Der glückliche Buddha

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Buddhismus als Weg zu innerem Frieden, Liebe und Glück

Nils Horn, Hamburg, 2022


Wie kann der Buddhismus für die Menschen im Westen und in Deutschland hilfreich sein? Wir lernen die wichtigsten Techniken der Gedankenarbeit, der Gefühlsarbeit und der Meditation kennen. Wir finden den Weg zu uns selbst und zu einem glücklichen Leben.

Wie erlangen wir inneren Frieden? 

Der Umgang mit den Gefühlen

Ängste überwinden
Sucht und Sehnsucht

Demut, Bescheidenheit und Genügsamkeit

Buddha der Ruhe – Meditation

Wie erweckt man sein inneres Glück?

Für das Glück entscheiden

Wie können wir dauerhaft glücklich sein?

Der innere Buddha

Glücklich in fünf Minuten

Der Weg der Liebe

Selbstliebe

Übung zur Heilung des Herzens

Das Größte ist die Liebe

Ayya Khema Liebende Güte Meditation

Die heilende Beziehung

Sex als Weg zur Erleuchtung

Einsamkeit und Spiritualität

Wie meditiert man am besten

Warum meditierst du?

Krafttier-Meditation

 Die Fallen auf dem spirituellen Weg

Die fünf Eigenschaften

Mit dem Buddhismus das Leben meistern
Der depressive junge Mann 

Selbstheilung

Die fünf Grundsätze der Gesundheit

Psychoanalyse und Spiritualität

Buddhismus und positives Denken
Der Weg der Achtsamkeit

Wie kommen wir zur Erleuchtung? 

Die Übung des In-sich-Hineinschauens

Die Essenz des tibetischen Buddhismus

Zen und Kundalini-Yoga

Zen und Selbstdisziplin

Das Paradies-Bewusstsein

Lebe im Reinen Land deines Geistes

Gedanken über den Tod

Reinkarnation ja oder nein

Selbstverwirklichung

Anpassung oder Abgrenzung

Der Weg der Natürlichkeit

Der vielfältige Buddhismus

 Ist ein Guru auf dem spirituellen Weg wichtig? 

Der Dalai Lama, ein glücklicher Buddha

Vajrasattva-Meditation von Chimed Rigdzin Lama

Kleine Glücksmeditation

Wie erlangen wir inneren Frieden?

Das Ziel eines Buddhisten ist es inneren Frieden, Glück, Liebe und Erleuchtung zu erlangen. Der Weg dort hin ist die tägliche spirituelle Praxis. Die ursprüngliche Praxis Buddhas war das Sitzen (Meditieren), das Gehen und die Gedankenarbeit. Innerer Frieden, inneres Glück und Erleuchtung entstehen, wenn wir die Verspannungen und Energieblockaden in uns auflösen. Verspannungen entstehen durch Stressereignisse (Traumata) und falsche Gedankenmuster (Sucht, Angst, Unweisheit). Verspannungen können im Körper und im Geist sitzen. Verspannungen lösen wir durch Körperübungen (Yoga, Gehen), die Meditation und die Gedankenarbeit auf.

Durch die tägliche Meditation kommen wir in uns zur Ruhe und erlangen inneren Frieden. Durch fortgeschrittene Meditationstechniken (Kundalini-Yoga, Gottheiten-Yoga, Guru-Yoga) kann inneres Glück und Erleuchtung entstehen. Aber ohne eine konsequente Gedankenarbeit werden wir immer wieder zurückfallen. Äußere Ereignisse werden uns immer wieder beunruhigen und aus unserem inneren Frieden und Glück bringen. Es ist deshalb wichtig, dass wir beständig achtsam auf unsere Gedanken und Gefühle sind. Wir üben die Eigenschaften Frieden, Liebe, Glück, Weisheit und Selbstdisziplin. Wir überwinden unsere negativen Gedanken (die negative Gefühle erzeugen) durch positives Denken (richtiges Denken). Richtiges Denken, Sprechen und Verhalten löst unsere inneren Verspannungen auf und bringt uns zur Erleuchtung.

Wichtig ist auch das tägliche Gehen, der tägliche Sport (Yoga, Niederwerfungen, Qi Gong). Täglicher Sport erhält unseren Körper gesund und gibt uns innere Kraft. Gehen und Meditieren verbunden mit Achtsamkeit auf die Gedanken ist der optimale Weg zur Auflösung innerer Verspannungen. Meditieren alleine macht uns träge. Gehen macht uns wach und reinigt unsere Energiekanäle. Ich verbinde mein tägliches Gehen mit Atemübungen, Visualisierungen und Mantras. So komme ich immer schnell zum inneren Frieden und ins Glück.

Neben der tägliche Meditation und der Achtsamkeit auf die Gedanken (richtiges Denken) ist die Praxis der umfassenden Liebe für jeden Buddhisten sehr wichtig. Wenn wir anderen Wesen regelmäßig etwas Gutes tun, dann stärkt das unser eigenes Glück und bringt uns in die Energie der Liebe. Wir ernten ein gutes Karma und wachsen zur Erleuchtung.

Der Umgang mit den Gefühlen

Der Weg zum inneren Frieden besteht grundsätzlich aus fünf Schritten. Zuerst spüren wir in unsere negativen Gefühle hinein.

Wo ist Wut in uns? Hat uns etwas wütend gemacht? Ärgern wir uns über etwas? Gibt es noch ungelöste Wut in uns? Wir stampfen alle unsere Wut beim Gehen in den Boden. Wir lassen alle Wut heraus, die irgendwie in uns steckt. Wir können uns dabei auf eine Situation oder eine Person konzentrieren, die uns wütend gemacht hat. In naher oder ferner Vergangenheit oder in der Gegenwart. Normalerweise gibt es Stress aus einer Beziehung oder aus unserem Beruf in uns. Wir bringen allen Stress aus uns heraus und denken dabei einen Satz oder ein Wort als Mantra, zum Beispiel „Wut, Wut, Wut.“ Wir gehen eher schnell und in der Geschwindigkeit, die optimal zu unserer Wut passt. Wir gehen so lange, bis wir alle Wut heraus gebracht haben. Das können drei Minuten oder länger sein.

Nach der Wut wenden wir uns der Trauer zu. Hinter der Wut steckt oft Trauer. Wir spüren in uns hinein, ob es Trauer in uns gibt. Hat uns eine Person oder Situation traurig gemacht? Wir lösen beim Gehen alle Trauer. Wir sind traurig und denken das Mantra: „Ich bin traurig, weil …“

Nach der Trauer sehen wir uns unsere Angst an. Gibt es etwas das uns Angst macht? Wir spüren in unsere Angst hinein, werden eins mit unserer Angst und gehen unsere Angst heraus. Angst wird normalerweise größer, wenn wir vor ihr davonlaufen. Sie löst sich auf, wenn wir in die Angst hineingehen, uns in die Angst opfern, unseren Eigenwillen loslassen und die Dinge so annehmen wie sie sind. Wir können einen Gedanken finden, der uns hilft unsere Angst positiv zu bewältigen.

Als viertes negative Gefühl kommt die Sucht. Wonach sind wir süchtig? Gibt es eine Abhängigkeit, eine Anhaftung in uns? Haben wir nach etwas Sehnsucht? Wir spüren in die Sucht hinein, meditieren auf die Sucht und gehen die Sucht heraus. Wir können auch beim Gehen über die Sucht nachdenken und einen Gedanken finden der uns hilft. Wir können die Sucht auflösen oder beschließen damit zu leben und sie positiv in unser Leben zu integrieren.

Eines oder alle dieser Gefühle gibt es immer in uns. Wir haften immer irgendwo an oder lehnen immer irgendetwas ab. Außer wir sind erleuchtet. Das ist aber keiner von uns. Deshalb ist es wichtig regelmäßig Kontakt zu unseren Gefühlen aufzunehmen und sie aufzulösen. Negative Gefühle erzeugen Verspannungen im Körper und im Geist. Sie schaden unserer Gesundheit und können zu psychosomatischen Krankheiten führen. Sie blockieren unsere Glücksenergie. Sie hindern uns an der Erleuchtung. Meistens gibt es viele tiefe Verspannungsschichten in uns. Sind sie alle aufgelöst, entsteht von alleine Erleuchtung.

Wenn wir alle aktuellen negativen Gefühle aufgelöst haben, können wir in Stufe zwei einige spirituelle Übungen machen. Wir können mit den Händen Licht zu allen Seiten strahlen und Licht in uns hinein massieren. Dabei visualisieren wir Licht und denken das Mantra Licht. Wir hüllen uns in eine Wolke aus Licht ein. Wir machen einige leichte gymnastische Übungen wie das Vorbeugen und das Wirbelsäulendrehen. Wir betrachten die Natur um uns herum und werden eins mit der Natur.

In Stufe drei bringen wir unseren Geist zur Ruhe. Wir stoppen unsere Gedanken. Wir kommen immer mehr zur Ruhe. Wir entspannen uns immer mehr. Wir genießen das Sein.

Und plötzlich gibt es einen geistigen Umschwung. Wir fühlen uns wohl. Es entsteht Glück in uns. Unser Geist wird plötzlich positiv. Jetzt fällt es uns leicht positiv zu denken. Wir denken über unsere Probleme nach und finden eine Lösung oder einen positiven Gedanken, der uns gut tut. Wir meditieren so lange weiter, bis wir unser Problem gelöst haben und unser Geist von alleine zur Ruhe kommt und im Positiven verweilt.

In Stufe fünf genießen wir einfach nur unser Leben. Jetzt sind wir im erleuchteten Sein. Das kann ein kleines, ein mittleres oder ein großes erleuchtetes Sein sein. Es hängt davon ab, auf welcher Stufe des spirituellen Weges wir stehen. Wir können Frieden, Harmonie und Glück erfahren. Wir können eins mit uns und der Welt sein. Wir können das Licht in der Welt sehen und Licht in uns spüren. Wenn wir jetzt in unseren Alltag zurück gehen, strahlen wir Licht und Liebe aus. Wir machen alle Wesen glücklich, die mit uns in Kontakt kommen. Wir haben die Kraft alle Aufgaben in unserem Leben zu bewältigen.

Diese fünf Schritte können wir auch bei einer ruhigen Meditation im Sitzen oder Liegen machen. Wir können sie mit einer Yogareihe praktizieren. Ich habe dazu die Schüttelmeditation entwickelt. So kann ich in meinen Gruppen die Menschen schnell ins entspannte Sein bringen.

Schüttelmeditation https://www.youtube.com/watch?v=WdHXJPdjIS4&t=5s

Ängste überwinden

 Angst ist grundsätzlich gut. Sie ist ein wichtiger Schutz vor Gefahren. Sie sagt uns, dass wir bei Problemen genau hinsehen sollen.

Grundlegend ist die Angst vor dem Tod. Der beste Schutz ist der spirituelle Weg. Mit spirituellen Techniken können wir gut durch den Tod gehen. Wir können meditieren, ein Mantra denken, unsere Kundalini-Energie aktivieren und so im Zustand des inneren Glücks durch den Tod gehen. Wie es uns Buddha mit der Löwenhaltung und sein Schüler Sariputta vorgemacht haben.

Wenn wir uns mit unserem erleuchteten Meister oder mit Buddha Amitabha (unserem spirituellen Vorbild) verbinden, werden sie uns helfen gut durch den Tod zu kommen und ins Paradies (Reines Land, Parinirvana) aufzusteigen. Der spirituelle Weg nimmt uns die Angst vor dem Tod. Wir sterben nicht. Wir leben weiter und werden wiedergeboren.

Wenn wir Angst vor einer schlechten Wiedergeburt haben, sollten wir viel Gutes tun und erhalten so ein gutes Karma. Am besten ist es als Bodhisattva (Helfer aller Wesen) zu leben. Dann wachsen wir durch den Weg der Liebe zur Erleuchtung.

Wenn wir Angst vor Krankheit haben, ist es gut den fünffachen Weg der Gesundheit zu gehen (gesunde Ernährung, Schadstoffe vermeiden, Sport, Meditation und positives Denken).

Wenn wir Angst vor der Angst haben, wenn unsere Angst zu groß wird, können wir mit Meditation und Gedankenarbeit unsere Angst besiegen oder wenigstens gut damit umgehen. Das große Glück ist es, dass auf dem Weg der Erleuchtung unsere Angst immer mehr verschwinden wird.

Ungünstig wird die Angst, wenn sie überstark ist oder dauerhaft oder beides. Dann kann sie uns krank machen und unsere Lebensfreude erheblich einschränken. Gesunde Angst gibt uns Kraft. Ungesunde Angst sollten wir überwinden. Wir können Angst überwinden, indem wir genau hinschauen und den Grund der Angst betrachten. Dann finden wir einen Lösungsweg oder einen positiven Gedanken. Ist der Gedanke stark genug, löst sich die Angst auf. Ich opfere mein Ego grundsätzlich in die Angst.

Ich bete zu meinen Meistern und überlasse mich dann dem Willen des Lebens. So komme ich normalerweise gut durch alle Angst. Ich bin letztlich geschützt. Übergroßes Leid wird mir genommen. Ein gewisses Leid bleibt bestehen, damit ich daran spirituell wachse.

Letztlich verschwindet alle Angst, wenn man erleuchtet ist. Man besitzt dann kein Ego mehr, welches Angst haben können. Man betrachtet sich wie eine fremde Person. Wenn eine fremde Person leidet, hat man zwar Mitgefühl, aber letztlich stört es einen doch nicht wirklich. Des weiteren besitzt man in der Erleuchtung eine starke Glücksenergie, die einen alles Leid ertragen lässt. Und man besitzt viel Liebe, die einen viel eigenes Leid ertragen läßt, um seinen Mitmenschen zu helfen. Konzentriere dich auf das Ziel der Erleuchtung, bitte dein spirituelles Vorbild um Hilfe und alles wird gut enden.

Bei Angst sehe ich genau hin, woher sie kommt. Meistens erkenne ich dann, welcher Gedanke mir hilft. Oft ist die Angst bei realistischer Betrachtung unbegründet. Die Lehre vom inneren Glück (der Erleuchtung) nimmt uns die Angst vor weltlichen Verlusten. Letztlich zählen nur die Liebe und das innere Glück im Leben. Alles Äußere kommt und geht. Wir können es loslassen und uns immer wieder auf unser spirituelles Ziel ausrichten.

Wikipedia: Angst ist ein Grundgefühl, das sich in als bedrohlich empfundenen Situationen als Besorgnis und unlustbetonte Erregung äußert. Auslöser können dabei erwartete Bedrohungen, etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des Selbstbildes sein. Krankhaft übersteigerte oder nicht rational begründbare Angst wird als Angststörung bezeichnet. Evolutionsgeschichtlich hat die Angst eine wichtige Funktion als ein die Sinne schärfender und Körperkraft aktivierender Schutz- und Überlebensmechanismus, der in tatsächlichen oder auch nur vermeintlichen Gefahrensituationen ein angemessenes Verhalten (Fight-or-Flight) einleitet.

Diese Aufgabe kann sie nur erfüllen, wenn weder zu viel Angst das Handeln blockiert noch zu wenig Angst reale Gefahren und Risiken ausblendet. Angst kann sowohl bewusst als auch unbewusst wirken. Ist die Angstreaktion in Bezug auf die tatsächliche Bedrohungslage inadäquat, spricht man von einer Angststörung. Ist diese Angst an ein bestimmtes Objekt oder eine bestimmte Situation gebunden, spricht man von einer Phobie.

Angst lässt sich nicht grundsätzlich als unangenehme, negative Gefühlsregung festlegen. Wesentlich abhängig vom Grad der individuellen Risikoerfahrung und der persönlichen Kompetenzeinschätzung, kann Angst auch als in hohem Maße lustvolle Erfahrung gesucht und erlebt werden, etwa in Form des Thrills. Die Kontrasterfahrung von aufregender Gefahrensituation und deren Bewältigung führt zu einer gewünschten Steigerung des Lebensgefühls. Der sogenannte Kick kann dabei als (erwarteter) Wendepunkt zwischen der Anspannung und Befreiung aus der Angstphase gesehen werden.

Sucht und Sehnsucht

Im Buddhismus sind die drei Grundkräfte Anhaftung, Ablehnung und Unweisheit. Der Mensch haftet an dem Genuss materieller Dinge an. Der Mensch lehnt das Leid ab. 

Die Unweisheit des Menschen bringt ihn dazu sein Glück in äußeren Dingen zu suchen. Weisheit zu erlangen bedeutet, dass er erkennt, dass das Glück vorwiegend in ihm selbst zu finden ist. Wenn man die Dinge so annimmt, wie sie sind, erlangt man inneren Frieden. Wenn man seine Anhaftung an äußere Dingen los läßt, dann wendet sich die Lebensenergie nach innen. Der Mensch ruht im inneren Frieden, im inneren Glück und in der Erleuchtung.

Durch das innere Glück verwandelt sich das Bewusstsein eines Menschen. Er denkt vorwiegend positiv. Er sieht vorwiegend das Positive in der Welt. Er gelangt zur Paradiessicht, in die Erleuchtung, in ein Einheitsbewusstsein. Alles ist richtig so wie es ist. Alles ist gut so wie es ist.

Mit dem inneren Glück entfaltet sich auch die Liebe. Das Herz-Chakra öffnet sich. Es entsteht der Wunsch, alle Wesen glücklich zu machen. Erleuchtung bedeutet an sich Wunschlosigkeit, weil es kein Ego mehr gibt. Aus Liebe jedoch kann auch der Erleuchtete handeln. Er stabilisiert und vergrößert dadurch seine Erleuchtung. Er wächst spirituell, nimmt an Energie zu, erlangt übersinnliche Kräfte (Siddhis) und wird zu einem Buddha.

In diesem Zusammenhang ist Sehnsucht etwas Positives, wenn sie auf die Erleuchtung gerichtet ist. Sehnt sich ein Mensch nach Erleuchtung, ist er bereit viel dafür zu tun. Er wird intensiv meditieren, an seinen Gedanken arbeiten und dadurch schnell sein Ziel erreichen. Buddha hat sich sehr nach Leidbefreiung gesehnt. Er hat sechs Jahre konsequent als abgeschiedener Yogi gelebt. Dadurch hat er sich sehr schnell innerlich gereinigt. Kurz vor der Erleuchtung hat er allerdings seinen Wunsch nach Erleuchtung losgelassen. So konnte er zur Erleuchtung gelangen.

Erleuchtung entsteht durch eine tiefgreifende innere Entspannung. Dafür müssen zunächst durch spirituelle Übungen alle inneren Verspannungen und Energieblockaden aufgelöst werden. Dann ist man zur Erleuchtung bereit. Jetzt genügt ein kleiner Funke, um den Durchbruch zur Erleuchtung zu bewirken. Dieses geschieht von alleine. Man kann die Erleuchtung nicht erzwingen.

Buddha praktizierte in seinem Leben drei Wege. Zuerst lebte er ein weltliches Leben des äußeren Genusses. Er erkannte, dass ihn dieses Leben tief in seinem Inneren nicht befriedigte. Darauf wandte er sich dem spirituellen Weg zu und praktizierte sehr intensiv. Und kurz vor seiner Erleuchtung entdeckte er den mittleren Weg. Er ging weiter seinen spirituellen Weg, aber er genoss auch das äußere Leben. Eine schöne junge Frau schenkte ihm ein leckeres Reisgericht. Buddha entspannte sich, lehnte sich an einen Baum und fiel in eine tiefe Meditation. Er meditierte drei Tage und drei Nächte und war erleuchtet.

Anhaftung an äußere Dinge ist normal. Sie schadet einem Menschen, wenn sie zu stark wird und wenn sie ihn vom spirituellen Weg weg bringt. Etwas äußerer Genuss kann zum Glück eines Menschen beitragen. Zu viel Genuss kann der Gesundheit schaden und den Menschen finanziell ruinieren. Seine Sehnsucht sollte sich vorwiegend auf das spirituelle Ziel richten. Dann wird sie ihn eines Tages umfassend glücklich machen.

Ablehnung von Leid ist gut, weil sie einen Menschen dazu bringt sich vor Leid zu schützen. Eine übertriebene Ablehnung von Leid ist ungünstig, weil sie einem Menschen den inneren Frieden raubt und ihn krank machen kann. Leidsituationen können uns zur Erleuchtung bringen, wenn wir innerlich richtig darauf reagieren. Wir sollten unser Ego loslassen. Wir sollten uns auf das spirituelle Ziel konzentrieren. Wir sollten den Weg der Liebe gehen und allen Wesen Gutes tun. So überwinden wir das eigene Leid.

Ist das innere Glück da, sind wir gerettet. Alles Leid und alle Anhaftung verschwinden. Wir sind einfach glücklich aus uns selbst heraus. 

Wikipedia: Abhängigkeit, genannt auch Sucht, bezeichnet das unabweisbare Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand. Diesem Verlangen werden die Kräfte des Verstandes untergeordnet. Es beeinträchtigt die freie Entfaltung einer Persönlichkeit und die sozialen Chancen eines Individuums. Das Wort „Sucht“ geht auf „siechen“ (ahd. siuchan, mhd. siechen) zurück, das Leiden an einer Krankheit bzw. Funktionsstörung.

Demut, Bescheidenheit und Genügsamkeit

Um auf einer tieferen Ebene positiv denken zu können, braucht man Grundsätze wie Demut, Bescheidenheit und Genügsamkeit. Wir nehmen in Demut die Dinge so an wie sie sind. Wir sind bescheiden in äußeren Dingen. 

Und wir sollten unseren Genugpunkt kennen. Das ist die große philosophische Leistung von Epikur. Wir können ihn uns als Buddha im alten Griechenland vorstellen. Er lehrte es in der Ruhe zu leben, beständig an seinen Gedanken zu arbeiten (zu philosophieren) und die Liebe zu allen Menschen zu pflegen. Und vor allem lehrte er es seinen Genugpunkt zu kennen. „Wer das Wort genug nicht kennt, hat niemals genug.“ Er ist letztlich ein Opfer seines Egos, seiner Wünsche, seiner Ansprüche und seiner Anhaftung an äußere Dinge. Wer dagegen seinen Genugpunkt kennt, wem das genügt, was er besitzt, wer nicht mehr will als er hat, der ist dadurch relativ unabhängig von äußeren Dingen und anderen Menschen. Er ist dankbar für das, was er zusätzlich bekommt.

Der Genugpunkt bewahrt den inneren Frieden. Man braucht nicht erleuchtet sein, um im inneren Frieden und Glück zu leben. Man muss nur klar definieren, was man in seinem Leben möchte. Man sollte dafür sorgen, dass man in Umständen lebt, in denen man sich wohl fühlt. Und man sollte dankbar für alles sein, was über die eigenen Grundbedürfnisse hinaus geht.

Epikur lebte sehr einfach und bescheiden. Sein Genugpunkt war erreicht, wenn er ein Stück Käse essen durfte. Oder wenn er einige Freunde hatte, mit denen er sich gut verstand. Er brauchte keine großen Geschenke. Ein gutes Gespräch war für ihn Geschenk genug. Das wünsche ich allen meinen Freunden zu Weihnachten.

Inzwischen haben Barbara und ich uns auch wieder vertragen. Wir beide haben uns bemüht positiv zu denken, unser Ego zu überwinden und uns gegenseitig so anzunehmen wie wir sind. Die Harmonie ist zu Weihnachten wieder hergestellt.

Buddha der Ruhe – Meditation

Wir können inneren Frieden, Glück und Erleuchtung auch in uns selbst erzeugen. Eine wichtige Technik ist die Visualisierung als Buddha (Gottheiten-Yoga). Wir setzen uns entspannt hin, der Rücken ist gerade und der Bauch ist entspannt. Die Hände liegen im Schoß oder auf den Knien. Wir visualisieren ein Buddha-Bild, mit dem wir uns identifizieren können. Wir sind der Buddha. Dadurch erwecken wir die spirituelle Energie Buddhas in uns. Wir denken und meditieren auf die folgenden fünf Mantras.

1. „Ich bin ein Buddha der Ruhe. Ich lebe in der Ruhe. Ich lebe im anhaftungslosen Sein. Ich nehme alle Dinge so an wie sie sind.“

2. „Ich lebe in der Einheit. Ich verbinde mich mit der Natur, dem Kosmos, der ganzen Welt um mich herum. Ich bin alles und in allem.“

3. „Ich lebe in der umfassenden Liebe. Ich bin eins mit meinen Mitwesen. Ich sende allen Wesen und der ganzen Welt Licht. Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge die ganze Welt glücklich sein.“

4. „Ich verbinde mich mit den erleuchteten Meistern (den Buddhas und Bodhisattvas). Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg. Ich höre auf meine innere Weisheit und finde so meinen Weg.“

5. „Ich stoppe meine Gedanken und komme so ganz in mir zur Ruhe. Ich entspanne mich.“

Wie erweckt man sein inneres Glück?

Das innere Glück zu erwecken und dauerhaft im inneren Glück zu leben ist eine große Kunst. Wir Menschen sind sehr unterschiedlich. Wir haben unterschiedliche Fähigkeiten, unterschiedliche Charaktere und leben in unterschiedlichen Lebenssituationen. Es kommt darauf an genau in sich hinein zu spüren und die richtige Technik für den richtigen Moment zu finden.

Als erstes solltest du genau überlegen, wo du gerade stehst. Was brauchst du im Moment? Welche Gefühle gibt es im Moment in dir? Trauer, Wut, Angst, Sehnsucht, Liebe, Frieden, Glück? Welche Gedanken sind mit deinen Gefühlen verbunden?

Nimm dich mit deiner Situation radikal an. Lebe deine Gefühle. Lebe deine Wut, deine Trauer, deine Angst. Meditiere darauf. Spüre dich. Komme zu dir und deinem gegenwärtigen Moment.

Und dann überlege, was du vom Leben möchtest. Was sind deine Ziele? Möchtest du dich selbst verwirklichen? Möchtest du ein Buddha werden oder ein äußerlich erfolgreicher Mensch? Oder beides? Und wo liegt dein Schwerpunkt?

Das ist die große Entscheidung, die jeder Mensch in seinem Leben treffen muss. Entscheidest du dich ein Buddha, ein Shiva, eine Göttin, ein Mensch des inneren Glücks zu werden, dann musst du den Weg der Ruhe, der Liebe und des inneren Glücks gehen. Du musst so leben, dass sich dein inneres Glück gut entfalten kann. Du musst jeden Tag deine spirituellen Übungen machen. Du musst so viele Übungen in deinen Tag einbauen, dass sich deine Energieblockaden auflösen und du ins Licht wächst. Du musst die Liebe zu allen Wesen pflegen und aus der Ruhe heraus leben.

Du solltest dich jeden Tag mit deinem spirituellen Vorbild verbinden und konsequent positiv denken. Du solltest dich immer wieder an deine spirituellen Ziele erinnern, sie visualisieren und daraus die Kraft für deinen spirituellen Weg schöpfen. Du solltest immer wieder genau überlegen, was dich zu deinen Zielen bringt und was dich davon abbringt. Du solltest versuchen ins erleuchtete Sein zu kommen und auf deine Art für das Glück aller Wesen zu leben.

Wenn du ein erfolgreiches weltliches Leben führen möchtest, dann solltest du ebenfalls klar deine Ziele definieren und den Weg finden, auf dem du persönlich deine Ziele erreichen kannst. Wenn du eine berufliche Karriere machen möchtest, musst du hart arbeiten und gut mit Stress umgehen können. Wenn du eine gute Beziehung haben möchtest, dann musst du lernen positiv zu denken und eine Meisterin im Umgang mit anderen Menschen zu werden.

Auch ein äußerlich erfolgreiches Leben kann glücklich machen. Aber wenn du dich innerlich dabei verbrauchst, wirst du im inneren Unglück enden. Am besten findest du deine persönliche Mischung aus äußerem und inneren Glück. Sorge gut für dich. Achte auf deine Energie. Vermeide zu viel Stress. Lebe immer in gutem Gespür für dich selbst. Dann wirst du den zu dir passenden Lebensweg finden, der dich im Glück wachsen läßt.

Mit welchen Techniken können wir unser inneres Glück erwecken? Die wichtigste Technik ist die genaue Selbstbeobachtung. Ich praktiziere das jeden Tag. Dann entwickelst du Weisheit. Dann kannst du dein Leben positiv steuern. Dann weißt du, was du an jedem Tag genau brauchst.

Die Hauptglückstechnik ist das positive Denken. Negative Gedanken führen zu negativen Gefühlen. Positive Gedanken machen dich und deine Mitmenschen glücklich. Glückliche Menschen zeichnen sich zu aller erst dadurch aus, dass sie konsequent positiv denken. Sie konzentrieren sich auf das Positive in ihrem Leben und erhalten dadurch ein positives Grundgefühl. Sie sind dankbar für das was sie haben. Sie haben eine positive Vision von ihrem Leben, die ihnen Kraft und Glück gibt.

Positives Denken alleine reicht für ein Leben im inneren Glück nicht aus. Es kann zu Dogmatismus und innerer Verhärtung führen. Wir können unsere tiefen Gefühle blockieren und den Kontakt zu uns selbst verlieren. Deshalb ist es wichtig die Arbeit an den Gedanken mit dem Weg der Meditation zu verbinden. Wir setzen uns einfach hin und kommen zur Ruhe. Dann taucht das in uns auf, was da ist. Durch das Sitzen in der Ruhe löst es sich und wir erlangen inneren Frieden. Durch tägliches Meditieren gelingt es uns aus der Ruhe heraus zu leben. Und aus der innere Ruhe entfaltet sich ein glückliches Leben.

Neben diesen Grundtechniken gibt es noch spezielle Techniken, mit denen wir die Kundalini-Energie erwecken können. Die Kundalini-Energie ist die Energie der Erleuchtung und des inneren Glücks. Durch Visualisierungen und Mantras können wir die inneren Energiekanäle aktivieren. Wir visualisieren uns als Buddha und werden ein Buddha. Plötzlich spüren wir Frieden, Glück und Liebe in uns.

Ich mache zuerst dynamische Übungen wie die Schüttelmeditation, durch die wir unseren inneren Stress und unsere Gefühle ausleben können. Dann kommen Yogaübungen im Liegen, durch die die Energiekanäle befreit werden. Und zum Schluss erfolgen eine Meditation im Liegen und im Sitzen. Und alle sind innerlich entspannt, friedlich und glücklich.

Wenn ich ein Kurzretreat mit psychologisch interessierten Teilnehmern mache, dann verwende ich andere Techniken. Durch lange Spaziergänge im Wald lösen wir unseren inneren Stress und kommen zur Ruhe. Durch Gruppengespräche denken wir über uns selbst nach, lösen unsere Probleme und finden unseren Weg. Und durch geführte Meditationen erwacht dann das Glück in uns.

Wichtige Fragen sind: Was macht dich glücklich? Wie findest du zur Begeisterung über dein Leben? Was ist für dich ein erfülltes Leben? Wie kommst du zur Selbstliebe? Wie kannst du innerlich heilen und dauerhaft im Glück und in der Liebe leben? Entdecke die Glücksquellen in dir und lasse sie sprudeln. Jeder kann in seinem Leben glücklich werden, wenn er die richtigen Techniken kennt und weise lebt.

Für das Glück entscheiden

Der erste Schritt in ein glückliches Leben ist es innerlich zur Ruhe zu kommen. Durch die innere Ruhe verwandelt sich der Mensch. Innere Verspannungen lösen sich auf und es entstehen Gesundheit und inneres Glück. Um in die Ruhe zu kommen, reicht eine kleine tägliche Meditation aus. Wir setzen uns einfach hin, beobachten unseren Geist, stoppen unsere Gedanken und lassen alle Anhaftungen an äußere Dinge los. Wir haften weder an den Freuden noch an dem Leid des Lebens an. Wir nehmen die Dinge so an wie sie sind. Wir fließen einfach positiv mit dem Leben. Wir leben in der Ruhe und aus der Ruhe heraus. So erkennen wir uns selbst. Wir erkennen was wir wirklich wollen. Wir finden aus uns selbst heraus unseren Weg.

Wir leben wie ein Buddha in einer Welt aus Chaos. Wie lebt ein Buddha in einer Welt aus Chaos? Er lebt wie ein Gott unter Menschen (Epikur). Er ruht in sich und betrachtet seine Mitmenschen voller Liebe und Mitgefühl. Er hilft, wo er helfen kann. Er pflegt die Liebe und die Freundschaft zu allen Wesen. Er gibt allen von seiner Weisheit ab, wenn sie es möchten. Ansonsten wirkt er einfach durch sein inneres Glück und sein positives Vorbild.

Ein Buddha lebt aber nicht nur in der Ruhe und in der Liebe. Er lebt auch im Positiven. Er lebt in der Mitfreude. Er lacht mit den Menschen, die glücklich in ihrem Leben sind. Er sieht auch die Elemente der Freude, die es auf der Welt gibt. Sein Geist ist insgesamt im Positiven konzentriert. Das grundlegend Positive in der Welt ist es, dass wir in dieser Welt den Weg des Glücks gehen können. Wir können uns für ein Leben im Frieden, in der Liebe und im Glück entscheiden. Wir können als Buddha leben. Jeder hat die Buddha-Natur in sich.

Wie können wir dauerhaft glücklich sein?

Das äußere Leben besteht normalerweise aus einem Wechselspiel von Freude und Leid. Es gibt schöne Ereignisse in unserem Leben. Es gibt Lachen, Glück, Tanzen, Singen und Feiern. Menschen lieben sich, sind fröhlich und freuen sich am Leben. Die Hauptglücksfaktoren sind Gesundheit, gute Beziehungen und beruflicher Erfolg. Shoppen macht viele Frauen glücklich. Reisen erweitert den Horizont. Insbesondere schöne kleine Dinge können unser Glück erhöhen.

Andererseits gibt es Alter, Krankheit und Tod im Leben. Das hat schon Buddha erkannt. Es gibt Kriege, Streit, Verlust, Trauer, Weinen und Unglück. Beziehungen können scheitern. Stress im Beruf kann zu einem Burn out führen. Viele Menschen leiden unter Depressionen, Einsamkeit, Aggressionen, Ängsten und Süchten. Das Leben kann auch die Hölle sein. Das können wir in vielen Ländern der Welt beobachten, wo Hunger, Krankheit, Krieg, Unterdrückung und Armut herrschen.

