Glück als Single

von Nils Horn

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Abstract

In der heutigen Gesellschaft gibt es einen starken Trend zur Vereinzelung. Immer mehr Menschen leben als Single. Wie wird man/frau als Single glücklich?

Die Single-Gesellschaft

In der heutigen Gesellschaft gibt es einen starken Trend zur Vereinzelung. Immer mehr Beziehungen zerbrechen. Immer mehr Menschen sind dauerhaft allein. In Deutschland leben etwa ein Drittel aller Menschen als Single, in Großstädten fast die Hälfte.

Bei Befragungen bezeichnen sich etwa 10 % aller Singles als glücklich, 40 % empfinden sich als eher nicht glücklich, und 50% sehen sich im Mittelbereich. Von den Menschen in einer Partnerschaft erklären sich etwa 40 % als glücklich, 10 % als eher nicht glücklich und 50 % im Mittelbereich (Grom/Brieskorn/Haeffner, Glück-auf der Suche nach dem „guten Leben“, 1987).

Aus diesen Zahlen wird deutlich, dass die Menschen unterschiedlich sind. Manche Menschen fühlen sich als Singles glücklich, manche unglücklich, und der Großteil lebt im Bereich dazwischen. Es sind aber viermal mehr Singles unglücklich als Menschen in einer Partnerschaft. Und es sind viermal mehr Menschen glücklich, wenn sie in einer Partnerschaft leben.

Die Psychologin Eva Jaeggi, selber Single, hat Singles wissenschaftlich untersucht (“Liebesglück-Beziehungsarbeit/Warum das Lieben heute so schwierig ist“. 1999). Nach ihrer Erkenntnis leiden viele Singles sehr unter dem immer wieder auftauchenden Gefühl der Einsamkeit. Viele Menschen haben nach einer Trennung das Gefühl: „Jetzt bin ich gar nichts mehr.“ Ihnen fehlen das Gespräch, der regelmäßige Kontakt, die Nähe und auch die gegenseitige Fürsorge eines Partners.

Ein Partner gibt einem Menschen ein starkes Sinngefühl. Er ist ein Zentrum, um den sich vieles dreht. Plötzlich fehlt dieses Zentrum. Ein Single muss in sich selbst das Zentrum finden. Das ist für die meisten Menschen nicht einfach. Nach Eva Jaeggi müssen viele Alleinlebende lange mit der Frage nach dem eigenen Ich ringen. Sie müssen einen Sinn für ihr Leben finden. Sonst landen sie in der Passivität und Langeweile, in der „nichts mehr strahlt und alles fade erscheint.“

Viele Menschen retten sich durch einen übervollen Terminkalender aus der Sinnkrise. Aber dieses ist langfristig keine ausreichende Lösung. Nach Eva Jaeggi ist weder die übertriebene Geschäftigkeit noch die zu starke Passivität der richtige Weg. Singles müssen es lernen, den eigenen Rhythmus zu finden. Sie müssen das für sie persönlich angemessene Gleichgewicht von Ruhe und Aktivität entwickeln. Sie müssen kreativ ihre persönliche Vision vom Glück suchen.

Singles können ein sehr selbst bestimmtes Leben führen. Auf der anderen Seite müssen sie stark auf den Wunsch nach Nähe verzichten. Ein gelungenes Singleleben zeichnet sich nach Eva Jaeggi dadurch aus, dass man die Chance eines selbst bestimmten Lebens gut nutzt und gleichzeitig eine große Selbstgenügsamkeit in Bezug auf mitmenschliche Kontakte entwickelt.

Eva Jaeggi kommt zu dem Ergebnis: „Alleinleben heißt: sich den inneren Wahrheiten zu stellen, als wäre man in einer fortlaufenden Therapie – nur dann gelingt das Alleinleben.“

Meine Erfahrungen

Das ist auch meine Erfahrung. Ich lebe jetzt seit zwanzig Jahren allein. Ich habe festgestellt, dass man als Single beständig an seinen negativen Gedanken und falschen Sehnsüchten, arbeiten muss, damit man seine innere Positivität bewahren kann.

Eine gute Beziehung bedeutet viel Arbeit. Ein positives Singleleben verlangt noch mehr Arbeit. Man muss sich immer wieder positiv auf das Leben, auf sich selbst und auf seine Ziele besinnen. Man muss sich jeden Tag der Herausforderung stellen, den Weg des Glücks zu gehen.

Die große Glücksvision von 90 % aller Menschen ist eine gute Beziehung. Die meisten Menschen versuchen, diese Vision zu realisieren. Sie probieren es auf einer tiefen Ebene ein bis zweimal. Wenn es nicht funktioniert, leben sie als Single. Dabei bewahren sie oft ihren Traum vom großen Glück in einer guten Beziehung. Sie warten insgeheim immer auf den Märchenprinzen oder die Traumfrau. Oder sie definieren sich als unfähig zu einer guten und dauerhaften Beziehung. Beide Variationen tragen nicht dazu bei, zu einem glücklichen Single zu werden. Besser ist es, die Vision vom inneren Glück aufzubauen.

Im Alter von 23 Jahren lernte ich U kennen. Wir waren sehr verliebt. Wir hatten als junge Menschen das Alleinsein als sehr belastend empfunden. Nach einem halben Jahr zogen wir zusammen.

Die Phase der großen Verliebtheit dauerte in unserer Beziehung etwa ein Jahr. Dann entdeckten wir, dass der jeweils andere auch negative Seiten besaß. Konflikte traten auf. In den ersten Jahren unserer Beziehung waren wir aber in der Lage, über unsere Probleme zu sprechen und sie weitestgehend zu klären.

Irgendwann entwickelte sich unsere Beziehung von einer Liebesbeziehung zu einer Kampfbeziehung. Jeder wollte bestimmte Dinge von dem anderen haben. Ich wollte Sex und ansonsten meine Ruhe. U wollte Zärtlichkeit, Kontakt, Verständnis. Sie liebte Reisen, Geselligkeit und weltlichen Konsum.

Wir wollten beide unsere Beziehung bewahren. Wir entwickelten ein großes Geschick in Kompromissen. Aber irgendwann war das Positive in unserer Beziehung sehr klein und das Negative sehr groß. Wir beschäftigten uns fast nur noch mit unseren Problemen. Wir stritten uns fast ständig. Als unser Sohn Florian kam, wurde unsere Beziehung noch schwieriger. Unser Kind schrie in den ersten beiden Jahren viel und hatte seine eigenen Bedürfnisse.

Wir waren zwölf Jahre zusammen. Dann trennten wir uns. Ich zog aus. Ich erwartete mein Glück nicht mehr von U. Ich sah vielmehr lebenslange Streitereien und Machtkämpfe auf mich zukommen. Dazu hatte ich keine Lust. Ich erstrebte ein friedliches, glückliches und harmonisches Leben.

Ich machte mehrere Rettungsversuche. Wir besprachen intensiv unsere Beziehungsprobleme. Wir bemühten uns beide sehr. Aber nach drei Monaten brach das Bemühen wieder zusammen. Wir hatten nicht die Kraft und das Wissen für eine dauerhaft positive Beziehung.

U blieb mit Florian in der gemeinsamen Wohnung. Florian war damals sieben Jahre. Er litt sehr unter der Trennung. Nach einem halben Jahr hatte er sie einigermaßen gut verarbeitet. Er war aber nie mehr so fröhlich wie vorher. Vorher war er ein fröhliches Kind. Nach der Trennung war er eher ein introvertiertes Kind. Obwohl U und ich uns große Mühe gaben, Florian nicht unter der Trennung leiden zu lassen.

Die ersten drei Monate meines Singledaseins trauerte ich intensiv. Dann wurde die Trauer etwas weniger. Sechs Jahre habe ich stark unter der Trennung gelitten. Ich kriegte oft Panikanfälle. Dann habe ich Süßigkeiten gegessen und mich vor den Fernseher gesetzt oder lange Spaziergänge gemacht und über mein Leben nachgedacht. Es dauerte sehr lange, bis ich positiv zu mir selbst finden konnte.

Nach sechs Jahren hatte ich einen Traum, in dem U und ich in einem Zug saßen. Dann stieg U aus meinem Zug aus. Ich brauchte aber noch sechs weitere Jahre, um U ganz loslassen zu können. Jetzt bin ich manchmal nur noch einfach traurig über mein Singleleben. An U denke ich kaum noch. Ich armer Wurm. Ich glaube, ich bin ein ziemlich schwerer Fall. Ohne meinen spirituellen Weg wäre ich vermutlich untergegangen. Letztlich haben mich meine spirituellen Übungen und mein spirituelles Ziel gerettet. Sie gaben meinem Leben einen neuen Sinn.

Nach meiner Beziehung mit U lernte ich noch mehrere andere Frauen kennen. Ich versuchte sogar mit einer gewissen inneren Panik, mich in neue Beziehungen zu flüchten. Aber keine Beziehung hielt lange. Im Grunde blieb ich immer Single.

Die ersten vier Jahre meines Alleinlebens beschäftigte mich sehr die Frage, wer ich eigentlich bin und was ich vom Leben will. Ich genoss es, mich vollständig selbst leben zu können. Ich lernte, meine Bedürfnisse zu spüren und genau das zu tun, was ich gerade wollte. Beim Zusammenleben mit U bestand das Leben meistens aus Kompromissen. Jeder von uns konnte sich nur zur Hälfte leben. Im Laufe der Jahre verlor ich weitgehend das genaue Gespür für mich selbst. Ich brauchte viele Jahre, um dieses Gespür neu zu entwickeln.

Nach der Trennung musste ich darüber hinaus lernen, mit anderen Menschen zu reden. In unserer Beziehung hatte U diesen Teil übernommen, weil sie es einfach besser konnte. Frauen können oft besser kommunizieren als Männer. In einer Beziehung schlafft man dann als Mann noch mehr ab. Als Single musste ich mir meine Kontaktfähigkeit systematisch erarbeiten. Am Anfang konnte ich mich fast überhaupt nicht richtig mit anderen Menschen unterhalten. Aber im Laufe der Jahre entwickelte sich meine Kommunikationsfähigkeit wieder.

Die Haupterfahrung der ersten vier Jahre des Alleinlebens war die intensive Langeweile. Mit U war es nie langweilig. Es gab immer irgend etwas zu streiten, zu bereden oder zu tun. Als Single konnte ich jetzt tun, was ich wollte. Ich tat auch alles, was ich wollte. Aber es blieb immer noch viel Zeit übrig. Erst langsam lernte ich, dass man als Single seinen Tag bewusst strukturieren muss.

Nach vier Jahren des Alleinlebens kam ich auf die Idee, nach einem Tagesplan zu leben. Das war der große Sieg über die Langeweile und über den Sinnverlust. Die Tage sind jetzt ausgefüllt. Der Tagesplan gibt meinem Singleleben eine positive Struktur. Er gibt mir inneren Halt und Positivität. Seitdem ich nach einem Tagesplan lebe, habe ich mein Singleleben im Griff. Ich lebe auf positive Ziele bezogen und werde dadurch selbst innerlich positiv.

Jeder Tag beginnt bei mir mit einer positiven Tageseinstellung. Was liegt heute an? Was will ich heute tun? Wie kann ich heute meinen Geist positiv ausrichten? Ich mache einen Plan der Aktivitäten. Ich besinne mich auf die positive Eigenschaft, die ich heute besonders brauche. Ich motiviere mich mit positiven Sätzen. Ich mache meine spirituellen Übungen. Dann kann der Tag kommen. Ich bin bereit.

Ich habe lange ausprobiert, was ein optimaler Tag für mich ist. Welche spirituellen Übungen bringen mich voran? Wie lange und wann muss ich meine spirituellen Übungen machen? Wann mache ich meine Arbeit? Wann und wie viele Pausen brauche ich? Wie bringe ich heute die Freude in meinen Tag? Im Laufe der Jahre hat sich eine gute Struktur für meine Tage herausgebildet.

Ich variiere meine Tagespläne öfter etwas. Ich versuche einerseits, nicht zu starr und zu unsensibel für meine konkreten Bedürfnisse zu werden. Andererseits brauche ich eine relativ feste Struktur, damit meine innere Kraft erhalten bleibt.

Meine Hauptangst war, dass ich nicht allein glücklich werden kann. Diesen Gedanken habe ich aus meinen vielen Angstgedanken als Hauptgedanken herausgefiltert. Dieser Gedanke belastete mich am meisten. Er kam immer wieder aus meinem Unterbewusstsein hoch. Positives Singlesein bedeutete für mich die intensive Auseinandersetzung mit diesem Gedanken.

Mir erschien es oft so, dass ich zum Glücklichsein einen anderen Menschen brauchte. Dieser Gedanke ist ja auch nicht ganz falsch. Menschen können sich gegenseitig glücklich machen. Das Zusammensein mit anderen Menschen kann schön sein. Aber nicht immer, es kann auch anders sein.

Es ist sehr wichtig für einen Single, die Dinge klar zu sehen und sich immer wieder klar zu machen. Das Hauptglück eines Menschen ist sein inneres Glück. Es bestimmt zu 90 %, wie glücklich ein Mensch in seinem Leben wird.

Wer die Dinge klar sieht, setzt die Schwerpunkte in seinem Leben richtig. Und dann kann das Singleleben plötzlich zu einem Glücksfall werden. Nach Swami Shivananda besteht der schnellste Weg zum inneren Glück darin, alleine zu leben und spirituell viel zu üben. Nach Amma (Mata Amritanandamay) kommt man auf dem Weg des inneren Glücks fünfmal schneller voran, wenn man allein lebt. Buddha meinte sogar, dass das tiefe innere Glück (die Erleuchtung) nur schwer zu erreichen ist, wenn man in einer Beziehung lebt.

Ich schätze, dass 90 % aller Menschen als Alleinlebende (Singles, Einsiedler, Mönche, Nonnen) zur Erleuchtung gelangen und nur etwa 10 % in einer Beziehung. Eine Beziehung kann einen Menschen vom spirituellen Weg ablenken. Man verliert sich in weltlicher Kommunikation. Man vertut seine Zeit mit vielem Reden. Man verbraucht seine Energie in äußeren Beziehungsaktivitäten.

In einer Beziehung liegt die Hauptkonzentration meistens auf dem Partner und nicht auf dem spirituellen Ziel. Der Partner fordert einen beständig. Und auch man selbst liebt die Nähe, den Kontakt und die Kommunikation. Der spirituelle Weg wird leicht zur Nebenbeschäftigung.

Als Single hat man viel Ruhe. Das ist eine große Belastung und eine große Chance zugleich. Viel Ruhe ist der Hauptweg zur Erleuchtung. Durch viel Ruhe lösen sich die inneren Verspannungen fast von allein. Wer viel Ruhe mit regelmäßigem spirituellen Üben verbindet, geht den optimalen Erleuchtungsweg. Wer als Single nicht vor der Ruhe flüchtet, indem er viele Kontakte zu anderen Menschen pflegt oder ständig den Fernseher anschaltet, sondern in die Ruhe hineingeht, sie lebt und sie mit spirituellen Übungen kombiniert, wächst ins innere Glück.

Der Hauptweg zum inneren Glück ist der Weg der Erleuchtung. Diese Tatsache ist eine große Gnade für alle Singles. Sie sind nicht verloren. Man kann zur Erleuchtung in einer Beziehung oder als Single gelangen. Aber das Alleinleben bietet normalerweise erheblich größere Chancen, das Ziel zu erreichen. Man kann als Single dauerhaft in einem Glück leben, das für normale Menschen unvorstellbar ist.

Das Alleinleben ist der härtere Lebensweg. Es ist für die meisten Menschen schwer, allein zu leben. Aber gerade deshalb bietet das Alleinleben auch die größeren Wachstumschancen. Nutzen wir sie. Ergreifen wir die große Glückschance, die sich uns bietet. Leben wir als Sieger. Verwirklichen wir uns selbst.



Ins innere Gleichgewicht kommen

Der erste große Schritt zu einem positiven Singleleben ist es, den Verlust des Partners gut zu verarbeiten. Die meisten Menschen haben vor ihrem dauerhaften Singlesein eine oder mehrere Beziehungen gehabt. Je länger diese Beziehungen gedauert haben und je intensiver sie waren, desto länger dauert die Zeit der Verarbeitung.

Wir sollten unsere Trauer vollständig leben. Wir sollten sie immer wieder zulassen. Wir müssen uns unserem Leid stellen und immer wieder hindurchgehen. Das ist der einzige Weg, um es aufzulösen. Wenn wir unser Leid verdrängen, wird es in unserem Unterbewusstsein weiter wühlen. Wir werden uns unbewusst immer nach einer glücklichen Beziehung sehnen. Selbst nach vielen Leben kommen wir nicht zur Ruhe. Wir erlangen nie inneren Frieden. In allen Singlebüchern steht, dass man die Phase der Trauer ausreichend und konsequent leben soll.

Sehen wir uns die Gedanken an, die in uns vorhanden sind. Lassen wir sie zu, denken wir darüber nach, weinen wir über unseren Verlust, besinnen wir uns auf das Wesentliche im Leben und bauen wir uns mit positiven Gedanken wieder auf.

Wir können traurige Musik hören, traurige Bücher lesen oder traurig Spaziergänge machen. Wir können unserem Partner verzeihen und ihm positive Sätze senden. Wir können ihm jeden Tag Licht senden und alle Wesen der Welt glücklich wünschen. Wir können mit anderen Menschen über unser Leid sprechen und uns trösten lassen.

Der Hauptweg zur Überwindung von Leid ist die sensible Verbindung des Weges der Ruhe mit dem Weg des positiven Denkens. Der Weg der Ruhe (Kontemplation, Meditation, Zen) besteht darin, dass wir alle unsere Gedanken und Gefühle zulassen. Wir lassen sie kommen und gehen, wie sie wollen. Wir beobachten sie nur. Wir lassen sie sich selbst leben und ausleben, bis sie von allein zur Ruhe kommen.

Der Weg des positiven Denkens besteht darin, über den Sinn des Lebens nachzudenken, sich auf positive Ziele zu besinnen, Leid mit positiven Sätzen zu überwinden und sich durch positive Gedanken beständig im Positiven zu halten.

Wenn wir nur den Weg der Ruhe gehen, können wir leicht in der Trauer versinken. Das positive Denken allein kann zur Verdrängung von Leidgedanken führen. Wenn wir beides jeweils im richtigen Moment und in ausreichender Dauer leben, lösen sich unsere inneren Verspannungen im Laufe der Zeit auf. Dann entsteht inneres Glück.

Wir wachsen in unseren Urzustand hinein. Unser Urzustand ist es, erleuchtet zu sein. Der Weg dahin erfordert sehr viel Sensibilität im Umgang mit sich selbst und viel Selbstdisziplin, damit wir beständig auf dem schmalen Grat der optimalen Verspannungslösung bleiben.

Es ist für einen Single sehr wichtig, seinen persönlichen spirituellen Weg zu finden und ihn konsequent jeden Tag zu gehen. Der spirituelle Weg ist das Hauptritual, mit dem wir unser Leid überwinden können. Im Laufe der Jahre wird alles Leid vergehen, und wir wachsen ins Licht.

Wir werden das große Geheimnis in uns entdecken, dass aus umfassender Ruhe inneres Glück entsteht. Wir werden erfahren, dass die Leidsituation der Einsamkeit ein optimaler Weg des Wachstums ins Glück ist. Mit etwas Geschick lässt sich die Abgeschiedenheit in einen Glücksbereich (ein Buddhafeld) verwandeln.

