Erleuchtung, Gott und Gottesbeweis

von Nils Horn (2009)

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Gott ist durch die Erleuchtung zu beweisen. Ein Erleuchteter sieht Gott und lebt in Gott. Der aktuelle Erkenntnisstand der Wissenschaft. Viele humorvolle und spannende Diskussionen in den Internetforen. Was ist Gott? Wie gelangt man zu einem Leben in Gott?

—>Video Gott und Gottesbeweis

Gott ist durch die Tatsache der Erleuchtung zu beweisen. Wer erleuchtet ist, kann Gott sehen und spüren. Er lebt in Gott. Er sieht Gott als eine Art Licht, das die gesamte Welt durchdringt. Er fühlt Gott als Energie um sich herum und in sich. Er spürt Gott als inneres Glück, inneren Frieden und innere Kraft. Er erkennt, dass er sich in einer höheren Wahrheit befindet, die man auch als umfassende Liebe beschreiben kann.

Es gibt Millionen Zeugen auf der Welt für die Tatsache der Erleuchtung. Millionen Menschen in allen Kulturen und zu allen Zeiten haben die Erleuchtung erlangt. Es gab Erleuchtete bei den Schamanen der Frühzeit, den Germanen (Druiden), Indianern (Medizinmänner), in Afrika, Amerika, Australien, Asien und Europa. Sie alle haben die gleiche Erfahrung gemacht. Sie haben Gott nur mit anderen Worten beschrieben: Natur, Kosmos, Tao, Brahman, Nirvana, Manitu, Allah, Jahwe.

Die bekanntesten Erleuchteten sind Jesus, Buddha, Moses, Laotse, Sokrates, Krishna und Patanjali. Auch in der heutigen Zeit leben tausende von erleuchteten Menschen auf der Welt. Auch in Deutschland. Diese Tatsache wird durch die westlichen Massenmedien gerne verdrängt, weil sie nicht in das Konzept eines konsumorientierten Lebens passen. Aber wer auf dem Buchmarkt sucht, wird viele Erleuchtungsberichte finden.

Die heutige Wissenschaft hat die Erleuchteten vielfach untersucht und ihre besonderen Fähigkeiten bestätigt. Jeder kann den Beweis nachprüfen. Er kann entweder selbst den Weg der Erleuchtung beschreiben. Dann wird er Gott sehen. Oder er kann den Zeugenaussagen der Erleuchteten vertrauen.

Es muss betont werden, dass Gott ein Begriff aus der Wahrnehmung eines Erleuchteten ist. Wer nie die Erleuchtung erfahren hat, kann nicht wirklich kompetent über Gott reden. Es ist als ob jemand, der noch nie geliebt hat, Gedichte über die Liebe schreibt.

Ansonsten kann man sagen, dass die moderne Wissenschaft auf die Existenz von Gott hinweist. Albert Einstein hat die Energie als Grundsubstanz des Kosmos erkannt. Hier ist eine Nahtstelle zu Gott. Aber Gott geht noch weit darüber hinaus. Vieles wird die Wissenschaft in den nächsten Jahrhunderten begreifen.

Es gibt verschiedene Religionen auf der Welt. Jede echte Religion gründet sich auf einen Erleuchteten: Das Judentum auf Moses, das Christentum auf Jesus, der Buddhismus auf Buddha, der Hinduismus auf viele Erleuchtete. Religionen ohne einen erleuchteten Gründer sind keine echten Religionen (Scientology). Das Zentrum einer Religion ist die Erleuchtung. Religion will zur Erleuchtung hinführen.

Was ist Gott?

Im Judentum, Christentum und im Islam wird Gott im Schwerpunkt als eine handelnde Person gesehen. Gott ist ein höheres Wesen, das man als Mensch ansprechen und um Hilfe bitten kann.

Im Hinduismus, Buddhismus und Taoismus (chinesische Philosophie) bevorzugt man den abstrakten Gottesbegriff. Gott wird vorwiegend als eine höhere Energie, als ein Seinszustand, als Bewusstseinszustand und als Kosmos gesehen. Gott wird Brahman, Nirvana oder Tao genannt.

In allen grossen Religionen gibt es verschiedene Definitionen von Gott. Es gibt Anhänger des persönlichen und des abstrakten Gottesbegriffes. Im Hinduismus wird Gott einerseits als umfassendes Brahman (kosmische Energie) verstanden, andererseits ist er in der Bhagavadgita aber auch ein handelndes Wesen. Als Krishna hat sich Gott auf der Erde inkarniert und den Indern den Weg der umfassenden Liebe (Karma-Yoga) geschenkt.

Wenn Gott sich auf der Erde inkarniert, bedeutet das, dass sich eine in einer höheren Energiedimension des Kosmos befindende erleuchtete Seele in den Bereich der Materie begibt und einen materiellen Körper annimmt. Wir alle können unser Bewusstsein zur Erleuchtung hin entwickeln und als Erleuchteter sterben. Danach können wir in der Lichtwelt der Erleuchteten bleiben oder nach einiger Zeit wieder auf die Erde zurückkehren. Das ist nach der Aussage des Buddhismus, Hinduismus und Christentums möglich. Im Buddhismus nennt man solche Seelen Bodhisattvas, im Hinduismus Nitya-Siddhas (Karma-Yogis).

Bei Moses dominiert der abstrakte Gottesbegriff. In seiner zentralen Definition beschreibt Moses Gott mit den Worten: „Ich bin.“ Diese Worte verweisen auf Gott als glücklichen Seinszustand, den man in der Erleuchtung erfährt. In den Worten „Ich bin“ ist der Hauptweg zur Erleuchtung enthalten. Der Mensch muss ein kosmisches Bewusstsein entwickeln. Dabei verliert er sein Ich-Bewusstsein (sein Ego). Er erfährt sich als reines Bewusstsein, als eins mit allem und kann von sich nur sagen: „Ich bin.“ Er kann nicht sagen : „Ich bin der… (Name).“ Er identifiziert sich mit allem, empfindet sich persönlich als Nichts (Egolos) und seinen Bewusstseinszustand als Sein. Im Yoga spricht man vom Sat-Chid-Ananda, der Verbindung aus Sein-Einheitsbewusstsein-Glückseligkeit.

Obwohl sich beide Gottesdefinitionen in allen großen Religionen befinden, kann man doch sagen, dass im Christentum die persönliche und im Hinduismus die abstrakte Sichtweise vorherrscht. Daraus ergeben sich viele Konflikte und Missverständnisse zwischen den Anhängern der jeweiligen Religion. Jede Seite behauptet, das wahre Verständnis von Gott zu besitzen.

Eine große Brücke zwischen den Religionen hat Amma (Mata Amritanandamayi) gebaut. Amma ist derzeit die Hauptrepräsentantin des Hinduismus im Westen. Nach Amma gibt es im Kosmos große erleuchtete Wesen (vollständig erleuchtete Seelen). Diese Wesen besitzen ein kosmisches Bewusstsein. Sie fühlen sich eins mit dem Kosmos (mit Gott). Und sie empfinden sich auch untereinander letztlich alle als eins. Man kann deshalb sagen, dass sie alle ein Wesen sind. Und man kann es so ausdrücken, dass sie sich alle als Freunde ansehen.

Nach Amma fühlt sich bei einem Gebet immer eines dieser höheren Wesen angesprochen und reagiert. Dabei ist es egal, welchen Namen ein Mensch verwendet. Es ist egal, ob man Allah, Gott, Jesus, Krishna oder Buddha anruft. Wichtig ist nur, dass man von einer höheren Instanz im Kosmos Hilfe haben möchte.

Gott wird im Christentum oft als Wolke beschrieben. Dieses Bild passt gut zu den großen erleuchteten Wesen. Sie sind Energiewolken aus einem hochentwickelten Bewusstsein. Sie können in allen Dimensionen des Kosmos handelnd eingreifen. Sie können ihre Lichtstrahlen in alle Bereiche des Kosmos senden. Oft wirken sie durch Symbole (Bücher, Bilder, Statuen), die an bestimmten Orten stehen. Als spirituell fortgeschrittener Mensch spürt man die Energiestrahlen, die aus den Statuen und Bildern der erleuchteten Meister kommen. Sie verwandeln sich dann zu innerer Kraft, Frieden oder einem positiven Gedanken.

Die erleuchteten Wesen helfen jedem Menschen, der sie geistig anruft. Sie helfen aber nicht immer so, wie wir uns das vorstellen und gerne möchten. Das Hauptziel der erleuchteten Wesen ist die Erleuchtung ihrer Mitwesen und der Aufbau eines glücklichen Kosmos. Egoistische Wünsche erfüllen sie deshalb nur begrenzt. Wenn ein Mensch aber für das Glück aller Wesen arbeitet oder nach Erleuchtung strebt, dann bekommt er umfassende Hilfe.

Wenn wir die Dinge genau betrachten, gibt es Gott als kosmisches Bewusstsein und als handelndes Wesen. Gott als kosmisches Bewusstsein verweist uns auf die Erleuchtung. Gott als handelndes Wesen sind die erleuchteten Meister. Der beste Weg ist es, nach Erleuchtung (innerem Glück, innerem Frieden) zu streben und sich dabei von den erleuchteten Meistern helfen zu lassen. Dann werden wir eines Tages in Gott ankommen und genau wissen, was Gott ist.

Von Gott kann man nur sagen, dass es gut ist, in Gott zu leben. Es ist besser, erleuchtet zu sein, als nicht erleuchtet zu sein. Zur Erleuchtung zu gelangen, ist der tiefere Sinn des Lebens. Dieses Ziel muss aber nicht in einem Leben erreicht werden. Wir sollten uns keinen Stress machen. Stress ist der Erleuchtung abträglich. Wir sollten den spirituellen Weg finden, den wir persönlich langfristig erfolgreich gehen können.

Der dreifache Gottesbeweis

Im Christentum wird Gott als Vater, Sohn und Heiliger Geist definiert. Daraus ergibt sich der dreifache Gottesbeweis. Der dreifache Gottesbeweis ist ein Weg, Spiritualität und Wissenschaft miteinander in Einklang zu bringen.

1. Gott als Vater ist der Kosmos. Gott ist kosmische Energie. Albert Einstein hat nachgewiesen, dass der Kosmos im Wesentlichen aus Energie besteht. Gott als Energie ist gut beweisbar. Nach Amit Goswami (Das bewusste Universum, 1992) ist das Bewusstsein die höchste Form der Energie. Hier gibt es noch viel zu forschen. Aber man kann bereits erkennen, dass sich moderne Atomphysik und Spiritualität immer mehr annähern.

2. Gott als Sohn ist jeder Erleuchtete. Er verkörpert das Gottesbewusstsein. Es gibt viele erleuchtete Menschen auf der Erde. Die Tatsache der Erleuchtung ist wissenschaftlich gut zu beweisen. Man kann die Erleuchteten befragen und ihre besonderen Fähigkeiten messen. Das wird von der Gehirnforschung auch bereits praktiziert.

Die Christen müssen sich allerdings von der Idee verabschieden, dass Jesus der einzige Erleuchtete (Sohn Gottes) ist. Diese Idee ist psychologisch verständlich, wissenschaftlich aber völlig unhaltbar. Jedes kleine Kind denkt, dass sein Vater der Größte ist. Wenn man erwachsen wird, erkennt man, dass es viele Väter gibt, ebenso wie es viele Erleuchtete gibt.

3. Gott als heiliger Geist ist die spirituelle Energie (Aura, Energiefeld), die ein dafür sensibler Mensch in sich und um sich herum spürt. Er spürt sie als eine Art Licht, Wasser, Kraft, Liebe, Frieden, Einheit und Glück. Der heilige Geist kann Verspannungen auflösen und (psychosomatische) Krankheiten heilen. Er kann die körperlichen Selbstheilungskräfte stärken. Er kann inneren Frieden, inneres Glück und Erleuchtung bewirken.

Den heiligen Geist kann man durch spirituelle Übungen erzeugen oder von erleuchteten Meistern übertragen bekommen. Solange man das Gespür für die spirituelle Energie nicht besitzt, ist die Existenz Gottes emotional schwer nachvollziehbar. Ich habe 1987 ein halbes Jahr jeden Tag eine halbe Stunde Yoga gemacht, dann entstand bei mir plötzlich das Energiegespür. Ich hatte Kontakt zur Transzendenz. Ich konnte als Yogalehrer die Energien meiner Leute spüren. Ich fühlte mich mit der ganzen Welt verbunden. Das war eine große Gnade.

Was die spirituelle Energie genau ist, muss wissenschaftlich noch erforscht werden. Ich vermute, dass es sich dabei um eine Quantenstrahlung (Quantenfeld um die Quanten/kleinste Teilchen) und um eine Verbindung zum höheren kosmischen Informationsfeld (zur einer höheren kosmischen Dimension) durch ein weitentwickeltes Bewusstsein bei Menschen und auch bei Tieren handelt. Jedenfalls war diese Energie bei allen Völkern der Welt zu allen Zeiten bekannt. Die spirituelle Energie hat eine große Bedeutung für die Heilung psychischer Krankheiten (Energieaufbau). Sie wird von Körpertherapeuten und Geistheilern vielfach genutzt. Es gibt auch Heiler, die damit körperliche Krankheiten heilen können. Dieses wurde in vielen Filmen dokumentiert, die teilweise auch im Fernsehen zu sehen sind.

Die spirituelle Energie fühlt sich als heiliger Geist an, weil sie scheinbar aus einer ganz anderen Dimension zu uns kommt. Mit ihrer Energie können die Erleuchteten (fortgeschrittene spirituelle Menschen) handeln und uns helfen. In der Bibel wird beschrieben, wie Jesus zu Pfingsten den heiligen Geist auf seine Jünger ausschüttete. Er erfüllte seine Anhänger mit spiritueller Energie. Sie fühlten sich in sich glücklich, erstrahlten in einer Aura aus Licht und spürten kleine Energieflammen (Zungen) auf ihren Köpfen (Scheitelchakra). Mir ist das 1987 nach einer intensiven Meditation auch einmal geschehen.

Wikipedia Erleuchtung (Zitate): Erleuchtung bezeichnet nach der am weitesten verbreiteten Auffassung eine religiös-spirituelle Erfahrung, bei der das Alltagsbewusstsein eines Menschen überschritten wird und eine besondere dauerhafte Einsicht in eine, wie auch immer geartete, gesamtheitliche Wirklichkeit (Nils: Gott) erlangt wird. Allerdings wird auch von Vermittlungsproblemen gesprochen, davon, dass es für „Unerleuchtete“ schwierig bis unmöglich zu sein scheint, den Bewusstseinszustand der „Erleuchtung“ nachzuvollziehen oder zu verstehen, ohne ihn selbst erlebt zu haben.

Mystik aus Wikipedia: Der Ausdruck Mystik bezeichnet heute im allgemeinen Sprachgebrauch Berichte und Aussagen über die Erfahrung einer höchsten Wirklichkeit sowie die Bemühungen um eine solche Erfahrung. Atheisten sprechen von der wahren Natur allen Seins oder der tiefen kosmischen Einheit aller Dinge. In theistischen Religionen ist das transzendente Element stets Gott. Als Gotteserfahrung gedeutete mystische Erlebnisse kennen u. a. Strömungen des Judentums, des Christentums, des Islams und des Hinduismus. Sie finden in unterschiedlichsten Begriffen und Wendungen Ausdruck. Beispielsweise wird die Seligpreisung „Selig, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen.“ (Mt 5,8) auf die Reinheit von Affekten, sinnlichen Wahrnehmungen und Handlungsmotiven bezogen. Das „Gott schauen“ noch zu Lebzeiten wiederum kann als das klassisch mystische Motiv schlechthin angesehen werden.



Neueste Erkenntnisse der Physik

(Zitate aus einem Interview mit dem Physiker Hans-Peter Dürr (P.M. Magazin 05/2007). Die Zitate wurden aus Verständnisgründen von mir etwas vereinfacht.)

Dürr: „Im Grunde gibt es Materie gar nicht. Primär existiert nur das Verbindende ohne materielle Grundlage. Wir könnten es auch Bewusstsein (kosmischer Geist) nennen. Materie und Energie treten erst sekundär in Erscheinung – gewissermaßen als geronnener, erstarrter Geist.“

„Viele Erscheinungen der Quantenphysik sind nicht nur immateriell, sondern wirken in ganz andere, größere Räume hinein, die nichts mit unserem vertrauten dreidimensionalen Raum zu tun haben. Es ist ein reines Informationsfeld – wie eine Art Quantencode. Es hat nichts zu tun mit Masse und Energie. Dieses Informationsfeld ist nicht nur innerhalb von mir, sondern erstreckt sich über das gesamte Universum. Der Kosmos ist ein Ganzes, weil dieses Informationsfeld keine Begrenzung hat. Es gibt nur das Eine. Aber dieses Eine ist differenziert.“

Sie stehen in Ihrem 78. Lebensjahr. Glauben Sie an ein Jenseits? Gibt es eine Existenz nach dem Tode?

„Das ist eine sehr interessante Frage. Was wir Diesseits nennen, ist ja eigentlich die Schlacke, die Materie, also das, was greifbar ist. Das Jenseits ist die umfassende Wirklichkeit, das viel Größere. Das, worin das Diesseits eingebettet ist. Insofern ist auch unser gegenwärtiges Leben bereits vom Jenseits umfangen. Wenn ich mir also vorstelle, dass ich während meines diesseitigen Lebens nicht nur meine eigene kleine Festplatte (Nils: das Gehirn) beschrieben habe, sondern immer auch etwas in den geistigen Quantenfeldern (Nils: in der Seele, dem körperunabhängigen Bewusstsein) abgespeichert habe, dann geht das ja mit meinem körperlichen Tod nicht verloren. In dem Maße bin ich unsterblich.“

Zitate von Rolf Froböse (Nachzulesen in: readers-edition.de/2008/04/08/quantenphysiker-behaupten-es-gibt-ein-jenseits)

“ Neueste Ergebnisse aus der Quantenphysik lassen darauf schließen, dass es eine physikalisch beschreibbare Seele gibt, die im Jenseits weiter existiert. Das Fundament für die revolutionäre These liefert das quantenphysikalische Phänomen der Verschränkung. Das Verschränkungsprinzip besagt folgendes: Wenn zwei Quantensysteme (kleinste Energiemengen in der Atomphysik) miteinander in Wechselwirkung treten (Kontakt hatten), müssen diese fortan als ein Gesamtsystem betrachtet werden. Diese Verschränkung (innere Verbindung) bleibt auch dann erhalten, wenn der Zeitpunkt der Wechselwirkung weit in der Vergangenheit liegt und die zwei Teilsysteme inzwischen über große Distanzen getrennt sind.

Professor Dr. Hans-Peter Dürr, ehemaliger Leiter des Max-Planck-Instituts für Physik in München, vertritt heute die Auffassung, dass der Körper (Materie) und die Seele (Bewusstseinsenergie) im Kosmos getrennt existieren können. Seiner Auffassung nach gibt es ein Jenseits, das aus einem universellen Bewusstseinsfeld besteht. So glaubt Dürr aus rein physikalischen Erwägungen an eine Existenz nach dem Tode.“

Rolf Froböse in Die Welt vom 25. April 2008:

„Last, not least macht auch der britische Kernphysiker und Molekularbiologe Jeremy Hayward von der Universität Cambridge aus seiner Überzeugung keinen Hehl: „Manche durchaus noch der wissenschaftlichen Hauptströmung angehörende Wissenschaftler scheuen sich nicht mehr, offen zu sagen, dass das Bewusstsein neben Raum, Zeit, Materie und Energie eines der Grundelemente der Welt ist“.

Volker Becker (Gottes geheime Gedanken, 2006):

„Wissenschaftlich gesichert gilt, dass es vor 13,7 Milliarden Jahren einen Urknall, einen Anfang des Universums, gegeben hat. Alle Dinge im Kosmos, wie die Entstehung von Sternen oder die Bildung von Galaxien, lassen sich anhand physikalischer Gesetze nachvollziehen. Die Kette der Ursachen lässt sich bis zum Urknall zurückverfolgen.“

„Die Entstehung der Materie wird aufgrund von Quantenprozessen aus dem Nichts heraus erklärt. Physiker haben in Teilchenbeschleunigern die Entstehung von Teilchen aus dem Nichts nachgewiesen. Wir müssen heute davon ausgehen, dass das Nichts instabil ist und ohne erkennbaren Grund etwas hervorbringen kann.“

„Wir leben mit unserem Universum eingebettet in einen höherdimensionalen Raum. Dieser höhere Raum ist für unseren Verstand nicht fassbar, weil er nicht zu unserem materiellen Universum gehört. Es sieht so aus, als verschwände alles ins Nichts, während dahinter ein vier- oder noch mehrdimensionaler Kosmos wirkt.“

Der amerikanische Physikprofessor Amit Goswami

Ein großer Vorreiter auf diesem Weg ist der amerikanische Physikprofessor Amit Goswami von der Universität Oregan. Er schrieb 1992 das Buch „Das bewusste Universum“. Es wurde 2007 in Deutschland neu aufgelegt.

In seinem Buch beschreibt Goswami zuerst die wichtigsten Erkenntnisse der heutigen Quantenphysik. Dann entwickelt er seine Philosophie des monistischen Idealismus. Der monistische Idealismus erklärt, dass alles im Kosmos zusammengehört, dass das höhere Bewusstsein (Gott) das Zentrum ist und dass wir als Menschen zu einer idealistischen Lebensführung finden sollten.

Diese Weltsicht fußt in der Philosophie des Yoga, wonach das Bewusstsein die primäre Substanz des Kosmos ist. Das Bewusstsein wird als Gott, als eine höhere Dimension über unserem materiellen Kosmos, gesehen. Es ist eine feinstoffliche Energie, die hinter allen äußeren Erscheinungen steht und aus der sich die materiellen Erscheinungen manifestieren.

Bei dieser Philosophie geht es darum, die Erleuchtung in das Zentrum des menschlichen Denkens zu stellen. Ein Erleuchteter lebt im Licht. Er empfindet das Licht (Gott) als das Primäre und den restlichen Kosmos als das Sekundäre. Für einen Erleuchteten auf einer hohen Stufe der Bewusstseinsentwicklung löst sich der materielle Kosmos weitgehend auf, und er sieht in allen Erscheinungen der Welt vorwiegend das Licht.

Aus der Sicht des Yoga sind alle anderen Wissenschaften Hilfswissenschaften der Spiritualität. Das innere Glück und die umfassende Liebe sind für die Menschheit das Wesentliche. Mit unseren heutigen Fähigkeiten könnten wir eine glückliche Welt aufbauen. Wir könnten ein goldenes Zeitalter des Friedens, der Liebe und des ausreichenden Wohlstandes für alle erschaffen. Stattdessen versinkt die Welt im Chaos von Hunger, Krankheit und Krieg. Der materielle Reichtum der Welt wird für den oberflächlichen Luxus einiger weniger Reicher vergeudet, statt allen Menschen auf der Welt genug zu Essen zu geben und ihnen ein glückliches Leben zu ermöglichen. Das alles ist die Folge eines falschen materialistischen Weltbildes in der Wissenschaft.

Die neue Weltsicht der Physik sagt, dass wir alle zusammengehören. Wir leben in einem Kosmos, in einer Energie und in einer Glücksordnung. Wir sind alle durch die höhere Dimension geistig verbunden. Wenn wir uns dessen bewusst sind, können wir unseren Egoismus auflösen und stärker auf das Gesamtwohl achten.

Interview mit Amit Goswami

(Kurzfassung und Neuformulierung von mir unter Verwendung der wichtigsten Zitate)

Goswami: Von Anfang an – seit dem Beginn der Quantenphysik im Jahr 1900 – hat die Quantenphysik Hinweise darauf gegeben, dass sich unsere Sicht der Dinge ändern könnte. Von 1982 an kamen dann Ergebnisse aus den Laborexperimenten der Physiker. Das ist das Jahr, in dem in Frankreich Alain Aspect und seine Mitarbeiter das große Experiment (geistige Verknüpfung aller Quanten in einer höheren Dimension) durchführten, mit dem die Glaubwürdigkeit der spirituellen Ansätze, insbesondere der Transzendenz, schlüssig nachgewiesen wurde.

Als Hintergrund dazu sei gesagt, dass die Quantenphysik seit vielen Jahren Hinweise darauf gegeben hatte, dass es andere Ebenen der Realität gibt, als die materielle Ebene. Es begann damit, dass Quantenobjekte als Wahrscheinlichkeitswellen angesehen wurden. Anfangs dachte man: „Ach, sie sind bloß wie die üblichen Wellen.“ Aber es zeigte sich sehr schnell, dass sie nicht Wellen in Raum und Zeit waren. Sie haben Eigenschaften, die nicht mit denen der üblichen Wellen korrespondieren. Somit wurden sie als Potenzialwellen, Wellen von Möglichkeiten, erkannt. Und das Potenzial war Transzendenz, jenseits von Materie.

Allerdings war für eine lange Zeit die Tatsache, dass dies transzendentes Potenzial war, nicht sehr klar. Dann bewies Aspects Experiment, dass Objekte tatsächlich jenseits von Raum und Zeit verbunden sind – außerhalb von Raum und Zeit! In diesem Experiment gibt ein Atom zwei Lichtquanten ab, Photonen genannt, die in entgegengesetzte Richtungen ausstrahlen. Dennoch beeinflussen diese Photonen einander, ohne irgendwelche Signale auszutauschen. Beachten Sie bitte: Ohne irgendwelche Signale durch den Raum auszusenden, beeinflussen sie einander – und zwar sofort. Wenn wir die Drehung eines des beiden Photonen verändern, verändert sich sofort auch die Drehung des Partnerphotonen an dem anderen Ort. Das ist meßbar.

Nun hat Einstein jedoch vor langer Zeit bewiesen, dass zwei Objekte in Raum und Zeit einander nie sofort beeinflussen können, da sich alles nur innerhalb einer maximalen Geschwindigkeit bewegen kann, der Lichtgeschwindigkeit. Es wurde angenommen, dass jedes Signal räumlich ist und insofern eine bestimmte Zeit benötigt, um sich im Raum zu bewegen. Aspects Photonen jedoch – die Photonen, die von einem Atom in seinem Experiment freigesetzt wurden – beeinflussen einander in räumlicher Distanz, und da sie dies augenblicklich tun – schneller als mit Lichtgeschwindigkeit. Daraus lässt sich schließen, dass diese Einflussnahme sich nicht durch den Raum bewegt haben konnte. Stattdessen muss dieser Einfluss in einem anderen Realitätsbereich (Nils: über eine höhere Raumzeitdimension) stattgefunden haben.

Hamilton: Sie meinen also, dass die Vorstellung einer höheren Dimension eingeführt werden muss, um all dies zu verstehen.

Goswami: Ja. Henry Stapp, ein Physiker an der Universität von Berkeley in Kalifornien, sagt es ganz deutlich in einer seiner Arbeiten, die er 1977 schrieb: Dinge außerhalb von Raum und Zeit beeinflussen Dinge im Raum- und Zeitgefüge. Gar keine Frage, genau das geschieht mit Quantenobjekten im Bereich der Quantenphysik.

Hamilton: Was war ihre spezielle Entdeckung?

Goswami: Ich hatte das Glück, durch die Quantenphysik erkennen zu können, dass alle Paradoxa der Quantenphysik gelöst werden können, sobald wir Bewusstsein als Urgrund des Seins anerkennen. Das war mein spezifischer Beitrag – hier liegt natürlich das Potenzial für einen Paradigmenwechsel, denn nun können Wissenschaft und Spiritualität einander wirklich ergänzen.

Hamilton: Ihr Ansatzpunkt war die Gehirnforschung.

Goswami: Damals nahm man an, dass das Bewusstsein eine Folge des Gehirns sein müsse. Dann hätte alle Wirkung von den materiellen Elementarteilchen ausgehen müssen. Das war mir ein Rätsel. Und ich konnte ganz einfach keinen Weg finden, es zu lösen. Später erkannte ich, dass das Bewusstsein die primäre Realität ist. Über unserem materiellen Kosmos gibt es eine höhere Realität. Diese höhere Dimension besteht aus Bewusstseinsenergie.

Das Universum ist ein bewusstes Universum und wird durch Bewusstsein erzeugt. Bewusstsein ist die einzige wahre Realität, es existiert außerhalb der physikalischen Raumzeit. Bewusstsein ist kein Epiphänomen der Materie, keine Folge des Gehirns. Bewusstsein existiert nicht aus der Materie heraus, sondern es kann die Materie beeinflussen. Die Welt der Manifestationen geht letztlich aus einer transzendenten Ideenwelt hervor.

Der Gehirnforscher John Eccles hat erkannt, dass Nervensignale im Gehirn auf Quantenwellen basieren. Hier ist der große Verbindungspunkt zwischen der geistigen und der materiellen Welt. Der Geist ist eine vom Körper getrennte Energie, die über die Quanten als kleinste Teile unseres Kosmos auf das Gehirn einwirken kann.

Hamilton: Wann haben Sie sich auf die Suche nach einer neuen Weltsicht begeben?

Goswami: Mit 37 befriedigte mich jene Welt der Wissenschaftler nicht mehr, wo es Gott nicht gab und der Lebensinhalt nur darin bestand, mentalen Konzepten nachzujagen, um beruflichen Ruhm zu erlangen – sie befriedigte mich nicht mehr, und sie machte mich nicht glücklich. Sie war im Grunde nur voller Leiden.

Das brachte mich zur Meditation. Ich wollte sehen, ob es einen Weg gab, auf dem ich zumindest Trost oder sogar Glück finden konnte. Allmählich fand ich damit große Freude, aber das brauchte einige Zeit. Irgend etwas in mir wurde da aufgestoßen, genau kann ich es nicht erklären. Es war eine ultimative Wahrnehmung, die ich in diesem Moment hatte.

In meiner Psyche geschah eine totale Umkehr, und ich erkannte einfach, dass Bewusstsein der Urgrund allen Seins ist. Ich erinnere mich, dass ich eine ganze Nacht wach blieb, zum Himmel aufschaute und dabei ein wirklich mystisches Gefühl davon hatte, was die Welt ist, und die völlige Überzeugung, das ist die Art und Weise, wie die Welt ist. So ist die Wirklichkeit, und man kann Wissenschaft betreiben.

Feinstofflichkeit

Die feinstofflichen Energiezentren sind zunächst einmal eine Erfahrungstatsache auf dem Yogaweg . Wenn der Körper durch spirituelle Übungen ausreichend von seinen Verspannungen gereinigt ist, entwickelt sich ein besonderes Körpergespür. Der Yogi nimmt besondere Bereiche im Körper wahr, die für die Entwicklung seiner Kundalini -Energie und der Erleuchtung wichtig sind. Er kann diese Bereiche ( Chakren , Energiekanäle) durch Körperstellungen ( Asanas ) und durch Gedankenarbeit (Visualisierungen, Mantras ) beeinflussen. Er kann dadurch seinen inneren Frieden verstärken und sein inneres Glück (Wohlgefühl, Erleuchtung) entwickeln. [1]

Um was es sich wissenschaftlich gesehen bei dieser feinstofflichen Energie handelt, ist noch nicht ausreichend geklärt. Möglicherweise handelt es sich um Bewusstseinsfelder (siehe Nahtod-Erfahrung -Einzelmeinungen zu übernatürlichen Erklärungen, Pim van Lommel ) oder um eine ganz andere Dimension im Kosmos (Quantenfelder). [2]

Nils Horn:Yoga und Meditation Basis-Übungen.(Knol-Artikel 2009).Hans-Peter Dürr:Am Anfang war der Quantengeist.In:PM Magazin 05/2007

Was war vor dem Urknall?

Mitte Mai 2009 gab es im Fernsehen bei Scobel/3Sat eine spannende Bestandsaufnahme zu dem Thema Urknall und Gott. Die gestellte Frage an die drei anwesenden Wissenschaftler (zwei bekannte Physiker und Buchautoren, ein undogmatischer Religionsphilosoph) lautete: „Was war vor dem Urknall?“

Die herrschende Meinung in der Physik besteht darin, dass der Kosmos vor 13,7 Milliarden Jahren mit dem Urknall entstanden ist. Für die Sekunde Null versagen alle mathematischen Rechnungen. Für den Startpunkt und die Zeit vor dem Urknall kann die Physik keine beweisbaren Aussagen machen. Sie kann nur Hypothesen aufstellen. Die beiden derzeitigen Haupttheorien sind die String-Theorie und die Schleifentheorie (Schleifen-Quantengravitation).

Die String-Theorie wird von der großen Mehrheit der Wissenschaftler favorisiert. Sie besagt, dass das Universum aus mehreren Ebenen besteht. Über unserem materiellen Kosmos gibt es noch weitere Dimensionen. Mit dem Urknall ist unser Kosmos aus dem Nichts entstanden. Das Nichts ist aber kein leerer Raum, sondern besteht aus mehreren höheren Dimensionen. Genauso sieht es die Spiritualität. Die String-Theorie ist ein wichtiges Verbindungsglied zwischen der Wissenschaft und der Spiritualität.

Für die Entstehung unseres Kosmos aus dem höheren Raum wird von den String-Anhängern das Bild eines Kessels mit kochendem Wasser genannt. Das Wasser ist der höhere Raum (Nils: Jenseits, Lichtebene, Quantenfeld, Bewusstseinsdimension) und die darin entstehenden Dampfblasen sind die materiellen Kosma. Das Universum bringt aus dem Nichts (dem höheren Raum) ständig viele kleine Kosma hervor, die immer wieder kommen und vergehen.

Die Schleifentheorie besagt, dass es nur einen materiellen Kosmos gibt. Dieser Kosmos kommt und geht im ewigen Wechsel. Er dehnt sich aus und zieht sich wieder zusammen. Im Zeitpunkt der größten Verdichtung explodiert er und entsteht aus dem Urknall wieder neu. Nach dieser Theorie muss es Raum- und Zeitteilchen geben, die aber ebenso wie die String-Teilchen (kleinste Schwingungsstäbe/Membranen) experimentell (noch?) nicht nachweisbar sind.

Der Religionsphilosoph stellte fest, dass diese beiden Theorien erstaunlicherweise schon vor tausenden von Jahren von den erleuchteten Meistern Indiens vertreten worden sind. Er verwies auf den Tanz des kosmischen Shivas, durch den der materielle Kosmos ständig aus dem Nichts erschaffen und dann wieder zerstört wird. Alle drei Wissenschaftler waren sich einig, dass es erstaunliche Parallelen zwischen der indischen Philosophie und der modernen Physik gibt.

Wenn wir bei der indischen Philosophie genau hinschauen, finden wir dort sogar die beiden derzeitigen Haupttheorien zur Entstehung des Kosmos zu einer Theorie verdichtet. Die Basis dafür ist die Lehre von den drei Welten. Die erste Welt ist unser materieller Kosmos. Hinter unserem materiellen Kosmos gibt es zwei höhere Räume (Welten). Der erste höhere Raum ist die feinstoffliche Astrahlwelt und der zweite noch darüber liegende Raum ist die Lichtwelt. Die Lichtwelt ist in ihrem Zentrum das absolute Nichts, ruhendes Bewusstsein ohne Schwingung. Die Astrahlwelt ist Bewusstsein (feinstoffliche Energie) mit Schwingung.

