrüsten. Die Staaten bereiten sich auf einen neuen globalen Krieg vor. In zehn Jahren hat China militärisch die USA eingeholt. Dann könnte ein neuer Atomkrieg drohen. Gleichzeitig verstärkt sich der Hunger auf der Welt. Viele Frauen und Kinder verhungern. Es trifft sie besonders stark. Und dann verstärkt sich noch die Klimakrise auf der Welt mit weltweiten Dürren und Unwettern.

Das ist nur der äußere Zustand der Welt, der immer bedrohlicher wird. Gleichzeitig leiden immer mehr Menschen an psychischen und körperlichen Krankheiten. Die Zahl der Ängste und Depressionen nimmt rapide zu. Dieses Leid sollten wir nicht verdrängen. Wir sollten handeln, soweit es uns möglich ist. Und wir sollten es auch gleichzeitig annehmen, nicht daran anhaften, damit wir unseren inneren Frieden finden. Laut Buddha gibt es einen Weg zur Überwindung des Leidens. Es gibt den engagierten Buddhismus, der sich für eine Welt der Liebe, des Friedens und des Glücks engagiert. Und es gibt den Buddhismus als inneren Weg, der uns hilft innerlich das Leid in unserem Leben zu überwinden.

Wie überwinden wir innerlich das Leid? Dafür gibt es viele Techniken. Wir sollten die Techniken finden, die uns persönlich helfen. Es gibt den Weg der Meditation. Dadurch finden wir zum inneren Frieden. Es gibt den Weg der Kundalini-Erweckung durch körperliche und geistige Übungen, durch den Kundalini-Yoga und durch den Gottheiten-Yoga. Durch Visualisierungen, Mantren, Atemtechniken und Körperbewegungen aktivieren wir die Glücksenergie in uns. Dadurch können wir uns innerlich über das äußere Leid erheben. Wir können dadurch zur Erleuchtung gelangen und so grundsätzlich frei vom Leid werden, weil wir kein Ego mehr haben. Wir identifizieren uns nicht mehr mit uns und unserem Körper. Wir sind reines Bewusstsein über allen Dingen.

Wichtig ist auch die Arbeit an den Gedanken. Auch hierfür gibt es verschiedene Techniken. Die grundlegende Erkenntnis besteht darin, dass Gefühle und Gedanken zusammenhängen. Wenn wir positiv denken, erhalten wir positive Gefühle. Wir sollten deshalb Gedanken des Friedens, der Liebe und des Glücks pflegen. Wir sollten achtsam auf unsere Gedanken und Gefühle sein. Wir sollten negative Gedanken sofort stoppen, damit sie nicht negative Gefühle entstehen lassen. Wir sollten auf negative Gefühle meditieren, uns nicht damit identifizieren und sie sich so von alleine beruhigen lassen. Und wir sollten den Blick auch auf das Schöne, Gute und Positive in unserem Leben richten.

Dafür steht die Blumenrede. Sie wendet unseren Blick auf das Positive. Ich ging heute morgen im Wald spazieren. Zuerst machte ich meine Atemübungen, Visualisierungen und dachte Mantren. Ich bewegte allen Stress und alle negativen Gefühle aus meinem Körper heraus. Die Kundalini-Energie erwachte und es entstanden Ruhe und Frieden in mir. Mein Geist war jetzt bereit, auch das Schöne in der Welt zu sehen. Da fiel mein Blick auf einen blühenden Holunderbeerbusch. Ich erkannte spontan die Schönheit der Welt. Durch den Blick auf einen schönen Punkt wandelte sich meine ganze Weltsicht. Ich empfand plötzlich die ganze Welt als schön. Ich gelangte in eine Paradiessicht, in eine Reine Land Sicht, in ein Einheitsbewusstsein. Und dadurch entstand Glück in mir.

Ich pflückte eine Blüte ab und hielt sie vor mir in die Luft. Ich wurde eins mit der Blüte und der ganzen Natur um mich herum. Es gab mich nicht mehr als Körper getrennt von der Natur. In mir waren Frieden, Liebe und Glück. Mir war bewusst, dass es immer noch das viele Leid auf der Welt gab, den Krieg, den Hunger und das innere Leid vieler Menschen. Aber ich hatte mich gleichzeitig auch darüber erhoben. Ich befand mich in einem Zustand aus Trauer, Mitgefühl, Liebe, Frieden und Glück. Das ist das Einheitsbewusstsein, in dem man alle Dinge gleichzeitig sieht und gleichzeitig auch durch sein inneres Glück darüber steht. Ich kochte mir aus der Blüte einen schönen Tee, gab etwas Wildblütenhonig dazu und trank den Tee. So einfach. So zufrieden mit mir und der Welt. So im Frieden und im Glück. er seine Mitmenschen mit seiner Wahrheit und Liebe erreichen. (Frei nacherzählt aus Tibetische Weisheitsgeschichten)

17 Ein Urlaubstag an der Ostsee

Ich blickte aus dem Fenster und erkannte sofort: „Es wird ein sehr schöner Tag.“ Es war Sommer, sehr warm und die Sonne schien. Was sollten wir mit diesem Tag tun? Ab ins Auto und ans Meer. Die Ostsee liegt nicht weit von unserem Haus entfernt, nur 1 1/2 Stunden mit dem Auto. Wir fahren viel zu selten dort hin. Aber heute war der perfekte Tag. Ich kaufte mir noch schnell einen feschen Hut gegen Sonnenbrand. Barbara setzte sich ans Steuer. Sie war die Kapitänin. Der Hund nahm neben ihr auf dem Beifahrersitz platz. Das ist neuerdings sein Stammplatz, der ihm nicht mehr streitig zu machen ist. Und ich wurde auf den Rücksitz verbannt. Dort konnte wenigstens schön meditieren. So ging die Fahrt schnell vorbei.

Wir landeten in Laboe, einem kleinen Touristenort an der Kielerförde mit einem schönen Hundestrand. Es war sehr windig. Wir suchten uns einen geschützten Platz in den Dünen. Der Strand war relativ leer. Erstaunlich für einen so schönen Tag im Sommer. Aber auf dem Meer tobten die Kitesurfer. Das ist im Moment die absolute Trendsportart. Man braucht dazu ein Surfbrett und einen Drachen, der einen durch das Meer zieht. Für die Kitesurfer war es ein perfekter Tag. Es war sehr windig und sie brausten mit großer Geschwindigkeit durch die Wellen.

Ich lief sofort durch den heißen Strand zum Meer. Der Hund hinterher. Aber die Wellen erschreckten ihn zuerst. Bis er merkte, dass sie harmlos sind. Ich setzte vorsichtig einen Fuß ins Wasser. Es war angenehm warm. Barbara kam hinterher und wir machten eine kleine Wanderung am Strand entlang. Überall lagen braungebrannte schöne Frauen mit ihren Hunden. Es gab auch einige Familien. Unser Hund freute sich über die vielen Hundefreunde, mit denen er spielen konnte. Nach der kleinen Strandwanderung sonnten wir uns in unserer Sandmulde. Barbara fragte, ob ich sie noch liebe. Und ich schenkte ihr eine schöne Muschel. Das alles ist mit einem Video dokumentiert.

Abends fuhren wir mit dem Auto in den Ort und gingen mit Hund auf der Strandpromenade spazieren. Hier konnte man die unterschiedlichsten Menschen beobachten. Meistens waren es Paare, wobei es sehr erstaunlich war, wer sich mit wem paarte. Es gab dicke alte Frauen mit schönen jungen Männern. Es gab viele schöne junge Frauen mit eher hässlichen dicken Männern. Es gab Alte und Junge. Barbara und ich fühlten uns zu den Jungen zugehörig, obwohl wir inzwischen nicht mehr ganz so jung sind. Aber nicht das äußere Alter zählt, sondern das innere.

Barbara kaufte in einem Souvenirladen ein Geschenk für ihre Freundin. Ich bekam eine modische Mütze als Andenken. Wir aßen in einem chinesischen Restaurant am Strand und genossen noch etwas den Tag. Dann fuhren wir nach Hamburg zurück. Barbara war glücklich über den schönen Tag. Und wenn die Frau glücklich ist, ist der Mann auch glücklich.

23 Was ist vom Weg der Entsagung zu halten?

Entsagung ist heutzutage kein beliebtes Wort. Die modernen Menschen streben eher nach weltlichem Konsum, äußerem Reichtum und äußerer Fülle. Nur noch wenige Menschen fühlen sich zu einem Leben als Mönch oder Nonne hingezogen. Die christlichen Klöster werden immer leerer. Viele Klöster müssen schließen. Die überwiegende Mehrzahl der Menschen geht den spirituellen Weg verbunden mit einem Leben in der Welt. Das ist im westlichen Buddhismus und im Yoga genauso.

Zitat aus Buddhismus für Dummies: „In einigen Weltreligionen werden Mönche oder Nonnen als Verkörperungen des spirituellen Ideals angesehen – als Personen, die alle weltlichen Anhänglichkeiten aufgegeben haben und ihr Leben dem höchsten Streben gewidmet haben. Auch der Buddhismus schätzt traditionell den Weg als Mönch oder als Nonne am höchsten. Viele werden von der Mönchspraxis aus denselben Gründen angezogen, die sie zum Buddhismus gebracht haben: der Wunsch, das Leiden zu überwinden, anderen Wesen zu dienen und die ultimative Klarheit zu erlangen. Wenn Sie zu diesem Mix eine gewisse Ablehnung (oder Verachtung) des normalen weltlichen Lebens hinzufügen, bekommen Sie ein gutes Gefühl für den Impuls, Mönch oder Nonne zu werden. Mein erster Zen-Lehrer pflegte zu sagen: Klöster sind Plätze für verzweifelte Menschen.“

in der heutige Zeit gibt es viele Menschen, die mit dem normalen weltlichen Leben nicht klar kommen. Sie leiden an dem Leistungsdruck, dem Berufsstress, dem Konkurrenzkampf und oft auch unter Einsamkeit und Sinnlosigkeitsgefühlen. Das Kloster gibt ihnen eine gewisse Geborgenheit, sozialen Kontakt, Halt und Sinnhaftigkeit. Für die meisten Menschen sind die Klosterregeln auf die Dauer aber zu streng. Sie gehen für eine gewisse Zeit ins Kloster. Es ist für viele Menschen sicherlich hilfreich, zur Ruhe zu kommen und aufzutanken. Etwas Entsagung von der Welt ist gut, aber wie ist es mit der dauerhaften Entsagung?

Das spirituelle Ziel im Buddhismus und im Yoga ist das innere Glück, nennen wir es Erleuchtung, Erwachen oder ein Leben im Licht. Grundsätzlich muss sich jeder Mensch zwischen dem inneren und dem äußeren Weg entscheiden. Auf dem äußeren Weg verbrauchen wir unsere innere Energie im ständigen Lebenskampf und in der Anhaftung an die weltlichen Genüsse. Wer in einer Beziehung lebt oder einen anstrengende Beruf hat, hat kaum Zeit sein inneres Glück zu entwickeln. Wenn wir aber der Welt entsagen, als Mönch oder abgeschiedener Yogi (Eremit) leben, dann sammelt sich durch das Leben in der Ruhe und im spirituellen Üben die innere Energie an. Es kann zu einem Durchbruch ins Glück und zur Erleuchtung (Heiligkeit) kommen.

Das muss aber nicht so sein. Auch als Mönch oder Nonne kann man sich durch die dogmatischen und starren Strukturen in einem Kloster an der Erleuchtung hindern. Nur wenige Mönche und Nonnen erreichen das Ziel der Erleuchtung. Aber viele sind in ihrem Leben in der Geborgenheit eines Klosters und einer spirituellen Gemeinschaft glücklich. Andererseits fällt vielen der Verzicht auf Beziehungen, auf die persönliche Freiheit und auf äußere Genüsse schwer.

Ich habe für mich einen Mittelweg gewählt. Ich lebe seit 34 Jahren als abgeschiedener Yogi. Am Anfang war die Abgeschiedenheit sehr stark und es kam oft zu Durchbrüchen zur Erleuchtung. Andererseits war ich aber auch sehr einsam. Jetzt lebe ich in einer Beziehung und gleichzeitig weiter in der Abgeschiedenheit. Das ist für mich im Moment der richtige Weg. Mein spiritueller Weg entwickelt sich etwas langsamer, aber dafür bin ich auch in meinem äußeren Leben glücklich. Es ist aber jeden Tag eine große Kunst, das richtige Gleichgewicht zwischen dem spirituellen und dem weltlichen Weg zu schaffen. Ich muss dafür sorgen, dass ich meine spirituelle Energie bewahre und nicht in äußeren Genüssen verbrauche. Das gelingt durch das persönlich richtige Verhältnis von Nähe und Distanz. Und durch die beständige Achtsamkeit auf die Gedanken und Gefühle. Ich vermeide Gedanken der Anhaftung. Das gelingt durch eine innere Entsagung von der Welt. Ich nehme die Dinge so an wie sie kommen und verstricke mich nicht in den weltlichen Energien. Und wenn ich mich verstricke, dass löse ich das durch meine regelmäßigen Meditationen immer wieder auf.

Ich versuche auch in der äußeren Welt in der inneren Ruhe und Abgeschiedenheit zu leben. Nach der Lehre des Yoga muss man nicht in der äußeren Abgeschiedenheit leben, wenn man zur Erleuchtung kommen will. Viel wichtiger ist die innere Abgeschiedenheit und Entsagung von der Welt. Erleuchtung kommt aus dem Geist. Aber etwas äußere Abgeschiedenheit ist meistens auch wichtig, weil man ohne ausreichende äußere Abgeschiedenheit und Ruhe nicht die Kraft zu einer inneren Abgeschiedenheit hat.

24 Höre auf deine innere Stimme

Heute machen wir mal einen Test. Es heißt, dass die erleuchteten Meister durch die innere Stimme wirken, wenn man sie mit ihrem Namen anruft. Sucht euch einen erleuchteten Meister, verbindet euch geistig mit ihm oder ihr, und denkt mehrmals seinen Namen mit Om davor als Mantra. Zum Beispiel: Om Mutter Meera, Om Dalai Lama, Om Buddha, Om Jesus, Om Shiva, Om alle Buddhas und Bodhisattvas, Om innere Weisheit, Om innere Buddha-Natur. Dann spürt in euch hinein und horcht, was die Stimme eurer inneren Weisheit, eurer Wahrheit und eurem Gefühl der Richtigkeit sagt. Ihr könnt euch auch auf ein Problem oder eine Frage konzentrieren und die Antwort erspüren. Wenn ihr wollt könnt ihr das jeden Tag machen und euch so weise durch das Leben führen lassen. Was sagt eure innere Stimme heute? Habt ihr eine Antwort erhalten?

26 Die vorbereitenden Übungen zur Erleuchtung

Mit den fünf vorbereitenden Übungen (Ngöndro) des tibetischen Buddhismus (Vajrayana) kann man direkt zur Erleuchtung gelangen oder sie als vorbereitende Übungen praktizieren. Ich stelle sie hier stark vereinfachend für westliche Menschen dar, die sich nicht gut mit dem tibetischen Buddhismus auskennen. Grundsätzlich gilt, dass diese Übungen nicht dogmatisch, sondern mit innerem Gespür praktiziert werden sollten. Wir dürfen sie kreativ für uns passend abwandeln. Wir sollten sie so praktizieren, dass dadurch eine spirituelle Wirkung in uns entsteht.

  1. Wir beginnen mit der Zufluchtnahme. Wir besinnen uns auf das Leid in der Welt und in unserem Leben. Wir denken über die Kostbarkeit des spirituellen Weges nach. Wir nehmen Zuflucht zu Buddha (dem spirituellen Vorbild), dem Dharma (dem spirituellen Weg) und zur Sangha (der spirituellen Gemeinschaft. Wir verbeugen uns vor unserer Buddha-Statue (einem Buddha-Bild), visualisieren uns als Buddha oder verehren den historischen Buddha. Dabei denken wir das Mantra: „Ich gehe den spirituellen Weg. Ich strebe danach ein Buddha zu werden. Mögen alle Wesen glücklich sein und vom Leid befreit werden.“ Wir können uns auch einen anderen hilfreichen Satz ausdenken.
  2. Wir machen einige Körperübungen, um unseren Körper zu entspannen und die Energie zum Fließen zu bringen. Ich habe 18 Jahre lange den indischen Hatha-Yoga auf meine Art (Glücksyoga genannt) praktiziert. Jetzt gehe ich dreimal am Tag 20 Minuten spazieren und mache dabei Atemübungen. Wir können auch in unserer Wohnung eine dynamische Meditation, eine Gehmeditation oder die tibetischen Niederwerfungen praktizieren. Finde eine hilfreiche Körperübung, die dir gut tut.
  3. Mit der Vajrasattva-Meditation erwecken wir unsere spirituelle Energie. Vajrasattva ist eine tibetische Meditationsgottheit, die bestimmte Chakren aktiviert und dadurch die Kundalini-Energie zum Fließen bringt. Wir gelangen dadurch in einen höheren Energiezustand. Wir visualisieren uns als erleuchtete Gottheit (Buddha oder Göttin), halten in der einen Hand einen Vajra (den Energiestab des Gottes Indra, ein Symbol für den Kundalini-Kanal in der Mitte unseres Körpers) und bewegen mit der anderen Hand eine Gebetsglocke. Ich visualisiere das nur und bewege geistig die Glocke vor allen Chakren meines Körpers, bis die spirituelle Energie erwacht.
  4. Die Mandala-Meditation dient dazu unser Ego (unsere Ich-Zentrierung) aufzulösen und in die Leerheit, ins Nirwana, in die Einheit mit der Natur zu gelangen. Ein Mandala ist eine kreisförmige Zeichnung, die das gesamte Universum symbolisiert. Wir erkennen uns als Teil des Universums, des Lebens und der Natur. Wir fügen uns in die große Ordnung des Lebens ein. Wir nehmen die Dinge so an wie sie sind. Wir lassen unseren Eigenwillen los. Wir fließen positiv mit dem Leben, wie es sich gestaltet. Wir kommen in uns zur Ruhe und gelangen zum inneren Frieden. Wir stoppen alle Gedanken und werden eins mit dem Mandala, dem Leben, der Natur. Wir leben im erleuchteten Sein, im erleuchteten Hier und Jetzt.
  5. Der zweite Teil der Mandala-Meditation dient dazu in die umfassende Liebe zu kommen. Wir bewegen segnend eine Hand und senden unseren Freunden und allen Wesen Licht. Dazu denken wir das Mantra: „Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“ Sende so lange allen Wesen Licht, bis du dich real mit ihnen verbunden fühlst.
  6. Der Guru-Yoga ist für die meisten Menschen im Westen die schwierigste Übung. Deshalb ist es hilfreich, sich vorwiegend mit dem eigenen inneren Guru zu verbinden, mit der eigenen Wahrheit und Weisheit, mit dem Gefühl der Richtigkeit. Im tibetischen Buddhismus glaubt man an erleuchtete Meister, die uns aus einer höheren Bewusstseinsdimension helfen können. Wenn wir uns mit ihnen verbinden, dann können sie uns helfen. Wir denken das Mantra: „Om alle erleuchteten Meister, Om alle Buddhas und Bodhisattvas, Om innere Weisheit. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg.“

https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/gebete-und-rituale/vorbereitungen/ratschlag-zu-den-vorbereitenden-uebungen-des-ngoendro

30 Das Mandala Opfer

Das Mandala Opfer ist eine sehr komplexe Praxis des tibetischen Buddhismus. Ich stelle hier meine Interpretation dar, die vom traditionellen Vajrayana abweicht. Es geht mir darum, die Essenz dieser Übung in einer einfachen Weise für westliche Menschen nützlich zu machen.

Ein Mandala ist eine kreisförmige Darstellung des Kosmos. Es gibt sehr unterschiedliche Zeichnungen, die jeweils bestimmte Energien verkörpern. Wenn wir auf die Zeichnung eines Mandalas meditieren und mit dem Mandala eins werden, dann können wir dadurch unser Ego auflösen und in ein Einheitsbewusstsein gelangen. Den gleichen Effekt können wir erzielen, wenn auf die Natur, den Sternenhimmel oder das gesamte Universum meditieren.

Bei mir geschieht das normalerweise bei einer Gehmeditation durch den Wald. Zuerst gehe ich schnell und reinige mit einer Feueratmung und Mantren meinen Körper. Ich löse die inneren Verspannungen und reinige die Chakren und Energiekanäle. Das ist die Stufe der Körperübungen. Dann visualisiere ich mich als Gottheit, als Buddha oder Vajrasattva. Dadurch bringe ich meine Energie in eine Erleuchtungsanordnung. Energie (Gefühle) können sich zerstreuen, an weltlichen Dingen anhaften oder sich in Ängsten verlieren. Die Energie muss spirituell zentriert werden, damit innerer Frieden, Glück und Liebe entsteht. Das geschieht durch die Identifizierung mit einem erleuchteten Vorbild.

Danach kommt die Stufe der Ruhe. Ich bringe meinen Geist zur Ruhe und gehe einfach nur meditativ spazieren. Plötzlich gibt es dann einen Bewusstseinsumschwung. Die Erleuchtungsenergie erwacht. Mein Geist wird plötzlich positiv. Die Energie in mir nimmt stark zu. Sie füllt mich innerlich und wächst dann über mich hinaus. Ich nehme plötzlich die Natur um mich herum, die Bäume, die Blumen, die Vögel und das Licht in der Welt war. Mein Ich-Bewusstsein verringert sich und ich empfinde mich mehr als eins mit der Welt und in Harmonie mit mir selbst. Ich komme in ein Einheitsbewusstsein.

Und darum geht es bei der Mandala-Meditation. In der Reihenfolge der tibetischen Ngöndro-Übungen aktivieren wir zuerst mit den Niederwerfungen (Yogaübungen) unsere Energie, sammeln unsere Energie mit der Vajrasattva-Meditation und bringen sie dann mit einer Meditation zur Ruhe. Und dann lösen wir unser Ich-Bewusstsein in die Leerheit/Einheit auf. Dazu finden wir hilfreiche Gedanken und Visualisierungen.

Wir spüren uns in der Einheit des Kosmos. Wir sind Teil der Natur. Wir fügen uns in die Gesetze und die große Ordnung des Universums ein. Wir geben unseren Eigenwillen auf. Wir fließen mit dem Leben. Wir nehmen die Dinge so an wie sie sind. Wir entwickeln Gleichmut gegenüber den Grundtatsachen des Lebens, dem Leid in unserem Leben, dem Tod, der Vergänglichkeit und der Auflösung unseres Körpers. Wir haften nicht an unserem Körper, an unserem Leben und auch nicht an unseren Mitmenschen an. Alles befindet sich in einem ewigen Prozess des Werdens und Vergehens. Sich in das Mandala zu opfern bedeutet, das Leben mit allen positiven und negativen Seiten zu anzunehmen wie es ist. Wir leben entspannt im Hier und Jetzt, im erleuchteten Sein, auch wenn das Leben gerade leidvoll ist. Wir haften nicht an dem Leid der Vergangenheit und der Zukunft an. Wir sind erleuchtetes Bewusstsein in einer Dimension über der materiellen Welt. Das weltliche Leben berührt uns nicht mehr wirklich, weil wir innerlich voller Glück und Gleichmut (ohne Anhaftung) sind.

Im tibetischen Buddhismus opfern wir unseren Körper in das Mandala des Universums. Wir lösen alle Anhaftungen auf. Wir leben im Sein und im Geben. So erhalten wir ein gutes Karma. Wir geben unseren Mitmenschen unsere Glücksenergie und nehmen ihre Leidenergie auf. Und wachsen gerade dadurch ins Glück und in die Liebe, weil das Erleuchtungsbewusstsein durch die Umkehrung der Egogesetzte entsteht. Wir leben im Schwerpunkt als Bodhisattva für das Glück und die Erleuchtung unserer Mitmenschen. Wir wünschen ihnen Erleuchtung und sehen sie als erleuchtet. Und stärken dadurch unsere eigene Erleuchtung. Das ist das große Opfer in das Mandala. Einfach ausgedrückt: Wir nehmen das Leben so wie es ist. Wir erkennen, dass wir einfach nur ein Teil des Lebens sind. Wenn wir unsere Widerstände aufgeben und aus der Liebe heraus leben, entstehen Harmonie und Glück.

31 Guru-Yoga

Guru-Yoga ist die Kernpraxis des tibetischen Buddhismus. Zur Erleuchtung gelangen wir grundsätzlich nur durch die Gnade des Gurus. Zwar gibt es einige Ausnahmen. Aber die meisten Erleuchteten, die ich kenne, kamen zur Erleuchtung durch den Kontakt mit einem Guru. Wir brauchen also einen erleuchteten Meister, wenn wir das spirituelle Ziel erreichen wollen. Alles andere ist eine Illusion, die uns unser Ego macht.

Mein erster Guru war der griechische Philosoph Epikur. Ich las ein Buch von ihm und es berührte mich tief. Ich war fünfzehn Jahre lang intensiv auf der Suche nach dem tieferen Sinn des Lebens gewesen. Jetzt wusste ich, dass ich am Ziel war. Ich hatte das Glück im Außen gesucht. Epikur lehrte es das Glück vorwiegend in sich selbst zu suchen. Diese Auffassung wird auch von der modernen Glücksforschung vertreten. Ich spürte spontan, dass Epikur recht hatte. Ein halbes Jahr durchzog mich eine tiefe Freude.

Dann ging ich weiter, um mein Wissen zu vertiefen. Ich las die Bücher von Buddha, von Laotse und von vielen anderen erleuchteten Meister. Sie erreichten mich durch ihre Bücher und ihre Lehre. Es genügt das Buch eines erleuchteten Meisters zu lesen, um seinen Segen zu erhalten. Wenn man das Buch eines erleuchteten Meisters liest, tritt man in sein Energiefeld ein. Und genau das transformiert einen Menschen auf die Dauer.

Nach dem Kontakt mit Epikur entwickelte sich mein spiritueller Weg von alleine weiter. Es folgte Schritt auf Schritt wie nach einem höheren Plan. Man kann es so sehen, dass mein Unterbewusstsein jetzt auf die Erleuchtung programmiert war und sich von alleine seinen Weg suchte. Ich sehe es eher so, dass ich in das Energiefeld der Erleuchteten eingetreten war und von einer höheren Ebene aus geführt wurde. Alle Erleuchteten besitzen ein Einheitsbewusstsein. Sie empfinden sich als zusammengehörig. Und sie haben kein Ego. Sie wirken zusammen, wenn ein Zusammenwirken erforderlich ist.

Nach und nach traten die verschiedensten erleuchteten Meister in mein Leben. Immer gerade der, den ich in der jeweiligen Entwicklungsstufe brauchte. Swami Sivananda brachte mich zum Hatha-Yoga, zur Yogalehrer-Ausbildung und zu meinem Beruf als Yogalehrer. Sathya Sai Baba führte mich sieben Jahre durch eine schwierige Zeit in meinem Leben. Ich las ein Buch von ihm und fühlte mich spontan energetisch mit ihm verbunden. Er erschien mir oft in meinen Träumen und stärkte mich mit seiner Energie. Es geschahen viele Wunder in meinem Leben. Sai Baba übertrug mir auch bestimmte übersinnliche Fähigkeiten (Siddhis), die für meine Arbeit als spiritueller Lehrer wichtig waren.

Der Dalai Lama trat in mein Leben, als ich mich mit dem tibetischen Buddhismus beschäftigte. Er initiierte mich 1998 zum Bodhisattva und weihte mich in den tibetischen Gottheiten-Yoga ein. Es war eine Segensübertragung. Ich spürte, wie starke Energien vom Dalai Lama ausgingen und in mich hinein flossen. Insbesondere öffnete er mein Scheitelchakra und mein Herzchakra. Er erschien mir viele Jahre in Träumen und führte mich auf meinem spirituellen Weg.

Amritanadamayi (Amma) schenkte mir eine Umarmung und stärkte mich in dem Wunsch mich für eine Welt der Liebe und des Friedens zu engagieren. Ich nahm an einem dreitägigen Retreat mit ihr teil. Das erwies sich als großer Segen auf meinem Weg. Sie ist immer noch eine große Inspiration für mich. Ich lese immer noch ihre Bücher, um mit ihr dauerhaft verbunden zu bleiben.