Zu unserem Singleleben sollten wir positiv stehen. Wir sollten es bewusst leben und als Chance zu intensivem Wachstum im inneren Glück nutzen. Wir sollten Kontakte zu anderen Menschen und das Alleinsein in dem für uns richtigen Gleichgewicht leben. Wir sollten den Weg des inneren Glücks zu unserem Zentrum machen.

Am Anfang meines Singlelebens war die viele Ruhe eine große Belastung für mich. Ich hatte die Neigung, davor zu flüchten. Ich flüchtete mich in äußere Aktivitäten, in Kontakte zu anderen Menschen oder zum Fernseher. Jetzt habe ich es gelernt, die Ruhe anzunehmen und sie als Teil meines Selbst zu begreifen. Ich lebe in der Ruhe. Und durch das Leben in der Ruhe entsteht inneres Glück.

Die viele Ruhe ist ein seelischer Mahlstein für mich. Ich mag sie nicht. Ich will davor flüchten. Aber ich gehe bewusst hinein. Ich lebe in der Ruhe und mache meine spirituellen Übungen. Ich nehme mein Alleinsein an. Ich lese, mache Yoga, gehe spazieren, meditiere und bin kreativ (schreiben, malen, musizieren). So lösen sich die Verspannungen in meinem Körper und in meinem Geist, und plötzlich fühle ich mich wohl mit mir und in meinem Leben.

Es entsteht langsam in mir selbst Ruhe und Glück. Ich empfinde mein Leben als großes Nichtstun und kleines Tun. Ich lebe überwiegend im Sein und etwas auch in der spirituellen Zielstrebigkeit. So bin ich in mir im Gleichgewicht.



Karma-Yoga

Ein großes Geschenk für jeden Single ist der Weg des Karma-Yoga. Dadurch können wir unsere Einsamkeit auf einer tiefen Ebene überwinden. Wir können in die Energie der umfassenden Liebe gelangen. In den Yoga-Schriften heißt es, dass ein erleuchteter Yogi hundertmal glücklicher ist als ein weltlicher Mensch. Ein erleuchteter Yogi auf dem Weg der umfassenden Liebe (Karma-Yogi) ist sogar noch hundertmal glücklicher als ein erleuchteter Yogi. Werden wir alle zu erleuchteten Karma-Yogis.

Wie wird man ein erleuchteter Karma-Yogi? Das Zentrum des Weges der umfassenden Liebe ist das Ziel einer glücklichen Welt. Wir wünschen allen Wesen Glück. Wir wünschen sie äußerlich und innerlich glücklich. In unserem Geist sehen wir bereits das Ziel einer glücklichen Welt verwirklicht. Wir leben aus einer positiven Vision heraus. Das gibt uns die Kraft zu einem positiven Leben. Unsere positive Vision öffnet die Tore des Glücks in uns. Wir verwandeln uns in einen Glücksmenschen (Buddha, Göttin, Heiligen, Erleuchteten).

Die Hauptübung des Karma-Yogas besteht darin, jeden Tag allen Wesen Licht zu senden. Wir verbinden uns jeden Tag mit unseren Freunden und mit unseren Feinden. Wir verbinden uns mit allen Wesen, die uns gerade emotional berühren. Wir denken ihre Namen. Wir bewegen segnend eine Hand und senden ihnen Liebe und Licht. Wir senden der ganzen Erdkugel Licht. Wir wünschen, dass alle Wesen auf der Welt glücklich sein mögen.

Wir wünschen eine glückliche Welt. Wir wünschen einen glücklichen Kosmos. Damit durchbrechen wir unsere Isolierung als Single. Wir leben emotional in einem beständigen Kontakt zu allen anderen Wesen auf der Welt. Irgendwann verschwindet unser Einsamkeitsgefühl. Wir sind in der umfassenden Liebe.

Wichtig ist es, dass wir diese Übung als reale Energieübertragung ansehen. Wir helfen den Menschen real. Die positive Energie kommt real an. Dann öffnet die Licht-Meditation uns tatsächlich jeden Tag immer wieder neu das Herz. Wer braucht heute Licht? Mit wem möchten wir uns heute verbinden?

Wir sollten den Wunsch nach einer glücklichen Welt auch äußerlich manifestieren. Sonst glaubt ihn unser Unterbewusstsein nicht, und wir gelangen nicht wirklich tief in die Energie der umfassenden Liebe.

Es gibt viele Möglichkeiten, den Mitmenschen zu helfen. Wir können regelmäßig eine kleine positive Tat tun. Wir können Geld für die Menschen in der Dritten Welt spenden. Wir können einem Mitmenschen ein Lächeln oder ein positives Wort schenken. Wir können in einer gemeinnützigen Organisation mitarbeiten. Wir können einen sozialen Beruf ergreifen.

Wir sollten den Weg des Helfens finden, der zu uns passt und in unserer Situation praktizierbar ist. Was brauchen die Menschen in unserer Lebenswelt? Was können wir konkret zum Glück aller Wesen beisteuern?

Eine kranke Frau schrieb jeden Tag zwei Stunden aufmunternde Briefe an ihre Mitmenschen. Dadurch gelangte sie nach einigen Jahren zur Erleuchtung. Es gibt keinen Menschen, der nicht auf irgendeine Art seinen Mitmenschen helfen kann. Selbst wenn wir jeden Tag nur eine kleine Tat tun, wird sie uns langfristig in die Energie der umfassenden Liebe bringen.



Liselotte mit dem Männerproblem

Liselotte war eine sehr attraktive junge Frau. Aber mit Männern hatte sie kein Glück. Sie verliebte sich immer in die falschen Männer. Sie suchte sich immer gut aussehende Männer aus, die aber nie dauerhaft bei ihr blieben.

Das ist das Problem bei schönen Männern. Sie können meistens nicht treu sein. Sie wandern von einer Blume zur anderen. Selbst sehr schöne Blumen können sie nicht dauerhaft binden. Wenn man sich als Frau immer nur in gut aussehende Männer verliebt, hat man ein Problem. Frauen wünschen sich normalerweise eine dauerhafte Bindung. Und genau das bekommen sie bei solchen Männern nicht.

Liselotte war voller Liebe und Mitgefühl. Sie hatte viele Jahre freiwillig in der Entwicklungshilfe gearbeitet. Dann war sie nach Deutschland zurückgekehrt.

Als Nils Liselotte kennenlernte, hatte sie gerade wieder eine Trennung hinter sich. Sie war mit einem Führer der Studentenbewegung zusammen gewesen. Als sie ein Kind von ihm bekam, trennte er sich von ihr. Er wollte kein Kind. Und sie wollte keine Abtreibung.

So wurde Liselotte zu einer alleinerziehenden Mutter. Von nun an widmete sie ihr Leben der Erziehung ihrer Tochter. Gleichzeitig hatte sie aber eine große Sehnsucht nach Liebe und Zärtlichkeit. Ihr Kind gab ihr zwar viel Liebe, aber einen Partner konnte es nicht ersetzen.

Liselotte war vom Leben enttäuscht. Mit einem Kind hatte sie kaum Chancen auf dem Beziehungsmarkt. Aus Frust begann sie Süßigkeiten zu essen. Davon wurde sie nach einiger Zeit ziemlich dick. Aus Verzweiflung machte sie viele Diäten. Davon wurde sie noch dicker.

Dabei wäre die Lösung ihrer Probleme so einfach gewesen. Liselotte hätte viel Obst essen, Fett möglichst vermeiden, regelmäßig Sport treiben und positiv denken müssen. Die meisten Diäten wirken nur kurzfristig und erzeugen langfristig einen umgekehrten Effekt. Wenn die Diät zuende ist, hat man noch mehr Hunger. Der beste Weg zu einer schlanken Figur ist es sich gesund zu ernähren und viel Sport zu treiben. Dazu hatte Liselotte nicht genug Weisheit und Ausdauer.

Sie machte eine Psychotherapie. Sie erzählte dem Therapeuten von ihren vielen Problemen und analysierte ihre Kindheit. Dadurch wurde sie noch unglücklicher. Die ständige Beschäftigung mit ihren Problemen tat ihr nicht gut. Im Laufe der Jahre ging es ihr immer schlechter. Sie hätte sich auf das Positive im Leben konzentrieren müssen, statt immer in ihren Problemen zu wühlen. Sie hätte den Weg des inneren Glücks gehen müssen, statt ihr Lebensglück von schönen Männern abhängig zu machen.

Liselotte hätte keine Psychotherapie, sondern einen konsequenten spirituellen Weg gebraucht. Dann wäre sie in sich selbst glücklich geworden. Dann hätten sich ihre Gewichtsprobleme von alleine gelöst. Dann hätte sie eine positive Ausstrahlung bekommen.

Und dann hätte sie auch wieder einen attraktiven Partner erhalten. Und wenn nicht, dann wäre das auch nicht so schlimm gewesen. Weil sie ja aus sich selbst heraus glücklich gewesen wäre.

Wenn Liselotte die Dinge richtig angefangen hätte, dann wäre sie nicht äußerlich, sondern innerlich ein Buddha geworden. Und dann würde sie mit oder ohne Männer im Licht leben. Der Dalai Lama lehrt: „Ein echter Buddha braucht keine Beziehung. Er kann eine Beziehung haben, aber es ist für sein Lebensglück nicht notwendig.“

Manchmal kann eine Psychotherapie sinnvoll sein. Gerade, wenn es um bestimmte Probleme (Verhaltenstraining, Ängste überwinden, Nachdenken über sich) und die Überwindung spezieller Lebenskrisen geht. Aber grundsätzlich ist der Weg der Gesundheit (gesunde Ernährung, Sport) und des inneren Glücks (Yoga, Meditation, positives Denken) der Hauptweg, um sein Leben positiv zu bewältigen.

Aus der Sicht der Spiritualität steckt die heutige Psychotherapie noch in den Kinderschuhen, weil sie nicht ganzheitlich arbeitet. Die vielen psychotherapeutischen Schulen beschränken sich meistens auf eine Technik, während zur optimalen Lösung von psychischen Problemen oft eine Kombination von verschiedenen Übungen erforderlich ist.

Das ist im Yoga seit langem bekannt. Die westliche Psychotherapie kann von der alten Tradition des Yoga noch viel lernen. Es wird Zeit, dass sich die moderne Psychotherapie den großen Schatz des Wissens im Bereich der Spiritualität zunutze macht.

Als Nils Liselotte kennenlernte, war sie noch sehr schlank. Er traf sie das erste Mal im Jahre 1980. Mit seiner damaligen Freundin U bereitete er sich auf die Geburt seines Sohnes vor. Liselotte war im selben Geburtsvorbereitungskurs.

Nils sah sie und fand sie sofort sehr sympathisch. Sie hatte so ein großes Lächeln im Gesicht. Trotz aller Probleme. Sie sah der Geburt ihres Kindes sehr optimistisch entgegen. Sie freute sich auf ihr Kind. Sie war jung und so schön. Die Welt lag ihr zu Füßen. Nils auch.

Nils und U luden Liselotte zu sich nach Hause ein. Alle drei mochten sich. Es gab viel zu reden über Kinder, Geburt und Elternschaft. Liselotte fand Nils nett, aber als Mann war er ihr eine Schuhnummer zu klein. Er kam als Partner nicht in Betracht. Sie wusste das. Nils wusste das. Und U wusste das auch.

So hatte U nichts dagegen, dass Nils sich öfter alleine mit Liselotte traf. Diese Treffen hatten immer einen besonderen Reiz für Liselotte und für Nils. Nils durfte mit einer sehr schönen Frau zusammensein. Und Liselotte wusste, dass Nils sie wollte und doch nicht bekommen konnte. Beide spielten mit dem Feuer. Wenn sie sich trafen, war immer ein gewisses Knistern dabei.

Nils konnte sich gut mit Liselotte unterhalten. Sie hatten viele gemeinsame Themen wie Kindererziehung, Beziehungen, Politik und Spiritualität. Liselotte fand es schön sich regelmäßig mit jemandem zu treffen, der sie erkennbar mochte.

Nils und Liselotte sahen sich sieben Jahre lang etwa einmal im Monat. Liselotte hatte immer noch ihre Männerprobleme. Sie fing an viele Süßigkeiten zu essen und wurde langsam immer dicker. Das störte Nils nicht. Er mochte sie dünn und dick. Nur Liselotte fand sich sehr unattraktiv. Da sie sich vorwiegend über ihre Schönheit definierte, belastete ihr Körpergewicht sie sehr.

Eines Abends im Herbst ging es Liselotte besonders schlecht. Alle Versuche einen passenden Mann zu finden, waren gescheitert. Ihr Kind nervte sie. Ihr Beruf stresste sie. Es gab nichts, was sie wirklich erfreute. Nils war gerade zu Besuch und versuchte sie aufzumuntern.

Liselotte war klar, dass sie für Nils noch immer eine attraktive Frau war. Warum sollte sie sich nicht einmal durch Nils trösten lassen? Sie brauchte doch so dringend Trost. Und ein anderer Mann war einfach nicht in Sicht. Alle moralischen Bedenken verflogen unter der Kraft ihrer Sehnsucht und ihrer Traurigkeit.

Liselotte sah Nils mit anderen Augen an. Nils merkte das sofort. Er spürte die starke sexuelle Energie, die Liselotte auf ihn richtete. Auch bei ihm entwickelten sich intensive Gefühle.

Beide rutschten langsam immer mehr in ein Chaos aus unerfüllter Sehnsucht nach Liebe und Sexualität. Die Spannung zwischen ihnen baute sich im Laufe des Abends immer mehr auf. Sie redeten miteinander. Aber in Wirklichkeit spürten sie nur ihre Gefühle.

Nils sah nur noch die großen Brüste von Liselotte und ihren lächelnden Mund. Er wusste kaum noch was er sagte und tat. Seine ganze Weisheit löste sich ins Nichts auf. Sein Verstand war fast vollständig von sexuellen Wünschen dominiert.

Nils hatte monatelang nicht mehr mit U geschlafen. Die Beziehung mit U befand sich auf einem Tiefpunkt. Nils war sexuell völlig ausgehungert. Und genau in diesem Moment wollte Liselotte Sex mit ihm.

Nils hätte vielleicht widerstehen können, wenn er ganz klare Vorstellungen in bezug auf Treue gehabt hätte. Aber wie wir ja bereits wissen, hatte Nils über dieses Thema noch nicht endgültig nachgedacht. Das geschah erst einige Jahre später, als er sich viele Beziehungsbücher kaufte und systematisch seine eigene klare Linie entwickelte.

Der Abend neigte sich dem Ende zu. Der gefährlichste Moment trat ein. Sollte Nils jetzt gehen oder bleiben?

Nils sah Liselotte an. Liselotte sah Nils an. Sie rückte etwas näher auf ihn zu. Seine Hände näherten sich ihren Brüsten. Sie berührten die Brüste. Liselotte schmiegte sich an Nils. Jetzt war die Sache entschieden. Beide wussten das. Liselotte zog Nils in ihr Schlafzimmer.

Da Nils durch seine viele aufgestaute Sexualenergie völlig übererregt war, ging alles sehr schnell. Es war sehr unbefriedigend für beide. Letztlich blieb ein schaler Geschmack übrig, verbunden mit einem schlechten Gewissen U gegenüber.

Irgendwie wurde dadurch die langjährige Freundschaft zwischen Nils und Liselotte zerstört. Sie trafen sich noch einige Male. Aber Liselotte interessierte sich nicht mehr wirklich für Nils.

Wie reagierte U auf diese Geschichte? Es hat sie nicht weiter berührt! Sie konnte es Liselotte und auch Nils leicht verzeihen. Sie wusste, dass es eine einmalige Situation bleiben würde, weil Nils kein passender Partner für Liselotte war. Sie hatte keine Angst Nils zu verlieren. Deshalb konnte sie so gelassen reagieren. Nils und U sprachen offen und ehrlich über den Vorfall. Und konnten so schnell darüber hinweg kommen.

Aber Nils machte sich viele Jahre große Vorwürfe. Er hatte vier Fehler auf einmal gemacht. Und alles waren Fehler, die ein Mensch mit etwas Verstand nicht machen darf. Der erste Fehler war es U untreu zu werden. Untreue führt normalerweise zu großem Leid in einer Beziehung.

Der zweite Fehler von Nils war es nicht an die Verhütung zu denken. Gerade bei unvorhergesehenem Sex hat man oft keine Verhütungsmittel dabei. Ein zweites Kind hätte Liselotte wirklich nicht gut gebrauchen können. Sie war mit einem Kind schon überlastet. Nils und Liselotte hätten sich über die Verhütung Gedanken machen müssen. Und im Zweifel lieber auf Sex verzichten sollen, als die Entstehung eines Kindes zu riskieren.

Der dritte Fehler war es nicht über die Möglichkeit einer Ansteckung durch Geschlechtskrankheiten und insbesondere durch Aids zu sprechen. Bei einem sexuellen Erstkontakt zwischen zwei Menschen, die möglicherweise auch mit anderen Partnern schlafen, muss unbedingt ein Kondom benutzt werden.

Aids begann sich damals gerade über die Welt zu verbreiten. Ein Kondom ist der einzige sichere Schutz, es sei denn, beide machen einen Aids-Test, oder beide haben noch keinen anderen Partner gehabt. Nils hatte mit Liselotte zwar oft über Beziehungen gesprochen. Aber er war nicht vollständig über das Beziehungsleben von Liselotte informiert. Sie erzählte ihm nicht unbedingt von jedem Mann, mit dem sie gerade geschlafen hatte. Unter diesen Umständen hätte Nils auf einem Kondom bestehen müssen.

Der vierte Fehler von Nils bestand darin, überhaupt einen sogenannten One Night Stand zu praktizieren. Sexualität sollte grundsätzlich nur auf der Basis einer festen und dauerhaften Beziehung stattfinden.

In den sechziger und siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es in der westlichen Gesellschaft ein großes Experiment. In der Studentenbewegung wurde die freie Liebe propagiert. Es hieß: „Wer zweimal mit der Selben pennt, gehört schon zum Establishment.“ Das freie Ausleben der Sexualität wurde als der Hauptweg zum Glück angesehen.

Hat dieser Weg die Menschen glücklich gemacht? Er hat sie unglücklich gemacht. Die Ideologie der freien Liebe erwies sich für die Menschen als ein Unglücksweg.

Die meisten Menschen brauchen Sicherheit, Geborgenheit und Vertrauen, um sich wirklich auf einen anderen Menschen einlassen zu können. Das menschliche Herzchakra ist ein sensibles Wesen. Es kann einen Menschen ins Paradies bringen, aber es ist auch leicht verletzbar. Wird es zu oft verletzt, verschließt es sich.

Der Weg der freien Liebe führt dazu, dass die Menschen ihr Herzchakra verschließen müssen, um bei dem ständigen Wechsel der Partner nicht seelisch verletzt zu werden. Er reduziert die echte Liebe. Er bewirkt die Zerstörung der positiven Eigenschaften. Das kann man bei allen Menschen beobachten, die intensiv den Weg der freien Liebe gehen. Der Egoismus wächst, die Genusssucht vergrößert sich, die Unwahrhaftigkeit nimmt zu und die Selbstdisziplin nimmt ab. Die große sexuelle Revolution erwies sich als ein Irrweg.