Der oberste Gott des Lichts Vishnu ruht auf der Erleuchtungsschlange im absoluten Nichts, dass als weiße Energie (Milchmeer) visualisiert wird. Mit der Kraft seiner Gedanken (Astrahlwelt mit Schwingungen/Membranen/Strings) erschafft er den materiellen Kosmos (symbolisiert durch den Gott der Weisheit Brahma). Brahma (der Schöpfer) bringt dann die Materie mit ihren vielfältigen Erscheinungen (Berge, Pflanzen, Tiere, Menschen) hervor. Der Gott des Yoga Shiva tanzt dann einige Zeit mit der Materie, bis er sie wieder zerstört und im Nichts verschwinden läßt.

Nach der indischen Philosophie gilt in der ersten (materieller Kosmos) und zweiten Welt (Astrahlwelt) die String-Theorie. Aus dem Nichts, dem höheren kosmischen Raum (höchsten Lichtdimension, Milchmeer Vishnus, Wasser des Kochtopfs), entstehen und vergehen die kleinen Dampfblasen (Astrahlwelten und darin wiederum die materiellen Welten) jeweils mit einem Urknall. Es gibt viele materielle Welten und sie erscheinen immer wieder aus dem Nichts (kochenden Wasser).

Alle Welten (Materie und Astrahlwelt/schwingendes Bewusstsein) verschwinden ewig im höchsten Nichts (ruhenden Bewusstsein, Gott). Und manifestieren sich dann neu aus dem höchsten Nichts. Hier gilt die Schleifentheorie. Nach dem Erlöschen des Gesamtuniversums schläft Vishnu eine Zeitlang im gedankenlosen Licht und erwacht dann wieder. Er bildet einen Gedanken und der Tanz des Geistes und der Materie beginnt wieder.



Das Dreiwelten-Modell

Die erste Welt ist der materielle Kosmos, in dem wir Menschen leben.

Hinter dem materiellen Kosmos befindet sich die Astrahlwelt, die aus feinstofflicher Energie besteht. Die Wesen dort sind Formen aus feinstofflicher Bewusstseinsenergie. Sie können denken und fühlen. Sie leben als Seelen in einem großen Meer aus Energie, das aus verschiedenen Bereichen besteht.

Hinter dem Bewusstseinskosmos existiert noch ein dritter Raum, die Lichtwelt. In der Lichtwelt leben die erleuchteten Wesen. In der höchsten Dimension der Lichtwelt gibt es nur Ruhe, Liebe, Glück und Licht. Dort wird alles zu einem höheren Bewusstsein. Dieses Bewusstsein ruht aber nur. Es handelt nicht. Erst wenn es aus sich heraus vielfältige Energien entstehen lässt, beginnt der Tanz des Lebens.

Von der Lichtwelt aus kann man Gedanken in alle anderen Bereiche des Gesamtkosmos senden. Man kann überall handeln. Wie stark man handeln kann, hängt von der Entwicklung seines persönlichen Bewusstseins ab. Je weiter man entwickelt ist, um so mehr nimmt allerdings auch das Bedürfnis zu handeln ab. Es reicht einem aus, im Glück zu ruhen.

Vereinfacht kann man diese drei Welten mit der Beziehung von Eis, Wasser und Wasserdampf vergleichen. Die höchste Dimension ist der Wasserdampf (die Lichtwelt). Wir können Gott als eine Bewusstseinswolke visualisieren, die über den anderen beiden Welten schwebt und gleichzeitig auch in ihnen vorhanden ist.

Darunter befindet sich die Astrahlwelt als großes Meer aus Bewusstseinsenergie. In der Astrahlwelt gibt es Seelen verschiedenster Arten. Durch die Kraft ihrer Gedanken und Gefühle bewegen sie sich fort und kommunizieren untereinander.

In der Mitte des Energiemeeres befindet sich die Eiswelt (unser materieller Kosmos). Die Wesen dort bestehen aus festem Eis. Sie denken, dass es nur die Eiswelt gibt, weil sie nur die Eiswelt sehen können. Aber bei ihrem Tod schmilzt das Eis, die materielle Form verschwindet und die Seele geht als Wasser in die Wasserwelt. Dort bildet sie Kraft ihrer Gedanken eine Bewusstseinsform.

Wenn die Seele sehr weit entwickelt ist (durch spirituelle Übungen viel Licht/Wärme aufgenommen hat), kann sie sich noch einmal umwandeln und zu Wasserdampf (Licht) werden. Als Wasserdampfwesen kann sie dann in Gottes Lichtwolke leben.

Wenn die Seele in der Lichtwelt es möchte, kann sie auch wieder in die Eiswelt zurückkehren. Dabei bleibt sie aber immer eng mit Gott verbunden, weil sie Gott als ihre wahre Natur bereits kennengelernt hat. Wenn sie etwas Licht in ihrer Eiswelt braucht, kann sie es sich mit ihren spirituellen Übungen aus der Lichtwelt holen.

Welche Gründe gibt es für eine Seele in die Eiswelt zurückzukehren? Eine Seele kann sich spirituell weiterentwickeln und ein Buddha (ein vollständig erleuchteter Meister) werden. Und sie kann als Karma-Yogi (Bodhisattva, Nitya-Siddha) den Wesen auf der Welt spirituell helfen. Sie kann auch das Leben auf der Welt noch etwas genießen wollen. Wenn die Seele klug ist, geht sie im Schwerpunkt den Weg der umfassenden Liebe und des spirituellen Übens. Mögen wir alle klug sein und eines Tages ein Buddha werden.

Gibt es Beweise für das Dreiwelten-Modell? Einen wichtigen Beweis liefert die heutige Nahtodforschung. Sie hat festgestellt, dass es ein vom Körper unabhängiges Bewusstsein gibt. Der Mensch besteht aus einem materiellen Körper und einer feinstofflichen Bewusstseinsenergie (Seele). Nach dem Tod löst sich der Körper auf, und die Seele fließt ins Jenseits. Mit seinem Bewusstsein ist der Mensch bereits als Erdenwesen in der Lage, ins Jenseits zu blicken.

Den zweiten Beweis stammt von den erleuchteten Meistern. Sie haben ihr Ego aufgelöst, sind geistig ins Nichts gelangt und können dadurch in die beiden höheren Welten sehen. Sie bestätigen die Existenz der Astrahlwelt (des Energiemeeres) und der Lichtwelt (der Welt Gottes). Sie haben uns genaue Beschreibungen der höheren Welten gegeben und uns erklärt, wie wir dort hin gelangen können.

Diskussionin Esoterikforum.de/Gibt es ein Leben nach dem Tod(2011)

Yogi Nils: Was denkt ihr? Was glaubt ihr? Welche Argumente für oder gegen ein Weiterleben der Seele nach dem Tod des Körper habt ihr? Die Frage ist schwierig. Die Antworten sind umstritten. Atheisten glauben, dass der Mensch nur sein Körper ist und mit dem Tod des Körpers auch der Geist stirbt. Esoteriker nehmen meistens an, dass der Mensch einen Körper und eine Seele hat. Die Seele ist vom Körper unabhängig und kann nach dem Tod selbständig weiterleben.

Meine persönliche Meinung ist, dass der Streit nicht eindeutig entschieden werden kann. Es spricht aber die größere Wahrscheinlichkeit dafür, dass wir nach unserem Tod im Jenseits weiterleben. Im Wesentlichen gibt es fünf Argumente für ein Leben nach dem Tod: die Erkenntnisse der Quantenphysik (Professor Hans-Peter Dürr), die Nahtodforschung (Pam Reynolds), die Nachtodforschung (der 16. Karmapa), die Reinkarnationsforschung (Shanti Devi) und die Aussagen der Erleuchteten . Mich interessiert eure Meinung.

Die Frage über das Leben nach dem Tod ist für alle Religionen sehr bedeutsam. Ihre Beantwortung hat Einfluss auf unser Leben auf der Erde. Wenn es ein Leben nach dem Tod gibt, dann sollten wir jetzt so leben, dass es uns nach dem Tod gut geht. Wenn es kein Leben nach dem Tod gibt, hat unser Leben auf der Erde letztlich keine tiefere Bedeutung. Im Yoga heißt es, dass man sich immer des Todes bewusst sein soll, damit man die Kraft zu einem spirituellen Leben hat.

Francis: Ich beschäftige mich mit dem Tod und was da auf uns alle mal zukommen wird. Wie das wohl hinter dem Schleier aussieht. Behalten wir die Vorstellungen und Ideen unserer Lebzeiten?

Wenn man diversen Channelings glauben darf, ist das „drüben“ alles besser. Dass hier alles nur ein Spiel ist.

kodexengel: Wer sagt das unser Leben ein Spiel ist? Es ist eine Schule und wenn wir sterben kehren wir nur wieder Heim.

Blauauge: Ich denke ich kann jederzeit sterben, und wenn ich mich in dem Augenblick nicht gerade in was Komisches verrannt habe, werde ich auch merken, dass ich gestorben bin und kann dann auch um weiterführende Hilfe bitten in meinem Herzen.

Arwen: Ich kann Dir nur sagen, ich hoffe, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Ich hoffe es einfach deshalb, weil es dann leichter ist, zu verkraften, dass jemand gegangen ist und man vielleicht in einem anderen Leben die Chance hat, ihn/sie wiederzusehen. Vielleicht ist es für viele unrealistisch, aber mir gibt der Gedanke Hoffnung.

Do: es gibt ein leben nach dem tod. ich habe kürzlich mit meinen opa gesprochen. er sagt in der welt, in der er gerade ist, die ist schöner und angenehmer als unsrere welt. meine meinung ist, dass es ein leben nach dem tod gibt.

Paul: Ich war ungefähr 20 J. alt, als ich mir die gleiche Frage gestellt habe. Und ich wusste, wenn ich da keine eigene Antwort finden kann, dann wird das ganze Leben keinen Sinn haben für mich.

Also habe ich mich auf den Weg gemacht. Ich will andeuten, was ich gefunden oder erreicht habe. Den physischen Körper können wir auch schon während des Lebens verlassen. Ich kann mich im Seelenköper ohne Grenzen bewegen, sowohl hier auf der physischen Ebene als auch schon auf den jenseitigen Ebenen. Wir werden akzeptieren müssen, dass es Menschen gibt, die sagen, sie haben in Nahtoderlebnissen oder mittels spiritueller Übungen den physischen Körper verlassen und sich als das erfahren, was wir sind, als Seele.

Elmar: Es gibt keinen Tod – nur Wandlung.

Lutz: Manchmal hoffe ich, es gäbe für einige Menschen ein Leben vor dem Tod, denn für einige Menschen ist das Dasein eine Qual. All unser Denken, Erinnerungen und aktive Gedanken sind reine Energie. Und die soll auf einmal „futsch“ sein? Nein.

Zuckerschnecke: Ob es ein Leben danach gibt oder nicht, dass wird jeder für sich ganz allein herausfinden müssen – viel wichtiger finde ich: Es gibt ein Leben vor dem Tod.

Kassandra: ich habe mich das nie gefragt. seit ich denken kann, habe ich immer so viele verstorbene gesehen. ich glaube ganz sicher daran. für mich ist das selbstverständlich, daß man nach jedem physischen „tod“ irgendwie weiterexistiert.

Sole (die Erleuchtete): Ich kann mich nicht erinnern mal nicht existiert zu haben, ich war schon immer.

Max (Atheist): Also ganz ehrlich, ich glaube nicht daran. Ich denke, wenn man tot ist ist man tot. Lol. Hört sich furchtbar an, ist aber so denke ich. Der Geist ist doch im Gehirn.

Anonymus: Diese Frage lässt sich wohl nur von jemandem beantworten, der schon einmal tot war. Nach vielen Religionen solles ja ein Leben nach dem Tod geben. Wenn es Reinkarnation geben sollte, wäre die natürlich nur dann sinnvoll, wenn man sich irgendwie an sein altes Ich erinnern kann. Ich glaube, dass ist bis dato niemandem gelungen.

Pfarrer: Stell dir vor, du fragst eine Raupe, wie ihr Leben nach dem Tod aussieht. Das würde sie sich auch nicht vorstellen können. Wir aber wissen, am Ende ihres Lebens spinnt sich die Raupe in einen Kokon ein. Dann verwandelt sie sich. Der Kokon bleibt zurück und wird zu Erde. Aber sie selbst ist ein Schmetterling geworden. Ich kenne Menschen, die mit und in einem großen Frieden gestorben sind. Bei ihnen spürte ich etwas davon, dass Sterben nicht nur ein Ende ist, sondern auch ein Loslassen. Menschen, die nicht nur in ihrer biologischen Existenz verhaftet sind, können, wenn die Zeit dafür gekommen ist, ihren Körper loslassen, weil sie spüren, dass sie nicht nur von ihrem Körper am Leben erhalten werden, sondern von Gott. Ich weiß, dass meine Identität nicht nur an diesen Körper gebunden ist, sondern an Gott. Ich denke, es ist eine gute Vorbereitung auf das Neue, das dann beginnen wird, wenn ich mich hier und jetzt im guten Kontakt mit ihm übe. Und dafür hat Gott mir einen Körper gegeben, eine biologische Lebensweise und jeden Tag neue Gelegenheiten.

Parapsychologe: Nach einem Bericht der „British Society for Psychical Research“ haben etwa zehn Prozent der Bevölkerung sinnliche Wahrnehmungen erleben, die man als Erscheinungen bezeichnen kann. Die Ursache der Erscheinungen soll das Bemühung eines Verstorbenen gewesen sein, einem Lebenden etwas Wichtiges mitzuteilen.

Melpomene: In Träumen ist mir meine verstorbene Mutter erschienen, die mir gesagt hat, dass es drüben besser wäre als hier auf Erden, aber auch wieder nicht zu gut. Christus hat mir in einem Traum angekündigt, dass er irgendwann zur Erde zurückkehren wird. Waren es echte Mitteilungen? Diese Frage bleibt offen. Es ist gar nicht so schlimm, dass wir ein Weiterleben nach dem Tod immer wieder bezweifeln. Zweifel gehören zum Leben.

Rem: NATÜRLICH gibt es ein Leben nach dem Tod und das unabhängig von der religiösen oder aber nicht-religiösen Überzeugung des Sterbenden. Inzwischen gilt es als erwiesen, dass sogar Blinde nach einem Herzstillstand ihren toten Körper, wie auch die Menschen, die sich in diesem Augenblick um sie kümmerten,Gespräche, etc. en detail beschreiben konnten. Kinder, die nie zuvor ein Buch gelesen haben, können ein Nahtoderlebnis mit absolut denselben Details schildern, wie Erwachsene. In zwei besonders spektakulären Fällen, die sich in U.S.-Kliniken zugetragen haben, berichteten zwei kurzfristig hirntote Frauen, dass sie (ihnen garantiert unbekannte!) Einzelheiten aus dem Verlauf der OP wussten. Mein persönlicher Tipp für Dich ist das Buch „Über den Tod und das Leben danach“ von Elisabeth Kübler-Ross einmal zu lesen. …. und hab keine Angst und vergiss alle Zweifel.

Christ: Ja! Ich glaube das es ein Leben nach dem Tod gibt. Laut der Bibel – Gottes Wort – ist der Mensch für die Ewigkeit geschaffen. Jesus Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Joh.3,16 Denn so hat Gott der Welt seine Liebe gezeigt: Er gab seinen einzigen Sohn dafür, dass jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern ewiges Leben hat.

Buddhist: Mache dir bewusst dass nichts von Dauer ist. Das nichts Bestand hat. Jeder Mensch stirbt wieder. Jedes Feuer erlischt, jeder Tag endet. Da nichts von Dauer ist, kannst du nichts festhalten. Inklusive deinem Leben, deinem Ich. Indem du aufhörst Dinge festhalten zu wollen, die du nicht festhalten kannst, erreichst du Befreiung. Aber du wolltest wissen was nach dem Tod „passiert“. Als Buddhist müsste ich dir natürlich sagen, dass es eine Widergeburt gibt. Und dieses Leben nur eines von Vielen ist, was du noch leben wirst. Die Wahrheit ist aber, dass nichts geboren wird, und nichts stirbt. Alles wechselt nur seine Form.

Zen-Witz: „Meister, gibt es ein Leben nach dem Tod?“ „Das weiß ich nicht.“ „Aber bist du denn nicht der Meister?“ „Ja, aber kein toter Meister.“

Diskussion im Forum Spiegel online

(Die folgenden Zitate stammen, soweit nicht anders angegeben, aus den Threads „Gibt es Gott? III (2005)“, „Gibt es Gott? IV (2006)“ und „War Jesus ein Rebell? (2011)“)

Peter: Was ist Gott? Die Natur? Die Naturgesetze? Ein Kraftfeld? … oder etwas ganz anderes?

Lara (Yogapad/Was ist Gott für euch? 2011): Meiner Meinung nach gibt es eine Kraft, die alles bewegt , eine Energie oder Gott , egal wie es heisst. Yoga lehrt uns, dass wir weder der Körper, noch der Geist (also das Denken) sind, sondern das unsterbliche Selbst, der Atman, einige nennen es auch Urkraft, andere Gott. Durch meine Selbsbeobachtung und durch meine Meditationspraxis habe ich festgestellt, dass ich tatsächlich weder der Körper noch der Geist bin, sondern reine Energie, die einen Körper braucht, um zu wirken.

Mystiker (Esoterikforum.de/Gottesbeweis, aus einem Mailaustausch mit Laya): Gott ist eine höhere Dimension aus umfassendem Bewusstsein im Kosmos. Dieses Bewusstsein kann sich als Erleuchteter manifestieren. Ein Erleuchteter lebt in Gott und hat das Licht Gottes in sich. Alle Erleuchteten haben ein kosmisches Bewusstsein. Sie sehen sich in allem. Ich persönlich glaube, dass es viele Stufen der Erleuchtung gibt. Sole (Frau im Forum) ist nach ihren Aussagen dauerhaft erleuchtet, aber auf einer einfachen Ebene. Sie empfindet sich als reines Bewusstsein und lebt in der Einheit. Aber sie besitzt keine höheren Fähigkeiten, die auf den höheren Stufen der Erleuchtung auftreten. Ich habe sie danach gefragt und sie hat es mir so beschrieben. Höhere Fähigkeiten sind Allgegenwart, umfassendes Glück, umfassende Liebe, Allwissenheit und Allmacht (man kann allen Wesen helfen).

Für mich gibt es Gott als höhere Bewusstseinsdimension (Sein-Einheitsbewusstsein-Glück) und als höheres Wesen (die erleuchteten Meister, Buddha, Jesus), dass man anrufen kann und das einem hilft. Auch Sole wird von höheren Wesen geführt, wie sie mir schrieb. Auch ich verbinde mich jeden Tag mit den erleuchteten Meistern, die ich letztlich als ein Wesen (Gott) ansehe. Sie besitzen die höheren Fähigkeiten und können uns deshalb helfen. Insofern kann Gott als geistiges Wesen immer bei dir sein. Man kann Gott als Person oder als abstrakte Energie sehen. Für die meisten Christen ist die personale Sicht hilfreich und für die meisten Atheisten die abstrakte Sicht.

Laya(Esoterikforum.de/Gottesbeweis, aus einem Mailaustausch):Tausend dank für deine Antwort. Ich sehe Gott nicht als Person. Er ist alles, eine universelle Kraft. Doch ich erlebe seit einigen Jahren auch eine andere Seite Gottes. Nämlich nicht die eines allmächtigen, unpersönlichen Gottes, sondern Gott als persönlichen Vater aller Geschöpfe. Mit unglaublicher Sanftmut, Liebe und Geduld. Ich habe viele geistige Kämpfe durchstehen müssen, schon als Kind. Jetzt hat mir mein Glauben eine große innere Ruhe geschenkt.

Mystiker(Esoterikforum.de/Gottesbeweis, aus einem Mailaustausch mit Laya):Die Erleuchtung übersteigt alle menschlichen Begriffe. Mir hilft es manchmal mich als Kind Gottes zu sehen und manchmal bringt es mich spirituell voran, wenn ich mich als Vater und Mutter aller Wesen sehe. Ich übernehme als Vater aller Wesen Verantwortung für die Welt und meine Mitmenschen und komme so in die umfassende Liebe. Es sind alles Rollen, die im richtigen Moment gut und im falschen Moment nicht gut sein können. So sehe ich es auch bei Sole. Manchmal betont sie, dass es keinen Gott gibt und andermal, dass sie Gott ist. Letztlich steht sie als reines Bewusstsein über allen Begriffen. Sie verwendet die Begriffe, um damit sich oder ihre Mitmenschen spirituell voran zu bringen.

Pfarrer: Ich kann niemandem versichern, dass es Gott gibt, obwohl ich an ihn glaube und zu seinem „Bodenpersonal“ zähle. Die Frage ob es Gott gibt oder nicht, die werden wir nicht beantworten können. Aber was wir alle können, das ist das Hoffen darauf, das es Gott gibt.

Columbia: Wenn du zum „Bodenpersonal“ gehörst, solltest du absolut davon überzeugt sein, dass es Gott gibt. Sonst bist du wie ein Fluglotse, der nicht überzeugt ist, dass es Flugzeuge gibt. – Wäre wirklich tragisch;-)

Atheist: Für mich ist Jesus nur von historischem Interesse, sofern er existiert hat. In diesem Universum gibt es keine moralische allwissende Konstante der Vernunft, und auch keinen Gott. Und es gibt auch kein Himmelreich nach dem Tod. Das klingt eher nach Gehirnwäsche eines Scharlatans, eines Blenders. Selbstvertrauen ist wichtiger als Gottvertrauen!!!!

Öko: Wenn Sie mich fragen, war Jesus ein durchgeknallter Landstreicher der posthum zu einem Mythos aufgebaut wurde… wenn ich mich zu lang in die südliche Sonne lege, erscheint mir sicher auch irgendwann der heilige Geist oder sonst wer! Oder er hat sich einfach öfter mal ordentlich einen rein gepfiffen… jetzt wird er mir doch fast sympathisch;-) Nehmen wir uns Kant zum Vorbild und berufen uns auf die menschliche Vernunft! Vielleicht schon mal vom kategorische Imperativ gehört? „Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.“

Christ: In der Bibel sieht man, dass Jesus gute Taten vollbrachte. Seine Feinde hat er geheilt und immer hat er die Gewalt verurteilt. Er wollte auch keinen Umsturz. Er war anders und wollte verändern. Wie wollen Sie eine nachhaltige Ethik begründen, ohne Gottes Autorität in Anspruch zu nehmen? Geht das überhaupt?

Märchenonkel: Zentraler Bestandteil der Christen-Lehre ist die Apokalypse, auf die die „Gläubigen“ nun seit hunderten von Jahren warten. Der Kult hat uns die finstere Zeit des Mittelalters mit den Hexenverfolgungen und Religionskriegen beschert, die bis in die heutige Zeit andauern. Konkret dient jede Staats-Religion dazu, die Krieger jauchzend in den Krieg zu schicken. Wie es aussieht gibt keine dieser „missionarischen Buchreligionen“ nach, bis die „Weltherrschaft“ erobert ist. Da bleibt wenig Hoffnung auf Vernunft, wenn sich das Irrationale in der Welt manifestiert.

Rocklady: Ich glaube den Historikern, da muß irgendwas los gewesen sein. Ich glaube, Jesus von Nazareth hat wirklich gelebt und seine Bergpredigt gehalten. Ja, daran glaube ich. Aber daß er Gottes Sohn war und zu Ostern wiederauferstanden ist, das gehört wohl doch eher in die Märchenkiste.

Sonnenfan: Das Christentum ist ein Aufguss älterer Religionen. Im Wesentlichen sind die Geschichten des alten und neuen Testament aus vorherigen Quellen übernommen. Und die gehen letztlich alle auf einen Sonnenkult zurück.

Punk: Jesus predigte die Kampflosikeit, Vergebung und Liebe. Er war so etwas wie Gandhi, welcher einen friedlichen Widerstand gegen die herrschende Macht vertrat. In Jesus‘ Falle die Römer und die mit ihnen kolaborierenden jüdischen Priester.

Christ: Jesus war Aufrührer, Anstifter, er empörte sich und lehnte sich gegen die herrschenden Machthaber seiner Zeit auf. Nicht aus Eigennutz, sondern um die Menschen wachzurütteln, aus ihrer lähmenden Angst zu befreien und ihnen deutlich zu machen, worauf es ankommt, wenn die Menschen miteinander in einer harmonischen, respektvollen und liebevollen Weise leben wollen. War nach seiner Kreuzigung sein Grab leer, weil er mit samt seinem Körper in den Himmel „aufgefahren“ ist? Einige behaupten, er ging nach Indien und hat dort bis ins hohe Alter weitergelebt.

Buddhist: Es gibt nichts Wunderbareres und Rebellischeres als die Bergpredigt. Ähnliches verkündete nur Buddha.

Christ: Wir befinden uns in einem permanentem Dauerkampf: jeder gegen jeden. Mit „Leben“ hat das wenig zu tun. Die Menschen „unserer Kultur“ zerstören in nie dagewesenem Ausmass die Umwelt und damit die eigene Lebensgrundlage. Wir vergiften, Menschen, Tiere und Natur. Kaum jemand fühlt sich wirklich verantwortlich für das Wohlergehen und das Leben seiner Mitmenschen. Wir sollten unsere Ziele neu definieren, im persönlichen Bereich genauso wie auf gesellschaftlicher Ebene.

white eagle: Jesus war ein Revolutionär auf ganzer Linie: Nichts in der menschlichen Gesellschaft, nichts in der seelischen Verfassung des Menschen soll(te) bleiben, wie bisher. Wenn der Mensch die Angst verliert, ist in diesem Verlieren jegliches Leid beseitigt. Das ist das Größte was es gibt. Größeres kann es nicht geben.

Fabian: Mit 16 habe ich angefangen, nach dem Sinn des Lebens zu suchen. Habe mich später dann mit Philosophie und Psychologie beschäftigt. Mit 21-22 dann auch mit Politik. Ich kam mir zeitweise ziemlich einsam vor, weil viele um mich herum so beschäftigt mit ihrem Leben waren, und sich nicht so tief gehende Fragen wie ich gestellt haben. Ich war in einer Krise. Als ich das Buch „Der Alchimist“ von Paulo Coelho las, war ich total gerührt. Ein einfaches Buch, aber ich fand: auch ein extrem gutes! Eine der Hauptbotschaften war: Folge Deinem Herzen! Ich habe mich entschlossen, das zu tun, was die Hauptfigur in dem Buch gemacht hat: in die Ferne ziehen und dem Wunsch meines Herzens zu folgen (damals war das: eine Freundin zu bekommen und beruflich Erfolg zu haben).

Doch das Leben ist nicht ohne Krisen. Erfolglose Erlebnisse mit einem Mädchen und Probleme mit dem Studium. Es war alles dunkel um mich herum. Ich lag auf meinem Bett und weinte. Ich sagte Gott: Wenn es Dich gibt, dann komm und hol mich aus meiner Scheiße heraus oder tröste mich wenigstens! Und tatsächlich: es passierte etwas, was mich total tröstete.

Was hat sich durch Jesus Christus in meinem Leben verändert? Zuerst einmal ist meine Beziehung zu den Frauen besser geworden, was mich sehr gefreut hat, weil ich vorher so viel Pech mit den Frauen hatte. Daß ich nun gut bei Ihnen ankam, lag daran, daß ich versuchte, sie auch zu lieben, und nicht nur mit ihnen ins Bett zu wollen.

Thomas: Johann Wolfgang Goethe: „Eine wunderbare Heiterkeit hat meine ganze Seele eingenommen, gleich den süßen Frühlingsmorgen, die ich mit ganzem Herzen genieße. Ich bin allein und freue mich meines Lebens in dieser Gegend, die für solche Seelen geschaffen ist wie die meine. Ich bin glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühle von ruhigem Dasein versunken, daß meine Kunst darunter leidet. Ich könnte jetzt nicht zeichnen, nicht einen Strich, und bin nie ein größerer Maler gewesen als in diesen Augenblicken. Wenn das liebe Tal um mich dampft, (…) fühle ich die Gegenwart des Allmächtigen.“

Erdenbürger: Ob es Gott gibt oder nicht, ist eine sehr individuelle Frage. Genauso kann man fragen, ob es die Liebe gibt oder nicht! Denn was ist (wissenschaftlich) die Liebe? Ein Hormonkick! Und nun zu Gott: Wie erfährt man Gott? Durch Beten, Fasten, Extase, Trance, Meditation, Schlafentzug usw.! Zumindest haben alle Religionen, solche und ähnliche Praktiken in ihr Glaubenssystem integriert. Und beleuchtet man nun wissenschaftlich die Bewusstseinszustände, die durch beharrliches Praktizieren solcher Riten entstehen, findet man wieder Hormone, die durch solche Praktiken ausgeschüttet werden. Wie bei der Liebe kann man dies als Wahn abtun! Für diejenigen, die es empfinden/erleben ist es aber vielmehr.

Im Mystizismus, der nahezu allen Religionen zu Grunde liegt, ist der Kern die eigene Erfahrung (einfach mal bei Wikipedia schauen) und die Erkenntnis, dass man die Fülle der Erfahrung unmöglich in Worte fassen kann. Fragmente wie unendliche Liebe, Einssein mit allem (Gott), Fluss der Liebe usw. sind Versuche das Unbeschreibbare in sich zu beschreiben. Vom wissenschaftlichen FAKT hat man lediglich einen Hormonkick. Moses und Jesus meditierten 40 Tage in der Wüste. Buddha fastete 7 Tage lang vor einem Baum, Mohammed fand Gott in der Meditation…..! Anstatt zu streiten, welche Religion richtig ist, sollte man lieber sich selbst erfahren und sich ein eigenes Bild machen.

Diskussion Gottesbeweis in Jesus.de und Esoterik.de 2011

(Jesus.de/Wissenschaftlicher Gottesbeweis für Christen und Esoterik.de/Gottesbeweis)

Shuichi: Das mit dem Gottesbeweis ist so eine Sache. Wenn ich einen Mann auf einer Wolke suche, dann brauch ich da viel Glück um den zu erwischen (dank Schwerkraft fallen nämlich alle Fallschirmspringer sehr schnell durch die Wolke ). Wenn ich hingegen nach einer Form von Inteliligenz, die allem zu Grunde liegt, oder nach Struktur und Ordnung suche, dann finde ich da sehr wohl mehr als genug – überall. Zweiteres ist für mich persönlich mein „Gottesbeweis“, aber das hängt ja eben vom Gottesbild ab.

nanabosho: Ich habe kein blasse Ahnung, was „Erleuchtung“ ist. Und ich renne auch keiner Erleuchtung hinterher. Wenn ich das Gefühl bekomme, dass ich meinen Alltag genießen kann, genügt mir das. Ich frühstücke z. B. und es schmeckt mir und das ist einfach köstlich. Die Sonne scheint. Der See ist nicht weit. Ich kann mich dort an die Sonne legen, kann auch – da ich keine Frostbeule bin – schon mal ins Wasser gehen. Es prickelt, es ist köstlich, es ist herrlich. Muss ich das als SEIN IN GOTT bezeichnen? Würde es irgendetwas ändern? Warum können die Menschen nicht einfach nur ihr Leben genießen ohne es nach allen Seiten zu analysieren?

Nils: Es ist ganz einfach. Du brauchst im Moment weder Gott noch eine Erleuchtung noch eine komplizierte Diskussion. Du bist zufrieden mit deinem Leben. Und das genügt. Grundsätzlich macht es aber schon einen Unterschied aus, ob jemand erleuchtet ist oder nicht. Erleuchtung ist besser. Es ist besser im Licht zu leben als sich auf seine körperlichen Bedürfnisse zu konzentrieren. Denn es gibt auch Leid im Leben. Dann geht es dem Hedonisten nicht so gut. Das Leben ist normalerweise ein ständiges Wechselspiel von Freude und Leid. Wer im Licht (in Gott) lebt, lebt auf einem höheren Glücksniveau. Obwohl es auch für ihn Freude und Leid im Leben gibt.

Naqual (Religionswissenschaftler): Gott ist ein Gott aller Menschen und wirkt grundsätzlich mehr oder weniger in jedem Menschen. Wenn dem so ist, kann ich auch in anderen Religionen Beschreibungen erfahren.

Mystiker: Es gibt viele sprituelle Wege und jeder Mensch sollte den Weg finden, der zu ihm passt.

Fox: Wenn mehrere Mystiker die gleiche subjektive Erfahrung machen und sich darüber einig sind, entsteht eine Plausibilitätsstruktur.

Mystiker: Hallo Fox, ich sehe das wie du. Es gibt die Möglichkeit eines Zeugenbeweises. Er ist gerade für Gotteserfahrungen sehr wichtig. Letztlich beruht die ganze Bibel auf Zeugenbeweisen. Wenn viele Menschen eine gleiche Erfahrung machen, können sie das beschreiben und sich darüber austauschen. Sonst könnte man über innere Dinge nicht reden und über Gott überhaupt nicht.

HarryHaller: Lieber Mystiker, Paulus hat auf dem Weg nach Damaskus ein Licht gesehen und eine Stimme gehört: Apg. 9 3 Als er aber hinzog, begab es sich, daß er sich Damaskus näherte; und plötzlich umstrahlte ihn ein Licht vom Himmel. 4 Und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die zu ihm sprach: Saul! Saul! Warum verfolgst du mich? 5 Er aber sagte: Wer bist du, Herr? Der Herr aber sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Es wird dir schwer werden, gegen den Stachel auszuschlagen! 6 Da sprach er mit Zittern und Schrecken: Herr, was willst du, daß ich tun soll?Paulus hat sogar mit der Stimme (Christus) gesprochen. Diese Geschichte glaubt die Christenheit und orientiert sich daran. Warum erkennt sie dies dann nicht als Beweis, berichtet aus erster Hand, an? Was meinst Du?

Mystiker: Es ist ein Beweis aus ersten Hand. Es gibt in der Bibel viele Zeugenaussagen über Gott. Die Christenheit sollte sich darauf berufen. Es sind gute und wichtige Beweise.

Fox: Ich denke auch, dass der Weg zu einem intersubjektiven Gottesbeweis am ehesten für Menschen gangbar ist, die Erfahrungen mit der Mystik haben. Sich über mystische Erfahrungen auszutauschen und ins Gespräch zu kommen finde ich sehr spannend.

Argos: Eine Zeugenaussage ist eine Zeugenaussage, aber kein Beweis!

Nils: Ich weiß nicht, was du unter einem Beweis verstehst. Das müsstest du erstmal erklären. Ich war von Beruf Rechtsanwalt. Und vor Gericht kann ein Sachverhalt durch Zeugenaussagen bewiesen werden. Das Gericht prüft, ob ein Zeuge glaubwürdig ist. Und entscheidet dann mit seinem klaren Menschenverstand. In der Psychologie können die meisten inneren Tatsachen nur durch eine Befragung von Menschen herausgefunden werden. Wie will man Glück oder Liebe anders beweisen als durch Zeugenaussagen? Nach deiner Beweisvorstellung gibt es Liebe oder Glück nicht. Welch ein Unsinn.

