Spiel der Erleuchtung

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Guru-Orakel

Die besten Geschichten. Yoga, Buddhismus, spirituelle Psychologie.

Dein innerer Guru (dein innerer Buddha, dein göttliches Selbst, dein tiefes Unterbewusstsein) beantwortet deine Fragen und hilft dir auf deinem Weg. Spüre bei der Interpretation der Texte genau in deine eigene innere Wahrheit hinein. Interpretiere sie auf deine Weise. Ein Orakel für den spirituellen Weg. Du hast die Macht dein Schicksal selbst zu gestalten. Wie wirst du ein Sieger in deinem Leben? Denke dir eine Zahl zwischen 1 und 108 oder lasse dir deine Zahl durch einen Zufallsgenerator geben. Klicke auf Generieren und lies die Zahl im Orakel nach. Was ist die heutige Botschaft?

Zahlen 1-10, 11-20, 21-30, 31-40, 41-50, 51-60, 61-70, 71-80, 81-90, 91-100, 101-108

Eine Einführung in den Buddhismus mit heiteren und spannenden Geschichten. Der Weg der buddhistischen Psychologie in der Form eines Orakels. Die traditionelle Aufteilung in Hölle, Menschenwelt, Himmel und Erleuchtung wird psychologisch interpretiert. Die Grundlage dieses Orakels ist das tibetische Spiel „Reise ins Nirvana“ von Mark Tatz und Jody Kent. Es beschreibt die Entwicklungsstufen des Bewusstseins von der tiefsten Hölle (Depression) bis in den höchsten Himmel (Erleuchtung).

Das Spiel vom Karma stammt ursprünglich von dem großen tibetischen Gelehrten und erleuchteten Meister Sa-Pa, der im 13. Jahrhundert in Tibet lebte. Es geht darum, dass der Mensch letztlich sein Schicksal selbst bestimmt. Er setzt in seinem Leben bestimmte Ursachen, die bestimmte Folgen haben. Buddhisten glauben daran, dass das Bewusstsein des Menschen nach dem Tod des Körpers weiterlebt und entsprechend seinem Karma in bestimmten Bereichen wiedergeboren wird. Das Karma-Orakel zeigt uns auf, welche Zukunft wir zu erwarten haben und vor allem, was wir tun können, um ein gutes Karma zu erhalten. Gutes Karma kann sich in diesem und im nächsten Leben realisieren. Vor allem aber zeigt uns das Spiel auf, wo wir spirituell gerade stehen. Es gibt uns hilfreiche Hinweise für ein gutes Karma. Es zeigt uns, wie wir Frieden, Glück, Liebe, Erfolg und Erleuchtung erreichen können. Es macht uns bewusst, dass wir ein positiver Gestalter unseres Karmas sein können.

1 Vajra-Hölle. Für alle Menschen, die den spirituellen Weg für ihr Ego missbrauchen. Hüte dich vor Missbrauch. Manchmal ist es ein schmaler Grat zwischen Missbrauch und spiritueller Hilfe. Achte auf deine Motivation. Erkenne deine Egomotivation. Wo lebst du aus einer spirituellen und wo aus einer weltlichen Motivation heraus. Sind Wahrheit und Liebe das Zentrum deines Lebens? Beantwortest du die Frage mit Ja, ist alles gut. Antwortest du mit Nein, überlege, was du ändern kannst.

Der tibetische Yogi Milarepa: „Willst du mein Schüler werden, musst du die Gelübde bewahren. Mißachte nicht die Regeln des Vajrayana (die fünf Silas), vergiß niemals das große Mitgefühl (den Weg der Liebe). Solltest du die Regeln brechen, kommst du in die Vajrahölle.“

Eine Frau verliebt sich in einen Guru

Shakti war eine schöne Frau, doch sie litt an Depressionen. Ständig fluteten negative Gedanken durch ihren Geist. Sie konnte sich nicht davon befreien. Sie war äußerlich reich und innerlich unglücklich. Sie suchte überall Hilfe, doch keiner konnte ihr helfen. Sie probierte viele Wege aus. Doch kein Weg rettete sie vor ihrem inneren Leid. 

Wer wirklich Depressionen kennt, der weiß, dass es ein Leben in der Hölle ist. Und sehr oft ist es schwer einen Weg daraus zu finden. Viele Menschen bleiben lebenslänglich in ihrem inneren Unglück gefangen. Die heute Psychologie versucht es überwiegend mit Tabletten. Doch Tabletten sind nur eine äußere Lösung. Sie können etwas helfen, aber der Preis ist eine körperliche Abhängigkeit und ein gedämpftes Lebensgefühl. Und oft lässt die Wirkung auch nach einiger Zeit nach. Besser ist es eine wirkliche innere Heilung zu finden. Und diese Heilung gibt es letztlich nur durch den spirituellen Weg.

Shakti suchte auch die Befreiung von ihrer Depression und traf bei ihrer Suche auf ihren Guru. Sie war begeistert von ihrem Guru. Er war ein feinsinniger Schriftgelehrter und Shakti stand auf feinsinnige Intellektuelle. Ihr Guru lehrte den einfachen buddhistischen Weg. Der einfache buddhistische Weg für Laien (also Menschen, die keine Mönche oder Nonnen sind) sind die fünf Silas. Die fünf Silas sind die Grundregeln im Buddhismus. Sie lauten: Nicht töten, nicht stehlen, nicht lügen, keine berauschenden Mittel und kein sexuelles Fehlverhalten. 

Der Guru war sehr klug. Er wusste, dass die einfache Befolgung der fünf Silas zwar ein gutes Karma und möglicherweise ein positives äußeres Leben bewirkt, aber sie bewirkt keine innere Befreiung. Der Guru hatte deshalb die fünf Regeln so erweitert, dass sie einen Menschen zum inneren Frieden, in die Liebe, ins Glück und zur Erleuchtung führten. Den Grundsatz „nicht töten“ erweiterte er zu dem Grundsatz der Gewaltlosigkeit. Den zweiten Grundsatz „nicht stehlen“ wandelte er in das Prinzip der Gebefreudigkeit um.

Genauso wichtig war der dritte Grundsatz. Aus der Sila „nicht lügen“ machte der Guru den Grundsatz konsequent in der Wahrheit zu leben. Die vierte Regel „keine berauschenden Mittel zu nehmen“, also auf Alkohol, Zigaretten und Drogen zu verzichten, wandelte der Guru in den Grundsatz der Mäßigung um.

Die fünfte Sila ist am schwierigsten, am umstrittensten und wird am meisten verletzt. Sie lautet „kein sexuelles Fehlverhalten“. Aber was bedeutet das genau? Sexuelle Energien sind die Essenz des Tantra-Yoga und des tibetischen Buddhismus. Wir müssen nur richtig damit umgehen. Richtig angewandt führen diese Energien zur inneren Heilung und Erleuchtung. Falsch angewandt führen sie zur Verwirrung und ins Leid.

Der Guru wusste, dass Shakti in ihn verliebt war. Er riet ihr ihre Gefühle zuzulassen und mit seiner Energie zu verschmelzen. Er hatte keinen realen Sex und keine reale Beziehung mit ihr. Aber bereits durch das Zulassen der Liebesgefühle entstand Glück in ihr und die Depressionen verschwanden. Immer wenn Shakti an ihren Guru dachte, spürte sie Liebe und Glück. Sie machte den Guru-Yoga zu ihrer Hauptpraxis, meditierte viel und wurde so von ihrer Depression befreit.

Diese Geschichte beruht auf einem realen Fall. Eine Bekannte von mir war ebenfalls schwer depressiv. Sie machte viele Psychotherapien, die ihr aber alle nicht halfen. Ich selbst konnte ihr nur etwas helfen. Aber dann traf sie ihren Guru und verliebte sich in ihn. Allein die Liebe zu ihrem Guru und die Verschmelzung mit seiner Energie heilten sie von ihrer Depression. 

2. Avici-Hölle. Depression. Die tiefste und heißeste Hölle. Du steckst in Schwierigkeiten fest. Rette dich durch den spirituellen Weg. Befreie dich durch deine spirituellen Übungen (Yoga, Gehen, Lesen, Meditation, Gedankenarbeit). Lebe nach einem spirituellen Tagesplan. Denke konsequent positiv. Bitte jeden Tag die erleuchteten Meister, die Buddhas und Bodhisattvas, deine innere Weisheit um Führung und Hilfe: „Om alle erleuchteten Meister, Om Buddhas und Bodhisattvas, Om innere Weisheit. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg.“ Höre genau auf deinen inneren Guru (deine innere Stimme der Wahrheit und Richtigkeit). Mit Optimismus voran. Gelingen.

Dokaripa in der Hölle

Dokaripa lebte in der Hölle. Er lebte in der Hölle seiner eigenen Gedanken. Er dachte negativ, handelte negativ und erntete negative Ergebnisse. Vor allem erntete er negative Gefühle. Er lebte beständig in Gefühlen von Wut, Neid, Sucht, Trauer, Angst und Depression.

Dokaripa wünschte sich ein glückliches Leben. Er wollte seiner äußeren und inneren Hölle entkommen. Das war sein großer positiver Gedanke. Und wo ein positiver Gedanke ist, folgen eine positive Tat und ein positives Karma. Der positive Gedanke muss nur stark genug sein, man muss an ihn glauben und alles in seiner Macht Stehende tun, um den Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen. Dokaripa hatte sogar noch einen zweiten positiven Gedanken. Er wünschte, dass auch seine leidenden Mitmenschen ein besseres Leben haben. Er wünschte letztlich allen Menschen Glück. Er wünschte eine Welt der Liebe, der Fülle und des Glücks.

So ein Gedanke zieht unweigerlich einen spirituellen Meister an. Ein erleuchteter Meister spürt seine Mitmenschen über jede räumliche Distanz. Ist der Schüler bereit, taucht der Meister auf. Das ist ein spirituelles Gesetz. Und so geschah es auch bei Dokaripa. Plötzlich stand ein Yogi vor ihm. Äußerlich schien er ein Bettler zu sein. Aber er hatte ein inneres Strahlen im Gesicht. Er war umgeben von einer Aura aus Liebe, Frieden, Glück und Wahrheit. Dokaripa hatte sofort Vertrauen zu ihm.

Der Yogi war bereit ihm sein Wissen kostenlos als Geschenk zu geben. Er verlangte von Dokaripa nur, dass er ebenfalls die spirituelle Weisheit an seine Mitmenschen weitergibt. Dazu war Dokaripa gerne bereit. Er war bereit als Bodhisattva für das Wohl aller Wesen zu leben.

Daraufhin übertrug ihm der Yogi seine Energie und gab ihm eine Technik, mit der er von der Hölle in den Himmel kommen konnte. Er lehrte es Dokaripa erfolgreich seine negativen Gedanken zu besiegen. Wenn ein negativer Gedanke auftauchte, sollte Dokaripa ihn sofort durch einen positiven Gedanken ersetzen. Dabei durfte er kreativ sein. Er sollte genau spüren, welcher positive Gedanke ihm im Moment hilft.

Falls er keinen positiven Gedanken finden konnte, sollte er einfach den negativen Gedanken stoppen. Wird ein negativer Gedanke gestoppt, können keine negativen Gefühle und keine negativen Taten entstehen. Allein durch diese Technik verwandelt ein Mensch seinen Geist und sein äußeres Leben im Laufe der Zeit völlig.

Ohne negative Gedanken können keine negativen Gefühle entstehen. Aber ein Mensch ist nicht perfekt. Falls bei Dokaripa doch negative Gefühle wie Wut, Trauer, Angst oder Sucht auftauchten, sollte er sie einfach nur beobachten, darauf meditieren und sie sich innerlich ausleben lassen. Dann würden sie von alleine nach einiger Zeit zur Ruhe kommen.

Er sollte an keinen äußeren Erscheinungen anhaften oder sie innerlich ablehnen. Er sollte einfach nur positiv mit dem Leben fließen. Und falls er Hilfe bräuchte, sollte er an seinen Meister denken. Dann würden sich alle Umstände immer wieder positiv entwickeln.

Dokaripa bedankte sich für das spirituelle Wissen und begann sofort fleißig zu praktizieren. Als Arbeitsloser hatte er viel Zeit zum spirituellen Üben. Bereits nach drei Jahren lösten sich die negativen Strukturen in seinem Geist auf. Seine innere Hölle verschwand und er gelangte in den inneren Himmel. Plötzlich entstanden von alleine fast nur positive Gedanken in seinem Geist. Er lebte überwiegend in Gefühlen von Liebe, Frieden und Glück. 

3. Heiße Hölle. Leid. Wut. Ablehnung. Rette dich durch den spirituellen Weg. Fließe positiv mit dem Leben. Befreie dich von deiner Wut (Schüttelmeditation, Wut herausbewegen, Gehmeditation). Finde zum inneren Frieden. Was ist dein Weg der Weisheit? Was sagt dein innerer Guru? Was ist dein Weg der Richtigkeit? Überwinde schlechtes Karma durch positive Taten. Lebe in der Wahrheit, Liebe und Weisheit. Gehe konsequent auf deinem spirituellen Weg voran. Meditiere und arbeite an deinen Gedanken. Bitte deinen inneren Guru um Führung und Hilfe. Mit Selbstdisziplin voran. Gelingen.

Helfen Gebete?

Es waren einmal zwei buddhistische Nonnen. Die eine Nonne war eine Anhängerin des Theravada und die andere eine Anhängerin des Mahayana. Der Theravada-Buddhismus ist der Weg der Meditation und der Mahayana-Buddhismus der Weg der Liebe. Im Theravada ist das große Vorbild der meditierende Buddha und im Mahayana der segnende Bodhisattva. Im Mahayana glaubt man, dass man vorwiegend durch den Weg der Liebe zur Erleuchtung kommt. Man muss seine Mitwesen wichtiger als sich selbst nehmen und überwindet dadurch sein Ego. Im Theravada glaubt man, dass man vor allem dadurch zur Erleuchtung kommt, dass man Gleichmut entwickelt und weder an irgendetwas anhaftet noch irgendetwas ablehnt.

Die beiden Nonnen waren schon einige Jahre ihren spirituellen Weg gegangen. Die Theravada-Nonne hatte viel meditiert und die Mahayana-Nonne hatte ein großes Herz für alle leidenden Wesen entwickelt. Die eine Nonne war voller Ruhe und die andere voller Liebe und Mitgefühl. Beide Nonnen waren Freundinnen und gingen oft gemeinsam spazierien.

Auf einem ihrer Spaziergänge trafen sie eine kranke alte Frau, die sehr unter ihren Schmerzen litt. Sie saß traurig am Wegesrand auf einer Bank. Die Theravada-Nonne meinte gleichmütig: „Im Leben gibt es Alter, Krankheit und Tod. Das hat schon Buddha erkannt. Wir sollten lernen es gleichmütig zu ertragen.“ Die Mahayana-Nonne widersprach: „Das wichtigste auf dem spirituellen Weg ist die Liebe. Wir müssen ein gutes Herz entwickeln, damit wir spirituell voranschreiten können.“ Sie ging zu der alten Frau, streichelte ihren Arm und ermunterte sie mit den Worten: „Alles wird gut.“

Dann setzten die beiden Nonnen ihren Weg fort. Abends in ihrem Nonnenzimmer meditierte die Theravada-Nonne so lange, bis sie alles Leid auf der Welt vergaß. Die Mahayana-Nonne dagegen betete: „Om alle Buddhas und Bodhisattvas. Bitte helft der armen alten Frau.“ Sie glaubte fest daran, dass der alten Frau jetzt geholfen wird. Die Theravada-Nonne dagegen glaubte fest daran, dass es keine höheren Mächte gibt, die helfen können.

Ein paar Tage später kamen die beiden Nonnen wieder an der Bank mit der alten Frau vorbei. Die alte Frau lachte sie an und erklärte: „Es ist ein Wunder geschehen. Ich bin wieder gesund. Alle Schmerzen sind verschwunden.“ Daraufhin meinte die Theravada-Nonne: „So ein Zufall. Aber auch bei Glück sollte man immer gelassen bleiben.“ Die Mahayana-Nonne dagegen freute sich mit der alten Frau. Das Geschehen hatte ihren Glauben an die Buddhas und Bodhisattvas gestärkt. Sie fühlte sich auf ihrem Weg bestätigt. Abends vor dem Einschlafen sandte sie allen Menschen, die sie kannte, Licht und bat die Boddhas und Bodhisattvas um Hilfe für alle leidenden Wesen auf der Welt.

Am nächsten Morgen wachte sie erleuchtet auf. Ihr Gebet hatte sie in die umfassende Liebe gebracht, ihr Herzchakra geöffnet und sie zu einem wahren Bodhisattva gemacht. Glücklich berichtete sie ihrer Theravada-Freundin davon. Die war sehr neidisch auf den Erfolg ihrer Freundin. Sie nahm ihren Neid zum Anlass noch strenger zu meditieren. Und durch ihre strenge Meditation brach sie nach einem halben Jahr auch zur Erleuchtung durch. Jetzt waren beide Freundinnen erleuchtet. Sie erkannten, dass man sowohl auf dem Weg der Meditation als auch auf dem Weg der Liebe zur Erleuchtung gelangen kann. Aus der Sicht des tibetischen Buddhismus praktiziert man am besten beide Wege.

4. Klagehölle. Dein Leben ist dir zu schwer. Du klagst über dein Leben. Du hast das Gefühl nie genug zu bekommen. Du bekommst nie genug Liebe, Geld, Anerkennung, Erfolg, Gesundheit und Glück. Definiere klar deine Ziele. Sei realistisch. Finde den Weg, auf dem du deine Ziele erreichen kannst. Finde deinen Genug-Punkt. Sorge dafür, dass du genug zum Leben hast. Verlange nicht mehr. Sei bescheiden. Das Glück kommt vorwiegend von innen und nicht von außen. Für das innere Glück brauchst du Ruhe, eine spirituelle Praxis und eine einfache Lebensweise. Ein Weiser lebt äußerlich bescheiden und innerlich reich. Stelle das innere Glück in den Mittelpunkt deines Lebens. Lebe so, dass du jeden Tag zufrieden mit dir bist. Organisiere dein Leben so, dass innere und äußere Zufriedenheit entstehen. Äußere Zufriedenheit entsteht, wenn man die Ziele seines Lebens ausreichend verwirklicht. Innere Zufriedenheit entsteht durch konsequente Gedankenarbeit, tägliche Meditation, inneres Glück und den Weg der Liebe. Dein spiritueller Weg wird dich aus der Hölle (der Leidwelt, dem Leid des Lebens) herausführen. Höre auf deinen inneren Guru. Was rät er dir heute? Vorwärts. Gelingen. 

Ist ein Guru auf dem spirituellen Weg notwendig?

Im tibetischen Buddhismus wird der Guru als das Zentrum des spirituellen Weges angesehen. Warum? Weil uns lebende Menschen am meisten inspirieren. Erleuchtung ist für einen Unerleuchteten nicht zu begreifen. Ein Erleuchteter gibt uns eine Ahnung von der Dimension des Lichts, die das Ziel aller Wesen ist. Ein Erleuchteter erhebt alleine durch seine Anwesenheit unser Bewusstsein. Ein Erleuchteter zeigt uns den Weg zu uns selbst, den wir ohne ihn nicht finden können.  

Zwar hat jeder tief in sich versteckt eine Buddha-Natur. Aber jeder besitzt auch ein Ego, dass ihn vom Weg zu sich selbst abbringen will. Wir können tief in unsere eigene Wahrheit und Weisheit hineinspüren. Wenn wir gut in Kontakt mit uns selbst sind, dann werden wir auch den zu uns passenden spirituellen Weg finden. Und dann kommen wir eines Tages an eine Stufe, wo wir erkennen, dass wir jetzt einen erleuchteten Meister brauchen.  

Das Ego kann nur den Weg des Egos gehen. Selbst wenn das Ego den spirituellen Weg geht, bleibt es immer ein Egoweg. Und dieser Weg endet grundsätzlich bei der Erhöhung des Egos. Das Ego will sich nicht überwinden. Das Ego will sich erhöhen. Das Ego will Anerkennung, Glück, Liebe, weltlichen Genuss, spirituellen Erfolg, Energie von anderen, Liebe von anderen, Macht über andere. Nur jemand, der sein Ego überwunden hat, kann uns helfen über die Dimension unseres Ego hinaus zu gehen.  

1991 traf ich das erste Mal persönlich den Dalai Lama und trat in sein Energiefeld ein. Er erschien mir danach viele Jahre in meinen Träumen und führte mich auf meinem spirituellen Weg. Ich machte 1992 eine Yogalehrer-Ausbildung in Kanada und traf dort den erleuchteten Meister Swami Vishnudevananda. Durch seine Energie konnte ich in der Meditation in tiefe Energiezustände gelangen. Ich fühlte mich fast so, als wäre ich selbst erleuchtet. Ich brach danach später oft in tiefe Erleuchtungszustände durch.  

1996 kam ich dann in eine große spirituelle Krise, die bis 2003 andauerte. Meine Kundalini-Energie erwachte und tobte in meinem Körper und meinem Geist. Ich war oft unruhig, negativ und hatte schwere Schlafstörungen. Ich war nur sehr begrenzt fähig meinen Alltag zu organisieren. Die Krisen führten mich oft an die Grenze meiner Möglichkeiten. In dieser Zeit tauchte der erleuchtete Meister Sai Baba in meinen Träumen auf und führte mich durch die schwierige Zeit.  

Danach fand ich dann zu Mutter Meera, die mich seitdem auf meinem spirituellen Weg begleitet. Sie tut es eher unauffällig. Aber wenn Krisen da sind, hilft sie. Sie sieht und führt mich über eine höhere Dimension. Sie lehrt den Mantra-Yoga. Denke den Namen deines Meisters als Mantra, verbinde dich mit seiner Energie und du wirst auf deinem spirituellen Weg immer Hilfe bekommen.  

Im Buddhismus praktizieren wir grundsätzlich den Guru-Yoga so, dass wir uns jeden Tag mit Buddha als unserem Vorbild, seiner Lehre als unserem Weg und der Gemeinschaft aller Buddhisten als unserer spirituellen Familie verbinden. Wir finden dann unseren Weg aus uns selbst heraus. Buddha führt uns hauptsächlich durch seine spirituelle Lehre. Aber viele Buddhisten haben auch einen persönlichen erleuchteten Meister. Das ist im Zen-Buddhismus und im tibetischen Buddhismus besonders wichtig. 

Mein Hauptweg ist es meiner eigenen Weisheit zu folgen und undogmatisch meinen spirituellen Weg zu gehen. Meine Meister führen mich über meinen undogmatischen Weg. Meine Haupttechnik stammt von Padmasambhava, dem Begründer des tibetischen Buddhismus. Er lehrte es, sich jeden Tag geistig durch ein Gebet oder ein Mantra mit einem erleuchteten Meister zu verbinden und dann der Stimme der eigenen Weisheit und Richtigkeit zu folgen. Ein erleuchteter Meister kann dich auch über die Stimme deiner eigenen Weisheit führen. Es ist nur wichtig, dass du konsequent in der Wahrheit, Richtigkeit und Liebe lebst. So gelangst du auf deinem eigenen Weg ins Licht.

5. Traurige Hölle. In deinem Leben gibt es Grund zur Trauer. Lebe deine Trauer, aber fache sie nicht durch negative Gedanken immer wieder an. Sei traurig. Meditiere auf und mit der Trauer. Male traurige Bilder, singe oder höre traurige Musik, schreibe oder lies traurige Bücher. Ordne dich dem Willen des Lebens unter. Das Leben ist größer als du. Du kannst nur dauerhaft glücklich sein, wenn du nicht an äußeren Dingen oder anderen Menschen anhaftest. Lass deinen Eigenwillen los. Nimm die Dinge an, wie sie sind. Fließe positiv mit dem Leben. Nimm es wie es kommt, aber konzentriere dich auf das Positive. Du kannst auch in einer Leidsituation innerlich glücklich sein, wenn du wie ein Buddha im Wesentlichen lebst. Das Wesentliche sind das innere Glück und der Weg der Liebe. Vorwärts. Gelingen. Du kommst wieder frei.

Kapala meditiert auf das Leid in seinem Leben

Kapala war traurig. Er saß vor dem Grab seiner Frau und seiner beiden Kinder. Alle drei waren bei einem Unfall gestorben. Jetzt war Kapala ganz alleine. Kapala war so traurig, dass er nicht mehr seinen Beruf ausüben konnte. Er konnte nichts tun als einfach nur traurig sein. So verging die Zeit. Dann kam ein Yogi vorbei und fragte ihn nach dem Grund seiner Trauer. Kapala berichtete ihm von seinem schweren Schicksal.

Der Yogi antwortete: „Bereits der Gründer meiner Religion hat erkannt, dass das Leben vorwiegend aus Leid besteht. Er ist als Prinz aufgewachsen und lebte in einem Palast. Eines Tages überkam ihn der Wunsch die Welt und das Leben kennenzulernen. Also verließ er seinen Palast und besuchte die Menschen in seiner Stadt. Zuerst begegnete ihm ein alter Mann. Der Mann war schon sehr alt und konnte sich kaum noch bewegen. Jede Bewegung tat ihm weh. Sein Geist war müde und sein Körper kraftlos.

Dann wurde es noch schlimmer. Buddha traf auf einen Menschen, der krank und leidend in seinem Bett lag. Für ihn war das Leben nur noch eine Qual. Buddha ging noch weiter und kam zu dem Leichenbrandplatz. Dort wurden Verstorbene verbrannt und die Angehörigen weinten in großer Trauer. Da erkannte Buddha, dass es Alter, Krankheit und Tod im Leben jedes Menschen gibt. Das äußere Leben ist überwiegend Leid.

Kapala hörte interessiert zu. Diese Erfahrung hatte er auch gerade gemacht. Wo sollte es da noch Hoffnung geben. Der Buddhist erklärte ihm, dass der Buddhismus eine Religion der Hoffnung und der Leidbefreiung ist. Kapala fragte, wie ein Mensch sich denn aus dem Kreislauf des Leidens befreien könnte. Der Buddhist berichtete ihm, dass Buddha den Ausweg gefunden hat. Erleuchtung ist der Ausweg aus der Welt des Leidens. Wenn ein Mensch sein Ego aufgibt und sein inneres Glück durch die spirituellen Übungen erweckt, kann er relativ dauerhaft glücklich sein. Jeder Mensch könne sich aus der Welt des Leidens durch den Weg der Meditation und der Achtsamkeit auf die Gedanken befreien. Er könne in die Welt der Erleuchteten aufsteigen, weil jeder Mensch die Buddha-Natur bereits in sich habe.

Kapala wollte gerne von seinem Leid befreit werden. Er fragte den Yogi deshalb nach dem genauen Weg der Befreiung. Der Yogi erklärte ihm, dass ihn an der Erleuchtung die Anhaftung an die Genüsse des Lebens und die Ablehnung des Leidens hindern. Dadurch würden Verspannungen in seinem Geist entstehen, die den Fluss der Erleuchtungsenergie behindern. Am besten sollte er auf das Problem meditieren, was für ihn derzeit am größten sei. Dort sei das momentan größte Potential zum Erwachen. 

Kapala war vollständig mit der Trauer über den Verlust seiner Familie beschäftigt. Also wählte diesen Verlust zum Objekt seiner Meditation. Er konzentrierte sich vollständig auf das Leid. Er ließt alle Gefühle von Wut, Trauer und Sehnsucht zu. Er ließ alle Gedanken und Gefühle zu, aber er blieb immer konsequent bei seinem Meditationsobjekt. Im Laufe der Zeit wurde Kapala immer ruhiger. Irgendwann vergaß er, warum er eigentlich meditierte. Er verweilte einfach in der gedankenlosen Ruhe. Und plötzlich entstand Glück in ihm. Sein Geist wurde positiv und er konnte wieder positiv denken.

6. Wiederbelebende Hölle. Das Stehaufmännchen. Fällt eine Prinzessin, steht sie wieder auf, richtet ihre Krone und geht ihren Weg weiter. Gelingen.

Der Jungbrunnen

Es war einmal ein Mann, der verlor mit zunehmendem Alter seine innere Energie. Er ging zu einem Yogi und fragte, was er tun könne. Der Yogi gab ihm den Weg der fünf Grundsätze der Gesundheit. Als erstes sollte sich der Mann gesund ernähren. Er sollte viel Obst, Gemüse und andere gesunde Sachen essen. Er sollte weitgehend auf Fleisch, Alkohol und Zigaretten verzichten. Das fiel dem Mann sehr schwer, weil er Fleisch und Alkohol liebte. Aber seiner Gesundheit zuliebe stellte er seine Ernährung völlig um. Gesundheit ist ein wichtiges Gut im Leben. Dafür lohnt es sich viel zu tun.

Als zweites machte der Mann jetzt jeden Tag Sport. Er ging spazieren, joggte und praktizierte Yoga. So wurde sein Körper fit, stark und beweglich. Seine Energie nahm zu.

Als drittes achtete der Mann auf seine Gedanken. Er versuchte sich nicht in negativen Gedanken und Gefühlen zu verlieren. Das hatte ihm viel Kraft geraubt. Stattdessen pflegte er positive Gedanken, las positive Bücher und sah positive Filme. Jeden Tag begann er mit einem positiven Tagesvorsatz und am Abend dachte er noch einmal über den Tag nach.

Als viertes meditierte der Mann jeden Tag. Er begann mit einer Muskelanspannung und Muskelentspannung. So konnte er viele Verspannungen in seinem Körper auflösen. Als nächstes ging er zum Bodyscan über. Er konzentrierte sich nacheinander auf seine Füße, seine Beine, seine Arme, seine Hände, seinen Kopf, seinen Brustkorb und seinen Bauch. Das brachte ihn gut zur Ruhe.

Mit der Zeit entwickelte er ein Gespür für seine inneren Energien. Jetzt praktizierte er die kreative Chakren-Meditation. Er erspürte die 24 Chakren in und um seinen Körper herum. Er konzentrierte sich jeweils kurz auf die einzelnen Energiepunkt und brachte so die Energie in sich zum fließen. Bald wußte er genau, welche Punkte er jeweils aktivieren musste, damit er in einer guten Energie war. Die tibetischen Thangkas sind Darstellungen der Chakren. Viele Yogaübungen dienen der Aktivierung der Chakren. Nachdem der Yogi seine Energie aktivierte hatte, verwendete er sie für das Wohl aller Wesen. Er erschuf sich ein optimales System der Entwicklung seiner Energie und wuchs immer mehr in seiner spirituellen Kraft. 

Die Originalgeschichte handelt von dem Mahasiddhi Rahula, der auf die Silbe A über seinem Kopf meditierte.  Ähnlich ist die Meditation auf den Buddha Amitabha in einer Sonne im Himmel. Wir konzentrieren uns so lange auf Amitabha in der Sonne über unserem Kopf und denken den Namen Amitabha als Mantra, bis die Energie vom Himmel in uns hinein fließt und uns in einen Buddha verwandelt. Wir spüren die Energie in uns und senden allen Wesen Licht. Wir wünschen eine glückliche Welt voller glücklicher Wesen. Im tibetischen Buddhismus widmet man zum Abschluss jeder Meditation die Meditation allen Wesen und sendet ihnen das daraus entstehende gute Karma. So kommen wir zum Schluss jeder Meditation in ein Einheitsbewusstsein und in die umfassende Liebe.

7. Kalte Hölle. Du leidest am Leben. Du ächzt und stöhnst, weil dein Weg so schwer ist. Das geht vorbei. Heile dich innerlich. Baue dein Glück und deine innere Kraft wieder auf. Bringe so viele schöne Dinge in dein Leben, bis Freude in dir entsteht. Gelingen.

Heilmeditation

1. Sonne = Wir sitzen entspannt oder legen uns hin. Wir visualisieren über uns eine schöne Sonne, heben beide Hände seitlich in Kopfhöhe an und denken mehrmals das Mantra “Sonne”. Wir lassen das Licht der Sonne auf uns herab fließen und massieren es in den Körper ein.

2. Erdkugel = Wir visualisieren unter uns die Erdkugel, reiben mit den Händen (oder Füßen) die Erde und denken: “Ich sende Licht zur ganzen Erde. Mögen alle Wesen auf der Welt glücklich sein.”

3. Heilmassage = Wir überlegen, welcher Körperteil von uns im Moment der Heilung bedarf. Wir lassen Licht in ihn hineinfließen, massieren ihn kreisend und denken längere Zeit das Wort “Licht” als Mantra. Durch die Lichtmassage lösen wir die Verspannungen in dem jeweiligen Körperbereich und ermöglichen ihm dadurch die Selbstheilung. Wir können das Licht in einer Farbe visualisieren, bei der wir das Gefühl haben, dass sie uns heilt. Wir denken den Namen der Farbe als Mantra. Wir können nacheinander auch in mehrere Körperteile Licht einmassieren.

4. Kosmos = Wir visualisieren um uns herum den Kosmos voller Sterne, machen große Kreise mit den Armen und denken: “Om Kosmos. Ich nehme das Leid in meinem Leben an. Ich gehe konsequent den Weg der Gesundheit und der Heilung.”

5. Buddha der Heilung = Wir visualisieren vor oder über uns den Buddha der Heilung. Wir reiben die Hände vor dem Herzchakra und denken: “Om Buddha der Heilung. Om innere Weisheit. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg.”

6. Heilfrage = Wir konzentrieren uns auf den heilungsbedürftigen Körperbereich oder auf ein persönliches Problem. Wir denken darüber nach, was der Weg unserer Heilung ist. Was sagt unsere innere Weisheit, was wir zu tun haben? Welche hilfreichen Gedanken fallen uns ein? Wir denken so lange nach, bis wir mit der Problemlösung zufrieden sind. Wenn wir keine Antwort hören, sind wir entweder blockiert (wir wollen die wahren Ursachen des Problems nicht sehen) oder wir können nur schlecht Kontakt mit unserer inneren Stimme aufnehmen (wir spüren uns selbst nur schlecht). Der beste Weg ist es dann, langsam ins Nachdenken zu kommen.

7. Mitmenschen = Wir bewegen eine Hand segnend in Höhe des Herzchakras und denken: “Ich sende Licht zu (Name). Mögen alle Menschen, die das gleiche Problem wie ich haben, geheilt werden.” Wir hüllen sie geistig mit Licht ein und lassen Licht in sie hineinfließen. Wir fühlen uns real mit ihnen verbunden.

8. Zeitweilige Hölle. Hölle für einen Tag. Heute ist ein schlechter Tag. Aber das geht wieder vorbei. Nach dem Regen kommt der Sonnenschein. Alles Leid geht vorbei. Auf der Erde ist nichts von Dauer, auch das Leid nicht. Glück und Leid folgen im ständigen Wechsel. Mit Optimismus voran. Gelingen.

Der Mantra-Mann

In einer kleinen Steinhütte zwischen den Bergen des Himalaya lebte einst ein alter Mann. Seine Frau war vor vielen Jahren gestorben und so war er ganz alleine. Nur sein Sohn war noch bei ihm. Darüber war er sehr dankbar. Egal wie es in seinem Leben kam, er war immer dankbar. Das verdankte er seiner tiefen Spiritualität. Alles Äußere nahm er nicht wichtig. Für einen spirituellen Menschen dient alles Äußere letztlich nur dazu sich innerlich zu entwickeln und die Erleuchtung zu erlangen.

Der alte Mann hatte eine kleine Gebetsmühle, die er beständig drehte. Dabei wiederholte er das tibetische Mantra „Om Mani Padme Hum“. Das Wort Mani bedeutet wunscherfüllendes Juwel. Das wunscherfüllende Juwel im Leben ist das innere Glück. Wer inneres Glück hat, hat alles. Wer kein inneres Glück hat, hat letztlich nichts. Das Mani-Mantra erfüllt uns den Wunsch nach innerem Frieden, Glück und Erleuchtung. Immer wenn den alten Mann ein negativer Gedanke belästigte, dann dachte er sein Mantra und der Gedanke verschwand nach einiger Zeit. So konnte der alte Mann immer seinen inneren Frieden und sein Glück bewahren.

Der alte Mann lebte von der Pferdezucht. Er besaß eine kleine Pferdeherde und einen schönen Hengst. Eines Tages verschwand die Pferdeherde. Der Hengst hatte sie in die Wildnis der Berge entführt. Da bedauerten alle Nachbarn den alten Mann. Doch der Mann drehte seine Gebetsmühle und sagte nur: „Wer weiß, wozu das alles gut ist.“ Nach einigen Woche kam der Hengst mit einer noch größeren Herde zurück. Da war der alte Mann sehr dankbar, denn ohne seine Pferde konnte er kein Geld verdienen.

Einige Zeit später fiel der Sohn beim Zureiten der Wildpferde auf die Erde und brach sich ein Bein. Er konnte nie wieder richtig gehen und erst recht nicht auf einem Pferd reiten. Die Nachbarn bedauerten den alten Mann. Der alte Mann meinte nur trocken: „Wer weiß, wozu das alles gut ist.“

Einige Monate später kam der Krieg in das Land. Der König rekrutierte alle jungen Männer zwangsweise zum Wehrdienst. Die Söhne aller Nachbarn wurden eingezogen. Viele starben im Krieg. Nur der Sohn des alten Mannes durfte zuhause bleiben, weil er zu behindert zum Kämpfen war. Da waren alle Nachbarn neidisch. Der alte Mann drehte seine Gebetsmühle, sprach sein Mantra und war dankbar. Sein spiritueller Weg hatte ihm dauerhaftes Glück beschert. Und als er eines Tages starb, war er auch dankbar. Er war dankbar für sein langes glückliches Leben. Er dachte sein Mantra und ging im inneren Frieden ins Jenseits über. Dort dreht er immer weiter seine Gebetsmühle, denkt sein Mantra und hilft jetzt seinem Sohn auf dem Weg des Glücks.

9. Yama, der Herr des Todes. Werde zu einem Herrn des Todes, besiege das Ego und gelange so ins Licht. Finde ein Mantra oder einen positiven Satz, der dir hilft. Denke das Mantra „Ja“. Gehe bejahend durch alle Schwierigkeiten und du kommst ins Licht. Opfer dein Ego. Nimm die Dinge so an, wie sie sind. Lass deine falschen Wünsche los. Geh den Weg der Weisheit und der Liebe. Die Überwindung des Egos ist das zentrale Element des spirituellen Weges. Es gelingt durch beständiges konsequentes Üben. Was ist heute dein negativer Gedanke? Welcher positive Gedanke hilft dir? Wie kommst du in die Liebe, in den Frieden und ins Glück?

Erleuchtung durch einen Pups

Tursi war eine junge schüchterne Frau. Sie lebte vor zweihundert Jahren in Tibet. Sie war das Kind reicher Eltern und verbrachte ihre Kindheit in großem Wohlstand. Gerade deshalb erkannte sie früh die Sinnlosigkeit des äußeren Reichtums und begann das Glück in sich selbst zu suchen. So kam sie in Kontakt mit dem tibetischen Buddhismus.

In der Nähe von Tursis Wohnort befand sich ein berühmtes Kloster, das von dem großen Khenpo Yonga geleitet wurde. Tursi besuchte oft das Kloster von Khenpo Yonga und hörte seine Vorträge. Als Frau durfte sie nicht im Mönchskloster übernachten. Deshalb brachte sie ein kleines Zelt mit, das sie vor den Klostermauern aufbaute. Dort verbrachte sie die Nächte und meditierte viel.

Sie wurde von den anderen Mönchen oft gehänselt, weil sie so verletzlich war. Sie trieben ihre wilden Scherze mit ihr. Aber der Khenpo liebte sie. Er sah vor allem das Positive in ihr. Er sah ihre Ernsthaftigkeit, ihre Liebe und ihre Ausdauer. Weil sie sich geliebt fühlte, blieb sie viele Jahre bei Khenpo Yonga. Dadurch erlangte sie einen hohen Zustand der inneren Reinigung. Es war nur noch ein kleiner Schritt zur Erleuchtung.

Eines Tages standen die Mönche in einer langen Reihe vor dem Khenpo, um seinen Segen zu empfangen. Wie es traditionell üblich war, legte der Khenpo jedem Schüler seine Hand auf den Kopf, übertrug ihm etwas Energie und öffnete dadurch das Scheitelchakra. Das Scheitelchakra ist die Eingangspforte zur Erleuchtung. Deshalb handelte es sich hier um ein sehr hohes und feierliches Ritual.

Als Tursi an die Reihe kam, bemerkte der Meister mit seinem Energiegespür, dass ein Pups im Darm von Tursi festsaß und sie quälte. Statt ihr seine Hand auf den Kopf zu legen, ballte er eine Faust und schlug sanft Tursi in den Bauch. Krachend löste sich der Furz und entfuhr stinkend ihrem Po. Die Mönche lachten laut auf. Tursi erstarrte vor Scham in einem Schock. Alle Gedanken kamen zur Ruhe und sie fiel in einen Zustand jenseits aller Gedanken. Der Meister streckte seinen Zeigefinger vor ihren Augen in die Luft und rief: „Das ist es. Das bist du.“ In dem Moment gelangte Tursi zu Erleuchtung. Der Meister hatte die Gelegenheit gut ausgenutzt und sie durch einen Pups zur Erleuchtung gebracht. Mit einem Schlag hatte er die Verspannungen in ihrem Bauch aufgelöst, so dass sich die Erleuchtungsenergie dauerhaft in ihr halten konnte.

Tursi blieb auch nach ihrer Erleuchtung verletzlich und sensibel. Sie bewies, dass auch schwache sensible Menschen zur Erleuchtung kommen können, weil die Erleuchtung letztlich über allen menschlichen Eigenschaften ist. Man kann lachen oder weinen, traurig oder wütend, und trotzdem erleuchtet sein. Hohe Sensibilität hat den Vorteil, dass man sich gut in andere Menschen hineinversetzen kann. Allerdings muss man dann auch sehr klug mit den Energien des Lebens umgehen. Darin war Tursi später eine Meisterin.

Als die Zeit ihres Todes kam, setzte sie sich in die Meditation und vollzog ein Sterberitual, mit dem sie ihre spirituelle Energie aktivierte. So konnte sie im Zustand des Gleichmuts und inneren Glücks sterben. Laut Bericht verweilte sie noch drei Tage nach ihrem Tod mit ihrem Bewusstsein in ihrem Körper. Das ist im tibetischen Buddhismus der Beweis, dass das Bewusstsein den Tod des Körpers überlebt. Ihr Herzchakra blieb warm und die Menschen konnte ihre starke spirituelle Energie spüren. Tursi war beim Sterben mit dem Klaren Licht der Erleuchtung verschmolzen und hatte die höchste Stufe der Erleuchtung erreicht. Sie war eins mit der Göttin Tara geworden. Sie bekam ein eigenes Stupa (ein Grabmal mit der Asche des Erleuchteten), wie es für große Erleuchtete üblich war.

10. Pretas (Hungergeister). Du bist von weltlichen Süchten und Sehnsüchten geplagt. Was ist deine Sucht? Finde einen Weg klug damit umzugehen. Manchmal muss man seine Sucht für einige Zeit ausleben, damit der Körper das Gefühl bekommt genug zu kriegen. Manchmal muss man seine Sucht radikal stoppen. Und manchmal ist der mittlere Weg des begrenzten Auslebens richtig. Ein Hungergeist denkt, dass er nie genug kriegt. Er wird nie wirklich satt. Deshalb lebt er in der Hölle seiner Sucht. Die Sucht hindert ihn daran in seinem Leben glücklich zu werden und Zufriedenheit zu erfahren. Um eine Sucht zu überwinden, braucht man Weisheit und Selbstdisziplin. Vorwärts mit Kraft und Ausdauer. Gelingen.

Ich brauche nichts

Patrul Rinpoche war ein großer erleuchteter Meister aus dem 19. Jahrhundert. Er wanderte als freier Yogi kreuz und quer durch Tibet. Wo er rastete, sammelte sich in kurzer Zeit eine große Schar von Menschen und wollte seinen Segen. Für die Segnung gaben sie ihm ein Dankesgeschenk, wie es zu der damaligen Zeit üblich war.

Eines Tages weilte Patrul Rinpoche in einem kleinen Dorf inmitten der mächtigen Berge des Himalaya. Um ihn herum hatte sich bereits ein beträchtlicher Berg aus Geschenken angesammelt. Dort gab es viele Gold- und Silbermünzen, Edelsteine und kostbare Götterstatuen. Ein armer Bettler kam vorbei und sah diese vielen schönen Dinge. Damit würde er einige Jahre gut leben können. Ihn ihm entstand eine große Sucht nach Reichtum. Frech trat er vor und bat Patrul Rinpoche um eine große Handvoll Gold.

Normalerweise war Patrul Rinpoche sehr freigiebig. Er gab die Geschenke an seine Anhänger und an arme Menschen großzügig weiter. Aber bei diesem Bettler erwies er sich als sehr geizig. Er gab ihm nur eine einzige kleine Silbermünze unter der Bedingung, dass der Bettler erklärte: „Ich brauche nichts.“ Der Bettler sagte diesen Satz auf und bekam dafür die Münze. Er wunderte sich sehr über das merkwürdige Verhalten von Patrul Rinpoche. Deshalb fragte er nach.

Patrul Rinpoche antwortete: „Ich sehe eine große Gier nach Geld in deinem Geist. Wenn du zur Erleuchtung kommen willst, musst du diese Gier auflösen. Dazu brauchst du einen passenden Satz.“ Der Bettler kam jetzt jeden Tag zu Patrul Rinpoche, spürte in seine Sucht und überlegte sich einen Satz, mit dem er sein Suchtgefühl auflösen konnte. Er brauchte viele Sätze, weil ein bestimmter Satz meistens nach einiger Zeit zur Routine wurde und keine Wirkung mehr hatte. Er entwickelte Sätze wie: „Ich habe genug. Ich will kein Geld mehr. Ich nehme die Dinge an wie sie kommen. Wenn ich nichts erhalte, ist das auch gut. Wichtig ist nur das innere und nicht das äußere Glück. Ich will nichts für mich. Ich lebe im Geben und nicht im Nehmen.“

Zur Belohnung erhielt der Bettler jeden Tag eine Gold- oder Silbermünze und manchmal sogar einen Edelstein oder eine kostbare Statue. Seine Sucht löste sich immer mehr auf. Eines Tages schlug ihm Patrul Rinpoche, statt ihm eine Münze zu geben, einfach kräftig auf den Kopf. Da löste sich alle Sucht auf und der Bettler war frei und erleuchtet. Mit dem Schlag hatte ihm Patrul Rinpoche das kostbarste Geschenk gemacht. Er hatte ihm die Erleuchtungsenergie übertragen. Jetzt brauchte sich der Bettler nicht mehr um sein äußeres Wohlergehen zu sorgen. Die Menschen kamen um ihn zu verehren. Und überhäuften ihn dabei mit soviel Geld, dass er sein Leben lang genug hatte.

11. Tierwelt. Die Tierwelt ist in der Sicht des tibetischen Buddhismus vorwiegend ein Bereich der Angst. Die meisten Tiere haben Angst davor, von anderen Tieren gefressen zu werden. Diese Angst ist sehr real. Angst ist grundsätzlich ein Schutzmechanismus der Natur. Sie hilft uns genau hinzusehen und bei Gefahr zu flüchten. Aber übergroße Angst setzt einen Menschen unter Dauerstress und kann die Gesundheit und das Glück erheblich beeinträchtigen. Bei Angst ist es wichtig genau hinzusehen. Was ist der Hauptgrund der Angst? Welcher Gedanke verursacht deine Angst? Wenn man genau hinsieht, findet man einen Weg aus der Angst. Man weiß, was zu tun ist. Notfalls opfert man sein Ego in das Zentrum der Angst und überlässt sich dem Willen des Lebens. Man findet einen positiven Gedanken, der einem hilft. Stoppe deine Angstgedanken mit einem positiven Gedanken. „Mein positiver Gedanke ist …“ (Ich meistere mein Leben. Ich werde siegen.)

Der ängstliche Yogi 

Es war einmal ein Mann, der war sehr ängstlich. Er liebte seine Angst nicht. Er wollte gerne seine Angst überwinden. Deshalb ging er zu einem erleuchteten Meister und fragte ihn um Rat. Der Meister empfahl dem Mann, als Yogi zu leben und mit seinen spirituellen Übungen seine neurotische Angst aufzulösen.

Der Mann zog in eine einsame Hütte in einem großen Wald. Im Wald gab es Tiger, Schlangen und Schakale. Vor allen diesen Tieren hatte der Yogi Angst. Deshalb las er in seinen klugen Büchern nach, was ein Yogi in einem solchen Fall zu tun hat.

Rat eins: Bei jeder Angst genau hinsehen. Wer bei der Angst genau hinsieht, kann die ursächlichen negativen Gedanken erkennen und sie mit geeigneten positiven Gedanken auflösen. Wer bei angsteinflößenden Situationen rechtzeitig hinsieht, kann sich vor ihnen schützen. Wer langfristig denkt, kann viele Schwierigkeiten vermeiden. Die größten Schwierigkeiten im Leben sind für die meisten Menschen die Einsamkeit des Alters, lebensbedrohende Krankheiten und der Tod. Als Yogi zu leben ist der beste Schutz vor dem Leid. Mir den Yogatechniken können wir uns über alles Leid der Welt erheben.

Rat zwei: Das Ego opfern. Unabänderbare Dinge nehmen wir so an wie sie sind. Wir lassen unsere falschen Wünsche los. Wir übergeben uns dem Willen des Lebens. Wir fließen positiv durch alles Leid hindurch. Wer sich in das Zentrum seiner Ängste hineinopfert, löst die Ängste dadurch auf. Alle Ängste sind nur Gedankenkonstruktionen, die auf einer übertriebenen Ablehnungshaltung beruhen. Wer seinen Eigenwillen in schwierigen Situationen dem Kosmos übergeben kann, kann gelassen und positiv seinen Lebensweg gehen.

Rat drei: Die großen Meister um Hilfe bitten, gründlich selbst nachdenken und mit Ausdauer den Weg der persönlichen Weisheit gehen. Wer so handelt, kann sich vertrauensvoll dem Leben überlassen. Er wird beständig von seiner inneren Stimme beschützt. Wer sich jeden Tag am Prinzip der Richtigkeit orientiert (Was ist jetzt richtig? Was sagen meine Vernunft und mein Gefühl?) und zu den erleuchteten Meistern/Gott betet, gewinnt daraus inneren Frieden und ein positives Leben.

Der Yogi sah genau hin. Schakale heulen nur, tun einem Menschen aber nichts. Schlangen beißen nur, wenn sie sich angegriffen fühlen. Wenn ein Yogi vorsichtig ist und sich langsam bewegt, tun ihm die Schlangen nichts.

Tiger fressen zwar Menschen, es ist aber eher selten. Einem solchen Tiger geht man am besten aus dem Weg. Und wenn das nicht möglich ist, opfert man sein Ego und nimmt die Situation an. Dann übt man im nächsten Leben weiter. Man muss das Leben auch loslassen können, wenn es die Situation erfordert.

Der Yogi kämpfte jeden Tag konsequent gegen seine Angstgedanken. Angstgedanken überwindet man mit den drei großen Techniken Nachdenken, Mantra (positive Sätze/Worte sprechen) und Gedankenstopp. Durch Yoga, Gehen, Lesen und Meditation löst man die Verspannungen im Körper und im Geist. Ein Mensch kann sich so im Laufe der Zeit durch tägliches konsequentes Üben von seinen Ängsten befreien. Der Yogi ging mit Mut und Ausdauer seinen Weg. Und eines Tages war er erleuchtet, und alle Angst war verschwunden.

12. Göttliche Tierwelt. Was ist heute dein Krafttier? Was hilft dir auf deinem Weg? Besinne dich klar auf dein Ziel. Erkenne den Weg, der zu deinem Ziel führt. Welche Eigenschaft brauchst du, um deinen Weg erfolgreich zu gehen und dein Ziel zu erreichen? Kraft, Liebe, Klarheit, Gelassenheit, Glück, Freude, Selbstdisziplin, Ausdauer?

Krafttier-Meditation

  1. Entspannung = Wir bewegen sanft die Arme, die Beine und den Kopf. Dann entspannen wir im Sitzen oder Liegen. Unsere Gedanken kommen langsam zur Ruhe.
  2. Lebensweg = Wir kommen ganz bei uns an. Wir betrachten unser Leben. Wir sehen unsere Lebensziele und unseren Lebensweg. Was sind deine wichtigsten Lebensziele? Wie sieht dein Lebensweg aus? Durch welche Landschaft führt dein Lebensweg? Scheint die Sonne? Regnet es oft? Ist die Landschaft eben, bergig, eine Wüste oder voller Blumen? Ist dein Weg steinig, leicht zu gehen, gewunden oder gerade?
  3. Zielzustand = Wir gehen unseren Lebensweg. Am Horizont leuchtet unser Ziel. Wir schaffen uns eine bildliche Vision von deinem Zielzustand. Wie sieht dein Zielzustand aus? Was möchtest du in deinem Leben gerne erreichen? Wie sieht deine glückliche äußere Welt aus? Wie siehst du in deinem Zielzustand aus? Mit welchen Begriffen würdest du deinen Zielzustand beschreiben? Erleuchtung, innerer Frieden, Glück, Liebe, eine glückliche Beziehung, eine glückliche Familie, Erfolg im Beruf, Gesundheit, Reisen, Reichtum, Anerkennung, alle lieben dich, ein Buddha, Bodhisattva, das Paradies vor dem Tod und nach dem Tod (Reines Land, Parinirwana)?
  4. Krafttier oder Kraftgottheit = Vor unserem Ziel sehen wir den Weg, den wir gehen müssen, um an unser Ziel zu gelangen. Auf dem Weg treffen wir unser Krafttier oder eine Gottheit. Wer verkörpert die Eigenschaften, die du brauchst, um dein Ziel zu erreichen? Was sagt dein Krafttier oder deine Gottheit zu dir? Denke seine Worte mehrmals als Mantra.
  5. Gedankenstopp = Wir stoppen eine Minute alle Gedanken, bis sie ganz zur Ruhe gekommen sind. Wir bewegen die Füße und die Hände. Wir drehen die Wirbelsäule hin und her. Wir entspannen uns. Wir verbinden uns noch einmal mit unserem Krafttier oder unserer Gottheit und gehen dann optimistisch unseren Lebensweg.

13. Welt der Schlangen. Die Schlange ist ein Symbol für die Kundalini-Energie (Windenergie). Die Schlangen in der Erde (Nagas) hüten nach indischer Mythologie einen großes Schatz. Der große Schatz ist der Yoga der inneren Energie. Buddha wird manchmal mit einer Schlange dargestellt. Durch die Erweckung der Schlangenkraft verwandelt sich der Mensch in einen Buddha. Das Wissen von der Schlangenkraft ist der größte Schatz der Menschheit. In der christlichen Bibel windet sich eine Schlange um den Baum der Erleuchtung im Paradies. Die Schlange ist nicht der Teufel, sondern in Wahrheit Gott in Form der Kundalini-Energie. Was ist dein großer Schatz? Sei dir des Reichtums in deinem Leben bewusst. Heute ist ein Tag der Dankbarkeit. „Ich bin dankbar für …“. Zähle fünf Dinge auf.

Wie ein Dummkopf zur Erleuchtung kam

Es war einmal ein armer, einfältiger Kuhhirte. Er war so dumm, dass er nichts anderes tun konnte als Kühe zu hüten. Und selbst das überforderte ihn manchmal. Das ganze Dorf ging regelmäßig zu einem erleuchteten Meister, um spirituelle Weisheit zu erlangen. Aber der arme Kuhhirte durfte nicht mitkommen. Die Menschen meinten, dass er zu dumm sei selbst eine einfache Weisheit zu begreifen. Deshalb nannten sie ihn Dummkopf. Dabei waren die Dorfbewohner selbst auch ziemlich dumm. Sie verstanden zwar die Worte des Lama, aber sie waren nicht weise genug, um sie auch konsequent zu praktizieren. So blieben sie ihr Leben lang unerleuchtet, obwohl sie einen wundervollen Lama hatten.

Der Lama merkte, dass sie seine höheren Weisheiten nicht umsetzten konnten. Deshalb gab er ihnen ein einfaches Mantra, damit sie wenigstens halbwegs auf dem spirituellen Weg blieben. Durch das Mantra konnten sie sich mit den Buddhas und Bodhisattvas verbinden. So würden sie Leben für Leben ein kleines Stück auf dem spirituellen Weg ins Licht geführt werden. Die Menschen waren sehr stolz auf ihr Mantra. Sie erklärten dem Dummkopf, dass das Mantra geheim sei und sie es ihm deshalb nicht verraten dürften. Da wurde der Dummkopf sehr traurig. Er würde ewig dumm und unerleuchtet bleiben.