Wir müssen uns in unserem Leben entscheiden, ob wir den Weg des inneren oder des äußeren Glücks gehen wollen. Wenn wir den Weg des inneren Glücks gehen, müssen wir alle äußeren Bedürfnisse mit Bedacht leben. Ein spiritueller Mensch sollte grundsätzlich nicht den Weg der freien Liebe gehen.

Man braucht schon etwas Weisheit, um sich im Leben nicht zu verlaufen. Der Hauptweg im Leben eines Menschen muss das innere Glück sein. Das Hauptziel muss es sein, ein Meister des inneren Lebens zu werden. Das Hauptziel muss es sein, ein Budda, ein Yogi, ein erleuchteter Christ (Heiliger) oder ein verwirklichter Glücksmensch (Philosoph) zu werden. Wir müssen uns an den richtigen Vorbildern orientieren, wenn wir im Leben siegen wollen.

Die äußeren Genüsse müssen im richtigen Rahmen und im richtigen Maß (eher bescheiden) gelebt werden. Wer klar im Weg des inneren Glücks verankert ist und ehrlich in sich hinein spürt, der weiß, wann er welche äußeren Genüsse wie stark leben soll. Sehr wichtig ist die tägliche spirituelle Praxis. Sie hält einen konstant auf dem Weg der Wahrheit und der Weisheit.

Diskussionen über das Single-Sein

Zitate aus einem Online-Selbstschreibmagazin

Zitate: Viele der 20-30 Jährigen sind heutzutage Single. Ich kenne viele Menschen in meinem Freundeskreis, die Single sind. Ich gehöre übrigens auch dazu. Liegt es am Alter? Liegt es am gesellschaftlichen Stand? Oder sind wir einfach zu wählerisch geworden?

Die Krankheit unserer Generation ist die Leichtfertigkeit, mit der wir unsere Nächsten behandeln. Wenn es bei dem einen nicht so klappt, schnell fallen lassen und weiter zum Nächsten, oder einfach alles offen halten, man weiß ja nie.

Jeder ist sich selbst der Nächste und kümmert sich nicht mehr wirklich um die Probleme der Anderen. Alles spielt sich an der Oberfläche ab. Frust und Gefühlskälte machen sich breit.

Es klappt einfach nicht

Mädel1: Single sein ist Scheiße, das ist Fakt !!! ich bin nun seit über 2 Jahren Single, und auf Dauer ist es nicht schön. Ich bin aufgeschlossen und wie andere sagen hübsch, aber es klappt einfach nicht. Und dass schon seit 2 Jahren. Wenn ich mal ausgehe, sprechen mich Männer an, die verheiratet sind und nur das eine wollen. Oder totale Machos, die nichts Ernstes möchten. Ich will einfach nur jemanden, der es ernst meint und mein Typ ist. Ist das zu viel verlangt ??? Es ist echt traurig. Ich möchte endlich wieder jemand zum Kuscheln und Lieben.

Junger Mann: Wenn ihr Frauen mal endlich die Augen öffnen würdet, könntet ihr erkennen, dass es mehr paarungswillige freie Männer gibt als Frauen. Und es ist auch nicht schwer, solche zu finden. Das Problem ist wohl eher, dass Frauen genau die Männer wollen, um die sich auch andere reißen. Die weiblichen Ansprüche sind einfach zu hoch! Mädel2: Alle Bekanntschaften, die ich hatte, waren echt lieb & es lief auch wirklich spitze…aber irgendwie ging es am Ende immer schief. Mir wurde viel Kraft geraubt, weil ich alles für diese Personen gegeben habe. Am Schluss musste ich mir dann noch so blödes Zeug anhören! Naja, um mir das alles zu ersparen, versuch ich jetzt gar nicht mehr irgend etwas in die Wege zu leiten!

Mädel3: „Single sein ist Sch… das ist Fakt !!!“ Ich kann der Threadstarterin nur Recht geben. Ich bin seit 3 Jahren Single und total unglücklich damit. Heute Abend habe ich es wieder gemerkt, als ich alleine daheim saß und keiner da war. Da habe mich sehr einsam gefühlt. Es gibt eben Leute, die als Single glücklicher sind, und es gibt Leute, die eine Beziehung brauchen. Und ich zähle leider zu letzteren.

Harry (37): Das mit den Ansprüchen ist so eine Sache. Zu hohe Ansprüche sind natürlich nix, man muss schon realistisch bleiben. Allerdings die Ansprüche zu weit runterzuschrauben, um überhaupt irgendjemand zu finden, dass funktioniert auch nicht. Habe es vorletztes Jahr mal versucht und das Mädel hat dann nichts von Körperpflege gehalten und auch charakterlich war es nix. Es muss schon passen. Lieber Single als mit irgendjemand zusammen sein.Aber es ist trotzdem einfach zum Verzweifeln.

Jane (40): Es ist abhängig von der Höhe Deines Anspruchs, ob Du jemanden findest oder nicht. Wer zu hohe Ansprüche stellt, muß sich nicht wundern, alleine zu bleiben. Frauen finden immer wieder dumme Typen, an denen sie sich ausleben können. Sie haben ja genug Verehrer, die sie umschwärmen. Allerdings spreche ich hier von der jüngeren Generation. Spätestens ab 40 aufwärts wird es für Frauen schwieriger.

Fantasia (27): Von übertriebenen Ansprüchen sprach ja keiner. Man sollte aber nicht mit jemandem was anfangen, der gar nicht zu einem passt. Es gibt Männer, die einen vergöttern und es GAR NICHT passt – aber sie selbst erkennen das nicht.

Mondschein: Single sein ist eine gewisse Zeit ok, aber irgendwann hat man auch mal wieder Bock auf eine Beziehung. Wenn man Kinder und eine Familie will, wäre ein Mann dazu nicht schlecht. Von mir aus ein ganzes Leben lang.

Mädel4: Nach 17 Jahren Zusammenleben fand ich es nur schrecklich, plötzlich allein zu sein. Aber mittlerweile finde ich es richtig toll. Keiner quatscht mir rein, ich kann putzen wann es mir passt, ich kann einfach nur rumlümmeln, ohne dass sich einer dran stört etc. Manchmal denke ich, es wäre ganz schön, sich mal ab und zu auszutauschen, aber wenn ich mir vorstelle, dass nachts einer neben mir liegt und mich vollschnarcht und ich seine Unterhosen und Socken waschen darf – nein danke. Kein Bedarf.

Wenn ichjemals wieder eine Partnerschaft eingehe – was ich momentan völlig ausschließe, weil ich von Männern die Nase gestrichen voll habe – dann nur auf Abstand, in getrennten Wohnungen. Zusammenleben kommt für mich nicht mehr in Frage.

Mädel5: Ich denke, es kommt auf die Umstände drauf an. Was geht grad in deinem Leben? Das ist ganz individuell von Person zu Person!

Hardcoresingle (19): hi , ich hatte noch keine Freundin – was mach ich nur falsch ? Ich find es scheisse , denn ich würd ja gerne eine Freundin haben. Bye – hoffe auf Hilfe.

Dira: Woran liegt das denn?? Wieso bemühst du dich nicht um eine Frau?? Es gibt so viele Möglichkeiten Frauen kennenzulernen. Geh einfach mal unter die Leute und versuche mit einer zu reden, die dir gefällt. Das Internet kann auch eine Alternative sein. Ich kenne Leute, die sich über eine Anzeige kennengelernt haben und glücklich verheiratet sind.

Jenny: Bin auch gern Single…nun bereits seit 18 Monaten. Vorher habe ich 12 Jahre in einer Beziehung gelebt. Manchmal vermisse ich einen Partner, die meiste Zeit aber nicht. Ist eben so und ich komme gut klar damit. Keine Vorschriften mehr. Das tut sehr gut.

Sunflower: Singleleben ist toll. Ich war sehr traurig, als sich mein Freund von mir getrennt hat, aber mitlerweile komm ich mit meinem Singleleben recht gut klar. Ich kann tun und machen, was ich will. Ich brauch mich nicht rechtfertigen, es ist toll.. aber ein Leben lang möchte ich auch nicht Single sein.

Lichtregen: 2,5 Jahre war ich Single…und ich bin froh, dass das jetzt erstmal vorbei ist. Die ersten anderthalb Jahre war ich sehr glücklich mit meinem Singleleben, aber danach habe ich teilweise echt gelitten. Ich war überreif für etwas Festes und ich war oft traurig und einsam. Manche Menschen sind halt nicht fürs Alleine sein gemacht (jedenfalls nicht für einen langen Zeitraum) – dazu zähle ich mich auf jeden Fall.

Engelchen: Ich selbst war schon mal verheiratet.

Die Ehe war ab der Hälfte ihrer Dauer die Hölle. Danach ging ich zwei Jahre durch’s Leben und schaute Männer noch nicht mal an, so arg hatte ich die Schnauze voll. Seit einem guten Jahr bin ich wieder auf Ausschau. ABER das Single Leben hat was!! Du musst dich nach niemanden richten, kannst kommen und gehen wann du willst, musst nur kochen, wenn DU Hunger hast -lach- und kannst flirten. Tja, so sehe ich das, im Moment. Aber ich denke mal, dass ich irgendwann auch wieder mal ne Beziehung möchte. Ich hoffe nur, dass es dann dazu nicht ‚zu spät‘ ist. (sprich: wenn ich 60-…) bin. haha

Wieder Single mit 40 ?

Frau: Es ist leichter vom Blitz erschlagen zu werden, als einen gescheiten Mann kennen zu lernen. Da haben wir den Salat. Jetzt sind wir über 40 und wieder aufm Singlemarkt vorhanden.

Entweder wurden wir unfreiwillig aus dem Nest geworfen, oder wir zogen das Alleinesein dem täglichen Ehekrieg vor. Wie dem auch sei, egal. Jetzt stehen wir hier, wir älteren Mädchen und sind wieder zu haben.

Nach getaner Trauerzeit stürzen wir uns in den Singlemarkt. Ab mit der Freundin auf Männerfang. Es dauert jedoch nicht lange bis wir bemerken, der Markt wirft irgendwie für uns nicht mehr viel ab. Überall lauern frustrierte verheiratete Männer in einer Mitlifekrises herum. Die noch mal schnell vorm 50. Geburtstag die Sause raushängen lassen wollen, bevor sie das Gefühl „Huch, war das alles – was hab ich alles versäumt“ trifft. Und alles was bei 3 nicht auf den Bäumen ist, wird vernascht. Überall höre ich „in meiner Ehe ist alles sooo langweilig“ und „ach könnte ich mich noch mal verlieben“. Während wir Frauen hormonell durchdrehen – Hitzewallungen, Gefühlsschwankungen, bekommt der Mann noch mal den Wunsch die Menschheit zu besamen.

Genauso ist das mit dem Junggemüse. Kaum stehen wir in der Disko, kommen sie angerannt. Jungs die 10 Jahre jünger sind als wir. Sie stehen in Scharen um dich rum und baggern dich an. Nur dabei verwenden sie immer noch die alten Sprüche: „Du hast so eine tolle Ausstrahlung“. „Deine blauen Augen machen mich so sentimental“. Na ja, immer noch besser – als würden wir gar nicht mehr beachtet werden.

Aber wollen wir wirklich so einen? „Der will doch nur spielen?“. Für Spielchen sind wir mittlerweile zu alt, oder? Oder zu reif, sag ich mal. Hmm, oder vielleicht doch noch jung genug um sich auf so etwas einzulassen? Und, wie war das noch?

Männer sind wie Toiletten, entweder besetzt oder besch…;-))) Fragen über Fragen. Noch bin ich gelassen und der Meinung, irgendwo da draußen läuft noch der richtige Kerl für mich rum. Und wenn nicht? Dann schaffe ich mir einen Hund an. Ich schwanke noch zwischen Katze, Hund, Maus oder Vogel.

Single oder Beziehung?

Zweite Frau: Warum glauben so viele Menschen, man kann nur in einer Beziehung glücklich sein? Jeder kann so leben, wie er es für richtig hält. Wir sind alle Individuen. Ich bin seit 7 Monaten glücklich als Single. Klar, gibt es auch Momente, wo man sich einen Partner wünscht, weil gewisse Aktivitäten wie Essen gehen, Kino gehen etc. mit einem Partner durchaus mehr Spass machen.

Dafür habe ich jetzt die Freiheit alles das zu tun, was mir Spass macht, keine lästigen Diskussionen über das eigene Tun. Ich kann am Besten als Single leben. Aber man muss der richtige Typ dafür sein. Es gibt viele Menschen, die würden kaputt gehen im Single-Dasein, weil sie ständig jemanden haben müssen, mit dem sie sich austauschen können.

Auch gibt es viele Menschen, die mit ihrem Leben selber nicht sehr viel anfangen können. Ich selber kann das. Ich brauche keinen Motivator. Ich trete mir selber in den Arsch. Wichtig sind gute Freunde, verlässliche Kumpels, die auf der gleichen Wellenlänge sind. Die bleiben für immer. Partner kommen und gehen, genau wie die Liebe kommt und geht.

Ich kann mir nicht vorstellen mit einem Menschen mein ganzes Leben zu teilen. Ich glaube eher an die seriellen Lebenspartner. Vielleicht alle 5-10 Jahre ein Wechsel in der Beziehung. Man bleibt frisch, offen und neugierig. Heutzutage im Informationszeitalter sind neue Bekanntschaften kein Problem mehr, egal in welchem Alter.

Jeder sollte die Entscheidung, wie er sein Leben führen möchte, selber treffen, nach seinem Gefühl. Lass Dich nicht verbiegen, live as you want to live. Its your life. Dauerhaftes Glück ist kaum zu erreichen. Ich habe gelernt, dass Glück nur ein zeitweiliger Zustand ist und nichts, was man irgendwann erreicht und dieser Zustand dann ewig bleibt. Das ist reine Illusion. Alleine sein ist schön, aber wenn man die schönen Momente mit einem Partner teilen kann, ist das noch schöner. Freunde sind sehr wichtig, denn Freunde begleiten Dich auf Deinem Lebensweg länger als eine Beziehung, das ist wohl wahr.

Singles im Internet

Ein Mann: Tja, was soll ich sagen. Mitte 30, Scheidung und schwupps war ich plötzlich wieder auf dem „Singlemarkt“. Und die Feststellung, dass es nicht einfach ist eine Frau kennen zu lernen, die keine Beziehungsschäden oder überzogene Vorstellungen von einer Beziehung hat.

Aus meiner Erfahrung ist es enorm wichtig, erst mal mit sich selbst klar zu kommen und sich gern zu haben und voll zu akzeptieren. Hat man die eigene Mitte gefunden, ändert sich die Ausstrahlung zum Positiven und das fällt auch dem anderen Geschlecht auf.

Dann ist es fast nur noch eine Frage der Zeit. Ich habe mich übrigens eher auf Internetbörsen gestützt, nachdem sich im Bekanntenkreis und näheren Umfeld keine Verabredungen ergaben. Ja, man trifft dort auf Leute, die nicht beziehungsfähig sind.

Es sind aber auch welche darunter, wo es passen könnte.Letzten Endes muss das Bauchgefühl stimmen.Keine faulen Kompromisse. Keine dicken Frösche zu schlucken. Den anderen gelten lassen, wie er ist und wenn das umgekehrt auch der Fall ist, dann kann es funktionieren.

Ein Mann hatte mir mal gesagt, dass im Internet viele kaputte Existenzen unterwegs wären. Doch die Neugier siegte und so traf ich mich dann an einem sehr schönen Tag mit einer ganz netten Frau. Sie hatte fünf Kinder mit acht verschiedenen Männern. Es kam zu endlosen Dikussionen. Die waren fürchterlich anstrengend. Dabei ließ sie immer wieder durchblicken, daß jeder Fehler meinerseits alles sofort beenden würde. Erste Zärtlichkeiten und dann dieser Tag, an dem ich vergaß sie anzurufen und wumms….alles aus.

Ich nahm es relativ gelassen und stürzte mich, voller Zuversicht, in eine neues Web- Abenteuer. Ich schrieb eine Frau an, die angab eine Knochenkrankheit zu haben. Sie wunderte sich eigentlich, dass ich sie trotz ihrer Krankheit anschrieb. Ich antwortete, dass ich nicht so oberflächlich wäre wie die anderen, sondern den Menschen kennenlernen würde und nicht die Krankheit. Sie war beeindruckt und so kam unser erster Chat zustande. Sie schlug mir vor zu ihr zu kommen. Das Ende vom Lied war, dass ich ihr zu dick war. Wumms.

Tatsächlich gibt es reichlich Web-Kontakte bis hin zur Ehelichung. Nur hab ich im Laufe eines langen Zeitraumes entdeckt, daß fast keine von Dauer war. So scheint die virtuelle Welt eine Illusion und eine Spielwiese für die Single-Gesellschaft zu sein, um in ewig wiederkehrenden Wiederholungsschleifen die Langeweile totzuschlagen.

Wir leben in einer WEGWERFGESELLSCHAFT

Dritte Frau: Immer mehr wird mir bewusst, wie schnelllebig unsere Zeit ist. Auch und gerade im menschlichen Bereich. Allein in diesem Jahr beobachtete ich bei mindestens fünf Frauen (inkl. mir selbst) folgende Situtation: Mann trifft Frau, Frau trifft Mann. Und es knistert und die Schmetterlinge fliegen. Mann fragt Frau, ob sie sich mit ihm eine Beziehung vorstellen kann? Mann ist in Frau verliebt und möchte, dass sie sich nur noch mit ihm trifft. Verbindlich. Frau sagt ja und vergibt Exklusivrechte. Weil sie in ihn verliebt ist. Weil sie möchte, dass sie die einzige ist, mit dem er seine Zeit verbringt.

Next Step? Herzrasen, Herzklopfen, HerzÖFFNEN, alles hübsch der Reihe nach und gleichzeitig und rückwärts und im Kreis. Im Rausch der Sinne, Gefühle, LIEBE … hui … was für ein großes Wort. Das passt zu dem, was man fühlt. Wenn man sich tief in die Augen schaut und sich so nah ist, wie niemandem sonst. Wenn man das Gefühl hat, sich Lichtjahre zu kennen. Wenn man sich total FALLEN lässt.

Was für ein Leben. Alles ist bunt und macht Sinn. Zukunft ist kein Wort oder Zustand mehr, vor dem man sich fürchten muss. Nein, man freut sich darauf. Man wagt sich immer weiter raus, aus seinem Schneckenhaus. Lässt Gefühle zu. Fliegt so hoch, dass die Sonne einem fast die Flügel ansengt. Der Rausch ist so unglaublich. Das Leben ist schön! Voll toll alles.

Und dann? Hui auf einmal ist es komisch. Hm … Warum? Man kann es nicht deuten. Man hat so ein Gefühl. Man nennt es auch Intuition. Das blöde ist ja: Der Bauch hat meistens RECHT. Es bestätigt sich, das komische Gefühl trügt nicht. Der ist schon wieder auf dem Sprung und erzählt den gleichen Kram der nächsten, (die es genauso glaubt) …

Es tut ihm leid, ihre Gefühle verletzt zu haben. Das ist dann der Moment, in dem es ihr den Boden unter den Füßen wegzieht. Sie komplett aus der Umlaufbahn geschleudert wird und (mal wieder) ihre Sterne neue ordnen muss. WER von beiden ist denn nun der Trottel? ER, weil er so einen Mist verzapft, oder SIE, weil sie es glaubt?