Neben dem Zeugenbeweis gibt es den Tatsachenbeweis. Das Gericht kann sich Tatsachen ansehen. Tatsachen können direkt eine Aussage beweisen oder Indizien für einen Sachverhalt sein. Gott kann man durch Indizien beweisen wie zum Beispiel physikalische Experimente, die auf einen Hyperraum hindeuten. Bei Erleuchteten kann man zum Beispiel wie geschehen die Gehirnströme messen. Möglich ist es die Indizien, die für Gott sprechen, unterschiedlich zu bewerten. Insofern können auch Atheisten trotz aller Indizien Atheisten bleiben.

Desweiteren gibt es noch den logischen Beweis. A ist gleich B. B ist gleich C. Also ist A=C. So kann man empirische Sachverhalte nicht beweisen. Dieser Beweis ist nur in geschlossenen Systemen möglich.

hólos: („gibt es hinter der Welt der Materie einen Hyperraum, den man als Jenseits oder als Himmel auffassen kann“) Diesen Teil deiner Annahmen kann ich so bestätigen.

Nils: Das genügt. Das ist der entscheidende physikalische Punkt für den Gottesbeweis.

Mehr Lebens Kraft: Basiert der „Beweis“ der Wissenschaft nicht ausschließlich auf einem Modell, wo die Mehrheit (oder die Mächtigkeit) in der „Wissen“schaft dieses als sinnvolle Näherung betrachtet? Ein Modell alleine ist auch kein Beweis, sondern es sollte die (unbegreifliche) Realität in etwa abbilden. Also ist jeder Beweis unscharf. Und damit kein absoluter Beweis.

Nils: Du hast Recht. Es gibt keinen absoluten Beweis. Nach Kant kann der Mensch das Ding an sich nicht erkennen. Wir sind Teil eines kosmischen Systems und können nur begrenzt das Gesamtsystem (Gott) begreifen. Alles Denken ist nur eine Annährung. Aber sollten wir deshalb auf das Denken (Philosophieren) verzichten? Nein. Wir müssen Modelle (Theorien) entwickeln, damit wir uns in der Welt so gut wie möglich zurecht finden. Und die Theorien weglegen, wenn wir eine neue bessere gefunden haben.

Laya12: Es gibt einfach viele Menschen, die Gott in welcher Form auch immer begegnet sind. Auf der ganzen Welt gibt es immer wieder derartige Berichte. Mir kommt unsere Gesellschaft oft so vor, als würden viele den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Ich sehe überall im Außen und im Inneren tagtäglich Gottesbeweise.

Nils: Alle großen Religionsgründer haben Gott erfahren und berichten von Gott. Im Yoga ist es Patanjali, im Christentum Jesus, Buddha beschreibt Gott als Nirwana (Leere/Einheit/Glück) und Laotse als große Mutter aller Dinge (Tao). Sokrates erzählt vom Daimonium und davon, das es zu ihm spricht. Und Sokrates ist immerhin der Vater der westlichen Philosophie und ein Mensch mit viel Verstand und Klarheit. Tausende Yogis haben Gott erfahren. Etwa 25 % der Christen berichten von Gotteserfahrungen.

Stefan: In vielen Punkten stimme ich Dir zu. Meine Erfahrungen sind ähnlich. Für mich selbst reichen meine Erfahrungen als Beweis für Gott. Spannend ist, dass meine Erfahrungen aus der Meditation sehr nahe den Theorien von Quantenforschern kommen.


Die große Atheistendebatte 2009

Ein Atheistenbus fuhr im Juni 2009 durch Deutschland mit der These: „Es gibt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Gott.“ Zur Diskussion gab es ein Forum im Internet unter www.Buskampagne.de . Der kleine Yogi Nils diskutierte kräftig mit.

„Liebe Freunde, hier ist Yogi Nils. Ich vertrete eine Mittelposition zwischen Atheisten und Christen. Ich sehe mich als einen Freund beider. Es gibt Gott und Gott ist wissenschaftlich beweisbar. Die große Diskussion über den wissenschaftlichen Gottesbeweis wurde bereits 2008 im ökologischen Internetforum Utopia geführt. Es ist keinem Atheisten gelungen die Argumente zu widerlegen.

Aus meiner Sicht haben sowohl die Christen als auch die Atheisten teilweise recht und teilweise unrecht, was ihre Meinung zu Gott anbelangt. Gott ist ein Begriff aus der Erfahrungswelt eines Erleuchteten (Heiligen, Weisen, verwirklichten Philosophen), den ein nichterleuchteter Mensch nicht wirklich nachvollziehen kann. Es ist als ob ein Mensch über die Liebe redet, der noch nie geliebt hat.

Also streitet euch nicht zu sehr. Etwas über Gott zu diskutieren, kann hilfreich sein, um zu sich selbst zu finden. Aber Gott erkennen und begreifen kann man nur durch eine langjährige spirituelle Praxis. Da ein Erleuchteter grundsätzlich viel Humor hat, ist es gut auch über sich selbst lachen zu können.“

Sven und Nils

Zitate von Sven: Hallo Nils, ich bin Neurobiologe und in Bonn als Hirnforscher tätig. Nils: Hallo Sven, ich bin der kleine unbedeutende Yogi Nils.

Zitat Sven: Da in diesem Forum meinen Beitrag garantiert niemand sachlich korrekt widerlegen kann, sehe ich das als BEWEIS für die Haltlosigkeit der inkonsistenten Gottesbeweise an.

Nils: Ich schlage vor Gott in Sven umzubenennen. Sven ist so klug, dass er schon vorher weiß, dass ihn keiner widerlegen kann. Damit ist eindeutig der Beweis erbracht, dass Sven Gott ist. Sven ist allwissend und allmächtig.

Sven: Das eigentlich Erschütternde ist ja, dass der Sinn des Lebens nicht allzu tiefgründig ist. Warum gibt es uns? Weil unsere Zellen sich zu einem funktionierenden System geformt haben, welches sich reproduzieren kann. Was lernen wir daraus? Lebe dein Leben, zeuge Kinder, pflanze einen Baum und träume mit den Medien von der Besiedelung des Alls.

Nils: Lieber Sven, träume weiter. Wenn du nicht allzu tiefgründig bist, muss das nicht auch für alle deine Mitmenschen gelten. Ich träume nicht von der Besiedelung des Alls, sondern von einer glücklichen Welt. Ich träume davon, dass der Reichtum der Welt gerecht verteilt und dafür genutzt wird, dass alle Menschen etwas zu essen haben und glücklich miteinander in einer gesunden Umwelt leben können.

Sven: ICH NEHME äußerst stark AN, dass Liebe eine relative primitive Emotion ist, welche schon frühere Lebensformen entwickelt haben. Es gibt kein Indiz und überhaupt KEINEN GRUND ZUR ANNAHME, dass Liebe mehr als nur eine körperliche Wahrnehmung ist. Wir alle sind durch diese starke körperliche Reaktion im objektivem Beurteilungsvermögen getrübt, weshalb einige dort mehr sehen wollen.

Nils: Lieber Sven, wenn bei dir Liebe nur eine körperliche Wahrnehmung ist, tut es mir sehr leid. Verallgemeinere bitte nicht immer so stark. Das tut kein ernstzunehmender Wissenschaftler. Wenn du durch gewisse körperliche Reaktionen in deinem objektiven Beurteilungsvermögen getrübt bist, gilt das nicht für alle Menschen. Liebe ist nicht nur Sex!! Etwas weiterentwickelte Menschen, die nicht bei einer frühen Lebensform stehengeblieben sind, können Liebe als Gefühl in ihrem Herzen spüren. Liebe ist eine Seelenqualität.

Sven: Es kristallisiert sich heraus, dass die Religion wichtig für die Sozialstrukturen ist.

Nils: Religion kann zum Zwecke der Herrschaft über andere Menschen missbraucht werden. Insofern gibt es eine Verbindung zu den Sozialstrukturen. Ich betone aber noch einmal, dass jede echte Religion zur Erleuchtung hinführt. Hier liegt das Zentrum der Spiritualität und nicht im Machtmissbrauch. Gegen einen Missbrauch der Religion sollten wir uns gemeinsam wehren. Hier finde ich ein Bündnis von Atheisten, sozial engagierten Wissenschaftlern und spirituellen Menschen sehr wichtig.

Sven: Sofern streng Gläubige auf unwiderlegbare wissenschaftliche Fakten reagieren oder wenigstens sich anhören, dann hört man oft, dass Gott einem die Emotionen schenkt, welche sich eben auf diese Art im Gehirn manifestieren. Ich dagegen stelle fest: Emotionen entstehen aus der Selbstorganisation der Neuronen.

Nils: Lieber Sven, erstens bin ich ein undogmatischer Yogi und kein Fundamentalist. Zweitens höre ich dich an und drittens widerlege ich deine unwiderlegbaren wissenschaftlichen Fakten sogar.

Da nach der Quantenphysik ein kosmisches Quantenfeld existiert, ist es denkbar, dass von dort (aus der höheren Bewusstseinsdimension) auch Einflüsse auf das Gehirn eines Menschen (über die Quanten als kleinste Teilchen) eingehen. Gedankenübertragung ist wissenschaftlich nachgewiesen möglich, wie ich bereits ausgeführt habe. Da Gedanken und Gefühle verbunden sind, bedeutet Gedankenübertragung auch Gefühlsübertragung. Meine erleuchteten Meister können mir über die höhere Dimension nicht nur hilfreiche Gedanken, sondern auch Gefühle wie Frieden oder Kraft senden.

Der Mensch besteht aus einem materiellen Gehirn und einer Seele (Bewusstseinsenergie). Materiell können Gefühle durch die Nervenzellen verursacht werden. In der Seele (Bewusstseinsenergie) können Gefühle auch direkt durch Gedanken erzeugt werden. In der Astrahlwelt kann man ohne materiellen Körper denken und fühlen.

Man kann durch Drogen Gotteserfahrungen hervorrufen. Das wird im indischen Yoga oft praktiziert. Ich lehne den Weg über die Drogen ab, weil damit eine starke Gesundheitsschädigung verbunden ist und keine nachhaltige Erleuchtung entsteht. Erleuchtungserfahrungen (inneres Glück, Extase, Einheitsbewusstsein) sind auch durch Sex (Tantra-Yoga), Tanzen (Schamanentänze) und Trancetechniken (Trommeln, Musik, Mantras, Gebete) erzeugbar. Im Yoga wird oft der Körper als Instrument für höhere Bewusstseinszustände benutzt. Erleuchtung ist also auch durch materielles Einwirken auf das Gehirn erzeugbar. Der Weg über die Meditation und die Gedankenarbeit ist aber langfristig gesehen der bessere.

Sven: “Spiritualität” und “Gottesnähe” entstehen offensichtlich durch rein exzessiv-emotionale Vorgänge im Gehirn. Vergleichbar mit der Trance, die manche in großen Menschenmassen (Gebetsversammlung Vatikan), Diskobesuchen (Tanzen) oder gar beim Orgasmus erleben!

Nils: Die Dinge sind nicht so einfach wie du denkst. Der Mensch ist keine Maschine. Der Mensch besteht aus einem materiellen Körper und einer Seele (Bewusstseinsenergie). Die Gehirnforschung übersieht völlig die Erkenntnisse der Quantenphysik, der Nahtodforschung, der Parapsychologie und die Erfahrungen der Erleuchteten. Die Gehirnforschung hat das Bewusstseinsproblem (wo das Bewusstsein eines Menschen herkommt) keinesfalls gelöst.

Die Tatsache eines materiellen Gehirns sagt nichts darüber aus, ob es darüber hinaus noch eine weitere Ebene (Bewusstseinsebene, höhere Dimension) gibt. Sie besagt nichts zur Frage, ob unabhängig vom Gehirn ein höheres Bewusstseinsfeld (Seele, Quantenfeld) existiert. Die Erkenntnisse der Nahtodforschung, Parapsychologie, Quantenphysik und Reinkarnationsforschung deuten stark darauf hin. Ebenso die Aussagen der erleuchteten Meister.

Die Gehirnforschung beschäftigt sich mit dem materiellen Gehirn. Sie kann deshalb nur Aussagen über das materielle Gehirn machen. Alle Aussagen über Gott und Erleuchtung von seiten eines Neurobiologen sind sehr gewagt, insbesondere wenn der Neurobiologe kein wirkliches Wissen über die Erleuchtung und höhere Bewusstseinszustände besitzt.

Sven: Religion und Wissenschaft sind definitiv NICHT miteinander vereinbar.

Nils: Religion und Wissenschaft zu trennen ist ein sehr gefährlicher Weg. Es gibt in der Spiritualität auch viele Irrtümer, die nur durch eine wissenschaftliche Betrachtungsweise aufgedeckt werden können. Laut deiner Definition dürftest du dich nicht zur Religion äußern, was ich für sehr schade halten würde. Wen sollte ich dann widerlegen? Außerdem gibt es viele Wissenschaftler, die sehr hilfreich für die Spiritualität sind. Ich verweise dabei gerade auf die Forschungen der Parapsychologie. Damit können zum Beispiel sehr gut falsche Hellseher enttarnt werden.

Wissenschaften sind auch die Psychologie, die Philosophie und die Theologie. Willst du alle Geisteswissenschaften von den Universitäten verbannen? Für dich scheinen nur die Naturwissenschaften Wissenschaften zu sein. Letztlich gibt es für dich selbstverständlich nur einen wahren Wissenschaftler, und das bist du selbst.

Sven: Ich kann dir versichern, dass in SERIÖSER Hirnforschung “Erleuchtete” mit “besonderen Fähigkeiten” KEINE Forschungsobjekte sind.

Nils: Und dann machen seriöse Hirnforscher Aussagen über Gott. Sie beschäftigen sich nicht mit der Erleuchtung und behaupten dann lautstark, dass es Gott nicht gibt. Das erscheint mir aber nicht besonders seriös zu sein. Gut, dass du mir versicherst von Erleuchtung keine Ahnung zu haben.

Sven: Nils, du behauptest Energie sei mehrdimensional – gibt es dafür vielleicht auch Referenzen? Und nur aus der Tatsache dass “Spiritualität” aus deiner Sicht ebenso mehrdimensional sein soll, siehst du einen unmittelbaren und direkten Beweis für Gott?

Nils: Sven, du weigerst als „seriöser“ Hirnforscher dich mit Erleuchtung zu beschäftigen. Das Energiegespür ist eine Fähigkeit der Erleuchteten. Sie tritt sogar oft schon früh auf dem spirituellen Weg auf. Vielleicht hast du schon einmal etwas von der Aura gehört oder Bilder von Heiligen im Christentum, Buddhismus oder Hinduismus gesehen. Sie werden meistens mit einer Aura um den Kopf und oft auch um den Körper gemalt.

Die Aura ist das Energiefeld um einen Erleuchteten. Dieses Energiefeld (Bewusstseinsfeld) ist mehrdimensional. Es besteht aus mehreren Ebenen. Ein Erleuchteter kann auf verschiedenen Ebenen energetisch handeln (Gedanken und Gefühle spüren und aussenden).

Ich betone noch einmal, dass Gott ein Begriff aus der Erfahrungswelt eines Erleuchteten ist. Ein Erleuchteter erfährt Gott als Energie (Licht, Glück) um sich herum. Solange die Hirnforschung in Deutschland die Erleuchtung aus ihrem Forschungsgebiet ausklammert, kann sie keine ernsthaften Aussagen über die Existenz oder Nichtexistenz von Gott machen. Letztlich ist es notwendig, dass ein Hirnforscher erst selbst zur Erleuchtung kommt, wenn er Gott begreifen will.

Der halbe Gottesbeweis

@ Kamikaze: Spiritualität ist nur im Kopf.

Nils: Das nenne ich den halben Gottesbeweis. Es gibt die Erleuchtung. Es gibt Gott und er ist in der Wahrheit und im Geist (Denken, Kopf, Gehirn) zu finden. Spiritualität ist also eine Art Psychologie (Beschäftigung mit der Psyche/Seele). Spiritualität ist eine Form der Glücksforschung und vor allem der Glückspraxis. Bei der Spiritualität geht es um die Erforschung des Inneren eines Menschen und um die Frage nach dem glücklichen Leben.

Soweit konnte ich auch die Atheisten in Utopia von der Spiritualität überzeugen. Eigentlich bin ich schon damit zufrieden. Ich wünsche, dass alle Menschen glücklich sind. Erleuchtung ist im Kern inneres Glück. Wenn die Atheisten mir so weit folgen und das innere Glück als wichtiges Lebensziel akzeptieren, wäre ich schon sehr froh. Wenn sie darüber hinaus mit mir eine glückliche Welt aufbauen wollen, bin ich begeistert.

Nach meiner Erfahrung ist es einem, wenn man innerlich glücklich ist, ziemlich egal, ob Gott oder das Leben nach dem Tod existieren. Das Streben nach Erleuchtung und alle großen Überlegungen heben sich in der Erleuchtung selbst auf. Erleuchtung steht über allen Konzepten. Erleuchtung ist glückliches Ruhen im Sein. Erleuchtung bedeutet innere Harmonie. Ein Erleuchteter ist im Einklang mit sich und der Welt, selbst wenn es dort viele unerleuchtete Atheisten gibt.

Der „ganze“ Gottesbeweis, die Frage, ob Gott auch im Außen tatsächlich exististiert, ist nur für unerleuchtete Menschen von Belang. Da wir alle nun ziemlich unerleuchtet sind, beschäftig uns diese Frage. Wir werden sie nicht endgültig klären können. Die Wissenschaft ändert sich ständig. Was heute bewunderte Weisheit ist, gilt morgen als absolute Dummheit. Es gibt im Moment aus meiner Sicht einige ernstzunehmende Hinweise auf Gott im Außen.

Der kleine friedvolle Yogi Nils

Der Physiker Klaus

@1405. Klaus: Ich beziehe mich im wesentlichen auf Yogi Nils, den ich für einen netten Kerl mit guten Motiven halte.

Nils: Danke. Ich glaube auch, dass du im Kern eine ehrliche Haut bist. Wir sollten uns ein kleines bisschen lieb haben. Heute am Pfingstmontag bin ich irgendwie so friedlich.

@1405. Klaus: Ich gehe soweit mit, dass es Möglichkeiten gibt, den Menschen in sagen wir mal ‘Glückszustände” zu versetzen.

Nils: Wunderbar. Es gibt also Erleuchtung im Kopf. Dann sind wir uns zur Hälfte ja bereits einig. Jetzt solltest du nur noch bestätigen, dass Glück für die meisten Menschen ein wichtiges Lebensziel ist und dass es gut ist eine glückliche Welt aufzubauen. Dann sind wir Freunde.

Klaus: Mein Argument ist, dass Du, lieber Nils, den klassischen Zirkelschluss lieferst. Erleuchtung gibt es, weil Erleuchtete davon berichten. Und erfahrbar ist sie eben nur durch Erleuchtete.

Nils: Erleuchtung wurde von den US-Hirnforschern gemessen, wie ich bereits geschrieben habe. Außerdem gibt es viele Zeugen für die Erleuchtung. Zeugenaussagen sind gültige Beweise zumindest für die Tatsache der Erleuchtung. Ich liefer also keinen Zirkelschluss, sondern du drehst dich geistig im Kreis. Erleuchtung ist bewiesen. Es geht nur noch darum herauszufinden, was Erleuchtung genau ist. Hier sollte die Wissenschaft weiter forschen, um die Gottesfrage zu klären.

Klaus: Zu den höheren Dimensionen: Prinzipiell gibt es in der Physik vier nachgewiesene Dimensionen. Drei im Raum, eine ist die Zeit. Jede darüberhinaus postulierte Dimension ist bis dato ein mathematisches Konstrukt, um uns bekannte Konzepte zu erhalten bzw. zu benutzen. Es gibt für eine 5., 6. usw. Dimension bis zum heutigen Tage keine Möglichkeit eines physikalischen Beweises.

Nils: Das habe ich auch gesagt. Es ist eine Theorie. Immerhin. Das ist doch schon sehr erfreulich, wie sich die moderne Physik entwickelt.

Klaus: Der Versuch von Aspect nun sagt über höhere Dimensionen rein gar nichts aus.

Nils: Viele Physiker sehen das erheblich anders. Ich habe bereits den ehemaligen Leiter des Max-Plank-Institutes Prof. Dürr zitiert. Ich könnte auch Walter von Lucadou (ARD), Amit Goswami, Volker Becker und viele andere hinzufügen.

@ 1238. Klaus: Der einzige mir bekannte Physiker, der in den 80ern ein bedeutendes Experiment durchgeführt hat, ist Alain Aspect. Die Veröffentlichung dazu gab es 1982. Was er gemacht hat, war ein Experiment, dass darauf hinweist, dass der Einstein-Podolski-Rosen Effekt real sein dürfte. Einstein hatte so seine Probleme mit der Quantenmechanik und wollte sie ad absurdum führen. Dazu brachte er eines seiner berühmten Gedankenexperimente, in dem unter bestimmten Bedingungen Informationen zwischen “verschränkten” Quantenobjekten mit Überlichtgeschwindigkeit ausgetauscht werden müssen, was mit der Relativitätstheorie nur schwer in Übereinstimmung zu bringen ist. Das Experiment von Aspect zeigte nun, dass dies aber wohl genau der Fall ist. Wobei, wie so oft, angemerkt werden muss, dass die Ergebnisse beeindruckend, aber nicht über jeden Verdacht erhaben sind. Was gut ist. Offene Fragen sind das Salz in der Suppe der Naturwissenschaften. An dieser Stelle frage ich mich nun trotzdem, was Aspect mit einem kosmischen Bewusstsein zu tun haben sollte?

Nils: Ich begrüße es hier einen Physiker zu haben, der sich perfekt mit den Dingen auskennt. Meine Vermutung ist, dass es eine Verbindung zwischen dem höheren Informationsfeld (Quantenfeld, einer höheren Dimension) und dem Erleuchtungsbewusstsein gibt. Hier sollte man weiter forschen, wenn man die Gottes-/Bewusstseinsfrage klären will. Sehr gut ist dein Satz: „Offene Fragen sind das Salz in der Suppe der Naturwissenschaften.“

@ 1238. Klaus: Dann zum Argument, dass über Gott nur von denen geredet werden kann, die ihn auch persönlich erfahren haben. Das kannst Du gern glauben und behaupten Yogi, aber nicht beweisen.

Nils: Du solltest doch erst einmal gründlich meine Texte lesen. „Gott ist ein Begriff aus der Erfahrungswelt eines Erleuchteten.“ Das kann man sehr gut durch die heiligen Bücher der Religionen und durch die Aussagen der Erleuchteten beweisen.

@ 1238. Klaus: Ich kann genauso gut behaupten, dass jegliche Gotteserfahrung eine Halluzination ist, die man, dank unserer komplexen körpereigenen Biochemie, auf unterschiedliche Weisen (Drogen, Sex, gern auch Trance) hervorrufen kann. Was kannst Du anbieten?

Nils: Das Thema haben wir schon diskutiert. Erleuchtung ist durch Drogen, Sex oder Trancetechniken erzeugbar. Das wird im indischen Yoga auch viel praktiziert.

Was ich anbieten kann? Der Mensch besteht aus einem materiellen Körper (Gehirn) und einer Seele (Bewusstseinsenergie). Beides kann nach der Nahtodforschung und nach der Erfahrung der Erleuchteten (und der hellsichtigen Menschen/Parapsychologie) unabhängig voneinander existieren. Erleuchtung ist deshalb selbstverständlich über den Weg der Materie erzeugbar. Aber sie ist auch über die Bewusstseinsarbeit zu erreichen (Gedankenarbeit, Meditation). Und sie kann sogar aus dem höheren Bewusstseinsfeld (Gott, Gedankenübertragung durch die erleuchteten Meister) geschehen.

Letztlich besteht ein höheres Bewusstseinsfeld, dass ich spirituelle Energie nenne. Es wird auf Heiligenbildern als Aura um den Kopf und den Körper dargestellt. Die wissenschaftlichen Forschungen stehen hier ganz am Anfang. Ich empfehle für die Klärung der Gottesfrage, dass hier weitergeforscht wird. Die heutige Wissenschaft sollte sich mit den Erleuchteten beschäftigen, wenn sie die Gottesfrage klären will.

@ 1238. Klaus: Zum Thema Nahtod kann ich nichts beitragen, da fehlt mir der Hintergrund. Ich wünschte natürlich, da wäre was dran.

Nils: Mit der Nahtodforschung solltest du dich beschäftigen. Sie bietet im Moment neben den erleuchteten Menschen den Hauptbeweis für die Existenz eines körperunabhängigen Bewusstseins an. Und gerade hier sind bisher alle materialistischen Erklärungsversuche gescheitert.

Die Hirnforschung

Wikipedia Nahtod-Erfahrung (Zitate): Bekannt durch Themensendungen von BBC und der ARD ist der Fall der Nahtod-Erfahrungen von Pam Reynolds, deren Beschreibung ursprünglich auf Michael B. Sabom zurückgeht. Während die Patientin einer Gehirnoperation unterzogen wurde, zeigten mehrere Messinstrumente ein so genanntes Null-Linien-EEG, da im Gehirn durch die besondere Operationsmethode mittels Unterkühlung, Blutabzug und Medikamentenwirkung keinerlei messbare Aktivität vor sich ging. Die Augen der Patientin waren zugeklebt und die Ohren wegen der Hirnstrommessungen zugestöpselt. Nach der Darstellung von Sabom beschrieb Reynolds hinterher, sich daran zu erinnern, während des Eingriffs etwa zwei Meter über dem OP-Tisch geschwebt zu sein. Sie gab außerdem Details der Gespräche während der Operation wieder und berichtete von den Eingriffen an ihrem Gehirn, wobei sie auch Spezialinstrumente und deren Anwendung detailliert beschreiben konnte.

@ 1331. Sven: Hirnströme messen ist eine komplexe und schwierige Angelegenheit. Sie sind sehr schwache elektromagnetische Signale, welche durch Zentimeter dicke Knochen, Gewebe, Haare und Knorpel gemessen werden müssen. Dass man da bei Scheintoten nichts sieht ist keine Überraschung.

Nils: Das Argument ist falsch. Die Nahtodforscher sind nicht dumm. Sie haben die Dinge gründlich untersucht und kamen dann zu dem Schluss, dass keine Gehirnströme geflossen sind. Ich verweise dich weiter an die entsprechenden Forscher (zum Beispiel Pim van Lommel/Holland, Sam Parnia/ Universität Southampton). Ihnen wirst du möglicherweise mehr glauben als mir. Lies dir auch noch einmal gründlich den Fall Pam Reynolds durch.

@1675. Sven: Man kann das Gehirn nicht “blutentleeren”. Es würde in Kürze irreparable Schäden erzeugen und falls die Person denn überhaupt wieder aufwacht, ist er/sie schwerstbehindert und mit Sicherheit nicht in der Lage über Gott zu “philosophieren”! Jedenfalls ist es nichts besonderes, dass zB Vollnarkose-Patienten Gespräche mitverfolgen können. Auch mit Hilfe der Vibrationen der Schädeldecke hört man, darum ist man nie taub wenn man beispielsweise Ohropax verwendet. Die Patientin muss außerdem wenigstens eine grobe Ahnung gehabt haben was mit ihr passiert.

Nils: Deine Argumente überzeugen mich nicht. Ich glaube nicht, dass man durch die Schädeldecke Details der Gespräche hören und mit verbundenen Augen Details der Operation sehen kann, insbesondere wenn gleichzeitig das Blut weitgehend aus dem Gehirn abgepumpt ist.

Das noch etwas Blut im Gehirn vorhanden war, gebe ich gerne zu. Ich habe bereits erklärt, dass während der Operation das Gehirn nicht ganz tot war. Man muss die Argumente sensibel mit Verstand abwägen. Dabei können unterschiedliche Menschen zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.

Ich habe festgestellt, dass ich mit zugehaltenen Ohren allein durch die Schädeldecke sehr schwer Gespräche mitverfolgen kann. Vielleicht hast du eine besondere Schädeldecke. Die hätte ich auch gerne. Dann bräuchte ich keine Ohren mehr. Das könnte für alle Schwerhörigen ein großer medizinischer Forschritt sein. Wo kann man deine Schädeldecke kaufen? Oder bekommt man sie, wenn man Hirnforscher wird?

Noch genialer ist es, dass du mit verbundenen Augen sehen kannst. Wahrscheinlich bist du doch Gott, wie ich bereits vermutet habe. Du musst einen Superschädel haben. Man pumpt dir das Blut aus dem Gehirn und plötzlich hörst und siehst du genaustens deine Umwelt. Der Wahnsinn.

@ 1330. Karl Quark: Selbst ich als Nicht-Biologe weiß, dass man kein Gehirn “materiell Ausschalten” kann! Den Körper kann man nur so weit abkühlen bis sich der Stoffwechsel sehr stark verlangsamt, aber selbstverständlich ist er noch Intakt. Da er so langsam ist, reicht auch der Sauerstoff viel viel länger als bei “Normalbetrieb”. Das selbe tritt auch bei Toten auf, auch wenn das Herz nicht schlägt ist der Stoffwechsel eine Weile noch funktionstüchtig, so lange noch Restsauerstoff im Blut ist.

Nils: Die Sauerstofftheorie ist wissenschaftlich widerlegt. Ebenso die Theorie der Hormonausschüttung. Es wurde festgestellt, dass keine Gehirnströme flossen. Auch die Ohren wurden verstöpselt und die Augen waren zu. Wie soll ein Mensch Dinge im Raum beobachten, wenn sein Gehirn, seine Ohren und seine Augen bei einer Operation so weit ausgeschaltet sind?

Die einzige Erklärung ist die Trennung des Bewusstseins (Seele) vom Körper. Die Seele beobachtet die Operation von oben herab. Selbst du als Nicht-Biologe solltest wissen, dass ein Mensch während einer Gehirnoperation sehr schwer geistig wach die Operation beobachten und nachher genau darüber Auskunft geben kann. Da muss doch auch ein Nicht-Biologe nachdenklich werden. Vielleicht ist an der Dualität von Körper und Bewusstsein doch etwas dran. Ich werfe das einfach mal so in den Raum.

@1783. Hipsitipsu: Nils, Du bist nichts weiter als ein Foren-Troll! Dein Wikipedia Artikel enthält nur einen von dir ausgewählten Abschnitt, der vorsätzlich einen falschen Eindruck vermitteln soll. Wie jeder lesen kann steht dort weiter: Ein Null-Linien-EEG ist allerdings kein Beweis für die völlige Abwesenheit des Bewusstseins. Der Neurologe Martin Klein: „Das EEG misst nur die Hirnaktivität der Großhirnrinde, und das auch nur in der obersten, drei Millimeter tiefen Schicht“. Dies bedeutet: trotz Null-Linien-EEG könnten Sinneseindrücke wahrgenommen werden.

Nils: Das schrieb ich bereits. Zur Erinnerung noch einmal: „Das noch etwas Blut im Gehirn vorhanden war, gebe ich gerne zu. Ich habe bereits erklärt, dass während der Operation das Gehirn nicht ganz tot war. Man muss die Argumente sensibel mit Verstand abwägen.“ Letztlich empfehle ich jedem Leser selbst die gesamte Diskussion in Wikipedia und SpiritualWiki nachzulesen.

Ich betone noch einmal: Die Dinge sind nicht völlig klar. Es darf noch weiter geforscht und diskutiert werden. Aber im Moment deuten die Ergebnisse der Nahtodforschung auf die Unabhängigkeit des Bewusstseins (Seele) vom Körper hin.

Es gibt ja nicht nur die Beobachtungen von Sabom/Pam Reynolds. Es gibt noch tausende weiterer Forschungsergebnisse. Das Wesentliche habe ich bereits in meinem Nahtod-Artikel am Anfang gepostet. Wer es leicht haben will, kann dort die Argumente nachlesen. Wer es genau wissen will, sollte sich selbst gründlich in die Forschungen einarbeiten. Das habe ich für mich getan. Und andere Menschen auch, die zu den gleichen Ergebnissen wie ich gekommen sind. Viele Grüße, der Foren-Troll mit den besseren Argumenten.

@ 1342. Evoluzzer: Ich traue Fachleuten mehr als Yogis oder Gurus. Für eine so außergewöhnliche Behauptung verlange ich einen außergewöhnlichen Beweis von seriöser Seite.

Nils: Die Fachleute sagen heute weitgehend übereinstimmend, dass es keine natürlichen Erklärungen gibt. Wenn ihr die Diskussion über die Nahtoderfahrungen ehrlich beobachtet, spricht im Moment die größere Wahrscheinlichkeit für die Dualität von Gehirn und Seele. Auch in der Wissenschaft wird heftig diskutiert. Es gibt verschiedene Lager. Es gibt die Materialisten und die ganzheitlich Denkenden. Und das ist gut so. So entsteht Fortschritt.

Es ist ein beliebter Trick von materialistischen Wissenschaftlern ist, die Beweisanforderungen so hoch zu schrauben, dass letztlich kein Mensch sie erfüllen kann. Man braucht schon die Fähigkeit vorurteilsfrei an die Sache heranzugehen. Man muss die Argumente mit Weisheit abwägen. Der Verstand wehrt sich erst einmal kräftig gegen neue Erkenntnisse und insbesondere gegen die Idee einer körperunabhängigen Seele. Ich bestehe darauf, dass viele Indizien (danke Elektroniker für diesen Begriff) für die Existenz einer höheren Bewusstseinsdimension (Gott, höheres Informationsfeld) sprechen.

Julia und Nils

@ 1383. Julia: Es wäre nett, wenn du mehr als einmal täglich antworten würdest und dabei auch alle Argumente (auf deine Weise ;-)) widerlegen würdest.

Nils: Julia, du gefällst mir. Irgendwie hast du auch Humor ;-)). Sieh es einfach positiv. Freue dich, dass ich dich jeden Tag ein kleines bisschen glücklich mache. Auch ein Yogi hat noch etwas anderes zu tun als immer nur am Computer zu sitzen. Er muss Yoga machen und den Atheisten Licht schicken. Heute sende ich dir ganz viel Liebe. Spürst du sie. Spürst du die Wärme in deinem Herzen. Öffne dein Herz. Auch einem kleinen Yogi. Mir bringt es eben Spaß jeden Tag eine kleine Botschaft an meine Freunde zu senden. Mehr nicht. Das passt zu einem kleinen Yogi wie mir.

@1876. Peter007: Hallo Julia, kennst Du den: Die kleine Julia darf zu Ostern mit in die Kirche. Danach fragt der Vater: “Was hat dir am besten gefallen?” Darauf Julia: “Das alle ‚Hallo Julia’ gesungen haben!”

@ 1383. Julia: Nunja, eine ausgereifte Theorie eines Erleuchteten sollte meines Erachtens ein bisschen Kritik besser stand halten können, ohne gleich zu mutieren.

Nils: Wunderbar deine Sätze. Danke, dass du meine Theorie als ausgereift empfindest. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass ich nicht erleuchtet bin. Ich bin nur ein kleiner unbedeutender Yogi. Ich empfinde es nicht als Mutation, wenn ich etwas auf dich zugehe und meine Thesen sanft formuliere.