Eines Tages packte er seine Sachen und schlich sich aus dem Dorf. Heimlich machte er sich auf den Weg zu dem Lama. Erst wollten die Schüler ihn nicht in das prachtvolle Haus des Lamas hineinlassen. Aber der Dummkopf war sehr stark und drängte sich gewaltsam durch die Tür. Er wollte sich nicht auch noch von den Schülern des Meisters von seinem Glück abhalten lassen, wo er doch schon den langen Weg hin zum Wohnsitz des Meisters gegangen war.

Der Meister saß im großen Saal prunkvoll auf einem Thron. Um ihn herum knieten die Menschen, um seinen Segen zu bekommen. Der Dummkopf kannte sich mit den zeremoniellen Vorschriften nicht aus. Er ging direkt zum Thron und wollte dem Meister zur Begrüßung die Hand schütteln. Der Meister schrie ihn an: „Dummkopf, was soll das?“ Dabei schlug er mit seiner Gebetskette, um den aufdringlichen Kuhhirten abzuwehren.

Der bedankte sich bei dem Lama, weil er dachte, er hätte jetzt auch ein heiliges Mantra erhalten. Zufrieden wanderte er zurück in sein Dorf und hütete weiterhin die Kühe. Immer wenn jetzt ein unweiser Gedanke in ihm aufstieg, dann dachte sein Mantra „Dummkopf, was soll das“ und schlug sich dabei mit der Hand auf den Kopf. Das praktizierte er so lange und konsequent, dass seine dummen Gedanken eines Tages zur Ruhe kamen. Er versank in eine glückselige Meditation. Seine spirituelle Energie erwachte und in ihm entwickelten sich Heilkräfte. Das bemerkten seine Mitmenschen. Wenn sie eine Krankheit plagte, kamen sie zu ihm. Und er heilte sie mit seinem Mantra. Wenn er sein Mantra dachte und dabei leicht gegen ihren Körper klopfte, übertrug sich seine spirituelle Energie auf sie. Das führte oft zur Heilung. So wurde er langsam immer berühmter.

Auch erleuchtete Menschen können alt und krank werden. Als der Lama älter wurde, erkrankte er schwer und drohte zu sterben. Voller Panik riefen seine Schüler den berühmten Heil-Yogi. Der kam auch sofort angereist, rief immer wieder zu dem Lama „Dummkopf, was soll das?“ und schlug ihn dabei kräftig mit seiner Hand. Der Lama erkannte sofort den Kuhhirten und musste wegen dessen großer Dummheit laut lachen. Wie konnte ein Mensch diese Worte für ein heiliges Mantra halten? Er lachte so sehr, dass seine Krankheit verschwand und das Leben in ihn zurückkehrte.

Aus Dankbarkeit weihte er den dummen Kuhhirten jetzt wirklich in den spirituellen Weg ein. Da er ein großer Dzogchen-Meister war, konnte er dem Kuhhirten direkt das Erleuchtungsbewusstsein übertragen. Immer wenn der dumme Kuhhirte jetzt aus dem Erleuchtungsbewusstsein herzufallen drohte, dachte er nur sein Mantra „Dummkopf, was soll das“. So blieb er immer in der Erleuchtung und wurde selbst ein Lama. Allerdings war er jetzt der dümmste Lama, der den Menschen nur sein einfaches Mantra weitergeben konnte. Aber da es viele dumme Menschen in seinem Land gab, versammelte sich bald eine großer Schülerschaft um ihn. 

14. Dämoneninsel. Dämonen sind böse Menschen, Geister oder Gedanken. Hüte dich vor ihnen. Vermeide den Kontakt. Sende ihnen Licht. Gehe weise mit den Dämonen in dir um? Was sind deine Schattenseiten, deine Fehler, deine Schwächen? Ein wahrer Meister kann Dämonen in Götter verwandeln. Das gelingt durch den richtigen Gedanken und die richtige spirituelle Übung im richtigen Moment. Was ist heute dein positiver Gedanke? Lebe den Tag heute mit einem positiven Leitsatz (Vorsatz). (Mein positiver Gedanke ist: „Ich lebe als Sieger. Ich meistere mein Leben. Mit Optimismus voran gelingen. Ich entscheide mich für das Glück und die Liebe.“)

Für das Glück entscheiden

Glück ist wesentlich eine geistige Einstellung. Der wichtigste Baustein für ein glückliches Leben ist deshalb die Pflege unseres Geistes. In den USA wurde erforscht, dass jeder Mensch auf einem persönlichen Glücksniveau lebt. Nach freudigen und leidvollen Ereignissen pendelt ein Mensch sich nach einiger Zeit normalerweise wieder auf sein persönliches Glücksniveau ein. Mit wenigen täglichen Maßnahmen können wir unser Glücksniveau um 40 % erhöhen. Tägliche Bewegungsübungen, zwanzig Minuten Meditation und die Achtsamkeit auf die Gedanken heben unser Glücksniveau um 40 % an.

Die Glücksforschung hat des weiteren festgestellt, dass bestimmte Regeln zum Glück in unserem Leben beitragen. Wir sollten einen Sinn in unserem Leben finden. Wir sollten aktiv leben. Wir sollten eine positive Aufgabe haben. Wir sollten unsere Beziehungen und Freundschaften pflegen. Wir sollten unseren Mitmenschen Gutes tun. Wir sollten das Lachen nicht vergessen und ausreichend Freude in unser Leben bringen. Und vor allem sollten wir uns im positiven Denken üben. Das positive Denken verdoppelt unsere Glückswahrscheinlichkeit.

Glücklich in fünf Minuten

1. Das Problem: Beschreibe in kurzen Worten deine Situation und dein Problem. Wie ist genau deine Situation? Was ist das Problem? Wo ist das Zentrum des Problems?

2. Die Gefühle: Welche Gefühle gibt es in dir? Angst, Wut, Sucht/Sehnsucht, Trauer. Welches Gefühl ist am stärksten? Wo sitzt das Gefühl in deinem Körper?

3. Die Gedanken: Welche Gedanken sind mit deinem Gefühl verbunden? Warum bist du traurig, ängstlich, wütend oder sehnsüchtig? Zähle alle dich belastenden Gedanken auf. (Meine Gedanken sind …)

4. Das Nachdenken: Was löst dein Problem? Denke so lange über dein Problem nach, bis du eine Lösung gefunden hast. Das kann eine äußere (Umstände verändern, etwas tun) oder eine innere Lösung sein (etwas loslassen/annehmen, ein positiver Gedanke). Überlege dir verschiedene Lösungswege. Sammle alle Informationen, die du brauchst. Wäge ab und triff eine klare Entscheidung.

5. Die Umsetzung: Setze deine Entscheidung mit Kraft um. Folge deinen positiven Gedanken. Verwirkliche deinen positiven Lebensplan. Vermeide ab jetzt sinnloses Grübeln. Jetzt wird nicht mehr gezweifelt, sondern kraftvoll verwirklicht. Gehe deinen Weg, siege und sei zufrieden mit dir. Denke immer wieder deinen positiven Leitsatz als Mantra. Beginne jeden Tag mit einem positiven Vorsatz oder einem Gebet. Was ist jetzt dein positiver Satz? „Mein positiver Satz ist …“

15. Asura. Die Asuras (böse Geister) sind im Hinduismus die Dämonen, die Gegenspieler der lichtvollen Devas oder Suras. Das Wort Sura bedeutet im Sanskrit „Lichtwesen“ (vgl. „Surya“, den Namen des hinduistischen Sonnengottes). Durch die Vorsilbe „a“ wird die Verneinung ausgedrückt. Asuras sind somit „Gegner der Lichtwesen“. Sie sind jedoch nicht Höllenwesen, sondern ehrgeizige, eifersüchtige und neidische Kreaturen, die die Devas (Götter) bekämpfen. Kennzeichen eines Asuras ist sein persönliches Verhalten, durch das er sich der göttlichen Ordnung, dem Dharma, widersetzt. Charaktereigenschaften, die den Asura ausmachen, sind „Prahlsucht, Anmaßung, Überheblichkeit, Zorn, Rauheit und Unwissen …“ im Gegensatz zu den Eigenschaften göttlicher Natur, u. a. „Reinheit, Liebe, Güte, Weisheit …“.

Wer ist dein innerer oder äußerer Gegner, der dich an einem Leben im Licht, im Frieden, im Glück und in der Liebe hindert? Dein Gegner kann ein Mensch (meistens ein naher Mensch) oder eine schlechte Eigenschaft (Unweisheit, Kraftlosigkeit, Unruhe, negative Gedanken) sein.

Wer ist dein innerer oder äußerer Helfer? Dein Helfer kann ein anderer Mensch (die Buddhas und Bodhisattvas), dein höheres Selbst (dein innerer Guru, deine innere Weisheit) oder deine persönlichen Stärken (positive Eigenschaften) sein. Besinne dich auf deine Stärken und die Helfer in deinem Leben. Dann siegst du. Gelingen. „Meine Stärken sind: Weisheit, Klarheit, Ausdauer, Zielstrebigkeit, der Wunsch nach Glück und Erleuchtung, die Liebe, die Selbstdisziplin, das gute Gespür für mich selbst.“)

Guter Guru und schlechter Guru

Ein guter Guru führt einen zu einem selbst. Ein schlechter Guru macht einen Menschen von sich abhängig, um Macht, Liebe, Geld, Energie usw zu kriegen. Es gibt in der spirituellen Szene viele schlechte Gurus. Bei Männern gibt es oft sexuellen Missbrauch ihrer Schülerinnen. Bei Frauen dominiert der Machtmissbrauch im Interesse des Egos. Meine Exfrau war auch so ein strenger Guru. Sie verlangte von mir Liebe, Energie und Unterordnung. Als ich merkte, dass sie mich energetisch aussaugt und mich langfristig zerstört und unglücklich macht, habe ich mich von ihr getrennt. Das war ein sehr schwerer Weg, weil sie mich innerlich so beherrschte, dass ich mich kaum von ihr lösen konnte. Sie dachte, sie hätte mich für immer in ihren Fängen. Aber mit Hilfe meiner Meister bin ich ihr entkommen. In schwierigen Situationen hat mir das Leben immer irgendwelche Helfer geschickt.

Was lernen wir daraus? Man kann in negative Systeme geraten. Ausbeutung und Machtmissbrauch sind normal in dieser Egowelt. Jeder versucht jedem die Energie abzusaugen, zu beherrschen, zu unterdrücken und zu versklaven, mal mehr und mal weniger geschickt. Um in der Welt zu leben, müssen wir lernen im Ego-Dschungel zu überleben. Vor allem erlerne Weisheit. Was ist Weisheit? Weisheit ist es Erleuchtung als das Hauptziel im Leben zu erkennen und danach zu streben. Erleuchtung bedeutet Selbstverwirklichung. Das Wichtigste auf dem spirituellen Weg ist es auf die Stimme der eigenen inneren Wahrheit und Weisheit zu hören. Ein schlechter Guru führt dich von dir, deiner eigenen inneren Weisheit, von der Erleuchtung und von Gott (vom Licht) weg. Er führt dich letztlich zum Ego, zum Teufel, in die Hölle, in die Dunkelheit oder wie du es nennen willst. Du musst dich in deinem Leben immer zwischen dem Licht und der Dunkelheit entscheiden. Der Mensch hat die Freiheit. Er kann ins Glück oder ins Leid gehen. Selbst in schwierigsten Situationen hat man noch diese Entscheidung. Das Wichtigste im Leben ist es seinen inneren Guru zu finden und auf ihn zu hören. Er wird dich immer ins Licht, in den Frieden, in die Liebe und ins Glück führen.

16. Shiva (Rudra). Rudra (wörtlich „der Heulende oder Brüllende“) ist ein vedischer Gott und wahrscheinlich der Vorläufer von Shiva, dessen Name („der Freundliche“) ursprünglich wohl eine euphemistische Anrede des schrecklichen Gottes Rudra (Protoshiva) war. Rudra ist im Rigveda der Gott der Stürme, des Windes, des Regens, des Todes, der Zerstörung. Ihm werden aber auch heilende Kräfte zugeschrieben, da er die Atmosphäre reinigt. Er erscheint als großer Arzt, Herrscher über die Arzneien und Gott der Heilkunst und der heiligen Rituale. Rudra haust an gefährlichen Orten und in einsamen Gegenden. Schlangen winden sich um seinen Hals. Die wilden und gefährlichen Tiere des Waldes und der Wildnis gelten als seine Manifestationen. Heute ist Rudra ein Beiname Shivas in seinem zerstörerischem, wildem und dunklem Aspekt. Verwandele dich von Rudra in Shiva. Nutze deine innere Kraft und deine Wut, um spirituell zu siegen. Nimm das Leid und die Probleme in deinem Leben als Motivation, um dauerhaft ins Licht, ins Glück und in die Liebe zu gelangen. Überwinde deine Probleme und komme durch deine spirituellen Übungen (Meditation, Gehen, Gedankenarbeit) ins Licht. Mit Kraft und Selbstdisziplin auf dem spirituellen Weg voran. Gelingen.

Moggalana (der starke Yogi)

Mahamoggallana (Moggallana der Große) war ein Hauptschüler Buddhas. Als Jugendlicher war er stark und wild. Er machte viele Streiche und ärgerte seine Mitmenschen. Eines Tages hörte er von der spirituellen Selbstverwirklichung. Dieses Ziel war viel größer als alle seine jugendlichen Späße. Das reizte ihn sehr. Moggallana verließ seine Heimatstadt und zog kreuz und quer durch Indien. Er lernte bei vielen spirituellen Meistern. Er übte viele spirituelle Techniken. Aber den Weg des effektiven Übens fand er nicht. Enttäuscht kehrte er zurück. Nahe seiner Heimatstadt traf er auf Buddha.

Buddha gab ihm sieben Tipps für das spirituelle Üben: 1. Folge konsequent deinem spirituellen Tagesplan, auch wenn du müde bist. Nach einiger Zeit geht die Müdigkeit weg. 2. Wenn die Müdigkeit nicht weg geht, denke über deine spirituellen Ziele und deinen Weg nach. 3. Reibe dich mit kaltem Wasser ab. 4. Lies in einem spirituellen Buch. 5. Mache einige Körperübungen (Yoga, Gehen). 6. Vielleicht bist du tatsächlich müde. Dann mache eine Pause. Ruh dich ausreichend aus. 7. Verbinde dich geistig mit deinem Meister und bitte ihn um Führung und Hilfe. Mit diesen sieben Techniken gelangte Moggallana zu einem dauerhaften Leben im Licht.

17. Die Menschenwelt. Du hast das große Glück, in menschlicher Gestalt auf der Erde geboren zu sein. Auf der Erde gibt es zwar Höllen wie Armut, Krankheit, Hunger, Ausbeutung, Krieg und Umweltzerstörung, aber der Mensch besitzt einen Verstand und ein klares Unterscheidungsvermögen. Dadurch kann er sich oft äußerlich und insbesondere innerlich aus schwierigen Lebenssituationen befreien. Er kann an äußeren Problem innerlich wachsen. Er kann sein Leben zu einem Weg ins Licht, in die Liebe, ins Glück und in die Erleuchtung machen. Er kann wie ein Buddha (Gott) unter den Menschen leben. Er kann durch seine spirituellen Übungen auch in einer äußeren Leidwelt innerlich glücklich leben. Bringe dich durch deine spirituellen Übungen ins Glück (Kundalini-Yoga, Meditation, positives Denken). Lebe erleuchtet und du erleuchtest dadurch auch deine Mitmenschen. Überwinde deine Probleme. Auf dem spirituellen Weg voran. Gelingen.

Lilapa lebte äußerlich und innerlich reich

Lilapa war ein indischer König. Er hatte Zuflucht zum Buddhismus genommen. Er strebte nach Erleuchtung, aber er war nicht bereit auf sein angenehmes weltliches Leben zu verzichten. Er wollte an seinem Ort bleiben, in seinem Palast bleiben, das schöne Essen genießen, die schöne Musik genießen, seinen Reichtum genießen und weiterhin Feste mit seinen Freunden feiern. Er wollte weiterhin in einer Beziehung mit seiner schönen Königin leben, Sex haben und in Liebe mit ihr verbunden bleiben. 

Buddha lehrte, dass man Erleuchtung kaum in einem weltlichen Leben erreichen kann. Der Beruf, eine Beziehung und das weltliche Leben lenken einen zu sehr ab. Die weltlichen Energien zerstören die spirituellen Energien und hemmen die spirituelle Entwicklung. Auf dem spirituellen Weg konzentriert man sich auf das innere Glück und auf dem weltlichen Weg auf das äußere Glück. Ein weltliches Leben bringt viel Stress, Kampf und Unruhe mit sich. Spirituell schreitet man dann voran, wenn man in der Ruhe lebt, viel Zeit für seine spirituellen Übungen hat und sein inneres Glück pflegt. 

Buddha bevorzugte es deshalb in der Hauslosigkeit zu leben. Er riet zu einem Leben als abgeschiedener Yogi, als Mönch oder Nonne in einer spirituellen Gemeinschaft. Es gab zu seiner Zeit zwar auch buddhistische Laien, die vorwiegend ein weltliches Leben führten. Ihre Aufgabe war es die buddhistischen Mönche und Nonnen mit Essen zu versorgen und jeden Tag ein kleines spirituelles Ritual vor dem Hausaltar durchzuführen. Dadurch konnten sie inneren Frieden und ein gutes Karma erlangen. 

Der König Lilapa wollte beides gleichzeitig. Er wollte die Erleuchtung und das weltliche Leben genießen. Er wollte äußere und innere Fülle gleichzeitig. Ein buddhistischer Mönch erklärte ihm, dass auch das möglich sei. Einige Menschen seien auch bei einem weltlichen Leben zur Erleuchtung gelangt. Insbesondere hilfreich wäre dabei der Weg des tantrischen Buddhismus. Im tantrischen Buddhismus lehnen wir das äußere Leben nicht ab. Wir wachsen daran spirituell. Wir nutzen alle äußeren Erfahrungen, um dabei den inneren Frieden zu bewahren, unser inneres Glück zu entwickeln und in die umfassende Liebe zu gelangen. Wir verbinden sozusagen Samsara und Nirwana miteinander. 

Es ist eine große Kunst das äußere Leben zu leben und gleichzeitig zur Erleuchtung zu kommen. Zum ersten brauchen wir eine ausreichende innere Abgeschiedenheit von den äußeren Energien. Wenn wir unsere ganze Energie im Kampf des Lebens verbrauchen, bleibt nicht viel Energie für die Entwicklung der Erleuchtung übrig. Wir sollten uns deshalb ausreichend Zeiten der Ruhe gönnen, gut für uns sorgen und Stress möglichst vermeiden. Es ist gut jeden Tag eine bestimmte Zeit zur Meditation zu verwenden und von Zeit zu Zeit ein längeres Retreat zu machen. Tagsüber sollten wir viele Pausen machen und uns immer wieder in uns und unserem spirituellen Weg zentrieren. 

Neben der Ruhe ist für den spirituellen Weg die Achtsamkeit auf die Gedanken und Gefühle sehr wichtig. Negative Gefühle verbrauchen sehr viel Energie. Positive Gefühle öffnen unsere Chakren und stärken unser inneres Glück. Wir sollten deshalb tagsüber beständig das positive Denken pflegen. Wir sollten aus einer spirituellen Gesinnung heraus leben. Wir sollten wie ein Buddha und ein Bodhisattva durch das Leben gehen. Wir sollten Eigenschaften wie Gelassenheit, Weisheit, Selbstdiziplin und umfassende Liebe praktizieren. Wir sollten alle Situationen des äußeren Lebens spiritualisieren, das heißt sie aus einer spirituellen Sicht betrachten und eine erleuchtete Sicht üben. 

Um das zu erreichen, brauchen wir einen Punkt, in dem wir uns spirituell verankern. So ein Punkt kann das tägliche Morgenritual vor dem Altar sein. So ein Punkt kann das tägliche Lesen in einem spirituellen Buch, die tägliche Meditation oder der tägliche positive Tagesvorsatz sein. Lilapa bekam von seinem Meister ein Mantra, dass er tagsüber immer wieder denken und sich so an seinen Weg der Erleuchtung erinnern sollte. Durch das Mantra konnte er sich immer wieder mit innerer Kraft aufladen und in die Erleuchtungssicht kommen. Er praktizierte Mauna, um seine Energie zu bewahren. Er sprach nur, wenn es notwendig und hilfreich war. Er meditierte morgens, mittags und abends. So konnte er innerlich und äußerlich glücklich leben. An den Problemen in seinem Leben wuchs er zur Erleuchtung. Er war bei seinem Tod sehr zufrieden mit seinem glücklichen Leben, mit der Verbindung von Spiritualität und Lebensfreude.   

18. Die westliche Welt. In der westlichen Welt ist die menschliche Existenz durch äußeren Überfluss gesegnet. Die Menschen haben genug zu essen, besitzen schöne Wohnungen und werden bei Krankheit versorgt. Vielfältige Vergnügungen machen das Leben angenehm. Das westliche Konsumleben ist aber spirituell gesehen ein Weg der Unweisheit. Man verbraucht im Berufsstress seine Energie und endet im Burnout. Man konzentriert seine Energie auf den weltlichen Konsum und vernachlässigt seine spirituelle Entwicklung. Man sucht das Glück im Außen, obwohl es vorwiegend in einem selbst zu finden ist. Nach der Glücksforschung kommt das Glück zu 90 % aus der eigenen Psyche. Wir brauchen eine spirituelle Glückspsyche, wenn wir in unseren Leben glücklich sein wollen. Vorsicht vor spiritueller Trägheit. Zentriere dich in der Spiritualität und dein Leben gelingt. Lebe nach einem spirituellen Tagesplan. Gehe mit Selbstdisziplin voran. Sei achtsam auf deine Gedanken und meditiere jeden Tag. So wächst du im inneren Glück. Gelingen.

Der glückliche Schuster

Camaripa war ein Schuster. Er und seine Frau mussten von morgens bis abends arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Nach vielen Jahren täglicher Mühe hatte Camaripa keine Lust mehr zu seinem Leben als Berufstätiger. Er sehnte sich nach einem ruhigen, entspannten und glücklichen Leben. 

Da kam ein Yogi vorbei und bat ihn um eine kleine Spende. Camaripa gab ihm Geld, damit der Yogi sich etwas zu essen kaufen konnte. Dabei fragte er ihn, ob er einen Yoga-Weg kenne, den er mit seiner Frau gehen könne. Der Yogi riet Camaripa, seinen Beruf zu seinem spirituellen Weg zu machen. 

Da Camaripa seine Familie und sich ernähren musste, konnte er nicht als freier Yogi leben. Er konnte aber die Freiräume in seinem Beruf nutzen, um sein inneres Glück zu entwickeln. Äußerlich sollte er so weiter leben wie bisher. Aber innerlich sollten seine Frau und er als Yogis leben.

Camaripa fragte, wie er das machen sollte. Der Yogi antwortete, dass er als erstes seine Lebensziele neu definieren müsse. Ein normaler Mensch arbeitet für das Ego. Er arbeitet für den Genuss, seine Sicherheit, seine Familie, für weltlichen Reichtum, Karriere und Anerkennung. Auf diesem Weg verstärkt er sein Ego, verspannt sich immer mehr durch den allgemeinen Lebensstress und verbraucht im Laufe seines Lebens seine innere Energie. Ein spiritueller Mensch arbeitet für sein inneres Glück und die Liebe auf der Welt. Er sorgt gut für seinen Körper und seine Gesundheit. Aber sein Geist ist hauptsächlich mit dem Glück seiner Mitmenschen beschäftigt. Dadurch löst sich das Ego auf, und der Yogi wächst immer weiter ins Licht. 

Camaripa und seine Frau übten sich von jetzt an von morgens bis abends im positiven Denken. Sie begannen den Tag mit einem Gebet zu ihrem spirituellen Meister und einer positiven Tageseinstellung. Sie beendeten den Tag mit einem Gebet und einer Meditation. Tagsüber machten sie so viele kleine Pausen, dass ihr Geist nicht in Stress geriet. Sie bauten geschickt so viele spirituelle Übungen in ihren Alltag ein, dass ihre Verspannungen immer weniger wurden. 

Sie lebten im Schwerpunkt als Karma-Yogis für das Ziel einer glücklichen Welt. Sie arbeiten aus der Ruhe und der Liebe heraus. Nach zwölf Jahren erwachte ihre Kundalini-Energie und erfüllte sie mit Licht. Jetzt hatten sie so viel Kraft, dass sich ihre Arbeit fast von alleine tat. Ihr Körper arbeitete, der Geist dachte und die Seele ruhte im Glück. Sie lebten in der Einheit von Ruhe und Liebe, von Meditation und Aktion. Arbeit ist Glück, wenn sie aus der Ruhe und der Liebe heraus geschieht.

19. Der östliche Kontinent. Im Osten geht die Sonne auf. Sie bringt der Welt das Licht. Denke positiv. Lebe positiv. Sei positiv zu deinen Mitmenschen. Was ist heute dein positiver Leitsatz? Wer positiv lebt, lebt glücklich. Mit Optimismus voran. Gelingen.

Buddhismus und positives Denken

Dalai Lama: „Negative Gedanken entstehen ohne Unterlass und mit größter Leichtigkeit, heilsame Gedanken hingegen nur selten. Dadurch, dass wir selbst von heilsamen Gedanken erfüllt sind, inspirieren wir andere auch zum Positiven. Wir müssen die verschiedenen Formen der Leid verursachenden Emotionen erkennen und lernen, sie auf der Stelle zu kontrollieren. Sobald sich eine der Leid verursachenden Emotionen ankündigt, sollte man an die entgegengesetzte Eigenschaft denken, indem man die Vernunft benutzt, um die entgegengesetzte Einstellung zu erzeugen. Wenn du das nicht kannst, dann versuche deine Aufmerksamkeit von der Emotion abzulenken, indem du spazieren gehst oder auf deinen Atem achtest.“

Der Buddhismus lehrt den Weg der Meditation und der Achtsamkeit auf die Gedanken. Was Achtsamkeit auf die Gedanken genau bedeutet, ist umstritten. Wenn man genau hinsieht, dann lehrt der Dalai Lama den Weg des positiven Denkens. Der Dalai Lama lehrt es bei Problemen genau hinzusehen, sich um eine Lösung zu bemühen, den Geist immer wieder positiv auszurichten und sich mit hilfreichen Sätzen zu motivieren.

Buddha selbst spricht im achtfachen Pfad vom richtigen Denken und richtigem Verhalten. Damit meint er vorrangig die richtige Einsicht (Nachdenken, Weisheit), den richtigen Entschluss zum spirituellen Üben, das angemessene äußere Verhalten, die richtige Achtsamkeit (Bewusstheit) und die richtige Meditation.

Es ist auf dem spirituellen Weg sehr wichtig zu erkennen, dass Meditation und Gedankenarbeit zusammengehören. Wir können viele Stunden intensiv meditieren und unseren Geist zur Ruhe bringen. Aber ein negativer Gedanke kann sofort wieder unseren ganzen inneren Frieden zerstören. Wir können viele Jahre spirituell üben und sogar in Erleuchtungsdimensionen durchbrechen. Ein negativer Gedanke kann die ganze Frucht unseres spirituellen Bemühens zunichte machen. Es ist deshalb sehr wichtig, dass wir neben unserer spirituellen Praxis (Meditation, Yoga, Körperarbeit) immer auf unsere Gedanken achten.

Der Hauptweg ist es bei Problemen gründlich nachzudenken und eine gute Lösung zu finden. Wir sollten auf unseren Verstand und unser Gefühl hören. Wir sollten beständig achtsam auf unsere Gefühle und Gedanken sein. Wir sollten negative, schädliche Gedanken erkennen und stoppen. Wir sollten hilfreiche Gedanken fördern und erzeugen. Das geschieht vorwiegend dadurch, dass wir uns an positiven spirituellen Vorbildern orientieren (Buddha, Dalai Lama), regelmäßig in einem spirituellen Buch (Reden Buddhas) lesen und im Kontakt mit positiven Menschen (spirituelle Gruppe) bleiben.

Wir sollten positive Eigenschaften wie Gleichmut, Liebe, Selbstdisziplin, Weisheit und Lebensfreude üben. Das geschieht vorwiegend dadurch, dass wir einen positiven Gedanken finden, der die entsprechende positive Eigenschaft in uns entstehen lässt. Wir denken zum Beispiel: „Ich nehme die Dinge so an wie sie sind.“ Dadurch entsteht in uns die Eigenschaft Gleichmut. Wir denken: „Ich erreiche meine Ziele. Ich gehe konsequent meinen Weg der Wahrheit.“ Das bewirkt Selbstdisziplin. Wir konzentrieren uns auf die schönen Dinge in unserem Leben und pflegen bewusst das Schöne. So bekommen wir Lebensfreude. Wir wünschen allen Wesen Glück. Das bringt uns in die Liebe. Wir richten unseren Geist am Ziel der Erleuchtung aus. So wachsen wir immer mehr in allen positiven Eigenschaften.

20. Der nördliche Kontinent. Dieser Kontinent ist sorgenfreiste auf der Erde. Die Menschen denken positiv und pflegen ein gesundes Gemeinschaftsleben. Sie helfen einander und werden dadurch gemeinsam glücklich. Ihre einzige Schwäche ist es, dass sie den spirituellen Weg nicht kennen. Und wenn sie ihn durch glückliche Umstände kennenlernen, dann sind sie zu träge zum konsequenten spirituellen Üben. Sie glauben letztlich mehr an das äußere als an das innere Glück. Und sie glauben überwiegend nicht an ein Leben nach dem Tod. Das nimmt ihnen die Kraft für eine erfolgreiche spirituelle Praxis. Nur wenige erreichen den Zustand der Erleuchtung und des tiefen inneren Glücks. Nimm Zuflucht zu Buddha (einem spirituellen Vorbild), zum Dharma (dem spirituellen Weg, der Lehre Buddhas) und zur Sangha (der spirituellen Gemeinschaft). Praktiziere heute bewusst ein Ritual der Zufluchtnahme. Verehre bewusst dein spirituelles Vorbild. Verankere dein Leben im spirituellen Weg und denke: „Om Buddha. Om alle Buddhas und Bodhisattvas. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg.“ Sei weise und folge in deinem Leben der Lehre Buddhas. Dann gelingt dein Leben.

Zweifel

„Tauchen Zweifel auf deinem spirituellen Weg auf, setze dich in den Meditationssitz.“ (Frei zitiert nach Honen aus Buddhismus krass, Seite 179)

Zweifel sind etwas Normales auf dem spirituellen Weg. Grundsätzlich sagen uns Zweifel, dass wir über etwas nachdenken sollen. Wir lösen unsere Zweifel auf dem spirituellen Weg auf, in dem wir Informationen sammeln und gründlich über ein Problem nachdenken. So finden wir unseren Weg der Wahrheit und Weisheit. Da es sich bei der Spiritualität um einen inneren Weg handelt, sollten wir mit den beiden Kräften Vernunft und inneres Gespür voranschreiten. Wir sollten unsere Vernunft fragen und gleichzeitig auch auf unser inneres Gefühl achten. Wenn Vernunft und Gefühl übereinstimmen, haben wir unseren Weg der Richtigkeit gefunden. Ansonsten müssen wir noch weiter nachdenken und nachspüren.

Zweifel können auch dann auf dem spirituellen Weg auftauchen, wenn sich Verspannungen und Energieblockaden lösen. Wenn sich dadurch unsere Psyche verändert, macht uns das unsicher. Das Gefühl wehrt sich gegen die innere Veränderung. Solche Zweifel überdauern wir am besten mit unseren spirituellen Übungen. Wir bleiben einfach auf unserem Weg, bis die Zweifel von alleine verschwinden. Solche Zweifel erkennen wir daran, dass sie im Prinzip unbegründet sind. Oft gehen auch innere Unruhe, Muskelzucken, Wärme- und Kältegefühle mit solchen Lösungsprozessen einher.

Eine dritte Art von Zweifeln entsteht, wenn wir mit weltlichen Energien Kontakt haben. Wir können weltliche Menschen treffen, weltliche Filme im Fernsehen sehen oder weltliche Energien im Internet aufnehmen. Weltliche Energien sind reale Kräfte (Strahlung, Bewusstseinsschwingungen), die real auf unser spirituelles Energiesystem (unser Bewusstsein) einwirken. Sie sind den spirituellen Energien entgegengesetzt und können deshalb zur Verwirrung führen. Für einen solchen Fall empfiehlt Honen einfach seine spirituellen Übungen zu machen, sich innerlich zu reinigen und in eine gute Energie zu bringen. Ist der Mensch im inneren Glück, verschwinden alle Zweifel an dem spirituellen Weg.

21. Barbaren. Barbaren sind unzivilisierte Menschen, die nur an ihr Ego denken und Gewalt als legitimes Mittel der Auseinandersetzung befürworten. Sie sind grausam und intolerant. Sie verachten alle Schwächeren. Sie haben keinen Respekt vor Tieren und bevorzugen Fleischgenuss. Spirituell sind sie intolerant und dogmatisch. Ihr Leben besteht aus Kämpfen und Feiern. Es ist nichts gegen gelegentliches Feiern einzuwenden. Das Leben darf auch genossen werden. Aber der Schwerpunkt muss auf der Spiritualität liegen. Sonst sacken wir spirituell ab. Heute ist etwas Genuss erlaubt. Genieße das Leben. Bringe Freude in dein Leben. Feier den Tag. Bringe so viele Elemente der Freude in dein Leben, dass dein Geist positiv wird. Sei tolerant gegenüber Andersdenken. Bevorzuge den Weg der Gewaltlosigkeit. Hilf den Schwächeren. Gehe den Weg der umfassenden Liebe. Gelingen auf dem mittleren Weg mit etwas Selbstdisziplin und etwas Lebensfreude.

Der starke Krieger

Es war einmal ein starker Krieger, der fragte seinen Meister nach dem schnellsten Weg zur Erleuchtung. Der Meister antwortete: „Der schnellste Weg ist der spirituelle Weg, den ein Mensch persönlich erfolgreich gehen kann. Da du große innere Kraft besitzt, kannst du durch den Weg des ununterbrochenen Gehens das innere Glück verwirklichen.“ Der Meister wies den Krieger an, 21 Tage und Nächte pausenlos um eine große Shivastatue herumzugehen und dabei immer das Mantra: „Om Nama Shivaya“ (Ich verbinde mich mit Shiva. Ich bitte Shiva um seine Energie) zu denken.

Am zwanzigsten Tag spürte der Krieger eine große innere Erschöpfung. Aber er ging eisern weiter und bat Shiva um seine Hilfe. Am einundzwanzigsten Tag hatte er die Vision einer großen Schlange, die in seinen Körper floss. Daraufhin erwachte seine Kundalini-Energie. Seine Kraft war wieder da. Er war jetzt selbst Shiva. Shiva bedeutet: der „Gütige“. Shiva hat kein Ego. Er sieht sich in seinen Mitwesen. Er hilft ihnen, wenn sie ihn darum bitten. Das innere Glück hatte die Güte im Krieger erweckt und aus ihm einen guten Menschen, einen Shiva der umfassenden Liebe, gemacht. Er benutzte seine Kraft jetzt nicht mehr dazu, andere Menschen zu töten, sondern um den Frieden und das Glück auf der Erde zu vergrößern. 

22. Hinduismus. Auch der Hinduismus ist eine Religion, die zur Erleuchtung führt. Im Buddhismus wird der Hinduismus oft als etwas Minderwertiges betrachtet. Diese Auffassung stammt aus der Zeit des Religionskampfes. Heute müssen alle Religionen zusammenarbeiten, damit eine Welt des Friedens und der Liebe entsteht. Die heutige Welt ist multikulturell. Und das ist gut so. Jeder darf so leben wie er möchte. Nach dem Dalai Lama sind die Menschen unterschiedlich und brauchen unterschiedliche Religionen. Was zählt ist nur das gute Herz. Auch im Buddhismus gibt es viele Gruppen, die sich gegenseitig bekämpfen. Das muss überwunden werden. Sei tolerant. Toleriere andere Meinungen. Was ist heute deine Übung in Toleranz?

Der Berg der Religionen

Es waren einmal fünf Menschen, die suchten Gott. Der eine Mensch war ein Atheist, der andere ein Christ, der dritte ein Hindu, der vierte ein Moslem und der fünfte ein Buddhist. Eines Tages kamen alle fünf Suchenden zu einem großen Berg. Am Fuße des großen Berges trafen sie sich. Oben auf dem Berg strahlte ein helles Licht. Der Atheist sagte: “Das ist die Sonne.” Der Christ erklärte: “Das ist Gott.” Der Moslem gab dem Licht den Namen Allah. Der Buddhist hielt es für das Nirwana (Leere/Einheitsbewusstsein/Glück). Der Hindu nannte es Brahman (Urgrund, höhere Realität). Die fünf Suchenden diskutierten lange über das Licht, das Glück und Gott. Der Atheist bestand darauf, dass es keinen Gott gibt. Der Buddhist glaubte nicht an einen persönlichen Gott. Dem widersprachen der Moslem und der Christ auf das Heftigste. Der Hindu überraschte seine Freunde mit der Feststellung: “Diese Frage kann ein unerleuchteter Mensch nicht klären. Erst müssen wir alle zur Erleuchtung kommen. Dann werden wir begreifen was Gott ist.”

Die fünf Suchenden unterhielten sich lange über Gott. Sie lernten ihre gegenseitigen Standpunkte kennen. Das Gespräch war eine große Bereicherung für alle. Aber zu einem endgültigen Ergebnis konnten sie nicht kommen. Sie beschlossen deshalb, den Berg zu besteigen und das Licht genau zu untersuchen. Aber sofort gab es Streit über den richtigen Weg zum Berggipfel. Es gab viele Wege, die den Berg hinauf führten. Welchen Weg sollten sie benutzen? Da sie sich nicht einigen konnten, stieg jeder auf seinem eigenen Weg den Berg hinauf. Als alle auf dem Berggipfel angekommen waren, beschlossen sie gemeinsam in das große Mysterium einzutreten. Sie nahmen sich bei der Hand und gingen ins große Licht. Sie durchschritten eine große Dunkelheit (die innere Nichtswerdung, Egoauflösung) und befanden sich plötzlich in Gott (in der Transzendenz). Sie verweilten einige Zeit in Gott und kehrten dann wieder in die Welt der Materie (der Dualität) zurück. In Gott waren alle sprachlos gewesen. Aber jetzt begannen ihre Gedanken zu arbeiten. Aufgeregt berichteten sie sich gegenseitig von ihren Erfahrungen.

Der Hindu hatte Gott als Glück (Sat-Chit-Ananda, Ruhe-Einheitsbewusstsein-Glückseligkeit), der Christ als umfassende Liebe, der Buddhist als inneren Frieden (Unabhängigkeit von weltlichen Energien, Anhaftungslosigkeit), der Moslem als große Macht (Kraft) und der Atheist als höhere Wahrheit erfahren. Der Moslem hatte das Wort “Allah”, der Christ das Wort “Gott”, der Buddhist den Begriff “Erleuchtung”, der Hindu “Sat-Chit-Ananda” (Sein-Einheitsbewusstsein-Glückseligkeit) und der Atheist “Kosmos” (All, Alles) erhalten. Wenn sie an ihr jeweiliges Wort dachten, konnten sie sich damit sofort wieder in das Licht hineinbegeben. Das Wort war ihr persönlicher Schlüssel zum Eintritt in das große Mysterium. Wer einmal Gott kennengelernt hat, kann sich mit der Kraft der Erinnerung und seinem persönlichen Mantra immer wieder in den Zustand der Erleuchtung versetzen.

Jeder der Suchenden hielt sein Wort für das Größte. Sie stritten sich über ihre Gebetsformeln und konnten sich auf der verbalen Ebene nicht einigen. Deshalb beschlossen sie, ihre Auseinandersetzungen zu beenden und sich lieber auf das spirituelle Üben zu konzentrieren. Sie lebten viele Jahre nebeneinander auf dem Berggipfel. Sie lasen in ihren heiligen Schriften, meditierten viel, pilgerten jeden Tag um den Berggipfel und trafen sich einmal in der Woche zu einer gemeinsamen Feier. Irgendwann gelangten alle in das dauerhafte Licht. Und das große Licht verwandelte sie. Sie sahen das Licht in allen Wesen und in allen Dingen auf der Welt. Sie erkannten, dass sie alle Brüder und Schwestern sind.

23. Bön ist der Weg des ursprünglichen tibetischen Schamanismus. Heutzutage ist Bön in den tibetischen Buddhismus integriert. Der Schamanismus ist die Ur-Religion der Welt. Es geht um Heilung, Hellsehen, Krafttiere und um den Kontakt mit Geistern (Ahnen). Der Schamanismus ist vielfältig und kennt viele Rituale wie Trommeln, Tanzen, Singen, Jenseitsreisen, Wahrsagen (Orakel) und Meditation. Das Zentrum des Schamanismus ist Heilung. Was heilt dich heute? Finde deinen Weg der Heilung. Vorwärts. Gelingen.

Selbstheilung

Heute ist ein Tag der Selbstheilung. Was ist dein Weg der Selbstheilung? Wie heilst du deine seelischen Wunden? Alles heilt durch den spirituellen Weg. Im Alter von dreißig Jahren litt ich an vielen körperlichen und seelischen Krankheiten. Ich litt an Burnout, Ängsten, Depressionen, Schlafstörungen, Tablettensucht, Magenproblemen, Hautproblemen und ständigen Erkältungen. Entstanden waren diese Krankheiten durch den übermäßigen Stress am Ende meines Studiums. In mir entstanden durch den extremen Leistungsdruck viele Ängste, die mich immer mehr in den Burnout brachten.

Ich ging zu vielen Ärzten, aber sie konnten mir nicht helfen. Ich ging zu einer Heilpraktikerin. Aber auch ihr Wissen half mir nicht. Die Situation erschien aussichtslos. Ich würde mich mein Leben lang mit meinen Krankheiten plagen und früh daran sterben, wie es auch einer Tante von mir ergangen war. Ich würde in meinem Leben nie mehr wirklich gesund und glücklich werden.

Da besann ich mich auf den Weg der Selbstheilung. Ich überlegte, wie ich mich selbst heilen konnte. Als erstes erforschte ich in medizinischen Büchern, was man für seine Selbstheilung tun kann. So fand ich den Weg der fünf Grundsätze der Gesundheit. Man kann seine Gesundheit in vielen Fällen erhalten und wiederherstellen, wenn man sich gesund ernährt, Schadstoffe vermeidet, regelmäßig Sport treibt, sich ausreichend entspannt und positiv denkt.

Als zweites praktizierte ich konsequent meinen spirituellen Weg. Ich zog in die Abgeschiedenheit und wurde ein Yogi. Jeden Tag machte ich meine Yogaübungen, meditierte und arbeitete an meinem Geist. Im Laufe der Jahre verschwanden alle meine Krankheit. In der Hatha-Yoga-Pradipika, dem Grundbuch des Yoga, heißt es: „Yoga heilt alle Krankheiten.“ Bei mir traf das zu. Ich rate dazu, bei Krankheiten einen Arzt oder Heilpraktiker aufzusuchen. Aber viele heutige Krankheiten können durch die Ärzte nur begrenzt geheilt werden. Hier erweist sich oft der spirituelle Weg als sehr hilfreich. In meinen Yogakursen konnten die meisten Menschen ihre Rückprobleme überwinden. Viele Krankheiten heilten oder wurden wesentlich gebessert. Letztlich muss man natürlich selbst seinen Weg der Heilung finden. Man sollte genau in seinen Körper und seinen Geist hineinspüren. Man sollte sich gründlich informieren und herausfinden, was hilft und was ungünstig ist.

24. Beginn. Die große himmlische Straße. Der spirituelle Weg beginnt mit der Zufluchtnahme. Die Zufluchtnahme beginnt mit dem Vertrauen. Erforsche, wo dein Vertrauen ist. Wem vertraust du? Buddha, dem buddhistischen Weg, der buddhistischen Gemeinschaft? Am besten vertraust du erst einmal dir selbst. Vertraue deinen Lebenserfahrungen. Was hilft dir bei Leid? Was macht dich glücklich? Vertraue deinem Verstand. Informiere dich über die Lehre Buddhas, denke gründlich nach und finde dann den Weg, der zu dir passt. Nimm als erstes Zuflucht zu dir selbst, zu deinem Verstand und deiner eigenen Weisheit. Buddha lehrt es alles selbst zu prüfen, was er gesagt hat. Das ist die Basis des buddhistischen Weges. Wenn du konsequent in der Wahrheit lebst, wird sich dir nach und nach die Wahrheit des buddhistischen Weges offenbaren. Was beginnt heute? Was ist dein persönlicher spiritueller Weg? Welche Übungen willst du jeden Tag machen?

Der verrückte Yogaweg

Kokalipa war ein Prinz. Sein Vater war der Maharadscha von Camparna, einem kleinen indischen Fürstentum. Der Prinz wuchs in großem Reichtum auf. Er bekam alles, was sein Herz begehrte. Doch sein Leben langweilte ihn. Er wollte etwas haben, was schwer zu erreichen ist. Der Hofpriester erklärte ihm, dass am schwersten die Erleuchtung zu erreichen sei. Daraufhin wollte der Prinz die Erleuchtung haben. 

Er ging zu einem erleuchteten Meister, um in den spirituellen Weg eingeweiht zu werden. Der Meister zeigte ihm verschiedene spirituelle Techniken. Er riet Kokalipa sich auf seinen Atem zu konzentrieren. Er sollte einfach immer nur ruhig ein- und ausatmen. Das war dem Prinzen deutlich zu langweilig. Der Meister schlug eine dynamischere Technik vor. Kokalipa sollte die schnelle Blasebalgatmung praktizieren und nach zehn Runden immer die Luft so lange anhalten, wie es ihm möglich war. Seine Kundalini-Energie könne er dann durch die Wechselatmung aktivieren. Bei der Wechselatmung drückt man abwechselnd das linke und das rechte Nasenloch zu und füllt so den rechten und den linken Energiekanal mit Energie. Irgendwann erwacht dann von alleine die Kundalini-Energie. Doch diese Techniken vermochte der Prinz leider nur eine Woche durchzuführen. Dann wurde es ihm auch schon wieder zu langweilig.

Der Meister wurde langsam ratlos. Er brauchte einen spirituellen Weg für den Prinzen, der einfach zu erlernen und gleichzeitig spannend und abwechslungsreich war. Dazu fiel ihm der vierfache Yogaweg ein. Als erstes zeigte der Meister dem Prinzen einige einfache Yogaübungen. Er zeigte ihm die Schüttelmeditation, das Beineheben in Rücklage, die Kerze, die Heuschrecke, die Kobra und das Wirbelsäulendrehen im Meditationssitz. Zum Abschluss jeder Yogarunde sollte er einige Minuten in der Totenstellung entspannen. Damit es dem Prinzen nicht langweilig würde, dürfe er kreativ weitere Yogaübungen entwickeln oder aus Büchern dazulernen.

Als der Körper der Prinzen nach einigen Jahren weitgehend gereinigt war, empfahl ihm sein Meister sich dem Geist zuzuwenden. Der Prinz spürte jeden Tag genau, was sein Geist gerade brauchte und übte sich im positiven Denken. Mit dem Gottheiten-Yoga aktivierte er seine Kundalini-Energie. Er visualisierte sich als die Gottheit, die er gerade brauchte. Er visualisierte sich als Buddha der Kraft, der Liebe, der Ruhe, der Weisheit oder des Glücks. Zu jedem Buddha dachte er einen passenden positiven Satz als Mantra, bis er in die Energie des jeweiligen Buddhas kam. Auch dabei fand er kreativ den für ihn effektiven Weg.

Zum Abschluss riet ihm sein Meister einige Jahre in der Abgeschiedenheit von der Welt zu verweilen.  Drei Jahre praktizierte der Prinz ein Leben der Ruhe und der Meditation. Dann gab ihm der Meister der letzte Übung. Er sollte bis zum Ende seines Lebens seinen Mitmenschen dienen und sein spirituelles Wissen an sie weitergeben. Dem Prinzen war nie mehr langweilig.

25. Der Mantra-Weg. Finde ein Mantra und denke es, bis du im Glück, in der Liebe und im Frieden bist. Du kannst dir auch selbst ein passende Mantra ausdenken. „Om innerer Guru Hum. Om Ah Hum Vajra Guru Padma Siddhi Hum. Om Buddha Hum. Om Dalai Lama. Om Liebe, Frieden, Kraft und Glück.“ Wiederhole es mindestens dreimal und spüre in die Bedeutung der Worte hinein. Weitere Mantras findest du auf Wikipedia.

Die einfachste Form eines Mantras ist die tägliche Lesemeditation. Finde das Buch, das dich inspiriert. Lies jeden Tag mindestens einige Sätze in einem spirituellen Buch. Denke darüber nach. Meditiere darüber. Finde deine Tagesbotschaft. Die tägliche Lesemeditation ist ein zentrales Element der spirituellen Praxis. Dadurch kommst du immer wieder in eine spirituelle Energie. Was liest du heute? Du kannst dir auch ein spirituelles Video ansehen, um dich inspirieren zu lassen. Von mir kannst du viele kostenlose Ebooks lesen. Insbesondere Buddhismus für Anfänger. , Der glückliche Buddha, Tibetische Weisheitsgeschichten. Psychologie und Spiritualität. YouTube Buddhismus, Buddha, Dalai Lama, tibetischer Buddhismus, Nils Horn

Kostenlos im Internet: https://www.palikanon.com/ und http://www.palikanon.de/

Kein Perfektionist

Patrul Rinpoche lebte von 1808 bis 1887 in Tibet. In seiner Jugend war er ein Perfektionist. Er lernte bei vielen spirituellen Meistern seiner Zeit und versuchte, ihre Lehren perfekt umzusetzen. Er las viel und wusste alles. Eines Tages traf er den undogmatischen Meister Doe Kyentse, der ihn zu Boden schmiss und beschimpfte: „Du hältst dich für einen ganz klugen Mönch. In Wirklichkeit hast du noch nichts begriffen. Du bist ein Nichts, eine spirituelle Ameise, ein alter Hund.“ Das war zu viel für den ehrgeizigen Patrul. Vollständig geschockt, ließ er seinen ganzen Perfektionismus los. Er nahm die Aussage des Meisters ernst, visualisierte sich als alten Hund und brach spontan zur Erleuchtung durch.

Er gab seine Klosterkarriere auf und nannte sich „Alter Hund“. Das war sein Mantra, mit dem er sein Ego überwand. Er wanderte als freier Yogi durch das Land. Er lebte genau sich selbst. Seiner inneren Natur entsprach es, als abgeschiedener Yogi zu leben. Wer genau seiner inneren Natur folgt, lebt sehr entspannt und kann dadurch gut seine Erleuchtungsenergie bewahren.

26. Das goldene Zeitalter. Das goldene Zeitalter beginnt in dir und deiner Welt. Dazu musst du zum Weltenherrscher werden, zu einem Beherrscher deiner Welt, zu einem Meister deines Lebens. Die wichtigsten Techniken sind die tägliche Gedankenarbeit (positives Denken) und die Meditation (innerer Frieden). Erreiche deine Ziele. Schaffe dir eine Welt, in der du dich wohl fühlst. Mit Selbstdisziplin voran. Gelingen. Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine Welt der Liebe, des Friedens und des Glücks geben. Möge ich meinen Teil dazu beitragen.

Wikipedia Meditation

YouTube Meditation, buddhistische Meditation, Meditation Nils Horn

Die acht Dämonen

Meditation hat viele Vorteile. Man kann damit seinen inneren Stress abbauen, seine Gesundheit stärken, zur Gelassenheit finden, innere Kraft aufbauen, Ängste überwinden, zu sich selbst finden und sogar die Erleuchtung verwirklichen. Aber es können auch Dämonen auftauchen, die einen an einer erfolgreichen Meditation hindern.

Einstmals lebte ein spiritueller Meister mit seinen Schülern in einem abgeschiedenen Tal in Tibet. Die Landschaft war perfekt für eine gute Meditation. Die Menschen hatten dort viel Ruhe, kaum Ablenkung, einen spirituellen Lehrer und eine nette Gruppe. Es war schön in der wilden Gebirgslandschaft zu leben. Viele Yogis waren dort bereits zur Erleuchtung gelangt. Jeder Schüler hatte eine kleine Hütte, in der er seinen persönlichen Weg der Meditation gehen konnte.

Doch leider kamen eines Tages acht böse Dämonen in das Tal. Sie wollten die Schüler an einem erfolgreichen spirituellen Weg hindern. Sie störten die Schüler in der Meditation, so dass bald keiner mehr meditieren konnte. Sie flüsterten den Schüler Gedanken ins Ohr, die ihnen jede Freude an der Meditation nahmen.

Der erste Dämon hieß Faulheit, der zweite Lustlosigkeit, der dritte Zweifel, der vierte Unruhe, der fünfte Langeweile, der sechste Müdigkeit, der siebte Ineffektivität und der achte Stolz. Die Schüler fragten den Meister, was sie gegen die Dämonen tun konnten. Der Meister riet ihnen, bei jedem Dämon genau hinzusehen und dann eine geeignete Gegenstrategie zu finden. Den Dämon der Faulheit überzeugt man am besten mit Weisheit. Man macht sich jeden Tag die Vorteile einer Meditation bewusst. Man gibt sich nach jeder Meditation eine persönliche kleine Belohnung.

Wenn man keine Lust zur Meditation hat, dann findet man eine Technik, die einem Spaß bringt. Manche Menschen brauchen dynamische Meditation, manche analytische Meditationen, manche Visualisierungen und manche ruhige Meditationen. Dynamische Meditationen sind die Geh-Meditation, Yoga-Übungen, die tibetischen Niederwerfungen und die Muskelan- und Entspannung. Bei analytischen Meditationen denkt man über sich und das Leben nach. Man besinnt sich auf sich selbst und seinen Weg. Durch die Visualisierung von spirituellen Vorbildern, Buddhas und Gottheiten kann man die spirituelle Energie in sich erwecken, die man gerade braucht. Durch eine ruhige Meditation beruhigt man seinen Geist und findet zur Gelassenheit.

Der dritte Dämon hieß Zweifel. Ihn überwindet man durch klares Nachdenken. Hilfreich ist es auch regelmäßig in einem spirituellen Buch zu lesen, um seinen Geist spirituell auszurichten. Wenn alles das nicht hilft, dann braucht man eine klaren Tagesplan. Man meditiert einfach immer weiter, der Geist gewöhnt sich daran und die Zweifel verschwinden.

Innere Unruhe überwindet man je nach Situation mit einer dynamischen Meditation, einer analytischen Meditation und durch eine ruhige Meditation, bei der man zum Beispiel durch den Körper hindurch spürt (Body Scan), ein Mantra denkt oder sich auf den Atem konzentriert. Bei Langeweile wechselt man die Meditationsform oder findet eine Meditation, die nicht langweilig ist. Man kann zum Bespiel eine geführte Meditation machen, ein schönes Bild malen oder einen kreativen Text schreiben. Ich kann gut zu Filmen im Fernsehen oder Videos meditieren. Früher habe ich auch in Warteschlangen meditiert oder wenn ich Routinearbeiten zu erledigen hatte.

Bei Müdigkeit braucht man eine aktive Meditation. Oder man meditiert nur kurz, so dass keine Müdigkeit entsteht. Schwieriger sind die Dämonen Ineffektivität und Stolz zu überwinden. Am Anfang sucht man kreativ seinen Weg der Meditation. Aber dann besteht die Gefahr, dass die Meditation zur Routine wird und man im formalen Üben feststeckt. Deshalb sollte man seinen Weg der Meditation immer wieder überprüfen und spüren, was gerade effektiv für einen ist.

Stolz erfaßt oft Menschen, die schon lange erfolgreich meditieren. Sie schaffen es jeden Tag zu meditieren, lange zu meditieren und haben oft besondere spirituelle Erfahrungen. Sie können dann im spirituellen Ego feststecken. Für sie ist es wichtig zu erkennen, dass die Erleuchtung ein Weg der umfassenden Liebe und nicht ein Egoweg ist. Es ist hilfreich, jede Meditation dem Glück aller Wesen zu widmen und zu denken: „Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“

Damit die Schüler ihre Dämonen bezwingen konnten, gab ihnen der Meister als letztes den Rat, sich bei jeder Meditation mit den Buddhas und Bodhisattvas oder ihrem persönlichen Meister zu verbinden. So erhielten sie Kraft und Unterstützung aus einer höheren Dimension. Das taten die Schüler und konnten so alle Dämonen immer wieder vertreiben.