Wie können wir in einer so wechselhaften Welt dauerhaft glücklich sein? Dafür gibt es viele Bausteine. Ein wichtiger Baustein besteht darin, dass wir unsere äußeren Lebensumstände gut organisieren. Wir sollten dafür sorgen, dass wir genug zu essen haben, einen guten Beruf haben, eine gute Beziehung haben und genug Freude in unserem Leben haben. Wir sollten dafür eintreten, dass die Liebe, der Frieden und das allgemeine Glück auf der Welt zunehmen.

Der zweite Baustein ist die Gesundheit. Gesundheit ist wichtig für ein glückliches Leben. Für unsere Gesundheit können wir viel tun. Wir können gesund leben. Wir können uns gesund ernähren, regelmäßig Sport treiben, meditieren, positiv denken und schädliche Dinge vermeiden. Bereits ein geringes Einhalten dieser Regeln kann wissenschaftlich erforscht unsere Lebensdauer bis zu zwanzig Jahre erhöhen.

Glück ist wesentlich eine geistige Einstellung. Der dritte Baustein für ein glückliches Leben ist deshalb die Pflege unseres Geistes. In den USA wurde erforscht, dass jeder Mensch auf einem persönlichen Glücksniveau lebt. Nach freudigen und leidvollen Ereignissen pendelt ein Mensch sich nach einiger Zeit normalerweise wieder auf sein persönliches Glücksniveau ein. Mit wenigen täglichen Maßnahmen können wir unser Glücksniveau um 40 % erhöhen. Tägliche Bewegungsübungen, zwanzig Minuten Meditation und die Achtsamkeit auf die Gedanken heben unser Glücksniveau um 40 % an.

Die Glücksforschung hat des weiteren festgestellt, dass bestimmte Regeln zum Glück in unserem Leben beitragen. Wir sollten einen Sinn in unserem Leben finden. Wir sollten aktiv leben. Wir sollten eine positive Aufgabe haben. Wir sollten unsere Beziehungen und Freundschaften pflegen. Wir sollten unseren Mitmenschen Gutes tun. Wir sollten das Lachen nicht vergessen und ausreichend Freude in unser Leben bringen. Und vor allem sollten wir uns im positiven Denken üben. Das positive Denken verdoppelt unsere Glückswahrscheinlichkeit.

Eine wichtige wissenschaftliche Erkenntnis besteht auch darin, dass Religion glücklich macht. Religiöse Menschen sind glücklicher als nichtreligiöse Menschen. Woran liegt das? Das liegt daran, dass religiöse Menschen ihr Leben als sinnhaftig empfinden. Sie pflegen die Geselligkeit. Und sie achten normalerweise auf einen positiven Geist. Sie üben Grundsätze wie Liebe, innerer Frieden und geistige Disziplin. Sie stärken sich durch geistige Übungen wie Mantren, Gebet, Meditation, Singen und das Lesen in spirituellen Texten. Sie orientieren sich an einem positiven Vorbild wie Buddha, Jesus oder Krishna.

Religionen können aber auch zum Leid beitragen. Es kommt darauf an, wie wir sie praktizieren. Wir können zu streng mit uns umgehen und durch negative Regeln inneres Unglück erzeugen. Viele Christen leiden unter Schuldgefühlen. Viele Gläubige sind intolerant gegenüber Andersdenkenden. Das kann zu Streit bis hin zu Religionskriegen führen. Wir können Opfer von sektenhaften Strukturen werden. In den Religionen gibt es auch viel Mißbrauch. Das betrifft alle Religionen wie das Christentum, den Islam, den Hinduismus (Stichwort Hindu-Nationalismus in Indien) und auch den Buddhismus.

Es kommt also darauf an, wie wir unsere Religion leben. Wir müssen sie positiv leben. Wir sollten tolerant mit uns und unseren Mitmenschen umgehen. Wir sollten uns an die positiven Regeln halten, die es in jeder Religion gibt. Wir sollten friedfertig leben (nicht töten, Ahimsa, Gebot der Gewaltlosigkeit). Wir sollten in der Liebe und in der Wahrheit leben. Wir sollten sexuellen Missbrauch vermeiden. Wir sollten nicht stehlen, nicht betrügen und nicht süchtig nach äußerem Reichtum sein. Wir sollten im Gegenteil eher ein einfaches, ruhiges und bescheidenes Leben führen. Wer äußerlich bescheiden ist, der kann sein inneres Glück entwickeln. Wer in der Liebe lebt, der erntet Liebe in seinem Leben.

Der spirituelle Weg bietet die Chance uns in ein Leben in der Erleuchtung (Heiligkeit) zu erheben. Erleuchtung ist ein Weg des dauerhaften Glücks. Wir erheben uns in eine höhere Glücksdimension. In uns entstehen Frieden, Liebe und Glück. Dieses Glück ist ein Glück besonderer Art. Wir können es Glückseligkeit, Zufriedenheit oder Paradiesbewusstsein nennen. Wir erfahren unsere Welt als Paradies, als Reines Land. Wir leben im Licht, weil wir das Licht in uns haben. Unser innerer Frieden und unser inneres Glück bewirken eine vollständige Veränderung unseres Denkens und unserer Weltsicht.

Natürlich erlebt auch ein Erleuchteter Freude und Leid in seinem Leben. Aber er haftet nicht daran an. So kommt er immer wieder schnell zum inneren Frieden und ins Glück. Ein Erleuchteter lebt in der Ruhe und vermeidet Stress. Stress ist ein Hauptfaktor für inneres Unglück. Ein Erleuchteter achtet auf seine Gedanken und kann dadurch sein inneres Glück und seine Erleuchtung dauerhaft bewahren. Aber auch das ist eine Übung. Am Anfang kommen wir durch unsere spirituellen Übungen manchmal in den Zustand der Erleuchtung. Im Buddhismus heißt es, dass wir in den Strom der Erleuchtungsenergie eintreten. Im Laufe der Zeit und mit andauernder Übung wird die Erleuchtung dauerhaft. Das wünsche ich allen meinen Freunden.

Der innere Buddha

Wir alle haben ein inneres Kind in uns. Dieses innere Kind beeinflusst durch unser Unterbewusstsein unser Verhalten. Dadurch verhalten wir uns oft irrational, überemotional und verletzen uns und andere. In der westlichen Gesellschaft sind die inneren Kinder der meisten Menschen stark verletzt. Vor 20 000 Jahren entwickelten sich viele Länder der Welt zu einer Hochkultur, die letztlich auf der Ausbeutung und Disziplinierung der unteren Schichten beruhte. Die Welt war beherrscht von Krieg und Kampf. 

Dieses prägte auch das Innere der Menschen. In der freien Urgesellschaft konnten die Menschen sich frei leben und waren überwiegend glücklich. Sie bildeten Glücksstrukturen aus. Sie verbrachten ihre Zeit mit Jagen, Sammeln, Essen, Sex und Geselligkeit. Sie tanzten und sangen zusammen und feierten das Leben. Die Menschen in den Naturvölkern haben oft heute noch eine starke innere Energie, die sie glücklich macht und ihnen ein glückliches Leben schenkt. Am glücklichsten sind die Schamanen, die durch spezielle spirituelle Übungen ihre Kundalini-Energie aktivieren und in einem Zustand der Erleuchtung leben. 

Durch den Stress der modernen Gesellschaft wird die Glücksenergie zerstört und die Menschen werden innerlich unglücklich. Was die Erziehung durch die Eltern und durch das kapitalistische Konsumfernsehen in den Kindern nicht kaputt gemacht hat, wird dann später durch den Leistungsdruck in der Schule und durch den Burn out im Beruf zerstört. Man hat genau gemessen, wie mit dem Beginn der Schulzeit das innere Glück der Kinder langsam immer mehr abnimmt, bis gegen Ende der Schulzeit etwa ein Drittel der Kinder an Ängsten, Depressionen, Süchten, Aggressionen und Trauer leidet und psychisch krank ist. 

Wir leben in einer kranken Gesellschaft. Die meisten Menschen in Deutschland sind heilungsbedürftig. Sie besitzen ein verletztes inneres Kind, das je nach Prägung aggressiv, ängstlich, traurig oder suchtgesteuert ist. Um wieder glücklich zu werden, muss das innere Kind geheilt werden. Dazu gibt es verschiedene Wege. Jeder Mensch sollte herausfinden, wo seine speziellen Verletzungen liegen und welcher Heilungsweg für ihn der geeignete ist. 

Ich hatte ein überstrenge Mutter, die mich mit großer Härte erzog und deren Leistungsansprüchen ich nie genügen konnte. So wurde ich ein ängstliches Kind voller Minderwertigkeitskomplexe. Das wurde durch die Schulzeit noch verstärkt. Zum Glück hat meine Mutter meinen Eigenwillen nicht gebrochen, obwohl sie das im Nationalsozialismus so gelernt hatte. So besann ich mich als Jugendlicher auf mich selbst, beschäftigte mich mit Psychologie, analysierte meine Probleme und entwickelte Strategien zur Heilung meines inneren Kindes. 

Eine Strategie war es äußerlich erfolgreich zu sein, um meine Minderwertigkeitskomplexe aufzulösen. Ich war erfolgreich im Studium, als Rechtsanwalt und bei den Frauen. Ein Teil meiner Komplexe verschwand dadurch. Aber das verletzte innere Kind blieb. Es konnte nur durch eine tiefe Arbeit an mir selbst geheilt werden. Ich beschäftigte mich mit positivem Denken und der Meditation. Ich lebte viele Jahre konsequent mein inneres Kind aus. Die große Heilung fand ich in einer Erleuchtungserfahrung, als sich tiefe Verletzungen grundlegend auflösten. 

Aber ein Rest blieb. Ich lernte es mich so zu akzeptieren wie ich bin. Ich definierte mich durch das Ziel der Erleuchtung und konnte so alle stressenden gesellschaftlichen Erwartungen hinter mir lassen. Ich beobachte aber immer noch genau meine Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen. Ich sorge gut für mein inneres Kind und heile es immer weiter.

Ich habe dreißig Jahre als abgeschiedener Yogi gelebt und dadurch viele innere Verspannungen, Verletzungen und Energieblockaden aufgelöst. Jetzt lebe ich in einer Beziehung und erkenne das große Heilpotential, welches eine liebevolle Beziehung hat. Durch meine Partnerin bekomme ich die Liebe, die ich durch meine Mutter nie ausreichend bekam. Liebe heilt alte Verletzungen. Dazu muss aber die Liebe in einer Beziehung klug bewahrt werden. Der Weg der heilenden Beziehung ist eine große Kunst, die aber mit etwas Weisheit und Geschick gelingen kann. Wir müssen positive Strukturen in unserer Beziehung aufbauen, damit die verletzten inneren Kinder beider Partner heilen können.

Die Grundlage dieser positiven Strukturen sind die Eigenschaften Liebe, Wahrheit, Glück, Frieden und Treue. Daran sollten wir uns in einer heilenden Beziehung orientieren. Wichtig sind auch spirituelle Rituale wie das gemeinsame Gebet, das gemeinsame Singen und das gemeinsame Ziehen einer Orakelkarte. Gut ist es, wenn wir ein gemeinsames Ziel haben. Ein solches Ziel kann die innere Heilung, das gemeinsame Glück, die gemeinsame Arbeit für eine glückliche Welt und die Erleuchtung sein. 

Erleuchtung bedeutet gemeinsam im Licht, in der Liebe und im Glück zu leben. Die wirkliche Heilung der Seele geschieht in der Erleuchtung. Dann werden wir zu Heil-igen, zu Glückswesen, zu Buddhas. Dieses Ziel gibt uns eine gute Orientierung auch und gerade für die Arbeit an der inneren Heilung.  In jedem Menschen steckt ein innerer Buddha. Wir können auch sagen, dass in jedem Menschen eine Göttin, ein Gott, ein Erleuchteter, ein Heiliger steckt. Das innere Kind ist dem inneren Buddha sehr nahe. Aber ein Kind hat normalerweise ein Ego. Und ihm fehlt die Weisheit erleuchtet mit Verletzungen umzugehen. So verspannt es sich im Laufe des Lebens immer mehr. Sein inneres Glück schrumpft. Aus einem glücklichen Buddhakind wird ein verletztes Kind, das vorwiegend von seinen Ängsten, Aggressionen oder Süchten dominiert wird. 

Meine Schwester war als Kleinkind eine Art Buddha. Sie war fast immer glücklich, lächelte, strahlte Liebe aus und war auch bei Leid meistens im inneren Frieden. Erst als sie zur Schule kam, änderte sich ihr Wesen. Der Leistungsdruck in der Schule setzte ihr zu. Und meine Mutter verstärkte diesen Leistungsdruck noch, weil ihr eigenes verletztes Kind sich meldete. Im Laufe der Jahre verlor meine Schwester ihre Glücksenergie und wurde etwa im Alter von 14 Jahren depressiv. Ihr ganzes weiteres Leben war von der Suche bestimmt, ihre Kindheitsneurosen zu überwinden und wieder zu ihrer ursprünglichen Buddhanatur zurück zu kehren. Sie geht jetzt intensiv den spirituellen Weg, hat aber aufgrund ihres Beruf nur begrenzt Zeit dafür. Ich glaube daran, dass eines Tages das Glück in ihr wieder erwacht.

Auf dem Weg der seelischen Heilung ist es gut, mit dem inneren Kind Kontakt aufzunehmen. Es ist gut, das innere Kind zu fragen was es möchte, damit wir Lebendigkeit und Lebensfreude erhalten. Es ist gut die Verletzungen unseres inneren Kindes zu erkennen, damit wir sie heilen können. Es ist aber auch wichtig, dass wir unseren inneren Buddha erwecken. Unser innerer Buddha zeigt uns den Weg, wie wir unser inneres Kind auf einer tiefen Ebene heilen können und zu einem Leben im Licht gelangen.

Unser innerer Buddha hat das Wissen vom Weg der Heilung und Erleuchtung. Wir müssen nur genau hin spüren. Wenn wir auch bei Leid die Dinge so annehmen wie sie sind, entstehen keine inneren Verspannungen. Wenn wir unsere Gefühle zulassen und sie nicht verdrängen, lösen sie sich wieder auf. Wir nehmen Gefühle von Wut, Angst, Trauer oder Sucht einfach an, verstärken sie nicht durch negative Gedanken oder Handlungen, meditieren darauf, lassen sie durch uns hindurch fließen und sich leben. Zuerst werden sie normalerweise etwas größer und dann beruhigen sie sich. Danach kommt eine Zeit der Ruhe und plötzlich sind wir wieder im Glück. 

Glück ist die Grundenergie des inneren Buddhas. Wer Glück in sich hat, ist in der Liebe und denkt grundsätzlich positiv. Wir können zu unserem inneren Buddha finden, wenn wir konsequent positiv denken. Welcher Gedanke ist hilfreich? Welcher Gedanke bringt uns zum inneren Frieden, ins Glück und in die Liebe? 

Der Weg der umfassenden Liebe ist ein weiterer Weg der inneren Heilung. Ein Buddha hat Liebe in sich. Er ist Liebe. Er lebt im Geben statt im Nehmen. Er liebt alle Wesen und die gesamte Welt um sich herum. Er liebt auch seine Feinde. Dadurch kann ihre negative Energie ihm nichts anhaben und keine Verspannungen erzeugen. Wir sollten uns ausreichend äußerlich gegen negatives Verhalten unserer Mitmenschen abgrenzen. Aber innerlich sollten wir immer in der Ruhe und der Liebe bleiben. Wir sollten ihnen ihre Unweisheit verzeihen. Wir sollten ihnen helfen, geistig auf den richtigen Weg zu kommen. Wir sollten ihnen dankbar sein, dass sie helfen, Gelassenheit und umfassende Liebe zu trainieren. 

Die Essenz der Weisheit des inneren Buddhas besteht darin, dass das innere Glück wichtiger ist als das äußere. Wir müssen nicht äußerlich reich sein, damit wir innerlich glücklich sein können. Im Gegenteil hilft eine Haltung der Genügsamkeit und Bescheidenheit in äußeren Dingen unseren inneren Frieden und damit unser inneres Glück zu bewahren. Des Weiteren darf es auch äußeres Leid in unserem Leben geben. Wir können trotz äußerem Leid innerlich glücklich sein, wenn wir das Leid gelassen annehmen und uns nicht durch das Leid, sondern durch den Buddha in uns definieren.  Buddha erkannte, dass das Leben leiden ist (Leid zum Leben dazu gehört), wir uns aber durch den achtfachen Pfad (Gedankenarbeit und Meditation) darüber erheben und innerlich im Glück leben können. Wenn wir im inneren Glück sind, dann macht uns das Leid des Lebens nicht viel aus. Wir spüren es kaum. Wir leben in einer anderen Dimension.

Glücklich in fünf Minuten

1. Das Problem: Beschreibe in kurzen Worten deine Situation und dein Problem. Wie ist genau deine Situation? Was ist das Problem? Wo ist das Zentrum des Problems?

2. Die Gefühle: Welche Gefühle gibt es in dir? Angst, Wut, Sucht/Sehnsucht, Trauer. Welches Gefühl ist am stärksten? Wo sitzt das Gefühl in deinem Körper?

3. Die Gedanken: Welche Gedanken sind mit deinem Gefühl verbunden? Warum bist du traurig, ängstlich, wütend oder sehnsüchtig? Zähle alle dich belastenden Gedanken auf. (Meine Gedanken sind …)

4. Das Nachdenken: Was löst dein Problem? Denke so lange über dein Problem nach, bis du eine Lösung gefunden hast. Das kann eine äußere (Umstände verändern, etwas tun) oder eine innere Lösung sein (etwas loslassen/annehmen, ein positiver Gedanke). Überlege dir verschiedene Lösungswege. Sammle alle Informationen, die du brauchst. Wäge ab und triff eine klare Entscheidung.

5. Die Umsetzung: Setze deine Entscheidung mit Kraft um. Folge deinen positiven Gedanken. Verwirkliche deinen positiven Lebensplan. Vermeide ab jetzt sinnloses Grübeln. Jetzt wird nicht mehr gezweifelt, sondern kraftvoll verwirklicht. Gehe deinen Weg, siege und sei zufrieden mit dir. Denke immer wieder deinen positiven Leitsatz als Mantra. Beginne jeden Tag mit einem positiven Vorsatz oder einem Gebet. Was ist jetzt dein positiver Satz? „Mein positiver Satz ist …“

Der Weg der Liebe

Für mich ist es wichtig, den Weg des erleuchteten Seins mit dem Bodhisattva-Weg zu verbinden. Durch das glückliche Sein können wir zu Trägheit neigen. Der Bodhisattva-Weg bringt uns immer wieder in die Aktivität. Wir brauchen nur das Leid auf der Welt und unserer Mitwesen ansehen. Dann erhalten wir wieder Kraft für unseren Weg. Wir werden gebraucht. Es ist wichtig, dass wir unsere Aufgabe auf der Welt erfüllen.

Des weiteren verstärkt und stabilisiert der Bodhisattva-Weg die Erleuchtungsenergie. Ich spüre, dass ich in den Frieden und ins innere Glück kommen, wenn ich mich als Buddha visualisiere. Meine Energie wird geerdet. Ich ruhe in der Einheit. Wenn ich mich danach zusätzlich als Bodhisattva (Karma-Yogi) visualisiere, dann steigt die Energie nach vorne hoch ins Herzchakra und ich gelange in die Liebe. In mir ist Glück, Liebe und Kraft für meinen Weg des Helfens. Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.

Zitat des Dalai Lama: „Täglich versuche ich mit ganzer Kraft, an meiner Vervollkommnung zu arbeiten. Wir nennen das Bodhichitta, das Bemühen um den Erleuchtungsgeist.“ 

Nils: Der Dalai Lama ist ein Vorbild der Selbstdisziplin auf dem spirituellen Weg. Wichtig ist die tägliche Motivation. Sie gibt uns die Kraft für unseren Weg. Es ist wichtig, dass wir uns selbst spirituell retten. Und es ist wichtig, dass wir auch unsere Mitmenschen und Freunde vom Leid befreien und ins Glück bringen. Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben. 

Wikipedia: In der buddhistischen Lehre ist Bodhichitta das Streben nach Erleuchtung (Bodhi). Bodhichitta ist dabei die selbstlose Entschlossenheit, das Ziel der Erleuchtung nicht aus Eigennutz, sondern zum Wohle aller Wesen zu erlangen. Bodhichitta besteht aus zwei Wünschen: 1. primär: anderen zu helfen, 2. sekundär: volle Erleuchtung zu erlangen. Im Vajrayana-Buddhismus ist Bodhichitta der wichtigste Motivationsfaktor für die Praxis. Es wird gesagt, dass eine Praxis vergebens ist, wenn sie sich nicht auf Bodhichitta begründet.

Selbstliebe

Selbstliebe ist der erste Schritt auf dem Weg der Liebe. Selbstliebe bedeutet, dass wir uns selbst ein glückliches Leben wünschen. Wir wünschen uns ein Leben in der Liebe, im Licht und im Glück. Wir wünschen Heilung und Gesundheit. Wir wünschen uns auch äußerlich ein erfülltes Leben und ein glückliches Dasein.

Wir streben letztlich nach Erleuchtung. Das ist das Zentrum der Selbstliebe. Erleuchtung ist das höchste Glück. Als Erleuchteter sind wir innerlich und äußerlich glücklich. Innerlich sind wir glücklich, weil die Glücksenergie in uns haben. Äußerlich sind wir glücklich, weil wir als Erleuchteter die Paradiessicht erlangen. Wir erfahren unsere Umwelt als Paradies. Alles ist so richtig wie es ist. Alles ist auf einer tiefen Ebene gut. Alles ist Gott, besteht aus Licht und dient unserem spirituellen Wachstum.

Selbstliebe beginnt damit, dass wir uns jeden Tag ausreichend Zeit für uns nehmen. Wir besinnen uns jeden Tag zu einer bestimmten Zeit auf uns selbst und unsere Ziele. Wir machen viele Pausen am Tag, um immer wieder zu uns selbst zurück zu kommen. Wir beobachten unseren Geist, unsere Gefühle und unseren Energiezustand. Wir überlegen, wie wir in eine Glücksenergie kommen und den Tag in einem Glückszustand leben können. Wir überlegen uns unseren täglichen Weg ins Licht, unseren Weg eines erfolgreichen Lebens. Wir überlegen uns, wie wie zu einem Meister des Lebens werden und wie wir unser Leben optimal leben. Wir stimmen uns positiv auf den Tag ein.

Selbstliebe verlangt Ehrlichkeit. Wir sollten ehrlich zu uns selbst sein. Wir sollten in der Wahrheit leben, die Wahrheit ausstrahlen und die Wahrheit reden. Wir sollten weder unsere Fehler verleugnen noch unsere Stärken unter den Tisch kehren. Wo Probleme sind benennen wir sie. Und lösen sie soweit es möglich ist. Wir gehen konsequent unseren Weg der Wahrheit und der Liebe.

Selbstliebe bedeutet sich selbst zu bejahen. Wir sind nicht dazu da, die Ansprüche der Gesellschaft oder unserer Mitmenschen zu erfüllen. Wir sind auf der Erde um uns selbst zu verwirklichen. Sich selbst zu verwirklichen bedeutet nicht sein Ego zu verwirklichen. Das Ego sucht sein Glück in äußeren Dingen, in Liebesbeziehungen, in einer beruflichen Karriere, im Konsum, in Macht und Geld. Die Egoverwirklichung macht einen Menschen nicht auf einer tiefen Ebene glücklich, Sie führt einen nur in Kämpfe mit seinen Mitmenschen und letztlich zur Selbstzerstörung.

Selbstliebe bedeutet sich selbst anzunehmen wie man ist. Wir müssen nicht perfekt sein, um glücklich zu sein. Wir kommen in Frieden mit uns und unserer Welt, wenn wir alle Dinge erst einmal so annehmen wie sie sind. Dann können wir sie verändern, wenn wir es wollen. Der Weg des Yoga beginnt an dem Punkt, wo wir gerade stehen. Sonst ist es nicht unser Weg. Sonst führt unser Weg uns nicht zu uns selbst, zur Selbstverwirklichung.

Selbstverwirklichung bedeutet sein wahres Selbst zu verwirklichen. Du musst zu einer Göttin, einem Gott, einem Buddha und einem Heiligen werden, damit sich dein volles Glückspotential entfaltet. Dein wahres Selbst besteht aus Frieden, Glück und Liebe. Wenn du diesen Weg gehst, wirst du dein wahres Selbst immer mehr entwickeln.

Manchmal ist es schwer positiv zu bleiben. Dann kommt es darauf an, sich immer wieder aufzubauen. Finde heraus, was dir jeweils hilft. Letztlich sind wir solange nicht vom Leid befreit, bis wir erleuchtet sind. Positives Denken ist also ein Übungsweg. Jeder Tag ist ein Kunstwerk. Ich versuche mich durch vielfältige Techniken im Licht zu halten. Gehen, Meditieren, Lesen, Freunde treffen, etwas Kreatives tun, aber auch Fernsehen und Netflix-Serien. Und vor allem jeden Tag zu den erleuchteten Meistern (dem spirituellen Vorbild) beten und sich jeden Tag immer wieder auf den spirituellen Weg zu besinnen. Zum positiven Denken gehört es auch die Situation so anzunehmen wie sie ist. Sich in Gleichmut und Gelassenheit zu üben. Das ist der erste Schritt. Der zweite Schritt ist dann zu überlegen, wie man ins innere Glück und in die Liebe kommt.

Übung zur Heilung des Herzens

1. Spüre dein Herz (ganzen Körper massieren, alle Chakren, die Hand auf das Herz legen, es spüren)

2. Atme in dein Herz (durch das Herz-Chakra ein und ausatmen, bis der ganze Brustkorb voller Energie ist)

3. Was sagt dein Herz zu dir? Was sagt die Liebe zu dir? Was ist dein Weg der Selbstliebe? Denke ein Mantra der Selbstliebe, bis du voller Liebe bist.

4. Spüre die Verletzungen in deinem Herzen? Wie kannst du sie heilen (auf die Gefühle meditieren, bis sie zur Ruhe kommen. Einen positiven Gedanken finden, der die Verletzung heilt und auflöst)

5. Was sagt deine Liebe zu deinen Mitmenschen? Denke ein Mantra der Liebe, bis alle voller Liebe sind. (Ich verzeihe euch. Ich liebe euch. Ich wünsche euch alles Gute)

6. Sende Liebe zur ganzen Welt. Denke das Mantra: Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.

7. Meditation (eine Minute Gedankenstopp. Eine Minute entspannt in der Meditation verweilen.)

8. Gehe voller Liebe durch den Tag. Was ist heute deine Tat der Liebe?

Das Größte ist die Liebe

(aus Ayya Khema, die Bergpredigt aus buddhistischer Sicht)

„Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen“ (Bibel)

Barmherzigkeit heißt in der Sprache des Buddha Mitgefühl. Sobald wir uns auf die Ebene des anderen begeben, können wir mitfühlen und wissen alsbald, dass es auf diesem ganzen Erdball keinen Menschen gibt, der nicht Leid erfährt. Wir glauben dann nicht mehr unser Leid sei größer als das anderer Menschen.

„Selig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.“ (Bibel)

Die Reinheit des Herzens ermöglicht es uns, das höchste Ideal der Transzendenz zu erleben. Wir sind aufgefordert unser Herz zu läutern. Die Lehre des Buddha wird auch oft Pfad der Läuterung genannt, was sich auf Herz und Geist bezieht. In der Sprache des Buddha heißt Geist „Citta“, was zugleich auch Herz bedeutet. Das reine Herz wird vom Buddha mit vier Emotionen gleichgesetzt (Mitgefühl, Mitfreude, Liebe und Gleichmut/Gelassenheit). Wir sehen jetzt, wie nah sich die Religionen sind. Reinen Herzens sein, heißt bedingungslose Liebe üben. Jeder Mensch, dem wir begegnen, ist ein Übungsfeld für unsere Herzensreinheit. Es ist ein schönes Ziel so zu leben, dass wir schon zu Lebzeiten den Himmel auf Erden erleben können. Dieses Erleben ist mit einem reinen Herzen möglich.

„Selig sind die Friedenstifter, denn sie werden Söhne und Töchter Gottes genannt werden.“ (Bibel)

Gott ist im Prinzip unsere wahre Natur, und jeder von uns ist ein Sohn und eine Tochter Gottes. Wir können die göttliche Natur in uns selbst nicht erdenken, aber wir können sie erleben. Um dieses Erlebnis zu haben, müssen wir meditieren. In der Meditation ist ein allumfassende, transzendente Bewusstsein ohne jede persönliche Natur erlebbar. Ob wir das Gott, meditative Vertiefung oder Nirwana nennen, ist ohne Belang. Gleichmut hat der Buddha das höchste aller Gefühle genannt. Wir dürfen dabei jedoch nicht unsere Gefühle unterdrücken, sondern müssen erkennen, dass Gleichmut und innerer Frieden dasselbe bedeuten.

Wikipedia: „Ayya Khema war eine buddhistische Nonne in der Theravada-Tradition. Ayya Khema wurde am 25. August 1923 als Ilse Kussel in Berlin als einziges Kind wohlhabender jüdischer Eltern geboren. In Berlin verbrachte sie auch ihre Kindheit und Jugend. Ihre Eltern verließen Berlin Anfang 1939 über Triest und flohen nach Shanghai (Republik China), der damals letzten Zufluchtsstätte für europäische Juden. Kussel verließ Deutschland im April 1939 mit einem der letzten Schiffstransporte jüdischer Kinder. Nach der Heirat mit Johannes Dombrowski und der Geburt der gemeinsamen Tochter Irene im Ghetto von Shanghai konnte die Familie 1949 auf einem der letzten Truppentransporter nach Kalifornien (USA) emigrieren, kurz bevor die Volksbefreiungsarmee Shanghai eroberte. In den USA erhielt Ilse Dombrowski alsbald die amerikanische Staatsbürgerschaft.

Den Beginn ihrer spirituellen Entwicklung markieren Aufenthalte im Ashram des verstorbenen Ramana Maharshi und im Sri Aurobindo Ashram in Südindien. Anfang der siebziger Jahre besuchte der englische buddhistische Mönch Phra Khantipalo (Laurence Mills) die Familie. Von ihm hörte Ilse Ledermann das erste Mal den Buddhadhamma, die Wirklichkeits- und Befreiungslehre des historischen Buddha. Bald organisierte sie für Khantipalo auf der Farm Meditationskurse, reiste in verschiedene buddhistische Zentren in den USA und Burma und begleitete später erste eigene Meditationskurse auf der Farm.

1983 suchte sie Matara Sri Nyanarama Mahathera (1901–1992) auf, einen Meditationsmeister aus dem Tempel Mitirigala. Nach Ayya Khemas eigenen Angaben hat er ihre Meditationspraxis der meditativ verfeinerten Bewusstseinszustände (Jhana) als korrekt bestätigt und sie dazu autorisiert, diese meditative Entfaltung der Geistesruhe (samatha-bhavana) systematisch im Westen zu lehren. Parallel zur Aufnahme dieser Lehrtätigkeit entstand 1985 in Sri Lanka ein Kloster für westliche Nonnen auf der Insel Parappuduwa im Ratgama-See, dessen erste Äbtissin Schwester Khema bis Anfang der neunziger Jahre war.

Durch ihre Lehrtätigkeit in Europa und Übersee seit Anfang der achtziger Jahre wurde Schwester Khema, die sich nun traditionsgemäß Ayya („ehrwürdige Dame“) nannte, als buddhistische Nonne und Meditationslehrerin bekannt. 1995 wurde auf Initiative von Ayya Khema, nachdem ein erstes Projekt im Bayerischen Wald gescheitert war, im Allgäu ein ehemaliges Alphotel erworben und zu einem Waldkloster und Retreatzentrum umgebaut, das im Sommer 1997 als Metta Vihara („Aufenthaltsort der Liebenden Güte“) seine Türen öffnete. Es wurde auch zum Sitz des im Oktober 1997 von Ayya Khema gegründeten Ordens der Westlichen Waldklostertradition. Am Morgen des 2. November 1997 (Allerseelen) starb sie im Buddha-Haus. Ihre Asche wurde im Mai 1998 in der Stupa im Garten des Buddha-Hauses feierlich beigesetzt.“

Ayya Khema Liebende Güte Meditation

1. Wir lenken die Achtsamkeit für ein paar Momente auf den Atem.

2. Wir lassen alle Wünsche, die wir haben, fallen. Vor allem den Wunsch, dass Ereignisse und Menschen anders wären, als sie sind. Wir spüren, wie dieses Loslassen inneren Frieden bringt. Alles ist so, wie es ist. Wir verbreiten Frieden ins uns, so dass wir davon angefüllt und umhüllt sind und uns darin sicher, wohl und geschützt fühlen.

3. Wir lenken die Aufmerksamkeit auf denjenigen, der uns am nächsten ist. Wir schenken ihm unser Herz voller Frieden. Wir füllen ihn mit dem Gefühl des inneren Friedens an und umarmen ihn. Wir spüren, dass das Verschenken des inneren Friedens unseren eigenen Frieden erweitert und vergrößert.

4. Wir schenken unseren Frieden an unsere Eltern, unsere Freunde und auch an einen Menschen, den wir schwierig finden, über den wir uns geärgert haben. Wir schenken unseren Frieden an die ganze Welt. Mögen alle Menschen Frieden im Herzen finden.

5. Wir lenken die Achtsamkeit wieder auf uns selbst. Wir spüren den inneren Frieden, der vom Loslassen unserer Wünsche und Ängste kommt. Liebe, Glück und Frieden erfüllen uns.

Die heilende Beziehung

Die meisten Menschen in der heutigen Zeit sind psychisch stark belastet. Sie leiden unter persönlichen Problemen und unter Stress im Beruf. Grundsätzlich ist es der Hauptweg sich selbst zu heilen. Man sollte im Rahmen seiner Möglichkeiten selbst dafür sorgen, dass es einem gut geht. Dann kann man auch seinem Partner gut auf dem Weg der Heilung helfen.