Liebe ist, wenn treu sein Spaß macht. Und wenn der/diejenige keinen Spaß mehr macht, dann Zack, weg und der/die nächste bitte? Wenn man Flaschen zurückgibt, gibt es wenigstens Geld. Wenn MENSCHEN zurückgegeben werden, dann gibt es nur Leere, Schmerz und immer mehr das Gefühl, dass man nichts mehr wert ist. Gehen wir wieder diesen Schritt? Oder machen wir zu, verschließen uns vor der bösen, grausamen Welt, bleiben Single, cool und unverwundbar?

PUH, das Leben ist kein Ponyhof. Jau – jeder von uns hat sowas schon erlebt. Klar, ins Klo greift jeder mal. ABER: Warum passíert so etwas dauernd und ständig und jedem und überhaupt??? Es heißt, die Zeit heilt alle Wunden, aber lernen wir nicht nur, mit dem Schmerz zu leben?

Single und trotzdem glücklich?

Vierte Frau: Mich würde mal interessieren, wie ihr das seht! Kann man als Single wirklich glücklich sein oder fehlt immer etwas? Ist das eigene Glück wirklich von einem anderen Menschen abhängig? Ich frage, weil ich viel höre, dass man als Single doch nicht wirklich glücklich sein kann, immer irgendwie auf der Suche ist. Irgendwie weigere ich mich zu glauben, dass mein Glück von einer 2. Person abhängt! Kati: Zumindestens sollte man niemand anderen für sein Lebensglück verantwortlich machen. Ich wohne seit 17 Jahren allein und finde das gut. Wenn es mich rappelt, rufe ich Freunde an oder gehe aus oder fröhne meinen Hobbies. Da frage ich doch mal zurück: „Ist man als Pärchen wirklich immer glücklich(er)?“ Warum rennen 50% der Ehepaare – häufig trotz gemeinsamer Kinder und trautem Eigenheim – dann wieder auseinander? Kann es vielleicht sein, dass wir einer kollektiven Illusion vom Glück zu zweit hinterher rennen?

Kalle: Wenn Du als Single nicht glücklich sein kannst, bist du es in einer Beziehung auf die Dauer auch nicht!

Anna: Ich „suche“ auch einen neuen Partner. Aber ich weigere mich, mein ganzes Glück und Wohlbefinden davon abhängig zu machen, einen zu finden.

Kalle: Können beide ihr Glück teilen (gemeinsames Hobby oder so etwas?) und gehen sie miteinander gut um. Das ist wichtig. Anna: Ich stimme dir zu, dass das Glücksempfinden etwas geschmälert wird als Single. Das geht bei der munteren Partnerhopperei ja völlig unter :-(. Ich sehe nicht, dass das Heil in immer neuen Partnerbeziehungen liegt. Eher im inneren Reichtum. Es gibt es tolles Buch: „Die Kunst des Alleinseins.“ Beschönigt die Schattenseiten des Alleinseins nicht, vertieft aber Zufriedenheit und Glücksgefühle aus sich selbst heraus.

Kalle: Mich erstaunt, wie viele hier im Forum damit hadern, dass sie alleine sind und offenbar ihr Glück von einer Partnerschaft abhängig machen. Einsamkeit kann man umgehen, indem man einen Freundeskreis pflegt und erhält. Manchmal scheint mir, als hätten die Menschen hier kaum soziale Kontakte und warten nur auf diesen einen Menschen, der ihnen dann alles geben soll. Das ist ein zu hoher Anspruch.

Kati: Ich kenne diese symbiotischen Anwandlungen. Fand sie geradezu das Größte. Hatte leider nur einen sehr hohen Preis: Lebenswirklichkeit ist die serielle Monogamie. Mit Haut und Haaren einlassen – das riss mir bei Trennungen schlicht das Herz raus. Das ist die Kehrseite der innigen Zweisamkeit.

Frieda: Ich fühle mich meistens nicht einsam und bin auch als Single oft glücklich. Aber mal ehrlich, es gibt viele Dinge, die zu zweit oder mit Familie einfach viel schöner sind. Naja, ich bin so glücklich, wie man es als Single eben sein kann. Aber wenn ich schöne Dinge sehe oder erlebe, tut es richtig weh, sie nicht teilen zu können … und wenn ich traurig bin, dann würde es guttun, wenn mich jemand in den Arm nehmen würde. Wofür arbeiten und den ganzen Streß auf sich nehmen? Manchmal fehlt mir der Sinn.

Kalle: Die Konsumindustrie hat das Potential erkannt. Wen wundert es, dass eine konsumorientierte Erwartungshaltung auch gegenüber einem potentiellen Partner vorhanden ist? Ergebnis: sowohl Unzufriedenheit als Single und Unzufriedenheit in der Beziehung Frau, 49: Mir fehlen Streicheleinheiten, Gemeinsamkeiten, Urlaub zu zweit. Ich wünsche mir also einen Zustand, den ich schon lange nicht mehr kenne und schon gar nicht in meiner Ehe, schade eigentlich. One Night Stands interessieren mich nicht. Danach fühle ich mich überhaupt erst „leer“….

Frau, 38: Es hat bisher einfach nicht gepasst, um eine Partnerschaft in Erwägung zu ziehen. Aber es waren wirklich durchweg nette Dates. Ich habe jetzt einen neuen Friseur, einen Mann, der mit mir Skifahren geht und einen, mit dem ich richtig prima ausgehen kann. Ich denke nicht, dass meine Anprüche zu hoch sind, es muss einfach passen. Er muss gepflegt sein, Manieren haben, es muss kein Akademiker sein, aber er muss wissen, was in der Welt läuft.

Ich bin Nils und Single

Yogi Nils: Ich bin Nils und Single. Ich hatte zwei langjährige und mehrere kurze Beziehungen. Jetzt lebe ich seit neun Jahren ohne eine Beziehung. Ich stelle mich langsam darauf ein, dass der Kosmos für mich wohl für ein Singledasein vorgesehen hat. Leider fällt es mir nicht leicht alleine zu leben. Ich sehne mich öfters nach Nähe, Wärme und Liebe. Mich interessiert, was euch dazu einfällt. Insbesondere würde ich mich freuen, wenn Singles von ihren Erfahrungen berichten. Aber auch Menschen in Beziehungen haben vielleicht einige gute Tipps für einen armen Single.

Karin: Lieber Yogi Nils, alles was du suchst, findest du in dir, denn das eigene Glück lässt sich im Aussen nicht finden. Mach dich auf die Suche! Ich bin seit knapp zwei Jahren Single und ich hatte noch nie eine bessere Zeit in meinem Leben. Ich denke, es ein Trugschluss, dass man nur in einer Partnerschaft glücklich wird.

Nils: Liebe Karin. Ich bin seit über 1000 Leben auf der Suche und habe vor etwa dreißig Jahren meinen spirituellen Weg gefunden. Und es ist immer schwierig, egal was kommt!! Alles ist Wachstum, und spirituelles Wachstum kann manchmal ziemlich anstrengend sein.

In der Tiefe meiner Seele bin ich zufrieden mit mir und meinem Weg. Insofern kann ich auch sagen, dass ich noch nie eine bessere Zeit in meinen tausend Leben hatte. Andererseits leide ich oft sehr an meinem Alleineleben. Die Natur hat den Menschen als soziales Wesen geschaffen, als Mann und Frau. Wer entgegen diesem Plan der Natur lebt, leidet irgendwo immer. Man/frau kann es verdrängen, aber wer tief in sich hineinspürt, trifft auf eine tiefe Sehnsucht und Trauer. In diese Sehnsucht und Trauer hineinzugehen ist der Weg zur Erleuchtung. Dann beginnt plötzlich das innere Glück zu fließen. Aber die Trauer bleibt. Erleuchtung besteht aus Trauer (Leerheit, Sein) und Glück gleichzeitig.

Diese Sehnsucht nach Nähe und Liebe ist meiner Meinung nach als Erdenwesen nicht zu vermeiden. Die Frage ist nur, wie man/frau damit umgeht. Mein Ideal ist der Weg des Yogagottes Shiva. Shiva lebt abwechselnd alleine und in einer Beziehung. Er fließt positiv mit den verschiedenen Phasen des Lebens. Das Alleineleben nutzt er zur Meditation und zum intensiven spirituellen Wachstum. Nach Amma (Amritanandamayi Ma) wächst spirituell fünfmal schneller, wer in der Abgeschiedenheit lebt.

Aber auch in einer Beziehung kann man spirituell wachsen. Das Leben in einer Beziehung bietet besondere Wachstumsmöglichkeiten. Ein Mensch kann seine Liebe, sein Mitempfinden, sein Sozialverhalten und sein Verantwortungsbewusstsein entwickeln. Shiva bejaht deshalb auch Beziehungen, wenn das Leben eine Beziehung für ihn vorgesehen hat.

Ein Mensch sollte sich in sich selbst verankern. Er sollte im Schwerpunkt aus der Spiritualität heraus leben. Sonst verliert er sich im äußeren Leben und in den Beziehungen. Beziehungen werden schnell neurotisch und arten in Machtkämpfe aus, wenn sie aus dem Ego und aus der Sucht gelebt werden. Wer in seinem eigenen Glück ruht, kann alleine oder in einer Beziehung glücklich sein.Leider habe ich noch nicht besonders viel eigenes Glück. Ich arbeite daran.

Karin: Selbstverständlich braucht jeder Mensch Nähe, Wärme und Liebe. Ich bin aber der Meinung, zuerst sollte man sich selbst diese Bedürfnisse erfüllen können. Wenn wir nämlich eine zweite Person dazu brauchen, die dies tun soll, begeben wir uns in eine Abhängigkeit, die uns weg von der bedingungslosen Liebe führt. Nur diese bedingungslose Liebe ist wahrhaftige Liebe, denn sie erwartet nichts, sie IST.

Nils: Ich unterscheide zwischen Suchtliebe und wahrer Liebe. Wahre Liebe lebt im Schwerpunkt aus dem Geben heraus. Ein Mensch kann vorwiegend aus dem Geben heraus leben, wenn er gut in der Ruhe, im Sein und in seinem eigenen Glück verankert ist. Ich arbeite daran. Ich lebe deshalb im Moment im Schwerpunkt als abgeschiedener Yogi. Aber etwas Nähe, Wärme und Liebe wäre manchmal auch nicht schlecht. Ich bevorzuge einen mittleren spirituellen Weg. Ich bin kein radikaler Asket. Ich mag Frauen, Liebe und Zärtlichkeit. Ich glaube daran, dass Beziehungen positiv gelebt werden können.

Magd: Wieso „Arm“? Du hast ALLES, was Du brauchst.

Nils: Ich bin ein armer Yogi, weil ich meine Einsamkeit nur begrenzt gut annehmen kann. Mein Weg ist es meine Trauer zu spüren, hineinzugehen und sie so zu transformieren. Ich gelange durch das Ausleben meiner Trauer ins Sein, aber etwas Sehnsucht bleibt.

Berg: Ich gehe davon aus, dass du dich mit der Zeit dran gewöhnst. Das Singleleben hat auch seine Vorteile. Mach’s gut. Viel Glück noch 🙂

Nils: Ich habe mich in über zwanzig Jahren nicht daran gewöhnt. Ich habe es nur gelernt, positiv damit umzugehen. Vorteile hat das Singleleben, aber leider auch einige Nachteile. Irgendwie war da noch etwas. Ich habe es (fast) vergessen.

Pain: Ich habe damit auch meine Erfahrungen, selbst wenn ich erst 22 Jahre alt bin. Ich hatte drei Beziehungen in meinem Leben, die je etwa drei Monate dauerten. Die gesamte restliche Zeit war ich Single und ich muss ehrlich zugeben, mit hat es nicht viel ausgemacht .

Nils: Manche Menschen können gut alleine leben und manche nicht. Ich gehöre leider zu den letzteren. In meiner Jugend konnte ich gut alleine leben. Aber dann habe ich mich tief auf die Liebe eingelassen und kann sie seitdem nur schwer wieder loslassen. Ich arbeite daran, halte aber Liebe auch irgendwie zum Leben dazugehörig.

Pain: Ich habe mir die Frage gestellt: „Brauche ich eine Beziehung“. Ich bin zu der Erkenntniss gekommen, das ich fast alles, was ich aus einer Beziehung gewinnen kann, auch über Freunde und Familie bekommen kann … egal ob Liebe, Geborgenheit …

Nils: In Wirklichkeit brauchst du nur die Erleuchtung. Alles andere befriedigt auf die Dauer nicht. Nur Gott allein genügt. Beziehungen können ebenso wie das Alleineleben ein Weg dahin sein.

Pain: Ich habe auch Spass ohne eine Beziehung … also warum sich in Selbstmitleid suhlen…

Nils: Kein Selbstmitleid. Weisheit. Es gibt den Weg des inneren und des äußeren Glücks. Der Weg des äußeren Glücks ist ein Egoweg und endet langfristig immer im inneren Unglück. Glücklich macht auf die Dauer nur der Weg des inneren Glücks. Jeder Mensch sollte den Weg finden, auf dem er am besten in seinem inneren Glück wachsen kann. Für manche Menschen ist eine Beziehung hilfreich und für manche das Alleineleben. Spass als Lebenssinn ist oberflächlich und auf die Dauer unbefriedigend. Das wahre Glück kommt von innen. Gegen etwas Spaß ist aber nichts einzuwenden.

Anda: Hallo Nils, ich bin seit fast vier Jahren Single, und auch mir fällt es nicht leicht. Von daher kann ich Dich gut verstehen. Andererseits genieße ich auch die Zeit, die ich für mich habe…. Alles Liebe für Dich!

Sanda (38): Ich bin seit fast sechs Jahren alleinerziehende Mama . so langsam aber sicher sehne ich mich echt nach einem bodenständigen Partner … bissel kuscheln, bissel quatschen und so. möchte jedenfalls nicht meinen Lebensabend alleine bestreiten!

Bea: Seit ca. fünf Jahren bin ich alleine. Während dieser Zeit gab es eine große Enttäuschung, an dieser bin ich gewachsen. Und eigentlich geht es mir super. Ich vermisse nichts. Mein Alltag ist ganz gut vollgepackt mit schönen Dingen, an denen ich mich erfreuen kann. Ich bin mit mir meistens ganz glücklich, so könnte ich es ausdrücken.

Im Ganzen gesehen, finde ich es herrlich unkompliziert als Single. Nach körperlicher Nähe habe ich mich selten gesehnt. Eine Schulter zum Anlehnen braucht man sicher, aber da haben sich meine Freundinnen als sehr geduldig erwiesen.

Ich habe mich in meiner Singlezeit sehr verändert, weil ich viel Zeit hatte, mich zu überdenken, weil ich viele Muster in mir verändert habe. Nach einer schlechten Beziehung macht es sicher Sinn, eine Weile alleine zu sein. Sich klar werden, wie man in Zukunft leben soll.

Tolle Männer und Frauen

Sonne (33 Jahre): hallo, ich bin seit vier jahren single und habe mich damit abgefunden. die tollen männer im meinem alter sind vergeben und die anderen haben alle einen beziehungsschaden oder sind absolut nicht das, was ich an meiner seite haben möchte.

Nils: Wir sind alle durch das Fernsehen auf tolle Männer und Frauen geprägt. Die Realität genügt kaum jemandem. Aber sogar die tollen Männer und Frauen sind in ihren Beziehungen meistens nicht auf einer tiefen Ebene glücklich. Sie befürchten ständig Untreue, sind in Machtkämpfe verstrickt und sehnen sich immer noch nach etwas besserem. Wer ist in der heutigen Zeit schon wirklich zufrieden? Wir haben alle einen geistigen Schaden. Das sollten wir erstmal anerkennen. Dann können wir auch etwas weniger tolle Menschen lieben, wie zum Beispiel mich.

Sonne: Ich komme sehr gut aus mit dem allein sein und ich bin auch oft und gern allein, da ich im außendienst tätig bin – da hab ich eh ständig direkten kontakt mit x-menschen und brauche die ruhe und einsamkeit zum abschalten. aber jedes wochenende allein daheim zu verbringen, nur weil im bekanntenkreis lauter pärchen sind und die ihre wochenende lieber zu zweit verbringen, ist nicht wirklich erfüllend… auch starke frauen brauchen mal eine schulter zum anlehnen, jemanden der einem sagt „hey das schaffen WIR schon, mach dir keine sorgen, du bist nicht allein“. Ein WIR erleichtert viele situationen im leben/alltag und man schöpft kraft aus der liebe.

Nils: So ist es. Alleine sein ist oft gut und hilfreich. Aber etwas Liebe kann von Zeit zu Zeit auch ganz schön sein. Zentriere dich in deinem spirituellen Weg. Dann wird alles gut.

Ra: Ach, ein schönes Thema. Ich bin jetzt auch schon seit 6 Jahren Dauersingle und es hat mich am Anfang auch sehr gewurmt. Sehnsucht kann sehr quälend sein, aber je weniger man ihr Aufmerksamkeit schenkt, umso mehr lässt der Schmerz nach.

Nils: Dann geht es dir wie mir.

Ra: Ich für meinen Teil habe eingesehen, dass eine Beziehung in meiner derzeitigen Entwicklungsphase einfach nicht funktionieren würde. Wenn ich mich ständig auf jemand anderen konzentrieren müsste, würde ich wahrscheinlich sehr schnell wieder den Blick für mich verlieren.

Nils: So ist es bei mir auch.

Ra: Die Sehsucht ist immer da und die wird wohl auch nicht weg gehen. Für mich ist sie das Bittersüße in meinem Leben, wie die dunklen Pinselstriche eines melancholischen Gemäldes, dass doch Liebe zum Leben ausdrückt.

Nils: Richtig.

Ra: Ist dieses Beziehungsspiel nicht vielleicht nur das Relikt einer veralteten Gesellschaftsform, die mit der seelischen Liebe eigentlich wenig gemein hat? Unsere Großeltern, Eltern, alle Paare leben uns vor, dass Partnerschaft das höchste Glück sei und irgendwann glauben wir alle, dass man nur so glücklich werden kann. Neue Konzepte müssen her.

Nils: Wir leben in einer Gesellschaft, in der die Familien und die Beziehungen immer mehr zerfallen. Wir brauchen deshalb neue Konzepte für das mitmenschliche Zusammenleben. Diese Konzepte dürfen vielfältig sein. Jeder darf seinen individuellen Weg finden. Wichtig ist, dass wir uns an positiven Werten orientieren. Dauerhaftes Glück kommt nur aus der Spiritualität. Wenn wir das erkennen und danach leben, können wir auch unsere Beziehungen positiv gestalten.

Flower (19 Jahre): Ich bin seit vier Jahren Single und bisweilen eher zufrieden damit. Das hängt damit zusammen, daß ich ein Einzelgänger bin. Ich komm mit mir selbst gut zu recht. Aber natürlich kenne ich diese Sehnsucht auch. Dagegen kämpfe ich nicht an. Wenn diese Gefühle auftauchen, nehme ich mir doppelt so viel Zeit für mich; entspanne, meditiere, sinniere, und lasse mich einfach darin fallen.

Nils: Sehr gut.

