Philosophie des Glücks (Epikur, Diogenes, Buddha, Jesus)

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Abstract

Nach der Glücksphilosophie liegt der Sinn des Lebens darin glücklich zu sein. Der Begründer war der griechische Philosoph Epikur. Seine große Erkenntnis besteht darin, dass das Glück eines Menschen vorwiegend ein inneres Glück ist. Diese Auffassung wird von der modernen Wissenschaft geteilt.

Die Philosophie des Glücks ist die Richtung der Philosophie, die sich mit der Natur des Glücks und den Wegen zur Erreichung des Glück beschäftigt. Der bekannteste Philosoph des Glücks ist Epikur. Epikur (341 v. Chr. bis 270 v. Chr.) lehrte es in äußeren Dingen genügsam zu sein (seinen Genugpunkt zu kennen) und den Schwerpunkt des Lebens auf das innere Glück zu legen. Sein Ziel war es, alle Ängste zu überwinden und wie ein Gott (Buddha) unter den Menschen zu leben. Äußerlich empfahl er den Weg des kleinen Vergnügens. Er wurde berühmt durch den Satz: „Schicke mir ein kleines Stück Käse, dann kann ich richtig genießen.“

Diogenes von Sinope war der Asket (Yogi) unter den griechischen Philosophen. Eine der bekanntesten Anekdoten über ihn erzählt, dass er in einer Tonne lebte. Der Zweck seiner asketischen Lebensweise war die Verstärkung der inneren Ruhe, aus der dann tiefes inneres Glück (Erleuchtung) erwächst. Diogenes war der erste Mensch, der sich als „Weltbürger“ bezeichnet. Er war erleuchtet und besaß ein kosmisches Bewusstsein. Er sah sich in allen anderen Wesen und in der ganzen Welt. Er war eins mit allem. Er lebte in der Dreieinheit von Ruhe (Sein), kosmischem Bewusstsein (Einheit) und innerem Glück (Erleuchtung). Im Yoga bezeichnet man das mit den Worten Sat-Chid-Ananda.

Ein dritter Philosoph des Glücks war Aristippus von Kyrene (435 v. Chr. bis etwa 355 v. Chr.). Aristippus war ein Schüler des Sokrates. Er gilt als Begründer des Hedonismus. Der Weg zum Glück war es nach Aristippus das Vergnügen zu maximieren und den Schmerz zu vermeiden. Er behauptete, dass die körperliche Lust der wahre Sinn des Lebens ist. Aus der Sicht der Erleuchtung war er der große Irrlehrer unter den griechischen Philosophen. Und natürlich folgen heutzutage die meisten Menschen seiner Lehre. Sie ist auf den ersten Blick überzeugend und kann nur durch Weisheit und klares Nachdenken überwunden werden. Eine große Hilfe ist dabei die heutige Glücksforschung.

Schritte

1. Denke über den Weg des inneren und äußeren Glücks nach. Die Glücksforschung herausgefunden, dass das Glück zu 90% von innen kommt und nur zu 10% durch äußere Dinge (Partner, Geld, Karriere) entsteht.

2. Beschäftige dich mit der Erleuchtung. Erleuchtung ist das größte auf der Erde erreichbare Glück. Finde deinen persönlichen spirituellen Weg. Veranker dich in einem höheren Prinzip wie Wahrheit, Weisheit, Liebe, Erleuchtung). Finde die spirituellen Übungen, mit denen du zum inneren Frieden gelangst und dein inneres Glück erwecken kannst.

3. Mache einen guten Plan für dein Leben. Im Yoga gibt es die Lehre von den vier Phasen eines erfüllten Leben: Lernen in der Kindheit, arbeiten als Erwachsener, eine gute Beziehung ( Familie) und die Selbstverwirklichung (Erleuchtung) im Alter. Wenn du erleuchtet bist, bist du auf einem hohen Niveau glücklich. Du kennst die Übungen, mit denen du die Krisen des Lebens meistern und im inneren Glück wachsen kannst. Du lebst dauerhaft in der Liebe, im Frieden, in der Einheit und im Glück. Du bist unabhängig von äußerem Reichtum und von anderen Menschen. Du brauchst nur wenige äußere Dinge, um glücklich zu sein.

4. Denke über das Leben nach. Was sind deine Ziele? Was willst du in deinem Leben erreichen? Investiere deine Lebensenergie als Philosoph in ein gesundes Leben, in das innere Glück und in die Arbeit für eine glückliche Welt. „Meine Ziele sind …“

5. Lebe als Glücksphilosoph. Du kannst den schnellen Weg zur Erleuchtung wie Diogenes gehen (als ein Yogi leben) gehen, den mittleren spirituellen Weg wie Epikur praktizieren (im Schwerpunkt spirituell leben) oder dem Weg der Unweisheit wie Aristippus folgen (viel äußeres Vergnügen und langfristig wenig inneres Glück). „Mein Weg ist …“

Erleuchtung und Philosophie

Erleuchtung ist der zentrale Punkt um die Philosophie des Glücks zu verstehen. Nach Swami Shivananda gibt es drei Hauptwege zur Erleuchtung, den Weg der Ruhe, den Weg der umfassenden Liebe und den Weg des spirituellen Übens. Am besten praktizieren wir auf unsere persönliche Art alle drei Wege gleichzeitig.

Auf die Erleuchtung verweist bei Epikur der Satz: „Ein Philosoph lebt wie ein Gott (Buddha, Erleuchteter) unter den Menschen.“ Die wichtigste Erleuchtungstechnik war für Epikur neben dem Leben in der Ruhe das positive Denken. Ein Leben wird dann glücklich, wenn man sich beständig im positiven Denken übt. Epikur nannte es „philosophieren.“ Ein Mensch sollte jeden Tag philosophieren. Er sollte über den Sinn des Lebens nachdenken, sich immer wieder auf seine positiven Ziele besinnen und konsequent seinen Weg der Wahrheit, Weisheit und Liebe gehen.

Professor: Wer versucht, Epikur und Buddha in Einklang zu bringen, hat eine dieser Theorien missverstanden. Eine Reinkarnation gibt es nicht. Epikur war ein Atheist.

Yogi: Ich behaupte, dass die Lehre der Erleuchtung das Bindeglied zwischen Buddha und Epikur und der zentrale Punkt im Verständnis von Epikur und der gesamten Philosophie ist. An der Möglichkeit der Reinkarnation darfst du gerne zweifeln. Das hätte Epikur auch getan. Hier irrte er aufgrund seiner begrenzten wissenschaftlichen Erkenntnis.

Epikur war Theist und Atheist gleichzeitig. Er glaubte zwar an Götter, aber nicht an ein Leben nach dem Tod. Zitat: Brief Epikurs an Menoikeus: „Denn Götter gibt es, da wir sie doch offenbar zu erkennen vermögen. Nur sind sie anders, als die Masse es sich vorstellt.“ Die Götter (selige Wesen) sind für mich die Erleuchteten. Und hier sehe ich dein Hauptproblem. Da du die Erleuchtung nicht selbst erfahren und dich auch vermutlich noch nicht viel damit beschäftigt hast, kannst du Epikur in der Tiefe seiner Philosophie nicht verstehen.

Du siehst die Verbindung zwischen Epikur und Buddha nicht, obwohl das Zentrum von Epikurs Lehre darin besteht wie ein Gott (und das kann man sehr gut mit dem Wort „Buddha“ übersetzen) unter den Menschen zu leben. Die Essenz des Weges der Erleuchtung ist das Leben in der Ruhe und die konsequente Gedankenarbeit. Das finden wir bei Buddha und bei Epikur.

Atheist: Man kann es nicht gleichzeitig mit Jesus und Epikur halten.

Yogi: Jesus und Epikur widersprechen sich nicht. Wir können Jesus und Epikur als Erleuchtete begreifen und sie von der Erleuchtung her verstehen. Zur Erleuchtung gelangt man durch ein Egoopfer. Man muss das Glück der Welt (seiner Mitmenschen) wichtiger nehmen als sein eigenes Glück. Das ist der Weg der umfassenden Liebe. Jesus lehrte Gott (das Ziel der Erleuchtung) und seine Mitmenschen (den Nächsten) zu lieben. Epikur lehrte es wie ein Buddha (Gott) unter den Menschen zu leben und allen das Wissen vom inneren Glück zu schenken, „Die Freundschaft umtanzt den Erdkreis, uns allen verkündend, dass wir erwachen sollen zur Seligkeit.“

Frau: Epikur starb an Nieren-/Harnwegsteinen, d.h. an einer psychosomatischen Erkrankung, die auf Partnerschaftsprobleme hindeuten würde.

Yogi: Ich vermute, dass Epikur zu stark an seinen Emotionen gearbeitet und sie unterdrückt hat. Das machen viele spirituelle Menschen und auch viele Anhänger des positiven Denkens. Ich dagegen lehre es zu seinen Emotionen zu stehen und sie sozial unschädlich auszuleben. In meinen Yogagruppen mache ich regelmäßig Wut- und Trauerübungen.Bei Epikur könnte insbesondere eine große Rolle gespielt haben, dass er seine Sex- und Beziehungswünsche zu stark unterdrückt hat. Ich bevorzuge einen sanften mittleren Weg, bei dem man sich in der Spiritualität (in Gott, im Licht) zentriert, aber auch seinen körperlichen und mitmenschlichen Bedürfnissen ausreichend Raum gibt.

Die fünf Grundsätze der Gesundheit Krank sein ist nicht schön. Wer gesund ist, lebt besser und ist glücklicher. Die Essenz der Glücksphilosophie sind die fünf Grundsätze der Gesundheit: gesunde Ernährung, Schadstoffe vermeiden, regelmäßig Sport, ausreichende Entspannung und positives Denken. Wir können sie leicht in unseren Alltag integrieren, wenn wir es wollen. Wenn wir nach diesen Grundsätzen leben, können wir die meisten Krankheiten vermeiden. Wenn wir trotzdem einmal krank sind, werden wir erheblich schneller gesund. 1. Ernähre dich gesund. Eine gesunde Ernährung besteht aus frischer, vielseitiger, vitamin-, spurenelement- und mineralienreicher Nahrung: Obst, Gemüse, Getreide, Milch, Kartoffeln, Hülsenfrüchte etc.Es wird empfohlen wenig oder kein Fleisch zu essen und sich zur Hälfte von Rohkost (rohem Obst und Gemüse) zu ernähren. Dadurch bekommt der Körper viele Vitamine und Mineralstoffe, die ihn vor Krankheiten schützen. 2. Vermeide Schadstoffe. Drogen, Rauchen und Alkohol verursachen viele Krankheiten und verkürzen normalerweise das Leben erheblich (um 10 bis 20 Jahre). Zu viele Süßigkeiten (Zucker, Fett), viel Salz und viel Fastfood sind ebenfalls ungünstig. 3. Bewege dich ausreichend. Ein- oder zweimal am Tag eine halbe bis eine Stunde Ausdauersport (Gehen, Joggen, Radfahren, Schwimmen) halten den Körper stark und gesund. Notfalls reicht auch eine halbe Stunde auf dem Heimtrainer (Rad, Laufband) oder dynamischer Yoga. Wenn es gar nicht anders geht, bewege dich mindestens am Wochenende eine Stunde. Wichtig ist es, dass der Körper gut durchgewärmt wird (bis zum leichten Schwitzen üben). Dadurch werden Krankheitskeime abgetötet. 4. Entspanne dich ausreichend. Stress schadet der Gesundheit. Stress sollte immer wieder durch ausreichende Erholungsphasen, Yoga oder Meditation abgebaut werden. Für das innere Glück ist es wichtig im persönlich richtigen Verhältnis von Aktivität (Arbeit) und Ruhe zu leben. Wer aus der Ruhe heraus lebt, ist deutlich glücklicher. 5. Denke positiv. Vermeide Stressgedanken. Halte deinen Geist durch bewusste Gedankenkontrolle im positiven Bereich. Positive Gedanken führen zu positiven Gefühlen und positive Gefühle wirken sich positiv auf den Körper aus. Übe positive Eigenschaften wie innerer Frieden, Selbstdisziplin, Weisheit, Liebe und Lebensfreude. Motiviere dich mit positiven Sätzen und Vorstellungen. Lies positive Bücher und habe eine positive Aufgabe (Hobby). Pflege einen positiven Umgang mit deinen Mitmenschen. Unbestritten ist, dass regelmäßiger Sport, ausreichende Entspannung und die Vermeidung von Schadstoffen zu einem erheblich längeren (etwa 10-20 Jahre), gesünderen und glücklicheren Leben beitragen. Schwierig zu messen ist die genaue Auswirkung des positiven Denkens, obwohl die Mehrzahl der heutigen Krankenheiten psychosomatisch (durch die Psyche) bedingt oder mitverursacht ist. Am meisten umstritten ist die Bedeutung der Ernährung für die Gesundheit. Hier treffen viele verschiedene Vorstellungen und Interessengruppen auf einander. Wikipedia: „In den Industrieländern hat sich die Ernährungsweise stark verändert. Die Zunahme an sogenannten Zivilisationskrankheiten wird der modernen Fehlernährung zugeschrieben. Fehlernährung bedeutet, dass ein oder mehrere Nahrungsbestandteile in falscher Menge verzehrt werden, etwa zu fettreiche oder zu vitaminarme Kost. Ursachen von Fehlernährung können mangelndes Wissen über eine gesunde Ernährung und ungünstige Essgewohnheiten sein.


Alternative Ernährung ist der Oberbegriff für verschiedene Ernährungskonzepte. Vollwerternährung bezeichnet ein Ernährungskonzept, bei dem frische und unbehandelte Nahrungsmittel sowie Vollkornprodukte bevorzugt werden. Vollwertige Ernährung basiert auf den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Den Schwerpunkt der vollwertigen Ernährung bilden Getreideprodukte, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst. Bevorzugt werden Vollkornprodukte. Rohkost wird als besonders wertvoll angesehen. Etwa die Hälfte der täglichen Kost soll aus Rohkost bestehen, was mit dem höheren Gehalt wichtiger Inhaltsstoffe begründet wird. Beim Getreide sollen Vollkorn-Produkte bevorzugt werden. Milch und Milchprodukte sollen nur in mäßigen Mengen verzehrt werden. Der Verzehr von Fleisch, Fisch und Eiern wird als unnötig eingestuft, jedoch nicht völlig abgelehnt. Als Vegetarismus wird eine Ernährungsweise des Menschen bezeichnet, bei der Verzehr von Fleisch und Fisch bewusst vermieden wird. Einige Formen des Vegetarismus schließen alle Nahrungsmittel aus, die von Tieren produziert werden (Eier, Milchprodukte, Honig). Mehrere empirische Langzeitstudien ergaben, dass der durchschnittliche Gesundheitsstatus von Vegetarieren besser ist als derjenige des Bevölkerungsdurchschnitts. Vegetarier leiden seltener an Erkrankungen wie Übergewicht, Arteriosklerose, Altersdiabetes, Bluthochdruck und Krebs. Nach einer Langzeitstudie des Deutschen Krebsforschungszentrums, die sich über einen Zeitraum von über 21 Jahren erstreckte, leben Vegetarier deutlich länger als der Bevölkerungsdurchschnitt.“

Lebe als Philosoph

Das Zentrum der Philosophie ist die Frage nach dem Sinn des Lebens. Wer ohne diese Frage durch das Leben geht, lebt unbewusst. Ein Mensch wird man erst durch das philosophische Denken. Jeder sollte ein Philosoph sein. Gesegnet ist, wer durch das philosophische Nachdenken seinen Lebenssinn findet. Er kann strategisch klug leben und ein erfülltes Leben erhalten. Lebe glücklich. Beschäftige dich mit der Glücksforschung und der Philosophie des Glücks.

Grundsätzlich sind der Weg des äußeren Glücks und der Weg des inneren Glücks Gegensätze. Sie folgen entgegengesetzten Lebensprinzipien. Auf dem Weg des äußeren Glücks werden Anhaftungsstrukturen im Geist aufgebaut. Es entstehen Verspannungen und man wird innerlich unglücklich. Der Weg des äußeren Glücks bewirkt langfristig ein Wachstum ins innere Unglück. Man ist nie richtig innerlich zufrieden und versucht immer extremer den Weg des äußeren Glücks zu gehen. Bis man sein Scheitern erkennt.

Auf dem Weg des inneren Glücks löst man alle inneren Verspannungen auf. Man baut systematisch die Anhaftungstendenzen im Geist ab. Ist der Geist von seinen Ängsten (Anhaftung an Leidsituationen) und Süchten (Anhaftung an äußere Genüsse) befreit, entsteht innerer Frieden. Man gelangt in ein kosmisches Bewusstsein. Es entwickelt sich ein dauerhaftes inneres Glück. Man ist zufrieden mit sich und seinem Leben.

Die Menschen sind unterschiedlich und haben verschiedene Wege des inneren Glücks. Für manche Menschen ist es richtig als extremer Asket zu leben (Diogenes). Für manche Menschen ist es richtig, erst einmal den Weg des äußeren Glücks ausreichend zu leben, bis man bereit ist für den Weg des inneren Glück. Für die meisten Menschen ist ein mittlerer spiritueller Weg mit etwas äußerer Freude der beste Weg.

Denke nach, probiere aus, finde deinen Weg und verwirkliche dein inneres Glück. Das ist die Essenz der Philosophie. Epikur, Diogenes und viele andere erleuchtete Philosophen zeigten uns den Weg. Gehen müssen wir ihn jeder für sich selbst auf seine persönliche Art.

Fragen und Antworten zum Glück

1. Wie seht ihr die Philosophen?

Yogi Nils: Philosophen sind wichtig. Jeder sollte ein Philosoph sein. Das Zentrum der Philosophie ist die Frage nach dem Sinn des Lebens. Wer ohne diese Frage durch das Leben geht, lebt auf der Stufe eines Tieres. Ein Mensch wird man erst durch das philosophische Denken. Gesegnet ist, wer durch das philosophische Nachdenken seinen Lebenssinn findet. Er kann strategisch klug leben und ein erfülltes Leben erhalten.

2. Ist Glück für euch ein wichtiges Lebensziel?

Dana: Mir ist es wichtig, glücklich zu sein. Ich kenne die Orte und Situationen, die mich glücklich machen. Ich freue mich über jeden Tag, an dem ich glücklich bin. Zum Glücklichsein brauche ich auch gar nicht so viel: eine äussere Umgebung, die mir genug Raum bietet für ein paar Hobbys, einen kleinen Garten, ein Minimum an monatlichen Einnahmen (die zum Leben ausreichen, es darf auch ein einfaches Leben sein) und nicht viel Stress von aussen. Meine Familie, Internet, ein paar Musikinstrumente und meine Bücher. Das sind die wichtigsten Dinge, die ich brauche, um gesund und glücklich zu sein.

Professor: Es gibt verschiedene Glücksphilosophien. Neben Epikur (und Demokrit) z. B. die von Aristoteles, anderen Tugendethikern und auch der Utilitarismus geht von der Glücksmaximierung aus. Nicht zu vergessen die Hedonisten.

Bei der Frage, was der Sinn des Lebens ist, verweisen einige Philosophen auf das Glück (übrigens im Sinne der Glückseligkeit, nicht in Sinne von Glück und Pech). Bei allen anderen Zielen, die man sich stelle, könne nach dem „warum“ gefragt werden. Die Eudaimonie hingegen ist nicht hinterfragbar.

Als Faustregel ist das m. E. auch keine schlechte Philosophie, wenn man sich klar macht, was zu diesem Glück alles erforderlich ist und was nicht. Es bedeutet auch, dass man sich sein vorhandenes Glück immer wieder deutlich macht.

Aber ich denke, dass der Mensch nicht ausschließlich auf seine Glücksmaximierung ausgerichtet ist. Es gibt Ziele, Werte und Verhaltensweisen, die von der Glückstheorie nicht erfasst werden. Die Geschwister Scholl haben nicht nach dem Glücksprinzip gehandelt. Viele Idealisten verzichten auf persönliches Glück zugunsten von Dingen, die ihnen wichtiger sind.

Yogi Nils: Das Problem löst sich, wenn man die Erleuchtung in das Zentrum der Glücksphilosophie stellt. Zur Erleuchtung kommt man nur durch das Egoopfer. Das Egoopfer ist auf dem Weg der Ruhe und auf dem Weg der umfassenden Liebe möglich. Gott ist in der Stille (im inneren Frieden) und in der Liebe zu finden. Das kosmische Bewusstsein (Erleuchtungsbewusstsein) entsteht, wenn die Gedanken völlig zur Ruhe kommen oder wenn sie sich mit allen Wesen verbinden (mit Freunden und Feinden).

Die Egoverspannung löst sich auf, wenn wir das Leben so annehmen, wie es ist. Wir gehen durch das Dunkel des Leidens, der Trauer und der Nichtswerdung und erwachen im inneren Glück. Dann können wir trotz allen Leidens das Licht (das Positive) in der Welt sehen. Wir leben geborgen in Gott und das Leid des Lebens kann uns nicht wirklich etwas anhaben. Das Glück kommt aus uns selbst heraus und macht uns unabhängig von den äußeren Umständen des Lebens.