27. Der Himmel der vier großen Könige. Die vier großen Könige verkörpern die vier Elemente Erde (Gleichmut), Feuer (Kraft), Wasser (Energie, Liebe, Gespür) und Luft (Freude). Das fünfte Element ist der Raum (Ganzheit, Erleuchtung, Weisheit, Glück). Im tibetischen Buddhismus gibt es dafür die fünf Meditations-Buddhas. Ihre fünf Kernsätze sind: „Ich nehme die Dinge so an wie sie sind. Ich lebe ein Leben der Weisheit. Ich gehe mit Selbstdisziplin meinen Weg. Ich verwirkliche das innere Glück. Ich sende allen Wesen Licht und Liebe.“ Der Dalai Lama lehrt: „Wer auf Buddha meditiert, wird ein Buddha.“ Wer die Eigenschaften eines Buddhas übt, wird ein Buddha. Welche Eigenschaft möchtest du heute üben? Kraft, Liebe, Gelassenheit, Weisheit, Glück? Wir kommst du in ein glückliches Leben (in ein Leben im Licht)? Welcher positive Satz hilft dir?

Warum meditierst du?

Eines Tages, als Ma-tsu vor seiner Hütte saß und meditierte, kam sein Meister vorbei. Der Meister fragte ihn: „Warum meditierst du?“ Ma-tsu antwortete: „Weil ich ein Buddha werden will!“ Da nahm der Meister einen Stein und rieb daran. Ma-tsu wunderte sich: „Warum reibst du den Stein?“ Der Meister erklärte: „Weil ich daraus einen Spiegel machen will.“ Ma-tsu rief: „Wie dumm bist du denn?“ Der Meister meinte: „Genauso dumm wie du. Wie kann man alleine durch das Sitzen ein Buddha werden? Dann müsste ja aus jedem Faulpelz ein Buddha werden. Jeder Bettler müsste ein Buddha werden, weil er den ganzen Tag nichts anderes tut als dazusitzen?“

Ma-Tsu war verzweifelt. Er hatte schon viele Jahre meditiert. Und offensichtlich hatte der Meister recht. Aus Ma-tsu war kein Buddha geworden. Er hatte noch nicht einmal nennenswerte spirituelle Fortschritte gemacht. Er bat den Meister: „Was soll ich tun?“ Der Meister antwortete mit einer zweiten Geschichte: „Stell dir vor, du bist ein Bauer, der auf einem Ochsenkarren sitzt und seine Waren zum Markt im Dorf bringen will? Der Ochse weigert sich aber voranzuschreiten. Wen schlägt der Bauer jetzt mit seinem Stock, den Ochsenkarren oder den Ochsen?“

Plötzlich begriff Ma-tsu. Sein Körper war der Ochsenkarren und sein Geist der Ochse. Das Dorf war das Ziel. Er musste seinen Geist dazu bringen zielstrebig und mit Weisheit zu meditieren. Er musste seinen spirituellen Weg so praktizieren, dass er eines Tages im Paradies-Dorf, im Nirwana, in einem Leben im Licht, in der Erleuchtung ankam. Aber wie sollte er das tun?

Der Meister gab ihm einige weitere Hinweise: „Übst du zu meditieren oder übst du wie ein Buddha zu sitzen? Übst du wie ein Mensch oder wie ein Buddha zu denken, zu reden und zu handeln? Handelst du wie ein Mensch, bleibst du ein Mensch. Denkst du, handelst du und lebst du wie ein Buddha, wirst du ein Buddha.“

Ma-tsu bat um einen weiteren Hinweis. Der Meister erklärte. „Wenn du an der Form des Sitzen anhaftest, wirst du niemals die tiefere Wahrheit erkennen. Du musst kreativ experimentieren. Du musst aus deiner eigenen Weisheit heraus deinen spirituellen Weg finden. Du musst das tun, was dein Ego nicht will. Der spirituelle Weg ist ein ständiges Schwimmen gegen den Strom des eigenen Ego-Bewusstseins. Wo du anhaftest und was du ablehnst, da solltest du gegenanschwimmen. Wo sich innere Verspannungen lösen, da erwacht die Buddha-Natur. Wo Energieblockaden zerstört werden, da entsteht die Erleuchtung. Du spürst in dir, ob dich etwas in Licht bringt oder nicht. Du spürt, ob Frieden, Liebe, Glück und Einheitsbewusstsein in dir entstehen. Dort ist dein Weg.“ Daraufhin hatte Ma-tsu eine tiefe Einsicht und sein Geist erlangte Gelöstheit. Es war ihm als hätte er köstlichen Nektar getrunken.

28. Himmel der Dreiunddreißig Götter. In der Welt der Götter ist der Himmel der 33 der höchste Himmel. Das Oberhaupt ist der indische Götterkönig Indra. Der Götterkönig Indra ist ein starker Krieger. Er besitzt einen Vajra (einen Donnerkeil, Blitzzepter, die Kraft der Kundalini-Energie). Er kann mit seinen spirituellen Techniken seine Kundalini-Energie aktivieren. Dadurch siegt er in seinem Leben. Er ist der Gott des Sieges. Indra beschützt sein Paradies vor den Dämonen (Asuras). Sei ein Sieger in deinem Leben. Besiege deine inneren Dämonen (negativen Gedanken). Schütze das Glück in deiner Welt. Die Kraft dazu bekommst du aus deinen spirituellen Übungen. Mit Weisheit, Kraft und Lebensfreude voran. Du wirst siegen. Gelingen.

Anuruddha (der zielstrebige Yogi)

Anuruddha war ein Schüler Buddhas mit der Fähigkeit zum zielstrebigen Üben. Anuruddha bedeutet übersetzt auf (anu) das Ziel (Rudra/Shiva/das Licht) hin zu üben. Anuruddha wuchs als Prinz in äußerem Reichtum auf. Als er vom Ziel der spirituellen Selbstverwirklichung hörte, entstand in ihm der Wunsch es zu erreichen. Aber er war klein, schwach und hing an den Genüssen der Welt fest. Wie sollte ein Mensch wie er den langen und schweren Weg zur Erleuchtung gehen können? Er besann sich auf seine Klugheit. Er machte sich immer wieder klar, dass die Erleuchtung der größte Genuß auf der Welt ist. Er konzentrierte sich jeden Tag auf sein Ziel, visualisierte sich als Buddha (erleuchteter Yogi) und fachte mit speziellen Übungen seine Kundalini-Energie an. Er übte vom Ziel her (Gottheiten-Yoga). Und er gab sich jeden Tag genügend Freude auf seinem Weg. Er ging auf dem mittleren Weg voran. So siegte er.

29. Himmel ohne Kampf. Im Himmel der Yama-Devas werden alle Wünsche erfüllt. Welche Wünsche hast du? Sei dir deiner Wünsche bewusst. Lasse sie los oder erfülle sie. Definiere klar deine Ziele und gehe konsequent den Weg, der dich zur Wunscherfüllung führt. Kannst du dir deine Wünsche nicht selbst erfüllen, dann denke klar darüber nach, ob sie sinnvoll sind oder nicht. Bitte die Buddhas um Bodhisattvas um Erfüllung deiner Wünsche. Glück kommt auf dich zu.

Auflösung der Beziehungsanhaftung

Es war einmal ein Mann, der hatte eine gute und schöne Frau. Die beiden liebten sich heiß und innig. Sie dachten positiv und konnten deshalb viele Jahre eine glückliche Beziehung führen. Der Mann hieß Kankaripa. Kankaripa hatte einen erfolgreichen Beruf und eine glückliche Beziehung. Er war sehr zufrieden mit seinem Leben.

Doch im äußeren Leben dauert nichts ewig. Eines Tages starb die Frau. Kankaripa war untröstlich. Er lernte viele neue Frauen kennen, doch keine konnte er wirklich lieben. Er hing vollständig an seiner verstorbenen Frau. Er konnte sich nicht alleine aus der Anhaftung befreien. Deshalb ging er zu einem Meister (Sat-Guru) und fragte ihn um Rat. Der Meister erklärte, dass bei einer so großen Liebe die seelische Verbindung sehr stark ist. Sie kann nur durch spirituelle Übungen über einen langen Zeitraum hinweg gelöst werden.

Der Meister empfahl Kankaripa, jeden Tag drei Stunden spirituelle Übungen machen. Er sollte Spazieren gehen, Yoga machen, an seinen Gedanken arbeiten, in einem spirituellen Buch lesen und meditieren. Seinen Beruf sollte er im Schwerpunkt als Karma-Yogi (Bodhisattva) für das Ziel einer glücklichen Welt praktizieren. Er sollte sich mehr auf das Glück seiner Mitmenschen als auf sein eigenes Glück konzentrieren. 

Darüber hinaus sollte er jeden Tag geistig Tantra-Yoga praktizieren. Er sollte sich in einer sexuellen Vereinigung mit seiner Frau visualisieren, das Glück genießen, beide in Licht einhüllen, das Mantra „Licht“ denken, seine Frau mit sich verschmelzen lassen und dann beide Personen in die Einheit des Kosmos auflösen. Er sollte den Kosmos voller Sterne um sich herum visualisieren, das Mantra „Sterne“ denken, dann seine Gedanken stoppen und zum Abschluß etwas in einer entspannten Zen-Meditation (Gedanken fließen lassen) verweilen.

Das tat Kankaripa einige Jahre und war dann von seiner Beziehungssucht geheilt. Er konnte jetzt eine neue Beziehung leben und auch gut alleine sein, wie das Leben es gerade mit sich brachte. Seine feste Verankerung im Yoga ermöglichte es ihm, positiv mit allen Wandlungen des Lebens zu fließen und immer sein inneres Glück zu bewahren. 

30. Freudvolles Reines Land Tusita. Der Schönste aller Götterbereiche. Die Ausgangsbasis für die Buddhaschaft. Erkenne deine Welt als Reines Land. Alles ist richtig so wie es ist. Das Wesentliche im Leben ist der spirituelle Weg. Es ist alles da, was du zum spirituellen Üben brauchst. Du kannst in deiner Welt zur Erleuchtung wachsen und ein Buddha werden. Alles Äußere ist eine Hilfe auf dem spirituellen Weg. Erkenne das und sei glücklich. Genieße dein Leben. Erfreue dich an der Schönheit deines Lebens. Erkenne deine Welt als Paradies (als Reines Land).

Der Mönch Ghantapa findet die Liebe

Ghantapa war ein kleiner ängstlicher Mönch. Zwölf Jahre lebte er im berühmten buddhistischen Kloster Nalanda. Er hielt sich streng an die spirituellen Vorschriften. Er folgte streng dem spirituellen Tagesplan. Er stand um 4 Uhr in der Nacht auf, betete, meditierte, sang mit den anderen Mönchen stundenlang Mantren, las in den heiligen Schriften und arbeitete im Klostergarten. Sein Tag war streng strukturiert. Ghantapa hatte keine Zeit über sich selbst nachzudenken, sich selbst zu spüren oder sich selbst zu leben. Seine spirituelle Energie war völlig blockiert. 

Nach zwölf Jahren hatte Ghantapa den Mut über sich und seinen spirituellen Weg nachzudenken. Er erkannte, dass er spirituell nicht vorankam. Das Leben im Kloster war offensichtlich nicht sein Weg, obwohl es ihn durch die festen Strukturen vor seinen Ängsten schütze. Jetzt stellte er sich seinen Ängsten und beschloss sich so anzunehmen wie er ist. Er verließ das Kloster und zog als Bettelmönch durch Indien.

Auf seiner Wanderung erlebte er viele Abenteuer. Er hielt sich immer noch streng an seine spirituellen Regeln. Das gab ihm innerlich einen gewissen Halt. Er hatte eine kleine Glocke bei sich. Immer wenn er sich bei süchtigen Gedanken ertappte, dann läutete er seine Glocke. Von Frauen hielt er sich soweit wie möglich fern. Er hatte geschworen enthaltsam zu leben und daran hielt er sich. Er hatte Angst eine Frau auch nur anzusehen, weil er dann wahrscheinlich in die Hölle kam. Jedenfalls hatte es ihm so sein Abt gesagt.

Ghantapa war sehr belesen. Das merkten die Menschen um ihn herum. Sie machten ihn zu ihrem spirituellen Lehrer. Bald bildete sich eine kleine Gruppe um ihn herum, die aufmerksam seinen Worten folgte. Das Drama nahm seine Lauf. Eines Tages kam eine schöne Frau in seine Gruppe. Wegen ihrer Schönheit und ihrer starken Ausstrahlung waren alle Männer verrückt nach ihr. Sie hatte schon viele Beziehungen gehabt. Aber alle Beziehungen hatten sie nicht wirklich befriedigt, weil die Männer immer nur ihren Körper wollten und sie sich nicht wirklich gesehen fühlte. 

Da saß jetzt dieser schüchterne kleine Mönch vor ihr und erzählte den Menschen von den heiligen Reden Buddhas. Er wirkte so rein, ehrlich und liebenswert. Die Frau verliebte sich sofort in ihn. Sie blickte ihn mit den Augen der Liebe an und strahlte ihre Energie auf ihn. Ghantapa spürte das und blickte auf. Er blickte die Frau an und wusste sofort, dass er ihr verfallen war. Er vergaß alle heiligen Regeln und folgte der Frau in ihr Haus. 

Sie bereitete ihm ein köstliches Essen. Sie unterhielten sich und verstanden sich wunderbar. Erst hing die Frau an seinen Lippen und dann hing er an ihren Lippen. Sie landeten im Bett und hatten Sex. Der Sex war wunderbar. So etwas hatte die Frau noch nie erlebt. Sie fühlte sich wirklich gesehen und geliebt. Da Ghantapa bis jetzt immer enthaltsam gelebt hatte, konnte er sein Herz vollständig öffnen. Er trat in die große Liebe ein. Beide verschmolzen in einer Mischung aus tiefer Liebe und sexueller Extase.

Die Kundalini-Energie erwachte in Ghantapa und erhob sein Bewusstsein ins Paradies. Die ganze Welt war lichtdurchflutet. In ihm war Licht, in der Frau war Licht und alles war eins. Der ganze Druck der strengen Klosterregeln fiel von ihm ab und er brach spontan zur Erleuchtung durch. Die Erleuchtung blieb und die große Liebe blieb auch. Der Mönch und die Frau lebten glücklich zusammen. Doch die Leute begannen zu lästern. Wie konnte ein Mönch sein Keuschheitsgelöbnis brechen? Wie bösartig musste die Frau sein, dass sie einfach den armen Mönch verführen konnte? War er jetzt noch ein Mönch oder ein falscher Heiliger?

Zuerst versteckte sich Ghantapa vor den Menschen. Aber dann nahm er eines Tages seinen ganzen Mut zusammen und trat mit seiner Frau vor die Tür. Er klärte, dass er jetzt ein Mönch mit einer Frau sei. Sie würden sich lieben und den Weg des tantrischen Buddhismus gehen. Ein Buddhist, der wirklich den spirituellen Weg begriffen habe, würde an nichts anhaften und nichts ablehnen. Er würde einfach mit dem fließen, was das Leben ihm zuteilen würde. Manchmal geht das Leben undogmatische Wege, die gerade deshalb zur Erleuchtung führen, weil sie alle erstarrten Denkmuster und damit das Ego zerstören.  

Die Leute spürten das Licht, dass von ihm und seiner Frau ausging. In seiner Nähe traten sie ein in eine starke Energie aus Frieden, Glück und Liebe. Nach und nach kamen deshalb immer mehr Menschen zu Ghantapa, um seinen Segen zu erhalten. Sie gaben ihm viele Geschenke. Ghantapa und seine Frau konnten gut davon leben. Nach ihrem Tod ging sie gemeinsam in das Paradies der Dakinis ein, wo sie heute immer noch glücklich zusammen sind.

31. Gutes Karma. Heute ist ein Glückstag. Es ist etwas Glückliches geschehen oder wird geschehen. Erkenne das Glückliche am heutigen Tag. Karma ist das Gesetz von Ursache und Wirkung. Tust du etwas Gutes, wird eines Tages etwas Gutes geschehen. Wer Liebe gibt, bekommt Liebe zurück. Da das Leben kompliziert und komplex ist, sind die Ursache- und Wirkungszusammenhänge oft nicht einfach zu durchschauen, insbesondere nicht auf spiritueller Ebene. Grundsätzlich gilt, dass ein Mensch weise und positiv leben sollte. Er sollte gute Samen pflanzen, damit er gute Früchte bekommt. Schlechte Pflanzen sollte man mit der Wurzel (dem Ego) ausreißen. Schlechtes Karma kann man aber auch dadurch an der Entfaltung hindern, dass man gute Dinge tut. Dann überwachsen die Blumen das Unkraut im Garten. Pflanze Samen der Liebe, des Friedens und der Erleuchtung. Dann wird Liebe, Frieden und Erleuchtung in dir wachsen.

Karma

Wikipedia: Karma (Pali: kamma „Wirken, Tat“) bezeichnet ein spirituelles Konzept, nach dem jede Handlung – physisch wie geistig – unweigerlich eine Folge hat. Diese Folge muss nicht unbedingt im gegenwärtigen Leben wirksam werden, sondern sie kann sich möglicherweise erst in einem zukünftigen Leben manifestieren. Wichtig ist, dass selbst eine vordergründig „schlechte“ Tat eine gute Wirkung zur Folge haben kann, wenn die Beweggründe rein und ohne Selbstnutz waren. 

Auch im Buddhismus spielt das Karma eine große Rolle. Ziel der buddhistischen Praxis ist es, kein Karma mehr zu erzeugen und somit diesen Kreislauf (vgl. Samsara) hinter sich zu lassen (vgl. Nirwana). Der erste Schritt dazu ist zu erkennen, dass die Ursache des Anhaftens in den Drei Geistesgiften liegt: Gier (Lobha), Hass (Dosa) und Unwissenheit (Moha). Die drei Wege zu positivem Karma sind demnach Bescheidenheit (Nicht-Anhaften), Güte und Einsicht. Entscheidend für die bei einer Handlung erzeugte karmische Prägung ist die der Handlung zugrunde liegende Absicht (Cetana). Zitat: Wer andre Wesen quält, die auch nach Wohlsein streben, so wie er selbst, der hat kein Glück im nächsten Leben. Wer andre Wesen schont, die auch nach Wohlsein streben, so wie er selbst, der findet Glück im nächsten Leben.

Kommentar: Karma bedeutet, dass ein Zusammenhang zwischen einer Handlung und einem späteren Geschehen besteht. Wer anderen Menschen Gutes tut, erntet ein gutes Karma. Wer schlecht denkt und schlecht handelt, erntet ein schlechtes Karma. Wer spirituell übt, pflanzt Samen des Friedens, des Glücks und der Erleuchtung in seinem Geist. Sie werden sich eines Tages in seinem Leben entfalten. Wenn wir ein gutes Karma (Schicksal) erhalten wollen, dann sollten wir weise leben, spirituell praktizieren und allen Wesen Glück wünschen. Dann kommt Gutes auf uns zu.

Wann das Gute auf uns zu kommt, hängt von der Situation ab, in der wir uns befinden. Gutes Karma kann sich sofort, noch in diesem Leben oder auch im nächsten Leben realisieren. Wenn wir viel schlechtes Karma angehäuft haben, dann kann die Verwirklichung durch gute Taten gehemmt oder gemildert werden. Hilfreich ist es sich mit seinem spirituellen Vorbild (erleuchteten Meister) zu verbinden und um ein gutes Schicksal zu bitten. 

Ob eine Tat gut oder schlecht ist, hängt wesentlich von der Motivation eines Menschen ab. Wir sollten immer genau auf unsere Motivation achten. Handeln wir egoistisch oder wünschen wir das Glück aller Wesen? Natürlich ist es auch wichtig mit klarem Verstand die Auswirkungen einer Handlung zu bedenken. Aber auch wenn eine mit guter Absicht getane Tat negative Wirkungen zeigt, werden wir dadurch nur begrenzt schlechtes Karma ernten. 

32. Optimismus. Etwas Gutes kommt auf dich zu. Erkenne das Gute und sei dankbar. Freue dich auf eine glückliche Zukunft. Wer optimistisch lebt, lebt glücklicher. Optimisten sind in ihrem Leben erfolgreicher als Pessimisten, wenn sie ihren Optimismus mit Realismus verbinden. Gehe optimistisch deinen spirituellen Weg. Gelingen.

Die sechs Paramita

Für Buddhisten ist die Erleuchtung (das Erwachen) das höchstes Ziel. Dazu sollten wir sechs Eigenschaften üben. Die erste Eigenschaft ist die Freigebigkeit. Freigebigkeit bedeutet in der Liebe zu allen Wesen zu leben. Wir sollten allen Wesen Gutes tun. Wir wünschen eine Welt der Liebe, des Friedens und des Glücks. Dann wird sich unser Herzchakra öffnen und die Erleuchtung ist nicht mehr weit.

Der zweite Punkt ist die Geduld und die Ausdauer auf dem spirituellen Weg. Ohne Geduld und Ausdauer werden wir unser Ziel nicht erreichen. Tägliche Selbstdisziplin die Basis des spirituellen Wachstums. Inneres Glück entsteht durch innere Arbeit. Dazu brauchen wir ein tägliches Ritual der Besinnung auf unsere Ziele und unseren Weg.

Die Paramita verweisen als Drittes auf die fünf Silas, die ethischen Richtlinien des Buddhismus. Die fünf Gebote sind es nicht zu töten (Gewaltlosigkeit in Gedanken, Worten und Taten), nicht zu lügen (in sich wahrhaftig sein, in der Wahrheit zu leben), nicht zu stehlen (anderen Menschen nichts wegzunehmen), kein sexuelles Fehlverhalten (kein Ehebruch, keinen Sex mit Abhängigen, also kein Sex zwischen Lehrer und Schülerinnen), keine berauschenden Mittel (kein Alkohol und keine Drogen). Wenn wir uns nicht an die ethischen Grundsätze halten, schaden wir uns und dem Buddhismus insgesamt.

Der vierte Punkt ist die Weisheit. Wir sollten weise durch unser Leben gehen. Wir sollten uns in der Weisheit verankern. Wirkliche Weisheit erlangt man erst mit dem Erwachen. Dann kennt man den tieferen Sinn des Lebens. Dann weiß man was zu tun und was zu lassen ist. Aber auch vor dem Erwachen können wir uns um Weisheit bemühen. Wir können uns an den Weisen orientieren. Sie geben uns Vorschläge für ein weises Leben. Die Basis der Weisheit ist es sich auf das Wesentliche im Leben zu konzentrieren. Das Wesentliche ist die Liebe, der Frieden, das innere Glück und die Erleuchtung.

Der fünfte Punkt ist das energische Bemühen. Wir sollten energisch danach streben unser Ziel zu erreichen. Wir sollten nach einem spirituellen Tagesplan leben. Wir sollten achtsam auf unsere Gedanken, Gefühle, unseren Körper und unsere Umwelt sein.

Der sechste Punkt ist die Meditation. Wir sollten regelmäßig meditieren. Es ist gut Zeiten des intensiven spirituellen Übens in das Leben einzuplanen. Buddha gelangte nach sechs Jahren intensiver Meditation zur Erleuchtung.

33. Der Weg der Rituale. Verehrung eines spirituellen Vorbildes. Wer ist dein Vorbild? Was inspiriert dich? Was erweckt deine Glückenergie? Der spirituelle Weg beginnt mit einem persönlichen Vorbild. Im Buddhismus ist das Buddha, im Hinduismus Shiva oder Vishnu, und im Christentum Jesus. Baue dir einen kleinen Altar. Stelle dort eine Buddhastatue auf. Verehre Buddha jeden Tag auf deine Art. Beginne jeden Tag mit einem kleinen Ritual. Du kannst dich vor Buddha verbeugen, eine Klangschale ertönen lassen, eine Kerze anzünden, mit einem Räucherstäbchen räuchern oder ein Mantra (ein Gebet) denken. Durch einen Altar baut sich eine spirituelle Energie auf, die dich in deinem Leben trägt und dich letztlich eins mit deinem Vorbild werden läßt. Was ist dein tägliches kleines Ritual? Wichtig ist, dass du dein Ritual nicht formal, sondern mit echtem Gefühl praktizierst. Dann wird es seine energetische Wirkung entfalten.

Ausdauer und Geduld auf dem spirituellen Weg

Panka lebte in Tibet und verehrte den Bodhisattva Chenrezig. Sie hatte in ihrem Zimmer ein Bild vom Bodhisattva des Mitgefühls. Jeden Tag verbeugte sie sich vor diesem Bild, machte zwölf Niederwerfungen und bat Chenrezig um Führung und Hilfe auf ihrem spirituellen Weg. Doch nichts geschah. 

Nach zwölf Jahren zweifelte sie an dem Sinn ihrer spirituellen Praxis. Welchen Nutzen bringt es sich mit einer Gottheit zu verbinden, wenn es keine Auswirkung auf den Alltag hat? Vielleicht gibt es ja gar keine höheren Wesen, die den Menschen helfen? Das ist für viele Menschen die große Frage auf dem spirituellen Weg. Panka verlangte einen Beweis. Sie verlangte ein Wunder. Sonst würde sie das tägliche Gebet zu dem Bodhisattva Chenrezig einstellen. 

In der Nacht erschien ihr Chenrezig im Traum. Er erklärte ihr, dass sie gesegnet sei. Sie würde noch in diesem Leben zur Erleuchtung gelangen. Sie bräuchte nur die für sie passende spirituelle Praxis und Ausdauer. Ausdauer und Geduld waren keine Tugenden von Panka. Aber sie hatte einen klaren Verstand und ein gutes Gespür für sich selbst. Sie betrachtete ihr Leben und ihre Fähigkeiten. Sie informierte sich gründlich über den spirituellen Weg. 

Grundsätzlich gibt es fünf Wege zur Erleuchtung. Es gibt den Weg der Ruhe und der Meditation. Es gibt den Weg der Liebe. Es gibt den Weg der Weisheit. Es gibt den Weg des Guru-Yoga. Und es gibt den Weg des Kundalini-Yoga.

Panka beschloss alle fünf Wege gleichzeitig zu gehen. Sie meditierte jeden Tag drei Stunden, eine Stunde morgens, eine Stunde mittags und eine Stunde abends. Sie lebte ein ruhiges Leben und bemühte sich ihre Energie nicht durch übergroßen Stress zu verbrauchen. 

Als Meditationsform wählte sie die Kundalini-Meditation. Sie konzentrierte sich auf einen Thangka (ein tibetisches Wandbild) von Chenrezig, auf dem die wichtigsten Chakren und Energiekanäle eingezeichnet waren. Sie visualisierte sich in dem Bild, atmete in die Chakren hinein, dachte das Mantra „Om Mani Padme Hum“ und aktivierte so ihre Kundalini-Energie. Sie spürte Frieden, Liebe und Glück in sich. Anschließend verweilte sie längere Zeit in einer ruhigen Meditation. 

Die Kundalini-Meditation ist der schnellste Weg zur Erleuchtung. Aber ohne eine Praxis der Liebe gibt keinen wirklichen spirituellen Fortschritt. Panka sandte deshalb jeden Tag allen ihren Freunden Licht und sprach dabei: „Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“ Sie bemühte sich jeden Tag irgendeinem Wesen etwas Gutes zu tun. So entwickelte sie ein Bewusstsein der Liebe und öffnete im Laufe der Zeit immer mehr ihr Herzchakra.

Ihre vierte Praxis war der Guru-Yoga. Sie suchte sich einen erleuchteten Guru, las seine Bücher und traf ihn auch persönlich, um seinen Segen zu erhalten. Im tibetischen Buddhismus gibt es viele erleuchtete Meister. Das ist die große Stärke des tibetischen Buddhismus. Ihr Guru war der Dalai Lama. Das passte gut, weil der Dalai Lama als eine Verkörperung von Chenrezig gilt. Der Dalai Lama hat viele Bücher geschrieben, so dass sie durch das Lesen jeden Tag in seine Energie kommen konnte. Und einmal reiste sie auch zum Dalai Lama und nahm an einer Chenrezig-Initiation teil. Dabei spürte sie, wie sich die Energie des Dalai Lama mit ihr verband.

Die fünfte Praxis ist die wichtigste für einen erfolgreichen spirituellen Weg. Es ist die Praxis der Weisheit (Jnana-Yoga). Der Kern dieser Praxis ist es sich jeden Tag eine kurze Zeit der Selbstbesinnung zu nehmen. Panka setze sich also jeden Tag fünf Minuten ruhig hin und dachte über sich, das Leben und ihren spirituellen Weg nach. Sie spürte, was sie genau brauchte, um auf ihrem Weg voranzuschreiten. Sie beobachtete ihren Geist, ihre Gefühle, ihren Körper und ihre jeweilige Lebenssituation. 

Jetzt fehlten ihr nur noch Geduld und Ausdauer. Das waren ihre größten Schwächen. Jeden Tag motivierte sie sich deshalb mit großem Geschick, damit sie in ihren spirituellen Übungen nicht nachlässig wurde. Sie besann sich immer wieder auf ihr spirituelles Ziel, belohnte sich mit schönen Dingen und pflegte den Kontakt mit anderen spirituellen Menschen. Trotzdem ließ der Erfolg auf sich warten. Aber nach einigen Jahren erwachte plötzlich ihre Kundalini-Energie. Sie spürte, dass sie auf ihrem Weg voran kam. Und nach einigen weiteren Jahren hatte sie ihre erste Erleuchtungserfahrung. Das motivierte sie sehr konsequent auf ihrem spirituellen Weg zu bleiben.

34. Mahakala, der Gott der Zeit. Nutze die Zeit deines Lebens. Zeit ist Geld. Zeit ist kostbar. Zeit ist ein großer spiritueller Schatz. Mit einem guten Plan erreichst du deine Ziele. Gehe jeden Tag einen kleinen Schritt voran. Gelingen.

Medhini findet ihren Weg eines glücklichen Lebens

Medhini war eine schöne Frau, aber sie war vom Leben erschöpft. Sie hatte keine Lust mehr zu leben. Viele Jahre hatte sie in einem anstrengenden Beruf gearbeitet. Ihr Leben hatte sie an ihrer beruflichen Karriere ausgerichtet. Sie war immer sehr zielstrebig gewesen. Jetzt hatte sie ihr Ziel erreicht. Beruflich war sie erfolgreich. Sie verdiente viel Geld und genoß viel Anerkennung. Aber der Erfolg hatte sie auch viel gekostet. Ihre Beziehungen waren gescheitert. Sie hatte keine Familie, die ihr Geborgenheit gab. Sie hatte keine Kinder, die sie glücklich machten. Sie lebte alleine. Der Arbeitsstress hatte sie innerlich verbraucht. Sie konnte sich nur noch mit Tabletten aufrecht erhalten. Jeden Tag musste sie kämpfen, um ihre Position zu bewahren. Doch wofür?

Medhini erkannte, dass eine berufliche Karriere einen Menschen nicht dauerhaft wirklich glücklich macht. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Menschen, die eher auf Freunde und Familie als tieferen Lebenssinn setzen, deutlich glücklicher sind als Menschen, die sich nur vom Leistungsprinzip antreiben lassen. Medhini suchte nach einem neuen Lebenssinn. Sie hatte einige Freundinnen. Sie waren die Lichtpunkte in ihrem Leben. Aber als alleiniger Lebenssinn genügten sie nicht für Medhini. Medhini war ein zielstrebiger Mensch. Sie brauchte ein positives Ziel, auf das sie hinarbeiten konnte.

Beim Surfen im Internet traft sie auf den Buddhismus. Sie begann sich mit dem Buddhismus zu beschäftigen. Zuerst freute sie nur die Möglichkeit inneren Frieden erreichen zu können. Sie meditierte jeden Tag und konnte dadurch etwas Gelassenheit gewinnen. Sie kam leichter mit den Problemen des Lebens und dem Stress im Beruf zurecht. 

Als sie sich tiefer in den Buddhismus einlas, erfuhr sie von der Möglichkeit der Erleuchtung. Erleuchtung ist höchstes Glück, innerer Frieden, Wahrheit und Liebe. Ein Erleuchteter lebt im Licht und strahlt Licht aus. Er hat das Glück und den Frieden in sich. Was auch im Äußeren passiert, es kann einen Erleuchteten in der Tiefe seines Bewusstseins nicht beunruhigen. Ein Erleuchteter ist glücklich, wenn er alleine lebt. Er ist glücklich, wenn er mit anderen Menschen zusammen ist. Er kann sogar glücklich in einem Stressjob sein. Dieser Gedanke faszinierte Medhini. Sie wollte die Erleuchtung haben.

Doch wie sollte sie die Erleuchtung bekommen? Sie konnte ja noch nicht einmal meditieren, ohne dass ständig Gedanken durch ihren Kopf zogen. Wie sollte sie die acht Stufen der Meditation Buddhas durchschreiten und in das Glück jenseits aller Gedanken gelangen? Die Bücher brachten sie nicht weiter. Sie brauchte einen guten spirituellen Lehrer, der sie individuell auf ihrem spirituellen Weg führen konnte.

Ist der Schüler bereit, taucht der Lehrer auf. Das ist ein spirituelles Gesetz. Und so war es auch bei Medhini. Sie besuchte verschiedene buddhistische Gruppen im Internet. Und dort traf sie ihn, den Richtigen. Der Meister, der zu ihr passte. Der Meister, der sie inspirierte. Der Meister, der sie auf ihrem spirituellen Weg ins Licht führen konnte.  

Da Medhini ihren Guru gefunden hatte, praktizierte sie alle Techniken, die ihr Guru ihr empfahl. Sie integrierte sie in ihr Leben und konnte dadurch Frieden finden und ihr inneres Glück erwecken. Plötzlich war die Lebensfreude wieder da. Alle Depressionen verschwanden. Sie hatte sogar wieder Spaß an ihrem Beruf, auch wenn sie jetzt weniger zielstrebig arbeitete und ihren Beruf nicht mehr so wichtig nahm. Sie wusste ja, dass das Hauptglück eines Menschen in ihm selbst zu finden ist und durch spirituelle Techniken erweckt werden kann. 

35. Der Bereich der reinen Form. Die Welt des Lichts befindet sich über dem Bewusstseinsbereich der Dualität. In diesen Bereich gelangt man durch die vier Stufen der Versenkung. In der ersten Stufe meditiert man mit Gedanken. Man denkt über sich und das Leben nach. Man lässt Gedanken und Gefühle kommen und gehen wie sie wollen. So kommt man langsam zur Ruhe und in den Bereich der Meditation ohne Gedanken (zweite Vertiefung). Man ruht im Glück. In der dritten Stufe entsteht großer Gleichmut. Und in der vierten Versenkungsstufe überwindet man die Dualität von Gut und Schlecht. Man verweilt in einer Bewusstseinsebene über der materiellen Welt. Alles ist richtig so wie es ist. Meditiere heute mindestens 5 Minuten. Gehen, Yoga, Sitzen, Liegen, Muskelentspannung, Atembeobachtung, Bodyscan, Chakren-Meditation, Mantra-Meditation, Lichtkreisen, in der Ruhe verweilen. Was ist heute dein Weg der Meditation? Wie kommst du zur Ruhe und zum inneren Frieden?

Meditation auf das innere Glück

Zitate aus dem Pali-Kanon: „Der Erhabene sprach: Wer die Meditation auf den Körper unermüdlich und eifrig übt, dem schwinden die weltlichen Wünsche und Sorgen, sein Geist beruhigt sich, richtet sich auf einen einzigen Gegenstand und sammelt sich. Der Bhikkhu löst sich ab von dem Verlangen nach Sinnengenüssen und unheilsamen Regungen und erreicht die mit Nachdenken und Überlegen verbundene, aus der Ablösung entstandene, von Freude und Wohlbehagen erfüllte erste Stufe der Versenkung und bleibt darin. Er füllt und durchtränkt seinen Körper mit Freude und Wohlbehagen, die aus der Ablösung entstanden sind, so daß kein Teil seines Körpers von der Freude und dem Wohlbehagen undurchtränkt bleibt.

Dann bringt der Bhikkhu das Nachdenken und Überlegen zur Ruhe, in seinem Innern wird es still, sein Geist ist auf einen einzigen Gegenstand gerichtet, und so erreicht er die aus der Geistessammlung entstandene, von Nachdenken und Überlegen freie, von Freude und Wohlbehagen erfüllte zweite Stufe der Versenkung und bleibt darin. Er füllt und durchtränkt seinen Körper mit Freude und Wohlbehagen, die aus der Geistessammlung entstanden sind, so daß kein Teil seines Körpers von der Freude und dem Wohlbehagen undurchtränkt bleibt. Wie ein Teich, der von einer einzigen Quelle in seinem Innern gespeist wird, von dem in ihm entspringenden kühlen Wasserstrom ganz gefüllt und durchtränkt wird, so durchtränkt der Bhikkhu seinen ganzen Körper mit Freude und Wohlbehagen.

Wenn dann die freudige Erregung abgeklungen ist, bleibt der Bhikkhu gleichmütig, andächtig und wissensklar und empfindet körperlich ein Wohlbehagen, von dem die Edlen sagen: Bei Gleichmut und Andacht fühlt man sich beglückt. So erreicht er die dritte Stufe der Versenkung und bleibt darin. Er füllt und durchtränkt seinen Körper mit einem Wohlbehagen, das von freudiger Erregung frei ist, so daß kein Teil seines Körpers von solchem Wohlbehagen undurchtränkt bleibt. Wie in einem Lotusteich mancher Lotus mit allen seinen Teilen unter Wasser bleibt und von der Wurzel bis zur Spitze vom kühlen Wasser umspült wird, so durchtränkt er seinen ganzen Körper mit solchem Wohlbehagen.

Dann geht der Bhikkhu über Wohlbehagen und Mißbehagen hinweg, auch die Erinnerung an frühere frohe und trübe Stimmungen schwindet dahin, und er erreicht die über Wohlbehagen und Mißbehagen erhabene vierte Stufe der Versenkung, bei der Gleichmut und Andacht in höchster Reinheit bestehen, und bleibt darin. Er sitzt da, indem er seinen Körper mit ganz reinem und klarem Geist durchdringt, so daß kein Teil seines Körpers von dem reinen und klaren Geist undurchdrungen bleibt. Wie jemand vom Kopf bis zu den Füßen weiß gekleidet dasitzt, so daß kein Teil seines Körpers nicht weiß umhüllt ist, so durchdringt er seinen ganzen Körper mit reinem und klarem Geist.

Hat man die Körperbetrachtung gründlich geübt und entfaltet, so hat man folgende Vorzüge zu erwarten: Überwunden sind Unzufriedenheit und Angst; man erträgt geduldig Kälte und Hitze, Hunger und Durst, Fliegen, Mücken und anderes Ungeziefer, Beleidigungen und körperliche Schmerzen; man gewinnt nach Belieben die vier Stufen der Versenkung und die verschiedenen übersinnlichen Fähigkeiten.“

36. Im Licht leben. Das Paradies der Formlosigkeit. Wir leben im Licht. Die Dualität ist überwunden. Wir haften an keiner Form an. Wir sind reines Bewusstsein in Ruhe, Frieden, Wahrheit, Glück und Liebe. Jenseits aller Vorstellungen. Was bringt dich ins Licht? Welcher Gedanke bringt das Licht in dein Leben? Was musst du tun, damit du innerlich im Frieden und im Glück bist? Gelange in eine höhere Stufe des Bewusstseins. Erhebe dich über Freude und Leid des Lebens. Das gelingt dir durch Meditation und positives Denken.

Die acht Stufen der Versenkung nach Buddha

Zusätzlich zu den ersten vier Stufen der Meditation kommen jetzt die zweiten vier Stufen. Sie bestehen im Wesentlichen aus der Ausdehnung des Bewusstsein in den Kosmos, wodurch man die Kundalini-Energie erweckt und in ein Einheitsbewusstsein kommt. Danach läßt man sein Ego los und gelangt ins Nirvana, ins erleuchtete Sein. Die acht Stufen der Versenkung nach Buddha sind laut Pali-Kanon: „Da nun sprach der Erhabene zu den Mönchen: „Wohlan, jetzt sage ich es euch, ihr Mönche: „Strebt in Unermüdlichkeit. Das Leben ist vergänglich. “

Das war des Tathāgata letztes Wort. Da nun trat der Erhabene in die erste Versenkungsstufe ein (Meditation mit Gedanken); aus der ersten Versenkung heraus trat er in die zweite Versenkungsstufe ein (Gedankenstopp); aus der zweiten Versenkung heraus trat er in die dritte Versenkungsstufe ein (Verweilen in der Ruhe); aus der dritten Versenkung heraus trat er in die vierte Versenkungsstufe ein (Verweilen in der Energie); aus der vierten Versenkung heraus trat er in die Sphäre der Raumunendlichkeit ein (Meditation auf den Kosmos); aus der Sphäre der Raumunendlichkeit heraus trat er in die Sphäre der Bewußtseinsunendlichkeit ein (Verweilen im Einheitsbewusstsein); aus der Sphäre der Bewußtseinsunendlichkeit heraus trat er in die Sphäre der Nichtsheit ein (Auflösung des Egos); aus der Sphäre der Nichtsheit heraus trat er in die Sphäre, wo es weder Vorstellung noch Nichtvorstellung gibt, ein (Samsara und Nirvana sind eins).“ Laut dem Buch „Reise ins Nirvana“ gibt es noch drei weitere Stufen. Es gibt die Stufe der Nichtvorstellung und die Stufe des Aufhörens. In dieser Stufe wird der Strom der Geistesfaktoren für eine gewissen Zeit angehalten. Man verweilt im Paradies (im Paradiese ohne Form). Wenn es noch ein Anhaften an die Existenz (das Leben auf der Erde an sich) gibt, wird man nach einiger Zeit wiedergeboren. Buddha hat bei seinem Tod dieses feine Band zerschnitten. Er kommt nicht wieder auf die Erde zurück und existiert ewig in den höheren Energiebereichen. Ein Bodhisattva kommt aus Liebe zu allen Wesen auf die Erde zurück, um sie vom Leid zu befreien.

37. Überwindung des Ego. Auflösung der Ich-Anhaftung. Das Ego kann man in der Meditation und durch die Gedankenarbeit überwinden. In der buddhistischen Meditation gibt es die acht Versenkungsstufen. Man setzt sich in die Meditation. Der Geist kommt langsam immer mehr zur Ruhe. Zuerst fließen die Gedanken, wie sie wollen. Dann kommen die Gedanken zur Ruhe und es entsteht Glück. Dann läßt man auch das Glück los und verweilt im Licht. Schließlich löst sich auch das Ich-Bewusstsein auf und man ist reines Sein (reines Bewusstsein ohne Identität). Man kann das Ego aber auch mit Gedanken auflösen wie: Ich füge mich in die Ordnung der Natur ein. Dein Wille geschehe. Ich nehme die Dinge an wie sie sind. Ich nehme auch den Tod an. Ich lasse alle Anhaftung und Ablehnung los. Ich lasse alle Wünsche los. Ich lebe im erleuchteten Sein, in der Einheit und im inneren Glück. Ich fließe einfach nur natürlich mit dem Leben. Ich lebe als Bodhisattva. Ich bin ein spiritueller Diener aller Wesen. Ich lebe in der umfassenden Liebe. Was ist heute dein Weg dein Ego loszulassen?

Als Buddha ein Hase war

Die Basis des Buddhismus ist die Lehre von der Wiedergeburt. Es gibt viele buddhistische Geschichten (Jataka), in denen sich Buddha immer wieder als Tier inkarniert, um langsam die zehn Stufen des Bodhisattva-Weges zur Erleuchtung hinauf zu steigen. Auf dem Bodhisattva-Weg entwickelt man von Stufe zu Stufe die Eigenschaften, die man zur vollständigen Erleuchtung (Buddhaschaft) braucht. 

In einem seiner frühere Leben war Buddha ein Hase. Der Hase hatte drei Freunde, einen Schakal, einen Fischotter und einen Affen. Der Affe lebte im Wald und ernährte sich von süßen Mangos. Der Fischotter fing im Wasser Fische. Der Schakal war sehr schlau und fraß alles, was die Natur ihm auf seinen Teller legte. 

Der Hase hatte er viele Feinde. Ständig musste er um sein Leben fürchten. Aus der Luft bedrohte in der Adler, auf der Erde der Fuchs und auch die Menschen jagten gerne Hasen. Damit er nicht ständig in Angst leben musste, pflegte der Hase seinen inneren Frieden. Er versuchte mit Gleichmut und Gelassenheit durch das Leben zu gehen. Wenn es das Schicksal wollte, dann würde er gleichmütig dem Tod ins Auge sehen. Er hatte keine Angst vor dem Tod und konnte dadurch sein inneres Glück bewahren. 

Der Götterkönig Indra (Sakka) sah vom Himmel aus die vier Freunde und wollte ihren spirituellen Fortschritt prüfen. Er kam auf die Erde und verkleidete sich als Brahmane. Zuerst traf er auf den Schakal. Er bat den Schakal um ein Opfer und der Schakal gab ihm eine Maus, die er gerade gefangen hatte. Vom Fischotter bekam Indra einen Fisch. Und der Affe schenkte ihm eine süße Mango. Alle drei bestanden die Prüfung.

Als letztes ging Indra zu dem Hasen. Der Hase wusste nicht, was er dem Brahmanen zu essen geben sollte. Brahmanen essen kein Gras. Also bot ihm der Bodhisattva seinen eigenen Körper als Geschenk an. Indra entzündete an seinem Lagerplatz ein kleines Holzfeuer und Buddha sprang freiwillig in das Feuer, um sich braten zu lassen. Er opferte sein Ego auf dem Altar des Lebens.

Als der Hase mit seinem Körper das Feuer berührte, entpuppte es sich als Illusion. Es gab keinen Tod. Das Bewusstsein lebt ewig weiter. Bis es im Parinirvana als Nicht-Selbst im höchsten Glück zur Ruhe kommt. Indra war berührt von der Opferbereitschaft des Hasen und erklärte die Prüfung für bestanden. So wurde der Hase im nächsten Leben ein Mensch und kurz darauf ein Buddha.

Chöd ist eine spirituelle Praxis aus dem tibetischen Buddhismus. Man zerstört mit einem positiven Gedanken sein Ego. Man erkennt den Gedanken, der einen von der Erleuchtung trennt. Ein solcher Gedanke beruht normalerweise auf den drei Geistesgiften Anhaftung (Gier), Ablehnung (Wut) oder Unweisheit (Unklarheit). Wir haften an unserem Körper an und durchtrennen mit einer Visualisierung alle Anhaftung. Wir können uns geistig den Kopf abschneiden oder unseren Körper auf dem Friedhof des Todes verbrennen. Der ultimative Chöd ist es, die wahre Natur des Geistes zu erkennen und durch die feine Haarsträhne der subtilen Unwissenheit zu zerschneiden.

38. Der Weg des Hörers (Jnana-Yoga, Yoga des Wissens). Denke über dein Leben nach. Was ist der Sinn? Wie soll ich leben? Was ist meine Aufgabe? Wo ist das Glück zu finden? Wie komme ich in die Liebe und ins Licht? Alles Äußere ist vergänglich. Weltliche Freuden bieten nur begrenztes Glück. Der Mensch sollte das Hauptglück in sich selbst suchen und eine Glückpsyche entwickeln. Wer wirklich tiefen Frieden, Glück und Liebe sucht, der geht den spirituellen Weg. Er lebt als Bodhisattva und verwirklicht die Buddhaschaft. Laotse: „Der Weise hört vom großen Weg und folgt ihm nach. Er kann nicht anders. Der Unweise hört vom großen Weg und lacht darüber. Würde er nicht darüber lachen, wäre es nicht der große Weg.“ Sei weise. Gehe den Weg der Weisheit. „Mein heutiger Schritt ist …“ Mit kleinen Schritten voran. Gelingen.

Meditation auf die Sonne am Himmel

Samudra war sehr reich. Er lebte äußerlich im Paradies, aber innerlich in der ewigen Unzufriedenheit. Seine Frau war nicht nur schön, sondern auch klug. Sie wusste, dass nach der aktuellen Glücksforschung 90 % des Lebensglücks eines Menschen aus der Psyche kommt. Die Frau sprach mit ihrem Mann über die Erkenntnisse der wissenschaftlichen Glücksforschung. Beide beschäftigten sich mit verschiedenen Religionen, um etwas Geeignetes für sich zu finden. Die Frau war vom Yogaweg begeistert und der Mann vom Buddhismus. Da beide spirituellen Wege sehr ähnlich sind, konnten sie gut das gemeinsame Fundament ihrer Beziehung werden.

Um ihren spirituellen Weg zu vertiefen, besuchten die beiden einen erleuchteten Meister. Der Meister erklärte ihnen, dass im spirituellen Weg das größte Glückspotential liegt. Als Übung gab er den beiden folgende Meditation:

  1. Stellt euch über eurem Kopf am Himmel eine Sonne vor. In der Sonne sitzt euer spirituelles Vorbild (Buddha, Shiva). Visualisiert euer Vorbild, fühlt euch mit ihm real verbunden und denkt seinen Namen so lange als Mantra, bis seine Energie spürbar von dem Bild durch das Scheitelchakra bis in den Unterbauch in euch hineinfließt.
  2. Stellt euch dann im Unterbauch eine Perle vor, aus der sich eine Flamme bildet. Atmet zur Perle hin und verstärkt mit jedem Atemzug die Flamme, bis sie euren ganzen Körper ausfüllt. Lasst das Licht der Flamme auch in den Kopf, die Hände und die Füße fließen. Ihr könnt dabei das Mantra „Licht“ denken.
  3. Bewegt eine Hand segnend und sendet das Licht der Flamme zu allen euren Freunden. Denkt dabei: „Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“ Denkt das Mantra so lange, bis das Licht real bei allen Menschen angekommen ist. 
  4. Malt einen großen Kreis aus Licht mit den Händen um euch herum und bildet einen großen Lichtkreis. Es ist als ob ihr in einer Kugel aus Licht lebt. Dieses Licht schütz euch und bewahrt eure innere Energie. Denkt weiter das Mantra „Licht“.
  5. Legt die Hände in den Schoß, stoppt alle Gedanken und verweilt einige Zeit in einer ruhigen Meditation. Findet zum inneren Frieden und bewahrt ihn in eurem Alltag. 

Samudra übte sich im positiven Denken und machte jeden Tag die Lichtmeditation. Im Laufe der Zeit wurde er immer positiver und glücklicher. Und auch seine Beziehung wurde immer glücklicher. Der spirituelle Weg erwies sich als ein großer Schatz für beide. 

39. Die vier edlen Wahrheiten. Leben ist Leiden. Leiden entsteht durch Anhaftung, Ablehnung und Unweisheit. Es gibt einen Weg zur Überwindung des Leidens. Das ist der Weg der Erleuchtung. Denke gründlich über dein Leben und deine Probleme nach. Sei dir bewusst, dass das Hauptglück eines Menschen aus seinem Inneren, seiner Psyche kommt. Wie erlangst du eine Glückspsyche? Ganz einfach. Erwecke durch Sport, Yoga und Joggen deine Glückshormone und deine innere Kraft. Gelange durch eine Meditation zum inneren Frieden. Denke positiv und finde einen Gedanken, der dich glücklich macht. Verbinde dich mit deinem spirituellen Vorbild und gibt deinem Leben ein positives Ziel. Wer auf Buddha meditiert, wird ein Buddha. Wer das Licht und die Liebe in die Welt bringt, wird im Licht und in der Liebe leben. Wo haftest du an? Was lehnst du ab? Was ist dein Weg der Weisheit? Vorwärts mit Kraft und Ausdauer. Gelingen.

Der Bodhisattva Sakara

In Indien gab es vor tausend Jahren den Bodhisattva Sakara. Bereits vor seiner Geburt hatte seine Mutter glücksverheißende Träume. Sein Vater war ein König und wollte ihn zu einem weltlichen Herrscher erziehen. Aber er dankte zugunsten seines jüngeren Bruders ab und wurde ein Mönch. 

Auf seiner Wanderung durch Indien erschien ihm Avalokiteshvara (tib. Chenrezig) im Traum. Avalokiteshvara ist der Bodhisattva des großen Mitgefühls, der mit seinen tausend Augen das Leid auf der Welt sieht und mit seinen tausend Händen allen leidenden Wesen hilft. Avalokiteshvara erklärte Sakara, dass er ihn in die Buddha-Seinsweise des großen Genusses einweihen würde, wenn er gelobe, den leidenden Menschen in seinem Land zu helfen. Dazu war Sakara gerne bereit und so übertrug ihm Chenrezig seine spirituelle Energie. Sakara wurde im Traum in den Bodhisattva-Weg initiiert.

Die Buddha-Seinsweise des großen Genusses besteht darin, dass man durch Yogaübungen und durch die Visualisierung von Gottheiten die Energie der Erleuchtung in sich erweckt. Sakara sollte ein Meister der Mahamudra, ein Meister der spirituellen Energien werden. Als Meister der Mahamudra lebt man wie ein Gott (Buddha) unter den Menschen. Man hat großes Glück, Frieden und Liebe in sich. Man lebt sein Leben im Glück der Erleuchtung, im erleuchteten Sein, im Einheitsbewusstsein und in der Liebe. 

Sakara zog sich in eine abgeschiedene Höhle zurück, um die spirituellen Kräfte in sich reifen zu lassen. Als er eine ausreichende Stufe der Verwirklichung erreicht hatte, trat er aus seiner Höhle. Er sah, dass viele Menschen in seinem Land innerlich unglücklich waren. Ihnen fehlte das Wissen vom inneren Glück und vom Weg der Liebe. 

Sakara ging in einen Tempel und brachte den Naga-Königen ein Opfer dar. Er opferte sein Ego, um seinen Mitmenschen zu helfen. Sakara verbreitete das spirituelle Wissen unter den Menschen in seinen Land. Er befähigte sie durch geeignete spirituelle Übungen inneren Frieden zu erlangen und das Glück und die Liebe in sich zu erwecken. Er gründete spirituelle Gruppen, damit die Menschen sich gegenseitig auf ihrem Weg unterstützen konnten. Er bildete Gruppenleiter aus, denen er seine spirituellen Kräfte weitergab. So brach im ganzen Land eine Epoche der Liebe und des Glücks an.

40. Der achtfache Pfad. Der achtfache Pfad Buddhas besteht aus acht Stufen. Zuerst entwickeln wir unsere Weisheit. Wir denken klar über unser Leben nach. Weisheit (richtige Erkenntnis) bedeutet sein Leben auf das spirituelle Ziel auszurichten. Dann folgen ein fester Entschluss (was ist der Weg zu deinem Ziel?), die richtige (positive) Rede, das richtige Handeln, die richtige Lebensweise, das richtige Streben (Anstrengung, Selbstdisziplin), die Achtsamkeit auf die Gedanken (richtiges Denken) und die Meditation (richtige Versenkung). Was ist heute dein Entschluss? Vorwärts mit Weisheit, Kraft und Ausdauer. Erreiche deine Ziele. Gelingen.

Der hässliche König

In einem seiner früheren Leben wurde Buddha als König Kusa von Benares wiedergeboren. Sein Volk liebte ihn, weil er klug war und ein großes Herz hatte. Er selbst aber fand sich sehr hässlich. Er sagte zu sich: „In dieser Welt der Reichen und Schönen kann ich nichts gewinnen, weil ich zu hässlich bin. Ich werde als König zurücktreten und als Yogi in die Einsamkeit ziehen. Wenn ich die Erleuchtung erreiche, dann stört mich meine äußere Hässlichkeit nicht mehr. Und was die Leute denken, ist mir dann egal.“

Buddha verkündete dem Volk seinen Entschluss. Aber das Volk wollte seinen König behalten. Da sprach Buddha zu ihnen: „Wenn ich eine schöne Frau hätte, dann wäre das weltliche Leben für mich attraktiv. Das könnte mich motivieren zu bleiben. Findet ihr eine Prinzessin, die so schön ist wie die Sonne und gleichzeitig bereit ist den hässlichsten Mann auf der Welt zu heiraten, dann bleibe ich euer König.“

In alle Länder der Welt wurden Boten gesandt, um eine solche Prinzessin zu finden. In einem fernen Land entdeckte man sie, die Prinzessin Pabhavati, die schön war wie die Sonne. Wenn sie in den Raum trat, dann kam das Licht in den Raum. Die Herzen aller Menschen öffneten sich und erfreuten sich an ihrer Schönheit und ihrer inneren Ausstrahlung. Es gab jedoch ein Problem. Die Prinzessin war sehr eitel und wollte keinen hässlichen König.