ShantiMayi brachte mich alleine durch ihre reale Gegenwart zu einem spirituellen Durchbuch. Ich nahm an einem Satsang von ihr teil, auf dem sie mir Erleuchtungsenergie übertrug. Jahre später sah ich einfach nur ein Video auf YouTube von ihr und trat dabei wieder spürbar in ihre Energie ein.

Mutter Meera empfinde ich als meine derzeitige Meisterin, die mich führt. Ich habe sie viele Jahre lang regelmäßig besucht. Sie hat meinen Kopf berührt, mir in die Augen geschaut und mir viele verschiedene Energien übertragen. Sie hilft mir über eine höhere Dimension oft in schwierigen Situationen. Ich spüre, dass sie jeden Tag bei mir ist. Ich brauche nur ein Bild von ihr anzuschauen und schon bin ich in ihrem Energiefeld.

Ein Guru wirkt auf vielen Ebenen. Er wirkt durch seine Bücher und seine Lehre. Er wirkt durch sein Vorbild. Und vor allem wirkt er durch seine Energie, seine spirituelle Ausstrahlung. Es ist wie das Baden in einem Heilwasser. Wenn wir Vertrauen zu einem Guru entwickeln, dann öffnen wir uns seiner Energie. Wir verbinden uns mit seiner Energie (seinem Bewusstseinsfeld). Dadurch heilen wir innerlich und wachsen zur Erleuchtung. Wie lange unser Weg dauert, hängt von unserem Potential ab. Da wir alle wenig Potential haben, werden die Meisten von uns über viele Leben geführt, bis sie das Ziel erreichen. Wenn wirklich Liebe zwischen einem Guru und seinem Schüler vorhanden ist, dann bleibt diese Verbindung ewig bestehen.

Aus meiner Sicht besitzt ein erleuchteter Guru höhere spirituelle Kräfte (Siddhis). Er besitzt die Fähigkeit der Allgegenwart, der Allwissenheit und der Allmacht. Wenn wir an ihn denken, kann er uns sehen und uns helfen. Das haben viele Gurus immer wieder betont. Die wichtigste spirituelle Übung ist es deshalb immer wieder den Namen des Gurus zu denken und sich so mit ihm zu verbinden. Insbesondere in Notsituationen sollten wir unseren Guru anrufen. Und auch dann, wenn wir auf unserem spirituellen Weg nicht weiter wissen. Das hat der Gründer des tibetischen Buddhismus Padmasambhava allen seinen Schülern eindringlich geraten. Daran habe ich mich immer gehalten und bin so gut durch alle Schwierigkeiten auf meinem Weg hindurch gekommen. Ich habe mich mit meinen Meistern verbunden und dann auf die Stimme meiner eigenen Weisheit (das Gefühl der Richtigkeit) gehört. Das rate ich auch allen Menschen in meinen Gruppen. Man geht so seinen eigenen Weg der Wahrheit und wird gleichzeitig geführt.

Der ideale Guru führt einen Menschen zu sich selbst. Er macht einen nicht von sich abhängig. Das tun nur spirituelle Lehrer, die aus dem Ego heraus handeln. Sie streben nach Macht, Geld, Liebe und Anerkennung. Ein wahrer Guru lebt mehr im Geben als im Nehmen. Er nimmt Leid für seine Schüler in Kauf. Er gibt ihnen seine Energie und sein Glück. Er überträgt ihnen die Erleuchtungsenergie, wenn sie dafür reif sind. Meistens wirkt ein erleuchteter Meister unauffällig. Man muss genau hinsehen, um sein Wirken zu erkennen.

Die vorbereitenden Übungen im tibetischen Buddhismus sind wichtig. Sie bereiten den Schüler auf die Gnade des Gurus vor. Ist der Schüler genügend innerlich gereinigt und hat positive Eigenschaften wie Liebe, Frieden und Wahrhaftigkeit entwickelt, dann kann der Guru die Erleuchtungsenergie in Gang setzen. Und er wird den Schüler so lange spirituell begleiten, bis der Schüler die dauerhafte Erleuchtung erreicht hat.

Wie praktizieren wir den Guru-Yoga? Als erstes suchen wir uns einen Guru, zu dem wir Vertrauen haben. Dann prüfen wir den Guru genau. Es gibt viele falsche und schlechte Gurus. Sie führen uns in die Dunkelheit statt ins Licht. Wir dürfen unseren Verstand nicht an der Tür zur Spiritualität abgeben. Letztlich sind wir für uns verantwortlich. Wenn wir den zu uns passenden Guru gefunden haben, dann sollten wir bei ihm bleiben. Wir sollten die Verbindung pflegen durch das Lesen seiner Bücher, durch den Besuch seiner Gruppen und durch ein Mantra. Om alle erleuchteten Meister. Om innere Weisheit. Bitte führt uns auf unserem spirituellen Weg.

https://de.wikipedia.org/wiki/Guruyoga

Juli

annend zu erfahren, dass sie etwas unterschiedliche Energien ausstrahlten. Die Zen-Meisterin füllte den ganzen Saal mit einer Energie aus Frieden und Glück. Die Yoga-Meisterin strahlte eher Glück und Liebe aus. Zusammen waren sie die perfekte Mischung.

9 Meine Erleuchtungserfahrungen

Ich schreibe das hier nicht, um zu zeigen, wie großartig ich bin. In Wirklichkeit bin ich der kleinste und elendste Mensch auf der Welt. Jedenfalls glaube ich das manchmal. Bis ich meinen Blick von mir auf meine Mitmenschen richte. Dann erkenne ich, dass die Welt voller Leiden ist. Und es gibt Menschen, denen es noch schlechter geht als mir. Meine schlimmste Erfahrung war meine schwere Depression vor etwa 40 Jahren. Ich war ein Jahr schwer depressiv und wollte nicht mehr leben. Als ich mich dank meiner spirituellen Techniken daraus befreit hatte, war es mein sehnlichster Wunsch alle andere depressiven Menschen zu retten. Bis ich meine vollständige Machtlosigkeit erkannte. Ich machte sogar eine Ausbildung als Psychotherapeut. Aber helfen konnte ich meinen Mitmenschen nur sehr begrenzt.

Meine Mutter sah in mir einen Mickerling. Ich konnte ihren Leistungsansprüchen nie genügen. Ich war nie gut genug. Das prägte mich tief in meiner Seele. Später in der Schule waren die anderen Jungen viel größer und stärker als ich. Sie bekamen die Mädchen und ich blieb allein. Da wusste ich, dass ich wirklich ein Mickerling war. Und diese Erfahrung setzte sich sogar auf dem spirituellen Weg fort. Alle meine Freunde machten große spirituelle Fortschritte. Nur ich quäle mich seit dreißig Jahren mit Reinigungsprozessen herum. Ich kenne keinen, der so lange so intensive Reinigungsprozesse hatte wie ich. Mein Mutter fragte immer: „Wann bist du endlich erleuchtet?“ Und lustigerweise fragte mich meine jetzige Freundin Barbara das auch immer wieder. Ich hatte sogar eine Vision, dass ich dieses Jahr zur Erleuchtung komme. Alle Umstände der Vision traten ein. Nur mit der Erleuchtung klappte es nicht.

Ich betone deshalb immer wieder, dass ich nichts Besonderes bin. Ich bin nicht dauerhaft erleuchtet. Ich habe einfach nur relativ viele Erleuchtungserfahrungen. Ich brach durch die verschiedensten Techniken etwa 30 mal zur Erleuchtung durch. Und war danach wieder so unerleuchtet wie vorher. Ich kann deshalb aber berichten, mit welchen Techniken man zur Erleuchtung durchbrechen kann. Das stimmt mit den in den spirituellen Büchern beschriebenen Wegen überein. Aber es ist natürlich besonders beeindruckend, wenn man es selbst erfahren hat. Ich habe es aufgeschrieben, um dich auf deinem Weg zu inspirieren und dir etwas Klarheit über den spirituellen Weg zu verschaffen.

Mein spiritueller Weg begann damit, dass ich fünfzehn Jahre lang nach dem tieferen Sinn des Lebens suchte. Meine erste Erkenntnis bestand darin, dass der Mensch nach Glück strebt und Leid vermeiden möchte. Ich suchte zuerst das Glück im Außen. Ich suchte es im Konsum, in Reisen, in Liebesbeziehungen und im beruflichen Erfolg. Aber nirgends fand ich das dauerhafte tiefe Glück. Ich beschäftigte mich mit Philosophie und traf so auf den griechischen Philosophen Epikur. Epikur lehrte es äußerlich genügsam und innerlich glücklich zu sein. Er lehrte es das Glück in sich selbst zu suchen. Diese Erkenntnis schlug wie ein Blitzschlag in mein Bewusstsein ein. Von da an war ich intensiv auf der Suche nach dem inneren Glück.

Zunächst einmal brach daraufhin mein äußeres Leben vollständig zusammen. Ich verlor meine Familie, meinen Beruf als Rechtsanwalt, erlitt einen schweren Burnout und wurde depressiv. Ich hatte mit vielen psychosomatischen Krankheiten zu kämpfen. Ich las viele psychologische Bücher um herauszufinden, wie ich meine Depression überwinden konnte. Die damaligen Ärzte konnten mir nicht helfen. Ich begann hart an meinen depressiven Gedanken zu arbeiten. Ich praktizierte Karate und Autogenes Training. Der Sport gab mir innere Kraft und die Meditation innere Ruhe. Nach einem halben Jahr intensiver Gedankenarbeit merkte ich, wie sich mein Selbst auflöste. Das machte mir große Angst, aber ich ging trotzdem meinen Weg weiter, weil ich meine Depression loswerden wollte. Nach einer Woche wachte ich plötzlich morgens auf und war erleuchtet. Es gab mich nicht mehr. Ich war reines Bewusstsein ohne Ich-Identität. Meine Depression war verschwunden und in mir waren Frieden und Mitgefühl.

Nach etwa zwei Wochen verschwand dieser Zustand wieder. Ich bekam ein neues Ich-Gefühl, zum Glück ohne Depression und von Grund auf positiv. Aus dieser Erfahrung erkannte ich, dass konsequentes positives Denken zur Erleuchtung führen kann. Man muss nur konsequent alle depressiven Gedanken durch positive Gedanken ersetzen. Diese Technik wird bei dem Yogaweisen Patanjali beschrieben. Und auch Buddha legt einen Schwerpunkt seines Erleuchtungsweges auf die Arbeit an den Gedanken. Ich nannte diese Technik „Tiefe Gedanken“. Man muss einen Gedanken finden, der so stark ist und so tief geht, dass er alle Anhaftung an äußeres Leid und äußere Genüsse aufhebt. Nach meiner Erfahrung kann dieser Gedanke nur individuell gefunden werden. Man muss ausprobieren, was in der Tiefe alle Verspannungen im Geist auflöst. Dann kann sich die innere Glücksenergie entfalten und Heilung kann geschehen.

10 Wege zur Erleuchtung

Nach meiner ersten Erleuchtungserfahrung begann ich regelmäßig jeden Tag drei Stunden zu meditieren. Ich suchte viele erleuchtete Meister auf, um mich über den spirituellen Weg zu informieren. Dabei muss sich wohl etwas in mir gelöst haben. Nach etwa drei Jahren auf dem spirituellen Weg erwachte plötzlich meine Kundalini-Energie. Bei einer Meditation im Liegen stieg plötzlich aus dem Beckenboden in der Mitte meines Körpers eine armdicke Energiesäule langsam in meinem Körper bis zum Kopf hin auf. Die Kundalini-Schlange war erwacht. Als sie die Mitte des Kopfes erreicht hatte, wo die Zirbeldrüse lag, gab es einen totalen Bewusstseinsumschwung. Mein Ego löste sich auf und ich befand mich in einer Dimension aus unermesslichem Glück, tiefem Frieden, umfassender Liebe und völliger Klarheit. Alle meine Fragen wurden hier beantwortet. Ich fragte, worum ich so ein Mickeling bin. Die Antwort lautete, dass das genau richtig ist. Ich bin genau so richtig, wie ich bin. Durch diese Erkenntnis in der tiefsten Meditation konnte ich ich mich selbst annehmen und Frieden mit mir finden.

Durch diese Erfahrung erkannte ich, was der tiefere Sinn der Seelenwanderung durch viele Leben ist. Es gibt einen Bewusstseinszustand aus unermesslichem Glück. Die Aufgabe aller Seelen ist es dort dauerhaft hinzugelangen. Dieser Zustand übersteigt die normale Erleuchtung, die ich am Anfang erreichte. Dieser Zustand geht weit darüber hinaus. Im Hinduismus nennt man es die Vereinigung von Shiva und Shakti. Oder auch Sathyaloka, den Ort der höchsten Wahrheit. Christliche Mystiker sprechen von dem Einswerden mit Gott. So ist Jesus zu verstehen, wenn er sagt: „Ich und der Vater sind eins.“ Der Weg dort hin ist die Kundalini-Meditation. Sie wird auch im Christentum und im tibetischen Buddhismus praktiziert. Theresa von Avila brachte erst ihren Geist zur Ruhe und konzentrierte sich dann auf Gott. Sie sprach das Vaterunser, bis sie eins mit Gott wurde. Im tibetischen Buddhismus nennt man das den Gottheiten-Yoga. Man visualisiert sich als Gottheit und erweckt dadurch die Erleuchtungsenergie. Dann löst man sein Ego durch die Vorstellung der Leerheit auf.

Derzeit praktiziere ich diese Technik jeden Tag beim Spazierengehen und bei meiner Meditation im Liegen. Ich erwecke mit Visualisierungen, Mantren, Körperbewegungen und Atemtechniken meine Kundalini-Energie (mein inneres Glück). Danach stoppe ich in einer zweiten Stufe einfach meine Gedanken, komme zur Ruhe und irgendwann gibt es einen Bewusstseinsumschwung. Ich bin in der Einheit, im Frieden und im Glück. Aber in so tiefe Zustände wie am Anfang meines spirituellen Weges komme ich im Moment nicht mehr.

Nach meiner ersten Kundalini-Erfahrung im Liegen hatte ich kurze Zeit später noch eine zweite und eine dritte Erfahrung. Ich machte Yoga-Übungen im Stehen. Bei der zweiten Erfahrung stieg dabei die Kundalini-Säule durch mein Scheitelchakra hinauf bis in den Himmel. Dann floss sie Außen wieder herunter und brachte mich in die Einheit des Kosmos. Ich wurde eins mit dem Kosmos. Bei der dritten Erfahrung kam das Licht direkt vom Himmel herunter, floss in mich hinein und erfüllte mich mit Glück. Auf meinem Kopf bildete sich eine Energieflamme, wie sie manchmal auf Buddhastatuen zu sehen ist.

Nach sechs Jahren auf dem spirituellen Weg praktizierte ich ein halbes Jahre jeden Tag eine halbe Stunde Runen-Yoga. Ich bewegte mich schüttelnd in den Knien, ging mit den Armen in bestimmte Runenstellungen, visualisierte die Rune in meinem Körper und dachte dabei ein Mantra. Nachdem ich das ein halbes Jahr gemacht hatte, lösten sich plötzlich viele Verspannungen in meinem Körper. Meine spirituelle Energie erwachte grundlegend. Von da an lebte ich beständig in einer Dimension aus Energie. Ich war energetisch mit meiner gesamten Umwelt verbunden und konnte meine Mitmenschen energetisch spüren. Das war die Voraussetzung für meine Arbeit als spiritueller Lehrer. Ich spürte genau, was ich tun musste, damit Entspannung, Heilung und Glück in meiner Gruppe entstand.

11 Ich lebte 34 Jahre als Yogi

Ich zog in mein abgeschiedene Haus im Wald. Dort begann ich intensiv als Yogi zu praktizieren. Vier Jahre lang probierte ich aus, welche spirituellen Übungen für mich am besten wirken. Ich entwickelte die Technik des spirituellen Tagesplanes. Im ständigen Wechsel praktizierte ich Liegen (Meditation), Lesen (in einem spirituellen Buch), Gehen (eine Gehmeditation mit Atemübungen), Gutes tun (für das Glück aller Wesen arbeiten) und Genießen (einfach entspannen und etwas Schönes tun). Ich machte jeden Tag etwa zwei Runden und alles genau mit innerem Gespür. Ich spürte genau, wann, wie und wie lange ich die jeweilige Technik praktizieren musste. Gleichzeitig achtete ich auf meine Gedanken und richtete meinen Geist immer wieder positiv aus.

Nachdem ich ein halbes Jahr intensiv jeden Tag von morgens bis abends ohne Unterbrechung praktiziert hatte, brach ich eine Zeitlang immer wieder zur Erleuchtung durch. Ich gelangte in intensive Glücks- und Einheitszustände. Durch die starke Erleuchtungsenergie lösten sich nach jeder Erleuchtungserfahrung viele innere Verspannungen. Depressionen, Unruhe und negative Gedanken traten auf. Da mir das nach einiger Zeit zu anstrengend wurde, wechselte ich vom extremen Üben zu einem sanfteren mittleren Weg. Meine Kundalini-Energie begann sich von alleine zu entfalten. Ich brauchte nichts mehr zu tun als zu versuchen, die Reinigungsprozesse möglichst klein zu halten. Ich ging viel spazieren, sah viel fern und genoss einfach nur das Leben. Meine spirituellen Übungen machte ich nur noch einige Stunden am Tag. Dafür war ich nachts oft mit intensiven Kundaliniprozessen beschäftigt.

Ich machte eine Ausbildung als Yogalehrer und begann an der Volkshochschule Yoga zu unterrichten. Dabei lernte ich eine spirituell fortgeschrittene Frau mit einer starken Energie kennen. Für zehn Jahre waren wir ein Paar. Wir praktizierten Tantra-Yoga und brachen dadurch oft gemeinsam zur Erleuchtung durch. Es war eine sehr glückliche Zeit. Sie endete, als plötzlich die starke spirituelle Energie verschwand, die ich damals fast dauerhaft hatte. Ich verlor meine Yogagruppen und war auch für die Frau nicht mehr attraktiv genug. Meine spirituelle Energie wandte sich irgendwie nach innen und reinigte tieferliegende Bewusstseinsbereiche. Dadurch kam ich plötzlich mit meinen früheren Leben in Kontakt.

Die Traumata aus meinen früheren Leben traten an die Oberfläche und lösten sich auf. Im Laufe der Zeit sah ich so etwa fünftausend frühere Leben. Die Reinigungsprozesse wurden jetzt wieder intensiver und ich war gut mit mir selbst beschäftigt. 2003 kam ich dann in eine Phase, wo ich vier Wochen lang vor Energie glühte und kaum schlafen konnte. Es war als ob ich meine Hände in eine Steckdose gesteckt hätte und ständig unter Strom stand. So etwas wird in den Yogaschriften als energetische Grundreinigung beschrieben. Danach wurde mein Weg wieder etwas leichter.

12 Die wichtigsten Techniken der Erleuchtung

Es gibt viele Techniken um zur Erleuchtung zu gelangen. Im Buddhismus gibt es das Buch von den 84 Meistern der Mahamudra (des Einheitsbewusstseins). Dort werden viele Techniken genannt, die in der tantrischen Epoche des Buddhismus und Hinduismus entwickelt wurden. Die Religionen der Welt sind aus meiner Sicht verschiedene Wege zur Erleuchtung. Der indische Yogi Ramakrishna hat viele Religionen (Hinduismus, Christentum und Islam) ausprobiert und herausgefunden, dass sie alle zur Erleuchtung führen können. Der tibetische Buddhismus ist eine Sammlung der verschiedensten Techniken. In der Hatha-Yoga-Pradipika werden ebenfalls viele Techniken beschrieben.

Ich habe im Laufe meines spirituellen Weges viele Techniken ausprobiert. Und manches hat zufällig funktioniert, auch wenn ich damit meistens nicht wirklich eine Erleuchtung beabsichtigt habe. Erleuchtung kann man letztlich nicht erzwingen. Sie kommt zu ihrer Zeit. Aber man kann den Weg ebnen. Das geschieht vor allem durch die regelmäßige Meditation, die Verbindung mit einem erleuchteten Vorbild und durch die konsequente Gedankenarbeit.

Grundlegend kann man sagen, dass der Körper und der Geist von inneren Verspannungen gereinigt werden müssen. Durch Ängste und Stress setzen sich im Menschen Verspannungsstrukturen fest. Sie blockieren die natürliche Glücksenergie und letztlich auch die Erleuchtung. Jeder Mensch besitzt eine Buddha-Natur. Sie muss nur freigelegt werden. Das kann dadurch geschehen, dass man sich einfach nur dieser Buddha-Natur bewusst wird. Der Glauben an die eigene Erleuchtung kann zur Erleuchtung führen. Oder zu einem großen Ego. Davor muss man sich hüten. Deshalb ist es wichtig Grundsätze wie Demut, Bescheidenheit, Einfachheit, Natürlichkeit und Authentizität zu üben. Auch umfassende Liebe und Mitgefühl können ein Weg sein, das Ego zu überwinden.

Seine Meinung für die einzig Richtige zu halten, ist ein Zeichen für ein großes Ego. Streit und aggressive Debatten in den Religionen sind ein Zeichen für Unerleuchtetheit und ein großes Ego. Dogmatismus ist ein Zeichen für ein großes Ego. Hüten wir uns auf dem spirituellen Weg vor einem großen Ego. Es ist die große Falle auf dem spirituellen Weg. Es führt in die Hölle und nicht in den Himmel. Symbolisch steht dafür der Teufel. Wir sind vom Teufel besessen, wenn wir ein großes Ego haben. Und leider gibt es viele große und kleine Teufel auf der Welt. Es wird Zeit das Wissen von der Erleuchtung und dem Weg der Liebe zu verbreiten. Es wird Zeit eine Welt der Liebe, des Friedens und der Erleuchtung aufzubauen.

Der Weg der inneren Reinigung erfolgt grundsätzlich über Körperübungen, Geistesübungen, Vorbild-Yoga und den Weg der umfassenden Liebe. Wir müssen Eigenschaften wie Liebe, Frieden, Glück, Weisheit und Selbstdisziplin üben. Wir sollten uns an einem erleuchteten Vorbild orientieren. Die Identifizierung mit einem erleuchteten Vorbild kann die eigene Buddha-Natur erwecken. Ich habe mich einmal vor dem Einschlafen so auf Buddha als Vorbild konzentriert, dass ich am nächsten Tag als Buddha aufgewacht bin. Der Vorbild-Yoga (Traum-Yoga) hat meine eigene Buddha-Natur aufweckt.

Grundsätzlich sollen wir Übungen für den Körper und den Geist praktizieren. Wenn wir die Verspannungen im Körper und im Geist lösen, dann beginnt oft die innere Energie zu fließen. Im tibetischen Buddhismus gibt es deshalb die vorbereitenden Übungen (Ngöndro) aus Nachdenken (Besinnen auf die Kostbarkeit des spirituellen Weges), Körperübungen (Niederwerfungen), Vajrasattva-Meditation (Vorbild-Yoga), Mandala-Opferung (Übung des Gebens) und des Guru-Yoga (Verbindung mit der Erleuchtungsenergie des Gurus). Im indischen Yoga (Hinduismus) gibt es den integralen Yoga (Swami Sivananda, Anandamayi Ma, Sri Aurobindo) aus der Verbindung von Körperübungen (Hatha-Yoga, Meditation), Geistesübungen (Jnana-Yoga/Nachdenken, Selbstbesinnung), Vorbild-Yoga (Gottheiten-Yoga, Kundalini-Yoga) und umfassender Liebe (Karma-Yoga). Durch jede dieser Übungen kann man zur Erleuchtung gelangen. Am besten macht man sie alle zusammen.

Ich habe 18 Jahre intensiv Hatha-Yoga praktiziert. Durch bestimmte Übungen in einer bestimmten Reihenfolge konnte ich meine Erleuchtungsenergie erwecken und meine Yogagruppen immer wieder ins Licht führen. Ich selbst habe meine spirituelle Energie durch ganz einfache Runen-Yoga-Techniken erweckt. Daraus habe ich später die Schüttelmeditation entwickelt, die auch Osho in ähnlicher Form praktiziert hat. Westliche Menschen brauchen oft dynamische Übungen, um ihre starken Verspannungsstrukturen aufzulösen. Dazu sind auch bioenergetische Übungen (Körpertherapie) sehr hilfreich. Ich habe sie teilweise in meine Yogareihen integriert.

Spannend war es, als ich einmal gründlich über den spirituellen Weg nachgedacht habe. Es gibt den großen Streit, ob man zielstrebig üben oder sich auf das erleuchtete Sein konzentrieren sollte. Was bringt einen zur Erleuchtung, Zielstrebigkeit oder Nichtstun (Verweilen in der Ruhe, anhaftungsloses Sein)? Darüber gehen die Meinungen der erleuchteten Meister auseinander. Im Hatha-Yoga bevorzugt man eher das zielstrebige Üben und in der Satsang-Bewegung das erleuchtete Sein in der Gegenwart eines erleuchteten Meisters.

Ich habe an einem Tag so intensiv über die Frage nachgedacht, dass es nachts im Traum von alleine in mir weitergedacht hat. Mein Unterbewusstsein fand die Lösung und ich wachte erleuchtet auf. Das intensive Nachdenken im Schlaf hatte die Frage beantwortet. Für mich war das erleuchtete Sein der entscheidende Weg. Buddha ist für mich das zentrale Vorbild und nicht Shiva. Aber letztlich brauche ich beide Wege. Je nach meiner inneren Situation muss ich mich auf den spirituellen Weg oder das erleuchtete Sein (Verweilen in der Ruhe, im Nichtstun) konzentrieren. Meine Freundin Barbara empfindet letzteres als Faulheit. Aber für mich ist es gut im Schwerpunkt als fauler Yogi zu leben. Und mich bei zu viel Trägheit immer wieder zum zielstrebigen Üben zu motivieren. Und letztlich muss ich ja auch noch die Welt retten. Da gibt es jeden Tag viel zu tun. Man kann es so ausdrücken, dass ich im persönlich richtigen Gleichgewicht aus Tun und Nichtstun lebe. Und immer wieder genau hin spüre, was gerade der Weg in eine gute innere Energie ist.

Ramana Maharshi Satsang

13 Erleuchtungserfahrungen Teil 3. Jeder kennt die Erleuchtung

Ich sehe Erleuchtung als einen Stufenweg. Die Anfangsstufen dieses Weges kennt jeder. Insofern hat jeder einen Geschmack von Erleuchtung in sich. Erleuchtung bedeutet einfach innere Harmonie, inneren Frieden, inneres Wohlgefühl. Man fühlt sich eins mit sich und der Welt. Man ist zufrieden mit sich und der Welt. Am Anfang meines Weges ging es für mich nur darum, aus dem Zustand der Unzufriedenheit, der Negativität und der Depression herauszukommen. Ich wollte mich nur in meiner Welt und mit mir wohl fühlen. Dazu sind die spirituellen Techniken gut geeignet. Die meisten Menschen streben mit ihrem spirituellen Weg nach meiner Erfahrung nur diese einfache Stufe der Erleuchtung an.

Wenn man den spirituellen Weg konsequent weiter geht, dann kommt man zu tieferen Erfahrungen. Man entwickelt Energiegespür. Man stellt fest, dass man sich in der Gegenwart bestimmter Menschen wohl fühlt. Man sucht die Nähe dieser Menschen. Das ist das Geheimnis, weshalb erleuchtete Menschen auf andere Menschen anziehend sind. Sie haben eine starke Energie der Ruhe, des Frieden, der Liebe und des Glücks. Man fühlt sich magisch von ihnen angezogen. Man heilt seelisch und körperlich in ihrer Nähe. Im Yoga gibt es deshalb den Satsangweg. Man sitzt einfach ruhig in der Gegenwart und der Energie eines erleuchteten Meisters. Das genügt. Manchmal kann man Fragen stellen. Manchmal wird gesungen und gefeiert.