Die Geschwister Scholl (Widerstandskämpfer im Nationalsozialismus) haben ein kosmisches Liebesopfer erbracht. Sie haben das Glück ihrer Mitmenschen wichtiger als ihr eigenes Glück genommen. Sie haben sich mit dem Glück ihrer Mitwesen identifiziert und dadurch den großen Schritt ins kosmische Bewusstsein gemacht. Das Glück der Idealisten besteht aus einer positiven Vision und dem Weg dorthin.

Das Opfer der Geschwister Scholl ist für ihr inneres Glück selbst durch ihren körperlichen Tod nicht sinnlos, wenn wir davon ausgehen, dass das Leben nach dem Tod weitergeht. Die Seele erntet im Jenseits und im nächsten Leben die Früchte ihres Egoopfers. Sie wird innerlich heil (ein Heiliger, Buddha), erlangt das Paradiesbewusstsein (Erleuchtungsbewusstsein) und lebt dann dauerhaft im Licht (in Gott).

Erleuchtung ist auch ohne das Leben nach dem Tod ein sinnvolles Ziel. Mit der Jenseitslehre bekommt sie eine sehr große Bedeutung. Epikur glaubte eher nicht an ein Leben nach dem Tod. Hier irrte er. Aber er vertrat den Weg der Erleuchtung (Ruhe und Gedankenarbeit) und den Weg der umfassenden Liebe: „Die Freundschaft umtanzt den Erdkreis, uns allen verkündend, dass wir erwachen sollen zur Seligkeit.“

3. Wie pflegt ihr euer inneres Glück?

Sternenfrau: Mein inneres Glück ist mir wichtig. Denn geht es der Seele gut, geht es auch dem Körper gut. Geht es dem Körper und der Seele gut, geht es dem ganzen Menschen gut. Ist ein Mensch in sich glücklich, kann er auch glückliche Beziehungen zu seinen Mitmenschen haben. Ja wie pflege ich mein Glück … ich versuche positiv zu denken.

Yogi Nils: Glücklich wird man durch den fünffachen Weg der Gesundheit. Gesunde Ernährung, Schadstoffe vermeiden (Alkohol, Rauchen, Drogen), regelmäßig etwas Sport (Gehen, Yoga, Radfahren), ausreichende Entspannung (Meditation) und positives Denken (beständige Gedankenbeobachtung).

4. Wie lernt man/frau positives Denken?

Yogi Nils: Positives Denken führt zu positiven Gefühlen. Positive Gefühle machen den Körper gesund und die Seele glücklich. Leider ist das positive Denken nicht einfach in einer eher negativ eingestellten Welt. Was ist eure Technik positiv durch das Leben zu gehen?

Frau: Es geht einem selber dann besser, wenn man anderen etwas Gutes tut.

Sternenfrau: Mein positives Denken besteht darin zu denken: „Kopf hoch, nicht unterkriegen lassen.“

Sven: Du solltest KEINE NACHRICHTEN im Fernsehen ansehen. Ich muss jeden Tag gegen meine negativen Gedanken ankämpfen.

Jenny: In allem steckt etwas Gutes. Man muss es nur finden bzw. erkennen können.

Mann: Alles nicht so ernst nehmen. Nach dem Regen kommt der Sonnenschein. Es gibt immer auch eine positive Seite bei allen Geschehnissen.

Monika: Abwertende Gedanken stoppen. Sage dir ganz bewusst „Stopp – so nicht!“, wenn sich abwertende Gedanken in dir breit machen wollen. Ersetze negative Gedanken auf der Stelle durch neue, aufmunternde Gedanken, die deinem Tun förderlich sind.

Sich positiv „programmieren“. Dabei helfen positive Merksätze wie „Das werde ich schaffen“. Wiederhole diese Selbstermutigungen mehrmals täglich.

Denk dir einen schönen positiven Gedanken aus, der sich gut für dich anfühlt! Dann setze dich 5 Minuten in Ruhe hin und denke während der ganzen Zeit immer wieder diesen Gedanken. Spüre das schöne Gefühl dabei in dir. Wenn du abschweifst von dem guten Gedanken, lass es geschehen und bring dich wieder zurück. Mit etwas Übung wird positives Denken immer leichter für dich.

Helga: Nach dem Tode meines Mannes habe ichüber 1 Jahr lang regelmäßig“autogenes Training “ gemacht . Seitdem gelingt es mir, positiv zu denken. Das war bei mir nicht immer so. Mit dem positiven Denken lebt es sich leichter und erfreulicher.

David: Man sollte in sich selbst ruhen. Höre auf dich selbst und lass dich nicht von anderen negativ beeinflussen.

Rick: Meditiere und orientiere dich an Buddha oder einem anderen positiven Vorbild.

Mathilde: Das müsstest du doch im Griff haben, lieber Yogi. Meine Methoden:

1. Alles liegt in Gottes Hand. Gott liebt mich und ich muss keine Angst haben.

2. Was ich nicht ändern kann, akzeptiere ich!!! Das hilft sehr.

3. Eine eigene Meinung haben. Sich entscheiden was richtig und falsch ist.

4. Ab und zu auch einmal erkannt Richtiges weiter sagen.

5. Nicht ärgern! Nicht ärgern lassen.

Dana: Mir hat immer die Bibel und die Religion geholfen. Sie haben mich mein Leben lang begleitet und geprägt. Ausserdem solche Sprüche wie:

– es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen

– Fehler sind dazu da, um aus ihnen zu lernen

– Gott bürdet niemandem mehr auf, als er tragen kann

Ich habe immer versucht mein Leben so zu gestalten, dass ich dabei glücklich bin. Ich habe mich bemüht, im Einklang mit mir selbst und mit meiner inneren Führung zu handeln und zu leben. Wahrscheinlich habe ich in meinem Leben zu viel Negatives erfahren. Irgendwo bin ich aber ein zähes Stehaufmännchen mit einem sehr starken Überlebenswillen.

Sabrina: Man kann z.B. jeden Abend ca. 10 Sachen aufzuschreiben die schön waren. Die erste Zeit wird es schwer fallen, aber nach und nach werden dir immer mehr Sachen auffallen die am Tag gut gelaufen sind bzw. schön waren. So fängst du an auch die kleinen positiven Dinge zu sehen und denkst auch positiver.

5. Frage: Was denkst du über Karma?

Yogi Nils: Ich verstehe Karma als Ursache-Wirkung-Prinzip. Wer positive Samen setzt, erhält eine positive Frucht.Positives Verhalten erzeugt positive Charaktermuster im Geist. Ein positiver Charakter aus den Eigenschaften Weisheit, Liebe und Gelassenheit macht einen Menschen glücklich.Dieses Gesetz gilt bereits in diesem Leben. Wer an ein Leben nach dem Tod glaubt, für den hat es eine noch größere Bedeutung.

6. Frage: Was ist Bewusstsein?

Yogi Nils: Zum einen besteht Bewusstsein aus Gehirnwellen. Glauben ist ein bestimmtes Gehirnwellenmuster. Richtig zu denken ist eine große Kraft.Ich empfinde Bewusstsein als Energie. Je mehr Energie ich habe, desto stärker kann ich innerlich und äußerlich handeln.

7. Frage: Was für Antworten gibt es auf den Nihilismus?

User: Der Nihilismus ist eine Geisteshaltung, die alles in Frage stellt und grundsätzlich verneint. Für die Nihilisten gibt es keinen erkennbaren Lebenssinn, keine Moral, keine Ethik und ihr absolutes Lieblingswort ist NEIN. Diese Geisteshaltung wird in jüngster Zeit gerne von Jugendlichen aufgegriffen, die – von der Perspektivlosigkeit ihres Lebens frustriert – alle gesellschaftlichen Werte, Normen und Anforderungen rigoros ablehnen.

Schüler: ich glaube nicht daran, dass nach dem tod noch etwas kommt. wenn nach dem tod aber nichts kommt, stellt sich mir die frage, weshalb es wichtig sein sollte wie man sein leben lebt.

Professor:Warum ist das Verfolgen von Zielen, das moralische Handeln oder das Streben nach Glück abhängig von der Unendlichkeit der Welt? Warum folgt aus dem irgendwann erfolgenden Untergang der Menschheit, dass man einen Ertrinkenden nicht retten sollte?

Engelsflügel: Wenn Du an nichts Metaphysisches glaubst, dann mach´s doch einfach wie die Tiere. Die sind damit beschäftigt sich des Lebens zu freuen, ihre Gene weiterzugeben und ihre Nahrungskette zu sichern.

Im Ernst: Der Mensch hat doch die Möglichkeiten sich seinen individuellen und persönlichen Sinn selbst zu schaffen. Das Leben bietet genug schöne, aufregende und wundervolle Dinge.

Yogi Nils: Die Ursache des Nihilismus sind Verspannungen im Körper und im Geist des Nihilisten. Sie sind durch schwierige äußere Lebensumstände (lieblose Kindheit, Leistungsdruck in der Schule, Verletzungen in einer Beziehung) verursacht, können aber durch spezielle Übungen (Yoga, Meditation, positives Denken) und notfalls durch eine Psychotherapie wieder abgebaut werden.

Ich habe in meinem Leben großes Leid und großes Glück erfahren. Das größte Glück habe ich in der Erleuchtung erfahren. Der Kosmos hat dem Menschen die Fähigkeit zur Weisheit gegeben. Ich kann deshalb sagen, dass ich das Leid in meinem Leben so weit wie möglich vermeiden und das Glück so weit wie möglich verwirklichen möchte. Wer intensiv das Leid und das Glück im Leben gespürt hat, der kennt seine Lebensaufgabe. Er weiß, dass es den Weg des richtigen Lebens gibt.

8. Frage: Wann ist ein Leben als „erfülltes Leben“ zu bezeichnen ?

Yogi Nils: Ein erfülltes Leben ist ein als sinnvoll empfundenes Leben. Es ist mit Sinn gefüllt. Welchen Sinn ein Mensch seinem Leben gibt, hängt von seinem Bewusstseinszustand ab. Ein Mensch kann Erfüllung in seinem Beruf, in seiner Familie oder in einem schönen Hobby finden.

Ein Yogi strebt nach Erleuchtung und füllt sein Leben mit spirituellen Übungen. Er erfährt sein Leben dann als erfüllt, wenn er durch seine Übungen ausgefüllt ist, für eine glückliche Welt arbeitet und in der Gnade des Kosmos lebt.

9. Frage: War es für Euch schwer, Euren persönlichen Lebensweg, bzw. Lebensziel zu finden?

Yogi Nils: Ja und auch nein. Ich bin ein konsequenter Mensch. Ich habe gründlich gesucht, viel ausprobiert und habe im Alter von 30 Jahren meinen Weg gefunden. Jetzt entwickelt er sich kreativ von alleine weiter. Ich bin im Einklang mit mir, meiner Welt und meinem Leben.

10. Frage: Wie kann man aus einem Egoisten einen Altruisten machen?

Punk: Nur mit Gewalt. Egoisten sind meistens unbelehrbar.

Sven: Indem man ihnen klar macht, dass das Allgemeinwohl auch für sie selbst gilt.

Yogi Nils: Durch die Idee der Erleuchtung. Erleuchtung ist das höchste auf der Erde erreichbare Glück. Um in ein Leben im Licht durchzubrechen ist es notwendig sein Ego zu opfern. Das geht am besten auf dem Altar der umfassenden Liebe.

Scooby: Einen Egoisten klar machen, dass seine Ego ihm am Glücklichsein hindert, ist eine gute Idee!

11.

Manchmal schreiben mir Menschen aus dem Internet. Bei der Beantwortung der Emails reflektiere ich oft meinen Weg. Einige meiner Gedanken möchte ich gerne an euch weitergeben:

Die Welt ist aus meiner Sicht richtig so wie sie ist und gleichzeitig verbesserungswürdig. Ich folge der Lehre von den zwei Ebenen. Auf der Lichtebene ist alles gut wie es ist. Man muss nur üben in die Lichtebene zu gelangen (sich selbst zu verwirklichen). Auf der materiellen Ebene gibt es den ewigen Kampf der dualistischen Energien. Er gehört zur Materie dazu. Aber es ist auch wichtig, dass es positive Kräfte in der Welt gibt und dass diese Kräfte gestärkt werden. Gerade im Moment. Die Menschheit kann ein goldenes Zeitalter auf der Erde errichten oder im Leid versinken. Ich gehe den Weg des Karma-Yoga (Bodhisattva, Nitya Siddha) und versuche den Frieden, die Liebe und das Glück auf der Erde zu vergrößern. Meine Aufgabe ist es das Wissen vom Glück und von der Spiritualität im Internet zu verbreiten.

Wunderbar, dass du auch an das Goldene Zeitalter glaubst und dafür auf deine Art wirkst. Im Moment ist es auf der Erde so, dass der Egoismus sehr groß ist und dringend viele positive Menschen gebraucht werden. Eine Milliarde Menschen auf der Erde sind am Verhungern. Das weltweite Konsumfernsehen pflanzt die Unzufriedenheit in die Herzen der Menschen. Überall gibt es Hunger, Krankheit, Arbeitslosigkeit, Krieg und Verbrechen auf der Welt. Überall zerstörte Beziehungen und Menschen ohne eine positive Perspektive.

Das Wissen von einer besseren Welt ist da. Es muss nur zu den Menschen gebracht werden. Dann können wir gemeinsam eine Welt der Liebe, des Friedens und des Glücks aufbauen. Das ist ein langer Weg. Aber jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Unsere Kinder und Kindeskinder werden es uns danken. Es ist schön ein Helfer aller Wesen zu sein, weil man dann in der umfassenden Liebe lebt. Wenn man sich ausreichend Erholungspausen gibt und aus dem inneren Gleichgewicht (der Ruhe, Gott, dem Licht) heraus lebt, verbraucht man sich nicht bei der Arbeit für eine bessere Welt. Man wächst daran ins Licht. Das spüre ich bei mir deutlich. Obwohl ich immer noch ein ganz kleiner armseliger Yogi ohne große Fähigkeiten bin. Aber egal. Ich sage mir immer, dass Gott auch die Kleinen liebt. Er wollte einen armseligen mickrigen Yogi. Und hallo, hier bin ich.

Ich bin im Herzen ein geselliger Mensch. Aber mein Weg ist es als Eremit zu leben. Vielleicht kriegt man oft das, was man nicht will, um auf dem Weg der Erleuchtung zu wachsen. Glück und Unglück gehören zusammen. Durch weltliches Glück entsteht Anhaftung und durch weltliches Unglück löst sich die Anhaftung wieder auf. Der Weg des wahren Glücks ist sein Glücksniveau anzuheben, von dem aus man Freude und Leid erfährt.

Für mich halte ich einen mittleren Weg für richtig. Mein Schwerpunkt liegt in der Spiritualität, aber etwas lebe ich auch in der Welt. Ich brauche etwas weltliche Freude, um meinen spirituellen Weg langfristig gehen zu können. Im Moment besteht die Freude aus Fernsehen, Internet, schönem Essen, einem gemütlichen Leben und einer Aufgabe, die mich ausfüllt.Wann und wieviel Kontakt zu anderen Menschen richtig ist, entscheide ich von Moment zu Moment. Letztlich geschieht es mehr von alleine, als dass ich es plane.

Meine Mutter findet, ich sollte lieber als Rechtsanwalt arbeiten, Karriere machen, viel Geld verdienen, eine tolle Frau finden und eine Familie gründen. Sie versteht mein Yogileben nicht, akzeptiert esaber. Für sie wäre es nichts. Mein Vater fand meinen spirituellen Weg erst doof und nach seinem Tod erschien er mir und erklärte, dass es so richtig wäre. Meine Mutter lebt zu Hause und ist im Moment noch ganz gut drauf.

Ich habe mein Leben lang gesucht und bin im Alter von 30 auf Epikur gestoßen. Von da an bin ich konsequent den Weg des inneren Glücks gegangen. Im Alter von 40 nahm ich in Berlin zufällig an einem Yogaabend teil. Dort erfasste mich spürbar die Energie des damals bereits verstorbenen Sivananda und brachte mich dazu mich zu einer Yogalehrer-Ausbildung in Kanada anzumelden.Ich habe viele erleuchtete Meister und vertrete die Einheit aller Religionen. Alles Liebe, Nils

WikiHow: Wie man die Philosophie des Glücks praktiziert

Yogi Nils: Philosophen sind wichtig. Jeder sollte ein Philosoph sein. Das Zentrum der Philosophie ist die Frage nach dem Sinn des Lebens. Wer ohne diese Frage durch das Leben geht, lebt auf der Stufe eines Tieres. Ein Mensch wird man erst durch das philosophische Denken. Gesegnet ist, wer durch das philosophische Nachdenken seinen Lebenssinn findet. Er kann strategisch klug leben und ein erfülltes Leben erhalten.

Denke über den Sinn des Lebens nach. Was willst du mit deinem Leben anfangen? Was sind deine Ziele? Was ist das Wesentliche im Leben? Formuliere den Satz zuende: „Ich möchte im Leben …“ Erkenne das innere Glück als das höchste Gut im Leben. Ohne inneres Glück bringt das Leben keinen Spaß. Mit innerem Glück braucht man nicht viel an äußeren Dingen, um mit seinem Leben zufrieden zu sein. Überlege dir, wie du in deinem Leben dein inneres Glück bewahrst, wachsen lässt und ewig im Glück lebst. Beschäftige dich mit der Glücksforschung und verwirklicheDie zehn wichtigsten Punkte der Glücksforschungin deinem Leben. Philosophiere darüber, ob es ein Leben nach dem Tod gibt[1]. Sammel Informationen zu diesem Thema. Wenn es ein Leben nach dem Tod gibt, dann ist es gut auch nach dem Tod in einem Glücksbereich (Lichtbereich, Paradies) weiterzuleben. Dann solltest du bereits bei Lebzeiten so leben, dass du nach deinem Tod ins Licht aufsteigst. Der sicherste Weg in das Licht ist das tägliche spirituelle Üben, die Verbindung mit einem erleuchteten Meister (Buddha, Jesus, Sokrates, Diogenes, Epikur) oder einer Meisterin (Amma, Mutter Meera, für Christen auch Mutter Maria) und die konsequente Praxis der umfassenden Liebe (Gutes tun, für eine glückliche Welt arbeiten, das Glück aller Wesen wünschen). Gehe als Philosoph durch das Leben. Suche dir das Vorbild, das du gut findest, das zu dir passt und das dir die Inspiration zu einem glücklichen Leben gibt. Lebe konsequent nach den philosophischen Grundsätzen Wahrheit, Weisheit, Selbstdisziplin, innerer Frieden und umfassende Liebe.

Ein lustiges Musikvideo über die gesamte westliche Philosophie. Die Essenz lautet, dass man seinen eigenen Weg finden soll.

Tipps

Nach der Glücksphilosophie liegt der Sinn des Lebens darin glücklich zu sein. Der Begründer war der griechische Philosoph Epikur. Seine große Erkenntnis besteht darin, dass das Glück eines Menschen vorwiegend ein inneres Glück ist. Diese Auffassung wird von der modernen Wissenschaft geteilt. Nach der Glücksforschung kommen 90% des Glücks eines Menschen aus seinem Inneren. Grundsätzlich nur etwa 10% sind durch äußere Umstände bedingt. Inneres Glück entsteht durch eine gesunde Lebensweise, viel Ruhe (Meditation) und positives Denken (Gedankenarbeit, Philosophieren). Epikur lehrte deshalb genügsam in äußeren Dingen zu sein (seinen Genugpunkt zu kennen), für das zum Leben Notwendige zu sorgen, das innere Glück in das Zentrum des Lebens zu stellen und jeden Tag an seinen Gedanken zu arbeiten. Sein Ziel war es alle Ängste und Süchte zu überwinden und wie ein Gott (Buddha) unter den Menschen zu leben.

Warnungen

Yogi Nils: Der wahre Glücksweg ist es durch spirituelle Übungen sein inneres Glück zu erwecken und in die umfassende Liebe zu gelangen. Veranker dich primär in dir selbst und in deinem spirituellen Weg. Dann kannst du mit dem Leben tanzen ohne dich darin zu verlieren. Finde den spirituellen Weg, der zu dir passt und praktiziere konsequent. Dann wirst du eines Tages dauerhaft im Glück leben und Lebensfreude an alle Wesen weitergeben können.

Welche Visionen habt ihr von einer besseren Welt?

Edna: Eine friedliche Welt, die durch soziale Gerechtigkeit und gleiches Recht für ALLE geprägt ist!

Kapaun: Eine Welt, in der es den Menschen gut geht, muss Herausforderungen beinhalten. Ich liebe es zu kämpfen.

Öko: Ich bin für eine Welt, in der Mensch und Tier im Einklang mit der Natur leben. 🙂

Resignator: Ich als alter Haudegen habe keine großen Visionen mehr! Meine Vision besteht aus faul in der Sonne liegen.

Mathilde: Damit Gutes kommt, muß man es wollen !!!! Weltfrieden. Gleichberechtigung von Mann und Frau. Das wahre Heilmittel gegen Negativität ist das Bewusstsein von der Einheit der Menschheit.

Wanderer: Miteinander, Füreinander und gelebte Brüderlichkeit. Der Genossenschaftsgedanke.

Herrmann: Eine Welt ohne Krieg, ohne Umweltverschmutzung, in der sich alle Menschen, egal welcher Religion, gegenseitig respektieren.