Der Grundweg der Heilung und der Gesundheit ist eine gesunde Lebensweise. Die meisten Krankheiten können vermieden oder geheilt werden, wenn wir nach den fünf Grundsätzen der Gesundheit leben. Wir sollten uns gesund ernähren (viel Rohkost), Schadstoffe vermeiden (Alkohol, Zigaretten, Drogen, zu viel Zucker, zu viel Fleisch), uns regelmäßig bewegen (Sport, Yoga, Joggen, Gehen, Schwimmen), uns ausreichend entspannen (genug schlafen, Pausen, aus der Ruhe heraus leben) und positiv denken (negative Gedanken vermeiden). Bei Krankheiten ist es natürlich auch gut zum Arzt oder Heilpraktiker zu gehen und sich beraten zu lassen.

Wichtig ist nicht nur die körperliche, sondern auch die psychische Gesundheit. Etwa ein Drittel der Menschen leidet unter Ängsten, Süchten, Aggressionen und Depressionen. Viele psychische Erkrankungen entstehen durch den Leistungsdruck und durch die soziale Kälte in der westlichen Gesellschaft. Hier kann gerade eine liebevolle Beziehung ein wichtiger Ort der Heilung und Gesunderhaltung sein.

Heilung in einer Beziehung entsteht dadurch, dass man liebevoll und positiv miteinander umgeht. Wir müssen ein positives System bilden. Geht es einem Partner schlecht, hilft ihm der andere Partner. Die Atmosphäre ist von Liebe und Verständnis getragen. Wir hören zu. Wir umarmen den Partner. Wir tragen ihn emotional mit. Wir lenken seine Gedanken auf das Positive im Leben.

Ich erhebe mich in eine Glücksdimension oft durch die Meditation, das Spazierengehen, durch Atemübungen und durch das Singen spiritueller Lieder. Alles das können wir auch mit einem Partner machen. Wir können unserem Partner von unserer Energie etwas abgeben und uns durch gemeinsame spirituelle Übungen ins Licht erheben. Grundsätzlich wird das ein längerer Weg der spirituellen Heilung sein. Erleuchtung kommt meistens nicht von heute auf morgen, sondern will über viele Jahre langsam entwickelt werden.

Beziehungen können aus dem Ego oder aus der Weisheit heraus gelebt werden. In einer Egobeziehung stellt jeder Partner seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt und versucht vom Partner mehr zu bekommen als zu geben, oder zumindest genauso viel zu bekommen wie zu geben. In einer weisen Beziehung begreifen sich beide als ein Team, welches energetisch zusammenhängt und gemeinsam wächst.

Sex als Weg zur Erleuchtung

Nach meiner Erfahrung hindert einen Sex nicht an der Erleuchtung. Durch tantrischen Sex kann man sogar beide Partner in ein Erleuchtungsbewusstsein erheben. Zu häufiger Samenerguss kann allerdings ein Problem sein, weil man dann zu viel Energie verliert. Ein Problem ist dagegen die Anhaftung an den Sex und den Partner. Ich hatte in meinen ersten fünfzehn Jahren als Yogi eine Beziehung. Dann habe ich fünfzehn Jahre ohne Beziehung gelebt, um alle Anhaftungen einmal gründlich loszulassen. Und das erwies sich als richtig und notwendig. Jahr für Jahr tauchten neue Anhaftungen aus dem Unterbewusstsein auf und lösten sich auf.

Dann stellte die zu starke Ablehnung von Sex ein Problem dar. Ich hatte wieder eine Beziehung und diese Anhaftung löste sich. Jetzt fließe ich natürlich mit dem Leben. Sex geschieht, wenn beide Partner Lust dazu haben. Allerdings bin ich inzwischen älter geworden und das Bedürfnis nach Sex hat erheblich nachgelassen. Dagegen ist es bei Frauen oft so, dass im Alter das sexuelle Interesse zunimmt. Es ist die Kunst so zu leben, dass beide Partner in der Beziehung glücklich sind.

Ich habe mich lange mit der These beschäftigt, dass Buddha und viele andere spirituelle Richtungen eine Enthaltsamkeit für den Weg zur Erleuchtung empfehlen. Der Hauptgrund ist nach meiner Erfahrung die Abgeschiedenheit. Wenn ein Mensch stark in der Ruhe und der Abgeschiedenheit lebt, dann wendet sich die Energie nach innen. Dann reinigt sich der Körper und der Geist von alleine von Verspannungen und kommt fast von alleine zur Erleuchtung. Man braucht nur noch wenig spirituell üben.

In einer Beziehung kann man viel Energie verbrauchen, weil man sich ständig mit dem Partner auseinandersetzen muss. Allerdings kann man auch viel Energie als Mönch oder Nonne verbrauchen, weil man ständig mit irgendwelchen Ritualen beschäftigt ist. Das hat mich in meinem letzten Leben an der Erleuchtung gehindert. Als weltlicher Mensch kann man viel Energie verbrauchen, wenn man berufstätig ist. Es ist eine große Kunst sein Leben so zu organisieren, dass man seine Energie bewahren kann. Aber eine genauso große Kunst ist es mit Selbstdisziplin beständig auf dem spirituellen Weg zu bleiben. Auch das ist für die Erleuchtung wichtig.

Man sollte auf dem spirituellen Weg immer genau spüren, was für einen hilfreich ist. Eine Beziehung kann hilfreich sein oder auch nicht. Hilfreich kann eine Beziehung sein, weil man in einer Beziehung lernt sensibel mit seinen Mitmenschen umzugehen. Man lernt ein gutes Gespür für andere Menschen. Und man kann die Konflikte in einer Beziehung als Geistestraining auf dem Weg zur Erleuchtung nutzen. Und vor allem kann eine Beziehung einem helfen schwere Krisen auf dem spirituellen Weg durchzustehen. Bei mir tauchten in schweren Krisen oft Frauen auf und haben mich durch ihre Liebe gerettet.

Einsamkeit und Spiritualität

Einsamkeit ist in der heutigen Zeit für viele Menschen ein großes Problem. Ich war auch oft einsam in meinem Leben. Ich habe darunter gelitten.

Einsamkeit ist gut für den spirituellen Weg. Der Hauptweg zur Erleuchtung ist das Leben in der Ruhe (Abgeschiedenheit, Einsamkeit), das intensive spirituelle Üben (Meditation, Gedankenarbeit) und die umfassende Liebe.

Buddha und viele andere Heilige waren große Anhänger der Einsamkeit. Ich habe dreißig Jahre in extremer Einsamkeit gelebt. Sie war für mich erträglich, weil ich konsequent nach einem spirituellen Tagesplan gelebt habe. Das gab meinem Leben Struktur und einen Sinn. Wichtig war für mich auch das Ziel der Erleuchtung. Durch spirituelle Übungen konnte ich mein inneres Glück erwecken. Dann verschwand das Leiden an der Einsamkeit.

Eine wichtige Übung ist es täglich allen Menschen Licht zu schicken und für das Glück aller Wesen zu arbeiten. Wenn du vorwiegend im Geben lebst und allen Menschen Liebe gibst, bekommst du meistens auch etwas Liebe zurück. Das genügt. Wenn du Glück in dir hast, brauchst du nur etwas Liebe im Außen.

Aber es ist auch gut für genügend Kontakte zu sorgen. Organisiere dir, was du brauchst. Durch das Internet kann man gut Kontakte finden. Hilfreich ist die Mitarbeit in einer Organisation. Ich bin mit 17 in die Politik gegangen und hatte dort zehn Jahre lang viele Kontakte. Und ich habe ich dafür gesorgt, dass ich auch einen guten Freund oder eine Freundin hatte. Wenn du ausreichend suchst, findet sich immer jemand. Aber Beziehungen sind in der heutigen Zeit schwierig. Es ist gut, sich in sich selbst und in der Spiritualität zu zentrieren. Und je größer das Glück in dir wird, desto mehr ziehst du andere Menschen an. Ich wünsche dir alles Gute auf deinem Weg.

Wie meditiert man am besten?

Meditation ist ein Weg zur Beruhigung des Geistes, zur inneren Heilung und zur Erleuchtung. Der Geist wird beruhigt, wenn wir unsere Gedanken stoppen, uns auf unseren Atem oder ein Mantra konzentrieren. Innere Heilung entsteht, wenn wir durch die Meditation innere Verspannungen auflösen und unsere Energie zu fließen beginnt. 

Den Geist zu beruhigen ist relativ einfach. Wir finden eine Technik durch die wir zur Ruhe kommen. Dazu gibt es viele Möglichkeiten. Wir können spazieren gehen, joggen oder Yoga machen. Wir können in einem spirituellen Buch lesen, eine schöne Musik hören oder ein Video ansehen, dass uns zur Ruhe bringt. Wir können uns aber auch hinsetzen oder hinlegen. Wird der Körper ruhiggestellt, kommt meistens auch der Geist zur Ruhe. Unterstützend können wir bewusst unsere Gedanken stoppen, ein Mantra denken oder auf den Atem meditieren.

Der Weg der inneren Heilung und Erleuchtung ist etwas schwieriger zu finden. Wir brauchen ein gutes Gespür für uns selbst. Mit welchen Techniken können wir unsere inneren Verspannungen auflösen und unsere innere Energie zum fließen bringen? Es hängt von unserem spirituellen Entwicklungsstand ab, was gerade gut funktioniert. 

Für Anfänger auf dem spirituellen Weg eignen sich gut die progressive Muskelentspannung und der Bodyscan. Manche Menschen werden mit Autogenem Training Erfolg haben. Buddhisten praktizieren meistens Vipassana, die Zen-Meditation und die Atem-Meditation. Hatha-Yogis und tibetische Buddhisten haben ein großes Repertoire an Möglichkeiten. Es geht vom Gottheiten-Yoga (Visualisieren von Gottheiten), über den Kundalini-Yoga (Chakren-Meditation) bis hin zum Guru-Yoga (energetisch mit dem Guru verbinden).  

Ich praktiziere eine Zweistufen-Meditation. Zuerst aktiviere ich mit Visualisierungen, Mantren und Atemtechniken meine Kundalini-Energie. Ich lade meinen Körper mit Energie auf. Dann komme ich zur Ruhe und die Meditation entwickelt sich von alleine weiter. Negative Gefühle lösen sich auf und es entstehen Frieden und inneres Glück. 

Die grundlegende Meditationstechnik Buddhas war das Sitzen und Gehen im ständigen Wechsel. Dabei achtete Buddha auf seine Gedanken. Wenn sich die inneren Verspannungen lösen, entstehen oft unruhige Gedankenprozesse. Wir werden mit negativen Gedanken konfrontiert. Wir dürfen nicht das Opfer dieser Gedanken werden. Wir sollten sie beobachten und notfalls mit hilfreichen positiven Gedanken überwinden. 

Ich habe die Meditationstechnik Buddhas zu einem fünf Stufen Weg weiterentwickelt. Dieser Weg besteht aus Liegen (Meditieren), Lesen (in einem spirituellen Buch), Gehen (oder Yoga), Gutes tun (für eine glückliche Welt arbeiten) und das Leben genießen im ständigen Wechsel. Etwas Genuss ist wichtig. Wenn wir zu streng meditieren, kann das unseren Geist überfordern. Es können psychische Krankheiten entstehen. Buddha lehrte deshalb den mittleren Weg. 

Wie lange wir meditieren, hängt von unseren Möglichkeiten und Fähigkeiten ab. Anfänger sollten 20 Minuten am Tag meditieren. Fortgeschrittene können bis zu drei Stunden am Tag meditieren. Ich habe am Anfang meiner Yogi-Zeit jeden Tag zehn Stunden meditiert. Wichtig ist es immer genau zu spüren, wie lange eine Meditation uns gut tut und wann unser Geist etwas anderes tun möchte. Es gibt viele Möglichkeiten sich spirituell weiter zu entwickeln. Auch das Lesen eines spirituellen Textes kann uns in eine gute Energie bringen.

Meine fünf besten Meditationen sind: 

1. die Muskelentspannung und Mantra-Meditation für inneren Frieden, Ruhe und Glück

2. die Zahlen-Meditation zur schnellen Entspannung (Meditationskurs 2) – YouTube

Wir zählen die Zahlen von 1 bis 20 im Kopf, im Brustkorb, im Bauch, in den Beinen und unter den Füßen. So kommen wir sehr schnell zur Ruhe. Es ist gut die Zahlen beim Zählen zu visualisieren und sie sich real in den entsprechenden Körperteilen vorzustellen. Zum Abschluss können wir noch die Zahlen im ganzen Kosmos um uns herum zählen.

3. Geheime Lichtmeditation (Meditationskurs 3) – YouTube

Diese Meditation wird in vielen spirituellen Traditionen als großes Geheimnis gehütet. Sie ist so geheim, dass ich noch nicht einmal verraten darf worin das Geheimnis besteht. Ich darf aber sagen, dass ihr sie kreativ weiter entwickeln könnt. Dann könnt ihr das Geheimnis selbst heraus finden. Ihr könnt das Licht in den Chakren, in der Wirbelsäule und in den Energiekanälen kreisen. Ihr könnte es anderen Menschen und der ganzen Welt schicken. An sich ist die Meditation einfach und schön. Ich habe sie in meinen Gruppen entwickelt und praktiziert. Wenn ihr das Geheimnis erraten habt, bringt sie euch schnell in den Frieden, in die Liebe und ins Glück. 

4. Meditation für Anfänger – YouTube

Setze dich entspannt hin. Die Hände liegen im Schoß oder auf den Knien. Der Rücken ist gerade. Der Bauch ist entspannt. 1. Mantra = Konzentriere dich auf deinen Körper. Denke mehrmals (5-10 x) das Mantra „Om“ im Kopf, im Brustkorb, im Bauch, in den Beinen, in den Füßen, in der Erde und dann im ganzen Kosmos: „Om Shanti, Om Frieden …“ 2. Gedankenstopp = Stoppe eine Minute alle Gedanken. Wenn Gedanken kommen, schiebe sie immer wieder weg. Merke wie du langsam innerlich ruhiger wirst. 3. Verweile = Entspanne dich und verweile eine Minute in der Meditation. Die Gedanken dürfen kommen und gehen wie sie wollen. 4. Entspannung = Entspanne dich. Jetzt entsteht Wohlgefühl in dir. 5.  Bewegen = Bewege deine Füße und Hände. Strecke und räkele dich. Sei wieder da.

5.  Yoga-Meditation (Entspannung in fünf Minuten) – YouTube

Meditiere fünf Minuten mit Yogi Nils. Mache die Übungen und spreche das Mantra.  

Wikipedia: Meditation (von lateinisch „nachdenken, nachsinnen, überlegen, Mitte finden“) ist eine in vielen Religionen und Kulturen ausgeübte spirituelle Praxis. Durch Achtsamkeits- oder Konzentrationsübungen soll sich der Geist beruhigen und sammeln. In östlichen Kulturen gilt die Meditation als eine grundlegende und zentrale bewusstseinserweiternde Übung. Die angestrebten Bewusstseinszustände werden, je nach Tradition, unterschiedlich und oft mit Begriffen wie Stille, innere Ruhe, Leere, Einssein, im Hier und Jetzt sein oder frei von Gedanken sein beschrieben. 

Man kann die Meditationstechniken grob in zwei Gruppen einteilen: in die körperlich passive (kontemplative) Meditation, die im stillen Sitzen praktiziert wird, und die körperlich aktive Meditation, bei der körperliche Bewegung, achtsames Handeln oder lautes Rezitieren zur Meditationspraxis gehören. 

In der Vipassana- und Zazenmeditation sitzt der Meditierende in einer aufrechten Haltung, die ein harmonisches Verhältnis von Spannung und Entspannung wahrt. Bei der Samatha-Meditation, die auch Geistesruhe-Meditation genannt wird, konzentriert sich der Übende auf ein einziges Objekt wie zum Beispiel den spürbaren Atem, ein Chakra, ein imaginiertes Bild, einen einzigen Gedanken oder ein Mantra. 

Bei der geführten Meditation wird der Meditierende von den Anweisungen eines Meditationstrainers durch die Meditation geleitet. Dabei gibt es verschiedene Arten von geführten Meditationen. Recht häufig verwendet wird die Fantasiereise, bei der der Meditierende mithilfe einer fiktionalen Geschichte, die er durchläuft oder eines kreativen Settings, dass der führende Meditationstrainer aufbaut, entspannt. Unterstützt wird eine geführte Meditation häufig durch Entspannungsmusik, die im Hintergrund läuft oder Naturgeräuschen, wie Vogelzwitschern oder Wellenrauschen. Es gibt zahlreiche Audio-Aufnahmen solcher Meditationen, die beispielsweise von Meditations-Podcasts kostenlos zum Meditieren angeboten werden.

Warum meditierst du?

Eines Tages, als Ma-tsu vor seiner Hütte saß und meditierte, kam sein Meister vorbei. Der Meister fragte ihn: „Warum meditierst du?“ Ma-tsu antwortete: „Weil ich ein Buddha werden will!“ Da nahm der Meister einen Stein und rieb daran. Ma-tsu wunderte sich: „Warum reibst du den Stein?“ Der Meister erklärte: „Weil ich daraus einen Spiegel machen will.“ Ma-tsu rief: „Wie dumm bist du denn?“ Der Meister meinte: „Genauso dumm wie du. Wie kann man alleine durch das Sitzen ein Buddha werden? Dann müsste ja aus jedem Faulpelz ein Buddha werden. Jeder Bettler müsste ein Buddha werden, weil er den ganzen Tag nichts anderes tut als dazusitzen?“

Ma-Tsu war verzweifelt. Er hatte schon viele Jahre meditiert. Und offensichtlich hatte der Meister recht. Aus Ma-tsu war kein Buddha geworden. Er hatte noch nicht einmal nennenswerte spirituelle Fortschritte gemacht. Er bat den Meister: „Was soll ich tun?“ Der Meister antwortete mit einer zweiten Geschichte: „Stell dir vor, du bist ein Bauer, der auf einem Ochsenkarren sitzt und seine Waren zum Markt im Dorf bringen will? Der Ochse weigert sich aber voranzuschreiten. Wen schlägt der Bauer jetzt mit seinem Stock, den Ochsenkarren oder den Ochsen?“

Plötzlich begriff Ma-tsu. Sein Körper war der Ochsenkarren und sein Geist der Ochse. Das Dorf war das Ziel. Er musste seinen Geist dazu bringen zielstrebig und mit Weisheit zu meditieren. Er musste seinen spirituellen Weg so praktizieren, dass er eines Tages im Paradies-Dorf, im Nirwana, in einem Leben im Licht, in der Erleuchtung ankam. Aber wie sollte er das tun?

Der Meister gab ihm einige weitere Hinweise: „Übst du zu meditieren oder übst du wie ein Buddha zu sitzen? Übst du wie ein Mensch oder wie ein Buddha zu denken, zu reden und zu handeln? Handelst du wie ein Mensch, bleibst du ein Mensch. Denkst du, handelst du und lebst du wie ein Buddha, wirst du ein Buddha.“

Ma-tsu bat um einen weiteren Hinweis. Der Meister erklärte. „Wenn du an der Form des Sitzen anhaftest, wirst du niemals die tiefere Wahrheit erkennen. Du musst kreativ experimentieren. Du musst aus deiner eigenen Weisheit heraus deinen spirituellen Weg finden. Du musst das tun, was dein Ego nicht will. Der spirituelle Weg ist ein ständiges Schwimmen gegen den Strom des eigenen Ego-Bewusstseins. Wo du anhaftest und was du ablehnst, da solltest du gegenanschwimmen. Wo sich innere Verspannungen lösen, da erwacht die Buddha-Natur. Wo Energieblockaden zerstört werden, da entsteht die Erleuchtung. Du spürst in dir, ob dich etwas in Licht bringt oder nicht. Du spürt, ob Frieden, Liebe, Glück und Einheitsbewusstsein in dir entstehen. Dort ist dein Weg. Du hast eine natürliche Veranlagung und wirst gewiss deinen Weg erkennen.“

Daraufhin hatte Ma-tsu eine tiefe Einsicht und sein Geist erlangte Gelöstheit. Es war ihm als hätte er köstlichen Nektar getrunken.

(Aus; Öser D. Bünker, Die Güte des Meisters wiegt mehr als ein Berg)

Krafttier-Meditation

Die Krafttier-Meditation macht uns bewusst, dass wir Helfer auf unserem Weg haben. Sie macht uns zu Siegern auf unserem Lebensweg. Die Krafttier-Meditation ist eine frühe Form der Spiritualität. Die Schamanen in der Steinzeit arbeiteten vorwiegend mit Krafttieren. Im Christentum gibt es den Löwen, den Stier, den Adler und den Engel (Flügelmenschen). Sie symbolisieren die Eigenschaften Kraft, Frieden , Weisheit (ein Adlerauge für das Wesentliche im Leben haben) und Liebe (als Gebender leben). Diese vier Eigenschaften sind notwendig, um ins Paradies (inneres Glück) zu gelangen.

Im Yoga ist jeder Gottheit ein Krafttier zugeordnet. Shiva hat als Krafttier einen weißen Stier (Nandi). Vishnu hat als Helfer einen Adler (Garuda). Brahma fliegt als erleuchtete Seele auf einem weißen Schwan durch den Himmel. Die Göttin Durga reitet auf einem Tiger und schwingt viele Waffen um ihren Kopf. Die Glücksgöttin Lakshmi hält zwei Blumen hoch und verteilt Goldstücke an ihre Mitmenschen.

Im tibetischen Buddhismus gibt es viele Gottheiten, die uns auf unserem Weg unterstützen können. Es gibt powervolle (zornige), ruhige und liebevolle Gottheiten. Es gibt den machtvollen büffelköpfigen Yamantaka (vgl. den hinduistischen Totengott Yama), den schwarzen Mahakala (vgl. Kali, die Göttin der Zeit/Kala), den pferdeköpfigen Hayagriva (vgl. Vishnu und Lakshmi, Reichtum und Fülle), die Göttin der Liebe Tara und den mitfühlenden Bodhisattva Chenrezig. Es gibt die fünf Meditationsbuddhas, die uns die Eigenschaften Weisheit, Liebe, Frieden, Glück und Kraft schenken. Sie haben eine jeweils zu ihren Eigenschaften passende Farbe und eine entsprechende Meditationshaltung.

1. Entspannung = Wir bewegen sanft die Arme, die Beine und den Kopf. Dann entspannen wir im Sitzen oder Liegen. Unsere Gedanken kommen langsam zur Ruhe.

2. Lebensweg = Wir kommen ganz bei uns an. Wir betrachten unser Leben. Wir sehen unsere Lebensziele und unseren Lebensweg. Was sind deine wichtigsten Lebensziele? Wie sieht dein Lebensweg aus? Durch welche Landschaft führt dein Lebensweg? Scheint die Sonne? Regnet es oft? Ist die Landschaft eben, bergig, eine Wüste oder voller Blumen? Ist dein Weg steinig, leicht zu gehen, gewunden oder gerade?

3. Zielzustand = Wir gehen unseren Lebensweg. Am Horizont leuchtet unser Ziel. Wir schaffen uns eine bildliche Vision von deinem Zielzustand. Wie sieht dein Zielzustand aus? Was möchtest du in deinem Leben gerne erreichen? Wie sieht deine glückliche äußere Welt aus? Wie siehst du in deinem Zielzustand aus? Mit welchen Begriffen würdest du deinen Zielzustand beschreiben? Erleuchtung, innerer Frieden, Glück, Liebe, eine glückliche Beziehung, eine glückliche Familie, Erfolg im Beruf, Gesundheit, Reisen, Reichtum, Anerkennung, alle lieben dich, ein Buddha, Bodhisattva, das Paradies vor dem Tod und nach dem Tod (Reines Land, Parinirwana)?

4. Krafttier oder Kraftgottheit = Vor unserem Ziel sehen wir den Weg, den wir gehen müssen, um an unser Ziel zu gelangen. Auf dem Weg treffen wir unser Krafttier oder eine Gottheit. Wer verkörpert die Eigenschaften, die du brauchst, um dein Ziel zu erreichen? Was sagt dein Krafttier oder deine Gottheit zu dir? Denke seine Worte mehrmals als Mantra.

5. Gedankenstopp = Wir stoppen eine Minute alle Gedanken, bis sie ganz zur Ruhe gekommen sind. Wir bewegen die Füße und die Hände. Wir drehen die Wirbelsäule hin und her. Wir entspannen uns. Wir verbinden uns noch einmal mit unserem Krafttier oder unserer Gottheit und gehen dann optimistisch unseren Lebensweg.

Die Fallen auf dem spirituellen Weg

Der spirituelle Weg ist der größte Schatz, den es auf der Welt gibt. Könige gaben ihr Königreich auf, um den spirituellen Weg zu gehen. Buddha lebte in großem weltlichen Reichtum. Er war ein Prinz. Er hatte eine schöne Frau, einen Sohn und den größten Luxus, den man sich vorstellen kann. Und trotzdem war er innerlich unzufrieden. Er wusste, dass es etwas Größeres gab als Macht und Reichtum. Als er von dem spirituellen Weg hörte, gab er alles auf und wurde ein Yogi.

Es gibt viele Fallen auf dem spirituellen Weg. Es gibt viele spirituelle Lehrer, die behaupten das große Ziel zu kennen und ihre Anhänger dort hin zu führen. In Wirklichkeit haben sie noch ein großes Ego und streben nach Macht, Geld, Liebe und Anerkennung. Sie führen ihre Schüler zu ihrem Ego und nicht zum höheren Selbst. Wie kann man vermeiden ein Opfer falscher Lehrer zu werden? Man sollte auf dem spirituellen Weg immer auf seinen eigenen Verstand, seine eigene Wahrheit, seine eigene Weisheit und auf sein inneres Gespür hören. Ich bin im Wesentlichen immer meiner eigenen Weisheit gefolgt und habe mich deshalb nie auf dem spirituellen Weg verlaufen. Aber ich glaube, dass selbst wenn man sich verläuft, man eines Tages aufwacht und zum richtigen Weg zurück kehrt. Man braucht viele Erfahrungen, um Weisheit zu erlangen.

Noch schlimmer als sich auf dem spirituellen Weg zu verlaufen ist es sich auf dem weltlichen Weg zu verlaufen. Wenn wir glauben, dass das große Glück im Außen zu finden ist, dann können wir viele schlimme Dinge tun. Wir können viel schlechtes Karma anhäufen. Wir können unsere innere Energie durch den Stress des Lebens und durch traumatische Erfahrungen verbrauchen. Wir können uns so in Unweisheit verstricken, dass wir viele Leben brauchen, um den Weg der Wahrheit zu finden. Der Kapitalismus lockt mit großen Versprechen. Er lockt mit Geld, Reichtum und beruflicher Karriere. Er lockt mit Sex und dem großen Glück in der Liebe. Aber wenn wir in uns selbst kein Glück und keine Liebe haben, werden wir es auch in einem Partner nicht finden.

Es ist nichts gegen etwas äußeres Glück zu sagen. Aber so lange wir nicht den Schwerpunkt unseres Lebens auf das eigene innere Glück legen, so lange werden wir uns auf Irrwegen verlaufen. Wir müssen den spirituellen Weg zum Zentrum unseres Lebens machen. Nur dann führt unser Weg geradewegs ins Licht. Wir sollten erkennen, wo der große Schatz des Lebens zu finden ist.

Wir sollten heraus finden, welcher Weg zu uns passt und auf welchem Weg wir am besten voran kommen. Dazu brauchen wir Weisheit, ein gutes inneres Gespür, Liebe zum Ziel und vor allem Ausdauer. Mit genügend Ausdauer wird jeder eines Tages das große Ziel erreichen. Dann gibt es nichts mehr zu tun, außer unser Glück an unsere Mitmenschen weiter zu verschenken.

Die fünf Eigenschaften

Um auf dem spirituellen Weg zu siegen, brauchen wir fünf Eigenschaften. Die erste Eigenschaft ist die Weisheit. Wir müssen erkennen, was das Wesentliche im Leben ist. Buddha spricht in seinem achtfachen Pfad von der richtigen Erkenntnis. Erkenntnis ist die die Basis des spirituellen Weges. Erkenntnis bedeutet zwischen richtig und falsch im Leben unterscheiden zu können.

Richtig ist ein Weg dann, wenn er zu Frieden, Liebe und Glück führt. Falsch ist ein Weg dann, wenn er uns oder unsere Mitmenschen in Unglück, ins Leid, in die Verzweiflung führt. Es ist ganz einfach zu erkennen, wann ein Weg richtig ist. Wir spüren in uns Herz. Es sagt uns was wir wollen. Wir fragen unsere Vernunft. Wir überlegen, wie sich eine Entscheidung langfristig auswirkt. Wir stellen uns vor, wo wir durch unsere Entscheidung in fünf, in zehn Jahren oder am Ende unseres Lebens stehen werden.

Hat sich unser Leben dann glücklich entwickelt? Gibt es dann Gesundheit, Liebe, Frieden, Glück und Zufriedenheit in unserem Leben? Sind wir der Erleuchtung, der spirituellen Entwicklung, dem Paradiesbewusstsein näher gekommen? Erfahren wir dann unsere Welt als Paradies oder als Hölle?

Erleuchtung bedeutet, dass wir mit spiritueller Energie gefüllt sind. Wir sind voller Licht, strahlen Licht aus und leben im Licht. Der Weg zur Erleuchtung besteht darin, dass wir unsere Energieblockaden auflösen und unsere innere Energie wachsen lassen. Damit unsere spirituelle Energie wächst, müssen wir ein entsprechendes Leben führen.

Buddha spricht vom richtigen Leben. Ein richtiges Leben ist ein Leben in der Ruhe, in der Liebe und im beständigen spirituellen Üben. Wir sollten beständig achtsam auf unsere Gedanken sein. Wir sollten jeden Tag spirituelle Praktiken wie Meditation, Gehen und Lesen ausüben. Wir sollten nach einem spirituellen Tagesplan leben.

Wie erlangen wir Weisheit? Weisheit erlangen wir dadurch, dass wir uns, unser Leben und unsere Gefühle jeden Tag genau beobachten. Wir denken über uns und das Leben nach. Wir lernen, was gut und was schlecht für uns ist. Wichtig ist es in der Wahrheit zu leben. Wir sollten weder uns noch unsere Mitmenschen belügen. Sonst gerät unser Geist in Verwirrung. Unser Unterbewusstsein kann irgendwann nicht mehr zwischen richtig und falsch unterscheiden. Wir werden ein Opfer unserer Süchte, Ängste und Aggressionen.

Höchste Weisheit besteht darin, das Ziel der Erleuchtung zu kennen. Wenn wir einmal die Erleuchtung erfahren haben, dann wissen wir, was der tiefere Sinn des Lebens ist. Wenn wir keine Erleuchtungserfahrung haben, können wir uns an den Menschen orientieren, die diesen Zustand kennen. Wir können in den Schriften Buddhas lesen und seinen Worten vertrauen.

Wenn wir das Ziel des Lebens kennen, besteht der nächste Schritt darin konsequent den Weg zu gehen. Dazu brauchen wir die Eigenschaft Selbstdisziplin. Wir brauchen einen klaren Entschluss und einen klaren Weg. Der klare Entschluss besteht darin den buddhistischen Weg zu gehen. Wir nehmen Zuflucht zu Buddha als Vorbild, zum Dharma als spirituellen Weg und zur Sangha als unserer spirituellen Gemeinschaft.

Wir entwickeln die richtige Anstrengung, damit wir unser Ziel erreichen. Wir betrachten die Möglichkeiten in unserem Leben und unsere persönlichen Fähigkeiten. Wir überlegen uns einen spirituellen Weg, den wir gehen können. Wir überfordern uns nicht und unterfordern uns nicht. Wir gehen jeden Tag den Schritt, den wir gerade gehen können. Auch mit kleinen Schritten kann man ein Ziel erreichen.

Wenn wir große Schritte machen, erreichen wir schnell unser Ziel. Wir können jeden Tag mit einem kleinen spirituellen Ritual beginnen. Und wir können eine Zeitlang als Yogi oder Mönch leben und schnell spirituell wachsen. Buddha hat sechs Jahre in der Abgeschiedenheit meditiert, bis er die Erleuchtung erreichte. Im tibetischen Buddhismus gibt es das Drei Jahres Retreat. Im Zen-Buddhismus gibt Meditationswochen, Wochenenden oder Tage.

Die dritte Eigenschaft ist die Liebe. Wir sollten Liebe zu unserem spirituellen Weg entwickeln. Wir sollten uns immer wieder klug motivieren. So bleiben wir auf unserem Weg. Ich motiviere mich durch meine Vorbilder, ihre Texte, meine spirituellen Gruppen und durch das klare Nachdenken. Ich denke immer wieder über mich und mein Leben nach. Ich finde einen positiven Tagessatz, der mir Kraft für den Tag gibt.

Unsere Liebe sollten wir auf alle Wesen ausdehnen. So kommen wir in ein Leben in der Liebe. Wenn wir unseren Mitmenschen mit Liebe begegnen, strahlt die Liebe auf uns zurück. Wenn wir allen Wesen Gutes tun, erhalten wir ein gutes Karma. Wenn wir allen Wesen Glück wünschen, entsteht Glück in uns selbst.

Die vierte Eigenschaft ist die Freude. Wir sollten nicht nur an andere, sondern auch an uns selbst denken. Wir sollten gut für uns sorgen. Wir sollten so leben, dass wir uns wohl fühlen. Wir sollten regelmäßig kleine Elemente der Freude in unseren Alltag einbauen. So bleibt unser Geist positiv. Wir sollten auch in unseren spirituellen Weg Freude einfügen. Wir können singen, schöne Rituale praktizieren und Feste feiern.

Die fünfte wichtige Eigenschaft auf dem spirituellen Weg ist der innere Frieden. Der innere Frieden ist die Grundlage für das innere Glück und das spirituelle Erwachen. Durch ein Leben in der Ruhe und im Frieden bewahren wir unsere spirituelle Energie.

Inneren Frieden erhalten wir durch die Achtsamkeit auf unsere Gedanken und Gefühle. Gedanken und Gefühle hängen zusammen. Wenn wir Gedanken des Friedens in uns pflegen, wird sich ein Gefühl des Friedens entwickeln. Im Buddhismus ist es deshalb wichtig nirgends anzuhaften, die Dinge so anzunehmen wie sie sind und Gelassenheit und Gleichmut zu üben.

Neben der Gedankenarbeit ist die tägliche Meditation wichtig für den inneren Frieden. In der Meditation kommen unsere Gedanken und Gefühle zur Ruhe. Wenn wir genug Zeiten der Meditation in unser Leben einbauen, erhalten wir ein Leben im inneren Frieden. Welche Meditation wir praktizieren, bleibt uns überlassen. Wir sollten herausfinden, was uns gut tut. Wir können auch Spazieren gehen, Yoga machen, eine entspannte Musik hören oder einfach nur über uns nachdenken und die Gedanken treiben lassen.