Da dachten sich die Boten des Königs von Benares einen Trick aus. Sie behaupteten, dass es in ihrem Land Brauch sei, dass sich das Brautpaar erst ein Jahr nach der Hochzeit sehen dürfte. Bis dahin müssten sie ihr Gesicht immer hinter einem Tuch versteckt halten. Sie berichteten der Prinzessin von dem Reichtum, der Macht und der Klugheit des Königs. Da willigte die schöne Prinzessin ein und reiste mit großem Gefolge nach Benares.

Buddha wollte sich von der Schönheit der Prinzessin überzeugen und beobachtete sie heimlich beim Baden. Da keimte eine große Liebe in ihm auf und er beschloss König in seinem Land zu bleiben. Die Hochzeit wurde mit großem Prunk gefeiert. Aber von dem Tag an blieb das Gesicht von Buddha bedeckt.

Nach einem Jahr bekam die neue Königin ein Kind. Da das Jahr jetzt um war, wollte sie endlich das Gesicht ihres Ehegatten sehen. Insgeheim hatte sie sich vorgestellt, dass er wunderschön sei. So hatte sich eine große Liebe in ihrem Herzen entwickelt. Doch wie erschrak sie, als der König das Tuch von seinem Kopf nahm und das hässliche Gesicht zum Vorschein kam.

Jetzt stand sie vor der Wahl, ob sie Buddha verlassen oder bei ihm bleiben sollte. Das ganze Volk fieberte aus Angst vor ihrer Entscheidung. Alle wussten, dass sie sehr eitel war und großen Wert auf äußere Schönheit legte. Die schöne Königin hatte aber im Laufe des Jahres durch die Liebe des Königs ihr Herz entwickelt. Und durch die glückliche Geburt ihres Kindes befand sie sich in einem Zustand großer Liebe. Sie blickte den Buddha mit den Augen der Liebe an. Und wer mit den Augen der Liebe sieht, der sieht die Schönheit in allen Wesen. Pabhavati konnte jetzt sogar die Schönheit in Kusa erkennen. Sie sah seine liebevollen Augen, das Lächeln in seinem Mund und seine positive Ausstrahlung. Deshalb entschied sie sich zu bleiben. Das Volk war glücklich. Und Buddha verschob seine Erleuchtung auf das nächste Leben.

41. Der Weg des spirituellen Übens. Zweite Tantrastufe. Verbindung von äußeren (Körperbewegung) und inneren Übungen (Energie, Gefühle). Nimm Zuflucht zu Buddha oder einem anderen erleuchteten Vorbild . Visualisiere dein Vorbild, denke seinen Namen als Mantra und mache eine Körperbewegung (Atem, Handbewegung), bis du in die Energie (Gefühle, Eigenschaften) deines Vorbildes gelangst. Dann finde eine hilfreiche spirituelle Übung wie Yoga, Tai Chi, Gehen, Schüttelmeditation, Chakren-Meditation, Ruhe-Meditation? Starre auf deine Nasenspitze. Halte den Atem an. Verweile in deinem wahren Wesen. Streife die Fesseln der Existenz ab (das Leid des äußeren Lebens). Was tut dir heute gut? Welche äußeren Übungen erwecken deine innere Energie? Finde kreativ und mit innerem Gespür deinen Weg. Gelingen.

(Nils: Ich erweckte heute in fünf Minuten mit einer Kampfsportübung meine innere Kraft. Gut sind auch die Schüttelmeditation, die tibetischen Niederwerfungen und der Sonnengruß.)

Der ewige Verlierer findet den Siegerweg

Kilapa war zwar ein indischer Prinz, aber von Geburt an war er klein und schwächlich. Seine Mutter freute sich, dass er überhaupt die Geburt überlebt hatte. Als kleiner Junge wollte er gerne mit den anderen Jungen spielen. Aber bei allen Wettspielen verlor er. Er konnte einfach nicht so weit werfen, so schnell laufen oder so hoch springen wie sie. Als Jugendlicher wurde er oft von den anderen Jugendlichen verprügelt und gemobbt. Die Mädchen verachteten ihn, weil er so schwächlich war. 

Als er erwachsen wurde, schlug er als Prinz die Offizierslaufbahn ein. Sein Vater wünschte, dass er ein großer Kriegsheld wird. Aber alle Schlachten, die er schlug, verlor er. Kilapa begann an sich zu zweifeln. Er wünschte sich zu einem Sieger in seinem Leben zu werden. Deshalb ging er zu einem weisen alten Mann.

Sein Guru unterwies ihn in der Kunst des Siegens. Er erklärte Kilapa: „Bevor du einen Kampf beginnst, betrachte genau deinen Gegner. Welche Stärken und Schwächen hat er? Dann betrachte deine eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten. Auf welchem Weg kannst du den Sieg erringen? Was ist dein jeweiliger Siegerweg? Suche dir alle Informationen, die du bekommen kannst. Denke gründlich nach. Triff eine klare Entscheidung. Und dann setze deinen Entschluss konsequent um. Sei flexibel, wenn sich unerwartete Schwierigkeiten zeigen. Steh immer wieder auf, wenn du eine Schlacht verloren hast. Es kommt auf den Gesamtsieg an. Glaube an dich und suche dir starke Helfer.“

Diese Strategie wandte Kilapa in seinem Beruf an. Nach anfänglichen Misserfolgen wurde er sehr geschickt darin zu siegen. Er gewann sogar die Bewunderung seines Vaters. Alle Verwandten waren von seinen strategischen Fähigkeiten überrascht. Er zeigte, dass auch kleine und schwache Menschen siegen können, wenn sie geschickt vorgehen. 

Kilapa hatte ein großes Herz. Er war sehr mitfühlend. Gerade weil er so klein und schwach war, hatte er großes Mitgefühl mit allen Kleinen und Schwachen. Der Beruf als Krieger war völlig ungeeignet für ihn. Wenn er eine Schlacht gewonnen hatte, dann freute er sich nicht, sondern er bedauerte die vielen Toten und Verletzten, die jeder Krieg mit sich bringt. 

Sein Meister erklärte ihm, dass es im Leben letztlich nicht darauf ankommt andere zu besiegen, sondern sich selbst zu besiegen. Der größte Kampf eines Menschen sei die spirituelle Selbstverwirklichung. Der größte Kampf sei der Kampf gegen das eigene Ego. Und der größte Sieg sei es, wenn man das eigene Ego überwindet und zu einem Leben im Licht durchbricht. Das höchste Ziel eines Menschen sei die Erleuchtung. Das hätten alle weisen Männer und Frauen der Welt erkannt. Buddha hätte sein Königreich aufgeben, um dieses Ziel zu erreichen.  

Kilapa gab seinen Soldatenberuf auf, um ein spiritueller Krieger zu werden. Er studierte die Lehren vieler erleuchteter Meister. Er praktizierte die Strategie von Siegern zu lernen. Das ist der beste Weg um auch ein Sieger zu werden. 

Die erleuchteten Meister lehrten viele verschiedene Wege zum Ziel der Erleuchtung. Kilapa überlegte, welcher Weg am besten zu ihm passte und wie er am besten auf dem spirituellen Weg erfolgreich sein könne. Er entschied sich für eine Mischung aus Yoga, Meditation, Gedankenarbeit und dem Weg des Bodhisattvas. Der Bodhisattva-Weg war sehr wichtig für ihn, weil er so das viele schlechte Karma wieder gutmachen konnte, das er als Krieger verursacht hatte. Ohne gutes Karma war es ihm kaum möglich die Erleuchtung zu erlangen. 

Sein Meister gab ihm als Geheimwaffe die Lehre von den fünf Elementen. Wer die fünf Elemente beherrscht, der kann in jeder Situation siegen. Er wird auch auf dem Weg des inneren Glücks erfolgreich sein. Die fünf Elemente sind Erde, Feuer, Wasser, Luft und Raum (Energie). Hinter den Elementen verbergen sich die fünf Hauptchakren und die fünf wichtigsten Eigenschaften. Die fünf wichtigsten Eigenschaften sind Gleichmut, Selbstdisziplin, Weisheit, Lebensfreude und das Einheitsbewusstsein. Die fünf wichtigsten Chakren sind das Wurzelchakra (Erdung), das Unterbauch-Chakra (Kraft), das Herzchakra (Liebe), das Stirnchakra (Weisheit) und das Scheitelchakra (Einheit). 

Ein Meister der fünf Elemente ist man dann, wenn man je nach Situation die richtige Eigenschaft praktiziert und seine innere Energie durch die fünf Chakren anfachen kann. Dann kann man aus Eisen Gold machen. Man kann alle inneren Verhärtungen auflösen und das innere Gold (das innere Glück) fließen lassen. Man wird zu einem Meister der Energie, der sich und seine Mitmenschen durch die Lebensenergie (Chi, Prana) heilen kann. 

Kilapa zog sich an einen abgeschiedenen Ort zurück und begann intensiv spirituell zu praktizieren. Wenn er auf seinem Weg abzuschlaffen drohte, erinnerte er sich daran, dass er beschlossen hatte als Sieger zu leben. Und so war ihm auch der Sieg gewiss. Nach zwölf Jahren harten Ringens brach er zur Erleuchtung durch. Er kehrte in sein Königreich zurück, heiratete und wurde nach dem Tod seines Vaters zum neuen König ernannt.

42. Der innere Yoga. Der Yogi erweckt seine innere Energie durch die Visualisierung von Gottheiten (sich als erleuchtetes Wesen sehen) und Mandalas (sich in der Einheit der Natur sehen). Er verbindet die Visualisierung mit Mantren, Atemübungen und Körperbewegungen. Welches spirituelle Vorbild inspiriert dich? Im tibetischen Buddhismus ist Chenrezig (Avalokiteshvara) eine wichtige Meditationsfigur. Eine Frau meditierte darauf und gelangte so zur Erleuchtung. Das obige Bild aktiviert bei der Visualisierung wichtige Energiekanäle (Scheitelchakra, Erdchakra und Herzchakra). Die 1000 Hände geben das Licht an alle Wesen weiter. So gelangt man in die umfassende Liebe und in ein Einheitsbewusstsein. Heute bringt dich der Gottheiten-Yoga ins Glück.

Die Fünf Buddhas-Meditation

Mit dieser Meditation kommen wir gut durch den Tag und wachsen spirituell ins Licht. Wir stellen uns jeden Tag fünf Fragen und entwickeln die fünf Eigenschaften Liebe, Weisheit, Kraft, Frieden und Glück. Wir legen oder setzen uns bequem hin. Der Rücken ist gerade und der Bauch ist entspannt. Die Hände liegen auf den Beinen oder im Schoß.

  1. Visualisiere dich als weißen Buddha der Weisheit. Konzentriere dich auf deinen Kopf und denke: “ Ich lebe in der Wahrheit. Ich gehe den Weg der Weisheit. Ich tue das was richtig ist.“
  2. Visualisiere dich als blauen Buddha der Kraft. Was ist heute dein Weg der Kraft? Was bringt dich in die Kraft? Denke: „Ich bin ein Sieger. Ich erreiche meine Ziele.“ Konzentriere dich auf die Kraft in deinem Bauch und denke so lange das Wort „Kraft“, bis du die Kraft in dir spürst.
  3. Visualisiere dich als grünen Buddha des inneren Friedens. Er kenne dich als eins mit der Natur. Du bist ein Teil der Natur. Füge dich in den Willen des Lebens ein. Welcher Gedanke bringt dich heute zum inneren Frieden? Denke diesen Gedanken als Mantra (Ich nehme die Dinge so an wie sie sind. Ich hafte an nichts an. Ich lebe im inneren Frieden).
  4. Visualisiere dich als gelben Buddha des Glücks. Was bringt dich heute ins Glück? Was erweckt die Lebensfreude in dir? Tue etwas Schönes. Mache etwas Kreatives. Iß etwas, höre schöne Musik, spricht mit positiven Menschen. Denke das Mantra: „Ich erlaube mir heute glücklich zu sein.“
  5. Visualisiere dich als den roten Buddha der Liebe. Wie kommst du heute in die Liebe? Was ist heute deine Tat der Liebe? Bewege segnend eine Hand und sende allen deinen Freunden Licht. Denke dabei das Mantra: „Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“ Denke das Wort „Liebe“, bis du in der Liebe bist.
  6. Stoppe eine Minute alle Gedanken. Komme zur Ruhe. Entspanne dich. Gehe positiv durch dein Leben.

43. Pratyekabuddha. Ein Pratyekabuddha (Sanskrit; Pali: paccekabuddha; Einzel-Erwachter) ist ein zum Buddha erwachter Mensch, der jedoch nicht lehrt und kein Buddhagelübde abgelegt hat. Je nach buddhistischer Schulrichtung wird das Nichtlehren unterschiedlich bewertet. Einige Schulrichtungen sehen Pratyekabuddhas als nicht voll entwickelte Buddhas, da ihnen das Mitgefühl für unerlöste Wesen fehlt. Andere Richtungen achten den Pratyekabuddha als vollwertigen Buddha, der jedoch schlicht keine Lust zum Lehren des Dharmas entwickelt hat. Organisiere dein Leben so, dass du daran spirituell wächst und ins Licht gelangst. Kümmere dich erst mal um dich selbst. Sorge gut für dich. Meditiere. Leben in der Ruhe. Lebe glücklich. Genieße dein Leben. Finde deinen Weg eines glücklichen Lebens. Gelingen.

Feueratmung

Kamparipa war ein Schmied. Er schmiedete Hufeisen, Pflüge und Schwerter. Er schmiedete alles, was die Menschen vor tausend Jahren in Indien brauchten. Von dem Ertrag seiner Arbeit konnte er gerade seine Familie ernähren. Er arbeitete Tag für Tag und wurde doch nicht reich dabei. Kamparipa war nicht zufrieden mit seinem Leben.

Eines Tages klopfte ein Bettler an seine Tür und bat um etwas zu essen. Da der Schmied ein gutes Herz hatte, ließ er den Bettler köstlich bewirten. Der Bettler war aber in Wirklichkeit ein erleuchteter Guru. Er bevorzugte es nur unauffällig in der Menschenwelt zu leben.

Die gute Tat des Schmiedes berührte das Herz des Gurus. Wer Gutes tut erntet ein gutes Karma. Bereits eine kleine gute Tat kann etwas Großes bewirken, wenn sie im richtigen Moment auf den richtigen Menschen trifft. Der Guru beschloss Kamparipa in den Weg der Erleuchtung einzuweihen. Er fragte den Schmied, ob er gerne glücklich und zufrieden in seinem Leben wäre. Das wollte der Schmied gerne sein. Der Guru meinte, dass sie dann einen für den Schmied geeigneten spirituellen Weg finden müssten.

Da der Schmied sich bei der Arbeit bewegen musste, konnte er nicht ruhig in der Meditation verweilen. Er brauchte eine dynamische Meditation. Der Guru lehrte ihn die Feueratmung, die auch Blasebalgatmung genannt wird. Wie der Blasebalg Luft zu seinem Schmiedefeuer blies, so sollte der Schmied durch seine Bauchmuskeln seinen Körper mit Energie aufladen. Wenn der Körper mit Energie aufgeladen war, sollte er eine Zeitlang ruhig weiter arbeiten und seinen Geist in einer ruhigen Meditation halten. Er sollte nichts denken und sich einfach nur auf seine Arbeit konzentrieren.

Damit reinigte er in den nächsten drei Jahren seinen Körper von seinen Verspannungen. Und plötzlich begann die spirituelle Energie zu fließen und der Schmied war im Licht. In ihm war das Licht der Erleuchtung und er strahlte Licht aus. Er lebte in einer Wolke aus Glücksenergie. Er war von da an sehr zufrieden mit seinem Leben. Durch die Feueratmung hatte er immer genug Energie für seinen Beruf. Er konnte sich jederzeit mit Kraft und innerem Glück aufladen und so alle Herausforderungen seines Lebens gut bewältigen.

44. Abgeschiedenheit. Der einsame Verwirklicher. Lebt ein Mensch in der Ruhe, hat er die Hälfte des Weges zur Erleuchtung bereits beschritten. Die zweite Hälfte geht er durch seine spirituellen Übungen. Durch das große Tor ins Licht schreitet er durch den Weg der umfassenden Liebe. Die meisten Menschen brauchen viel Ruhe, um spirituell zu wachsen. Gib dir ausreichend Zeiten der Ruhe. Was ist heute dein Weg der Ruhe?

Nagarjuna, der Meister der Kundalini-Energie

Nagarjuna ist einer der großen Weisheitslehrer im Buddhismus. Bereits als Jugendlicher trat er in ein Kloster ein und wurde Mönch. Da er sehr intelligent war, las er viel und erlangte schnell ein großes Wissen. Doch bald erkannte er, dass ihn Wissen alleine nicht zur Erleuchtung bringt.

Er verließ das Kloster und lebte als freier Yogi. Er praktizierte den Kundalini-Yoga. Er erweckte durch Atemübungen die Kundalini-Energie in seinem Wurzelchakra (in der Erde unter sich) und ließ sie dann durch alle Chakren bis zu seinem Kopf aufsteigen. Wenn die Kundalini-Energie (die Kundalini-Schlange) seinen Kopf erreichte, gab es einen Bewusstseinsumschwung in seinem Kopf. Seine Gedanken kamen zur Ruhe. Nagarjuna wurde friedlich und glücklich. Er war im Licht und lebte im Licht. Nach zwölf Jahren hatte er alle Dämonen in seinem Geist gebändigt. Er gelangte in das erleuchtete Sein. Er lebte friedvoll und glücklich im Hier und Jetzt. Aber auf einer tiefen Ebene war er nicht zufrieden mit seinem Leben. Ihm fehlte die Liebe in seinem Leben. Er erkannte, dass die Liebe die Essenz des Lebens ist.

Er überlegte, wie er die Liebe in sein Leben bringen konnte. Er beschloss für das Glück und die Erleuchtung aller Wesen zu leben. Das ist die Essenz des Mahayana-Buddhismus. Man nimmt selbst die eigene Erleuchtung nicht so wichtig wie das Glück seiner Mitmenschen. Weil letztlich alles eins ist. Wir sind nicht von unseren Mitwesen getrennt. Ihr Glück ist unser Glück. Ihr Leid ist unser Leid. Deshalb ist es notwendig die eigene Erleuchtung zu übersteigen und als spiritueller Diener aller Wesen zu leben. Nagarjuna brauchte einen Weg des Helfens, der zu ihm passte. Da er sehr klug war und viel Wissen hatte, beschloss er als spiritueller Lehrer zu leben.

45. Nichtstun. Verweile im Nichtstun (Wuwei). Deine Energie wendet sich nach Innen und bringt dich von alleine ins Glück. Der einsame Verwirklicher. Mit Ausdauer voran. Gelingen. Lasse die Dinge geschehen. Nimm alles so an, wie es ist. Verweile im Nichtstun. Bitte die erleuchteten Meister (Buddhas und Bodhisattvas) um Führung und Hilfe. Handel intuitiv aus der Stimme deiner inneren Richtigkeit heraus. Das ist Handeln aus dem Nichthandeln heraus. Alles entwickelt sich von alleine richtig.

Der wütende Priester

Eines Tages wurde in Benares ein großes Fest gefeiert. Benares (Varanasi) ist eine heilige Stadt am Ganges, in der viele Priester leben. Die Priester leiten die heiligen Rituale und veranstalten Pujas. Normalerweise sind Priester freundliche Menschen. Aber ein Priester war anders. Er war ein wütender und jähzorniger Mann. Er konnte seine Wut nicht kontrollieren. Wenn die Menschen ihm nicht genug Opfergaben schenkten, dann tobte er vor Wut.

Seine Mitpriester wiesen ihn darauf hin, dass sich Wut für einen Priester nicht geziemt. Ein Priester sollte sanft, heilig und liebevoll sein. Aber dieser Priester vertrat die Meinung, dass es gesund sei die Wut auszuleben. Wer seine Wut unterdrückt, wird innerlich krank. Und außerdem befähigt Wut einen Menschen kraftvoll zu handeln. Die Menschen hätten Respekt vor ihm, weil sie seine Wut fürchteten.

Der Priester war nicht zu überzeugen und von seiner Wut zu heilen. Er richtete mit seiner Wut viel Schaden an. Besonders liebte es der Priester, der ein Hindu war, auf die anderen Religionen zu schimpfen. Er bezichtigte lautstark die Muslime, die Christen und die Buddhisten der Irrlehre. Nur die Hindus würden die wahre Religion kennen. Er stachelte die Hindus sogar an, die Muslime und die Buddhisten aus Indien zu vertreiben.

Vom Götterhimmel aus beobachtete Buddha das Treiben des hinduistischen Priesters. Als das große Fest gefeiert wurde, manifestierte er sich als buddhistischer Heiliger mitten auf dem Festplatz gegenüber dem aggressiven Hindupriester. Buddha hatte seinen Blumenkranz um den Hals. Daran erkannten die Menschen sofort, dass er ein erleuchteter Heiliger war. Er hob eine Kakkaru-Blume hoch in die Luft und die Menschen verstummten. Sanftmut breitete sich aus. Jeder, der die Blume sah oder ihren wundersamen Duft roch, der spürte in seinem Herzen Liebe und Sanftmut.

Auch der wütende Hindupriester konnte sich dieser Magie nicht entziehen. Er wurde ebenfalls friedlich und liebevoll. Da stellte er fest, dass es viel schöner ist von Liebe und Frieden als von Wut erfüllt zu sein. Im Laufe der Zeit lernte er seine Wut zu kontrollieren und so auszuleben, dass sie seinen Mitmenschen und ihm selbst nicht schadete. Er nutzte sie, wenn er Kraft zum Handeln brauchte. Ansonsten meditierte er auf seine Wut, ließ sie durch seinen Geist ziehen und sich in Luft auflösen. So kehrte der Frieden in Benares ein.

46. Sorge gut für dich. Durch ausdauerndes Meditieren verwirklicht der Yogi die Buddhaschaft und erlangt Wunderkräfte. Er wendet seine übersinnlichen Fähigkeiten zum Wohle seiner Mitmenschen an. Sorge zuerst gut für dich selbst, wenn du anderen Menschen helfen willst. Heile dich selbst. Lebe in der Ruhe. Mache viele Pausen. Baue inneres Glück auf. Was ist heute dein Weg der Selbstfürsorge und Selbstheilung?

Buddha als Pilger

Einstmals wurde Buddha als Sohn eines reichen Kaufmanns in Benares wiedergeboren. Als Kind lernte er fleißig und erwarb viel Weisheit. Doch für weltliche Dinge interessierte er sich nicht. Er beschäftigte sich lieber mit der Spiritualität. Sein Ziel war es ein Yogi zu werden und sein Leben abgeschieden in der Meditation zu verbringen. Doch sein Vater wollte, dass er auch Kaufmann wird und eines Tages das Geschäft übernimmt.

Damals in Indien waren die Kinder gehorsam gegenüber den Eltern. Es war ihre Pflicht den Wünschen der Eltern Folge zu leisten. Also beugte sich auch Buddha dem Willen seines Vaters. Bevor er jedoch in das familiäre Geschäft einstieg, machte er eine lange Pilgerreise in das Himalaya Gebirge. Er hatte gehört, dass dort in einer Höhle ein Pacceka-Buddha (Pratyekabuddha) lebt. Ein Pacceka-Buddha ist ein vollständig erleuchteter Heiliger, der es bevorzugt abgeschieden zu leben und sein Wissen nicht an seine Mitmenschen weiterzugeben. Der erleuchtete Yogi besaß große spirituelle Fähigkeiten und konnte Wunder tun. Das hatte einmal ein Mensch herausgefunden. Seit der Zeit war seine Höhle ein bekannter Pilgerort geworden. Viele Menschen hofften auf den Segen des Heiligen, den er aber nur wenigen Menschen gab.

Buddha fühlte sich magisch von diesem Mann angezogen und machte sich auf die beschwerliche Reise. Er musste von Benares (Varanasi) den langen Weg zum Himalaya wandern. Im Laufe der Zeit wurden die Berge immer höher und der Weg immer steiler. Und es tauchten viele Probleme beim Pilgern auf. Buddha traf in einem Dorf eine schöne junge Frau und verliebte sich in sie. Und sie verliebte sich in ihn, weil er schön, jung, klug und reich war. Buddha war kurz davor seine Pilgerreise abzubrechen und mit seiner Braut zu seinem Vater zurückzukehren. Aber dann beschloss er erst seine Pilgerreise zu vollenden und die Frau auf der Rückkehr abzuholen.

Als nächstes wurden er und seine Mitpilger auf einer einsamen Wegstrecke von Räubern überfallen. Sie raubten ihnen ihr Geld und ihre Vorräte. Mit einigen wenigen Freunden setzte er seine Reise fort. Freundliche Menschen am Wegesrand gaben ihnen zu essen und versorgten sie mit allem Notwendigen. So gelangte Buddha durch die Hilfe seiner Mitmenschen bis ins Himalaya Gebirge. Aber dann wurde er krank und musste eine Pause einlegen. Seine Mitpilger gingen ohne ihn weiter. Nach einigen Tagen wurde er wieder gesund und folgte ihnen nach.

Aber wie groß war die Enttäuschung als Buddha nach einem mühsamen Aufstieg die Höhle des Heiligen betrat. Der Pacceka-Buddha war schon sehr alt und lag im Sterben. Er konnte kaum sprechen geschweige denn eine Hand zum Segen erheben. Er lag einfach nur müde da und sah Buddha für einen kurzen Augenblick an. Dann baten die Betreuer Buddha wieder zu gehen.

Buddha verließ die Höhle und fragte sich, warum er so viele Mühe auf sich genommen hatte? Waren die vielen Schwierigkeiten die kurze Begegnung mit dem Erleuchteten wert? Lohnte es sich überhaupt einen Erleuchteten zu treffen? Der Erleuchtete erschien ihm nicht anders als andere Menschen zu sein. Er wirkte sogar besonders elend und mickrig. Und auch die Höhle war nicht mit dem Luxuspalast zu vergleichen, in dem Buddha lebte.

Nachdenklich trat Buddha den Rückweg an. Und wie er so langsam den Berg hinab stieg, da öffnete sich plötzlich der Himmel und überflutete Buddha mit Licht. Buddha trat für eine kurze Zeit in den Zustand der Erleuchtung ein. Er hatte einen Stromeintritt, ein kurzes Erwachen der Kundalini-Energie. Buddha spürte einen großen Frieden und ein unermessliches Glück in sich. Seine Weltsicht veränderte sich völlig. Die ganze Welt um ihn herum war lichtdurchflutet und strahlte Glück aus. Selbst kleine Dinge erschienen ihm wunderbar und kostbar zu sein.

Buddha hatte auf seinem Rückweg den Segen des Pacceka-Buddhas empfangen. Er kannte jetzt das wahre Ziel des Lebens. Er erkannte, dass es sich lohnt alles für dieses Ziel zu tun. Diese Kurzerleuchtung bewirkte eine große Umkehr in seinem Geist. Buddha nahm die weltlichen Dinge in seinem Leben nicht mehr wichtig. Gewinn oder Verlust als Kaufmann berührte ihn nicht wirklich. Er richtete seinen Geist auf das spirituelle Ziel aus. Er machte morgens und abends seine spirituellen Übungen, meditierte und betete vor seinem Hausaltar zu dem Pacceka-Buddha. Er verband sich jeden Tag mit der Energie des Heiligen und wurde so im Laufe seines Lebens selbst ein Heiliger.

Und natürlich hielt er sein Versprechen. Auf dem Rückweg kam er bei der jungen Frau vorbei, nahm sie mit nach Benares und heiratete sie. Und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende, weil sie positive spirituelle Eigenschaften wie Liebe, Wahrheit und Treue in ihrer Beziehung pflegten.

47. Der Arhat. Aus dem Yogi ist ein Heiliger geworden. In dir fließt inneres Glück. Du hast dein Ego überwunden und lebst im erleuchteten Sein. Was ist heute dein Weg der Selbsterleuchtung? Aktiviere deine Windenergie durch verschiedene Techniken (Visualisierung, Mantra, Atem, Geste, Yogahaltung). Konzentriere dich auf den mittleren Energiekanal in deinem Körper (von den Fußsohlen bis zum Scheitelpunkt). Lasse dort Licht kreisen. Atme hinein. Visualisiere dich als Gottheit. Denke zum Beispiel: „Ich bin ein Buddha der Ruhe. Ich lebe in der Ruhe. Ich gehe den Weg der Ruhe. Ich sende allen Wesen Licht. Möge es eine glückliche Welt geben.“ Gelange so zum inneren Frieden, ins Glück und in die Liebe. Innerer Frieden und Glück. Vorwärts. Gelingen.

Tulku Jetsunma Ahkon Lhamo
 
Ahkon Lhamo ist die erste westliche Frau, die die Reinkarnation eines tibetischen Meisters ist. Sie wuchs als normales Mädchen in einer armen Familie in New York auf. Aber im Alter von 19 Jahren erschienen ihr im Traum plötzlich ihre spirituellen Lehrer und führten sie auf ihrem spirituellen Weg. In den Träumen wurde ihr genau gesagt, was sie zu tun hatte. Als erstes musste sie sich verpflichten zum Wohle aller Wesen zu wirken und zu einem Segens-Kanal für ihre Mitmenschen zu werden. Sie legte in gewisser Weise das Bodhisattva-Gelöbnis ab. Danach wurde ihr der Weg der Meditation gezeigt. Sie meditierte im Liegen immer dann, wenn sie in ihrem Leben als westliche Hausfrau und Mutter dafür Zeit hatte. Etwa zehn Jahre später gelangte sie zur Erleuchtung. Von da an begannen die Menschen zu ihr zu kommen und sie um Hilfe auf ihrem Weg zu bitten. Um sie herum bildete sich eine kleine Gruppe von Menschen, die zusammen meditierte und über spirituelle Dinge sprach.
Einige Jahre später kam der tibetische Meister Penor Rinpoche, das Oberhaupt einer großen Traditionslinie, in die USA. Er war auf der Suche nach der tibetischen Yogini, die 1652 die Traditionslinie in Tibet gegründet hatte. Als Akhon Lhamo ihn auf dem Flughafen traf, erkannte sie ihn sofort als ihren Guru. Penor Rinpoche bestätigte dann in einer großen Zeremonie Ahkon Lhamo als Tulku (wiedergeborene erleuchtete Meisterin). Seine Heiligkeit Penor Rinpoche ermächtigte sie den buddhistischen Dharma in Amerika direkt aus ihrer eigenen Verwirklichung heraus zu lehren, ohne Jahre in einem Kloster verbringen zu müssen.
Akhon Lhamo ist manchmal ziemlich frustriert, weil ihre Schüler nur so langsam spirituelle Fortschritte machen. Sie selbst hat zehn Jahre intensiv praktiziert und dann die Erleuchtung erlangt. Sie konnte einen große Sprung tun, weil sie in ihrem früheren Leben bereits erleuchtet war. Ihre Schüler können nur kleine Schritte gehen. Und selbst dabei scheitern sie oft. Es ist die große Kunst eines erleuchteten Meisters, die chaotische träge Masse westlicher Schüler auf dem spirituellen Weg voranzubringen. Ahkon Lhamo gelingt es mit der Kraft ihrer Energie, ihrer Wahrheit, ihrer Liebe und ihres Humors.

48. Große Wandlung. Der Yogi gelangt in eine höhere Bewusstseinsebene. Du gingst durch einen Reinigungsprozess. Jetzt entsteht wieder Glück und Frieden in dir. Große Veränderung. Du hast spirituell einen großen Schritt vorwärts gemacht. Vorwärts auf dem Weg der Liebe und des Glücks. „Om alles Buddhas und Bodhisattvas. Om innere Weisheit. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg.“ Mit Vertrauen weiter voran.

Befreiung durch Lachen

Vor langer Zeit regierte in Indien der König Assaka. Seine Frau Ubhari war sehr schön, lieb und reizend. Der König liebte sie sehr. Als sie starb, war Assaka untröstlich. Er aß nicht mehr. Er trank nicht mehr. Er gab sich nur seiner Trauer hin. Es bestand die Gefahr, dass er auch sterben würde. Buddha lebte zu der Zeit als abgeschiedener Yogi im Himalaya. Er war spirituell bereits weit entwickelt und besaß die Fähigkeiten des Hellsehens und des Heilens. Mit seinem göttlichen Auge blickte er jeden Tag von seinem Berg in die Welt um sich herum. Er sah das Leid der Menschen und half ihnen, wo er konnte. So erblickte er auch den trauernden König.

Da Assaka ein guter König war und seinem Volk viel Gutes getan hatte, beschloss Buddha ihn von seiner Trauer zu befreien. Er stieg von seinem Berg herab und wanderte zum Palast des Königs. Der König empfing ihn mit großen Ehren. Er erfreute ihn mit Musik und einem guten Essen. Dann fragte Assaka ihn, wie er seine Trauer überwinden könnte. Buddha riet ihm, seine Trauer ausreichend zu leben. Er sollte seine Gefühle nicht verdrängen, sondern so lange darauf meditieren, bis sie von alleine verschwinden. Der König antwortete ihm, dass er diese Technik schon praktizieren würde, aber sie würde ihm nicht helfen. Die Trauer käme immer wieder.

Buddha erklärte ihm, dass das daran läge, dass er die Trauer immer wieder mit neuen negativen Gedanken anheizen würde. Trauer auszuleben alleine genügt nicht. Man muss auch die negativen Gedanken überwinden. Am besten findet man einen hilfreichen positiven Gedanken. Mit dem positiven Gedanken löscht man dann den negativen Gedanken aus. Der König konnte leider keinen positiven Gedanken finden, der stark genug war seine Trauer aufzulösen.

Buddha erklärte dem König, dass jeder Mensch aus sich selbst heraus glücklich sein kann. Jeder Mensch besitzt eine Buddha-Natur. Diese innere Buddha-Natur muss nur freigelegt werden. Das geschieht dadurch, dass der Mensch sich durch tägliche Meditation und beständige Achtsamkeit auf die Gedanken von seinen Anhaftungen an die äußeren Dinge befreit. Leid zu überwinden ist ein kreativer Weg. Man muss mit Weisheit genau spüren, was gerade hilft.

Gemeinsam mit Buddha machte Assaka einen langen meditativen Spaziergang. Er spürte in die Trauer, meditierte auf die Trauer und die Trauer verschwand. Danach tauchte Wut in ihm auf. Er war wütend darauf, dass Ubhari ihn verlassen hatte. Assaka ließ auch die Wut zu, lebte die Wut und die Wut verschwand. Danach tauchte Angst in dem König auf. Es war die Angst nicht mehr glücklich sein zu können. Danach war Ruhe im König. Keine Freude, aber Ruhe.

Er wanderte mit Buddha noch eine Zeitlang durch den Park. Und plötzlich gab es einen inneren Umschwung im König. Er sah wieder die Schönheit der Natur. Er konnte wieder positiv denken. Jetzt fiel es ihm leicht positive Gedanken zu finden, mit denen er den Verlust verarbeiten konnte. Er dachte an die schöne Zeit, die sie gehabt hatten.

Der König heiratete eine neue Frau. Er konzentrierte sich darauf ein guter König zu sein und seinem Volk zu helfen. Er genoß ausreichend das äußere Leben, meditierte regelmäßig, achtete auf seine Gedanken, las jeden Tag in seinen spirituellen Büchern und verankerte seinen Geist im spirituellen Weg. Der König entwickelte sogar die Fähigkeit der Hellsichtigkeit. Er konnte erkennen, wo Ubhari wiedergeboren war. Da sie sich nur auf ihre Schönheit konzentriert hatte und ihren Körper in den Mittelpunkt ihres Lebens gestellt hatte, war sie als Mitkäferin wiedergeboren worden. Sie hatte einen Mistkäfer als Mann und war auf ihre Art in ihrem Misthaufen glücklich. Der König lachte laut und konnte Ubhari dadurch vollständig loslassen.

49. Energieübertragung. Einweihung. Deine Kundalini-Energie wird durch deine spirituellen Übungen, durch einen erleuchteten Meister oder durch das Leben selbst (durch einen Zufall) aktiviert. Einweihung in den höchsten Yoga, das Annutara Tantra. Im tibetischen Buddhismus gibt es vier Einweihungen: die Kanne (der Erscheinungskörper eines Buddhas wird erlangt), die Bodhisattva-Initiation (Einweihung in den Bodhisattva-Weg), die Blumenkranz-Initiation (die fünf Meditations-Buddhas, der Yogi findet den zu ihm passenden spirituellen Weg), Initiation mittels der Kanne (Übertragung der Kundalini-Energie). Dein Weg ist gesegnet. Du wirst auf dem spirituellen Weg Erfolg haben. Es ist nur noch eine Frage der Zeit. Gehe weiter auf deinem Weg. Großes Gelingen.

Naropa erhält sechs geheime Yoga-Techniken

Naropa war ein indischer Prinz. Mit sechzehn heiratete er eine wunderschöne Prinzessin. Er führte ein Leben in äußerem Reichtum und Wohlstand. Aber dieses Leben konnte ihn nicht befriedigen. Er sehnte sich nach innerem Frieden, Glück und Erleuchtung. Deshalb trat er im Alter von 24 Jahren in ein Kloster ein und wurde Mönch. Da er sehr klug war, brachte er es bis zum Abt des berühmten buddhistischen Klosters Nalanda.

Aber immer noch war er innerlich nicht zufrieden. Ihm fehlte die Erleuchtung. Er ging zu einer weisen alten Frau, um sie um Rat zu fragen. Die weise Alte meinte, dass Wissen alleine nicht für die Erleuchtung genügt. Notwendig sei es für ihn als abgeschiedener Yogi zu leben und viel zu meditieren. Am wichtigsten sei es einen erleuchteten Meister zu finden.

Naropa verließ das Kloster und wurde ein Yogi. Er traf den Meister Tilopa. Aber Tilopa war nicht bereit ihn so einfach in den spirituellen Weg einzuweihen, ihm seine geheimen Übungen zu zeigen und ihm seine spirituelle Kraft zu übertragen. Naropa musste zwölf Jahre bei seinem Meister leben. Im Laufe der Zeit zeigte Tilopa ihm verschiedene spirituelle Techniken, mit denen er sich innerlich reinigen und seine spirituelle Energie entwickeln konnte.

Eines Tages konnte Naropa es nicht mehr aushalten und wollte endlich erleuchtet werden. Er bat Tilopa um Erleuchtung. Aber Tilopa nahm nur seinen Schuh und schlug ihm damit kräftig auf den Kopf. Durch den Schock konnte Naropa sein dualistisches Denken loslassen und in das Erleuchtungsbewusstsein eintreten. Seine Kundalini-Energie erwachte und Naropa hatte einige Jahre mit heftigen Energieprozessen zu kämpfen. In seinem Körper schüttelte und zerrte es. Ihm wurde abwechseln warm und kalt. Mal war er glücklich und mal ging es ihm psychisch schlecht. Der schnelle Weg zur Erleuchtung kann sehr anstrengend sein. Deshalb wartet der Meister, bis sein Schüler dazu bereit ist. Und er hilft ihm auch die Energieprozesse gut zu bewältigen.

Mit Hilfe von sechs Techniken entwickelte Naropa seine spirituellen Fähigkeiten weiter und gelangte eines Tages in einen Zustand des tiefen Friedens und des großen Glücks. Er hatte alle äußeren Anhaftungen losgelassen und verweilte dauerhaft im erleuchteten Sein. Die geheimen Techniken gab er später an Marpa weiter, der sie zu einer Grundlage des tibetischen Buddhismus machte.

Die erste Technik nennt sich Tummo. Sie ähnelt der Wärmeübung des Autogenen Trainings. Durch die Kraft der Vorstellung kann man mit Tummo große Hitze in seinem Körper erzeugen. Es gibt Bilder von japanischen Zen-Mönchen, die dampfend in Eiswasser baden. Letztlich geht es bei Tummo darum, mit Hilfe der Kundalini-Energie den Körper innerlich von Verspannungen zu reinigen, sie dass er aufnahmefähig wird für starke Erleuchtungsenergien. Es gibt im tibetischen Tummo auch Licht- und Chakrenübungen ähnlich wie im indischen Kundalini-Yoga.

Eine zweite Übung ist der Gottheiten-Yoga. Man visualisiert sich als Gottheit und erweckt dadurch die Kundalini-Energie (sein inneres Glück). Um nicht an der äußeren Form festzukleben, löst man alle Formen immer wieder in die Ruhe (Nirwana, egolose Leerheit) auf. So realisiert man die Einheit von Form und Leere.

Die dritte Technik ist der Traum-Yoga. Man nutzt die Zeit des Schlafens für die Meditation und die spirituelle Entwicklung. So kommt man spirituell schnell voran. Ein einfacher Weg ist es sich vor dem Einschlafen auf sein spirituelles Vorbild zu besinnen und seinen Namen als Mantra zu denken. Ein anderer Weg ist es im Schlaf wach zu bleiben. Dadurch kann man das Traumgeschehen steuern. Ich visualisierte mich vor dem Einschlafen als Buddha und wachte am nächsten Morgen als Buddha auf. Ich löste so viele Energieblocken. Gleiches geschah mir, als ich vor dem Einschlafen gründlich über den Weg der Erleuchtung nachdachte.

Dann gibt es noch den Yoga des klaren Lichts, wo man direkt auf die Erleuchtung meditiert. Wenn du schon einmal eine Erleuchtungserfahrung gemacht hast, dann ist sie in deinem Gedächtnis gespeichert. Du kannst dich daran erinnern und die Erleuchtungsenergie so immer wieder aktivieren.

Und dann gibt es noch für den Zeitpunkt des Todes die Techniken Powa (Bewusstseinsübertragung) und die Nutzung des Bardo des Sterbens für den Aufstieg ins Licht (das tibetische Totenbuch).

50. Eine gute Beziehung. Pflege deine Beziehung. Freundschaften und Beziehungen müssen gepflegt werden, damit sie gelingen. Überwinde Streitigkeiten. Erkenne in den Schattenseiten des anderen deine eigenen Anhaftungen und Probleme. Verzeihe. Wachse spirituell durch deine Beziehung zur Buddhaschaft. Verhalte dich wie ein Buddha. Liebe, verzeihe und lasse los. Welche Beziehung ist heute gemeint? Was kannst du für eine gute Beziehung tun? Wie wächst du spirituell an den Problemen? Besinne dich auf deinen inneren Buddha. Gelingen.

Die streitsüchtigen Schwestern

Es waren einmal zwei Schwestern, die liebten es sich zu streiten. Die eine Schwester hieß Kana (Fülle) und war sehr schön, aber nicht besonders klug. Die andere Schwester hieß Kala (Zeit) und war sehr klug, aber eher hässlich geraten. Ihr Vater war sehr reich. Er kaufte den Schwestern alles, was ihr Herz begehrte. Die schöne Kana liebte Kleider und Luxus. Sie orientierte sich an der Mode der Zeit und stolzierte wie ein Pfau umher. Sie hatte eine große Schar von Verehrern, die sie ständig umschwärmten und ihr viele Geschenke machten. Trotzdem war sie tief in ihrem Inneren nicht glücklich. Ihr fehlte etwas, aber sie wusste nicht was. Sie suchte es in äußerem Reichtum und schönen Männern. Aber dort fand sie es nicht. 

Kala war ganz anders. Männer interessierten sie nicht besonders. Sie strebte nach Weisheit. Sie las alle Weisheitsbücher, die sie bekommen konnte. Sie studierte bei den größten Gelehrten ihrer Zeit. Und sie hatte viele interessante Gespräche mit Menschen, die wie sie auf der Suche waren. Sie empfand ihr Leben als sehr spannend, aber auch ihr fehlte etwas. Sie wusste, dass sie es in der Tiefe ihres Geistes noch nicht gefunden hatte. 

Sie war letztlich auf der Suche nach sich selbst, auf der Suche nach dem tieferen Sinn in ihrem Leben, auf der Suche nach der sie erfüllenden Aufgabe, auf der Suche nach einem erfüllenden Leben, auf der Suche nach dem großen dauerhaften Glück. Eines Tages traf sie auf einer ihrer Reisen den buddhistischen Meister Kanhapa. 

Kanhapa war ein tantrischer Meister mit großen spirituellen Kräften, aber er litt unter spirituellem Stolz. Die Menschen nannten ihn deshalb auch den dunklen Siddha. Er demonstrierte gerne seine außergewöhnlichen Kräfte und liebte es dafür bewundert zu werden. Er bevorzugte es auf einem goldenen Thron zu sitzen und von dort aus auf seine Anhänger herabzuschauen. Für seine Einweihungen nahm er viel Geld und auch schönen Frauen war er nicht abgeneigt. Er war ein Guru, wie er nicht sein sollte und wie es ihn damals oft in Indien gab. 

Kala versuchte herauszufinden, ob ihr Kanhapa bei ihrer Suche helfen konnte. Kanhapa sprach zu ihr: „Ich kann deine Kundalini-Energie aktivieren und dir die höchsten spirituellen Übungen zeigen, mit denen du das Glück der Erleuchtung erfahren kannst. Aber du musst mir dafür drei Dinge geben: Eine hohe Einweihungsgebühr, den Kuss einer schönen Frau und eine Weisheit, die ich noch nicht kenne.“

Kala ging zu ihrem Vater, damit er die Einweihungsgebühr bezahlt. Dazu war er gerne bereit. Sie bat ihre Schwester Kana den dunklen Meister zu küssen. Kana war schwer zu überzeugen, obwohl sie schon viele Männer geküsst hatte. Kala bot ihr an, das Erleuchtungswissen an sie weiter zu geben und sie bei ihrer Suche nach sich selbst zu unterstützen. Kana dachte, dass es einen Kuss wert sei und stimmte zu. 

So kam dann Kala mit ihrer schönen Schwester zu dem dunklen Siddha und bezahlte die Einweihungsgebühr. Von Kana bekam er einen Kuss. Es blieb noch die Weisheit, die dem Meister unbekannt war. Da Kala sehr klug war, wusste sie was der Meister noch nicht begriffen hatte. Er hatte die Weisheit der Demut noch nicht verstanden. Kala erklärte ihm, dass er durch die Praxis der Demut in eine noch höhere Ebene der Erleuchtung aufsteigen und einen Fall in die tiefste Hölle vermeiden könnte. Denn laut tibetischem Buddhismus droht allen Erleuchteten, die ihre spirituellen Kräfte missbrauchen, der Abstieg in die tiefste Hölle, also in einen Bewusstseinszustand dauerhaften inneren Unglücks. Bis sich ihr schlechtes Karma wieder aufgelöst hat. 

Kanhapa wusste spontan, dass Kala recht hatte. Er begriff die Tiefe ihrer Weisheit. Von jetzt an übte er Demut, Bescheidenheit und Genügsamkeit. Er verkaufte seinen Thron, schenkte sein Geld den Armen und verzichtete in Zukunft auf sexuelle Verfehlungen. Er bewies, dass ein Mensch sich bessern kann und wurde zu einem bescheidenen Diener seiner Schüler. Kala und ihrer Schwester Kana zeigte er die geheimen tantrischen Techniken, mit denen beide schnell zur Erleuchtung kamen. Jetzt erfuhren sie das große dauerhafte Glück, erkannten sich selbst und den tieferen Sinn des Lebens. Ihre Suche hatte ein Ende. Ihre Streitsucht nahm erheblich ab, weil sie beide glücklich in sich selbst waren. 

51. Der Weg des Hörers. Lesen, nachdenken, meditieren, verwirklichen. Wer bin ich? Was ist der Sinn? Wo ist der Weg zum Glück? Der einfachste Weg spirituelles Wissen zu erlangen ist das Lesen spiritueller Bücher. Wer viel Wissen hat, verläuft sich nicht so leicht auf dem spirituellen Weg. Er findet den persönlich richtigen Weg. Denke über dich und dein Leben nach. Spüre in dich hinein. Wo stehst du? Was ist dein Ziel? Was ist dein Weg? Gelange ins erleuchtete Sein und in die umfassende Liebe. Verwirkliche dich selbst. Lebe genau auf deine Art. Gehe kreativ, spontan und undogmatisch voran. Gelingen.

Der Weg der undogmatischen Weisheit

Catrapa war ein Mensch, der sich streng an die Vorschriften seiner Religion hielt. Er besaß ein Buch mit den Reden Buddhas. Jeden Tag las er einige Seiten in diesem Buch. Er dachte darüber nach, was er gelesen hatte, bewahrte es in seinem Gedächtnis und versuchte alle Regeln konsequent umzusetzen. Man nannte ihn Catrapa mit dem Buch.

Catrapa befolgte streng die fünf Silas, die Grundregeln des Buddhismus. Er vermied es andere Wesen zu verletzen (Grundsatz der Gewaltlosigkeit, nicht töten). Er stahl nicht, betrog nicht und war ehrlich zu seinen Mitmenschen. Er sagte immer die Wahrheit. Dadurch lebte er in der Wahrheit und seine Mitmenschen vertrauten ihm. Er nahm keine berauschenden Mittel (Zigaretten, Alkohol, Drogen) und versuchte sich auch in seinen Beziehungen zu Frauen immer korrekt zu verhalten.

Trotzdem bemerkte er im Laufe der Jahre, dass er spirituell nicht voran kam. Er stagnierte. Zwar gab ihm sein spiritueller Weg großen Halt in seinem Leben. Er gab ihm Orientierung und innere Kraft. Er schenkte ihm ein glückliches äußeres Leben. Aber das Ziel des Buddhismus ist es zur Erleuchtung zu gelangen, im Nirwana zu leben und nach dem Tod ins Parinirwana aufzusteigen. Davon war Catrapa noch weit entfernt.

Catrapa begann seinen Blick nach innen zu richten. Er beobachtete seinen Geist, seine Gefühle, seinen Körper und seine Energie. Er erkannte, was ihm gut tat und was ihm nicht gut tat. Er begriff, was ihn in einen Zustand des inneren Friedens, der Liebe und des Glück brachte und was ihn davon abhielt. Er nutze alle Geschehnisse in seinem äußeren Leben, um daran innerlich zu wachsen. Er lernte es so zu denken und sich so zu verhalten, dass er langsam immer mehr selbst zu einem Buddha wurde.

Seine spirituelle Technik wandelte sich jetzt völlig. War er vorher ein strenger Dogmatiker gewesen, so folgte er jetzt grundsätzlich der Stimme seiner inneren Weisheit. Er praktizierte zwar weiterhin seinen buddhistischen Weg, aber er ging ihn frei, undogmatisch und spontan. Und dadurch verwirklichte er im Laufe der Zeit seine Buddha-Natur. Er wurde zu einem glücklichen Buddha.

52. Mahayana. Beginn. Der Mahayana-Buddhismus ist der große buddhistische Weg, der die Liebe in das Zentrum stellt. Das Ziel ist es als Bodhisattva zu leben. Dafür gibt es verschiedene Vorbilder wie die Göttin Tara und den Bodhisattva des Mitgefühls Chenrezig (Avalokiteshvara). Der Mahayanaweg beginnt mit dem Bodhisattva-Gelöbnis. Übe heute Gebefreudigkeit. Mache einem anderen Menschen durch ein Geschenk glücklich. Überwinde dein Ego. Sende allen deinen Freunden Licht und denke: „Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“ Ein Tag des Gebens, der Güte und des Mitgefühls. Gelingen.

Der undogmatische Bodhisattva

Der Dalai Lama lebt nach einem strengen Tagesplan. Er steht um 4 Uhr auf und macht jeden Tag mindestens fünfeinhalb Stunden seine spirituellen Übungen (beten, lesen, meditieren). Er praktiziert eine halbe Stunde Niederwerfungen (eine tibetische Art von Yoga) und geht danach etwas spazieren. Er sieht die religiöse Praxis als eine 24 Stunden-Beschäftigung. Es gibt deshalb Rituale beim Aufstehen, beim Essen und beim Schlafengehen. Auch die Zeit des Schlafens wird für die spirituelle Praxis genutzt (Traum-Yoga). So oft wie möglich, beim Reisen, beim Arbeiten und in Pausen denkt der Dalai Lama Mantren, um sich innerlich zu reinigen.

Auch der Genuss des Lebens kommt nicht zu kurz. Der Dalai Lama lacht gerne und unterhält sich gerne mit seinen Mitmenschen. Manchmal sieht er auch fern. Und er hört jeden Tag die Nachrichten, um über die Situation auf der Welt informiert zu sein. Er würde sich gerne für drei Jahre in ein Retreat zurückziehen, um mehr Zeit für die Meditation zu haben. Aber seine vielen Aufgaben lassen ihm dazu keine Zeit.

Seit vielen Jahren bereist der Dalai Lama den Westen, insbesondere seit er 1989 den Friedensnobelpreis erhielt. Er ist der wichtigste Verbreiter des Buddhismus im Westen und inspiriert viele Menschen mit seinem positiven Vorbild. Er beobachtet die Menschen im Westen genau und versucht den tibetischen Buddhismus an die westlichen Werte anzupassen. Das gilt insbesondere für die Wissenschaftlichkeit, die Gleichberechtigung von Männern und Frauen und für die Toleranz zwischen den Religionen. Der Dalai Lama meint, dass alle Religionen letztlich ähnliche Werte vertreten. Sie sollten zusammenarbeiten und sich gegenseitig tolerieren. Er rät sogar dazu bei der angestammten Religion zu bleiben. Einen Religionswechsel sollte sich jeder Mensch gründlich überlegen.

Der Dalai Lama hat festgestellt, dass dem Buddhismus im Westen ein besonderes Interesse entgegengebracht wird. Es gibt über 500 buddhistische Zentren im Westen. Dabei beobachtet der Dalai Lama bei den westlichen Buddhisten eine gewisse Tendenz zum Dogmatismus und zum Sektierertum. Jede buddhistische Gruppe meint, dass nur sie den Weg der Wahrheit kennt. Sich von anderen Buddhisten abzugrenzen, hält der Dalai Lama aber für absolut falsch. Alle Buddhisten sollten zusammenarbeiten und voneinander lernen. Der Buddhismus sollte keine Quelle von Konflikten und der Uneinigkeit zwischen den Menschen sein.

Undogmatisch ist der Dalai Lama bei der Frage, ob ein Buddhist Vegetarier sein sollte. Einmal sah er wie ein Huhn geschlachtet wurde. Aus Mitleid beschloss er Vegetarier zu werden. Einige Jahre später erklärten ihm jedoch seine Ärzte, dass es für ihn aus gesundheitlichen Gründen besser sei Fleisch zu essen. Es gibt eine große Debatte über das Fleischessen im Buddhismus. Einerseits verbietet der Buddhismus das Töten, wozu auch das Töten von Tieren gehört. Andererseits haben die Tibeter überwiegend von der Viehhaltung gelebt, weil eine andere Lebensweise im grasbewachsenen tibetischen Hochland nicht möglich war. Hier sollte deshalb jeder für sich selbst entscheiden, was für ihn richtig ist.

53. Der Pfad der Ansammlung von Verdiensten. Überwinde die fünf Hindernisse Zweifel, Unruhe, Lustlosigkeit, Faulheit und weltliches Begehren. Entwickele die fünf der Befreiung dienenden Eigenschaften Vertrauen in den spirituellen Weg (Buddha, Dharma und Sangha), Tatkraft bei allen Übungen, Achtsamkeit auf deine Gedanken und Gefühle, Weisheit (klare Unterscheidung zwischen richtig und falsch) und meditative Sammlung (wie ein Buddha durch das Leben gehen). Häufe gutes Karma an. Setze gute Ursachen für spätere Erfolge. Aus einem positiven Gedanken folgt eine gute Eigenschaft und daraus langfristig ein guter Charakter. Und daraus langfristig ein gutes Karma und spirituelle Verwirklichung. Zielstrebig voran. Gelingen.

Meditation auf ein Bild

Putalipa war ein Haushälter, der vor etwa tausend Jahren in Indien lebte. Der Begriff Haushälter bedeutet, dass er einem Beruf nachging und eine Familie hatte. Da er aus einer niedrigen Kaste (unteren Schicht) stammte, war das weltliche Leben für ihn schwierig. In seinem Beruf musste er hart arbeiten und verdiente wenig Geld. Er konnte gerade davon seine Familie ernähren. Die Kinder nervten und seine Frau stritt oft mit ihm. Putalipa hatte keine Lust mehr zu seinem Leben. Er sehnte sich nach einem besseren Leben. Aber wie sollte er mit seinen geringen Fähigkeiten ein besseres Leben erlangen?