@ 1383. Julia: Wenn ich mal deine “These” zusammenfassen darf: Gott ist eine Vorstellung, bei der es sich um einen für mich nicht näher erfassbaren, da ich nicht erleuchtet bin, Bewusstseinszustand handelt, der sich offenbar in ziemlich starken Gefühlsäußerungen zeigen muss. Also sind diese auch messbar und – mit steigendem Wissen der Hirnforschung – auch ergründbar (hast du darum so einen Hass auf Sven?). Folgerichtig wird es irgendwann im Kopf (direkte oder indirekt sei dahingestellt) Beweise für Gott geben.

Nils: Liebe Julia, du hast mich richtig verstanden. Erleuchtung ist messbar und wird auch schon gemessen (zum Beispiel bei Matthieu Ricard, einem von der US-Hirnforschung untersuchten Erleuchteten). Es gibt diese Beweise schon. Im Fernsehen konnten wir beobachten, wie glücklich die US-Hirnforscher-Elite dabei lächelte. Das es Erleuchtung im Kopf gibt, ist bereits bewiesen. Das Problem ist nur noch, ob es Gott auch außerhalb eines Erleuchteten gibt.

Die gemessenen starken Gefühle eines Erleuchteten sind Glück, innerer Frieden und Mitgefühl. Bei Ricard war das Mitgefühl viel größer als bei den mituntersuchten Nichterleuchteten.

Ich habe keinen Hass auf Sven. Er hat mich beschimpft. Er ist sehr arrogant aufgetreten. Er eignet sich wunderbar als Witzobjekt. Dafür danke ich ihm. Ich sehe das nicht persönlich. Etwas Humor bereichert die Debatte. Wir schreiben ja nicht nur für uns, sondern auch für die vielen Leser und Leserinnen. Ohne Humor ist diese endlose und aggressive Debatte für viele Leser unerträglich. Also fasst euch kürzer und seid witziger. Die Kunst ist es Humor und sachliche Argumentation klug zu vereinen. Du bist auf einem guten Weg, Julia.

@ 1383. Julia: Nehmen wir einfach mal an, das Gehirn wird irgendwann komplett wissenschaftlich erklärbar sein!

Nils: Das glaube ich nicht. Der Kosmos ist für den Menschen nicht vollständig zu erfassen. Wir sind Teil eines Systems (Kosmos, Gott) und können nur begrenzt über den Rand des Systems hinausblicken. Wissenschaft ist ein ewiger Prozess.

@ 1383. Julia: Gott ist ein fester Bestandteil unserer materiellen Welt, der jedoch ausschließlich in den Köpfen Erleuchteter wohnt?

Nils: Gott ist ein fester Bestandteil unserer Welt. Nach den Erkenntnissen der Quantenphysik gibt es eine höhere Bewusstseinsdimension (ein höheres Informationsfeld), dass die ganze Welt durchdringt. Ein Erleuchteter sieht diese höhere Bewusstseinsdimension als Licht. Er spürt dieses Licht als Glücksenergie (Frieden, Liebe, Licht, Wahrheit) in sich. Er sieht das Licht in der Welt um sich herum und in allen seinen Mitmenschen. Gott ist in allen Wesen, auch wenn diese Wesen es nicht spüren.

@1427. Julia: Ich finde es gewagt, Gott durch das Hirn zu beweisen!

Nils: Gott über die Hirnforschung zu beweisen, ist nur ein Weg. Die Hirnforschung kann nachweisen, dass es Erleuchtete gibt und dass es Menschen mit besonderen Fähigkeiten sind. Die übersinnlichen Fähigkeiten der Erleuchteten sind kaum erforscht. Einige Hinweise gibt die Parapsychologie, auch wenn sie von vielen materialistischen Wissenschaftlern zu unrecht als unwissenschaftlich abgetan wird. Es gibt überall schwarze Schafe, aber einen ganzen Wissenschaftszweig abzulehnen zeugt von einer unglaublichen Arroganz und letztlich auch von dem großen Kampf, der in der Wissenschaft zwischen den Materialisten und den spirituellen Menschen tobt.

Ein weiterer Weg Gott nachzuweisen ist die Physik, auch wenn Klaus das beständig abstreitet. Einige andere Physiker interpretieren die Quantenphysik erheblich fortschrittlicher als er. Es gibt sogar Physiker, die sich mit der Frage beschäftigen, was vor dem Urknall war. Daraus ergeben sich viele Annäherungen an die Spiritualität.

Der wissenschaftliche Hauptbeweis läuft derzeit über die Nahtodforschung. Viele Aussagen von erleuchteten Meistern und Hellsichtigen deuten ebenfalls auf das Weiterleben der Seele nach dem Tod.

Vielen Dank an Wikipedia

@ 1393. Karl Quark: Und vielleicht gibst du uns auch mal einen Link zu deinem Experiment, bei dem der Patient alles um sich herum mitkriegt, obwohl er tot und isoliert ist.

Nils: Es gibt viele Links zur Nahtodforschung in Spiritualwiki. Zur Erleuchtung ist Wikipedia sehr gut. Pam Reynolds findest du unter Nahtod-Erfahrungen in Wikipedia. In Wikipedia kommen auch die Kritiker gut zu Wort. Letztlich bleibt die Tatsache, dass die Dualität von Gehirn und Seele die Vorgänge am besten erklärt.

@ 1395. Sven: Ich möchte nicht sagen, dass deine Wissenschaftler Scharlatane, inkompetent oder Esoteriker/Pseudowissenschaftler sind …. aber es gibt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gute Gründe warum deine Schlussfolgerungen nicht auch die offiziellen wissenschaftlichen Meinungen sind, okay?

Nils: Die Mehrheit der Wissenschaftler denkt im Moment materialistisch. Sie sind in alten Denkmustern gefangen und blocken neue Erkenntnisse ab. Immerhin gibt es auch viele Wissenschaftler, die in meine Richtung argumentieren. Mehr will ich gar nicht. Erst gibt es ein paar Vordenker und hundert Jahre später ist es dann der Mainstream. Letztlich interessieren mich nur die Argumente. Wenn wir uns darauf verständigen beide Seiten zu respektieren, können wir Freunde werden.

Esoterik ist für mich kein Schimpfwort. Auch in der Esoterik gibt es viele Menschen, die ernsthaft und wahrhaftig ihren Weg durch das Leben suchen. Wir leben in einer Kultur der Vielfalt und dass sollten wir alle akzeptieren.

@1397. Julia: Soweit ich das verstehe sagt die Wissenschaft zu dem Thema Nahtoderfahrung “vielleicht”. Das heißt im Klartext: Die wissenschaftlichen Ergebnisse können das nicht widerlegen, aber dadurch ist das nicht bewiesen! Es handelt sich um unverstandene Prozesse! Zudem wird immer nur behauptet, dass beobachtet wurde wie irgendwelche Patienten ihre Umwelt während dem “Tod-Zustand” erfahren. … gibts da vielleicht auch was aus erster Hand??

Nils: Geliebte Julia, lies einfach mal Spiritualwiki zu Nahtodforschung und Wikipedia zu Nahtod-Erfahrung und zur Erleuchtung. Dann wird das Wort „vielleicht“ doch erheblich konkreter. Es gibt beachtliche Indizien für die Theorie der Dualität von Gehirn und Seele. Und für die Existenz eines Jenseits. Auf mehr möchte ich mit meinen Beiträgen nicht hinweisen.

Wikipedia und SpiritualWiki sind jedenfalls bei den Themen Nahtodforschung, Nahtod-Erfahrung und Erleuchtung eindeutig auf meiner Seite. Die Indizien sprechen mehrheitlich für meine Gottesauslegung und die Dualismustheorie.

Sieben Argumente

@1752. Wolfgang: Was berechtig zu der Annahme, dass es Gott gibt?

Nils: Ich habe sieben Argumente:

1. Die Aussagen der Erleuchteten. Sie können durch ihr erweitertes Bewusstsein Gott als Licht in der Welt sehen und als Liebe, Frieden und Glück in sich spüren. Gott ist ein Begriff aus der Wahrnehmung eines Erleuchteten. Jede echte Religion gründet sich auf einen erleuchteten Meister. Jede echte Religion hat ihr Wort für Gott (Tao, Nirvana, Brahman, Allah, Jahwe).

2. Die Nahtodforschung verweist auf die Unabhängigkeit der Seele vom Körper und auf ein Weiterleben nach dem Tod. Wikipedia (Nahtod-Erfahrung) unterstützt meine Sicht der Dinge. Gleichzeitig bringt Wikipedia auch alle Gegenargumente. Jeder kann die Diskussion dort nachlesen.

3. Die Reinkarnationsforschung hat viele Fälle von Wiedergeburt aufgelistet. Ich kenne als Yogi über tausend frühere Leben. Buddha kannte seine früheren Leben. Amma hat ebenfalls davon berichtet. Einen guten Überblick über die Reinkarnationsforschung gibt Wikipedia.

4. Die Physik weist auf die Existenz eines höheren kosmischen Informationsfeldes (Amit Goswami, Gott als höheres Bewusstsein) hin. Die String-Theorie unterstützt diese Sichtweise. Die Quantenphysik hat die Existenz eines höheren Informationsfeldes (Alain Aspect 1982) nachgewiesen. Vieles deutet auf eine Annäherung von Physik und Spiritualität.

5. Die Parapsychologie erforscht spirituelle Fähigkeiten wie Gedankenübertragung, Zukunftserkennen und die Wahrnehmung über große Distanzen. Sie hat viele Belege dafür gesammelt.

6. Die wissenschaftliche Glücksforschung hat den Zusammenhang von Erleuchtung, Frieden, Glück und Liebe nachgewiesen. Sie hat Gesetzmäßigkeiten erkannt, die zu einem glücklichen Leben führen. Sie hat Matthieu Ricard als erleuchteten Menschen gründlich untersucht. Er wurde vom New Yorker Time Magazin zum glücklichsten Menschen der Welt gewählt.

7. Ich lebe als Yogi. Ich war oft in verschiedenen Erleuchtungszuständen. Ich habe Gott als Licht in der Welt gesehen und als Glück, Liebe, Frieden und Wahrheit in mir gespürt. Ich bezeuge, dass es die Erleuchtung und Gott gibt. Ich bezeuge, dass es glücklicher ist erleuchtet als unerleuchtet zu sein. Ich bezeuge, dass es gut ist in Gott zu leben.

@1695. Peter007: Liebe Leute, ich lese hier nur mit und will mich nicht an der Diskussion beteiligen. Ich habe inzwischen festgestellt, dass man alles Wesentliche mitbekommt und den größten Nutzen daraus zieht, wenn man nur die Texte von Yogi Nils liest. Den Rest kann man getrost vergessen.

Nils: Das machen viele Leser so. Ich grüße hiermit alle meine Freunde.

@1699. zehne: Es ist erbärmlich, wenn man die Beiträge von Nils gut findet. Die beinhalten inhaltsloses Märchen-Fantasie-Flickwerk, um irgendwelchen naiven Trotteln den Glauben zu geben, dass sie was besseres sind als ein Haufen Kohlenstoff irgendwo im Nirgendwo … Armer Narr!

Nils: Armer Haufen Kohlenstoff im Nirgendwo. Es ist erbärmlich, wenn den Atheisten keine besseren Argumente einfallen. Möge die Dummheit auf der Welt verschwinden und Weisheit, Frieden und Liebe herrschen.

@1698. neune: Nils Beiträge kann man getrost ignorieren, sie tragen NICHTS zur Diskussion bei.

Nils: Um mich intelligent ignorieren zu können, muss man mich erst intelligent gelesen haben.

@ 1083. AdmiralT: Wenn es die Wiedergeburt gibt, wieso werden es immer mehr Menschen auf der Erde? Wenn es Seelen gibt müsste die Zahl der Menschen auf der Erde doch konstant bleiben?!

Nils: Du begehst einen Denkfehler. Neben der Erde gibt es auch die Astrahlwelt und die Lichtwelt. Auch dort leben Seelen, und zwar unendlich viel mehr als auf der Erde. Das Reservoir an Seelen ist unerschöpflich.

In der wissenschaftlichen Diskussion in den USA wird auch vertreten, dass die Seele erst durch das Gehirn entsteht. Zuerst gibt es ein Gehirn, dass Gehirn fängt an zu denken und bildet ein Bewusstseinsfeld um sich herum. Dieses Bewusstseinsfeld wird in einer höheren Dimension gespeichert und kann dadurch unabhängig vom menschlichen Körper existieren. Bei dieser Betrachtungsweise gibt es kein Problem mit der Anzahl der Menschen und der Anzahl der Seelen.

Gott und Erleuchtung

@1684. Fridolin: Die Diskussion hier im Forum hat mich ein gutes Stück weiter gebracht.

Nils: Ich denke auch, dass hier neben vielen Aggressionen auch gute Argumente ausgetauscht worden sind.

Fridolin: Auch in Deutschland wachsen evangelikale Kirchen mit ziemlich radikalen Ansichten. Der Erhalt von gemässigten Kirchen scheint mir nicht der allerdümmste Ansatz.

Nils: Dem stimme ich zu. Wir müssen die Mittelposition stärken, wenn wir friedliche Verhältnisse in Deutschland und auf der Welt haben wollen.

@1672. Karl Quark: Du siehst Gott als Liebe und durch deine Liebesgefühle lebst du in Gott? Wie soll ich das verstehen? Wir leben in einem materiellen, kausalen Universum. Wir sind auch nichts weiter als Materie.

Nils: Das ist für einen Materialisten schwer zu verstehen. Das Erstaunliche an der Liebe ist, dass man sie durch spirituelle Techniken unermeßlich entwickeln kann. Dann entsteht das Gefühl in Gott zu leben. Gott wird als diese unermeßliche Liebe und dieser unermeßliche Frieden erfahren.

Karl Quark: Für dich wirken wohl Liebeserfahrungen unerklärbar, göttlich? Und die kausale Ursache dafür nennst du Gott?

Nils: Ja. Das kann nur begreifen, wer es erfahren hat. Die kausale Ursache ist Gott, weil das kosmische Bewusstsein die Tore der Liebe, des Friedens und des Glücks in dir öffnet. Im Yoga heißt es Sat-Chid-Ananda. Erst anhaftungsloses Sein (innerer Frieden), dann kosmisches Bewusstsein (die Einheit der Natur erfahren) und dann entsteht plötzlich Glück. Wenn man das systematisch übt, ist man irgendwann erleuchtet.

Karl Quark: Der Begriff Gott dient dem Empfinden von Zufriedenheit?

Nils: Der Kosmos ist eine Glücksordnung. Er zielt letztlich darauf ab alle Seelen zur Erleuchtung zu bringen. Das kann man nur sehen, wenn man von dem Weiterleben der Seelen nach dem Tod ausgeht. Dann existiert das Evolutionsprinzip auch auf einer höheren Ebene. Alles entwickelt sich zum Höheren und das Höchste ist das Erleuchtungsbewusstsein (das Leben in Gott, im Paradies). Der Mensch ist auf Gott (auf das Paradies, das innere Glück) hin geschaffen.

Karl Quark: Warum ist Gott nicht rational erfassbar?

Nils: Gott ist nicht rational erfassbar, weil er im Kern ein höheres Bewusstsein ist. Wenn du Gott als Quantenfeld (höheres kosmisches Informationsfeld) wie Prof. Dürr begreifst, dann durchdringt Gott auch alle Bereiche der materiellen Welt. Du kannst durch die Physik auch auf Gott stoßen, aber im Kern begreifen kannst du ihn erst durch die Erleuchtung.

Klaus: Erleuchtung bedeutet innerer Frieden, inneres Glück und umfassende Liebe sagst Du. Gut, dann habe ich an Erleuchtung überhaupt nichts auszusetzen.

Nils: Wunderbar. Wir nähern uns an.

Klaus: Glaubst Du, dass Gott sich nur dort finden lässt, wo rationales Verständnis endet?

Nils: Ja. Gott kann nur durch die Erleuchtung gefunden werden. Das Leben in Gott kann nur durch spirituelles Üben verwirklicht werden. Die Erkenntnis Gottes übersteigt alles rationale Verstehen. Nach Buddha kann die Erleuchtung besser durch den Weg dort hin als durch das Ziel selbst beschrieben werden.

Der Weg dort hin ist ganz einfach. Setz dich zwölf Jahre (die meistgenannte Zahlenangabe in den Yogaschriften) an einen abgeschiedenen Platz, stoppe deine Gedanken, meditiere und das Licht wird in dir erwachen. Du wirst Gott sehen und begreifen, was Gott ist. Gott ist im Zentrum ein höherer Bewusstseinszustand.

Sehr gut auf dem Weg zu Gott ist es einen erleuchteten Meister wie Jesus, Buddha, den Dalai Lama, Amma oder Mutter Meera zu haben. Ein Darshan bei ihnen kann (nicht muss) die Tore der spirituellen Energie (Liebe, Licht, Frieden, Glück) in dir öffnen. Hilfreich auf dem Weg der Erleuchtung sind die Eigenschaften Frieden, Wahrhaftigkeit und umfassende Liebe.

Aber Vorsicht. Erleuchtung ist kein Spiel. Der Weg muss ernsthaft betrieben werden. Es kann sein, dass die Tore in dir geöffnet werden und du erst einmal zwanzig Jahre brauchst um die Energie in dein Leben zu integrieren. Du kannst von heftigen Reinigungsprozessen geschüttelt werden.

@1647. Klaus: Ich möchte DETAILS. Wo bzw. wie finden die Wissenschaftler Gott?

Nils: Ich habe schon mehr über die Erleuchtung geschrieben, als du in den meisten spirituellen Büchern findest. Die Dinge sind schwierig. Es ist schwierig einem Physiker überzeugende Details zu geben. Sieh es einfach positiv. Ich gebe euch mein Wissen und du gibst dein Wissen und zusammen versuchen wir den Weg der Wahrheit zu finden.

Wissenschaftler finden Gott grundsätzlich zuerst einmal in sich selbst. Wenn sie Gott in sich selbst verstanden haben, können sie gut wissenschaftlich weiterforschen. Sie können herausfinden, wie ihr inneres Wissen mit dem äußeren Wissen zur Harmonie gebracht werden kann.

Erleuchtung ist in erster Linie eine Frage der Psychologie. Das Verständnis der Erleuchtung kann die Psychologie auf eine neue Ebene heben. Gott in der Physik zu begreifen ist die Aufgabe der Physiker. Spirituelles Wissen kann auch einen Physiker voranbringen, insbesondere bei der Frage, was vor dem Urknall war.

Klaus: Woher weisst Du überhaupt, dass Erleuchtung real ist?

Nils: Was ist real? Soweit ich die Physik verstanden habe, ist nur die Energie (die höchste Form der Energie ist nach Amit Goswami das Bewusstsein) real und die Materie ist eine vergängliche Erscheinungsform. Das Glück eines Erleuchteten hat etwas mit einer starken spirituellen Energie zu tun. Sie kann physikalisch im Moment sehr schwer erklärt werden. Ich bevorzuge es sie als feinstoffliche Bewusstseinsenergie zu beschreiben. Sie kann als Aura gemalt werden. Sie kann mit den Gefühlen Frieden, Liebe und inneres Glück verbunden werden. Deshalb ist die Erleuchtung auch ansatzweise messbar. Sie ist nicht vollständig messbar, weil sie weit über die normale Verständnisebene hinausgeht.

Reform der Kirche

@ 1276. Julia: Die katholische Kirche hat andere Vorstellungen … leider!

Nils: Die katholische Kirche steckt mit ihren Vorstellungen teilweise noch im Mittelalter fest. Sie hat den Anschluss an die neue Zeit geistig verpasst. Das sollte sie schnellstens nachholen. Sonst gibt es auf der Welt bald nur noch Atheisten. Und das wäre doch schade.

Ich glaube an die katholische Kirche. Ich bin auch ein Freund der katholischen Christen. Der Weg der Anpassung des christlichen Glaubens an den aktuellen Wissensstand ist nicht so schwierig wie die Katholiken denken. Sie besitzen bereits viele Vordenker, die den Weg geebnet haben. Ich verweise vor allen auf meinen Freund Bede Griffiths (undogmatischer erleuchteter Meister und katholischer Priester in Indien), auf meinen Freund Frere Roger (Taize), auf Mutter Teresa und auf den heiligen Antonius (der erste christliche Yogi). Ich bin auch ein großer Fan der Karthäuser-Mönche, die eine Art Zen-Buddhismus im Christentum praktizieren und den Weg der Erleuchtung wie alle anderen der hier genannten Katholiken kennen.

Jesus war ein Erleuchtungslehrer. Mit dem römischen Kaiser Konstantin wurde das Christentum zur Staatsreligion. Es diente von da an hauptsächlich dem Machterhalt der herrschenden Klasse. Das zweite vatikanische Konzil (1963-65) hat dann die große Kehrtwende von einer Unterdrückungsideologie zu einer Religion der Liebe und des Friedens vollzogen. Aber viele Restbestände aus der alten Zeit behindern den Weg in die Zukunft.

Insbesondere muss die katholische Kirche endlich begreifen, was mit dem Begriff Gott gemeint ist. Gott ist keine Person, sondern eine Bewusstseinsdimension. Gott ist ein Begriff aus der Erfahrungswelt eines Erleuchteten. Die Bibel ist nicht aus dem Himmel geflogen gekommen, sondern wurde von erleuchteten Propheten entwickelt. Die wahren Heiligen der katholischen Kirche sind die Erleuchteten.

Insbesondere sollte die katholische Kirche endlich das Thomas-Evangelium als Teil der Bibel anerkennen. Dort wird Jesus als Erleuchtungslehrer gesehen. Das passte nicht den früheren Machthabern in der Kirche und sie haben es lange Zeit unterdrückt. Das Thomas-Evangelium wurde versteckt und ist Mitte des 20. Jahrhunderts wieder aufgetaucht.

@ 1325. Pfarrer Ödön: Ich habe die Diskussion in diesem Forum schon länger verfolgt. Nun melde ich mich mal auch zu Wort! Wichtig ist Religion für das Seelenheil. Grüße aus meinem sächsischem Pfarrhaus und noch ein erfülltes Leben!

Nils: Danke. Bei der Religion geht es vorwiegend um das Leben in Gott (Erleuchtung, Heiligkeit/eine heile Seele/Seelenheil). Viele Grüße an das sächsische Pfarrhaus.

Die Schöpfungsgeschichte

@ 1346. Evoluzzer: Die Wissenschaft weiß, dass die Schöpfungsgeschichte der Bibel falsch ist.

Nils: Die Wissenschaft weiß noch nicht wirklich etwas über die Bibel. Solange sie die Erleuchtung nicht versteht, kann sie die Bibel nicht begreifen. Die Bibel wurde von den erleuchteten Meistern (Priestern, Propheten) der Juden entwickelt. Sie ist kein historisches Buch, sondern beschreibt symbolisch den Weg der Erleuchtung. Das Erleuchtungswissen wurde hinter scheinbar historischen Daten versteckt. Wer die Bibel historisch interpretiert, beweist damit nur seine spirituelle Unwissenheit.

Das gilt leider auch für manche Christen, wie zum Beispiel die Kreationisten in den USA. Aber auch die meisten Atheisten fallen auf den äußeren Inhalt der Bibel herein. Ohne Wissen von der Erleuchtung ist die Bibel nicht zu verstehen. Die Schöpfungsgeschichte ist kein historischer Bericht, sondern eine Visualisierungs-Meditation, um die Erleuchtungsenergie zu erwecken. Am Anfang war die Erde wüst und leer. Damit ein Mensch zur Erleuchtung kommt, muss er zuerst innerlich leer werden. Er muss sich innerlich vollständig entspannen, damit das Glück in ihm erwachen kann. Dann wird es Licht in ihm. Dann fließt der Geist Gottes (die spirituelle Energie, das heilige Wasser) in den Menschen.

Der Baum in der Paradiesgeschichte symbolisiert den mittleren Kundalini-Kanal (Sushumna im Yoga), die Schlange ist die aufsteigende Kundalini-Energie und der Apfel verkörpert das kosmische Bewusstsein (Kugel, Ganzheit, Einheit, Harmonie). Vom Apfel ein Stück abzubeißen bedeutet, das kosmische Bewusstsein (das Leben in Gott, das innere Glück, die innere Harmonie) zu verlieren. Der Grund (die Sünde) ist nach Buddha immer innere Verspannung durch geistige Anhaftung (an Genussobjekte), Ablehnung (von gegebenem Leid) oder Unwissenheit (vom tieferen Sinn des Lebens/Bewahrung des inneren Glücks).

Die Geschichte von Adam und Eva hat nichts mit der Ablehnung der Sexualität zu tun. Das war eine der größten Fehlinterpretationen der christlichen Theologen. Die Juden haben die Sexualität bejaht. Und die Paradiesgeschichte stammt von den Juden. Die Juden praktizieren sogar auf ihre Art eine Form des Tantra-Yoga. In Wirklichkeit kann nach der Bibel auch die Sexualität ein Weg zu Gott sein. Sie muss nur mit spirituellem Wissen und Liebe praktiziert werden. Das Sakrament der Ehe wird von den Kirchen viel gepredigt, aber kaum verstanden. Das Sakrament der Ehe bedeutet durch eine spirituelle Sexualität und eine spirituelle Beziehung in ein Leben im Licht (in Gott) zu gelangen.

Einen schönen Pfingstsonntag wünscht Yogi Nils

Gott ist Liebe

@1494. Anna-Franziska: Ich selbst bin Christin, aber ich respektiere die Muslime genau wie die Juden, Buddhisten und alle Religionen.

Nils: Danke. Wir sollten uns alle respektieren. Das ist die praktizierte Einheit aller Religionen.

@1439. Sven: Du hast deine Auslegung der Bibel. Genauso gut könnte ich mir eine andere Auslegung vorstellen.

Nils: Jesus hat der Menschheit ein neues Gottesbild gegeben. Der Gott von Jesus ist ein Gott der Liebe. Die meisten Christen hier in Deutschland und in diesem Forum vertreten wie ich den Gott der Liebe. Gegen verwirrte religiöse Fanatiker sollten wir uns gemeinsam wehren. Du baust die falschen Fronten auf. Das kann langfristig sehr gefährlich werden.

Du suchst dir in der Bibel und in der Theologie immer nur das heraus, was dir nicht gefällt. Auch die christlichen Kirchen, der Buddhismus und der Hinduismus haben sich weiter entwickelt. Der Neohinduismus stellt die Liebe und die Einheit aller Religionen in den Mittelpunkt seiner Lehre. Der Dalai Lama (Buddhismus) engagiert sich sehr stark auf der Welt für die Liebe und das positive Miteinander. Die Katholiken haben mit dem zweiten vatikanischen Konzil zu den Wurzeln von Jesus Christus zurückgefunden. Und die Wurzeln sind Liebe und Frieden (Bergpredigt). Auch die evangelischen Christen arbeiten sehr intensiv für den Frieden und die Liebe auf der Welt. Ihre Sozialarbeit ist bewundernswert.

@1475. Luecke: Du behauptest, dass Gott etwas mit Liebe zu tun hat. Du kannst es nicht beweisen.

Nils: Das kann ich sehr wohl beweisen. Gott ist ein Begriff aus der Erfahrungswelt eines Erleuchteten. Wenn du die Erleuchtung erlangst, siehst du nicht nur Gott in der Welt, sondern es öffnen sich in deinem Herzen die Tore der Liebe. Du lebst in der Energie von Frieden, Liebe und Glück. Gott hat etwas mit Liebe zu tun. Gott ist in seinem Zentrum Liebe.

Dazu Mutter Teresa: Die Frucht der Stille ist das Gebet. Die Frucht des Gebetes ist der Glaube. Die Frucht des Glaubens ist die Liebe. Die Frucht der Liebe ist das Dienen. Die Frucht des Dienens ist der Friede.

(Übersetzung Nils: In der Meditation lösen sich die Verspannungen. Wenn alles sich gelöst hat, entsteht inneres Glück. Der Mensch lebt in Gott. Er erfährt Gott und glaubt an Gott. Mit Gott erwachen in ihm auch die Liebe und Güte. Er möchte seinen leidenden Mitwesen helfen. Er bleibt in Gott, wenn er aus der inneren Ruhe heraus im Schwerpunkt für seine Mitmenschen lebt.)

@1440. Esther: Gottes wichtigstes Anliegen ist die Liebe. “Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat. Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.” (1.Johannes 4,16)

Nils: Vielen Dank. Genau so ist. Gott und Erleuchtung (Heiligkeit) sind zwei Seiten einer Münze und das Zentrum ist die Liebe.

@1539. Luecke: Die Bibel ist eine Mythensammlung.

Nils: Richtig. So sehe ich das auch. Das alte Testament ist vorwiegend eine Mythensammlung. Die Mythen dienen der Beschreibung des Weges zur Erleuchtung. Das neue Testament, auf dem das Christentum wesentlich fusst, ist allerdings keine Mythensammlung. Die Bergpredigt als wichtigster Teil des neuen Testamentes ist eine direkte Anleitung für den spirituellen Weg. Ihre Aussagen entsprechen den Erkenntnissen auch vieler heutiger Erleuchteter.

Jesus als einziger Weg?

Todoroff (dogmatischer Christ): Jesus Christus sagte: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch Mich.

Nils: Dieser Satz wird von vielen Christen missverstanden. Jesus sagt damit nicht, dass er der einzige Erleuchtete und der einzige Weg zu Gott ist. Dann hätte Jesus bewusst spirituelle Meister wie Abraham, Moses und Johannes den Täufer als falsche Propheten denunziert. Jesus wollte keine eigene Religion gründen. Er erklärte ganz eindeutig: „Ich bin nicht gekommen das Gesetz (die Lehre) von Moses oder den Propheten aufzulösen, ich bin gekommen um es zu erfüllen.“

Jesus sah sich als einen Menschen, der die Gebote der Bibel (von Moses bzw. den Verfassern des alten Testamentes) spirituell verwirklicht hat. Er wollte die Juden wieder zum urspünglichen Sinn der Bibel zurückführen. Er wollte sie zum echten spirituellen Üben bringen. Viele Juden hatten sich in einer dogmatischen Auslegung der Vorschriften verrannt und verfehlten den wahren Sinn.

Ohne erleuchtete Lehrer neigt jede Religion dazu sich im Laufe der Zeit dogmatisch zu verhärten. Die Aufgabe der Erleuchteten ist es, die Menschen wieder zum echten spirituellen Üben zu bringen. So sind die Worte „Ich bin der Weg“ zu verstehen. In der Bibel steht nicht, dass Jesus der einzige Weg ist. Jeder Erleuchtete ist ein Weg zu Gott (in das Erleuchtungsbewusstsein). Wenn wir die Worte von ihrem Sinn her verstehen, dann verweisen sie auf die Notwendigkeit eines erleuchteten Meisters für das effektive spirituelle Üben. Die Wüstenväter (der heilige Antonius) besaßen diesen Grundsatz noch und waren deshalb erfolgreich auf ihrem spirituellen Weg. Später hat die christliche Kirche diesen Grundsatz fälschlicherweise aufgegeben.

Wer seine Religion als die einzig wahre bezeichnet, verstärkt die Gewalt auf der Erde. Wenn wir diesen Weg nicht beenden, wird es ewig religiös motivierte Kriege auf der Welt geben. Wenn eine Religion denkt, dass nur sie recht hat, muss sie letztlich alle Andersgläubigen körperlich oder geistig erschlagen. Eine enge Auslegung des Satzes „Ich bin der Weg“ ist falsch.

Ich verweise noch einmal auf meine zum Gottesbeweis geschriebenen Worte: „Gott als Sohn ist jeder Erleuchtete. Er verkörpert das Gottesbewusstsein. Es gibt viele erleuchtete Menschen auf der Erde. Die Tatsache der Erleuchtung ist wissenschaftlich gut zu beweisen. Man kann die Erleuchteten befragen und ihre besonderen Fähigkeiten messen. Die Christen müssen sich allerdings von der Idee verabschieden, dass Jesus der einzige Erleuchtete (Sohn Gottes) ist. Diese Idee ist psychologisch verständlich, wissenschaftlich aber völlig unhaltbar. Jedes kleine Kind denkt, dass sein Vater der Größte ist. Wenn man erwachsen wird, erkennt man, dass es viele Väter gibt, ebenso wie es viele Erleuchtete gibt.“

Üben und Gnade

Todoroff: Wir sind aus Gnade gerettet. Gnade aber kann man sich nicht erarbeiten.

Nils: Erleuchtung entsteht durch spirituelles Üben und durch Gnade. Erleuchtung alleine auf Gnade zu reduzieren, ist ein schwerer Irrtum. Er fördert die spirituelle Faulheit. Die falsche Gnadenlehre war der größte Fehler von Martin Luther. Sie muss schnellstens von der evangelischen Kirche überwunden werden. Die katholische Kirche macht es besser. Sie weiß, dass man intensiv üben muss, wenn man einen großen Gewinn im Jenseits haben will. Sie hat die Klöster nicht wie Martin Luther abgeschafft, sondern als Orte des intensiven Übens bewahrt.

Der Dalai Lama lehrt: „Erleuchtung ist harte Arbeit.“ Das kann ich nach zwanzig Jahren als Yogi bestätigen. Es geschieht viel Gnade, aber Gott liebt keine faulen Anhänger. Jesus hat erklärt: „Wer an mich glaubt, kommt in den Himmel.“ Damit ist ein echter und tiefer Glaube gemeint. Ein Nichterleuchteter ist zu einem vollständigen Glauben nicht in der Lage. Der Dalai Lama vertritt die Zwei Hände Lehre. Die eine Hand ist die Hand des Schülers und die andere die Hand des Meister. Nur wenn beide Hände kräftig zupacken, kann der Meister den Schüler bei dessen Tod in die Lichtwelt ziehen. Nur wenn beide hart arbeiten, gelingt der große Durchbruch ins Licht.

Zum intensiven spirituellen Üben noch einige Sätze aus der Bergpredigt: Selig werden die nach Gerechtigkeit Hungernden sein, denn sie sollen satt werden. Selig werden die innerlich Reinen sein, denn sie werden Gott schauen. Erklärung von mir: Gerechtigkeit bedeutet in der Bibel Richtigkeit. Nach dem richtigen Leben zu hungern, heißt nach einem Leben im Licht zu hungern. Innerlich rein wird man durch das konsequente spirituelle Üben. Um die inneren Verspannungen aufzulösen, braucht man Übungen für den Körper (Gehen, Meditation) und Übungen für den Geist (Lesen, Gedankenarbeit). Wer jeden Tag ausreichend spirituell übt, gelangt eines Tages ins dauerhafte Glück.