Sternenfrau: FRIEDEN! KEINE ARMUT!

Dana: Ich glaube, dass die Erde zu wenig Liebe hat und dass sie sich erst mit der Zeit verbessern wird.

Walter: eine gesellschaft mit selbstbestimmten individuen. eine gesellschaft, in der den menschen nährboden für inneres wachstum geboten wird.

Jonathan: Gegenwärtig verbringen wir unser ganzes Leben in Angst – Angst davor, von einem Lehrer gedemütigt zu werden. Angst davor, den Job zu verlieren. In einer besseren Welt würden wir sicherstellen, dass es diese Ängste nicht mehr gäbe und dass alle in Sicherheit leben könnten.

Es wäre keine perfekte Welt. Menschen würden immer noch sterben oder sich ungeliebt fühlen. Es würde weiterhin Probleme geben. Aber es wäre eine weit, weit bessere Welt. Und mit der Zeit würden die Menschen anders fühlen und handeln.Wir sind alle im Kapitalismus groß geworden. Wir tragen alle die Wunden von viel Leid und Trauer und dem Gefühl, klein und hilflos zu sein.

Betrachtet ein Baby und wie es die Welt voller Begeisterung ansieht. Wir könnten eine Welt schaffen, in der diese Begeisterung das ganze Leben andauert.

Professor: Eine Welt, in der jeder Mensch jederzeit glücklich ist, ist eine Utopie. Es sterben Ehepartner und Freunde, Eltern, man stirbt selbst, Menschen leiden…Machbar wäre zumindest langfristig, dass Menschen nicht verhungern müssen, dass Menschen nicht gefoltert werden. Und da wüde meine Vision einer besseren Welt ansetzen.

Yogi Nils: Ich habe mir überlegt, wie man eine glückliche Welt aufbauen kann. Ich glaube, dass es möglich ist. Das Wissen dazu ist vorhanden. Genug materieller Reichtum ist da. Es fehlt im Wesentlichen nur am dafür notwendigen Bewusstsein der Menschheit. Ich arbeite dafür das zu ändern.

Ein Glücksphilosoph zeichnet sich dadurch aus das gegebene Leben genießen zu können und klug für eine gute Zukunft zu arbeiten.

Natürlich wird es auch in einer besseren zukünftigen Welt Leid, Probleme und Herausforderungen geben. Es geht darum positiv damit umzugehen, äußeres Leid so weit wie möglich zu vermeiden und inneres Leid durch die Erleuchtung (das innere Glück, inneren Frieden, Gleichmut) zu überwinden. Wir können innerlich im Licht leben und äußerlich gleichzeitig für eine bessere und glückliche Welt arbeiten.

Liebe Dana, bei dir sehe ich viel Resignation. Das ist eine ungünstige Haltung angesichts der vielen Probleme auf der Welt. Die verhungernden Kinder auf der Welt werden es nicht verstehen. Die Umweltverbrecher wird es freuen, wenn die Guten aufgeben.

Die Menschheit und jeder Einzelne ist verantwortlich für diese Welt. Jeder sollte seine Verantwortung im Rahmen seiner Möglichkeiten leben. Jeder darf seinen individuellen Glücksweg gehen, aber über wichtige Ziele wie Weltfrieden, Verbrechensbekämpfung und genug zu Essen für alle sollten wir uns verständigen. Ich wünsche eine positive Weltfamilie, die gemeinsam ein glückliches Zeitalter aufbaut und nicht unweise den gemeinsamen Untergang bewirkt.

Es gibt verschiedene Kräfte auf der Welt. Es gibt die globalen Verbrecher, die egoistischen Kapitalisten, die machthungrigen Kriegstreiber. Wir sollten ihnen nicht die Welt überlassen. Wir sollten die positiven Kräfte stärken, uns verbünden und gemeinsam in eine glückliche Zukunft gehen.

Frage: Sollte man Krieg verbieten?

Yogi Nils: Ja. Krieg ist ein Verstoß gegen die Menschenwürde. Krieg ist ein Ausdruck von Egoismus, Unweisheit und fehlender Liebe. Kleinkriege innerhalb der Staaten und zwischen kleinen Staaten sind oft unermesslich grausam. Großkriege zwischen Weltmächten können zum Untergang der ganzen Welt führen. Dann hätte die Menschheit sich selbst ausgelöscht. Das ist der Gipfel der Dummheit.

Es gibt auch einen Weg zu einer Welt ohne Krieg. Eine Weltstaatengemeinschaft ähnlich der Europäischen Union wäre eine gute Lösung. Vorher gab es in Europa ständig Kriege. Jetzt sind wir frei davon. Das wünsche ich der ganzen Welt. Der Weg ist zwar weit und schwierig. Das sollte uns aber nicht davon abhalten mit allen unseren Kräften für einen Weltfrieden zu arbeiten. Das Geld für Rüstungsausgaben sollten wir besser dafür verwenden den Hunger auf der Welt zu beseitigen. Peace Now.

Was können wir gegen den Hunger und die Armut auf der Welt tun?

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Yogi Nils: Die Welt leidet unter Hunger, Krankheit, Krieg und Unweisheit. Die Menschen schreien nach Hilfe. Im Moment zerstört die kapitalistische Globalisierung die Beziehungen der Menschen zueinander. Die Reichen werden immer reicher und es gibt immer mehr Arme. Über 1 Milliarde Menschen auf der Welt leiden unter extremer Armut. Extreme Armut bedeutet chronische Unterernährung, schlechte Gesundheitsversorgung, nicht genug zum Leben zu haben. Mehr als zehn Millionen Kinder sterben jährlich an Unterernährung und vermeidbaren Krankheiten.

Wenn die Welt ein Dorf mit 100 Einwohnern wäre, dann ist ein Mensch superreich. Ihm gehören ein Drittel des Landes und 30 % des Dorfvermögens. 20 Menschen gehören 80 % des gesamten Reichtums des Dorfes. Ihnen geht es materiell gut. Sie haben weitaus mehr, als sie brauchen. Sie bilden die reiche Oberschicht des Dorfes, die Großgrundbesitzer, die Kapitalisten, die herrschende Klasse. Ihnen gehören die meisten Zeitungen, Radiosender und Fernsehanstalten. Sie können damit stark die öffentliche Meinung beeinflussen.

40 Menschen haben ausreichend Geld. Sie leben als Kleinbauern, Arbeiter, Angestellte und kleine Selbständige. 40 Menschen (40 %) sind die Armen. Die Hälfte von ihnen ist unterernährt oder direkt am verhungern. In ihrem Lebensbereich gibt es keine ausreichende Krankheitsvorsorge, starke Suchtprobleme (Drogen, Alkohol) und eine ausufernde Kriminalität. Sie wohnen in einem Slum am Rande des Dorfes und ernähren sich von der Müllkippe.

Nach der Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen ist ausreichende Nahrung ein Menschenrecht. Die Reichen sind deshalb verpflichtet, den am Hunger leidenden Menschen von ihrem Geld so viel abzugeben, dass sich alle genug zu essen kaufen können. Darüber hinaus gibt es in der Menschenrechtscharta das Menschenrecht auf Arbeit. Die Reichen sind desweiteren verpflichtet, für die gesamten Arbeitslosen der Erde Arbeit zu schaffen, ihnen ausreichend Land zur Verfügung zu stellen oder den Staaten der Welt genug Geld für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen zu geben.

Es gibt die Möglichkeit von ausreichender Besteuerung, Schutzgesetzen für die Armen und einer Agrarreform. Es gibt die Möglichkeit eines globalen Marshallplans und einer globalen ökosozialen Marktwirtschaft. Und es gibt die Möglichkeit, dass die Armen sich organisieren und gemeinsam ihre Rechte durchsetzen. Es gibt viele Organisationen auf der Erde, die für eine bessere Zukunft arbeiten. Ich rufe dazu auf, sie zu unterstützen. Jeder Mensch sollte im Rahmen seiner Möglichkeiten dazu beitragen, dass unsere Welt nicht eines Tages im Chaos versinkt, sondern in eine glückliche Zukunft gelangt.

Der äußere Reichtum hat sich im Westen in den letzten fünfzig Jahren verdoppelt. Gleichzeitig ist die Anzahl der Depressionen um das Zehnfache angestiegen. Wenn wir genau hinsehen, können wir feststellen, dass der westliche Kapitalismus zu großem äußeren Reichtum bei einigen wenigen Menschen und zu großem inneren Unglück bei immer mehr Menschen führt.

Das Modell des westlichen Konsumkapitalismus ist ein schlechtes Vorbild für die Welt. Die kapitalistische Globalisierung wird einige wenige Superreiche hervorbringen, etwas Reichtum für eine kleine Mittelschicht und eine massive Verelendung für eine große Unterschicht. Sie wird äußerlich riesige Slums, viel Kriminalität und große Suchtprobleme erzeugen. Die Masse der Menschen wird durch die vorwiegende Orientierung auf äußere Werte innerlich nicht glücklicher, sondern unglücklicher.

Das können wir bereits jetzt gut an Südafrika beobachten. Dort leben 80 % !! der Menschen von weniger als einem Dollar am Tag, in dem Bereich des Elends, des Verbrechens und des Hungers. Nur 20 % !! der Menschen leben in ausreichendem materiellen Wohlstand und einige wenige Kapitalisten (meist ausländische Unternehmen) kassieren den großen Reichtum des Landes (Arbeitsleistungen, Bodenschätze). Die Reichen leben in ständiger Angst und geben 10 % ihres Einkommens aus, um ihre Häuser vor den Armen zu schützen. Eine verelendende Welt voller Verbrechen, Hunger und Umweltproblemen macht weder die Armen noch die Reichen glücklich.

Eine starke Tendenz zur Verslummung gibt es in ganz Afrika, in Indien und in Südamerika. Auch in Russland, China und den USA gibt es eine Entwicklung zu einer großen Trennung von Arm und Reich. Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer mehr und immer ärmer. Sogar in Deutschland beginnt diese Entwicklung deutlich zu werden.

Wenn wir ohne Weisheit bei der kapitalistischen Globalisierung so weiter machen, wird die Umwelt zerstört, die Armut unkontrollierbar groß und die psychische Verelendung der Menschen entsetzlich werden. Es wird ewig sinnlose Verteilungskriege geben. Die Welt muss auf der Basis des inneren Glücks und der umfassenden Brüderlichkeit neu organisisiert werden. Wir brauchen eine Globalisierung der Liebe und der Vernunft.

Die Weltgemeinschaft sollte sich in den Grundsätzen umfassende Liebe, weltweiter Frieden, inneres Glück bei allen, genug Arbeit für alle, genug Essen für alle und eine ausreichende Gesundheitsvorsorge für alle zentrieren. Durch die Verbindung von ökologischem, sozialem und spirituellem Denken kann der Aufbau einer glücklichen Welt gelingen.

Frau: Warum müssen jeden Tag unschuldige Menschen sterben? Warum macht keiner etwas dagegen??? Warum helfen wir unseren Brüdern und Schwestern nicht!!! Jeden Tag sterben Kinder aus Hunger, Armut und Krankheit!!! Warum wird nichts dagegen unternommen? Warum hilft keiner??? Warum stoppt man nicht die Kriege und lässt endlich FRIEDEN einkehren!

Wir sollten wirklich versuchen unsere Erde zu retten. Wir sind alle Menschen und sind gleich – trotz der unterschiedlichen Nationen, des anderen Aussehens und der verschiedenen Sprachen, haben wir alle das gleiche Blut in den Adern. Im Großen und Ganzen sind wir eine große Familie auf dieser Welt, die versuchen sollte Liebe, Hoffnung und Frieden zu verbreiten.

Professor: Du scheinst ein Anhänger der Gerechtigkeitstheorie zu sein.

Yogi Nils: Das Problem der Armut gab es schon früher, aber heute ist erstmalig die Menschheit materiell in der Lage eine glückliche Welt für alle aufzubauen. Ich bin in der Tat ein Anhänger der Gerechtigkeit, jemand, der sich um die leidenden Menschen auf der Welt Sorgen macht. Ich sehe die Menschheit als eine Familie, in alle zum Glück der Gesamtfamilie beitragen. Ich sehe 1 Milliarde Hungernde und ich sehe genug Reichtum um ihnen zu helfen.

Eric: Millionen von Menschen geben dir Recht und in jedem schlummert der Wunsch in einer Glücklichen und Gerechten Welt leben zu können. Vielen Dank für deine Frage, solange es solche Menschen gibt, gibt es noch Hoffnung.

Freund: Ich denke, dass es überwiegend ein Verteilungsproblem ist.

Ulf: Gegen die Verarmung Afrikas hilft vor allem dies: radikaler Schuldenerlass durch die führenden Geldgeber-Nationen. Aufgabe der brutalen Ausbeutung der afrikanischen Staaten durch Monsanto & Co., die mit genmanipuliertem Saatgut und Knebelverträgen die afrikanische Landwirtschaft zerstören und ausbluten lassen. Auflösung der bestehenden Knebelverträge für Entwicklungsdarlehn, die den afrikanischen Staaten von WTO und Weltbank aufgedrückt wurden.

Abschottung der afrikanischen Märkte gegen US-amerikanischen Mais, US-amerikanischen Weizen etc. Stop der Unterstützung diktatorischer Regimes in Afrika.Ehrliche Unterstützung der afrikanischen Völker zu Eigenentwicklung, Demokratisierung, Aufklärung. Kurzfristig: Lebensmittel spenden. Langfristig: In Bildung und Infrastruktur investieren.

Pragmatiker: Deutsche Technologie und know-how ist gefragt. Beispiel Afrika: Bau von Windkraftanlagen, Solarenergie für die Stromgewinnung und Bewässerungspipelines um die Felder zu bestellen.Die afrikanischen Regierungen müssen für Stabilität in ihren Staaten sorgen und die Bevölkerung mehr in die notwendigen Prozesse mit einbinden.

Tanja: Am besten hilfst du damit, indem du in „3. Welt-Läden“ einkaufst, z.B. Kaffee, Schokolade. Bauern aus armen Ländern haben direkte Verträge mit diesen Läden und bekommen einen fairen Preis.

Sozi: Wir hören mit dem sinnlosen Produzieren von industriell gefertigten Massenprodukten auf, mit denen wir die Märkte auch der Dritten Welt überschwemmen und unter denen sie zusammenbrechen. Das wäre der erste, aber wichtigste Schritt. Der zweite schlösse sich logisch an, nämlich die Regionalisierung der Weltwirtschaft. Das heißt, es wird in relativer Nähe zum Verbraucher produziert: das schützt die Umwelt und schafft allen Arbeit.

Afrikareisender: Milliarden und Milliarden werden in den schwarzen Kontinent gepumpt aber die Situation hat sich nicht im geringsten geaendert. Einige der Gründe liegen darin, dass sehr viele Hilforganisation zunächst einmal Gehälter, Reisekosten und anderen Firlefanz aus den Spendengeldern begleichen und der Rest fliesst dann in die Hände irgendwelcher korrupter Politiker und Stammesfürsten. Ausserdem, wenn man die Leute ständig durchfüttert haben die keinerlei Grund selbst etwas zu tun und daran fehlt es eben völlig.

Nachdenker: in der jetzigen situation wäre die totale abschottung afrikanischer märkte vom rest der welt wohl die beste lösung.man müßte erst mal die korrupten politiker in afrika entfernen.Projekte unterstützen, die Hilfe zur Selbsthilfe geben.gute leute hinschicken.

Skeptiker: Setze den grössten Revolutionär auf einen Thron und er wird schlimmer sein als der Diktator, den er bekämpft hat, deshalb ist ein globaler Kommunismus nicht möglich!

Kolonist: Alle Gebiete Arikas blühten einst unter der Kolionalherrschaft der Europäer, insbesondere der Deutschen derart auf, dass alle dort lebenden Neger genug Arbeit und zu Essen hatten und in Frieden und bescheidenem Wohlstand leben konnten. Seit die Bimbos sich selbst regieren wie in z. B. Südafrika, Kenia, Uganda, Kongo und Zimbabwe, geht es ihnen überwiegend schlechter. Sie leiden unter Hunger, Krieg und hoher Kriminalität. Dann wundern sich die Europäer noch, dass die Bimbos massenweise nach Europa fliehen anstatt in der Heimat zu bleiben und dort zu arbeiten. Da gibt es nur einen Ausweg: Afrika wird wieder in eurpäische Kolonien aufgeteilt.

Miriam:man kann auch in krisengebiete gehen und dort vor ort den menschen direkt helfen. das habe ich auch schon gemacht.

Mary: Man kann versuchen ein nicht-gefühls-und-gedankenloser Mensch zu sein und die Welt dadurch etwas besser zu machen.

Ulli: Tue, was du tun kannst. Es gibt viele Menschen auf der Welt, die sich für arme, unterdrückte und schwache Menschen einsetzen.

Wie kann man allen Menschen auf der Welt ausreichend Arbeit und Geld geben?

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Nach der Menschenrechtkonvention der Vereinten Nationen ist Arbeit ein Menschenrecht. Mit der Umsetzung gibt es erhebliche Probleme. Wenn wir genau hinsehen, ist der Weg relativ einfach.

Etwa 50 % der Menschheit leben von der Landwirtschaft und vom Fischfang. Hier müssen wir allen Bauern ein zur Ernährung ausreichendes Stück Land geben, sie mit dem notwendigen Arbeitswissen versorgen und sie vor den multinationalen Agrarkonzernen schützen. Die Fischer müssen vor den globalen Industriefischern und Umweltzerstörern geschützt werden.

Wichtig ist es die Geburtenrate durch Aufklärung und Verhütungsmittel zu verringern und eine positive spirituelle Kultur in den Dörfern aufzubauen (oder vorhandene positive Dorfkulturen zu unterstützen). Nur mit einer Kultur des inneren Glücks und der positiven Gemeinschaften können wir die Landflucht verhindern und die Menschen vor der unzufrieden machenden Ideologie des globalen Konsumfernsehens schützen.

Schwieriger wird es Arbeit für die Menschen in den Slums zu schaffen. Gehen wir davon aus, dass bald etwa 30 % der Menschenheit in Slums um die großen Städte herum leben. Sie ernähren sich überwiegend von den Müllkippen. Erfolgreiche Berusfkarrieren gibt es nur als Drogenhändler, Einbrecher, Prostituierte und in Deutschland auch als schlauer Sozialhilfeempfänger.

Die meisten Stadtmenschen wollen nicht wieder auf das Land zurück. Wir müssen deshalb Arbeit in der Stadt schaffen. Das gelingt vor allem durch eine gute berufliche Ausbildung und durch den Ausbau des Dienstleistungsbereiches. Langfristig wird ein großer Bedarf an Altenpflegern, Entwicklungshelfern, Krankenschwestern, Sozialarbeitern, Polizisten … bestehen.

Das Problem ist die Bezahlung. Der Staat hat kaum genug Geld für die jetzigen Aufgaben. Wir brauchen also zusätzliches Geld. Das kann nur von den Menschen kommen, die Geld im Überfluß haben. Geld ist auf der Welt reichlich vorhanden. Wir brauchen uns nur einmal die Vermögen der reichsten Menschen der Welt anzusehen.

Ich schlage eine weltweite Reichensteuer vor, die so bemessen wird, dass damit ausreichend Arbeit und Essen für alle geschaffen wird. Mir schweben etwa 3 % auf alle Kapitaleinkommen vor. Die Einzelheiten überlasse ich den Ökonomen und der Durchsetzungskraft der guten Menschen auf der Welt. Letzlich trete ich für eine weltweite soziale Marktwirtschaft ein, in der die Staaten der Welt gemeinsam für die notwendigen Gesetze zum Schutze der Menschheit und der Natur sorgen.

Als Leitidee für eine glückliche Welt können wir uns an den vier Glücksregeln Bhutans orientieren: eine gute Regierung, eine gute Umwelt, eine gute Ökonomie und eine positive Kultur des Miteinanders.

Margot: Wenn man nicht den Profit und die Maschinen in der Vordergrund stellt, sondern den Menschen, könnte es Arbeit für alle geben.

Stups: Die vorhandene Arbeit sollte auf alle Menschen aufgeteilt werden, so dass jeder nur noch halbtags arbeiten muss.

Sozi: Indem das vorhandene Vermögen gerecht verteilt und dem raubtiermäßigen Profitstreben EINIGER WENIGER ein Riegel vorgeschoben wird.

Gerechtigkeit: Wir müssen total umdenken. Wir bräuchten nicht mehr lauter Unsinn zu produzieren, was gar kein Mensch braucht. Die Menschen bräuchten nicht mehr so lange Arbeiten, weil gar nicht mehr so viel Arbeit zu verrichten wäre. Der Mensch hätte wieder mehr Zeit für seine Lieben!!!!!!!!

Chris: Das Problem ist nicht, dass es zu wenig Arbeit gäbe (die gibt es reichlich) sondern, dass sie nicht angemessen bezahlt wird um davon leben zu können. So muss ein afrikanischer Bauer z.B. für 1kg Mehl, welches er produziert, ca. 1 Euro investieren und das Mehl schließlich (will er von seinem Produkt auch noch leben) für 1,50 – 2 Euro verkaufen. Dies müsste ein europäischer Bauer eigentlich auch, nur bekommt er einen Teil des „Verkaufspreises“ als Subvention von der EU, so dass er sein Mehl für 1 Euro (und weniger) verkaufen kann. Der schlaue Kunde kauft natürlich das billige Mehl und der afrikanische Bauer geht pleite.