Da hörte er von Buddha und dem Weg der Erleuchtung. Wer erleuchtet ist, ist von dem Leid der Welt befreit. Er lebt dauerhaft in einer anderen Dimension aus Liebe, Glück und Frieden. Nirvana ist laut Buddha das höchste Glück. Putalipa wünschte sich ein Leben im Nirvana, im Glück der Erleuchtung. Und kaum hatte er diesen Wunsch gedacht, tauchte auch schon ein buddhistischer Guru auf, der bereit war ihm den spirituellen Weg zu zeigen.

Laut Buddha ist es einem Haushälter kaum möglich die Erleuchtung zu erreichen, weil er zu stark mit weltlichen Energien beschäftigt ist. Für den schnellen Weg zur Erleuchtung braucht man ein Leben in der Ruhe, des intensiven spirituellen Übens und in der Liebe zu allen Wesen. Und vor allem braucht man eine Meditationstechnik, die einen persönlich effektiv zur Erleuchtung bringt.

Der Guru weihte ihn in das Hevajra-Tantra ein und übertrug ihm die dazu notwendige Energie. Er öffnete die entsprechenden Chakren und Energiekanäle. Er gab ihm ein Mantra und ein Bild, auf das er meditieren sollte. Durch das Bild konnte er sich immer wieder mit der Kraft seines Gurus verbinden, also mit dem Erleuchtungsbewusstsein (der Energie) des Guru. Wenn er so mit dem Guru verbunden war, konnte der Guru ihn beständig auf seinem spirituellen Weg über jede räumliche Distanz hinweg führen.

Putalipa verließ seine Familie und wurde ein Yogi. Als Bettelmönch zog er durch Indien. Wie es auch Buddha, sein großes Vorbild, viele Jahre vor ihm praktiziert hatte. Jeden Tag meditierte er auf das Bild, dachte ein Mantra und ging bettelnd von Haustür zu Haustür. Oft zog er sich für längere Zeit in die Abgeschiedenheit zurück und wurde nach zwölf Jahren zu einem Arhat (erleuchteten Heiligen).

54. Glückwunsch. Du kannst spirituell nicht mehr zurückfallen. Du bist stabil auf deinem Weg. Du verfügst über genügend Weisheit, um deinen spirituellen Weg nicht mehr aufzugeben. Du besitzt genügend Selbstdisziplin, um beständig auf deinen Geist zu achten und jeden Tag deine spirituellen Übungen zu machen. Du verbindest dich jeden Tag mit deinem erleuchteten Meister (den Buddhas und Bodhisattvas, dem Guru-Orakel) und wirst dadurch auf deinem Weg geführt. Das Licht ist mit dir. Höre genau auf die Stimme deiner inneren Weisheit. Gehe mit Ausdauer voran. Großes Gelingen.

Der Duft des Berglorbeers

Ein Zen-Schüler, der die Erleuchtung suchte, beklagte sich bei seinem Meister ständig darüber, daß dessen Erläuterungen unvollständig seinen und der Meister ihm irgendeinen entscheidenden Hinweis vorenthalte. Der Meister versicherte, daß er ihm nichts vorenthalte. Der Schüler bestand darauf, daß es etwas gebe, was der Meister ihm vorenthalte. Der Meister bestand darauf, daß er ihm rein gar nichts vorenthalte. Etwas später gingen die beiden auf einem Pfad durch die Berge spazieren. Plötzlich sagte der Meister: ‚Riechst Du den Duft des Berglorbeers?‘ Der Schüler sagte ‚Ja.‘ ‚Jetzt weißt du alles,‘ antwortete der Meister.

55. Ein spiritueller Durchbruch. Durch konzentriertes spirituelles Üben gelangst du zu einem Durchbruch. Gehe mit Selbstdisziplin weiter deinen Weg. Du erlangst die Stufe der Hitze (Energiegespür, Lichterzeugung, Tummo-Yoga). Deine Energieblockaden lösen sich auf. Du entwickelst dein göttlichen Auge (Allgegenwart, alles sehen oder spüren können), dein göttliches Ohr (alle Klänge hören), Kenntnis der vergangenen Leben und besondere psychische Kräfte (Energie bzw. Licht ausstrahlen, die Umwandlung der Elemente /Gefühle). Du kannst mit deinem Bewusstsein deinen Körper verlassen und in die verschiedenen Himmel und Buddhafelder reisen. Alles kommt zu seiner Zeit.

Der Meister der Gedankenarbeit

In seiner Jugend zog Ben als Bettelmönch durch Tibet. Er war ein überaus gewissenhafter Praktizierender des tibetischen Buddhismus. Mit großer Disziplin achtete er beständig auf seine Gedanken und Gefühle. Er bemühte sich wie ein Buddha zu denken und zu handeln. Er hielt sich konsequent an die fünf Silas (nicht töten, nicht lügen, nicht stehlen, kein sexueller Missbrauch, keine berauschenden Mittel). Er übte beständig die fünf Eigenschaften Gleichmut (Anhaftungslosigkeit), Weisheit, Liebe, Selbstdisziplin und inneres Glück.

Einmal wurde Ben mit mehreren Mönchen von einem reichen Kaufmann zu einem Gastmahl eingeladen. Ben saß leider ganz hinten am Tisch. Vorne wurden die leckersten Gerichte aufgetischt. In Ben stieg die Angst auf, dass er von dem leckeren Essen nichts mehr abbekommen würde. Er stoppte diesen Gedanken, konzentrierte sich auf den Gedanken der Genügsamkeit und war mit einem kleinen Bissen zufrieden, als er mit dem Essen an die Reihe kam. Als seine Hand gierig nach den leckeren Süßigkeiten griff, die in der Mitte des Tisches stand, schlug er sich auf die Hand und rief laut: „Haltet den Dieb!“ Die Mitmönche drehten sich erschrocken um. Aber dann lachten sie, als sie erkannten, dass Ben es wieder sehr genau mit seiner spirituellen Disziplin genommen hatte.

Die große Selbstdisziplin zahlte sich aus. Ben meditierte viele Jahre in einer abgeschiedenen Höhle und erlangte die Erleuchtung. Die Menschen hörten von seiner spirituellen Verwirklichung und machten sich auf die Reise, um ihn zu besuchen und zu verehren. Ben putze seine Höhle und kleidete sich in sein Festtagsgewand. Dann wurde ihm bewusst, was er tat. Um seine eitlen Gedanken zu zerstören, zog er sich wieder sein zerlumptes Bettlergewand an. Die Leute sollten ihn so kennenlernen, wie er wirklich ist. Er wollte keinen falschen Schein aufbauen, sondern authentisch einfach nur Ben sein.

56. Sotapanna. Im Buddhismus bezeichnet Sotāpanna eine Person, die die ersten drei von insgesamt zehn Fesseln des Geistes überwunden hat. Im Deutschen wird es meistens mit „Stromeingetretener“ übersetzt, Stromeintritt heißt in Pali Sotāpatti. Stromeintritt bedeutet, dass jemand in den Strom der Erleuchtung eingetreten ist, d. h. der Weg zu Nibbāna ist für ihn nicht mehr umkehrbar. Sotāpatti ist die erste der vier Stufen der Heiligkeit. Deine Kundalini-Energie ist erwacht. Du kennst das Ziel und deinen Weg. Deine Zweifel sind überwunden. Du kannst spirituell nicht mehr zurückfallen. Bleibe mit Ausdauer auf deinem Weg. Dann erreichst du deinen Ziele.

Die beste spirituelle Praxis

 Ein tibetischer Mönch hatte gehört, dass man durch die Praxis des meditativen Gehens zur Erleuchtung kommen kann. Also wanderte er zum Tempel seines erleuchteten Meisters und umrundete Tag für Tag den Tempel. Das machte er einige Jahre. Im Laufe der Zeit wurde er immer friedlicher und glücklicher. Er spürte, dass durch das tägliche Gehen Glückshormone ausgeschüttet wurden. Sie machten seinen Körper gesund und seinen Geist glücklich. Aber zur Erleuchtung gelangte er alleine dadurch nicht.

Da kam plötzlich der alte Meister aus dem Tempel heraus und stellte sich ihm mitten in den Weg. Er erklärte dem Mönch: „Gehen alleine genügt nicht. Du musst auch an deinen Gedanken arbeiten und deinen Geist auf das spirituelle Ziel ausrichten. Dafür ist es hilfreich, wenn du zuerst die buddhistische Lehre grundlegend verstehst und die heiligen Schriften liest. Danach gebe ich dir ein Mantra, das für dich hilfreich ist und die Essenz dieser Schriften darstellt.“

Der Mönch begann jetzt neben seinem täglichen Gehen auch noch einige Stunden in der Tempelbibliothek zu lesen und die buddhistische Lehre zu studieren. Er dachte gründlich darüber nach und gelangte so zu einem immer tieferen Verständnis des spirituellen Weges. Er achtete auf seinen Körper, seine Gedanken, seine Gefühle und seine Umwelt. Auch dadurch wurde er im Laufe der Zeit immer friedlicher und glücklicher.

Eines Tages stellte sich sein Meister ihm wieder in den Weg und rief: „Gehen und Gedankenarbeit alleine genügen nicht. Du brauchst auch ein Mantra, durch das du dich mit der Energie deines erleuchteten Meisters verbindest.“ Der Meister gab dem Mönch das Mantra „Om Mani Padme Hum“. Der Mönch sollte sich dabei mit dem Erleuchtungsbewusstsein seines Meisters verbunden fühlen. Das Wort Mani bedeutet Juwel oder großer Schatz. Der größte Schatz ist das Erleuchtungsbewusstsein. Der Mönch umrundete weiterhin den Tempel, dachte dabei sein Mantra und verband sich mit der Energie seines Meisters. Mit jeder Runde reinigte er sich geistig immer mehr. Er spürte, wie die spirituelle Energie in ihm wuchs.

Da stellte sich sein Meister ihm wieder in den Weg und meinte: „Ein Mantra, das Gehen und die Achtsamkeit auf die Gedanken genügen nicht für die Erleuchtung. Du solltest jeden Tag auch mindestens drei Stunden meditieren.“ Also setzte sich der Mönch nach dem Gehen und dem Lesen in den heiligen Schriften auch noch drei Stunden in den Meditationssitz. Er spürte, wie seine Energie immer mehr zunahm und er innerlich immer glücklicher und friedlicher wurde. Das Meditieren geschah von alleine. Bald meditierte der Mönch nicht nur drei, sondern sechs, sieben und manchmal auch zehn Stunden am Tag. Er schlief weniger und meditierte dafür mehr.

Plötzlich tauchte wieder sein Meister auf und behauptete: „Meditieren, gehen, lesen und die Achtsamkeit auf die Gedanken genügen nicht für die Erleuchtung. Du solltest auch dein Leben dem Glück aller Wesen widmen.“ Ab jetzt verbeugte sich der Mönch vor jedem Wesen, dem er begegnete. Er schickte ihm Licht und wünschte ihm Frieden, Liebe, Glück und Erleuchtung. Dadurch veränderte sich sein Bewusstsein und er brach in eine Dimension des Lichts durch. Er spürte das Licht in sich, um sich herum und in seiner gesamten Umwelt. Angestrengt übte er weiter, um sein Erleuchtungsbewusstsein zu stabilisieren und zu vertiefen.

Da stand plötzlich wieder sein Meister vor ihm und erklärte: „Das angestrengte spirituelle Üben genügt jetzt nicht mehr. Lass alles los und sei einfach der, der du bist. Das erleuchtete Sein ist das Ziel. Du brauchst nichts mehr zu tun, weil du jetzt am Ziel bist.“ Der Mönch ließ alles Üben los und saß einfach nur in seiner Erleuchtungsenergie glücklich da. Durch das Nichtstun (Wu-Wei) verstärkte sich seine spirituelle Energie immer mehr. Das spürten auch die Menschen um ihn herum. Sie kamen zu ihm, um an seiner spirituellen Energie teilzuhaben und sich von ihm auf ihrem spirituellen Weg inspirieren zu lassen. Das machte den Mönch noch glücklicher, weil sich sein inneres Glück mit der Energie der umfassenden Liebe verband.

57. Kundalini-Yoga. Es gibt viele Formen des Kundalini-Yoga. Die Hauptform im tibetischen Buddhismus ist es sich auf ein Chakra (vorzugsweise das Kraftchakra im Unterbauch oder das Herzchakra in der Mitte des Brustkorbs, oder auf beide Chakren nacheinander) zu konzentrieren, bis die Energie des Chakras aktiviert wird. Das Chakra sprudelt dann wie eine Quelle des Glücks. Die Energie wird in den mittleren Energiekanal gelenkt. So entsteht Erleuchtung. Man kann sich aber auch auf das Wurzelchakra im Beckenboden, die Fußsohlen, das Erdchakra oder das Himmelschakra konzentrieren. Ein wichtiger Weg des Kundalini-Yoga ist neben den Körperhaltungen, den Atemtechniken und dem Guru-Yoga der Gottheiten-Yoga. Verbinde dich mit der Gottheit, die deine Energie erweckt. Was brauchst du heute? Finde deinen Weg des Energie-Yoga. Spüre was dich ins innere Glück bringt. Folge deinem inneren Gespür. Probiere aus, welche spirituelle Übung für dich am besten funktioniert. Gehe kreativ voran.

Die kostbare Perle

Es war einmal in Indien ein Perlentaucher. Der tauchte jeden Tag im großen Meer an der indischen Küste nach Perlen. Die Perlen verkaufte er dann auf dem Markt. So konnte er mehr schlecht als recht sein Leben fristen. Er hatte auch eine Frau und mehrere Kinder. Sie alle lebten von dem Verkauf seiner Perlen.

Der Perlentaucher musste tief in den Ozean eintauchen, um zu den Muscheln zu gelangen, die manchmal eine Perle enthielten. Er hatte es gelernt fünf Minuten seine Luft anzuhalten. Es war ein gefährlicher und mühsamer Beruf.

Eines Tages fand er keine Perle im Ozean. Auch am nächsten und übernächsten Tag nicht. Er konnte deshalb keine Perle verkaufen. Er und seine Familie mussten hungern. Samudra, so hießt der Perlentaucher, war verzweifelt. Er ging zum Leichenbrandplatz und beklagte sein schweres Schicksal.

Der Leichenbrandplatz war früher ein Ort, wo viele Yogis lebten. Ein Yoga sah den armen Perlentaucher und hatte Mitleid mit ihm. Er sprach: „Das weltliche Leben besteht meistens aus ewiger Mühsal und Leid. Nur selten gibt es Momente des Glücks und der Freude. Ich kann dir aber einen Weg zeigen, auf dem du immer im Glück und in der Freude lebst.“

Samudra wollte gerne dem Leid des Lebens entkommen. Der Yogi wieß den Perlentaucher an, sich auf das Scheitelchakra zu konzentrieren und dann die Kundalini-Energie vom Kopf über den Hals und das Herzchakra in den Bauch fließen zu lassen. Im Bauch sollte er die Energie sammeln und sich so in der Ruhe verankern. Drei Jahre meditierte der Perlentaucher jeden Tag auf diese Weise. Dann gelangte er zur Erleuchtung und ins dauerhafte Glück.

Er gab seinen Beruf als Perlentaucher auf und lebte ab jetzt als erleuchteter Guru. Viele Menschen kamen, erbaten seinen Segen. Er zeigte vielen Menschen den Weg des Kundalini-Yoga und übertrug ihnen seine spirituelle Energie. Die Übertragung der spirituellen Energie ist normalerweise notwendig, damit die Kundalini-Energie aktiviert wird. Der Guru öffnet die Chakren. Und er begleitet den Schüler auf seinem Weg. 

Buddha verwies in seinen Lehrreden auf eine Falle, die beim Kundalini-Yoga auftreten kann. Manche Yogis zu seiner Zeit banden die vom Beckenboden aufsteigende Kundalini-Schlange durch ihre Konzentration am Scheitelchakra fest. Dadurch konnten sie für lange Zeit im höchsten Glück verweilen. Die Erleuchtung geht aber darüber hinaus. Man darf nicht am Glück der Kundalini-Energie anhaften. Man muss sie frei fließen lassen. Dann löst sie im Laufe der Zeit alle inneren Verspannungen (Anhaftungen) auf und bringt einen zur Erleuchtung. Deshalb lehrte Buddha die vier Vertiefungen in der Meditation. Man bringt den Geist zur Ruhe. Zuerst kommen und gehen die Gedanken. Dann entsteht Ruhe und Glück. Dann wird man in der Meditation noch ruhiger und lässt auch die Anhaftung an das Glück los. Und dann gibt es in der vierten Stufen einen Bewusstseinsumschwung. Das Ego verschwindet und man kommt in das Erleuchtungsbewusstsein.

58. Der Regenbogenkörper (Vajrakörper). Die höchste Stufe des tibetischen Energie-Yoga. Wenn du den Regenbogenkörper verwirklichst, bist du reine Energie. Du kannst dann beim Tod deinen Körper auflösen. Du kannst deinen Körper immer wieder aus dem Licht materialisieren und so ewig leben. Eine ähnliche Technik gibt es auch im Hinduismus. Sie wird von Mahavatar Babaji gelehrt. Mit Ausdauer auf dem spirituellen Weg voran.

Milarepa gibt die geheimen Yoga-Lehren an Gampopa weiter

Milarepa war ein großer tibetischer Yogi. In seiner Jugend erlernte er die schwarze Magie und schadete damit vielen Menschen. Dann traf er seinen erleuchteten Meister Marpa. Marpa hatte die geheimen Yoga-Lehren von Naropa und Tilopa erhalten. Nach einer langen und harten Ausbildung gab er diese Lehren an Milarepa weiter. Milarepa zog sich daraufhin als Yogi in eine Höhle im Himalaya zurück. Dort lebte er jahrzehntelang, meditierte und verwirklichte eine hohe Stufe der Erleuchtung.

In einem Traum erschien er dem tibetischen Arzt Gampopa. Gampopa machte sich daraufhin sofort auf die Suche nach seinem Meister. Eines Tages begegnete er in der einsamen Bergwelt einem kleinen grünen Männchen. Er wusste sofort, dass dies sein Meister ist. Milarepa war auch in seinem Traum als kleines grünes Männchen erschienen. Milarapa war berühmt für seine grüne Farbe, weil er sich hauptsächlich von Brennesseln ernährte.

Gampopa medierte einige Jahre zusammen mit Milarapa in dessen Höhle und erlernte die geheimen Techniken. Zum Abschluss setzte Milarepa in einer kleinen Zeremonie seinen Fuß auf den Kopf von Gampopa und übertrug ihm seine spirituelle Energie. Er befähigte ihn damit als Lama (spiritueller Lehrer) die geheimen Yoga-Lehren Naropas an die Menschen in Tibet weiterzugeben. Gampopa gilt als der eigentliche Begründer der Kagyü-Schulen des tibetischen Buddhismus.

Bevor Gampopa Milarepa verließ fragte er ihn, ob er ihm zum Abschied noch etwas zu sagen hätte. Milerapa erklärte, dass er ihn alles gelehrt hätte. Nur die wichtigste Lehre hätte er ihm noch vorenthalten. Diese Lehre würde er ihm jetzt mitteilen. Daraufhin zog sich Milarepa seine Hose herunter und zeigte Gampopa sein mit Hornhaut überzogenes Hinterteil. Gampopa verstand die Aussage. Die wichtigste Lehre ist es im Streben nach Erleuchtung nie nachzulassen bis das Ziel erreicht ist.

Wikipedia: „Dzogchen „Die Große Vollkommenheit“, auch Atiyoga genannt, bezeichnet Lehren, die traditionell in der Nyingma-Schule des tibetischen Buddhismus und im tibetischen Bön als Essenz der Lehren Buddhas übertragen werden. Es geht dabei um das Erkennen und die Stabilisierung der Erkenntnis der ursprünglich vollkommenen Natur des Geistes. Diese wurde, den Lehren des Dzogchen zufolge, aufgrund temporärer Verschleierung bislang lediglich nicht als solche erkannt. Die damit einhergehende Erfahrung wird auch als das Erkennen der Buddha-Natur, des klaren Lichts ursprünglichen Gewahrseins bezeichnet. Nach den Lehren des großen Dzogchenmeisters Longchenpa, der die Dzogchenlehren von Vimalamitra (8. Jhdt.) im 14. Jahrhundert niederschrieb, ist die höchste Verwirklichung die Erlangung des Lichtes ursprünglicher Buddhaschaft, die spirituelle Ebene des Urbuddha Samantabadhra. Da jedes Lebewesen dieses Licht in sich selbst trägt, kann man diese Ebenen einmal durch Meditation oder alleine durch das Lesen oder Hören von Dzogchentantras erlangen. Als höchstes Resultat der Verwirklichung der Lehren des Dzogchen gilt der sogenannte Regenbogenkörper, bei dem nach der Überlieferung ein verstorbener Dzogchen-Meister seinen Körper über einen Zeitraum von einer Woche in Lichterscheinungen als die Essenz der Elemente seines Körpers auflöst. Üblicherweise bleiben dabei nur Haare und Nägel als Überbleibsel zurück. Verschiedene Meister verschiedener Traditionen sollen diese Art der Verwirklichung über Jahrhunderte hinweg bis in das 20. Jahrhundert hinein demonstriert haben. Darunter war zum Beispiel auch der bekannte Bön-Meister Shardza Tashi Gyaltsen, der den Regenbogenkörper um das Jahr 1930 realisiert haben soll und der Nyingma-Lama Khenpo Achung (* 1918) der bei seinem Tod im Jahr 1998 die gleiche Art der Verwirklichung zeigte.

Ab 1920 berichtete Paramahansa Yogananda von körperlichen Begegnungen mit Mahavatar Babaji, der erst durch sein Buch Autobiographie eines Yogi (1946) einer breiten Öffentlichkeit im Westen bekannt wurde. Laut Yogananda habe Babaji vor Lahiri Mahasaya und Yukteswar bereits Shankara (einen bedeutenden Hindu-Philosophen des 8. Jahrhunderts) und den indischen Mystiker des 15. Jahrhunderts Kabir in den Kriya-Yoga eingeweiht. Babajis Sendung bestehe darin, Propheten zu helfen, ihrer Bestimmung gerecht zu werden. Laut Yogananda und den von ihm zitierten Gurus habe Babaji Unsterblichkeit im Körper erlangt, das heißt, er könne sich jederzeit an jedem Ort materialisieren. Er zeige sich jedoch bloß sehr weit fortgeschrittenen Yogis, und auch denen höchst selten.“

59. Shambhala. Im tibetischen Buddhismus beschreibt die tradierte Legende von Shambhala ein mythisches Königreich, das die Lehren des Buddhismus, insbesondere das Kalachakra, bewahrt. Nach dem Sieg über die Ungläubigen beginnt laut der Legende ein neues Zeitalter des reinen Buddhismus. Auch im Hinduismus gibt es die Lehre vom goldenen Zeitalter auf der Erde, dass nach dem derzeitigen Kali-Yuga beginnt. Im Christentum kommt Christus eines Tages wieder auf die Erde und errichtet das Königreich Gottes. Das Paradies auf der Erde ist möglich, wenn wir alle uns darum bemühen. Die Menschheit kann eine Welt des Friedens, der Liebe und des Glücks erschaffen, wenn sie es will. Du bist der Buddha Maitreya. Du bist der Weltretter. Hilf deinen Mitwesen auf dem Weg der Erleuchtung. Verwandele deine Welt in das Königreich Shambala. Sende allen Wesen in deinem Umfeld Licht. Heute ist ein Tag der Güte. Sieh dich als gütig. Sei ein gütiger Buddha. In China visualisiert man dazu die Gestalt des Budai, des dicken Buddha. Er sammelt seine Energie im Bauch. Seine Güte kommt aus seinem Bauch. Er hat das Glück in sich und gibt das Glück an seine Mitmenschen weiter. Er konzentriert sich auf seine Mitmenschen, auf die Welt um sich herum (Weltkugel). Denke: „Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“ Das Mantra Maitreyas lautet: „OM MAITREYA MAM SOHA„. Mam oder Maim ist die Keimsilbe (Meditationssilbe) Maitreyas. Soha oder Svaha bedeutet Glück, Erleuchtung. Denke das Mantra so lange, bis du dich mit Maitreya verbunden fühlst, bis die Güte Maitreyas von dir in deine Welt fließt. Was ist heute deine Tat für eine Welt des Friedens, der Liebe und des Glücks? Wo bist du heute großzügig?

Der zukünftige Buddha Maitreya

Im Jahre 2500 herrscht das Chaos auf der Welt. Die von der Menschheit im 21. Jahrhundert verursachte Klimakatastrophe hat das Weltklima stark verändert. Die Gletscher auf dem Süd- und Nordpol sind weitgehend geschmolzen. Viele Küstenregionen sind überschwemmt. Gleichzeitig hat sich das Weltklima um 5 Grad erhöht. Es haben sich große Wüsten ausgebreitet. Die Menschen kämpfen um ihr Überleben. Politisch beherrscht China die Welt. Durch die neue Seidenstraße sind die meisten Länder der Welt wirtschaftlich mit China verbunden und von China abhängig. Kritik an China ist nicht erlaubt. Meinungsfreiheit gibt es nur begrenzt.

Werte wie Wahrheit, Liebe und innerer Frieden drohen zu verschwinden. Deshalb inkarniert sich jetzt Maitreya, der zukünftige Buddha, auf der Erde. Zuerst lebt er ganz normal und völlig unerkannt. Dann zieht er sich aus dem weltlichen Leben zurück, um in einer kleiner Hütte in der Abgeschiedenheit zu meditieren.

Sieben Jahre blickt er die Wand in seiner Hütte an, geht dreimal am Tag spazieren, liest in den alten Weisheitsschriften und entwickelt eine spirituelle Lehre, die in seine Zeit passt. Nach sieben Jahren erlangt er die Erleuchtung und große spirituelle Kräfte. Er kann sich mit jedem Menschen an jedem Ort der Welt geistig verbinden.

Zu der Zeit ist gerade der neue chinesische Herrscher schwer erkrankt. Die Ärzte können ihm nicht helfen. Da hört er von einem großen Heiler. Er lässt diesen Heiler nach China kommen. Der Heiler heilt den Herrscher und erzählt ihm gleichzeitig vom Weg der Erleuchtung und des inneren Glücks. Da der chinesische Herrscher sehr klug ist, begreift er schnell die Wahrheit dieser neuen Weltsicht, die auch der alten chinesischen Weisheit entspricht. Er gestaltet sanft die Welt auf der Basis der spirituellen Weisheit neu. Für die Menschheit bricht ein goldenes Zeitalter an.

Wikipedia: „Maitreya gilt im Buddhismus als der Buddha der Zukunft und der große kommende Weltlehrer. Der Name ist wahrscheinlich vom Sanskrit-Wort „maitri“ abgeleitet, das mit universale Liebe, Güte, Freundschaft oder Freundlichkeit übersetzt werden kann. Sein Kommen ist einigen Quellen zufolge für 3.000, 5.000 bzw. 30.000 Jahre nach Buddha Shakyamuni, dem historischen Buddha (Siddhartha Gautama), vorausgesagt. Die Prophezeiung der Ankunft maitreya bezieht sich auf eine Zeit in der Zukunft, in der der Dharma von den meisten Menschen vergessen sein wird. Viele Gelehrte behaupteten der Hindu Avatar Kalki sei gleichbedeutend mit dem Buddha Maitreya.“

Yogavidya: „Maitreya kommt von Maitri, Güte, Wohlwollen, Liebe. Maitreya ist jemand, der von Güte, von Wohlwollen erfüllt ist. Im Raja Yoga und im Buddhismus spielt Maitri Bhavana, die Kultivierung von liebevoller Güte, eine wichtige Rolle. Maitreya ist auch der Name eines künftigen Buddhas. In allen buddhistischen kanonischen Texten können Verweise auf die Prophezeihungen über Maitreya gefunden werden. Fast alle Anhänger des Buddhismus glauben, dass diese Voraussage wahr werden wird. Im Sanskrit-Kanon, Maitreyavyakara, wird gesagt, dass Menschen und sogar Götter Maitreya als einen Lehrer des Tantra verehren werden. Der Name Maitreya bedeutet wörtlich übersetzt „liebende Güte“. Es kann auch einen Freund bedeuten. Es wird gesagt, dass das Erscheinen von Maitreya durch eine Anzahl von Ereignissen gekennzeichnet ist. Maitreya wird ein Bodhisattva sein, dessen hauptsächliche Arbeit sein wird, die vollständige Erleuchtung zu erlangen und das Wissen des reinen Dharma zu verbreiten. In der Mahayana Tradition heißt es, dass Maitreya ein neues Zeitalter, ein neues Goldenes Zeitalter der Liebe und des Mitgefühls einleiten wird. Bis dahin kannst du selbst Maitreya werden, also, du kannst freundlich, liebevoll und gütig werden, bzw. du bist es ja eigentlich. Du kannst aber diese Eigenschaft von Maitri in dir weiter kultivieren, du kannst die Eigenschaft von Maitri immer stärker durch dich hindurch fließen lassen. Und so kannst du selbst Maitreya, freundlich und gütig werden und immer mehr die Eigenschaft von Maitreya zum Ausdruck bringen.“

60. Dalai Lama. Praktiziere heute Guru-Yoga mit dem Dalai Lama. Bitte um Führung und Hilfe auf deinem Weg. Denke solange das Mantra „Om Dalai Lama“, bis du dich mit dem Dalai Lama verbunden fühlst. Lasse dich dann durch deine innere Stimme der Weisheit führen. Gehe optimistisch deinen Weg. Du bist gesegnet. „Om Dalai Lama. Om alle Buddhas und Bodhisattvas. Om innere Weisheit. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg. Ich sende allen meinen Freunden Licht. Möge es eine glückliche Welt geben. Om Mani Padme Hum.“

Meditation auf den Thangka des Dalai Lama

Den obigen Thangka des 14. Dalai Lamas hat der ehrwürdige Tashi Norbu gemalt. Er hat mir gestattet dieses Bild zu verwenden, wenn ich ihn als Thangka-Maler nenne. Er hat ein halbes Jahr gebraucht, um dieses Bild fertig zu stellen. Zum Abschluss wurde der Thangka vom Dalai Lama persönlich gesegnet.

Thangka malen ist eine große Kunst. Es geht vor allem darum, die spirituellen Energien des jeweiligens Vorbildes zu vermitteln. Ein Thangka ist ein heiliges Meditationsbild. Wir verehren in dem Bild den Dalai Lama. Wir stellen ihn uns in seinem Bild als real anwesend vor. 

Buddha ist das spirituelle Vorbild des Dalai Lama. Er strebt danach ein Buddha zu werden. In meiner Sicht ist er bereits ein Buddha. Hilfreich ist es als Buddha den Wunsch zu entwickeln, allen Wesen auf dem Weg der Erleuchtung zu helfen. Deshalb sehen wir neben der Buddhafingur im Himmel über dem Dalai Lama links das Bild des Bodhisattvas Chenrezig. Und rechts ist das Bild unseres persönlichen spirituellen Meisters, der für uns der wichtigste Vermittler spiritueller Energie und spirituellen Wissens ist (tibetischer Guru-Yoga).

Durch die Meditation auf die einzelnen Punkte werden bestimmte Chakren aktiviert. Beginne mit dem Sitz, komme dann zum Körper und zum Schluss zum Kopf. Danach visualisiere den Buddha über dem Kopf, links Chenrezig (den Bodhisattva des Mitgefühls) und rechts den erleuchteten Meister, der dich segnet (Tsongkhapa, den Begründer der Gelugschule der Gelehrsamkeit). Meditiere auf den Dalai Lama inmitten der tibetischen Berge (der Natur), links mit dem Potala-Palast und rechts mit Lhasa, der Hauptstadt Tibets.

Wenn wir auf den Thangka meditieren, dann nehmen wir die Energien von Buddha, Chenrezig und unseres persönlichen spirituellen Lehrers auf (zum Beispiel des Dalai Lama). Wir geben sie an alle unsere Mitmenschen weiter. Wir bewegen segnend eine Hand, senden allen Freunden Licht und denken: „Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“ Wir denken dieses Mantra so lange, bis wir real mit allen Wesen und der Welt um uns herum verbunden sind. So entsteht innerer Frieden, Liebe, Glück und Erleuchtung durch die Meditation auf den Dalai Lama.

61. Uddiyana, das glückselige Land der Dakinis (Göttinnen). Uḍḍiyāna (auch: Oḍḍiyāna, Chinesisch: Wūcháng) war eine kleine Region im frühmittelalterlichen Indien, im heutigen Swat-Distrikt des heutigen Pakistan. Ihm wird Bedeutung bei der Entwicklung und Verbreitung des Vajrayāna-Buddhismus zugeschrieben. Es wird als ein Land angesehen, in dem buddhistisches Tantra blühte. Padmasambhava, der buddhistische Meister des achten Jahrhunderts, der maßgeblich an der Einführung des Buddhismus in Tibet beteiligt war, wurde vermutlich in Oddiyana geboren. Heute ist ein Tag der Freude. Genieße dein Leben. Bringe viel Freude in dein Leben. Im Tantra-Yoga dürfen auch weltliche Dinge genossen werden. Nichts wird abgelehnt. Alles im Leben dient dem spirituellen Ziel. Es gibt die sogenannten fünf M’s Madya (Wein), Maithuna (Sex), Māmsa (Fleisch), Matsya (Fisch), Mudrā (Körner, Gebäck, Süßigkeiten). In Deutschland sprach man früher von Wein, Weib und Gesang. Worüber kannst du dich freuen? Die Kunst im Tantra-Yoga ist es alle weltlichen Dinge so genießen, dass sie einen auf dem spirituellen Weg voran bringen. Also genau im richtigen Moment, im richtigen Maß und auf die richtige Weise. Was bringt dich heute im Glück? Was erweckt deine Lebensfreude? Iß etwas Schönes, trink etwas Schönes, höre schöne Musik, sieh schöne Filme, triff gute Freunde, habe ein gutes Gespräch oder mache etwas Kreatives (malen, singen, schreiben, kochen, gärtnern).

Der Buddha, die Blume und das Glück

 Als Buddha eine Rede halten sollte, hielt er einfach nur eine Blume hoch. Kashyapa lächte. Er hatte verstanden, was das bedeutete. Daraufhin wurde er zum Nachfolger von Buddha ernannt. Die Blumenrede ist deshalb sehr bedeutsam. Was bedeutet sie?
Die Grundlehre Buddhas ist es, dass das Leben leiden ist. Es gibt das Leid im Leben. Diese Tatsache dürfen wir nicht verdrängen. Wir sollten beim Leid hinsehen. Wir sollten das Leid vermeiden, soweit es uns möglich ist. Wir sollten es annehmen, wenn wir es nicht verhindern können. Wir sollten demütig sein vor dem Willen des Lebens.
Laut Buddha gibt es einen Weg zur Überwindung des Leidens. Es gibt den engagierten Buddhismus, der sich für eine Welt der Liebe, des Friedens und des Glücks engagiert. Und es gibt den Buddhismus als inneren Weg, der uns hilft innerlich das Leid in unserem Leben zu überwinden. Es gibt den Weg der Meditation. Es gibt den Weg des Kundalini-Yoga. Durch Visualisierungen, Mantren, Atemtechniken und Körperbewegungen aktivieren wir die Glücksenergie in uns.
Wichtig ist auch die Arbeit an den Gedanken. Auch hierfür gibt es verschiedene Techniken. Die grundlegende Erkenntnis besteht darin, dass Gefühle und Gedanken zusammenhängen. Wenn wir positiv denken, erhalten wir positive Gefühle. Wir sollten deshalb Gedanken des Friedens, der Liebe und des Glücks pflegen. Wir sollten achtsam auf unsere Gedanken und Gefühle sein. Wir sollten negative Gedanken sofort stoppen, damit sie nicht negative Gefühle entstehen lassen. Wir sollten auf negative Gefühle meditieren, uns nicht damit identifizieren und sie sich so von alleine beruhigen lassen. Und wir sollten den Blick auch auf das Schöne, Gute und Positive in unserem Leben richten.
Dafür steht die Blumenrede. Sie wendet unseren Blick auf das Positive. Auch das Positive im Leben kann uns innerlich glücklich machen. Wenn wir uns vorwiegend auf das Positive statt auf das Negative konzentrieren, können wir unsere Welt als Paradies erfahren. Wir erhalten eine Paradiessicht des Leben. Die Konzentration auf das Positive, die bewusste Erfahrung des Positive, die Pflege des Guten und Schönen ist eine spirituelle Technik. Sie wird im normalen Buddhismus oft vernachlässigt, aber im tantrischen Buddhismus gehört sie zur wichtigen spirituellen Praxis. Es werden Feste gefeiert. Es wird gesungen, getanzt, gegessen und getrunken. Es wird auch viel gelacht und die Geselligkeit gepflegt. Machen wir die bewusste Freude zu einem Teil unseres spirituellen Weges.
Ich ging heute morgen im Wald spazieren. Zuerst machte ich meine Atemübungen, Visualisierungen und dachte Mantren. Ich bewegte allen Stress und alle negativen Gefühle aus meinem Körper heraus. Die Kundalini-Energie erwachte und es entstanden Ruhe und Frieden in mir. Mein Geist war jetzt bereit, auch das Schöne in der Welt zu sehen. Da fiel mein Blick auf einen blühenden Holunderbeerbusch. Ich erkannte spontan die Schönheit der Welt. Durch den Blick auf einen schönen Punkt wandelte sich meine ganze Weltsicht. Ich empfand plötzlich die ganze Welt als schön. Ich gelangte in eine Paradiessicht, in eine Reine Land Sicht, in ein Einheitsbewusstsein. Und dadurch entstand Glück in mir.
Ich pflückte eine Blüte ab und hielt sie vor mir in die Luft. Ich wurde eins mit der Blüte und der ganzen Natur um mich herum. Es gab mich nicht mehr als Körper getrennt von der Natur. In mir waren Frieden, Liebe und Glück. Mir war bewusst, dass es immer noch das viele Leid auf der Welt gab, den Krieg, den Hunger und das innere Leid vieler Menschen. Aber ich hatte mich gleichzeitig auch darüber erhoben. Ich befand mich in einem Zustand aus Trauer, Mitgefühl, Liebe, Frieden und Glück. Das ist das Einheitsbewusstsein, in dem man alle Dinge gleichzeitig sieht und gleichzeitig auch durch sein inneres Glück darüber steht. Ich kochte mir aus der Blüte einen schönen Tee, gab etwas Wildblütenhonig dazu und trank den Tee. So einfach. So zufrieden mit mir und der Welt. So im Frieden und im Glück.

62. Yoga-Meisterin. Hinduismus und Buddhismus sind ähnliche Religionen. Der Buddhismus ist aus dem Hinduismus hervorgegangen. Buddha wollte keine eigene Religion gründen, sondern nur den Hinduismus reformieren. Er lehnte den Dogmatismus und die Rituale ab. Aus seiner Sicht war der Hinduismus zu einer formalen Religion verkommen, die nicht zur Erleuchtung führt. Jedenfalls konnten ihn seine hinduistischen Meister nicht zur Erleuchtung bringen. Er musste selbst den für ihn passenden Weg finden. Es gibt aber viele erleuchtete hinduistische Meister. Zu nennen sind insbesondere Swami Sivananda, Sathya Sai Baba, Anandamayi Ma, Amritanandamayi und Mutter Meera. Alle lehren die Einheit aller Religionen. Sie helfen Menschen aller Religionen. Heute ist ein Tag des Guru-Yoga. Lasse dich durch einen erleuchteten Meister segnen, egal aus welcher Religion er kommt. Meditiere auf sein Bild, denke seinen Namen und lies seine Bücher. Wenn es dir möglich ist, erhalte einen persönlichen Darshan. Der größte Segen, den ein Mensch erhalten kann, ist das persönliche Treffen mit einem erleuchteten Meister. Wer ist dein Guru? Wenn du keinen äußeren Guru hast, dann nimm Zuflucht zu deinem inneren Guru. Höre genau auf die Stimme deiner eigenen Wahrheit, Weisheit und Richtigkeit. Was ist heute dein Weg? Was fühlt sich richtig an? Vorwärts auf dem Weg der Weisheit. Großes Gelingen.

Eine Stunde Satsang rettet dich

Satsang ist das Treffen mit einem erleuchteten Meister. Sat bedeutet Sein, Ruhe, inneres Glück, Erleuchtung, im Licht leben. Wir treffen uns mit einem erleuchteten Menschen, der uns durch seine Energie spirituell voranbringen kann. So ein Mensch wird in Indien Sat-Guru genannt. 

Satsang ist das Boot, mit dem man in das Land des Lichts gelangen kann. Das regelmäßige Zusammensein mit einem Sat-Guru erleuchtet auf die Dauer alle Menschen um ihn herum. Erleuchtung färbt ab. Mein Yoga-Meister Swami Sivananda lehrte: „Eine Minute Satsang ist wertvoller als ein Königreich. Überall wo Satsang ist, sind die großen erleuchteten Meister anwesend.“ 

Es war einmal in Indien ein reicher Mann. Der besaß große Ländereien und beutete seine Arbeiter aus. Er dachte immer nur an sich und seinen Vorteil. Das Glück oder Unglück seiner Mitmenschen interessierte ihn nicht. Manchmal tat er auch schlechte Dinge. Die Hölle (ein Energiebereich des Leidens im Jenseits) wartete auf ihn. Wer Schlechtes tut erntet nach den Gesetzen des Kosmos ein schlechtes Karma. 
Auf seinen vielen Geschäftsreisen traf der Reiche eines Tages einen Erleuchteten (Heiligen, Arhat). Er erkannte den Heiligen nicht als heilig, aber er mochte ihn. Eine Stunde gingen sie zusammen des Weges. Sie sprachen einige Worte und der Reiche empfing den Segen des Heiligen.
Einige Jahre danach starb der reiche Mann. Der Gott des Todes, Yama, kam, um ihn in die Hölle zu bringen. Da erinnerte sich der Reiche plötzlich an den Satsang mit dem erleuchteten Weisen. In größter Not rief er seinen Namen als Mantra. Der Gott des Todes verlor sofort die Gewalt über ihn. Vom Himmel (einem Paradiesbereich im Jenseits) kam eine Hand und zog ihn ins Licht. Durch eine Stunde Satsang konnte seine Seele (sein Bewusstsein) gerettet werden. 

63. Die fünf Tugenden: Der spirituelle Schüler nähert sich dem großen Wissen. Du bist dabei, die Dualität zu überwinden und ein erleuchtetes Einheitsbewusstsein zu erlangen. Du wirst reines Bewusstsein. Du bist alles und nichts. Aus dem reinen Bewusstsein heraus kannst du dich mit allen Formen identifizieren (Mann, Frau, Buddha, Gottheiten, Gott) und so Erleuchtung und Handlungsfähigkeit in allen Situationen verbinden. Du entwickelst die fünf Tugenden Vertrauen, Tatkraft, Achtsamkeit, Sammlung (Meditation) und Weisheit (Wissen von der Erleuchtung). Vorwärts mit Weisheit und Kraft. Vertraue in deinen Sieg. Gelingen.

Gib das Leiden auf

Ein bereits älterer Mönch kam zu einem Zen-Meister und sagte: „Ich habe in meinem Leben eine Vielzahl von spirituellen Lehrern aufgesucht und nach und nach immer mehr Vergnügungen aufgegeben, um meine Begierden zu bekämpfen. Ich habe lange Zeit gefastet, jahrelang mich dem Zölibat unterworfen und mich regelmäßig kasteit. Ich habe alles getan, was von mir verlangt wurde, und ich habe wahrhaft gelitten, doch die Erleuchtung wurde mir nicht zuteil. Ich habe alles aufgegeben, jede Gier, jede Freude, jedes Streben fallengelassen. Was soll ich jetzt noch tun?“ Der Meister erwiderte: „Gib das Leiden auf! Lebe einfach das Leben, natürlich, spontan und frei!“

64. Samadhi. Samadhi bedeutet innere Sammlung, Versenkung, Erleuchtung, Glück. Du besitzt die Fähigkeit, das große Ziel zu erreichen. Mit Weisheit und Ausdauer voran. Die Erleuchtung ist sicher. Gehe den Weg des Bodhisattva. Großes Gelingen. Aktiviere das Scheitelchakra. Atme von oben in das Scheitelchakra hinein. Ziehe so Energie durch das Scheitelchakra in den mittleren Energiekanal. Sie fließt dann im Energiekanals herunter. In der Höhe des Stirnchakras und des Kehlkopfchakras erfährt der Yogi Entzücken. Je tiefer die Energie herabsteigt, desto größer wird das innere Glück. Gelangt die herabsteigende Energie im mittleren Energiekanal in die Höhe des Herzchakras, entsteht gesteigertes Entzücken. Erreicht sie die Höhe des Nabels, erlebt der Yogi besonderes Entzücken. Dringt sie bis zur Spitze des Vajra-Juwels, verwirklich der Yogi Sahaja, Beseligung, dauerhafte Erleuchtung, der natürliche Zustand. Verwirkliche dein inneres Glück.

Der Pilger

Ein junger Mann in Indien wollte gerne das Ziel der Erleuchtung erreichen. Er sehnte sich danach, sein inneres Glück zu entwickeln, dauerhaften inneren Frieden zu haben und in der umfassenden Liebe zu leben. Leider hatte er viele Verspannungen in seinem Körper und seinem Geist. Er war innerlich sehr unruhig. Er wechselte beständig seine Wohnorte, seine Beziehungen und seine Berufe. Er konnte nicht längere Zeit im Sitzen meditieren und auch nicht über Jahre hinweg an einem Ort Yoga machen. Sein Meister gab ihm deshalb als Übung das Pilgern zu den 24 Orten der Kraft.

Zwölf Jahre wanderte der junge Mann von einem Ort zum anderen. Er blieb immer mit innerem Gespür auf dem für ihn persönlich richtigen Grat zwischen zu viel Ruhe und zu viel Handeln. Während des Gehens sprach er Mantras oder dachte über das Leben nach. Während des Sitzens betete oder meditierte er. Er verehrte alle heiligen Statuen am Wegesrand. Er verbeugte sich vor Shiva, Buddha und Jesus. Er erkannte in ihnen sein höheres Selbst und identifizierte sich mit ihnen. 

Die vielen leidenden Menschen in seinem Land berührten ihn. Er sah nicht weg, sondern half ihnen, soweit er konnte. Er teilte sein Essen mit ihnen und seine Weisheit. Er stärkte sie materiell und geistig. Er wurde eins mit der Freude und dem Leid seiner Mitmenschen. So wuchs er langsam immer mehr in ein kosmisches Bewusstsein. 

Damit er an den Schwierigkeiten auf seinem Weg nicht zerbrach, übte er sich beständig im positiven Denken. Nach zwölf Jahren ausdauernder Pilgerschaft erwachte in ihm das Licht. Das kluge Pilgern zu den 24 äußeren Orten der Kraft hatte seine 24 inneren Kraftquellen geöffnet.

Im Buddhismus ist Gehen eine wichtige spirituelle Übung. Ein wichtiger Erleuchtungsweg Buddhas war das tägliche Gehen im Wechsel mit einer Meditation im Sitzen. Wie wir gehen, hängt von unseren Möglichkeiten und Bedürfnissen ab. Nils geht jeden Tag dreimal eine halbe Stunde im Wald spazieren. Wenn er Stress hat, läuft er dabei die Energie von Stress, also seine innere Unruhe, heraus. Er macht Atmenübungen, denkt Mantras und visualisiert sich in der Einheit der Natur. 

Im Zen-Buddhismus wird ein langsames Gehen im Rhythmus mit dem Atem praktizieren. Wir spüren mit den Füßen den Boden und erden uns dadurch. Durch die Erdung wird das Wurzelchakra aktiviert und wir erlangen inneren Frieden und Gelassenheit. Ich gehe jeden Tag dreimal spazieren. Das genügt für die Gesundheit und das innere Glück. Beim Gehen reinige ich mich durch Atemübungen, Visualisierungen und Mantren. Bis ich ins Glück komme und einfach nur das Gehen und das Sein genieße.

65. Bön. Der tibetische Schamanismus, ähnlich dem chinesischen Taoismus. Der Weg der Meditation, der Natürlichkeit und der Magie (Energietechniken). Schamanistische Praktiken sind Trommeln, Tanzen, Singen, Malen und die Arbeit mit Krafttieren. Entwickele spontan und kreativ deinen spirituellen Weg. Folge dem Lustprinzip, deinen spontanen Bedürfnissen. Wu Wei. Der Weg des Nichtstuns. Lebe natürlich, spontan, frei und spirituell.

Der Weg der Natürlichkeit

Der Weg der Heilung und Erleuchtung ist nur mit Weisheit zu finden. Man muss spüren, was man gerade braucht. Wie lösen sich die inneren Verspannungen und Energieblockaden am besten auf? Wie bleibt man innerlich entspannt und trotzdem auf dem Weg? Wie bewahrt man sein inneres Glück und seine Erleuchtungsenergie, auch wenn das Leben aus einem ständigen Auf und Ab aus Freude und Leid besteht? Wann braucht man viel Disziplin und wann muss man locker lassen?

Ins Glück kommen wir durch spirituelle Techniken. Ins Glück kommen wir aber auch, wenn uns genau selbst leben. Wir kommen ins Glück, wenn wir dem Körper und dem Geist genau das geben, was sie jeweils brauchen. Wenn wir natürlich, spontan und frei leben, dann entspannt uns das in der Tiefe unserer Seele und macht uns glücklich. Die Glücksenergie beginnt zu fließen. Am besten kombinieren wir die spirituellen Techniken mit dem Weg der Natürlichkeit.

Der Weg der Natürlichkeit stammt aus dem Taoismus. Man kann das Tao als die Natur ansehen. Das Ziel des Taoismus ist es im Einklang mit der Natur zu leben. Man kann sich Laotse, den Gründer des Taoismus, als einen alten Einsiedler in den bewaldeten Bergen Chinas vorstellen. Er folgt einfach spontan dem Lauf der Natur. Er ist glücklich aus sich selbst heraus, lacht viel und folgt dem Lustprinzip. Und gleichzeitig geht er konsequent seinen spirituellen Weg. Er lebt im Nichtstun, im Wu Wei, und alles wird doch getan. Einfach weil es getan werden muss, wenn die Natur es verlangt. Es geschieht mühelos, weil es durch die Kraft der Natur geschieht.

Der Weg der Natürlichkeit fand dann Einzug in den Zen-Buddhismus. Dort wird viel meditiert und eine einfache Lebensweise bevorzugt. Und gleichzeitig wird viel gelacht. Man darf sich auch am Leben erfreuen. Man fließt einfach entspannt mit der Freude und dem Leid des Lebens. Man haftet nirgends an und kann so seine Erleuchtungsenergie bewahren.

Auf dem spirituellen Weg gibt es viele Fallen. Eine Falle besteht darin, dass man zu diszipliniert praktiziert. Man verspannt sich innerlich durch eine zu angestrengte Praxis. Man verbraucht seine Energie durch zu viel innere Arbeit. Als ich einmal in einem Zen-Zentrum mit den Leuten dort meditiert habe, konnte ich beobachten, dass sie genau diesen Fehler machten. Sie blockierten ihre Erleuchtung durch eine zu angestrengte Praxis. Sie hatten den Schwerpunkt auf die Selbstdisziplin und nicht auf ihr inneres Gespür gelegt.

Ich dagegen spüre immer genau, wie und wie lange ich meditieren muss, damit sich die Erleuchtungsenergie entwickelt. Ich praktiziere zwar konsequent nach einem spirituellen Tagesplan, aber ich achte gleichzeitig darauf, dass ich mit dem Lustprinzip gehe. Ich höre auf zu meditieren, wenn mein Körper oder mein Geist es nicht mehr wollen. Ich spüre in mich hinein und frage mich immer wieder, was ich gerade tun möchte. Was brauche ich? Wozu habe ich Lust?

66. Einweihung zum Tantra-Meister. Du kannst dir selbst in allen Situationen des Lebens spirituell helfen und dich so immer wieder ins Licht bringen. Du bist ein Meister des Leben. Vorwärts. Gelingen. Heute ist ein Tag der Heilung des Herzens. Heile deine seelischen Verletzungen.

Übung zur Heilung des Herzens

1. Spüre dein Herz (ganzen Körper massieren, alle Chakren, die Hand auf das Herz legen, es spüren)

2. Atme in dein Herz (durch das Herz-Chakra ein und ausatmen, bis der ganze Brustkorb voller Energie ist)

3. Was sagt dein Herz zu dir? Was sagt die Liebe zu dir? Was ist dein Weg der Selbstliebe? Denke ein Mantra der Selbstliebe, bis du voller Liebe bist.

4. Spüre die Verletzungen in deinem Herzen? Wie kannst du sie heilen (auf die Gefühle meditieren, bis sie zur Ruhe kommen. Einen positiven Gedanken finden, der die Verletzung heilt und auflöst)

5. Was sagt deine Liebe zu deinen Mitmenschen? Denke ein Mantra der Liebe, bis alle voller Liebe sind. (Ich verzeihe euch. Ich liebe euch. Ich wünsche euch alles Gute)

6. Sende Liebe zur ganzen Welt. Denke das Mantra: Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.

7. Meditation (eine Minute Gedankenstopp. Eine Minute entspannt in der Meditation verweilen.)

8. Gehe voller Liebe durch den Tag. Was ist heute deine Tat der Liebe?

67. Kamadeva-Vidyadhara. Kama bedeutet weltlicher Genuss. Du kannst Wunder tun. Wunderkräfte (Siddhis) beruhen auf dem Energiegespür und der Fähigkeit zur Energielenkung (Bewusstseinslenkung). Die wichtigsten übersinnlichen Fähigkeiten sind Heilen, Hellsehen und Energieübertragung. Ein Kamadeva besitzt auch die Fähigkeit der Wunscherfüllung. Welche Wünsche hast du? Sei dir deiner weltlichen Wünsche bewusst. Überlege dir, wie du sie erreichen kannst. Notfalls bitte die erleuchteten Meister (Buddhas und Bodhisattvas, deine innere Weisheit) um die Erfüllung deiner Wünsche. Der buddhistische Weg ist es grundsätzlich die Dinge so anzunehmen, wie sie sind und alle Wünsche loszulassen. Das ist der Weg im Nichtstun (Wu Wei) und im erleuchteten Sein zu leben. Aber manchmal ist es auch gut sich seine Wünsche zu erfüllen. Und insbesondere anderen Menschen die Wünsche zu erfüllen. Du kannst für alles beten. Aber dann musst du auch damit umgehen, wenn dir deine Wünsche erfüllt werden. Überlege dir also gut, was du dir wünscht. Bedenke die langfristigen Folgen. Wunscherfüllung. Gelingen.

Die drei Wünsche

Was würdest du dir wünschen, wenn du drei Wünsche frei hättest? Dorje war ein armer tibetischer Bauer. Er lebte mit seiner Frau Pemala ein einfaches Leben auf dem Land. Er hatte eine kleine Hütte, einige Yaks (Schafe) und ein steiniges Weizenfeld. Er lebte in der schönen tibetischen Gebirgslandschaft, aber seine Frau war leider sehr streitsüchtig. Sie hatte immer etwas an ihm zu kritisieren. Er dagegen war sehr faul und konnte sich kaum aufraffen, das notwendige Geld zum Leben zu verdienen. So machten sie sich beide gegenseitig das Leben schwer.

Andererseits war Dorje sehr gläubig. Er glaubte an Buddha und die vielen Gottheiten, die es im tibetischen Buddhismus gibt. Jeden Tag betete er vor seinem Hausaltar zur Göttin Tara. Eines Tages wurden seine Gebete belohnt. In einer Vision erschien ihm die Göttin Tara. Sie erklärte ihm, dass er drei Wünsche frei hätte.

Aufgeregt rannte er zu seiner Frau und berichtete ihr von dem glücklichen Ereignis. Aber Pemala glaubte nicht an die Vision und lachte ihn aus: „Dann wünsche dir doch eine schönere Nase.“ In der Tat hatte Dorje eine sehr dicke und hässliche Nase. Die Menschen im Dorf nannten ihn deshalb Kartoffelnase, weil seine Nase wie eine dicke Kartoffel aussah. Pemala litt sehr unter dem hässlichen Aussehen ihres Mannes. Sie wünschte sich einen schönen Mann. Insofern war dieser Wunsch durchaus berechtigt.