Jesus Christus ist ein Erleuchteter. Er saß vierzig Tage und Nächte in der Wüste. Dann kamen die Engel Gottes und dienten ihm. Wer in Gott leben will, muss meditieren können. Die Meditation ist der große Weg in ein göttliches Leben. Das hatten bereits die Wüstenväter erkannt und lebten als christliche Yogis meditierend in der Wüste. Im Thomas-Evangelium steht: „Es sind die Einsamen, die in das Brautgemach eintreten werden. Sucht einen Ort der Ruhe.“ Und das Phililipus-Evangelium ergänzt: „Es ist nötig, dass jeder der Jünger in seine Ruhe eingeht. Aus der Kraft heraus tut ein Christ seine Werke; aber durch die Ruhe (Meditation) erzeugt er das Licht in sich (das göttliche Kind).“

Ein Atheist trifft Jesus

Nylen: Würde mir Jesus begegnen hätte ich ihm einiges mitzuteilen. Viele kritisieren die Christen mit Zitaten aus dem alten Testament. Ich denke das ist Unfug. Das Neue am neuen Testament ist ja eben der Bruch mit dem alten. An anderer Stelle habe ich mich stark gemacht anzuerkennen, dass Jesus tatsächlich gelebt und gewirkt hat und dass viele Aussprüche in den Evangelien tatsächlich auf ihn zurückgehen.

Nils: Sehr gut.

Nylen: Eine Prämisse habe ich allerdings als Atheist, nämlich die, dass Gott nicht existiert.

Nils: Dann kannst du Jesus in der Tiefe nicht erfassen. Nehmen wir an, dass es die Erleuchtung gibt und dass Jesus erleuchtet war. Dann können wir gut über deine Thesen diskutieren und den wahren Kern des Evangeliums herausarbeiten.

Nylen: Würde mir Jesus also begegnen würde ich ihm erstmal vorwerfen, das er Familien zerstört. Jesus war ja ein Menschenfischer wie immer wieder betont wird. Jesus sagte zu neuen Anhängern. „Lass alles stehen und liegen und folge mir nach“ und „Vergiss Vater und Mutter und Geschwister, denn sie sind nicht deine himmlischen Eltern und Geschwister“.

Nils: Wer schnell zur Erleuchtung gelangen will, braucht dafür viel innere und auch äußere Ruhe. Es geht Jesus nicht um die Zerstörung der Familien, sondern um die Schaffung der Bedingungen für ein schnelles spirituelles Wachstum seiner Anhänger.

Nylen: Jesus lehrt: Liebe deinen Feind. Ist das eine gute Handlungsethik? Ich denke Nein. Warum zum Teufel sollte ich Adolf Hitler lieben, oder andere Menschheitsverbrecher. Hier fiele mir auch sofort der altestamentarische Gott ein.

Nils: Es geht hier primär nicht um äußeres Handeln, sondern um die Erleuchtung. Erleuchtung ist innere Harmonie. Dafür ist die geistige Harmoniesierung aller äußeren Erscheinungen wichtig. Innnere Harmonie entsteht, wenn ich in allen Wesen Gott sehe, mich selbst sehe, sie auf einer tiefen Ebene liebe. Auf der äußeren Ebene ist es durchaus sinnvoll und erlaubt, sich effektiv abzugrenzen. Darüber gibt es im Buddhismus viele Debatten. Ich darf und muss einen Mörder am Morden hindern.

Nylen: Jesus lehrt: Wenn dich jemand auf die eine Wange schlägt, halte ihm auch die andere hin.

Nils: Hier gilt das oben Gesagte. Auf einer höheren spirituellen Ebene ist Gewaltlosigkeit ein wichtiger Grundsatz. Auf der Handlungsebene muss man im Einzelfall entscheiden. Um seinen inneren Frieden zu bewahren, kann es hilfreich sein einem Gegner auch einmal nachzugeben.

Nylen: Jesus lehrt: „Nicht dass du jemanden etwas zu Leide tust, sondern dass du es bloß denkst, ist schon Sünde.“ Sorry. Aber nur weil jemand mal etwas Übles denkt, ist er kein übler Mensch.

Nils: Für die Erleuchtung kommt es auf das Denken an. Wer positiv denkt ist doppelt so glücklich wie ein negativ denkender Mensch.

Nylen: Jesus lehrt, dass er Sünden vergeben könne, bzw. das Gott Sünden vergeben würde. Wenn ich jemandem die Fresse einhaue, dann kann ER mir vergeben, aber kein anderer, weder Jesus noch Gott.

Nils: Sünden vergeben bedeutet, einen Menschen zur Verzeihung sich selbst gegenüber zu bringen. Jesus hilft den Menschen Schuldgefühle loszulassen und zum inneren Frieden zu kommen.

Nylen: Jesus lehrt das Königreich Gottes. Der dort beschriebene Gott ist ein liebevoller Diktator. Schön, dass er so lieb und nett ist, aber er bleibt ein Diktator. Ein Alleinherrscher, der eifersüchtig darauf bedacht ist neben sich keinen anderen zuzulassen. Und unter sich nur willfährige Diener will. Ich aber bin ein Demokrat.

Nils: Gott ist eine höhere Bewusstseinsdimension. Deine These beruht auf einem Mißverständnis.

Nylen: Jesus lehrte, dass Gott noch zu Lebzeiten seiner Jünger eingreifen würde, das Königreich des Himmels auf Erden zu errichten. Offensichtlich hat er sich fundamental geirrt, der Herr Jesus.

Nils: Das Königreich des Himmels ist in einem Menschen und nicht außerhalb. Für eine glückliche Welt ist die Menschheit selbst zuständig. Innerlich hat Jesus allen seinen Jüngern geholfen zur Erleuchtung zu kommen.

Nylen: Jesus war kein weiser Mann. Ein weiser Mann lehrt seine Schüler eigenständig zu denken. Jesus in den Evangelien warnt ausdrücklich davor, auch nur einen Jota von seinen Lehren abzuweichen.

Nils: Jesus wollte einen Rückfall in die Unweisheit verhindern. Grundsätzlich führte Jesus seine Anhänger zum eigenständigen Denken. Sie durften sich selbst für oder gegen den spirituellen Weg entscheiden. Eine Zwangsbekehrung gab es bei Jesus nicht.

Nylen: Jesus sagt, gebt Gott was Gott gebührt und dem Kaiser was dem Kaiser gebührt. Wiederum keine besonders tolle Position. Es ist die völlige Akzeptanz und Unterwerfung unter Diktatoren.

Nils: Gebt eurer Psyche, was eure Psyche braucht und dem Staat, was der Staat braucht.

Nylen: „Gott ist eine höhere Bewusstseinsdimension.“ Wirklich? In der Bibel ist das doch recht eindeutig. Ich fürchte eher du interpretierst etwas hinein, was aus deiner Yogi-Erfahrung stammt.

Nils : Johannes-Evangelium 4,24: „Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“ Thomas-Evangelium: „Gott (das Königreich) ist in eurem Inneren, und er ist außerhalb von euch. Wenn ihr euch erkennt, dann werdet ihr wissen, dass ihr die Söhne Gottes seid (Nils: Gott sehen). Ich bin das Licht, das über allem ist. Spaltet das Holz und dort bin. Hebt einen Stein auf und ihr findet mich darunter.“ Diese berühmte Stelle deutet darauf hin, dass Gott alles und überall ist. Er ist das höhere kosmische Informationsfeld (Bewusstseinsfeld), dass in allen Wesen und gleichzeitig über allem ist.

Das Missverständnis von Gott als Person ist entstanden, weil es zur Erklärung der höheren Bewusstseinsdimension (Transzendenz) einen personalen und einen abstrakten Ansatz gibt. Beide sind in der Bibel enthalten. Sie verweisen aber beide auf Gott als Erfahrung eines Erleuchteten (Propheten).

Philosophieforen

Philosophyofscience (Philosophieprofessor): Nils. Hallo und willkommen hier. Ehrlich gesagt bin ich nach einem langen Arbeitstag zu müde, um hier jeden Punkt einzeln zu widerlegen oder begründet anzuzweifeln.

Nils: Ehrlich gesagt bin ich nach der Begrüßung in diesem Forum auch ziemlich müde. Du brauchst nicht jeden einzelnen Punkt zu widerlegen. Es genügt mir einige kleine Hilfestellungen zu erhalten, damit ich mich nicht weiter auf meinen Irrwegen verlaufe.

Philosophyofscience: Wo bleibt bei einem solchen Beweis z.B. die geforderte intersubjektive Objektivierbarkeit?

Nils: Man kann die besonderen Fähigkeiten der Erleuchteten messen, wie es von der amerikanischen Glücksforschung getan wird (zum Beispiel bei Matthieu Ricard, der daraufhin vom Time Magazin zum glücklichsten Menschen auf der Welt erklärt wurde). Der Hauptbeweis läuft über die Zeugenbefragung.

Philosophyofscience: Ich kann/möchte nicht sagen, dass definitiv ausgeschlossen ist, was Du oben postulierst. Aber ein BEWEIS ist das mitnichten. Das ist eine hochgradig spekulative und stellenweise unplausible Ansammlung von Halbwissen, selektiver und unkritischer Quellenauswahl und Wunschdenken. Schon die Durchschlagsmöglichkeit prinzipieller Quantenphänomene auf das komplexe System Gehirn ist heftig umstritten – einen ominösen Geist anzunehmen, der dann über allem steht und dadurch auf das Gehirn einwirkt, ist abstrus. Der Geist ist allem Anschein nach ein emergentes Phänomen, das aus den neuronalen Wechselwirkungen resultiert. Es ist keine ontologische Entität, die ihrerseits aktiv Einfluss nimmt.

Nils: Das ist reine Spekulation. Der aktuelle Stand der Wissenschaft ist es, dass sie nicht wirklich etwas über die Entstehung des Geistes weiß. Was abstrus ist oder nicht, werden möglicherweise zukünftige Wissenschaftler klären.

Philosophyofscience: Gott als (wie auch immer geartetes) abstraktes kosmisches Bewusstsein ist – bei einem entsprechend komplexen ontologischen Überbau nicht leicht zu wiederlegen.

Nils: Danke für diese Aussage. Das haben meine atheistischen Freunde auch schon festgestellt.

Philosophyofscience: Zum gegenwärtigen Stand der Forschung ist es sehr plausibel, wenn auch nicht erwiesen – die Vorstellung eines Gottes neurotheologisch und evolutionsbiologisch zu erklären.

Nils: Diese Worte wollte ich hören: „Es ist nicht erwiesen!“ Es gibt die Erleuchtung, und deshalb sind alle evolutionsbiologischen und neurotheologischen Gotteserklärungen falsch.

Philosophyofscience: Die Tatsache der Erleuchtung ist in keinster Weise wissenschaftlich bewiesen. Bitte konkrete Studien, Formeln, Gesetze etc.

Nils: Hier kommen wir zum Kern des Ganzen. Einem Erleuchteten zu erklären, dass die Erleuchtung in keinster Weise wissenschaftlich bewiesen ist, ist abstrus. Es gibt tausende von Zeugen für die Erleuchtung. Es gibt tausende von Büchern und Berichten. Es gibt viele wissenschaftliche Untersuchungen zu den Erleuchteten. Es ist nicht meine Aufgabe sie alle zu suchen und vorzulegen. Beauftrage damit einfach einen deiner wissenschaftlichen Assistenten. Ich kann nichts dafür, dass die Philosophie sich bisher mit dem Thema Erleuchtung kaum beschäftig hat. Ich teile gerne mein Wissen über die Erleuchtung, soweit daran ein ernsthaftes Interesse besteht. Zunächst verweise ich erstmal auf die amerikanische Glücksforschung, die viele Erleuchtete und Gotteserfahrungen untersucht hat.

Philosophyofscience: Reine Fallbeispiele von „Erleuchteten“ haben keine Aussagekraft. Dafür müssen überprüfbare Belege vorhanden sein – und die gibt es in dem Zusammenhang nicht.

Nils: Natürlich gibt es Fallbeispiele mit Aussagekraft. Natürlich gibt es überprüfbare Belege. Konstruierte, frei ausgedachte Geschichten von Gott, Heiligen und Erleuchteten haben keine Aussagekraft. Aber echte Lebensberichte von Erleuchteten sind überprüfbare Belege. Labortests von Erleuchteten sind überprüfbare Belege. Feldforschung (Besuche, Beobachtung) an lebenden Erleuchteten ist ein Beleg für die Existenz der Erleuchtung. Es gibt tausende überprüfbarer Belege.

Philosophyofscience: Oder möchtest Du die Bibel und andere religiöse Schriften als empirisch-wissenschaftlich-verwertbares Material heranziehen? Wenn ja, wie ist das dann zu deuten? Gottes Wort in Menschensprache? Können die ursprünglichen Autoren irren? Können die Interpreten irren? Bei Widersprüchen innerhalb der Schriften – wem ist zu glauben? Müssten solche Schriften bei einer realitätsbezogenen Ausrichtung nicht auch konkret überprüfbare Aussagen treffen?

Nils: Das möchte ich. Nach meiner Eingangsthese gründen sich alle echten Religionen auf einen Erleuchteten. Die Kerntexte der meisten Religionen stammen deshalb von einem Erleuchteten. Sie bezeugen den Zusammenhang von Erleuchtung und Gottessicht.

Buddha war erleuchtet. Jesus war erleuchtet. Patanjali (Yogabegründer) war erleuchtet. Moses (oder die Verfasser der ihm zugeschriebenen Texte) war erleuchtet. Laotse war erleuchtet. Sokratres war erleuchtet. Epikur war erleuchtet. Epiktet war erleuchtet. Der Dalai Lama ist erleuchtet. Matthieu Ricard ist erleuchtet (er stellte sich für viele Untersuchungen zur Verfügung). Viele heute lebende Menschen sind erleuchtet.

Ich bin leider nicht erleuchtet. Aber ich habe die Erleuchtung erfahren. Ich kann deshalb beurteilen, wie die Texte der Erleuchteten auszulegen und welche Texte echt sind. Wer keine Erleuchtungserfahrung hat, kann die Texte nicht wirklich beurteilen. Ein Philosoph ohne Erleuchtung kann die religiösen Texte in der Tiefe nicht begreifen. So ist das einfach. Man sollte die religiösen Texte von den Menschen auslegen lassen, die etwas von Spiritualität verstehen.

Ist die Bibel Gottes Wort? Ja, wenn Gott das tranzendente Bewusstsein ist, zu dem die erleuchteten Verfasser (Jesus, Moses, die erleuchteten Propheten) Kontakt hatten. Auch Erleuchtete sind Menschen und können Dinge unterschiedlich beurteilen. Es gibt viele Ebenen der Erleuchtung. Je höher erleuchtet ein Mensch ist, um so klarer sieht er die Dinge. Leider nimmt mit dem Grad der Erleuchtung auch die Verständigungsfähigkeit ab.

Die Interpreten können natürlich dann irren, wenn sie nicht erleuchtet sind oder nicht wenigstens eine Erleuchtungserfahrung haben. Und tun es meistens auch. Ein blindes Huhn findet nur selten ein Korn. Ein blinder Professor führt auch seine Studenten in Verwirrung. Widersprüche innerhalb der Schriften sind nach meiner Erfahrung von der Erleuchtung her auszulegen und klären sich dann meistens.

Kann ich alles erklären? Wie sollte ich unerleuchteten Menschen vollständig die Erleuchtung erklären? Dann würden sie durch das Gespräch zur Erleuchtung kommen. Das praktiziert Gangaji manchmal erfolgreich. Meine geringen Fähigkeiten übersteigt es vollständig. Dazu solltet ihr die großen Erleuchteten aufsuchen. Leider sind sie meistens nicht so kommunikativ wie ich.

Nach meiner Ansicht sind die Aussagen der heiligen Schriften und der Erleuchteten vielfältig überprüfbar. Wie was überprüft werden kann, muss im Einzelfall herausgefunden werden. Es geht hier wie gesagt nicht um Missionierung, sondern um Wissenschaft. Wissenschaft ist ergebnisoffen, rational und ein ständiges Experiment. Das Wissen ist unbegrenzt. Das gilt gerade für Gott und die Erleuchtung.

Rudi: Ist das geistiges Licht?

Nils: Ist Erleuchtung geistiges Licht? Ich definiere es als spirituelle Energie. Wissenschaftlich ist derzeit sehr umstritten, ob es sowas gibt und was es genau ist. Ist es nur eine psychische Tatsache? Hat es physikalische Eigenschaften? Nach meiner Erfahrung fühlt sich die spirituelle Energie wie Licht, Wasser oder ein Magnetfeld an. Es ist Bewusstseinsenergie. Sie ist mit den Eigenschaften Frieden, Glück und Liebe verbunden. Ich meine, dass ich die Energie auf andere Menschen übertragen und die Energie anderer Menschen spüren kann. Für mich ist sie eine äußere physikalische Substanz, die gleichzeitig ein Teil meines Selbst ist.

Literatur zur Erleuchtung

Philosophyofscience: Wenn es dafür tausende Belege gibt, dann zeige mir doch mal bitte entsprechende Studien, Forschungsergebnisse, peer reviewed paper etc. – und zwar solche, bei denen man begründet von „erleuchtet“ sprechen kann. Ich hoffe, es ist klar, dass nur wissenschaftlich seriöses Material zählt…

Nils: Der beste aktuelle Erleuchtungsbericht stammt von der Ärztin Pyar Troll (Reise ins Nichts. Geschichte eines Erwachens, 5. Aufl. 2004).

Weitere gute Bücher sind:

Annelie Tacke/ Eremitin im Himalaya (die Lebensgeschichte der deutschen Yogini Rose Schmitt).

Vicki Mackenzie/ Das Licht, das keinen Schatten wirft (die Lebensgeschichte der buddhistischen Yogini Ani Tenzin Palmo. Sie hat wie Rose viele Jahre als westliche Frau in einer Höhle im Himalaya gelebt und arbeitet jetzt im Westen als erleuchtete Meisterin.) Selbst von Ani Tenzin Palmo ist das Buch „Weibliche Weisheit vom Dach der Welt“ (Taschenbuch 2002).

In Deutschland lebt die erleuchtete indische Yogini Mutter Meera/Antworten. Ein kleines Taschenbuch aus Satsang-Gesprächen. Gut um Mutter Meera kennenzulernen. Es gibt auch noch zwei weitere Bände.

In Deutschland lebt auch die erleuchtete deutsche Yogini Sri Durgamayi Ma/Morgen Darshan.

Matri Lila, Shri Anandamayi Ma. Ihr Leben und ihre Lehre. Ein spannendes und humorvolles Buch einer großen erleuchteten Meisterin der heutigen Zeit.

Mata Amritanandamayi, Mutter der unsterblichen Glückseligkeit. Die Lebensgeschichte von Amma.

Dalai Lama, Howard Cutler/Die Regeln des Glücks. Die Lebensgeschichte des Dalai Lama gibt es in Dalai Lama/Das Buch der Freiheit. Leider schreibt er nichts über seine Erleuchtungserfahrungen.

Humorvolle und spannende Geschichten über Neem Karoli Baba gibt es in dem Taschenbuch von Ram Dass/Subtil ist der Pfad der Liebe. Karoli Baba war ein kleiner dicker Yogi zur Hippiezeit. Sein bekanntester Schüler im Westen ist der geniale Musiker Krishna Dass, der regelmäßig nach Deutschland kommt. Und auch der Psychologieprofessor Ram Dass ist sein Schüler (Schrot für die Mühle, 1995).

Tiefgehend ist Swami Muktananda/Spiel des Bewusstseins. In der Autobiographie beschreibt er seinen Weg zur Erleuchtung.

Swami Sivananda/Sadhana. Dieses ziemlich dicke Buch enthält das spirituelle Wissen von Swami Shivananda. Ich habe eine Zeitlang jeden Tag zwei Seiten darin gelesen und mich so gut in die Weisheit des indischen Yoga eingearbeitet. Seine Lebensgeschichte gibt es in dem kleinen Taschenbuch von Karl Elberg/Swami Shivananda, Von einem der auszog das Glück zu verschenken.

Ein erleuchteter Christ ist Frere Roger aus Taize. Über und von ihm gibt es viele Bücher.

Schön ist die Biographie von Gangaji/Ein Leben wie Du (2004).

Eine Übersicht über die wichtigsten westlichen Erleuchteten bieten Dietmar Bittrich und Christian Salvesen mit „Die Erleuchteten kommen“ ( 2002).

Philosophyofscience: Wie bitte? Das nennst Du „entsprechende Studien, Forschungsergebnisse, peer reviewed paper etc.“ oder „wissenschaftlich seriöses Material“? Weißt Du denn, was z.B. ein peer reviewed paper ist? (Nils: Jetzt ja) Weißt Du, was eine wissenschaftliche Publikation ist?

Wikipedia peer reviewed paper: Als Reviewed Paper wird eine wissenschaftliche Publikation oder ein Beitrag zu einem Tagungsband bezeichnet, der vor dem Druck durch einen oder mehrere Experten des Fachgebietes (Peer, Gutachter) positiv begutachtet wurde. Vorteile dieses „Peer Review“ sind erhöhte Qualität der Arbeiten. Die Plausibilität der Arbeit kann ebenfalls meist beurteilt werden, ihre Echtheit aber weniger. Ein Nachteil des Review ist oft die Dauer des Verfahrens, die mehrere Monate bis etwa 1 Jahr beträgt. Nachteilig ist auch, wenn ein Fachgebiet von wenigen Experten dominiert wird und davon abweichende Forschungsansätze negativ beurteilt werden. (Anmerkung Nils: Hallo!! Also haben Erleuchtete unter lauter Unerleuchteten keine Chance.)

Nils: Erleuchtungsstudien, die deinen Ansprüchen genügen, kann ich leider nicht vorlegen. Es ist nicht meine Schuld, dass die Wissenschaft sich bisher zu wenig um die Erleuchtung gekümmert hat. Du wirst mit dem Material vorlieb nehmen müssen, dass vorhanden ist.

(Anmerkung: Hier war die Diskussion zuende, weil Philosophyofscience weiter auf hohen Standarts beharrte und sich nicht auf eine echte Diskussion einlassen wollte. Ich war zufrieden, weil ich alle meine wichtigen Texte gepostet hatte. Die Leser dieses kleinen Philosophie-Forums hatten jetzt alle notwendigen Informationen und konnten selbständig ihren Weg des Glücks gehen, wenn sie es wollten.)

Zweites Philosophieforum

Shui: Ich bin nicht einmal davon überzeugt, dass Erleuchtung automatisch etwas mit Gott zu tun haben muss. Alleine das lässt deine gesamte Argumentation zusammenbrechen.

Nils: Ich zitiere Wikipedia: Erleuchtung bezeichnet nach der am weitesten verbreiteten Auffassung eine religiös-spirituelle Erfahrung, bei der das Alltagsbewusstsein eines Menschen überschritten wird und eine besondere dauerhafte Einsicht in eine, wie auch immer geartete, gesamtheitliche Wirklichkeit erlangt wird. Atheisten sprechen von der wahren Natur allen Seins oder der tiefen kosmischen Einheit aller Dinge. In theistischen Religionen ist das transzendente Element stets Gott.

Christ: Warum muss ein Gottesbeweis erbracht werden? Es reicht doch, wenn man die Bibel durchliest, da findet man genügend Anhaltspunkte, die von Augenzeugen niedergeschrieben wurden.

Nils: Wenn die Bibel so überzeugend wäre, warum verlieren dann immer mehr Menschen in Deutschland ihren Glauben? Warum schrumpfen die Kirchen zu Randerscheinungen in einer konsumorientierten Welt? Die heutigen Menschen denken wissenschaftlich. Sie brauchen einen wissenschaftlichen Gottesbeweis, damit sie spirituell leben können. Der Verweis auf die Bibel alleine reicht nicht aus.

Christ: Mit Christentum hat die Erleuchtung überhaupt nichts zu tun. Jesus war auch nicht erleuchtet, ich weiss nicht wo du das her hast.

Nils: Das ist ein fundamentaler Irrtum vieler Christen. Du hast einfach nur nicht verstanden, was Erleuchtung ist. Erleuchtung ist die Entwicklung der persönlichen Heiligkeit. Erleuchtung ist Leben in Gott. Erleuchtung ist das Ziel des christlichen Glaubens.

Partygänger: Gott kann sich doch selbst beweisen.

Nils : Gott beweist sich selbst durch die Erleuchteten.

Rebecca: Hast du auch eine Antwort auf die „Theodizee-Fragen“?

Nils: Selbstverständlich. Wir können Gott nicht für das Leid auf der Welt verantwortlich machen. Wenn wir es tun, haben wir nicht verstanden, was Gott ist. Gott ist der Kosmos. Gott ist ein höheres Bewusstsein. Dieses Bewusstsein kann man personal oder unpersonal verstehen. Dazu einige bereits gemachte Aussagen von mir:

„Das ist das Problem des personalen Gottesbegriffes. Wenn wir Gott als Person ansehen, ist das Leid auf der Welt nicht akzeptabel. Wenn wir Gott als höheres Bewusstsein ansehen, können wir einfach danach streben es auf der Erde zu verwirklichen und so die Verhältnisse verbessern. Wir können keinen anderen verantwortlich machen außer uns selbst. Der Kosmos an sich ist so wie er ist. Man kann ihn nicht durch die Begriffe gut und böse erfassen.“

„Viele Menschen zweifeln an Gott, weil es so viel Leid auf der Welt und in ihrem Leben gibt. Gott als großer Vater, der seinen Kindern das äußere Leben angenehm macht, ist ein Missverständnis. Erleuchtung ist inneres Glück. Zur Erleuchtung gelangt man oft gerade durch äußeres Leid. Wer sein Ego direkt in das Leid hineinopfert/auf das Leid meditiert, transformiert sich ins innere Glück. Gott als persönliches oder unpersönliches kosmisches Prinzip möchte alle Seelen zum inneren Glück entwickeln.“

Shui: Das, was die Erleuchteten wahrnehmen, nennst du Gott und damit existiert eben etwas, das jemand Gott nennt. Wenn ich nun nen Papierflieger baue und den „Gott“ nenne?

Nils: Das hast du richtig erkannt. Gott ist ein Begriff aus der Erfahrungswelt der Erleuchteten. Es existiert „etwas“. Mit anderen Worten: „Es gibt Gott“. Und Gott ist nicht ein Papierflieger, weil die Erleuchteten keinen Papierflieger wahrnehmen. Sie haben Gott eher mit den Worten Glück, Liebe, Frieden, höhere Wahrheit, Einheitsbewusstsein beschrieben.

Shui: Wenn Buddha vom Nirvana spricht, meint er etwas anderes, als der Taoist, der vom Tao spricht und wieder etwas anderes, als der Christ, der von Gott redet.

Nils: Das hast du nicht richtig erkannt. Alle Erleuchteten sehen das Gleiche und benennen es nur unterschiedlich.

rebecca: Wenn du ein Anhänger Epikurs bist – warum willst du dann die Existenz Gottes beweisen? Die „Götter“ spielen bei Epikur jedenfalls eine andere Rolle…

Nils: Nach Epikur gibt es die Götter, aber es sind vorwiegend in sich selbst ruhende Wesen. Es gibt Erleuchtete, die ruhen in ihrem Glück und kümmern sich nicht um ihre Mitwesen. Es gibt aber auch den Erleuchtungsweg der umfassenden Liebe, wie er von Jesus Christus und vielen heutigen erleuchteten Meistern (Dalai Lama, Amma, Mutter Meera, Swami Sivananda) gelehrt wird. Ich folge dem letzteren Weg. Auch Epikur wünschte eine glückliche Welt. Hierin bin ich wieder einig mit ihm.

Rhetorix (Atheistin): Das Argument „Ich habe Gott selbst erlebt“ ist doch sooo ein alter Hut!

Nils: Nein, weil die Wissenschaft inzwischen fortgeschritten ist. Erleuchtete Menschen wie Matthieu Ricard wurden von den amerikanischen Glücksforschern untersucht. Es gibt ganz klar die Erleuchtung. In der Erleuchtung erlebt man intensiv Gefühle wie Frieden, Liebe und Glück. Man sieht eine höhere tranzendente Wirklichkeit.

Rhetorix: Ich glaube dir ja durchaus, dass du in dem Zustand, den du „Erleuchtung“ nennst, irgend etwas erlebt hast. Aber dieses Phänomen hat doch nicht zu dir gesagt: „Gestatten, mein Name ist Gott“! Erstens wüsstest du nicht, ob du es dir nur eingebildet hast.

Nils: Es ist keine Einbildung, weil das innere Glück von der Hirnforschung gemessen werden kann.

Rhetorix: Zweitens wüsstest du nicht, ob das Phänomen dir die Wahrheit sagt oder dich zum Narren hält.

Nils: Ich rede nicht mit Gott. Ich beschreibe nur einen höheren Bewusstseinszustand.

Rhetorix: Drittens wüsstest du nicht, ob es sich nur um deinen Gott oder den Gott aller handelt.

Nils: Alle Erleuchteten erleben einen ähnlichen Zustand. Das kann man aus einem Vergleich der verschiedenen Gottesbeschreibungen erkennen. Ich vergleiche meine Erleuchtungszustände mit dem, was in den heiligen Schriften der großen Religionen über die Erleuchtung oder Gott geschrieben wird. Es gibt nur einen Gott, aber er trägt unterschiedliche Namen.

Rhetorix: Du nennst also einen Bewusstseinszustand Gott. Einen Bewusstseinszustand ‚Gott‘ zu nennen, ist aber beliebig.

Nils: Richtig. Deshalb gibt es ja so viele unterschiedliche Begriffe dafür: Tao, Nirvana, Brahman, Leere/Einheit, höheres Selbst.

Rhetorix: Genauso gut kann ich Gott als Vitzliputzli definieren.

Nils: Sehr gut. Der Name für Gott gefällt mir. Ich sehe Vitzliputzli in dir. Wollen wir zusammen Vitzliputzli verwirklichen?

Rhetorix: Hirntote kommen nicht wieder und berichten daher auch von nichts. Außer natürlich im Jenseits. Da soll es regelrechte Selbsterfahrungsgruppen geben!

Nils: Die gibt es dort. Besuchst du mich mal in meiner? In der Lichtwelt der Erleuchteten? Wenn du meinen Namen als Mantra denkst, kann ich dich zu mir ins Glück ziehen. Und dann kommen wir gemeinsam immer wieder (auf die Erde). War der Scherz jetzt zu heftig? Dann bitte ich im Verzeihung.

Stufen der Erleuchtung

Partygänger: hey nils !! wann weiss man, dass man erleuchtet ist ?

Nils: Das ist eine spannende Frage. Nach meiner Ansicht gibt es viele Stufen der Erleuchtung. Auch ein normaler Mensch kann Gefühle wie Glück, Liebe und Frieden erfahren. Er kann sich im Einklang mit sich und der Welt fühlen. Eine zweite Stufe der Erleuchtung könnte man darin sehen, dass in einem besonderen Moment diese Gefühle sehr stark sind.

Eine dritte Stufe wäre es dann, wenn ein Mensch dauerhaft auf einem hohen Glücksniveau lebt. In der vierten Stufe beginnt sich das Ego aufzulösen. Der Mensch sieht mehr seine Mitmenschen als sich selbst. Er lebt mehr im Geben als im Nehmen und ist dadurch glücklicher als seine egoistischen Mitmenschen.

Eine fünfte Stufe könnte man als Gefühl der Heiligkeit definieren. Der Mensch hat einen so hohen Energiezustand, dass er sich als Heiliger empfindet. Er spürt eine große Aura um seinen Kopf und seinen Körper. Auf dieser Stufe gibt es aber noch ein Ego und ein Ich-Bewusstsein. Auf der sechsten Stufe tritt man dann ins kosmische Bewusstsein. Man verliert sein Ich-Gefühl. Man ist eins mit allem. Man ist einfach nur Bewusstsein.

Auf der siebten Stufe sieht man Gott (das Licht) in allen Wesen und überall in der Welt. Auf der achten Stufe löst sich das Gefühl einer materiellen Welt auf. Man empfindet sich als unabhängig und über der Materie stehend. Man ist frei von Freude und Leid. Auf der neunten Stufe treten vielleicht besondere spirituelle Fähigkeiten auf. Die zehnte Stufe erreicht man dann nach dem Tod, wenn man dauerhaft in der höchsten Glücksdimension im Jenseits lebt (Paradies, Gott, Satyaloka, Ort der höchsten Wahrheit nach den Yogaschriften).

Das habe ich jetzt einfach mal so spontan nach meinen Erfahrungen und meinem Wissen aufgeschrieben. Es gibt im tibetischen Buddhismus die zehn Bodhisattva-Stufen und allgemein große und kleine und mittlere Erleuchtete. Vielleicht hast du auch bessere Ideen zur Erleuchtung. Wir können ja einmal alle Vorstellungen und alles Wissen zur Erleuchtung von allen Lesern hier sammeln. Also los Leute, wie seht ihr das?

Partygänger: hallo nils !! die totale erleuchtung muss definitiv eine erfahrung sein, die alle menschlichen erfahrungsmöglichkeiten sprengt.

Nils: So ist es. Mir war danach klar, dass ich jetzt den tieferen Sinn des Lebens kenne.

Partygänger: ich stell mir immer etwas ausserkörperliches vor oder ich schweb als energiebolzen durch die milchstrasse voller unbegrenzter unbescheiblicher absoluter ultimativer psychedelischer glückseligkeit …… es wird sich sicherlich auf jeden fall lohnen diesen zustand zu erreichen…..noch in diesem leben !!!

Nils: Erleuchtung ist gut. Erleuchtung ist sehr gut. Nach meiner Erfahrung ist sie so gut, dass es sich lohnt alles dafür zu tun. Wobei das mit dem Tun wie bereits diskutiert schwierig zu beschreiben ist. Es ist eher ein Tun des Nichtstuns (glückliches Sein), aber manchmal auch ein sehr konsequentes Tun. Je nachdem was man gerade auf seinem Weg des inneren Glücks braucht.

Als Erleuchteter ist man ein glückseliger Energiebolzen. Das kann man auf der Erde in seinem Körper und im Jenseits ohne materiellen Körper sein. Da wir hier gerade auf der Erde sind, sollten wir erstmal die Erleuchtung in unserem Körper verwirklichen. Ich bin gegen jedes Abdriften in die Außerkörperlichkeit. Man könnte Schwierigkeiten haben zurückzukommen.

Shui: Die Wissenschaft weist kein Glück nach, sondern Hormone und Gehirnaktivität. Alles was du Gott und Erleuchtung nennst, sieht die Wissenschaft als biochemische elektrische Prozesse im Gehirn an.

Nils: Erleuchtung an sich geht über jede menschliche Erfahrung hinaus und kann nicht direkt wissenschaftlich untersucht und bewiesen werden. Auch Gefühle wie Glück und Liebe können nicht direkt durch physikalische Geräte bewiesen werden. Man kann nur die Auswirkungen im Körper und im Gehirn untersuchen. Und man kann Zeugen befragen.

Shui: Gott ist nur eine Illusion.

Nils: Ist Liebe eine Illusion? Ist innerer Frieden eine Illusion? Nein. Gefühle sind Realitäten. Ist Bewusstsein eine Illusion? Eine spannende Frage. Kann Bewusstsein unabhängig vom Körper existieren? Nach dem Bericht vom Tod des Karmapa und den Ergebnissen der Nahtodforschung JA!!! Nach Amit Goswami und Professor Dürr JA!!!

Der psychologische und der physikalische Gottesbeweis

glorin: Was haben die Erfahrungen über den Nahtod mit der Erleuchtungstheorie gemeinsam?