Man sollte das Geld einfach abschaffen und Wertmarken für festgelegte Produkte ausgeben.

Wenn jemand Mehl braucht, dann kann er sich 1kg holen, egal ob von afrikanischen Bauern oder vom europäischen. Und wenn der afrikanische Bauer etwas braucht, holt er es sich ebenfalls von seinen Wertmarken.

Yogi Nils: Das Problem ist nicht das Geld, sondern die Macht- und Ausbeutungsverhältnisse auf der Welt. Und letztlich der Egoismus und die spirituelle Unweisheit der Menschen. Jeder beutet jeden im Rahmen seiner Möglichkeiten aus, statt dass wir alle brüderlich zusammen wirken für das gemeinsame Wohl aller.

Die Unternehmer versuchen die Arbeitnehmer auszubeuten. Die Industrienationen versuchen den Entwicklungsländer die Rohstoffe wegzunehmen. Die Reichen in Afrika geben den Armen nichts von dem Reichtum des Landes ab (Öl, Diamanten). Die Männer unterdrücken die Frauen (gerade in Afrika). Die Frauen nutzen die Männer aus, wenn sie es können (auch Frauen sind egoistisch).

Wir brauchen die Weisheit vom inneren Glück, von der Genügsamkeit in äußeren Dingen, von der umfassenden Liebe und von dem Ziel einer insgesamt glücklichen Welt. Die Menschheit ist eine Familie. Wir sitzen alle in einem Boot, dem Raumschiff Erde. Auch die Reichen werden darunter leiden, wenn die Umwelt zerstört ist, wenn viele Staaten der Erde zerfallen, wenn das Chaos und die Gewalt die Erde beherrschen.

Die Werte des Westens beruhen auf den Idealen der französischen Revolution: Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit. Brüderlichkeit bedeutet einander zu helfen, zu teilen und gemeinsam glücklich zu sein. Fangen wir damit an.

@ Gerechtigkeit: Du hast Recht, wir müssen total umdenken. Wir müssen die übertriebene Konsumideologie überwinden. Das schont die Umwelt. Die Menschen bräuchten nicht so viel arbeiten und hätten mehr Zeit für die Familie, für ihre Hobbies, das Feiern und die Spiritualität. Richtig ist es auch vernünftig mit den Resourcen auf der Welt umzugehen. Das zentrale Problem ist wie gesagt der unweise Egoismus der meisten Menschen. Und der wird schon in der Schule den Kindern beigebracht. Die ganze Welt ist vom Konsumdenken, vom krankhaften Leistungsbazillus und vom Konkurrenzdenken infiziert, statt von den Gedanken der Liebe und der Brüderlichkeit.

Verfällt die Kultur in Deutschland?

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Yogi Nils:Die Hauptreligion der Welt ist heute das westliche Konsumfernsehen. Es lehrt den Weg des äußeren Glücks und zerstört den Weg des inneren Glücks. Es gibt eine deutliche Zunahme an innerem Leid, an Zerfall von Familien, an Einsamkeit, an Depressionen, an psychosomatischen Krankheiten, an Gewalt und an Suchtverhalten. Fernsehen verringert die persönliche Zufriedenheit um etwa 5 % pro Stunde. Glückliche Menschen verbringen weniger als ein Fünftel so viel Zeit vor dem Fernseher als andere Menschen.

Die Glücksforschung hat klar erkannt, dass das westliche Fernsehen die Menschen innerlich unglücklich macht und einen Zerfall der positiven Werte bewirkt. Untersucht wurde ein Indianerstamm im Alaska. Vor der Einführung des Fernsehens lebten die Menschen friedlich und positiv zusammen. Danach griffen Egoismus, Unzufriedenheit, Gewalt und Suchtverhalten stark um sich. Dieser Prozess des Zerfalls der traditionellen Kulturen durch den Einfluss des westlichen Konsumfernsehens geschieht derzeit weltweit.

Die Menschen in Indien verlieren ihre traditionellen Werte. Die Menschen in China werden trotz wachsendem äußerem Reichtum innerlich unglücklicher. Die Menschen in Afrika wollen nach Europa, weil sie meinen dort glücklich werden zu können. Sie lassen sich durch den äußeren Reichtum blenden und sehen nicht das große innere Unglück der Menschen im Westen. Nach einigen Jahren im Westen sind sie innerlich genauso ausgebrannt, wie die Mehrzahl der Menschen hier.

Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass manche Fernsehsendungen die Gewalt in der Gesellschaft verstärken und sich negativ auf die Stabilität der Beziehungen auswirken. Dazu gibt es mehrere Schweizer Studien. Bekannt geworden ist auch der Fall eines allein erziehenden Vaters, der mit seinem Sohn zusammenlebte. Sie machten sich gegenseitig das Leben schwer. Der Vater beschloss daraufhin den Fernseher abzuschaffen. Nach einiger Zeit lösten sich Unzufriedenheit, Aggressivität und Negativität im Sohn auf. Vater und Sohn harmonierten wieder miteinander.

Diese Untersuchungen werden gerne verdrängt. Ich fordere eine Veränderung der Fernsehinhalte hin zu den Werten Liebe, Frieden und Weisheit. Das Fernsehen muss positiver werden. Es muss dem Weg des inneren Glücks einen ausreichenden Platz in seinen Programmen einräumen. In den Schulen sollte den Kindern der positive Umgang mit dem Fernseher beigebracht werden. Letztlich brauchen wir eine neue Verankerung der Menschen in positiven Werten. Da die meisten Menschen im Westen wissenschaftlich denken, sollte diese Verankerung auf der Basis der Wissenschaft, der Glücksforschung und der Glücksphilosophie erfolgen.

Warum betreibst du Philosophie?

Yogi Nils: Ich betreibe Philosophie, um mir über den Sinn des Lebens klar zu werden. Bereits mit 14 Jahren begann ich damit. Im Alter von 30 Jahren traf ich auf Epikur und jetzt lebe ich seit 22 Jahren als Yogi auf dem Weg der Erleuchtung. Ich kenne bereits mein Ziel, das Leben in Gott. Aber mein Weg ist immer noch voller Krisen. Oft tauchen Zweifel auf. Dann stärke ich mich durch die Diskussionen in Internet-Foren. Allein das Schreiben von Texten macht meinen Geist bereits klarer. Gegenteilige Auffassungen helfen mir meinen eigenen Standpunkt zu klären. Und letztlich hoffe ich auch meine Mitmenschen etwas zu inspirieren.

Philosophie als Beruf?

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Yogi Nils: Ich bin Philosoph von Beruf. Ich lebe wie Diogenes in seiner Tonne in einer kleinen Hütte im Wald. Ich versuche wie Sokrates die Welt mit meinen Gedanken zu verbessern. Meine Basis ist die Philosophie des Glücks von Epikur. Glücksphilosophen werden auf der Welt dringend gebraucht. Es gibt viele Unglücksphilosophen, die versuchen die Welt in den Untergang zu treiben. Glücksphilosophen geben der Menschheit positive Ziele, positive Wege und insgesamt ein positives Denksystem.

Auf der Welt findet nicht nur ein ständiger Kampf um materielle Güter, sondern auch ein geistiger Kampf statt. Glücksphilosophen stehen auf der Seite der Weisheit, der Liebe, des Friedens und des globalen Glücks. Woher sie das Geld zum Leben bekommen? Da darf jeder kreativ sein. Dann kann man auch als gemeinnütziger Mensch gut leben. Viel äußeren Reichtum braucht ein Glücksphilosoph ja nicht, weil er bereits innerlich sehr reich ist. Und je mehr er von seinem inneren Reichtum an seine Mitmenschen verschenkt, um so glücklicher wird er. Ich finde, das ist eine gute Art sein Leben auf der Erde zu verbringen.

Wie definiert man Glück?

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Professor: Viele Philosophen haben darauf verzichtet, Glück genauer zu definieren und stattdessen den Weg dahin bzw. die notwendigen Grundlagen erörtert. Also z. B. Furchtlosigkeit vor dem Tode, ein gelungenes Leben, der Glaube an Gott.

Jeremy Bentham, ein Gründungsvater des Utilitarismus, hat sich an einer Glücksdefinition versucht. Für ihn ist Glück (happyness) zu unterscheiden von Zufriedenheit (content). Zufriedenheit kann dauerhaft erlangt werden. Glück hingegen ist ein flüchtiges Hochgefühl.

Thomas Hobbes sah als Wesensmerkmal des Menschen die Pleonexie, das Immer-Mehr-Haben-Wollen. Und das führt zu der Frage, ob Benthams Glücksdefinition noch unserem heutigen Glücksverständnis entspricht. Vielleicht ist das heutige Glücksverständnis, das z. B. aus einem erfüllten Leben, aus beruflichem Erfolg und/oder familiären Freuden rührt, also all das, was oftmals als Sinn des Lebens und als größtes anzustrebendes Glück bezeichnet wird, nach Bentham eher die Zufriedenheit. Weniger berauschend, aber länger bis dauerhaft anhaltend.

Die Ethik beschäftigt sich mit den Möglichkeiten, ein gutes Leben zu führen. Ethik zeigt den Weg zu einem glücklichen Leben auf. Dazu gehört auch, dass man kein schlechtes Gewissen hat, mit sich im reinen ist, also moralisch handelt.

Yogi Nils: Es gibt inneres und äußeres Glück. Äußeres Glück sind gute Lebensumstände. Der Mensch hat alles, was er körperlich und geistig braucht. Der Zufall gibt ihm noch etwas darüber hinaus. Inneres Glück sitzt in der Psyche. Es kommt in verschiedenen Graden vor und ist zu 90 % von den inneren Anlagen und vom Denksystem eines Menschen abhängig. Bereits Zufriedenheit ist in der heutigen Zeit ein seltenes Gut. Das Zentrum des inneren Glücks ist die Erleuchtung. Zur Erleuchtung kommt man durch den konsequenten spirituellen Weg. Jeder sollte den Weg gehen, der zu ihm passt.

Ethisches Verhalten ist die Basis des Glücks. Erleuchtung entsteht, wenn wir konsequent nach den Grundsätzen Wahrheit, Frieden, Liebe, Kraft und Freude leben. Ein nichterleuchteter Mensch ist im Zentrum egoistisch, also unethisch. Ein Erleuchteter ist im Kern unegoistisch, also gut. Es spürt seine Einheit mit allen Wesen und hat eine Tendenz für das Gemeinwohl zu handeln. Alle Erleuchtungsreligionen (Yoga, Buddhismus, Taoismus, Christentum, Islam/Sufis) stellen deshalb die Werte Wahrheit, Liebe und Frieden in den Mittelpunkt ihrer Lehre. Der Egoismus ihrer unerleuchteten Mitglieder macht ihnen leider manchmal einen Strich durch die Rechnung.

Was ist die Quelle des Unheils?

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Yogi Nils: Der Egoismus des Menschen. Er führt zum Gegeneinander statt zum Miteinander. Er macht den Menschen schlecht. Er zerstört die Welt. Der Egoismus kann durch den Weg der Weisheit und der Liebe überwunden werden. Wer begreift, dass alle Menschen in einem Boot (auf dem Raumschiff Erde) sitzen und nur gemeinsam glücklich werden können, überwindet seinen Egoismus. Wer begreift, dass die Erleuchtung der größte Glücksweg auf der Welt ist, erbringt das dafür notwendige Opfer. Er opfert sein Ego um im umfassenden Glück zu erwachen.

Glück ist es nur wenn alle glücklich sind!

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Yogi Nils: Dieser Satz ist durch den Weg der Erleuchtung zu erklären. Ein Erleuchteter lebt in der Einheit des Kosmos. Er ist geistig mit allen Wesen verbunden. Er spürt ihre Gedanken und Gefühle. Wenn sie glücklich sind, ist auch er glücklich. Wenn sie leiden, möchte er ihnen helfen wieder glücklich zu werden. Er fühlt sich dann vollständig glücklich, wenn alle Menschen, die mit ihm geistig verbunden sind, auch glücklich sind.

Ein Erleuchteter kann sich aber auch abgrenzen. Er kann auch in einer Welt des Leidens für sich glücklich sein. Es hängt davon ab, wie er sein Bewusstsein ausrichtet. Letztlich gibt es zwei Erleuchtungswege, die Abgrenzer (Buddha) und die Nichtabgrenzer (Dalai Lama, Mahayana-Buddhismus).

Ein Beispiel: Wenn ich eine Yogagruppe mache, dann setze ich mich zuerst ruhig hin. Durch das Verweilen in der Ruhe baut sich meine eigene Glücksenergie auf. Dann kommen nach und nach die Gruppenteilnehmer und füllen den Raum mit ihrer schlechten Energie (Alltagsstress). Ich spüre in ihre Energien hinein und richte danach meine Übungen aus. Ich gebe ihnen genau die Übungen, die sie brauchen, um ihren Stress abzubauen und inneren Frieden, Glück und Lebensfreude zu entwickeln. Nach 1 1/2 Stunden habe ich normalerweise ein schlechtgelauntes Menschenhäuflein in glückliche Buddhas umgewandelt. Das macht jeder gute Yogalehrer so. Es gelingt dadurch, dass man genau die Energien seiner Mitmenschen spüren und sie deshalb optimal stärken kann. Je weiter ein Yogi entwickelt ist, desto größere Möglichkeiten hat er. Ich bin nur ein kleiner Yogi und kann deshalb meinen Mitmenschen nur etwas helfen. Hauptsächlich lehre ich sie sich selbst zu helfen.

Wie findet ihr Epikur?

Epikur verfasste die Philosophie des Glücks. Wir können ihn als den Vater des positiven Denkens bezeichnen. Und auch als den Begründer der Glücksforschung. Ein wichtiger Satz von Epikur lautet: „Wer das Wort genug nicht kennt, hat niemals genug.“

Epikur lehrte die Verankerung im inneren Glück und die bewusste Begrenzung der äußeren Bedürfnisse. Er vertrat einen Konsum mit Verstand. Er war kein radikaler Asket, aber er war auch mit den kleinen Dingen des Lebens zufrieden. Nur die Erfüllung von Grundbedürfnissen wie Essen, Trinken und Kälteschutz galt Epikur als unabdingbar für den Genuss des Daseins. Die sexuelle Lust gehörte dagegen bereits seiner zweiten Kategorie an: natürlichen Ursprungs, aber nur in Maßen dem inneren Glück dienlich und im Zweifel durchaus verzichtbar. Luxusbedürfnisse gründen seiner Ansicht nach meistens in „leerer Meinung,“ d.h. in Unvernunft.

Epikurs Ethiklehre zielt im Kern auf Erhöhung und Verstetigung der Lebensfreude durch den Genuss eines jeden Tages, wie es auch das Motto von Horaz besagt: „carpe diem (nutze den Tag)“. Dazu gilt es, alle Beeinträchtigungen des Seelenfriedens zu vermeiden bzw. zu überwinden, die aus zu großen Begierden oder aus der Furcht erwachsen können. Die Lust am Leben stetig auszukosten, macht die Kunst des epikureischen Weisen aus.

Epikuräer werden in der westlichen Philosophie oft mit den Hedonisten, den Anhängern der Genussphilosophie von Aristippos, verwechselt. Beides sind aber völlig verschiedene philosophische Wege. Ein Epikuräer verkörpert einen gemäßigten Weg des inneren Glücks und ein Hedonist den Weg des extremen äußeren Glücks. Epikuräertum ist Weisheit und Hedonismus ist Unweisheit.

Epikur lehrte das Leben in der Ruhe und in der umfassenden Liebe. Er empfahl es, in der Ruhe und aus der Ruhe heraus zu leben. Dann lebt man wie ein Gott (Buddha) unter seinen Mitmenschen, denen der Weise aber auch hilft: „Die Freundschaft umtanzt den Erdkreis, uns allen verkündend, dass wir erwachen sollen zur Glückseligkeit.“

Professor: Eigentlich ist es ja sinnlos, auf Deine Frage zu antworten, da Du mir Bemühtheit zusprichst, aber aufgrund meiner Zweifel hinsichtlich Reinkarnation die Erkenntnis absprichst.

Deine Kombination ist unhaltbar: Entweder Du entscheidest Dich für Epikurs Lehren, die fundamental von einer Inexistenz göttlicher Wesen und vor allem eines ewigen Lebens ausgeht, oder Du glaubst an irgendwelche Götter, ewiges Leben, Wiedergeburt u.ä. Beides geht nicht.

Epikur würde sich im Grabe herumdrehen, wenn er wüsste, dass seine Lehren heutzutage für irgendwelche Religionen missbraucht würden. Wer versucht, Epikur und Buddha in Einklang zu bringen, hat bestensfalls eine dieser einander ausschließenden Theorien missverstanden.

Yogi Nils: Ich behaupte, dass die Lehre der Erleuchtung das Bindeglied zwischen Buddha und Epikur und der zentrale Punkt im Verständnis von Epikur und der gesamten Philosophie ist.

An der Möglichkeit der Reinkarnation darfst du gerne zweifeln. Das hätte Epikur auch getan. Hier irrte er aufgrund seiner begrenzten wissenschaftlichen Erkenntnis. Irren ist menschlich. Menschen können sich irren. Sogar bei mir schließe ich das nicht völlig aus. Deswegen sind Diskussionen grundsätzlich hilfreich. Du irrst dich zum Beispiel darin, dass Epikur nicht an die Existenz von Göttern glaube. Er glaubte nur nicht daran, dass sie sich um die Menschen kümmern.

Brief Epikurs an Menoikeus: „Denn Götter gibt es, da wir sie doch offenbar zu erkennen vermögen. Nur sind sie anders, als die Masse es sich vorstellt.“

Die Götter (selige Wesen) sind für mich die Erleuchteten. Und hier sehe ich dein Hauptproblem. Da du die Erleuchtung nicht selbst erfahren und dich auch vermutlich noch nicht viel damit beschäftigt hast, kannst du Epikur in der Tiefe seiner Philosophie nicht verstehen. Du siehst die Verbindung zwischen Epikur und Buddha nicht, obwohl das Zentrum von Epikurs Lehre darin besteht wie ein Gott (und das kann man sehr gut mit dem Wort „Buddha“ übersetzen) unter den Menschen zu leben. Die Essenz des Weges der Erleuchtung ist das Leben in der Ruhe und die konsequente Gedankenarbeit. Das finden wir bei Buddha und bei Epikur.

Dana: Ich mag ihn und sein Carpe Diem sehr. Eines sollte man in diesem Zusammenhang auch berücksichtigen: Epikur starb an Nieren-/Harnwegsteinen, d.h. an einer psychosomatischen Erkrankung, die auf Partnerschaftsprobleme hindeuten würde. Das allerdings nur am Rande, denn die eigenen Lehren wurden bisher nur selten von ihrem Erfinder vollständig umgesetzt 😉

Yogi Nils: Soll das eine Anspielung auf mich sein? Mit Beziehungsdingen ist das meistens nicht so einfach. Ich arbeite daran.

Dana: Aber nein, das hat rein gar nichts mit Dir zu tun. Philosophen beschäftigen sich meistens mit den Dingen, die ihnen am meisten am Herzen liegen. Und Epikur hatte anscheinend ein psychosomatisches Problem, das er nicht lösen konnte. Trotzdem halte ich von seiner Philosophie sehr viel und gehöre auch zu denen, die nach Glück streben. Ich habe mich nur deshalb mehr mit anderen Philosophen beschäftigt, weil ich dieses Fach einmal studiert habe und im Studium andere Schwerpunkte hatte. 🙂

Yogi Nils: Das Internet sagt zu Nierensteinen und Psyche: „Die Nieren leiden unter Anspannung und Hektik. Wenn einem etwas „an die Nieren geht“, sind damit starke Emotionen verbunden. Der typische Nierencharakter ist der ängstlicher Typ. Wegen ihrer Angst fühlen sich die Leute immer unsicher. Sie haben Angst vor Allem, aber unsere Welt fordert, dass man keine Angst haben darf. Man muss stark sein, man muss Erfolg haben. Diese Leute versuchen dann, ihre Angst zu verstecken und das stresst sie noch mehr! Sie fordern sich selbst ständig zu viel, bis sie daran zerbrechen. Sie zeigen nicht, dass sie Angst haben. In der astrologischen Medizin ordnet man die Nieren auch der Libido und der Beziehungsfähigkeit zu.“

Ich vermute, dass Epikur zu stark an seinen Emotionen gearbeitet und sie unterdrückt hat. Das machen viele spirituelle Menschen und auch viele Anhänger des positiven Denkens. Ich dagegen lehre es zu seinen Emotionen zu stehen und sie sozial unschädlich herauszulassen. In meinen Yogagruppen mache ich regelmäßig Wut- und Trauerübungen. Auch Ängste soll man nicht verdrängen, sondern positiv damit fließen und daran arbeiten. Das geschieht durch die Identifizierung des Angstgedankens, durch die Bildung eines positiven Gegengedankens und durch das Meditieren auf die Angst (die Leidsituation). So löst sich die Angst letztlich von alleine wieder auf. In der Erleuchtung ist man dann durch das große innere Glück weitgehend von allen Ängsten befreit.