Flower: Unter’m Strich lässt sich doch sagen, daß man (ich zumindest) allein besser fährt. Keine Kompromisse, keine Einschränkungen, kein Streit, kein Stress. Und vor allem kann man die Einsamkeit wunderbar nutzen, um sich selbst zu entdecken; sich zu entfalten, sich zu entwickeln – die Individualität richtig auszuleben, etc. Einfach mal Egoistisch sein und das auch noch genießen. Ich finds schön.

Nils: Manche Menschen leben besser alleine und manche besser in einer Gemeinschaft. Als Single kann man seine Individualität gut leben. In einer guten Beziehung kann man viel Freude miteinander haben. Hauptsächlich sein Ego zu leben kann zwar für eine kurze Zeit viel Spaß bringen, langfristig führt dieser Weg aber ins Unglück. Wir haben zu viel Ego auf der Welt und zu wenig Liebe. Deshalb sind die Verhältnisse so schwierig. Geben ist seliger als nehmen. Wer sein inneres Glück entfalten will, sollte vorwiegend aus der inneren Ruhe (dem anhaftungslosen Sein, positiven Fließen mit allen Umständen) und aus dem Geben leben.

Wenn zwei Menschen aus dem Frieden und dem Geben heraus leben, entsteht eine glückliche Beziehung. Wenn alle Menschen aus dem Frieden und dem Geben heraus leben, entsteht eine glückliche Welt. Etwas Ego und Spaß darf sein, aber zu viel Ego zerstört die Welt. Und ohne Welt kann man nicht mehr viel Spaß haben. Die Menschheit ist eine Familie. Eine Familie kann nur zusammen glücklich werden. Wenn zu viel Ego in einer Familie ist, gibt es viele Machtkämpfe und viel Leid. Ihr braucht euch nur einmal umzusehen.

Perle (48): Ich bin seit 6 Jahren mehr oder weniger Single und stimme Sonne zu. Die guten Männer sind in unserem Alter vergeben, und es macht kaum noch Sinn, weiter zu suchen. Suche macht auch müde, und das will ich nicht mehr.

Nils: Ein spiritueller Mensch fließt positiv mit dem Leben. Er zentriert sich in sich selbst und in seinem eigenen Glück. Wichtig ist es genau zu erkennen, wo man gerade steht und was man gerade braucht.

Perle: Im Prinzip kann ich alles alleine. Aber dauerhaft alleine zu sein, ist für mich unbefriedigend. Ich bin der Meinung, dass der Mensch als soziales Wesen nicht zum dauerhaften Alleinsein geboren ist, dass der Mensch Körperkontakt braucht. Ich jedenfalls brauche das. Ich versuche das, was ich mir von einer Beziehung erwünsche, anderswo zu bekommen. Ist so ne Art „Bedürfnislücken stopfen“, auf die unterschiedlichste Weise.

Nils: Wenn du das Glück in dir entwickelt hast, brauchst du nicht mehr so viel und so dringend äußeres Glück. Etwas äußeres Glück genügt für einen Shiva und eine Yoga-Göttin. Dieses äußere Glück kann in guten Freunden, in netten Internetpartnern, in schönen Büchern oder auch in einer begrenzten Beziehung zu finden sein. Der Partner muss dann auch nicht mehr so besonders toll sein, weil uns etwas äußeres Glück genügt. Wenn man/frau die Dinge so lebt, findet man leichter einen passenden Partner.

Beziehungen als Wachstumsweg

Perle: Ich erwarte, dass es mir mit Partner besser geht als ohne. Beziehung heißt für mich nicht schicksalhaft etwas abzuarbeiten. Eine gute Beziehung muss nicht automatisch Arbeit sein.

Nils:

Eine Beziehung darf auch etwas Spaß bringen. Wir sollten uns keinen Partner suchen, der uns unglücklich macht. Andererseits ist eine gute Beziehung immer ein spiritueller Wachstumsweg. Ohne Beziehungsarbeit geht es nicht. Beide Partner müssen sich um eine gute Beziehung bemühen. Sonst geht der Beziehungskahn irgendwann den Bach herunter. Besser rudern wir gemeinsam der Quelle entgegen. Erst wenn beide in Gott leben (erleuchtet sind), brauchen wir nicht mehr so viel zu paddeln. Etwas paddeln muss man auf der Erde immer.

Karin: Du suchst du dir deinen Partner danach aus, ob er dich glücklich macht oder nicht? Oha… Genau das ist der Punkt! Meine Liebe ist bedingungslos und erwartet nichts zurück. Wenn ich jemanden bedingungslos liebe, dann so wie er/sie ist, mit allen Fehlern und Macken.

Nils: Wenn du so lieben kannst, bist du entweder schon sehr erleuchtet oder du machst dir etwas vor.

Karin: Erwartung an einen Partner ist für mich eine Abhängigkeit. Du liebst jemanden, weil du von ihm dies oder das bekommst.

Nils: Ganz ohne Erwartungen kann kein normaler Mensch lieben. Wichtig ist nur, dass wir unsere Beziehung aus einer spirituellen Grundlage heraus leben. Wir müssen die Werte Weisheit, Liebe und Treue in den Mittelpunkt unserer Beziehung stellen, damit sie langfristig gelingen kann.

Emotionale Abhängigkeiten entstehen in einer Beziehung immer. Je tiefer die Beziehung ist, um so größer sind die Abhängigkeiten. Der Weg des Lebens heißt Binden und Lösen. Wir müssen positiv mit dem Leben fließen. Wir sollten im richtigen Moment jeweils das Binden und das Lösen können. Wenn eine Beziehung zu Ende ist, dann ist Lösen angesagt. Wenn eine Beziehung beginnt, bringt gerade das Binden viel Spaß. Ein spiritueller Mensch wächst am Binden und am Lösen ins Licht.

Perle: Glück ist für mich Glück und damit nicht mengenmäßig erfassbar.

Nils: Nach der Glückforschung leben die Menschen in sehr unterschiedlichen Glückszuständen. Das ist meßbar. Es gibt verschiedene Glücksniveaus. Durch positives Denken, Meditation und Spazierengehen kann man sein Glücksniveau steigern. In den Yogaschriften heißt es, dass ein normaler Mensch etwas glücklich ist. Ein erleuchteter Yogi ist hundert mal so glücklich wie ein normaler Mensch. Und ein erleuchteter Karma-Yogi (der den Weg der umfassenden Liebe geht) ist hundert mal so glücklich wie ein erleuchteter Yogi. Schade, dass ich nicht erleuchtet bin. Aber ich arbeite daran.

Perle: Ich lehne es ab andere Menschen in „gut“ oder „schlecht“ einzuteilen.

Nils: Ich bewerte nicht die Menschen an sich, sondern ihre Aussagen und ihre Handlungen. Ich sehe in allen Menschen meine Freunde. Ich sehe ihren guten Kern (Gott in ihnen). Ich helfen allen Menschen auf dem spirituellen Weg. Aber ich grenze mich gleichzeitig ausgreichend gegen alles Negative ab. Auf der Welt gibt es das Gute und das Schlechte. Frieden und Liebe sind gut. Hass und Krieg sind schlecht. Erst in der Lichtdimension lösen sich alle Gegensätze auf. Dann kann man aber nicht mehr in der Welt handeln. Ein Yogi lebt deshalb in beiden Dimensionen, auf der Erde und im Licht, zugleich und alles im richtigen Moment und im richtigen Maß.

Perle: Ich bin der Meinung, der Mensch ist nicht dauerhaft fürs Alleinsein geschaffen, nicht dafür geschaffen, dauerhaft nur in sich das Glück zu finden.

Nils:

Der Sinn des Lebens ist es glücklich zu sein. Das höchste Glück erfährt man in der Erleuchtung, in einem Leben in Gott. Der schnellste Weg zur Erleuchtung ist das spirituelle Praktizieren in der Abgeschiedenheit. Aber nur wenige Menschen sind für diesen Weg geeignet. Insofern stimme ich dir zu. Die Mehrzahl der Menschen findet ihr Glück in einer Beziehung oder Familie.Leider funktioniert dieser Weg in der heutigen Zeit nicht mehr besonders gut.

Manche Menschen sind für das Alleinesein geschaffen, damit sie sich schnell spirituell entwickeln. Ich vertrete den Weg der umfassenden Liebe. Ich wünsche eine glückliche Welt. Ich möchte, dass alle Menschen glücklich sind. Ich identifiziere mich mit allen Wesen. Insofern finde ich das Glück auch im sozialen Miteinander. Wenn andere Menschen glücklich sind, spüre ich ihr Glück in mir. Es ist deshalb mein natürliches Bedürfnis, dass alle Menschen glücklich sind, die mit mir energetischen Kontakt haben.

Perle: Des weiteren bin ich der Meinung, dass der Mensch nicht nur aus Geist besteht, sondern ebenso Körper und Emotion hat, und diese ebenso „beschäftigt/befriedigt/gesättigt“ werden wollen. Menschen, die sich nur denkend, schwebend, erleuchtet durch die Welt bewegen, haben für mich keine Bodenhaftung mehr und machen auf mich den Eindruck des zumindest „leichten Abgehobenseins“.

Nils:

Erleuchtung bedeutet ganz da zu sein. Ein Erleuchteter spürt sich und seine Umwelt viel mehr als ein nichterleuchteter Mensch. Abgehobenheit ist eine große Gefahr auf dem spirituellen Weg. Es ist ein Irrweg, weil man dabei ein künstliche Trennung zwischen sich und der Welt schafft. Erleuchtung bedeutet sein Ego aufzulösen. Und dann erkennt man, dass alles eins ist.

Ich bin sehr für Bodenhaftung. Ich bin für eine gute Erdung. Ich bin für das klare Erkennen der Realität. Im Yoga gehen wir mit dem Körper zur Erleuchtung. Wir pflegen Emotionen wie Liebe, Frieden und Wahrhaftigkeit. Eine ganz andere Frage ist es, wie weit man alle körperlichen Bedürfnisse auslebt. Wer zu stark seine körperlichen Wünsche auslebt, entwickelt Suchttendenzen in seinem Geist. Sucht ist ein Weg des inneren Unglücks und wird deshalb im Yoga vermieden. Das Zentrum des Yoga ist innerer Frieden und innere Harmonie.

Perle: : Du schreibst in deinem Eingangsbeitrag, dass es dir schwer fällt, alleine zu sein. Was ich als ganz „normal“ und menschlich empfinde. Da ist irgendwo ne Diskrepanz, meine ich zu fühlen.

Nils: Du hast recht. Es gibt diese Diskrepanz in mir. Ich bin noch nicht erleuchtet, und deshalb leide ich oft unter meiner Abgeschiedenheit. Einerseits ist Abgeschiedenheit für mein spirituelles Wachstum notwendig. Andererseits bin ich ein geselliger Mensch. Ich behelfe mir mit einem mittleren Weg. Ich versuche meinen persönlichen Kompromiss zu machen. Ich lebe meine sozialen Bedürfnisse etwas. Ich lebe sie, soweit sie mich nicht von meinem spirituellen Weg abbringen. Im Moment habe ich viele soziale Kontakte durch das Internet. Damit bin ich schon sehr zufrieden. Da ich alle Menschen spüre, lebe ich in einem Energiefeld der Liebe. Manchmal besuchen mich Menschen in meiner Abgeschiedenheit. Ich könnte mir sogar vorstellen, wieder eine Beziehung zu haben. Das wird sich ergeben oder auch nicht.

Haben oder Sein

Perle: Glück ist für mich ein Hochschnellen der Lebensfreude, und das kann praktisch immer – meist unvorhergesehen – eintreffen. Es ist ein enorm starkes, mächtiges Gefühl, als könnte ich Bäume ausreißen.

Nils: Viele Menschen lieben das kurzfristige Hochschnellen der Lebensfreude. Sie halten das für das Zentrum des Lebens. Unsere ganze kapitalistische Gesellschaft ist auf kurzfristigen Konsumkicks aufgebaut. Sie ist auf dem Haben-Wollen aufgebaut. Der Weg des tiefen dauerhaften Glücks beruht aber auf dem Sein und Geben.

Hier stehen sich zwei verschiedene Lebensauffassungen gegenüber. Letztlich geht es um den Weg des äußeren Glücks und den Weg des inneren Glücks. Erich Fromm formulierte es mit seinem Buchtitel sehr schön: „Haben oder Sein“.

Kurzfristig scheint der Weg des äußeren Glücks sehr attraktiv und der Weg des inneren Glücks eher unattraktiv. Deshalb gehen die meisten Menschen auf der Welt in die große Glücksfalle.

Wir leben scheinbar in einer freien und selbstbestimmten Welt. Der globale Kapitalismus lockt die Menschen mit der totalen Konsumfreiheit. Menschen und menschliche Beziehung werden im Kapitalismus letztlich zu einer Ware. Alle Menschen leben aus dem Ego, wollen immer mehr haben und werden erstaunlicherweise immer unglücklicher. Eine Milliarde Menschen auf der Welt ist am Verhungern in einer Zeit des totalen Überflusses an Lebensmitteln. In einigen Jahrzehnten wird mehr als die Hälfte der Menschheit in Slums leben. Arbeitslosigkeit, Drogen, Verbrechen, Vergewaltigungen, Krankheit und Depressionen werden den Alltag der Menschen bestimmen.

Etwa 20 % der Menschen profitieren äußerlich vom globalen Kapitalismus. Sie besitzen 80 % des materiellen Reichtums der Welt. Damit finanzieren sie ihren sinnlosen Luxus, der sie innerlich nicht wirklich glücklich macht. Sie zerstören die Welt für ihr oberflächliches Luxusleben. Sie ruinieren die Umwelt, verursachen sinnlose Verteilungskriege und verwandeln die Erde in einen Ort der Verwüstung. Wir brauchen nur einmal das Fernsehen anzuschalten und die Nachrichten zu sehen.

Woran liegt das?

Die Welt ist auf dem Ego auf gebaut. Und das Ego zerstört langfristig die Welt. Wir brauchen eine totale innere Umkehr auf der Welt. Die Welt muss auf der Basis der Werte Liebe, Frieden, Wahrhaftigkeit und inneres Glück neu organisiert werden. Nicht das Ego darf der zentrale Motor der Weltwirtschaft sein, sondern die Liebe, die Solidarität und die Brüderlichkeit der Menschen.

So wie die globalen Beziehungen auf der Welt sind auch die Beziehungen der Menschen untereinander. Und alle wundern sich, dass sie nicht wirklich glücklich sind. Sie durchschauen das Ego nicht. Sie suchen ihr Glück im Haben. Sie wollen einen tollen Partner haben, einen tollen Beruf haben und möglichst viele Glückskicks haben.

Zu viele Glückskicks machen einen Menschen auf die Dauer unglücklich. Sie verstärken die Suchttendenzen im Geist. Ein spiritueller Mensch lebt äußerlich genügsam und innerlich reich.Er sorgt ausreichend für seine Gesundheit, grenzt sich ausreichend gegen negative Menschen ab und pflegt vor allen sein inneres Glück. Er besinnt sich immer wieder aufdie Genügsamkeit in äußeren Dingen, die umfassende Liebe, den innerer Frieden und das inneres Glück.

Über das Einfühlen

Perle: Ich identifiziere mich nicht mit allen Wesen, kann mich aber mittlerweile ganz gut einfühlen. Probleme macht mir nur die Abgrenzung. Ich fühle mich möglicherweise zu sehr ein.

Nils:

Damit ein spiritueller Mensch seine Energie nicht verbraucht ist es sehr wichtig, sich gut abgrenzen zu können. Es ist wichtig für genug Ruhe und Erholung zu sorgen.Es ist wichtig die negativen Energien der weltlichen Mitmenschen immer wieder umzuwandeln. Man darf sich auch nicht so weit einfühlen, dass man dadurch sein eigenes inneres Glück zerstört.

Das nützt keinem Menschen.

Man muss sehr sensibel herausfinden, wie weit man sich in einem konkreten Fall innerlich einlassen kann. Notfalls muss man sich durch spirituelle Übungen wieder aufbauen. Wer sich in Gott (in der Spiritualität, im Sein, in der umfassenden Liebe) zentriert, verliert sich letztlich nicht im Leid der Welt.Der Weg der umfassenden Liebe ist auch ein Schutz davor, beim Leid einzelner Menschen unterzugehen. Man hat immer das Gesamtwohl im Auge und überlässt letztlich alles Gott.

Perle: Ja, aber wie spürt er denn? Doch wohl mit dem Körper, oder? Und er fühlt – Emotionen sind Hormone, also eigentlich eine rein körperliche Angelegenheit.

Nils: Der Mensch ist nicht nur eine biologische Maschine. Gefühle entstehen durch Hormone. Die Hormonprodution beruht letztlich auf auf spirituellen Energieflüssen. Wenn die Chakren aktiviert werden, produziert der Körper die entsprechenden Hormone. Das Zentrum ist die Energie, nicht der Körper. Albert Einstein hat erkannt, dass alle Materie letztlich aus Energie besteht. Die Basis der Energie ist Geist (Bewusstsein). Alles entsteht aus der Bewusstseinsenergie (dem kosmischen Informationsfeld, der höchsten Dimension).

Ein Mensch besteht aus einem Körper und einen körperunabhängigem Bewusstsein (Seele). Das Zentrum ist die Seele. Das innere Glück kommt aus der Seele. Gefühle wie Liebe, Frieden und Glück kommen im Zentrum aus der Seele. Ein Mensch muss seine Seele pflegen, wenn er dauerhaft glücklich sein will. Der Körper sollte gesund erhalten werden, aber die körperlichen Bedürfnisse dürfen nicht den Menschen dominieren. Dann verläuft er sich auf seinem Lebensweg.

Für einen weltlichen Menschen sind die Dinge schwer zu begreifen. Seit vielen Jahren streite ich mit Atheisten darüber. Sie verdrängen den aktuellen Stand der Wissenschaft, den ich im wissenschaftlichen Gottesbeweis (Erleuchtung, Gott und Gottesbeweis) genau dargelegt habe. Sie verdrängen den aktuellen Stand der Natodforschung, der Quantenphysik und der Erleuchtungsforschung. Der 16. Karmapa hat mit seinem Tod in einem Krankenhaus in Chicago deutlich demonstriert, dass der Geist eines Erleuchteten über dem Körper steht. Er kann sich über alle Schmerzen erheben und dauerhaft sein inneres Glück und seine umfassende Liebe bewahren. Er kann vom Geist aus den Körper und die Hormone lenken.

Der Mensch spürt nicht mit seinem Körper, sondern mit seiner Energie. Wenn die Energie weg ist, kannst du nichts spüren. Das bezeugen viele Depressive, die weder sich selbst noch ihre Mitmenschen richtig spüren können. Ein Erleuchteter hat viel Energie und kann deshalb sehr genau sich selbst und seine Mitmenschen spüren. Ich spüre mit meiner Energie sogar die Menschen, die tausende von Kilometern entfernt sind.

Perle:

Hat der Erleuchtete nicht Angst von den anderen „vereinnahmt“ zu werden, da er doch so viel (alles?) spürt?Wo bleibt denn da das eigene Fühlen? Die Trennung zwischen aussen/den anderen und dem Erleuchteten? Oder gibt es keine Trennung mehr?

Nils:

Es gibt keine Trennung mehr, gleichzeitig existiert der Erleuchtete aber immer noch als eigenständige Energiewolke. Er spürt mit seiner Energie und kann seine Energie vor einer Beeinträchtigung schützen. Er vergrößert durch seine spirituellen Üben seine Energiewolke immer mehr. Je weiter er spirituell kommt, desto mehr kann er wahrnehmen und desto umfassender kann er seinen Mitmenschen helfen.