Die Lehre von den fünf Eigenschaften findet sich in vielen Religionen der Welt. Im tibetischen Buddhismus gibt es die fünf Meditations-Buddhas. Es gibt einen Buddha der Kraft, der Liebe, des Friedens, der Weisheit und der Fülle. Jeder Buddha hat eine entsprechende Farbe (weiß, blau, rot, gelb, grün) und eine entsprechende Handhaltung. Wir meditieren auf den Buddha, dessen Eigenschaft wir gerade brauchen. Wir stellen uns seine Eigenschaft in uns vor. Wir finden ein Mantra, dass diese Eigenschaft in uns erweckt. Wir denken solange unser Mantra, bis wir in der Liebe, der Kraft, dem Frieden, der Freude und der Weisheit sind.

Mit dem Buddhismus das Leben meistern

 Jeden Morgen besinne ich mich als Erstes auf meinen Tag. Ich gehe den Tag im Geiste durch. Ich sehe die Chancen und Schwierigkeiten. Ich betrachte mich, meinen Geistes- und Energiezustand. Ich beobachte meine Gedanken und Gefühle. Ich mache mir einen guten Plan für den Tag. Ich plane den Tag so, dass ich am Ende zufrieden mit mir bin. Ich überlege mir einen positiven Satz, der mir Kraft für den Tag gibt.

Als Zweites praktiziere ich ein kleines Ritual vor meinem Altar (meiner Buddha-Statue). Ich verbeuge mich vor Buddha und werde dadurch eins mit Buddha. Ich bitte Buddha und meine erleuchteten Meister um Führung und Hilfe für meinen Tag. So fühle ich mich beschützt und gehe optimistisch durch mein Leben. Durch die tägliche Verbindung mit meinen Meistern (meiner inneren Weisheit) ist mein Leben gesegnet.

Nach dem Frühstück gehe ich ins Internet. Ich sehe mir die Nachrichten an. Ich betrachte das Geschehen in meinen Facebook-Gruppen und gebe den Menschen einen hilfreichen Satz für den Tag. Ich nehme zu Fragen Stellung und sorge für eine gute Ordnung in meinen Gruppen. Manchmal schreibe ich auch einen Text, wenn mir etwas Gutes einfällt.

Danach gehe ich eine halbe Stunde in der Natur spazieren. Ich mache Atemübungen, Visualisierungen und denke ein Mantra. Nach etwa zehn Minuten habe ich dadurch meine Kundalini-Energie aktiviert und bin in einer guten Energie. In mir sind Frieden, Ruhe, Glück und Liebe. Der Spaziergang wird zu einer Meditation. Ich betrachte die Natur und werde eins mit der Natur. Manchmal begegnen mir Menschen, die mich meistens freundlich grüßen.

Nach dem Gehen meditiere ich eine Stunde im Liegen. Ich schalte mit meinen Atemübungen, Visualisierungen und Mantren meine Kundalini-Energie an und verweile im Glück.

Danach telefoniere ich mit Freunden, lese in einem Buch, sehe einen Film auf Netflix, arbeite an meinen Büchern, treffe mich mit meiner Freundin Barbara. Wir essen etwas Schönes und gehen mit dem Hund spazieren. Oder wir machen eine Radtour. Oder wir bereiten unsere Retreats vor, machen lustige Videos und haben Spaß zusammen.

Abends sehe ich fern, mache einen Spaziergang, lese in einem spirituellen Buch, blicke noch einmal kurz in meine Internet-Gruppen und meditiere etwas. Abends meditiere ich meistens im Sitzen bequem auf dem Sofa. Ich denke über den Tag nach und komme langsam zur Ruhe.

Ich gehe ins Bett. Meistens arbeiten die Energien in mir weiter. Ich schlafe und meditiere zugleich. So wird jede Nacht zu einer langen Meditation. Ich nutze die Zeit meines Lebens für meine spirituelle Entwicklung und für die Arbeit für das Glück aller Wesen.

Der depressive junge Mann

 Gerade traf ich beim Spazierengehen im Wald einen jungen Mann. Da ich ihn schon öfter gesehen hatte, kamen wir ins Gespräch. Er erzählte mir, dass er keine Lust mehr zu leben hätte. Er war 25 Jahre alt. Er hatte einige Jahre gearbeitet und war dadurch in einen Burn out geraten. Jetzt könne er nicht mehr aus seinen depressiven Gedanken herauskommen. Das Einzige, was ihm gut täte, wäre das tägliche Gehen im Wald. Ansonsten würde er versuchen mit Alkohol seine Sorgen zu ertränken.

Ich überlegte, wie ich ihm helfen kann. Ich war vor 40 Jahren auch einmal durch den Berufsstress in einen Burn out und in eine schwere Depression geraten. Ich hatte einen Weg daraus gefunden. Meine Grundidee war es, dass die Depressionen durch innere Verspannungen entstanden sind. Die Verspannungen kamen durch eine jahrelange Überlastung mit Berufsstress und durch gleichzeitigen Stress in meiner damaligen Beziehung. Durch so etwas brechen viele Menschen irgendwann zusammen.

Wenn der Burn out durch Verspannungen (inneren Stress) entstanden war, musste er auch durch den Abbau der Verspannungen wieder aufgelöst werden können. Da die Verspannungen sich über viele Jahre entwickelt hatten, brauchte ich einen Weg der inneren Reinigung, den ich viele Jahre gehen konnte. Ich brauchte Wissen, Ausdauer und Selbstdisziplin. Und vor allem Hoffnung.

Da die Verspannungen im Körper und im Geist saßen, brauchte ich Übungen für den Körper und den Geist. Körperliche Übungen sind Sport, Yoga, Joggen und Gehen. Insofern hatte der junge Mann mit dem täglichen Spazierengehen schon eine gute Technik gefunden.

Das Zentrale aber ist der Geist. Und die Arbeit am eigenen Geist ist nicht einfach. Das Ego wehrt sich dagegen das eigene Ich umzuformen. Es möchte in seinen gewohnten negativen Strukturen bleiben. Es glaubt nicht daran, dass man seine Gedanken und Gefühle ändern kann. Es hält die Gedanken und Gefühle für berechtigt, weil die Welt so schlecht ist wie sie ist. So war es auch bei dem jungen Mann. Er glaubte nicht daran, dass ihm etwas helfen könne. Er hatte auch schon verschiedene spirituelle Wege und Psychotherapien ausprobiert. Nichts hatte ihm geholfen.

Ich erklärte ihm, dass er einen Weg finden müsse, der bei ihm persönlich funktioniert. Er solle ausprobieren, was für ihn effektiv ist. Nach meiner Erfahrung gibt es für die Arbeit am Geist vor allem zwei effektive Techniken. Das eine ist die Zen-Meditation und das andere das positive Denken. So sah es auch der tibetische Meister Tsongkhapa. Er meinte, dass Meditation und positives Denken die beiden Haupttechniken für den Durchbruch zur Erleuchtung wären. Wer die Erleuchtung erreicht hat, lebt in Gefühlen wie innerem Frieden, Glück und Liebe. Er hat ein Paradiesbewusstsein. Er sieht seine Welt als Paradies. Alles ist richtig so wie es ist. Alles ist gut. Auch man selbst.

Der Weg der Erleuchtung und der Weg zur Überwindung einer Depression sind der gleiche. Nur bleibt man beim ersten Weg auf halber Strecke stehen (wie die heutige Psychotherapie) und im zweiten Fall geht man den Weg ganz bis zu Ende (bis man im großen inneren Glück ist). Wie weit man gehen will, darf jeder selbst entscheiden.

Der junge Mann wollte seine Depression überwinden, also brauchte er gute Techniken. Der Weg des positiven Denkens besteht im Wesentlichen darin, dass wir mit positiven Gedanken unsere inneren Verspannungen und Energieblockaden auflösen. Mit einem negativen Gefühl (Wut, Angst, Trauer) hängt meistens ein bestimmter negativer Gedanke zusammen. Wenn wir diesen negativen Gedanken herausgearbeitet haben, können wir einen positiven Gedanken finden, der den negativen Gedanken überwindet. Wenn der positive Gedanke sehr stark ist, kann er uns direkt zur Erleuchtung bringen. Normalerweise werden wir langfristig an unseren negativen Gedanken arbeiten müssen, um die negativen Gedankenstrukturen aufzulösen. Gute Techniken sind der Gedankenstopp, das tägliche Besinnen auf das Positive im Leben, das positive Tun (regelmäßig Freude in sein Leben bringen), anderen Menschen helfen (Gutes tun, Karma-Yoga), das Lesen in einem positiven Buch, positive Filme sehen und das Treffen mit positiven Menschen (eine positive Gruppe).

Der Zen-Weg funktioniert etwas anders. Wie setzen uns in die Meditation, bringen unseren Geist zur Ruhe und lassen alle negativen Gedanken und Gefühle durch uns durchfließen. Wir beobachten sie nur. Wir identifizieren uns nicht damit. So lösen sie sich langsam auf. Ich praktiziere letztlich beide Techniken, positives Denken und Zen, gemeinsam. So überwinde ich am besten meine negativen Gedanken und Gefühle.

Des Weiteren habe ich noch eine dritte Technik, den Kundalini-Yoga. Er besteht aus vielen Techniken wie Mantras, Visualisierungen, Atemübungen, Körperhaltungen, Gottheiten-Yoga und Guru-Yoga. Damit erwecke ich mein inneres Glück und kann schnell negative Energien überwinden. Vielleicht finde ich eines Tages die Gelegenheit zu einem ausführlichen Gespräch mit dem jungen Mann. Es gibt viele Menschen in der heutigen Zeit, denen es ähnlich geht. Mögen sie alle den Weg ihrer Heilung finden.

Selbstheilung

Heute ist ein Tag der Selbstheilung. Was ist dein Weg der Selbstheilung? Wie heilst du deine seelischen Wunden? Alles heilt durch den spirituellen Weg. Der Weg der Erleuchtung besteht darin alle inneren Verspannungen und Traumata aufzulösen. Ist der Mensch innerlich rein, entsteht inneres Glück, Heilung und Erleuchtung. Lebe konsequent nach einem spirituellen Tagesplan. Die wesentlichen Elemente sind die Gedankenarbeit (negative Gedanken und Gefühle durch positive Gedanken auflösen, nachdenken, in einem spirituellen Buch lesen, ein positiver Tagessatz), die Meditation und die Körperarbeit (Yoga, Gehen). Immer wieder in die Gefühle hineinspüren, sie ausleben und einen positiven Gedanken finden. 

Im Alter von dreißig Jahren litt ich an vielen körperlichen und seelischen Krankheiten. Ich litt an Burnout, Ängsten, Depressionen, Schlafstörungen, Tablettensucht, Magenproblemen, Hautproblemen und ständigen Erkältungen. Entstanden waren diese Krankheiten durch den übermäßigen Stress am Ende meines Studiums. In mir entstanden durch den extremen Leistungsdruck viele Ängste, die mich immer mehr in den Burnout brachten.

Ich ging zu vielen Ärzten, aber sie konnten mir nicht helfen. Ich ging zu einer Heilpraktikerin. Aber auch ihr Wissen half mir nicht. Die Situation erschien aussichtslos. Ich würde mich mein Leben lang mit meinen Krankheiten plagen und früh daran sterben, wie es auch einer Tante von mir ergangen war. Ich würde in meinem Leben nie mehr wirklich gesund und glücklich werden.

Da besann ich mich auf den Weg der Selbstheilung. Ich überlegte, wie ich mich selbst heilen konnte. Als erstes erforschte ich in medizinischen Büchern, was man für seine Selbstheilung tun kann. So fand ich den Weg der fünf Grundsätze der Gesundheit. Man kann seine Gesundheit in vielen Fällen erhalten und wiederherstellen, wenn man sich gesund ernährt, Schadstoffe vermeidet, regelmäßig Sport treibt, sich ausreichend entspannt und positiv denkt.

Der Weg der gesunden Ernährung ist letztlich ganz einfach. Ein englischer Arzt prägte den Spruch: „An apple a day keeps the doctor away.“ Wenn wir jeden Tag etwas Obst oder rohes Gemüse essen, erhalten wir damit die für die Gesundheit unseres Körpers wichtigen Vitamine und Mineralstoffe. Gut ist es, wenn wir darüber hinaus noch Schadstoffe wie Alkohol, Rauchen und Drogen vermeiden.

Ich gehe jeden Tag dreimal 20 bis 30 Minuten spazieren. Bereits durch die Verbindung von gesunder Ernährung und regelmäßigem Sport leben wir nach einer wissenschaftlichen Studie im Schnitt 14 Jahre länger.

Die Hatha Yoga Pradipika ergänzt diesen Weg durch tägliche spirituelle Übungen. So entsteht ein umfassender und tiefgreifender Weg der Selbstheilung. Im Laufe der Jahre heilten durch diesen Weg meine körperlichen und seelischen Krankheiten.

Wie ist es zu verstehen, dass durch spirituelle Übungen körperliche und psychische Krankheiten heilen? Viele Krankheiten entstehen in der heutigen Zeit durch den übermäßigen Stress des modernen Lebens. Der Stress erzeugt Verspannungen im Körper und im Geist. Diese Verspannungen blockieren das innere Glück, erzeugen negative Gefühle und machen den Körper krank. Man spricht auch von psychosomatischen Krankheiten, die durch das Zusammenspiel von Körper und Geist verursacht werden und durch die heutige Tablettenmedizin nur schwer aufzulösen sind, weil sie nicht die tieferen Ursachen der Krankheiten heilt.

Auch die heutige Psychotherapie ist nur begrenzt wirksam, weil sie kein Wissen von den spirituellen Energien hat. Die Auflösung der Energieblockaden ist aber für eine tiefgreifende Heilung wesentlich. Des weiteren müssen körperliche und geistige Übungen verbunden werden, damit ein tiefgreifender Heilungseffekt entsteht. Das haben die meisten Psychotherapeuten noch nicht verstanden.

Und genau da setzt die Heilkraft der Spiritualität ein. Zwar gibt es auch hier oft den Fehler, dass körperliche und geistige Übungen getrennt werden. Im modernen Yoga konzentriert man sich oft zu sehr auf den Körper und vernachlässigt den Geist. Im tibetischen Buddhismus (Vajrayana) werden zwar körperliche und geistige Übungen verbunden, aber oft wird daraus ein dogmatisches und starres Übungssystem gemacht. Wichtig ist es aber auf dem spirituellen Weg, dass wir jeden Tag genau spüren was wir brauchen und wie wir es brauchen.

Es gibt auch im tibetischen Buddhismus die Übungen des Hatha-Yoga (genannt Lu Yong), aber sie werden nur selten praktiziert. Meistens konzentriert man sich auf die Niederwerfungen, die dem Sonnengebet im indischen Yoga ähneln. Die Übungen des Hatha-Yoga sind wichtig, weil sie tiefsitzende innere Verspannungen und Energieblockaden auflösen können. Ich habe 20 Jahre intensiv den Hatha-Yoga praktiziert. Jetzt verbinde ich einfache Yogaübungen mit meinem täglichen Spazierengehen. Das ist im Moment für mich der beste Weg der Körperübungen.

Daneben meditiere ich jeden Tag dreimal. Und ich achte beständig auf meine Gedanken. Ich versuche Stressgedanken zu vermeiden und mich auf das Positive im Leben zu konzentrieren. Den meisten Stress machen wir uns selbst durch unsere Gedanken. Wenn wir achtsam auf unsere Gedanken und Gefühle sind, können wir viel Stress vermeiden.

Durch Yoga und Meditation können wir starke Heilungsenergien in uns erzeugen. Wenn wir aber nicht gleichzeitig auf unsere Gedanken achten, werden wir immer wieder spirituell schnell abstürzen. Ohne intensive Arbeit an den Gedanken und die Entwicklung positiver Eigenschaften wie innerer Frieden, umfassende Liebe und Selbstdisziplin ist der spirituelle Weg letztlich sinnlos. Wir werden nie dauerhaft unser inneres Glück bewahren können. Erst wenn wir nach einem Gesamtkonzept aus körperlichen und geistigen Übungen praktizieren, werden wir innerlich heilen und spirituell wachsen.

Dieses Gesamtkonzept sollte täglichen Sport (Yoga, Gehen), Meditation, gesunde Ernährung, eine vernünftige Lebensweise und die Gedankenarbeit (positives Denken) beinhalten. Wir sollten herausfinden, was uns gut tut und uns heilt. Und dann konsequent auf unserem Weg bleiben.

Die fünf Grundsätze der Gesundheit

 Die fünf Grundsätze der Gesundheit schenken uns ein langes, gesundes und glückliches Leben. Wenn wir nach diesen Grundsätzen leben, können wir die meisten Krankheiten vermeiden. Wenn wir trotzdem einmal krank sind, werden wir erheblich schneller gesund.

1. Ernähre dich gesund. Eine gesunde Ernährung besteht aus frischer, vielseitiger, vitamin-, spurenelement- und mineralienreicher Nahrung: Obst, Gemüse, Getreide, Milch, Kartoffeln, Hülsenfrüchte etc. Es wird empfohlen, wenig oder kein Fleisch zu essen und sich zur Hälfte von Rohkost (rohem Obst und Gemüse) zu ernähren. Mindestens sollten wir einen Apfel (ein Stück Obst oder rohes Gemüse wie zum Beispiel eine Karotte, Tomate, Salat, Paprika) am Tag essen. Dadurch bekommt der Körper viele Vitamine und Mineralstoffe, die ihn vor Krankheiten schützen.

2. Vermeide Schadstoffe. Drogen, Rauchen und Alkohol verursachen viele Krankheiten und verkürzen normalerweise das Leben erheblich (um 10 bis 20 Jahre). Zu viele Süßigkeiten (Zucker, Fett), viel Salz und viele Schnellimbisse (Fastfood) sind ebenfalls ungünstig.

3. Bewege dich viel. Einmal am Tag eine halbe bis eine Stunde Ausdauersport (Gehen, Joggen, Radfahren, Schwimmen) halten den Körper stark und gesund. Notfalls reicht auch eine halbe Stunde auf dem Heimtrainer (Rad, Laufband) oder dynamischer Yoga. Wenn es gar nicht anders geht, bewege dich mindestens am Wochenende eine Stunde. Wichtig ist es, dass der Körper gut durchgewärmt wird (bis zum leichten Schwitzen üben). Dadurch werden Krankheitskeime abgetötet.

4. Entspanne dich ausreichend. Stress schadet der Gesundheit. Stress sollte immer wieder durch ausreichende Erholungsphasen, Yoga oder Meditation abgebaut werden. Für das innere Glück ist es wichtig im persönlich richtigen Verhältnis von Aktivität (Arbeit) und Ruhe zu leben. Wer regelmäßig meditiert, gelangt zum inneren Frieden.

5. Denke positiv. Positive Gedanken führen zu positiven Gefühlen. Übe Eigenschaften wie innerer Frieden, Selbstdisziplin, Weisheit, Liebe und Lebensfreude. Finde eine positive Aufgabe in deinem Leben. Arbeite für das Glück aller Wesen. Wer regelmäßig an seinen Gedanken arbeitet und weise lebt, wird im Laufe seines Lebens immer glücklicher. Er wird am Ende seiner Tage zufrieden mit sich und seinem Leben sein. Er ist ein Meister des Lebens.

Zitat Welt online (Mai 2011)

„‚Wer sich richtig ernährt, darf auf einen Zuschlag von bis zu 20 Jahren hoffen‘, sagt der Jenaer Ernährungswissenschaftler Michael Ristow. Viel Obst und Gemüse, viel Fisch und wenig Fleisch gehören nach Ansicht von Ristow auf den Speiseplan. Dabei ist rotes Fleisch besonders ungünstig. Ristow warnt davor, den Vitaminbedarf mit Tabletten auszugleichen. Keine noch so hoch dosierte Vitaminkapsel kann einen Apfel mit seinen hunderten von Einzelsubstanzen ersetzen.“

Zitat Focus online (2008)

Wer vier simple Gesundheitsregeln befolgt, erhöht erheblich seine Chancen auf ein langes Leben. Vier einfache Verhaltensregeln verlängern das Leben durchschnittlich um 14 Jahre: nicht rauchen, etwas Sport treiben, nur mäßig Alkohol trinken und täglich Obst und (rohes) Gemüse essen. Das berichten britische Forscher, die seit 1993 das Schicksal von mehr als 20 000 Probanden im Alter von über 45 Jahren verfolgt haben. Die Studie ist den Autoren zufolge Teil der größten Untersuchung zu Ernährung und Gesundheit, die jemals unternommen worden sei. Die Untersuchung EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) erstreckt sich insgesamt über zehn europäische Länder.“

Wie sieht denn nun eine gesunde Ernährung aus? (Patiententipp)

Professorin Karin Michels (Freiburg Tumorzentrum): „Obst und Gemüse sind das Beste, was man überhaupt zu sich nehmen kann. Von allen Ernährungsmöglichkeiten ist eine Ernährung, die reich an Obst und Gemüse ist, am meisten zu empfehlen, zusammen mit den pflanzlichen Ölen. Zumal die pflanzlichen Öle auch die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine aus Obst und Gemüse begünstigen. Vollkornprodukte sollten in einer gesunden Ernährung nicht fehlen. Produkte aus Weißmehl und Zucker sollten dagegen weitgehend gemieden werden, sie begünstigen Diabetes, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Obst und Gemüse stehen an erster Stelle, zusammen mit pflanzlichen Ölen, Vollkornprodukten und Fisch. Was auch noch sehr gesund ist, sind beispielsweise Nüsse. Nüsse haben eine ganz ausgezeichnete Zusammensetzung von hochwertigen Fetten und Proteinen. Nüsse können beispielsweise in sehr viel gesünderer Form die Fette und Proteine ersetzen, die man andernfalls vielleicht über Fleisch zu sich nehmen würde. Andere gesunde Nahrungsmittel sind die Hülsenfrüchte, die auch hochwertige Proteine und viele Ballaststoffe haben, und sehr oft in der Ernährung vernachlässigt werden. Wenn man das alles zusammennimmt, kommt man auf eine vollwertige Ernährung, ohne auf Fleisch und Milchprodukte zurückgreifen zu müssen.“

Psychoanalyse und Spiritualität

Alice (im folgenden A genannt): Ich mache gerade eine Psychoanalyse. Aber ich habe das Gefühl, dass sie mich im Moment nicht mehr weiter bringt. Anfangs war es hilfreich, aber vieles ist auch sehr konstruiert, erreicht keine Tiefe. Ich finde, man sollte die positiven Dinge im Leben sehen, nach vorne schauen. Im Moment ist es eher ein schwerer Stein am Bein, diese Analyse. Abdi Assadi beschäftigt sich in seinem Buch mit der Notwendigkeit sowohl das Spirituelle, wie auch die Psyche zu beachten. Viele werden nach Spiritualität süchtig, um ihre psychischen Probleme damit zu verdecken.

Nils: Es ist gut Psychologie und Spiritualität zu verbinden. Das mache ich auch.

A: Bei mir schmolzen Ängste auf dem spirituellen Weg dahin… früher waren es richtige Angstzustände. Heute nicht mehr. Nach einer ganz schlimmen Stunde hab ich mir mal dein Lach-Yoga Video angeschaut – und plötzlich fing ich an zu tanzen, alles Schwere viel ab und es ging mir gut. Ich frage mich tatsächlich, in wieweit man dem Negativen Beachtung und Raum geben sollte. Es ist ja auch ein Grundsatz der Achtsamkeit, dass man alle Gefühle wahrnimmt und so sein lässt. Ich finde jedoch, dass die positive Richtung und ein aktives Zusteuern darauf an einem bestimmten Punkt auch ganz wichtig ist. Wie siehst du das denn?

Nils: Für mich ist das ganz einfach. Ich mache meine spirituellen Übungen und löse meine inneren Verspannungen auf. Wenn Negatives auftaucht, arbeite ich damit. Ansonsten konzentriere ich mich auf das Positive.

A: Wie arbeitest du denn dann damit?

Nils: Grundsätzlich gibt es zwei Techniken: Die Meditation und das positive Denken. In der Meditation lässt man die Gefühle auftauchen, sich ausleben und beobachtet sie nur. Beim Positiven Denken erkundet man den negativen Gedanken, der hinter den Gefühlen steht, und löst ihn mit einem positiven Gedanken auf.

A: Mein Analytiker findet, man muss seine negativen Gefühle den Menschen mitteilen…

Nils: Mitteilen hilft manchmal, aber oft zerstört es auch die Beziehungen.

A: Das denke ich auch.

Nils: Die meisten Psychologen haben schlechte Beziehungen. Psychologie alleine ist ein Irrweg. Sie hält die Menschen im Negativen fest. Meine erste große Beziehung ist gescheitert, weil meine Exfrau in ihre Wut verliebt war und sie immer ausleben wollte. Das hat mir auf die Dauer nicht gefallen.

A: Das ist der Punkt. Ich frage ihn auch immer, warum ich jetzt wütend sein, gar rumschreien soll – das hilft keinem von beiden. Kann ich gut verstehen, dass dir das nicht gefiel.

Nils: Es ist viel schöner, wenn man sich liebt.

A: Ja, und Dinge in Ruhe klärt – sich außerdem vorher mal Gedanken macht, ob das jetzt wirklich so unglaublich wichtig ist. Du schriebst, dass die Psychoanalyse einer Freundin sehr geschadet hat. Würdest du mir das noch mal genauer berichten? Heute in der Analyse war wieder alles so negativ – und ich bin so ein kleines bisschen geplatzt und sagte: „Ich lasse diese negativen Suggestionen nicht mehr zu“. Jetzt ist mein Analytiker ziemlich sauer…

Nils: Ja so ist das mit den Analytikern. Sie glauben an ihr System. Ich halte es auch nicht für völlig falsch. Es ist gut sich seiner Probleme bewusst zu sein. Ich habe mich viele Jahre auch mit der Psychoanalyse beschäftigt. Und das war gut so. Aber der Schwerpunkt der psychischen Arbeit ist falsch. Er muss im Positiven liegen. Sonst versumpft man in seinen Problemen und wird negativ. So ging es meiner Freundin. Meine Freundin hatte das Problem, dass sie einsam war und keinen Mann finden konnte. Sie hatte ein Kind, hat viele Süßigkeiten gegessen und wurde immer dicker. Sie war ursprünglich sehr schön und hatte große Ansprüche an die Männer.

A: Ja, so ist das. Ich habe den Eindruck, dass Analytiker oft vergessen, dass es sich um ein System handelt und dass sie dieses System mit der Realität verwechseln. Menschen sind eben keine Bücher und nicht alle sind nach Schema Freud zu verstehen. Deiner Freundin hätte Spiritualität wohl etwas besser helfen können, einfach um sich von der Fixierung auf äußerliche Merkmale zu lösen.

Nils: Meine Freundin hätte ein spirituelles System gebraucht und nach den fünf Grundsätze der Gesundheit leben müssen (gesund essen, etwas Sport, Meditation, positives Denken, ungesunde Sachen vermeiden). Aber sie glaubte eher an ihren Psychoanalytiker.

A: Bei mir ist es im Moment die Weigerung mir Wut und Egoismus einreden zu lassen. Ich halte es für falsch, sich völlig auf sich selbst zu konzentrieren und mit anderen in dauernde Auseinandersetzung zu gehen und ständig zu kämpfen. Mein Analytiker meint, ich müsse in diese Richtung. Mein Ziel wäre es eher in der Liebe und im Frieden zu leben.

Nils: Dann hast du grundsätzlich ein Problem mit deinem Psychoanalytiker. Du müsstest ihn theraphieren und nicht er dich. Die Psychoanalyse kann in einer bestimmten Phase des Lebens richtig sein. Aber dann muss man weitergehen. Man darf nicht in der Dunkelheit stehen bleiben. Man muss ins Licht kommen.

A: Für ihn gibt es nur „die Realität“ – und die heisst, sich durchsetzen, Grenzen setzen, Geld, Auto, Haus, Kinder, gesellschaftliche Anpassung. Die Analyse ist für ihn leider ein Mittel um Menschen angepasst zu machen – nicht ein Mittel, um Menschen zu helfen ihren eigenen Weg zu finden. Ich glaube nicht, dass er ein sehr glücklicher Mensch ist. Alles andere als dieses Konzept erscheint ihm wie Träumerei und ist pathologisch. Mein Haupt-Kritikpunkt an der Analyse ist, dass sie keine spirituelle Dimension zulässt. Diese ist für mich aber sehr wichtig.

Nils: Die Psychoanalyse lehrt den Weg des Egos und der erfolgreichen Machtkämpfe. Man muss auch kämpfen können, um in dieser Gesellschaft zu bestehen. Aber der Schwerpunkt des Lebens sollte in der spirituellen Selbstverwirklichung, in der Liebe, im Frieden und im Glück liegen.

Buddhismus und positives Denken

 Es ist eine wichtige Erkenntnis im Buddhismus, dass Gedanken und Gefühle zusammen hängen. Du bist, was du denkst. Übst du Gedanken des Friedens, wirst du ein Gefühl des Friedens erhalten. Deshalb wird im Buddhismus sehr viel Wert auf die Übung des Gleichmuts gelegt. Gleichmut bedeutet gleichbleibend im Gefühl des inneren Friedens zu ruhen. Gleichmut bedeutet grundsätzlich gelassen durch das Leben zu gehen. Alle äußeren Dinge sind vergänglich. Im Buddhismus üben wir es an nichts anzuhaften. Wir üben Leid nicht abzulehnen, sondern gelassen hindurch zu fließen. Wir sind nur ein Beobachter unser Gedanken und Gefühle. Wenn wir uns nicht mit uns (unserem Ego), unseren Gedanken und Gefühlen identifizieren, sondern immer einen gewissen inneren Abstand bewahren, also die Sicht eines Erleuchteten ohne Ego praktizieren, werden wir gelassen und friedvoll durch das Leben gehen können.

Konflikte, Probleme und Streitigkeiten sind eine gute Möglichkeit Gleichmut zu üben. Der Dalai Lama betont deshalb, dass unser Feind letztlich unser größter Helfer auf dem spirituellen Weg ist. Viele tibetische Mönche wurden nach der Invasion der Chinesen in Konzentrationslager gebracht und gefoltert. Schwache Menschen können an solchen Herausforderungen zerbrechen. Aber spirituelle Menschen sehen Probleme als große Chance spirituell zu wachsen. Wir können sogar bei großem Leid zur Erleuchtung durchbrechen, wenn wir dabei konsequent an unseren Gedanken arbeiten und eine spirituelle Sicht üben.

Wichtig ist im Buddhismus nicht nur der Gleichmut, sondern auch der Weg der Liebe. Wir sollten Gedanken der Liebe praktizieren, damit wir ein Gefühl der Liebe erhalten. Wir sollten Mitgefühl mit allen leidenden Wesen entwickeln, Mitfreude mit allen Glücklichen empfinden und insgesamt eine Haltung der umfassenden Liebe (Freundlichkeit) einnehmen. Wenn wir allen Wesen Glück wünschen, dann entsteht in uns Glück. Wenn wir eine glückliche Welt wünschen, dann färbt dieses Ziel auf unser Innerstes ab. Es gibt einen Zusammenhang darin, wie wir unsere Mitmenschen sehen und wie wir uns selbst sehen. Deshalb lehrte es Jesus auch unsere Feinde zu lieben, damit wir auch uns selbst umfassend lieben können. Zumindest sollten wir ihnen neutral und gelassen gegenüberstehen. Und uns natürlich ausreichend gegen negative Handlungen abgrenzen. Aber im Zweifel nicht zurück schlagen, sondern ihnen verzeihen.

Die Gedanken der Liebe, des Mitgefühls und der Mitfreude werden im Buddhismus zusammen mit dem Weg der Gelassenheit (Gleichmut) praktiziert. Das sind die sogenannten Vier Unermesslichen Eigenschaften, weil sie uns in die unermessliche Dimension der Erleuchtung führen. Sie gehören auch zusammen. Wenn wir unsere Gelassenheit verlieren, dann verlieren wir unseren inneren Frieden. Wenn wir keinen inneren Frieden haben, dann können wir nicht wirklich Liebe, Mitgefühl und Mitfreude empfinden. Und andererseits sind Gefühle der Liebe und des Mitgefühls wichtig, damit wir nicht vom Gleichmut in die Gleichgültigkeit und letztlich in den Nihilismus abrutschen.

Buddha lehrte das richtige Denken. Damit meinte er letztlich das positive Denken. Er meinte Gedanken der Liebe, des Mitgefühls und des Friedens, die dann zu Gefühlen der Liebe, des Mitgefühls und des inneren Friedens führen. Der Hauptweg Buddhas ist die beständige Achtsamkeit auf die Gedanken und Gefühle. Aber wir können auch mit passenden Gegengedanken unsere negativen Gefühle überwinden. Der beste Weg ist es Zuflucht zu Buddha, zum Dharma und zur Sangha zu nehmen. Wer auf Buddha meditiert, wird ein Buddha. Wer sich auf den spirituellen Weg konzentriert, wird eines Tages das Ziel der Erleuchtung erreichen. Sei es durch den Weg der Meditation oder durch den Weg der konsequenten Gedankenarbeit. Der richtige Gedanke im richtigen Moment kann uns zur Erleuchtung durchbrechen lassen. Wir erwachen in eine neue Sicht der Welt, wenn wir die alte Sicht der Welt hinter uns lassen.

Wikipedia: „Die Methode „Positives Denken“ zielt im Kern darauf ab, dass der Anwender durch konstante positive Beeinflussung seines bewussten Denkens (z. B. mit Hilfe von Affirmationen oder Visualisierungen) in seinen Gedanken eine dauerhaft konstruktive und optimistische Grundhaltung erreicht und infolgedessen eine höhere Zufriedenheit und Lebensqualität erzielt.

Eine weltweit erste umfassende Kritik des Positiven Denkens auf der Basis der wissenschaftlichen Psychologie wurde von dem deutschen Psychotherapeuten Günter Scheich vorgenommen. Sein Buch „Positives Denken macht krank. Vom Schwindel mit gefährlichen Erfolgsversprechen“ gilt schon seit der Erstauflage von 1997 als Standardwerk.