Bei Epikur könnte insbesondere eine große Rolle gespielt haben, dass er seine Sex- und Beziehungswünsche zu stark unterdrückt hat. Ich bevorzuge dabei einen sanften mittleren Weg, bei dem man sich in der Spiritualität (in Gott, im Licht) zentriert, aber seinen körperlichen und mitmenschlichen Bedürfnissen auch ausreichend Raum gibt. Wie das im Einzelnen geht, ist auch für einen kleinen Yogi nicht immer leicht herauszufinden.

Was bringt die Zukunft?

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Die Vergangenheit ist vorbei – wir leben heute – doch was bringt die Zukunft? Manchmal hat man das Gefühl, etwas verpasst zu haben oder eine falsche Richtung eingeschlagen zu haben. Ist denn dann schon alles entschieden? Es bleiben doch immer verschiedenen Wege offen.

Girl: Nicht nachdenken und einfach leben.

Carla: Ich lebe das Heute. Die Zukunft nehme ich einfach so, wie sie kommt gelassen an 🙂

Tang: schon buddha hat das alles erkannt nur etwas anders formuliert: – lauf nicht der vergangenheit nach und verliere dich nicht in der zukunft. – die vergangenheit ist nicht mehr.- die zukunft ist noch nicht gekommen. – das leben ist hier und jetzt.

Pat: Was die Zukunft bringt, ist oft ungewiß, allerdings bin ich ein Optimist, der ohne Angst in die Ferne blickt.

Boy: ich habe vor, meine willensfreiheit voll auszuleben.

Yogi Nils: Buddha glaubte an das Karma-Gesetz. Wie es dir jetzt geht, ist eine Folge deines Handelns in der Vergangenheit. Wie es dir in Zukunft geht, ist eine Folge deines Handelns in der Gegenwart. Ich bin der Meinung, dass wir hier im Westen sehr selbstbestimmt leben können. Deine Zukunft wird wesentlich durch deine Ziele bestimmt. Hast du gute Ziele, wird dein Leben gut. Hast du schlechte Ziele, wird dein Leben schlecht. Bei der Wahl und Verwirklichung unserer Ziele sollten wir natürlich immer Kontakt zur Realität haben. Und flexibel mit den äußeren Gegebenheiten fließen.

Wichtig sind die inneren Ziele. Das Glück eines Menschen kommt zu 90 % aus seinem Inneren. Es ist deshalb wichtig, wie du deinen Charakter formst, an welchen geistigen Vorbildern du dich orientierst. Übst du ein Buddha zu sein, wirst du ein Buddha. Ist Jesus dein Vorbild, wirst du ein Heiliger werden. Du wirst eines Tages im Licht leben, wenn du nach innerer Erleuchtung strebst.

Was kann einem helfen keine Angst mehr vor dem Tod zu haben?

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Yogi Nils: Letztlich schützt dich nur die Erleuchtung. In der Erleuchtung verschwindet alle Angst. Du hast genug Kraft durch alle schwierigen Situationen hindurchzugehen. Du kannst dich mit deinen spirituellen Übungen über alles Leid erheben. Du stirbst selbst beim Tod nicht, sondern lebst ewig als Seele im Licht. Es gibt nur ein Problem. Der Weg der Erleuchtung ist nicht einfach. Und du musst irgendwann dein Egobewusstsein aufgeben. Aber jeder kann das Ziel erreichen, wenn er es wirklich will. Ich lehre es mit kleinen Schritten voranzugehen. Bereits konsequent auf dem spirituellen Weg zu sein, nimmt einem weitgehend die Angst vor dem Tod. Dann vertraut man entweder sich, den erleuchteten Meistern oder beidem. Man kennt die Übungen, mit denen man gut durch den Tod gehen kann.

Ich lehre es meditierend und mit einem Mantra (Ja, Om, Name des Meisters) durch den Tod zu gehen. Dann gelangen wir danach ins Licht. Wer nicht an ein Leben nach dem Tod glaubt, wird spätestens dann sehen, ob er recht gehabt hat oder nicht. Für alle Zweifelnden bleibt es spannend. Für alle Atheisten vermutlich überraschend und für alle Spiris letztlich erfreulich.

Epikur und Beten

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Rafa: Nils, Du schreibst: „Die erleuchteten Meister haben erklärt, dass das Gebet wichtig ist.“ Ich verlange Argumente! Nach wie vor bin ich der Meinung, dass Beten logischerweise sinnfrei ist, es sei denn, es macht einem Spaß. Pragmatisch erklärt habe ich diese meine Behauptung, welche nachvollziehbaren Argumente hast du nun dagegen?

Nils: Wenn erleuchtete Meister etwas sagen, ist das für mich ein Argument. Aufgrund ihres größeren Horizontes sehen sie mehr als wir. Ich gebe dir aber insofern recht, als das nicht das eigene Nachdenken ersetzt. Auch mein Weg ist es sich primär in der eigenen Weisheit zu verankern.

Ich stelle fest: Es gibt die Erleuchtung. Es gibt die erleuchteten Meister. Wir können sie uns als große Wolken aus feinstofflicher Bewusstseinsenergie vorstellen. Die feinstoffliche Energie ist mit Gefühlen wie Frieden, Liebe, Kraft, Glück und Klarheit verknüpft. Ein Erleuchteter kann die Energie anderen Menschen schicken. Wenn ein Mensch Kraft, Frieden, Liebe, Glück oder Weisheit (positive Gedanken) braucht, kann er sie ihm auf geistigem Wege (über die höhere kosmische Dimension) zusenden.

Das Grundproblem besteht nun darin, dass je größer die Erleuchtung ist, desto stärker wird zwar die Energie, aber leider wird der Erleuchtete auch immer inaktiver. Sein innerer Frieden und sein inneres Glück sind ab einer bestimmten Stufe so stark, dass er kaum noch Interesse hat äußerlich zu handeln. Er lebt wunschlos in der großen Wunschlosigkeit (im Sein). Er ist wunschlos glücklich durch sein Leben in Gott.

Epikur sieht die Götter (Erleuchteten) als vollständig in sich selbst ruhende Wesen an, die sich nicht um die Welt kümmern. Und hier wird das Gebet wichtig. Ohne Gebet bleiben sie eher inaktiv. Wenn wir die Erleuchteten aber mit einem Gebet anrufen, dann können sie handeln. Ihre Eigenschaft Liebe befähigt sie auf ein Gebet hin trotz ihrer inneren Ruhe äußerlich zu handeln.

Dauerhaft wird einem Menschen auf dem spirituellen Weg geholfen, wenn er sich mindestens einmal am Tag mit den erleuchteten Meistern verbindet. Dann ist sozusagen eine dauerhafte Telefonleitung geschaltet und die Meister können ihren Freund beständig sehen und soweit erforderlich helfend eingreifen. Wichtig ist es, dass ein Mensch konsequent den Weg seiner Wahrheit, Weisheit und Positivität geht. Wer auf seine Art konsequent spirituell lebt, der wird von den erleuchteten Meistern zur Erleuchtung geführt. Das haben sie versprochen.

Die erleuchteten Meister sind über die höhere Dimension eins mit unserem innersten Selbst. Sie senden uns ihre Handlungsimpulse durch die Stimme unserer eigenen Wahrheit und Weisheit. Deshalb wird es im Christentum betont immer auf die Stimme des Gewissens (das Gefühl der Richtigkeit) zu hören. Auch ich handel grundsätzlich aus meiner inneren Wahrheit heraus. So findet auf die Dauer jede Seele den Weg ins Licht.

Alle erleuchteten Meister besitzen ein kosmisches Bewusstsein. Sie empfinden sich als eins mit dem Kosmos und als eins (Freunde) untereinander. Es ist deshalb egal, wen wir anrufen. Wir können Buddha, Jesus, Shiva, alle erleuchteten Meister und auch Epikur anrufen. Die erleuchteten Meister denken religionsübergreifend. Wir sollten den Erleuchteten anrufen, den wir persönlich als Vorbild für uns empfinden und zu dem wir Vertrauen haben.

Wir können auch mehrmals am Tag beten. Je größer die innere Verbundenheit mit einem erleuchteten Freund ist, desto besser kann dieser helfen. Im Yoga gibt es die Einweihung (Initiation) und im Christentum die Taufe. Dadurch wird die persönliche Verbundenheit verstärkt. Grundsätzlich bekommen wir aber auch Hilfe ohne dass wir formal Schüler des jeweiligen Meisters werden.

Ein Gebet hat zwei Wirkungsbereiche. Zum einen ist es eine Bitte um Hilfe und zum zweiten ist es eine spirituelle Technik, mit der wir uns innerlich von Verspannungen reinigen und mit Glücksenergie füllen können. Im zweiten Fall bezeichnet man das Gebet als Mantra. Ein Mantra kann man so oft denken, wie man Lust hat und es einen auf dem spirituellen Weg voranbringt. Es baut uns innerlich mit positiver Energie auf. Und es verbindet uns mit dem Erleuchteten, so dass wir bei Bedarf auch spezielle energetische Hilfe bekommen.

Wenn wir nicht an ein Leben nach dem Tod glauben, beten wir einfach zu auf der Erde lebenden erleuchteten Meistern. Wenn wir an ein Jenseits mit einer höheren Lichtdimension und vielen erleuchteten Meistern (Buddhas, Heiligen) darin glauben, dann haben wir eine große Auswahl, wen wir um Hilfe und Führung bitten. Wichtig ist nur, dass wir an die Möglichkeit einer spirituellen Energie glauben, die uns ein erleuchteter Meister über die höhere Dimension schicken kann. Für mich ist das eine Erfahrungstatsache. Viele wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass eine derartige Möglichkeit existiert.

Rafa: Man sagt von Gott, er würde Gebete erhören, aber wenn man betet, ist es reiner Zufall, ob das Erbetene auch geschieht -> also Quatsch, das mit dem Beten.

Nils: Ob beten Quatsch ist, ist im Yoga eine sehr umstrittene Frage. Im Buddhismus ist das genauso. Es gibt Yogis die beten und Yogis die nicht beten. Im Yoga darf jeder seinen persönlichen Weg gehen. Ich bin ein Anhänger des Meister-Yoga (Bhakti-Yoga) und der Gebetsfraktion. Ich würde es so beschreiben: „Wer für egoistische Ziele betet, kann nur ausnahmsweise eine Wunscherfüllung von den erleuchteten Meistern erwarten. Wer für seine Erleuchtung und für Hilfe auf seinem Weg der umfassenden Liebe betet, dem wird umfassend geholfen. Aber nicht immer so, wie er sich das vorstellt. Sondern eher so, dass sich auf dem Weg der umfassenden Liebe sein Ego auflöst und er ins Einheitsbewusstsein gelangt.“

Die erleuchteten Meister sind nicht die Erfüllungsgehilfen des Egos. Sie unterstützen den Weg, der einen Menschen zum inneren Frieden, zum inneren Glück und in die umfassende Liebe bringt. Der Schlüssel ins Paradies ist leider die Auflösung des Ich-Bewusstseins (Ego). Diesen Preis sind nur wenige Menschen für ihr umfassendes Glück zu zahlen bereit. Wer in der Wahrheit und Liebe lebt und mit Ausdauer seinen spirituellen Weg geht, erreicht mit Sicherheit zu der für ihn richtigen Zeit das spirituelle Ziel. Egal ob er betet oder nicht. Auf dem Weg des Gebetes geht es nach der Aussage der erleuchteten Meister nur etwas schneller und leichter.

Jeder darf sich auf seine Art mit den erleuchteten Meistern verbinden. Das kann durch ein Gebet, ein Mantra oder eine Visualisierung geschehen. Wir können eine Statue aufstellen (Buddha, Shiva, Tara, Lakshmi), die uns persönlich inspiriert. Wir können uns durch die Statue mit der Energie der erleuchteten Meister verbinden. Wir können ein Bild eines Erleuchteten (Dalai Lama, Amma, Mutter Meera) an unsere Wand hängen oder in unserem Computer ansehen (Internet, Desktopbild, Videos von Erleuchteten). Wir können auch regelmäßig in den Büchern der erleuchteten Meister lesen oder uns über ein Orakel mit ihnen verbinden. Dazu können wir jedes Orakel unserer Wahl verwenden, wenn wir uns vorstellen, dass wir dabei durch erleuchtete Energien geführt werden.

Was ist der beste Teil des Menschendaseins? Sein Kopf, oder sein Herz?

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Professor: In der Philosophie gibt es unzählige Theorien, die für Kopf oder Herz plädieren. Nach Ansicht einiger Philosophen ist der Kopf das Besondere des Menschen. Egal ob man der Ansicht ist, dass der Mensch aufgrund seines Verstandes sich kategorisch von anderen Lebenwesen unterscheidet, oder ob man nur einen graduellen Unterschied sieht.

Andere Philosophen sind der Auffassung, dass das Herz des Menschen das Entscheidende ist. Menschlich ist, wer auf sein Herz horcht. Der Verstand ist das Instrument, das Herz die Entscheidungsgrundlage und das letztlich Entscheidende.Und es gibt die Theorien, nach denen erst die Verbindung von Verstand und Gefühl (Weisheit und Liebe) einen kompletten Menschen hervorbringt.

Yogi Nils: Das Beste am Menschendasein ist die Möglichkeit das innere Glück zu entwickeln und zur Erleuchtung zu gelangen. Um den persönlich richtigen Weg zu finden, braucht man sowohl seinen Kopf (Verstand) als auch sein Herz (Gefühl). Sonst verläuft man sich auf dem Weg. Erleuchtung bedeutet genau bei sich anzukommen. Wer nur gefühlsbetont lebt, verstrickt sich leicht in seinen Gefühlen. Wer nur mit dem Verstand lebt, kann die Erleuchtung nicht begreifen. Wir brauchen beides in einer klugen Verbindung.

Wichtige Glücksphilosophen

Platon: Glück ist Teilhabe am Agathon (Guten) und Kalogathia (edle Menschlichkeit).

Augustinus: Glück ist Gott haben und Dasein für den Mitmenschen.

Aristoteles: Glück ist Tugend und Tüchtigkeit

Martin Luther: Glück ist die Gnade Gottes

Rene Descartes: Glück ist Zufriedenheit

Thomas Hobbes: Glück heißt den Begierden folgen

Immanuel Kant: Glück ist Pflicht

David Hume: Glück ist, was allen nützt

Epikur: Leben wie ein Gott (Buddha) unter den Menschen.

Zen-Meister W. Kopp

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Alle Menschen streben nach Glück und wollen Leid vermeiden. Wer sich jedoch der Vergänglichkeit alles Irdischen und der aus der Anhaftung an das Vergängliche resultierenden Leidhaftigkeit bewusst geworden ist, wird das, was die breite Masse der Menschen zum Inhalt ihres Lebens, Denkens und Handelns gemacht hat, nur noch als „sinnlose Zeitverschwendung“ betrachten. Er wird kein Verlangen mehr verspüren, sich – wie ein Goldhamster im Laufrad – in sinnloser Aktivität zu bewegen.

Welche Freude uns das Leben auch bescheren mag, jedes Glück, ja alles was wir lieben, ist letztendlich nur von begrenzter Dauer. Hinzu kommt, dass alles, was wir erreichen, uns niemals wirklich Befriedigung geben kann, da wir ja eigentlich, ohne es zu wissen, etwas ganz anderes suchen, weshalb der Kirchenvater Aurelius Augustinus sagt: Du, oh Gott, hast uns zu Dir hin erschaffen, und deshalb ist unser Herz unruhig, bis es ruht in Dir.

Wir greifen nach dem, was wir für Gold halten, und haben in den Händen letztlich nichts als trockenen Sand, der uns zwischen den Fingern zerrinnt. Wir Menschen jagen nach dem Glück, indem wir mit allen Mitteln versuchen, unsere Wünsche zu befriedigen; wenn sie erfüllt werden, sind wir fröhlich – wenn nicht, sind wir traurig. Das Verhängnisvolle jedoch ist, dass die Wünsche wie ein Buschfeuer brennen und nach immer mehr Brennstoff verlangen.

Der chinesische Zen-Meister Bodhidharma (6. Jh.), bekannt als der erste Patriarch des Zen-Buddhismus, meint hierzu: Die Menschen der Welt sind ewig in Verwirrung, sie heften sich überall an dieses oder jenes Ding. Die Weisen jedoch begreifen die Wahrheit. Ihr Geist verweilt gelassen im Ungeschaffenen, während der Körper in Übereinstimmung mit dem Gesetz der Verursachung handelt und wandelt.

Wir neigen dazu, Glück mit Vergnügen zu verwechseln, ohne zu erkennen, dass Vergnügen nur eine Illusion, ein Schatten des Glücks ist. In diesem Wahn verbringen die meisten von uns ihr ganzes Leben, ständig auf der Suche nach neuen Vergnügungen. Doch alles ist vergänglich und kann uns kein andauerndes, wahres Glück bescheren.

Es geht darum, alles loszulassen, um alles auf einer neuen Ebene zurückzuerhalten. Hierbei gelangen wir zu einer völlig neuen Sichtweise mit einer daraus resultierenden Freiheit und „inneren“ Losgelöstheit von den Dingen. Mit den Worten Meister Eckharts: Wir sollen haben, als ob wir nicht hätten. Und so sagt auch der Apostel Paulus: Wer alle Dinge so besitzt, als besäße er sie nicht, besitzt alle Dinge im richtigen Maß. (1.Kor 7,29-31)

Philosophische Fragen

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abrakada: Menschen behaupten, es gäbe das „Nichts“. Aber ein Grundsatz der Hermetiker besagt: „Es gibt keinen leeren Raum.“

Yogi Nils: Es gibt das Nichts. Das Nichts ist ein inneres Prinzip. Wer zur Erleuchtung gelangen möchte, muss erst durch die Stufe der Nichtswerdung (Egoauflösung) hindurch. Dann erwacht das innere Glück und der Mensch lebt in Gott (in einem kosmischen Bewusstsein).

Frage: Unglück verwandelt sich in Glück, wenn man es bejaht?

Yogi Nils: Es entsteht innerer Frieden und daraus inneres Glück. Nimm deine Situation an, wie sie ist. Lebe gesund, denke positiv und arbeite für das Ziel einer glücklichen Welt. Das ist der Weg des glücklichen Lebens.

Frage: Leben ist leiden (Buddha)? Finde ich nur deprimierend, solche Sprüche. Hilft mir nicht.

Christin: Ich glaube nicht das der Mensch geboren ist um zu leiden. Er leidet nur bis er begriffen hat. Solange ein Mensch sich sträubt, kann Gott ihn nicht zu dem machen, was er für ihn vorgesehen hat. Ich bin noch nicht soweit, doch ich kann es fühlen. Danach wird es besser, das weiß ich. Der Himmel wird sich öffnen.

Yogi Nils: Dieser Satz wird oft missverstanden. Buddha ist ein Glücksphilosoph. Es geht ihm darum das innere Glück zu erwecken, und zwar in der höchsten Form der Erleuchtung. Dazu gehört es das gegebene Leid auf der Welt erstmal anzunehmen, genau hinzusehen und dann einen Ausweg zu finden. Der große Ausweg aus dem Leiden ist die Erleuchtung, das Leben in Gott, im Nirvana. Die Haupttechniken der Erleuchtung sind Meditation und Gedankenarbeit (positives Denken). Nirvana bedeutet Leere/Einheit. Der Mensch muss sein Ego opfern, damit er sich über das Leid der Welt erheben kann. Dann entspannt er sich so tief in seiner Seele, dass die Erleuchtungsenergie erwacht. Dann lebt er im Licht (in Gott, im Sat-Chid-Ananda, im glückseligen Einheitsbewusstsein).

Frage: Geht es im Buddhismus um Gleichgültigkeit?

Yogi Nils: Es geht im Zentrum um die Erweckung des inneren Glücks. Dazu ist es erforderlich Gleichmut in Bezug auf das Leid des Lebens zu üben. Wenn man das äußere Leid nicht ändern kann, sollte man es gleichmütig hinnehmen. Wer die Gleichgültigkeit in Bezug auf leidhafte Situationen beherrscht, kann seine Erleuchtungsenergie auch in schwierigen Situationen bewahren. Er lebt immer im Licht. Wir müssen unser Bewusstsein geschickt lenken und uns auf das Wesentliche im Leben zu konzentrieren. Das Wesentliche im Leben ist nicht das Leiden, sondern das Leben im Licht (im Sein-Glück-umfassende Liebe).

Buddhist: Basis der buddhistischen Praxis sind die Vier Edlen Wahrheiten: Erstens die Erkenntnis, dass das Leben von Leiden geprägt ist, zweitens die Erkenntnis, dass dieses Leiden durch Gier, Hass und Unweisheit verursacht wird, drittens, dass das Leiden durch Beseitigung dieser Ursachen beendet werden kann und viertens, dass der Weg dahin über den Achtfachen Pfad führt.

Yogi Nils: Der Achtfache Pfad lautet: „Richtiges Denken, richtiges Handeln, richtiges Meditieren, richtiges Egoopfern, richtiges Erwachen, klug im Licht bleiben, für das Glück aller Wesen wirken.“ Buddha ist zuerst durch Meditation und Gedankenarbeit zur Erleuchtung gelangt und hat dann für das Glück aller Wesen gearbeitet. Er hat als Yogi (Meditierender) und Karma-Yogi (Liebender, Bodhisattva) auf der Erde gelebt. Das ist die Essenz seiner Lehre und der Schlüssel zum Verständnis des achtfachen Pfades.