Aber Dorje war darüber sehr beleidigt. Sie hatte seinen wunden Punkt getroffen. Wütend entgegnete er: „Ich wünsche, dass du auch so eine dicke und hässliche Nase wie ich hast. Dann kannst du nachempfinden, wie es mir mit meiner Kartoffelnase ergeht!“ Und tatsächlich wuchs Pemala sofort eine Kartoffelnase. Darüber war sie vollständig entsetzt. Sie hätte sich jetzt freuen können, dass ihr Mann Dorje tatsächlich Wünsche erfüllen könnte. Sie hätte den Segen in der Situation erkennen können. So hätte sie jetzt sich mit klarem Verstand zwei wirklich gute Wünsche überlegen können. Sie hätte sich viel Geld, andauernde Gesundheit oder ein Kind wünschen können. Danach sehnte sie sich eigentlich schon lange. Dorje hätte sich die Erleuchtung wünschen können oder wenigstens, dass seine Frau in Zukunft immer glücklich ist.

Stattdessen fixierte sich Pemala nur auf ihre Kartoffelnase und befahl ihrem Mann: „Wünsche sofort meine Nase weg.“ Da Dorje etwas dumm und gewohnt war, seiner Frau auf das Wort zu folgen, erfüllte er ihr sofort ihren Wunsch. Jetzt hatte sie gar keine Nase mehr, was ihr auch nicht gefiel. Statt einer Nase war ein großes Loch in ihrem Kopf. Darüber war sie noch mehr entsetzt als über ihre Kartoffelnase. Sie verlangte von ihrem Mann: „Ich möchte wieder normal wie vorher aussehen.“ Auch diesen Wunsch erfüllte ihr Dorje. Doch leider waren jetzt alle drei Wünsche verbraucht und seine jahrelange Gebetspraxis war vergebens.

Oder war sie doch nicht vergebens? Dieses ist ein tibetisches Märchen. Vielleicht hat es einen tieferen Hintergrund? Die dicke Nase können wir als die Technik der Meditation auf die Nase begreifen. In der Nase verbinden sich wichtige Energiekanäle. Durch die Konzentration auf die Nase können diese Energiekanäle geöffnet werden. Die Erleuchtungsenergie kann sich entwickeln, wenn er oft genug auf seine Nase meditiert.

Tatsächlich gibt es im Buddhismus die Atembetrachtung. Man meditiert dabei auf den Atem in der Nase oder im Bauch. Im indischen Yoga gibt es die Wechselatmung, bei der man abwechselnd das linke und das rechte Nasenloch zudrückt. Dadurch wird der rechte und der linke Energiekanal im Körper (Idala und Pingala) aktiviert, was zur Erweckung der Kundalini-Energie führen kann.

Wenn man dank einer Atemmeditation voller spiritueller Energie ist, dann spürt man Frieden und Glück in sich. Jetzt fehlt zur Erleuchtung nur noch das Bewusstsein der Leerheit. Man muss sein Ego überwinden, sich selbst und alle Dinge als leer erkennen. Nichts hat eine eigene Identität. Man ist Einheitsbewusstsein, Ichlosigkeit, Ruhe und Glück. Man ist Licht und sieht das Licht in allem. Das geschieht durch die Erkenntnis der Leerheit aller Dinge, die im tibetischen Buddhismus viel geübt wird. Erst visualisiert man sich als Buddha oder als Göttin und erweckt dadurch die Erleuchtungsenergie in sich. Und dann bringt man seinen Geist völlig zur Ruhe, löst alle Anhaftungen auf, erkennt alles als leer und tritt in die Egolosigkeit ein.

In der dritten Stufe strebt man dann danach wieder völlig normal zu werden. Man verhält sich als Erleuchteter völlig normal. Man ist innerlich glücklich, ohne Ego, aber äußerlich normal. Man bleibt auch als Erleuchteter bescheiden und demütig. Man tritt nicht als großer erleuchteter Meister auf. Man bleibt unauffällig und vermeidet dadurch den spirituellen Stolz, der einen an der weiteren spirituellen Entwicklung hindern kann. Im Buddhismus heißt es deshalb: „Vor der Erleuchtung Holz hacken und Wasser tragen. Nach der Erleuchtung Holz hacken und Wasser tragen.“

Dorje und seine Frau Pemala haben in Wirklichkeit die drei Stufen der Erleuchtung durchlaufen. Sie wurden von der Göttin Tara mit der Erleuchtung gesegnet. Ihr langjähriger spiritueller Weg wurde von Erfolg gekrönt. Sie habe durch eine Atemmeditation ihre Erleuchtungsenergie aktiviert. Dann haben sie ihr Ego aufgelöst. Und wurden sie wieder völlig normal. Sie lebten ein ganz normales Leben, nur ohne Ego, dafür dauerhaft in der Liebe, im Frieden und im Glück.

68. Rupadhatu-Vidyadnara. Du bist ein Tantrameister, der über den weltlichen Genüssen steht. Du lebst im Zustand des erleuchteten Seins (Ruhe, Einheitsbewusstsein und Glück) und der Wunschlosigkeit. Du bist konzentriert auf deine spirituelle Energie. Dank deiner spirituellen Techniken kannst du dich immer im Glück halten. Großes Lob. Du bleibst trotz Schwierigkeiten im inneren Gleichgewicht.

Der Blumenkönig

Es war einmal in Indien ein König, der wollte gerne als Yogi leben. Er wollte gerne sein inneres Glück verwirklichen. Er wollte gerne zur Erleuchtung gelangen, dauerhaft im Licht (in Gott) leben und nach seinem Tod ins Paradies aufsteigen. Der König wusste, dass das Ziel der spirituellen Selbstverwirklichung schwer zu erreichen ist. Er war bereit, viel spirituell zu üben.

Was er sich aber nicht zutraute, war das Alleinleben über einen langen Zeitraum. Er brauchte zum Glücklichsein eine Partnerin. Er hatte auch bereits eine Frau. Seine Königin liebte ihn, und er liebte sie. Der König konnte es nicht über das Herz bringen, sich dauerhaft oder auch nur für eine lange Zeit von ihr zu trennen.

Der König ging zu einem erleuchteten Meister und fragte ihn um Rat. Der Meister erklärte: “Für ein schnelles Wachstum ins Licht brauchst du viel Ruhe. Du musst abgeschieden leben. Aber du kannst deine Frau in die Abgeschiedenheit mitnehmen. Wenn ihr beide intensiv spirituell übt, könnt ihr gemeinsam den Weg zur Erleuchtung gehen.”

Also nahm der König seine Frau mit in seine Yogi-Hütte. Sie beteten jeden Tag zu ihrem erleuchteten Meister, damit er sie auf ihrem spirituellen Weg führte. Sie praktizierten manchmal gemeinsam und manchmal jeder für sich Yoga und Meditation. Sie sahen sich beide als Karma-Yogis, die für das Glück aller Wesen arbeiteten. Sie genossen auch ihr Leben und ihr intensives Zusammensein. Es gab viele Blumen der Freude in ihrem Leben. Man nannte sie deshalb den Blumenkönig und die Blumenkönigin.

69. Vidyadhara-Meister. Du bist ein Meister des Lebens. Großes Lob. Du verbindest klug äußeres Leben und innere Spiritualität. Das gibt dir die Möglichkeit in allen Situationen spirituell zu wachsen. Du musst dich nur immer in der Spiritualität zentrieren. Das gelingt durch ein tägliches Ritual, durch die tägliche Meditation und durch die beständige Achtsamkeit auf die Gedanken. Vidyadhara(s) (‚Weisheits-Halter‘) sind Wesen mit magischen Kräften. Sie werden als Halbgötter eingestuft. Die Quelle aller magischen Fähigkeiten ist das Energiegespür. Wenn du die spirituelle Energie spüren kannst, dann kannst du deinen Mitmenschen spirituell gut helfen. Du bist durch dein Bewusstsein mit ihnen auf einer höheren Ebene verbunden. Und du kannst dir selbst spirituell gut helfen, weil du deine inneren Energien lenken kannst. Falls du die spirituelle Energie nicht spüren kannst, genügt es auf deine Gefühle zu achten.

Shantideva

Shantideva war ein buddhistischer Yogi, der um 800 nach Christus in Indien lebte. Zuerst lebte er als Mönch in einem Kloster. Dabei praktizierte er hauptsächlich das große Nichtstun. Er reinigte sich von seinen inneren Verspannungen im Schwerpunkt durch den Weg der Ruhe. Er verbrachte seine Zeit vorwiegend mit Essen, Schlafen und Spazierengehen. Von seinen Mitmönchen bekam er den Spitznamen „Bhusuku“ (der Faulpelz). Er nahm sich deshalb vor seine Selbstdisziplin zu trainieren und wurde Soldat bei der königlichen Palastwache. Nach zwölf Jahren hatte er so viel Selbstdisziplin erworben, dass er sich zutraute als Yogi zu leben. Er zog in eine einsame Höhle in den Bergen und übte viele Jahre disziliniert nach einem guten spirituellen Tagesplan. Eines Tages gelang ihm der Durchbruch ins Licht. Ab jetzt nannte er sich Shantideva (Gott des Friedens).

Von nun an praktizierte er den mittleren spirituellen Weg, auf dem auch etwas Genuß erlaubt ist. Sein Weg des Genusses war es manchmal etwas Fleisch zu essen. Yogis sind normalerweise Vegetarier. Ein Besucher warf ihm deshalb seinen Fleischgenuß vor. Shantideva erklärte daraufhin, dass sogar Buddha Fleisch gegessen habe, wenn er bei anderen Menschen eingeladen war. Er brauche etwas Fleischverzehr für sein inneres Gleichgewicht. Fleisch sei für ihn ein Symbol der Lebensfreude. Manche Yogis trinken jeden Tag etwas Wein. Manche Frauen brauchen jeden Tag etwas Schokolade. Was brauchst du?

70. Die Grüne Tara. Ein Meditations-Buddha der Liebe. Bewege segnend eine Hand und sende allen Wesen Licht. Denke dabei: „Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“ Was ist heute deine Tat der Liebe? Überwinde dein Ego. Denke nicht nur an dein eigenes Glück. Gelingen auf dem Weg der Liebe. Du bekommst Hilfe. „Om grüne Tara. Om alle Buddhas und Bodhisattvas. Om innere Weisheit. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg.“

Die fünf großen Fragen

1. Gibt es die Erleuchtung? Diese Frage kann eindeutig mit Ja beantwortet werden. Viele Menschen haben die Erleuchtung erfahren. Viele Menschen bezeugen, dass es die Erleuchtung gibt. Erleuchtung ist der tiefere Sinn des Lebens. Erleuchtung ist innerer Frieden, umfassende Liebe, große Kraft und unermeßliches Glück. Erleuchtung ist unermesslich. Es ist besser erleuchtet als nichterleuchtet zu sein.

2. Gibt es einen Weg zur Erleuchtung? Buddha beschreibt einen Weg. Der Yogaweise Patanjali zeigt einen Weg. Jesus lehrt einen Weg. Es gibt viele Wege zur Erleuchtung. Viele Menschen sind konsequent einen dieser Wege gegangen und haben ihr Ziel erreicht. Unterschiedlich ist nur die Dauer des Weges und die Art des Übens. Grundsätzlich ist es am besten, den Weg des spirituellen Übens (Yoga, Meditation, Gehen) mit dem Weg der umfassenden Liebe (Gutes tun, allen Licht senden) und der täglichen Verbindung mit einem erleuchteten Meister zu kombinieren. Das ist der sicherste Weg ins Licht. Ohne einen erleuchteten Meister können wir uns auf dem spirituellen Weg verlaufen. Ohne spirituelle Übungen entsteht keine innere Reinigung. Und ohne umfassende Liebe kommen wir nicht in ein Einheitsbewusstsein.

3. Gibt es ein Leben nach dem Tod? In allen Religionen der Welt geht man davon aus, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Viele Menschen sind mit ihrer Seele ins Jenseits gereist und haben dort ihre verstorbenen Verwandten getroffen. Hellsichtige können ins Jenseits blicken. Viele Menschen haben Nahtoderfahrungen gemacht. Sie sind nach einem Unfall, einer Meditation oder einer Operation mit ihrer Seele aus dem Körper ausgetreten und ins Jenseits gereist. Sie haben dort eine Dimension des Lichts und ein Paradies kennengelernt. Sie sind auf verstorbene Verwandte und erleuchtete Wesen getroffen, die ihnen im Jenseits geholfen haben. Atheisten behaupten, dass es sich hierbei nur um Phantasien handelt. Diese Ansicht kann dadurch widerlegt werden, dass viele Menschen nach ihrem Austritt aus dem Körper die Welt von oben betrachtet haben. Sie berichten im Nachhinein nachprüfbar von Dingen, die sie wegen ihrer Bewusstlosigkeit nicht sehen konnten. Bei Pam Reynolds waren während ihrer Gehirnoperation die Augen verbunden und die Ohren verstöpselt. Sie war bewusstlos. Gehirnwellen wurden nicht gemessen. Ihr Gehirn war jedenfalls in der für das Denken zuständigen Großhirnrinde nicht aktiv. Und trotzdem sah sie in dieser Zeit von Oben als Seele das Geschehen während der Operation und konnte später nachprüfbar darüber berichten. Es gibt viele Indizien für ein Leben nach dem Tod.

4. Gibt es erleuchtete Meister die uns auf dem spirituellen Weg helfen können? Ja. Ein Erleuchteter lebt in einer höheren Dimension aus Energie und kann durch diese Energie handeln. Vollständig erleuchtete Menschen besitzen die Fähigkeiten der Allgegenwart, der Allwissenheit (Vergangenheit und Zukunft) und der Allmacht (sie können überall helfen). Erleuchtete Meister können uns Kraft, Frieden, Wissen, Liebe und Licht schicken. Sie können uns Erleuchtungsenergie übertragen und Energieblockaden auflösen.

5. Was ist dein Weg? Deinen Weg musst du selbst herausfinden.

71. Der Weg der Liebe. Die erste Bodhisattva-Stufe. Du hast beschlossen als Bodhisattva zu leben. Der Segen der tibetischen Meister ist dir gewiss. Dein Weg wird gelingen. Wer als Bodhisattva lebt, wird ewig von den Buddhas und Bodhisattvas beschützt. Praktiziere die Metta-Meditation. Die traditionellen Metta-Sätze lauten: „Möge ich glücklich sein. Möge ich mich sicher und geborgen fühlen. Möge ich gesund sein. Möge ich unbeschwert leben. Mögen alle Wesen glücklich sein. Mögen sich alle Wesen sicher und geborgen fühlen. Mögen sie gesund sein. Mögen sie unbeschwert leben.“ Was ist heute deine Tat der Liebe, der Freude oder des Mitgefühls in Bezug auf dich oder einem Mitmenschen? Tue dir oder einem anderen Menschen etwas Gutes. Sorge gut für dich und deine Mitmenschen (Freunde, Partner, Familie). Gelingen auf dem Weg der Liebe.

Wie erhalten wir gute Beziehungen?
 
Eine gute Beziehung zu führen, ist eine große Kunst. Grundsätzlich gelingt es nur mit dem positiven Denken. Der Paartherapeut Gottman hat herausgefunden, dass sich gute von schlechten Beziehungen im Wesentlichen durch die gemeinsame Fähigkeit zum positiven Denken unterscheiden. Wenn wir glückliche Beziehungen haben möchten, müssen wir gemeinsam das positive Denken lernen. Wir sollten uns in positiven Werten verankern und konsequent ein positives Verhalten trainieren. Die grundlegenden positiven Werte im Buddhismus sind Frieden, Liebe, Mitgefühl und Mitfreude. Sie gelten auch für Beziehungen. Grundsätzlich sollte man zuerst in sich selbst Glück und Frieden erzeugen. Und dann kann man es auch in seine Beziehung ausstrahlen.

Zwischen zwei Dörfern in Tibet herrschte Krieg. Ein alter Lama beschloss Frieden zwischen den Menschen zu stiften. Er wanderte zu den abgelegenen Dörfern und setze sich auf den schmalen Gebirgspfad, durch den die beiden Dörfer verbunden waren. Wenn die Männer der Dörfer gegeneinander Krieg führen wollten, mussten sie an ihm vorbeireiten. Der alte Lama zündete ein kleines Feuer an und begann mitten auf dem Weg zu meditieren.

Nach kurzer Zeit sprach es sich in den beiden Dörfern herum, dass der Weg von einem verrückten alten Mann blockiert wurde. Männer beider Dörfer wurden losgeschickt, um den alten Lama vom Gebirgspfad zu vertreiben. Sie bewaffneten sich mit Schwertern und Gewehren und ritten wütend auf ihren Pferden los. Beim Lagerfeuer des alten Lamas trafen sich die beiden Gruppen der Krieger.

Der Lama bat sie sich erst einmal zu ihm zu setzen und ihm gründlich den Grund des Krieges zu erklären. So saßen alle um das Lagerfeuer herum und diskutierten. Sie konnten sich über den tieferen Grund des Krieges nicht einigen. Die Fehde zwischen den Dörfern dauerte schon viele Jahrhunderte an. Viele Männer war in dieser Zeit gestorben. Viele Frauen und Kinder waren unglücklich geworden. Aber die Ursache des Krieges war in Vergessenheit geraten. Der Hass zwischen den Dörfern jedoch war bestehen geblieben.

Der alte Lama versuchte zwischen den Kriegern zu vermitteln. Durch seine friedliche Ausstrahlung wurden sie im Laufe der Zeit immer ruhiger. Zum Schluss tranken sie alle gemeinsam Chang (tibetisches Bier) und vertrugen sich wieder. Sie beschlossen statt sich zu bekämpfen jedes Jahr ein gemeinsames Fest zu feiern.

72. Der Siddha-Yogi. Siddhis sind die übersinnlichen spirituellen Fähigkeiten. Ein Siddha-Yogi ist jemand, der besondere spirituelle Kräfte besitzt. Besondere spirituelle Kräfte hängen mit den Chakren eines Menschen zusammen. Das Herzchakra gibt uns große Liebe, das Bauchchakra große Kraft, das Stirnchakra große Klarheit und Wissen. Und das Wurzelchakra (Beckenboden) großen inneren Frieden. Auf dem spirituellen Weg entstehen zu ihrer Zeit besondere Fähigkeiten. Am besten schweigt man darüber, damit das Ego nicht groß wird. Man verwendet sie unauffällig und nur positiv. Schwarze Magie erzeugt schlechtes Karma und fällt immer auf einen selbst zurück. Welche besonderen Fähigkeiten besitzt du? Was sind deine Stärken? Setzte deine Stärken geschickt ein, und du wirst auf dem spirituellen Weg siegen. Mit deinen Stärken kannst du auch deinen Mitmenschen gut helfen. Stärken sind Weisheit (spirituelles Wissen), eine gute Intuition (Gespür), Liebe, Kraft (Selbstdisziplin, Ausdauer), Gelasseneit (innere Ruhe) und Lebensfreude (inneres Glück). Was brauchst du heute? Großes Gelingen.

Pali-Kanon: „«Der Erhabene, Heilige, Vollerwachte hat zehn vertrauenerweckende Eigenschaften gelehrt:

  1. Sittenreinheit, Strenge bei der Erfüllung der Ordenspflichten, tadelloses Benehmen, Scheu vor der geringsten Verfehlung, Befolgung der Lebensregeln;
  2. genaue Kenntnis der Lehren, die am Anfang, in der Mitte und am Ende gut sind, nach Sinn und Wortlaut, der Lehren, die einen ganz reinen Lebenswandel preisen;
  3. Genügsamkeit in Bezug auf Gewand, Almosenschale, Lagerstätte und Arznei für Krankheitsfälle;
  4. die Fähigkeit, nach Belieben und ohne Schwierigkeit die vier Stufen der Versenkung zu erreichen, die auf Geistesklarheit beruhen und in diesem Leben glückliche Zustände herbeiführen;
  5. die Fähigkeit, verschiedene Wunderkräfte auszuüben;
  6. himmlisches oder übersinnliches Gehör;
  7. die Fähigkeit des Gedankenlesens;
  8. die Erinnerung an frühere Daseinsformen;
  9. räumliches und zeitliches Hellsehen, vermöge dessen das vergangene und das zukünftige Geschick der Wesen erkannt wird;
  10. Freisein von Anwandlungen und damit Befreiung des Geistes durch Weisheit schon in diesem Leben.»“

73. Initiation der juwelenbesetzten Krone. Dir wird der Kopfknoten Buddhas verliehen. Auf deinem Kopf bildet sich die Erleuchtungsflamme. Im Christentum spricht man vom Pfingstwunder. Auf den Köpfen der Jünger zeigten sich Feuerzungen, nachdem der Heilige Geist in sie gefahren war. Sie waren fähig in Zungen zu reden, dass heißt die Lehre so weiterzugeben, dass alle Menschen sie verstehen konnten. Wenn die Kundalini-Energie vom Himmel in den Menschen herab fließt, dann wird er mit großem inneren Glück gesegnet. Er kann das spirituelle Wissen erfolgreich an seine Mitmenschen weitergeben. Die Flamme auf dem Kopf Buddhas zeigt, dass er den Weg des Kundalini-Yoga vollendet hat. Großes Lob. Du meisterst erfolgreich deinen spirituellen Weg.

Der alte Weber überwindet seine Langeweile

In Indien lebte einmal ein alter Mann, der hieß Tantipa. Von Beruf war er ein Weber gewesen. Er hatte viele schöne Teppiche und Tücher in seinem Leben gewebt. Aber jetzt im Alter waren seine Hände steif geworden. Er konnte seinen Beruf nicht mehr ausüben. Ihm fehlte jetzt eine Aufgabe.

Tantipa saß einsam in seiner Hütte. Seine Frau war vor einigen Jahren gestorben. Sein Beruf und seine Frau waren sein Lebenssinn gewesen. Er hatte zwar Kinder, aber die Kinder gingen ihre eigenen Wege und wollten nichts mehr von ihm wissen. Das Einzige, was sie für ihren alten Vater taten, war, ihm jeden Tag etwas zu essen zu bringen. Äußerlich hatte Tantipa genug zum Leben, und innerlich langweilte er sich. So lebte Tantipa viele Jahre traurig vor sich hin. Lauthals beklagte er sein grausames Schicksal.

Da kam eines Tages ein Yogi vorbei und hörte Tantipa klagen. Er sprach zu ihm: “Du bist ein Dummkopf. Du siehst den großen Schatz in deinem Leben nicht. Du könntest gut als Yogi leben und dein inneres Glück entwickeln. Durch deine täglichen Yoga-Übungen könntest du ein sinnerfülltes Alter erhalten. Statt die große Chance zu nutzen, die dir ein gütiges Schicksal gegeben hat, verbringst du deine Tage damit zu jammern und dein Leid immer weiter zu vergrößern.”

Tantipa wußte, dass es das innere Glück gibt. Das Lebensideal des Hinduismus besteht darin, in der Jugend fleißig zu lernen, als Erwachsener einen guten Beruf zu ergreifen, eine Familie zu gründen, und am Ende seines Lebens als Yogi zur Erleuchtung zu gelangen. Tantipa begriff, dass der Yogi recht hatte. Er fragte den Yogi nach den zu ihm passenden Übungen, entwickelte einen guten Tagesplan und begann sofort mit einer intensiven spirituellen Praxis.

In seinem Beruf als Weber war Tantipa sehr fleißig gewesen. Er hatte sein Leben lang Fleiß und Ausdauer trainiert. Diese Eigenschaften brachten ihn jetzt auf seinem Yogaweg schnell voran. Tantipa praktizierte jeden Tag fleißig Lesen, Gehen, Gedankenarbeit, Yoga und Meditation. Und er erreichte nach zwölf Jahren die Erleuchtung. Alle inneren Verspannungen lösten sich auf, und seine Kundalini-Energie begann zu fließen. In ihm und um ihn herum war eine starke Erleuchtungsenergie. Auf seinem Kopf bildete sich die Energiekrone Buddhas. Sein Körper war voller Kraft und sein Geist voller Glück. Er strahlte Liebe und Licht aus. Alle Leute kamen, um ihn zu sehen, seine Weisheit zu hören. Er hatte nie mehr Langeweile.

74. Vajra-Initiation. Übertragung der Kundalini-Energie (der inneren Kraft). Du kannst jetzt erfolgreich den Kundalini-Yoga praktizieren. Spüre deine innere Energie. Mache Yoga. Gehe spazieren. Aktiviere deine Chakren. Meditiere auf eine Gottheit oder einen Buddha. Welchen der fünf Meditations-Buddhas brauchst du heute? Einen Buddha der Liebe, des Glücks (Einheitsbewusstsein, in Gott leben, ein Teil des Lebens sein, Raumbewusstsein), der Weisheit, der Kraft oder des Gleichmuts. Die jeweilige Handhaltung erweckt die entsprechenden Chakren. Welcher Satz hilft dir in die entsprechende Eigenschaft zu kommen? Komme in die Liebe, die Kraft, den Frieden und das Glück. Was ist heute dein Weg? Mit Kraft voran. Sieh dich als Sieger. Was ist dein Ziel? Was ist dein Weg? Gelingen.

König Janaka

Vor vielen tausend Jahren lebte in Indien der weise König Janaka. Er wollte gerne wissen, wie es ist, erleuchtet zu sein. Doch keiner seiner Berater konnte ihm weiterhelfen. Ein kleiner Junge berichtete dem König von einem alten Yogi, der abgeschieden in einer Höhle in den Bergen lebte. Oft würden Menschen zu seiner Höhle pilgern und ihn um seinen Segen oder um einen Rat in einer schwierigen Lebenssituation bitten. Sie kämen immer sehr glücklich zurück.

Der König machte sich sofort auf den Weg zu dem Einsiedler. Der Alte empfing den König freundlich. Der König war ungeduldig und wollte sofort wissen, was die Erleuchtung ist. Der alte Yogi sprach zu ihm: “Komm erst einmal zur Ruhe. Setz dich zu meinen Füßen. Mache dich innerlich leer.” Dann legte er dem König seine Hand auf den Kopf und übertrug ihm seine Erleuchtungsenergie.

Der König spürte Frieden, Glück und Liebe in sich. Jetzt wollte er wissen, wie er immer in diesem glücklichen Zustand bleiben könnte. Der alte Yogi sprach: “Pflege jeden Tag dein Erleuchtungsbewusstsein. Verbeuge dich vor dem Willen des Kosmos. Nimm alles Leid an. Übergib alle deine Sorgen dem Leben . Bete jeden Tag zu einem erleuchteten Meistern deiner Wahl und lebe im Schwerpunkt als Diener aller Wesen. Vergiss dich selbst und konzentriere dich auf das spirituelle Wohl deiner Mitmenschen.”

Das tat der König. Er verweilte beständig im erleuchteten Sein und wirkte aus seiner Ruhe heraus für das Glück seines Landes. Er wurde zum Symbol eines erleuchteten Meisters, der in der Welt lebt, umgeben von seinen Freunden, und der trotzdem immer in seinem Erleuchtungsbewusstsein bleibt. Man kann auch bei einem Leben in der Welt im Licht bleiben, wenn man in der Ruhe lebt und im Schwerpunkt aus der Liebe heraus für das Glück aller Wesen handelt.

75. Initiation der Glocke. Übertragung der Weisheit. Du kannst zwischen Weisheit und Unweisheit unterscheiden. Erkenne deine Fehler und arbeite daran. Wirke nicht aus dem Ego, sondern aus dem Licht heraus. Ein spiritueller Mensch muss insbesondere auf die acht Fehler Stolz, Neid, Habgier, Angst, Sucht, Wut, Trägheit und Unklarheit achten. Was sind deine Schwächen und Fehler? Erkenne sie und überwinde sie. Gelingen.

Die verrückte Erleuchtete

Mekoma war mit ihrem Leben sehr unzufrieden. Sie war sehr arm. Sie hatte einen Mann, der Alkoholiker war. Sie hatte sieben Kinder, die immer Hunger hatten. Und sie persönlich fühlte sich verbraucht, ungeliebt und abgearbeitet. Eines Tages kam ein Bettelmönch vorbei und bat um etwas Essen. In ihrem Land war es üblich Mönchen etwas zu essen zu geben, um ein gutes Karma zu erhalten. Mekoma wünschte sich sehr ein besseres Leben. Sie erklärte dem Mönch, dass das in diesem Leben wohl kaum möglich sei, aber sie hoffe auf ein besseres nächstes Leben. Der Mönch sprach zu ihr: „Warum willst du auf das nächste Leben warten. Ich kann dir einen Weg zeigen, wie du noch in diesem Leben glücklich wirst.“ 

Daran war Mekoma sehr interessiert. Der Mönch weihte sie in den geheimen Weg der Mahamudra (des großen Siegels) ein und übertrug ihr die dazu notwendige spirituelle Energie. Als Aufgabe gab er ihr die Meditation auf Freude und Leid. Sie sollte sich jeden Tag an das Leid in ihrem Leben erinnern und darauf meditieren. Wenn sie richtig darauf meditiert, dann öffnet sich dabei das Wurzelchakra und man erlangt Gleichmut und inneren Frieden.

In einem zweiten Schritt sollte sich Mekoma dann auf die Freude konzentrieren, an alles Schöne in ihrem Leben denken und so ihr Herzchakra öffnen. Sie sollte ein Mantra denken wie zum Beispiel „Das Leben macht mich glücklich.“ Mit jedem Gedanken an etwas Schöne würde sich ihr Körper immer mehr mit Glücksenergie füllen. Diese Glücksenergie sollte sie dann an alle ihre Mitmenschen geistig weitersenden zum Beispiel mit dem Mantra: „Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“

In einem dritten Schritt sollte Mekoma dann alle Gedanken loslassen und einfach nur in ihrem Glück verweilen. Sie sollte letztlich dadurch ihr Ego übersteigen, in ein Einheitsbewusstsein kommen, alle äußeren Erscheinungen als leer erkennen und als erleuchtete Frau im Nirwana (in einem Reinen Land Bewusstsein) leben. Sie sollte das Licht (die Glücksenergie, die Energie der Erleuchtung) in allem erkennen und alle Erscheinungen des Lebens für ihren spirituellen Weg nutzen.

Mekoma war eine starke Frau. Sie praktizierte beständig ihre Übungen. Da Mekoma Tag und Nacht ihre Übungen praktizierte, erreichte sie bereits nach kurzer Zeit die Erleuchtung. Grundsätzlich hat ein Mensch nach der Erleuchtung die Eigenschaften, die er vor der Erleuchtung hatte. Nur verstärken sie sich durch seine große Energie noch. Und der Erleuchtete finde sich genau richtig so wie er ist, weil er alles so richtig findet wie es ist. Mekoma war vor der Erleuchtung etwas jähzornig und herrisch gewesen. Jetzt pöbelte sie wie ein altes Marktweib beständig ihre Mitmenschen an. Sie beleidigte jeden und jede. Und hatte Spaß daran. Ihr Meister hatte vergessen Mekoma die Arbeit an den negativen Eigenschaften zu zeigen. Vielen Menschen gefiel das nicht. Aber einige Menschen glaubten an ihre Erleuchtung, spürten ihre starke Energie und sahen sie als verrückte Heilige an. Sie übernahmen das Gute und grenzten sich vom Schlechten ab. Wenn man sich in seiner eigenen Weisheit verankert, kann man auch von schlechten Meistern viel lernen.

76. Ratnasambhava, der Meditationsbuddha der Fülle. Der Herr der Juwelen. In der linken Hand hält er seinen großen Schatz (einen Beutel mit Geld) und mit der rechten Hand gibt er seine Fülle an seine Mitmenschen weiter. Seine Farbe ist gelb (golden) und sein Reittier das Pferde (viele Pferde, äußerer und innerer Reichtum). Er entspricht der Göttin Lakshmi im Hinduismus. Was ist die Fülle in deinem Leben? Werde dir des inneren und äußeren Reichtums in deinem Leben bewusst. Sei dankbar. Zähle fünf Punkte der Dankbarkeit auf. Gib deine Fülle an deine Mitmenschen weiter. Großes Glück.

Die Prinzessin Lakshmi

Vor etwa tausend Jahren lebte in Indien eine schöne Prinzessin. Man nannte sie Lakshmi, die Göttin des Glücks. Lakshmi war eine sanfte und liebevolle junge Frau. Gemäß der Tradition im damaligen Indien wurde sie von ihren Eltern mit dem Sohn eines befreundeten Königs verheiratet. Mit großem Gefolge reiste die Prinzessin daraufhin zu ihrem zukünftigen Ehegatten.

Als sie die Tore der Stadt erreichte, kam der Sohn des Königs gerade von der Jagd. Er war ein rauher Geselle. Er war umgeben von wilden Kriegern. Am Sattel seines Pferdes hingen getötete Tiere. Als die Prinzessin ihren Bräutigam sah, war sie entsetzt. So einen groben und unspirituellen Menschen wollte sie nicht heiraten. Sie wartete die Nacht ab, schlich sich aus dem Palast und versteckte sich in einer Höhle im Wald. Freundliche Menschen gaben ihr etwas zu essen.

Lakshmi hatte jetzt plötzlich viel Zeit. Vorher war sie beständig beschäftigt. Als Prinzessin musste sie alle heiligen Texte auswendig lernen, täglich religiöse Rituale praktizieren und viele oberflächliche Feste feiern. In der abgeschiedenen Höhle im Wald war es sehr ruhig. Dank ihrer spirituellen Ausbildung wußte die Prinzessin aber, was man in einem solchen Fall tut. Man nutzt sein Leben für die spirituelle Selbstverwirklichung.

Die Prinzessin Lakshmi verbrachte ihre Zeit mit Yoga und Meditation. Sie entwickelte kreativ ihren optimalen Weg des spirituellen Übens. Nach sieben Jahren erwachte ihre Kundalini-Energie. Sie brach zur Erleuchtung durch. Sie lebte im Licht und strahlte Licht aus. Sie war jetzt zu einer echten Göttin des Glücks geworden.

Das merkten die Menschen um sie herum. Viele Frauen aus den umliegenden Dörfern kamen regelmäßig und besuchten sie. Lakshmi verbrachte ihr Leben glücklich in Gott und im großen Geben. Und auch hierbei war sie sehr kreativ. Sie fand für jeden ihrer Besucher kreativ einen Weg, wie sie ihm am besten spirituell helfen konnte.

Dem Prinzen war klar, dass sie vor der Hochzeit mit ihm geflüchtet war. Er erklärte die Prinzessin für verrückt und heiratete eine andere Frau. Mit ihr konnte er sein weltliches Leben gut fortsetzen. Sie war genauso wie er und glaubte an das große Glück durch die weltlichen Genüsse. Insofern war es auch für den Prinzen glücklich, dass aus der Hochzeit mit Lakshmi nichts wurde. Mit seiner neuen Frau konnte er den Weg gehen, der für ihn richtig war. Der Prinz machte deshalb auch keinen Versuch, Lakshmi zu finden.

Eines Tages verirrte sich aber der Vater des Prinzen, der alte König, auf der Jagd in dem Wald und entdeckte Lakshmi in ihrer Höhle. Er erkannte sofort, dass sie zur Erleuchtung gelangt war. Er beugte sich vor ihr nieder und bat sie um eine Belehrung. Lakshmi sprach: “Das Leben in der Welt ist überwiegend Leid. Dauerhaft glücklich ist nur der Erleuchtete.”

77. Sukhavati, das Paradies von Buddha Amitabha. Erkenne deine Welt als Paradies. Verbinde dich mit Buddha Amitabha im Himmel (in der Sonne) und denke seinen Namen so lange als Mantra, bis seine Energie spürbar in dich hinein fließt und du selbst zu Buddha Amitabha wirst. Dann sende allen Wesen Licht und denke das Mantra: „Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“ Buddha Amitabha wird dich beschützen und auf deinem Weg führen. Alles wird gut. Großer Segen.

Die alte Mutter bekommt den Segen von Amitabha

Kangyur Ripoches Mutter war eine einfache, herzensgute Frau. Mit den komplizierten Techniken des tibetischen Buddhismus konnte sie nicht viel anfangen. Sie betete einfach nur jeden Morgen und jeden Abend zu Buddha Amitabha. Sie sprach seinen Namen als Mantra und wünschte nach ihrem Tod in seinem Paradies (dem Reinen Land Sukhavati) wiedergeboren zu werden.

Als sie merkte, dass sie bald sterben würde, brachte ihr Sohn sie in eine Berghöhle, in der schon viele erleuchtete Meister meditiert hatten. Die alte Mutter begann zu meditieren. Nach kurzer Zeit erschien ihr Buddha Amitabha in einer Vision. Zuerst war diese Vision noch unklar, aber nach einige Tagen wurde die Gestalt von Amitabha immer deutlicher. Die alte Mutter war erstaunt, dass Buddha Amitabha selbst zu so einer einfachen Frau wie ihr gekommen ist. Ihr Sohn erklärte ihr, dass Amitabha sich ihr zeigen würde, um sie nach ihrem Tod in sein Paradies zu holen. Die Vision bedeute, dass ihr Aufstieg ins Paradies sicher sei.

Doch am nächsten Tag wunderte sich die alte Mutter. Buddha Amitabha war in sie eingegangen und mit ihr verschmolzen. Sie spürte sich als eins mit Buddha Amitabha. In ihr waren Frieden, Liebe und Glück. Sie empfand ihre Welt als Paradies. Alles war lichtdurchflutet. Sie hatte bereits auf der Erde das Paradiesbewusstsein erlangt. Kangyur Rinpoche erläuterte das Geschehen: „Amitabha hat niemals außerhalb von dir existiert. Er ist deine wahre Buddha-Natur. Alles ist eins. In der Erleuchtung verschmelzen wir mit dem Bewusstsein unseres spirituellen Vorbildes.“ Nach einiger Zeit starb seine Mutter. Sie meditierte auf Buddha Amitabha und starb mit einem Lächeln im Gesicht.

Der Amitabha-Buddhismus ist der einfachste buddhistische Weg. Wir brauchen uns nur mit Buddha Amitabha geistig verbinden, seinen Namen als Mantra denken (Om Buddha Amitabha) und alles andere geschieht von alleine. Wir werden alleine durch die Kraft Amitabhas ins Licht geführt. Wir können ein normales weltliches Leben führen. Wir müssen nur unserer inneren Stimme der Wahrheit und der Liebe folgen. Wir müssen uns nur bemühen gute Menschen zu sein. Das genügt.

Die drei großen Techniken des Amitabha-Buddhismus sind es sich selbst als Buddha zu sehen, seine Welt als Paradies zu erkennen und allen Wesen Gutes zu tun (als Buddha der Liebe zu leben). Amitabha ist in meiner Sicht die Verkörperung aller erleuchteten Meister. Die erleuchteten Meister verfügen über große spirituelle Kräfte und über ein allgegenwärtiges Bewusstsein. Wenn wir uns geistig mit ihnen verbinden, können sie uns überall sehen und uns helfen. Gleichzeitig besitzen die erleuchteten Meister kein Ego mehr. Sie sind in Wirklichkeit alle eins. Sie befinden sich in einer Dimension über allen Begriffen und können dadurch mit jedem Namen angerufen werden, auch mit dem Namen Amitabha. Insofern bekommt der Name Amitabha eine große Macht, weil uns dann alle erleuchteten Meister mit ihrer Energie helfen können. Sie wirken einfach durch den Namen Amitabha. Wenn wir uns mit Amitabha verbinden, fühlt sich unser Leben geführt an. Alles folgt einem spirituellen Plan, was wir oft im Nachhinein erkennen. Es werden Wunder geschehen, die wir auch als Wunder erkennen. Wir werden auf eine geheimnisvolle Weise ins Licht geführt. Wir haben auf diesem Weg viel zu gewinnen und nichts zu verlieren. Besonders wichtig ist die Anrufung Amitabhas beim Sterben. Dann führt uns Amitabha in sein Paradies Sukhavati (das Land des Glücks).

Den Amitabha-Buddhismus gibt es als eigenständige Richtung und auch in Kombination mit dem Zen-Buddhismus und dem tibetischen Buddhismus. Sein Zentrum ist die Lehre vieler großer Meister wie Padmasambhava, Sai Baba, Anandamayi Ma und Mutter Meera. Wer den Namen eines erleuchteten Meisters denkt und dann seiner inneren Stimme folgt, wird ins Licht geführt. Auch Buddha selbst hat diesen Weg gelehrt. Als sein Schüler Mahamoggalana auf seinem Weg zur Erleuchtung ins Stocken geriet, empfahl ihm Buddha einfach den Namen seines Meisters zu denken und ihn um Hilfe zu bitten. So gelangte Mahamoggalana zur Erleuchtung.

Wikipedia: „Amitabha (Amida butsu) ist ein transzendenter Buddha, dem im gesamten ostasiatischen Raum höchste Verehrung zuteilwird. Sein Reich Sukhavati ist eines von mehreren Reinen Ländern, in das ein Mensch durch Rezitieren des Namens Amitabhas hineingeboren werden soll. Amitabha ist der Buddha der umfassenden Liebe. Er lebt in der Ruhe (Darstellung als meditierender Buddha) und arbeitet für die Erleuchtung aller Wesen (Darstellung als segnender Buddha). Seine wichtigste Erleuchtungstechnik ist die Visualisierung der umgebenden Welt als reines Land. Wer seine Welt als reines Land begreift, erweckt dadurch die Erleuchtungsenergie in sich. Nach der Amitabha-Lehre erwacht man nach dem physischen Tod im reinen Land (das Reine Land Amitabhas), wenn man seinen Namen als Mantra denkt und der Geist durch das Scheitelchakra den Körper verlässt.“

78. Der Flammende. Die vierte Bodhisattva-Stufe. Der Bodhisattva übet sich stetig in mit Weisheit verbundener Anstrengung. Er zieht sich in die Einsamkeit zurück und vertieft seine Meditation. Durch den Kundalini-Yoga entfaltet er sein inneres Feuer (seine innere Energie). Er lebt im Licht, hat Licht in sich und strahlt Licht aus. Er ist mit dem zufrieden, was gerade da ist. Es ist bescheiden und für jeden eine angenehme Gesellschaft. Durch seinen inneren Frieden und sein inneres Glück zieht er spirituell Suchende an. Praktiziere deinen spirituellen Weg. Gelange ins innere Glück. Wenn du Glück ausstrahlst, dann kannst du auch deine Mitmenschen inspirieren. Mit Optimismus voran. Gelingen.

Mahasiddhi Goraksha

Der Begründer des Hatha-Yoga ist Goraksha. Er lebte vor etwa tausend Jahren als Yogi in Indien. Sein Meister war der Fischer Matsyendra. Er ist der eigentliche Entdecker des Hatha-Yoga. Beim Fischen langweilte er sich eines Tages. Er probierte verschiedene Sitzhaltungen aus.

Dabei spürte er, dass bestimmte Haltungen ein inneres Wohlgefühl bewirkten. Er kombinierte intuitiv verschiedene Körperhaltungen miteinander und erreichte einen großen inneren Reinigungseffekt. Im Laufe der Zeit wurde sein inneres Glück immer größer, und er gelangte zur Erleuchtung.

In den Yogaschriften heißt es, dass Matsyendra den Hatha-Yoga als Fisch den Yoga-Göttern Shiva und Shakti (Parvati) bei einem Gespräch auf dem Meeresgrund abgelauscht habe. Der Fisch ist ein Symbol für den Kontakt zur eigenen intuitiven Weisheit. Matsyendra hat Shiva und Shakti in sich selbst gehört. Für uns bedeutet das, dass der Hatha-Yoga ein intuitives und kein dogmatisches spirituelles System ist. Jeder Mensch darf aus sich selbst heraus seinen eigenen optimalen Weg des Yogaübens entwickeln.

Matsyendra verließ sein Fischerdorf und ging in die Welt hinaus, um allen Menschen die wunderbare Entdeckung zu zeigen. In den Bergen traf er den jungen Kuhhirten Goraksha. Der Name Goraksha bedeutet “Beschützer der Kühe“ (Go) vor bösen Geistern (Ängsten). Die Kuh ist ein Symbol der Liebe und der Mütterlichkeit. 

Matsyendra erklärte Goraksha den Weg des Hatha-Yoga. Goraksha praktizierte intensiv und erreichte nach zwölf Jahren die Erleuchtung. Er spürte Liebe, Frieden und Glück in sich. Er beschloss, allen Menschen, die seine Lehre hören wollten, den Weg der spirituellen Selbstverwirklichung zu zeigen. Er reiste durch ganz Indien. Tausend Jahre später kam der Hatha-Yoga dann in den Westen. Jetzt können auch wir uns an den positiven Wirkungen des Hatha-Yoga erfreuen. Der Hatha-Yoga fand auch seinen Weg nach Tibet und wird auch im tibetischen Buddhismus gelehrt. Als Mahasiddhi ist Goraksha einer der 84 Meister der Mahamudra.

79. Gleichmut. Die dritte Bodhisattva-Stufe. Das besondere Gewicht der spirituellen Entwicklung liegt jetzt auf dem Gleichmut. Wir ertragen gelassen das Leid in unserem Leben. Wir fließen positiv mit dem Leben. Wir entwickeln Gleichmut, Gelassenheit und Demut. Wir sind genügsam in äußeren Dingen. Im Buddhismus ist Geduld (Gleichmut) eine kraftvolle Praxis, die bedeutet, dass wir aktiv an unserem Geist arbeiten, um sicherzustellen, dass er nicht den störenden Emotionen zum Opfer fällt. Gleichmut ist neben der Liebe, dem Mitgefühl und der Mitfreude die wichtigste Eigenschaft im Buddhismus. Sie ist die Basis der Erleuchtung. Wir haften nicht an äußeren Genüssen ab, lehnen äußeres Leid nicht ab und gehen mit Weisheit unseren spirituellen Weg. Wir leben wie ein Buddha in der Ruhe und aus der Ruhe heraus. Wo haftest du an? Was lehnst du ab? Gibt es Leid in deinem Leben? Bewahre deinen Gleichmut. Alles Äußere ist vergänglich. Das Leben ist ein Wechselspiel aus Freude und Leid. Nach dem Regen kommt die Sonne. Vorwärts mit Gleichmut, Gelassenheit und Optimismus. Gelingen. Der Bodhisattva geht mit Ausdauer und Geduld seinen Weg. So erreicht er seine Ziele. Stärke deine innere Kraft durch viel Sport, Yoga, Joggen oder Gehen. Lebe nach einem konsequenten spirituellen Tagesplan.

Die Hunde-Yogini

Es war einmal eine Frau, die wollte gerne das innere Glück verwirklichen. Sie sehnte sich danach, dauerhaft im Licht und in der umfassenden Liebe zu leben. Sie hatte ein starkes Verlangen, nach ihrem Tod ins Paradies (in eine Energiedimension des großen Glücks) aufzusteigen. Es gab nur ein Problem. Die Frau mochte nicht gerne alleine sein. Um zur Erleuchtung zu kommen, musste sie aber viele Jahre in der Abgeschiedenheit leben.

Wer schnell das innere Glück erreichen will, der braucht normalerweise viel Ruhe, einen spirituellen Tagesplan und einen Weg der umfassenden Liebe. Diese drei Dinge garantieren ein schnelles Wachstum ins Licht. Es gibt Menschen, die gleichzeitig in der Welt leben und das innere Glück verwirklichen können. Aber für manche Menschen ist ein Leben als abgeschiedener Yogi notwendig, es sei denn, sie wollen den langsamen Weg über viele Leben gehen. Und das wollte die Frau nicht. Sie wollte die Erleuchtung sofort und noch in diesem Leben.

Die Frau löste ihr Problem, indem sie sich einen Hund kaufte. Mit dem Hund zusammen zog sie in eine abgelegene Hütte im Wald. Der Hund gab ihr jeden Tag Liebe, Anregung und Lebensfreude. Durch ihren Hund konnte sie mit Gleichmut das Leid der Einsamkeit ertragen. Zweimal am Tag ging sie eine Stunde mit ihm spazieren. Wenn sie Yoga machte oder meditierte, lag der Hund friedlich neben ihr. Der Hund bewachte ihr Haus und beschützte sie vor aufdringlichen Männern. Die Menschen nannten sie die Hunde-Yogini.

80. Sittlichkeit. Die zweite Bodhisattva-Stufe. Auf dieser Stufe vervollkommnet der Bodhisattva seine Sittlichkeit. Er hält sich konsequent an die fünf Silas (spirituelle Regeln) nicht töten, nicht stehlen, nicht lügen, kein sexueller Missbrauch und kein Genuss berauschender Mittel (Alkohol, Zigaretten, Drogen). Er ersetzt diese unheilvollen Taten durch die entsprechenden heilvollen Taten Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit, Gebefreudigkeit, Treue in Beziehungen und Akese bei äußeren Genüssen. Er übt die fünf spirituellen Eigenschaften Liebe, Frieden, Weisheit, Glück und Selbstdisziplin. Er geht seinen Weg mit Weisheit. Er tut das, was im jeweiligen Moment richtig ist. Manchmal ist es richtig auch das äußere Leben zu genießen. Buddha lehrte insgesamt einen mittleren Weg jenseits aller Extreme. Heute ist etwas Genuss erlaubt. Mache dir dein Leben schön. Genieße deinen Tag. Freue dich am Leben.

Thich Nhat Hanh umarmt die Welt

Als Thich Nhat Hanh 1966 aus Vietnam in den Westen kam, traf er in den USA eine Frau, die ihn beim Abschied umarmen wollte. Sie fragte ihn, ob es in Ordnung sei ihn als Mönch zu umarmen. Nun gibt es bei den Mönchen teilweise strenge Vorschriften. Man darf eine Frau weder ansehen noch berühren. Im Gegenteil soll man als Mann einen großen Bogen um Frauen machen und jeden Kontakt vermeiden. Das war der Weg Buddhas, bis ihn Ananda davon überzeugte einen Frauenorden zu gründen. Da kamen dann die Frauen in die Welt des Buddhismus.

Das Verhältnis von Frauen und Männern blieb aber lange Zeit kompliziert. Es gab die verrücktesten Theorien im Buddhismus. Dort hieß es zum Beispiel, dass Frauen nicht zur Erleuchtung kommen können. Sie müssen sich erst als Mann inkarnieren. In Thailand dürfen die Nonnen nur niedrige Dienste im Kloster annehmen. Sie müssen sich den Männern unterordnen. Im tibetischen Buddhismus gibt es intensive Bemühungen um einen Gleichberechtigung der Frauen. Aber der Weg ist noch weit.

Es war also ein heikler Wunsch der Frau Thich Nhat Hanh zu umarmen. Thich Nhat Hanh überlegte kurz. Er sah sich als undogmatischen Zen-Meister und meinte: „Warum nicht?“ Dann umarmten sich beide. Dabei stellte Thich Nhat Hanh jedoch fest, das er noch sehr steif beim Umarmen war. In Vietnam ist es nicht üblich, dass Mönche umarmt werden. Er erkannte, dass er nicht gut beim Umarmen war. Er war sehr gehemmt. Deshalb entwickelte er die Umarmungs-Meditation. Wo ein Zen-Meister ein Problem erkennt, findet er eine Lösung.

Er dachte an die buddhistische Teezeremonie. Dabei versucht man ganz im gegenwärtigen Moment zu bleiben, sehr achtsam den Tee zuzubereiten, darzureichen, auszuschenken, zu trinken und zu genießen. Man versucht dem Tee und allen beteiligten Personen gerecht zu werden. Man versucht den Tee und den gegenwärtigen Moment zu ehren. Thich Nhat Hanh überlegte sich deshalb, was eine wahrhafte Umarmung ist. In einer wahrhaften Umarmung nimmt man den Mitmenschen wirklich wahr. Man läßt ihn spüren, dass man ihn wirklich mag.

81. Glocke und Vajra. Auf der fünften Tantrastufe empfängt der Yogi die beiden Ritualgegenstände eines Lamas (Gurus, spirituellen Lehrers). Er wird ermächtigt als spiritueller Lehrer (Lama, Guru) zu arbeiten. Der Vajra verkörpert den Kundalini-Yoga (das System der inneren Energiekanäle, Chakren-Meditation, Tummo-Yoga, Lichtmeditation). Mit der Glocke bringt der Yogi seine innere Energie in Schwung. Motiviere dich jeden Tag mit der Glocke zum spirituellen Üben. Alternativ kannst du auch ein kleines Ritual vor deinem Altar abhalten. Du kannst dich vor Buddha verbeugen und seinen Namen als Mantra denken. Oder jeden Tag eine kurze Zufluchtsformel sprechen: „Ich nehme Zuflucht zu Buddha, zum Dharma (spirituellen Weg) und zur Sangha (spirituellen Gemeinschaft).“ Praktiziere den inneren Yoga der Windenergien auf deine Art. Erwecke dein inneres Glück. Gelange ins Licht. Lebe im Licht und strahle Licht aus. Ein spiritueller Lehrer wirkt am besten durch seine Ausstrahlung, seine Energie und sein Vorbild. Alles andere ergibt sich spontan aus der Situation. Kreativ voran. Dein Weg ist gesegnet. Großes Gelingen.

Dalai Lama, (Gesang der inneren Erfahrung, Zwölftes Kapitel: Vajrayana, das geheime Mahayana): „Die höchsten Tantras lehren Meditationen, durch die die vitalen Windenergien des Körpers unter Kontrolle gebracht und in den zentralen Energiekanal geführt werden. Diese Energien werden dann in den feinstofflichen Energiezentren des Körpers konzentriert, mit dem Ziel die feinen Knoten, die den freien Fluss der Windenergien behindern, zu lösen. Wenn die Windenergien rein und subtil sind, dann wird das Bewusstsein entsprechend beeinflusst. Indem wir die körperlichen Energien umwandeln, ändern wir den Bewusstseinszustand. Wenn man diese Meditation einen einzigen Tag durchführt, übersteigt der sich daraus ergebende Nutzen den einer jahrelangen gewöhnlichen Meditation. Im höchsten Yogatantra entwickelt man ein subtiles Bewusstsein, den Geist des klaren Lichtes. Wir richten das dadurch hervorgebrachte Bewusstsein auf die Erkenntnis der Soheit. Mit dem Bewusstsein des Klaren Lichtes als Grundlage kann die Buddhaschaft in einem Leben erlangt werden.“

Die Essenz aller spirituellen Wege

Atisha war ein berühmter indischer Gelehrter und Yogi. Er lebte im 11. Jahrhundert in Indien und hatte fast alle Religionen, Philosophien und spirituellen Lehrsysteme seiner Zeit studiert. Seine Hauptlehre war der Weg der umfassenden Liebe. Er entwickelte die Tonglen-Technik, bei der man es übt sich mit seinen Mitmenschen zu identifizieren. Man nimmt energetisch ihr Leid auf und sendet ihnen sein Glück. So gelangt man im Laufe der Zeit in ein Einheitsbewusstsein und zur umfassenden Erleuchtung.

Auf seiner Reise nach Tibet traf er den großen tibetischen Weisen Rinchen Zangpo. Rinchen Zangpo zeigte Atisha nicht nur die schönen Landschaften Tibets, sondern auch die vielen spirituellen Traditionen dieses Landes. Atisha war verwirrt von den vielen Gottheiten und Dämonen. Er frage, wie man die vielen tibetischen Lehrsysteme praktizieren soll. Rinchen Zangpo antwortete: „Alle nacheinander.“

Atisha entgegnete: „Jetzt weiß ich, warum ich nach Tibet kommen musste. Ihr huldigt der Vielgötterei. Deshalb gibt es auch so viel Streit unter euch. Am wichtigsten ist es den gemeinsamen Kern aller spirituellen Wege zu begreifen. Was nützt euch euer spirituelles Wissen, wenn ihr die Essenz aller Lehren nicht begreift. Alle Wege müssen geistig verbunden werden, um zum umfassenden Wissen zu gelangen. Ihr müsst alle spirituellen Konzepte übersteigen und in die Dimension jenseits der Dualität vordringen.“

Das übte Rinchen Zangpo zehn Jahre lang und begriff dann die Einheit aller Religionen. Alle Religionen sind nur verschiedene Begriffssysteme, die auf der Erleuchtungserfahrung ihres Gründers beruhen. Und diese Erfahrung läßt sich mit Worten nicht beschreiben. Sie kann nur mit einer egolosen Sicht erfasst werden. Solange religiöser Egoismus besteht, solange man seinen Weg für besser als den Weg der anderen hält, hat man seine Religionen nicht wirklich begriffen.