Nils: Bei der Erleuchtungstheorie geht es um zwei Dinge, den psychologischen und den physikalischen Erleuchtungsbeweis (von mir so genannt). Für den psychologischen Erleuchtungsbeweis brauchen wir die Nahtodforschung nicht. Es reicht aus, dass es die Erleuchtung psychisch gibt und dass ein Erleuchteter Gott sieht. Gott als transzendente Erfahrung ist bereits bewiesen. Es gibt viele erleuchtete Zeugen dafür. Auch Wikipedia bestätigt das eindeutig.

Der physikalische Erleuchtungsbeweis besagt, dass Gott nicht nur in einem Erleuchteten existiert, sondern auch eine äußere Realität ist. Es gibt ein Jenseits, es gibt eine Lichtwelt im Jenseits, es gibt eine Seele, die nach dem Tod im Jenseits in der Gottesdimension leben kann. Körper und Seele sind unabhängig voneinander. Um das zu beweisen, brauchen wir die Nahtodforschung und auch den Beweis des Karmapa.

Shui: Diese Menschen waren NICHT tot, sondern eben nur fast. Folgerichtig ist das, was sie erfahren haben, eben nicht zwangsläufig mit dem Leben nach dem Tod gleich zu setzen, weil sie eben noch nicht tot waren. Ihr Herz setzt aus, das ist medizinisch gesehen tot, was mit dem Gehirn passiert ist unzureichend untersucht.

Nils: Die Dinge sind genau untersucht. Es gibt tausende von Nahtodfällen. Nahtod ist nicht gleich Nachtod. Für den Nachtod gibt es den Karmapa-Fall. Aus dem Nahtodgeschehen kann man logische Schlüsse über die Unabhängigkeit der Seele vom Körper ziehen.

Shui: Gefühle sind Hormone. Man kann durch Hormone Gefühle erzeugen, was also ist an ihnen so besonders?

Nils: Das besondere ist der Doppelcharakter von Gefühlen. Sie können durch Hormone erzeugt werden. Aber sie sind auch Bewusstseinsenergie. Insofern sind sie unabhängig vom Körper. Das Spannende an der Nahtodforschung ist, dass sie auf die Dualität von Körper und Bewusstsein hinweist. Nach dem Tod trennt sich das Bewusstsein vom Körper. Es lebt als Seele im Jenseits weiter. Dazu im Anschluss ein Zitat von Professor Dürr (ehemaliger Leiter des Max Planck Institutes).

Shui: Das wissenschaftliche Problem ist schlicht, dass man nicht weiß was Bewusstsein ist und deswegen nicht den Prozess erfassen kann, der aus Hormonen Gefühle macht.

Nils: Danke für diesen Satz. Man weiß nicht, was Bewusstsein ist. Daraus folgt: Man weiß nicht, was Erleuchtung ist. Man weiß nicht, was Gott ist. Man weiß nicht, ob es eine vom Körper unabhängige Seele gibt. Die Dinge sind wissenschaftlich im Fluss. Die Nahtodforschung und der Tod des Karmapa widerlegen die einseitigen materialistischen Erklärungen. Sie sollten auch dir zu denken geben. Übersteige einfach mal deine begrenzten materialistischen Erklärungsmodelle.

Shui: Die Tatsache, dass wir Gefühle durch Hormone erzeugen können, spricht gegen deinen Gottesbeweis.

Nils: Nein. Die Nahtodforschung spricht für die Existenz einer Seele und einer realen Gottesdimension im Kosmos.

Shui: Alles was man durch die Erleuchtung erfährt, sind Gefühle und die könnten schlicht durch einen vom Gehirn ausgeschütteten Hormoncocktail ausgelöst werden. Die damit verbundenen Erlebnisse hatten andere auch unter Drogen. Erleuchtung kann alles Mögliche sein. Gott muss nicht die Ursache sein.

Nils: Du willst die Dinge nicht verstehen. Du siehst alles physikalisch und klammerst die psychologische Ebene aus. Für dich versuche ich es jetzt noch einmal ganz einfach zu erklären.

Es geht vorwiegend um das Glück. Erleuchtung ist Psychologie. Erleuchtung ist ein Weg zur Erzeugung von innerem Glück. Das kann man zwar auch durch Drogen erzeugen. Drogen zerstören aber auf die Dauer den Körper und den Geist. Dann ist der Mensch nicht mehr glücklich. Auf dem Erleuchtungsweg wird das innere Glück durch systematische Gedankenarbeit und durch regelmäßige Meditation erzeugt. Man lebt gesund, denkt positiv und erhält dadurch ein glückliches Leben. Je weiter man sich spirituell entwickelt, um so größer und stabiler wird das innere Glück. Irgendwann gelangt man dann in die Erfahrung der Transzendenz. Man empfindet die Einheit des Komos. Man sieht Gott. Man hat eine Bewusstseinserfahrung, die viele als Gott bezeichnen. Man kann sie aber auch Tao, Nirvana oder Brahman nennen.

Die zweite Frage ist, ob Gott auch real in der Außenwelt existiert. Die Physik nähert sich der Erkenntnis, dass es eine oder mehrere höhere Dimensionen in unserem Kosmos gibt. Es gibt möglicherweise ein höheres Informationsfeld. Es gibt möglicherweise ein umfassendes Bewusstsein, was hinter dem materiellen Kosmos existiert. Das wäre dann Gott im Außen. Nach der Erfahrung der Erleuchteten verbindet sich das Erleuchtungsbewusstsein mit dieser höheren Bewusstseinsdimension. Der Erleuchtete ist nicht nur besonders glücklich, er kann auch in dieser höheren kosmischen Dimension handeln. Er hat besondere Fähigkeiten, die über die Fähigkeiten normaler Menschen hinausgehen. Das bestätigt eindeutig der Karmapa-Fall.

Der Mensch ist gut

Carsten: Ich weiß aber nicht wie die Idee, der Mensch sei von Grund auf gut, unaggressiv und sozial eingestellt, zu rechtfertigen ist.

Nils: Eine philosophische Kernfrage. Auf der Basis der Erleuchtungsphilosophie kann man das gut begründen. Aggressionen und Stress erzeugen innere Verspannungen. Innere Verspannungen machen einen Menschen negativ, aggressiv und egoistisch. Wenn die Verspannungen aufgelöst werden, wird der Mensch friedlich, sanftmütig, in sich glücklich und positiv auch zu seinen Mitmenschen. Der Mensch ist im Kern gut.

JFooo: Ich bin der Meinung, das sich die Welt im Großen und Ganzen an Liebe, Frieden und Glück orientiert. Nur ist es nun aber leider so, dass die Wege zu Glück und Frieden reichlich unterschiedlich aufgefasst werden. Ist es nicht seltsam, dass man der Meinung sein kann in den Krieg ziehen zu müssen, um Frieden und Glück zu schaffen ?

Nils: Wenn man sich an den richtigen Zielen orientiert, findet man mit Weisheit und innerem Gespür den richtigen Weg. Dieser Weg kann manchmal auch einen Kampf beinhalten. Nur leider entstehen die meisten Kriege aus egoistischen Machtinteressen. Sie haben nicht das Glück aller Wesen, sondern den Machtausbau einer kleiner Schicht von Egomanen im Auge.

JFooo: Jeder hat seinen eigenen „Gott“. Dieser „Gott“ ist solange gut, bis die Menschen sich uneinig sind, was „Gott“ eigentlich will und fordert. Welcher „Gott“ (Glaube) und welche „heilige Schrift“ ist denn nun Der/Die Richtige ?

Nils: Am Anfang waren die Religionen und heiligen Schriften sehr mit egoistischen Stammes- und Machtinteressen durchmischt. Das erkennt man deutlich am Alten Testament. Es diente nicht nur der Erleuchtung, sondern auch der Stabilisierung des Judentums. Das alte Testament stammt von der herrschenden Schicht der Juden. Ganz anders ist es mit Jesus. Er kam von unten, aus dem Volk und hat deshalb ein Evangelium der Liebe und des Friedens verkündet.

Für mich ist alles Leben eine Evolution zum Erleuchtungsbewusstsein. Die Entwicklung geht zum inneren Glück aller Menschen. Deshalb machen auch die Religionen einen Wandlungsprozeß zu den Werten Liebe und Frieden durch. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Es gibt noch viel zu entwickeln. Wir können diese Entwicklung deutlich im Judentum/Christentum, Buddhismus/Mahayanabuddhismus, Hinduismus/Neohinduismus und sogar etwas im Islam/Sufis beobachten.

Drittes Philosophieforum

miguel: Ich bestreite, dass ein geistiger Zustand Gott beweisen kann. Das setzt voraus, dass ich in einem geistigen Zustand (Erleuchtung) eine äußere, subjektunabhängige Realität (Gott) unmittelbar erfahren kann.

Nils: Genauso ist es. Durch sein gereinigtes Bewusstsein kann ein Erleuchteter in die höheren kosmischen Dimensionen blicken. Er kann sich mit diesen Energiedimensionen (Bewusstseinsdimensionen, Quantenfeldern) verbinden und darin handeln. Das ist physikalisch dadurch möglich, dass der Kosmos in seiner Essenz aus Bewusstseinsenergie besteht. Die Basis des Kosmos ist Gott. Die Basis des Erleuchtungsbewusstseins ist Gott. Wer durch spirituelle Übungen eins mit Gott wird, nimmt an den besonderen Eigenschaften Gottes teil.

miguel: Sind diese Erfahrung nur Suggestionen des Geistes? Oder meinst du tatsächlich, man kann in der Erleuchtung aus den Grenzen des üblichen Rahmens des Bewusstseins hinaustreten – und das kann auch bedeuten, dass diese Erfahrungen eben keine Suggestionen des Selbst, sondern Wahrnehmungen äußerer Wirklichkeit seien. Wie kannst du sicher sein, dass die Erfahrungen, die du in der Erleuchtung hattest, tatsächlich Repräsentationen von äußerer Wirklichkeit sind?

Nils: Ich habe die Wissenschaft nach Belegen durchsucht. Es scheint derzeit ein Paradigmenwechsel stattzufinden, der von der Mehrheit der Wissenschaftler noch nicht begriffen worden ist. Ich stelle erstaunt fest, dass sie die neuen Erkenntnisse nur verdrängen, aber nicht wirklich widerlegen können. Grundlegend dazu ist der Wandel in der modernen Physik. Von einer Sicht der festen Materie ist die Physik mit Albert Einstein zu der Energie als Basis des Kosmos gekommen. Im Moment verändert sich die Sicht weiter zu dem Bewusstsein als Grundsubstanz des Kosmos. Ich habe bereits Professor Dürr zitiert. Morgen werde ich ausführlich den Physikprofessor Amit Goswami darstellen. Die neuesten Erkenntnisse der Physik unterstützen die Sichtweise der erleuchteten Meister.

Desweiteren gibt es neue Erkenntnisse in der Nahtodforschung. Es scheint eine vom Körper unabhängige Seele zu geben. Die moderne Physik (Quantentheorie, Stringtheorie) und die Nahtodforschung unterstützen die Vermutung, dass die Erfahrungen in der Erleuchtung Repräsentationen äußerer Wirklichkeit sind. Die Gesamtbetrachtung aller Argumenten hat mich dazu gebracht, die Existenz Gottes zu bejahen.

Ich stelle erst einmal fest: 1. Es gibt die Erleuchtung. Ein Erleuchteter sieht Gott. Also gibt es Gott zumindest im Bewusstsein eines Erleuchteten.

2. Ein Erleuchteter besitzt bestimmte übersinnliche Fähigkeiten, die darauf hindeuten, dass Erleuchtung nicht nur etwas Innerliches ist. Er kann zum Beispiel spirituelle Energie (die eine Form von Gedanken/Gefühlen ist) übertragen.

Gedanken können übertragen werden. Den Beweis erbrachte 1994 der amerikanische Psychologe Charles Honorton von der Princeton-Universität. Er führte seinen Versuchspersonen einen Videoclip von einer Minute Dauer vor und bat sie, diesen Film geistig auf eine in einem schalldichten Nebenraum sitzende Person zu übertragen. Der Person im Nebenraum wurden zusätzlich drei weitere Videos gezeigt. Von den vier Filmen sollte sie das von der Versuchsperson übertragene Video auswählen. Die Trefferquote lag deutlich über dem Bereich des Zufalls. Zuvor hatte Honorton mit einfachen Fotos experimentiert. Aber erst die Videoclips brachten die für einen wissenschaftlichen Beweis geforderte ausreichende Trefferquote.

3. Die Wahrnehmungen der Erleuchteten entsprechen vielen empirischen Befunden der Wissenschaft. Es gibt Indizien für die Existenz einer höheren Bewusstseinsdimension.

Was ist ein wissenschaftlicher Beweis?

kidt: Was ist ein wissenschaftlicher Beweis?

Nils: Beim wissenschaftlichen Gottesbeweis haben wir es mit einem empirischen (induktiven) Beweis zu tun.

Wikipedia (Zitate): Der induktive (empirische) Beweis wird anhand von Beobachtungen und Erfahrungen geführt und kann daher grundsätzlich keine absolute Gewissheit über den Wahrheitsgehalt einer Aussage über eine unbestimmte oder unendlich große Menge verschaffen. Der induktive Beweis wird vor allem in der Rechtsprechung und den Naturwissenschaften angewendet.

Der deduktive Beweis ist die Ableitung eines Urteils aus als wahr geltenden Voraussetzungen (Prämissen) oder Definitionen nach festen logischen Schlussregeln. Er führt innerhalb des ihm zugrundeliegenden Systems, beispielsweise dem formalen System der Mathematik oder Logik, zu einer endgültigen Entscheidung über die Richtigkeit einer Aussage. Der deduktive Beweis wird daher auch vor allem in der Logik und der Mathematik angewendet.

Ein Beweis ist erbracht, wenn der Beweisführer dem Richter die persönliche Überzeugung von der Richtigkeit der Tatsachenbehauptung verschafft hat. Maßgebend ist (in den Worten des Bundesgerichtshofes) allein, ob der Richter persönlich von der Wahrheit der Tatsachenbehauptung überzeugt ist. Dabei darf der Richter für seine Überzeugung keinen naturwissenschaftlich sicheren Nachweis verlangen, sondern muss sich mit einem für das praktische Leben brauchbaren Grad an Gewissheit zufrieden geben, der letzte Zweifel nicht ausschließt, ihnen aber praktisch Schweigen gebietet. Die Überzeugung des Gerichtes kann sich auch auf Indizien stützen.

kidt: Was wir nicht können, ist die beliebige Erzeugung eines solchen Erlebnisses für den von Zweifeln angenagten Skeptiker. Es fehlt ein wichtiges Kriterium, die beliebige Verfügbarkeit.

Nils: Im realen Leben kann man nicht alle Ereignisse beliebig wiederholen. Diese Forderung mag für physikalische Experimente begründet sein, aber nicht allgemein für wissenschaftliche Forschungen (Feldforschungen) und schon gar nicht für spirituelle Erfahrungen.

Ich verweise noch einmal auf die Wikipedia-Zitate zum Thema Beweis. Dort wird zwischen empirischen (induktiven) Beweisen in lebenden (offenen, sich unberechenbar entwickelnden) Systemen und logischen (deduktiven) Beweisen in geschlossenen (auf festen Axiomen beruhenden) Systemen unterschieden. Es wird keine beliebige Wiederholbarkeit bei empirischen Beweisen verlangt. Es besteht der Grundsatz der freien Beweiswürdigung.

Zitate aus www.karl-leisner-jugend.de/Gottesbeweise : Was ist ein Beweis? Im Grunde gibt es drei Arten von Beweisen: Den naturwissenschaftlichen (oder physikalischen, von «Physis – die Natur») Beweis, den mathematischen und den historischen (oder juristischen) Beweis. Der historische Beweis untersucht einmalige Ereignisse (fragt nach, ob sie wirklich passiert sind und welche Gründe und Konsequenzen dafür wahrscheinlich sind); der physikalische Beweis fußt auf empirischen Daten (also auf Beobachtungen, Experimenten oder Erfahrungen, die grundsätzlich wiederholbar sind) und sucht nach allgemeinen Gesetzen, die diese Daten verbinden; der mathematische Beweis ist rein geistiger (Nils: logischer) Natur.

Das eigentlich Problem in der Diskussion um die Beweisbarkeit von geistigen Dingen ist die Unterschätzung des historischen (oder juristischen) Beweises. Dinge, die nur einmal passierten und nicht in einem Experiment nachgewiesen werden können, für die wir also nur Zeugen und „Zeugnisse“ haben, bezeichnen Skeptiker schnell als „unbewiesen“.

Dabei ist auch die historische Wissenschaft – oder das Gerichtswesen – ein nach exakten Regeln arbeitendes System. Bei der historischen und juristischen Wahrheitsfindung geht es im Grunde darum, nach der Glaubwürdigkeit eines Ereignisses und dessen Bezeugung zu fragen. Ist der geschilderte Sachverhalt wahrscheinlich, in sich schlüssig und hatte er Auswirkungen? Sind die Auswirkungen sichtbar, prüfbar und unverfälscht? Gibt es Zeugen für das Ereignis? Gibt es Gründe, die dafür sprechen, dass die Zeugen die Unwahrheit sagen?

Hier gibt es keine Möglichkeit der experimentellen Überprüfung; die Geschichte ist einmalig und wiederholt sich nicht im Labor. Worum es letztlich geht, ist die Einschätzung eines Zusammenhanges als plausibel; die Einschätzung eines Zeugen als «glaubwürdig» und eines Gegenstandes als «echt». Selbst wenn wir naturwissenschaftliche Methoden hinzunehmen (wie z.B. DNA-Test), müssen die Erkenntnisse immer noch interpretiert werden; sie sind nur „Indizien“, keine Beweise. Und dennoch sprechen die Historiker von „gesicherten Erkenntnissen“. Auch wenn sich diese Beweise auf einer anderen Ebene abspielen als die physikalischen oder mathematischen, so ist der Beweiskraft deswegen nicht geringer – nur die Methoden sind andere.

kidt: Zum Thema Gottesbeweise drei Hinweise:

=> http://www.philolex.de/gottesbe.htm

=> http://de.wikipedia.org/wiki/Gottesbeweis

=> http://www.bible-only.org/german/handbuch/Gottesbeweise.html

Nils: Danke für die Links. Dort kann jeder Leser weiterlesen und so ein relativ vollständiges Bild über die Gottesbeweisdiskussion bekommen. Mich haben diese Gottesbeweise alle nicht überzeugt. Nur Lothar Gassmann ( www.bible-only ) argumentiert in meine Richtung. Er nimmt die Existenz eines Erleuchteten (Jesus Christus) als entscheidenden Hinweis auf Gott.

Deswegen habe ich selbst nachgedacht und meinen eigenen Gottesbeweis entwickelt. Mich überzeugt er. Überzeugende Gegenargumente wurden in den bisherigen vielen Debatten mit Atheisten nicht gebracht. Ich bin zufrieden mit der Diskussion.

Zitate Gassmann: Gottesbeweise finden sich bereits bei griechischen Philosophen (Platon, Aristoteles). Die wichtigsten wurden klassisch formuliert von Anselm von Canterbury, Duns Scotus, Thomas von Aquin u.a.. Massiv kritisiert und reduziert wurden sie von Aufklärungsphilosophen, v.a. von Immanuel Kant. Neuzeitliche Apologeten (z.B. Norman Geisler) haben sie neu aufgegriffen und verbessert. Sie würden, soweit sie rein logische Denkkonstruktionen sind, nicht ausreichen, wenn sich Gott nicht selbst offenbart hätte: in der Schöpfung; in der Geschichte; im Gewissen (Röm 2,14 ff.); und vor allem und heilbringend in seinem Sohn Jesus Christus. Die Gottesbeweise werden erst überzeugend, soweit sie an solche – auch empirisch nachprüfbare! – Offenbarungen anknüpfen.

Der Gottesbeweis von Spaemann

wokarb: Was sagst Du zu dem „Gottesbeweis“ von Robert Spaemann?

Nils: Von meiner Sozialisation her bin ich ein Atheist. Ich denke wissenschaftlich. Ich brauche echte Beweise. Die herkömmlichen Gottesbeweise haben mich alle nicht überzeugt. Spaemann macht da keine Ausnahme. Das belege ich bereits mit zwei kleinen Zitaten aus dem genannten Artikel.

1. Spaemann: Angesichts der überwältigenden Allgemeinheit und Dauer des Gerüchts von Gott trägt derjenige die Begründungspflicht, der dieses Gerücht als irreführend abtut.

Nils: Das ist juristisch nicht haltbar. Dann kann ich ja auch an den Osterhasen glauben.

2. Spaemann: Wir müssen ein Bewußtsein denken, in dem alles, was geschieht, aufgehoben ist, ein absolutes Bewußtsein.

Nils: Wir müssen nichts. Ich fordere Beweise. Weil ich Gott denken kann, muss es noch lange nicht Gott tatsächlich in der Außenwelt geben.

Nils: Ich finde die Besprechung bei Amazon gut. Hier die wichtigsten Zitate.

Jürgen Hofmann: Nachdem Robert Spaemann auf 30 Seiten die Gottvergessenheit der heutigen Zeit (?) beklagt, stellt er auf ganzen zwei Seiten als „letztes Beispiel“ einen „Nietzsche resistenten“ Gottesbeweis dar. Und man höre und staune: Spaemann präsentiert einen Gottesbeweis aus der Grammatik. Auf jeden Fall ein netter Versuch, die Existenz Gottes zu beweisen. Genauer gesagt aus dem Futur II (vollendetes Futur). Selbst die moderne Physik sagt uns, dass es auf elementarem Niveau gar keine Zeit gibt.

Dr. Hartmut Spiesecke: Robert Spaemann ist viel zu klug, um nicht zu wissen, dass sein Gottesbeweis im Prinzip den gleichen hermeneutischen Zirkel geht wie schon Descartes ein paar hundert Jahre früher: Der sagte, Gott müsse deswegen existieren, weil Descartes sich eine Vorstellung davon machen könne. Aber Gott lässt sich natürlich nicht durch meine Phantasie beweisen, und auch nicht durch die Existenz des Futur II.

Dr. Markus Van Den Hövel: Letztlich läuft es auf eine interessante grammatikalische Spitzfindigkeit hinaus, aus dem „futur II“ Gott zu beweisen. Die Gegenwart bleibt als Vergangenheit in der Zukunft wahr, über jede auf Dauer verblassende, sodann verschwindende Erinnerung hinaus; hierfür muss es ein absolutes Bewußtsein geben: Gott! Ja, ob das nicht doch mehr Sophistik als wahre Beweiskraft ist?

wokarb: Hallo Nils! Sehr überzeugende Zitate! (Für mich!) Vielen Dank! Gruß, wokarb

Limlim: „Es gibt Gott.“ Wie oft willst du das denn noch wiederholen? Mich langweilst du schon. Dein Schwachsinn ist kaum zu ertragen.

Nils: Du hast wirklich sehr überzeugende Argumente. Weiter so. Ich liebe intelligente Atheisten.

BlackBoard (Administrator): Hallo Nils, hast Du eventuell mehr Informationen bzgl. Amit Goswami, denn ich würde gern wissen, wie seriös diese Experimente abliefen – also ob sie schon von anderen Instituten bestätigt wurden. Insgesamt macht das Thema nämlich einen interessanten Eindruck.

Nils: Die Experimente liefen seriös ab. Amit Goswami bezieht sich in seiner Argumentation auf allgemein anerkannte Experimente. Sein Zentrum ist der Versuch von Alain Aspect. Derzeit gibt es in der Physik eine Mehrheit von materialistisch denkenden Wissenschaftlern und eine im Wachsen begriffene Minderheit von spirituellen (ganzheitlich denkenden) Forschern.

Von Amit Goswami gibt es das gut lesbare Buch „Das bewusste Universum“. Desweiteren habe ich Buch von Volker Becker „Gottes geheime Gedanken“ (2006) gelesen. Groß ist in der Physik derzeit die Diskussion um die Frage, was vor dem Urknall war. Dazu gibt es viele Bücher. Diese Diskussion ist insofern wichtig, als hier eine Annäherung von Physik und Spiritualität zu beobachten ist.

Nick: Wie kann man deine Definition Gottes vom Atheismus unterscheiden?

Nils: Mein spiritueller Weg ist mit einem undogmatischen Atheismus verträglich. Auch Atheisten können zur Erleuchtung gelangen. Sie beschreiben Gott dann mit ihren Begriffen wie höhere Wahrheit, Kosmos, Sein, inneres Glück, Transzendenz. Ich sehe mich als Freund der Atheisten und der Christen. Erleuchtung steht dazwischen und über allen Konzepten.

Bartleby: „Erleuchtet“- und Glücklichsein wäre demnach (wie das Fahrradfahren) eine erlernbare Fähigkeit, die man andere auch lehren kann, d.h. die in gewisser Weise auch anstrebbar und ‚machbar‘ ist?

Nils: Glücklichsein ist machbar. Glück ist erlernbar. Ein Mensch kann durch einfache tägliche Übungen sein allgemeines Glücksniveau um 40 % anheben. Das hat die amerikanische Glücksforschung nachgewiesen.

Erleuchtung entsteht, wenn ein Mensch systematisch durch spirituelle Techniken wie Meditation und Gedankenarbeit seine inneren Verspannungen abbaut. Der Mensch kann sich durch Übungen innerlich entspannen. Das innere Glück entfaltet sich dann plötzlich von alleine aus Gnade. Der Mensch kann die Bedingungen für die Gnade schaffen, die Gnade selbst kommt von Gott (von alleine). Wenn ein Mensch lange genug spirituell praktiziert, entwickelt sich das innere Glück in ihm. Wie schnell und wann es sich entwickelt, ist abhängig von der Menge und der Art seiner inneren Verspannungen.

Bartleby: „Frei von Freude und Leid“ zu sein halte ich für nicht wirklich erstrebenswert.

Nils: Ein Erleuchteter hat wie ein Nichterleuchteter Gefühle von Trauer und Freude. Er lebt nur auf einem höheren Glücksniveau. Er hat grundsätzlich mehr Frieden, Kraft, Glück und Liebe in sich.

Es gibt in der Spiritualität zwei Wege des Umgangs mit den Gefühlen. Buddha verweilte beständig in der großen Gelassenheit. Er überstieg Gefühle wie Wut, Trauer, Angst und Freude. Der Dalai Lama dagegen vertritt einen gefühlsbetonten Buddhismus. Er kultiviert Gefühle wie umfassende Liebe und umfassendes Mitgefühl.

Ich lehre in meinen Yogastunden auch das Zulassen von Wut und Trauer. Ich praktiziere regelmäßig Wut-, Trauer-, Liebes- und Freudeübungen. Manche Yogalehrer verdrängen eher derartige Gefühle. Hier bestehen auch im Yoga unterschiedliche Wege.

Farbensammler: Ich möchte Yogi Nils unterstützen, weil ich seine Beiträge und seine freundliche Art schätze. Ich selbst glaube ähnlich wie er auch an ein Göttliches.

Nils: Danke. Oder auf yogisch: Namaste (Ich sehe das Göttliche in dir).

Der Nihilismus

Thale: Gott müsste heilig sein.

Nils: Heilig scheint für dich ein zentraler Begriff zu sein.

Thale: Außerdem müsste Gott ein Bewusstsein haben.

Nils: Gott hat kein Bewusstsein. Gott ist das höhere Bewusstsein, das höhere Informationsfeld hinter dem materiellen Kosmos. Wenn wir unser Bewusstsein reinigen, von allen Neurosen und Verspannungen befreien, dann können wir uns mit diesem höheren Bewusstsein verbinden und an seinen Eigenschaften teilhaben. Dann strahlen wir Frieden, Glück, Liebe und Wahrheit aus. Dann sind wir heilig.

Thale: Selbst wenn es eine bewusste Kraft im Universum gäbe, die uns unvorstellbare Fähigkeiten besitzt, ich glaube nicht, dass sie dazu imstande wäre, zu beweisen, dass sie Gott ist.

Nils: Gott beweist sich durch die Erleuchteten (Heiligen).

Thale: Ich tendiere zum Nihilismus. Ich glaube nicht an das Richtige, das Heilige.

Nils: Das ist ein großer Fehler. Es gibt das absolut Richtige. Es gibt den Kosmos und im Kosmos gibt es bestimmte Gesetze. Es gibt im Kosmos eine Glücksordnung. Der Sinn des Lebens ist es glücklich zu sein. Die Aufgabe des Menschen ist es in sich glücklich zu werden und eine glückliche Welt zu schaffen.

Im Kosmos entwickelt sich alles zum Höheren. Das Höchste ist das Erleuchtungsbewusstsein. Die Aufgabe aller Seelen ist es sich zur Erleuchtung zu entwickeln. Dann werden die Seelen eins mit dem höchsten Bewusstsein. Es gibt eine Evolution zur Erleuchtung.

Ich habe in meinem Leben großes Leid und großes Glück erfahren. Das größte Glück habe ich in der Erleuchtung erfahren. Der Kosmos hat dem Menschen die Fähigkeit zur Weisheit gegeben. Ich kann deshalb sagen, dass ich das Leid in meinem Leben so weit wie möglich vermeiden und das Glück so weit wie möglich verwirklichen möchte. Wer intensiv das Leid und das Glück im Leben gespürt hat, der kennt seine Lebensaufgabe. Er weiß, dass es den Weg des richtigen Lebens gibt. Diesen Weg kann man als den heiligen Weg bezeichnen.

Nihilisten sind aus meiner Sicht verwirrte Menschen, die durch ihre Fehleinschätzung des Lebens sich und anderen Menschen Schaden zufügen. Die Aufgabe der Philosophie ist es den Nihilismus zu überwinden und den Menschen einen Sinn zu geben. Die größten Philosophen waren Sokrates, Buddha, Patanjali, Jesus und Laotse. Sie alle lehrten, dass das Leben einen Sinn hat.

Thale: Ich glaube nicht, dass man durch die Meditation eine absolute höhere Qualität in seinem Bewusstsein erreichen kann.

Nils: Die amerikanische Glücksforschung hat nachgewiesen, dass man durch Meditation und positives Denken eine absolut höhere Qualität in seinem Bewusstsein erreichen kann. Ein normaler Mensch kann mit wenigen einfachen Übungen sein allgemeines Glücksniveau um 40 % steigern. Meditation und positives Denken sind wissenschaftlich bewiesen der beste Weg, um auf einem höheren Glücksniveau zu leben.

Ein Nihilist besitzt eine krankhaft negative Psyche. Sie bringt ihn dazu alles zu kritisieren und gleichzeitig den Weg des Positiven nie wirklich ernsthaft auszuprobieren. Ein Nihilist neigt dazu sich und seine Mitmenschen zu zerstören. Ein Nihilist denkt im Kern, dass es das Glück für ihn speziell nicht gibt und auch nicht geben kann, weil die Welt schlecht ist.

Die Ursache des Nihilismus sind Verspannungen im Körper und im Geist des Nihilisten. Sie sind durch schwierige äußere Lebensumstände (lieblose Kindheit, Leistungsdruck in der Schule, Verletzungen in einer Beziehung) verursacht, können aber durch spezielle Übungen (Yoga, Meditation, positives Denken) und notfalls durch eine Psychotherapie wieder abgebaut werden.

Thale: Die Erfahrung aller Erleuchteten ist subjektiv.

Nils: Gott ist subjektiv erfahrbar. Gott existiert aber nicht nur innerhalb, sondern auch außerhalb des Menschen. Die Physik nähert sich der Erkenntnis, dass es eine oder mehrere höhere Dimensionen in unserem Kosmos gibt. Es gibt ein höheres Informationsfeld. Es gibt ein umfassendes Bewusstsein, dass hinter dem materiellen Kosmos existiert. Das ist Gott im Außen, das absolut Heilige.

Nach der Zeugenaussage der Erleuchteten verbindet sich das Erleuchtungsbewusstsein mit dieser höheren Bewusstseinsdimension. Der Erleuchtete wird eins mit dem Absoluten. Er ist dadurch nicht nur besonders glücklich, sondern er kann auch in dieser höheren kosmischen Dimension handeln. Er nimmt teil an den besonderen Eigenschaften des höheren Bewusstseinsfeldes (des Absoluten). Er hat besondere Fähigkeiten, die über die Fähigkeiten normaler Menschen hinausgehen. Das bestätigt eindeutig der Karmapa-Fall.

Thale: Nimm ein fühlendes Bewusstsein. Dieses Bewusstsein kann Dinge bewerten. Stell dir weiter vor, dass es eine absolute Qualität gibt, die einen Zustand besser oder schlechter machen kann.

Nils: Das kosmische Bewusstseinsfeld kann die Dinge bewerten. Es kann fühlen. Es kann die Dinge aktiv verändern. Es kann ganze Universen schaffen und sich in einem Universum als Erleuchteter manifestieren. Es ist Gott. Es ist heilig.

Thale: Gott steht an der Spitze des Heiligen, des absolut „Richtigen“. Gott unterscheidet sich dadurch von jedem anderen Bewusstsein. So etwas gibt es nicht.

Nils: Das sind schöne Sätze von dir. Nur leider zerstörst du sie danach wieder. Wie kann ich dir helfen? Der Grund deiner Verwirrung liegt in deiner Psyche. Sie hat eine Neigung zum Negativen und wird deshalb immer negativ argumentieren. Sie liebt die nihilistische Logik. Logisch kann man dich nicht überzeugen, weil du in dir eine tiefe Abneigung gegen das Gute hast.

Du sehnst dich total nach dem Guten, bist aber vom Leben so verletzt, dass du die Existenz des Guten innerlich verneinen musst, um nicht mit deinen seelischen Verletzungen konfrontiert zu werden. Dir hilft nur eine Psychotherapie oder der Erleuchtungsweg. Ich befürchte, dass du jede Psychotherapie mit deinem scharfen negativen Intellekt blockieren würdest. Nur ein Meister-Psychologe könnte dir helfen. Oder ein erleuchteter Meister. Durch den Erleuchtungsweg könntest du systematisch deine inneren Verspannungen auflösen und das Gute in dir wieder freilegen.

Geh das große Wagnis ein. Erfahre Gott persönlich. Nur das wird dich in der Tiefe überzeugen. Verwirkliche Gott einfach durch deine spirituellen Übungen, ohne in der Tiefe deiner leidenden Seele an Gott zu glauben. Gott wird sich dir zeigen. Du hast die Kraft viele Jahrzehnte konsequent einen spirituellen Weg zu gehen. Wenn du dich am Anfang von einem erleuchteten Meister segnen lässt (zum Beispiel von Amma oder Mutter Meera), dann wird dein Weg am Ende erfolgreich sein. Aber du musst über den Schatten deines Egos springen. Du musst den Nihilismus in der Tiefe deiner Seele opfern und die Möglichkeit des absolut Guten in Betracht ziehen. Das ist dein Preis für die Erfahrung der absoluten Heiligkeit. Du hast letztlich nur deinen Nihilismus zu verlieren. Du verlierst etwas Bedeutungsloses und gewinnst alles.

Thale: Ununterbrochenes Empfinden von Glück. Anhand welcher Kriterien ist dies erstrebenswert?

Nils: Probiere es aus. Dann weißt du es.