Frage: Was ist generell zu beachten?

Yogi Nils: Das Doppelgebot aus Liebe zu Gott und Liebe zu den Mitmenschen. Das ist der große Weg des Glücks. Dieses Doppelgebot findest du in allen großen Religionen. Verwirkliche es auf deine Art.

Frage: Glück & Pech, Gut und Böse. Gibt es das wirklich?“

Yogi Nils: Es gibt Glück und Pech im Leben. Ebenso gibt es Gut und Böse. Der große Weg ist es sich darüber zu erheben und dauerhaft im Licht zu leben. Das gelingt durch Gedankenarbeit (Gutes denken und Gutes tun), durch Meditation (in der Ruhe leben) und durch den Weg der umfassenden Liebe (Feindesliebe, auch das Negative mit Licht füllen und umhüllen.) Wer für das Glück aller Wesen lebt, für den gibt es keine absolut bösen Wesen, sondern nur Menschen, die unweise sind und Hilfe auf dem Weg ins Licht brauchen. Er hilft ihnen im Rahmen seiner Möglichkeiten und vertraut ansonsten auf die Gnade Gottes, dass alle eines Tages das Licht verwirklichen.

Frage: Die Dynamik (Zeitverlauf, Veränderung) des Lebens. Ist sie dir bewusst und wenn ja, wirkt sie auf dich eher beängstigend oder beruhigend ?

Yogi Nils: Ein Philosoph fließt positiv mit dem Leben. Er benutzt die Dynamik des Lebens um daran innerlich zu wachsen. Wer den Tod bedenkt, kann bewusster leben. Wer das Leid des Lebens bedenkt, stärkt sein inneres Glück. Wer die Begrenztheit der Freuden erkennt, besinnt sich auf das Wesentliche im Leben. Wer im Wesentlichen lebt, gelangt ins Licht. Er wird durch die Gnade des spirituellen Weges gerettet.

Frage: Ich habe Angst vor Buddha?

Yogi Nils: Bei Angst ist es am besten genau hinzusehen. Spüre in das Gefühl deiner Angst hinein. Welche Gedanken tauchen dann auf? Was sagt dir deine Angst? Wovor hast du genau Angst? Wenn du den Satz deiner Angst identifiziert hast, kannst du einen positiven Gegengedanken finden.

Angst vor Buddha kenne ich nicht. Ich habe manchmal Angst vor dem Leid des Lebens. Und mir macht das viele Leid auf der Welt Sorgen. Buddha zeigt uns den Ausweg. Wer meditiert und positiv denkt, kann damit seine Ängste überwinden. Wenn alle Menschen nach den Grundsätzen Buddhas leben würden, hätten wir eine bessere Welt.

Frage: Was ist der Sinn des Lebens?

Yogi Nils: Ich bin ein Glücksphilosoph. Der Sinn des Lebens ist es glücklich zu sein. Das größte Glück erlebst du in der Erleuchtung. Wer erleuchtet ist weiß, dass er im Sinn lebt. Dann erlöscht die Frage nach dem Sinn. Bis dahin ist es die Aufgabe jedes Menschen nach dem Sinn zu suchen. Die wichtigste Frage für jede Seele ist: Was ist mein Weg zur Erleuchtung? Wie komme ich zu einem Leben in Gott? Wie erreiche ich tiefes Glück, umfassende Liebe und inneren Frieden? Ich habe die Erfahrung des großen Sinns gemacht, obwohl ich noch nicht dauerhaft darin lebe. Ich übe noch.

Frage: Wie finde ich Gott?

Yogi Nils: Gott kannst du nur durch die Erleuchtung finden. Wer erleuchtet ist (innerlich heil, ein Heiliger, ein Buddha), sieht Gott. Er lebt in Gott. Er spürt den Frieden, das Glück und die Liebe Gottes in sich. Jede echte Religion beruht auf der Erleuchtungserfahrung ihres Gründers. Es gibt nur einen Gott, aber viele Namen und viele Wege dahin. Den für dich richtigen Weg (richtigen Gott) findest du, wenn du konsequent den Weg deiner inneren Wahrheit, Weisheit und Liebe gehst.

Frage: Was sollte man denken, wenn man so viel Armut, Leid und Krieg auf der Welt sieht?

Yogi Nils: Was kann ich tun? Wie kann ich persönlich dazu beitragen, dass es eine bessere Welt gibt?

Wenn ich ehrlich bin…

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(von Angela)

Wäre ich gerne blond

Hätte gerne Modelmaße

Hätte gerne eine Million auf dem Konto

Ein Haus mit Garten

Ein tolles Auto

Einen tollen Mann

Einen super Job

Ich wünschte ich könnte fliegen

und am Meer glücklich tanzen

Kommentar Stefanie:

Also wenn ich ehrlich bin

wäre ich gern etwas größer

ein bisschen dünner

ein Stück schlauer

hätte gerne ein Abi in der Tasche

genügend Geld

den richtigen Mann zur richtigen Zeit

naja, vielleicht will ich das auch alles gar nicht,

sondern einfach nur zufrieden und glücklich sein!?

Nils: Ich hatte alles und war nicht zufrieden.

Jetzt habe ich nichts und bin glücklich.

Es ist alles eine Frage der geistigen Einstellung.

Wer im Wesentlichen lebt,

kann mit wenig zufrieden sein.

Wer seinen spirituellen Weg kennt,

braucht nicht viel für ein glückliches Leben.

Wikipedia:Philosophie des Glücks

Die Philosophie des Glücks (Glücksphilosophie) ist die Richtung der Philosophie, die sich mit den Wegen zum Erlangen des Glücks bzw. der Glückseligkeit (eudaimonia) auseinandersetzt. Sowohl die klassische westliche Philosophie (Philosophie der Antike) als auch die östliche Philosophie beschäftigen sich seit ihren Anfängen mit dem Thema Glück. Weil das Glücksstreben eine uralte Sehnsucht des Menschen ist, zählte der Themenkreis zu allen Zeiten zu den Kernelementen der Philosophie.

Der wahrscheinlich erste Philosoph, der eine komplette Glücksphilosophie entworfen hat, war Aristippos von Kyrene der von 435 v. Chr. bis ca. 355 v. Chr. lebte. Aristippos war ein Schüler des Sokrates und begründete die kyrenaische Schule, er gilt als Begründer des Hedonismus. Der Weg zum Glück ist es nach Aristippos, die Lust zu maximieren und dem Schmerz auszuweichen. (Nils: Die Hedonisten überschätzen den Weg des äußeren Glücks und unterschätzen die Bedeutung des inneren Glücks und des dafür notwendigen geistigen Trainings).

Ein wichtiger Glücksphilosoph der Antike ist Epikur, der von 341 v. Chr. bis 270 v. Chr. lebte, und die epikureische Schule gründete. Er beschreibt das Glück als Prinzip gelingenden Lebens. Dabei darf seine Position nicht mit der des Aristippos verwechselt oder gleichgesetzt werden. Epikur empfiehlt den Weg des kleinen Glücks. Berühmt geworden ist der Brief an seinen Freund Menoikeus: „Schicke mir doch ein Stück kythischen Käse, damit ich, wenn ich Lust dazu habe, einmal recht schwelgen kann.“

Epikurs Ethiklehre zielt im Kern auf Erhöhung und Verstetigung der Lebensfreude durch den Genuss eines jeden Tages, wie es das Motto des Horaz: carpe diem (nutze den Tag) besagt. Dazu gilt es, alle Beeinträchtigungen des Seelenfriedens zu vermeiden bzw. zu überwinden, die aus Begierden, Furcht und Schmerz erwachsen können. Das Glück stetig auszukosten, macht die Kunst des epikureischen Weisen aus.

Das im praktischen tagtäglichen Leben wichtigste Bewährungsfeld dürfte für Epikur und seine Anhänger der Umgang mit den Begierden und Gelüsten gewesen sein. Epikur unterschied drei Kategorien: „Die Begierden sind teils natürlich und notwendig, teils natürlich und nicht notwendig, teils weder natürlich noch notwendig, sondern durch leere Meinung begründet.“ Nur die Erfüllung von Grundbedürfnissen wie Essen, Trinken und Kälteschutz galt Epikur als unabdingbar für den Genuss des Daseins. Die sexuelle Lust gehörte dagegen bereits seiner zweiten Kategorie an: natürlichen Ursprungs, aber nur in Maßen dem inneren Glück dienlich und im Zweifel durchaus verzichtbar. Luxusbedürfnisse aber (bzw. Bedürfniserzeugung im Sinne heutiger Bedarfsweckungswirtschaft) gründen letztlich in „leerer Meinung,“ d.h. in Unvernunft: „Wer das Wort Genug nicht kennt, hat nie genug.“

Epikurs Philosophie ist nicht mit der des Diogenes von Sinope zu vergleichen, der eine asketische Haltung vertrat, um den Zustand der Glückseligkeit im Verzicht zu erlangen. Durch diese asketische Lebensführung könne man dann den Zustand innerer Seelenruhe erlangen.

Eine ganze Philosophie des Glücks schreibt Ludwig Marcuse. In seinem Buch versucht er alle westlichen Glücksphilosophen zusammenzufassen.

Wikipedia: Positives Denken

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Die Methode „Positives Denken“ zielt im Kern darauf ab, durch konstante positive Beeinflussung des bewussten Denkens (z.B. mit Hilfe von Affirmationen oder Visualisierungen) in seinen Gedanken eine dauerhaft konstruktive und optimistische Grundhaltung erreicht und infolgedessen eine höhere Zufriedenheit und Lebensqualität erzielt.

Wenngleich das Konzept des Positiven Denkens in der Wissenschaft oft kritisiert wird, liefert die neuere Hirnforschung Anhaltspunkte dafür, dass gewohnheitsmäßige Denkmuster Auswirkungen auf unsere Gehirnaktivität habe. Suggestion seien zum Beispiel in der Schmerztherapie gut therapeutisch nutzbar.

Von einigen Meditationslehrern wird das Positive Denken kritisiert, da es bei unkritischen Menschen zu einem Realitätsverlust führenkönne. Der Realitätsverlust kann durch das Vermeiden von kritischen Fragen und der damit einhergehenden Leugnung von vorhandenen Schwächen entstehen. (Nils: Es ist deshalb wichtig sich beim positiven Denken in der Realität/Wahrheit zu verankern und die negativen Seiten des Lebens nicht zu verdrängen. Wir zentrieren uns im Wesentlichen/der Glücksphilosophie und finden klug unseren persönlichen Weg eines Lebens im Licht.)

Wikipedia: Positive Psychologie

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Die Positive Psychologie ist eine akademische Disziplin mit der Zielsetzung, die guten Aspekte des menschlichen Miteinander zu erforschen. Dabei stellt sie zentrale Lebensthemen, wie Glück, Optimismus, Geborgenheit, Vertrauen, Verzeihen, Solidarität in den Vordergrund, welche in der anfänglich konflikt- und störungsorientierten Psychologie wenig beachtet wurden.

Die Bezeichnung Positive Psychologie bedeutet nicht, dass andere Disziplinen der Psychologie negativ zu bewerten seien. Sie begreift sich als ergänzende Sichtweise, die es so explizit noch nicht in der Psychologie gab, mit der ausdrücklichen Betonung der Dinge, die das Leben besser, glücklicher, gesünder, lebenswerter machen.

Die Positive Psychologie verlässt den bisherigen Forschungsschwerpunkt der defizitären Aspekte und wendet sich der Erforschung dessen zu, was den Menschen allgemein stärkt und das Leben lebenswerter macht.

Positiver Charakter bezeichnet Stärken und Tugenden, deren regelmäßige Ausübung positive Emotionen hervorbringen, wie: Anstand, Aufrichtigkeit, Ausgeglichenheit, Beharrlichkeit, Bescheidenheit, Besonnenheit, Contenance, Echtheit, Empathie, Fairness, Integrität, Friedfertigkeit, Geduld, Gelassenheit, Großmut, Humor, Menschlichkeit, Mut, Nächstenliebe, Zivilcourage, Solidarität, Verzeihen, Selbstannahme, Selbsterkenntnis, Selbstliebe, Treue, Unbestechlichkeit, Wahrhaftigkeit, Weisheit, Wertschätzung und andere.

Um als psychologische Wissenschaft ernst genommen zu werden, sei es innerhalb der Positiven Psychologie wichtig, sich nicht als etwas darzustellen, was die negativen Aspekte des Lebens ausblende. Die Dialektik zwischen dem Positiven und dem Negativen ist (nach Ursula Staudinger) eine der Grund-Realitäten des menschlichen Seins.

Sie verdeutlicht dies am Beispiel des „Optimismus“: Entfernt sich der Optimismus zu weit von der Realität und wird zu einem Überoptimismus mit übertriebener Sorglosigkeit, kann das schädliche Auswirkungen haben durch das Unterschätzen von Gefahren.Die Hirnforschung zeige, dass Heilung nicht geschehe durch ausschließliche Beschäftigung nur mit Problemen, sondern indem möglichst viele neue positive und bedürfnisbefriedigende Erfahrungen gemacht werden.

Glücksarchiv: Philosophie und Glück

(Autorin: Monika Wirthgen)

Blickt man in die philosophische Literatur, so mag man zweifeln, ob es denn überhaupt ein Glück sei, Philosophie zu betreiben. Die verschiedenen Philosophen geben außerdem auf die Frage nach dem Glück die unterschiedlichsten, teils sich widersprechenden oder sogar sich gegenseitig ausschließenden Antworten.

Dies liegt vor allem daran, dass den jeweiligen Glücksvorstellungen unterschiedliche Menschenbilder und unterschiedliche ethische Ansätze zugrunde liegen. Geht man z.B. davon aus, dass der Mensch nichts weiter als eine Art höher entwickeltes Tier sei, so wird man das Glück des Menschen in erster Linie darin sehen, seine natürlichen, triebhaften Bedürfnisse zu befriedigen. Betrachtet man den Menschen dagegen primär als ein geistiges Wesen, verpflichtet einer höheren geistigen Welt, so wird man – die triebbedingten natürlichen Bedürfnisse überwindend – geistigen, asketischen Bedürfnissen als Glück den Vorzug geben.

Diesen beiden gegensätzlichen Menschenbilder entsprechen in der Ethik einerseits einem vor allem auf individuellen Lustgewinn ausgerichteten Glücksstreben (Hedonismus) und andererseits einem Glücksverlangen, das sich höchster Sittlichkeit und asketischer Lebensführung verpflichtet fühlt (Religion).

Die Materialisten der Neuzeit postulieren das Glück der „Spaßgesellschaft“, in der Glück sich im Konsum von Gütern, Vergnügungen und Partnern erschöpft.

Moderne Philosophen vermeiden weitgehend das Thema Glück. Viele akademische Philosophen widmen sich ausschließlich wissenschaftstheoretischen Aufgaben. Existenzphilosophie, Phänomenologie und Konstruktivismus beschränken sich auf die Beschreibung von Problemen und Fragen. Daran lässt sich ablesen, dass die Philosophie heute die den Menschen bedrängenden Fragen unbeantwortet lässt.

Nils: Das kann man ändern. Wir sollten die Philosophie des Glücks wieder stärker betonen, sowohl an den Universitäten als auch an den Schulen.

WikiHow: Wie man lernt positiv zu denken, obwohl das Leben grauenvoll ist?

Schau in dich hinein. Hast du Qualitäten, die du magst? Versuche dich auf die positiven Dinge in deinem Leben zu konzentrieren.

Finde heraus warum dein Leben grauenvoll ist. Was kannst du tun, um dein Leben schöner zu machen? Setze dir Ziele und suche nach Wegen sie zu erreichen. Wenn du positiv zu denken beginnst, wird sich deine ganze Weltanschauung verändern, da du die Welt jetzt von der anderen Seite betrachtest.

Ziele sind schwer zu erreichen, also halte deine Motivation aufrecht. Was motiviert dich? Was gibt dir die Kraft den Tag zu überstehen? Musik? Liebe? Menschen? Die Familie? Gott, Allah, Buddha? Du selbst? Freunde? Denke an diese Dinge, um dich zu motivieren.

Wann immer du dich dabei ertappst, dass du mental einen negativen Kommentar über dich ablässt, ersetze ihn sofort mit einem positiven.

Verliere nicht aus den Augen, dass heute nur ein kleiner Teil deines ganzen Lebens ist. Es wird ein Morgen geben. Ein nächstes Jahr, und vielleicht wirst du dich im nächsten Jahr besser fühlen. Du kontrollierst dein Leben und irgendwann wird es dann auch wieder besser.Tief im Inneren flüstert eine Stimme „Steh auf!“ und genau das musst du tun…los!

Positives Denken im Internet

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Heute hat mich die Sonne angelacht

und mich wieder wach gemacht,

sie hat mir gezeigt

wie schön die Welt doch ist.

Mit der Sonne im Herzen

vergehen alle Schmerzen.

Wer dem Licht vertraut

hat nicht auf Sand gebaut.

Blumen blühen überall.

Du musst sie nur sehn.

Und positiv

durch das Leben gehn.

SpiritualWiki

Glückliche Menschen …

hadern nicht mit ihrem Schicksal,

leben in der Gegenwart,

führen ein einfaches Leben,

reduzieren ihren Medienkonsum,

gehen Risiken ein und stellen sich Problemen,

pflegen Freundschaften.

gehen einer erfüllenden Tätigkeit nach,

tun sich selbst etwas Gutes,

haben eine Lebensvision,

und sind dankbar.

Die Quintessenz der internationalen Glücksforschung lautet: Glückliche Menschen bestätigen übereinstimmend, dass das Glück aus ihnen selbst kommt und nicht abhängig ist von äußeren Bedingungen.

Jeff Davidson, Psychologie-Professor an der Cornell University New York, fand heraus: Menschen, die nur noch selten oder gar keine Fernsehnachrichten mehr sehen, spürten schon nach kurzer Zeit deutlich mehr Lebensfreude. Dazu sagt der Forscher: »Das gebündelte Unglück, das dem Zuschauer in den Nachrichten präsentiert wird und an dem er selbst nichts ändern kann, verstärkt zunehmend das Gefühl, in einer feindlichen Welt zu leben, der er hilflos ausgeliefert ist.« Dass zu viel TV-Konsum generell das Wohlbefinden negativ beeinflusst, haben auch andere Studien ergeben. Wer täglich mehrere Stunden vor dem Fernseher sitzt, wird träge und lustlos.

Professor Ed Diener: »Glückliche Menschen setzen sich selbst immer wieder langfristige Ziele, die sich in kleinen Schritten erreichen lassen.« Wichtig ist jedoch auch, sich nicht an seine Ziele zu klammern, sondern offen zu bleiben für neue Möglichkeiten. Und vor allem: nicht erst beim Erreichen des Ziels glücklich sein zu wollen, sondern bereits auf dem Weg dahin.

Zahlreiche Studien haben ergeben, dass Menschen, die an einen übergeordneten Sinn ihres Lebens glauben, glücklicher sind als jene, die das nicht tun. Ob es sich dabei um einen speziellen religiösen Glauben handelt oder nicht, ist zweitrangig.

»Dankbarkeit ist der schnellste Weg zum Glück«, so die Erkenntnis des Psychologie-Professors Barry Neil Kaufmann aus Massachussetts, die von zahlreichen Untersuchungen über glückliche Menschen bestätigt wird. Menschen, die das Schöne in ihrem Leben bewusst wahrnehmen und wertschätzen, erkennen die ganze Fülle ihres Lebens. Dadurch empfinden sie das Leben auch insgesamt als schöner. Die Tiefenpsychologin Dr. Elisabeth Mardorf empfiehlt deshalb, ein Dankbarkeits-Tagebuch zu führen: »Sich schriftlich aufzuzählen, was im Leben gut ist, verändert innerhalb weniger Wochen die gesamte Wahrnehmung.«

Zehn Punkte des Glücks

Die wichtigsten Ergebnisse der heutigen Glücksforschung kann man in zehn Punkten zusammenfassen.

1. Aktivität macht glücklich

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Glücklich sind Menschen mit positiven Zielen und einer positiven Aufgabe. Aktive Menschen besitzen 15 % mehr Lebenszufriedenheit als ihre eher passiven Mitmenschen. Der Glücksforscher Ed Diener erklärt: „Glückliche Menschen setzen sich immer wieder Ziele.“

2. Sport macht glücklich

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Regelmäßiger Sport hält den Körper gesund und macht den Geist glücklich. Tägliche Spaziergänge steigern das Lebensglück um 12 %. David Niven stellt fest: „Menschen, die sich durch Sport fit halten, sind gesünder, positiver und erfolgreicher.“

3. Gutes tun macht glücklich

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Wer regelmäßig anderen Menschen etwas Gutes tut, ist 24 % glücklicher als ein Mensch, der nur für sich lebt. John A. Schindler schreibt: „Lebe vorwiegend als gebender Mensch. Der Gebende ist glücklicher als der Nehmende. Wer der Welt und allen Wesen gegenüber zum Gebenden wird, entdeckt die Schönheit der Welt.“

4. Ruhe macht glücklich

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Das Zentrum eines gesunden und glücklichen Lebens ist es, im richtigen Gleichgewicht von Ruhe und Aktivität zu leben. Neben Zeiten der Arbeit, der Bewegung und der Geselligkeit sollten wir jeden Tag auch Zeiten der Ruhe und der Erholung in unser Leben einbauen.