Bedürfnisse mit Verstand leben

Perle: Wenn man gar nichts ausleben kann, funktioniert das Leben nicht.

Nils: Du hast einen Körper und darfst ihn auch leben. Aber mit Weisheit und Verstand. Alles im richtigen Moment und im richtigen Maß. Und auf der Basis, dass das Zentrum des Lebens das innere Glück ist. Ich vertrete den mittleren spirituellen Weg, auf dem auch die Freude/der äußere Genuss ausreichend gelebt werden darf. Ich wünschte, ich würde etwas weniger Süßigkeiten essen. Sex soll ja gesünder sein. Aber wenn alle Frauen immer nach tollen Männern Ausschau halten und den kleinen Yogi Nils übersehen, dann bleibt mir nur Schokolade und Fernsehen.

Perle: Mir fällt es sehr schwer, als langjähriger Single normale Bedürfnisse faktisch zu unterdrücken, weil ich sie nicht ausleben kann. Ich kann das aber auch nicht im Kopf „wegdenken“ – das funktioniert nicht. Voriges Jahr, als ich auch phasenweise mal so „rappelig“ war, gab mir eine Bekannte den Tipp mit den Kuschelparties. Dort wird gekuschelt, – mit Fremden. Jedwede sexuell motivierte Handlung ist verboten, Alkohol auch, sonstige Drogen auch, und alles ist natürlich freiwillig. Sowas find ich gut. Dort könnte der normalbedürftige Mensch, der ja leider Single ist, zumindest ein wenig Körperkontakt zu anderen menschlichen Lebewesen bekommen.

Nils: Du hast Glück. Wenn du Sex zwanzig Jahre nicht lebst, ist er weg. Dann kannst du ihn auch leicht im Kopf wegdenken. Dann bist du auch nicht mehr so rappelig. Kuscheln mit Fremden finde ich auf die Dauer auch nicht so prickelnd. Das erweckt nur sexuelle Bedürnisse, und dann rennt der arme Yogi wieder stundenlang rappelig durch den Wald. Mein Ideal ist eine gewisse Unabhängig vom Sex und von Beziehungen. Ein Buddha hat eine Beziehung, wenn dafür die richtige Zeit ist. Und er kann auch ohne eine Beziehung glücklich sein. Das gefällt mir. Leider bin ich kein Buddha, sondern nur ein kleiner rappeliger Yogi.

Perle: Ich habe über die Jahre gelernt (lernen müssen), dass mir der Austausch mit anderen Menschen nur übers Internet alleine nichts bringt. Leider. Obwohl ich es natürlich genieße, im Internet diskutieren zu können. Aber das ist nur Verstand. Da fehlen andere Ebenen. Ich verkopfe, wenn ich nur diskutiere, und das tut mir nicht gut.

Nils: Du bist einfach nur unersättlich. Obwohl ich unersättliche Frauen auch irgendwie liebe.

Wenn du dich in deinem inneren Glück zentrierst und es systematisch entwickelst, brauchst du nicht so viele äußere Dinge. Dann können auch Internetkontakte genügen.Sie genügen mir ja auch. Internet ist nicht nur Verstand. Es gibt auch die Energieebene. Und auf der Energieebene passiert im Internet sehr viel. Für mich ist es so, als ob meine Internetfreunde alle konkret bei mir anwesend sind. Ich sehe sie und spüre sie. Vielleicht hast du dein Energiegespür noch nicht so weit entwickelt. Das entsteht langsam auf dem spirituellen Weg. Dann verkopfst auch du durch die Diskussion im Internet nicht, weil du immer energetisch in Kontakt bist. Obwohl gegen persönliche Kontakte auch nichts einzuwenden ist. Von Zeit zu Zeit besuchen mich überraschend Menschen. Das ist auch schön. Aber ich bin nicht abhängig davon.

Perle: Mein „Sein“ braucht Dinge von aussen – keine sonderlich materiellen Dinge, aber zwischenmenschliche Dinge.

Nils: Das ist dein großer Irrtum.

Du brauchst nichts von außen. Vielleicht etwas zu essen und eine Wohnung. Aber das hast du ja bereits. Zwischenmenschliche Dinge brauchst du in Wirklichkeit nicht. Teresa von Avila hat den großen Satz geprägt: „Gott allein genügt.“ Ich formuliere es etwas um: „Inneres Glück allein genügt.“Wenn du in dir vollständig glücklich bist (das bedeutet es in Gott zu leben), brauchst du nichts Äußerliches mehr. Und so lange du nicht vollständig in dir glücklich bist, kann dich alles Äußere der Welt auch nicht wirklich befriedigen. Du wirst nie zufrieden sein.

Du gehst den Weg des Haben-Wollens. Auf diesem Weg wirst du nie tief in dir glücklich werden. Du willst nicht primär materielle Dinge, sondern immaterielle Dinge wie Liebe, Glück und Energie haben. Aber es bleibt ein Haben-Weg, ein Suchtweg. Du bist in die Suchtfalle gegangen. Du gibst den „bösen“ Männern die Schuld, aber in Wirklichkeit ist die Hauptursache deine eigene geistige Fehlorientierung. Du brauchst Weisheit und innere Klarheit, damit du dein Leben positiv meistern kannst. Du brauchst zu allererst weise Ziele. Du musst das Glück vorwiegend in dir selbst und nicht in den Männern und Beziehungsspielen suchen. Dann kannst du auch positiv äußere Beziehungen leben.Solange du das nicht begreifst, wirst du immer Suchtbeziehungen leben. Du wirst dir die falschen Männer aussuchen und nie wirklich glücklich werden.

Perle: Äusseres Glück sind für mich die Dinge, die von anderen Menschen kommen: Achtsamkeit, gute Kommunikation, Körperlichkeit, sexuelle und andere zwischenmenschliche Befriedigung. Ich versuche auch, das zu geben. Die meisten Menschen geben aber nie was zurück. Sie nehmen nur. Sie sind Konsumenten meiner Achtsamkeit, Fürsorge, Einfühlsamkeit, Freundschaft. Meine Mitmenschen haben mich dermaßen ausgesaugt (vor allem die Männer), dass ich nur noch unter allergrößtem Vorbehalt gebe. Dieser energetische Vampirismus, vor allem von den vielen Männern, die ich kennen gelernt habe, hat mich sehr misstrauisch gemacht. Und das ist gut so.

Nils: Das ist gut so.

Du bist auf dem Weg die Welt zu begreifen. Du bemerkst zuerst einmal, dass dein Leben nicht funktioniert. Deine Beziehungen machen dich nicht glücklich und alleine bist du auch nicht glücklich. Irgendetwas stimmt da nicht. Das macht doch nachdenklich. Nachdenklichkeit ist der erste Schritt zur Weisheit.

Männer und Frauen

Perle:

Sexualität ist der Lebensmotor schlechthin. Die weitaus meisten Menschen können damit nicht achtsam umgehen. Männer sowieso nicht. Männer benutzen Frauen nur.

Nils: Männer benutzen Frauen, wenn die Frauen sich benutzen lassen. Du läßt dich energetisch aussaugen und gibst dann den Männern die Schuld. Dabei liegt die Ursache in deiner eigenen Unklarheit über den Weg des Glücks und in deiner Unfähigkeit dich ausreichend innerlich abzugrenzen.

Du hälst die Sexualität für das Zentrum des Lebens und nicht Gott (das innere Glück, die Spiritualität). Mit dieser Einstellung kann du nur unglücklich werden.

Perle: Die Menschen sind nicht glücklich, weil die Rollenstrukturen zwischen Mann und Frau kein glückliches Zusammenleben ermöglichen. Nicht das Ego ist „schuld“, sondern die Rollen, die jeder von uns lebt, weil wir so geprägt wurden.

Nils: Solange die Dummheit die Welt regiert, ist es egal ob die Männer oder die Frauen ihre Erfüllungsgehilfen sind.Viele Psychologen arbeiten beständig an den Rollenstrukturen in ihren Beziehungen. Nützt es ihnen etwas? Leider nein. Sie haben genauso schlechte Beziehungen wie alle anderen Menschen auch.Solange das Ego in einer Beziehung regiert, hat das Glück keine Chance. Nicht die Psychologen haben wissenschaftlich erwiesen die besseren Beziehungen, sondern die spirituellen Menschen. Sie reduzieren ihr Ego und leben nach positiven Werten wie Liebe, Frieden und Treue.

Perle: Man muss sehr sensibel herausfinden, wie weit man sich in einem konkreten Fall innerlich einlassen kann. Das kann ich halt nicht, weil ich nicht mehr bei mir bleiben kann, bei meinen Bedürfnissen. Wenn ich mich auf jemanden einlasse, habe ich sofort die Bedürfnisse des anderen vor mir, ich fühle das. Wenn ich mich dann abschotte, ist es vorbei mit einlassen.

Nils: Da läuft deutlich etwas falsch bei dir. Du findest das richtige Maß in den Dingen nicht. Du erkennst aber schon gut den Weg der Weisheit: Du musst sensibel herausfinden, wie weit du dich jeder konkreten Situation innerlich einlassen darfst. Vollständige Abschottung macht dich unglücklich, aber die vollständige Selbstaufgabe in einer Partnerschaft auch. Es gibt einen Mittelweg. Finde ihn. Du kannst ihn nur finden, wenn du die Spiritualität in den Mittelpunkt deines Lebens stellst.

Wenn du in deinem eigenen Glück gut zentriert bist, kannst du auch positive Beziehungen zu anderen Menschen leben.Du musst so viele spirituelle Übungen in deinen Tag einbauen, dass du dein inneres Zentrum nie verlierst.

Perle: Spirituelle Übungen, das alleine kann es nicht sein.

Nils: Doch. Probiere es aus.

Marta: Nach meiner letzten Geschichte habe ich mit dem Thema Männer komplett abgeschlossen. Mein letztes Mal hat mich gebrochen und so was soll mir nie wieder passieren.

Nils: Wer sehr verletzt ist, neigt zu einer extremen Sichtweise. Du hast dir den falschen Mann ausgesucht, deine Beziehung falsch gelebt und es hat dir das Herz gebrochen. Jetzt heile dich erstmal aus. Und lerne daraus. Dann passiert es dir nicht wieder.

Marta: Ich bin eine von denen, die nicht von einer Beziehung in die andere gehen. Dann bleibe ich doch lieber für mich alleine. Dennoch muss ich zugeben, schön ist es nicht immer. Single zu sein hat leider zwei Seiten, genauso wie eine Beziehung zu haben.

Nils:

Alles hat seine Vor- und Nachteile. Sokrates wurde gefragt, ob es besser ist alleine oder in einer Beziehung zu leben. Er antwortete: „Was du auch tust, du wirst es bedauern.“ Eine geniale Antwort. Das Glück liegt zu 90 % in einem selbst (in der eigenen Psyche) und nur zu 10% in den äußeren Umständen. Mann/frau muss sich in Gott (inneren Glück) verankern und kann dann ganz locker die äußeren Dinge leben wie sie gerade kommen. Ein Buddha ist mit einer Beziehung und alleine glücklich.

Nachtigall: Du stellst die Männer dar als wären sie unfähig. Ich hab keinen Bock einen Mann zu erziehen; ich will einen der schon “fertig“ ist, der weiss wer er ist und was er will. Wer will schon ein Mamakind/Schlaffi??? Ich hoffe, das war ein Witz von deiner Seite aus.

Nils: Liebe Nachtigall, es war ein Witz. Aber so wie ich Witze liebe, mit etwas Wahrheit darin. Viele Männer besitzen sehr wenig Einfühlungsvermögen und spirituelles Wissen. Meistens treffen Frauen in ihren Beziehungen auf derartige Männer. Wenn Weisheit auf Unweisheit trifft, ist es die Aufgabe der Weisheit die Beziehung gut zu managen.

Es gibt wenige Männer, die schon „fertig“ sind. Solch einen Mann zu bekommen, ist ein falsches Wunschdenken.

Die meisten Männer haben Schwächen und Stärken. Mein Beziehungsideal ist es ein gutes Team zu sein. Beide Partner sollten die Beziehung positv fördern.

Der Normalfall sind entweder zwei Egomanen, die sich langfristig beide unglücklich machen. Oder die gemischte Beziehungen aus einem weltlichen und einem spirituellen Menschen. Dann hat der spirituelle Mensch die Aufgabe die Beziehung dank seines psychologischen Wissens positiv zu managen. Wenn ihm das nicht gelingt, weil sein Potential zu gering ist und die Schwierigkeiten in der Beziehung zu groß sind, sollte er sich trennen und alleine leben.

Und noch ein Witz zum Abschluss.

„Wenn Gott glückliche Beziehungen als Sinn des Lebens gewollt hätte, hätte er genug tolle Männer für alle Frauen auf der Erde erschaffen.“ Da es tolle Männer nur im Fernsehen gibt, muss der Sinn des Lebens woanders liegent: „IN DIR SELBST!!“

Das Glück kommt aus dem spirituellen Weg

Perle: Ich widerspreche auch dem „Du brauchst nichts von aussen“. Jeder Mensch braucht Dinge von aussen, wir sind kommunikative Wesen und wir brauchen deshalb soziale Kontakte, der Mensch ist ein soziales Wesen, wir brauchen auch Körperkontakt und ein halbwegs normaler Mensch braucht auch sexuelle Befriedigung, denn zur Normalität gehört auch eine gesunde Libido, die gleichbedeutend ist mit Lebenskraft.

Nils:

Die Lebenskraft kommt aus Gott. Sie kommt aus der Ruhe, einer gesunden Lebensweise und spirituellen Übungen (positives Denken, Meditation). Die meisten Menschen überschätzen die Sexualität. Sie wird vom Fernsehen als Hauptsinn des Lebens gelehrt, um die Menschheit dumm, abhängig und ausbeutbar zu halten.Sex ist nichts als eine Verkaufsmasche, um die Menschen zu maximaler Leistung und zu guten Konsumenten zu erziehen. Positiver Sex in einer positiven Beziehung kann schön sein, aber Sex als Hauptsinn des Lebens führt die Menschen geistig in die Irre.

Warum sind in unserer sexuell so freien Welt die meisten Menschen tief in ihrer Seele unglücklich? Wir werden doch in der Mehrzahl nicht mehr von der Religion, sondern vom Fernsehen erzogen. Jeder Mensch sieht drei Stunden am Tag fern und nur 5 % gehen Sonntags noch in die Kirche. Der normale Mensch ist weltlich, egoistisch und unglücklich. Normal sein ist doof, innerlich glücklich zu sein ist besser. Man muss weise verrückt sein, um in einer verrückten Welt glücklich leben zu können.

Perle: Dieses „Du brauchst nix“ ist für mich lebensfeindlich. Für mich sind Menschen, die nichts brauchen (ausser einem Dach überm Kopf und bisschen was zu essen und zu trinken), genau die Menschen, die auch nichts geben.

Nils: Das stimmt jedenfalls bei mir nicht.

Perle: An diesem „Ich brauche nichts und ich gebe deshalb anderen auch nichts-Menschen“ geht die Welt und die Menschheit kaputt.

Nils: An der Lehre von der umfassenden Liebe und dem inneren Glück wächst die Menschheit ins Licht.

Die Menschheit geht kaputt, weil zu viel Ego in der Welt ist. Die Menschheit geht kaputt, weil sie den Weg des äußeren Glücks überschätzt und das innere Glück unterschätzt.Es ist für das innere Glück förderlich, genügsam in äußeren Dingen zu sein. Es ist nicht förderlich, nicht zu geben. Du hast mich mißverstanden. Ich lehre es im großen Geben zu leben.

Perle: Die Predigen „du hast nichts zu brauchen“ halten die Menschen klein und bedürftig. Menschen, die nie das bekommen, was sie brauchen, werden nämlich dann nie satt.

Nils: Ich sage nicht, dass der Mensch nichts braucht und dass Sexualität schlecht ist. Ich bin nur der Meinung, dass man seine körperlichen Bedürfnisse mit Weisheit und Verstand leben sollte. Man/frau sollte sie so leben, dass das Glück in einer Beziehung wächst.

Ich wünsche freie und glückliche Menschen. Das gelingt nur, wenn wir uns ausreichend über unser Ego und über unsere körperlichen Bedürfnisse erheben. An weltlichen Wünschen wird man niemals satt. Sie wachsen mit der Häufigkeit der Befriedigung. Wünsche sind wie kleine Kinder. Wenn sie nicht gut erzogen werden, machen sie ihren Eltern viel Ärger.

Der Glücksweg des Menschen ist nicht maximaler Sex, sondern die Erleuchtung. Das innere Glück kommt aus der Seele und nicht aus dem Körper. Der Körper kann ein Hilfsmittel dazu sein. Aber wir dürfen nie die Dinge verwechseln. Schon die alten Griechen lehrten: „Der Körper braucht vorrangig Gesundheit und die Seele Glück.“

Über das Geben

Perle: Ich habe zu viele Menschen, die mit solchen Glaubenssätzen wie „Gebe, ohne etwas zurück zu erwarten“, leben, kaputt gehen sehen.

Nils: Dann haben sie nicht aus Gott, sondern aus dem Ego heraus gegeben. Sie waren nicht in Gott, in sich selbst, in der Ruhe verankert. Sie haben nicht im persönlich richtigenGleichgewicht von Ruhe und Aktivitätgelebt. Sie haben sich nicht ausreichend mit Energie wieder aufgeladen.Sie haben gegeben, um etwas wieder zu bekommen. Sie haben letztlich ein Tauschgeschäft versucht und sind im Ego-Geschäftsleben gescheitert. Sie sollten zum Weg des inneren Glücks finden, ausreichend jeden Tag spirituell üben und sich so langsam wieder selbst heilen. Wer den Weg des Egos geht, baut innere Verspannungen auf. Wer den Weg der Spiritualität geht, baut innere Verspannungen ab und wächst dadurch im Frieden, in der Liebe und im Glück.

Magd: Es sieht so aus, liebe Perle, dass du sehr verbittert bist. Du bist sehr enttäucht. Aber was dich enttäucht hat, ist dein eigenes „Wollen – Wollen – Wollen“. So kannst du dein Göttliches SELBST nicht erkennen. Dinge von außen braucht nur das Ego. „ERKENNE DICH SELBST“

Perle: Gerade das WOLLEN ist die stärkste zu begrüßende Kraft. Ohne Wollen ist kein menschliches Leben möglich. Ohne Wollen keine Ziele, keine Entwicklung, kein Fortschritt.

Nils: Etwas zu wollen, Ziele zu haben, für etwas zu kämpfen ist eine starke Kraft.

Man sollte nur wissen, wofür man kämpft. Falsches Wollen ist eine negative Kraft und positives Wollen eine positive Kraft. Das falsche Wollen entsteht aus dem Ego und das positive Wollen aus der Liebe.Und für meine geliebte Perle sage ich es noch einmal sehr deutlich: Liebe ist nicht Sex. Liebe ist eine spirituelle Energie. Liebe kommt von Gott und Sex kommt vom Körper. Die Liebe fließt durch ein Leben in Gott (in der Spiritualität) in den Menschen hinein und durch ihn durch zu seinen Mitwesen.Das Geheimnis der Liebe heißt Geben aus der Ruhe.

Perle: Immer nur zu geben macht krank. Männer nehmen nur. Ich muss mich davor schützen ausgesaugt zu werden.