Thale: Kennst du das Ende des Weges?

Nils: Der Weg der Erleuchtung ist endlos. Gott ist unermeßlich. Du kannst ewig innerlich weiter wachsen. Wenn du dich selbst gerettet hast, kannst du auch noch alle deine Mitwesen retten. Amma meditierte erst für sich selbst. Als sie genug Erleuchtungsenergie in sich hatte, begann sie auf ihre Mitmenschen zu meditieren und ihnen Glück, Weisheit, Liebe, Kraft und Frieden zu senden. Die meisten Menschen auf der Welt können noch viel von diesen Eigenschaften gebrauchen.

Thale: Ist einem Erleuchteten die Welt nicht egal?

Nils: Ein Erleuchteter hat Frieden (Gleichmut, Egalheit) in sich, aber das Leid seiner Mitwesen ist ihm nicht egal. Wer Gott in sich hat, genügt sich selbst. Aber Gott ist auch Liebe. Die Erleuchtung verwandelt den Menschen und macht ihn von einem Egoisten (Nehmenden) zu einem Liebenden (Gebenden). Sein Ego hat sich aufgelöst und dadurch erkennt er sein Selbst auch in allen seinen Mitwesen. Er sieht ihr Leid und wünscht auch sie glücklich. Die Liebe fließt von ihm zu seinen Mitwesen. Dadurch wird seine Erleuchtung noch umfassender. Ein Erleuchteter ist kein Nihilist, sondern ein Buddha, der sich um das Glück seiner Mitmenschen sorgt.



Die höchste Philosophie

Thale: Du musst dich keineswegs entschuldigen. Ich bin keiner der Menschen, die es als verletzend empfinden, wenn ihre Theorien in Frage gestellt werden. Wenn ich philosophiere, dann nicht, um andere zu überzeugen, sondern eher, um einerseits Spaß zu haben, und andererseits die Argumente des Gegenüber zu verstehen, sowie meine eigenen vermitteln zu können. Interessanterweise habe ich in der letzten P.M. einen Artikel über die Nahtodforschung gelesen.

Nils: Wir verstehen uns. Du bist mein Philosophenfreund. Ernsthaftigkeit und Spaß in der Philosophie zu verbinden ist auch mein Weg. Gut, dass du dich nicht verletzt fühlst. Aber man entschuldigt sich lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig. Die Beschäftigung mit der Nahtodfoschung wird dich verändern. Wenn du auch nur ein gutes Argument für die Position der Atheisten findest, teile es mir sofort mit. Ich habe zwei Jahre danach gesucht. Und nur Argumente im Stil von Limlim gefunden. Das tut mir jetzt leid für dich, Limlim. Aber auch du wirst es verkraften, da bin ich mir bei dir ganz sicher.

blabla: Nils, du zeigst mir da eine Welt, ich danke dir.

Nils: Hallo blabla. Ich habe das Gefühl, du profitierst wirklich von meinem Wissen. So soll es sein.

blabla: „Wer sich zwölf Jahre hinsetzt und nichts denkt, gelangt zur Erleuchtung.“ Das ist die eigentliche Essenz, hier wird es sichtbar.

Nils: Richtig. Die Essenz der Erleuchtung ist es im Sein (Ruhe, Stille, Gott, Nichtdenken) zu leben. Man denkt, wenn man das Denken braucht. Das Nichtdenken hört sich einfach an, aber es ist ein sehr dynamischer Prozess. Bevor die Gedanken ganz zur Ruhe kommen, steigen erst einmal alle verdrängten Gefühle und Stresssituationen aus dem Unterbewusstsein hoch und lösen sich auf.

Das Denken zwanghaft zu stoppen, wäre falsch. Man setzt sich hin, wartet etwas, und dann beginnt der Tanz der Gedanken und Gefühle. Nach einiger Zeit kommt alles zur Ruhe, es entsteht innerer Frieden, Harmonie und plötzlich inneres Glück. So steigt man im Laufe der Jahre von einer Stufe zur anderen. Das Ich löst sich erst ganz zum Schluß auf. Nach Buddha gibt es vier Versenkungsstufen. Ein normaler Mensch erreicht nur die ersten zwei. Die weiteren zwei öffnen sich irgendwann von alleine. Man kann die Erleuchtung nicht erzwingen. Sie kommt aus Gnade zu ihrer Zeit.

blabla: Nils, so langsam fange ich an zu begreifen. Die welt wechselt ihre realität und auch die mitmenschen wechseln ihre realität, aber welt bleibt welt und mitmensch bleibt mitmensch. In der absoluten transzendenz wird der mitmensch zu “ keine ahnung wer oder was das ist “ und Gott wird zu “ keinerlei ahnung was das sein könnte „. Die absolute transzendenz ist genau die mitte dazwischen, man ist weder ein ungläubiger noch ein gläubiger, oder wissender oder unwissender, man ist nichts mehr. Man weiss es selbst nicht, man hat keine meinung darüber, weil eine meinung ein denken oder eine vorstellung benötigen würde.

Nils: Endgültig begreift man erst in der Erleuchtung. Und damit meine ich jetzt die absolute Transzendenz. Du hast sie gut beschrieben, obwohl sie nicht wirklich beschreibbar ist. Es gibt kein Ich-Bewusstsein mehr. Alles ist reines Bewusstsein, ohne unruhige Gedankenschwingungen. Es gibt die Erleuchtung, aber keinen Erleuchteten. Man ist glücklich und gleichzeitig gibt es einen nicht mehr. Aber das Glück alleine genügt. Man hat keine Meinung mehr über die Dinge, man ist überall irgendwie dazwischen. Aber auch das ist für uns jetzt noch ein Konzept, das wir ebenfalls übersteigen werden.

Ich folge der Philosophie des Dalai Lama, bei der die absolute Transzendenz mit der relativen Transzendenz verbunden wird. In der absoluten Transzendenz ist alles irreal. Es gibt nur Gott (das Licht, das kosmische Bewusstsein). Die Welt ist ein vergänglicher Traum. In der relativen Transzendenz bleibt die Welt die Welt, man sieht alles nur von einer höheren Bewusstseinsebene aus. Die absolute Transzendenz ermöglicht es dem Menschen sich über alles Leid der Welt zu erheben und in einer höheren Ebene zu ruhn. Die relative Transzendenz erlaubt es ihm in der Welt zu handeln und für eine glückliche Welt zu arbeiten. Ich hoffe, dass ist jetzt nicht zu kompliziert. Das ist wirklich höchste Philosophie.

Ra-Jah: … wird zugunsten von persönlicher Entrückung, individuellem Ent-Leiden nicht genau das aufgegeben, was doch Ziel des Menschen ist: Mensch zu werden! Und als solcher das Leid der Mitmenschen, die Höhen und Tiefen der eigenen und der nächsten bis fernsten Existenz zu erfahren, empathisch zu reflektieren – einzuwirken.

Nils: Was bedeutet es ein Mensch zu werden? Es bedeutet zum einen genau man selbst zu sein, mit sich im Einklang zu sein, sein tiefstes inneres Wesen zu erfahren. Das tiefste innere Wesen eines Menschen ist das Ruhen im Glück (im Sat-Chid-Ananda).

Zum Zweiten bedeutet Menschwerdung Gefühle zu haben, seine Mitmenschen nachempfinden können, in der umfassenden Liebe zu leben. Ein Erleuchteter hat sein Ego aufgelöst und sieht sich dadurch in allen seinen Mitwesen. Er ist auf einer tieferen Ebene eins mit seinen Mitmenschen, als es ein nichterleuchteter Mensch jemals sein kann. Er nimmt sie in ihrer Ganzheit und auch in allen ihren Gefühlen war. Er spürt ihre Freude und ihren Kummer in sich. Und weil er sie spürt und über das höhere Informationsfeld eins mit allen Wesen ist, kann er ihnen auch mit positiven Energien und positiven Gedanken helfen.

Letztlich lebt ein Erleuchteter in zwei Welten (Bewusstseinsbereichen). Er lebt in der absoluten Transzendenz im Frieden, im Glück und in der Leidfreiheit. Wenn er äußerlich handeln will, muss er mit einem Teil seines Bewusstseins in die materielle Welt zurückkehren. Dadurch wird sein Glück kleiner, aber er kann dann das Glück seiner Mitmenschen mehren. Was wiederum den Erleuchteten glücklich macht.

Das Praktische an dem Weg der zwei Bewusstseinszustände (absolute und relative Transzendenz) ist es, dass man an beiden Welten teilhaben kann. Der Dalai Lama meditiert immer nachts und verweilt dann im höheren Erleuchtungsbewusstsein. Dadurch ist er tief glücklich und wächst spirituell immer weiter in seiner Erleuchtung. Morgens kehrt er in die materielle Welt zurück und stärkt seine Freunde auf dem spirituellen Weg.

Ein Erleuchteter ist insoweit dazwischen, weil er in beiden Welten gleichzeitig lebt. Er ist nicht in dieser Welt und gleichzeitig doch in dieser Welt. Ich erfahre es so, dass ich in der Lichtwelt einen Rückzugsort habe, in dem ich mich optimal regenerieren und entspannen kann. Meine Haupthandlungswelt ist das Diesseits, ohne dass ich die Lichtdimension völlig vergesse. Auf einer tiefen Ebene spüren kann ich meine Mitmenschen, wenn ich in der Meditation zur Ruhe komme. Dann tauchen ihre Energien plötzlich auf, ihr fühle mich in Liebe mit ihnen verbunden, bin glücklich in dieser umfassenden Liebe und sende ihnen die Energien, die sie brauchen.

Ra-Jah: Würde ein deiner Ansicht nach „Erleuchteter“ nicht sein ganzes, wie du es siehst „Glück“ infrage stellen müssen, stattdessen für die Entrechteten und Unterdrückten eintreten, dort arbeiten – und zwar inklusive Mut und Durchsetzungsvermögen (und auch ein wenig Wut als Wurzel der Überwindung!) gegenüber den Verantwortlichen?

Nils: Der Weg der umfassenden Liebe beinhaltet es aktiv für die Entrechteten und Unterdrückten dieser Welt einzutreten. Ich bin ein Anhänger der Theologie der Befreiung. Priester arbeiten in den Slums und verbessern die Lebensbedingungen der Menschen. Sie sind auch politisch aktiv und organisieren zum Beispiel in Süd-Amerika den (friedlichen) Befreiungskampf der Armen. Wie weit ein Erleuchteter äußerlich handelt, ist sehr unterschiedlich. Grundsätzlich ist alles möglich. Der Dalai Lama ist äußerlich ein sehr aktiver Erleuchteter. Auch Jesus war ein sehr aktiver Erleuchteter. Buddha lebte überwiegend in der Ruhe und in der Meditation.

Wut ist eine gefährliche Motivation. Besser ist Mitgefühl. Man sieht das Leid auf der Welt, empfindet es mit und handelt dann aus seiner umfassenden Liebe heraus. Etwas Wut darf manchmal sein, aber Wut als Hauptmotivation zerstört eines Tages den Revolutionär und seine positive Vision. Aus dem realen Sozialismus wird dann ein Alptraum statt ein Glücksland.

Ich war in meiner Jugend stark politisch engagiert und lebe jetzt als zurückgezogener Yogi. Als Student war ich einer der Wortführer der 68iger Bewegung. Ich habe ständig Flugblätter verteilt, kämpferische Reden geschwungen und für eine gerechtere Welt demonstriert: „Macht den Unternehmern Dampf – rüstet euch zum Klassenkampf. Hoch die internationale Solidarität!! Make love not war!!“ Ich war Vorsitzender linker Studentenorganisationen, in vielen Unigremien und ständig in Sachen Revolution unterwegs.

Das Konzept eines optimalen Lebens besteht im Yoga aus den beiden Phasen weltliches und spirituelles Leben. Zuerst lernt man gut die äußere Welt kennen, hat einen Beruf, eine Familie und ist zum Beispiel wie ich politisch engagiert. Zwischen 30 und 60 (Buddha mit etwa 30 Jahren, ich mit 36 Jahren, viele Inder als Rentner mit 60 Jahren) legt man dann den Schwerpunkt seines Lebens auf das Spirituelle.



Die Allmacht und Allgüte Gottes

Nils: Gott ist das kosmische Informationsfeld. Gott ist das kosmische Bewusstseinsfeld, dass sich über und in allen Wesen befindet. Gott werden die Eigenschaften Allgegenwart, Allwissenheit, Allmacht, Allgüte und Glück zugeschrieben. In der Transzendenz erfährt ein Erleuchteter Gott als ihn umgebende Mutter/Vater, als allgegenwärtig, allwissend, allmächtig, voller Liebe und Glück.

Allgegenwärtig ist eine gute Beschreibung für das kosmische Informationsfeld. Allwissenheit ist auch ein Bestandteil des kosmischen Informatikers. Liebe und Glück erfährt man, wenn man eins mit ihm wird. Aber wie ist es mit der Allmacht? Da habe ich so meine Probleme mit.

Ich behelfe mir damit, dass ich den Begriff Allmacht entsprechend meinen Erfahrungen auslege. Allmächtig sind zum einen die dem Kosmos innewohnenden Gesetze. Sie wirken überall und absolut. Ein Erleuchteter fühlt Gott als allmächtiges Wesen. Gleichzeitig hat er aber die Freiheit selbständig in einem bestimmten Rahmen in Gott zu handeln.

Die erleuchteten Meister besitzen große spirituelle Kräfte. Sie können überall lenkend eingreifen. Diese Fähigkeit kann man als Allmacht bezeichnen. Gleichzeitig ist ihre Macht aber beschränkt. Sie halten sich an die Gesetze des Kosmos. Sie helfen grundsätzlich nur punktuell und meistens nur auf Anfrage (Gebet, Anrufung).

Nach meiner Sicht ist auch die Allmacht des kosmischen Bewusstseinsfeldes begrenzt. Es muss mit dem vorhandenen Material auskommen. Es kann einen materiellen Kosmos schaffen. Es kann sich dort als Erleuchteter manifestieren. Es kann so die Entwicklungen in dem materiellen Kosmos beeinflussen. Aber es hält sich dabei an die immanenten Gesetze des Universums.

Ich definiere deshalb die Allmacht des Kosmos als ein inneres Gefühl und als eine äußere Tatsache, die transzendent und damit widersprüchlich aufzufassen ist.

Neben der großen Macht ist die große Liebe ein Merkmal Gottes. Deswegen sollten wir uns gleichzeitig auch mit der Liebe beschäftigen. Für einen spirituellen Menschen ist die Entwicklung seiner Liebesfähigkeit sehr wichtig.

LuxFerre: Mein Weg beinhaltet die Entfaltung der eigenen Fähigkeiten, Anlagen und Möglichkeiten. Mein Ziel ist die schrittweise Bewusstwerdung, um mich dadurch als etwas Eigenes und Einmaliges zu erkennen und zu verwirklichen (ICH-Werdung und Selbst-Werdung).

Nils: Das hört sich tatsächlich nach einem Egotripp an. Es fehlt die Liebe. Und ohne Liebe ist jeder Mensch ein armer Teufel, mag er noch so großartige spirituelle Fähigkeiten haben. Es gibt in der Esoterik viele Menschen, die in Wirklichkeit auf dem Egotripp sind. Ich warne davor. Sokrates lehrte, dass die Seele eines Menschen gut sein soll. Teufel haben wir auf der Welt genug. Wir brauchen mehr Engel.

Auch Buddha lehrte die umfassende Liebe. Jesus vertrat das Doppelgebot aus Liebe zu Gott und Liebe zu den Mitmenschen. Mein Yogameister Swami Shivananda wünschte eine glückliche Welt. Er erklärte den Weg der umfassenden Liebe zum höchsten spirituellen Weg. Der Dalai Lama sieht es ähnlich. Spiritualität ohne Liebe ist ein Irrweg. Mir sind Atheisten mit Liebe lieber als verwirrte Esoteriker, die nur die Macht und das Ego anbeten.

Mecky (Christ): Wer war der Lieblingsjünger von Jesus?

Nils: Für mich sind wir alle die Lieblingsjünger von Jesus. Zwar mag er einzelne Jünger hervorgehoben haben, aber letztlich liebt er alle gleich. Nur diese Auslegung entspricht dem Grundsatz der umfassenden Liebe in der Bergpredigt. Der Weg der Erleuchtung ist es sogar einen armen Teufel wie LuxFerre nicht aus der Allliebe herausfallen zu lassen und ihm seine Verwirrungen zu verzeihen. Manchmal schreibt er ja auch etwas Vernünftiges.

Diskussion im Internetforum Utopia

PaulePauL: „Dieser „Erleuchtungskram- ich bezeichne es, zugegebenermaßen etwas respektlos, als absoluten Schwachsinn.“

Danilein: Hallo Nils, danke für das Starten dieser Diskussion. Dieses Thema brennt mir auch unter den Nägeln. Bin katholisch erzogen und auch in unserer Pfarrei ein bisschen aktiv. Ich frage mich oft, was und woran ich wirklich glaube. Ich bin da sehr hin- und hergerissen. Liebe Grüße und schon mal frohe Ostern, Dani

Christian (Unternehmer): DANKE, Nils, daß Du Dir die große Mühe gemacht hast, diese vielen interessanten Beiträge hier zu listen und zusammenfassend zu kommentieren.

Volkmar: Hallo Nils. Ich bin Christ, war sogar mal Religionspädagoge. Freut mich jedenfalls, dass Ihr auch über Gott redet. Keinem ist es bis jetzt gelungen für Gott einen Beweis vorzulegen.

Nils: Das Grundproblem der heutigen christlichen Kirchen ist, dass sie kein Wissen von der Erleuchtung haben. Erleuchtung bedeutet in christlichen Worten „Heiligkeit“. Und Heiligkeit ist nach den Worten der katholischen und evangelischen Kirche das Ziel jedes echten Gläubigen. Ohne Wissen von der Erleuchtung kann man weder Gott noch den christlichen Glauben wirklich verstehen. Und vor allem kann man den christlichen Glauben nicht überzeugend weitergeben.

Die Haupttechnik der Kirchen ist das Gebet. Und ein Gebet an Gott funktioniert spirituell nicht wirklich, wenn man in der Tiefe seines Herzens nicht an Gott glaubt. Ich habe in Gottesdiensten beobachtet, dass etwa 90 % der Christen nur oberflächlich beten. Eine solches Gebet bringt sie weder zum inneren Glück (macht keine Heiligen aus ihnen) noch in das Paradies nach dem Tod. Die wissenschaftlich denkenden Menschen in der heutigen Zeit brauchen einen wissenschaftlichen Gottesbeweis. Viele Christen sind innerlich zerrissen, weil die Kirche ihnen keinen vernünftigen Gottesbeweis anbietet.

PaulePaul: Haben eigentlich Tiere auch eine Chance aufs Jenseits? Mir wärs bissl einsam ohne Löwen usw… Funktioniert das dann nach dem selben Muster wie bei uns?

Nils: Auch Tiere können ins Licht aufsteigen. Tiere haben oft ein reineres (weniger verspanntes) Bewusstsein als Menschen. Es ist letztlich eine Frage der Weisheit, ab wann man sich von der Anhaftung an äußeren Dingen abwendet und sich vorwiegend auf das innere Glück konzentriert. Weisheit ist eine Folge von Verstand und Erfahrungen. Auch Tiere können denken und insbesondere klare Erfahrungen machen.

Es gibt die Geschichte von einem Yogi, der kurz vor der Erleuchtung stand. Ihm fehlte noch eine bestimmte Erfahrung. Er inkarnierte sich deshalb als Wurm in einem Apfel wieder auf der Erde. Für einen Wurm ist ein Apfel eine Art Schlaraffenland. Als er den Apfel aufgegessen hatte, hatte er genug äußeren Genuss erfahren und konnte seine Esssucht loslassen. Er starb, es ertönten (innere) Glocken und er wurde im Yogaparadies (Siddhaloka) wiedergeboren.

Ein großes Vorbild für alle Tierfreunde ist der heilige Franziskus, der die Tiere als Brüder und Schwestern der Menschen bezeichnete.

YouMe: „Lesenswert sind die Zehn Angebote des evolutionären Humanismus (Kurzfassung 2005):

1. Diene weder fremden noch heimischen „Göttern“, sondern dem großen Ideal der Ethik, das Leid in der Welt zu mindern!

2. Verhalte dich fair gegenüber deinem Nächsten und deinem Fernsten!

3. Habe keine Angst vor Autoritäten, sondern den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!

4. Du sollst nicht lügen, betrügen, stehlen, töten – es sei denn, es gibt im Notfall keine anderen Möglichkeiten, die Ideale der Humanität durchzusetzen!

5. Befreie dich von der Unart des Moralisierens! Trage dazu bei, dass die katastrophalen Bedingungen aufgehoben werden, unter denen Menschen heute verkümmern, und du wirst erstaunt sein, von welch freundlicher, kreativer und liebenswerter Seite sich die vermeintliche „Bestie“ Homo sapiens zeigen kann.

6. Immunisiere dich nicht gegen Kritik! Ehrliche Kritik ist ein Geschenk, das du nicht abweisen solltest.

7. Sei dir deiner Sache nicht allzu sicher! Zweifle aber auch am Zweifel! Selbst wenn unser Wissen stets begrenzt und vorläufig ist, solltest du entschieden für das eintreten, von dem du überzeugt bist. Sei dabei aber jederzeit offen für bessere Argumente, denn nur so wird es dir gelingen, den schmalen Grat jenseits von Dogmatismus und Beliebigkeit zu meistern.

8. Überwinde die Neigung zur Traditionsblindheit, indem du dich gründlich nach allen Seiten hin informierst, bevor du eine Entscheidung triffst!

9. Genieße dein Leben, denn dir ist höchstwahrscheinlich nur dieses eine gegeben! (Nils: Hier irrt der evolutionäre Humanismus)

10. Stelle dein Leben in den Dienst einer „größeren Sache“, werde Teil der Tradition derer, die die Welt zu einem besseren, lebenswerteren Ort machen wollen! Eine solche Haltung ist nicht nur ethisch vernünftig, sondern auch das beste Rezept für eine sinnerfüllte Existenz.

Gott ist ein Optimist 🙂

Zitat Volkmar: Als Jugendlicher, was hab ich mit Gott gehadert, ihn beschimpft, ihm alles und jedes vorgeworfen, ihn für alles, für alles Elend in der Welt verantwortlich gemacht. Bis – ja bis ich eines Tages erkannte; Gott ist ganz anders, anders, als je eine Vorstellung von uns es erfassen kann. Gott kann nicht verantwortlich gemacht werden (wie ich es, als junger Mensch, immer tat). Gott sagt: „Ihr seid und bleibt frei, in allem was ihr tut.“ Er hat uns Hilfen / Regeln, die meisten sagen „Gebote“ an die Seite gegeben. Aber er lässt uns die Freiheit, ob wir sie beachten wollen oder nicht. Er lässt uns die Freiheit, aber er gibt uns auch die Verantwortung! Wir dürfen seinen „Garten“ nutzen, in ihm leben, uns ernähren, uns erfreuen.

Gott hat, entsprechend der Bibel, mehrere Male in das Leben der Menschen, sogar in radikalster Weise, eingegriffen. Aber er hat beschlossen, dieses Eingreifen nicht mehr in solch radikaler Weise zu tun. Gott wird auch nicht mehr eingreifen, wenn unser Verhalten dazu führt, dass wir diesen „Garten“ zerstören und letztendlich nicht mehr in ihm und überhaupt leben können. Die Menschen werden es wohl auch nicht schaffen die Katastrophe ihres eigenen Untergangs noch aufzuhalten.

Letztlich braucht nicht Gott uns, sondern wir brauchen Gott. Für Gott ist es nicht wichtig, ob sich einige gegen ihn entscheiden. Gott hat da viel Geduld, er lässt die Entscheidung so, wie der Mensch sie für sich trifft. Jeder einzelne kann sich so entscheiden wie er es will. Ich fühle mich nicht berechtigt diese große Freiheit, die Gott jedem einräumt, auch nur ein einziges Mal zu begrenzen. Ich kann von Gott erzählen, von seiner Liebe, seiner Treue, meinen Erlebnissen mit ihm berichten, aber die Entscheidung, ob jemand an diesen Gott glauben will oder nicht, die muss jeder selbst für sich treffen.

Ich in meiner Jugend, jedenfalls, ich war fest davon überzeugt; Gott kann so einen wie mich, der so viel mit ihm streitet, der ihm so viele Vorhaltungen macht, Gott kann so einen doch nicht lieben wollen! Bis, ja bis ich so viele Erlebnisse mit Gott hatte, bis ich erleben durfte, wie Gott selbst, oder Gottes Beauftragte, so stark, so wundervoll in mein Leben eingriff, es so wundervoll veränderte, mir so viele wundervolle Aufgaben stellte, aber auch so wundervoll bei der Erledigung dieser Aufgaben eingriff, mir das Vermögen schenkte, diese Aufgaben auch erfüllen zu können, dass ich einfach nur noch staunend sagen, feststellen kann: Es gibt Gott, er hilft uns, er greift in unser Leben ein, wenn wir uns auf ihn einlassen, wenn wir es zulassen.

Aber das ist kein Beweis, kein Beweis in unserem herkömmlichen Sinn. Es ist ein Beweis für mich, aber nur für mich! Ich selber durfte in meinem bisherigen Leben 1000-de wundervolle Erfahrungen machen, durfte Wunder erleben, genauso wie Beispiele davon in der Bibel stehen, durfte und darf immer wieder Engel erleben, Engel oder andere Boten Gottes, die in mein Leben oder in das von anderen, immer wieder hinein wirken. Das alles kann aber kein Beweis für andere sein. Es ist ein Beweis für mich, denn ich bin genauso zweifelnd, so auf die „Beweise Gottes“ in meinem Leben angewiesen, wie jeder andere. Es gibt keinen Gottes-Beweis. Es ist und bleibt GLAUBE!

Nils: Lieber Freund Volkmar. Gott ist ein Optimist. Alles wird gut!! Schließlich heißt es in der Bibel: „Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte. Und siehe da, es war sehr gut!!!“ Die Welt wird gerettet, weil wir sie retten!! Wir kennen sogar schon den Weg. Der Weg ist die Verbindung von Ökonomie, Ökologie und Glückswissenschaft.

Halten wir uns an Jesus. Jesus war erleuchtet. Und er hat gesagt, dass Gott (der Himmel) in uns ist: „Ich und der Vater sind eins. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Selig sind, die reines Herzens (Nils:innerlich gereinigt) sind, denn sie werden Gott schauen.“

Du bist Gott. Da bist du sicherlich überrascht. Gott ist eine höhere Bewusstseinsdimension, die auch in dir ist. Sie schläft nur in dir. Du kannst sie aber erwecken. Etwas hast du sie schon erweckt, wenn du „Wunder“ und „Engel“ in deinem Leben erfährst. Andererseits quälst du dich mit dem Thema Verantwortung. Das ist das Problem des personalen Gottesbegriffes. Wenn wir Gott als Person ansehen, ist das Leid auf der Welt nicht akzeptabel. Wenn wir Gott als höheres Bewusstsein ansehen, können wir einfach danach streben die Verhältnisse auf der Welt zu verbessern. Wir können keinen anderen verantwortlich machen außer uns selbst.

Der Kosmos an sich ist so wie er ist. Man kann ihn nicht durch die Begriffe gut und böse erfassen. Darauf hat Moses hingewiesen. Der Name (das Wesen) Gottes ist „Ich bin“. In den Worten des Yoga ausgedrückt: Erleuchtung bedeutet Sein-Einheitsbewusstsein-inneres Glück (Sat-Chid-Ananda). Wer das anhaftungslose Sein verwirklicht, lebt in Gott. Er lebt im Licht, im inneren Frieden, im Glück. Das Ziel des Lebens beschränkt sich nicht darauf Gott als strafendes oder liebendes Gegenüber zu sehen, sondern selbst ein Gott/eine Göttin zu werden. Für Christen akzeptabler formuliert heißt das: in Gott zu leben, im Licht zu leben, ein Heiliger zu sein, ein wahrer Mensch zu sein, sein wahres Selbst verwirklicht zu haben, sich selbst verwirklicht zu haben.

Wenn wir Gott als alten Mann im Himmel ansehen, können wir das natürlich nicht beweisen. Was es nicht gibt, ist nicht zu beweisen. Gott als höheres Bewusstsein ist beweisbar. Und der Beweis ist auch sehr wichtig. Damit die Welt gerettet werden kann, müssen wir beweisen, dass der Kosmos im Kern gut ist, dass alles einen Sinn macht, dass es eine Glücksordnung im Kosmos (also Gott) gibt.

Die meisten heutigen Menschen denken wissenschaftlich. Sie brauchen einen wissenschaftlichen Gottesbeweis. Der natürlich nur vorläufig ist. Das Ziel ist es nicht Gott wissenschaftlich zu beweisen, sondern in Gott zu leben. Ich fasse das Ziel sogar sehr weit. Nicht nur ich möchte in Gott (im Glück) leben, sondern alle meine Freunde und letztlich alle Menschen auf der Welt sollen auch glücklich sein.

Die ganze Welt soll erleuchtet werden. Die Welt soll ein Paradies werden. Ich möchte, dass wir alle in einem Paradies leben, wo die Natur in Ordnung und der Mensch friedlich ist. Etwas streiten dürfen wir uns natürlich auch im Paradies. Im Paradies gibt es auch Löwen. Und Löwen müssen manchmal brüllen. Das ist ihre Natur. Sie sollten aber die Schafe nicht gleich aufessen. Im Paradies sind auch die Löwen Vegetarier. Schafe und Löwen leben positiv miteinander. Christen und Atheisten, Frauen und Männer, Schwarze und Weiße gehen konstruktiv miteinander um. Sie begreifen sich als eine Weltfamilie.

Auf dem Weg zur Erleuchtung kann ein personaler Gottesbegriff hilfreich sein. Bei dem Durchbruch zur Erleuchtung musst du ihn aber hinter dir lassen. Das sagte bereits Meister Eckhart. Meister Eckhart war im Mittelalter der oberste Chef für viele Nonnenklöster in Deutschland. Er war ein erleuchteter Katholik und wollte die ihm anvertrauten Nonnen auch zu einem Leben in Gott führen. Seine Nonnen liebten es aber Jesus personal zu verehren. So brauchten sie ihr Ego nicht loszulassen und konnten Jesus stellvertretend für sich erleuchtet sein lassen. Sie liebten es unerleuchtet zu bleiben. Das war natürlich ziemlich dumm. Meister Eckhart wies sie daraufhin an, den personalen Gottesbegriff zu überwinden. Er lehrte es sogar Gott auf einer bestimmten Stufe ganz loszulassen, um in ein Leben in Gott zu gelangen.

Deshalb steht in der Bibel: „Du sollst dir kein Bild von Gott machen.“ Gott steht über allen Vorstellungen und kann nur verwirklicht werden, wenn man vorher alle Vorstellungen losläßt. Bis zu dieser Stufe darf man aber Vorstellungen haben, sogar die von einem alten Mann mit Bart. Nur Mut. Du bist ein Löwe. Spring ins Licht. Es tut nicht weh! Du verlierst nur dein Ego und deine Zweifel. Du wirst von einem Glaubenden zu einem Wissenden.

Erfahrungen auf dem Yogaweg

Woherwig ist ein westlicher Yogi, der in Nordfrankreich in der Abgeschiedenheit lebt. Er praktiziert tantrischen Kriya-Yoga. Dabei hat er eine erstaunliche spirituelle Erfahrung gemacht hätte. Eines Tages erwachte beim spirituellen Üben seine Kundalini-Energie. Woherwig trat für 2 1/2 Tage in eine Erleuchtungstrance ein. Sein Körper wurde starr, sein Atem setzte aus und seine Pupillen wurden weiß. Sein Geist trat aus dem Körper aus und reiste im Jenseits umher. Man kann es so bezeichnen, dass er auf dem Yogaweg eine Nahtoderfahrung gemacht hat. Seine Erfahrung beweist, dass der Mensch mehr ist als sein Körper. Körper und Geist sind zwei unabhängige Energiemanifestationen.

Zuerst habe ich an der Wahrheit der Erzählung von Woherwig gezweifelt. Aber viele seiner Erfahrungen habe ich auch gemacht. Zwar ist der Bericht verwirrend geschrieben und endlos lang, aber trotzdem sind die Aussagen in sich schlüssig. Trotz meiner Probleme mit Woherwig halte ich seinen Bericht für wahr. Woherwig ist auf seinem spirituellen Weg schon weit fortgeschritten, wenn er solche Erfahrungen machen durfte.

Um so trauriger ist es, dass er sich seinen Mitmenschen gegenüber teilweise negativ verhält. Im Yoga heißt es, dass auf einer kleinen Stufe Erleuchtete noch viele negative Eigenschaften haben können. Das gilt insbesondere für die Eigenchaft Stolz. Stolz löst sich bei der Erleuchtung nicht auf und kann zu vielen negativen Handlungen eines Erleuchteten führen. Stolz ist eine Form des spirituellen Egos. Stolz ist die gefährlichste Eigenschaft auf dem spirituellen Weg, gerade weil sie bei der Erleuchtung nicht verschwindet. Ein Erleuchteter verfügt dann über große spirituelle Kräfte und gleichzeitig über einen negativen Geist. Er kann damit großen Schaden auf der Welt anrichten.

Auf dem Yogaweg schützen wir uns vor negativen Eigenschaften, in dem wir rechtzeitig Sanftmut, Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit und Liebe üben. Wir müssen es lernen sehr ehrlich zu uns zu sein, damit unser Ego uns nicht einen Streich spielt. Es gibt einen einfachen Test. Wenn du deine Worte für Liebe hälst und sie kommen bei deinem Gegenüber als Hass an, dann ist es Hass. Wenn jemand von Liebe redet und du spürst als als Wut, dann spricht hier das spirituelle Ego.

Von dem guten Baum des Yoga können faule Äpfel fallen. In allen Religionen gibt es auch faule Äpfel. Es gibt äußerlich leuchtend rote Äpfel, die innerlich vom Wurm des spirituellen Egos zerfressen sind. Sie sind auf den ersten Blick nur schwer zu erkennen. Aber wenn ein Mensch gut in Kontakt mit sich selbst ist, dann spürt er, dass an dem Apfel etwas faul ist. Und wenn er den Apfel auf den Wurm hinweist, wird der Apfel meistens sehr aggressiv reagieren und behaupten, es gäbe keinen Wurm in ihm. Ein Egomensch mag nicht gerne seine Fehler sehen, ein weiser Yogi betrachtet sie genau und wächst gerade an dem Bewusstsein seiner eigenen Fehler ins Licht. Wer sich seiner Fehler bewusst ist, bei dem verschwindet der Stolz.

Mit der Kraft seiner Liebe kann auch ein kleiner Yogi negative Menschen mit großen spirituellen Kräften in ihre Schranken weisen. Die erleuchteten Meister beschützen die Guten. Wir müssen uns nur jeden Tag mit den erleuchteten Meistern verbinden und uns kann nichts passieren.