Psychologen und Psychiater warnen ausdrücklich davor, dass die Methoden labile und depressive Patienten weiter schädigen können. Besonders bei unkritischen Menschen können sie auch zu einem Realitätsverlust führen. Der Realitätsverlust kann durch das Vermeiden von kritischen Fragen und der damit einhergehenden teilweisen Leugnung von vorhandenen Schwächen entstehen. Vernachlässigt werden zudem die unterschiedlichen Fähigkeiten der Menschen, ihre unterschiedliche Persönlichkeitsstruktur sowie die Wechselwirkung zwischen individueller Psyche und sozialer Umgebung.

Problematisch wird positives Denken insbesondere dann, wenn Unglück und Leid als vom Menschen selbst verschuldet gelten. Ein Experiment von Joanne Wood mit Kollegen von der University of Waterloo zeigte, dass Teilnehmer mit gering ausgeprägtem Selbstbewusstsein alleine durch das Aufsagen allgemein positiv konnotierter Sätze ihre Stimmung, ihren Optimismus und ihre Bereitschaft, an Aktivitäten teilzunehmen, messbar verschlechterten.

Oswald Neuberger, Professor für Psychologie an der Universität Augsburg, sieht in der Methode des Positiven Denkens eine zirkuläre Falle: „Wenn du keinen Erfolg hast, dann bist du eben selber schuld, weil du es offensichtlich nicht richtig probiert hast. Der Trainer aber bleibt unfehlbar.“ Zudem werde das Problem des Versagens individualisiert, Misserfolge personalisiert, das Wirtschafts- und Gesellschaftssystem aber von Schuld freigesprochen.“

Nils: Die Kritik ist teilweise berechtigt. Positives Denken muss mit Weisheit praktiziert werden. Man sollte sich keine unrealistischen Ziele setzen. Man muss sich selbst, seine Fähigkeiten und die Situation realistisch einschätzen. Dann kann man überlegen, welche Strategie und welcher positive Gedanken einem hilft seine Ziele zu erreichen.

Negative Gedanken und Gefühle sollten wir nicht verdrängen. Wir sollten vielmehr genau hinschauen, ob sie der Realität entsprechen. Wir sollten als erstes die Dinge und uns selbst so annehmen wie wir sind. Wir sollten alle falschen Wünsche loslassen. So erlangen wir inneren Frieden. Dann können wir uns in einem zweiten Schritt auf die positiven Seiten der Situation konzentrieren. So entsteht Optimismus und inneres Glück. Optimismus gibt uns die Kraft unseren Weg erfolgreich zu gehen.

Gefühle wie Wut, Angst und Trauer können uns auf Probleme in unserem Leben hinweisen. Wir sollten so weit wie möglich die Probleme lösen. Der erste Schritt des positiven Denkens ist es gründlich nachzudenken und eine Problemlösung zu finden. Der zweite Schritt ist es mit positiven Sätzen negative Gedanken und Gefühle zu überwinden, wenn sie uns auf unserem Weg schaden.

Positives Denken besteht darin, dass wir uns in unserem Leben vorwiegend auf die positiven Eigenschaften innerer Frieden, Wahrheit, Disziplin, Glück und Liebe konzentrieren. Wir üben diese Eigenschaften und versuchen sie in unserem Leben zu verwirklichen. Dann erhalten wir ein glückliches, gesundes und erfolgreiches Leben. Das höchste Ziel im Leben ist die spirituelle Selbstverwirklichung. Wir lösen mit spirituellen Techniken wie Meditation und Gedankenarbeit unsere inneren Verspannungen auf und gelangen dann in einen Seinszustand aus Frieden, Glück und Liebe. Wir werden zu einem Buddha, einem Shiva, einer Göttin, einem Gott, einem Heiligen. Das gilt auch in der griechischen Philosophie als erstrebenswert.

Manche Menschen missverstehen positives Denken als einen Weg der Manipulation, der Verdrängung von Gefühlen und Problemen. Buddha war ein Meister des positiven Denkens. Er nannte es richtiges oder rechtes Denken. Ich habe eine Ausbildung in kognitiver Verhaltenstherapie (Rational Emotive Therapie) gemacht. Dort konzentrierten wir uns auf das rationale Denken. Durch vernünftiges Denken können viele emotionale Problem gelöst werden. Ich habe aber festgestellt, dass wir auch das positive Denken brauchen. Wir müssen uns auf die positiven Seiten des Lebens konzentrieren, damit wir Lebensfreude und Optimismus erhalten. Mein Weg ist deshalb die Verbindung von rationalen und positivem Denken. Und wir brauchen für eine seelische Heilung, für unseren inneren Frieden und unser Glück auch spirituelle Techniken wie Yoga und Meditation.

 Es ist umstritten, ob Buddha das positive Denken lehrte oder nicht. Aus meiner Sicht ja und aus der Sicht anderer Buddhisten nicht. Ein Streit ist aber nicht notwendig. Ich erweitere einfach den Buddhismus um die Erkenntnisse der modernen Wissenschaft wie zum Beispiel der Glücksforschung und der positiven Psychologie. Die Lehre Buddhas wurde bereits in der Vergangenheit vielfach erweitert, im Zen um den Taoismus, in Tibet um den tantrischen Yoga und in Indien auch um den Amitabha-Weg. Jede Religion hat das Recht sich weiter zu entwickeln. Ich habe immer betont, dass ich für einen undogmatischen westlichen Buddhismus eintrete.

Das Mantra, die Essenz des positiven Denkens

Wikipedia: „Mantra (Sanskrit: ‚Spruch, Lied) bezeichnet eine heilige Silbe, ein heiliges Wort oder einen heiligen Vers. Diese sind „Klangkörper“ einer spirituellen Kraft, die sich durch meist repetitives Rezitieren im Diesseits manifestieren soll. Diese Wiederholungen des Mantras oder des Namens einer Gottheit werden manchmal auch Japa oder Nama-Japa genannt. Mantren können entweder sprechend, flüsternd, singend oder in Gedanken rezitiert werden. Sie können auch aufgeschrieben (Likhita-Japa) werden. Im Hinduismus, im Buddhismus und im Yoga ist das Rezitieren von Mantren während der Meditation sowie im Gebet üblich. Im Buddhismus werden heilige Sätze oder Silben als Mantren angewendet. Im Vajrayana-Buddhismus (tibetische Tradition und japanisches Shingon) sind Mantren so bedeutsam, dass man diese Tradition verschiedentlich auch Mantrayana (‚Mantra-Fahrzeug‘) nennt. Wie im Hinduismus werden Mantras von qualifizierten Lehrern während einer Einweihung auf die Schüler übertragen.“

Im Buddhismus wird viel mit Mantren gearbeitet. Ein Mantra ist ein positiver Satz oder ein positives Wort (Silbe), das die Kraft hat dich innerlich zu verwandeln. Du kannst mit einem Mantra deine spirituelle Energie erwecken und damit sogar zur Erleuchtung durchbrechen.

Das Geheimnis des Mantras besteht darin, dass mit dem Wort ein bestimmtes Gefühl verbunden ist. Wenn du das Mantra denkst, entsteht dieses Gefühl (die Energie des Mantras) in dir. Wenn du das Mantra öfter wiederholst, kannst du damit negative Gefühle überwinden. Du kannst dich in eine positive Schwingung versetzen. Entscheidend für die Kraft des Mantras ist es, wie stark es mit einem positiven Gefühl verbunden ist.

Wenn du bereits eine Erleuchtungserfahrung hattest, kannst du dich mit einem passenden Wort an diese Erfahrung erinnern und sie wieder aktivieren. Wenn du eine Erfahrung von Glück hattest, kannst du dich mit einem bestimmten Wort oder Satz an diese Erfahrung erinnern. Wenn du in einer Situation inneren Frieden erfahren hast, kannst du dich mit einem Mantra an diese Situation erinnern und das Gefühl wieder aktivieren. Wenn du Kraft in deinem Leben brauchst, dann kann dir ein bestimmter Satz oder ein Wort Kraft geben.

Ich bin ein Anhänger von individuellen Mantren. Jeder sollte selbst herausfinden, welches Wort, welcher Satz oder welches Mantra bei ihm am besten wirkt. Das können Wörter wie Frieden, Liebe, Kraft oder Glück sein. Das können Sätze wie „Ich nehme die Dinge so an, wie sie sind. Ich konzentriere mich auf das Positive in meinem Leben. Ich lebe die Liebe und das Glück. Ich nehme Zuflucht zum Buddha, Dharma, Sangha. Ich bitte alle erleuchteten Meister um Führung und Hilfe auf meinem Weg. Ich erreiche mein Ziel.“ sein.

Das können auch buddhistische, hinduistische oder christliche Mantren sein. In ihnen steckt die Energie (Schwingung) aller Menschen, die diese Mantren verwenden. In ihnen steckt auch die Energie der erleuchteten Meister, die diese Mantren geschaffen haben. Und es kann auch gut sein, ein Mantra direkt von einem erleuchteten Meister zu bekommen. Du solltest spüren, was bei dir gut wirkt.

Für mich wirken bereits die Bücher erleuchteter Meister als Mantra. So komme ich in ihre Energie. Aber ich stärke mich auch durch bestimmte Mantren auf meinem spirituellen Weg. Zum Beispiel durch das Mantra „Om Buddha Amitabha“ oder durch den Satz „Mögen alle Wesen auf der Welt glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“

Bei negativen Gefühlen wie Wut, Angst, Sucht oder Trauer erkunde ich den negativen Gedanken, der hinter diesem Gefühl steckt. Dann überlege ich mir einen hilfreichen positiven Gedanken und denke ihn so lange als Mantra, bis die durch den negativen Gedanken verursachte innere Verspannung aufgelöst ist und ich wieder im Frieden bin. Das ist die Haupttechnik, die der Yoga-Meister Patanjali in seinem Yoga-Sutra empfiehlt.

Sehr wichtig sind Mantren, um mich auf dem spirituellen Weg zu halten und mich immer wieder auf den spirituellen Weg zu besinnen. Ich praktiziere jeden Morgen vor meiner Buddhastatue ein kleines Ritual. Ich entwickele kreativ ein Mantra oder einen positiven Satz, der mir hilft gut durch den Tag zu kommen. Dabei spüre ich, was ich gerade brauche. Ist es Kraft, Liebe, Frieden, Glück oder Weisheit. Ich überlege mir dann einen positiven Satz, der die jeweilige Eigenschaft verstärkt und denke ihn als Mantra. Tagsüber erinnere ich mich an meinen positiven Tagessatz.

Der Weg der Achtsamkeit

Wikipedia: „Achtsamkeit (englisch mindfulness) ist ein Zustand von Geistesgegenwart, in dem ein Mensch hellwach die gegenwärtige Verfasstheit seiner direkten Umwelt, seines Körpers und seines Gemüts erfährt, ohne von Gedankenströmen, Erinnerungen, Phantasien oder starken Emotionen abgelenkt zu sein, ohne darüber nachzudenken oder diese Wahrnehmungen zu bewerten. Historisch betrachtet ist „Achtsamkeit“ vor allem in der buddhistischen Lehre und Meditationspraxis zu finden. Im westlichen Kulturkreis ist das Üben von „Achtsamkeit“ insbesondere durch den Einsatz im Rahmen verschiedener Psychotherapiemethoden bekannt geworden. Der Begriff Achtsamkeit wird außerdem im Rahmen der Care-Ethik für eine Praxis der Zuwendung verwendet.

Eine der in der Forschungsliteratur am häufigsten zitierten Definitionen stammt von Jon Kabat-Zinn. Demnach ist Achtsamkeit eine bestimmte Form der Aufmerksamkeit, die absichtsvoll ist, sich auf den gegenwärtigen Moment bezieht (statt auf die Vergangenheit oder die Zukunft), und nicht wertend ist. Der US-amerikanische klinische Psychologe Daniel Goleman arbeitet mit der Emotionalen Intelligenz, die auf intrapsychischen und empathischen Fähigkeiten basiert: Wahrnehmung der eigenen inneren Zustände, Eigene Emotionen beherrschen, Eigene Emotionen nutzen zum Handeln, Empathie anderen Menschen gegenüber.

Von Chögyam Trungpa wurde dieser Bewusstseinszustand als Panorama-Bewusstheit charakterisiert und bezeichnet. Eine derart auf offene Weite (Bodhidharma) ausgerichtete Achtsamkeitspraxis (oder Achtsamkeitsmeditation) führt deswegen nach und nach zu so „vollständiger“ Aufmerksamkeit, dass traditionell von „rechter“ oder „vollkommener Achtsamkeit“ die Rede ist, ein Zustand hellwacher Geistesgegenwärtigkeit oder Präsenz, „in dem der Geist weit ist wie das Firmament“ – extrem klar, lebendig und transparent.

Achtsamkeit liegt als eine – das menschliche Dasein mit seinem Körper, seinen Gefühlen und seinem Geist betrachtende – meditative Grundpraxis allen buddhistischen Schulen zu Grunde, wird aber insbesondere in der burmesischen Theravada-Tradition überliefert, gelehrt und geübt. Drei Lehrreden des Buddha, das Anapanasati Sutta (über die Achtsamkeit beim Atmen), das Satipatthana Sutta (über die Grundlagen der Achtsamkeit) in der Majjhima Nikaya sowie Digha Nikaya des Suttapitaka, beschreiben die Achtsamkeit und ihre Praxis. Die „vier Grundlegungen der Achtsamkeit“ sind nach dem Satipatthana Sutta

die Achtsamkeit auf den Körper

die Achtsamkeit auf die Gefühle/Empfindungen (Bewertung als wohl, weh oder weder-wohl-noch-weh)

die Achtsamkeit auf den Geist (dessen aktueller Zustand bzw. Veränderungen des Zustands, z. B. abgelenkt, konzentriert, verwirrt)

die Achtsamkeit auf die Geistesobjekte (d. h. alle äußeren und inneren Objekte/Dinge, die im Moment wahrgenommen werden)

Erste wissenschaftliche Studien zum Einsatz von Achtsamkeitsmeditation im Bereich der Psychotherapie wurden ab den späten 1970er Jahren durchgeführt. Einen entscheidenden Einfluss hatte hierbei die Arbeit von Jon Kabat-Zinn, der Achtsamkeitstechniken (inzwischen bekannt als Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion oder MBSR) zunächst bei Patienten mit chronischen Schmerzen einsetzte. Seitdem nahm das Forschungsinteresse an dem Thema stetig zu. Inzwischen wird das Prinzip der Achtsamkeit im Rahmen der Therapie oder Prävention einer Vielzahl verschiedener psychischer und körperlicher Störungen bzw. Probleme eingesetzt.

Kommentar: Achtsamkeit ist eine zentrale Technik auf dem buddhistischen Weg. Letztlich geht es darum im erleuchteten Sein zu verweilen. Das erleuchtete Sein ist ein Zustand des inneren Friedens, des inneren Glücks, der umfassenden Liebe und des Einheitsbewusstseins. Im Yoga spricht man vom Sat-Chid-Ananda. Durch ein Leben in der Ruhe (im anhaftungslosen Sein) verbunden mit einem Einheitsbewusstsein (Gottesbewusstsein, Nirvana, Paradiesbewustsein, Reines Land) entsteht inneres Glück (Ananda, Glückseligkeit, Erleuchtung).

Wie gelangen wir in den Zustand des erleuchteten Seins? Wir müssen achtsam auf unsere Gedanken und Gefühle sein. Wir sollten inneren Stress vermeiden. Wir sollten negative Gedanken entweder einfach nur beobachten und wieder zur Ruhe kommen lassen. Oder wir sollten negative Gedanken durch einen hilfreichen positiven Gedanken überwinden. Es gibt diese beiden grundlegenden Techniken der Gedankenarbeit. Je nach Situation wird uns die eine oder die andere Technik helfen. Der grundlegenden Weg im Buddhismus ist es nicht an äußeren Dingen anzuhaften und leidvolle Situationen nicht abzulehnen. Wir bewahren einen gelassenen, gleichmütigen Geist.

Gleichmut alleine reicht aber für den Zustand des erleuchteten Seins und das damit verbundene innere Glück nicht aus. Wir müssen unseren Geist auch positiv ausrichten. Das geschieht durch die tägliche Zufluchtnahme zu Buddha, Dharma und Sangha. Wir verbinden uns geistig emotional mit Buddha als unserem spirituellen Vorbild und erwecken dadurch die Kundalini-Energie (die Erleuchtungsenergie, die Ruhe und das Glück) in uns. Wir versuchen die Eigenschaften eines Buddhas in uns zu entwickeln. Wir üben Gelassenheit, Weisheit, Selbstdisziplin und umfassende Liebe. Wir entwickeln diese Eigenschaften durch passende Mantren und positive Sätze (Affirmationen).

Zuflucht zum Dharma zu nehmen bedeutet sich auf den spirituellen Weg als Zentrum unseres Leben zu konzentrieren. Sich auf die Sangha zu konzentrieren bedeutet sich mit positiven Menschen zu umgeben. Umgeben wir uns mit positiven Menschen und verhalten uns positiv zu unseren Mitmenschen, wird unser Geist auch positiv (spirituell).

Achtsam auf den Körper sein bedeutet gut für den Körper zu sorgen, sich seines Körpers bewusst zu sein. Der Körper braucht eine gesunde Ernährung, ausreichende Bewegung und viel Ruhe (Meditation). Wenn wir körperlich in der Ruhe leben, wird unser Geist auch ruhig. Äußere Ruhe ist deshalb ein wichtiger Bestandteil des erleuchteten Seins. Das Leben in der äußeren Ruhe (Abgeschiedenheit von den weltlichen Energien) ist nach Buddha ein grundlegender Weg zur Erleuchtung. Wir kommen durch die Ruhe zur Erleuchtung und bewahren durch die Ruhe unsere Erleuchtung.

Die Achtsamkeit auf die äußeren Dinge und unsere Umwelt führt zu einem Einheitsbewusstsein. Chögyam Trungpa nannte es Panorama-Bewusstsein. Bodhidharma sprach von offener Weite. Buddha beschrieb es als vollkommene Achtsamkeit. Wir leben in der erleuchteten Präsenz. Diesen Zustand haben nur wenige von uns erreicht. Aber wir können diesen Zustand üben und uns so innerlich heilen. Achtsamkeit auf den Körper, die Gedanken und die Gefühle wird deshalb in der heutigen Psychotherapie vielfach als Heilungsweg verwendet. Hier verbinden sich Buddhismus und moderne Psychologie. So ist der Buddhismus für viele heutige Menschen sehr hilfreich.

Wie kommen wir zur Erleuchtung?

Was ist wichtiger, das zielstrebige Üben oder das anhaftungslose Sein? Diese Frage stellte ich mir vor vielen Jahren. Sie beschäftigte mich so sehr, dass ich die ganze Nacht sogar beim Träumen darüber nachdachte. Am nächsten Morgen wachte ich auf und wusste die Antwort.

Ich erkannte, dass beide Wege zur Erleuchtung führen. Es kommt auf den einzelnen Menschen und die jeweilige Situation an, was man gerade braucht. In allen großen Religionen gibt es beide Wege. Im Hinduismus wird überwiegend das zielstrebige Üben gelehrt (Swami Sivananda). Wir sollen jeden Tag fleißig Yoga machen, positiv denken und nach einem spirituellen Tagesplan leben. Es gibt aber auch die Vertreter des erleuchteten Seins (Ramana Maharshi, die westliche Satsangbewegung, Eckhart Tolle).

Im tibetischen Buddhismus bevorzugt man das zielstrebige Üben (die Gelbmützen, Gelugpa, die Strengen). Tsongkhapa lehrte den Weg der Disziplin, der jahrzehntelangen Ausbildung und der beständigen geistigen Schulung. Im Zen-Buddhismus betont man eher den Weg des achtsamen Seins und der Meditation. Andererseits ist gibt es hier eine große Disziplin bei der Meditation. Letztlich ist auch Zen ein Weg des zielstrebigen Übens. Man übt allerdings das erleuchtete Sein.

Ein Weg des Seins ist der Amitabha-Buddhismus. Man verbindet sich geistig mit dem Buddha Amitabha, denkt seinen Namen als Mantra und überlässt ihm die Führung des Lebens. Man vertraut auf die andere Kraft (das Wirken des Buddhas) und hält die eigene Anstrengung für einen Weg des Egos.

Der Dalai Lama ist zwar der Chef der Gelbmützen, aber er praktiziert eher einen mittleren Weg. Er verbindet den Weg des zielstrebigen Übens mit einem genussvollen Sein. Und er betet jeden Tag zu seinen erleuchteten Vorbildern (Buddha, Gottheiten-Yoga) und lässt sich durch sie in seinem Leben führen.

Im Christentum gibt es viele Rituale, aber letztlich überlässt man sich wie im Amitabha-Buddhismus dem Willen Gottes. Erleuchtung (Heiligkeit) geschieht vorwiegend aus Gnade. Weil keiner etwas tut, kommt hier auch kaum jemand zur Erleuchtung. Jesus selbst praktizierte den Weg des strengen Übens. Er lehrte es sich aus der Welt zurückzuziehen, wenn man vollkommen (das heißt erleuchtet) werden wolle. Jesus lehrte durch sein Vorbild den Weg der Meditation, der umfassenden Liebe und des beständigen Betens (Mantra-Meditation).

Ich selbst habe für mich den Weg des anhaftungslosen Seins verbunden mit einem zielstrebigen Üben gefunden. Je nach Situation lege ich mal den Schwerpunkt auf die eine oder die andere Seite. Die meisten Menschen brauchen aus meiner Sicht den Weg des zielstrebigen Übens. Aber letztlich rettet uns aus meiner Sicht nur eins. Wir brauchen einen erleuchteten Meister.

Die Übung des In-sich-Hineinschauens

Ohashi war ein schöne Frau. Sie lebte vor einigen hundert Jahren in Japan. Ihr Vater war sehr reich gewesen. Aber aller Reichtum war vergangen. Ohashi musste eine Arbeit tun, die ihr nicht gefiel. Sie war sehr traurig. Sie litt am Leben. Eines Tages traf sie einen Zenmeister. Er riet ihr sich selbst zu erforschen. Sie sollte über sich und das Leben nachdenken. Sie sollte in sich hineinspüren und genau ihre Gefühle und Gedanken beobachten. Der Meister erklärte ihr: „Wenn du das auf eine ernsthafte Weise tust und nicht aufgibst, dann wirst du dich selbst erkennen. Du wirst die in dir wohnende Buddha-Natur erkennen. Du wirst den tieferen Sinn des Lebens erkennen. Du wirst in der Einheit der Natur leben und inneren Frieden und Glück erfahren. Du wirst dem Elend der Welt entkommen.“

Ohashi begann mit der Übung des In-sich-Hineinschauens. Egal was sie tat und wo sie war, sie konzentrierte sich ohne Unterbrechung auf ihr Inneres. Sie ruhte in sich selbst. Eines Nachts gab es ein furchtbares Gewitter. Ohashi hatte große Angst vor Gewittern. Aber sie erinnerte sich an ihre Übung der Selbstbeobachtung. Sie setzte sich in ihren Meditations-Sitz, überwand ihre Furcht und konzentrierte sich auf ihr Bewusstsein. Sie wurde immer ruhiger. Plötzlich schlug ein Blitz direkt in ihr Fenster ein. Die Druckwelle warf Ohashi auf den Boden. Als sie wieder aufwachte, war eine unbeschreibliche Freude in ihr. Und es gab kein Ego mehr. Den Rest ihres Lebens verbrachte sie damit ihre Einsicht zu vertiefen.

(Aus Thomas Cleary, Zen-Geschichten)

Die Essenz des tibetischen Buddhismus

Ich praktiziere Techniken aus allen buddhistischen Wegen, aber mein Hauptweg ist der tibetische Buddhismus. Aus meiner Sicht ist der tibetische Buddhismus ein geniales spirituelles System, welches die besten Techniken aus allen Religionen in sich vereinigt. In der Essenz besteht der tibetische Buddhismus aus dem indischen Kundalini-Yoga, der buddhistischen Meditation und der christlichen Lehre der umfassenden Liebe. Der tibetische Buddhismus ist also ein Mischsystem aus vielen Religionen. Er beruht auf der ursprünglichen Lehre Buddhas. Das ist die Basis. Diese Basis wird ergänzt durch viele tantrische Techniken (Körperübungen, Kundalini-Yoga, Gottheiten-Yoga, Guru-Yoga), die etwa tausend Jahre nach Buddha in Indien entwickelt wurden. Hinzu kommt dann noch der Weg der umfassenden Liebe aus dem Mahayana-Buddhismus. Hier finden wir Anklänge zum Christentum und zur Bhagavad-Gita (Krishna). Krishna war der erste erleuchtete Meister (Avatar), der den Weg der umfassenden Liebe lehrte. Er hat aus meiner Sicht den Mahayana-Weg und die Lehre von Jesus inspiriert.

Religionen dürfen sich weiter entwickeln. Der tibetische Buddhismus ist eine Weiterentwicklung des Buddhismus, die im 8. Jahrhundert von dem indischen Yogi Padmasambhava nach Tibet gebracht wurde. Diese Weiterentwicklung wurde dann im Laufe der Zeit immer weiter an die ursprüngliche tibetische Kultur angepasst. Das war damals für Tibet richtig. Allerdings ist es aus meiner Sicht jetzt notwendig, den tibetischen Buddhismus an die westliche Kultur anzupassen, damit er im Westen erfolgreich sein kann. Dafür müssen wir uns auf die Essenz konzentrieren und einige tibetische Besonderheiten überarbeiten. Das betrifft vor allem die tibetische Form des Guru-Yoga mit seiner extremen Verehrung der Lamas.

Für mich ist der tibetische Buddhismus ein passendes spirituelles System. Ich komme ursprünglich vom indischen Yoga (Hatha-Yoga). Ich habe achtzehn Jahre als Yogalehrer gearbeitet und wurde in der Tradition von Swami Sivananda ausgebildet. Ich war allerdings schon immer sehr undogmatisch und habe genau gespürt, was zu mir passt und was bei mir gut funktioniert. Ich bin schon immer meinen eigenen undogmatischen Weg gegangen. Ich bin schon immer im Schwerpunkt meiner eigenen Weisheit gefolgt. Und das rate ich auch allen meinen Anhängern.

Ich hatte verschiedene Phasen auf meinem spirituellen Weg. Ich hatte eine philosophische Phase, wo ich meinen Weg der Weisheit gesucht habe. Ich fand ihn dann bei dem griechischen Philosophen Epikur mit seiner Lehre vom inneren Glück. Das führte mich dann zur Glücksforschung und zur positiven Psychologie. Danach hatte ich eine Phase, wo ich mich streng an die ursprüngliche Lehre Buddhas gehalten und seine Schriften gelesen habe. Ich machte eine Ausbildung als Yogalehrer und beschäftigte mich mit dem Tantrismus. Ich war begeistert vom christlichen Weg der umfassenden Liebe. Ich lernte bei vielen Gurus aus unterschiedlichen Religionen. Zu diesen Gurus gehört auch der Dalai Lama, der mich 1991 in den tibetischen Gottheiten-Yoga und 1998 in den Bodhisattva-Weg einweihte.

Wie sieht mein Weg des tibetischen Buddhismus aus? Ich aktiviere jeden Tag durch Visualisierungen, Mantren und Atemtechniken meine Glücks-Energie. Dadurch komme ich schnell zum inneren Frieden und ins Glück. Ich praktiziere das beim Spazierengehen und zu Beginn jeder Meditation. Ich verbinde mich jeden Tag mit meinen erleuchteten Meistern und lasse mich von ihnen auf meinem spirituellen Weg führen. Und ich sende jeden Tag allen Wesen Licht und arbeite auf meine Art für eine glückliche Welt.

Essentiell ist für mich der Vorbild-Yoga (Gottheiten-Yoga). Ich suche mir jeden Tag ein Vorbild, dass mich inspiriert, bringe mich durch eine Visualisierung und ein Mantra in seine Energie und bekomme daraus Kraft für meinen spirituellen Weg. Ich visualisiere mich als Buddha der Ruhe (Buddha Shakyamuni) und komme so in die Ruhe. Ich visualisiere mich als Buddha der Kraft (Vajrasattva, innere Reinigung) und aktiviere damit meine Glücksenergie. Ich visualisiere mich als Buddha der Liebe (Amitabha) und komme so in die umfassende Liebe. Ich verbinde mich mit meinen erleuchteten Meistern und kann mich so vertrauensvoll dem Leben überlassen.

Zen und Kundalini-Yoga

Als Hakuin den Zen-Weg entdeckte, war er sehr begeistert. Er wollte schnell das Ziel der Erleuchtung erreichen. Er strengte sich sehr an und meditierte Tag und Nacht. Aber er überforderte seinen Körper und seinen Geist. Nach einem Monat bekam er Angstzustände, Halluzinationen und Fieber. In seinen Ohren war ein ständiges Sausen, sein Herz schmerzte, er hatte Atembeschwerden und seine Füße wurden kalt.

Hakuin ging zu einem Arzt. Der Arzt gab ihm viele Pillen, die aber letztlich nichts nützten. Hakuin war verzweifelt. Wie sollte er seine Krankheit überwinden? Seine Krankheit hinderte ihn daran, weiterhin intensiv zu meditieren. Für den Weg der Erleuchtung ist ein gesunder Körper und ein gesunder Geist sehr hilfreich. Hakuin wünschte sich seine Gesundheit zurück.

Da hörte er von einem alten Eremiten, der in einer Höhle in den Bergen lebte. Dieser alte Mann sei aber schwer zu finden. Er sei sehr menschenscheu. Wenn sich ihm Besucher näherten, neigte er dazu zu flüchten. Aber er sollte über besondere Fähigkeiten verfügen und schon viele Menschen geheilt haben.

Hakuin machte sich sofort auf den Weg. Er drang immer tiefer in die Berge vor, fragte die Holzfäller nach dem Weg, kämpfte sich durch den Schnee, kletterte steile Felswände empor und erreichte tatsächlich nach einiger Zeit die Höhle des Einsiedlers.

In der Mitte der Höhle saß der Eremit und meditierte. Er schien schon sehr alt zu sein, aber er strahlte eine Energie von Reinheit und Heiligkeit aus. Hakuin hatte sofort Vertrauen zu ihm und erzählte ihm von seinem Leid. Der Eremit hieß Hakuyushi. Hakuyushi war sofort klar, woran Hakuin litt. Er stellte fest: „Du hast zu streng meditiert. Dadurch hast du deinen Körper und deine Psyche ruiniert. Ich fürchte, dass dich niemand mit den normalen Mitteln heilen kann.“

Hakuin fragte, was ihm helfen könnte. Da gab ihm der Alte den Kundalini-Yoga. Er schenkte ihm eine Kundalini-Meditation, mit der sich Hakuin innerhalb eines Monats von den meisten Beschwerden heilen konnte. Insgesamt brauchte er zu seiner Heilung drei Jahre. Und er wurde nicht nur geheilt. Viele Male erlebte er wunderbare Zustände der Glückseligkeit und gewann tiefe Einsichten. Er verband die Zen-Meditation mit dem Weg des Kundalini-Yoga und brach so zur Erleuchtung durch. Und er blieb sein Leben lang körperlich gesund und innerlich stark.

Kurz zusammengefasst praktizierte Hakuin folgende Kundalini-Meditation: „Stelle dir auf deinem Kopf einen Klumpen köstlicher weicher Butter vor. Die Butter kühlt deinen Kopf und fließt dann langsam über die Schultern, deine Wirbelsäule, deinen Brustkorb, deinen Bauch und dein Becken bis zu Füßen herab. Dann sammelt sich die heilende Flüssigkeit und strömt in deinen Kopf, deinen Brustkorb, deinen Bauch und deine Beine hinein. Dein Kopf wird klar, die Stauung in der Lunge löst sich, deine Bauchprobleme heilen und du spürst Kraft in deinen Beinen und Füßen. Verweile bei deinem inneren Glück und im Laufe der Zeit wirst du von innen her erleuchtet werden. Du wirst Licht, Frieden und Glück ausstrahlen.“

Der Eremit erklärte Hakuin, dass er mit dieser Methode schon viele Krankheiten geheilt hat. Manchmal gibt es kurz nach dem Beginn eine Verschlechterung der Symptome. Es treten Hitzewallungen, Muskelzuckungen und negative Gedanken auf. Das sind Zeichen der Lösung von Energieblockaden. Das geht aber nach einiger Zeit normalerweise vorbei. Der Gewinn ist langfristig unermeßlich. Es ist gut auf dem Weg des Kundalini-Yoga einen erleuchteten Meister zu haben, der einen auf dem Weg führt und bei Krisen hilft. Man kann zu Buddha, Padmasambhava, Amitabha oder dem Dalai Lama beten. Und sich mit seiner inneren Weisheit verbinden und von innen heraus spüren, was einem gut tut. Im Zweifel sollte man den Kundalini-Yoga sanft praktizieren.

(Aus Thomas Cleary, Zen-Geschichten).

Frage: Also meines Erachtens hat Kundalini mit Buddhismus, geschweige denn mit Zen überhaupt nichts zu tun. Ich glaube da ist etwas verwechselt worden.

Nils: Das ist eben der große Irrtum. Deshalb schreibe ich diese Originalgeschichte. Man kann nur Zen praktizieren. Aber man kann es auch gut mit dem Kundalini-Yoga verbinden (siehe Hakuin oder den tibetischen Buddhismus). Oder mit dem Amitabha-Weg, der auch eine Form des Kundalini-Yoga ist.

Frager: Hakuin kam über die Koan-Methode zum Erwachen und nicht über „Kundalini“ ! Hakuin schrieb sehr anschaulich über seine Zenkrankheit, aber mit Kundalini-Yoga hat die Heilmethode von Hakuya für Hakuin nun wirklich nichts zu tun !

Nils: Wir sollten nicht an den Begriffen haften. Es kommt auf den Inhalt an. Und ich behaupte, dass tibetischer Gottheiten-Yoga eine Form des Kundalini-Yoga ist. Es geht um die Erweckung und die Arbeit mit inneren Energien. Das ist das Zentrum des Kundalini-Yoga. Es gibt viele Formen des Kundalini-Yoga. Der Weg von Hakuin ist einer davon. Und natürlich hat er zur Erleuchtung beigetragen. Das bestätigt die Geschichte. Die Übungen des Lu Jong sind Körperbewegungen, welche vor über 8000 Jahren in Tibet entstanden sind. Die Lu Jong Praxis stammt aus der Tantrayana- und Böntradition und basiert auf der tibetischen Medizin. Es ist die tibetische Form des indischen Hatha-Yoga, verbunden mit dem chinesischen Tai Chi.