Nils: Du hast das Prinzip des inneren Glücks nicht verstanden.

Inneres Glück kommt aus der Ruhe. Inneres Glück entsteht, wenn du die Verspannungen in deinem Körper und deinem Geist auflöst.Ist der Körper von Verspannungen befreit (gereinigt), fühlt sich der Körper wohl. Das innere Glück beginnt von alleine zu fließen.

Hat der Mensch viel Energie und Glück in sich, kann er viel Energie und Glück an seine Mitmenschen weitergeben.

Hat ein Mensch nur wenig Glück und Energie in sich, kann er nur wenig geben. Hat er wenig und gibt viel, verbraucht er seine Energie und wird innerlich unglücklich. Hat ein Mensch kein Glück in sich, sollte er erstmal einige Zeit abgeschieden leben und seine Energiespeicher wieder aufladen.Er sollte Urlaub machen und im Extremfall erstmal einige Jahre als Yogi leben wie ich.

Magd zu Perle: Gebe freiwillig, ohne etwas dafür zu erwarten, und es wird dich „gesund“ machen. „Männer nehmen aber nur.“ Das ist deine Meinung, und leider eine, die dich „krank“ macht. Ein falsches Glaubens-Muster. Du ziehst DAS an, was du „sendest“. Kampf zieht Kampf an, und Liebe LIEBE.

Nils: Sehr gut.

Erstens sollte man geben ohne etwas zurückzuerwarten. Und zweitens sollte man sich in sich selbst verankern, aus der Ruhe heraus handeln, aus dem Sein heraus geben. Aus der Ruhe erhält ein Mensch seine Energie und durch das umfassende Geben gelangt er in die Dimension der umfassenden Liebe. Wenn man/frau in Gott ruht und aus Gott heraus gibt, kann man endlos geben. Gott ist unendliche Fülle.

Perle: Blockaden kommen immer nur von aussen, in mir ist alles frei fliessend, aber nur, wenn ich mit mir alleine bin.

Nils: Schon wieder die „bösen“ Männer. Und du bist die Gute, Reine, frei Fliessende. Leider musst du dazu alleine sein, obwohl du ja den Sinn des Lebens in Beziehungen und gutem Sex siehst. Immerhin, du erkennst irgendwie schon den Weg der Weisheit. Nur siehst du die Dinge etwas zu extrem. Es gibt einen Mittelweg.

Du kannst in dir ruhen, deine Energie bewahren und gleichzeitig auch gute Beziehungen haben.

Perle: Von aussen kommen die Energieräuber, das sind die, die nur nehmen. Männer in der Regel, wenns um Beziehungen geht. Andere Menschen, wenns um Alltagsdinge oder geschäftliche Dinge geht.

Nils:

Du bist für dich selbst verantwortlich. Du bist die Meisterin deines Lebens. Meister dein Verhältnis zur Außenwelt.Männer sind nicht nur „böse“, sondern auch dumm. Eine kluge Frau erzieht ihren Mann, so dass er ihr wie ein Hund aufs Wort folgt. In den USA hatte eine Hundetrainerin auch einen unfolgsamen Mann, der sie unglücklich machte. Sie wandte einfach die Regeln der Hundeerziehung auf ihren Mann an, und es funktionierte. Kauf dir ein Buch über Hundeerziehung. Und erzieh deine Männer positiv.

Perle: Ich habe gelernt mich abzuschotten. Ich habe jahrzehntelang NUR an die anderen gedacht, und mich ganz weit hinten an gestellt. Damit ist jetzt Schluss. Von mir bekommt kein Mensch mehr etwas, es sei denn, er gibt mir dasselbe zurück.

Nils: Du neigst zu extremen Sichtweisen, die dich aber offensichtlich unglücklich machen. Probiere es mit einem sensiblen Mittelweg. Wie weit musst du dich abgrenzen? Wie viel kannst du geben, ohne dich zu verbrauchen?

Menschliche Beziehungen als Tauschgeschäft zu leben, ist eine Egofalle. Sie führt zu Machtkämpfen, bei der die Liebe langfristig auf der Strecke bleibt. Veranker dich in Gott und alles wird gut. Der Mensch muss Gott (die Spiritualität) und nicht das Geld ( das äußere Glück, Sex, Beziehungen) in den Mittelpunkt seines Lebens stellen. Das ist die große Weisheit der Bergpredigt. Das lehren alle Erleuchteten. Das steht in den heiligen Schriften aller Religionen.

Über die freie Liebe

Perle: Den Menschen predigt die Kirche schon in der Kindheit, dass sie nicht o.k. sind. Dass Sexualität schmutzig ist. Dass Befriedigung nicht nötig ist. Durchschaut eigentlich hier niemand dieses lustfeindliche, lebensfeindliche Prinzip?

Nils: Doch, du. Deshalb bist du auch so glücklich in deinem Leben 😉

Perle: Menschen sind keine Yogis ohne Bedürfnisse. Menschen sind Menschen! Bedürfnisse zu haben, ist menschlich, und die Menschheit sollte endlich von ihrem verklemmten Trip runterkommen und frei zum Sex stehen.

Nils:

Wir sollten es lernen unsere Bedürfnisse mit Weisheit zu leben und nicht zur Selbstzerstörung zu verwenden. Das Zentrum des Lebens ist das innere und nicht das äußere Glück. Wer das nicht begreift, verläuft sich im Leben.Freie Liebe ist ein Irrweg, der viele Menschen unglücklich gemacht hat. Er hat ihr Herz gebrochen und ihr inneres Glück zerstört. Deshalb gibt es so viele unglückliche Singles. Glück in einer Beziehung kann nur durch positive Werte wie Liebe, Treue und Ehrlichkeit entstehen.

Maximal viel Sex macht den Menschen süchtig und nicht glücklich. Glücklich wird man nur das richtige Maß in äußeren Dingen und die konsequente Arbeit an seiner Psyche. Glücklich wird man letztlich nur durch Gott und nicht durch den Körper.

Erleuchtete Yogis ohne Bedürfnisse sind tausendmal glücklicher als sex- und liebessüchtige Normalmenschen. Leider bin ich kein erleuchteter Yogi ohne Bedürfnisse, sondern ein sexsüchtiger Normalo. Weint mit mir über mich, meine Freunde. Das Leben kann so grausam sein, wenn man seine körperlichen Bedürfnisse nicht unter Kontrolle hat.

Aely: Irgendwie habe ich das Gefühl, in dieser Diskussion geht man davon aus, dass eine Beziehung die Voraussetzung ist, um Sex zu haben? Also kein Sex ohne feste Beziehung?

Nils:

Man kann Sex ohne eine Beziehung haben. Wir leben in einer sehr freizügigen Zeit. Die Frage ist nur, ob es sich dabei um einen Glückweg handelt? Wenn wir uns die Realität in der westlichen sexorientieren Konsumwelt ansehen, macht freier Sex die meisten Menschen langfristig unglücklich. Er zerstört das Herzchakra vieler Frauen. Er macht viele Männer zu einsamen, beziehungsunfähigen Singles.Einige Männer können gut ihr Herzchakra verschließen und Sex ohne Liebe leben. Langfristig wachsen in ihnen aber die Suchttendenzen, das Ego und die Beziehungsunfähigkeit. Auf dem Weg des tiefen, dauerhaften Glücks sind alle diese Menschen nicht!!!

Es gibt den Spruch „Jeder kann wie er mag mit oder ohne feste Beziehung Sex haben.“ Dieser Satz ist ein Produkt der geistigen Unklarheit unserer Zeit.

Es gibt klare Regeln des Glücks im Kosmos. Wer gegen die Glücksgesetze der Natur verstößt, wird gnadenlos bestraft. Unweisheit führt gesetzmäßig ins Leid. Was Weisheit und was Unweisheit ist, ergibt sich aus der aktuellen Glücksforschung.Die bestätigt leider den kleinen dummen Yogi Nils und nicht die kluge Aely.Die spirituellen Menschen haben die glücklichen Beziehungen und nicht die Anhänger der freien Liebe

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Perle: Menschen werden unmündig und dumm gehalten, indem man ihnen Angst macht. Jedwede Predigt in Richtung Verzicht und „böse Bedürfnisse“ macht Menschen seit Jahrtausenden unglücklich. Jedwede Religion versucht die Menschen zu gängeln, indem sie den Menschen einbleut, wie schlecht sie doch sind, weil sie menschliche Bedürfnisse haben und diese ausleben wollen. Traurig, sowas. Einfach nur entsetzlich traurig, diese „Heilslehren“. Religion ist Opium fürs Volk.

Nils:

Es gibt in den Religionen auch Fehlentwicklungen. Eine Fehlentwicklung ist die Angstmache. Angst führt zu inneren Verspannungen und blockiert die Erleuchtung.Angst erzeugt inneres Unglück. Religionen, die vorwiegend mit Angst arbeiten, machen die Menschen wissenschaftlich erwiesen unglücklich. Hier sind die zornige Perle und der kleine Yogi Nils einer Meinung. Hier stehen wir beide auf derselben Seite.

Andererseits muss man klar feststellen, dass die Mehrheit der religiösen Menschen ihre Religion eher positiv lebt. Für sie ist der Glauben überwiegend ein Glücksweg. Ich stimme aber mit dir darin überein, dass es hier noch viel zu tun gibt. Man darf nur nicht alle Religionen über einen Kamm scheren.

Der westliche Yoga arbeitet absolut nicht mit Angst, sondern ist ein Entspannungs-, Gesundheits- und Glücksweg.Im Christentum gibt es nach meiner Beobachtung zwei Fraktionen, die Betoner der Angst und die Betoner der Liebe. Ich stehe klar auf der Seite der Anhänger der Liebe.

Über das Handeln

Perle: Es gibt für

die aufgeklärte, selbstbewusste Frau, die weiß, was sie willund braucht, durchaus Möglichkeiten, ihren sexuellen Neigungen nachzugehen. Auch als Single.

Nils:

Wunderbar. Ich liebe aufgeklärte selbstbewusste Frauen. Allerdings sollten sie auch über etwas Verstand und Weisheit verfügen.Und am besten auch liebevoll, zärtlich und in sich selbst glücklich sein. Aber wir arbeiten daran, meine liebe Perle.

Perle: Es ist aufgrund der gesellschaftlichen Zustände (Verklemmtheit, Prüderie, deren Gründe ich hauptsächlich in der Erziehung und in der kirchlichen Prägung unserer Gesellschaft sehe) sehr schwer, Menschen (Männer) zu finden, die zu freier, unbelasteter Sexualität überhaupt fähig sind. Auf gut deutsch gesagt: Die Deutschen sind verklemmt. Einen adäquaten Partner zu finden ist deshalb sehr, sehr schwer.

Nils: Verklemmtheit ist eine Energieblockade. In einer liebevollen Beziehung kann man sie überwinden.

In einer liebevollen, auf Treue und Ehrlichkeit beruhenden Beziehung können sich beide Partner durch eine positive Sexualität von ihren seelischen Verletzungen heilen. Eine positive Sexualität besitzt ein großes Heilpotential.Sexualität auf der Basis von Egokämpfen und potentieller Untreue heilt aber nicht, sondern macht krank.Da die freie Liebe und ständig wechselnde Beziehungen der Hauptweg der heutigen Jugend sind, werden die meisten Menschen durch die Sexualität innerlich schwer verletzt und sind deshalb kaum noch zu einer positiven Beziehung fähig.

Früher lag die Ursache für viele Verspannungen in einer verklemmten kirchlichen Sexualmoral. Aber heutzutage spielt die Religion im Alltag der meisten Menschen keine Rolle mehr. Auch eine Erziehung durch die Eltern findet kaum noch statt.

Der große Erzieher unserer Gesellschaft ist das Fernsehen. Mit Sendungen wie Sex and the City wird die freie Liebe propagiert und die Mehrzahl der Menschen ins innere Unglück gestürzt. Wir müssen die Ursachen unseres allgemeinen Beziehungsunglück klar erkennen, wenn wir positive Lösungen finden wollen.

Perle: Die Einstellung „es wird sich ergeben oder auch nicht“, verbreiten nur Menschen, die passiv bleiben und damit andere krank machen. Durch ihre Passivität, gekoppelt mit Negativismus und Angstmachen. Bei diesen Menschen ergibt sich i.d. Regel auch nichts, weil sie ja nichts dafür aktiv tun, damit sich was ergibt. Sie warten nur. Und ziehen damit andere noch mit runter.

Nils: Ich bin für eine Mischung aus Sein und Handeln. Der Schwerpunkt eines Menschen sollte im Sein, in Gott, in der Überlassenheit an das Leben liegen. Sonst verspannt man sich innerlich und das Handeln wird neurotisch.

Der Mensch ist aber auch ein handlungsfähiges Wesen.

Gott hat dem Menschen auch die Kraft geschenkt, seine Verhältnisse positiv zu gestalten. Wir sollten für glückliche Verhältnisse auf der Welt arbeiten. Wir sollten unsere Beziehungen positiv managen. Wir sollten unser äußeres Leben positiv meistern.Wir sollten konsequent nach der Verwirklichung unseres inneres Glücks streben. Wir sollten hart dafür arbeiten ein Buddha, Shiva, Jesus, eine Göttin zu werden.

Wir sollten in uns das Licht verwirklichen und die Welt um uns erleuchten. Wir sollten das Paradies auf die Erde bringen. Das geht aber nicht durch das maximale Ausleben des Egos (des Körpers, Sex, Streben nach äußerem Reichtum), sondern durch die Entwicklung von Liebe, Frieden und Weisheit in uns und in der Menschheit.

Etwas äußerer Genuss ist erlaubt, wenn man den Schwerpunkt in seinem Leben richtig festgelegt hat. Ich empfehle für die meisten Menschen einen sanften spirituellen Weg. Einen Weg der harten Askese können nur verrückte Yogis gehen. Gut, dass ich kein verrückter Yogi bin.

Über das Ego

Perle: Grundfalsch. Sex ist Liebe. Lust ist Liebe. Es gibt keine größere Liebe als die sexuelle Vereinigung, in der die Beteiligten aufgehen. Leider können die Menschen das nicht mehr.

Nils: Grundfalsch.

Es gibt keine größere Liebe als die Liebe zu allen Wesen. Es gibt keine größere Liebe als die Liebe zu Gott (zum höheren Selbst). Es gibt kein größeres Glück als das Glück der Erleuchtung. Ein Buddha ist glücklicher als eine kleine liebestolle Perle.

Warum können die Menschen nicht mehr richtig lieben? Weil das Ego in der heutigen Zeit zu groß geworden ist. Sex mit viel Ego ist ein Weg zur Zerstörung des Herzchakras. Sex mit viel Ego führt zu Sex ohne Liebe. Und Sex ohne Liebe ist Sex mit wenig Glück.

Ins höchste Glück erhebt man sich beim Sex, wenn Mann und Frau sich auf einer tiefen Ebene lieben. So tief einlassen kann man sich nur auf der Basis einer stabilen und positiven Beziehung. Dazu brauchen wir positive Werte wie Wahrhaftigkeit, innerer Frieden, Treue und umfassende Liebe.

Perle: Wer nur gibt, wird ausgenutzt von anderen und kaputt gemacht. Mein Ego ist gut. Hier wird es sicherlich keiner schaffen, mir mein Ego schlecht zu reden. Ohne mein Ego, mein WOLLEN, wäre ich längst nicht so weit gekommen, wie ich bin.

Nils: Wo hin bist du gekommen. Du lebst als unglückle Single. Dahin hat dich dein Ego gebracht. Dahin bringt es viele Menschen in der heutigen Zeit. Ich lebe als glücklicher Yogi ohne Ego. Warum bist du unglücklich und ich glücklich? Vielleicht bin ich verrückt und du normal. Aber wenn normalsein Unglück und Verrücktheit Glück bedeutet, dann bin ich gerne verrückt. Buddha, Jesus, Patanjali und Sokrates – alle verrückt, nur unsere kleine süße Perle nicht!! Irgendetwas stimmt da nicht?

Perle: Ich bin stolz auf mein Ego und werde es weiter pflegen, wie eine wertvolle Pflanze. Aber ihr könnt gerne den Weg der bedingungslosen Aufopferung predigen. Mich störts nicht, weils total weltfremd ist. Ich weiß, dass diese Denkweise weltfremd ist und Menschen nur kaputt macht.

Nils: Ich bin nicht weltfremd. Ich durchschaue die Welt. Das ist ein Unterschied.

Die durchschaust die Egospiele in der Welt nicht und wirst dadurch zum Opfer. Du bist das Opfer und ich pflege mein inneres Glück und meine Liebe zu allen Wesen.Ich liebe dich auch in deiner totalen Verwirrung. Mögest du von der Unweisheit zur Weisheit, von der Egoliebe zur wahren Liebe finden.

Du hast die Wahl zwischen innerem Unglück und innerem Glück. Du kannst nur selbst über deine Lebensziele entscheiden. Du trägst die Verantwortung für dich und dein Leben.Ich kann dir nur einige Dinge zum Nachdenken geben. Denken musst du selbst.

Perle: Ich gebe zu, ich mag mein Ego, meinen Willen.

Nils: Ein ehrlicher Satz.

Ehrliche Selbstwahrnehmung ist die Basis des Erleuchtungsweges. Als nächstes stellst du fest, dass dein Ego dich nicht dauerhaft auf einer tiefen Ebene glücklich macht. Dann ist es Zeit das Ego langsam abzubauen und vorwiegend aus dem Sein und der Liebe heraus zu leben. Irgendwann wirst du erkennen, dass es schöner ist erleuchtet zu sein als unerleuchtet durch die Gegend zu rennen.Deinen Willen behälst du auch als Erleuchtete, aber du stellst ihn in den Dienst der Liebe und des Lichts.Dein Ego ist eine Illusion. Es gibt dich nicht als unabhängiges Einzelwesen im Kosmos. Alles ist energetisch verbunden. Wir sind alle energetisch miteinander verbunden. Wenn wir das begreifen, können wir unseren Egoismus überwinden und eine glückliche Welt aufbauen. Über die TreueKarin: Ihr Lieben, sehr interessant, was ich hier so zu lesen kriege. Mal ein kleiner Appell an die Damenwelt: Gebt doch bitte nicht an eurem „Unglück“ immer den Männern die Schuld. Alle Männer sind schlecht, haben mich nur ausgenutzt, wollen nur das eine etc. Man liest immer und immer wieder die gleichen Argumente, die gleichen Entschuldigungen. Ach, die bösen Männer mal wieder. Klar! Logisch! Was sonst! Meine lieben Damen, die Männer nehmen, was ihr ihnen bietet! Sucht doch erstmal den Fehler bei euch, bevor ihr anderen die Schuld an eurer Situation gebt. Aely: Das Herzchakra ist für das freie Erleben von Sex sehr dankbar! Nils: Das sehe ich völlig anders.Spüre einmal nach, was dein Herzchakra zur Untreue sagt. Wenn du wirklich liebst, akzeptiert dein Herz keinen ständigen Partnertausch.Perle: Das Problem ist gesellschaftlich-kirchlich begründet, es liegt nicht an den „dummen Menschen“ und ihrem „bösen Ego“. Nils: Ich stimme dir insoweit zu, als das Problem auch kirchlich begründet ist. Das trifft vor allem für ältere Menschen zu.