82. Gottheiten-Yoga. Auf der sechsten Tantrastufe praktiziert der Yogi den Gottheiten-Yoga (der Hauptweg des tibetischen Kundalini-Yoga). Er wählt sich die Gottheit, die er gerade braucht. Das kann eine Gottheit der Kraft (hinduistisch Shiva oder Durga, tibetisch Vajrapani oder die Göttin Vajravarahi), eine Gottheit der Liebe (hinduistisch Vishnu oder Lakshmi, tibetisch Chenrezig oder Tara), eine Gottheit des Friedens (hinduistisch Shiva, tibetisch Buddha), eine Gottheit der Fülle (hinduistisch Ganesha, buddhistisch der dicke chinesische Glücksbuddha) oder eine Gottheit der Weisheit (hinduistisch Brahma, tibetisch Manjushri) sein. Insgesamt arbeitet man im tibetischen Buddhismus mit hundert friedlichen und zornvollen (kraftvollen) Gottheiten. Es gibt auch die 21 Taras, die verschiedene Aspekte des spirituellen Weges verkörpern. Du kannst dein Vorbild als (real lebendes) Gegenüber verehren oder dich in deinem Vorbild (der Gottheit, einem erleuchteten Wesen) sehen. Denke seinen Namen solange als Mantra, bis du seine Energie in dir spürst. Wenn du spirituell fortgeschritten bist, setzt du durch den Gottheiten-Yoga deine spirituelle Energie (die Windenergie) in Gang (Chakrenaktivierung) und lässt sie in den (mittleren) Hauptenergiekanal (Kundalini-Kanal) fließen. Zum Schluss zentrierst du dich im Herzchakra (in der Liebe) und wünscht allen Wesen Glück und Erleuchtung. Du wünscht eine glückliche Welt und kommst dann in dir zur Ruhe. Alle Visualisierungen lösen sich wieder auf und du verweilst in der Leerheit (Egolosigkeit, Wunschlosigkeit). Zitat: „Bei meiner Pilgerschaft habe ich viele Wallfahrtsorte besucht, aber ich habe kein Heiligtum entdeckt, das so beseligend war wie mein eigener Körper. Wenn der Knoten im Herzen gelöst ist, wird sich der Weg zur Erfüllung von selbst einstellen.“ Heute ist ein Tag der Meditation. Vorwärts. Gelingen.

100 friedvolle und zornvolle Gottheiten, Begriffsklärung der tibetischen Gottheiten,

Zen-Meditation

Wir sitzen in unserem Meditationssitz (Fersensitz, Schneidersitz, an der Wand oder auf dem Stuhl). Der Rücken ist gerade, und der Bauch ist entspannt. Wir ruhen in uns selbst. Die Hände liegen im Schoß. Wenn wir wollen, können wir sie in der Zen-Handhaltung verbinden. Dabei berühren sich die Daumenspitzen, und die Finger beider Hände liegen schalenförmig aufeinander. Die Handhaltung ist wie eine liegende Schale. Die Daumen bilden eine gerade Brücke über diese Schale. Die Augen sind bei der Zen-Meditation halboffen oder geschlossen.

1 Mantra = Wir legen die Hände in den Schoß. Der Rücken ist gerade und der Bauch ist entspannt. Wir atmen in den Bauch und denken im Bauch beim Ein- und Ausatmen die Zahlen von 1 bis 10. Wir bringen so unseren Geist zur Ruhe.
2 Ruhiges Verweilen = Wir bleiben in der Meditation. Die Gedanken können kommen und gehen, wie sie wollen. Wir denken nicht bewusst. Aber wir unterdrücken unsere Gedanken auch nicht. Wir beobachten einfach nur unser inneres Geschehen. Wir sind ein unbeteiligter Beobachter. Wir sind wie der Himmel, an dem die Wolken der Gedanken und Gefühle vorbeiziehen.
3 Bei der Zen-Meditation gibt es zwei große Fehler. Der erste Fehler besteht darin, dass wir zu stark meditieren. Dann tauchen keine Probleme auf, und es lösen sich keine inneren Verspannungen. Der zweite Fehler ist das bewusste Denken. Wir lösen gezielt unsere Probleme oder verfallen in Tagträume. Der richtige Weg ist es, nur ein passiver Beobachter der eigenen Emotionen zu sein. Wir steuern die Dinge nicht bewusst. Wir beobachten interessiert, was alles aus unserem Inneren auftaucht. Wir lassen im Zustand der Ruhe alle inneren Prozesse geschehen, und alles löst sich von alleine.
4 Wir entspannen uns und kommen in den Alltag zurück. Wir bewahren unseren inneren Frieden und sind achtsam auf unsere Gedanken und Gefühle.

83. Erfahrung des Klaren Lichts. Auf der siebten Tantrastufe erlebt der Yogi den geheimen Geist, die Vereinigung von Leere (Egolosigkeit) und innerem Glück. Erste Erleuchtungserfahrung. Du bist jetzt ein Sotapanna. Du kennst jetzt das Ziel und den Weg. Du kannst aus dir selbst heraus den richtigen Weg finden und kreativ praktizieren. Folge dem Weg deiner inneren Weisheit. Was sagt deine innere Stimme? Was ist im Moment richtig und was falsch, was ist weise und was ist unweise? Überlege dir verschiedene Handlungsmöglichkeiten, spüre hinein und finde den für dich besten Weg. Was bringt dich spirituell voran? Was ist dein Weg des Friedens, der Liebe und des Glücks? Vorwärts. Gelingen.

Nicht zu streng meditieren

Als Hakuin den Zen-Weg entdeckte, war er sehr begeistert. Er wollte schnell das Ziel der Erleuchtung erreichen. Er strengte sich sehr an und meditierte Tag und Nacht. Aber er überforderte seinen Körper und seinen Geist. Nach einem Monat bekam er Angstzustände, Halluzinationen und Fieber. In seinen Ohren war ein ständiges Sausen, sein Herz schmerzte, er hatte Atembeschwerden und seine Füße wurden kalt.

Hakuin ging zu einem Arzt. Der Arzt gab ihm viele Pillen, die aber letztlich nichts nützten. Hakuin war verzweifelt. Wie sollte er seine Krankheit überwinden? Seine Krankheit hinderte ihn daran, weiterhin intensiv zu meditieren. Für den Weg der Erleuchtung ist ein gesunder Körper und ein gesunder Geist sehr hilfreich. Hakuin wünschte sich seine Gesundheit zurück.

Da hörte er von einem alten Eremiten, der in einer Höhle in den Bergen lebte. Dieser alte Mann sei aber schwer zu finden. Er sei sehr menschenscheu. Wenn sich ihm Besucher näherten, neigte er dazu zu flüchten. Aber er sollte über besondere Fähigkeiten verfügen und schon viele Menschen geheilt haben. Hakuin machte sich sofort auf den Weg. Er drang immer tiefer in die Berge vor, fragte die Holzfäller nach dem Weg, kämpfte sich durch den Schnee, kletterte steile Felswände empor und erreichte tatsächlich nach einiger Zeit die Höhle des Einsiedlers.

In der Mitte der Höhle saß der Eremit und meditierte. Er schien schon sehr alt zu sein, aber er strahlte eine Energie von Reinheit und Heiligkeit aus. Hakuin hatte sofort Vertrauen zu ihm und erzählte ihm von seinem Leid. Der Eremit hieß Hakuyushi. Hakuyushi war sofort klar, woran Hakuin litt. Er stellte fest: „Du hast zu streng meditiert. Dadurch hast du deinen Körper und deine Psyche ruiniert.“

Hakuin fragte, was ihm helfen könnte. Da gab ihm der Alte folgende Meditation: „Stelle dir auf deinem Kopf einen Klumpen köstlicher weicher Butter vor. Die Butter kühlt deinen Kopf und fließt dann langsam über die Schultern, deine Wirbelsäule, deinen Brustkorb, deinen Bauch und dein Becken bis zu Füßen herab. Dann sammelt sich die heilende Flüssigkeit und strömt in deinen Kopf, deinen Brustkorb, deinen Bauch und deine Beine hinein. Dein Kopf wird klar, die Stauung in der Lunge löst sich, deine Bauchprobleme heilen und du spürst Kraft in deinen Beinen und Füßen. Verweile bei deinem inneren Glück und im Laufe der Zeit wirst du von innen her erleuchtet werden. Du wirst Licht, Frieden und Glück ausstrahlen.“

Der Eremit erklärte Hakuin, dass er mit dieser Methode schon viele Krankheiten geheilt hat. Manchmal gibt es kurz nach dem Beginn eine Verschlechterung der Symptome. Es treten Hitzewallungen, Muskelzuckungen und negative Gedanken auf. Das sind Zeichen der Lösung von Energieblockaden. Das geht aber nach einiger Zeit normalerweise vorbei. Der Gewinn ist langfristig unermeßlich.

84. Akanistha. Das erhabenste aller Buddhafelder. In der klassischen buddhistischen Kosmologie ist Akaniṣṭha (Pali: Akaniṭṭha, was „nichts Höheres“, „Unübertroffenes“ bedeutet) das höchste der Reinen Länder (Paradiese, Sathyaloka). Akaniṣṭha ist das Reine Land (Buddhafield) des Buddha Vairocana. Vajrocana wird oft als Dharmakāya (Wahrheitskörper, Energiefeld des Lichts, höheres Selbst, göttliches Selbst) interpretiert. Im ostasiatischen Buddhismus wird Vairocana auch als Verkörperung des buddhistischen Konzepts von śūnyatā (Leere/Einheit, Erleuchtungsbewusstsein) angesehen. In der Konzeption der fünf Meditations-Buddhas des Mahayana und Vajrayana-Buddhismus steht Vairocana im Mittelpunkt und gilt als der Meister aller Buddhas. Verwirkliche das Licht in dir. Lebe im Licht und aus dem Licht heraus. Wirke für die Erleuchtung aller Wesen. Verbreite das spirituelle Wissen. Alles ist gut. Alles ist richtig so wie es ist.

Darikapa und Dengipa 

Darikapa war ein indischer König und Dengipa sein Minister. Eines Tages ging der König spazieren und traf auf dem Marktplatz den erleuchteten Meister Luipa. Darikapa war beeindruckt von seiner spirituellen Ausstrahlung und lud ihn in seinen Palast ein. Dort unterhielten sie sich über den tieferen Sinn des Lebens. Darikapa bot Luipa ein Leben im Palast und seine schöne Tochter zur Frau an. Aber Luipa wollte lieber weiter als unabhängiger Yogi leben. Er erklärte, dass das Glück der Erleuchtung viel wertvoller als aller äußerer Reichtum sei. Das überzeugt den König Darikapa und er gab sein Königreich auf um ein Yogi zu werden. Zusammen mit seinem Minister Dengipa wurde er ein Schüler von Luipa.

Luipa nahm die beiden mit in seine Yogihütte und übertrug ihnen seine spirituelle Energie. Er fragte, was sie ihm im Gegenzug für die Einweihung geben könnte. Da der König und sein Minister kein Geld mehr besaßen, boten sie ihm ihre Körper an. Luipa willigte ein und verkaufte sie als Sklaven. 

Den König Darikapa verkaufte Luipa an eine Tänzerin in einem Tempel. Er vereinbarte mit der Tänzerin, dass Darikapa ihr zwar als Sklave zu dienen habe, aber dass er nachts alleine schlafen sollte und frei kommen würde, wenn er den Kaufpreis abgearbeitet hat. Darikapa zog in eine kleine Holzhütte im Garten der Tänzerin, meditierte dort in der Nacht und diente tagsüber der Tänzerin. Er lernte es seinen Eigenwillen völlig aufzugeben und gehorsam dem Willen der Tänzerin (des Lebens) zu folgen. So überwand er im Laufe der Zeit seinen Stolz (sein Ego). Nach zwölf Jahren erwachte das Glück in ihm. 

Eines Nachts wurde er entdeckt, weil ein großes Licht (eine Energie) aus seiner Hütte strahlte. Die Tänzerin gab ihm seine Freiheit zurück. Und alle Tänzerinnen des Tempels wurden seine Schülerinnen. 

Dem Minister Dengipa erging es ähnlich. Er wurde von Luipa als Sklave an eine Hure verkauft. Auch er meditierte abgeschieden von den Energien seiner Mitmenschen in der Nacht und diente tagsüber seiner Herrin. Sein Hauptaufgabe war es Reis zu zerstampfen. Er praktizierte diese Tätigkeit achtsam als eine Art Yogaübung und brachte dadurch seine Kundalini-Energie zum Fließen. Auch er gelangte nach zwölf Jahren intensiver spiritueller Praxis zur Erleuchtung. Daraufhin wurden alle Huren der Stadt seine Schülerinnen. 

85. Akshobhya, der Unerschütterliche. Akshobhya (tib.: „Der Unerschütterliche“) ist das Oberhaupt der Buddhas der Vajrafamilie. Er wohnt im Buddhafeld Abhirati, Sein Kraftsymbol ist der Vajra (Blitzstab, Kundalini-Yoga), seine Eigenschaft die Unerschütterlichkeit bei Leid. Nichts kann ihn erschüttern. Er geht gelassen durch alle Schwierigkeiten. Er rettet sich durch den Kundalini-Yoga bei Leid. Er aktiviert seine Kundalini-Energie (innere Kraft, Glück) bei Leid und kann so mit innerem Frieden durch alle Schwierigkeiten hindurch gehen. Seine Farbe ist blau (Kraft) oder schwarz (Leid ertragen). Er streckt eine Hand zur Erde, aktiviert das Erdchakra und erwirbt dadurch absoluten Gleichmut. Sein Krafttier ist der Elefant, der Überwinder aller Hindernisse. Gelingen auf dem mittleren Weg. Nichts kann dich von deinem spirituellen Weg abbringen. Du gehst unerschütterlich auf deinem Weg voran. Gelingen.

Der blinde Kunala

Ashoka war der erste Großkönig, der den Buddhismus in Indien verbreitete. Er lebte von 304 vor Christus bis 232 vor Christus in Nordindien. Ashoka hatte fünf Frauen und viele Kinder. Bei einer Palastintrige wurde sein Sohn Kunala von Feinden entführt und gefoltert. Seine Augen wurden ausgestochen, so dass Kunala von nun an blind war. Er verzichtete auf sein Recht als Thronfolger und wurde ein Yogi. Da er auf dem weltlichen Weg kein Glück mehr gewinnen konnte, zog er sich in die Einsamkeit zurück, meditiere viele Jahre und gelangte schließlich zur Erleuchtung. Da erkannte er, dass der Fluch seiner Blindheit letztlich sein größter Segen war. Als er die Glückseligkeit der Erleuchtung erfuhr, konnte er seinen Feinden sein schweres Schicksal vergeben. Vor seiner Erleuchtung hatte er mit seinem Leben gehadert. Jetzt genoss er einfach nur sein erleuchtetes Sein. Er erkannte, dass es sich lohnt alles für die Erleuchtung zu geben. Und auch Leid und große Schmerzen zu ertragen.

86. Der geschickte Bodhisattva. Auf der siebten Bodhisattva-Stufe entwickelt der Bodhisattva seine Geschicklichkeit beim spirituellen Üben und bei der Verbreitung des spirituellen Wissens. Er wirkt in großen Umfang für andere. Er kann in der Lichtebene (im Nirvana) verweilen und sich auf die weltliche Ebene begeben, wenn es erforderlich ist. Das nennt man Nirvana in Bewegung. Er kann erleuchtetes Sein und aktives Handeln verbinden. Er spürt genau, was jeweils richtig und was falsch ist. Du bist ein Meister der Spiritualität. Du gehst mit Geschick und Weisheit voran. Das große Gelingen ist mit dir. Du bist ein Segen für die Welt und deine Mitmenschen.

Liebende Güte Meditation 

  1. Wir lenken die Achtsamkeit für ein paar Momente auf den Atem.
     
  2. Wir lassen alle Wünsche, die wir haben, fallen. Vor allem den Wunsch, dass Ereignisse und Menschen anders wären, als sie sind. Wir spüren, wie dieses Loslassen inneren Frieden bringt. Alles ist so, wie es ist. Wir verbreiten Frieden ins uns, so dass wir davon angefüllt und umhüllt sind und uns darin sicher, wohl und geschützt fühlen.
     
  3. Wir lenken die Aufmerksamkeit auf denjenigen, der uns am nächsten ist. Wir schenken ihm unser Herz voller Frieden. Wir füllen ihn mit dem Gefühl des inneren Friedens an und umarmen ihn. Wir spüren, dass das Verschenken des inneren Friedens unseren eigenen Frieden erweitert und vergrößert.
     
  4. Wir schenken unseren Frieden an unsere Eltern, unsere Freunde und auch an Menschen, die wir nicht mögen finden. Wir schenken unseren Frieden der ganzen Welt. Mögen alle Menschen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.
     
  5. Wir lenken die Achtsamkeit wieder auf uns selbst. Wir kommen innerlich zur Ruhe. Glück und Frieden erfüllen uns. Wir leben im Licht und strahlen Licht aus.

87. Klarheit. Der Bodhisattva erlangt auf der sechsten Stufe stabile Weisheit. Er lebt in der Wahrheit, spricht die Wahrheit und strahlt Wahrheit aus. Die Menschen vertrauen ihm und hören auf ihn. Ohne Anhaftung und Ablehnung verweilt der Bodhisattva im inneren Frieden und Glück. Er verbindet den Weg der Weisheit mit dem Weg der Liebe und lebt dadurch im höchsten auf der Erde möglichen Glück. In den Yogaschriften steht, dass ein Erleuchteter hundert mal glücklicher ist ein Unerleuchteter. Ein Bodhisattva (Karma-Yoga) ist noch hundert mal glücklicher als ein normaler Erleuchteter. Er lebt aus einem Herzen voller Liebe. Dadurch verwandelt sich seine Welt in ein Paradies. Großes Glück kommt auf dich zu.

Dharmapa erlangt Weisheit

Dharmapa war ein Schriftgelehrter, also eine Art Professor für Philosophie. Er kannte alle Schriften des Buddhismus und des Hinduismus. Er hatte die Reden Buddhas, die Bhagavad Gita von Krishna und das Yoga-Sutra von Patanjali gründlich studiert. Da er ein gutes Gedächtnis hatte, hatte er alle Worte in seinem Geist gespeichert. Nur begriffen hatte er sie in der Tiefe nicht. Sie fügten sich in seinem Inneren nicht mit Weisheit zusammen. Wenn die Worte Buddhas wirklich verstanden werden, dann entsteht spontan Erwachen und Erleuchtung. Davon war Dharmapa noch weit entfernt.

Dharmapa wurde alt und seine Augen wurden schwächer. Bald konnte er nicht mehr in seinen geliebten Büchern lesen. Das war für ihn eine große Katastrophe. Sein tieferer Lebenssinn verschwand. Traurig saß er einfach nur da. Seine Gedanken kamen langsam zur Ruhe. Spontan begann er zu meditieren. Durch die heiligen Schriften war ihm aber klar, dass er für wirklichen spirituellen Fortschritt einen Guru, einen spirituellen Lehrer brauchte. Doch wie sollte er jetzt einen Guru finden, wo er sich wegen seiner schlechten Augen kaum aus dem Haus bewegen, geschweige denn eine große Reise machen konnte. In seinem Ort gab es keinen erleuchteten Meister. Er hätte weit weg in das Himalaya Gebirge reisen und dort in einem Kloster oder auf einem Berg einen Lama oder Yogi treffen müssen. Dazu war er wegen seines hohen Alters nicht mehr in der Lage.

Da erschien ihm eines Nachts im Traum eine Dakini, eine erleuchtete Göttin. Sie erklärte ihm, dass sie sein Guru sei und ihn in den spirituellen Weg einweihen würde. Im Traum schenkte sie ihm eine Erleuchtungserfahrung. Jetzt konnte Dharmapa den tieferen Sinn der heiligen Schriften verstehen. Alle Worte fügten sich zu einem sinnvollen Ganzen zusammen. Als Übung gab ihm die Dakini folgende Sätze: „Lass die Flamme des erleuchteten Seins alles dualistische Denken verbrennen. Ein Mensch mit klarem Verstand muss sich nur gewissenhaft bemühen, wenn er einmal den Weg der Erleuchtung verstanden hat.“

Dharmapa praktizierte fünf Jahre intensiv seinen spirituellen Weg. Er dachte den Begriff „Erleuchtung“ als Mantra und konnte so immer wieder ins erleuchtete Sein gelangen. Er visualisierte sich als Buddha im Nirwana und konnte dadurch im Laufe der Zeit alle Verschattungen in seinem Geist überwinden. Er machte jeden Tag seine Yogaübungen und aktivierte damit seine Kundalini-Energie. Das wirkte sich wie ein Jungbrunnen auf ihn aus. Er bekam seine jugendliche Energie zurück und konnte sogar wieder lesen. 

Wenn Dharmapa nicht genau wusste, wo der Weg des spirituellen Üben lang ging,  verband er sich mit seiner inneren Weisheit, der Dakini in seinem Inneren. Dann wusste er immer genau was zu tun und zu lassen war, wie und welche spirituellen Übungen er praktizieren musste. Er lebte in der Ruhe und aus der Ruhe heraus. Er konzentrierte sich auf seine innere Energie. Er lebte so, dass immer mehr Frieden, Liebe und Glück in ihm entstanden.

Die Menschen in seiner Stadt spürten seine innere Verwandlung. Sie bemerkten, dass er im Licht lebte und Licht ausstrahlte. Sie erkannten, dass er das Ziel der Erleuchtung erreicht hatte und baten ihn um Belehrung. Er hielt viele Vorträge, meditierte mit seinen Anhängern und gab ihnen Einweihungen. Die Menschen nannten ihn Dharma Pa, den Vater des Dharma. 

88. Der schwer zu Besiegende. Ein Bodhisattva der fünften Stufe. Du bist noch nicht vollständig spirituell gefestigt. Bewahre deine Abgeschiedenheit von der Welt. Du kannst spirituell zurückfallen, wenn du dich in weltliche Energien verstrickst. Lass dich nicht von der spirituellen Verwirrung deiner Mitmenschen anstecken. Arbeite konsequent an deinem Geist, besinne dich auf deinen spirituellen Weg und meditiere regelmäßig. Hüte dich vor Stolz, bleibe stets bescheiden und demütig. Sei vorsichtig. Dann gelingt dein Weg. Dann siegst du.

Die acht höheren spirituellen Fähigkeiten

Caparipa und Carpati waren verheiratet. Doch leider führten sie keine harmonische Ehe. Caparipa war sehr autoritär und schlug seine Frau oft. Eines Tages hatte Carpati genug, nahm ihren kleinen Sohn Duma und verließ Caparipa. Sie nahm eine Tasche mit ihren wichtigsten Sachen und trat aus der Tür heraus auf die Straße. 

Doch wo sollte sie hin?  Früher in Indien gingen die Frauen einfach zu ihren Eltern zurück. Aber die Eltern waren auf der Seite von Caparipa, weil er sehr reich war und ein großes Ansehen in seiner Stadt besaß. Zu ihren Eltern konnte Carpati nicht zurück. Sie kannte jedoch einen erleuchteten Meister, der in einem kleinen Tempel außerhalb der Stadt lebte. Dort wäre sie geschützt. Ihr Mann würde sich nicht trauen in den Tempel einzudringen.

Also wanderte Carpati zu dem Ashram. Der Meister nahm sie und ihren kleinen Sohn freundlich auf. Sie führte den Haushalt und der Meister lehrte sie die Meditation. Der kleine Duma wollte auch meditieren lernen, doch er konnte nicht stillsitzen. Zum Glück besaß der Meister besondere spirituelle Kräfte. Er besprengte Duma mit geweihtem Wasser und Duma konnte stundenlang im Meditationssitz verharren. In ihm war Glück und er hatte keinen Drang mehr sich in der Meditation zu bewegen. 

Das ging so einige Jahre. Dann erlangte Duma plötzlich auch besondere spirituelle Kräfte. In ihm erwachten spontan die vier großen Siddhis. Er konnte mit seinen Händen andere Menschen heilen, er konnte ihre Gedanken lesen, er konnte in die Zukunft schauen und er konnte Wünsche erfüllen. Das bemerkten die Besucher des Tempels. Die Gegenwart von Duma war heilsam. Wenn sie ihm ihre Wünsche offenbarten, erfüllten sie sich oft. Sie brauchten gar nicht von ihren Wünschen sprechen. Duma konnte ihre Wünsche bereits in ihren Gedanken lesen. Viele Besucher wollten auch ihre Zukunft wissen. Duma besaß ein kleines Kartenspiel. Er mischte die Karten, die Besucher zogen eine Karte und Duma weissagte ihnen ihre Zukunft. 

Immer mehr Menschen besuchten den Ashram. Duma wurde im ganzen Land berühmt. Der Meister warnte ihn vor spirituellem Stolz. Er erklärte Duma, dass nur die Erleuchtung wichtig sei. Siddhis könnten eine große Gefahr auf dem spirituellen Weg darstellen. Ein Mensch mit Siddhis könnte sich als etwas Besonderes fühlen und damit sein Einheitsbewusstsein blockieren. Er könnte sogar spirituell tief fallen, wenn er seine Siddhis für egoistische Zwecke missbrauchen würde. Er dürfe deshalb seine besonderen Fähigkeiten nur kostenlos zum Wohle seiner Mitmenschen einsetzen. Und er müsse es üben immer bescheiden, demütig und im Hintergrund zu bleiben. Am besten würde er nicht darüber sprechen.

Duma hielt sich an den weisen Rat seines Meisters. Die Menschen wussten nach einiger Zeit nicht mehr, ob sie ihr Glück Duma, dem Tempel oder dem Zufall verdankten. Der Meister übertrug Duma deshalb nach einigen Jahren vier weitere große Siddhis. Er vermittelte ihm das Wissen von der Erleuchtung, die Fähigkeit spirituelle Energie zu übertragen, die Kundalini zu aktivieren und die Fähigkeit der Allgegenwart. Allgegenwart bedeutet, dass Duma alle Menschen, die mit ihm energetisch verbunden waren, an jedem Ort und zu jeder Zeit sehen konnte. Hatten sie Probleme, brauchten sie nur an Duma zu denken und Duma konnte ihnen energetisch helfen. Er konnte ihnen Frieden, Glück und innere Kraft übertragen. 

Wie entwickelte sich der Weg von Duma und Carpati weiter? Duma sehnte sich nach seinem Vater. Und der Vater sehnte sich nach Duma. Eines Tages besuchte Caparipa den Ashram. Er bat Carpati um Verzeihung. Er bat sie es noch einmal mit ihm zu versuchen. Carpati willigte ein und zog wieder mit ihm zusammen. Sie führten jetzt eine spirituelle Beziehung. Sie pflegten die Eigenschaften Frieden, Liebe, Harmonie und Wahrheit. Wenn sie Probleme hatten, sprachen sie darüber. Sie konzentrierten sich auf das Positive in ihrer Beziehung und lernten es so gut miteinander auszukommen. Duma blieb bei seinem Meister und übernahm nach dessen Tod die Leitung des Tempels. Es geschahen dort immer noch viele Wunder. Aber die meisten Menschen hielten das für einen Zufall. 

89. Innere Reinigung. Achte Tantra-Stufe. Aus den Strömen des Pranas (der Energie) und der gewonnenen Einsicht in die Erleuchtungsnatur entstehen inneres Glück und Erleuchtung. Die Verspannungen im Körper lösen sich. Du verwandelst dich langsam in einen Buddha, eine Gottheit, einen Erleuchteten. Chagdud Rinpoche: „Lösen sich die Verspannungen, ist die Erleuchtung nicht mehr fern.“ Löse die Verspannungen im Körper und im Geist durch körperliche (Yoga, Gehen, Meditation) und geistige Übungen (Gedankenarbeit, Positives Denken, Gefühlsarbeit, Gottheiten-Yoga) auf. Vorwärts. Gelingen.

Die zehn Dämonen auf dem spirituellen Weg

 (von Padmasambhava, dem Begründer des tibetischen Buddhismus)

  1. Du hast den spirituellen Weg als Wahrheit für dich erkannt. Du strebst nach innerem Frieden, Liebe, Glück und Erleuchtung. Herzlichen Glückwunsch. Doch leider werden jetzt viele Dämonen auftauchen, die dich von deinem Weg abbringen wollen. Wenn du dich jedoch mit fester Absicht deinen Übungen widmest, kann dich kein Hindernis und kein Dämon in deiner spirituellen Praxis nachhaltig stören.
  2. Zuerst taucht der Dämon des Zweifels auf. Du zweifelst am spirituellen Weg, an dir und an deinem Sieg. Du bist dir nicht sicher, ob es besser ist dem äußeren oder dem inneren Glück zu folgen. Du zweifelst an deinen Fähigkeiten, konsequent den spirituellen Weg bis zum Sieg zu gehen. Denke gründlich nach und folge dann dem Weg deiner Wahrheit.
  3. Danach taucht der Dämon der Wechselhaftigkeit auf. Mal praktizierst du deine spirituellen Übungen und mal nicht. Mal lebst du weltlich und mal spirituell. So wirst du nie wirklich spirituell voranschreiten.
  4. Dann kommt der Dämon der Faulheit. Du bist zu faul zum spirituellen Üben. Du verschiebst die Erleuchtung auf später. Jetzt brauchst du große Selbstdisziplin, um auf deinem Weg zu bleiben.
  5. Hast du endlich zu deiner täglichen spirituellen Praxis gefunden und gehst eisern deinen Weg, entsteht Stolz in dir. Du findest dich besser als deine Mitmenschen. Stolz hindert dich aber an der Erleuchtung, weil du dich dadurch über deine Mitmenschen erhebst. Du erkennst nicht, dass alle Menschen eins sind.
  6. Wenn du in der Meditation Fortschritte gemacht hast, tauchen plötzlich besondere spirituellen Fähigkeiten auf. Sie können dein Ego vergrößern. Übe Bescheidenheit und Demut. Stelle deine Fähigkeiten in den Dienst der Menschheit. Erkenne, dass sie nichts Besonderes sind und du dadurch nicht etwas Besonderes bist.
  7. Wenn du noch weiter fortschreitest, wird sich dein Ego (dein Ich-Bewusstsein) auflösen und du gelangst in die große Leere (ins Nirwana). Für dich ist nichts mehr wichtig. Jetzt ist es Zeit das große Mitgefühl zu entwickeln und deinen Mitmenschen auf dem spirituellen Weg zu helfen. Stelle nicht mehr dich, sondern deine Mitmenschen in das Zentrum deines Lebens.
  8. Du wirst plötzlich sehr feinfühlig sein und dich durch die weltlichen Energien deiner Mitmenschen belästigt fühlen. Hier hilft es dir Gleichmut zu entwickeln und das Glück deiner Mitmenschen wichtiger als dein eigenes zu nehmen. Sorge aber auch ausreichend für dich selbst und überfordere dich nicht.
  9. Bist du ins erleuchtete Sein gelangt möchtest du nur noch deinen spontanen Impulsen folgen und dich nicht mehr an die gesellschaftlichen Regeln halten. Erkenne, dass du Teil der Gesellschaft bist und dass es deine Aufgabe ist deinen Mitwesen zu helfen. Dafür ist es wichtig, dass du die allgemeinen Regeln des Zusammenlebens akzeptierst.
  10. Wenn du jetzt immer noch Leid ablehnst, bist du noch nicht wirklich am Ziel. Ein Buddha steht über Freude und Leid. Er heißt alles willkommen und läßt es gehen, wie es will. Er hat die Dualität überwunden und ruht im Licht. Er wirkt aus Liebe für das Glück seiner Mitwesen.

90. Der Meister. Du meisterst den spirituellen Weg. Du fließt geschickt mit den Dingen und verstehst es dein inneres Glück zu bewahren. Du wendest im richtigen Moment die richtige Meditation an. Du arbeitest geschickt mit deinen Gedanken. Du wächst an allen Erscheinungen des Lebens immer weiter in deiner Erleuchtung. Du gibst das Licht an deine Mitmenschen weiter. Großes Lob. Alles ist gut so. Weiter so.

Neunte Tantrastufe im tibetischen Buddhismus.

Der Energiekörper wird über zwei Meditationsvorgänge gereinigt: „Durch das Zusammenziehen der Energieströme im Herzen und ihre Ausdehnung in das Klare Licht hinein.“ Was bedeutet das? Auf dieser hohen Meditationsstufe wird die Energie im Herzchakra gesammelt. Man konzentriert sich auf das Herzchakra. Das ist das Zentrum des Weges der Liebe. Man lebt aus dem Herzen heraus. Man lebt in der Liebe zu allen Wesen. Man ist Liebe. In der zweiten Stufe dehnt man seine Energie (sein Bewusstsein) in die ganze Welt aus. Man wird alles umfassendes Bewusstsein. Das Ego löst sich auf und man lebt im Nirvana, in der Leere/Einheit, in einem Zustand egoloser Glückseligkeit. Diese Meisterstufe wird in den Schriften so beschrieben: „Der Meister lebt in einer Form, die gleichzeitig Erscheinung und Leerheit ist. Es gib kein Außen und Innen mehr. Alles ist eins. Alles ist unbegrenzt. Der Erscheinung liegt kein wesenhaftes Selbst zugrunde. Ohne Anhaftung weilt der Meister im Zustand der Glückseligkeit im Licht. Seine Verwirklichung ist vielfältig. Er kennt viele Tore in den Zustand der Erleuchtung, in ein Leben im Licht: Das Glitzern von Edelsteinen, das Scheinen des Mondes, das Strahlen der Sonne, das Betrachten aller Dinge. In ihm entstehen viele übernatürliche Fähigkeiten (Siddhis). Er sieht das Licht in allem. Alles, was in sein Bewusstsein tritt, wird sofort als Licht erkannt. So bleibt er dauerhaft im Licht.“

91. Meditation auf die Erleuchtung. Verbinde dich auf deine Art mit der Energie der Erleuchtung. Nimm Zuflucht zu Buddha, dem Dharma (seiner Lehre) und der Sangha (der buddhistischen Gemeinschaft). Wenn du nicht selbst die Erleuchtung kennst, verbinde dich mit einem erleuchteten Menschen. Tritt in seine Energie ein. Lies seine Bücher, meditiere auf sein Bild, denke seinen Namen als Mantra. Wenn du eine emotionale Verbindung spürst, bist du auf dem richtigen Weg. Du trittst in die Energie der Erleuchtung ein und wirst von dieser Energie geführt. Höre auf deine innere Stimme. Gehe konsequent deinen spirituellen Weg. Ausdauer. Gelingen. „Om Dalai Lama. Om alle Buddhas und Bodhisattvas. Om innere Weisheit. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg.“

Zehnte Tantrastufe

Zitat: „Indem du in die Betrachtung des Klaren Lichts (Erleuchtungsenergie), dessen Essenz die Leere (Egolosigkeit) ist, versunken bist, vollendest du die Vereinigung deines Körpers mit dem Geist eines Buddhas.“ Der Meister der Meditation. Auf die zehnte Tantrastufe folgt unmittelbar die Buddhaschaft. Der Yogi bleibt jedoch in der Welt und wirkt als spiritueller Lehrer für das Glück aller Wesen. Du kennst die Erleuchtung und kannst durch eine Rückerinnerung immer wieder in diesen Zustand eintreten. Oder du erweckst durch den Tantra-Yoga (Mantra, Visualisierung, Atem, Körperhaltungen) immer wieder die Erleuchtungsenergie in dir und meditierst dann auf das Glück. Konzentriere dich auf die Egolosigkeit (Leerheit, Nichtswerdung, die Natur). Verweile im Licht (Frieden, Liebe, Glück, Einheit). Auf diese Weise verfestigt und vertiefst sich auf die Dauer die Erleuchtung. Wenn du noch nicht den Zustand der Erleuchtung kennst, dann verbinde dich mit einem erleuchteten Meister und denke seinen Namen als Mantra, lies seine Bücher und verehre sein Bild (eine Statue). Oder verweile einfach in der Gegenwart eines erleuchteten Meisters oder einer Meisterin. Dann reinigt sein Energiefeld deinen Körper und deinen Geist. Lasse seine Energie durch dich in die Welt fließen. Das führt dich auf die Dauer auch zur Erleuchtung. Das nennt sich Guru-Yoga, Verbindung mit dem erleuchteten Bewusstsein des Gurus. Jeder der erleuchtet ist, kann dein Guru sein. Lasse dich inspirieren. Höre auf die Stimme deiner inneren Weisheit.

92. Körper der Freude (Sambhogakaya). Der Körper der Freude ist die Glücksenergie in einem Menschen. Wir lösen durch Körperübungen (Yoga, Gehen, Tanzen, Schüttelmeditation, Lu Jong, Qigong) die Verspannungen in unserem Körper. Wir laden uns durch Atemübungen (Feueratmung, nacheinander in alle Körperteile atmen) mit Energie auf. Wir meditieren auf die Chakren, die inneren Energiekanäle und aktivieren mit Visualisierungen und Mantras die spirituelle Energie. Im tibetischen Buddhismus dient dazu hauptsächlich der Gottheiten-Yoga. Wir visualisieren uns als Gottheit (Tara, Chenrezig, Vajrasattva), werden eins mit der Gottheit und geben unser Licht an alle Wesen weiter. Vereinfacht gesagt stellen wir uns vor, dass wir erleuchtet sind und kommen dadurch in die Energie der Erleuchtung. Wir sehen uns als Buddha und werden ein Buddha. Anandamayi Ma lehrte zur Erweckung des inneren Glücks die vier Stufen Körperübungen (Hatha-Yoga, Körperhaltungen), Gottheiten-Yoga (kreativ auf verschiedene Gottheiten meditieren), Meditation (in der Ruhe verweilen, die Gedanken zur Ruhe bringen) und Karma-Yoga (der Weg der Liebe, Gutes tun, als Bodhisattva/spiritueller Lehrer leben). Erwecke auf deine Art das Glück in dir und sende allen deinen Freunden Licht. Denke das Mantra: „Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“ Gelingen.

Atisha

Atisha war ein großer Yogi und Meister des tibetischen Buddhismus. Als Kind erschien ihm die grüne Tara im Traum und sprach zu ihm: „552 Inkarnationen hast du nach Erleuchtung gesucht. In diesem Leben wird dir der große Wurf gelingen. Du wirst vollends erwachen und zahlreichen Suchern als Wegweiser dienen.“

Bereits als Jugendlicher wurde er Mönch. Er lernte das gesamte spirituelle Wissen seiner Zeit aus allen Religionen und spirituellen Richtungen. Er hatte über 150 verschiedene Lehrer. Er meditierte jahrelang intensiv, aber er kam spirituell nicht voran. Da erschien ihm in einer Vision der Meister Serlingpa und erklärte ihm, dass er sein Ego überwinden muss, um zur Erleuchtung zu gelangen.

Atisha reiste nach Sumatra zu Serlingpa, um dort eine spezielle Technik zu erlernen. Diese Technik nennt man Tonglen. Die Essenz von Tonglen besteht darin, sich mit seinen Mitwesen zu identifizieren. Man versucht ihr Leid und ihre Freude mitzuempfinden. Das hat bereits Buddha mit den vier unermeßlichen Eigenschaften Liebe, Mitgefühl, Mitfreunde und Gelassenheit gelehrt. Beim Tonglen geht man noch eine Stufe weiter. Man übernimmt energetisch das Leid und sendet im Gegenzug sein Glück. Da es die spirituelle Energie wirklich gibt, überträgt sich real das Leid und Glück geht real über. Auf diese Weise wird man im Laufe der Zeit eins mit allen Wesen. Man gelangt in ein Einheitsbewusstsein. Das Ego löst sich auf. Und es entsteht Glück in einem. Das ist Geheimnis von Tonglen. Tonglen führt zur Erleuchtung und dadurch entsteht in beiden Beteiligten Frieden, Liebe und Glück. Durch die Übernahme negativer Energie, die man dann weiter an die Erde (den Kosmos) abgibt, wird das Wurzelchakra aktiviert und es entsteht innerer Frieden. Durch das Aussenden von Glück, Licht oder Liebe verdoppelt sich das eigene Glück nach den geistigen Gesetzen.

Atisha gelangte bei Serlingpa durch Tonglen zur Erleuchtung. Er reiste dann nach Tibet, um den Menschen dort den Weg der umfassenden Liebe zu zeigen. Er wirkte als Bodhisattva in Tibet und inspirierte viele Menschen mit seinen Lehren.

93. Dharmakaya. Der Wahrheitskörper. Der wahre Köper eines Menschen, das Licht, das Erleuchtungsbewusstsein, die Einheit, der Kosmos, die Natur. Der ganze Kosmos besteht aus Bewusstsein und dieses Bewusstsein bist du. Das ist das Erwachen. Du bist Gott. Du bist alles. Erkenne das und lebe aus der Einheit (aus dem egolosen Sein) heraus. Lass dein Ego los und gelange in das Einheitsbewusstsein. Identifiziere dich nicht mit deinem Körper und deinem Geist, sondern mit der Gesamtheit. Sieh dich in allem. Diene allem und alles dient dir. Hilf allem auf dem Weg zur Erleuchtung und du gelangst selbst zur Erleuchtung. Du verwirklichst dein höheres Selbst, dein göttliches Selbst, dich selbst. Selbstverwirklichung. Vorwärts. Gelingen. Zitat: „Wie soll ich dich preisen, großer Beschützer. Du bist jenseits aller weltlichen Begriffe. Du bist jenseits der Dualität. Du bist frei von Zweiheit. Du bist ewig und nicht ewig. Es gibt kein Subjekt und kein Objekt. Du bist das wahre Wesen. Du bist der größte Schutz für einen Menschen.

Meditation auf das Schöne

Ananga war ein schöner junger Mann. Er lernte fleißig in der Schule und stieg sozial auf. Da er freundlich und gutaussehend war, mochte ihn alle Menschen. Er studierte Philosophie und lernte eine schöne Frau kennen. Aber alles weltliche Glück dauert nicht ewig. Eines Tages trennte sich die Frau von ihm. Und die Philosophie erwies sich als brotlose Kunst, mit der er noch nicht einmal sich und seine Eltern ernähren konnte.

Ananga fragte seinen Philosophieprofessor, was er tun sollte. Damals in Indien waren die Philosopieprofessoren weise Männer. Sie kannten sich mit der indischen Religion gut aus. Der Professor erklärte ihm, dass man den Frieden letztlich nur in sich selbst finden kann. Er riet ihm zu einem erleuchteten Yogi zu gehen und den spirituellen Weg einzuschlagen.

Der Yogi schaute tief in die Psyche von Ananga und erkannte, welchen spirituellen Weg Ananga praktizieren musste. Ananga war ein körperlich eher zarter Intellektueller mit einem klaren Verstand und einem großen Herzen. Zu anstrengenden Meditationen war er nicht in der Lage. Er brauchte einen einfachen Weg, bei dem er seine persönlichen Stärken einsetzen konnte.

Der Yogi riet Ananga weiterhin zu studieren und neben seinem Studium eine spirituelle Praxis aufzunehmen. Er sollte nach einem strengen spirituellen Tagesplan leben, der aus den Elementen Lesen, Yoga, Meditation und der umfassenden Liebe bestand. Das Element Lesen konnte er gut durch sein Studium erfüllen. Morgens und abends machte er eine Stunde Yoga, um seinen Körper gesund zu erhalten und seine spirituelle Energie zu stärken. Sein Weg der umfassenden Liebe bestand darin sich als Bodhisattva zu verstehen und im Schwerpunkt für das Glück seiner Mitmenschen zu leben. Seine konkrete Aufgabe war es als Yogalehrer für seine Mitstudenten zu arbeiten. So konnte er auch etwas Geld verdienen.

Als Meditationspraxis gab ihm sein Guru die Konzentration auf das Herzchakra. Er sollte jeden Tag kreativ die Energie des Herzchakras erwecken, seinen Körper damit füllen und dann eine Stunde in der Energie verweilen. Er sollte diese Meditation morgens, mittags und vor dem Schlafengehen praktizieren. Dadurch würde sein ganzes Leben letztlich zu einer Meditation werden.

Ananga fragte den Guru, wie er sein Herzchakra aktivieren könne. Der Guru meinte, das sei ganz einfach. Er sollte sich vor jeder Meditation an das Schöne in seinem Leben und auf der Welt besinnen. Er sollte so viele schöne Dinge aufzählen, bis die Liebe zum Leben in ihm erwachte. Er sollte jeden Tag eine Liste der Dankbarkeit machen. Er sollte stets positiv denken und sich auf das Positive konzentrieren. Dort, wo er am meisten Glück empfinden würde, das sollte er zum Objekt seiner Meditation machen.

Am Anfang fiel Ananga die Meditation leicht. Er dachte an seine Eltern, an sein schönes Studium, an seine Freunde, an die Liebe, an das schöne Essen, an seine spannenden Bücher und an die Schönheit der Natur. Aber im Laufe der Zeit wurde es schwierig immer etwas Neues zu finden. Und dann gab es auch noch das Leid in seinem Leben. Leid brachte ihn schnell aus seiner Glücksenergie heraus. Er musste es lernen das Leid des Lebens geistig zu integrieren und seine positive Lebenseinstellung zu bewahren. Das gelang ihm, indem er die Spiritualität zum Wesentlichen im Leben erklärte. Das Schönste im Leben ist es als Bodhisattva zu leben.

Ananga begriff alle Erscheinungen des Lebens als einen vergänglichen Traum, löste sie in der Ruhe seiner Meditation auf und überwand so alle Anhaftungen. Er löste sein Ego auf, erwachte und erfuhr sich als ein mit allem. Er erkannte das Schöne in allem. Er war alles, umfassendes Bewusstsein. Er lebte ab jetzt nicht mehr aus dem Ego, sondern aus dem Einheitsbewusstsein heraus. Das veränderte sein Handeln völlig. Er lebte im großen Nichtstun und kleinem Tun, wenn es erforderlich war.

94. Vollendung. Du hast gesiegt. Du hast einen großen Erfolg errungen. Feier deinen Sieg. Du bist gut. Sei zufrieden mit dir.

Die zehnte Bodhisattva-Stufe

Mit der zehnten Bodhisattva-Stufe vollendet der Bodhisattva (Karma-Yogi) seinen Weg. Er wird zu einem Buddha der Liebe. Mit Lichtstrahlen weihen die Buddhas den Bodhisattva der zehnten Stufe in die Buddhaschaft ein. Deshalb werden Bodhisattvas der zehnten Stufe wie zum Beispiel die Göttin Tara, der weise Manjushri und der mitfühlende Avalokiteshvara (tib. Chenrezig) mit Goldschmuck und Edelsteinen behangen dargestellt. Der Körper fühlt sich vor Energie goldstrahlend und edelsteinglitzernd an. Auf dieser Stufe erlangt der Bodhisattva laut tibetischem Buddhismus sechs besondere Fähigkeiten: psychische Kräfte (die Fähigkeit der Energieübertragung), Leidenschaftslosigkeit (keine Anhaftung an weltliche Wünsche), die Kenntnis früherer Leben, Gedankenlesen (Energie spüren zu können), Allwissenheit (ein höheres Bewusstsein), Hellsehen (Hellhören, die Zukunft sehen). Er nutzt seine besonderen Fähigkeiten um seinen Mitmenschen damit helfen können. Solange es leidende Wesen gibt, inkarniert er sich immer wieder auf der Erde. Das findet seine Parallele im hinduistischen Gott Vishnu, der sich immer wieder auf der Erde inkarniert, wenn es notwendig für die Menschen (seine Anhänger) ist.

95. Der vollendete spirituelle Lehrer. Auf der neunten Bodhisattva-Stufe (Sutrastufe) erwirbt man die Fähigkeit optimal das spirituelle Wissen an die Menschen weiterzugeben. Gelingen auf dem spirituellen Weg, weil du einen vollendeten spirituellen Meister hast. Verbinde dich mit deinem spirituellen Vorbild und folge dann der Stimme deiner eigenen inneren Weisheit (Richtigkeit).

Yeshe Tsogyal: Der Weg zum Glück

Yeshe Tsogyal ist die tantrische Gefährtin und Frau von Padmasambhava. Sie lehrt uns die fünfzehn Wege zum Glück (aus den geheimen Dakinilehren):

1. Du wirst Glück finden, wenn du die Anhaftung an die Welt loslässt. Du musst abgeschieden von den weltlichen Energien leben, damit du deine Energie bewahren und dein inneres Glück entwickeln kannst.

2. Du wirst Glück finden, wenn du die Anhaftung an dein Ich loslässt. Erkenne, dass alles eins ist. Im Kosmos hängt alles zusammen. Es gibt keine unabhängige Existenz. Alles folgt den Regeln der Natur. Füge dich in die Natur ein, überwinde dein Ego und lebe im Einklang mit dem Fluss des Lebens.

3. Das äußere Tun findet nie ein Ende. Du wirst erst dann zur Ruhe kommen, wenn du alles äußere Tun aufgibst. Du musst in der Ruhe leben. Du musst zum Nichthandelnden werden. Du musst ohne Ego handeln. Dann wirst du dauerhaft im Glück leben.

4. Die Gedanken sind endlos. Du wirst in der Ruhe leben, wenn du den Fluss der Gedanken unterbrechen kannst. Dann denkst du nur, wenn es notwendig ist.

5. Gefühle entstehen endlos. Sie werden durch Gedanken verursacht. Es gibt einen kleinen Moment, wo sich die Gedanken mit Gefühlen verbinden. Wenn du diesen Moment erkennst und die Verbindung blockierst, kannst du die Entstehung von Gefühlen verhindern, deine Energie bewahren und dauerhaft im Glück leben.

6. Ein Yogi ist dann auf dem richtigen Weg, wenn er alle äußeren Erscheinungen zu Helfern auf seinem spirituellen Weg machen kann. Leid kann dich zum spirituellen Üben motivieren. Freude schenkt dir Erholung und Entspannung. Deine Mitmenschen geben dir die Gelegenheit als spiritueller Helfer zu leben.

7. Übe dich in Ausdauer, Standhaftigkeit und Selbstdisziplin. Nur durch Selbstdisziplin kannst du dein inneres Glück dauerhaft bewahren. Dein spiritueller Weg muss stetig wie das Fließen eines Flusses sein.

8. Meditiere regelmäßig. Ohne Meditation kannst du keine Selbstverwirklichung erreichen. Es nützt aber nichts zu meditieren, wenn du keine Kontrolle über deine Gedanken und Gefühle hast. Deine Gedanken und Gefühle werden dich dann immer wieder aus dem Zustand des inneren Friedens und Glücks herausbringen.

9. Praktiziere so wie du dich wohl fühlst. Bleibe einfach, entspannt und gelassen. Folge dem natürlichen Fluss des Lebens.

10. Wann immer Zweifel auftaucht oder ein Zögern entsteht, bete zu deinem Meister. Verbinde dich mit deinem Meister und handele aus der Stimme deiner inneren Weisheit heraus. So wirst du immer den richtigen Weg finden.

11. Verliere den Mut auch angesichts des Todes nicht. Bleibe einfach auf deinem spirituellen Weg und fließe gelassen durch alle Phänomene. Alle Erscheinungen sind nur Ausdruck deines eigenen Geistes. Wenn du das erkennst, kannst du immer im Glück bleiben. Dein Retter ist die Bewahrung der beständigen Achtsamkeit.

12. Erleuchtung zu erlangen kann verglichen werden mit Wasser, dass sich von Trübstoffen klärt, Gold, dass von Unreinheiten gereinigt wird, oder mit einem wolkenverhangenen Himmel, der sich erhellt. Es geht nur darum deine inneren Verspannungen (Energieblockaden) aufzulösen und zu verhindern, dass neue Verspannungen (Unreinheiten, Trübstoffe, Dunkelheit) entstehen.

13. Auch wenn du großes Wissen erhalten hast, ohne beständiges Üben, Bemühen und Praktizieren wirst du keine Erleuchtung erreichen. Nutze alle Gelegenheiten zum spirituellen Üben.

14. Wenn du die Erleuchtung erlangt hast, wirst du allen Wesen von Nutzen sein. Du wirst sie durch deine Energie stärken, durch dein Vorbild ermutigen und ihren Geist durch deine Weisheit erhellen.

15. Wenn du Zuflucht zu Buddha, Dharma, Sangha nimmst und als Bodhisattva lebst, werden die Buddhas und Bodhisattva stets über dich wachen. Du wirst nicht verloren gehen.

96. Die Stufe der Unerschütterlichkeit. Die achte Bodhisattva-Stufe. Du schreitest unerschütterlich auf deinem spirituellen Weg voran. Dein Weg entwickelt sich natürlich und spontan. Du tust intuitiv das, was gerade richtig und notwendig ist. Bleibe unerschütterlich auf deinem spirituellen Weg. Du wirst einen großen Nutzen davon haben. Gelingen.

Meister Luipa

Luipa war ein König, der sein Königreich aufgab um die Erleuchtung zu erlangen. Er lebte viele Jahre als Yogi, wanderte durch Indien und erbettelte sein Essen. Eines Tages schüttete ihm eine Hausfrau faulige Essensreste in seine Bettelschale. Das verletzte seinen königlichen Stolz. Er erkannte, dass ihn sein Ego an der Erleuchtung hinderte.

Luipa überlegte, wie er sein Ego überwinden konnte. Dort wo die größte Ablehnung ist, ist auch der Weg zur Erleuchtung. Luipa ekelte sich als ehemaliger König am meisten vor vergammeltem Essen. Er war edle Speisen gewohnt. Deshalb wählte er als seinen Erleuchtungsweg in Zukunft nur noch Fischgedärme zu essen, die die Fischer weggeworfen hatten und die stinkend und von Fliegenschwärmen umkreist in der Sonne lagen. 

Jedes Mal empfand er beim Essen einen großen Ekel. Sein Geist lehnte das schlechte Essen extrem ab. Luipa musste beständig an seinem Geist arbeiten, um die Fischgedärme herunterschlingen zu können. Er lernte es konsequent ohne Anhaftung und Ablehnung zu leben. Er nahm alle Dinge so an wie sie ihm das Leben gab. Er praktizierte diese Übung zwölf Jahre. Dann löste sich sein Ego auf und er gelangte zur Erleuchtung. 

Was lehnst du am meisten ab? Wo haftest du am meisten an? Was fordert deinen Geist am stärksten? Wo musst du immer wieder hart an deinen Gedanken und Gefühlen arbeiten, damit du die Dinge so annehmen kannst wie sie sind? Oft ist das Leid im Leben unser bester Erleuchtungsweg. 

97. Reinkarnation. Auferstehung und Neugeburt. Das Stehaufmännchen. Du gingst durch eine Krise. Stehe wieder auf. Richte dich wieder positiv aus. Baue deine innere Kraft und dein inneres Glück wieder auf. Es gilt das Gesetz des Karma. Du pflanzt jetzt die Samen (Ursachen) für das, was du in Zukunft erntest. Was pflanzt du jetzt? Entwickelst du Eigenschaften wie Liebe, Frieden, Kraft, Glück und Weisheit? Oder Anhaftung, Ablehnung und Unweisheit? Möchtest du als Buddha (im inneren Glück) oder als Höllenwesen (Anhaftung an weltliche Dinge) wiedergeboren werden.

Ein Buddha der Liebe wirkt bis zum Ende aller Zeiten für das Glück aller Wesen. Er sendet Erscheinungskörper in alle Weltsysteme. Als Reines Bewusstsein kann er jede Form annehmen, Mann oder Frau, arm oder reich, Krieger, Kaufmann, König oder Bettler. Er kann jede Identität wählen, mit der er seinen Mitmenschen spirituell gut helfen kann. In Tibet nennt man die reinkarnierten Buddhas Tulkus. Es gibt viele Tulkus, die unter uns weilen. Es gibt sie in allen Kulturen und allen Religionen. Als was möchtest du wiedergeboren werden? In welchem Land und zu welcher Zeit? Wie soll dein nächstes Leben verlaufen?