Wikipedia: „Zen-Buddhismus oder Zen ist eine in China ab etwa dem 5. Jahrhundert entstandene Strömung bzw. Linie des Mahayana-Buddhismus, die wesentlich vom Daoismus beeinflusst wurde. Die Praxis besteht zum einen aus Zazen (von jap.: Za- [sitzen]; Zen- [Versenkung]), dem Sitzen in Versunkenheit auf einem Kissen. In der äußeren Haltung sind dabei die Beine ineinander geschlagen wie beim Lotussitz im Yoga. Der Rücken ist gerade, aber vollkommen entspannt, und die Hände sind entspannt ineinander gelegt, wobei sich die Daumenspitzen leicht berühren. Die Augen bleiben halb geöffnet, der Blick bleibt entspannt ohne Umherschweifen zum Boden gesenkt. Für Anfänger werden auch einfachere Sitzweisen empfohlen, etwa der halbe Lotossitz (Hanka-Fuza), der sogenannte Burmesische Sitz oder der Fersensitz (Seiza). „Wenn unser Geist die Ruhe findet, verschwindet er von selbst.“ – Meister Sengcan (Sōsan): Xinxinming

Hakuin Ekaku (auch Hakuin Zenji; * 1686; † 1769) gilt als der Vater der modernen Rinzai-shū (einer Richtung des Zen-Buddhismus). Hakuin schloss sich im Alter von 15 Jahren in seinem Heimatdorf dem Tempel Shōin-ji an. Später führte er das Leben eines wandernden Mönches. Seine erste Erfahrung mit einer Erleuchtung machte er mit 24 Jahren, kurz bevor er Schüler von Shōju Rōjin (1642–1721) wurde. 1716 kehrte er zum Shōin-ji zurück, wo er begann, eine immer größer werdende Schar von Schülern zu unterrichten. Er befasste sich mit der „Zen-Krankheit“ und entwickelte eine Methode zu ihrer Heilung.“

Zen und Selbstdisziplin

Itachi war ein Samurai (japanischer Ritter) im Dienste eines Feudalherren. Als er offen eine kritische Meinung äußerte, wurde er für dreizehn Jahre in eine Gefängniszelle gesperrt. Aus Langeweile las er die buddhistischen Schriften und begann zu meditieren. So kam er in Kontakt mit dem Buddhismus.

Als er später im Alter von 60ig Jahren begnadigt wurde, besuchte er den Zenmeister Ekkei. Itachi wünschte sich eine Vertiefung seines spirituellen Wissens. Aber Ekkei schlug ihn nur kräftig mit seinem Stock. Itachi war wütend. Wie konnte Ekkei es wagen einen Samurei zu schlagen. Er ging zu einem anderen Zenmeister und beklagte sich lauthals über Ekkei. Doch der Zenmeister lächelte nur und erklärte ihm, dass das Schlagen mit einem Stock zum Zen dazugehört. So bleiben die Zenschüler wach.

Itachi ging weiter seinen Weg der Meditation, aber lieber allein. Er hatte keine Lust geschlagen zu werden. Aber irgendwie motivierte ihn der Schlag drei Tage und drei Nächte intensiv zu meditieren. Dadurch erreichte er einen großen spirituellen Durchbruch. Später erklärte Itachi: „Wenn ich mich noch stärker hätte schlagen lassen, hätte ich einen noch größeren Durchbruch erzielt.“

Nils: Ich bin kein Fan von Schlägen im Zen. Aber große Selbstdisziplin kann oft zu einem Durchbruch zur Erleuchtung führen. Buddha ist zuerst einige Jahre den Weg der großen Selbstdisziplin und dann nach seinem Erwachen einen gemäßigten mittleren Weg gegangen. Auch ich habe fünfzehn Jahre mit großer Selbstdisziplin meditiert und bin danach fünfzehn Jahre einen mittleren Weg gegangen. Jetzt bin ich allerdings nur noch ein alter Nichtsnutz, der seine Zeit mit gemütlichen Spaziergängen und dem Surfen im Internet verbringt. Das Einzige, was mich auf Trab bringt, ist meine Freundin.

Wikipedia: „Satori ist die Erkenntnis vom universellen Wesen des Daseins, das auch als Urgrund oder Buddha-Natur bezeichnet wird. Es ist das Hauptmotiv des Zen-Buddhismus und kann nur durch persönliche Erfahrung verstanden werden. Auch wenn Satori der heute vorherrschenden Lehrmeinung zufolge blitzartig und unerwartet auftritt, geht dem Satoriereignis im Allgemeinen eine jahrelange Vorbereitungspraxis, zumeist durch Zazen, voraus. Allerdings werden bis heute oft unterschiedliche Stufen der Erleuchtung konstatiert. Menschen, die Satori erleben, sprechen von einem positiven „Gefühl der Leere“, von einem „unbedingten Glück“ und ähnlichen ganzheitlichen Erfahrungen. Satori wird zwar oft als vorübergehender Zustand beschrieben, im Pali-Kanon jedoch als Grundzustand angegeben, der lediglich durch „Trübungen des Geistes“ (Kilesa) verdunkelt wird.“

Zenmeister Ummon

Im Alter von vierzehn Jahren begann Ummon spirituelle Bücher zu lesen. Doch im Alter von zweiundzwanzig Jahren warf er seine Bücher weg und widmete sich der Zen-Meditation. Zwei Jahre meditierte er jeden Tag viele Stunden. Als er eines Tages im Wald spazieren ging, hatte er das Gefühl, dass die ganze Welt sich auflöst und zusammenstürzt. Auch sein Ich-Bewusstsein verschwand und er erwachte in ein Einheitsbewusstsein. 

Ummon gelangte in einen Zustand von Frieden und Glück. Aber damit war er nicht zufrieden. Er praktizierte zwei weitere Jahre die Zen-Meditation, in der man alle Gedanken kommen und gehen läßt, wie sie wollen. Dann erreichte er den Zustand der Gedankenruhe. Jetzt war sein Geist vollkommen frei. Er war der Herrscher über seine Gefühle. Er konnte bestimmen, welche Gefühle er haben wollte und welche nicht. So konnte er dauerhaft im inneren Glück verweilen. 

Als er starb, gab er seinen Schülern Regeln: 1. Durchscheide alle Gedankenknoten. 2. Lass den Körper und den Geist los. Überwinde Geburt und Tod. 4. Gehe über das Absolute (das Nirwana) hinaus und schaffe dir ein individuelles Leben.  4. Gehe deinen Weg weiter mit Selbstdisziplin und gibt dadurch deinem Weisheitsleben Dauer. 

Wir können diese vier Grundsätze so verstehen, dass wir dann zum inneren Frieden kommen, wenn wir alle Gedankenimpulse überwinden. Wir sollten unser Ego, unsere Anhaftung an unseren Körper, unseren Geist, unsere Anhaftung an die Freude und das Leid loslassen. Wir sollten auch nicht an der Leerheit des Nirwana anhaften, sondern darüber hinausgehen und auf unsere Art ein Leben der Erleuchtung und der Liebe führen. Wir sollten in der Ruhe leben und trotzdem aktiv bleiben. Wenn wir beständig mit Selbstdisziplin unseren spirituellen Weg gehen, dann wachsen wir immer weiter ins Licht, im Frieden und in der Liebe.

Wikipedia: Yunmén (862 – 949; im Englischen auch bekannt als „Unmon“), war ein chinesischer Zen-Meister. Er gründete die Yunmen-Schule, eine der fünf Hauptschulen des chinesischen Zen. Yunmen war bekannt für seine kraftvolle und direkte, aber subtile Lehre, die oft durch plötzliche Schreie und Schläge mit einem Stab ausgedrückt wurde. Seine wichtigste Aussage war: „Kommen und Gehen ist ewig. Man sollte ständig auf dem Weg sein!“ 

Worte des Zen-Meisters Sengcan

(Xinxinming, Auszüge)

„Nicht schwierig ist der erhabene Weg, wenn du nur aufhörst zu wählen. Alles ist klar ersichtlich, wenn Zu- und Abneigung fortfallen. Triff die kleinste Unterscheidung, und Himmel und Erde sind unendlich weit getrennt. Wünscht du die Wahrheit zu erfahren, beziehe weder für noch gegen etwas Position. Der Geist verliert seinen Frieden, sobald du Vorlieben hast. Nur weil wir Dinge bevorzugen und abweisen, können wir sie nicht so sehen wie sie sind.

Bleibe gelassen im Einen, und alle Verwirrung verschwindet von selbst. Sinnfindung geschieht in der Rückkehr zum Ursprung. Niemals gelingt dir das, solange du Erscheinungen nachjagst. Wenn der Geist ungetrübt auf dem Weg bleibt, sind die zehntausend Dinge ohne Makel. Sie hören dann auf in der alten Weise zu existieren.

Auf dem großen Weg zu gehen ist weder leicht noch schwer. Lass los und die Dinge erlangen ihr Sosein. Bleibe im Hier und Jetzt und es gibt kein Kommen und Gehen. Gehorche deiner eigenen Natur, und du wirst frei und ungehindert deines Weges gehen.

Willst du den Einen Weg gehen, verachte nicht die Welt der Sinne und Ideen. Nur wer sie vollständig annimmt, ist eins mit der wahren Erleuchtung.

Versteht man das Rätsel des Soseins, ist man von allen Verstrickungen befreit. Siehst du alle Dinge als gleich an, wird die zeitlose Erleuchtung erreicht. Der Geist, der im Einklang mit sich selbst ist, überwindet jedes selbstsüchtige Streben.

Alles offenbart sich als leer und selbstleuchtend ohne jede Mühe des Geistes. In allumfassender Leere liegt das Universum vor deinen Augen. Das Kleinste ist dem Größten gleich. Die Grenzen sind verschwunden. Das Eine ist alles. Das All ist eins. Erkennst du dies, so brauchst du keine Unvollkommenheit zu fürchten.“

Das Paradies-Bewusstsein

Es gibt verschiedene Wege zur Erleuchtung. Es gibt den Weg des inneren Glücks. Wir erwecken durch bestimmte spirituelle Techniken wie Kundalini-Yoga, Meditation und Gedankenarbeit unser inneres Glück. Wir visualisieren uns als Buddha und werden ein Buddha.

Neben dem Weg des inneren Glücks gibt es auch den Weg der positiven Visualisierung der äußeren Welt. Das hängt damit zusammen, dass eine bestimmte Vorstellung und Erfahrung der äußeren Welt auf unser Inneres wirkt. Des Weiteren bildet die äußere Welt das Gottes-Chakra, ein Mandala, bei dessen Aktivierung starke Energien in uns fließen können.

Im tibetischen Buddhismus visualisieren wir den Kosmos als Sternenhimmel. Im indischen Yoga sehen wir alles was uns umgibt als Gott. Wir überlassen uns dann dem Willen Gottes (des Lebens). Wir können uns auch einfach auf die uns umgebende Natur konzentrieren und uns als Teil des Lebens begreifen. Alles wird uns innerlich entspannen. Es wird uns auf eine geheimnisvolle Weise glücklich machen, wie die Betrachtung der Natur, einer schönen Landschaft oder sogar einer Blume. Die kürzeste Rede Buddhas bestand darin, dass er eine Blume hochhob. Kassapa verstand als einziger den Sinn dieser Geste.

Eine wichtige spirituelle Technik ist das Paradies-Bewusstsein. Wir visualisieren unsere äußere Welt als Paradies. Wir integrieren alles Leid und konzentrieren uns auf das Wesentliche. Das Wesentliche ist das Erleuchtungsbewusstsein. In der Erleuchtung erfahren wir unsere äußere Welt als Paradies. Alles ist richtig so wie es ist. Alles ist gut so. Alles strahlt aus sich selbst heraus.

Wir können deshalb inneren Frieden, Glück und Erleuchtung erfahren, wenn es uns gelingt ein Paradies-Bewusstsein zu entwickeln. Ein erster Schritt ist das positive Denken. Wir konzentrieren uns auf das Positive in unserem Leben. Wir begreifen unser Leben als im Wesentlichen glücklich. Wenn wir dann noch das Leid integrieren, der Glückserfahrung unterordnen können, können wir zu einem Paradies-Bewusstsein kommen.

Im Buddhismus gibt es dafür die Reine-Land-Technik. Teilweise wird auch mit dem Begriff Paradies gearbeitet. Wir visualisieren die uns umgebende Welt als grundlegend glücklich. Sie ist deshalb grundlegend glücklich, weil wir in jeder Welt spirituell praktizieren können. Jedes Leben gibt uns damit die Chance zur Erleuchtung zu kommen. Gerade Leid ist oft der schnellste und stärkste Weg zur Erleuchtung. Wir nehmen das Leid auf einer tiefen Ebene an, opfern unser Ego und sind im inneren Frieden.

Es ist nicht leicht die äußere Welt als Paradies zu erkennen. Wir brauchen dazu eine starke Vorstellungskraft. Wir sollten gut visualisieren können. Viele Menschen können das, wenn sie eine schöne Landschaft betrachten.

Des Weiteren brauchen wir die vier Eigenschaften Weisheit, Frieden, Liebe und Kraft. Unsere Weisheit lässt uns das Wesentliche im Leben erkennen. Wenn wir uns dem Willen des Lebens unterordnen, erlangen wir inneren Frieden. Wenn wir uns auf das Positive konzentrieren, entsteht inneres Glück. Wenn wir allen Wesen Gutes wünschen, kommen wir in die umfassende Liebe. Unser Herz-Chakra öffnet sich. Wenn wir mit Selbstdisziplin unseren spirituellen Weg gehen, auf unsere Gedanken achten und meditieren, entsteht Kraft in uns. Wir brechen zum Paradies-Bewusstsein durch.

Im Christentum stehen vor dem Paradies die vier Cherubim Löwe (Kraft), Adler (Weisheit), Stier (Egoopferung) und Engel (Liebe). Wenn wir diese vier Eigenschaften üben, öffnet sich für uns die Tür zum Paradies (Paradies-Bewusstsein). Im Buddhismus gibt es die fünf Meditations-Buddhas. Wenn wir auf ihre Eigenschaften meditieren, können wir in ihr Reines Land eintreten. Die fünfte Meditation ist dann die Meditation auf das Reine Land selbst. Wir visualisieren unsere Umwelt als schöne Landschaft aus Tempeln, Bäumen, Flüssen und Tieren, lichtdurchflutet.

Die Hauptparadies-Praxis der meisten Buddhisten ist der Amitabha-Buddhismus. Sie stellen sich vor, dass sie nach ihrem Tod in das Paradies von Buddha Amitabha kommen, wenn sie jeden Tag den Namen Amitabhas als Mantra denken. Wenn die Praxis tiefgehend ist, verwandeln wir uns schon während unseres Lebens in den Buddha Amitabha und erfahren unsere Welt als das Reine Land Amitabha (Sukhavati, das Glücksland).

Da die meisten Buddhisten nicht genug Zeit und Kraft für einen intensiven spirituellen Weg haben, genügt im Amitabha-Buddhismus eine kleine tägliche Praxis. Wir müssen uns nur einmal am Tag mit Amitabha verbinden und uns bemühen als guter Mensch zu leben. Auch das wird uns spirituell verwandeln. Wir häufen gutes Karma an und gelangen bereits in diesem Leben, nach dem Tod oder in unserem nächsten Leben in eine glückliche Lebenssituation, die es uns ermöglich so lange spirituell zu wachsen, bis wir das Ziel der Erleuchtung erreicht haben.

Spiritwiki: „Reine Länder sind sog. himmlische Gebiete, die im Hinduismus als Götterlokas bekannt sind (Shivaloka,Brahmaloka, Krishnas Goloka bzw. Vaikuntha). Ein buddhistisches reines Land (auch Buddhafeld) ist zumeist eine Region im Kraftbereich der Trikaya, in dem die Einflüsse von Maya entfallen. Der Begriff Reines Land entstammt dem chinesischen Buddhismus, findet sich aber auch im tibetischen Bön und im Taoismus. In bestimmten Mandalas symbolisiert das Zentrum des Mandala ein reines Land. Das Dreieck ist die erste Urform, die Vajrayogini gehört zum Dharmakaya.“

Wikipedia: „Reines Land (auch Buddhafeld) ist vor allem im Amitabha-Buddhismus (auch: Reines-Land-Buddhismus) die Vorstellung eines nicht-samsarischen Daseinsbereiches, in dem alle Bedingungen zur spirituellen Praxis für die Erlangung der Buddhaschaft als günstig angesehen werden und große spirituelle Verdienste angehäuft werden können.

Das Paradies ist nach jüdischer und daraus abgeleitet christlicher und islamischer Vorstellung der Ort, wo die Menschen zu Anfang ihrer Existenz gelebt haben, bis sie wegen ihres Sündenfalls daraus verbannt wurden. Etymologisch kommt das Wort aus der altiranischen awestischen Sprache; pairi daēza steht für eine eingezäunte Fläche. Die alternative Bezeichnung ist ‚Garten Eden‘. Eine ähnliche Vorstellung gab es auch in der griechischen Mythologie unter der Bezeichnung Elysion.

Außer dem rückwärts gewandten gibt es insbesondere in Christentum und Islam auch ein vorwärts gewandtes Bild vom Paradies, nämlich als das Himmelreich, in das die Gottgefälligen nach dem Tode kommen werden; vgl. Jesu Worte an den einsichtigen Mitgekreuzigten: „Heute wirst du mit mir im Paradiese sein.“ (Lukas 23,43 EU). Der Islam hat diese Vorstellung stärker differenziert, darin ist das Paradies, die höchste Stufe des insgesamt als Dschanna („Garten“) bezeichneten Himmelreichs.

In der Bibel sind Cherubim Engel von hohem Rang. Zum ersten Mal tauchen sie in der Genesis auf, wo sie nach dem Sündenfall und der Vertreibung von Adam und Eva aus dem Garten Eden von Gott als Wächter vor dessen Zugang aufgestellt werden: „Er vertrieb den Menschen und stellte östlich des Gartens von Eden die Cherubim auf und das lodernde Flammenschwert, damit sie den Weg zum Baum des Lebens bewachten.“

Zu Beginn des Buches Ezechiel (1,5–11 EU) werden nicht näher bezeichnete „Lebewesen“ beschrieben, die in Kapitel 10 EU als Cherubim identifiziert werden. Sie werden dargestellt als begrenzt menschenähnliche Wesen mit Flügeln, die einen himmlischen Wagen (Merkaba) begleiten, auf dem Gott thront: „Mitten darin erschien etwas wie vier Lebewesen. Und ihre Gesichter sahen so aus: Ein Menschengesicht (blickte bei allen vier nach vorn), ein Löwengesicht bei allen vier nach rechts, ein Stiergesicht bei allen vier nach links und ein Adlergesicht bei allen vier (nach hinten).“

Frage: Reines Land (alles ist richtig, wie es ist) klingt ja auch interessant. Kannst du darüber mal mehr berichten bitte? Ich versuche auch alles anzunehmen, wie es eben ist und das beste draus zu machen.

Nils: Es ist ein Übungsweg. Im ersten Schritt versuchen wir die Dinge anzunehmen wie sie sind. Im zweiten Schritt machen wir das beste daraus. Im dritten Schritt erkennen wir alles als richtig so wie es ist. Das nähert sich schon der Erleuchtungssicht. Dazu müssen wir unser Ego schon weitgehend loslassen. Und dadurch entwickelt sich umfassender Frieden in uns. Im vierten Schritt erkennen wir unsere Welt als Paradies. Alles ist gut so wie es ist. Das ist noch eine größere Herausforderung. Wir konzentrieren uns auf das Positive. Dann entsteht umfassendes inneres Glück. Im fünften Schritt übersteigen wir alle Konzepte und gelangen ins Nirvana (Leere/Einheit, egolose Sicht).

Lebe im Reinen Land deines Geistes

Eines Tages hörte sich eine Frau einen Vortrag des Zen-Meisters Hakuin an. Hakuin sprach vom Weg des Reinen Landes. Dabei stellt man sich seine Welt als ein reines Land vor. Alles ist richtig so wie es ist. Alles ist gut so wie es. Hakuin meinte: „Visualisiere deine Welt als ein Paradies. Sieh dich als einen Buddha im Paradies. Wenn du eine reine Weltsicht entwickelst, wirst du das Licht in der Welt sehen.“

Die Reine Land Sicht ist eine Technik des Amitabha-Buddhismus. Durch sie können wir unsere Kundalini-Energie erwecken und zur Erleuchtung gelangen. Diese Technik besteht aus drei Schritten. Im ersten Schritt visualisieren wir unsere Welt als Paradies. Wir finden einen Gedanken, der uns hilft das Positive in unserer Welt zu sehen. Wir konzentrieren uns auf das Positive. Wir sind dankbar für das, was uns das Leben geschenkt hat. Wir erkennen, dass unser Leben und unsere Welt grundsätzlich gut so sind wie sie sind.

Wir zählen so viele positive Dinge auf, bis unser Geist in ein positives Bewusstsein kommt. Wir visualisieren uns in einer schönen Umgebung. Wir sehen uns in der Natur, an einem schönen Urlaubsort, glücklich zusammen mit unseren Lieben. Wir entwickeln kreativ eine Paradiesvorstellung von unserem Leben. Im Amitabha-Buddhismus stellt man sich das Paradies als einen schönen Ort voller Blumen, Bäume, Vögel, Wasserquellen und Licht vor. Wenn wir diese Meditation lange und intensiv genug praktizieren, verändert sich unser Geist zum Positiven. Wir spüren Glück, Liebe und Frieden in uns.

Der zweite Schritt besteht daran, dass wir uns als Buddha visualisieren. Wir erzeugen eine positive Sicht von uns selbst. Wir konzentrieren uns auf unsere positiven Eigenschaften. Wir erkennen, dass wir grundsätzlich gut und richtig sind wie wir sind. Kritik an uns ist in dieser Stufe der Meditation nicht erlaubt. Wir erwecken unsere Buddha-Natur, indem wir uns als Buddha, als Göttin, als wertvollen (liebenswerten) Menschen betrachten. Wir zählen so viele positive Eigenschaften auf, bis wir uns positiv sehen können. Selbst wenn wir nichts finden, so sind wir doch immerhin ein Mensch, der den spirituellen Weg geht. Das allein genügt um uns positiv zu sehen.

Und wir sind nicht nur ein Mensch auf dem spirituellen Weg, wir sind auch ein guter Mensch, ein Bodhisattva, ein Mensch voller Liebe. Im dritten Schritt sehen wir uns als einen Buddha der Liebe, bewegen segnend eine Hand, senden allen Freunden Licht und denken: „Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“ Wenn wir uns vorstellen, dass unser Licht wirklich bei unseren Mitmenschen ankommt, entsteht in uns entsteht Glück. Wir werden zu einem Gebenden. Geben macht glücklich. Wer für das Glück aller Wesen wirkt, der wächst dadurch in die umfassende Liebe und ins Glück.

Die Frau dachte: „Das ist eine einfache Übung, die ich jeden Tag praktizieren kann.“ Sie meditierte auf die drei Stufen und brach dadurch ins Licht durch. Die Glücksenergie in ihr erwachte. Ihr Geist wurde grundlegend positiv und sie fühlte sich wohl in ihrem Leben.

Sie war begeistert von ihrem spirituellen Durchbruch und berichtete voller Freude davon Hakuin. Hakuin freute sich mit ihr. Aber dann erklärte er ihr, dass noch die vierte Stufe fehlt, damit sie zu einem vollständigen Durchbruch ins Licht kommen könne. Sie solle jetzt die negativen Seiten in ihrem Leben und bei ihrer Persönlichkeit nicht mehr verdrängen, sondern sie in ihre Reine Land Meditation integrieren. Sie solle erkennen, dass die Welt grundlegend gut ist, auch wenn es immer einige Probleme in der Welt gibt. Sie solle begreifen, dass sie als Person gut so ist wie sie ist, auch wenn es problematische Seiten an ihr gäbe. Auch die gehören zu ihrer Person dazu.

Ein Buddha kann selbst dann seine Erleuchtung bewahren, wenn er in eine Jauchegrube fällt und nach Scheiße stinkt. Das Urpositive der Welt und der eigenen Person wird dadurch nicht berührt. Wer das Licht in allem sehen kann, bleibt dauerhaft im Licht. Wer die Reinheit seiner Gedanken immer bewahren kann, kann auch seine Erleuchtung, seinen inneren Frieden, seine Liebe und sein Glück immer bewahren. Und wenn wir es noch nicht dauerhaft bewahren können, dann ist es unser Weg das zu üben. So kommen wir jeden Tag ins Licht.

(Aus Thomas Cleary, Zen-Geschichten)

Buddha des Lichts-Meditation

Wir setzen uns entspannt hin. Der Rücken ist gerade und der Bauch ist entspannt. Die Hände liegen im Schoß oder auf den Beinen.

1. Wir stoppen eine Minute alle Gedanken. Wenn Gedanken auftauchen, schieben wir sie immer wieder weg. Langsam kommen wir in uns zur Ruhe. Wir sitzen ruhig und entspannt einfach nur da.

2. Über unserem Kopf stellen wir uns am Himmel eine schöne Sonne vor. In der Sonne sitzt ein Buddha. Es ist der Buddha des Lichts und der Liebe. Wir fühlen uns real mit ihm verbunden. Wir denken seinen Namen „Amitabha“ so lange als Mantra, bis das Licht Amitabhas vom Himmel durch unser Scheitelchakra in uns hinein fließt. Die Energie Buddhas erfüllt uns. Wir denken das Mantra „Amitabha“ immer weiter, bis uns seine Energie vollständig erfüllt. Wir sind eins mit dem Buddha. Wir spüren Frieden, Glück und Liebe in uns,

3. Buddha Amitabha besitzt ein Paradiesbewusstsein. Er erfährt seine Welt als Paradies (als Reines Land). Wir machen uns das Gute und Schöne in unserem Leben bewusst. Was ist positiv in deiner Welt? Visualisiere deine Welt als Paradies. Alles ist richtig so wie es ist. Alles ist gut so wie es ist. Im Wesentlichen ist deine Welt gut. Du kannst auch das Leid in deiner Welt annehmen. Du integrierst es in dein Leben. So erhälst du eine erleuchtete Sicht deiner Welt. Du denkst so lange das Mantra „Paradies“, bis du die dich umgebende Welt als Paradies, als Reines Land spüren kannst.

4. Du bist jetzt ein Buddha und deine Welt ist ein Paradies. Dein inneres und dein äußeres Glück verschmelzen zu einer Einheit. Du bist jetzt voller Glück, Licht und Liebe. Du bewegst segnend eine Hand und sendest allen deinen Freunden Licht und Liebe. Du denkst: „Mögen alle Wesen glücklich sein. Mögen alle Frieden, Glück und Liebe erfahren.“

5. Wir verbinden uns geistig mit den Buddhas und Bodhisattvas aller Zeiten. Wir bitten sie um Führung und Hilfe auf unserem Weg. Sie führen uns durch unsere innere Weisheit. Wir denken: „Om Buddhas und Bodhisattvas. Om innere Weisheit. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg.“ Dann entspannen wir uns.

Gedanken über den Tod

Zum einen ist in der Spiritualität der Tod ein wichtiges Thema. Zum anderen werde auch ich langsam älter. Mir wird bewusst, dass das Leben mit dem Tod endet. Zwar rechne ich damit noch einige Jahre auf der Erde zu verbringen, aber meine Freundin Barbara lebt möglicherweise nicht mehr ganz so lange. Sie hat viel Leid in ihrem Leben erfahren und erhebliche Herzprobleme. Gerade gestern hatte sie wieder große Herzbeschwerden und dachte, dass sie die Nacht nicht überlebt. Solche Beschwerden (Herzflimmern) hat sie öfter im Frühjahr, weil sie gegen Pollen allergisch ist. Aber gestern war es besonders schlimm. Heute geht es ihr wieder gut. Auch das war ein Anlaß mich mit dem Tod zu beschäftigen.

Aus meiner Sicht gibt es ein Leben nach dem Tod. Ich kenne durch viele Visionen und Meditationen meine früheren Leben. Sie tauchten im Laufe meines spirituellen Reinigungsprozesse im Laufe der letzten 25 Jahre in meinen Träumen und Meditationen auf. Bevor die Erleuchtung kommt, muss man innerlich von seinen Verspannungen gereinigt sein. Und die meisten Verspannungen stammen aus früheren Leben. Jeder Tod, jeder große Verlust und jede große Verletzung hinterläßt normalerweise eine Spur im Bewusstsein (in der Seele). Heutzutage nennt man es Traumata. Diese Traumata müssen alle aufgelöst werden, damit die Erleuchtungsenergie frei fließen kann. Das geschieht durch Gedankenarbeit (positives Denken), Meditation und Yoga.

Durch meine Träume und Vision konnte ich erkennen, dass ich viele frühere Leben gehabt habe. Die Informationen konnte ich teilweise nachprüfen. Und sie erklären mein jetziges Leben. Ich bin also ziemlich sicher, dass ich viele frühere Leben hatte. Und dass ich auch noch einige zukünftige Leben haben werde. Nach der Lehre des Yoga und des Buddhismus wird man so lange wiedergeboren, bis man erleuchtet ist. Erst in der Erleuchtung hat man die freie Wahl, ob man im Paradies (Nirwana, Reines Land) im Jenseits bleiben oder sich wieder auf der Erde inkarnieren will. In mehreren Meditationen habe ich das Paradies im Jenseits kennengelernt. Es ist ein Ort höchster Glückseligkeit, Liebe, Wahrheit, Ruhe und Frieden. Die meisten Erleuchteten bleiben deshalb nach ihrem Tod im Jenseits. Ein Grund für die Rückkehr auf die Erde ist das Bodhisattva-Gelöbnis. Man kehrt auf die Erde zurück, um seine Mitmenschen vom Leid zu befreien und ihnen auf dem Weg ins Licht zu helfen. Ohne erleuchtete Helfer können die meisten Menschen nicht zur Erleuchtung kommen.

Wenn man diese spirituelle Sicht einnimmt, verliert der Tod weitgehend seinen Schrecken. Aus meinen früheren Leben weiß ich, dass meine größte Angst darin bestand, dass ich mit dem Tod verschwinde. Das ist eine Illusion. Das Bewusstsein lebt ewig weiter. Bei der Erleuchtung geht es allerdings von einem individuellen Bewusstsein (Seele, Atman) in ein Einheitsbewusstsein (Anatman) über. Trotzdem ist es nach meiner Erfahrung und auch nach der Aussage des Dalai Lama immer noch als Einzelwesen vorhanden. Auch ein Erleuchteter kann noch als Einzelwesen handeln, obwohl er im Schwerpunkt alles ist.

Vor dem Tod habe ich also nur begrenzt Angst. Eher fürchte ich das Leid beim Sterben. Aber ich denke, dass ich einen Weg finde das Leid in Grenzen zu halten. Eine Möglichkeit ist der Kundalini-Yoga, durch den man sich beim Tod in einen Glückszustand versetzten kann. Ich habe das beim Tod meiner Mutter erlebt, wo ich für meine Mutter eine Amitabha-Meditation praktiziert habe. Sie ging dadurch glückselig durch den Tod. Sie starb mit einem Lächeln. Das ist das Zeichen für einen spirituellen Tod.

Mehr Sorgen macht mir der mögliche Tod meiner Freundin Barbara. Zwar habe ich schon viele Menschen sterben gesehen, meinen Vater, meine Mutter und meine vorherige Freundin Martina. Aber ich möchte Barbara natürlich nicht verlieren. Ich hoffe, dass sie noch viele Jahre bei mir bleibt. Und sie wünscht es sich auch, weil wir zusammen sehr glücklich sind. Aber das Leben hat seinen eigenen Plan. Letztlich kann man sich nur dem Willen des Lebens unterordnen. Die zentrale Übung im Buddhismus ist die Gelassenheit, der Gleichmut bei Leid und das anhaftungslose Fließen mit dem Leben.

Nachdem ich heute über das Leben und den Tod nachgedacht habe, bleibt mir der Gedanke „Dankbarkeit“. Letztlich bin ich dankbar für mein Leben, für die schönen Momente mit Barbara und für meinen spirituellen Weg, der mir hilft immer wieder ins innere Gleichgewicht zu kommen. Und mir eine positive Perspektive für den Tod gibt. Mit meinen spirituellen Übungen werde ich den Tod bewältigen können und danach ins Licht, ins große Glück aufsteigen. Das wurde mir in einer Zukunftsvision von meinen Meistern bereits gezeigt.

Tod, Erleuchtung und Auferstehung von Mingyur Rinpoche

Yongey Mingyur Rinpoche (*1975) ist ein tibetischer Lehrer und Meister der Karma Kagyu und Nyingma Linien des tibetischen Buddhismus. Im Juni 2011 verließ Mingyur Rinpoche sein Kloster in Bodhgaya, um eine Periode des ausgedehnten Rückzugs zu beginnen. Rinpoche ging mitten in der Nacht, nahm nichts mit, sondern hinterließ einen Abschiedsbrief. Er verbrachte vier Jahre als wandernder Yogi. Während der ersten Wochen dieses Retreats hatte Rinpoche eine Todeserfahrung, wahrscheinlich aufgrund einer schweren Form von Botulismus. Dies könnte das Ergebnis der Entscheidung gewesen sein, nur die Mahlzeiten zu essen, die ihm kostenlos und verfügbar waren, nachdem er sich das Geld ausgeht. Diese Erfahrung, so Rinpoche, war eine der wichtigsten und transformativsten Erfahrungen seines Lebens.

Bei seiner Krankheit dachte Mingyur am fünften Tag, dass er jetzt sterben würde. Deshalb praktizierte er die Sterbepraxis des tibetischen Buddhismus. Dort wird der Tod als große Möglichkeit angesehen zur Erleuchtung zu kommen. Als erstes akzeptierte er seinen nahenden Tod. Er ließ die Anhaftung an seine Freunde und seine Familie los. Er opferte seinen Körper in das Sterben. Dadurch kam er in die große Annahme. Er wurde geistig sehr ruhig und klar. Mingyur spürte, wie sein Körper immer schwerer wurde. Das war die Auflösung des Erdelements. Sein Mund wurde sehr trocken. Das Wasserelement verließ seinen Körper. Sein Körper wurde kalt. Das Feuerelement löste sich auf. Nur sein Herz blieb warm. Das ist eine Folge der meditativen Konzentration auf das Herzchakra.