Perle: Männer sind direkt, offen, ehrlich und hilfsbereit – wenn sie heil sind.Nils: Leider gibt es keine heilen Männer in der heutigen Zeit.Perle: Ohne mein Ego wäre ich längst tot. Ich bin stolz auf mein Ego, meinen Willen, meine Schaffenskraft, meine Libido. Also hör mir auf mit dem „bösen“ Ego, damit kannst du bei mir in einer Diskussion nicht punkten. Nils:Vermutlich brauchst du im Moment noch dein Ego, um dich gut abgrenzen und gut für dich sorgen zu können. Das ist okay.Wer auf dem spirituellen Weg sein Ego zu früh aufgibt, kann dadurch einen Schaden erleiden.Und noch ein Witz: „Es waren einmal ein perfekter Mann und eine perfekte Frau. Sie heirateten und führten eine perfekte Ehe. An einem Weihnachtsabend fuhr dieses perfekte Paar eine verschneite Straße entlang, als sie am Straßenrand jemanden bemerkten. Es war der Weihnachtsmann mit einem riesigen Sack voller Geschenke. Irgendetwas stimmt an dieser Geschichte nicht. Richtig. Es gibt keine perfekten Männer!!!“ Wie retten wir den kleinen Yogi Nilswitchi: Der Mensch nicht für das Alleineleben gemacht. Aber je verkrampfter man sucht, desto schwieriger wird es. Wer sehnt sich nicht nach Nähe und Liebe, ohne Liebe geht ein Mensch ein wie ein Blume. Einer Frau würde ich sagen, entdecke wieviel du dir wert bist, mach einen Wellnesstag. Sieh was du dir wert bist und dann sehen es auch andere.

Andrea:Ich bin Single. Und ich genieße es in vollen Zügen. Ich bin mir genug.Was aber nicht heißt, daß ich meine Augen verschließe. Nein. Ganz und gar nicht. Aberfür mich ist es jetzt wichtig eine ganze Zeit allein zu leben.Für mich läuft der passende Deckel noch rum. Und zur rechten Zeit werde ich ihn finden. LeiderSingle: Meine Wenigkeit gehört ja auch zu den Singles, inzwischen bei mir mit dem Nachsatz „leider“.Früher kam ich damit gut klar, inzwischen hätte ich gerne eine Beziehung – wegen der Nähe, dem Anlehnen, dem Dazugehörigkeitsgefühl etc.Ich muss aber erstmal meine Kindheitserlebnisse aufarbeiten, daher suche ich derzeit nicht so direkt. Claria: Nils, als erstes schoß mir durch den Kopf, was man austrahlt, das zieht man an. Ich kann mir heute sehr wohl vorstellen, nicht nur mit einem zweiten Menschen, sondern mit einer (generationsübergreifenden) Gruppe zu leben. Und wenn ich dann mal so schaue, wieviele Menschen zwar in einer Beziehung sind, aber dort weder Liebe noch Wärme fühlen und leben dürfen…….

Claria Raya:Was hast du denn bisher unternommen um diesen „Zustand“ zu ändern? Warum bist du denn seit 9 Jahren Single? Brauchtest du diese Zeit vielleicht für dich selber? Wurdest du verletzt oder enttäuscht, so dass du keine Lust mehr auf Beziehung hattest? Hattest du das Vertrauen verloren?Es gibt sicherlich tausend Gründe, dass etwas so ist wie es ist…. Alles Liebe Raya

Costra: Menschen müssen sich nicht unbedingt als Teil eines Ganzen verstehen, der nur als Zweiheit vollständig ist.Nils: Danke, liebe Freunde für eure Ermutigung.Meiner Lebensphilosophie nach folge ich im Grundsatz Costra. Der Sinn des Lebens ist es glücklich zu sein. Und das kann man nach meiner Theorie als Single und in einer Beziehung. Ich sage mir immer: „Ein Buddha ist mit und ohne eine Beziehung glücklich!“Nur leider bin ich noch kein Buddha. Meine Theorie funktioniert noch nicht ganz. Aber ich arbeite daran.Im Moment ist es für mich wichtig eine Zeitlang alleine zu leben. Ich hatte viele Beziehungen in meinem Leben. Ich habe mir eine Beziehungsauszeit von zehn Jahren genommen, um die Beziehungen erst einmal zu verarbeiten und zu mir selbst zu finden. Ich stelle nach neun Jahren fest, dass ich die zehn Jahre wohl brauchen werde. Es kommen immer noch alte Verletzungen und Süchte hoch, die aufgelöst werden müssen.Ich beginne langsam bei mir anzukommen.Nach der Glücksforschung sollte man erstmal in sich selbst positiv sein, bevor man eine Beziehung positiv leben kann.„Man/frau sollte in sich selbst strahlen, um andere Sterne anzuziehen“( frei nach Claria von Nils). Danke an Claire für den schönen Satz. Ich bin dabei mein inneres Glück zu entwickeln.

Zum Singlesein stehenNils:In einem Jahr endet meine Zeit der bewussten Abgeschiedenheit. Ich beginne mich langsam wieder mit dem Thema Beziehung zu beschäftigen. Aber mir erscheint es auch wichtig zu sein, positiv zu einem Status als Single zu stehen. Denn in der Realität bleiben sehr viele Menschen in Deutschland mehr oder weniger ihr ganzes Leben lang Single. Es ist deshalb wichtig zu lernen auch als Single glücklich sein zu können.Geht ein Mensch ohne Liebe wirklich ein wie eine Blume ohne Sonnenlicht (frei nach Witchi)? Dann müsste ich nach neun Jahren ohne Liebe und Zärtlichkeit schon völlig vertrocknet sein. Ich lebe als Yogi und habe eher das Gefühl,dass ich durch meine Beziehungen innerlich ausgelaugt wurde und durch meine spirituellen Übungen langsam wieder aufblühe.Nur dauert das Aufblühen bei mir länger als ich mir das vorgestellt hatte. So einfach ist das mit dem Glück aus sich selbst heraus auch nicht. Wart ihr schon mal Single? Wie seid ihr damit umgegangen? Was habt ihr getan, um das Singleleben glücklich zu gestalten? Wie wurdet ihr ein glücklicher Single? Andrea: Das Singlesein ist für mich eine Chance mein Leben neu zu richten. Ich leide nicht. Mir geht es gut. Ich habe viel verstanden. Und habe erkennen müssen, das Wichtigste in einer Beziehung ist das miteinander Reden. Das kann nur funktionieren, wenn beide dazu bereit sind. Und das war bei uns nicht.Immer den Kopf nach oben und nach vorne schaun. Es kommt alles so wie es richtig ist.Gwen: Geht ein Mensch ohne Liebe wirklich ein wie eine Blume ohne Sonnenlicht? Zu deiner Frage möchte ich dir sagen…. ein ganz klares….JAAAA. Irgendjemand hat mal einen Versuch gemacht, indem er Neugeborene von der Mutter trennte und von einer Amme ernähren ließ. Sie bekamen nur zu Essen, ansonsten keine Ansprache und Liebkosungen. Die Babys sollen nach nur 3 Monaten gestorben sein, obwohl sie kerngesund und genährt waren.Der erwachsene Mensch kann sich aber die fehlende Liebe von einem Partner bis zu einem gewissen Maße in einer anderen Form „holen“.Nils: Wie kann sich ein erwachsener Mensch die fehlende Liebe holen? Dazu fällt mir der Weg des Karma-Yoga ein. Damit können wir unsere Einsamkeit auf einer tiefen Ebene überwinden. Wir können in die Energie der umfassenden Liebe gelangen.Der erleuchtete Karma-YogiIn den Yoga-Schriften heißt es, dass ein erleuchteter Yogi hundertmal glücklicher ist als ein weltlicher Mensch. Ein erleuchteter Yogi auf dem Weg der umfassenden Liebe (Karma-Yogi) ist sogar noch hundertmal glücklicher als ein erleuchteter Yogi.

Wie wird man ein erleuchteter Karma-Yogi? Das Zentrum des Weges der umfassenden Liebe ist das Ziel einer glücklichen Welt. Wir wünschen allen Wesen Glück. Wir wünschen sie äußerlich und innerlich glücklich. In unserem Geist sehen wir bereits das Ziel einer glücklichen Welt verwirklicht. Wir leben aus einer positiven Vision heraus. Das gibt uns die Kraft zu einem positiven Leben. Unsere positive Vision öffnet die Tore des Glücks in uns. Wir verwandeln uns in einen Glücksmenschen (Buddha, Göttin, Heiligen, Erleuchteten).Die Hauptübung des Karma-Yogas besteht darin, jeden Tag allen Wesen Licht zu senden. Wir verbinden uns jeden Tag mit unseren Freunden und mit unseren Feinden. Wir verbinden uns mit allen Wesen, die uns gerade emotional berühren. Wir denken ihre Namen. Wir bewegen segnend eine Hand und senden ihnen Liebe und Licht. Wir senden der ganzen Erdkugel Licht. Wir wünschen, dass alle Wesen auf der Welt glücklich sein mögen. Wir wünschen eine glückliche Welt. Wir wünschen einen glücklichen Kosmos. Damit durchbrechen wir unsere Isolierung als Single.Wichtig ist es, dass wir diese Übung als reale Energieübertragung ansehen. Wir helfen den Menschen real. Die positive Energie kommt real an. Dann öffnet die Licht-Meditation uns tatsächlich jeden Tag immer wieder neu das Herz. Und wir sollten den Wunsch nach einer glücklichen Welt auch äußerlich manifestieren. Sonst glaubt ihn unser Unterbewusstsein nicht, und wir gelangen nicht wirklich tief in die Energie der umfassenden Liebe.Es gibt viele Möglichkeiten, den Mitmenschen zu helfen. Wir sollten den Weg des Helfens finden, der zu uns passt und in unserer Situation praktizierbar ist. Was brauchen die Menschen in unserer Lebenswelt? Was können wir konkret zum Glück aller Wesen beisteuern? Es gibt keinen Menschen, der nicht auf irgendeine Art seinen Mitmenschen helfen kann. Selbst wenn wir jeden Tag nur eine kleine Tat tun, wird sie uns langfristig in die Energie der umfassenden Liebe bringen.

Shiva der Tanzende

Harmonie: Hallo lieber Nils, Du hattest ja schon viele Beziehungen und Dein „Single-Dasein“ ist ja eigentlich ein Forschungsprojekt und daher nicht so echt ein normales Single-Dasein. Du wägst ab, Dich jetzt wieder mehr auf eine Zweisamkeit einzustellen. Du probierst, ob das überhaupt für dich noch aktuell ist oder nicht mehr.Shiva, der Tanzende, hatte ja auch seine Parvati, warum nicht. So ganz allein sollte man nicht sein, man wird manchmal seltsam.Nils: Danke für den dezenten Hinweis. Ich bin bereits ziemlich seltsam. Ich lebe in der westlichen Konsumwelt als abgeschiedener Yogi. Wer sein inneres Glück in einer Welt des äußeren Glücks entwickeln will, muss etwas verrückt sein. Aber man muss es ja nicht übertreiben.Ich pflege auch etwas mein Normalsein, indem ich „Deutschland sucht den Superstar“ im Fernsehen seheund mit normalen Menschen in Internet Kontakt habe (mit euch!!).

Chri:Lieber Nils, ich bin mir nicht sicher, ob du beides leben kannst….dein Yogisein und gleichzeitig eine weltliche Beziehung. Beides erfordert im Idealfall all deine Kräfte. Wenn du beides gleichzeitig leben willst, bleibt doch zwangsläufig etwas auf der Strecke, oder? Würde eine Partnerin nicht die zweite Geige spielen (müssen)? Du wirst Abstriche machen müssen…und überlegen, wie weit du dich zurückzunehmen bereit bist…

Nils: Sehr weise Chri. So sehe ich das auch… Ich versucheverschiedene Modelle. Ich habe jetzt fast zehn Jahre vollständig abgeschieden gelebt. Zwischen 23 und 36 Jahren habe ich vollständig eine Beziehung gelebt. Zwischen 36 und 48 Jahren habe ich abgeschieden als Yogi und gleichzeitig in einer Beziehung gelebt(Wochenendbeziehung in getrennten Wohnungen und mit gemeinsamem Urlaub). Ich möchte weiterhin alleine als Yogi leben, weil es bei meinem inneren Glück noch viel zu entwickeln gibt. Aber so ganz ohne Freunde, Kontakte und Zärtlichkeit ist es mir auf die Dauer zu extrem. Mein zukünftiger Weg ist mir noch nicht ganz klar. Ich werde ihn langsam, kreativ und sensibel entwickeln. Ich werde ausprobieren, was zu mir passt und was möglich ist.Meine Grundidee ist es im Schwerpunkt in der Spiritualität zu leben (in Gott, im Licht, im Sat-Chid-Ananda, im Wesentlichen) und etwas auch am weltlichen Leben teilzuhaben. Wie sich das konkret gestaltet, wird sich von Moment zu Moment zeigen.Das Leben ist ewige Veränderung. Auch Beziehungen sind nicht ewig. Alles kommt und geht im ständigen Wechsel.Ein Yogi fließt positiv mit dem Leben, in dem er sich im Wesentlichen verankert. So wächst er immer weiter ins Licht. Aber etwas Spaß darf dabei sein.Ich lehre es jeden Tagso viele Elemente der Freude in sein Leben einzubauen, dass man seinen spirituellen Weg positiv gestimmt gehen kann. Das können auch mitmenschliche Kontakte in vielfälftigen Formen sein. In jedem konkreten Moment muss man genau erspüren, was jetzt der Weg des Lichts ist und was er nicht ist.Im Zweifel hängt dieser Weg mit den Grundsätzen Weisheit und umfassende Liebe zusammen. Und manchmal auch mit kurzfristigem Verzicht und langfristigem Gewinn. Und tief im Innersten fühlt er sich gut und richtig an.

Tod und Wandlung

Raupe (50): Hallo Nils, seit dem Tod meines Mannes, dem Wegzug der Kinder und einem kompletten Neuanfang in einer weit entfernten Stadt bin ich Single.Anfangs war das für mich schwierig. Ich fühlte mich oft einsam und war es auch. Aber irgendwie empfand ich diese Einsamkeit schließlich als wichtig für mich. Ich setzte mich intensiv mit mir auseinander.Heute bin ich glücklich. Als Single. Ich fühle mich vollständig eingebunden in die Liebe des Universums.Viele spirituelle Erfahrungen haben mir gezeigt, daß niemand, der sich regelmäßig mit dem Licht und der umfassenden Liebe verbindet, einsam ist. Ich habe irgendwann keine Fragen mehr gestellt, sondern einfach nur „DANKE“ gesagt. Danke für alles, was ich erleben durfte. Ich sehe einen Sinn in meinem Leben. Ich empfinde viel Freude. Und seltsam (!) – andere Menschen sprechen mich darauf an. Wie ich das mache, so in mir zu ruhen, so viel Ruhe und Gelassenheit auszuströmen? Es ist mit der Zeit durch meine innere Arbeit entstanden. Nun wünsche ich Dir das Gleiche. Dass Du eins mit Dir wirst. Denn das strömst Du aus. Und du wirst die entsprechenden Menschen in Dein Leben ziehen. Daraus könnte sich eine erfüllte Beziehung entwicklen. Und wenn nicht? Dann wird es Dich zumindest nicht mehr stören, weil Du Dichin dir selbst ganzfühlst.

Emma: Ich habe als Single 20 Dinge aufgeschrieben, die ich gerne machen würde, die mir gut tun, die meine Augen zum Leuchten bringen, auch Dinge, die sich nicht unbedingt gleich umsetzen liessen. Ich habe beobachtet, was in und mit mir geschieht und mir war bewußt, dass ich für mein Glück selbst verantwortlich bin, dass ich niemanden brauche um glücklich zu sein. Trotzdem kam nach einiger Zeit Sehnsucht nach einem Partner auf. Ich habe mir wieder einen Partner gesucht.Leider habe ich in der Partnerschaft mich selbst verloren, ein altes Muster, das sich wiederholte. Das habe ich erkannt und so lebe ich jetzt in der Beziehung mehr mich selbst.Ich schaffe mir ein liebevolles Umfeld, ich sorge gut für meinen Körper, ich liebe mein Anderssein, meine Tiere, meine Freunde, meine Arbeit , meine Hobbys.Ich erlaube mir immer öfter mit meinen spirituellen Übungen (tägliche Meditation) ins anhaftungslose Sein zu gehen … die Welt, die sich dahinter verbirgt ist wunderschön !Hab ein frohes Herz und sei zuerst Dein eigener, bedingungsloser „Liebhaber“ ! Wu Wei: Mir schlägt in diesem Thread soviel Niedergeschlagenheit entgegen, soviel Unglücklichsein, soviel Einsamkeit und Hilflosigkeit, dass ich mich frage: Warum glaubt der Mensch immer, so und so müsse etwas sein? Warum greift der Mensch immer nach irgendwas/-wen, und hofft, wenn es so und so wäre, dann … Anstatteinfach zu leben, was da ist. Und sich im spirituellen Weg zu verankern. „“Buddha sagte : Liebe Dich selbst … und beobachte !“ That’s it, lieber Nils. Nirgends sonst liegt die Seligkeit, als im Gewahrsein des Moments (Nils: im anhaftungslosen Sein, in einem Leben in Gott). Erkenne, dass mehr nicht nötig ist für das große Glück.Nils: Liebe Emma, Wu Wei und Raupe. So wie ihr sehe ich die Dinge auch. Das Ergebnis meiner Überlegungen ist, dass es für mich richtig ist alleine als Yogi zu leben, um mein inneres Glück zu entwickeln. Mein Weg ist an sich nach meinem Gefühl so richtig. Aber nun beginnt nach 21 Jahren als abgeschiedener Yogi ein neuer Abschnitt. Ich gehe wieder etwas auf die Welt zu. Ich bin auch ein Freund des weltlichen Lebens. Ich werde versuchen, das für mich richtige Verhältnis von äußeren Kontakten und abgeschiedenem Yogiüben zu finden. Was das genau bedeutet, wird sich zeigen.

Glücksrezepte für Singles

Saima:Lieber Nils, hier sind meine Rezepte für ein glückliches Singlesein. Finde erstmal heraus, welche Vorteile und Möglichkeiten dir das Singledasein bietet. Was möchtest du gerne tun?Aufschreiben! (wichtig). Daraus entsteht eine Liste, an der du arbeiten kannst und zwar so, dass du sie dir immer wieder vor Augen nimmst und überdenkst/abstreichst/hinzufügst.Arbeite diese Punkte dann konsequent ab und übe dich im Wohlfühlen mit dir selbst. Gönne dir etwas. Mache dir das Leben mit dir selbst schön. Verliebe dich in dich selbst. Ich habe zum Beispiel mein Spiegelbild geküsst (Du bist wunderbar, du Göttin. Du meisterst wunderbar dein Leben.)… Oder mich in der Venusdusche genossen… Reisen gemacht…Irgendwann habe ich den Wunsch nach dem Mann meines Lebens aufgegeben. Ich fing an mich auf andere Dinge zu konzentrieren. Ich hielt mich dort auf, wo es mir am meisten Spaß gemacht hat, beschäftigte mich mit meinem Hobby. Irgendwo sehne ich mich aber immer noch nach einem Partner.Möglichkeiten schaffen, lieber Nils. Mal wieder jemanden einladen, sich selbst für Einladungen öffnen.