Ich habe viele erleuchtete Meister getroffen. Dabei habe ich sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Der erste erleuchtete Mensch, den ich traf, war Keith Sherwood. Er kam aus den USA und machte eine Satsangreise durch Deutschland. In Hamburg verlief er sich und kam zwei Stunden zu spät zu dem Treffen. Die Menschen warteten geduldig. Keith trat einige Minuten vor Schluss in den Saal, setzte sich kurz hin und entschuldigte sich. Das war alles. Die Menschen waren enttäuscht. Und genau das öffnete mich für die Energieübertragung. Auf dem Heimweg überrollten mich plötzlich starke Energien. Ich trat in eine Dimension aus Frieden, Liebe und Glück ein.

Einige Zeit später veranstaltete der taoistische Meister Mantak Chia eine ziemlich teure Ausbildungswoche in einem Hamburger Luxushotel. In China ist es üblich, dass man für Einweihungen viel Geld bezahlen muss. So wird der Meister wertgeschätzt. Wir waren ein kleiner Kreis von etwa zwanzig Leuten. Mantak Chia kam in den Raum und strahlte eine starke Energie aus. Er war von einer riesigen Aura aus Licht umgeben. Um seine Kopf sah ich eine Aura wie auf einem Jesusbild. Das war das erste Mal, dass ich eine Aura sehen konnte. Und das Wunder ging noch weiter. Um unsere Augenchakren zu öffnen übertrug er allen Teilnehmern Licht. Aus seinen Augen ging ein Lichtstrahl wie ein Fotoblitz in meine Augen. Danach konnte ich mit meinen Augen Energie aufnehmen und überall hin spüren, wenn ich etwas anblickte. Ich konnte mich allein durch Fotos mit der Energie von Menschen an entfernten Orten verbinden. Wenn ein Mensch etwas schreibt, kann ich ihn energetisch spüren.

Mantak Chia zeigte uns auch bestimmte Heiltöne, mit denen wir unsere inneren Organe heilen konnten. Das ist eine wichtige chinesische Heiltechnik. Ich verwende sie immer noch bei meinen täglichen Spaziergängen. In dieser Woche lernten wir es unsere Energie auf die inneren Organe zu lenken, sie zu spüren und zu heilen. Insofern hat sich das viele Geld letztlich doch gelohnt. Ich war völlig begeistert von den vielen Wundern, die ich dort erlebte.

Insbesondere lehrte uns Mantak Chia die grundlegende taoistische Heilungs- und Erleuchtungstechnik, den kleinen und den großen Energiekreislauf. Wir mussten uns alle zur Geheimhaltung verpflichten. Eine ähnliche Technik lernte ich später durch eine Freundin bei einem indischen Meister kennen. Auch hier bestand die Pflicht zur Geheimhaltung. Die indischen Yogis haben viele geheime Erleuchtungstechniken entwickelt, die sie nur an auserwählte Schüler weitergeben. So war es übrigens auch bei den Juden und in vielen anderen Religionen. Heutzutage kann man das Meiste aber in Büchern nachlesen. Ich habe aus den vielen Geheimtechniken später die spezielle Technik des Lichtkreisens entwickelt, die ich dann in meinen Gruppen gelehrt habe.

1992 machte ich meine vierwöchige Yogalehrer-Ausbildung bei Swami Vishnudevanda in Kanada. Swami Vishnudevanda war zu diesem Zeitpunkt bereits alt und krank. Ich war sehr enttäuscht. Wir trafen ihn nur einmal persönlich. Allerdings lag über dem gesamten Ashram ein starkes Energiefeld. An bestimmten Punkten war es besonders stark. Wenn ich mich dort hinsetzte, fiel ich sofort in eine tiefe Meditation. Einige von den etwa hundert Yogaschülern hatten bereits Erleuchtungserfahrungen gemacht. Es war erstaunlich, dass wir uns auf einer tieferen Ebene spüren und sofort erkennen konnten.

Auch die erleuchteten Meister konnte ich deutlich energetisch spüren. Bei ShantiMayi kam ich alleine durch ihre persönliche Anwesenheit in einen tiefen Reinigungsprozess. Zuerst lösten sich in einer tiefen Trauer viele innere Verletzungen. Dann entstand innerer Frieden. Ich verließ den Satsang mit einem Gefühl tiefen Glücks. Ähnliches erlebte ich auch bei Samarpan (jetzt Soham). Meine frühere Freundin Martina war eine Anhängerin von Samarpan, so dass wir ihn immer besuchten, wenn er in Hamburg Satsang gab. Bei Pyar Troll spürte ich dagegen auf ihrem Satsang keine besondere Erleuchtungsenergie. Allerdings trat ich danach für sechs Wochen in heftige Reinigungsprozesse ein. Ich glaube, dass sie die Fähigkeit besitzt ihre Erleuchtungsenergie zu verstecken. Diese Technik lernte ich bei meiner Yogalehrer-Ausbildung in Kanada. Sie hat den Vorteil, dass man dann nicht von den weltlichen Energien der Menschen so stark berührt wird. Die Amerikanerin Gangaji hat diese Technik nicht praktiziert oder kannte sie nicht. Nach ihrem Satsang musste sie sich von den Energien der Teilnehmer erholen. Sie zog sich immer schnell zurück. Auch Samarpan berichtete davon, dass er nach jedem Satsang die Energien der Teilnehmer in einer tiefen Meditation in sich reinigen musste.

Mutter Meera beherrscht offensichtlich die Kunst jedem Menschen nur die Energie zu geben, die er gerade braucht. Die Menschen machen deshalb bei ihr sehr unterschiedliche Erfahrungen. Viele Menschen erfahren auch gar nichts. Wer nicht bereit für den Weg der Erleuchtung oder für einen bestimmten Meister ist, der nimmt keine Energie auf oder fühlt sich sogar abgestoßen. Ich konnte die Bücher meiner Meister immer nur dann lesen, wenn es für mich gerade der richtige Zeitpunkt war. Das ist der geheime Schutz der Erleuchtungsenergie. Wer nicht bereit dafür ist, interessiert sich nicht dafür.

Ich glaube, dass die großen erleuchteten Meister auch durch ihre Schüler wirken können. Ich war vor vielen Jahren auf einem Mantra-Konzert bei Krishna Das. Sein Meister war Neem Karoli Baba, der bereits seit vielen Jahren tot ist. Krishna Das sieht sich als unerleuchteten Menschen. Er verehrt mit seinen Liedern einfach nur seinen Meister. Aber bei seinem Konzert trat ich in eine starke Erleuchtungsenergie ein. Mein Körper formte automatisch verschiedene Yogastellungen und ich verweilte in Glückseligkeit. Auch als ich Bücher von Sai Baba gelesen haben, die durch seine Schüler geschrieben wurden, kam die Energie durch die Bücher seiner Schüler zu mir.

Gestern bezweifelt eine kritische Frau, ob ich überhaupt Erleuchtungserfahrungen gemacht habe. Dazu kann ich nur sagen, dass ich das so empfinde. Ich habe meine Erfahrungen auch mit den Berichten von Buddha, Krishna (Bhagavad Gita) und anderen erleuchteten Meistern verglichen. Aber letztlich ist das meine persönliche Wahrheit, die keiner teilen muss. Nicht jeder wird sich von meiner Energie angezogen fühlen und viele Menschen fühlen sich regelrecht abgestoßen. Und das ist gut so. Die Menschen, die meine Energie brauchen, werden mich finden.

Die Frau meinte auch, dass man bei einer wirklichen Erleuchtung die Dualität überschreite und gar kein Bedürfnis mehr zu lehren hat. Und tatsächlich kann ich, wenn ich mich in einer höheren Lichtebene befinde, nichts mehr schreiben. Und mich würde auch keiner verstehen, weil ich aus einer egolosen Dimension spreche. Deshalb sehe ich es als großen Vorteil an, dass ich tiefe Erleuchtungserfahrungen gemacht habe und danach wieder aus der Erleuchtung herausgefallen bin. Nur dadurch konnte ich meine vielen Bücher schreiben. Mein erstes Buch hatte ich noch aus der Erleuchtung heraus geschrieben. Die Menschen in meinen Gruppen konnten damit nichts anfangen. Ich habe es später aus unerleuchteter Sicht überarbeitet. Und plötzlich wurde es ein Bestseller.

16 Die Reine-Land-Sicht oder Wie man in seinem Leben glücklich wird

Heute ist ein schöner Tag. Ich fühle mich wie im Urlaub. Wenn ich spazieren gehe, ist die Natur lichtdurchflutet. Es entsteht fast von alleine eine Reine-Land-Sicht. Alles ist gut so wie es ist. Ich fühle mich in meinem Leben wohl. Ich habe alles, was ich zum Glücklichsein brauche. Eine Freundin, ein schönes Haus in der Natur, genug Geld zum Leben, Gesundheit, eine Lebensaufgabe (ein Hobby) und meinen spirituellen Weg.

Der erste Schritt im Reinen Land Buddhismus ist es positiv zu denken. Wir sehen das Schöne in unserem Leben. Wir sind dankbar für das, was uns das Leben gegeben hat. Die Besinnung auf das äußerlich Schöne in unserem Leben macht uns innerlich glücklich. Tägliches positives Denken ist der effektivste Weg zu einem glücklichen Leben. Es macht den Geist glücklich und den Körper gesund. Wer negativ denkt, wird neunmal öfter krank. Er hat schlechtere Beziehungen und ist in seinem Leben weniger erfolgreich. Die Glücksforschung rät uns deshalb: „Denke positiv.“

In der Spiritualität ist das konsequente positive Denken der erste Schritt zur Erleuchtung, in ein Leben im Licht (in Gott). Wir sollten negative Gedanken stoppen und positive Gedanken fördern. Was sind positive Gedanken? Buddha nennt sie hilfreiche Gedanken. Hilfreiche Gedanken sind für unsere Psyche, unsere Gesundheit und unsere Umwelt hilfreich. Hilfreiche Gedanken sind Gedanken des Friedens, der Liebe, der Wahrheit und des Glück. Hilfreiche Gedanken fühlen sich gut an. Sie bewirken Gesundheit und innere Heilung. Wir finden sie durch gründliches Nachdenken über unser Leben, durch das Lesen in spirituellen Büchern und durch den Kontakt mit positiven Menschen. Wenn wir uns mit positiven Menschen und Energien umgeben, färbt das auf uns ab. Es macht uns selbst positiv.

Natürlich gibt es nicht nur das Positive im Leben. Das Leben besteht grundsätzlich aus Freude und Leid. Obwohl um mich herum im Moment alles schön ist, gibt es gleichzeitig auch das Leid auf der Welt. Es gibt den grausamen Ukraine Krieg. Es gibt die drohende Wirtschaftskrise, die viele Menschen arm macht. Es gibt Hunger in vielen Ländern der Welt. Es gibt die wachsende Klimakatastrophe. Es gibt auch in Deutschland viele Menschen die arm, einsam und krank sind. Wir brauchen nur den Fernseher anschalten oder die Nachrichten im Internet sehen, um uns des Leidens auf der Welt bewusst zu sein. Wie gehen wir mit dem Leid auf der Welt und in unserem Leben um?

Dafür gibt es verschiedene Strategien. Wir können den Fernseher ausschalten und das Negative auf der Welt verdrängen. Wir können auch unsere persönlichen Probleme einfach verdrängen. Wir stoppen jeden Gedanken daran und lenken uns mit positiven Dingen ab. Das kann manchmal eine hilfreiche Technik sein. Viele Menschen praktizieren das. Aber wer bei Problemen nicht hinsieht, kann auch keine Lösung finden. Wer alles Negative verdrängt, bei dem wühlt es im Unterbewusstsein weiter und macht ihn krank. Wir sollten so denken, dass innere Heilung, Gesundheit, Glück und Erleuchtung entstehen.

Das ist ein schmaler Weg, der viel Weisheit und inneres Gespür erfordert. Wir dürfen nicht in der Negativität versinken. Gefühle wie Wut, Trauer und Angst sollten wir nicht verdrängen, weil uns das krank machen kann. Wir sollten sie achtsam beobachten und sich ausleben lassen, ohne daran anzuhaften. Manchmal können wir sie auch durch einen positiven Gedanken in der Tiefe auflösen. Buddha rät uns Gelassenheit, Gleichmut und inneren Frieden zu entwickeln. Das ist das Zentrum auf dem spirituellen Weg. Wir üben es die Dinge so anzunehmen wie sie sind. Wir fließen mit dem Leben. So entstehen keine inneren Verspannungen und wir bewahren unsere Gesundheit und unsere spirituelle Energie. Auch in meinem Leben gibt es immer wieder Leid. Ich integriere es in meinen spirituellen Weg.

Zu dem Zen-Meister Hakuin kam ein Frau, die ihre Welt als Paradies sehen konnte. Sie war eine Meisterin des positiven Denkens. Sie hatte die erste Stufe der Reinen-Land-Sicht erfolgreich gemeistert und war damit auf eine erste Stufe der Erleuchtung gelangt. Sie war eine Japanerin und hatte ein schönes Kleid an. Hakuin stieß sie in einen Misthaufen. Da war ihr Kleid dreckig und ihre Erleuchtung verschwunden. Hakuin sprach: „Das ist heute meine Lehre für dich. Du musst deine Reine-Land-Sicht auch dann bewahren, wenn es Leid in deinem Leben und auf der Welt gibt. Erst dann wird deine Erleuchtung dauerhaft.“

Wie kann man auch in einer Leidwelt und in einem eher leidhaften Leben seine Erleuchtung bewahren? Das geschieht durch den spirituellen Weg. Durch den spirituellen Weg entsteht inneres Glück, und das erhebt einen über Freude und Leid des Lebens. Man kann es auch so ausdrücken, dass sich durch die spirituellen Übungen (Yoga, Meditation, positives Denken) spirituelle Energie entwickelt. Und diese Energie hat die Eigenschaften innerer Frieden, Gleichmut, Glück, Klarheit, Kraft und Liebe. Sie aktiviert die Chakren und befähigt uns positiv mit dem Leben zu fließen. Ich habe mich bei Leid immer wieder durch lange Spaziergänge, lange Meditationen und positives Denken gerettet. Und falls ich mich nicht retten konnte, haben mich meine Meister und das Leben gerettet. Irgendwie habe ich immer wieder das Leid überwunden und konnte in eine positive Sicht des Lebens gelangen.

Die Reine-Land-Sicht ist das Zentrum des Amitabha-Buddhismus. Aus traditioneller Sicht betet man zu Buddha Amitabha und der führt einen nach dem Tod ins Reine Land. In einer modernen Sicht visualisiert man sich selbst als Buddha Amitabha und seine Welt als Reines Land. Man überlässt sich dem Willen des Lebens (Buddha Amitabhas) und findet so inneren Frieden. Man vertraut auf Buddha Amitabha und hat so immer eine positive Perspektive in seinem Leben. Man denkt das Mantra „Om Amitabha“ (Namu Amida Butsu) und bringt sich mit der Kraft des Mantras immer wieder in ein Leben im Licht. Zum Amitabha-Buddhismus gehört auch der Weg der Liebe. Durch den Weg der Liebe (Bodhisattva-Buddhismus) erwirbt man gutes Karma und es geht einem von Leben zu Leben besser. Man kann es auch so sehen, dass man durch den Weg der Liebe immer mehr sein Herz öffnet und dadurch immer glücklicher wird. Das Üben der Reine-Land-Sicht ist letztlich ein Weg zur Erleuchtung und der Liebe.

Wikipedia: „Ein reines Land ist das himmlische Reich eines Buddha oder Bodhisattva im Mahayana-Buddhismus. Reines Land (auch Buddhafeld) ist vor allem im Amitabha-Buddhismus (auch: Reines-Land-Buddhismus) die Vorstellung eines Daseinsbereiches, in dem alle Bedingungen zur spirituellen Praxis für die Erlangung der Buddhaschaft als günstig angesehen werden und große spirituelle Verdienste angehäuft werden können.“für das Glück und die Erleuchtung aller Wesen zu nutzen.

19 Barbara und Nils ziehen zusammen

Ich bleibe nicht in meinem Steinhaus, weil Barbara nicht in einer Holzhütte schlafen mag. Sie bevorzugt Luxus. Sie möchte gerne im großen Haus leben. Ich war in meinem früheren Leben ein Mönch und kann gut in einer kleinen Zelle leben. Ich liebe es äußerlich bescheiden und Barbara möchte gerne äußerlich reich sein. So passt es für uns am besten. Ich bin auch nicht immer in der Hütte. Normalerweise gehe ich abends um 22 Uhr in die Hütte und lese noch etwas. Morgens mache ich dann meine Arbeit im Internet. Um 10.30 Uhr treffe ich Barbara im Steinhaus zum Frühstück. Danach gehe ich noch bis 13.30 Uhr in die Hütte und meditiere. Dann treffe ich mich mit Barbara bis 22 Uhr. Wir gehen mit dem Hund spazieren, kuscheln danach (dieses tägliche Ritual ist für Barbara wichtig), essen und sehen zusammen fern. Dieses Ritual hat sich fur uns bewährt. Es ist also eine Mischung aus Einsamkeit und Zweisamkeit. Für Barbara ist das auch gut, weil sie viel Zeit für sich braucht. Wir trinken auch Kaffee zusammen. Ich koche, weil Barbara das nicht mag. Dagegen liebt es Barbara zu putzen. Also ist das ihre Aufgabe. Einkaufen tun wir zusammen. Mein Schlafzimmer und mein Arbeitszimmer im Haus behalte ich. Vielleicht ziehe ich auch irgendwann wieder dort ein, wenn ich auf die Hütte keine Lust mehr habe und ich Barbaras Energien besser integrieren kann.

Die Erleuchtungsmomente kann ich sehr unterschiedlich aufrechterhalten, einige Wochen, einige Tage oder einige Stunden. In der Gegenwart von Barbara falle ich meistens aus der Erleuchtung heraus. Dafür genieße ich aber ihre Liebe und die Zweisamkeit. Wenn ich alleine bin, arbeitet die Energie sehr stark in mir. Durch das Leben in der Ruhe zieht Gott in mich ein. Oder der Heilige Geist, wie du es nennen willst. Allerdings reinigt mich die Energie der Ruhe (Gott) im Moment noch vorwiegend. Dadurch ist es ein ständiges Hin und Her zwischen Phasen des Glücks und Reinigungsprozessen. Aber irgendwann werde ich hoffentlich dauerhaft in der Erleuchtung sein, wenn ich alleine bin. Ich kann mich durch Übungen auch immer schnell wieder in die Einheit bringen. Die Herausforderung wird es dann sein, die Erleuchtung in der Gegenwart von Barbara aufrecht zu erhalten. Aber auch das ist nur ein Übungsweg. Der große Trick ist es Gott auch in Barbara zu sehen. Das fällt mir im Moment schwer, weil sie so viele weltliche Energien hat. Das Ziel ist es auch weltliche Energien in die Erleuchtung integrieren zu können. Das gelingt durch ein dauerhaftes Verweilen in der Ruhe, in der Einheit und in der Liebe. Es helfen Techniken wie Mauna (Schweigen), Mantra (beruhigende Sätze), die Konzentration auf Gott (auf die Einheit) und bestimmte Körperhaltungen (Glückssitz).

20 Aus einem Asketen wird ein Beziehungsmensch

Ein junger Mann hörte von dem Weg der Erleuchtung. Es begeisterte ihn dauerhaft im inneren Frieden, in der Liebe und im Glück zu leben. Es begeisterte ihn unermesslich viel Kraft zu haben, so dass er alle Herausforderungen des Lebens bestehen konnte. Es begeisterte ihn nach dem Tod ins Paradies im Jenseits aufzusteigen. An sich war er ein Atheist und glaubte nicht an ein Leben nach dem Tod. Aber wenn es ein Leben nach dem Tod gab, warum sollte er dann nicht in einen Glücksbereich aufsteigen? Am wichtigsten war ihm das Ziel der Erleuchtung. Die Frage des Weiterlebens der Seele nach dem Tod beschäftigte ihn nur am Rande.

Der junge Mann begann sich gründlich über den Weg der Erleuchtung zu informieren. Er las viele Bücher und besuchte viele erleuchtete Meister. Er meditierte jeden Tag drei Stunden und arbeitete an seinen Gedanken. Nach einiger Zeit hatte er sein erstes Erleuchtungserlebnis. Da wusste er, dass die Erleuchtung das richtige Ziel für ihn war. Jetzt brauchte er nur noch den persönlich zu ihm passenden spirituellen Weg. Dabei beschäftigte ihn eine große Frage. Muss man alleine leben, um zur Erleuchtung kommen zu können? Oder kann man die Erleuchtung auch in einer Beziehung erreichen?

Buddha hatte gelehrt, dass man als Haushälter, also mit einem Beruf und einer Beziehung kaum aus dem Traum des weltlichen Leben (Samsara) erwachen kann. Er verließ deshalb im Alter von 29 Jahren seine Frau und seinen Sohn und wurde ein Yogi. Sechs Jahre lebte er abgeschieden im Wald mit einer kleinen Gruppe von Asketen und praktizierte intensiv Yoga und Meditation. Dann gelangte er zur Erleuchtung. Das war eine relativ kurze Zeit für die Zielerreichung. In den Yogaschriften werden zwölf Jahre als normaler Übungszeitraum angegeben. Aber Buddha hatte vermutlich in früheren Leben schon viel spirituell praktiziert. Laut buddhistischer Lehre soll er vor seiner Erleuchtung viele Leben als Bodhisattva verbracht haben. Der indische Meister Sathya Sai Baba meint, dass man zur vollständigen Buddhaschaft mindestens drei Leben des intensiven spirituellen Übens braucht.

Die indische Meisterin Amma (Amritanandamayi Ma) hat erklärt, dass man ohne eine Beziehung fünfmal schneller spirituell wächst. Sie toleriert Beziehungen, empfiehlt es aber als Swami (Mönch oder Nonne) zu leben. Das entspricht auch der Lehre Buddhas. Andererseits gibt es im Hinduismus und im Buddhismus auch den tantrischen Weg. Ein Tantriker nutzt alle Möglichkeiten des Lebens um spirituell zu wachen. Er lehnt auch Sex und Beziehungen nicht ab. Es gibt in der Spiritualität sehr unterschiedliche Modelle. Im Christentum wurde jahrhundertelang das Mönchtum propagiert. Heutzutage gibt es aber nur wenige Menschen, die als Mönch oder Nonne leben wollen. Allerdings gibt es auch kaum noch erleuchtete Christen. Der tibetische Buddhismus ist zwar ein tantrischer Weg, aber er beruht grundsätzlich auf dem Mönchtum. Im indischen Yoga gibt es viele Asketen ohne eine Beziehung. Im westlichen Yoga dagegen gibt es kaum Mönche und Nonnen. Ebenso ist es im westlichen Buddhismus. Der westliche Buddhismus ist vorwiegend eine Laienbewegung.

Der junge Mann wälzte diese Frage in seinem Inneren hin und her. Dann entschied das Leben für ihn und brachte ihn auf den Weg des abgeschieden lebenden Asketen. Sechs Jahre nachdem er seinen spirituellen Weg begonnen hatte, zerbrach seine langjährige Beziehung. Wie Buddha verließ er seine Frau und seinen Sohn und zog in die Abgeschiedenheit. In einer kleinen Hütte im Wald lebte er dreißig Jahre als einsamer Yogi. Es gab viele Durchbrüche zur Erleuchtung, aber die dauerhafte Erleuchtung stellte sich nicht ein. Andererseits blieb der Beziehungswunsch in ihm bestehen. Er mochte es nicht alleine zu leben und war oft traurig. Sollte er den Rest seines Lebens jetzt weiterhin alleine leben und intensiv spirituell praktizieren? Oder sollte er einen mittleren Weg beschreiten und das Leben etwas mehr genießen?

Er betrachtete genau seine Situation. Seine Kundalini-Energie war vor vielen Jahren erwacht und reinigte ihn spirituell weitgehend von alleine. Er brauchte nicht mehr so extrem spirituell zu üben. Es war gut für ihn das Leben etwas mehr zu genießen. Andererseits merkte er schon, dass er im Kontakt mit anderen Menschen viel spirituelle Energie verlor und sich sein spirituelles Wachstum verlangsamte. Mit einer Beziehung würde er vielleicht noch mehrere Leben zur Erleuchtung brauchen. Aber er würde dann auch nicht so sehr unter der Einsamkeit leiden und ein viel schöneres Leben haben.

Und des Weiteren hatte er das Bodhisattva Gelöbnis abgelegt und beschlossen gemäß der Lehre des Mahayana als Bodhisattva zu leben. Als Bodhisattva würde er ohnehin noch mehrere Leben auf der Erde haben. Für einen Bodhisattva kann eine Beziehung hilfreich sein, weil man in einer Beziehung gut ein positives soziales Miteinander lernen kann. Als Eremit wird man auf die Dauer sozial merkwürdig. Das konnte der Mann auch bei sich beobachten. Also entschied er sich im Alter von 66 Jahren eine Frau zu suchen. Er beschloss auch in seinen folgenden Leben einen gemischten Weg aus Asketentum und Beziehung zu gehen. Sein Vorbild war der Yogagott Shiva, der im ständigen Wechsel von abgeschiedener Meditation und der Beziehung mit seiner Frau Parvati lebt.

Wie findet mann in der heutigen Zeit eine Frau? Natürlich in einer Partnerbörse im Internet. Also meldete sich der Mann in einer Singlebörse an. Das war für einen alten Asketen ohne große Computererfahrung ein großes Abenteuer. Und dazu war er noch ziemlich verschroben und sah sich eigentlich als beziehungsunfähig an. Er hörte, dass viele Menschen jahrelang erfolglos im Internet auf Partnersuche sind. Er hatte keine große Hoffnung eine Partnerin zu finden. Aber seine erleuchteten Meister befürworteten offensichtlich seinen Beziehungswunsch und schickten ihm die passende Frau. Bereits beim ersten Date funkte es.

Die Frau war schön und der Mann alt und hässlich. Sein Äußeres war auch eher unattraktiv. Die Frau war zuerst nicht sonderlich von ihm angetan. Aber sie hatte schon fünfzehn Jahre erfolglos im Internet nach einem Partner gesucht. Zwar hatte sie als schöne Frau viele Männer kennengelernt. Aber mit keinem hielt die Beziehung längere Zeit. Also hatte die Frau beschlossen ihre Suche aufzugeben. Sie wollte es nur noch ein einziges Mal probieren. Und genau jetzt traf sie auf den merkwürdigen Yogi. Da sie auch spirituell interessiert war und viele Jahre bei verschiedenen erleuchteten Meistern verbracht hatte, konnten sich die beiden gut unterhalten. Beide konnte ihre früheren Leben sehen und begriffen, dass sie sich bereits aus einem früheren Leben in Indien her kannten. Und als der Mann die Frau zum Abschied umarmte, spürte sie seine starke Energie, die sich in den vielen Jahrzehnten des spirituellen Übens aufgebaut hatte. Sie begriff es zuerst noch nicht, aber sie war verliebt. Den großen Durchbruch gab es dann, als der Mann auf die Idee kam mit der Frau shoppen zu gehen. Sie durfte sich alles kaufen, was sie wollte. Dadurch öffnete sich ihr Herz und der Mann bekam einen Platz darin. Und jetzt wollen sie nächste Woche nach einigen Jahren des Kennenlernens zusammenziehen. Aber das ist eine neue Geschichte, die erst in einer Woche beginnt.

21 Gedanken zum Leben

Wenn es mit gut geht,

verlangsame ich das Leben.

Im erleuchteten Sein

kann ich das Leben am besten genießen.

Wenn es mir schlecht geht,

kämpfe ich mich durch den Tag.

Das Leben ist ein ständiges Auf und Ab,

ein Wechselspiel von Freude und Leid.

Die Kunst ist es sich darüber zu erheben.

Das gelingt durch eine positive Tageseinstimmung

und durch die Reinigung der Energiekanäle,

durch die Achtsamkeit auf die Gedanken,

Yoga, Gehen und Meditation.

Zielstrebig leben und gleichzeitig

das Leben genießen,

den persönlich richtigen Weg finden,

als Buddha und Bodhisattva leben.