Das Luftelement löste sich auf. Er atmete plötzlich nicht mehr in den Körper, sondern in den ganzen Kosmos. Mit der Auflösung der Luft in den Raum wurde sein Körper vollkommen gelähmt. Er konnte sich nicht mehr bewegen. Die Schädeldecke löste sich auf. Sein Gewahrsam wurde immer klarer. Sein Körper übertrug die sich auflösende Energie auf den Geist. Alle Angst verschwand und es entstand Freude in seinem Geist. Sein Geist wurde glückselig und erweiterte sich, bis er das ganze Universum ausfüllte.

Das Ich-Bewusstsein verschwand. Gewahrsein und Leerheit wurden eins. Das ganze Universum öffnete sich und wurde vollkommen mit dem Bewusstsein vereint. Er war nicht mehr innerhalb des Universums, sondern das Universum war in ihm. Es gab kein getrenntes Ich mehr. Kein innerhalb und außerhalb. Kein Selbst oder Nicht-Selbst. Kein Phänomen existierte getrennt von ihm. Die Lichthaftigkeit des Gewahrseins jenseits von allen Begriffen war sein einziges Bewusstsein. Alles wurde zu Liebe, Leerheit, Glückseligkeit und Ruhe.

Danach kam er in das Leben zurück. Möglicherweise entstand durch die starke Energie der Erleuchtungserfahrung eine innere Heilung. Es war noch nicht Zeit für ihn zu sterben. Sein Lehrauftrag war noch nicht beendet. Er sollte sein Lebenswerk zu Ende bringen. Plötzlich spürte er seinen Körper wieder. Nachdem er vier Jahre lang seinen Rückzug fortgesetzt hatte, kehrte er später in seine Position als Abt zurück.

Reinkarnation ja oder nein

Dalai Lama: „Ob wir an ein anderes Leben glauben oder nicht, ist nicht wichtig. Aber es ist sehr wichtig, dass wir in Frieden leben, in Ruhe, mit einem wirklichen Sinn für Brüderlichkeit und Schwesterlichkeit.“

Nils: Wenn wir in der Ruhe, im Frieden und in der umfassenden Liebe leben, dann kommen wir zur Erleuchtung. Dann werden wir erfahren, dass es die Reinkarnation gibt. Das ist der beste Beweis. Aus meiner Sicht ist es hilfreich, an ein nächstes Leben zu glauben. Das gibt uns Hoffnung und eine positive Perspektive. Nur wenige schaffen es in einem Leben zur Erleuchtung zu gelangen. Wenn es die Möglichkeit der Wiedergeburt gibt, dann können wir alle das große Ziel erreichen. Ich habe in Visionen alle meine frühere Leben gesehen. Das hat mich überzeugt. Ich erhielt viele Informationen, die ich vorher nicht hatte. Meine früheren Leben erklären mein jetziges Leben. Ich kann daraus ableiten, wie mein nächstes Leben wird. Wer konsequent in der Weisheit, in der Liebe und in der Ruhe lebt, der wächst spirituell immer mehr ins Licht und ins Glück. 

Dalai Lama: „Das Bewusstsein wird immer da sein. Das Körperbewusstsein wird aufhören zu existieren, wenn unser Körper stirbt. Aber das grundlegende höchste Bewusstsein wird immer existieren. Es besitzt keinen Anfang und kein Ende. Dieses Bewusstsein wird andauern. Wenn wir die Buddhaschaft erreichen, wird dieses Bewusstsein zum Allwissen erleuchtet.“

Dalai Lama: „Nur ein Weg schenkt uns in umfassendem Sinn die Mittel, uns in den Ursachen von Glück und Segen zu verankern und vom Leid zu befreien: der Dharma, die religiöse Übung, die gelebte Religion. Der Dharma ermutigt den Menschen zu begreifen, dass er frei von innerem und äußerem Leid sein kann. Der spirituelle Weg gibt uns die Kraft, in diesem und in zukünftigen Leben Glück zu erfahren. „

(Aus: Mit dem Dalai Lama durch das Jahr)

Selbstverwirklichung

Selbstverwirklichung bedeutet laut Wikipedia die möglichst weitgehende Realisierung der eigenen Ziele, Sehnsüchte und Wünsche mit dem übergeordneten Ziel, „das eigene Wesen völlig zur Entfaltung zu bringen“ (Oscar Wilde), sowie – damit verbunden – die möglichst umfassende Ausschöpfung der individuell gegebenen Möglichkeiten und Begabungen (Talente).

Das eigene Wesen völlig zur Entfaltung zu bringen bedeutet die Erleuchtung zu verwirklichen. In jedem Menschen steckt das Erleuchtungspotential, die Buddhanatur, die Verwirklichung eines Lebens im Licht.

Zu Beginn meines spirituellen Weges bekam ich eine tiefe Einweihung. Ich meditierte im Liegen in meinem Bett, als aus dem Becken in der Mitte meines Körper langsam eine dicke Energiesäule hochstieg. Diese Energiesäule durchstieß die Knotenpunkte aller meiner Chakren. Sie öffnete alle meine Chakren (Energiezentren im Körper). Je höher sie in meinem Körper stieg, desto ruhiger wurde ich.

Als die Energiesäule meinen Kopf erreicht hatte, gab es plötzlich einen Bewusstseinsumschwung. Mein Ego löste sich vollständig auf und ich befand mich in einer höhere Dimension aus absolutem Frieden, höchstem Glück, Liebe und Wahrheit. Ich war eins mit allem, aber es gab mich trotzdem noch als eigenständiges Bewusstsein.

Als ich später zurück in mein Körperbewusstsein kam, wurde mir bewusst, dass ich jetzt das Ziel kannte. Es war mir ganz klar, dass dieses das Endziel aller Inkarnationen ist. Ich kannte jetzt das Ziel, die spirituelle Selbstverwirklichung. Durch die Kenntnis vom großen Ziel konnte ich meinen Weg finden.

Später hatte ich noch viele verschiedene Erleuchtungserfahrungen. In einer meiner Erleuchtungserfahrungen fragte ich mich, wie man den Weg dort hin findet. Denn ich neigte dazu immer wieder aus diesen glücklichen Zuständen herauszufallen. Ein Weg ist es einen Begriff für diesen Zustand zu finden und ihn später als Erinnerungshilfe zu benutzen. Man denkt ihn als ein Mantra und kommt so immer wieder schnell in die Erleuchtung hinein. So ein Begriff kann Erleuchtung, Shiva, Buddha oder Gott sein.

Diese Technik setzt aber voraus, dass man den Zustand der Erleuchtung bereits kennt und sich auf einer hohen Bewusstseinsebene befindet. Wenn man noch keine Erleuchtung erfahren hat, dann kann man sich an den Begriffen Wahrheit und Liebe orientieren. Wenn man konsequent aus der Wahrheit und der umfassenden Liebe heraus lebt, führt einen das Leben (oder das Unterbewusstsein) zur spirituellen Selbstverwirklichung. Das kann aber einige Leben dauern. Es hängt davon ab, wie weit man spirituell entwickelt ist. Jedenfalls wird man sich nicht auf dem spirituellen Weg verlaufen, sondern immer weiter ins Licht wachsen.

Wichtig ist es, dass wir uns auch genau selbst leben. Wir sollten spüren, was unsere persönliche Natur ist und welche Lebensweise uns entspricht. Wenn wir genau uns selbst leben, dann entsteht in uns eine große Kraft. Wir entspannen uns tief in uns selbst, weil wir eins mit unserer Urnatur sind. Wir sind eins mit der Liebe und der Wahrheit. Wir sind in Harmonie mit uns selbst. Dadurch entsteht Glück in uns.

Ich rate also dazu genau den persönlich passenden spirituellen Weg zu finden. Wir sollten uns nicht in spirituellen Dogmen verlieren, sondern genau herausfinden, was uns gut tut und auf dem spirituellen Weg voranbringt. Die spirituelle Selbstverwirklichung ist eine Form der Selbstverwirklichung. Wir zwingen unser Bewusstsein nicht in eine fremde Form, sondern wir gehen den Weg, der in der Tiefe genau zu uns selbst führt.

Verwirkliche dich selbst! Was ist der Weg deiner Selbstverwirklichung? Was willst du in der Tiefe deiner Seele erreichen? Was sind deine wirklichen Lebensziele? Spüre genau in dich hinein. Was sagt deine innere Weisheit? Geh den Weg deiner inneren Wahrheit.

Wer den Weg seiner Selbstverwirklichung geht, ist in der Tiefe seiner Seele in Übereinstimmung mit sich selbst. Er hat das Gefühl auf dem richtigen Weg zu sein. Er fühlt sich gut mit sich und seinem Leben. Wenn sein Weg richtig ist, dann entstehen in ihm immer mehr Liebe, Frieden, Freude und Glück. Eines Tages lebt er ganz im Licht.

Anpassung oder Abgrenzung

Auf dem Weg der Selbstverwirklichung muss man sich genau spüren und seinen Weg gehen. Im Beruf und in einer Beziehung muss man sich oft anpassen und Kompromisse machen. Beides zusammen zu leben ist oft nicht einfach.

Für den Weg der Erleuchtung ist es wichtig in der Wahrheit zu leben. Wer wirklich den spirituellen Weg geht, der wird dadurch oft in Konflikt mit weltlichen Menschen und mit Menschen aus anderen spirituellen Richtungen geraten. Wie gehen wir mit solchen Konflikten um?

Das Wichtigste im Leben ist die spirituelle Selbstverwirklichung. Nach meiner Erfahrung lohnt es sich für die Erleuchtung alles zu tun. Ich habe vor dreiunddreißig Jahren meinen Beruf als Rechtsanwalt und meine Familie aufgegeben. Ich lebte dreißig Jahre als abgeschiedener Yogi. Das war sehr wichtig, um mich genau spüren zu können und kennenzulernen.

In meiner damaligen Familie war meine Frau sehr dominant. Ich musste viele Kompromisse eingehen und oft ihrem Willen folgen. Dadurch habe ich im Laufe der Jahre sehr stark das Gespür für mich selbst verloren. Ein genaues Gespür für sich selbst ist aber zentral auf dem spirituellen Weg. Wir können nur dann unsere inneren Verspannungen, Verletzungen und Traumata auflösen, wenn wir genau in uns hineinspüren und ein gutes Gefühl für uns selbst haben. Wir können nur dann unseren Weg zur Erleuchtung finden, wenn wir genau auf unser inneres Gespür achten.

Als abgeschiedener Yogi brauchte ich vier Jahre um ein genaues Gespür für mich selbst zu entwickeln. Ich übte es auf meine kleinsten Gefühle und Impulse zu achten. Ich verdrängte nicht mehr meine eigenen Wünsche, sondern lebte konsequent den Weg meiner Wahrheit. So fand ich den für mich effektiven spirituellen Weg und brach damit zur Erleuchtung durch.

Jetzt lebe ich wieder in einer Beziehung. Ich mache Kompromisse. Ich bin wieder mit einer starken Frau zusammen. Aber jetzt kenne ich mich und weiß genau was ich brauche. Ich kann mich ausreichend abgrenzen. Wenn meine spirituelle Entwicklung es erfordert, kann ich einen Weg finden, der für uns beide passt. Ich kann mir auch ausreichend Freiraum für mich selbst schaffen. Ich kann sanft und nachgiebig sein und trotzdem in den entscheidenden Punkten ganz bei mir bleiben.

Ich schaffe es meinen spirituellen Weg zu gehen und mich gleichzeitig ausreichend an das äußere Leben anzupassen und flexibel mit dem Leben zu fließen. Mein Meister Swami Sivananda lehrte es, dass ein Yogi völlig flexibel sein und sich an alle Situationen anpassen können muss. Das ist ein guter Weg das Ego loszulassen. Aber man sollte auch immer ein gutes Gespür für sich selbst bewahren und sich selbst ausreichend leben.

Das tat mein Meister Sivananda auch. Er leitete einen großen Ashram in Indien und war völlig für seine Leute da. Aber manchmal verschwand er. Er flüchtete sich in die Abgeschiedenheit um sich selbst zu spüren. Auch Jesus zog sich manchmal zum Meditieren zurück. Und so tun es auch viele tibetische Mönche und Yogis. Sie ziehen sich zur Meditation für lange Zeit in ihr Zimmer zurück oder verbringen einige Jahre im Retreat.

In meinem Beruf als Yogalehrer und als Schriftsteller konnte ich mich gut selbst leben. Aber als spiritueller Lehrer gerate ich oft in Konflikt mit anderen spirituellen Richtungen. Ich lehre den undogmatischen Weg. Ich lehre es auf sein Herz zu hören und alle dogmatischen Regeln auch mal zu brechen. Das gefällt vielen dogmatischen Menschen nicht. Sie mobben mich wo sie können und sind oft sehr aggressiv. Ich ertrage das. Es gehört zu meinem Weg dazu. Aber ich kann mich auch ausreichend abgrenzen, einfach schweigen oder den Kontakt beenden.

Ich verstehe, dass viele Menschen auf dem spirituellen Weg klare Regeln brauchen. Für Anfänger ist es gut erst einmal einem genauen System zu folgen. So gewöhnt man sich an den spirituellen Weg. Man muss erst ein System gut lernen, bis man es übersteigen kann. So tat ich es mit dem Yoga. Ich machte eine gründliche Ausbildung im Sivananda-Yoga. Und dann entwickelte ich meinen eigenen Weg. Es ist der Yoga des inneren Gespürs, der intuitive Yoga. Ich nenne es den Glücks-Yoga.

In Buddhismus gibt es viele Wege. Letztlich ist auch der undogmatische Buddhismus nur ein Weg, der für manche passt und für andere nicht. Ich toleriere deshalb auch in meiner Gruppe Menschen aus anderen Richtungen. Aber es gibt Grenzen. Beleidigungen sind nicht erlaubt. Extreme Negativität und Aggressivität ist nicht zulässig. Auch im Buddhismus sollten es die Menschen lernen liebevoll und positiv miteinander zu kommunizieren. Der Buddhismus sollte ein geschützter Raum sein, in dem die Menschen innerlich heilen und ihr Herz öffnen können. Und im Idealfall ein genaues Gespür für sich selbst entwickeln und ihren Weg der Selbstverwirklichung finden.

Der Weg der Natürlichkeit

Der Weg der Heilung und Erleuchtung ist nur mit Weisheit zu finden. Man muss spüren, was man gerade braucht. Wie lösen sich die inneren Verspannungen und Energieblockaden am besten auf? Wie bleibt man innerlich entspannt und trotzdem auf dem Weg? Wie bewahrt man sein inneres Glück und seine Erleuchtungsenergie, auch wenn das Leben aus einem ständigen Auf und Ab aus Freude und Leid besteht? Wann braucht man viel Disziplin und wann muss man locker lassen?

Um zur Erleuchtung durchzubrechen, brauchte ich eine Zeit der großen Selbstdisziplin. Ich musste sehr konsequent an meinen Gedanken arbeiten, meine negativen Gedanken überwinden und positive Gedanken erzeugen. Ich habe mich immer wieder auf die Grundsätze Frieden, Liebe, Glück, Kraft und Weisheit konzentriert. Ich habe viele Jahre sehr diszipliniert nach einem spirituellen Tagesplan gelebt.

Ich habe mich darauf konzentriert wie ein Buddha zu leben und zu denken. Ich habe viele Stunden am Tag meditiert, in spirituellen Büchern gelesen und Körperübungen gemacht (Yoga, Gehen). Dadurch entwickelte sich die spirituelle Energie in mir.

Ich habe mich auf die Natur konzentriert, mich in der Einheit der Natur gesehen und mich dem Willen des Lebens untergeordnet. Ich nahm die Dinge an, die ich annehmen musste. Ich ließ los, was loszulassen war. Ich habe versucht einfach, wunschlos und spirituell zu leben. So überwand ich mein Ego. Ich wurde eins mit der Natur. Ich entwickelte ein Einheitsbewusstsein.

Wenn man auf ein spirituelles Vorbild meditiert, kann man damit die Kundalini-Energie erwecken. In einem entstehen Frieden, Kraft und Glück. Genauso ist es, wenn man die Natur um sich herum visualisiert und sich in der Einheit der Natur sieht. Dann öffnet sich das Gotteschakra, das Nirvana, das Paradies. Im tibetischen Buddhismus gibt es dafür die Technik den Sternenhimmel zu visualisieren. Es gibt auch die Technik sein Ego in ein Mandala, eine kreisförmige Zeichnung des Kosmos, zu opfern.

Ich praktiziere es oft meine Welt als Paradies zu sehen. Gerade wenn es Leid in meinem Leben gibt und mir manche Dinge nicht gefallen, bringt mich die Paradies-Meditation wieder in die Konzentration auf das Wesentliche. Das Wesentliche ist der spirituelle Weg. Und den kann man in jeder Welt gehen. Man kann in jeder Welt sein Erleuchtungsbewusstsein erhalten. Dazu braucht man letztlich nur die Techniken der Gedankenarbeit (positives Denken, Gefühle beruhigen) und die Meditation.

Es gibt die Geschichte vom Paradies-Apfel. Der Meister zeigte seinen Schülern einen Apfel und erklärte, dass das der Paradies-Apfel sein. Die Schüler konzentrierten sich auf die schlechte, verfaulte Stelle und konnten den Apfel nicht als Paradies-Apfel erkennen. Der Meister sah die Gesamtheit des Apfels und war im Glück.

Ins Glück kommen wir durch unsere spirituellen Techniken. Ins Glück kommen wir aber auch, wenn uns genau selbst leben. Wir kommen ins Glück, wenn wir dem Körper und dem Geist genau das geben, was sie jeweils brauchen. Wenn wir natürlich, spontan und frei leben, dann entspannt uns das in der Tiefe unserer Seele und macht uns glücklich. Die Glücksenergie beginnt zu fließen. Am besten kombinieren wir die spirituellen Techniken mit dem Weg der Natürlichkeit.

Der Weg der Natürlichkeit stammt aus dem Taoismus. Man kann das Tao als die Natur ansehen. Das Ziel des Taoismus ist es im Einklang mit der Natur zu leben. Man kann sich Laotse, den Gründer des Taoismus, als einen alten Einsiedler in den bewaldeten Bergen Chinas vorstellen. Er folgt einfach spontan dem Lauf der Natur. Er ist glücklich aus sich selbst heraus, lacht viel und folgt dem Lustprinzip. Und gleichzeitig geht er konsequent seinen spirituellen Weg. Er lebt im Nichtstun, im Wu Wei, und alles wird doch getan. Einfach weil es getan werden muss, wenn die Natur es verlangt. Es geschieht mühelos, weil es durch die Kraft der Natur geschieht.

Der Weg der Natürlichkeit fand dann Einzug in den Zen-Buddhismus. Dort wird viel meditiert und eine einfache Lebensweise bevorzugt. Und gleichzeitig wird viel gelacht. Man darf sich auch am Leben erfreuen. Man fließt einfach entspannt mit der Freude und dem Leid des Lebens. Man haftet nirgends an und kann so seine Erleuchtungsenergie bewahren.

Auf dem spirituellen Weg gibt es viele Fallen. Eine Falle besteht darin, dass man zu diszipliniert praktiziert. Man verspannt sich innerlich durch eine zu angestrengte Praxis. Man verbraucht seine Energie durch zu viel innere Arbeit. Als ich einmal in einem Zen-Zentrum mit den Leuten dort meditiert habe, konnte ich beobachten, dass sie genau diesen Fehler machten. Sie blockierten ihre Erleuchtung durch eine zu angestrengte Praxis. Sie hatten den Schwerpunkt auf die Selbstdisziplin und nicht auf ihr inneres Gespür gelegt.

Ich dagegen spüre immer genau, wie und wie lange ich meditieren muss, damit sich die Erleuchtungsenergie entwickelt. Ich praktiziere zwar konsequent nach einem spirituellen Tagesplan, aber ich achte gleichzeitig darauf, dass ich mit dem Lustprinzip gehe. Ich höre auf zu meditieren, wenn mein Körper oder mein Geist es nicht mehr wollen. Ich spüre in mich hinein und frage mich immer wieder, was ich gerade tun möchte. Was brauche ich? Wozu habe ich Lust? Was bringt mich in diesem konkreten Moment spirituell voran? Ich baue regelmäßig Phase des Genusses und der Entspannung in meinen Weg ein. So bleibe ich immer im Gleichgewicht.

Der vielfältige Buddhismus

Wikipedia: „Von der nordindischen Heimat Siddhartha Gautamas verbreitete sich der Buddhismus zunächst auf dem indischen Subkontinent, auf Sri Lanka und in Zentralasien. Der nördliche Buddhismus (Mahayana) erreichte über die Seidenstraße Zentral- und Ostasien, wo sich weitere Traditionen wie etwa Chan (China), Zen (Japan) und Amitabha-Buddhismus (Ostasien) entwickelten. In die Himalaya-Region gelangte der Buddhismus auch direkt aus Nordindien; dort entstand der Vajrayana (Tibet, Bhutan, Nepal, Mongolei u. a.). Der Buddhismus trat in vielfältiger Weise mit den Religionen und Philosophien der Länder, in denen er Verbreitung fand, in Wechselwirkung. Dabei wurde er auch mit religiösen und philosophischen Traditionen kombiniert, deren Lehren sich von denen des ursprünglichen Buddhismus stark unterscheiden.“

Kommentar: Der Buddhismus ist vielfältig. Er hat sich vielfältig weiterentwickelt. Zum einen hat er sich an die jeweiligen Länder angepasst, um dort erfolgreich sein zu können. Zum zweiten gibt es immer wieder neue spirituelle Entwicklungen. In Indien entwickelte sich im 8. Jahrhundert der Tantrismus, der viele neue Übungsformen hervorbrachte wie den Hatha-Yoga (Körperübungen), den Kundalini-Yoga (Yoga der inneren Energie, Chakren), den Gottheiten-Yoga und den sexuellen Yoga. Daraus entstand der tibetische Buddhismus (Vajrayana). Jetzt ist eine Anpassung des Buddhismus an den Westen und die heutige Zeit erforderlich. Wir sollten Elemente wie Gleichberechtigung, Demokratie, Wissenschaftlichkeit und Vielfalt in den Buddhismus aufnehmen. Wir dürfen auch psychologisches Wissen, den Hatha-Yoga und die Zusammenarbeit aller Religionen in den Buddhismus integrieren. Ein großer Vorreiter auf diesem Weg ist der Dalai Lama. Thich Nath Hanh lehrt einen engagierten Buddhismus, der bei den sozialen Problemen der heutigen Zeit hinsieht und hilft.

Ist ein Guru auf dem spirituellen Weg wichtig?

Ein bekannter Spruch lautet: „Ist der Schüler bereit, erscheint der Guru.“ Im tibetischen Buddhismus wird der Guru als das Zentrum des spirituellen Weges angesehen. Warum? Weil uns lebende Menschen am meisten inspirieren. Erleuchtung ist für einen Unerleuchteten nicht zu begreifen. Ein Erleuchteter gibt uns eine Ahnung von der Dimension des Lichts, die das Ziel aller Wesen ist. Ein Erleuchteter erhebt alleine durch seine Anwesenheit unser Bewusstsein. Ein Erleuchteter zeigt uns den Weg zu uns selbst, den wir ohne ihn nicht finden können. 

Zwar hat jeder tief in sich versteckt eine Buddha-Natur. Aber jeder besitzt auch ein Ego, dass ihn vom Weg zu sich selbst abbringen will. Wir können tief in unsere eigene Wahrheit und Weisheit hineinspüren. Wenn wir gut in Kontakt mit uns selbst sind, dann werden wir auch den zu uns passenden spirituellen Weg finden. Und dann kommen wir eines Tages an eine Stufe, wo wir erkennen, dass wir jetzt einen erleuchteten Meister brauchen. 

Das Ego kann nur den Weg des Egos gehen. Selbst wenn das Ego den spirituellen Weg geht, bleibt es immer ein Egoweg. Und dieser Weg endet grundsätzlich bei der Erhöhung des Egos. Das Ego will sich nicht überwinden. Das Ego will sich erhöhen. Das Ego will Anerkennung, Glück, Liebe, weltlichen Genuss, spirituellen Erfolg, Energie von anderen, Liebe von anderen, Macht über andere. Nur jemand, der sein Ego überwunden hat, kann uns helfen über die Dimension unseres Ego hinaus zu gehen. 

Am Anfang meines spirituellen Weges war ich ein Sucher. Ich suchte nicht nach Erleuchtung, sondern nach Liebe, Frieden und innerem Glück. Diese Suche führte mich zu meinem ersten Meister, dem griechischen Philosophen Epikur. Er lehrte, dass wir das Hauptglück unseres Lebens in uns selbst finden. Das entspricht der Erkenntnis der modernen Psychologie, wonach 90 % des Lebensglücks aus der eigenen Psyche kommen. Wir brauchen eine Glückspsyche, wenn wir ein glückliches Leben haben wollen. 

Als ich die Bücher des Philosophen Epikurs las, veränderte sich der Blickwinkel meiner Suche vollständig. Ich suchte das Glück nicht mehr außen, in Liebesbeziehungen, im beruflichen Erfolg und im weltlichen Konsum. Ich überlegte, wie ich das Glück in mir finden und entwickeln kann. So kam ich zu meinem zweiten Meister Buddha. Buddha zeigte mir den konkreten Weg, wie ich mein inneres Glück entwickeln kann. Er lehrte mich den Weg der Erleuchtung.

Ich suchte dann in der Psychologie, Philosophie und in vielen Religionen der Welt nach guten Hinweisen für meinen Weg des inneren Glücks. Ich lernte viele Techniken wie Yoga, Meditation und positives Denken. Aus der Zusammenschau aller Wege begriff ich das Gesamtsystem der Erleuchtung und konnte meinen eigenen Weg finden. Und dann traten nach und nach die erleuchteten Meister in mein Leben. 

Zuerst traf ich den erleuchteten Heiler Keith Sherwood aus den USA. Er veranstaltete einen Satsang in Hamburg. Nach dem Satsang trat ich plötzlich in seine erleuchtete Energie ein. Viele Stunden durchfluteten mich erleuchtete Energien. Ein Jahr später nahm ich an einem Wochenkurs bei dem taoistischen Meister Mantak Chia teil. Er erweckte die Energie meiner inneren Organe und die Chakren meiner Augen. Plötzlich konnte ich durch meine Augen in eine höhere Dimension blicken und die Energie anderer Menschen auch auf große Entfernungen spüren.

1991 traf ich dann das erste Mal persönlich den Dalai Lama und trat in sein Energiefeld ein. Er erschien mir danach viele Jahre in meinen Träumen und führte mich auf meinem spirituellen Weg. Ich machte 1992 eine Yogalehrer-Ausbildung in Kanada und traf dort den erleuchteten Meister Swami Vishnudevananda. Durch seine Energie konnte ich in der Meditation in tiefe Energiezustände gelangen. Ich fühlte mich fast so, als wäre ich selbst erleuchtet. Ich brach danach später oft in tiefe Erleuchtungszustände durch. 

1996 kam ich dann in eine große spirituelle Krise, die bis 2003 andauerte. Meine Kundalini-Energie erwachte und tobte in meinem Körper und meinem Geist. Ich war oft unruhig, negativ und hatte schwere Schlafstörungen. Ich war nur sehr begrenzt fähig meinen Alltag zu organisieren. Die Krisen führten mich oft an die Grenze meiner Möglichkeiten. In dieser Zeit tauchte der erleuchtete Meister Sai Baba in meinen Träumen auf und führte mich durch die schwierige Zeit. 

Danach fand ich dann zu Mutter Meera, die mich seitdem auf meinem spirituellen Weg begleitet. Sie tut es eher unauffällig. Aber wenn Krisen da sind, hilft sie. Sie sieht und führt mich über eine höhere Dimension. Sie lehrt den Mantra-Yoga. Denke den Namen deines Meisters als Mantra, verbinde dich mit seiner Energie und du wirst auf deinem spirituellen Weg immer Hilfe bekommen. 

Und natürlich sind alle anderen Meister auch noch in meinem Bewusstsein anwesend. Ich lebe in der Energie des Dalai Lama und der tibetischen Meister. Ich lebe in der Energie des Yoga und meiner Yogameister. Mein Hauptweg ist es allerdings meiner eigenen Weisheit zu folgen und undogmatisch meinen spirituellen Weg zu gehen. Meine Meister führen mich über meinen undogmatischen Weg, weil ich so den Menschen im Westen am besten helfen kann. 

Die Fähigkeiten eines erleuchteten Meisters sind Allgegenwart, Allwissenheit und Allmacht. Ein erleuchteter Meister kann dich an jedem Ort sehen, deine Gegenwart und deine Zukunft erkennen, und dir mit seiner spirituellen Energie und seinen besonderen Fähigkeiten helfen. Wenn die Zeit für dich reif ist, wird er dich zur Erleuchtung bringen. Wenn wir einen erleuchteten Guru haben, brauchen wir uns um nichts zu sorgen. Alles geschieht so, wie es für unseren persönlichen spirituellen Weg richtig ist. 

Im Buddhismus praktizieren wir grundsätzlich den Guru-Yoga so, dass wir uns jeden Tag mit Buddha als unserem Vorbild, seiner Lehre als unserem Weg und der Gemeinschaft aller Buddhisten als unserer spirituellen Familie verbinden. Wir finden dann unseren Weg aus uns selbst heraus. Buddha führt uns hauptsächlich durch seine spirituelle Lehre. Aber viele Buddhisten haben auch einen persönlichen erleuchteten Meister. Das ist im Zen-Buddhismus und im tibetischen Buddhismus besonders wichtig. 

Im Amitabha-Buddhismus ist der Buddha Amitabha unser erleuchteter Meister. Er führt und hilft uns auf unserem Weg. Wir brauchen nur jeden Tag seinen Namen als Mantra denken. Da Buddha Amitabha in einer höheren Dimension lebt, kann sich jeder mit ihm verbinden, egal welchen spirituellen Weg er ansonsten geht. Im tibetischen Buddhismus und im Zen wird oft Buddha Amitabha angerufen. Aber grundsätzlich ist der Amitabha-Buddhismus ein undogmatischer Weg. Jeder darf auf seine eigene Weise glücklich werden. Hauptsache wir sind ein guter Mensch und leben in der großen Verbindung mit einem erleuchteten Vorbild. 

Der Dalai Lama, ein glücklicher Buddha

Zitate kommentiert von Nils Horn (aus dem Buch „Auf dem Weg. Eine Reise zum wahren Sinn des Lebens“.)

Zitat des Dalai Lama: „Das Bewusstsein wird immer da sein. Das Körperbewusstsein wird aufhören zu existieren, wenn unser Körper stirbt. Aber das grundlegende höchste Bewusstsein wird immer existieren. Es besitzt keinen Anfang und kein Ende. Dieses Bewusstsein wird andauern. Wenn wir die Buddhaschaft erreichen, wird dieses Bewusstsein zum Allwissen erleuchtet.“

Nils: Das höchste Bewusstsein kann man Gott nennen. Wir verwirklichen es in der Erleuchtung. Dann sind wir eine Gottheit. Wir leben im Licht, haben das Licht in uns und sind das Licht. Wir leben im Frieden, im Glück und in der Liebe. Wir erlangen die Allwissenheit, Allgegenwart und Allmacht. Wir können allen Wesen optimal auf dem spirituellen Weg helfen.

Dalai Lama: „Der Friede und die Glückseligkeit des Nirvana ist ein Zustand des völligen Freiseins von Leid. Der spirituelle Weg führt zu Ruhe, Gelassenheit und Glück.“

Nils: Erleuchtung ist ein Zustand aus innerem Frieden, Glück, Liebe und Einheitsbewusstsein. Je mehr wir unseren spirituellen Weg gehen, desto mehr nähern wir uns diesem Zustand an. Bis wir eines Tages ein glücklicher Buddha sind und die Welt mit unserem Licht erhellen.

Dalai Lama: ′′ Ich bin ein alter Mann, der in seinem Leben mit allen möglichen Schwierigkeiten konfrontiert ist, aber ich habe nie aufgegeben.“

Nils: Wenn wir auf dem spirituellen Weg niemals aufgeben, werden wir eines Tages ein Buddha sein. Wir werden Frieden, Liebe, Kraft und Glück in uns spüren.

Dalai Lama: „Das Ziel des Lebens ist Glück. Glück wird mehr durch den geistigen Zustand bestimmt als durch äußere Bedingungen. Glück kann durch die systematische Schulung unseres Herzens und unseres Geistes erreicht werden. Der Schlüssel zum Glück liegt in unseren Händen. Alle Stufen des Weges können Schritt für Schritt erreicht werden.“

Nils: Der buddhistische Weg ist ein Weg der Geistesschulung und der Meditation. Die tägliche Meditation bringt uns zum inneren Frieden. Mit dem Vorbild-Yoga (Gottheiten-Yoga) können wir uns darauf ausrichten ein Buddha (Bodhisattva) zu sein. Wir können die Energien von Liebe, Frieden, Glück, Kraft und Freude in uns erwecken. Wenn wir das jeden Tag tun, werden wir ein glückliches Leben erhalten.

Dalai Lama: „Bei der Wahrheitssuche sollte man nicht blindlings glauben, was jemand sagt. Man sollte jede spirituelle Lehre kritisch überprüfen. Man sollte sich zuerst gründlich informieren, bevor man einer spirituellen Gruppe folgt.“

Nils: Es gibt viel Missbrauch in den Religionen. Wie können wir uns davor schützen? Zum Ersten sollten wir uns gründlich informieren. Wir sollten spüren, ob ein spiritueller Lehrer Wahrheit, Liebe und Frieden ausstrahlt. Wir sollten überprüfen, ob eine spirituelle Lehre unseren eigenen Erfahrungen und unserem Verstand entspricht. Letztlich wird uns nur unsere eigene Weisheit davor schützen falschen spirituellen Wegen zu folgen. Wir sollten unseren Verstand nicht an der Tür der Spiritualität abgeben. Wir sollten immer auf unser Herz und unseren Verstand hören. Ein wahrer spiritueller Lehrer führt uns nicht in die Abhängigkeit, sondern zu uns selbst. Er strebt nicht nach Macht, Geld oder Sex, sondern stärkt unseren inneren Frieden, unser Glück und die Liebe zu allen Wesen.