Wir sollten genug schlafen. Aus der wissenschaftlichen Forschung ergibt sich, dass entspannte Menschen positiver denken und glücklicher sind. Jede fehlende Stunde Schlaf verringert die positive Einstellung am nächsten Tag um 8 %.

Wo das richtige Gleichgewicht von Ruhe und Aktivität genau liegt, ist individuell verschieden. Jeder Mensch muss sich erforschen und seinen persönlichen Weg des inneren Gleichgewichts herausfinden. Wir müssen ausprobieren, wie viel Schlaf wir brauchen, wie viele Entspannungszeiten wir brauchen und in welcher Geschwindigkeit wir am besten durch das Leben gehen.

Wer in der westlichen Leistungsgesellschaft glücklich und gesund bleiben will, muss schlau leben. Er muss sein Leben klug organisieren, sich im inneren Glück zentrieren und konsequent seinen persönlichen Weg des inneren Gleichgewichts gehen.

5. Positives Denken macht glücklich

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Wer positiv denkt, verdoppelt seine Glückswahrscheinlichkeit. Wer glücklich werden will, sollte jeden Tag das positive Denken pflegen. Er sollte die positiven Eigenschaften Weisheit, Liebe, Frieden, innere Kraft und Lebensfreude in das Zentrum seines Lebens stellen.

Und er sollte sie jeden Tag systematisch üben, zum Beispiel durch eine lebenslange positive Tageseinstellung: „Wie sieht der Tag heute aus? Wie komme ich heute positiv durch den Tag? Was macht mich heute zum Sieger auf dem inneren und äußeren Weg?“

6. Zu viel Fernsehen macht unglücklich

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Die wissenschaftliche Forschung hat klar ergeben: „Jede Stunde Fernsehen am Tag verringert die allgemeine Lebenszufriedenheit um 5 %. “ Das Fernsehen orientiert die Menschen auf den Weg des äußeren Glücks. Es erweckt Wünsche. Es verstärkt Aggressionen. Es erzeugt Ängste. Wer in seinem inneren Glück wachsen will, muss den Fernseher abschaffen oder einen positiven Umgang damit erlernen.

Der Weg des positiven Fernsehens besteht aus drei Schritten: a) Wähle deine Fernsehsendungen bewusst aus. Vermeide negative Filme und bevorzuge positive Filme. b) Finde das richtige Maß beim Fernsehen. Kinder dürfen höchstens eine Stunde am Tag fernsehen. c) Nach jedem Fernsehkonsum muss man sich durch spirituelle Übungen reinigen. Mach mindestens einmal in der Woche die Fernsehmeditation.

7. Freundschaften pflegen

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Baue dir einen positiven Freundeskreis auf. Frauen, die sich regelmäßig mit anderen Frauen austauschten, erlebten eine Verringerung ihrer Sorgen um 55 %. Bei krebskranken Frauen, die sich wöchentlich in einer Gruppe trafen, war die Überlebensrate doppelt so hoch wie bei Frauen ohne eine feste Gruppe.

In der westlichen Welt gibt es einen starken Trend zur Vereinzelung. Es gibt viele Singles und alte einsame Menschen. Glücklich sind aber die Menschen mit einem guten Freundeskreis. Überwinden wir die Vereinzelung. Bauen wir Glücksgruppen (Yoga, Meditation, positives Denken) auf. Pflegen wir unsere Freundschaften.

8. Die Freude pflegen

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Wer regelmäßig kleine Elemente der Freude in sein Leben einbaut, steigert sein allgemeines Lebensglück um 20 %.

Einmal ging es Nils schlecht. Um sich wieder ins innere Gleichgewicht zu bringen, aß er viele Süßigkeiten. Sein Geist hellte sich immer mehr auf. Leider war nach einiger Zeit sein Bauch restlos voll. Und trotzdem war sein Geist noch nicht ganz glücklich. Da visualisierte Nils die Süßigkeiten in seinem Bauch und erweckte so seine Kundalini-Energie. In ihm entstand eine starke Glücksenergie, die ihn schnell ganz ins Licht brachte.

Nils lernte daraus, äußeren Genuss und spirituelle Übungen miteinander zu verbinden. Dann braucht man auch nicht ganz so viele Süßigkeiten zu essen. Etwas äußerer Genuss reicht für den Weg des inneren Glücks.

9. Humor

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Wer Humor hat, erhöht sein Lebensglück um 33 %. Wir sollten auch den Humor in unserem Leben pflegen. Wir sollten die Dinge nicht zu ernst nehmen. Wir sollten es lernen, auch über uns selbst zu lachen. Wer über sich selbst lachen kann, geht leichter durch das Leben. Es ist gut, heitere Filme zu sehen, humorvolle Bücher zu lesen und mit fröhlichen Menschen zusammen zu sein. Wenn wir genau hinsehen, ist das Leben voller Witz und Humor.

10. Selbstvertrauen

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Glückliche Menschen glauben an sich selbst. Sie glauben an ihre Ziele, ihre Weisheit und ihre Kraft. Sie sehen sich grundsätzlich als Sieger. Sie glauben daran, dass sie langfristig in ihrem Leben siegen werden.

In einer Welt der Unweisheit braucht jeder Anhänger des inneren Glücks große innere Stärke, um langfristig erfolgreich seinen Weg gehen zu können. Er braucht eine klare Verankerung in seiner eigenen Weisheit, Selbstdisziplin und ein großes Selbstvertrauen. Die Mehrheit der Menschen wird seinen Weg für falsch halten. Das Fernsehen und weltliche Menschen werden ihn immer wieder in Verwirrung stürzen. Nur wenn er sich klar in der eigenen Weisheit verankert und jeden Tag auf das innere Glück besinnt, wird er auf seinem Weg siegen.

Mögen wir alle Sieger auf dem spirituellen Weg sein. Mögen wir an uns selbst, an unsere positiven Ziele und an unsere innere Kraft glauben. Mögen wir mit Ausdauer ewig den Weg des inneren Glücks gehen.

Das Glücksniveau

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Eine grundlegende Erfahrung vieler Menschen ist es, dass ihr allgemeines Glücksempfinden in ihrem Leben durch alle Lebensjahrzehnte hindurch weitgehend gleich bleibt. Zwar gibt es in jedem Leben Höhen und Tiefen. Es gibt freudige Ereignisse und es gibt oft auch Leid. Jeder Mensch erlebt Freude und Trauer. Aber nach einiger Zeit kehrt der Mensch normalerweise zu dem für ihn typischen Glücksempfinden zurück. Die meisten Menschen leben ihr ganzes Leben auf ihrem persönlichen Glücksniveau.

Diese Tatsache ist erfreulich in Bezug auf Leidsituationen. Wir überwinden unser Leid. Wir gewöhnen uns an das Gegebene und kommen nach einigen Tagen, Wochen oder Monaten zu unserem normalen Lebensgefühl zurück. Wenn wir unsere Trauer nicht blockieren, sondern sie im richtigen Maß leben, reguliert sich unser Lebensgefühl wieder. Wie lange wir dazu im Einzelnen brauchen, hängt von der Schwere des Ereignisses und von unserer persönlichen Leidverarbeitungsfähigkeit ab.

Nicht so erfreulich ist die Tatsache der Selbstregulierung des Glücksempfindens in Bezug auf die schönen Dinge des Lebens. Auch an die schönen Dinge gewöhnen wir uns. Unsere Freude nimmt ab, und wir kehren zu unserem normalen Glücksniveau zurück. Wir können die größte Karriere machen, Geld im Überfluss besitzen, den tollsten Traumpartner haben und das schönste Essen essen. Nach einiger Zeit haben wir uns daran gewöhnt und sind trotz unseres Luxuslebens nicht glücklicher als vorher.

Verliebtheit dauert einige Tage, einige Monate, ein Jahr und in seltenen Fällen noch etwas länger. Wenn wir verliebt sind, denken wir, wir bleiben ewig so. Wir sind dann normalerweise ziemlich enttäuscht, wenn unser Glück vorbei ist. Wir neigen dazu, unserem Partner die Schuld zu geben. Dabei ist er grundsätzlich unschuldig. Es gibt keine Schuld. Es gibt nur die im Menschen angelegte Gesetzmäßigkeit des persönlichen Glücksniveaus. Es gibt nur einen Weg für einen Menschen langfristig sein Lebensglück zu erhöhen. Das ist der Weg des inneren Glücks und der täglichen Arbeit an sich selbst.

Die Tatsache des persönlichen Glücksniveaus ist einer der Hauptgründe dafür, dass reiche Menschen nicht glücklicher sind als andere Menschen. Wenn Menschen reich werden, dann freuen sie sich meistens einige Zeit darüber. Dann haben sie sich daran gewöhnt und kehren zu ihrem persönlichen Glücksniveau zurück.

Oft pflegen Reiche nicht positive Eigenschaften wie Liebe, Mitgefühl, Gelassenheit, Bescheidenheit und innerer Frieden. Sie verhalten sich spirituell gesehen völlig unweise. Dann kann äußerer Reichtum sogar ein Weg sein, das persönliche Glücksniveau langfristig abzusenken. Reichtum ist eine der großen Glücksfallen auf der Welt, wenn man nicht weise damit umgeht.

Wir können in unserer Gesellschaft jeden Tag den Wahnsinn beobachten, dass Menschen sich nach Reichtum, Karriere oder dem perfekten Partner sehnen. Sie vergeuden für diese Träume ihr ganzes Leben, ihre Gesundheit und das in ihnen selbst liegende Glückspotential. Oft erreichen sie ihre Ziele nicht. Dann sind sie ihr ganzes Leben lang unzufrieden. Sie machen sich durch ihre falschen Träume selbst innerlich unglücklich.

Wenn Menschen ihre Ziele erreichen und ihre falschen Träume verwirklichen, dann können sie wenigstens eines Tages feststellen, dass alle Träume vom äußeren Reichtum in Wirklichkeit Schäume sind. Es sind Luftblasen, die beim Anfassen zerplatzen. Kommt ein Mensch zu dieser Erfahrung, dann kann er durch den Weg des äußeren Reichtums zu innerer Weisheit gelangen.

Das Wissen vom persönlichen Glücksniveau ist deshalb ein sehr wichtiges Wissen. Es kann verhindern, dass wir in die Falle des Strebens nach äußerem Reichtum oder nach dem perfekten Partner gehen. Es kann bewirken, dass wir unsere Lebenszeit weise verwenden, jeden Tag unser inneres Glück pflegen und eines Tages tatsächlich im Reichtum leben, im Reichtum des inneren Glücks.

Ich persönlich konnte das Gleichbleiben des Glücksniveaus auf einem Klassentreffen deutlich beobachten. Die meisten meiner Mitschüler hatten sich selbst nach mehr als einem halben Leben kaum verändert. Sie hatten die gleichen Angewohnheiten und die gleiche persönliche Glücksebene wie in ihrer Jugend. Nur einige hatten sich positiv und einige negativ verändert. Nach meiner Schätzung waren etwa 60 % gleichgeblieben, 20 % hatten sich positiv und 20 % negativ verändert.

Als Ursachen für das Absinken des Glücksniveaus konnte ich herausfinden: zu viel Stress im Beruf, schwierige Beziehungen, zu starkes Ausleben von äußeren Genüssen (Alkohol, Zigaretten, Sex), zu wenig Sorge für die körperliche und geistige Gesundheit.

Anhebung des Glücksniveaus

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Nach meiner Erfahrung ist das Glücksniveau eines Menschen von seinem inneren Verspannungszustand abhängig. Menschen mit starken Verspannungen neigen zu Negativität, zu Aggressionen, Sorgen und Depressionen. Sie leben eher auf einem niedrigen Glücksniveau. Menschen mit wenig inneren Verspannungen sind eher positiv, optimistisch und fühlen sich in ihrem Leben wohl. Sie leben eher auf einem hohen Glücksniveau. Erleuchtete Menschen sind weitgehend von ihren Verspannungen befreit. Sie sind innerlich gereinigt, geheilt.

Seinen Verspannungszustand kann jeder Mensch durch spirituelle Übungen (Yoga, Meditation, Gedankenarbeit) verändern. Jeder Mensch kann nach der Aussage der erleuchteten Meister zur Erleuchtung gelangen. Genetische Anlagen bestimmen stark das Wesen eines Menschen. Manche Menschen haben einen empfindlichen Körper und sind sehr sensibel. Andere Menschen haben einen robusten Körperbau und zeigen meistens auch eine seelische Robustheit.

Der Körper gehört zu einem Menschen dazu. Durch die Erleuchtung kann sich der Mensch jedoch über seine körperlichen Begrenzungen erheben. Er lebt im Schwerpunkt in einem spirituellen Energiefeld. Seine psychischen Eigenschaften sind hauptsächlich von der Art seiner Gedanken abhängig. Durch konsequente Gedankenschulung kann auch ein sensibler Mensch inneren Frieden und große Gelassenheit erlangen.

Er wird es vielleicht etwas schwerer haben, dort hin zu gelangen und sich dort zu halten. Auch ein erleuchteter Mensch muss klug mit den Gegebenheiten seines Körpers und seiner seelischen Grundausstattung fließen. Grundsätzlich lebt er jedoch in einer Ebene über der Materie. Nach meiner Erfahrung wird es immer dann etwas schwierig, wenn man sich aus der Lichtebene in die Welt der Materie begibt, um dort zum Wohle seiner Mitwesen zu handeln. Man kann sich aber im Notfall immer wieder schnell ins Licht zurückziehen und sich dort erholen.

Biochemisch scheint es so zu sein, dass das Glücksempfinden eines Menschen von seinen Hormonen abhängt. Hormone geben uns das Gefühl von Kraft, Gelassenheit, Optimismus und Glück. Auf die Hormonproduktion kann man durch seine Gedanken einwirken. Positive Gedanken fördern die Glückshormone. Viele amerikanische Forscher empfehlen deshalb das positive Denken als einen guten Weg, um Glückshormone zu erzeugen. Das positive Denken ist der Hauptweg, auf den uns die moderne wissenschaftliche Forschung zur Erreichung eines glücklichen Lebens verweist. Jeder Mensch sollte ein System des positiven Denkens besitzen, das er regelmäßig praktiziert.

Das positive Denken allein reicht aber zur Erklärung des inneren Glücks nicht aus. Inneres Glück kann auch durch Yoga (Gehen, Sport) und Meditation entstehen. Das ist der zweite Hauptweg des inneres Glücks. Dieser Weg wird vor allem von den Vertretern der großen spirituellen Traditionen auf der Welt gelehrt. Die moderne Forschung hat die Wirkung von Meditation untersucht und deren vielfältige positive Folgen bestätigt.

Verspannungen im Körper und im Geist sind in großer Anzahl möglich. Darum ist der Reinigungsweg oft sehr lang, und wir haben das Gefühl, für lange Zeit auf einer bestimmten inneren Stufe festzustehen. Daraus ergibt sich das Gefühl eines Menschen, dass er einen bestimmten Charakter und ein bestimmtes Glücksniveau hat. Hinzu kommt, dass Verspannungen sehr fest sitzen können. Verspannungen können einen Menschen relativ fest auf einem bestimmten Glücksniveau fixieren. Es gibt viele spirituelle Geschichten, in denen ein Yogi jahrelang geübt hat und scheinbar nicht vorangekommen ist. Dann geschah plötzlich ein Durchbruch, tiefe Verspannungen lösten sich, und er schritt zügig auf dem Weg des inneren Glücks voran.

Es ist aber auch möglich, dass ein Mensch beständig langsam immer weiter ins innere Glück wächst. Nach der Erfahrung in meinen Gruppen scheint dieses bei den meisten Menschen der Fall zu sein. Bei mir selbst beobachte ich Phasen des beständigen Aufsteigens, Phasen des scheinbaren Stillstandes und sogar Phasen des scheinbaren Rückschrittes. Irgendwann geht es dann aber wieder kräftig bergan ins Licht. Das innere Glück beginnt zu sprudeln, und der Yogi ist zufrieden mit sich und der Welt.

Nach einer neuen amerikanischen Studie können schwere Schicksalsschläge wie Scheidungen oder Arbeitslosigkeit das Glücksniveau dauerhaft oder für sehr lange Zeit nach unten drücken. Wenn eine große Stressverspannung im Körper aufgebaut wird, kann es sein, dass sie von alleine nicht wieder verschwindet. Wenn ein Mensch aber die spirituellen Techniken der Verspannungsauflösung beherrscht, kann er letztlich alle Verspannungen auflösen. Selbst nach schweren Schicksalsschlägen kann man auf ein hohes Glücksniveau aufsteigen.

Ein Mensch kann nach den heutigen Forschungsergebnissen durch eine weise Lebensführung sein allgemeines Glücksniveau mit relativ wenig Aufwand um 40 % anheben. Er muss sich nur an das positive Denken und eine gesunde Lebensweise gewöhnen.

Wenn er sein Glücksniveau um 100 % (besser gesagt um 1000 %) anheben möchte, dann sollte er den Weg der Erleuchtung gehen. Dieser Weg erfordert aber viel Einsatz und eine totale Lebensumstellung. Auf diesem Weg bekommt der Mensch einen neuen Charakter aus den Eigenschaften Gelassenheit, innerer Frieden, innere Kraft, Positivität, Glück und Güte. Etwas behält er auch seine alten Persönlichkeitsmerkmale. Aber im Wesentlichen wird er ein neuer Mensch. So ein Bewusstseinssprung macht einem zuerst etwas Angst. Aber nach kurzer Zeit hat man sich daran gewöhnt und möchte seine neue Persönlichkeit nicht mehr hergeben, weil sie sich erheblich besser anfühlt als der vorherige unerleuchtete Zustand.

Die fünf Grundsätze der Gesundheit

Wer konsequent gesund lebt, kann 100 Jahre oder älter werden. Ein wichtiger Grundsatz im Yoga ist es, gut für sich und seinen Körper zu sorgen. Denke daran: „Gesundheit ist nicht alles. Aber ohne Gesundheit ist alles nichts!“ Sei klug und lebe ausreichend gesund.

Eine gesunde Ernährung besteht aus vielen Vitaminen und wenig Fett (wenig Kalorien, maßvoll essen). Vitamine befinden sich in Obst, rohem Gemüse und allen Vollkornprodukten. Wir sollten uns jeden Tag zu mindestens 50 % (zur Hälfte) von Obst (Äpfel, Bananen, Birnen) und rohem Gemüse (Salat, Karotten, Tomaten, gekeimte Körner) ernähren.

Gekeimte Körner enthalten das fünfzig- bis zweihundertfache an Vitaminen. Sie sind ganz einfach herzustellen. Wir kaufen uns in einem Bioladen keimfähige (pflanzbare, rohe, unverpackte) Körner (je nach Geschmack und Verträglichkeit Weizen oder Roggen). Wir schütten die Körner in eine große Tasse (halbvoll) oder eine Schüssel. Wir gießen Wasser darüber und lassen die Körner ein bis zwei Tage aufquellen. Dann gießen wir das Wasser ab und lassen sie über Nacht aufkeimen.Jetzt können wir drei Tage lang immer etwas davon essen. Damit die Körner feucht bleiben und sich keine Pilze bilden, spülen wir sie jeden Tag einmal mit Wasser. Die Körner können wir nach Geschmack würzen und mit den verschiedensten Zutaten versehen. Wir können sie auch gut über unser Essen streuen.

Fleisch sollten wir vermeiden oder höchstens einmal in der Woche essen. Der tägliche Fleischverzehr erhöht nach wissenschaftlichen Untersuchungen das Krebsrisiko um 50 % und das Herzinfarktrisiko um 70 %. Früher haben die Menschen in Deutschland nur einmal in der Woche Fleisch gegessen. Wir sollten zu den guten alten Zeiten zurückkehren.

Trinken sollten wir heißes Wasser oder mit Wasser verdünnte Fruchtsäfte. Gut ist auch grüner Tee. Kaffee sollten wir vermeiden oder höchstens eine Tasse am Tag trinken. Wir sollten viel trinken, da Wasser gut alle Giftstoffe und Verspannungen aus dem Körper herausspült.

Wer viel trinkt, gekeimte Körner (Weizen, Roggen, Soja, Linsen) und viel Obst isst, kann sehr leicht ohne zu hungern mit wenig Kalorien am Tag auskommen. Untersuchungen in den USA haben ergeben, dass bei einer Reduzierung der täglichen Kalorien je nach Konstitution und Tätigkeit auf 1000 bis 1500 Kalorien die Lebenserwartung um 20 bis 30 Jahre verlängert werden kann. (Literatur: Roy Walford: „Leben über 100“. Gabriel Cousens: „Vier Schritte zur bewussten Ernährung“ (2001). Galina Schatalova: „Heilkräftige Ernährung“ (2006)).