22 Psychologie und Spiritualität

Ich habe in meinem Leben alles gelebt, was ich leben wollte. Das große Geschenk des Lebens an mich war es genau das tun zu können, was ich tun wollte. Ich hatte viele Phasen in meinem Leben und habe viel ausprobiert. Als Schüler lernte ich das Leben zu begreifen und bekam viele Prägungen von der Gesellschaft und aus meinem Elternhaus. Ich lernte die Leistungs- und die Konsumideologie kennen. Ich lernte es, dass ich minderwertig und zu nichts zu gebrauchen sei. Ich sehnte mich nach Liebe und Anerkennung.

Dadurch begann ich bereits im Alter von 16 Jahren mich intensiv mit der Psychologie zu beschäftigen. Ich belegte Kurse an der Volkshochschule und las viele Bücher. Zunächst war ich ein Anhänger von Sigmund Freud und seiner Psychoanalyse. Leben ist streben nach Lustgewinn. Die meisten Probleme kommen aus der Verdrängung der Sexualität. Man muss sein Unterbewusstsein erforschen, wenn man sich selbst begreifen will. Später erkannte ich, dass die Psychoanalyse weitgehend ein Irrweg ist. Zwar führt sie dazu sich selbst und seine Probleme gut analysieren zu können. Ihr fehlt aber die spirituelle Perspektive. Sie wühlt vorwiegend im Negativen herum und verstärkt dadurch das innere Unglück. Das konnte ich gut bei einer Freundin beobachten, die eine jahrelange Psychoanalyse gemacht hat und dadurch immer unglücklicher wurde.

Ich begann mich mit der Politik zu beschäftigen, weil ich eine Welt der Liebe, des Friedens und des Glücks wollte. Ich machte in der Politik Karriere. Als Student wurde ich der Vorsitzende des sozialistischen Studentenbundes in Hamburg. Dadurch lernte ich große Reden zu schwingen und Gruppen zu leiten. Wir strebten eine glückliche Welt an, aber scheiterten daran uns selbst glücklich zu machen. Die meisten Sozialisten hatten eine kaputte Psyche und verloren sich in endlosen Streitigkeiten. Ich versuchte eine positive Psycho- und Diskussionskultur in meinem Verband aufzubauen. Das fand bundesweit Beachtung. Ich galt als der Psychologe unter den Sozialisten. Aber letztlich scheiterte ich. Enttäuscht verließ ich die Politik, kurz bevor ich vor dem großen Karrieresprung als Berufspolitiker stand.

Mein Interesse wandte sich dem Inneren zu. Zwar hatte ich zunächst Jura studiert und war Rechtsanwalt geworden. Aber im Alter von 30 Jahren entdeckte ich den spirituellen Weg. Wenn ein Mensch in seinem Leben glücklich werden will, dann muss er sein inneres Glück pflegen. Nach der Glücksforschung kommt das Glück eines Menschen zu 90 % aus seinem Inneren (der Psyche und den Genen) und nur zu 10 % aus seinen äußeren Umständen. Also suchte ich nach Techniken mein inneres Glück zu entwickeln. Da bot sich die Psychologie an. Ich machte eine dreijährige Ausbildung zum Psychotherapeuten in Rational-Emotiver-Therapie. Das ist eine Form der Verhaltenstherapie, die sich vorwiegend mit den Gedanken und Gefühlen beschäftigt. Man erforscht seine Gefühle, findet die Gedanken, die diese Gefühle verursacht haben, und ersetzt sie durch hilfreiche Gedanken. Das ist auch der zentrale Ansatz des Buddhismus für den Weg der Erleuchtung.

Der Rational-Emotiven-Therapie fehlt allerdings das spirituelle Ziel. Sie versucht die Menschen alltagstauglich zu machen, indem sie leidverursachende Gedanken durch rationale Gedanken ersetzt. Sie konfrontiert übertriebene Ängste mit der Realität und überwindet sie so oft. Sie besiegt Süchte, indem sie ein hilfreiches Verhalten trainiert. Ich habe später diesen therapeutischen Ansatz durch das positive Denken und spirituelle Techniken (Körperarbeit, Meditation) ergänzt. Dadurch erwies er sich als relativ erfolgreich. https://de.wikipedia.org/wiki/Rational-Emotive_Verhaltenstherapie

Die Ausbildung zum RET-Therapeuten habe ich durch eine Focussing-Ausbildung ergänzt. Beim Focussing geht es darum sich noch stärker auf den Körper und die Gefühle zu fokussieren, um sich genau spüren zu können. So findet man den persönlich passenden Weg. https://de.wikipedia.org/wiki/Focusing

Meinen geistbetonten therapeutischen Ansatz habe ich dann durch körpertherapeutische Methoden vertieft. Ich hatte festgestellt, dass Yoga, Sport und regelmäßiges Gehen mir halfen, zu mir zu kommen und inneren Frieden zu finden. Ich machte eine Ausbildung als Shiatsu-Therapeut (Massage) und belegte viele bioenergetische Workshops. https://de.wikipedia.org/wiki/Bioenergetische_Analyse

Aus meinen vielen Ausbildungen habe ich dann letztlich den für mich am besten passenden Weg aus Meditation, Yoga, Gehen und Gedankenarbeit entwickelt. Bei der Gedankenarbeit kommt es darauf an einen hilfreichen Gedanken zu finden. Das kann ein rationaler und auch ein positiver Gedanke sein. Gut ist das, was hilft. Diesen Gedanken kann man in Gesprächen und in einer Selbsterforschung finden. Ich denke immer wieder regelmäßig über mein Leben nach, um auf dem richtigen Weg zu bleiben. Dieser Weg wird durch meine spirituellen Ziele bestimmt.

Nach meiner Ausbildung arbeitete ich einige Jahre als Psychotherapeut. Ich gab Einzeltherapien bis ich feststellte, dass mir die Arbeit mit Gruppen mehr liegt. Ich habe dann zehn Jahre therapeutische Gruppen zum Stichwort positives Denken an einem Gesundheitszentrum und an der Volkshochschule geleitet. Am Anfang war ich sehr erfolgreich. Meine Gruppen waren überfüllt. Ich hatte damals eine starke Ausstrahlung und den Menschen viel zu geben. Aber dann kam ich in einen starken spirituellen Reinigungsprozess. Meine Energie wurde im Inneren verbraucht und fehlte mir im Außen. Das merkten auch die Menschen. Sie reagieren sehr stark auf die Ausstrahlung und die Energie eines Menschen. Es kamen nur noch wenige Menschen in meine Gruppen und ich gab im Jahr 2000 meine therapeutische Arbeit auf. Dafür arbeitete ich verstärkt als Schriftsteller. Das Leben ist ständige Veränderung.

In meiner Zeit als Psychotherapeut war es sehr glücklich, dass ich damals eine hochkompetente Freundin hatte, die sich auch für Psychologie und Buddhismus interessierte. Sie hatte eine Ausbildung als Gestalttherapeutin gemacht, sich dann dem positiven Denken zugewandt und arbeitete als Gesprächstherapeutin. Buddhistisch war sie eine Anhängerin von Thich Nath Hanh. Wir hatten viele gute Gespräche. Wir haben uns beide psychotherapeutisch sehr bereichert. Aber auch dieser Weg endete, wie jeder Weg einmal endete.

Ich konzentrierte mich auf meine Arbeit als Yogalehrer und fand dort eine passende Freundin. Und jetzt lebe ich als Einsiedler im Wald mit meiner Einsiedlerfreundin. Wir verbinden spirituelles und therapeutisches Wissen bei unserer Arbeit mit den Menschen. Unser therapeutisches Wissen hat uns geholfen auch unter schwierigen Bedingungen eine glückliche Beziehung aufzubauen. So ist mein Leben bis jetzt immer noch rund, obwohl es auch viele schwierige Phasen gab. Leben ist Leiden, das letztlich erst in der Erleuchtung endet. Wie es Buddha gelehrt hat. Für mich ist es eine wichtige Erkenntnis, dass man den spirituellen Weg mit psychologischen Wissen verbinden muss. Nur wer ein gutes Gespür für sich selbst und viel psychologisches Wissen hat, kann den spirituellen Weg effektiv gehen.

23 Countdown

Der Countdown läuft. In einer Woche ziehe ich in die Holzhütte. Das ist schon spannend genug. Es ist ein völlig anderes Gefühl, direkt in der Energie der Natur zu leben. Die spirituelle Energie ist da viel stärker als im Steinhaus. Ich bin gespannt, ob ich dann besser schlafen kann. Vielleicht am Anfang ja, aber dann wird sich mein Energiesystem darauf einstellen. Nach einigen Tagen werde ich mich an die Holzhütte gewöhnt haben. Viel spannender ist es, wenn Barbara ins Haupthaus einzieht. Dann wohnt hier dauerhaft jemand mit mir im Wald. Und Barbara ist eine durchaus schwierige und manchmal nervige, aber auch manchmal liebe Person. Ich sehe es als intensive Energiearbeit an, damit ich im Gleichgewicht bin. Letztlich muss ich mein neues Gleichgewicht aus ausreichender Ruhe und Distanz und eigenem Leben finden. Und aus nicht zu viel Nähe und Fremdbestimmung. Barbara ist sehr dominant und möchte die Chefin sein. Das nervt mich manchmal. Dann opponiere ich. Dann werde ich wie ein kleines Kind und nerve ständig rum. Ich kritisiere alles und liebe es die Dinge negativ zu sehen und mich bei Barbara auf die negativen Punkte zu konzentrieren. Das ist mir gerade bewusst geworden. Barbara hat auch einen starken negativen und kritischen Geist. Es ist einfach und kraftsparend sie zu spiegeln. Aber das ist eine FAlle. Dadurch verstärken wir die negativen Beziehungsstrukturen. Sie etwas zu nerven bringt Spaß. Aber überwiegend muss ich in der Ruhe und im Positiven bleiben. Ich muss der Meister sein, der die Energie in der Beziehung steuert. Eine ziemliche Herausforderung. Immerhin ist mir das Problem bewusst. Das ist schon die halbe Miete.

Ansonsten sehe ich die Dinge eher locker. Barbara dagegen wird innerlich langsam unruhig. Sie muss ihre alte Heimat aufgeben. Sie verliert ihr Mobilheim und ihre Freundin. Hier hat sie noch keine Freundinnen. Das wird auch schwer, obwohl wir etwas Kontakt zu den Nachbarn haben. Babara sagt, dass ihr das Leben im Moment unwirklich vorkommt. Ich kann das verstehen. Aber sie wird sich nach einigen Wochen an ihre neue Heimat gewöhnen, weil es ihr hier besser geht als in der alten Heimat. Hier ist die Energie deutlich besser. Barbara kann besser schlafen und fühlt sich hier wohler. Hier hat sie keine nervigen Assi Nachbarn, die sie ständig stalken. Hier ist sie in der Natur mit einem schönen Haus und natürlich auch einem lieben Mann. Das bin ich. So sehe ich mich. Barbara sieht mich eher als schwer erziehbares Kind. So wie ihren Hund. Da ist ihre Erziehung auch weitgehend gescheitert.

24 Was sind Reinigungsprozesse?

In Bezug auf die Reinigung gibt es den schönen Spruch in der Bibel: „Selig sind die im Herzen (innerlich) Reinen, denn sie werden Gott schauen.“ Jeder Mensch hat viele Verspannungen (Stress, Ängste, Traumata) im Körper und im Geist. Wenn man sie aufgelöst hat, tritt der Heilige Geist Gottes in den Menschen. Es heißt in der christlichen Mystik, dass das Glas leer werden muss, damit Gott es mit seinem süßen Wein füllen kann. Bei manchen geht der Prozess der Reinigung schnell. Bei mir dauert er sehr lange. Ich kennen keinen Menschen, bei dem es so lange gedauert hat. Habe ich eine Verspannungsschicht gereinigt, taucht sofort die nächste auf. Bei mir kommen die Verspannungen vor allem aus den früheren Leben. Sie kommen vor allem aus den Sterbesituationen. Ich wurde oft im Krieg getötet oder als Tier von anderen Tieren gefressen. Ich habe viele Ängste aufgebaut. Diese ganzen Traumata müssen aufgelöst werden. Das gelingt durch die körperlichen Yogaübungen, Atemtechniken, die Meditation und die Gedankenarbeit. Letztlich löst sich im Moment alles weitgehend von alleine, weil die großen Chakrenknoten gelöst sind. Meisten dauert so ein Reinigungsprozess ein bis zwei Tage. Dann habe ich einige Tage Ruhe. Wenn sich die Traumata auflösen, muss ich durch alle damaligen Gefühle noch einmal durchgehen. Ich habe Hitze und Kältegefühle. Meine Muskeln zucken stundenlang. Ich bin innerlich dann sehr unruhig und negativ. Ich kämpfe mich durch und komme dann irgendwann wieder ins Licht. Reinigungsprozesse haben eigentlich alle spirituellen Menschen, die effektiv den Weg zu Gott gehen. Es redet aber kaum jemand darüber. Im Christentum kenne ich nur Antonius den Großen, der davon erzählte. Bei ihm tauchten in Visionen Situationen auf, in denen er von Tieren gefressen wurde. Er ging hindurch und war dann wieder im Licht. Er hatte auch eine lange Zeit der Reinigung. Bei Barbara löst sich eher äußeres schlechtes Karma in Form von Krankheiten. Auch das ist ein Reinigungsprozess. Im Yoga heißt es, dass sich schlechtes Karma aus früheren Leben grundsätzlich vor der Erleuchtung auflösen muss. Und man sollte verhindern neues schlechtes Karma aufzubauen. Deshalb gibt es in allen Religionen die sittlichen Gebote (nicht töten, nicht stehlen, nicht lügen, kein sexuelles Fehlverhalten). Am besten baut man durch gute Taten gutes Karma auf. Das kann auch das schlechte Karma an der Entfaltung hindern. Möglicherweise habe ich deshalb äußerlich vorwiegend ein gutes Karma und mein spiritueller Weg entwickelt sich ohne größere Störungen.

31 Das Geistestraining in sieben Punkten im tibetischen Buddhismus

  • Sieh alle Phänomene als Traum an. Was bedeutet das? Das materielle Leben ist nur ein vergänglicher Traum. Aus der Erleuchtungssicht ist der Mensch nur das Bewusstsein. Es gibt nur das Bewusstsein. Das Bewusstsein ist ewig und überdauert Leben und Tod. Es kommt im Leben nur darauf das Bewusstsein in den Zustand der Erleuchtung zu bringen und dort zu bleiben. Erleuchtung ist Frieden, Glück, Liebe und Einheit. Erleuchtung ist Paradies-Bewusstsein. Wer erleuchtet ist, lebt im Licht und nimmt seine Welt als Licht wahr. Er hat sich über Freude und Leid des weltlichen Lebens erhoben. Er lebt in der Wahrheit, weil wir alle in Wirklichkeit erleuchtet sind. Wir merken es nur nicht durch unsere inneren Verschattungen (Verspannungen). Sie bewirken eine falsche Sicht der Welt. Ein Weg zur Erleuchtung ist es sich immer wieder darauf zu besinnen.
  • Lebe nach den erleuchteten Grundsätzen Wahrheit, innerer Frieden, umfassende Liebe, Selbstdisziplin und Glück. Denke immer daran, dass die materialistische Weltsicht falsch ist. Bewahre deinen inneren Frieden, indem du in der Ruhe lebst und äußeres Leid gleichmütig erträgst. Lebe in der umfassenden Liebe, indem du allen Wesen Liebe und Licht schickst. Gehe mit Selbstdisziplin deinen spirituellen Weg. Verwirkliche dein inneres Glück. Lebe glückselig wie ein Buddha.
  • Nutze alle Probleme in deinem Leben, um daran spirituell zu wachsen. Denke an den Tod und die Vergänglichkeit. Lerne es Schmerzen zu ertragen. Erhebe dich in der Meditation darüber. Meditiere über das, was unvermeidlich ist. Entwickle Mitgefühl mit allen leidenden Wesen. Leben ist in der Essenz leiden. Erleuchtung ist Befreiung vom Leid. Der beste Schutz ist Leerheit. Die wichtigste Technik ist die Erkenntnis der Leerheit (Egolosigkeit, der eigenen Bedeutungslosigkeit, Einordnung in den Willen des Lebens/des Schicksals) verbunden mit dem Gottheiten-Yoga (der Erweckung der Kundalini-Energie).
  • Habe stets einen heiteren Sinn. Der Weise lebt in heiterer Gelassenheit und bewahrt sie in allen Situationen. Der heitere Sinn kommt aus dem inneren Glück. Die Gelassenheit kommt aus der Egolosigkeit. Der Weise nimmt alles so an wie es ist. Er fließt positiv mit Leben und Tod. Der Tod ist für ihn bedeutungslos, weil das Bewusstsein ewig lebt. Es wechselt nur die äußeren Formen.
  • Beschäftige dich zuerst mit dem stärksten deiner Geistesgifte. Wonach bist du süchtig? Was lehnst du ab? Wovor hast du Angst? Was macht dich wütend? Wo bist du unweise? Überwinde deine negativen Gedanken und Gefühle mit positiven (hilfreichen) Gedanken. Denke gründlich nach. Wie kommst du in die Ebene über Anhaftung, Ablehnung und Unweisheit?
  • Bürde nicht die Last eines Ochsen einem kleinen Esel auf. Überfordere dich nicht auf dem spirituellen Weg. Gehe einen mittleren Weg. Trage nur so viel, wie du tragen kannst. Genieße auch ausreichend dein äußeres Leben.
  • Von allen unseren Aktivitäten ist die Meditation die wichtigste. Sei beständig in deiner spirituellen Praxis. Übe mit großen Eifer. Stirb so, dass du nichts bedauerst. Folge der Lehre der erleuchteten Meister. Nimm deinen spirituellen Weg wichtiger als dein äußeres Leben. Sei nicht abhängig von äußeren Bedingungen. Hüte dich vor Stolz. Lebe als Bodhisattva für die Erleuchtung aller Wesen. Wünsche allen Wesen Liebe, Frieden und Glück. Stütze dein Leben auf den Dharma. Stütze den Dharma auf ein bescheidenes Leben. Motiviere dich durch den Tod zu deiner beständigen Praxis. Was zählt ist nur das erleuchtete Bewusstsein.

August

1 Countdown bis zum Zusammenziehen

In drei Tagen ändert sich mein Leben radikal. Ich bin jetzt im Countdown. Noch zwei Tage Freiheit. Am Mittwoch findet dann der große Umzug statt. Und Donnerstag werde ich in meiner Blockhütte aufwachen und mich fragen wo ich bin. Und um 10.30 Uhr wird aus der Ferne eine Kuhglocke klingeln und meine Chefin ruft mich zum Frühstück. Dann beginnt mein Arbeitstag bis 22 Uhr. Im fahlen Licht des Mondes schleiche ich mich dann erschöpft wieder in meine Hütte, checke noch einmal das Internet, sehe mir einen kleinen Film auf Netflix an, praktiziere meine Abendmeditation, bitte meine Meister um Schutz, steige auf das Hochbett, krieche unter die Bettdecke und schließe sanft meine Augen. Dann reise ich im Traum in ferne Welten, bestehe wilde Kämpfe und wache am nächsten Morgen auf. Dann frage ich mich wieder wo ich bin, denke als Buddhist, dass das Leben ewige Wandlung ist, schalte eine laute Morgenmusik an und genieße den Tag bis zum Arbeitsbeginn.

Und so geht es dann jahraus und jahrein. Die Jahreszeiten wechseln. Im Frühjahr wachsen die Blumen, im Sommer kommt die große Hitze, im Herbst der Regen und im Winter der Schnee. In der Hütte wird es abwechselnd warm, heiß, feucht und kalt. Ich schalte die Heizung an und aus. Ich mache die Fenster auf und zu. Ich schließe und öffne die Mückennetze. Ich höre die kleinen Vögel singen und bin genervt vom Gurren der Tauben. Besonders nervt mich der Kuckuck, der dieses Jahr zwei Monate fast unterbrochen sein ewiges Kuckuck gerufen hat. Als ob nicht einmal genügen würde. Dann weiß man, dass er wieder da ist. Dann zählt man, wie oft er ruft. Dann weiß man, wie viele Jahre man noch zu leben hat. Und gut ists. So oft wie er dieses Jahr gerufen hat, werde ich wohl noch einige Jahre mit Barbara verbringen.

Und dann stirbt einer von uns beiden. Der andere ist traurig. Nach einiger Zeit hat er sich daran gewöhnt und genießt sein Alleinsein und die viele Ruhe. Es ist keiner mehr da, der einen ständig nervt. Es ist keiner da, der mit einem streitet. Obwohl das Streiten auch Spaß bringt, wenn man es nicht übertreibt.

Wieder ziehen Frühling, Sommer, Herbst und Winter durch das Land. Die Blätter wachsen, spenden Schatten, fallen ab und es herrscht der kahle Winter. Auch ich als Blatt werde eines Tages abfallen, ein letztes Röcheln, das Herz steht still, das Bewusstsein verläßt den Körper. Ich reise in eine ferne Welt, ruhe mich einige Zeit im Paradies von Amitabha aus und kehre dann mit einem neuen Körper auf die Erde zurück. Ich treffe wieder Barbara und der Tanz beginnt auf das Neue. Wir bauen zwei Hütten, lachen und weinen zusammen. Und wachsen nach den Gesetzen des Kosmos so ewig im Glück, in der Liebe und ins Licht. Bis wir eines Tages müde vom ewigen Wechselspiel des Lebens sind und so viel Glück und Ruhe in uns haben, dass wir dauerhaft im Himmel, im Parinirvana, in Gott, im Licht bleiben. Spannend ist mein Leben im Moment durchaus. Wir werden sehen, was ich nächste Woche zu berichten habe.

2

4 Der Uhu

Gestern Abend hörte ich im Wald einen Uhu laut rufen. Ein Uhu ist eine große Eule. Die Eule symbolisiert Weisheit. Ich nehme das als Zeichen für einen Fortschritt auf dem spirituellen Weg. Und tatsächlich öffnete sich heute morgen ein Energietor im Unterbauch. Plötzlich trat ich in einen hohen Energiezustand ein. Meine Welt veränderte sich völlig. In mir waren Frieden und Glück. Mein Ego wurde weniger und ich war mehr in einem Einheitsbewusstsein. Was ist das Ego? Das Ego ist eine innere Verspannung. Sie entsteht durch Anhaftung und Ablehnung, durch Sucht und Angst. Durch das Ego lernt man es gut für sich zu sorgen. Durch das Ego entsteht Weisheit. Durch das Ego funktioniert die Welt. Aber zu viel Ego zerstört die Welt. Durch das Ego erkennt man: „Ich bin ich“. Ohne Ego ist man reines Bewusstsein. Man denkt nur noch : „Ich bin.“

Kann man ohne Ego leben? Man braucht ein Ego um Weisheit und Selbsterkenntnis zu entwickeln. Aber wenn man Weisheit entwickelt hat, dann kann man auch ohne oder mit wenig Ego in der Welt leben. Man lebt mehr in einem ganzheitlichen Bewusstsein. Es würde der Welt sehr gut tun, wenn mehr Menschen in einem ganzheitlichen Bewusstsein leben. Wenn die Verspannungen im Körper und im Geist weniger werden, dann lebt man glücklicher, weil die Energie mehr fließt. Das konnte ich heute deutlich spüren. Das Leben wird zu einem Spiel der Glücksenergie.

Heute morgen wachte ich in einer starken Energie auf. Ich habe mich in die Energie des Waldes integriert. Bei bestimmten Körperpositionen entstand starker Frieden und Glück. Es war lustig, damit zu spielen und mich immer wieder auf eine andere Weise hinzusetzen. Wenn ich die Hände vor den Bauch legte, entfaltete sich die Kundalini-Energie im Bauch und stieg im Körper bis in den Kopf auf. Wenn ich eine Hand vor dem Herzchakra hielt, konnte ich mit allen Wesen um mich herum verbinden. Beim Spazieren gehen im Wald verstärkte sich die Energie noch. Es war so als ob ich durch ein Meer aus Energie schritt. Ich konnte nur langsam gehen, weil es immer so viel Energie zu bewegen gab. Lustigerweise kann Barbara keine Energie spüren. Sie spürte nicht meine stärkere Energie. Selbst wenn ich eines Tages zur Erleuchtung gelangen sollte, wird Barbara mich immer noch für völlig unerleuchtet halten. Und das ist gut so. Es verhindert spirituellen Stolz. Trotzdem war die Glücksenergie hilfreich. Barbara hatte gestern nicht so gute Laune, weil ihr Hund sich an der Pfote verletzt hat. Durch meine größere und ihre kleinere Glücksenergie kamen wir insgesamt energetisch ins Gleichgewicht.

5 Im neuen Leben angekommen

Als ich heute morgen aufwachte, spürte ich, dass ich in meinem neuen Leben angekommen bin. In der Nacht habe ich meine Ängste vor dem Zusammenleben mit Barbara und dem Leben in meiner kleinen Blockhütte verarbeitet. Gestern hatte ich noch meine Ängste verdrängt und schien sehr gelassen in die neue Situation zu gehen. Aber dann tauchten sie plötzlich auf und ich merkte, dass ich da durchgehen und sie integrieren muss, damit ich wieder ganz bei mir ankomme. Also habe ich sie zugelassen und sich ausleben lassen. Heute morgen wachte ich dann in einer starken Energie auf. Ich habe mich in die Energie des Waldes integriert.

Barbara braucht etwas länger, um sich auf ihrem neuen Ort einzustellen. Sie ist noch nicht wirklich hier angekommen, obwohl sie gestern schon Besuch von ihrer Freundin samt Mann hatte. Ihr Mann ist so ähnlich wie ich. Barbara und ihre Freundin sind zwei Powerfrauen. Und wir beiden Männer müssen sehr vorsichtig mit ihnen umgehen. Darüber kann man gut Scherze machen. Jedenfalls war es für Barbara gut, dass ihre Freundin sie besucht hat. So hat sie jetzt auch hier ihre Freundin, mit der sie über Frauenthemen reden und vor allem über mich lästern kann. Im Moment lästern sie darüber, dass meine gärtnerischen Fähigkeiten sehr begrenzt sind. Mein kleiner Gemüsegarten sieht aus wie ein verwildertes Unkrautbeet. Meine Karotten sind nur einen Zentimeter groß geworden. Die Tomaten kämpfen sich ans Licht und nur der Kürbis gedeiht, obwohl ich beim Unkrautzupfen aus Versehen seine Wurzeln abgerissen habe. Aber er hat an der langen Ranke überall neue Wurzeln gebildet. Ich erfreue mich jeden Tag an ihm, weil er so schöne große gelbe Blüten hat.

Der Hund ist auch noch nicht ganz angekommen. Er denkt jeden Abend, dass er mit Barbara wieder zurück in ihr altes Mobilheim fährt. Ansonsten fühlt er sich aber hier in der Natur sehr wohl. Er hat einen großen Garten zum Auslaufen und trifft beim Spazieren gehen viele Hunde. Außerdem kann er an der Wasserstelle im Fluss baden, was er sehr gerne tut. Und abends sitzen wir drei, also Barbara, Hund und ich, vor dem Fernseher. Das ist seine Lieblingszeit. Da fühlt er sich als Teil der Familie.

Barbara und ich verstehen uns bis jetzt gut. Es ist sehr harmonisch. Am ersten Tag gab es etwas Streit, weil sie eine alte Fußmatte von mir weggeworfen hatte. Sie hat die Angewohnheit ohne mich zu fragen alle Dinge von mir zu entfernen, die ihr nicht gefallen. Ich hasse das, weil das meine Mutter auch schon so gemacht hatte. Das führte dazu, dass ich nie einen eigenen Geschmack entwickelt konnte, weil ich mich immer nach den Vorstellungen meiner Mutter anziehen musste. Ich trug als Kind immer graue Pollunder und gebügelte Hemden. Schrecklich. Als Yogi ging ich dann in die Gegenbewegung und liebte es zerlumpt in Jogginghosen herum zu laufen. Mein Haus sah aus wie eine Räuberhöhle. Jetzt ist mein Bart weitgehend abrasiert, meine Kleidung gepflegt und mein Haus erkenne ich kaum wieder. Es hat sogar Barbaras Freundin gefallen, die sehr auf Ordnung und Sauberkeit bedacht ist. Zum Glück kann ich meine Holzhütte noch so gestalten wie ich will.