Dalai Lama: „Wir brauchen Entschlossenheit und Geduld.“

Nils: Wir brauchen Entschlossenheit und Geduld für unseren spirituellen Weg. Um zur Erleuchtung zu gelangen, brauchen wir ein gutes Gespür für uns selbst, einen klaren Verstand und den festen Willen unser Ziel zu erreichen. Und dann sollten wir jeden Tag den Schritt tun, den wir tun können.

Dalai Lama: „Liebe ist die Mitte des menschlichen Lebens. Die Erfahrung der tieferen Natur der Wirklichkeit bewirkt, dass die Liebe unbedingt, grundsätzlich und rein wird.“

Nils: Liebe ist alles. Ohne Liebe ist alles nichts. Wird die Liebe umfassend, bringt sie uns zur Erleuchtung. Ein Bodhisattva stellt die Liebe in den Mittelpunkt seines Lebens. Er wünscht eine Welt der Liebe, des Friedens und des allgemeinen Glücks. Er möchte, dass alle Mitmenschen zur Erleuchtung finden. Er verzichtet auf das endgültige Eingehen ins Nirwana, um den Menschen auf der Erde dauerhaft zu helfen und sie vom Leid des Lebens befreien zu können. Je weiter wir uns spirituell entwickeln, umso mehr wachsen in uns die Energien von Frieden, Glück und Liebe.

Dalai Lama: „Zu konservativ ist nicht gut. Zu radikal ist auch nicht gut. So wie in der buddhistischen Lehre des mittleren Weges sollte man einen Mittelweg gehen. Wir sollten Extreme vermeiden und unsere Mitte bewahren.“

Nils: Ich nenne das den großen mittleren Weg. Buddha gelangte zur Erleuchtung, in dem er weder zu extrem noch zu locker meditierte. Er fand den Weg, auf dem sich die inneren Blockaden lösten und seine Erleuchtungsenergie zu fließen begann. Genau so sollten wir unser Leben leben. Wir sollten unsere spirituellen Übungen so dosieren, dass wir spirituell wachsen. Aber wir sollten gleichzeitig darauf achten, dass es uns auf unserem Weg körperlich und geistig gut geht. Wir sollten jeden Tag genug Liebe, Freude und Genuss in unser Leben bringen. Wir sollten froh und glücklich unseren spirituellen Weg gehen.

Dalai Lama: „Es gibt ganz einfach Naturgesetze. Wenn wir dagegen verstoßen, werden wir keinen Erfolg haben.“

Nils: Der Kosmos ist eine Glücksordnung. Das innere Programm jedes Wesens ist es nach Glück zu streben und Leid zu vermeiden. Wenn wir uns an die Gesetze des inneren Glück halten, werden wir glücklich werden. Das höchste Glück ist in der Erleuchtung zu finden. Auch hierfür gibt es bestimmte Regeln. Wenn wir nach den Gesetzen der Erleuchtung leben, werden wir eines Tages die Erleuchtung erfahren.

Dalai Lama: „Negative Gedanken entstehen ohne Unterlass und mit größter Leichtigkeit, heilsame Gedanken hingegen nur selten.“

Nils: Positives Denken ist eine wichtige Übung auf dem spirituellen Weg. Wir sollten uns vorstellen, dass wir ein Buddha sind. Wir sollten denken wie ein Buddha, reden wie ein Buddha und handeln wie ein Buddha. Dann werden wir ein Buddha. Wenn wir Gedanken der Liebe, der Gelassenheit und des Glücks pflegen, dann entwickeln sich diese Eigenschaften in uns. Dann erhalten wir ein Leben der Liebe, des Friedens und des Glücks.

Dalai Lama: „Es gibt zwei Arten von Religionen. Der Buddhismus ist eine Religion ohne persönlichen Gott. Im Buddhismus steht nicht Gott, sondern die Erleuchtung im Mittelpunkt. Das Christentum glaubt an einen persönlichen Schöpfer der Welt. Aber alle Religionen stimmen darin überein, dass Liebe und Mitgefühl die Menschen besser machen.

Nils: Aus meiner Sicht geht es bei allen Religionen um die Erleuchtung. Aber es gibt verschiedene Wege zur Erleuchtung. Der Glaube an einen persönlichen Gott ist für manche Menschen hilfreich. Es ist ähnlich wie der Glaube an einen erleuchteten Meister, der einem mit seiner Energie auf dem spirituellen Weg hilft. Viele Menschen glauben lieber an sich selbst und an die eigene Kraft. Auch im Buddhismus gibt es verschiedene Wege. Im Amitabha-Buddhismus vertrauen wir hauptsächlich auf die Kraft Amitabhas (also eines erleuchteten Meisters). Buddha lehrte eher den Weg der eigenen Kraft und der Selbstrettung. Ich persönlich brauche beide Wege. Meistens gehe ich den Weg der eigenen Kraft, aber manchmal hilft mir nur der Glaube an die Kraft meiner Meister (Buddhas, des Dalai Lamas, Amitabhas).

Dalai Lama: „Glücklichsein ist eine der besten Methoden, um gesund zu werden und es auch zu bleiben.“

Nils: Die fünf wichtigsten Methoden, um glücklich und gesund zu bleiben, sind 1. gesunde Ernährung 2. regelmäßig Sport (Yoga, Gehen) 3. regelmäßige Meditation (Stress vermeiden) 4. Schadstoffe vermeiden (Rauchen, Alkohol, Drogen) 5. positives Denken. Dadurch können wir unser Leben um durchschnittlich 14 Jahre verlängern. Mögen wir alle gesund und glücklich leben. Ein wenig Selbstdisziplin bewirkt einen großen Effekt.

Dalai Lama: „Wenn wir regelmäßig meditieren, erleben wir eine tiefe innere Wandlung.“

Nils: Meditation ist ein Weg zur Beruhigung des Geistes, zur inneren Heilung und zur Erleuchtung. Ich praktiziere eine Zweistufen-Meditation. Zuerst aktiviere ich mit Visualisierungen (Gottheiten-Yoga, Guru-Yoga), Mantren und Atemtechniken meine Kundalini-Energie. Ich lade meinen Körper mit Energie auf. Dann komme ich zur Ruhe und die Meditation entwickelt sich von alleine weiter. Negative Gefühle lösen sich auf und es entstehen Frieden und inneres Glück.

Wie lange wir meditieren, hängt von unseren Möglichkeiten und Fähigkeiten ab. Anfänger sollten 20 Minuten am Tag meditieren. Wichtig ist es immer genau zu spüren, Welche und wie lange eine Meditation uns gut tut. Wir können auf den Atem meditieren, ein Mantra denken, den Körper durchspüren oder einfach nur unsere Gedanken stoppen. Wenn wir sehr unruhig sind, ist es gut, sich ruhig hinzusetzen und den Geist und die Gefühle zu beobachten. Wir betrachten was in uns ist und was unsere Ziele sind. So besinnen wir uns jeden Tag immer wieder auf uns selbst und unseren spirituellen Weg.

Dalai Lama: „Das Ziel unseres Lebens ist das Glück aller. Echtes Mitgefühl erzeugt ein spontanes Bedürfnis sich für das Wohl anderer einzusetzen.“

Nils: Die Erde ist ein zusammenhängendes Ökosystem. Wir hängen körperlich, geistig und energetisch alle zusammen. Wir sind eine Familie. Wir sollten gut für uns selbst, für unsere Mitwesen und für die ganze Welt sorgen. Der beste Glücksweg ist der Weg der Erleuchtung verbunden mit dem Weg der Liebe. Dieser Weg bringt uns spirituell am schnellsten voran. Auf ihm erreichen wir das größte Glück. Je mehr Menschen diesen Weg gehen, desto besser wird es der Welt gehen. Mögen wir alle Buddhas und Bodhisattvas werden. Mögen wir alle dauerhaft im Licht und in der Liebe leben.

Dalai Lama: „Wer mit sich im Reinen ist, ist ein glücklicher Mensch.“

Nils: Was bedeutet es mit sich im Reinen zu sein? Innere Reinheit ist ein Ausdruck für innere Harmonie. Ein Mensch ist mit sich, seinen Zielen und seinem Leben in Harmonie. Er ist nicht zerrissen von Wünschen, Schuldgefühlen und äußeren Anhaftungen. Er tut das, was er für richtig hält. Er geht den Weg seiner Wahrheit, Weisheit und Richtigkeit. Er ist im Einklang mit seinem Gefühl und seinem Verstand. Es ist egal, ob wir groß oder klein, schwach oder stark, arm oder reich sind. Wichtig ist nur, dass wir mit uns selbst im Reinen sind. Und wenn wir nicht mit uns im Reinen sind, dann sollten wir alles tun, um unseren Weg der Reinheit, Richtigkeit und inneren Harmonie zu finden.

Dalai Lama: „Es ist wichtig einen Sinn für universelle Verantwortung zu entwickeln. Der Gedanke, andere zu beschützen und zu lieben, muss uns zur Gewohnheit werden.“

Nils: Der erleuchtete Meister Atisha lehrte es, sich mit seinen Mitwesen zu identifizieren. Wenn wir uns gedanklich in unsere Mitmenschen versetzen, dann möchten wir ihr Leid überwinden und allgemeines Glück erzeugen. Durch den Weg des Mitgefühls (Tonglen) gelangen wir in ein Einheitsbewusstsein. Es ist ein guter Weg in die Liebe, ins Glück und zur Erleuchtung. Konzentriere dich mehr auf das Glück deiner Mitmenschen als auf dein eigenes Glück.

Dalai Lama: „Jeder hat seine eigene Sicht der Wahrheit. Es ist äußerst wichtig, klar zu unterscheiden zwischen der wirklichen Seinsweise (absolute Wahrheit) und ihrem persönlichen Erscheinungsbild (relative Wahrheit).“

Nils: Es ist äußerst wichtig, dass wir in der Wahrheit leben. Auch wenn es zunächst nur unsere persönliche Wahrheit ist. Wenn wir konsequent in der Wahrheit leben, kann Weisheit in uns entstehen. Wir begreifen die Dinge, wie sie wirklich sind. Wir wachsen zur Erleuchtung. Wir erwachen. Wir gelangen von der relativen Wahrheit zur absoluten Wahrheit. Es gibt eine absolute Wahrheit. Sie können wir nur in der Erleuchtung erkennen. Bis dahin trübt unser Ego unsere Sicht. In der Erleuchtung erlangen wir ein Einheitsbewusstsein. Wir denken von der Ganzheit her. Und alle Dinge sind richtig an ihrem Platz.

Dalai Lama: „Wenn man in seinem Alltag die buddhistischen Lehren zur Anwendung bringt, dann wird das von selbst zur Erleuchtung führen.“

Nils: Die Grundlage des Buddhismus sind die fünf Silas. Wenn wir in der Wahrheit leben (nicht lügen), gewaltfrei leben (friedfertig, andere Wesen nicht verletzen), äußerlich bescheiden leben (anderen nichts wegnehmen, mit dem zufrieden sind, was wir haben), keine berauschenden Mittel nehmen und richtig mit der Sexualität umgehen, dann erhalten wir ein gutes Karma. Wenn wir jeden Tag spirituell praktizieren (meditieren, an unseren Gedanken arbeiten, achtsam auf unser Verhalten sind, allen Wesen Liebe schenken), dann führt uns das zur Erleuchtung. Wir müssen leben wie ein Buddha, damit wir ein Buddha werden.

Dalai Lama: „Einfachheit ist äußerst wichtig, wenn man glücklich sein will. Nur wenige Wünsche haben, zufrieden sein mit dem, was man hat – das gibt sehr viel Kraft. „

Nils: Zur Zufriedenheit gelangt man, wenn man seine Ziele erreicht. Wir sollten uns ein Leben aufbauen, in dem wir uns wohl fühlen. Für die Zufriedenheit ist es aber auch wichtig, dass man seine Ansprüche an das Leben nicht endlos wachsen lässt. Wir brauchen die Fähigkeiten der Bescheidenheit, der Genügsamkeit und der Demut. Der Dalai Lama bevorzugt eine einfache Lebensweise. Wir sollten danach streben äußerlich bescheiden und innerlich reich zu sein. Und die Liebe in den Mittelpunkt unseres Lebens stellen. Und dann mit Selbstdisziplin unseren Weg der Wahrheit und Liebe gehen. Das ist bereits eine erleuchtete Lebensweise.

Dalai Lama: „Die Quelle für das Glücklichsein ist ein mitfühlendes und liebendes Herz.“

Nils: Wir sollten einander bei Leid helfen und es gemeinsam tragen. So entsteht eine glückliche Welt. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Geteilte Freude ist doppelte Freude. Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.

Dalai Lama: „Es ist legitim Schmerz vermeiden zu wollen.“

Nils: Das ist ein großer und wichtiger Satz des Dalai Lama. Wir sollten Schmerz vermeiden, soweit es geht. Manche Dinge müssen wir annehmen, weil wir sie nicht verändern können. Aber vieles können wir verändern. Wir können für äußere Verhältnisse sorgen, die uns gut tun. Wir können innerlich das Leid des Lebens akzeptieren und es durch Meditation und positives Denken transzendieren, soweit es uns möglich ist. Ein Buddha lebt im inneren Frieden und Glück. In einer Welt des Leidens lebt er in einer Ebene des Lichts. Er hat das Licht in sich und sendet das Licht in die Welt. Sein Weg der Liebe lässt ihn das Leid im Leben vergessen.

Dalai Lama: „Es gibt verschiedene Arten von Meditationsübungen. Eine Meditation besteht darin, den Geist an Qualitäten wie Liebe und Vertrauen zu gewöhnen. „

Nils: Die tägliche Gedankenarbeit ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Erleuchtung. Wir entwickeln Qualitäten wie Liebe, Frieden, Kraft und Glück, indem wir jeden Tag unseren Geist positiv ausrichten. Wir überlegen uns die Eigenschaft, die wir heute verstärken wollen. Und dann finden wir einen Gedanken, der uns hilft. Welcher Gedanke bringt dich heute in die Liebe? Wünsche allen Wesen Glück und du wirst Glück in dir spüren.

Dalai Lama: „Wenn wir imstande sind jedes aufkeimende negative Gefühl zu erkennen und es genau zu betrachten, wenden wir allmählich zu mehr Ausgeglichenheit finden. „

Nils: Das Zentrum des Buddhismus ist eine Geisteshaltung der Gelassenheit, des Glücks und der Liebe. Wir müssen negative Gedanken im Zeitpunkt ihres Entstehens erkennen. Wenn wir sie sofort stoppen, analysieren und durch positive Gedanken ersetzen, können wir dauerhaft glücklich sein.

Dalai Lama: „In der Meditation können wir lernen, dass der Frieden in uns ist. „

Nils: Es gibt viele Wege der Meditation. Wir sollten spüren, was wir gerade brauchen und was uns persönlich gut tut. Der einfachste Weg der Meditation ist es sich jeden Tag fünf Minuten an einem ruhigen Ort hinzusetzen und sich auf sich selbst zu besinnen. Wir spüren unseren Körper, unsere Gefühle, unsere Umwelt und die Gedanken, die in uns sind. Wir können über unser spirituelles Ziel nachdenken und überlegen, was heute genau unser Weg ist. Wir können uns als Buddha visualisieren und dadurch inneren Frieden finden. Wir denken das Mantra: „Ich bin ein Buddha. Ich lebe in der Ruhe und aus der Ruhe heraus. Ich gehe den Weg der Ruhe.“ Wir können uns als Bodhisattva visualisieren, der in der Liebe zu allen Wesen lebt. Wir denken das Mantra: „Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben. Möge ich die Liebe in die Welt bringen.“ Oder wir achten auf unseren Atem, spüren unseren Körper und zählen in uns solange die Zahlen von 1 bis 20, bis wir in uns zur Ruhe gekommen sind.

Dalai Lama: „Der Friede und die Glückseligkeit des Nirvana sind ein Zustand des völligen Freiseins vom Leid. Sie sind unvorstellbar.“

Nils: Das Ziel des Buddhismus ist es die Erleuchtung zu erlangen und ins Nirvana zu kommen. Das Nirvana kann man sowohl auf der Erde als auch nach dem Tod im Jenseits erreichen. Das Nirvana ist ein Bewusstseinszustand. Man lebt in einem Zustand der Egolosigkeit und in einem Einheitsbewusstsein. In sich erfährt man Frieden und Glück. Aus meiner Sicht gibt es viele Stufen der Erleuchtung. Wir können in unserem Leben etwas Glück, viel Glück und das unermessliche Glück der Erleuchtung erreichen. Wobei das Glück der Erleuchtung ein Glück besonderer Art ist. Es ist eine Mischung aus Ruhe, Zufriedenheit, innerer Harmonie und Glückseligkeit. Nach Nyanatiloka Mahatheras ist Nirwana gleichbedeutend mit einem Leben in der Ruhe und im Glück: „Ein Buddha lebt sanftmütig in einer Welt des Kampfes. Er verweilt suchtlos in einer Welt der Süchte. Er ruht leidbefreit in einer Welt des Leidens. Nirwana ist das höchste Glück. Gut ist es, einen Erleuchteten zu treffen. Sein Licht erhellt die Welt. Seine Weisheit weist den Weg zum Glück.“

Dalai Lama: „Zufriedenheit muss von innen kommen.“

Nils: Zufriedenheit ist ein wichtiges Ziel im Leben. Wie erreichen wir Zufriedenheit? Wir sollten uns überlegen, was wir von unserem Leben wollen. Was sind unsere Ziele? Wir sollten uns ein Leben aufbauen, in dem wir uns wohl fühlen. Wir sollten uns das geben, was wir brauchen. Aber wir sollten auch unseren Genugpunkt kennen. Wir sollten festlegen, wo unser Genug ist. Sonst wachsen unsere Wünsche ins Unermessliche und wir finden nie zur Zufriedenheit. Wir müssen unsere Wünsche begrenzen. Wir sollten uns auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist im Leben. Durch unsere spirituellen Übungen können wir inneres Glück erlangen. Erwacht das Glück in uns, entsteht die große Zufriedenheit mit uns und unserem Leben.

Dalai Lama: „Wenn du Hoffnung hast, kannst du deine Probleme überwinden.“

Nils: Hoffnung ist eine starke Kraft. Ein Bodhisattva strebt nach Erleuchtung, um alle seine Mitmenschen ins Glück zu bringen. Er gibt nie auf. Er ist getragen von der Kraft der Hoffnung. Dank der Unterstützung der Buddhas und Bodhisattvas wird er eines Tages sein Ziel erreichen. Er wird letztlich alle Probleme auf seinem Weg überwinden.

Dalai Lama: „Alle religiösen Glaubensrichtungen verfolgen trotz philosophischer Differenzen ein ähnliches Ziel. Jede Religion betont die Vervollkommnung des Menschen, Liebe, Achtung des anderen, Teilhabe am Leid anderer. Alle Religionen akzeptieren, dass es eine andere Kraft jenseits der Reichweite unserer gewöhnlichen Sinne gibt.“

Nils: Das Zentrum aller Religionen ist die Erleuchtung. Manche nennen es Erwachen, Nirwana, Gott, im Licht leben, Verwirklichung der Buddha-Natur. Die Wege sind teilweise unterschiedlich und teilweise ähnlich. Alle Religionen betonen den inneren Frieden und die Liebe. Und alle Religionen arbeiten letztlich mit der spirituellen Energie, egal ob sie es Licht, Heiliger Geist, Chi, Prana oder Atem nennen. Alle Religionen kennen die Kraft der Mantren und der Gebete, mit denen die spirituelle Energie erweckt wird.

Dalai Lama: „Ob ein Verhalten gut oder schlecht, heilsam oder schädlich ist, wird grundsätzlich von der dahinter stehenden Motivation bestimmt.“

Nils: Unsere Gedanken und unser Handeln bestimmen unser Karma. Wir sollten heilsame Gedanken und heilsames Handeln pflegen. Wir sollten positiv denken und positiv handeln. Wir sollten uns daran orientieren ein Buddha zu werden. Ein Buddha besitzt Eigenschaften wie Gelassenheit, Weisheit, umfassende Liebe und Tatkraft. Er lebt in der Ruhe und handelt es der Ruhe heraus. Er widmet sein Leben dem Glück aller Wesen.

Dalai Lama: „Materieller Fortschritt kann den Menschen kein endgültiges und dauerhaftes Glück bringen. Wirkliches Glück muss von innen kommen. „

Nils: Laut Glücksforschung kommen 90 % des Glücks eines Menschen aus seiner Psyche. Wir brauchen eine Glückspsyche, damit wir in unserem Leben glücklich sind. Wie erhalten wir eine Glückspsyche? Laut Glücksforschung genügen dazu einige wenige Übungen am Tag. Wir sollten jeden Morgen unseren Geist positiv einstellen. Was ist heute unser positiver Gedanke? Wofür sind wir dankbar? Was ist das Schöne in unserem Leben? Jeden Abend sollten wir über den Tag nachdenken. Konnten wir unser inneres Glück bewahren? Was können wir besser machen? Wichtig ist es auch jeden Tag 20 Minuten zu meditieren und regelmäßig etwas Sport zu treiben (Yoga, Gehen, Joggen). Wenn wir achtsam auf unsere Gedanken sind, regelmäßig meditieren, Sport treiben und uns gesund ernähren, erhalten wir eine positive Psyche und ein glückliches Leben. Der Dalai Lama ist dafür ein gutes Vorbild. Er achtet auf seine Gedanken, meditiert einige Stunden und treibt jeden Tag etwas Sport, notfalls am Laufband. Und er pflegt auch die Geselligkeit und hat viel Freude am Leben.

Dalai Lama: „Die Entwicklung von Liebe und heilender Hinwendung ist grundlegend. Es ist wichtig, dass wir das im täglichen Leben praktizieren.“

Nils: Die Essenz des spirituellen Weges ist es im anhaftungslosen Sein (in der inneren Ruhe, im inneren Frieden, in der Gelassenheit) und im Geben (in der umfassenden Liebe) zu leben. Dadurch entwickelt sich am besten unser inneres Glück. Dadurch kommen wir zur Erleuchtung. Dadurch werden wir ein Buddha. Ein weltlicher Mensch lebt vorwiegend in der Sucht und im Haben-Wollen. Er will Geld, Liebe, Anerkennung, Reichtum und äußeren Genuss. Dadurch blockiert er seine spirituelle Energie. Der erste Schritt ins Licht ist es die Anhaftung an äußere Dinge und andere Menschen loszulassen. Am wichtigsten aber ist es ins Geben zu kommen. Damit lösen wir unsere Suchttendenzen auf und kommen in ein Einheitsbewusstsein. Durch das Geben entstehen Liebe, Glück und Erleuchtung in uns. Um in die Liebe zu kommen, müssen wir nichts Großes tun. Es genügt oft eine kleine gute Tat, um unseren Geist positiv umzuwandeln. Manchmal genügt es bereits allen unseren Freunden Licht zu senden und zu denken: „Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“

Dalai Lama: „Wie lassen sich Weltliches und Spirituelles harmonisch miteinander verbinden? Wenn die Motivation eines Menschen von gutem Willen, positiven Gefühlen und dem Wunsch nach dem Wohl der anderen inspiriert ist.“

Nils: Spiritualität und weltliches Denken sind Gegensätze. Auf dem weltlichen Weg denken wir vom Ego aus. Wir haften an Genüssen an und lehnen Leid ab. Auf dem weltlichen Weg verspannen wir uns immer mehr durch den Stress des Lebens. Das innere Glück schrumpft. Auf dem spirituellen Weg wachsen wir immer weiter ins Licht, in die Liebe, im Frieden und im Glück. Wir dürfen auch weltlichen Freuden leben. Aber wir müssen den Schwerpunkt unseres Lebens auf die Spiritualität legen. Wie wir das machen, hängt von unserer Person und unserer Situation ab. Unsere Kreativität ist gefordert. Der einfachste Weg ist ein tägliches spirituelles Ritual. Ein guter Weg ist es nach einem spirituellen Tagesplan zu leben. Der höchste Weg ist es in allen weltlichen Dingen eine spirituelle Motivation und Einstellung zu bewahren.

Dalai Lama: „Qualitäten, die vom Bewusstsein abhängen, können unbegrenzt vermehrt werden.“

Nils: Wir können unbegrenzt in innerem Frieden, Kraft, Liebe, Weisheit und Glück wachsen. Spirituell gesehen können sich unser Chakren unermesslich öffnen. Wir können unermesslich in unserer Energie wachsen, wenn wir den spirituellen Weg gehen. Bis wir eines Tages ein Buddha sind. Wer Liebe möchte, sollte Liebe geben. Wer Weisheit möchte, sollte über sich und das Leben nachdenken. Wer Frieden möchte, sollte alle Anhaftungen loslassen. Wer Kraft braucht, der sollte Sport treiben und mit Selbstdisziplin seinen Weg gehen.

Dalai Lama: „Das Bewusstsein wird immer da sein. Wenn wir die Buddhaschaft erreichen, so wird dieses Bewusstsein zum Allwissen erleuchtet. Dennoch wird dieses Bewusstsein als individuelle Wesenheit weiter existieren.“

Nils: In einer tiefen Erleuchtungserfahrung habe ich das auch gesehen. Man ist allumfassendes Bewusstsein in höchster Glückseligkeit, ewig, ohne Identität, aber mit einem individuellen Bewusstsein, das heißt man kann individuell handeln. Das widerspricht nicht der Lehre Buddhas. Es ergänzt sie. Buddha hat andere Dinge betont. Aber letztlich hat er das Gleiche erfahren. Erleuchtung ist über allen Worten. Man begreift es nur, wenn man es erfahren hat. Insbesondere kann Egolosigkeit und individuelles Bewusstsein gleichzeitig nebeneinander existieren. Auch ein Buddha kann individuell handeln.

Dalai Lama: „Wir müssen die verschiedenen Formen der Leid verursachenden Emotionen erkennen und lernen, sie auf der Stelle zu kontrollieren. Sobald sich eine der Leid verursachenden Emotionen ankündigt, sollte man an die entgegengesetzte Eigenschaft denken, indem man die Vernunft benutzt, um die entgegengesetzte Einstellung zu erzeugen. Wenn du das nicht kannst, dann versuche deine Aufmerksamkeit von der Emotion abzulenken, indem du spazieren gehst oder auf deinen Atem achtest.“

Nils: Das ist die Essenz des positiven Denkens. Der Weg der Erleuchtung besteht im Wesentlichen aus Meditation und positivem Denken. Die entscheidende Erkenntnis der Psychologie ist es, dass Gefühle und Gedanken zusammenhängen. Wenn wir ein negatives Gefühl wie Wut, Trauer, Sucht oder Angst in uns spüren, dann wird dieses Gefühl meistens durch einen negativen Gedanken verursacht. Ein Gedanke ist dann negativ, wenn er uns schadet, unseren Mitmenschen schadet, unsere Erleuchtung blockiert oder nicht der Wahrheit entspricht. Ein Gedanke ist positiv, wenn er hilfreich für uns und unsere Mitmenschen ist. Auch Gefühle von Wut, Angst, Trauer oder Sucht können auf positiven Gedanken beruhen. Positiv ist eine Sucht dann, wenn wir süchtig nach Erleuchtung sind. Positiv ist Trauer dann, wenn wir damit zum Loslassen und inneren Frieden kommen. Positiv ist Angst dann, wenn sie uns vor Gefahren schützt. Positiv ist Wut dann, wenn sie uns Kraft gibt, um uns und die Welt zu retten. Unsere Weisheit sagt uns, wann ein Gedanke positiv oder negativ ist. Positiv ist ein Gedanke grundsätzlich dann, wenn er Frieden, Liebe, Glück, Weisheit und Erleuchtung in uns erzeugt. Positive Gefühle und Gedanken können wir auf verschiedene Weisen erzeugen. Oft genügt schon das klare Nachdenken über eine Situation. Die Grundtechnik ist es einen negativen Gedanken durch einen entgegensetzen positiven Gedanken zu überwinden.

Dalai Lama: „Die schwerste Zeit im Leben ist die Periode größten Gewinns an Erkenntnis und Erfahrung. In schweren Zeiten kann man am ehesten lernen, innere Stärke und Entschlusskraft sowie den Mut zu entwickeln, sich Problemen zu stellen.“

Nils: Der Buddhismus ist ein Weg der Leidbefreiung. Durch die Erleuchtung erheben wir uns über das Leid des Lebens. In Phasen des Leidens erkennen wir, wie wichtig die Erleuchtung für uns ist. Wir entwickeln das Bedürfnis, den Weg der Erleuchtung zu gehen. Das Leid des Lebens gibt uns die stärkste Motivation den Weg der Befreiung zu gehen. Viele Menschen sind gerade durch Zeiten des Leidens zur Erleuchtung durchgebrochen. Wie können wir das Leid des Lebens überwinden? Durch den achtfachen Pfad Buddhas. Wir entwickeln den festen Entschluss den Weg der Leidbefreiung zu gehen. Wir arbeiten an unseren Gedanken, meditieren und erlangen inneren Frieden. Wir streben nach Erleuchtung, finden unseren Weg und gehen ihn konsequent bis zum Ziel.

Vajrasattva-Meditation von Chimed Rigdzin Lama

Die Vajrasattva-Meditation ist eine zentrale Reinigungspraxis im tibetischen Buddhismus. Sie reinigt uns von inneren Spannungen und Energieblockaden. Sie aktiviert unsere Windenergie (Lunge, Kundalini) und bringt uns schnell zu innerem Frieden, Glück und allumfassender Liebe. Basierend auf einem Text meines Dzogchen-Meisters Chimed Rigdzin Lama, stelle ich die Meditation hier vereinfacht und für westliche Menschen verständlich dar.

  1. Wir sehen vor uns ein Bild oder eine Statue des Bodhisattva Vajrasattva. In seiner rechten Hand hält er einen Vajra (ein Symbol für Energie und Kraft) vor dem Herzchakra. Er ist der Meister der spirituellen Kraft und Energie. Mit der linken Hand bewegt er eine tibetische Gebetsglocke vor seinem Unterbauch. Damit aktiviert er die Kraft (Lung), die spirituelle Energie in sich selbst. Wir bewegen die Glocke kraftvoll in der Realität oder in unserer Vorstellung und erhalten dadurch innere Kraft. Dazu können wir das Mantra Hung denken. Ich bevorzuge: „Om Vajrasattva Hum“.
  2. Wir verbinden uns mit Vajrasattva durch das Mantra „Om Vajrasattva Hum“. Wir denken das Mantra mehrmals und werden selbst zu Vajrasattva. Auf unserem Kopf tragen wir die Krone des spirituellen Meisters. Wir sehen uns als erleuchtete Gottheit, als goldener Bodhisattva voller Liebe und Licht. Wir sitzen auf einem goldenen Lotusthron.
  3. Aus der Mitte unseres Herzens senden wir durch unsere rechte Hand zunächst Licht in den Himmel über uns, um den ganzen Kosmos mit Licht zu erfüllen. Wir denken mehrmals das Mantra Licht, bewegen die Glocke und werden schließlich eins mit dem Licht um uns herum. Dadurch sind wir voll von Licht, Liebe, Frieden und Glück.
  4. Zweitens senden wir mit der rechten Hand Licht aus unserem Herzen (Herzchakra) zu allen fühlenden Wesen, den guten und auch den schlechten (Dämonen). Wir senden Licht zu all unseren Problemen und allen Schwierigkeiten in unserem Leben. Während wir dies tun, denken wir das Mantra „Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“
  5. Jetzt wird es lustig. Wir fahren fort, die Glocke geistig oder in der Realität zu bewegen. Wir nehmen das Leiden aller Wesen auf und schicken es durch unseren Hintern zum Herrn des Todes, der in der Erde unter uns wohnt. Er nimmt alle Leidensenergie mit seinem Mund auf und verschlingt sie. So werden wir und alle Wesen vom Leiden befreit. Alles Leiden, alle Krankheiten und alle Hindernisse auf unserem Weg lösen sich auf. Das bedeutet, dass wir alles Leid geistig an die Erde abgeben. Wir lassen es los. Wir nehmen alle Dinge an, wie sie sind, und werden so innerlich frei von ihnen. Wir erlangen inneren Frieden, Gleichmut und Gelassenheit.
  6. Wir bewegen die großen Zehen an unseren Füßen und stellen uns vor, wie von den großen Zehen ein Lichtstrahl (Energiestrahl, Lung) zu all unseren Freunden fließt und alle ihre Wünsche erfüllt. Dadurch wird unser zentraler Energiekanal aktiviert. Das gibt uns Frieden, Liebe und Glück. Das bringt uns in das Einssein aller Wesen.
  7. Schließlich denken wir das Mantra „Om alle Buddhas und Bodhisattvas. Om innere Weisheit. Bitte hilf mir auf meinem Weg.“ Auf diese Weise erhalten wir den Segen aller Buddhas und Bodhisattvas.
  8. Wir stoppen alle Gedanken, kommen zur Ruhe und sitzen ein paar Minuten entspannt. Wir lassen die Energien der Meditation in uns wirken. Wir gehen energetisch gestärkt in unseren Tag.

Kleine Glücks-Meditation

  1. Wir sitzen entspannt mit geradem Rücken und atmen mehrmals tief ein und aus. Wir laden uns so mit Energie auf und kommen in uns zur Ruhe. Die Hände liegen in unserem Schoß.
  2. Wir stellen uns auf unserem Kopf (Scheitelpunkt) einen Buddha vor. Wir bitten: „Om Buddha. Om innere Weisheit. Bitte hilf mir und führe mich auf meinem Weg.“ Wir denken das Mantra mehrmals, bis wir gut mit dem Buddha verbunden sind und ihn deutlich spüren können.
  3. Wir bewegen segnend eine Hand und senden allen unseren Freunden Licht. Dabei denken wir das Mantra: „Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“ Wir denken das Mantra so lange, bis wir uns mit unseren Freunden und der ganzen Welt verbunden fühlen.
  4. Wir stoppen eine Minute alle Gedanken. Wir entspannen uns. Wir spüren nach. Wie fühlen wir uns?
  5. Wir gehen optimistisch durch das Leben.

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