Woherwig praktiziert den Kriya-Yoga nach Babayi. Der Kriya-Yoga nach Babaji ist ein sehr spezieller Yogaweg. Babaji ist ein Yoga-Meister aus der Anfangszeit des Yogas vor vielen tausend Jahren in Indien. Es ist sehr schwer zu sagen, welche seiner Geschichten wahr und welche nicht wahr sind. Yogis lieben Märchen. Oft wird in der Spiritualität eine wahre Begebenheit phantasievoll ausgeschmückt. Jeder Yogi ist gefordert genau hinzusehen und den Weg seiner persönlichen Wahrheit und Weisheit zu finden.

Im Kriya-Yoga geht es um die Umwandlung des materiellen Körpers in einen Lichtkörper. Ein Yogi mit einem Lichtkörper kann bei seinem Tod seinen materiellen Körper vollständig auflösen und sich zu einer beliebigen Zeit an einem beliebigen Ort wieder für kurze oder lange Zeit materialisieren. Berichte von Lichtkörpern gibt es in der Bibel (Henoch), im tibetischen Buddhismus und im indischen Yoga (Rama, Sita). Auch Jesus Christus hat bei seinem Tod laut Neuem Testament seinen Körper dematerialisiert und kurze Zeit darauf bei einem Treffen mit seinen Jüngern wieder materialisiert. Wissenschaftlich bewiesen sind derartige Vorgänge nicht. Ich halte es für möglich. Für mich ist das Hauptziel die Erleuchtung. Ob ich bei meinem Tod meinen Körper auflösen kann oder nicht, ist nicht wichtig.

Spannend finde ich das Auftauchen der früheren Leben bei Woherwig. Er hat sie genau wie ich als Kurzfilme erfahren. Das spricht aus meiner Sicht ziemlich deutlich für die Reinkarnationslehre und für das Weiterleben der Seele nach dem Tod. Von intensiven Reinigungsprozessen auf dem spirituellen Weg kann ich auch viel erzählen.

Den Tantra Weg von Woherwig halte ich für falsch. Ich habe das im Forum Yoga-Welten ausführlich begründet. Nach Woherwig werden beim Tantra-Yoga in der Regel alle sexuellen Bedürfnisse sofort ausgelebt. Seiner Meinung nach können dadurch keine Anhaftungen entstehen! Es ist aber egal, ob sexuelle Bedürfnisse sofort oder später befriedigt werden. Taucht ein Wunschgedanke im Geist auf und verbindet er sich mit einem Gefühl, entsteht bereits eine innere Tendenz. Die Tendenz wird verstärkt, wenn der Wunsch dann auch tatsächlich gelebt wird. Die größte Anhaftung an die Sexualität wird erzeugt, wenn alle sexuellen Wünsche sofort ausgelebt wird.

Der Weg aus der Anhaftung ins Sein/die Wunschlosigkeit kann nur durch die schrittweise sensible Auflösung der Wünsche geschehen. Für mich war es eine Zeitlang gut Sex total zu leben. Dadurch lösten sich viele innere Verspannungen. Der Hauptweg zur Auflösung der Sexanhaftung und der Beziehungsanhaftung besteht aber darin, sie immer weniger zu leben, bis man in der Lage ist ganz ohne Beziehungen auszukommen (in den Worten Woherwigs androgyn wird/in sich selbst ganz). Wenn man sich ganz über die Körperebene erhoben hat, kann man Sex leben oder nicht. Für fortgeschrittene Yogis gibt es auch den Weg eine Beziehung primär als Karma-Yoga zu leben. Ein Buddha ist mit einer Beziehung und ohne eine Beziehung glücklich. Er lebt alles im richtigen Moment und im richtigen Maß und wächt so innerlich an allen äußeren Erscheinungen.

Der Weg der Erleuchtung ist sehr individuell. Jeder sollte genau erkennen, was ihm gut tut und ihn spirituell voranbringt. Für mich ist das Ideal der Weg der zwei Lebensstufen aus weltlichem Leben und einer Zeit als abgeschiedener Yogi. Ich vertreten den gemischten Tantra-Yoga aus Zeiten der Enthaltsamkeit und Zeiten der Beziehung. Jedes intensive Ausleben von körperlichern Bedürfnissen (Sex, Essen) bindet einen an die Welt. Der Weg der sensiblen Askese befreit einen von der Welt. Das ist der Hauptweg im indischen Yoga. Mögen wir alle unseren Weg ins Licht und in die umfassende Liebe finden.

Die Einheit aller Religionen

Nils: Erleuchtung ist das Zentrum aller großen Religionen. Die Einheit aller Religionen ist ein wichtiges Ziel, um eine glückliche Welt aufzubauen. Die Kommunikation zwischen den Religionen ist wichtig, auch wenn das manchmal schwierig ist.

Anand (Atheist): Es ist offensichtlich, daß nicht alle Religionen das Gleiche lehren. Buddha lehrt die Nichtexistenz Gottes und einer Seele. Der Hinduismus behauptet sie. Ehrlich gesagt gibt es nicht einmal die Einheit des Hinduismus.

Lass doch einfach die Pluralität der Wege zu. Die Wege sind grundsätzlich verschieden. Einmal es gibt jenseitige Welten, zum anderen es gibt sie nicht. Ich versteh nicht, wie man sagen kann, dass das dasselbe ist.

Nils: Lieber Anand, ich finde unsere Diskussion gut, weil sie viele grundlegende Dinge klärt. Auch innerhalb des Buddhismus wird darüber diskutiert. Ich stelle fest:

1. Es gibt nur einen Gott. Es gibt nur eine höchste Wirklichkeit. Es kann deshalb nur eine Wahrheit geben. Verschiedene Religionen sind hilfreich, damit man über die höchste Wahrheit diskutieren kann. Wirklich begreifen können wir sie nur in der Erleuchtung.

2. Ich habe erfahren, dass es die Wiedergeburt gibt. Ich habe meine früheren Leben gesehen.

3. Die moderne Nahtodforschung hat nachgewiesen, dass der Mensch eine Seele hat, die unabhängig vom Körper denken und beobachten kann.

4. Es gibt viele Hellsichtige, die ins Jenseits blicken können. Auch die Reinkarnationstherapie bestätigt die Tatsache von früheren Leben und eines Jenseits. Der Fernsehsender Vox hat darüber eine Sendereihe gemacht. Die Menschen beschrieben in der Hypnose ihr früheres Leben und reisten dann mit dem Fernsehteam zu dem angegebenen Ort. Viele Angaben erwiesen sich als wahr.

5. Buddha hat bei der Erleuchtung seine früheren Leben gesehen. In dem buddhistischen Standartwerk (Herder Verlag, 1992) „Die Reden des Buddha“ von Hermann Oldenberg (Buddhismusforscher) steht über die Erlangung der Buddhaschaft (von mir gekürztes Zitat): „Mit gesammeltem Geist wandte ich mich hin auf die Erinnerung und Erkenntnis meines früheren Daseins. So erinnerte ich mich an viele frühere Existenzen. Dort war ich mit dem und dem Namen. Von da schied ich und wurde dort wiedergeboren…“

Dementsprechend sagt auch Wikipedia, dass der Buddhismus die Reinkarnationslehre vertritt. Der Hinduismus betont die Kontinuität der Seele und der Buddhismus die Eigenständigkeit der einzelnen Inkarnationen. In der Sache sehe ich da keinen Unterschied. Beides ist gleichzeitig wahr. Es gibt Kontinuität verbunden mit Eigenständigkeit.

6. Die buddhistische Lehre würde keinen Sinn machen, wenn es keine Wiedergeburt gäbe. Warum soll man viele Jahrzehnte nach Erleuchtung streben, wenn nur wenige das Ziel erreichen. Die Mehrzahl würde ihr Leben vergeuden, wenn sie die Früchte des Übens nicht in das nächste Leben mitnehmen könnte. Im Yoga heißt es, dass der Yogi sein Üben von Leben zu Leben fortsetzt, bis er das Ziel der Erleuchtung erreicht. So kommen alle spirituellen Menschen im Laufe der Zeit zum Ziel.

7. Buddha hat einfach nur den Schwerpunkt seiner Lehre auf das Erlöschen des Selbst gelegt. Deswegen betont er die Leerheit (das Nichtselbst, die Egolosigkeit). Im Yoga wird die Fülle (viel Energie, Liebe, Frieden, Glück) betont. In der Erleuchtung gibt es Leerheit (Nichts) und Einheit (Fülle, Etwas) gleichzeitig. Nach meiner Erfahrung muss man sich auf die Leerheit (Ruhe, Sein, Nichts) konzentrieren, damit man im großen Glück lebt.

8. Die früheren Leben zeigen sich erst ab einer bestimmten Stufe des Weges. Ein Mensch kann auf einer niedrigen Stufe erleuchtet sein, und trotzdem keinen Kontakt zu seinen früheren Leben haben. Insofern können sogar manche Erleuchtete mit ehrlich behaupten, dass es keine Wiedergeburt gibt.

9. Es gibt viel Verwirrung in den Religionen. Ich bin der Meinung, dass alle vollständig erleuchteten Meister wie Buddha, Jesus, Swami Shivananda, Sai Baba, Amma und Mutter Meera das Gleiche sehen. Sie drücken es aber oft in verschiedenen Worten aus.

10. Ich bin für Meinungs- und Religionsfreiheit. Ich lasse die Pluralität der Meinungen und Religionen zu. Ich akzeptiere sogar die Atheisten, obwohl ich ihren Weg für falsch halte. Mit einem atheistischen Buddhismus kann ich gut leben. Ich vertrete die Einheit aller Religionen. Das bedeutet, dass alle Religionen zusammenarbeiten sollten. Sie sollten für eine bessere Welt und für Werte wie Liebe, Frieden und Wahrheit eintreten. Meinungsunterschiede zwischen den Religionen dürfen selbstverständlich weiter existieren.

Wikipedia Buddhismus: Die indische Philosophie kannte Atman (Sanskrit) bzw. Atta (Pali), das „Selbst“, vergleichbar mit der persönlichen Seele der westlichen Gedankenwelt. Buddha verneinte deren Existenz als individuelle und konstante Einheit, die auch wiedergeboren werden könnte. Im Gegensatz dazu sprach er von Anatman (Sanskrit) bzw. Anatta (Pali), dem „Nicht-Selbst“. Was in der vedischen Tradition Atman genannt wurde, ist aus buddhistischer Sicht keine konstante Einheit, sondern in beständigem Werden, Wandel und Vergehen begriffen. Es kann somit auch nicht als solches wiedergeboren werden. Reinkarnation wird im Buddhismus nicht als „Seelenwanderung“ (Transmigration) verstanden, sondern als ein Impuls aus dem Karma des Gestorbenen. Eine bekannte Allegorie vergleicht diesen Prozess mit der Flamme einer Kerze, die weitere Kerzen anzündet. Weder die Kerze selbst noch die Flamme bleiben dieselben, aber ohne die ursprüngliche Kerzenflamme gäbe es auch die folgenden nicht.

Interview mit einem unbekannten erleuchteten Meister

Erleuchtung ist über allen Vorstellungen.

Interviewer: Nun, es läßt sich gewiß nicht behaupten, daß das, was Sie sagen, jemandem Hoffnung machen würde. Warum reden Sie eigentlich, wenn Sie weder Trost zusprechen noch belehren wollen?

Meister: Was soll ich denn machen? Möchten Sie, daß ich Sie mit Steinen bewerfe?

Interviewer: Wenn Sie von einem Leben ohne Ich-Erfahrung sprechen, dann klingt das für uns irrational.

Meister: Was ich sage, steht im Widerspruch zu Ihrer logischen Struktur. Sie benutzen die Logik dazu, diese trennende Struktur aufrechtzuerhalten.

Interviewer: Auch die Gurus und Priester lehren uns, daß es keine trennende Struktur gäbe und daß darin die Ursache unserer Probleme läge.

Meister: Für Sie sind das nur Worte. Sie haben auf eine geschickte Weise das rationalisiert, was die Gurus und die heiligen Bücher Sie gelehrt haben.

Interviewer: Aber die Tatsache, daß Sie hier sitzen und viele Stunden lang sprechen, deutet doch sicherlich darauf hin, daß Sie eine Philosophie, eine Botschaft haben, selbst wenn sie von Ihren Zuhörern nicht recht verstanden wird.

Meister: Dem ist nicht so. Hier ist niemand, der spricht. Es ist wie bei einem Ball, der gegen die Wand geworfen wird und zurückprallt, das ist alles. Mein Reden ist das direkte Ergebnis Ihrer Frage; hier gibt es nichts, das mein eigen wäre.

Interviewer: Der Körper ist vergänglich und die Seele unsterblich.

Meister: Es gibt keine Seele. Es ist der Körper, der unsterblich ist. Der Körper ist insoweit unsterblich, als seine Elemente nach dem Tod in andere Lebewesen und in die unbelebte Materie übergehen. Die Menschen, die Natur, die Erde und der Kosmos bilden einen Gesamtkörper.

Interviewer: Es sieht so aus, als müsse ein Art radikaler Wandel stattfinden…

Meister: Es bringt nichts, die Realität in Frage zu stellen. Stellen Sie statt dessen Ihre Ziele, Ihre Thesen und Überzeugungen in Frage. Davon müssen Sie befreit werden, und nicht von der Realität.

Interviewer: Sie betonen immer wieder die negative Seite und gehen von der klassischen ‚Neti-Neti (nicht dies, nicht das). Es wird in den Upanishaden als eine Annäherung an Brahman benutzt: Brahman läßt sich nur vom Negativen her verstehen. Weisen Sie denn nicht auf die Notwendigkeit hin, daß man alles überflüssige Gepäck loswerden müsse, einschließlich aller Schriften, Gurus und Autoritäten, wenn man den Zustand finden möchte, von dem Sie andeuten, daß er unser natürliches Geburtsrecht sei?

Meister: Es ist lächerlich, die Gurus, Tempel und heiligen Bücher abschaffen zu wollen, um damit eine Rezeptur für die Freiheit zu haben. Es gibt keinen Weg.

Interviewer: Warum reden Sie dann überhaupt?

Meister: Ich gebe den Menschen nicht das, was sie haben wollen. Wenn die Menschen kommen, um zu reden, dann werden sie mit der Stille selbst konfrontiert. Daher ist jeder, der kommt, hinterher still. Wenn er die Stille nicht aushält und darauf besteht, zu reden und über die Dinge zu diskutieren, dann gerät er gezwungenermaßen in einen Widerspruch, und er wird weggehen. Aber wenn Sie lange dableiben, werden Sie still werden, nicht weil dies so außerordentlich überzeugend wäre und rationaler als Sie es sind, sondern weil die Stille selbst diese Bewegung zum Schweigen bringt.

Hier wird alles von der Stille verbrannt. Alle Erfahrungen werden verbrannt. Daher erschöpft mich das Sprechen mit den Menschen nicht. Es ist Energie für mich. Darum kann ich den ganzen Tag lang reden, ohne Müdigkeit zu zeigen. Das Sprechen mit den vielen Menschen über viele Jahre hinweg ist ohne Auswirkungen auf mich geblieben. Alles, was sie oder ich gesagt haben, wurde hier verbrannt, ohne eine Spur zu hinterlassen.

Interviewer: Aber irgendwie scheinen Sie frei von all diesen Widersprüchen zu sein, und obwohl Sie behaupten, sich nicht in einem Zustand ständiger Glückseligkeit zu befinden, so scheinen Sie doch im Wesentlichen glücklich zu sein.

Meister: Wenn ich die Geschichte meines Lebens erzähle, kommt es mir so vor, als beschriebe ich das Leben eines anderen. Wenn ich mein Leben betrachte, so gibt es da keine Bindungen.

Interviewer: Wenn Sie schon den alten religiösen Lehren keinen Glauben schenken, nehmen Sie dann wenigstens die moderne Psychologie etwas ernster?

Meister: Das ganze Fachgebiet der Psychologie hat das gesamte Denken des Menschen seit hundert Jahren und länger in die Irre geführt. Freud ist der gewaltigste Schwindler des zwanzigsten Jahrhunderts. J. Krishnamurti spricht von einer Revolution in der Psyche. Es gibt keine Psyche.

Interviewer: Aber Sie vertreten einen ähnlichen Ansatz wie Krishnamurti.

Meister: Ja, ich gebrauche 80% seiner Worte und Redewendungen, genau diejenigen, die er gebraucht hat, um jahrelang die Gurus, Heiligen und Erretter, wie er selbst einer ist, zu verdammen. Er ist ein sehr charaktervoller Mensch, aber ich interessiere mich überhaupt nicht für Menschen von Charakter.

Interviewer: Gibt es denn nur Essen, Schlafen und Atmen?

Meister: Sonst gibt es nichts.

Interviewer: Es ist also gleichgültig, was wir tun, denn wir funktionieren in jedem Fall auf unnatürliche Art und Weise?

Meister: Vergessen Sie die ideale Gesellschaft oder das ideale menschliche Wesen. Ich frage mich niemals, wie ich funktioniere. Ich stelle meine Handlungen niemals bevor, während oder nachdem sie stattfinden in Frage. Fragt denn eine Maschine, wie sie funktioniert?

Interviewer: Aber Maschinen haben keine Gefühle, keine Psyche, keine spirituelle Dimension.

Meister: Sie können mich in keinen religiösen Rahmen einpassen. Jeder Versuch Ihrerseits, mich in Ihren religiösen Rahmen zu zwängen, bedeutet, daß Sie nichts begriffen haben. All dieses spirituelle Zeug ist eine Form von Wahnsinn.

Anmerkungen:

Von der höchsten Ebene aus gesehen gibt es nur Gott (das Licht). Die Seele ist eine vergängliche Manifestation. Insofern hat der Meister recht.

Von der mittleren Ebene aus gesehen gibt es eine Seele (Christentum, Yoga) oder ein Bewusstseinskontinuum (Buddhismus), das von Leben zu Leben wandert und sich spirituell immer weiter entwickelt. Solange sich alle drei Welten (Erde, Astrahlwelt, Lichtwelt) nicht in der höchsten Lichtwelt (Gott) auflösen, existieren die Seelen. Man kann deshalb sagen, dass die Seelen ewig existieren. Außer ein erleuchteter Meister beschließt sich nach seinem Tod ganz in Gott aufzulösen. Ein Karma-Yogi bewahrt aber auch nach seinem Tod normalerweise seine Seele, um seine Anhänger aus dem Jenseits unterstützen zu können.

Nach einem Zyklus Ewigkeit werden alle Seelen zu Gott und tauchen dann nach einer Ruhephase wieder neu aus Gott (dem absoluten Nichts, dem höchsten Licht) wieder auf. Das ist die Lehre der Mehrzahl der indischen Meister.

Auf der untersten Ebene (Materialismus) betrachtet man nur den Körper. Der Körper stirbt bei dem Tod. Insofern gibt es hier keine Wiedergeburt. Man kann es auch so sehen, dass die Elemente des Körpers in andere Lebewesen übergehen und insofern eine Wiedergeburt stattfindet. Da sich ein Erleuchteter der höchsten Ebene mit allem identifiziert, wird er tatsächlich ständig in neuen Wesen wiedergeboren. Es gibt ihn als Bewusstseinsschwingung in allem und er materialisiert sich insofern immer wieder.

Was ist die richtige Betrachtungsweise? Grundsätzlich sind alle drei Ebenen real (Amma). Wir haben einen Körper, eine Seele und sind gleichzeitig auch Gott (Licht, höchstes Bewusstsein). Es kommt darauf an, worauf man in seinem Leben die Aufmerksamkeit richten möchte.

Der unbekannte Meister konzentriert sich auf das Licht und bleibt dadurch dauerhaft in der Erleuchtung. Gleichzeitig ist er aber auch mit seinem Körper verbunden, den er als eine Art Maschine (Instrument des Kosmos, des Gottesbewusstseins) empfindet. Die Betrachtung der eigenen Person als eine durch die kosmischen Gesetze determinierte Maschine ohne eigenen Willen (Ego) hilft das Erleuchtungsbewusstsein zu bewahren.

So weit sind die Meisten von uns nicht. Unsere Aufgabe ist es den Körper gesund zu erhalten und die Seele zum Licht hin zu entwickeln. Wir sollten deshalb unsere Aufmerksamkeit gleichzeitig auf den Körper, die Seele und das Licht (Gott, Erleuchtung, Einheit) richten.

Die erleuchteten Meister lehren viele gegensätzliche Dinge. Um sie zu verstehen, brauchen wir unseren Verstand. Wenn wir uns in der eigenen Weisheit zentrieren, können wir von den erleuchteten Meistern aller Richtungen lernen und verlieren uns nicht im Dschungel der vielfältigen Meinungen.

Grundsätzlich sehen alle Erleuchteten das Gleiche. Oft beschreiben sie es aber mit verschiedenen Worten. Dadurch entsteht manchmal etwas Verwirrung. Ich erklärte bereits, dass es drei Ebenen im Kosmos gibt. Es gibt die materielle Ebene, auf der Körper geboren werden und sterben. Es gibt die Energieebene, auf der die Seelen durch viele Leben wandern. Und es gibt die Lichtebene, in der alle Seelen zu einer Seele werden, die gleichzeitig auch keine Seele (in sich leer, Anatta) ist. Die Seele wird zu Gott und Gott ist für einen nichterleuchteten Menschen ein unbegreifliches Mysterium.

Buddha konzentrierte sich auf die höchste Ebene. Deshalb lehrte er das Nicht-Selbst (Anatta). Diese Lehre ist von der höchsten Ebene aus gesehen richtig. Wenn du es vermagst, werde sofort ein Buddha. Die meisten von uns sind nicht so weit und brauchen mehrere Leben dazu. Nach Sai Baba braucht eine Seele mindestens drei Leben als Yogi, um ein vollständig erleuchtetes Wesen (Buddha) zu werden.

Ich kann nur berichten, was ich erfahren habe. Ich habe etwa tausend frühere Leben von mir gesehen. Ich kann deshalb bezeugen, dass es eine Seele gibt, die sich von Leben zu Leben weiter entwickelt. Allerdings hatte jede meiner materiellen Verkörperungen ein eigenständiges Ich-Bewusstsein (Ego). Insofern gibt es kein Selbst, das wiedergeboren wird.

Ich empfinde mich als Nils völlig eigenständig von meinen früheren Leben. Es sind irgendwie fremde Menschen, die aber ihre Erfahrungen, Fähigkeiten, Gefühle und Gedankenstrukturen an mich weiter gegeben haben. Ich bin insofern mit ihnen verbunden, als ich alle ihre Verletzungen in mir heilen muss, damit ich in mir ganz werde (dauerhaft im Licht leben kann). Das geschieht fast von alleine, indem ich einfach konsequent und langfristig meinen Yogaweg gehe. Ich mache Körperübungen und Geistesübungen. Ich arbeite an meiner momentanen Psyche und heile dadurch meine früheren Leben mit.

Wart ihr schon mal erleuchtet?

Muriel (40): Hallo zusammen, wer von Euch ist schon mal in den Zustand der „Erleuchtung“ gekommen? Habt Ihr Euch lange dafür vorbereitet? Und was hat sich danach für Euch geändert? Mich hat’s ohne irgendwelche Vorbereitung oder bestimmte Glaubensansichten in einer Unterzuckerung (bin Diabetiker) erwischt. Danach hat sich mein Leben und auch meine Ansichten ziemlich geändert.

Man kann die Erleuchtung auch durch Meditation erreichen. Die Gedanken ausschalten. An nichts denken. Weder an die Vergangenheit, noch an die Zukunft. Dadurch hört man auf zu erschaffen. Ich war in diesem Augenblick in einer Art anderer Dimension. Es war alles klar. Warum alles passiert. Nicht ist umsonst, alle Handlungen haben einen Sinn. Schwer zu beschreiben. Alles war ganz leicht. Alle Sorgen waren weg. Es war, als wenn ich mir alles aus einer anderen Sicht anschaute.

Irgendwann war ich dann wieder im „Hier“ und „Jetzt“. Danach habe ich angefangen nach „Gott“ zu suchen und nach einer Erklährung, was dieses Erlebnis war. Es scheint mir so, als wenn ich auf meine Fragen Antworten in Form von Büchern bekommen hätte. Aber jeder muss seinen Weg finden. Deshalb interessiert es mich, was vielleicht andere in dieser Richtung schon erlebt haben.

Silly: Ich denke jeder Mensch erlebt in seinem Leben immer wieder eine Erleuchtung, nur viele nehmen diese nicht bewusst wahr!

Stefan (40): Gemeinsam an diesen Situationen ist, dass ich die Realität irgendwie anders erlebe. Diese Situationen kommen sowohl in der Meditation als auch im Alltag vor. Es kommt immer wieder ein Puzzlestück hinzu. Und so bleibt es eine Reise. Mittlerweile weiß ich wohin die Reise letztendlich führt. Ich habe es nicht besonders eilig anzukommen, weil es noch so viel für mich zu lernen gibt.

Litizia (21): Ich bin schon mal in den Zustand der Erleuchtung gekommen, obwohl ich das vorher nie angestrebt hatte. Ich dachte man müsste Jahrzehnte lang meditieren um sowas zu erleben. Geändert hat sich danach viel in meinen Leben, vorwiegend mein Weltbild und mein Glaube. Ich habe angefangen zu glauben, dass wir alle in Wirklichkeit Eins sind.

Ich kam während meiner Erleuchtung in die Situation das Universum von Außen zu betrachten als das was es wirklich war, eine einzige Seele, ein einziges Bewusstsein, das durch Gefühle als Aspekte von Liebe seine Welt aus sich selbst heraus erschafft.

Das heißt, dass es in Wirklichkeit nur die drei Dinge gibt: Bewusstsein (Information), Liebe (Energie) und Raum (Kosmos). Das Bewusstsein teilte sich in viele Bewusstseine auf. Es wird in Lebewesen geboren, um sich dann die Frage zu stellen: „Wer bin ich in Wirklichkeit?“ Aber es ist schwierig für mich jeden Tag daran zu denken, dass es so ist.

Sole: Frieden wird in die Herzen der Menschen kommen, wenn sie ihre Einheit mit dem Universum erkennen. (Indianische Weisheit)

Aus http://www.paranormal.de/ballabene/okkultes_weltbild/erleuch.htm

Zitat: Hellmuth Hecker, ‚Asiatische Mystiker‘, S.179-180, Octopus Verl. Wien, 1981: „Zuerst dachte Indira Devi, sie werde im Lotossitz einschlafen, aber dann stoppte der elektrische Strom, der vom Ende ihres Rückgrates emporfloß, nicht wie gewöhnlich, sobald er den Kopf erreichte. Statt dessen öffnete sich ihr Haupt, als er es berührte, und sie befand sich außerhalb ihres Körpers – trieb auf samtenen Wogen der Seligkeit, weitete sich und bewegte sich so frei wie die Luft. Da war kein Gedanke, kein Verlangen, keine Freude, sondern etwas ganz anderes. Ein völlig anderer Rhythmus, eine andere Welt. Es gab keine Schranken von Zeit und Raum, obwohl sie ihre eigene Ganzheit beibehielt. Sie konnte ihren Körper auf dem Fußboden sitzen sehen. Nach einer Weile spürte sie eine Schwere auf dem Kopf und befand sich wieder in ihrem Körper. Dies war ihre erste Erfahrung vom Savikalpa Samadhi.“

„Wie gewöhnlich stieg ein elektrischer Schlag vom Ende ihres Rückgrats auf. Ihr Schädel öffnete sich, und sie war frei von der Knechtschaft ihres Körpers. Wie ein Vogel, der aus dem Gefängnis heraus gelassen wird, schwang sich der Geist empor. Es war, als ob sie durch verschiedene Welten triebe und dem Ruf einer Flöte folge. Indira erinnerte sich, Wesen des Lichtes und der Harmonie gesehen zu haben, vor allem aber erinnert sie sich an den Anruf der Flöte. Er war so nah und dennoch konnte sie ihn nicht erreichen. Höher und höher stieg sie empor, bis es nichts mehr gab außer dem Flötenruf, und dieser Ton war zur Form geworden, eine Realität, die sie irgendwie berühren wollte. Kaum tat sie es, verwandelte sich die Form in eine blendende Sonne, die in eine Million Teile zersprang , und dann war nichts, und dennoch alles. Es gab kein Ich mehr, nichts Erfahrbares, keine Form, keine Zweiheit. Sie hatte jegliches Bewußtsein verloren, um Bewußtsein zu werden. Es gab nur Seligkeit und eine unermeßliche Wirklichkeit, die regierte, jenseits allen Denkens, aller Beschreibung, aller Vorstellung. Die Zeit blieb stehen – oder es gab vielmehr keine Zeit – dennoch kehrte sie nach einer Weile zurück in unsere Welt.“

(Ramana Maharshi:) „Was geschah war, daß meine Wünsche und mein Ego von mir gingen. Wie und weshalb, das vermag ich nicht zu sagen – und daß ich fortan in der Weite zeitlosen Friedens lebte. Manchmal verharrte ich mit geschlossenen Augen, und wenn ich sie öffnete, sagten die Leute, ich sei aus meiner gesegneten Meditation gekommen. Doch ich kannte den Unterschied zwischen Meditation und Nichtmeditation überhaupt nicht. Ich lebte einfach, ein ruhiger Zeuge all dessen, was um mich geschah, fühlte mich jedoch niemals aufgerufen, aktiv einzugreifen. Nie konnte ich den Drang empfinden, etwas zu tun, außer zu sein, einfach zu sein.“

Zitat: S.189 aus: ‚Asiatische Mystiker‘, Hellmuth Hecker, Octopus Verl., Wien 1981: „Eines Tages betrat Ramakrishna einen Shiva-Tempel und began als Lobpreisung Shivas das Mahimna-Sutra zu rezitieren. Als er im Begriff war, das Sutra zu sprechen, fand er sich plötzlich in Ekstase. Ramakrishna war eingetaucht in das Gefühl der Herrlichkeit Shivas, er verlor sein irdisches Bewußtsein, vergaß den Hymnus, die Worte, die Sprache, die Folge der Verse und alles andere um sich. Immer wieder rief er laut aus: ‚Oh großer Gott, wie kann ich Deine Herrlichkeit ausdrücken?'“

Es wird viele Yogis im Westen geben

Anand: Es gibt viele spirituelle Wege. Sie widersprechen sich teilweise.

Nils: Am besten folgst du einfach deinem Weg, läßt deinen Mitmenschen ihren Weg und erkennst in der Erleuchtung die Einheit und Zusammengehörigkeit aller spirituellen Wege. Auch der Atheismus ist ein Konzept. Auch kein Konzept zu haben ist ein Konzept. Die meisten Menschen müssen zuerst viele Jahre einem klaren spirituellen Konzept (Weg, Lehre, Strategie, Übungssystem) folgen, bevor sie die Ebene der Konzepte überschreiten können. Sonst enden sie in der unerleuchteten Verwirrung.

Da du nicht erleuchtet bist, verstehst du weder Balsekar noch Krishnamurti. Sie sind zwei große erleuchtete Verwirrer, die natürlich spirituell verwirrte Menschen wie dich begeistern, aber die leider auch deine Verwirrung noch verstärken. Als Yogi sollte man sich grundsätzlich von diesen Lehren fernhalten, außer man hat viele Jahrzehnte intensiv spirituell geübt und steht kurz vor der Verwirklichung.

Dann kann man sich mit diesen Lehren auf eine noch höhere Stufe erheben, in dem man alles Erleuchtungsstreben losläßt. Im tibetischen Buddhismus gibt es die Geschichte von einem Yogi, der neun Jahre intensiv als Yogi praktiziert hatte und dann drei Jahre das einfache Ruhen im erleuchteten Sein übte. So konnte er sich von allem falschen Ehrgeiz und seiner übertriebenen Zielstrebigkeit befreien.

Anand: (Zitat Krishnamurti) „Ich bin nicht darauf aus, irgend jemanden zu befreien. Sie müssen sich selbst befreien, und Sie sind unfähig, das zu tun. Was ich zu sagen habe, wird Ihnen nicht dabei helfen. Sie werden das niemals verstehen; Sie können es nur im Sinne Ihrer vergangenen Erfahrungen erleben. Es liegt außerhalb des erfahrbaren Bereichs. Der natürliche Zustand ist akausal: er geschieht einfach. Es ist keine Kommunikation möglich und keine ist nötig.“

Nils: Hier war Krishnamurti einfach nur sehr enttäuscht, dass er in seinem Leben so wenig bewirken konnte. Er hat es aber trotzdem aus Liebe gesagt, um seine Anhänger anzustacheln sich ernsthaft um die Erleuchtung zu bemühen. Erleuchtung ist akausal, aber man kann es selbstverständlich üben akausal zu denken. Es gelingt, wenn man einen erleuchteten Meister hat und sich konsequent an seine Anweisungen hält.

Grundsätzlich gilt nach dem Dalai Lama und nach Swami Sivananda: Es ist harte Arbeit über einen langen Zeitraum ein Erleuchtungsbewusstsein zu erreichen. Nur einzelne Menschen kommen spontan ohne vorherige Arbeit an sich selbst zur Erleuchtung.

Der Schwan

von Swami Satyanada Saraswati (Zitate)

Steig auf den weißen Schwan des Yoga

und schau, dass du in Balance bist und fest.

Und nun fliege durch die Dunkelheit des Bewusstseins.

Vor dir ist ein kleiner Lichtpunkt,

darauf richte deinen Blick.

Du wirst Meere voller Verspannungen überqueren,

Berge voller Gedanken und Täler voller Depressionen.

Du wirst winkende Menschen voller Anhaftung sehen,

Wenn du dich darauf einläßt,

wird dir schwindelig und du stürzt ins Wasser.

Bleibst du jedoch fest und stark in deinen Gedanken

und löst dich von deinen alten Verhaltensmustern,

dann wird der Schwan dich ins Licht bringen.

Du wirst dich nackt fühlen und kalt,

bis du spürst, dass der Lichtpunkt die Sonne ist.

Der Schwan fliegt genau auf dieses magische Licht zu.

Im Moment wenn er den Sonnenkern durchstößt,

schlagen Trommeln und Stimmen werden ertönen.

Du wirst durchflutet von Energie.

Das Licht wird dich mit einem goldenen Mantel bedecken.

Du betrittst das Königreich Gottes und begegnest den Kindern der Ewigkeit.



Zitate

Das wahre Glück finden wir nicht in den Dingen, sondern in der Tiefe unserer Seele. Theresia von Lisieux

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Gott ist so groß, dass er es wohl wert ist, ihn sein Leben lang zu suchen. Therese von Avila (1515-1582), spanische Mystikerin

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Beten heißt: Aus verborgener Kraftquelle leben. Alexander Lowen, Psychotherapeut

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Die Kirche der Zukunft muss vor allem eine Kirche lebendiger Spiritualität sein. Der Christ des 21. Jahrhunderts wird ein Mystiker sein, oder er wird keiner sein! Karl Rahner (1904-1984), Religionsphilosoph

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Wenn wir die Bergpredigt konsequent umsetzen würden, könnten wir damit alle Probleme der Welt lösen. Mahatma Gandhi

—> Die wichtigsten Fragen zu Yoga, Gott und Erleuchtung

Buch Gott (Wikiversity2012)

Download des mystischen Gottesbeweises in verschiedenen Formaten bei Smashwords (PDF, ebook)