6 Mein Buddha-Altar
Ich habe mir in meiner Holzhütte einen kleinen Altar aus drei übereinanderstehenden Regalen aufgebaut. Auf dem obersten Regal stehen drei heilige Bücher meiner Meister. Diese Ebene repräsentiert die Ebene der Meister, des Lichts, des Himmels, Gottes über mir. Ich fühle mich durch meine Meister gesehen und geführt. Sie haben mir durch ihre Bücher ihr spirituelles Wissen geschenkt. Ohne dieses Wissen hätte ich den spirituellen Weg nicht gefunden. Als erstes muss hier der griechische Philosoph Epikur erwähnt werden, der den Weg des inneren Glücks lehrte. Er lebte wie ein Buddha in der Ruhe, propagierte ein genügsames Leben, praktizierte das positive Denken (Ängste durch positive Gedanken überwinden) und vertrat den Weg der umfassenden Liebe. Alle wesentlichen Gedanken meiner Meister aus dem Buddhismus, Hinduismus und Christentum befinden sich schon hier. Er ist sozusagen mein Grundmeister und wird von der modernen Glücksforschung bestätigt, die erkannt hat, dass das Glück eines Menschen im Wesentliche aus seinem Inneren kommt und positives Denken dabei eine zentrale Rolle spielt. Das blaue Buch von Patrul Rinpoche steht für den Buddhismus, Swami Sivananda für den Yoga und Sai Baba für die Einheit aller Religionen. Das ist auch mein zentraler Weg. Ich glaube, dass es in allen Religionen letztlich um die Erleuchtung geht und Meditation und Gedankenarbeit die wichtigsten Techniken sind. Und Liebe, Frieden, Wahrheit und Glück die wichtigsten zu entwickelnden Eigenschaften darstellen.

Auf dem mittleren Regal steht der goldene Buddha, links von ihm eine Klangschale und rechts meine Orakelkarten. Ich verbinde mich jeden Tag durch diese Statue mit Buddha oder Buddha Amitabha, wobei ich da nicht so stark unterscheide. Eigentlich sind sie für mich eins. Laut traditioneller Auslegung ist Buddha aber eher ein spirituelles Vorbild und Amitabha ein höheres Wesen, dass man ähnlich wie Gott oder Jesus anrufen kann. Mein Buddha hat die goldene Farbe Amitabhas und die äußere Form eines meditierenden Buddhas. Je nach Bedürfnis sehe ich mich selbst in Buddha und erwecke so meine spirituelle Energie. Oder ich sehe Buddha als höheres Wesen, dass ich um Hilfe bitten kann. Letztlich sind alle meine Meister in der Buddhastatue anwesend. Ich glaube, dass sie über höhere Kräfte verfügen und über alle heiligen Statuen wirken können. Das haben sie auch teilweise schon so gesagt (Anandamayi Ma, Mutter Meera und Amma/Amritanandamayi). Ich praktiziere meinen Glauben ganz kindlich naiv. Ich verneige mich jeden Morgen vor Buddha, wecke Buddha durch die Klangschale und erhalte dann durch die Orakelkarten eine Antwort. Jedenfalls ist das so hilfreich für mich und tut mir gut. Ich komme so jeden Tag in eine spirituelle Energie.

Auf dem unteren Regal stehen viele verschiedene Statuen. Sie verkörpern verschiedene spirituelle Eigenschaften. Es gibt den Shiva der Kraft, die Glücksgöttin Lakshmi für Liebe und Fülle, den dicken Elefanten Ganesha für Lebensfreude und den mittleren spirituellen Weg, den Buddha mit der Schlange für den Kundalini-Yoga, den Bodhisattva Chenrezig für den Weg der umfassenden Liebe und den Zauberer Merlin für das Herbeizaubern positiver Energie und positiver Gedanken. Der dicke Buddha steht für inneres Glück und Humor. Je nachdem welche Eigenschaft ich gerade brauche, stelle ich eine bestimmte Figur in die mittlere Ebene auf den Platz des goldenen Buddhas (die Grundfigur). Mit diesem kreativen System bleibt mein Morgenritual immer spannend. Ich muss immer genau spüren, was ich gerade brauche und bleibe so gut in meiner Mitte.

Mit Barbara ist es immer noch harmonisch. Wir haben einen guten Tagesrhythmus gefunden. Bis 14 Uhr ist jeder für sich und kann sein Programm machen. Dann sind wir bis 21 Uhr zusammen, essen zusammen, gehen spazieren, kuscheln und sehen fern. Heute ist ein Ausflug an die Alsterquelle angesagt, damit der Hund auch etwas Auslauf hat. Er liebt es neue Gegenden zu erkunden. Morgens treffen wir uns auch noch kurz zum Frühstück um 11 Uhr. Barbara kommt immer mehr an und fühlt sich hier schon zuhause. Sie will gar nicht mehr in ihr Mobilheim zurück. Ich hatte gestern eine leichte Krise. Plötzlich wurde mir bewusst, dass Barbara wohl jetzt dauerhaft hier wohnt und ich nur noch begrenzt meinen eigenen Weg gehen kann. Heute habe ich diese Krise aber überwunden. Es ist wichtig, dass ich genug Freiraum für mich habe.

7 Der Ausflug an die Quelle

Gestern waren wir an der Alsterquelle. Es ist ein eher unspektakulärer Ort. Man fährt durch Henstedt-Ulzburg und viele Einfamilienhäuser. Und plötzlich kommt ein kleines Wäldchen mit Birken. Man parkt auf einem Parkplatz, folgt dem Schild Alsterquelle, geht hundert Meter und dann ist da die ummauerte Alsterquelle. Da es im Moment so trocken ist, ist das Rinnsal schon nach einigen Metern versiegt. Allerdings ist die Alster dann immerhin 56 km lang, bis sie in die Elbe fließt. An der Alster entlang führt der Alsterwanderweg. Wir sind ihn eine Zeitlang gegangen. Er führt durch große Wiesen, Wälder mit Birken und Sumpfgebiete mit Sumpfgras. Es waren hier viele Menschen unterwegs. Radfahren, Wanderer und Menschen mit Hunden.

Barbara wurde es nach kurzer Zeit langweilig. Leider gab es das schöne Restaurant an der Alsterquelle nicht mehr, dass ich vor 60 Jahren mit meinem Opa besucht habe. Barbara war drüber ziemlich enttäuscht. Sie hätte noch gerne Kaffee und Kuchen gehabt. Mit meinem Großvater war das Restaurant immer das Highlight. Durch den ersten Weltkrieg hat er als Soldat den Alkohol lieben gelernt. Die Soldaten wurden damals vor der Schlacht mit Alkohol abgefüllt, damit sie willig in den Tod gingen. Viele wurden dadurch zu Alkoholikern. Im Zweiten Weltkrieg mit meinem Vater als Soldat gab es nur Drogen an alle. Das war bestimmt nicht so lustig. Jedenfalls machte mein Großvater mit mir viele Radtouren, die dann immer in einer Kneipe oder einem Restaurant endeten. Dann hieß es: „Ein Apfelsaft für den Jungen und einen Klaren und ein Bier für den Opa.“ Ich bekam immer nur einen Apfelsaft, aber mein Opa sagte die Zahlen von eins bis zehn auf: „Auf einem Bein kann man nicht stehen, also zwei Schnaps. Aller gute Dinge sind drei. Bis hin zu: Es gibt zehn Gebote.“ Dann war er aber schon ziemlich betrunken und wir kamen mit Mühe nach Hause. Bei meiner Oma durfte mein Opa nichts trinken. Da war sie sehr streng. Jedenfalls erinnert mich die Alsterquelle immer an meinen Opa. Er war mein großes Vorbild, weil er so stark war. Ein Freund des Alkohols wurde ich allerdings nie. Ich stehe eher auf Kuchen und Süßigkeiten und notfalls Likör, dann am besten Likörpralinen. Jedenfalls war Barbara enttäuscht, dass es das Restaurant nicht mehr gab und hatte von da an schlechte Laune. Zum Glück hatten wir zuhause noch etwas Kuchen, so dass ich schnell wieder ins innere Gleichgewicht kam.

Die schlechte Laune von Barbara hatte dann einen Vorteil. Sie begann über unser neues Zusammenleben nachzudenken und stellte fest, dass ich alleine als Kontakt ihr nicht genüge. Ich kann zwar gut zuhören, rede aber eher wenig. Sie braucht ihre Freundin zusätzlich zum Reden. Als sie das erkannt hatte, rief sie sofort ihre Freundin an und hat sich diese Woche gleich zweimal mit ihr verabredet. Dann wird viel Rotwein getrunken. Barbara ist ein Rotweinfan. Es muss aber ein guter Rotwein sein. Sie wird davon schnell lustig. Das liebt sie. Bei mir kann sie sich nur alleine betrinken. Bei ihrer Freundin bechern beide zusammen. Das bringt natürlich mehr Spaß. Jedenfalls bekam Barbara dann durch die Aussicht auf regelmäßige Besäufnisse wieder gute Laune.

8 Über Zweifel

Am Anfang hatte ich viele Zweifel auf dem spirituellen Weg. Seit ich die Erleuchtung kenne, weiß ich, dass das ein gutes Ziel ist. Zweifel habe ich manchmal, ob es ein Leben nach dem Tod gibt. Allerdings tauchten auf meinem spirituellen Weg alle meine früheren Leben auf. Und vor allem habe ich im Zustand der Erleuchtung erfahren, dass es dann völlig egal ist, ob es ein Leben nach dem Tod gibt. Alles ist dann okay.

9 Der Streit
Ich hatte gestern einen kleinen Streit mit Barbara. Sie hat den Rasen gemäht und dabei meine Kürbispflanze abgemäht. Wenn Barbara in Arbeitswut ist, dann schaut sie weder links noch rechts. So hat sie schon alle meine Pflanzen abgemäht. Der Kürbis war das einzige, was mir noch blieb. Als ich sie darauf hinwies, dass ich traurig wegen des Kürbisses bin, hat sie die Pflanze angehoben und dabei auch noch die schöne Kürbisfrucht zerstört. Da wurde ich wütend. Eigentlich neige ich nicht zur Wut. Aber Barbara kann mich richtig wütend machen. Es hat vermutlich mit meiner Mutter zu tun, die mich und meine Interessen nicht genug gewürdigt hat.

Ich konnte die Nacht nur schlecht schlafen. Heute habe ich mir überlegt, wie ich damit umgehe. Barbara hat nicht aus Absicht gehandelt. Sie ist in solchen Dingen einfach ein Trampel. Aber ihr tut es auch nicht wirklich leid. Und sie gibt immer mir die Schuld. Das kriegt sie immer irgendwie hin. Sie behauptete sogar, ich hätte den Kürbis abgerissen. Wir haben dann gründlich darüber geredet und sie hat mich letztlich doch um Verzeihung gebeten. Heute hatte sie das Ganze schon wieder vergessen. Aber ich bin immer noch wütend. Irgendwie identifiziere ich mich mit dem Kürbis. Es ist als ob Barbara mich abgemäht hätte.

Ich bin dann erst mal in den Wald gegangen und habe meine Wut herausgelaufen. Ich habe laute Musik angemacht. Und ich habe mir hilfreiche Gedanken überlegt: „Ich lerne es Barbara so anzunehmen wie sie ist. Wichtig ist nur die Erleuchtung, also das Leben im Glück. Um das zu können, muss man sich letztlich über alle weltliche Probleme erheben. Man sollte sie so gut regeln wie es geht, aber nicht daran anhaften. Das Leben prüft einen gerade durch die Probleme des Alltags. Wenn man auch in Leidsituationen in der Erleuchtung bleiben kann, dann hat man es geschafft. Soweit bin ich noch nicht. Ich übe noch. Ich lasse mein Ego, meinen Eigenwillen los. Ich fließe einfach mit den Dingen wie sie kommen. Ich verankere mich in der Erleuchtung, in der Ruhe, in mir selbst und im Glück. Und letztlich war es nur eine Kleinigkeit. Es gibt größere Probleme im Leben wie Hunger, Krankheit und Krieg. Und eigentlich liebe ich Barbara auch und möchte sie behalten. Da muss man über kleine Schwierigkeiten hinwegsehen.“

Aber es ist auch gut die Wut rauszulassen. Sie zu verdrängen macht einen krank, erzeugt innere Verspannungen und blockiert die Erleuchtung. Also bin ich einen mittleren Weg gegangen. Zu Barbara halte ich im Moment etwas Distanz, bis ich mich beruhigt habe. Ich habe etwas Angst, dass in der Beziehung bald die negativen Momente überwiegen. Das wird die Beziehung zerstören. Also fahren wir heute in den Baumarkt und kaufen schöne Dinge ein. Das macht Barbara glücklich und mich beruhigen die Energien der anderen Menschen. Ansonsten konzentriere ich mich auf meinen spirituellen Weg und versuche dort mein Hauptglück zu finden. Zum Glück wächst meine spirituelle Energie und ich komme immer öfter in Glücksmomente. Und eigentlich ist mein Lebensmodell optimal passend für mich, etwas Kontakt und etwas Zeit für mich und meinen Weg. Wie es langfristig wird, weiß ich nicht. Wer kennt schon die Zukunft. Ich vertraue auf meine Meister und auf das Leben.

10 Die Fülle

Auf dem Foto siehst du unseren Hund, wie er vor meiner Hütte liegt. Das ist derzeit sein Lieblingsplatz. Ich arbeite und meditiere in der Hütte. Und der Hund genießt das schöne Wetter, die Natur und sein Dasein. Heute ist Fülle das Thema in meinem Leben. Gestern hatte ich wieder einen Reinigungsprozess, da fiel es mir schwer die Fülle im Leben zu sehen. Ich konnte nur mit dem Leben fließen, so wie es kam. Das schonte Kraft und Energie. So konnte ich meinen Geist einigermaßen im positiven Bereich halten. Und ich war sehr dankbar, dass es Barbara in meinem Leben gibt. Sie stabilisiert mich mit ihrer starken Energie. Sie ist im Kraftchakra im Unterbrauch zentriert. Und Kraft ist genau das, was ich in schwierigen Situationen brauche. Geteiltes Leid ist halbes Leid. So ist es.

Heute ist die Situation ganz anders. Ich habe gut geschlafen und wachte in einer starken Glücksenergie auf. Heute konnte ich die Fülle in meinem Leben sehen. Mein Geist zog Gedanken der Fülle an. Meine Fülle besteht derzeit darin, dass ich genug Geld zum Leben habe, ein schönes Haus in der Natur habe, Barbara habe und meine Gruppen habe. Es ist schön anderen Menschen auf dem spirituellen Weg helfen zu können. Der Hauptgrund meiner Fülle ist allerdings mein spiritueller Weg. Das Hauptglück im Leben muss ein Mensch in sich selbst finden. Dabei hilft ihm der spirituelle Weg.

Ich merke, dass mein Lebensglück sehr stark von meiner spirituellen Energie abhängig ist. Wenn ich wenig Energie habe, denkt mein Geist vorwiegend negativ. Ich muss gegen meine negativen Gedanken kämpfen, damit ich auch bei Leid im Positiven bleibe. Wenn ich viel spirituelle Energie habe, dann habe ich Frieden und Glück in mir. Dann kommt mir meine Welt automatisch glücklich vor. Negative Dinge auf der Welt ziehen mich nicht runter. Es fällt mir leicht die Fülle im Leben zu erkennen und zu genießen. Der spirituelle Weg bietet mir die Möglichkeit meine inneren Verspannungen (Traumata, Stress) immer weiter abzubauen, meine Chakren und Energiekanäle zu reinigen und so im Laufe des Lebens in immer stärkerer Energie zu leben. Der Zielzustand ist es, dass meine Energie so stark ist, dass ich auch bei äußerem Leid im inneren Glück bleiben kann. Manche Menschen schaffen das. Ich glaube, dass Buddha so ein Mensch war. Jesus dagegen hat mit seinem Leid gehadert, als er gekreuzigt wurde. Allerdings konnte er nach der Kreuzigung wieder in den positiven Bereich, also ins Licht und in die Erleuchtung zurückkehren. Er war also ein Stehaufmännchen, er ist geistig auferstanden.

So geht es mir auch meistens. Ich stehe nach Krisen immer wieder auf. Dabei helfen mir meine spirituellen Techniken. Ich tanke beim Spazierengehen im Wald neue Energie auf und laufe meinen inneren Stress heraus. Ich beobachte meine Gedanken und finde einen hilfreichen Gedanken, der mein Herz öffnet und mich ins Glück bringt. Gestern war so ein Gedanke der Satz einer Frau, dass meine Bücher für sie hilfreich sind, weil sie so einfach geschrieben und leicht zu verstehen sind. Für manche Menschen bin ich spirituell hilfreich. Das sagen und schreiben mir viele Menschen immer wieder. Diese Tatsache macht mich glücklich und hilft mir schwierige Tage durchzustehen. Allerdings musste ich gestern einige Stunden nach einem positiven Gedanken suchen, der innerlich einen Umschwung bewirkte.

Früher hatte ich viele Krisen. Ich habe mich viele Jahrzehnte vor allem mit dem positiven Denken, dem Spazierengehen und meinem spirituellen Weg stabilisiert. Heutzutage werden die Krisen weniger, die Energie wird stärker und in letzter Zeit tauchen immer öfter Glückszustände auf. Die Idee der Erleuchtung ist ein reales Ziel für mich, das mir viel Kraft und Hoffnung gibt. Und wenn ich sie in diesem Leben nicht erreiche, dann im nächsten Leben. Da ich meine früheren Leben kenne, glaube ich auch an zukünftige Leben. Nach dem Gesetz des Karma wird jedes Leben etwas besser, wenn wir positive Dinge tun, gute Ursachen setzen und gute Ziele haben.

11 Der größte Segen

Buddha wurde gefragt was der größte Segen ist. Buddha antwortete: „Genügsam und untadelig zu leben, die edlen Wahrheiten zu kennen und das Nirvana zu begreifen, das ist der größte Segen.“ (Mangala Sutta)

Nils: Heute bin ich nach einigen Krisen bei mir angekommen. Ich bin wieder in einer guten Energie. Aber mein Geist ist etwas unklar. Deshalb frage ich mich nach dem Sinn des Lebens. Da las ich die Worte Buddhas. Sie brachten mich zur Klarheit, zur Demut und zum inneren Frieden. Genügsamkeit bedeutet kein Opfer weltlicher Wünsche zu sein. Man sollte Frieden finden in dem was ist. Wer untadelig lebt, die Silas einhält (die fünf Gebote nicht töten, nicht stehlen, nicht lügen), seinem Gewissen (dem Gefühl der Richtigkeit) folgt und allen Wesen Gutes tut, der lebt im Frieden mit sich. Wer die vier edlen Wahrheiten kennt (Leben ist Leiden. Erleuchtung ist Befreiung vom Leiden), der macht den spirituellen Weg zum Zentrum seines Lebens. Wer das Nirvana verwirklicht (es kennt), der lebt im erleuchteten Sein, im inneren Glück und in der umfassenden Liebe. Einen größeren Segen gibt es nicht.

12 Die vier Erleuchtungseigenschaften

Ich würde nicht sagen, dass es bei mir super läuft. Mein Leben ist durchaus schwierig, aber ich versuche es zu meistern. Zum einen hatte ich letzte Woche viele Reinigungsprozesse und konnte oft nicht schlafen. Das war für unsere Beziehung nicht einfach. Zum zweiten hat auch Barbara ständig ihre Krisen. Entweder geht es dem Hund schlecht. Zum Beispiel tat ihm letzte Woche die Vorderpfote weh und er hinkte erheblich. Barbara fuhr dann gleich in Panik zum Tierarzt. Der wollte den Hund für viel Geld operieren. Jetzt ist die Pfote von alleine weitgehend geheilt. Dafür hat Barbara Rückenschmerzen, weil sie zu viel im Garten und im Haus arbeitet. Und ihre Wünsche wachsen ewig. Sie folgt der Philosophie von Osho und ihrer derzeitigen Meisterin Ester Hicks aus den USA, die innere und äußere Fülle lehren. Gegen innere Fülle ist nichts einzuwenden, aber äußere Fülle kommt aus einem bescheidenen Geist und nicht aus der Sucht nach immer mehr. Barbara hat in ihrer Kindheit äußerlich nicht genüg Glück bekommen. Daraus ist der tiefe Glaube entstanden, dass äußere Dinge sie glücklich machen können, wenn sie nur genug davon bekommt. Dieser Glaube ist schwer zu durchschauen. Die kapitalistische Konsumgesellschaft fördert diesen Glauben. Die Wissenschaft hat allerdings erkannt, dass das Glück eines Menschen zu 90 % aus seinem Inneren (seiner Psyche) kommt. Man muss an seinem Inneren arbeiten, positiv denken und seine äußeren Wünsche begrenzen, wenn man innerlich glücklich werden will. Das macht Barbara bereits, aber in der Tiefe ihrer Psyche glaubt sie noch an den Weg des äußeren Glücks.

Ich gewöhne mich langsam daran, dass fast jeden Tag hier die Amazon-Boten auftauchen und ihre Pakete abliefern. Barbara liebt das Shopping. Und der Hund liebt es die Paketzusteller anzubellen. Jedenfalls hört man so immer, wenn ein neues Paket ankommt. Eine lustige Situation ergab sich, als die Frau, die das Mobilheim von Barbara kaufen will, bei uns zu Besuch kam. Als Barbara mich vorgestellt hat, hat sie meinen Namen und den Namen unseres Hundes verwechselt. Ich heiße ab jetzt Narek. Darüber mussten wir alle sehr lachen. Aber es zeigt auch, wie Barbara mich sieht. Sie ist die Chefin im Haus und der Hund und ich sind ihre Kinder. Schwierig wird es nur, wenn die Kinder nicht gehorchen. Und Narek und Nils neigen zum Ungehorsam. Aber nur begrenzt, um die starke Mutter nicht zu sehr zu ärgern. Wir sind also inzwischen eine normale Familie und fühlen uns wohl damit.

Du fragst, warum das Leben uns prüft. Der tiefere Sinn des Lebens ist es, dass alle Menschen zur Erleuchtung kommen. Christlich gesprochen ist es der Sinn, dass die Menschen ins Paradies gelangen. Die Kirche behauptet, dass das sehr einfach ist. Man muss nur an Gott glauben, und schon kommt man nach dem Tod in den Himmel. Man muss nur an Buddha glauben, und schon kommt man zur Erleuchtung. So einfach ist das aus meiner Sicht nicht. Erleuchtung ist harte Arbeit. Diese Arbeit muss jeder Mensch leisten, wenn er spirituell aufsteigen will. Egal, ob er Christ, Buddhist, Hindu oder Atheist ist.

Mein Meister Sai Baba prägte den Satz: „Inneres Glück ist innere Arbeit.“ Wir leben in einer kranken Gesellschaft. Die Strukturen unserer Gesellschaft machen die Menschen krank. Wenn man in einer kranken Gesellschaft innerlich gesund bleiben will, muss man intensiv an sich arbeiten. Die innere Arbeit bleibt uns nicht erspart. Um zur Erleuchtung zu kommen, muss man noch etwas mehr arbeiten. Das gilt auch für Christen. Vor dem Paradies stehen die vier Cherubim Löwe, Adler, Stier und Engel. Sie verkörpern die Eigeschaften Kraft (Selbstdisziplin), Weisheit (Gott/die Erleuchtung in das Zentrum des Lebens stellen), das Ego opfern (der Stier ist ein Opfertier, nur durch das Opfer des Egos kommt man zum inneren Frieden) und die umfassende Liebe. Der Engel ist ein Wesen der Liebe. Er hat ein gutes Herz. Es genügt aber nicht ein gutes Herz zu haben, also ein netter Mensch zu sein. Das ist für viele Menschen eine große Falle. Ich habe beobachtete, dass viele Christen im Herz und in der Liebe zentriert sind. Um zur Erleuchtung und ins Paradies zu gelangen, muss man aber vor allem ein erleuchtetes Einheitsbewusstsein besitzen. Man muss eins mit Gott (mit dem Leben) sein. Im Zen-Buddhismus gibt es dafür als Symbol den Kreis. Der Mensch muss in sich ganz sein. Seine Energie muss gleichmäßig verteilt sein, damit sich alle Chakren öffnen können. Er muss also Energie im Wurzelchakra (Füßen, Beckenboden), im Kraftchakra (Bauch), im Herzchakra und im Scheitelchakra (Kopf) haben. Er sollte alle Eigenschaften gleichmäßig entwickeln. Nur dann wird er in sich selbst ganz. Nur dann verwirklicht er sich selbst. Nur dann ist er in vollständiger innerer Harmonie.

Und so ist es auch im Christentum. Gott ist ein Energiekreis. Gott ist Ganzheit. Gott ist Einssein mit sich und der Welt. Gott ist vollständige energetische Heilung. Dann gelangt man ins innere Glück, in den inneren Frieden und in die umfassende Liebe. Dann erwacht die Kraft Gottes in einem. Dann lebt man im Licht. Dann wird man zu einem Buddha, einem Sohn Gottes, einer Göttin. Und dazu müssen wir alle vier Eigenschaften der Cherubim in uns verwirklichen. Wir müssen die Kraft, die Liebe, den Frieden und die Weisheit in uns entwickeln. Es genügt nicht in der Liebe zu leben. Wir müssen in uns ganz werden, zu ganzheitlichen Menschen. Wir können das innere Glück und die Erleuchtung nur bewahren, wenn wir Kraft, Liebe, Frieden und Weisheit in großem Maß haben. Und auch Jesus hat es gelehrt, dass wir nach Vollkommenheit streben sollten. Vollkommenheit bedeutet vollkommen im Licht zu leben und Licht zu werden.

Die Prüfungen des Lebens sind der Weg, auf dem wir die vier Erleuchtungseigenschaften entwickeln können. Das Leben gibt uns so lange Herausforderungen, bis wir spirituell ausreichend gewachsen sind. Dann erwacht das Glück in uns, der Heilige Geist Gottes tritt in uns ein und wir gelangen in die dauerhafte Erleuchtung. Dann ist es leicht die Erleuchtung und das Paradiesbewusstsein zu bewahren, obwohl es auch dann noch viele Herausforderungen im Leben gibt. Normalerweise geht der Entwicklungsweg über viele Leben. Man muss viele Leben als Yogi, Mönch oder Nonne verbringen, um dauerhaft ins Licht zu kommen. Man muss viel Leid im Leben ertragen, um daran ausreichend spirituell zu wachsen. Man kann auch in einem Leben zur Erleuchtung gelangen. Aber dann ist der Weg noch schwieriger. Buddha lehrte einen mittleren Weg. Man sollte sich nicht überfordern und auch nicht unterfordern. Man sollte auch das äußere Leben ausreichend genießen.

13 Lebenszeit und Lebenssinn

Im Moment hat Barbara gerade das Skatspiel entdeckt. Sie möchte Skat spielen lernen. Und so beschäftigen wir uns mit Skat. Leider gewinne ich im Moment meistens, weil ich eine mathematische Begabung habe. Das bringt Barbara weniger Spaß. Ich muss mich da etwas zurücknehmen. Oder wir finden einen Weg, wo eher der Zufall eine Rolle spielt.

Heute ist mein Thema die Lebenszeit. Wir alle sind nur eine bestimmte Zeit auf der Erde. Eines Tages werden wir alles loslassen müssen. Es ist gut, das schon während des Lebens zu üben. Mein Meister Sai Baba sagt, dass wir mit wenig Gepäck reisen sollen. Wir sollen uns nicht zu abhängig von der Welt und anderen Menschen machen. Wir sollen vorwiegend in uns und in unserem spirituellen Weg ruhen. Buddha erklärte dazu, dass wir uns selbst eine Insel sein sollen. Egal was im Außen geschieht, wir sollten in unserem eigenen inneren Glück verankert sein. Mit den Techniken Meditation und Gedankenarbeit kann das gelingen. Jesus lehrte dementsprechend, dass wir uns in Gott (also in der Erleuchtung, im Licht) verankern sollen. Wir sollen nicht das Glück auf der Erde suchen, wo es die Motten zerfressen. Wir sollen es in uns selbst, in einem Leben im Licht, suchen. Im Yoga spricht man vom Sat-Chid-Ananda. Sat ist das erleuchtete Sein, Chid das Gottesbewusstsein (Einheitsbewusstsein, sich als Teil der Natur begreifen) und Ananda die Glückseligkeit. Alle drei Dinge gehören zusammen und folgen aufeinander.