Lonchenpa und die dreifache Zufriedenheit

Longchenpa (1308 bis 1363) war ein Nyingma-Meister und der Begründer der Traditionslinie des undogmatischen tibetischen Hatha-Yoga. Er schrieb viele Bücher. Er faßte die vielen Techniken des Gründervaters der Nyingmas Padmasambhava in einer Lehre zusammen. Longchenpa betonte das erleuchtete Sein (das Sat-Chid-Ananda, das Leben auf dem schmalen Grat des optimalen Übens zwischen zu viel und zu wenig tun) und den Meister-Yoga (die regelmäßige Verbindung mit den erleuchteten Meistern). Er übertrug seine Lehre in einer Reihe von Visionen dem im 18. Jahrhundert lebenden Yogi Jigme Lingpa. Einer seiner Enkelschüler war Patrul Rinpoche, von dem wir wiederum das Wissen erhalten haben (Patrul Rinpoche, Die Worte meines vollendeten Lehrers, Arbor Verlag 2001). Longchenpa lebte als freier Yogi. Als spiritueller Meister konnte er seinen Mitmenschen viel Gutes tun. Er war bei seinem Tod sehr zufrieden mit seinem Leben: „Es war gut als Yogi zu leben und schnell zur Erleuchtung zu kommen. Ich war gerne ein spiritueller Meister. Und jetzt freue mich darauf ins Paradies aufzusteigen und das Glück im Himmel zu genießen.“

Wikipedia: „Longchen Rabjam (kurz auch: Longchenpa; geb. 1308; gest. 1363) war der bedeutendste Gelehrte und verwirklichte Meister der Nyingma-Tradition des tibetischen Buddhismus. Longchen Rabjams Gelehrsamkeit bezog sich auf alle Gebiete von Sutra und Tantra, insbesondere ist er für seine Schriften zu den Lehren des Dzogchen, der „Großen Vollkommenheit“ bekannt. Jahrhunderte später fasste der Nyingma-Meister Jigme Lingpa (1729–1798), durch Longchenpa inspiriert, die unterschiedlichen Zweige der Nyingma-Dzogchen-Übertragung zu einem einheitlichen Lehrsystem zusammen, welches seither als Longchen Nyingthik („Herzessenz der weiten Dimension“) in einer ununterbrochenen Linie bis in die heutige Zeit übertragen wird.“

98. Der Aufbruch. Entscheide dich für die Wahrheit, die Weisheit und die Liebe. Gehe den Weg der Erleuchtung. Finde den Weg, der zu dir passt und den du gehen kannst. Höre auf die innere Stimme deiner Weisheit und tue genau das jeweils Richtige. Gehe jeden Tag auf dem schmalen Pfad der Richtigkeit voran. Bitte die erleuchteten Meister, die Buddhas und Bodhisattvas um Führung und Hilfe. Was ist heute dein Aufbruch? Was beginnt heute? Dein Weg wird gelingen. Du bist gesegnet.

Buddha entscheidet sich für den spirituellen Weg

Im Alter von 29 Jahren betrachtete Buddha sich und die Welt. Er sah, dass die Zeit des Lebens begrenzt ist. In jedem Leben gibt es Leid. Auf jeden Menschen wartet eine Zeit von Alter, Krankheit und Tod. Buddha entschied sich sein angenehmes weltliches Leben zu verlassen, um als Yogi zu leben und inneren Frieden zu finden. Er verließ seine Frau, seinen Sohn, sein Luxusleben als reicher Prinz und zog in die Abgeschiedenheit von der Welt. Er wählte bewusst den Weg des äußeren Verzichts, um inneren Reichtum zu erlangen. Er wusste, dass das innere Glück das Zentrum des Lebens ist. Aller äußere Reichtum kann uns nicht helfen, wenn uns das innere Glück fehlt. Wenn wir im inneren Glück leben, dann brauchen wir nicht viel an äußeren Dingen für ein glückliches Leben. So sieht es auch die heutige Glücksforschung. 90 % des Lebensglücks eines Menschen kommt aus seiner Psyche. Sorgen wir dafür, dass wir eine Glückspsyche haben. Mit wenigen täglichen Übungen (etwas Sport, Meditation, gesunde Ernährung) und etwas Arbeit an den Gedanken (Achtsamkeit) können wir unser allgemeines Lebensglück um 40 % erhöhen. Wenn wir als spiritueller Mensch leben und nach Erleuchtung streben, können wir durch ein Leben der Selbstdisziplin und der Liebe unser Glück sogar um 10000 % erhöhen. In den Yogaschriften heißt es, dass ein Erleuchteter 100 mal so glücklich ist, wie ein nicht erleuchteter Mensch ist. Ein Bodhisattva (Karma-Yogi), der in der umfassenden Liebe lebt und für das Glück aller Menschen wirkt, ist sogar noch 100 mal glücklicher als ein normaler Erleuchteter. Leben für Leben geht er den Weg der Liebe und des Glücks. Er verweilt im Diesseits und im Jenseits in der Liebe und im Licht. Ich kann sagen, dass ich im Zustand der Erleuchtung unermessliches Glück erfahren habe. Ich bin zwar nicht dauerhaft erleuchtet, aber bereits durch meinen beständigen spirituellen Weg konnte ich mein Lebensglück erheblich anheben. Ich konnte schwierige Zeiten gut überdauern. Und ich habe eine dauerhafte Glücksperspektive. Wer etwas Weisheit erlangt, hat davon einen unermesslichen Gewinn.

99. Der mittlere Weg. Der mittlere Weg ist der Weg jenseits aller Extreme. Man verankert sich im Ziel der Erleuchtung, bittet die Buddhas und Bodhisattvas um Führung und Hilfe, und hört dann auf die Stimme seiner inneren Weisheit. Was fühlt sich richtig an? Was ist dein Weg der Wahrheit, Weisheit und Liebe? Gehe konsequent mit Selbstdisziplin deinen Weg. Setze dir positive Ziele. Und dann gehe auf einem mittleren Weg voran. Etwas Freude, etwas Liebe, etwas spirituelle Praxis, etwas Ruhe und etwas Aktivität. Vorwärts. Gelingen.

Was du für den spirituellen Weg brauchst

Padmasambhava: „Die einzige Erkenntnis, die du brauchst, ist es, dass das Leben ohne Erleuchtung letztlich leidvoll und unbefriedigend ist. Die einzige Ermutigung, die du brauchst, ist das Wissen, dass der Erleuchtungsgeist bereits in dir ist. Es liegt nur an dir selbst dauerhaft im Glück, in der Liebe, in der Kraft, in der Wahrheit und im Frieden zu leben. Du brauchst nur den festen Willen glücklich zu sein. Du musst dich für das Glück und nicht für das Leid entscheiden. Du musst erkennen, dass dein Glück vorwiegend von deinen Gedanken, deinem spirituellen Weg und deiner spirituellen Verwirklichung abhängt. Spirituelle Verwirklichung ist Selbstverwirklichung. Wie lange willst ein fremdbestimmtes Leben führen? Wie lange willst du fremdgesteuert von der Konsumideologie, von der Leistungsideologie, von der Ideologie des äußeren Glücks sein? Erkenne, dass das Glück in dir liegt und verwirkliche es. Verwirkliche dein wahres Selbst, dass darin besteht eins mit allem zu sein und dadurch im Licht und in der Liebe zu leben.

Der einzige Meister, den du brauchst, ist deine eigene innere Wahrheit. Du musst auf die Stimme deiner inneren Weisheit hören. Dann findest du den Weg zu einem Leben im Licht. Die Vollkommenheit ist bereits in dir, wenn es dir gelingt alle Gedanken bereits an der Wurzel abzuschneiden. Das gelingt dir durch ein Leben der Ruhe, der Meditation und der beständigen Achtsamkeit auf deine Gedanken und Gefühle. Die einzige Zuflucht, die du brauchst, ist die Zuflucht zur großen Freude, mit der du alle deine Mitmenschen erfüllen kannst.

Die einzige Erleuchtung, die du brauchst, ist die Erkenntnis, dass das äußere Leben nur ein Spiel deines Geistes ist. Dein Geist bestimmt, ob du erleuchtet im Glück oder unerleuchtet im Leid lebst. Es hängt von deinen Gedanken ab, ob in dir Gefühle von Liebe, Frieden und Glück herrschen. Oder ob du vorwiegend in Gefühlen von Angst, Wut, Trauer und Sucht lebst. Es hängt von deinen Gedanken ab, ob du an Freude und Leid anhaftest oder ob du frei wie ein Vogel im wolkenlosen Himmel fliegst. Es hängt von deinen Gedanken ab, ob du in der Liebe zu allen Wesen lebst oder im dunklen Turm deines Egos verweilst. Es hängt von deinen Gedanken ab, ob du den Weg der Dunkelheit oder den Weg des Lichts gehst. Selbst wenn du dich auf dem spirituellen Weg noch so sehr anstrengst, wirst du kaum vorankommen, wenn du nicht an einem ruhigen Ort lebst. Selbst wenn du Erleuchtungserfahrungen hast, wirst du immer wieder zurückfallen, wenn du dich mit weltlichen Menschen und Energien umgibst. Wenn du nicht weißt, wie du schwierige Lebensumstände in den spirituellen Pfad umwandelst, wirst du keine dauerhafte Erleuchtung erreichen. Alles beginnt mit einem klaren Entschluss. Wie willst du dich entscheiden?“

100. Die Versuchung. Überwindung des Egos. Bleibe fest auf deinem spirituellen Weg. Was ist heute deine Versuchung? Wie überwindest du sie? Gelingen.

Mara versucht Buddha

Als Buddha kurz vor seiner Erleuchtung am Fuße des Bodhibaumes meditierte, erschien in seinem Geist Mara (der Teufel, das Ego) und wehrte sich gegen die beginnende Erleuchtung. Es tauchten weltliche Wünsche auf. Es tauchte das auf, woran Buddha noch anhaftete und was er ablehnte. Es tauchten schöne Frauen auf, die ihn mit Beziehungswünschen versuchten. Es tauchten Wünsche nach Reichtum und Macht auf. Es tauchten Dinge und Situationen auf, die er ablehnte. Buddha streckte eine Hand zur Erde und ließ alle weltlichen Wünsche los. Er opferte sein Ego. Er ließ seinen Eigenwillen los und opferte sich in das Leben, in sein gegebenes Schicksal, in die Einheit der Natur. Gleichzeitig erweckte er mit der zur Erde gestreckten Hand seine Kundalini-Energie (sein Wurzelchakra, Erdung). In ihm entstanden Frieden und Glück.

Die fünfzehn Hindernisse auf dem spirituellen Weg

Padmasambhava ist der Begründer des tibetischen Buddhismus. Er brachte das indische Yogawissen nach Tibet. Er verband den Buddhismus mit dem Hatha-Yoga (Kundalini-Yoga), Gottheiten-Yoga (Vorbild-Meditation), Karma-Yoga (Bodhisattva-Weg), Tantra-Yoga (Verbindung von Spiritualität und Leben), Guru-Yoga (Verbindung mit einem erleuchteten Meister) und der Meditation.

Er schenkte uns das Wissen von den fünfzehn Hindernissen auf dem spirituellen Weg, damit wir sie überwinden und auf unserem Weg siegen können (aus: Der Führer auf dem Weg zur Wahrheit)

1. Du hast den spirituellen Weg für dich entdeckt. Aber jetzt fehlt dir die Disziplin zum regelmäßigen Üben. Es erscheint der Dämon der Faulheit. Weisheit ohne Selbstdisziplin ist sinnlos. Lebe nach einem spirituellen Tagesplan. Überfordere und unterfordere dich nicht.

2. Du lebst noch in der Welt und bist von weltlichen Energien umgeben. Sie lenken dich vom spirituellen Weg ab. Es erscheint der Dämon der Wechselhaftigkeit. Mal lebst du spirituell und mal weltlich. Erfolg hast du auf dem spirituellen Weg nur dann, wenn du ihn zur Basis deines Lebens machst.

3. Wenn du eine Zeitlang konsequent praktiziert hast, erscheint der Dämon des Zweifels. Du fragst dich, es richtig ist den spirituellen Weg zu gehen. Denke gründlich nach, bleibe auf deinem Weg und mit der Zeit werden die Zweifel verschwinden.

4. Jetzt taucht leider der Dämon des Rückfalls auf. Du gibt deinen spirituellen Weg für eine kurze Zeit auf und fällst in die Welt der weltlichen Genüsse zurück. Besinne dich wieder. Sei ein Stehaufmännchen. Orientiere dich an positiven Vorbildern. Lebe als Sieger.

5. Kaum bist du stabil auf deinem spirituellen Weg, kommt der Dämon der Einbildung. Du denkst, dass du alles weißt. Erkenne, dass es noch viel zu lernen gibt. Der spirituelle Weg ist ein Weg des ewigen Lernens. Du kannst ewig an Weisheit wachsen. Erkenne, dass du noch ein Anfänger auf dem spirituellen Weg bist. Pflege dein Anfängerbewusstsein.

6. Du kommst spirituell voran. Vielleicht hast du sogar schon eine Erleuchtungserfahrung gemacht. Jetzt besteht die Gefahr von Stolz. Du denkst, dass du besser bist als andere. Ein Erleuchteter hat ein Einheitsbewusstsein. Er sieht sich in allem. Er dient allem. Er ist demütig und bescheiden.

7. Du denkst, dass dein spiritueller Weg der einzig Wahre ist. Laß das Vergleichen. Übe dich in Toleranz. Erkenne die Weisheit auch in den anderen spirituellen Wegen. Lerne von allen Weisheitslehrern. Die höchste Wahrheit ist über allen religiösen Systemen.

8. Du bekommst besondere spirituelle Kräfte (Siddhis). Jetzt besteht die Gefahr, dass du sie für dein Ego und für negative Ziele verwendest. Du praktizierst schwarze Magie. Lass davon ab. Rede nicht von deinen besonderen Fähigkeiten. Setze sie nur zum Wohle anderer ein oder um dich zu schützen. Jetzt wird es wichtig, dass du als Bodhisattva (Karma-Yogi) lebst.

9. Du kannst die feinstofflichen Energien spüren und wirst plötzlich sehr sensibel. Breche deinen Weg nicht ab. Lerne unangenehme Energien zu ertragen. Sorge gut für dich, grenze dich ausreichend von anderen ab, ziehe dich öfter zur Erholung zurück, reguliere deine Energien mit deinen spirituellen Techniken, aber bleibe auf deinem Weg. Sei bereit Leid in Kauf zu nehmen, um anderen zu helfen.

10. Es entsteht großes Glück in dir. Jetzt besteht die Gefahr der Trägheit. Du vernachlässigst deine äußeren Pflichten. Du kannst deine Energie nicht positiv lenken. Starke Energie kann zu starker Anhaftung an weltliche Genüsse führen. Bleibe konsequent auf dem Weg der Weisheit. Visualisiere dich als tatkräftige Gottheit und du kannst wieder zum Handeln kommen. Mit einem kreativen Gottheiten-Yoga kannst du deine Energien in die richtige Bahn lenken. Finde kreativ das Vorbild, welches du gerade brauchst. Lenke deine Energie in die Liebe, die Weisheit, die Kraft oder die Ruhe.

11. Du gelangst in die große Leere, in die Egolosigkeit, ins Nirwana. Jetzt besteht die Gefahr, dass die Leerheit selbst zur Falle wird. Du wirst ein Opfer des Nihilismus. Aus deiner Sicht ist nichts mehr wichtig. Kultiviere das große Mitgefühl zu allen Wesen. Sieh hin bei dem Leid deiner Mitwesen. Das gibt dir die Kraft weiter zu handeln.

12. Aber das Mitgefühl kann auch eine Falle werden. Du brennst darauf deinen Mitmenschen spirituell zu helfen, obwohl du selbst noch nicht vollständig erleuchtet bist. Du trittst als spiritueller Lehrer auf, obwohl du selbst noch viel zu lernen hast. Verankere dich in der Ruhe und in deinem spirituellen Weg. Konzentriere dich darauf vorwiegend dich selbst zu retten. Lehre deine Mitmenschen sich selbst zu helfen. Verbrauche deine Energien nicht auf dem Weg des Helfens.

13. Du hast Visionen nach denen du als großer Prophet auftreten sollst. Du hast göttliche Eingebungen. Du channelst höhere Wesen. Erkenne das als Ausgeburt deines Egos. Durchdringe deine Visionen mit Weisheit. Überprüfe, ob sie aus dem Ego oder aus dem Licht kommen. Bleibe immer in der Ruhe und der Demut.

14. Jetzt erscheint der Dämon der Ungebundenheit. Du siehst dich als verrückten Heiligen, dem alles erlaubt ist. Du handelst spontan, ohne die langfristigen Folgen deines Handelns zu bedenken. Bewahre deinen Verstand. Denke langfristig. Halte dich an die Regeln in deiner Gesellschaft. Lebe normal und unauffällig. Verankere dich in der Ruhe und handele aus der Ruhe heraus. So kannst du am besten deinen Mitmenschen auf dem spirituellen Weg helfen.

15. Solange du nicht die vollkommene Befreiung erreicht hast, werden Hindernisse und Dämonen in endloser Reihenfolge auftauchen. Wenn du dich jedoch klar in der Weisheit und der Liebe verankerst, wirst du jedes Problem lösen können. Nichts kann dich dauerhaft von deinem spirituellen Weg abbringen.

101. Der Sieg. Feier deinen Erfolg. Was ist heute dein Erfolg?

Buddhas Sieg

Buddha hat lange nach der Erleuchtung gesucht. Er hat viele Wege ausprobiert. Er war bei vielen spirituellen Lehrern. Er hat sechs Jahre streng als Yogi in der Abgeschiedenheit praktiziert. Aber keine der spirituellen Techniken führte ihn zum Erfolg. Als er alles ausprobiert hatte und nicht weiter wusste, setzte er sich einfach unter einen Baum und ließ alles los. Er meditierte immer tiefer. In der ersten Nacht erkannte er das Gesetz des Karma. Jede Handlung hat eine Wirkung. Aus guten Taten folgt gutes Karma. Aus schlechten Taten folgt schlechtes Karma. Am besten praktiziert man Taten der Weisheit und der Liebe. In der zweiten Nacht tauchten die früheren Lebens Buddhas in seinem Bewusstsein auf. Er erkannte, dass der Mensch sich über viele Leben zur Erleuchtung hin entwickelt. In der dritten Nacht begriff er das Ego als zentrale Ursache allen Leidens. Er begriff das Prinzip der Anhaftung. Er fand den Weg zur Überwindung des Egos, der im Wesentlichen aus Meditation und Gedankenarbeit besteht. Er löste sein Ego auf und erwachte. Es gab kein Ich mehr. Er war eins mit allem. Er war eins mit dem Leben. Alle Wünsche verschwanden. Er ruhte wunschlos im glücklichen Sein. Er war zu einem Buddha geworden. Jetzt gab es nichts mehr zu erreichen. Er war am Ziel und lebte im Ziel.

102. Mitgefühl. Nach seiner Erleuchtung sieht Buddha das Leid seiner Mitmenschen. Er erkennt, dass er vielen Menschen spirituell helfen kann. Er beschließt sein Wissen an seine Mitmenschen weiterzugeben. Sieh hin bei dem Leid deiner Mitwesen. Wo kannst du helfen? Was berührt dich besonders? Was kannst du tun? Welche Fähigkeiten und Möglichkeiten hast du? Wo kannst du helfen? Praktiziere heute eine Tat des Mitgefühls. Konzentriere dich auf das Leid deiner Mitmenschen und du überwindest dein eigenes Leid. Wer als Bodhisattva (Buddha der Liebe) lebt, hat immer eine positive Aufgabe. Er hat immer Glück und Liebe in seinem Herzen. Er lebt in einem Buddhafeld der Liebe. Die Liebe trägt ihn durch das Leben.

Ananda (der Diener Buddhas)

Ananda war ein Hauptschüler Buddhas. Er war 25 Jahre lang der persönliche Diener Buddhas und begleitete seinen Meister auf allen Reisen. Er kannte alle Reden und alle Lehren Buddhas. Nach dem Tod von Buddha gab er sein umfassendes Wissen an die buddhistische Gemeinschaft weiter. Er erhielt die Weisheit Buddhas für die Nachwelt.

Ananda war ein sanfter Mönch mit viel Liebe für seine Mitmenschen. Seine größte Tat war die Öffnung des buddhistischen Ordens für die Frauen. Buddha wollte keine Frauen in seiner Gemeinschaft. Er litt vermutlich noch immer unter der Trennung von seiner Familie und hatte deshalb eine Neigung dazu die Existenz von Frauen zu verdrängen. Ananda hatte Mitgefühl mit den Frauen und wollte auch ihnen den Weg der Erleuchtung ermöglichen. Er argumentierte so lange für die Frauen, bis Buddha nachgab. Nach der Gründung des Nonnenordens war Ananda der spirituelle Lehrer der Frauen. Er kümmerte sich um sie wie eine Mutter.

103. Das Wirken von Wundern. Was unterscheidet einen Buddha von einem gewöhnlichen Erleuchteten (Arhat, Heiligen)? Ein Buddha besitzt besondere spirituelle Fähigkeiten (Siddhis) und kann Wunder wirken. Insbesondere ist er allgegenwärtig, allwissend, allmächtig und allgütig. Er kann jeden sehen, spüren und hören, der sich geistig mit ihm verbindet. Er weiß genau, was in der jeweiligen Situation richtig ist. Wenn du den spirituellen Weg gehst, werden Wunder geschehen. Hast du schon Wunder erlebt? Was ist das Wunder in deinem Leben? Wo kannst du Wunder tun? Erkenne das Wunderbare in deinem Leben.

Erwachen, Erleuchtung und Wunder
 
Anandamayi Ma war laut ihrer Aussage seit ihrer Geburt im erwachten Zustand und hat diesen Zustand auch nie verloren. Im Alter von etwa zwanzig Jahren praktizierte sie sieben Jahre lang zuerst körperliche Yoga-Übungen, um den Körper von den Verspannungen und Energieblockaden zu reinigen. Dann machte sie geistige Übungen (Gottheiten-Yoga). Sie visualisierte sich als verschiedene erleuchtete Gottheiten und erweckte dadurch die Kundalini-Energie. Dann verbrachte sie drei Jahre in einer intensiven Meditation. Sie verweilte in einer großen Ruhe. Dadurch wandte sich ihre Energie nach innen und löste den Rest ihrer Verspannungen und ihrer Energieblockaden. Und dann entstand plötzlich ein unermessliches Glück in ihr. Von da an verweilte sie dauerhaft in einer großen Glückseligkeit. Man ist mit Licht (spiritueller Energie) gefüllt und strahlt Lichts aus. Das ist Erleuchtung.

Es gibt also das Erwachen und die Erleuchtung. Buddha erwachte durch seine Meditation unter dem Bodhibaum. Es wird beschrieben, dass auch er sich gedanklich mit dem Teufel (Mara, seinem Ego, seinen weltlichen Anhaftungen) auseinandersetzten musste. Er akzeptierte Alter, Krankheit und Tod. Er nahm das Leben so an wie es ist und erlangte dadurch inneren Frieden.

Im Pali-Kanon wird wenig von der Kundalini-Energie geschrieben. Nur, dass Buddha das Festbinden der Kundalini am Scheitelchakra ablehnte, wie es von einigen Yogis praktiziert wurde. Man muss die Kundalini-Energie frei fließen und sich frei entwickeln lassen, damit man zur Erleuchtung gelangen kann. Das hat Buddha offensichtlich getan, denn er wird auf vielen Statuen mit der Kundalini-Schlange und mit Aura-Symbolen dargestellt. Auch seine Handhaltungen deuten auf Energiearbeit hin.

In der tantrischen Epoche wurde dann die Energiearbeit im Hinduismus und im Buddhismus verstärkt und systematisiert. Daraus entwickelte sich der Hatha-Yoga und der tibetische Buddhismus (tantrischer Buddhismus, Vajrayana). Hier wird hauptsächlich mit der spirituellen Energie, den Chakren und den inneren Energiekanälen gearbeitet. Spirituelle Energie ist in den verschiedenen Kulturen unter verschiedenen Namen bekannt wie Prana, Chi, Odem oder Heiliger Geist. Sie ist eng verbunden mit den Gefühlen. Manche Menschen können sie direkt spüren und manche über ihre Gefühle.

Ich bekam mein Energiegespür, nachdem ich ein halbes Jahr bestimmte Yogaübungen gemacht habe. Danach war ich in der Lage Yoga auf einer tieferen Ebene zu praktizieren. Ich konnte mit bestimmten Techniken wie Körperhaltungen, Visualisierungen, Feueratmung und Mantren meine Energie aktivieren. Und ich konnte die Energien anderer Menschen spüren und ihnen energetisch helfen. Ich konnte ihnen übersinnlich helfen, weil ich über eine höhere Energie- und Bewusstseinsebene mit ihnen verbunden war. Das war für meine Arbeit als Yogalehrer in den Gruppen sehr hilfreich. Ich habe meine Arbeit aus meinem inneren Gespür heraus praktiziert. Ich wusste intuitiv, was meine Gruppenteilnehmer jeweils brauchten.

Im Laufe meines spirituellen Weges haben sich die einzelnen Chakren bei mir geöffnet und für kurze Zeit ihr volles Potential gezeigt. Es begann mit meinem Herzchakra. Ich wünschte beim Spazierengehen allen Wesen Glück und gelangte plötzlich in eine Dimension unermesslicher Liebe. Ich spürte Liebe zu allen Wesen. Ich war die Liebe selbst. An einem anderen Tag öffnete sich mein Kraftchakra im Unterbauch. Plötzlich hatte ich große Kraft in mir. Als ich meine Mutter im Krankhaus besuchte, öffnete sich auf dem Heimweg mein Wurzelchakra im Beckenboden. In mir entstand eine unermessliche Gelassenheit und ein großer Gleichmut. Ich überwand damit alles Leid der Welt. Man hätte mir ein Bein abschneiden können und es hätte mir nichts ausgemacht. In Leidsituationen ist so ein Gleichmut von großem Vorteil. Mein Scheitelchakra öffnete sich schon mehrmals vollständig. Es ist das Chakra des Einheitsbewusstseins und der Erleuchtung.

Erleuchtung bedeutet, dass alle Chakren und alle Energiekanäle gereinigt sind. Dann kann die spirituelle Energie in uns fließen. Die spirituelle Energie wird uns befähigen Wunder zu tun und zu erfahren.

Die zehn übersinnlichen Fähigkeiten eines Buddhas sind: 1. Entscheidungsfreiheit über die Länge deines Lebens. 2. Macht über den eigenen Geist (du kannst immer deinen Frieden und dein Glück bewahren) 3. Alles Notwendige zum Leben und für deinen spirituellen Weg kommt von alleine in dein Leben 4. Du kannst die Art deiner Geburt und dein zukünftiges Leben selbst bestimmen. 5. Du besitzt schöpferischen Ideenreichtum (Du kannst erfolgreich als Künstler, Schriftsteller oder spiritueller Lehrer sein). 6. Du besitzt umfassende Einsicht in den spirituellen Weg und kannst deinen Anhängern kreativ und individuell helfen. 7. Du kannst Wunder tun (Heilen, Hellsehen, Gedankenlesen). 8. Du verfügst über die Fähigkeit der Allgegenwart (du kannst deine Anhänger an allen Orten sehen und fühlen). 9. Du verfügst über die Fähigkeit der Allwissenheit (du kennst die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft deiner Schüler. Du verfügst über umfassendes intuitives Wissen). 10. Du verfügst über die Fähigkeit der Allmacht (du kannst deinen Anhängern energetisch umfassend helfen. Du kannst ihnen die Energien von Kraft, Gelassenheit, Glück und Klarheit übertragen,)

Wikipedia: Arhatschaft im Mahayana bezeichnet jemanden, der lediglich die Ich-Vorstellung vollständig aufgelöst hat. Infolge steht im Mahayana das Erlangen der Arhatschaft als eigenständige geistige Entwicklungsstufe unmittelbar vor dem Eintreten in die sogenannten zehn Bodhisattva-Stufen, die direkt zur Erleuchtung führen. Jede dieser Stufen bezeichnet einen geistigen Entwicklungsstand, der mit dem Auftreten spezieller Kräfte (Siddhi) einhergeht. Die geistige Fähigkeit, zum Nutzen der fühlenden Wesen zu wirken, nimmt mit jeder Stufe zu und mündet im Erlangen der Erleuchtung (Buddhaschaft).

104. Der Tod. Es gibt den Tod. Das Leben des Körpers endet eines Tages. Das ist das Gesetz der Natur. Auch ein Buddha ist dem Gesetz der Natur unterworfen. Alles ist vergänglich. Alles Materielle kommt und geht. Wir können uns nur den Gesetzen der Natur unterordnen und positiv mit den Dingen fließen. Buddha wurde achtzig Jahre alt und starb in der Löwenhaltung. Er durchlief in der Meditation die vier Stufen der Versenkung und ging ins Parinirvana ein. Seine letzten Worte lauteten: „Strebt unerläßlich.“ Strebt unerläßlich nach Erleuchtung und Selbstverwirklichung. Verwirklicht das erleuchtete Selbst. Das Bewusstsein ist ewig. Das erleuchtete Bewusstsein kann ewig in den glückseligen Bereichen im Jenseits leben, im Paradies, im Ort der höchsten Wahrheit (Gott, Sathyaloka), im Licht. Der einfachste Weg ins Licht aufzusteigen ist ein Mantra beim Sterben. Das einfachste Mantra ist „Ja“. Wenn wir bejahend durch alle Schwierigkeiten und durch den Tod gehen, bleiben wir im inneren Frieden und Glück. Wir werden ins Licht aufsteigen. Buddha lehrte es an nichts anzuhaften, weder am Leben noch am Tod. Das ist der Weg des Weisen.

Padmasambhava: „Wer ohne Anhaftung stirbt, wer alle Unreinheiten (den inneren Stress, die Verspannungen, Traumata) geläutert und alle energetischen Knoten gelöst hat, wird im Augenblick des Todes nicht von seinen inneren Dämonen überfallen, sondern findet das Licht. Wer in diesem Augenblick sein Gewahrsein aufrecht erhält, verschmilzt mit dem Licht.“

Dalai Lama: „Das Bewusstsein wird immer da sein. Das Körperbewusstsein wird aufhören zu existieren, wenn unser Körper stirbt. Aber das grundlegende höchste Bewusstsein wird immer existieren. Es besitzt keinen Anfang und kein Ende. Dieses Bewusstsein wird andauern. Wenn wir die Buddhaschaft erreichen, wird dieses Bewusstsein zum Allwissen erleuchtet.“

Buddhas Tod laut Pali-Kanon: „Aus der ersten Versenkung heraus trat er in die zweite Versenkungsstufe ein; aus der zweiten Versenkung heraus trat er in die dritte Versenkungsstufe ein; aus der dritten Versenkung heraus trat er in die vierte Versenkungsstufe ein; aus der vierten Versenkung heraus ging der Erhabene unmittelbar in das Große Nirvana ein.“

Lucy überwindet die Angst vor dem Tod

Lucy war eine junge Frau. Sie hatte große Angst vor dem Tod. Sie stellte sich viele Fragen. Gibt es ein Leben nach dem Tod? Oder ist mit dem Tod alles zu Ende? Gibt es eine Reinkarnation? Wie kommt man am besten durch den Tod? Wie muss man am wenigsten leiden?

Gerade war ihre Mutter gestorben. Sie war an Krebs erkrankt und hatte einen langwierigen und schmerzhaften Tod. Lucy hatte sich sehr hilflos und hoffnungslos gefühlt. Sie hatte lange gebraucht, um den Tod ihrer Mutter zu verarbeiten. Sie war sehr traurig gewesen. Lange Zeit konnte sie keine Lebensfreude mehr spüren.

Lucy wusste, dass es bei Angst am besten ist genau hinzusehen. Wenn man die Situation genau betrachtet, findet man meistens einen Weg gut durch die Situation zu kommen und die Angst zu überwinden. Lucy beschloss sich gründlich mit dem Thema Tod zu beschäftigen. Sie las viele Bücher und versuchte ihre Fragen zu klären.

Die Frage eines Lebens nach dem Tod ist in der heutigen Zeit sehr umstritten. Die meisten Wissenschaftler denken atheistisch und glauben, dass mit dem Tod des Körpers das Leben zu Ende ist. Sie halten das Bewusstsein für eine Funktion des Körpers. Stirbt der Körper, stirbt auch das Bewusstsein. Dagegen melden viele Wissenschaftler große Zweifel an. Es gibt fünf Hauptargumente für ein Leben nach dem Tod. Das stärkste Argument ist es, dass viele Menschen nach dem Tod ihren Angehörigen erscheinen. Die Angehörigen wissen dann auf übersinnliche Weise von dem Tod ihrer Angehörigen, obwohl sie ihn real oft erst später erfahren.

Des Weiteres gibt es die Nahtodforschung. Viele Menschen können bei einer Nahtoderfahrung ihren Körper verlassen und zum Beispiel die Operation von oben beobachten, obwohl sie zu der Zeit bewusstlos sind. Sie können dann im Nachhinein alles genau beschreiben. Viele Menschen erinnern sich an frühere Leben. Diese Erinnerungen wurden oft nachgeprüft und bestätigt. Viele erleuchtete Meister können mit ihrem Bewusstsein ins Jenseits reisen und das Jenseits genau beschreiben. Alle großen Religionen glauben an ein Leben nach dem Tod. Im Hinduismus glaubt man an die Reinkarnation. Buddha konnte bei seiner Erleuchtung seine früheren Leben sehen. Insofern geht auch der Buddhismus von der Möglichkeit der Reinkarnation aus.

Lucy kam nach langem Nachdenken zu dem Ergebnis, dass es wahrscheinlich ein Leben nach dem Tod gibt. Sie wünschte sich einen guten Tod. Sie wünschte sich eine gute Wiedergeburt und wollte möglichst nach dem Tod ins Licht aufsteigen. Dazu gibt es im Buddhismus viele Techniken. Die einfachstes Technik ist die Anrufung von Buddha Amitabha. Lucy praktizierte konsequent ihren spirituellen Weg. Ihre Haupttriebkraft war ihre Angst vor dem Tod. Als sie zur Erleuchtung gelangte, verschwand alle Angst vor dem Tod. Es war ihr völlig egal, ob es ein Leben nach dem Tod gibt. Sie lebte dauerhaft im glückseligen Jetzt.

105. Guru-Yoga. Ohne Meister erreichen nur wenige Menschen das spirituelle Ziel, mit einem Meister ist es nur eine Frage der Zeit, bis du zur Erleuchtung gelangst und im Licht lebst. Verbinde dich mit einem erleuchteten Meister, Buddha, dem Dalai Lama, Mutter Meera …. Lies in seinen Büchern, sieh dir Videos an, meditiere auf sein Bild. Visualisiere ihn oder sie an seinem/ihrem Ort. Denke seinen/ihren Namen mehrmals als Mantra, bis du dich verbunden fühlst. „Om Dalai Lama. Om alle Buddhas und Bodhisattvas. Om innere Weisheit. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg.“ Folge deiner inneren Stimme, dem Gefühl der Richtigkeit. Großer Segen. Gelingen.

Acht Buddhisten streiten über die Zufluchtnahme

Die Zufluchtnahme ist ein zentraler Begriff im Buddhismus. Manche Menschen behaupten sogar, dass die Zufluchtnahme darüber entscheidet, ob man ein Buddhist ist. Oft wird die Zufluchtnahme jeden Tag als Ritual praktiziert, damit ein Buddhist seinen Weg nicht wieder verliert.

Acht Buddhisten stritten darüber, was Zufluchtnahme genau bedeutet. Der erste Buddhist erklärte: „Ich nehme Zuflucht zu Buddha, damit ich selbst eines Tages ein Buddha werde. Buddha ist mein spirituelles Vorbild. Wenn ich mich jeden Tag mit Buddha verbinde, wachse ich immer mehr zur Erleuchtung.“

„Das ist ja schön und gut,“ meinte der zweite Buddhist, „das Entscheidende am Buddhismus ist aber nicht der Buddha, sondern die Lehre des Buddhas. Nur wenn du die Lehre Buddhas praktizierst, wirst du ein Buddha. Die Lehre besteht aus der täglichen Meditation und der beständigen Achtsamkeit auf die Gedanken, die Gefühle, die Umwelt und den spirituellen Weg. Wir müssen es lernen im inneren Frieden, in der Liebe und in der Wahrheit zu leben. Dadurch erwachen wir und verwirklichen unsere Buddha-Natur.“

Der dritte Buddhist behauptete: „Am wichtigsten ist die buddhistische Gemeinschaft. Die meisten Menschen haben nur wenig Selbstdisziplin. Ohne eine spirituelle Gruppe bleiben nur etwa 20 % der Menschen auf ihrem Weg. Mit einer Gruppe können 90 % dauerhaft ihre spirituelle Praxis bewahren. Der Buddhismus lebt durch seine Sangha. Deshalb wird im Zen die Sangha in den Mittelpunkt gestellt.“

Der vierte Buddhist rief: „Ohne einen lebenden erleuchteten Meister kommt kaum ein Mensch zur Erleuchtung. Erleuchtung bedeutet egoloses Sein. Wer das egolose Sein nicht kennt, kann den Weg dort hin nicht finden. Sein Ego wird seine Erleuchtung immer verhindern, außer es wird durch Zufall, zum Beispiel durch einen Unfall, zerstört. Das wichtigste am spirituellen Weg ist der authentische erleuchtete Meister. Deshalb nimmt man im tibetischen Buddhismus vorwiegend Zuflucht zum spirituellen Lehrer, zum Lama, zum Guru. Man verbindet sich mit der Energie des Lamas und wächst so im Laufe der Zeit in die Erleuchtung hinein. Da der Lama das Ziel kennt, weiß er auch, was der einzelne Schüler braucht, um spirituell voranzukommen. Der spirituelle Meister ist das wichtigste auf dem spirituellen Weg. Deshalb heißt es auch: Ist der Schüler bereit, erscheint der Meister in seinem Leben.“

Der fünfte Buddhist widersprach: „Wir müssen Zuflucht zur Erleuchtung nehmen. Alles andere wird uns nicht vor dem Leid des Lebens beschützen. Nur wer erleuchtet ist, geht glücklich durch den Tod und steigt ins Nirwana auf. Alle anderen Zufluchtnahmen sind Hilfsmittel. Sie können uns mal schaden und mal nützen. Es gibt gute und schlechte Meister. Es gibt gute und schlechte buddhistische Gruppen. Wer die buddhistische Lehre dogmatisch praktiziert, kommt spirituell nicht voran. Genauso ist es mit der Fixierung auf Buddha als Vorbild. Wir brauchen ein gutes Gespür für uns selbst. Nur so können wir erkennen, was uns nützt und was uns schadet. Das Entscheidenden auf dem spirituellen Weg ist die eigene innere Weisheit. Je mehr Weisheit wir besitzen, desto weniger werden wir ein Opfer unseres Egos und des Egos der anderen Menschen.“

Der sechste Buddhist war immer noch nicht zufrieden mit der Debatte: „Das ist alles Ego-Gerede. Ins Licht bringt uns nur die umfassende Liebe. Wer nur für sein eigenes Glück strebt, endet immer im Ego. Es gibt viele scheinbar erleuchtete Menschen, die letztlich doch nur ihr Ego leben. Man erkennt sie daran, dass sie nach Macht, Geld, Sex oder Anerkennung streben. Ein wahrer Erleuchteter zeichnet sich durch Demut, Bescheidenheit und umfassende Liebe aus. Wenn wir es üben allen Wesen mit Liebe zu begegnen, wachsen wir zur Erleuchtung. Wenn wir uns in allen Wesen sehen können, uns mit ihnen identifizieren, brechen wir in ein Einheitsbewusstsein durch. Wenn wir als Bodhisattva leben, dann gelangen wir in die egolose umfassende Erleuchtung. Dafür ist es wichtig regelmäßig zu meditieren und auf unsere Gedanken zu achten, aber entscheidend ist die Praxis der umfassenden Liebe. Entscheidend ist es als Bodhisattva zu leben. Dann bekommen wir Hilfe von allen Buddhas und Bodhisattvas, die je gelebt haben und in Zukunft leben werden.“

Der siebte Buddhist schüttelte den Kopf bei so viel Unweisheit: „Ihr müsst alle Methoden gleichzeitig praktizieren. Das ist der sicherste Weg ins Licht. Alle Methoden ergänzen sich gegenseitig. Wir brauchen Buddha als klare Orientierung. Wir brauchen die Lehre, um spirituell üben zu können. Wir brauchen eine Gruppe, einen Meister und unsere innere Weisheit. Und natürlich brauchen wir die Liebe auf unserem Weg. Ohne die Liebe ist alles nichts und führt ins Nichts. Erleuchtung ohne Liebe bedeutet Versacken im Nirwana. Erleuchtung mit Liebe erfüllt die Welt mit Frieden und Glück.“

Der achte Buddhist lachte über das vergebliche Bemühen seiner Freude: „Ihr denkt alle noch dualistisch. Erkennt eure Welt als Paradies und ihr seid erleuchtet. Alles ist richtig so wie es ist. Erkennt euch selbst als erleuchtet und ihr verwirklicht spontan eure Buddha-Natur. Ihr könnte so viele Methoden praktizieren, wie ihr wollt. Nur wenn ihr das dualistische Denken überschreitet, wacht ihr aus dem Traum des Samsara auf. Ihr seid alle schon erleuchtet. Die Welt ist bereits erleuchtet. Alles ist Licht und das Licht ist in allem. Nehmt Zuflucht zu eurer Buddha-Natur. Das genügt.“

Jetzt waren die Buddhisten völlig verwirrt. Und das war gut so. Denn das zwang sie zum eigenen Nachdenken. Und so konnten sie ihren eigenen Weg finden und auf ihrem persönlichen Weg in ein Leben im Licht gelangen.

106. Hatha-Yoga. Der ursprüngliche hinduistische Yoga bestand nur aus Atemübungen, der Meditation und der Gedankenarbeit. So wird es bei Patanjali beschrieben. Und so praktizierte es auch Buddha. Damit brach er zwar nicht zur Erleuchtung durch, aber ich sehe die sechs Jahre, die Buddha als Yogi gelebt hat, als eine wichtige Vorbereitungs- und Reinigungszeit. Yoga gehört deshalb aus meiner Sicht zum Buddhismus dazu. Die Köperübungen des Hatha-Yoga wurden erst im Mittelalter in Indien entwickelt und dann in etwas veränderter Form nach Tibet gebracht, wo sie mit dem tibetischen Buddhismus verschmolzen. Es gibt viele Formen der Körperarbeit, die für die Gesundheit und die innere Reinigung wichtig sind. Finde deinen Weg der Körperarbeit und praktiziere sie jeden Tag oder mindestens zweimal in der Woche. Heute ist ein Tag der Köperarbeit. Was möchtest du heute tun? Schüttelmeditation, Yoga-Walking, Heilyoga, tibetische Niederwerfungen, Runen-Yoga, Qi Gong, Tai Chi. Hatha-Yoga. Spazieren gehen, Shaolin-Kampfkunst, Yoga-Morgenroutine.

Wikipedia: „Hatha Yoga (von hatha „Kraft, Hartnäckigkeit, Vereinigung mit dem Absoluten“) ist eine Form des Yoga, bei der das Gleichgewicht zwischen Körper und Geist vor allem durch körperliche Übungen (Asanas), durch Atemübungen (Pranayama) und Meditation angestrebt wird. Ein wichtiger Vertreter ist Goraksha – ein Schüler von Matsyendra –, der dem shivaitischen Tantrismus verbunden war. Svatmarama gilt als Verfasser des Hathapradipika, einer Schrift aus dem 14. Jahrhundert, sie leitet die Blütezeit des Hatha-Yogas im 14. und 15. Jahrhundert ein. Hatha Yoga war anfänglich zur Unterstützung anderer Yoga-Formen konzipiert, erfreute sich jedoch rasch großer Beliebtheit und wurde schon bald als eigenständige Yoga-Form betrachtet. Im westlichen Kulturkreis versteht man unter Yoga oft hauptsächlich Hatha Yoga.“

Der Yogi Jalandhara

Jalandhara war ein großer Yogi. Er lebte vor etwa 1000 Jahren in Indien. Er war ein Brahmane, ein Hindu aus der Priesterklasse. Aber er war mit dem Leben sehr unzufrieden. Überall sah er Leid und Elend in der Welt. Deshalb ging er zu einem Friedhof, um dort über den tieferen Sinn des Lebens zu meditieren. In der Meditation erschien ihm eine Dakini. Sie erklärte ihm, dass er auserwählt worden sei, den Menschen auf der Erde spirituell zu helfen. Dann verschwand sie. 

Am nächsten Tag ging Jalandhara wieder zum Friedhof. Er setze sich in den Schatten eines großen Baumes und begann wieder zu meditieren. Er hoffte, dass ihm wieder die Dakini erscheinen und ihm weitere Hinweise geben würde. Aber stattdessen stieg plötzlich die Kundalini-Energie in seinem Körper auf. Je weiter sie aufstieg, desto ruhiger wurde Jalandhara. Als die Kundalini-Energie die Mitte seines Kopfes erreicht hatte, gab es plötzlich einen Bewusstseinsumschwung. Sein Bewusstsein wurde in das höchste Paradies (das Paradies der Dakinis) geschleudert. Dieses Paradies nennt man im Yoga Sathyaloka, den Ort der höchsten Wahrheit. Jalandhara ruhte gedankenlos in einem Zustand höchsten Glücks, absoluter Wahrheit und umfassender Liebe. Sein Ego hatte sich aufgelöst und er verweilte längere Zeit im Zustand der Erleuchtung. 

Jalandhara genoss das Glück im Paradies und kehrte dann mit seinem Bewusstsein in seinen Körper zurück. Ihm war klar, dass er jetzt das Ziel aller Seelen, den tieferen Sinn der endlosen Abfolge von Wiedergeburten kannte. Eine Seele musste sich so oft inkarnieren, bis sie bereit war für die Erfahrung des höchsten Paradieses. Im Buddhismus spricht man zwar nicht von einer Seele. Buddha lehnte die Existenz einer ewigen Seele ab. Er sprach von Anatman, dem Nicht-Selbst. Das Nicht-Selbst ist das egolose Bewusstsein eines Erleuchteten. Man kann auch vom höheren Selbst, dem erleuchteten Selbst sprechen. Und dieses Selbst kann nach dem Tod des Körpers dauerhaft ins Parinirvana, ins höchste Glück aufsteigen. Es kann sich aber auch immer wieder auf der Erde verkörpern, um den Mitwesen auf dem spirituellen Weg zu helfen. 

Jalandhara kannte als Brahmane die Schriften aller Religionen. Er verstand sie jetzt auf einer tiefen Ebene und begriff, dass alle Religionen letztlich eins sind. Sie sind Wege zu dem höchsten Ziel. Jalandhara war gespannt, was weiter passieren würde. Er ging deshalb wieder zur Meditation auf den Friedenhof, der in Indien der Platz ist, wo die Leichen verbrannt werden. Es sah der Verbrennung der Leichen zu und trat in eine tiefe Meditation ein. Wieder stieg die Kundalini-Energie wie ein dicker Wasserstrahl in seinem Körper auf, erreichte den Kopf, öffnete das Scheitelchakra und schoß jetzt über den Kopf hinaus. Sie öffnete alle Chakren, die sich über dem Kopf befinden und im tibetischen Buddhismus als über dem Kopf gestapelte Köpfe dargestellt werden. Die Energie stieg bis zum Himmel auf und floss dann seitlich im großen Kreis eines kosmischen Mandalas wieder zur Erde herab und in Jalandhara hinein. Jalandhara war jetzt mit der Einheit des Universums verbunden. 

Einige Tage später machte Jalandhara noch eine dritte Erfahrung auf dem Leichenbrandplatz. Diesmal kam plötzlich vom Himmel ein großes Licht herab und floß durch das Scheitelchakra in ihn hinein. Er war so voll Licht, dass er Licht ausstrahlte und sich auf seinem Kopf eine große Energieflamme bildete. Diese Flamme wird im Christentum als Feuerzunge bezeichnet, im Buddhismus manchmal auf dem Kopf von Buddhastatuen abgebildet und bei den indischen Götterfiguren als hohe Krone dargestellt. 

Mit diesen drei Erfahrungen war die Einweihung Jalandharas abgeschlossen. Jetzt musste er selbstständig seinen Weg finden. Jalandhara zog an einen abgeschiedenen Ort und praktizierte dort sieben Jahre als Yogi. Er ging jeden Tag spazieren, las in den Schriften, meditierte viel und probierte die verrücktesten Yogaübungen aus. Sein Ziel war es wieder seine Kundalini-Energie zu erwecken und in den Zustand des großen Glücks zurückzukehren. Im Laufe der Jahre konnte er schrittweise seine Erleuchtung vertiefen und seine Energiekanäle und Chakren immer weiter öffnen.

Jalandhara wird in Statuen oft mit den Armen kreisförmig um den Kopf herum dargestellt. Diese Körperhaltung (Mudra) symbolisiert das Einheitsbewusstsein. Mit dem unteren Fuß zerstört er sein Ego und mit dem oberen Fuß verstärkt er seine Kopfenergie. Jalandhara wird sowohl im Hinduismus als auch im Buddhismus verehrt.

107. Paradies-Yoga ist ein Weg zur Erleuchtung. Erkenne deine Welt als Paradies. Welcher Gedanke bringt dich in die Paradies-Sicht? Du kannst mehrere positive Dinge aufzählen? In der Essenz ist deine Welt ein Paradies, weil du darin den Weg zur Erleuchtung gehen kannst. Mache jeden Tag deine persönlichen Übungen. Meditiere mindestens 15 Minuten. Organisiere deine Welt so, dass du darin zur Erleuchtung wächst. Großer Segen. Gelingen.

Die Geschichte vom Paradiesapfel

Der Meister hielt einen Apfel in der Hand, der einige faule Stellen hatte. Insgesamt war der Apfel aber schön anzusehen. So ist es auch mit der Welt und unserem Leben. Der Meister erklärte seinen Schülern: „Das ist der Paradies-Apfel.“ Die Schüler protestierten: „Der Apfel hat faule Stellen. Er ist schlecht.“ Der Meister erklärte: „Ihr konzentriert euch auf die faulen Stellen. Darum erfahrt ihr euer Leben als unglücklich. Ich sehe vorwiegend das Positive. Darum lebe ich im Paradies. Es ist alles eine Frage des Bewusstseins. Das erleuchtete Bewusstsein ruht im Wesentlichen und ist gleichmütig beim Unwesentlichen. Das Wesentliche ist der innere Frieden, die Liebe, das Glück und die Erleuchtung. Das Wesentliche ist es seine Welt als Buddhafeld zu erkennen, indem man zur Erleuchtung wachsen und in der Erleuchtung leben kann.“ Ein Meister der Spiritualität verankert seinen Geist in der Ganzheit, im Positiven, im Nirvana (in Gott) und lebt dadurch im Erleuchtungsbewusstsein, in einem Paradiesbewusstsein seiner Welt. Auch wenn er manchmal Emotionen wie Wut und Trauer spürte. Aber sie beeinträchtigten ihn nicht in der Tiefe seines Bewusstseins. Weil er letztlich durch sein Bewusstseinstraining immer in der Ruhe, in der Liebe und im Glück bleibt.

108. Der spirituelle Tagesplan. Folge einem spirituellen Tagesplan. Meditiere zu einer bestimmten Zeit. Mache Yoga oder eine Gehmeditation zu einer bestimmten Zeit. Lies zu einer bestimmten Zeit in einem spirituellen Buch. Tue zu einem anderen Menschen etwas Gutes. Genieße eine bestimmte Zeitlang bewusst das Leben. Praktiziere eine Tat der Freude oder mache etwas, das dir Spaß bringt (Malen, Singen, Schreiben, ein Hobby). Sei den ganzen Tag achtsam auf deine Gedanken. Stoppe negative Gedanken (Stress, Anhaftung, Sucht). Motiviere dich mit positiven Gedanken. Entwickele Eigenschaften wie Liebe, Frieden, Weisheit, Glück und Selbstdisziplin. Gönne dir von Zeit zu Zeit in deinem Leben eine Auszeit, ein spirituelles Retreat, eine Zeit der Ruhe und Erholung. Nutze jede freie Zeit für den spirituellen Weg. Organisiere dein Leben so, dass du daran ins Licht wächst. Buddha lehrte die drei Techniken Meditation, Gehen und Gedankenarbeit im ständigen Wechsel als Hauptweg zur Erleuchtung. Praktiziere so viele Zeiten der Spiritualität täglich, dass dadurch ein beständiger innerer Reinigungsprozess entsteht. Spüre genau, was du wann wie brauchst. Wie sieht dein spiritueller Tagesplan aus? Was ist heute dein Weg der Spiritualität?

Der Dalai Lama hat Humor

Wenn Seine Heiligkeit zu Hause in Dharamsala ist, steht er morgens um drei Uhr auf. Nach der morgendlichen Dusche beginnt er den Tag mit Gebeten, Meditationen und Niederwerfungen. Um fünf Uhr macht er einen kurzen Rundgang über das Gelände seiner Residenz. Bei Regenwetter absolviert er seinen Spaziergang auf einem Laufband. Das Frühstück wird um fünf Uhr dreißig serviert. Seine Heiligkeit frühstückt in der Regel heißen Porridge, Tsampa (Brei aus geröstetem Gerstenmehl), Brot mit Marmelade und Tee und hört dabei immer die BBC News (englischer Nachrichtensender) im Radio. Von sechs bis neun Uhr führt Seine Heiligkeit seine Morgenmeditation und die Gebete fort. Ab neun Uhr studiert er meistens verschiedene Texte und Kommentare von großen buddhistischen Meistern. Gegen 11.30 Uhr gibt es dann Mittagessen. Zu Hause in Dharamsala ernährt sich Seine Heiligkeit vegetarisch. Wenn er auf Reisen ist, lockert er diese Diät jedoch ab und zu. Gemäß den strengen Vinaya-Regeln (buddhistische Ordensregeln) isst Seine Heiligkeit nicht zu Abend. Zwischen 12.30 und 15.30 Uhr steht er in seinem Büro für Besprechungen mit seinem Personal, Audienzen sowie für Interviews zur Verfügung. An einem normalen Nachmittag im Büro gibt der Dalai Lama ein Interview und empfängt mehrere Tibeter und Besucher anderer Nationen zur Audienz. Um fünf Uhr nachmittags trinkt er seinen Abend-Tee. Dann folgen Abendgebete und Meditation. Gegen 19 Uhr geht er zu Bett.

Der Dalai Lama hat viele Bücher geschrieben. Er hat erklärt, dass der Buddhismus mit der Wissenschaft gehen muss. Wenn die Wissenschaft zu anderen Erkenntnissen kommt als der Buddhismus, dann ist der Dalai Lama bereit den Buddhismus zu verändern. Der Dalai Lama ist undogmatisch. Und er lacht gerne. Er ist ein heiterer Buddha. Wenn er Interviews gibt, sieht man ihn meistens lachen. Durch sein positives Vorbild inspiriert er viele Menschen auf der Welt. Folgende Zitate stammen aus dem Buch „Mit dem Dalai Lama durch das Jahr“:

„Das Glück ist das Ziel unseres Lebens. Selbst jene, die einem spirituellen Pfad folgen, tun dies nur, um das Glück zu finden.

Glücklichsein ist eine der besten Methoden, um gesund zu werden und es auch zu bleiben.

Wirkliches Glück muss von innen kommen. Menschen, die alleine nach materiellem Reichtum streben, kämpfen einen Kampf, der sie physisch und psychisch aushöhlt.

Das Glück hat viele Ebenen. Ich stelle mir das Glück als ein harmonisches Zusammenspiel von innerem Frieden im Herzen eines Menschen und von äußerem Frieden unter den Völkern vor. Armut und Elend bringen kein glückliches Leben. Man muss seine Grundbedürfnisse befriedigen können, man braucht zu essen, sauberes Wasser und ein Dach über dem Kopf.

Ein glücklicher Mensch ist, wer mit sich selbst im Reinen ist.

Die Quelle für das Glücklichsein ist ein liebendes und mitfühlendes Herz. Wenn man in Gedanken, Worten und Werken ständig versucht, andere glücklich zu machen, merkt man schnell, dass daraus ganz natürlich eigenes Glück erwächst.

Liebe ist der Wunsch jene glücklich zu sehen, die unglücklich sind.

Wut kann unter bestimmten Umständen nützlich sein. Von Mitgefühl motiviert sorgt Wut für ein rasches Handeln.

Es genügt nicht die Gewalt aus der Welt zu schaffen. Man muss die Menschen vor allem dazu ermutigen, Liebe und Zuneigung füreinander zu entwickeln.

Innerer Frieden und heitere Gelassenheit lassen sich durch den spirituellen Weg entwickeln. Der Friede und die Glückseligkeit des Nirvana ist ein Zustand völligen Freiseins vom Leid.

Ohne Meditation können die höheren spirituellen Wege nicht beschritten werden.

Alle religiösen Glaubensrichtungen verfolgen trotz philosophischer Differenzen ein ähnliches Ziel.

Das Bewusstsein wird immer da sein, auch wenn der Körper stirbt.

Wenn wir die Buddhaschaft erreichen, wird das Bewusstsein zum Allwissen erleuchtet. Dennoch wird es als individuelle Wesenheit weiterexistieren.“

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