Ich fragte mich heute, was ein gut genutztes Leben ist. Ein gut genutztes Leben ist aus meiner Sicht ein Leben im inneren Glück (Ananda, Glückseligkeit), das aus dem erleuchteten Sein und dem Einheitsbewusstsein folgt. Des weiteren ist ein gut genutzes Leben ein Leben in der Liebe. Im Buddhismus gibt es dafür den Bodhisattva-Weg. Der Beziehungsweg ist zwar auch ein Weg der Liebe, aber er ist meistens mit starken Anhaftungen und Problemen verbunden. Als Bodhisattva lebt man dagegen vorwiegend im Sein und im Geben. Man gibt allen Wesen Glück und spirituelles Wissen. Ich empfinde mein Leben als ein Leben in einer Wolke aus Liebe. Daneben sind aber das erleuchtete Sein und die Beziehung mit Barbara wichtig. Alle drei Dinge zusammen ergeben für mich ein erfülltes Leben.

Um ins erleuchtete Sein zu kommen, jedenfalls in eine Vorstufe davon, ist es wichtig in der Ruhe zu leben und immer wieder zur Ruhe zu kommen. Nur durch die Ruhe finde ich immer wieder zu mir selbst. Mein Leben wird erfüllter, je ruhiger ich leben. Das habe ich herausgefunden. Die Ruhe ist der erste Schritt und die spirituellen Übungen sind der zweite Schritt. Damit erwecke ich jeden Tag immer wieder mein inneres Glück. Und wenn ich das Glück in mir habe, dann kann ich auch meine Beziehung positiv leben.

14 Der Weg der Gesundheit

Es gibt bestimmte Regeln der Gesundheit, die wissenschaftlich erforscht sind. Ich habe sie in den fünf Grundsätzen der Gesundheit zusammengefasst: 1. Gesunde Ernährung 2. Regemäßig Sport (Gehen, Joggen, Yoga) 3. Schadstoffe vermeiden (Alkohol, Rauchen) 4. Ausreichend Ruhe und Erholung (Meditation) und 5. Positives Denken (Achtsamkeit auf die Gedanken und Gefühle, weil beides zusammenhängt). Wenn man diese Regeln befolgt, bleibt man gesund, wird gesund und lebt im Durchschnitt 14 Jahre länger. Menschen, die sich viel in der Natur aufhalten, sind wegen der guten Energien gesünder als Menschen, die nur in ihrem Zimmer hocken, fernsehen und sich von Fastfood ernähren. In Japan gibt es die interessante Beobachtung, dass die Eltern länger leben als ihre Kinder, weil sie sich traditionell mit viel Gemüse ernähren, sich viel bewegen und viel Spaß haben. Die Kinder leben von Fastfood, bewegen sich kaum, sind oft alleine und hängen am Fernsehen oder Internet. Es ist sehr traurig zu sehen, wenn die Kinder vor den Eltern sterben. Aber das ist der Fluch des modernen westlichen Lebens. Ansonsten gibt es Menschen, die von ihrer Veranlagung eher gesund oder eher krank sind. Im Yoga nennt man das Karma. Es ist einfach das Schicksal, dass man annehmen muss. Und auch darüber kann man sich durch das innere Glück und die Erleuchtung erheben.

17 Der Umzug und der Uhu

Heute Nacht war der Uhu wieder da. Man sieht ihn zwar nicht, dafür ist er aber umso besser zu hören. Durch den ganzen Wald schallt sein lautes, schauriges Uhuu. Wobei die Uhus über viele Ruflaute verfügen sollen. Unser Uhu ruft einfach uhu. Das passt zu mir. Ich bevorzuge es auch einfach. Inzwischen habe ich mich über den Uhu erkundigt. Der Uhu war in Deutschland bis in die 80iger Jahre fast ausgestorben. Dann wurde er wieder angesiedelt. Und inzwischen ist er sogar bis zu uns gelangt. Allerdings hört man ihn nur in manchen Nächten. Ich habe gelesen, dass der Uhu ein Jagdgebiet von 50 km² hat. Daher ist es verständlich, dass er uns nur zeitweilig besucht. Ich frage mich auch, was er hier fängt. Seine Beute reicht von Hasen, über Mäuse bis zu Krähen und Tauben. Vielleicht jagt er hier Krähen und Tauben. Die gibt es hier relativ viel. Jedenfalls ist der Uhu ein großer Raubvogel mit einer Flügelspannweite von 1,68 m. Er kann dank seiner Spezialflügel lautlos fliegen und seinen Kopf fast vollständig um sich selbst drehen. Er sieht also alles mit seinen großen Augen und ist deshalb ein Symbol der Weisheit. Mein großes Ego dachte, dass der Uhu wegen mir hier auftaucht. Aber Barbara hat mich eines Besseren belehrt. Er ist wegen ihr hier. Und tatsächlich hört man ihn erst, seit Barbara bei mir eingezogen ist. Außerdem was „Eule“ Barbaras Spitzname in ihrer Kindheit.

Gestern hat Barbara ihr Mobilheim endgültig verkauft. Sie war sehr aufgeregt. Ich spürte ihre Aufregung in meinem Herzchakra. Wir sind dann zu ihrem Mobilheim gefahren und haben den Vertrag mit der Käuferin gemacht. Die will mit ihrer alten Mutter dort einziehen und sie so betreuen. Sie hat ihre Mutter aus dem Altenheim gerettet. Ihre Mutter war früher eine starke Frau, aber nach einem Jahr Altenheim ist sie völlig verängstigt und verschüchtert. Sie hatte dort keinen Hunger gehabt und war auch sehr abgemagert. Ihr Altenheim gehörte einem großen bundesweiten Altenkonzern, der vermutlich die Alten sehr schlecht betreut und ihnen vorwiegend das Geld aus der Tasche zieht. Die Mutter war jedenfalls sehr glücklich dem Altenheim entkommen zu sein. So hat Barbara mit dem Verkauf ihres Mobilheimes eine gute Tat getan. Sie hätte das Mobilheim auch für den doppelten Preis an andere Menschen verkaufen können.

Barbara wohnt gerne bei mir und kann deshalb ihre alte Wohnung gut loslassen. Aber innerlich ist sie doch verunsichert. Sie hat oft Träume, in denen sie nicht weiß wo sie hingehört. Und ich kam vor drei Tagen in eine leichte Panik, als mir bewusst wurde, dass Barbara nun dauerhaft mit mir zusammen lebt. Mein altes Leben als einsamer Eremit ist vorbei. Ansonsten haben wir uns aber gut eingelebt und harmonieren immer besser. Inzwischen kann Barbara auch schon so gut Skat spielen, dass sie manchmal gewinnt. Wir spielen allerdings Oma-Skat, bei dem das Glück eine große Rolle spielt. Oma Skat kann man zu zweit spielen, indem ein Drittel der Karten beiseite gelegt wird. Man weiß deshalb nie genau, welche Karten der andere hat. Außerdem habe ich Barbara alle meine Tricks verraten und sie setzt sie mit Erfolg gegen mich ein. Was mich freut, denn wenn sie immer verliert, hat sie keine Lust mehr zum Spielen. Am liebsten möchte Barbara immer gewinnen, aber dazu lasse ich es nicht kommen. In einer guten Beziehung muss es ausgeglichen sein.

Nach dem Umzug sind wir gestern noch beim Italiener Essen gegangen und haben unser neues Leben gefeiert. Barbara liebt es schön in einem Restaurant zu speisen. Und der Italiener ist das beste Restaurant am Ort und meistens ziemlich voll. Wir haben aber zum Glück noch zwei Plätze bekommen. Ich habe mir eine Lasagne bestellt und Barbara aß Nudeln mit Gorgonzola Soße. Das Highlight war aber der große Eisbecher mit Schlagsahne zum Schluss. Wir haben ihn in die Mitte des Tisches gestellt und beide davon gegessen. Dabei haben wir in unserer Gier das Tischtusch mit großen Schokoladenflecken bekleckert. Ich wollte das vertuschen, indem ich eine Serviette darauf gelegt habe. Aber Barbara hat es sofort dem Kellner gestanden, der es mit einem Lächeln quittierte und dafür ein gutes Trinkgeld bekam. Die beiden Fotos sind im Italiener entstanden. Sie zeigen, dass ich vom Umzug ziemlich erschöpft und Barbara wie immer schön und frech war.

Meine Schlafstörungen sind derzeit wieder etwas besser geworden. Dafür wache ich morgens oft in einer starken Glücksenergie auf und mag gar nicht aufstehen. Ich motiviere mich damit, dass ich die Liebe in die Welt bringe. Dann geht es. Mein neues Buch ist übrigens sehr erfolgreich. Ich fühle mich mit den Lesern verbunden. Peinlich ist es mir, dass ich so viele Schreibfehler gemacht habe. Ich entdecke sie nach und nach. Ich hätte den Text doch noch mal gründlich durch das Rechtschreibprogramm schicken sollen. Aber dazu war ich leider zu faul. Bis jetzt hat sich aber noch keine Leserin beschwert.

18 Freie Tage

Ich habe gerade vier Tage frei von Barbara und genieße das. Sie ist für vier Tage in ihr Mobilheim gezogen, weil sie alles für den endgültigen Umzug am Donnerstag vorbereiten will. Wir haben jetzt einen Monat zusammengelebt. Am Anfang gab es einige kleinere Krisen, aber zum Schluss wurde es immer harmonischer. Es ist gut, dass ich normalerweise mindestens den halben Tag Ruhe vor ihr habe. Dann kann ich das tun, wozu ich Lust habe. Dieser Mix funktioniert gut für mich. So bin ich nicht einsam und habe trotzdem ausreichend Zeit für mich. Barbara fühlt sich gut in ihrem neuen Leben. Sie ist zufrieden. Obwohl sie auch nach ihrem Gefühl etwas zu viel arbeitet. Sie ist den ganzen Tag mit Haushalt und Garten beschäftigt. Ich koche zwar, aber ansonsten darf ich nichts tun, weil ich es angeblich nicht gut genug mache.

22 Gedanken zum Tod von Königin Elizabeth
Königin Elizabeth II von Großbritannien ist tot. Mich erinnert das an den Tod meiner Mutter. Meine Mutter sah als junge Frau und auch als alte Oma äußerlich der Queen Elisabeth sehr ähnlich. Und auch innerlich war sie ihr sehr ähnlich. Sie war streng zu sich und anderen. Sie war die Herrscherin in der Familie und in ihrem Bekanntenkreis. Unter dem Tod meines Vater hat sie sehr gelitten. Aber sie hatte viele Freundinnen, mit denen sie sich oft traf. Erst als die Freundinnen alle starben, verlor meine Mutter ihre Lebensfreude. Sie starb im hohen Alter von 94 Jahren. Und sie hatte einen friedlichen Tod, obwohl die letzten drei Jahre im Altenheim für sie nicht einfach waren. Insgesamt hatte sie aus meiner Sicht ein erfolgreiches Leben. Ähnlich wie die Queen Elizabeth. Sie hat mit ihrer großen Selbstdisziplin ihr Leben erfolgreich gemanagt.
Wobei wir bei den Frage nach dem tieferen Sinn des Leben wären. Was ist ein erfolgreiches Leben? Bei der Beantwortung dieser Frage kommt es darauf an, ob man an den spirituellen Weg oder an das Glück auf dem weltlichen Weg glaubt. Wenn man materiell eingestellt ist, dann ist es wesentlich, ob man sein Leben gut genießen konnte. Meine Mutter hat ein erfolgreiches weltliches Leben geführt. Es gab oft schwierige Phasen, aber insgesamt hat sie ihr Leben genossen. Wie wohl auch die Queen Elizabeth.
Unter spirituellen Gesichtspunkten ist die Frage nicht so einfach zu beantworten. Meine Mutter hat eher weltlich gelebt, aber in den letzten Jahrzehnten ihre Lebens hat sie sich auch etwas mit der Spiritualität beschäftigt. Sie hat die Bücher von Sai Baba gelesen und viele Jahre an ihn geglaubt. Und sie hatte einen spirituellen Sohn.

Ich habe bei ihrem Tod ein Ritual vollzogen, durch das sie ins Paradies von Buddha Amitabha aufsteigen konnte. Bei ihrem Tod geschah ein großes Wunder. Meine Mutter lag im Koma. Ich habe das Mantra von Buddha Amitabha gesungen. Und plötzlich war der ganze Raum mit Licht und Glückseligkeit erfüllt. Meine Mutter starb in diesem Zustand der Glückseligkeit. Sie ging äußerlich sichtbar mit einem Lächeln durch den Tod. Und in mir war so viel Glück, dass ich keine Trauer empfinden konnte.
Königin Elizabeth hatte keinen Sohn, der so extrem auf dem spirituellen Weg war. Aber sie hat ein christliches Leben gelebt. Die englische Kirche veranstaltet ein großes Beerdigungsritual für sie. Ich glaube, dass auch solche Rituale eine positive Kraft für den Verstorbenen entfalten.
Bleibt die Frage nach der Reinkarnation. Königin Elizabeth hat ihr Leben und ihren Mann geliebt. Sie wird vermutlich auch im nächsten Leben eine Königin oder eine große weltliche Führerin sein. Und sie wird ihren geliebten Mann wieder treffen. Genauso ist es mit meiner Mutter. Sie wird meinen Vater wieder treffen. Und mich möglicherweise auch. So wird alles ewig wieder neu beginnen, bis wir alle erleuchtet dauerhaft im Jenseits (im Paradies, Reinen Land, Parinirvana) verweilen können. Ich wünsche uns allen, dass unsere Leben ein ewiger Aufstieg ins Licht sein möge.

23 Der Umzug

Donnerstag war der große Umzug. Barbara hat ihr Mobilheim leergeräumt. Mit drei Autos kamen sie, ihre Freundin und der Nachbar vom Mobilheimplatz hier an. Wir haben Barbaras Sachen in einer Blockhütte verstaut und dann noch gemeinsam Kaffee getrunken und Kuchen gegessen. Dann bin ich mit Barbara und Hund im Wald spazieren gegangen und abends haben wir den Film Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer gesehen. Im Moment ist es sehr harmonisch mit uns.

24 Der Tod

Barbara freut sich über ihr neues Leben. Und mich beruhigt es, das Barbara in meiner Nähe ist. Soweit so gut. Aber ich weiß natürlich, dass das Leben nicht einfach ist. Gerade ist die Königin Elizabeth gestorben. Das weist mich darauf hin, dass die Lebenszeit begrenzt ist. Irgendwann werde ich den Tod von Barbara verkraften müssen, den Tod des Hundes und meinen eigenen Tod. Ich hoffe, dass alles ein Aufstieg ins Licht ist. Ich glaube an ein Leben nach dem Tod. Wer spirituell gelebt hat, den erwartet ein Leben im Licht. Das nimmt mir die Angst vor dem Tod. Ich bin gespannt auf das Leben im Jenseits. Soweit ich weiß, war ich noch niemals im Paradies. Ich glaube, dass mir diesmal der Aufstieg gelingen könnte. Darauf wurde ich in einem Traum hingewiesen. Aber bis dahin gibt es noch viel spirituelle Arbeit, viele Reinigungsprozesse und viele innere Krisen. Ich hoffe auch, dass ich irgendwann an innerer Kraft gewinne. Im Moment scheint meine spirituelle Energie langsam anzusteigen. Das gibt mir Hoffnung. Jedenfalls glaube ich, dass mein Lebensmodell im Moment so richtig für mich ist. Aber wer weiß, was die Zukunft bringt.

25 Das Eichhörnchen

Hier ist ein kleines Eichhörnchen gestorben. Es lag tot auf dem Plattenweg. Warum es gestorben ist, weiß ich nicht. Aber es machte mir die Tatsache des Todes noch einmal sehr deutlich. Ich spürte, dass die Energie (das Bewusstsein) den Körper verlassen hatte. Es lag dort nur noch ein Körper. Ich habe den Körper dann begraben und mit Tannenzapfen ein Kreuz auf das Grab gelegt. Dann habe ich für die Seele des Eichhörnchens ein Sterberitual vollzogen. Ich habe ihr gewünscht, dass sie eine gute Wiedergeburt hat. Immerhin ist es glücklich, in der Gegenwart eines spirituellen Menschen zu sterben. Das gilt als ein glücksverheißendes Zeichen. Vielleicht treffe ich das Eichhörnchen ja eines Tages im Paradies von Buddha Amitabha wieder. Das ist ein schöner Gedanke.

26 Selig sind die Kleinen und Schwachen

Du fragst, warum Gott uns so klein und schwach gemacht hat. Es gibt in der Natur große und kleine Tiere. Es gibt Adler, Marder, Wölfe und Eichhörnchen. Alles hat seinen Zweck im Plan der Natur. Als Eichhörchen muss man klug und weise sein, damit man überlebt. Man muss geschickt die Umgebung, das Leben nutzen. Eichhörchen finden in Bäumen Schutz. Sie verstecken sich hinter Baumstämmen. Sie gehen Gefahren aus dem Weg. Sie müssen es lernen mit vielen Feinden zu leben. Und sie müssen gut für den Winter vorsorgen, wo es kaum Nahrung für sie gibt. Sie sammeln deshalb im Herbst viele Nüsse und fressen sich satt, damit es ihnen im Winter gut geht. So wie die Eichhörnchen Nüsse sammeln, so müssen wir spirituelle Kraft sammeln. Wir müssen unser spirituelles Potential verstärken, damit wir im Jenseits im Glück ruhen können. Der Vorteil eines Eichhörnchens ist, dass ihm diese Tatsache sehr bewusst ist. Gerade weil es so klein ist, wird es jeden Tag daran erinnert, dass es mit Weisheit leben muss. Ich habe früher viel mit meiner Kleinheit gehadert. Aber ich habe dadurch gelernt klug zu leben, Ängste zu überwinden und mich in den Kleinen und Schwachen zu sehen. Gerade weil ich Kleinheit und Ängste gut kenne, kann ich vielen Menschen helfen.

28 Der Weg der Demut

Klein sein macht demütig. Man lernt es, dass man sich in die Ordnung der Natur einfügen muss, damit es einem gut geht. Man lernt es, seinen Eigenwillen loszulassen. Das ist die Basis der Erleuchtung. Man überwindet das Ego und wird eins mit allem und dadurch eins mit dem Leben. Wenn das gelingt, erhält man große Kraft. So kann das Kleinsein ein Weg zu großer Kraft sein. Wer den spirituellen Weg geht ist letztlich unbesiegbar. Das sagt mein Meister Sai Baba. Die erleuchteten Meister werden ihn letztlich immer beschützen. Ich glaube, dass Kleine siegen, wenn sie einen starken Freund haben. Ich glaube an den Weg des Meister-Yoga. Kleine siegen mit einem erleuchteten Meister. Und ich habe gleich acht erleuchtete Meister. Wie sollte mir da etwas geschehen? Und das spüre ich auch in meinem Leben. Es gibt viele Krisen, aber letztlich geht alles immer wieder gut aus. Ich werde in meinem Leben spirituell geführt. Das wird mir immer wieder deutlich. Es sind schon viele Wunder in meinem Leben geschehen. Ich glaube, dass das Leben einen Plan für uns hat. Wir sollten die Dinge annehmen, wie sie sind. Und gleichzeitig gut für uns sorgen und einen spirituellen Wachstumsweg gehen. Wir können auf Ziele hinarbeiten. Aber letztlich entscheidet das Leben, was sein wird.

29 Leid und Erlösung

30 Anhaftungsbänder

Ich habe es nicht bereut mich von meiner Exfrau zu trennen. Ich handel konsequent nach dem, was sich für mich richtig anfühlt. Und das stellt sich auch meistens langfristig als richtig heraus. Aus meiner Sicht gleicht sich weltliches Glück immer durch Leid aus. Man muss die Anhaftungsbänder, die durch den weltlichen Genuss entstehen, immer wieder durch Trauer auflösen. Es heißt, dass die Phase der Trauer grundsätzlich so lang ist, wie eine Beziehung angedauert hat. Und dann ist man frei und kann sein Leben neu gestalten. Anhaftungsbänder sind energetische Verbindungen. Wenn man Energie spüren kann, kann man sie spüren. Ansonsten fühlst du, dass dich immer noch irgendetwas zu einer Person hinzieht und du sie nicht loslassen kannst. Anhaftungsbänder sind oft sehr tief und es dauert lange sie zu lösen. Sie können durch den spirituellen Weg, durch Meditation und Gedankenarbeit gelöst werden. Manchmal hilft die Vorstellung, dass man die Anhaftungsbänder geistig durchschneidet.

31 In sich selbst ruhen

Der spirituelle Weg besteht darin in sich selbst zu ruhen und unabhängig von der Außenwelt zu sein. Wenn du in dir Frieden und Glück hast, dann kannst du aus der Liebe heraus leben, ohne Liebe zurück bekommen zu müssen. Es ist egal, ob du Liebe von anderen bekommst. Du gehst einfach deinen Weg der Richtigkeit. Buddha sagte: „Sei dir selbst eine Insel.“ Sich in sich selbst zu verankern, bedeutet von der Welt unabhängig zu sein. Erleuchtung ist dein einzige Ziel. Aus der Erleuchtung beziehst du deine Kraft, dein Glück, deine Liebe und deinen Lebenssinn. Du ruhst im erleuchteten Sein, im inneren Frieden, Gottesbewusstsein und in der spirituellen Glückseligkeit. Im Yoga heißt das Sat-Chid-Ananda. Christlich gesehen ist das der Weg der Bergpredigt. Selig sind die geistig Armen (also die Menschen ohne Anhaftung an die Welt). Wenn man von der Welt leer wird, wird man mit dem Heiligen Geist Gottes gefüllt. Es entstehen Frieden, Freude, Liebe und Glück in einem (nach Paulus). Man lebt im Licht und strahlt Licht aus. Man wird zu einem Lichtbringer für die Welt.

September

4 Anhaftungsbänder auflösen

Heute Nacht habe ich von meiner Exfrau geträumt. Ich habe mich vor 34 Jahren von ihr getrennt. Ich sah sie mit unserem kleinen Sohn in unserer früheren Wohnung. Ich lebte in meinem Traum bereits getrennt von meiner Familie in meinem jetzigen Haus. Aber ich spürte noch eine starke Verbindung zu meiner Exfamilie. Das Lösen von Anhaftungsbändern ist nicht einfach. Grundsätzlich lösen sie sich im Laufe der Jahre von alleine, wenn man sie nicht immer wieder aktiviert. Wichtig ist es auf seine Gedanken zu achten. Man sollte Gedanken der Sehnsucht und der Anhaftung immer wieder bearbeiten. Gut ist es einen positiven Gedanken zu finden, der einem hilft. Mir persönlich hat es geholfen, den entsprechenden Personen und Problemen immer wieder Licht zu schicken und allen Wesen Glück zu wünschen. Ich habe Licht visualisiert, die Person mit Licht umhüllt und Licht in sie hineinfließen lassen. Mit Gewalt Anhaftungsbänder zu durchschneiden, kann manchmal hilfreich sein. Im Buddhismus gibt es dazu die Übung Chöd. Wenn das Ego verschwindet, lösen sich alle Anhaftungen. Gut ist es hinzusehen, wo genau man anhaftet. Wo genau ist das Problem? Was will man von der anderen Person? Dann kann man einen Gedanken finden, durch den man das loslassen kann. Oder man kann im Gegenteil visualisieren, dass man das ausreichend von der Person bekommt. Oder man kann sich einen Weg der Ersatzbefriedigung suchen. Zum Beispiel sucht man sich eine neue Frau. Dann muss man aber aufpassen, dass die vergangene Beziehung nicht die neue Beziehung belastet, weil man eigentlich die alte Beziehung zurückhaben möchte. Es ist hilfreich, die Trennung ausreichend zu verarbeiten, damit die neue Beziehung eine Chance erhält. Eine Trennung zu verarbeiten ist ein kreativer Prozess. Man sollte genau spüren, was einem hilft. Mit etwas Weisheit und Ausdauer findet man dann einen Weg.

5 Beziehungssucht

Ich stehe zu meiner Beziehungssucht. Ich hatte auch mal eine Kuchensucht. Ich habe dann viele Jahre bewusst so viel Kuchen gegessen, bis ich immer satt war. Nach einigen Jahren verschwand so die Sucht. Dann habe ich einige Jahre das bewusste Loslassen geübt. Jetzt ist mir Kuchen relativ egal. Meine Beziehungssucht löst sich allerdings nicht so einfach. Selbst nach 15 Jahren extremer Abgeschiedenheit war sie noch da. Deshalb bin ich jetzt zu einem mittleren Weg übergegangen. Ich gönnen sie mir etwas und etwas halte ich mich davon fern. Ich lebe einen Doppelweg aus Beziehung und Einsiedlertum. Das passt für mich im Moment am besten. Vielleicht löst sich das in einigen Jahren in der dauerhaften Erleuchtung. Dann habe ich hoffentlich so viel Glück in mir, dass es egal ist, wie ich äußerlich lebe.

6 Tägliche spirituelle Besinnung

Unter der spirituellen Besinnung verstehe ich, dass ich mich jeden Tag auf mein spirituellen Ziel besinne. Ich visualisiere mich als Buddha und stelle mir vor, dass ich ein Buddha bin und als Buddha lebe. Ich stelle meine Psyche und meine Energie auf die Buddha-Natur ein. Dadurch entstehen Frieden, Harmonie und Glück in mir. Als Christ könnte man das Einssein mit Jesus üben, den Heiligen Geist in sich erwecken und in der Liebe zu allen Menschen leben. Es gibt viele Techniken, wie das gelingen kann. Man kann meditieren, ein gutes Bild oder einen positiven Satz finden. Ich gehe kreativ damit um. Wichtig ist es, dass ich so jeden Tag mein inneres Glück erwecke und in die Energie der Liebe komme.

7 Kälte

Bei mir in der Hütte waren es letzte Nacht acht Grad. Aber mit vier Decken geht es. Vielleicht brauche ich eine Schlafmütze. Am Kopf war es etwas kalt. Aber nach einiger Zeit hatte sich mein Kopf an die Kälte gewöhnt.

8 Into the Wild

Ich sehe mit Barbara gerade den Abenteuerfilm auf Netflix Into the Wild. Ein junger Mann aus einer reichen Familie trampt nach seinem Abitur durch Amerika. Er will sich von seiner kaputten kapitalistischen Familie lösen und sucht nach äußerer und innerer Freiheit und Glück. Er ist ein Hippie der 90iger Jahre. Er erlebt viele Abendteuer, trifft interessante Menschen und läßt sich durch das Leben treiben. Gerade ist er in der eisigen Wildnis von Alaska gelandet und wohnt dort in einem alten Autobus. Mal sehen, wie seine Reise weitergeht. Aus meiner Sicht ist es eine spirituelle Reise nach Erleuchtung. Erst muss man das äußerere Leben in all seinen Facetten kennenlernen, dann lernt man sich selbst kennen und dann findet man seinen Weg des Lebens. Zuerst geht es um materielle Dinge wie genug zu essen, Wärme in der eisigen Kälte und vielleicht einige Freunde. Dann geht es darum, einen Zustand des inneren Friedens, des Glücks und der Lebensfreude zu finden. Man entdeckt den Weg der Erleuchtungsenergie und findet heraus, wie man diese Energie verstärken und stabilisieren kann. Da bin ich gerade. Der junge Mann in dem Film ist an diesem Punkt noch nicht angekommen. Aber Barbara und ich können uns gut mit seiner Suche identifizieren. Wir haben auch unsere konservativen materialistischen Elternhäuser verlassen und neue Wege für uns gesucht. Wir tauchten ein in die Hippiebewegung der 70iger Jahre, in die politische und spirituelle Szene. Und fanden irgendwann unseren spirituellen Weg. Barbara führte es zu Osho und ich wurde ein Yogi und Yogalehrer. Jetzt verbinden sich unsere Wege. Im Moment läuft es gut mit uns. Ich lebe in meiner Holzhütte in the wild und Barbara genießt den Luxus eines Steinhauses mit Wärme, vollem Kühlschrank und Fernseher. Und da ist natürlich auch noch unser Hund, unser Wolf, der jeden Tag mit uns auf die Pirsch geht und abends gemütlich am Lagerfeuer beziehungsweise Fernseher hockt.

10 Sport

Grundsätzlich ist es am besten jeden Tag mindestens eine halbe Stunde Sport zu machen. Das kann aber auch der Wohnung geschehen, zum Beispiel durch Yoga, Tanzen oder Tai Chi. Mindestens sollte man drei bis viermal in der Woche draußen eine Stunde Spazieren gehen. Ich gehe jeden Tag dreimal zwanzig Minuten. Ich gehe zuerst schnell, bis ich warm werde. Früher bin ich so schnell gegangen, bis ich Schwitzen musste. Das ist gut als Gesundheitsschutz. Heutzutage bin ich gemütlicher geworden und gehe nicht mehr so schnell. Aber ich gehe immer noch die erste Hälfte schnell und die zweite Hälfte eher langsam und genussvoll. Beim Gehen mache ich zuerst Übungen wie Wut rausstampfen oder Trauer ausleben. Ich denke Mantras (positive Sätze) und mache Atemübungen. Ich meditiere beim Gehen. Ich bringe mich mit meinen Übungen meisten in 15 Minuten zum inneren Frieden und ins Glück.

11
Ich sende euch einen schönen Montagsgruss. Heute habe ich wenig Zeit, weil das Dach schon wieder durchleckt. Barbara ist in Panik und verlangt von mir, dass ich sofort verhindere, dass es im Wohnzimmer durch die Decke tropft. Ich mag an sich Tropfen. Man könnte eine Blume unter die Tropfstelle stellen. Dann bräuchte man sie nicht mehr zu gießen. Das fände ich praktisch. Aber Barbara mag kein Wasser im Wohnzimmer. Und insbesondere nicht im Winter. Also werde ich die Leiter an das Dach stellen, auf das Dach klettern, oben in schwindelnder Höhe von geschätzt 3 Meter über der Erde waghalsig balanzieren und das Loch stopfen. Schließlich bin ich ja ein Handwerker, jedenfalls der Idee nach. Man könnte auch sagen, dass mein Urgroßvater ein Handwerker war. Er war ein Tischlermeister. Allerdings war er zu gutherzig, hat für seine Arbeiten in der schlechten Zeit in Deutschland zu wenig verlangt und ging bankrott. Mein Großvater wollte auch Handwerker werden und hat auch eine Maurerlehre begonnen. Nach vier Jahren wollte er die Gesellenprüfung machen. Aber sein Meister wollte lieber einen kostenlosen Lehrling und hat ihn nicht zur Prüfung angemeldet. Daraufhin wurde mein Großvater Soldat bei der kaiserlichen Garde und im ersten Weltkrieg schwer verwundelt. Sein Leben lang humpelte er mit zerschossenen Füßen durch das Leben. So kann das Leben gehen. Jedenfalls stecken in mir auch Handwerkergene. Ich wollte sogar auch Handwerker werden. Ich habe schon ein Praktikum als Elektriker gemacht. Das kommt mir noch heute zugute. Aber dann hat mich das Leben auf eine ganz andere Bahn gebracht. Ich wurde ein Yogi, der im Wald lebt. Da wurden dann meine Handwerkerfähigkeiten wieder gefragt. Ich habe ein neues Dach für mein Haus gebaut, was allerdings die ungünstige Eigenschaft hat, dass es manchmal hindurch regnet. Und ich habe viele Holzhütten gebaut, die normalerweise regensicher sind. Ich habe sogar schon eine Idee, wo das Loch auf dem Dach sein könnte. Morgen beim nächsten Regen werden wir sehen, ob meine Idee richtig war. Jedenfalls werde ich gleich mit Nägeln, Schrauben und viel Dachpappe versuchen das Dach abzudichten. Das ist dann meine gute Tat am Montag. Möge Barbara glücklich und das Dach dicht sein.

13 Auf und Ab
Heute geht es mir gut. Aber gestern hatte ich einen starken Reinigungsprozess und konnte die Nacht davor nicht schlafen. Das ist mein derzeitiges Leid. Es geht immer auf und ab. Allerdings werden die Reinigungsprozesse deutlich schwächer. Und ich kann mich darauf verlassen, dass nach einem Reinigungsprozess immer wieder eine gute Phase kommt, wo ich mich erholen kann. Ich hoffe aber auch, dass das einiges Tages vorbei ist und ich dann dauerhaft im inneren Glück leben. Das wird aber wohl noch etwas dauern, obwohl meine Orakelkarten sagen, dass ich jetzt in der endgültigen und letzten Durchbruchsphase bin. Meine Hoffnung ist, dass ich bis nächsten Mai zum Pfingstretreat meine innere Reinigung beendet habe.

14 Verlieren können
Mit Barbara läuft es im Moment relativ harmonisch. Allerdings hat sie im Moment eine Grippe und ist ziemlich schlecht drauf. Wir waren am Sonntag in der Disco im Duvenstedter Kulturhaus. Da hat sie sich wohl angesteckt. Ich beobachte bei ihr, dass sie in letzter Zeit oft schlechte Laune hat und sehr leicht gereizt ist. Ich muss sehr aufpassen wie ich mich verhalte und was ich sage. Zum Glück kann ich sie mit unserem täglichen Skatspielen nach dem Frühstück aufbauen. Barbara hat immer neue Ideen und im Moment ist ihre Idee, dass sie Skatspielen möchte. Wir spielen Oma-Skat. Das ist eine einfache Spielweise, bei der man zu zweit spielen kann. Ich bemühe mich Barbara gewinnen zu lassen, da sie dann immer gute Laune kriegt. Auch heute konnte ich sie so gut aufmuntern. Ich muss aber aufpassen, dass sie mich nicht erwischt. Dann würde sie nicht mehr an sich und ihre Großartigkeit glauben. Für mich ist das Verlieren eine gute Übung. Ich wollte im Leben immer gewinnen und habe auch meistens gewonnen. Jetzt lerne ich, dass es nur auf das innere Glück ankommt und das Gewinnen und Verlieren im Äußeren relativ egal ist. Allerdings gibt es natürlich bestimmte Dinge, wo man am besten erfolgreich sein sollte. Bei mir ist es das harmonische Zusammenleben mit Barbara und der spirituelle Weg.

15 Ein kleiner Hund
Heute begegnete mir beim Spazierengehen eine Frau mit einem kleinen Hund an der Leine. Da wurde mir klar, dass ich auch ein kleiner Hund bin. An sich ist das kein Problem. Gott (das Leben) hat die großen und die kleinen Hunde erschaffen. Er hat freie Hunde und Hund an der Leine geschaffen. In jeder Situation kann man spirituell etwas lernen. Man kann in jeder Situation zum inneren Glück und zur Erleuchtung wachsen. Epiktet war ein Sklave und ein großer griechischer Philosoph, ein Stoiker. Er lehrte es auf seine Gedanken zu achten, an nichts anzuhaften und immer gelassen zu bleiben. Er meinte, dass man auch als Sklave im inneren Glück leben könnte. Sein Herr wollte ihn sogar freilassen. Aber Epiktet hat das abgelehnt. Ein indischer König wollte zur Erleuchtung kommen und ging zu einem erleuchteten Meister. Der verkaufte den König an eine reiche Frau, die ihn als Sklaven hielt. Der Meister meinte, dass der König noch lernen musste auch als Sklave seinen inneren Frieden zu bewahren. Die einzige Bedingung war, dass er eine kleine Hütte im Garten der Frau hatte, wo er nachts in Ruhe und ungestört meditieren konnte. Diese Geschichte ist ein gutes Vorbild für mich. Auch ich lebe unter Barbara als Herrin und habe etwas Freiraum in meiner kleinen Hütte im Garten. Das ist perfekt für meinen spirituellen Weg. Ich muss es noch lernen ein Sklave gegenüber dem Leben zu sein und mich nicht immer wieder gegen mein Schicksal aufzulehnen. Insbesondere lehne ich mich gegen das Leid des Lebens, den Tod und gegen meine Reinigungsprozesse auf. So kann ich keinen inneren Frieden und keine dauerhafte Erleuchtung erlangen. Ich muss die Erleuchtung als wichtiger als alles Leid der Welt erkennen. Dann bin ich gerettet.

18 Im Moor verirrt
Gestern haben Barbara und ich uns im Wittmoor verlaufen. Neben unserem Dorf Duvenstedt, das inzwischen eine Kleinstadt im Nordosten von Hamburg geworden ist, gibt es zwei Naturschutzgebiete. Das eine Naturschutzgebiet kenne ich sehr gut. Es liegt direkt um unser Haus herum. Hier gehe ich jeden Tag spazieren und kenne fast alle Wege. Es ist eine weitgestreckte Landschaft aus Wäldern, Wiesen, einem Fluss und einem Moor in der Ferne. Das andere Naturschutzgebiet liegt im Norden von Duvenstedt auf der anderen Seite des Ortes. Hier war ich vor sechzig Jahren nur einmal kurz. In diesem Gebiet kenne ich mich nicht aus.
Barbara und ich beschlossen mit unserem Hund dieses Gebiet zu erkunden. Zuerst ging alles gut. Wir fuhren mit unserem Auto etwa fünf Minuten durch das Dorf bis zum Rand des Wittmoors. Da war ein Parkplatz. Dort ließen wir unser Auto und spazierten frohgemut ins Wittmoor hinein. Barbara war begeistert von der schönen Landschaft. Hier hatten wir wirklich eine wunderschöne Natur entdeckt. Wittmoor bedeutet weißes Moor. In einer lieblichen Landschaft mit vielen Hügeln und weiten offenen Flächen wuchsen viele weiße Birken. Auf einem Hügel entdeckten wir sogar eine große Fläche mit blühender Heide. Es sah aus wie in der Lüneburger Heide. Auf einer kleinen Bank ruhten wir uns aus und genossen den schönen Tag. Die Sonne schien. Es war angenehm warm und wir hatten gute Laune. Barbara fotografierte fröhlich mich und den Hund.
Doch das Unglück dräute. Es gab in dem riesigen Wittmoor viele Wege. Man durfte sie nicht verlassen, damit man nicht im Moor versinkt. Als Pfadfinder wusste ich, dass man sich in einem neuen Waldgebiet genau die Wegmarkierungen merken muss. Sonst verläuft man sich leicht. Alle Bäume sehen ähnlich aus und die Richtung ist bei krummen Wegen oft nicht leicht zu bewahren. Ich hatte mir alle Abzweigungen gemerkt. Nur bei der ersten Abzweigung war ich nachlässig gewesen. Mir war das bewusst, aber ich dachte, dass ich die Abzweigung zu unserem Auto schon wiedererkennen würde.
Leider irrte ich mich. Wir gingen eine Abzweigung zu weit und schon wussten wir nicht mehr wo wir waren. Barbara wurde wütend und gab mir die Schuld. Das ist ihre normale Panikreaktion. Ich blieb gelassen. Das ist meine normale Reaktion in Katastrophensituationen. Wir gingen den Weg weiter und verliefen uns immer mehr. Zwei Stunden irrten wir durch das Moor. Barbara fragte einen Spaziergänger nach dem Weg. Und der gab uns auch noch eine falsche Auskunft. Ich betete zu meinen Meistern um Führung und Hilfe. Ich hatte spontan die Idee, bei einer Abzweigung im Wald nach rechts zu gehen. Barbara wollte links herum entsprechend dem Rat des Spaziergängers. Zum Glück folgte sie trotzdem diesmal meiner Intuition.
Eine halbe Stunde später erkannte ich plötzlich den Weg wieder, auf dem wir gekommen waren. Jetzt wusste ich wo wir waren und konnte die richtige Abzweigung finden. Wir waren völlig erschöpft, bis auf den Hund, dem hatte das Ganze großen Spaß gemacht. Er roch mit seiner Nase auch wo der richtige Weg war. Aber da er Lust auf ein Abenteuer hatte, hatte er uns nichts verraten. Nun führte er uns fröhlich zum Auto. Wir fuhren nach Hause und erholten uns erstmal wieder bei Kaffee und Kuchen. Danach meditierte ich eine Runde.
Jetzt tauchten viele negative Gedanken in meinem Geist auf. Ich spürte nachträglich die Panik und ging hindurch. So konnte ich sie auflösen. Nicht auflösen konnte ich die Vorwürfe, die ich mir machte. Ich hätte besser auf den Weg achten sollen. Ich neige dazu mich selbst zu kritisieren und klein zu machen. Ich versuchte es mit positivem Denken. Ich machte mir klar, dass letztlich alles gut ausgegangen war. Es war ein Wunder geschehen. Nach meinem Gebet hatten wir den richtigen Weg gefunden. Ich bemühte mich die Dinge so anzunehmen wie sie sind. Ich versuchte trotz allem Chaos meine Welt als Paradies zu betrachten. Aber nichts half. Das ließ ich einfach alles los und trat ins Sosein ein. Alles ist so wie es ist. Auch ich mache Fehler. Auch ich bin einfach so wie ich bin. So fand ich inneren Frieden. Und kurze Zeit später war ich wieder im inneren Glück und konnte meine Welt als schön erkennen.

19 An was glaubst du?

Ich glaube vor allem an meine Meister. Was Gott ist und ob es Gott gibt, weiß ich nicht so genau. Für mich ist Gott die Verkörperung meiner Meister. Oder vielleicht auch ein anderer Begriff für Buddha Amitabha. Ich habe eine Zeitlang an Gott, Jesus, Mutter Maria und die Heiligen geglaubt. Da war ich im Internet bei Jesus.de. Als die Christen mich dann aus ihrer Gruppe herausgeschmissen haben, weil ich einen zu eigenen mystischen Glauben hatte, hat mich das irgendwie so getroffen, dass ich damals meinen christlichen Glauben verloren habe und viele Jahre nichts mehr davon wissen wollte. Ich habe damals auch viele Freunde bei Jesus.de verloren. Kurz danach begann mein Glaube an meine Meister, Sai Baba, Swami Sivananda, Amma, Mutter Meera und den Dalai Lama. Sie sind mir auch oft in Träumen erschienen. Ich glaube, dass sie mich auf meinem Weg führen und mir helfen. Engel sind mir noch nicht erschienen. Dafür aber Lichtstrahlen, buddhistische Heilige und hinduistische Götter. Ich wurde auch schon einmal bei einer Meditation ins Paradies im Jenseits entrückt. In einem Traum traf ich im Paradies Heilige aus vielen Religionen, die auf mich warteten. Das ist aber alles schon lange her. Seit einigen Jahren habe ich keine Visionen mehr. An Buddha glaube ich so ähnlich, wie ich früher an Gott und Jesus geglaubt habe. Ich fühle mich energetisch verbunden. Buddha gibt mir eine Zielrichtung in meinem Leben.

20 An die Erleuchtung glauben

Vor allem glaube ich an meine Erleuchtungserfahrungen. Dadurch weiß ich, dass es Erleuchtung real gibt. Und dass sie ein erstrebenswertes Ziel für mich ist. Erleuchtung bedeutet für mich innere Ruhe, Glück, Liebe und egoloses Einheitsbewusstsein. Ich glaube auch an meinen Weg zur Erleuchtung. Ich habe viele Techniken gefunden, die Durchbrüche zur Erleuchtung bei mir bewirkt haben. Vor allem waren es die Meditation, die Gedankenarbeit (tiefes Nachdenken, positives Denken, bestimmte hilfreiche Wörter) und die Energiearbeit (Chakren, Visualisierungen, Mantras und Atemtechniken). Und es war der Weg der umfassenden Liebe, der mich ins Licht gebracht hat. Ich glaube an das, was ich spüre und was ich erfahren habe. Ich glaube an mich, meinen Verstand und meine Gefühle. Ich glaube, dass das tiefe und dauerhafte Glück vor allem auf dem spirituellen Weg und nur begrenzt auf dem weltlichen Weg zu erreichen ist. 

21 Ein kleiner Konflikt
Das Dach vom Schuppen leckte durch. Ich fragte mich, wie ich es reparieren kann. Einfache Dachpappe genügt nicht. Also kam ich auf die Idee eine blaue Plastikplane auf das Dach zu legen. Das gefiel Barbara überhaupt nicht. Sie fand die blaue Plane extrem häßlich. Also riss sie als energische Frau die Plane einfach wieder vom Dach herunter.
Wir hatten einen Konflikt. Wie sollten wir damit umgehen? Ich weiß, dass Barbara zu Dominanzverhalten und Wütausbrüchen neigt. Sie beruhigt sich allerdings meistens relativ schnell. Ich bin meistens der Ruhige. Aber wenn ich zornig werde, dauert es meistens einen Tag, bis ich mich wieder beruhige.
Nach meinem morgendlichen Spaziergang bemerkte ich, dass sich die blaue Plane nicht mehr auf dem Dach befand. Ich beschloss mich nicht aufzuregen und die Dinge nicht eskalieren zu lassen. Es ist wichtiger eine gute Beziehung als ein heiles Schuppendach zu haben. Es ist wichtiger im inneren Frieden und in der Liebe zu bleiben, als sich immer durchzusetzen.
Barbara hatte ein schönes Frühstück gemacht. Sie hatte wohl etwas ein schlechtes Gewissen. Ihr Zorn war weitgehend verraucht, als sie in ihrer Wut die Plane vom Dach gerissen hatte. Sie hoffte auch, dass der Streit nicht eskaliert.
Also gingen wir sehr vorsichtig miteinander um. Ich meinte: „Guten Morgen, mein Schatz.“ Und sie antwortete mit den gleichen Worten. Wir setzten uns auf unseren Platz und schwiegen erst mal. Ich tat viel süße Marmelade auf mein Brötchen, um meine Nerven zu beruhigen. Dann sprachen wir ganz sachlich über den Konflikt. Wir einigten uns darauf eine grüne Plane auf das Dach zu legen. Das werden wir morgen gemeinsam tun.
Jetzt fahren wir erst mal gemeinsam einkaufen. Eine positive gemeinsame Tat stärkt das Positive in der Beziehung. Wir behandeln uns im Moment sehr vorsichtig wie zwei rohe Eier. Wir haben beide ein großes Ego und sind sehr eigenwillig. Es ist eine Kunst Konflikte nicht zu groß werden zu lassen. In einer Beziehung können sich leicht negative Verhaltensweisen einschleichen. Am Anfang kann man eine negative Entwicklung oft noch bremsen. Wenn negative Strukturen sich festgesetzt haben, können sie auf die Dauer die Liebe und das Glück in einer Beziehung zerstören. Das gilt es zu verhindern. Wir wissen beide um die Dynamik in einer Beziehung. Heute bin ich zufrieden mit uns.

22 Der Sinn des Lebens

Heute wusste ich zuerst nicht, wer ich bin und warum ich lebe. Dann machte ich einen langen Spaziergang, meditierte auf einer Bank vor einer großen Wiese und war wieder in meiner Energie. Ich war wieder in mir selbst. Da erkannte ich, dass es letztlich nur darauf ankommt in einer guten Energie zu sein. Und dass es einen Weg dort hin gibt. Der Weg besteht aus Gefühlsarbeit, Gedankenarbeit, innerer Reinigung, Spazierengehen und Meditation. Irgendwann gibt es dann einen Bewusstseinsumschwung. Man ist im glücklichen Sein. Das ist die Basis eines glücklichen Lebens. Und dann besann ich mich auf die Liebe.

24 Pilze

Pilze sind lecker und gesund. Sie enthalten viele Mineralstoffe und Vitamine aus der B-Gruppe. Allerdings gibt es auch giftige Pilze. Die sind nicht gesund. Wir haben wieder einen Ausflug in das Wittmoor gemacht. Natürlich haben wir uns beinahe wieder verlaufen. Aber diesmal waren wir vorsichtig und haben uns alle Wegabzweigungen genau gemerkt. Plötzlich sahen wir neben dem Weg in einem kleinen Birkenwäldchen viele Pilze. Barbara hat etwas Angst vor Pilzen, weil sie giftig sein können. Meine Eltern haben oft Pilze gesammelt. Ich habe deshalb ein gewisses Grundwissen, aber besonders sicher bin ich mir bei den Pilzen auch nicht. Ich weiß nur, dass man bei Maronen-Röhrlingen kaum etwas falsch machen kann. Sie sind leicht zu erkennen an der braunen Haut und dem Schwamm unter dem Hut. Und sie gehören zu den geschmackvollsten und beliebtesten Speisepilzen. Sie sind ungiftig. Es gibt unter ihnen nur den Gallenröhrling, der wie sein Name schon sagt nach Galle schmeckt. Aber er ist sehr selten. Zu verwechseln ist der Maronen-Röhrling nur mit dem noch bekannteren Steinpilz.
Als ich die vielen Pilze entdeckte, dachte ich, dass dort auch essbare Pilze zu finden sein müssten. Von meinen Eltern wusste ich, dass in Birkenhainen der Birkenreizker wächst. Birkenreizker fand ich keine, dafür aber viele giftige Kahle Kremplinge. Und dann sah ihn, halb versteckt unter einem Grasbüschel, den Superpilz. Ich schrie: „Ein Pilz.“ Barbara kam sofort mit Hund angerannt. Der Hund zuerst und danach Barbara. Sie rief begeistert: „Ein Steinpilz.“ Ich ließ sie in dem Glauben, weil Steinpilze die einzige Sorte Pilze sind, die Barbara zu essen wagt. Wir suchten weiter und fanden dann gut versteckt noch viele Maronen-Röhrlinge. Maronen-Röhrlinge lieben es sich zu verstecken. Dadurch bringt das Suchen besonders Spaß. Barbara war so begeistert, dass wir bald eine ganze Pilzmahlzeit zusammenbekamen.
Zuhause briet ich dann zuerst nur einige Pilze. Barbara wollte sehen, ob ich das Pilzgericht überlebe. Ich habe überlebt, weil ich den Gifttest kenne. Zuerst riechen. Wenn der Pilz gut riecht, dann ein kleines Stück probieren und wieder ausspucken. Wenn er gut schmeckt, ist er wahrscheinlich ungiftig. Dann kommt der dritte Test. Einige Pilze essen. Wenn man das überlebt, kann die ganze Familie den Pilz essen.
Ich hatte das Pilzgericht lecker gewürzt. Barbara probierte einen kleinen Pilz und war begeistert. Jetzt wollte sie auch ein Pilzgericht. Also kochte ich, denn ich bin bei uns der Chefkoch, am nächsten Tag ein leckeres Pilzgericht mit Nudeln in Sahnesoße. Wir aßen so viele Pilze, dass wir danach keine Pilze mehr sehen konnten. Aber da das Suchen so viel Spaß gebracht hatte, suchten wir kurz darauf auch in der Umgebung unseres Hauses nach Pilzen. Da gutes Pilzwetter war, also warm und etwas feucht, fanden wir tatsächlich auch bei uns einige Maronen-Röhrlinge.
Und was lernen wir daraus? Pilzesammeln macht Spaß. Es ist wie Ostereier im Wald suchen. Man wird wieder zu einem Kind und entdeckt, wie viele schöne Dinge es im Leben gibt. In den Nachrichten gibt es im Moment so viele schreckliche Berichte von Krieg, Krankheit, Klima und Wirtschaftskatastrophe, dass es gut ist sich auch einmal auf die schönen Seiten des Lebens zu konzentrieren. Wer sich mit Pilzen auskennt, der kann notfalls immer noch von Pilzen leben. Und mit dem Holz des Waldes seine Wohnung schön warm heizen. Und sich mit netten Menschen umgeben und glücklich sein.

26. Mein Dzogchen-Meister

Ich traf Chimed Rigdzin Rinpoche vor vielen Jahren in Hamburg. Er war damals schon sehr alt und saß in einem Rollstuhl. Er wurde zum Rednertisch geschoben. Aber seinen Humor hat er immer behalten. Sein Blick schweifte über die Anwesenden. Da ich mich für spirituell völlig unbedeutend halte, versuchte ich mich unauffällig zu verhalten. Aber natürlich verweilte deshalb sein Blick besonders auf mir. Ich erhielt dadurch seinen Segen. Auch jetzt noch fühle ich mich mit ihm verbunden. Er ist mein Dzogchen-Meister. Dzogchen ist die Richtung des undogmatischen tibetischen Buddhismus. Sie betont die Natürlichkeit und den Humor. Ihr Zentrum ist die Übertragung der Erleuchtungssicht, so dass man selbstständig zielgerichtet üben kann. Man tut völlig undogmatisch das, was einen gerade spirituell voran bringt.

27. Gedanken- und Gefühlsarbeit

Grundsätzlich werden die Gefühle durch die Gedanken gesteuert. Du denkst einen negativen Gedanken und es entsteht ein negatives Gefühl. Durch dieses Gesetz hast du die Möglichkeit deine Gefühle zu steuern. Du kannst immer im Frieden und im Glück sein, wenn es dir gelingt, die Herrschaft über deine Gedanken und Gefühle auszuüben. Das ist leider nicht so einfach, weil unsere Gedanken- und Gefühlsreaktionen auf äußere Situationen stark eingespielt sind. Ich glaube auch, dass es sich bei Gefühlen um Energien handelt, mit denen man klug umgehen muss. Grundsätzlich hat Buddha den Weg gezeigt, wie man zu innerem Frieden und dauerhaften Glück kommt. Das ist der Weg der Erleuchtung, der aus Gedankenarbeit und Meditation besteht. Wie funktioniert dieser Weg?

Wenn jemand wütend auf dich ist und schreit, dass du etwas falsch gemacht hast, dann kannst du als erstes darüber nachdenken, ob diese Aussage der Wahrheit entspricht. Wenn du nichts falsch gemacht hast, dann kannst du mit diesem Gedanken deine Gefühlsreaktion stark abschwächen. Wenn du tatsächlich etwas falsch gemacht hast, dann kannst du dich mit deinen Fehlern annehmen wie du bist und versuchen, es beim nächsten Mal besser zu machen. Wenn du stark in deiner Mitte ruhst, dann kannst du die Gefühlsausbrüche anderer und unschöne Situationen mit Gleichmut und Gelassenheit ertragen. So tat es Buddha. Für ihn war es leicht, weil er große innere Kraft und kein Ego besaß. Für uns ist es schwieriger. Wir üben noch. Wir lernen es, unser Ego loszulassen und die Dinge so anzunehmen, wie sie sind. Christlich ausgedrückt sagen wir: „Gottes Wille geschehe, dein Wille geschehe.“

Als zweiten Schritt können wir meditieren oder einen Spaziergang machen. Wir können Gefühle wie Wut und Trauer ausleben. Dadurch beruhigen sich unsere inneren Energien. Wir können unsere Wut herausstampfen. Wir können traurig sein. Wir können in das Zentrum unserer Angst hineingehen, unser Ego loslassen und so zum inneren Frieden finden. Wenn wir auf das Zentrum der Angst meditieren, dann löst sich alle Angst auf. Wir können erkennen, welcher Gedanke bei uns Angst bewirkt. Wir können einen hilfreichen Gegengedanken finden.

Hilfreiche Gedanken beruhen grundsätzlich auf den fünf Prinzipien Wahrheit, Frieden, Liebe, Glück und Kraft. Wir können uns fragen, was die Wahrheit ist. Ist es wirklich so schlimm, wenn das eintritt, wovor wir Angst haben? Gibt es einen Weg damit umzugehen? Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Situation so eintritt? 90 % unserer Ängste sind überflüssig, weil es doch anders kommt als gedacht. Ein Gedanke des Friedens ist es, die Situation einfach anzunehmen, das Ego loszulassen und dem Leben zu übergeben. Letztlich sind wir ein Teil des Lebens und müssen uns in die große Ordnung des Lebens einfügen.

Wir können aber unser Leben glücklich gestalten und viele Elemente des Glücks in unser Leben einbauen. Was macht dich heute glücklich? Wodurch bekommst du wieder gute Laune? Ich erzeuge meistens Glück durch meine spirituellen Übungen. Aber ich tue auch jeden Tag etwas Schönes. Hilfreich sind auch Gedanken und Taten der Liebe. Wir schicken anderen Menschen Licht, sagen einem Mitmenschen ein nettes Wort oder helfen in einer Notlage. Wir vegessen uns selbst und unser Ego und gelangen so ins Glück. Als der Hund heute traurig war, weil Barbara zu ihren Freundinnen gefahren ist, habe ich ihm etwas Schönes zu essen gegeben, mit ihm meditiert und mache gleich einen Spaziergang mit ihm. So konnte er sein Leid vergessen und ich bin glücklich, weil ich ihm helfen konnte.

Wenn alles nichts hilft, dann brauchen wir den Weg der Kraft. Wir stoppen mit Selbstdisziplin alle negativen Gedanken, denken ein Mantra oder ein Gebet oder lenken uns mit einer schönen Tätigkeit ab. Wir tun etwas, was uns Kraft gibt. Das ist oft Sport oder ein Spaziergang. Es kann auch ein Gespräch mit Freunden oder ein schöner Film sein. Und natürlich tun uns auch die Worte Buddhas, der Bibel und anderer erleuchteter Meister gut. Letztlich gibt uns unser spiritueller Weg Kraft, wenn wir ihn richtig praktizieren.

28. Gefährliche Glücksenergie

Gerade habe ich mich mit Barbara wieder gestritten. Eigentlich ging es uns beiden heute gut. Ich wachte in Glücksenergie auf und habe heute viele Glücksenergie. Dadurch wurde ich übermütig. Beim Skatspielen kam es zur Katastrophe. Wir spielen immer zwei Runden. Die erste Runde war okay. Ich habe zwar gewonnen, aber nur knapp. Das war für Barbara in Ordnung. Bei der zweiten Runde wollte ich Barbara helfen und habe ihr einen guten Tipp gegeben. Leider habe ich dabei auch geäußert, dass sie dumm spielt und klug spielen sollte. Da wurde sie wütend und hat sich jeden Rat verboten. Und hat dann krachend verloren. Und ist jetzt extrem wütend. Sie hat mich lautstark beschimpft und ich bin aus dem Haus in meine Hütte geflüchtet.
Der erste Schritt für mich ist es innerlich gelassen zu bleiben und nicht in ihre Wut einzusteigen. Ich bewahre mein inneres Glück und nehme Barbara so an wie sie ist. Und mich auch. Ich habe einen Fehler gemacht. Ich war übermütig und frech. Gerade wenn es mir gut geht und ich in meiner Kraft bin, muss ich sehr vorsichtig mit Barbara umgehen. Ich muss ihr das Gefühl lassen, dass sie die Stärkere und die Chefin ist. Das muss ich noch lernen. Ich verzeihe mir meinen Fehler. Und ich nehme Barbara so an wie sie ist. Im Moment ist sie ein Wutteufel. Aber zum Glück beruhigt sie sich meistens schnell. Ich werde eine Zeitlang vorsichtig mit ihr umgehen. Heute Nachmittag fahren wir einkaufen. Das wird uns ablenken. Die größere Gefahr ist, dass ich nachtragend bin und einige Tage brauche, bis ich wieder normal mit ihr reden kann. So ist das eben. Ich nehme sie so an wie sie ist und mich auch. Wir haben eine dynamische Beziehung. Und das ist letztlich gut so. Und wir haben gelernt uns immer wieder zu vertragen. Darauf vertraue ich.

Oktober

7 Nie aufgeben

Positiv bei mir ist, dass ich nach meiner großen Depression vor vierzig Jahren nie wieder depressiv wurde. Ich achte streng darauf Gedanken zu vermeiden, die mich depressiv machen. Da kämpfe ich hart. Ich habe gelernt solche Gedanken klar zu erkennen. Ich stoppe sie sofort. Ich denke ein Mantra, bete stundenlang oder lenke mich irgendwie ab. So konnte ich die letzten Jahrzehnte Depressionen vermeiden. Notfalls gehe ich spazieren oder sehe spannende Filme im Internet. Dadurch kann ich normalerweise alle Krisen überdauern. Das Leben ist ein harter Kampf. Aber wenn wir spirituell leben, wachsen wir an diesen Kämpfen ins Licht. Daran glaube ich und das ist meine Erfahrung. Wichtig ist es, dass du nach jeder Krise immer wieder aufstehst und dich positiv besinnst. Du darfst nie aufgeben. Dann kommst du mit Sicherheit eines Tages ins Licht.

8 Der spirituelle Tagesplan als Weg ins Licht

Innerer Frieden, Glück und Erleuchtung entstehen dann, wenn die Verspannungen im Körper und im Geist aufgelöst werden. Die Kunst auf dem spirituellen Weg besteht darin genau zu erspüren, was man wann wie und wie lange braucht. Es gibt bestimmte Techniken, durch die die inneren Verspannungen gelöst werden. Bereits diese Techniken sind individuell. Es kommt auf die Person an, was bei ihr spirituell funktioniert. Und dann kommt es auch noch auf die Situation an, in der sich die Person befindet. Lebt die Person in einer Beziehung, hat sie einen anstrengenden Beruf oder viel freie Zeit und Langeweile. Ist sie von Süchten, Leid (Ablehnung), Unruhe oder Trägheit geplagt. Ist die Person eher der träge oder der dynamische Typ. Neigt die Person zu Unweisheit und haftet an weltlichen Dingen an? Oder ist die Person spirituell sehr klar. Das alles wirkt sich auf den Tagesplan aus. Der Tagesplan kommt im Wesentlichen von innen heraus. Du musst ihn also für dich selbst ausprobieren und erspüren.

9 Als ich ein Rechtsanwalt mit einem stressigen Beruf, einer schwierigen Beziehung, einem schreienden Kind und wenig Zeit war, begann ich den Tag mit einer positiven Tageseinstellung. Ich fand einen Satz, der mir half gut durch den Tag zu kommen und meinen Geist spirituell auszurichten. Später habe ich dann mit Orakelkarten gearbeitet, die mir meinen positiven Tagessatz gaben. Das war einfacher, aber psychologisch nicht so ganz zielgenau. Ich habe dann noch jeden Morgen eine Seite in einem spirituellen Buch gelesen, um in eine spirituelle Energie zu kommen. Mittags habe ich einen langen Spaziergang gemacht und meinen inneren Stress in den Boden gestampft, mich also körperlich ausgetobt. Zweimal in der Woche war ich auch im Karate-Sportverein. Abends habe ich dann eine halbe Stunde meditiert. Das verlängerte sich später auf drei Stunden. Vor dem Schlafengehen habe ich dann über den Tag nachgedacht und überlegt, was gut gelaufen ist und was ich besser machen kann. Den ganzen Tag habe ich mich bemüht meinen Geist positiv zu halten, ihn an positiven Leitsätzen orientiert und Stressgedanken gestoppt.

10 Als ich mich dann von meiner Familie getrennt, meinen Rechtsanwaltsberuf aufgegeben hatte und in der Abgeschiedenheit als Yogi gelebt habe, habe ich mich an den spirituellen Tagesplan von Buddha gehalten und ihn etwas individuell ergänzt. Buddha lehrte Sitzen (Meditation) und Gehen im ständigen Wechsel. Dazu ständige Achtsamkeit auf die Gedanken und die Gefühle. Ich habe daraus einen fünfstufigen Tagesplan aus Liegen (Meditation), Lesen (in einem Buch meiner Meister), Gehen (etwa 30 bis 60 Minuten im Wald), Gutes tun (im Internet anderen Menschen helfen) und das Leben genießen (kreativ etwas tun, was mir Spaß bringt). Meditiert habe ich meistens ein bis drei Stunden. Dabei habe ich meine Kundalini-Energie aktiviert (also mich auf Gott, Buddha oder meine Chakren konzentriert). Die Kundalini-Energie löste dann von alleine meine inneren Verspannungen. Ich meditierte, solange der Lösungsprozess anhielt. Dann bin ich aufgestanden und zum nächsten Schritt übergegangen. Jeden Tag habe ich zwei bis drei Runden meiner fünf Schritte gemacht. So kam ich in einen inneren Lösungsprozess, der mich bis zur Erleuchtung gebracht hat. Das dauerte bei mir ein halbes Jahr. Bei Buddhas Schüler Moggalana dauerte es eine Woche. Jesus bekam von Johannes dem Täufer eine Übertragung der Erleuchtungsenergie und gelangte in vierzig Tagen zur Erleuchtung (die Engel/Energien dienten ihm, der Teufel/das Ego war besiegt).

11 Nach meinem Erleuchtungsdurchbruch floss die Kundalini-Energie von alleine weiter. Ich brauchte meinen Tagesplan nicht mehr so streng praktizieren. Ich spürte einfach nur, was mein Körper und was mein Geist gerade brauchen. Meine Hauptübung war in der Ruhe zu verweilen und meinen Geist in der Ruhe zu halten. Erleuchtung ist ein ganz natürlicher Prozess. Er entsteht letztlich aus der Ruhe und einer natürlichen, der jeweiligen Person angemessenen Lebensweise. So verbrachte ich die nächsten 25 Jahre. Dann trat Barbara in mein Leben. Ich passte meinen spirituellen Tagesplan an Barbara an. Jetzt leben wir zusammen und haben einen gemeinsamen Rhythmus. Die Hälfte des Tages praktiziere ich weiter alleine meinen meditativen Weg. Und die andere Hälfte des Tages genießen wir gemeinsam einfach nur das Leben. Entscheidend für mich ist, dass ich spüre, dass meine spirituelle Entwicklung immer weiter geht. Ich befinde mich immer noch in einem ständigen inneren Reinigungsprozess.

25 Zwischenbericht

Bei mir läuft das Leben in gewohnten Bahnen. Ich habe mich langsam in meiner Holzhütte eingelebt, auch wenn es hier jetzt ziemlich kalt ist. Heute Nacht waren es sechs Grad in der Hütte. Aber einen alten Pfadfinder kann so schnell nichts erschüttern. Ich habe über die fünf bisherigen Wolldecken meinen alten Schlafsack gelegt, der bis minus zehn Grad die Kälte abhält. Nur um den Kopf herum wehte ein leicht eisiger Wind. Dafür erstrahlte die Welt heute Morgen in weißem Schnee. Barbara hat gleich ein Bild davon gemacht. Nach dem Aufstehen habe ich schnell den Gasofen angezündet. Innerhalb von fünf Minuten war es in meiner Hütte warm, weil der Raum relativ klein ist. Ansonsten heize ich mit meinem kleinen Elektroofen, den ich direkt neben meinen Stuhl stelle. Ich bin gespannt auf die Stromrechnung, vor allem weil Barbara sehr kälteempfindlich ist und das Haus mollig warm aufheizt. Spirituell gesehen meditiere ich immer weiter vor mich hin. Die Reinigungsprozesse sind erträglich. Meistens kann ich nachts einigermaßen schlafen. Die Kundalini-Energie kreist beständig Tag und Nacht. Nur wenn ich mit Barbara zusammen bin, stoppt sie. Gestern Morgen erwachte die Energie plötzlich ziemlich stark im Unterbauch. Für einige Zeit war ich mit großem Glück gefüllt. Ich habe schnell etwas davon an meinen Sohn weiter geschickt, weil der dringend etwas mehr inneres Glück gebrauchen kann. Daraufhin hat er sich das erste Mal wieder seit zwei Jahren gemeldet und will mich in vier Tagen besuchen. Ich hoffe, dass ich ihm etwas helfen kann. Er leidet an Depressionen. Obwohl er jetzt ein Doktor der Psychologie ist, kann er sich nicht selbst helfen. Er sucht immer noch nach einem Weg in seinem Leben glücklich zu sein.

27 Geburtstagsessen
Am Sonntag war Barbara mit ihrer Freundin als Geburtstagsessen bei einem Brunch in einem Restaurant. Aber auch das gefielt ihr nicht. Es war zu teuer dafür, dass es nur ein kleines Frühstück gab. 40 Euro pro Person. Nachmittags waren wir dann noch auf einem Weihnachtsmarkt bei einer Kirche. Dort habe ich mir warme Socken gekauft, die eine alte Frau in einem Rollstuhl gestrickt hat. Sie hat sich gefreut, dass jemand ihre Socken kauft. Sie hatte das ganze Jahr an den Socken gestrickt.

Real Geburtstag hatte Barbara am Dienstag, den 6. Dezember, also am Nikoklaus. Ich habe ihr 100 Euro geschenkt, damit sie sich einen Pullover kaufen konnte, den sie schon immer haben wollte. Darüber hat sie sich gefreut. Ansonsten haben wir uns den ganzen Tag gestritten. Ich wollte Geburtstag feiern und war in Feierlaune. Und Barbara hatte keine Lust zu feiern und lehnte jede Fröhlichkeit ab. Sie hat mit Geburtstagen in ihrer Kindheit schlechte Erfahrungen gemacht. Ihre Mutter hat ihr durch ihre strenge Erziehung alle Geburtstage verdorben.

28 Gute Laune
Dann bekam Barbara überraschenderweise wieder gute Laune. Das lag vielleicht an dem Fernsehfilm am Abend davor. Er handelte von einer Familie, die sich zu Weihnachten ständig gestritten hat. Das hat Barbara sehr gefallen und sie hat viel gelacht. Sie hat einen merkwürdigen Humor.

29 Der Besuch
Gestern kam mein Sohn zu Besuch. Ich hatte ihn zwei Jahre nicht gesehen. Er hat sich völlig verändert. Vorher war er beständig missmutig und negativ drauf. Er litt an Depressionen und Schlafstörungen. Obwohl er ein Doktor der Psychologie ist, konnte er sich nicht helfen. Es klappte weder mit einer Beziehung noch mit einem Beruf. Also gab er seine Wohnung in Freiburg auf und reist seit drei Jahren durch die Welt. Er war gerade einen Monat auf einem Musikfestival in Norwegen, dann zu Besuch bei Bekannten in Finnland, dann in einem Ökodorf in Estland, mit dem Sohn meiner Schwester einige Wochen Surfen in Portugal und dann noch einige Zeit in einer Hippiekommune. Er hat jetzt einen langen Bart, lange Haare und sieht zum Entsetzen meiner Exfrau aus wie ich früher.

30 Das Wunder

Er macht Couchsurfing. So spart er viel Geld und kann sich sein Reiseleben leisten. Er übernachtet kostenlos bei Leuten, die Lust auf Gäste haben. Das hat ihn wohl verändert. Wenn man ein Gast sein will, muss man nett sein. Er hat es gelernt freundlich zu sein und gut mit Menschen zu reden. Er war richtig positiv und interessiert. Ich habe ihn kaum wieder erkannt. Und war natürlich sehr erfreut. Er hat sich einige Stunden gut mit Barbara unterhalten. Ich habe hauptsächlich zugehört. Barbara war begeistert, dass sie jetzt auch so einen netten Sohn hat. Sie hat ihn sofort als Sohn übernommen.

31 Das Wunder

Und dann geschah das Wunder. Mein Sohn begann sich mit mir zu unterhalten. Wir sprachen über mein neues Buch vom Leben nach dem Tod. Und dabei hat sich offensichtlich etwas spirituelle Energie auf ihn übertragen. Plötzlich musste er einige Male niesen. Es löste sich etwas in ihm. Und dann war er im Glück. Und ich auch. Ich spürte, wie Glück in mir entstand. Wir waren wieder energetisch verbunden wie in seiner Kindheit. Dort war große Liebe zwischen uns. Aber als er im Alter von 7 Jahren war, habe ich mich von meiner Exfrau getrennt, weil wir uns nur noch gestritten und gegenseitig unglücklich gemacht haben. Der Hauptleidtragende war mein Sohn. Er wurde von einem fröhlichen zu einem in sich gekehrten Kind. Er hat bis jetzt das große Trauma seiner Kindheit nicht überwunden. Jetzt gibt es eine Chance, dass sich alles wieder positiv entwickelt. Insofern war es gestern ein guter Tag.

November

1.11 Geheime Yoga-Techniken

Gestern waren Barbara und ich wieder im Wittmoor mit Hund spazieren gehen. Dazu gibt es einige schöne Fotos. Barbara und ich probieren Yogi im Stehen. Das ist ein lustiges Spiel, gerade wenn der Gleichgewichtssinn nicht mehr so gut funktioniert. Es ist gut das Gleichgewicht öfter zu trainieren. Auf dem Spaziergang hatten wir eine interessante Diskussion über die geheimen spirituellen Übungen. Die geheimen Übungen hängen alle irgendwie mit dem Kundalini-Yoga, dem mittleren Energiekanal oder der Wirbelsäule zusammen. Durch Visualisierungen, Atemtechniken und Mantren werden die inneren Verspannungen aufgelöst und die Kundalini-Energie aktiviert. Der Dalai Lama hat inzwischen den geheimen tibetischen Kundalini-Yoga öffentlich gemacht. Er wird auch im Tummo-Yoga gelehrt. Vor vielen Jahrzehnten wurde mir für etwa 1000 Euro der geheime taoistische Kundalini-Yoga gelehrt. Ich musste mich aber schriftlich verpflichten es nicht öffentlich weiterzugeben. Ebenfalls unter Geheimhaltungsversprechen bekam ich von einer früheren Freundin die Energieübungen von Yogananda, wie sie in seinen Lehrbriefen gelehrt werden. Im indischen Yoga gibt es viele geheime Übungen, die aber inzwischen weitgehend bekannt sind. Ich habe aus allen diesen Techniken meine Lichtmeditation entwickelt, die ich in meinen Yogagruppen zu Ende jeder Stunde als tiefe Entspannung gelehrt habe. Voraussetzung für die geheimen Übungen ist normalerweise eine gewisse spirituelle Entwicklungsstufe. Insbesondere sollte man die spirituelle Energie spüren und gut visualisieren können. Oft öffnet ein Guru (Lama, erleuchteter Meister) bestimmte Chakren, damit die Energie zu fließen beginnt. Kundalini-Yoga kann zu heftigen Reinigungsprozessen führen. Deshalb ist es durchaus berechtigt, diese Techniken geheim zu halten und nur an auserwählte Menschen weiterzugeben. Meine Form des Kundalini-Yoga ist sanft und hat deshalb bei meinen Yogaschülern noch nie zu Problemen geführt. https://www.youtube.com/watch?v=cxbi8yeFue4

18.12. Der Weihnachtsbesuch

Es war Weihnachtszeit. Von den Tannenspitzen glitzerte der Schnee. Der Wald war in ein zartes weißes Gewand gehüllt. Den einsamen Waldweg stapften mühsam einige dunkle Gestalten entlang. Es klopfte laut und kräftig an der Haustür. Aber es war nicht der Weihnachtsmann. Es waren die Nachbarn. Barbara hatte zu einem weihnachtlichen Nachbarschaftstreffen geladen. Sie wohnt jetzt fünf Monate bei mir und wollte sich den Nachbarn vorstellen. Drei Tage hatte sie geputzt und alles festlich vorbereitet. Im Wohnzimmer stand ein großer Tisch mit vielen Gedecken, Kaffee und Kuchen. Jetzt war der große Tag gekommen. Barbara war schon seit drei Tagen sehr aufgeregt. Und die Nachbarn waren auch gespannt auf die Frau an meiner Seite. Aus einem verschrobenen Eremiten war ein adrett gekleideter älterer Herr geworden. Ich musste mir extra für diesen Besuch meinen Bart schneiden und mir einen sauberen blauen Weihnachtspullover mit weißen Renntieren darauf anziehen. Ich hätte nie gedacht, dass ich so tief sinken würde. Aber was tut man nicht alles aus Liebe?
Eine laute Horde mit vielen Hunden besetzte in kurzer Zeit die Stühle rund um den großen Tisch. Alle Nachbarn hatten Hunde, die sich bereits kannten und freudig begrüßten. Eine Nachbarin hatte ihren berühmten Schokoladenkuchen gebacken. Er war in kurzer Zeit aufgegessen. Natürlich mit Sahne. Es begann eine lebhafte Unterhaltung. Jeder erzählte aus seinem Leben. Bei dem jüngeren Nachbarehepaar drehte sich alles um Hunde. Sie nahmen oft kranke Hunde aus dem Tierschutz auf und hatten zeitweilig bis zu fünf Hunde. Jetzt waren es nur zwei, aber der eine Hund war halb blind. Er liebte es gestreichelt zu werden und kam sofort zu mir. Unser Hund bewachte derweil seinen angestammten Platz unter dem Tisch. Das war insofern der beste Platz, als man dort von den Menschen am Tisch immer mit Leckereien gefüttert wurde. Barbara konnte bei diesen Nachbarn gut mitreden, weil sie auch ein Hundefan ist und alles über Hunde weiß. Sie kennt alle Rassen, alle Namen und alle Eigenheiten der Hunde.
Nach dem Hundeehepaar kam der Pferdezüchte an die Reihe zu erzählen. Er besaß einen großen Reitstall mit vielen Pferden. Manche Pferde waren bei Pferderennen sehr erfolgreich. Aber seine Haupttätigkeit war die Geburtshilfe bei Fohlen. Das ging das ganze Jahr über. Nachts musste er oft wachen. Barbara war sehr interessiert und wollte gerne bei einer Fohlengeburt dabei sein. Der Pferdezüchter war ein rundlicher älterer Mann, der gerne reiste. Er interessierte sich für den Buddhismus, weil er oft in buddhistische Länder gereist war.
So kam ich an die Reihe zu erzählen. Ich berichtete von meiner Suche nach dem Sinn des Lebens und wie ich über den griechischen Philosophen Epikur zu Buddha gekommen war. Ich berichtete von den verschiedenen Richtungen des Buddhismus und wie man den Buddhismus praktiziert. Es leuchtete allen ein, dass Meditation zum inneren Frieden führt und positives Denken glücklich macht. Am besten gefiel dem Pferdezüchter der Amitabha-Buddhismus, weil der am einfachsten zu praktizieren ist. Man ruft einfach den Buddha Amitabha mit seinem Namen an, wenn man übersinnliche Hilfe braucht. Ansonsten lebt man einfach sein normales weltliches Leben weiter und bemüht sich ein guter Mensch zu sein.
Zum Abschluss des Treffens machten wir noch einige Fotos und verabredeten uns im nächsten Jahr zum nächsten Treffen. Barbara war sehr zufrieden, weil es ein schönes Treffen geworden war. Und ich war froh, weil ich den restlichen Kuchen aufessen durfte.

29.12. Kraft und Liebe

Heute sind mir meine Großeltern im Traum erschienen. Das ist mir noch nie passiert. Sie sind seit über dreißig Jahren tot. Meine Großmutter starb zwanzig Jahre vor meinem Großvater. Meine Großmutter hatte sehr viel Liebe in sich. Sie gab uns die Botschaft, dass sie uns alle liebt. Im Traum musste ich sie durch eine Glastür in eine höhere Dimension bringen. Mein Großvater übertrug mir im Traum Kraft. Ich spürte wie seine Kraft auf mich überging. Da das zum Jahreswechsel geschah, ist ihre Botschaft für 2023 Kraft und Liebe. Das wünsche ich allen meinen Freunden und Freundinnen.

8.1.2023 Radtour im neuen Jahr.

Heute ist Sonntag und schönes Wetter. Das ist selten in den letzten vier Wochen. Normalerweise regnet es hier im Moment sehr viel. Aber heute Nachmittag kam die Sonne heraus und der Himmel war strahlend blau. Barbara rief: „Laß uns das für eine Radtour durch den Wohldorfer Wald nutzen!.“ Brummend stimmte ich zu. Wir holten die Fahrräder aus dem Schuppen und los ging es. Natürlich mit Hund. Der freute sich schon sehr auf den Ausflug. Er traf auch viele andere Hunde. Von allen Seiten strömten die Menschen in den Wald, manche mit und manche ohne Hund. Alle wollten das schöne Wetter ausnutzen. Sonst sieht man die Menschen kaum. Es sind alles Sonnenmenschen. Wir dagegen gehen bei Wind und Wetter im Wald spazieren. Ich habe extra eine schottische Wachsjacke zu Weihnachten bekommen. Jedenfalls war es heute eine schöne Runde durch den Wald. Eine nette Frau machte sogar einige Fotos von uns. Nach der Radtour gab es dann Rosinenbrot zum Kaffee. Das ist unsere neuste Errungenschaft. Das erinnert mich an meine Kindheit. Bei meiner Oma gab es auch oft Rosinenbrot.

18. 1.2023 Der Filzhut
Bei uns hat es in den letzten Wochen viel geregnet. Mein neuer britischer Wachsmantel hat gute Dienste geleistet. Nur der Kopf wurde durch den Regen nass. Da musste ein Hut her. Beim Spazieren gehen sahen wir die Tochter der Nachbarin mit einem feschen Filzhut. Sofort tauchte der Gedanke auf: „So etwas muss ich auch haben.“ Eigentlich ist Barbara die Konsumtante und ich bin der wunschlose Yogi. Aber diesmal entstand tatsächlich ein Wunsch in mir. Also haben wir im Internet nach bayerischen Filzhüten für Naturburschen gesucht. Es war ziemlich schwierig sich auf ein Modell zu einigen, weil Barbara und ich einen unterschiedlichen Geschmack haben. Ich liebe es eher waldschratmäßig und Barbara mag es modisch schick. Letztlich fanden wir ihn, den einen, der uns beiden gefiel. In einer Beziehung muss man den guten gemeinsamen Weg finden. Es ist uns gelungen. 
Drei Tage nach der Bestellung brachte uns der Amazonbote das Paket. Es war wie Weihnachten, als wir den Hut ausgepackt haben. Konsumieren bringt Spaß, wenn man es nicht übertreibt. Wir haben den Hut gleich ausprobiert und euch davon einige Fotos gemacht. Wie findet ihr mich mit Hut? Kann ich einen Hut tragen? Ich finde mich eigentlich zu seriös mit Hut. Wie ein älterer Herr. Dabei sehe ich mich noch als jungen Wilden. Aber mein Schriftstellerfreund erklärte mir beim Spazieren gehen, dass ich ein älterer Herr sei. Das empfand ich zwar als gemein, aber möglicherweise hat er recht. Ich sollte meine seriöse Seite pflegen. Das ist sehr im Sinne von Barbara. Sie mag lieber Schönlinge als Banausen. Die Nachbarin – die von der Tochter- meinte, dass ich schon sehr viel gepflegter wirkte, seit Barbara bei mir ist. Ihre Töchter hätten früher etwas Angst vor dem wilden Yogi mit dem langen Bart und der zerlotterten Kleidung gehabt. Jetzt könnten sie sich fast in mich verlieben, wenn ich nicht doch einige Jahrzehnte zu alt für sie wäre. 
Der Regen hat natürlich sofort aufgehört, als der Regenhut da war. Ich werde heute beim Spazieren gehen im Wittmoor aber trotzdem den Hut tragen. Falls Barbara ihn mir nicht klaut. Sie hat den Hut auch probeweise aufgesetzt und fand sich sehr schön damit. Vielleicht muss ich ihr auch noch einen Hut kaufen. Oder ich trete den Hut an sie ab und trage wieder Mütze. Oder wir wechseln uns ab, mal darf der eine und mal der andere den Hut tragen. Die Nachbarin hat übrigens bestätigt, dass ein Filzhut gut gegen Regen schützt. Ihr Mann trägt auch einen Filzhut bei Regen. Bald besitzt hier die ganze Nachbarschaft einen Filzhut, wenn sich das herum spricht. Und das tut es bestimmt, weil sich beim Spazieren gehen alle immer treffen und dann die neuesten Nachrichten austauschen. 
Es hat hier übrigens so viel geregnet, dass das Wasser des Flusses über die Ufer getreten ist. Ich hatte schon Angst, dass ich in meiner Hütte nass werde. Aber nach fünf Wochen Regen stoppte die Flut einen halben Meter vor meiner Hütte. Ich bin gerettet, denn jetzt wird es kälter und wieder trocken. Jetzt steht der Winter vor der Tür. Und da bin ich dank meines Gasofens gut gerüstet.

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