Der Hauptweg zu einem langen Leben voller Gesundheit und Lebensfreude sind die fünf Grundsätze der Gesundheit. Wenn wir jeden Tag etwas Sport treiben (Yoga, Gehen), uns gesund ernähren (viel Obst, wenig Kalorien), Schadstoffe vermeiden (Alkohol, Rauchen, Drogen, Fleisch), positiv denken (in einem spirituellen Buch lesen) und uns ausreichend entspannen (genug Schlaf, Pausen, Ruhe, Meditation), bleiben wir 20 bis 30 Jahre länger jung.

—> Vegetarische Ernährung und einfache Kochrezepte

Die Suche nach dem Glück

Nils war vom Anfang seines Lebens an auf der Suche nach dem großen Glück. Er suchte das Glück in Liebesbeziehungen, in der beruflichen Karriere und in schönen Reisen.

Als er dreißig Jahre alt war, ergab sich eine gute Gelegenheit sein Wissen zu vertiefen. Er stand am Ende seines juristischen Referendariats. Die schriftlichen Arbeiten des Examens waren abgeschlossen. Jetzt musste er drei Monate warten, bis die Prüfer die Arbeiten durchgesehen und bewertet hatten. Diese drei Monate hatte er frei. Er überlegte sich, was er mit seiner vielen Freizeit anfangen sollte.

Nils erinnerte sich an seine bislang erfolglose Suche nach dem dauerhaften Glück. Er kam auf die Idee, alle Bücher zum Thema Glück systematisch durchzulesen. Vielleicht konnten ihm die Glücksbücher bei seiner persönlichen Suche weiterhelfen?

Er durchforstete die Bibliotheken nach wissenschaftlicher Glücksliteratur. Er sah die gesamte Literatur zum Stichwort „Glück“ durch. Er kaufte sich alle Bücher, die ihm bei seiner Suche hilfreich zu sein schienen. Insgesamt kaufte er sich etwa zwanzig Bücher. Dann zog er sich in sein Studierzimmer zurück und las sie alle nacheinander durch.

Zuerst verwirrte ihn die Vielfalt der Ansichten über das Glück. Aber nach etwa zwei Monaten sah er die Dinge klarer. Er erkannte, welche Autoren sich auf dem Holzweg befanden und welche ein Gespür für den echten Glücksweg hatten.

Die meisten Autoren tappten bei ihrer Glückssuche völlig im Dunkeln. Sie hatten in Wirklichkeit nichts begriffen. Das merkte Nils, als er ihre Ergebnisse mit seinen eigenen Erfahrungen verglich und gründlich über ihre Ansichten nachdachte.

Einige Autoren hatten jedoch einen Blick für den wahren Glücksweg. Sie betrachteten die Menschen, die dauerhaft in ihrem Leben glücklich sind. Und stellten fest, dass diese Menschen sich im Wesentlichen durch zwei besondere Eigenschaften auszeichnen: durch ihre Positivität und durch ihre Bescheidenheit. Die besonders Glücklichen unter den Menschen dachten erstens positiv und besaßen zweitens eine bescheidene Wesensart.

Dass positives Denken zum inneren Glück beiträgt, leuchtet jedem vernünftigen Menschen ohne weiteres ein. Wer positiv denkt, erzeugt in seiner Psyche positive Gefühle. Das wird auch durch die aktuelle Glücksforschung bestätigt. Sie fordert alle Menschen auf: Denkt positiv!

Aber was hat es mit der Eigenschaft „Bescheidenheit“ auf sich? Diese Eigenschaft ist in der heutigen Zeit sehr in Vergessenheit geraten. Wir leben in einer Ego-Gesellschaft. Bescheidenheit wird hier eher als Untugend angesehen. Unbescheidenheit ist die große Lebensidee. Je mehr man will, desto mehr kriegt man.

Das Problem der heutigen Lehre von der Unbescheidenheit besteht darin, dass das Ziel des Lebens am falschen Ort lokalisiert wird. Als Ziel des Lebens wird das größtmögliche äußere Glück gesehen. Die heutigen Konsumpropheten suggerieren, dass äußeres Glück automatisch auch innerlich glücklich macht. Das ist eine Irrlehre, die durch die Realität eindeutig widerlegt wird.

Insbesondere funktioniert dieser Weg nicht langfristig. Mag das äußere Glück so groß sein, wie es will. Nach einiger Zeit hat sich die Psyche daran gewöhnt und nimmt es kaum noch als etwas Besonderes wahr. Selbst großer äußerer Reichtum macht nach einiger Zeit nicht mehr wirklich auf einer tiefen Ebene glücklich.

Auch an einen attraktiven Partner und an regelmäßigen guten Sex gewöhnt man sich. Da hat man jahrzehntelang nach dem Traumprinzen gesucht oder für seinen materiellen Reichtum gearbeitet. Und dann verflüchtigt sich innerlich alles äußere Glück. Die heutige Glücksforschung hat festgestellt, dass eine ausreichende materielle Lebensgrundlage für das innere Glück wichtig ist. Aber danach wächst das innere Glück nicht mehr durch weitere äußere Güter, sondern durch seelische Faktoren.

Das Streben nach äußerem Reichtum, beruflichem Erfolg und einem Traumpartner entpuppt sich immer nach einiger Zeit als ein großer Glücksirrtum. Jeder Mensch fällt einige Zeit nach äußeren Glücksereignissen auf sein psychisches Glücksniveau zurück. Wer in seinem Leben dauerhaft auf einer tiefen Ebene glücklich sein will, muss im Schwerpunkt sein inneres Glück entwickeln. Er muss seine inneren Verspannungen abbauen und Eigenschaften wie innerer Frieden, Liebe und Positivität pflegen.

Das richtige Ziel des Lebens ist das möglichst große innere Glück. Wir müssen unbescheiden auf dem Weg des inneren Glücks sein. Wir müssen nach innerer Erleuchtung streben. Aber wir müssen bescheiden auf dem Weg des äußeren Glücks sein. Äußerlich sollten wir uns eher durch geringe Ansprüche auszeichnen. Die meisten Menschen verwechseln diese beiden Dinge.

Im Yoga wird nicht so sehr das positive Denken, sondern noch mehr der innere Frieden als die Basis des inneren Glücks angesehen. Wer innerlich entspannt ist, denkt automatisch positiv. Das ist die Hauptrichtung des Yoga. Wer das innere Glück vom positiven Denken her erzwingen will, der verspannt sich dadurch leicht. Er wird nur oberflächlich positiv.

Wie gelangt man am besten in die große innere Entspannung, aus der heraus das innere Glück entsteht? Der beste Glücksweg besteht aus einer Vielzahl von Techniken, die alle im richtigen Moment und jeweils im richtigen Verhältnis praktiziert werden müssen.

Eine wichtige Technik ist das Üben der Bescheidenheit in äußeren Dingen. Wir nehmen das Leben an wie es ist. Und wir verspannen uns nicht durch große äußere Wünsche. Wir trainieren psychisch die Genügsamkeit und können dadurch leichter unseren inneren Frieden bewahren.

Hier zeigt sich die Bedeutung der Bescheidenheit. Wer bei äußeren Dingen eine bescheidene Grundhaltung pflegt, bleibt leichter dauerhaft im inneren Glück. Er lebt entspannter, was sich förderlich auf sein inneres Glück auswirkt. So erklärt sich die Tatsache, dass die Glücksbuchautoren bei den dauerhaft glücklichen Menschen eine überwiegend bescheidene Wesenart beobachten konnten.

Nachdem Nils diese Dinge begriffen hatte, brauchte er noch einen zu ihm passenden Weg des konkreten Übens. Wie konnte er persönlich effektiv das positive Denken, die innere Bescheidenheit und das dauerhafte Glücklichsein üben? Gab es einen Weg, auf dem ein normaler westlicher Mensch das innere Glück verwirklichen kann?

Diesen Weg fand Nils bei dem griechischen Philosophen Epikur. Später kamen noch Buddha und der chinesische Weise Laotse hinzu. Das waren seine drei ersten Meister. Alle drei waren sehr wissenschaftlich orientiert. Sie stellten praktische Regeln für das Üben des inneren Glücks auf, ohne sich in metaphysischen Spekulationen zu verlieren.

Nils war von seiner Ausbildung her ein wissenschaftlich denkender Mensch. Er brauchte einen wissenschaftlich orientierten Weg, um sich auf das große Abenteuer der Spiritualität einlassen zu können.

Epikur gab Nils die Vision vom Ziel des inneren Glücks. Epikur hatte als erster westlicher Philosoph die große Bedeutung des inneren Glücks klar erkannt. Als Weg dahin lehrte er vor allem das positive Denken. Wer beständig das positive Denken übt, lebt wie ein Gott (Buddha)unter den Menschen.

Ein großer Jubel entstand in Nils. Ein Gefühl endloser Dankbarkeit gegenüber Epikur breitete sich in seinem Herzen aus. Epikur hatte ihm das Auge der Weisheit geöffnet. Epikur hatte ihm den Weg gezeigt, den er begreifen, annehmen und gehen konnte.

Nach Epikur entwickelte sich sein spiritueller Weg Schritt für Schritt fast von alleine. Ist das richtige Ziel im Leben einem Menschen erst einmal klar, findet er im Laufe der Zeit auch den Weg dorthin. Je mehr er darüber nachdenkt, umso deutlicher wird ihm sein persönlicher Weg des inneren Glücks.

Ist das Ziel erst einmal klar und will man es wirklich erreichen, dann entfaltet sich der Weg im Laufe der Zeit von alleine. Man muss nur seinem inneren Gespür und seiner Vernunft folgen. Man muss nur die Gegebenheiten seines Lebens optimal spirituell nutzen. Dann erreicht jeder Mensch zu der für ihn richtigen Zeit das spirituelle Ziel.

Das ist die Erfahrung, die Nils auf seinem spirituellen Weg gemacht hat. Vielleicht gibt es eine geheimnisvolle Energie, die jeden Menschen auf dem spirituellen Weg führt. Wenn ein Mensch das spirituelle Ziel wirklich erreichen will. Das ist der Kernpunkt des spirituellen Weges. Erst muss sich der Mensch klar entscheiden.

Dann kann seine innere Weisheit ihn optimal auf dem zu ihm passenden Weg zum Ziel bringen. Dann wird er aus seinem Unterbewusstsein heraus beständig klug geführt. Fehler erweisen sich als wichtige Lernerfahrungen. Leid bringt einen Menschen immer wieder zu sich selbst. Auf Verspannungslösungen folgen spirituelle Durchbrüche. Ausdauer wird belohnt. Gnade entwickelt sich dann, wenn man es kaum erwartet hat. Und plötzlich ist man im Licht. Man spürt Frieden, Liebe und Glück. Man ist in einem Zustand der tiefen Zufriedenheit mit sich und seinem Leben. Es entsteht das Gefühl einer großen Dankbarkeit.

Nils forschte systematisch weiter. Er suchte in allen Religionen, spirituellen Wegen und psychologischen Systemen nach guten Techniken für seinen Glücksweg. Er probierte aus, was gut funktionierte. Er übernahm alles, was für ihn hilfreich war.

Nils erkannte, dass es nur eine Wahrheit gibt. Diese Wahrheit kann man Gott, Erleuchtung, Leben im Licht, spirituelle Selbstverwirklichung oder inneres Glück nennen. Alle spirituellen Systeme zielen auf diese eine Wahrheit. Sie unterscheiden sich nur in den Methoden und Wegen. Nils wurde zu einem Anhänger der Einheit aller Religionen und des individuellen Weges eines jeden Menschen.

Sokrates und Epikur

Grundsätzlich sind der Weg des äußeren Glücks und der Weg des inneren Glücks Gegensätze. Sie folgen entgegengesetzten Lebensprinzipien.

Auf dem Weg des äußeren Glücks werden Anhaftungsstrukturen im Geist aufgebaut. Es entstehen Verspannungen und man wird innerlich unglücklich. Der Weg des äußeren Glücks bewirkt langfristig ein Wachstum ins innere Unglück. Man ist nie richtig innerlich zufrieden und versucht immer extremer den Weg des äußeren Glücks zu gehen. Bis man sein Scheitern erkennt.

Auf dem Weg des inneren Glücks löst man alle inneren Verspannungen auf. Man baut systematisch die Anhaftungstendenzen im Geist ab. Ist der Geist von seinen Ängsten (Anhaftung an Leidsituationen) und Süchten (Anhaftung an äußere Genüsse) befreit, entsteht innerer Frieden. Man gelangt in ein kosmisches Bewusstsein. Es entwickelt sich ein dauerhaftes inneres Glück. Man ist zufrieden mit sich und seinem Leben. Man hat alle äußeren Dinge auf einer tiefen Ebene losgelassen und dadurch sein wahres Selbst verwirklicht.

Für den Weg des äußeren Glücks braucht man viel Egoismus, Kampfgeist und Aktivität (Leistungsprinzip). Für den Weg des inneren Glücks braucht man viel Weisheit, Ruhe, Liebe und spirituelles Üben.

Ein Erleuchteter ist glücklicher als ein Nichterleuchteter. Das innere Glück ist tausendmal größer als das äußere Glück. Aber es ist auch viel schwerer zu erlangen. Um dorthin zu kommen, gibt es verschiedene Wege.

Es gibt den Weg des extremen Verzichts auf äußere Genüsse. Auf diesem Weg kann der Geist gut seine Genussanhaftungen auflösen. Wer langfristig keine Beziehungen lebt, vergisst, dass es Beziehungen (Männer, Frauen) gibt. Wer keine schönen Dinge isst (Fleisch, Süßigkeiten), vermisst sie irgendwann nicht mehr.

Aber er kann sich innerlich auf diesem Weg verhärten. Er kann sein Herz gegenüber dem Leben zu sehr verschließen. Er kann das Schöne zu sehr verdrängen und sich dadurch innerlich verspannen. Und wer kann diesen Weg langfristig gehen? Es besteht immer die Gefahr des großen Rückfalls.

Deshalb gibt es den mittleren spirituellen Weg. Auf diesem Weg konzentriert man sich auf das innere Glück, aber man lebt auch die äußeren Genüsse. Wenn man die Genüsse im richtigen Maß lebt und Suchttendenzen vermeidet, kann man auch auf dem mittleren Weg das innere Glück verwirklichen.

Die griechische Philosophie ist die Wiege der westlichen Wissenschaft. Und das Zentrum der griechischen Philosophie ist Sokrates.

Sokrates war ein großer erleuchteter Meister. Es gibt viele Tatsachenberichte von seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten. Er konnte stundenlang in Meditation fallen, im Winter barfuss gehen und unglaublich viel Alkohol trinken, ohne jemals betrunken zu sein. Er lebte in strenger Führung durch seine innere Stimme.

Wir können Sokrates als den geistigen Vater der heutigen wissenschaftsbetonten Zeit ansehen. Er lebte von 469 bis 399 vor Christus in Athen. Sokrates war ein Anhänger der Vernunft. Er beschäftigte sich intensiv mit der Frage nach der Wahrheit. Was ist wahr und was ist falsch? Was ist der Weg des wahren Lebens? Sokrates gab keine fertigen Antworten. Er überließ es jedem seiner Schüler selbst, seinen eigenen Weg der Wahrheit zu finden. Sokrates war ein Lehrer des individuellen spirituellen Weges.

Drei Dinge gab Sokrates seinen Schülern mit auf den Weg: 1. Die Seele ist wichtiger als der Körper. 2. Das höchste Ziel des Menschen besteht darin, dass seine Seele gut ist. 3. Um eine gute (glückliche) Seele zu erhalten, muss man die vier Tugenden Weisheit, Mäßigung, Tapferkeit und Gerechtigkeit pflegen.

Sokrates hatte drei Hauptschüler: Platon, Antisthenes und Aristippos. Man kann sie mit den Begriffen Karma-Yogi (Gutes tun), Hatha-Yogi (spirituell üben) und Bhogi (Genussmensch) etikettieren. Sie verkörperten die drei Haupteigenschaften von Sokrates. Nur dass Sokrates alle drei Wege auf einmal ging.

Platon war der Karma-Yogi. Er überlegte, wie man einen guten Staat aufbauen kann. Er schlug vor die Führung den Weisen zu übertragen. Man könnte es heute so ausdrücken, dass die Wissenschaft im Zentrum der positiven Organisation eines Staates stehen soll.

Antisthenes lebte als Hatha-Yogi. Er predigte den Weg der Askese und der Bedürfnislosigkeit. Er praktizierte den Weg des extremen Verzichts.

Den Gegensatz zu Antisthenes bildete Aristippos. Aristippos meinte, dass das Glück in der maximalen Befriedigung der körperlichen Bedürfnisse liege. Er begründete den Hedonismus. Er war das schwarze Schaf von Sokrates. Er ging den Genussweg von Sokrates, ohne seine Erleuchtung zu verwirklichen. Er zeigte den Menschen, wie man es nicht machen soll. Und natürlich folgen die meisten Menschen heutzutage Aristippos.

Alle drei Wege zu einer Synthese vereinigte Epikur. Er ist der Grundmeister des mittleren spirituellen Weges. Auf Bildern wird er sehr abgeklärt dargestellt. Der Wirklichkeit näher kommt es wahrscheinlich, sich ihn als lachenden Buddha vorzustellen.

Epikur lebte von 341 bis 270 vor Christus in der Nähe von Athen mit seinen Freunden auf einem schönen Grundstück, das ihm ein reicher Anhänger geschenkt hatte. Er lehrte die Kunst des glücklichen Lebens.

Ein Leben wird nach Epikur dann glücklich, wenn man alle Dinge im richtigen Maß lebt. Man muss im richtigen Maß arbeiten, im richtigen Maß ruhen und im richtigen Maß das Schöne genießen. Jeder Mensch muss das für ihn persönlich genau richtige Maß an den äußeren Dingen des Lebens finden. Er muß seinen Genug-Punkt kennen.

Epikuräer werden in der westlichen Philosophie oft mit den Hedonisten, den Anhängern der Genussphilosophie von Aristippos, verwechselt. Beides sind aber völlig verschiedene philosophische Wege. Ein Epikuräer verkörpert einen gemäßigten Weg des inneren Glücks und ein Hedonist den Weg des extremen äußeren Glücks. Epikuräertum ist Weisheit und Hedonismus ist Unweisheit.

Als zweites empfahl Epikur das positive Denken. Ein Leben wird dann glücklich, wenn man sich beständig im positiven Denken übt. Epikur nannte es „philosophieren.“ Ein Mensch sollte jeden Tag philosophieren. Er sollte über den Sinn des Lebens nachdenken, sich immer wieder auf seine positiven Ziele besinnen und sich mit positiven Leitsätzen stärken. Er sollte es vermeiden, sich zu viele Sorgen zu machen und sich im negativen Denken zu verstricken.

Am besten kann man die Sorgen mit Freunden vertreiben. Epikur riet seinen Anhängern sich mindestens einmal im Monat zu treffen, gemeinsam zu feiern und sich mit positiven Gedanken zu gegenseitig zu unterstützen.

Als Drittes lehrte Epikur die Ruhe. Das innere Glück entsteht aus der inneren Ruhe. Wenn die Gedanken zur Ruhe kommen, entfaltet sich die Glücksenergie in einem Menschen. Epikur empfahl es, in der Ruhe und aus der Ruhe heraus zu leben. Dann lebt man wie ein Gott (Buddha) unter seinen unweisen Mitmenschen, denen der Weise aber auch hilft: „Die Freundschaft umtanzt den Erdkreis, uns allen verkündend, dass wir erwachen sollen zur Glückseligkeit.“

Die psychologische Lerntheorie

Die psychologische Lerntheorie geht davon aus, dass positive Gedanken gelernt werden können. Ein Sportler trainiert einige Wochen oder Monate ein äußeres Verhalten. Er übt bestimmte Verhaltensweisen ein und nach einiger Zeit beherrscht er sie.

Gedanken können wir als das innere Verhalten eines Menschen verstehen. Wenn wir bewusst längere Zeit ein positives geistiges Verhalten gezielt einüben, dann gewöhnt sich unser Geist an das positive Denken. Er reagiert auf bestimmte äußere Situationen automatisch mit positiven Gedanken.

Wie lernt man positive Gedanken? Der Lernweg besteht aus vier Schritten. Als erstes brauchen wir ein positives Gedankensystem, das zu uns passt. So eine positive Lebenslehre ist die Glücksphilosophie. Die Glücksphilosophie lehrt, das innere Glück zum Zentrum des Lebens zu machen. Die Essenz der Glücksphilosophie sind die fünf Eigenschaften Weisheit, Frieden, Liebe, Selbstdisziplin und Lebensfreude. Diese fünf Eigenschaften üben wir jeden Tag.

Der zweite Schritt ist es, positive Gedanken systematisch einzuüben. Am besten besinnen wir uns jeden Morgen auf die fünf positiven Eigenschaften. Wir stellen uns auf jeden Tag positiv ein. Wir stehen mit einem positiven Gedanken auf. Wir bewahren den Gedanken tagsüber. Und abends denken wir noch einmal über den Tag nach und überlegen, was wir am nächsten Tag besser machen können.

Wir spüren in unsere negativen Gefühle (Angst, Wut, Trauer, Sucht) hinein. Welcher negative Gedanke ist damit verbunden? Mit welchem positiven Gedanken können wir ihn überwinden? Welcher Gedanke bringt uns heute in ein positives Lebensgefühl?

Hilfreiche positive Sätze sind: „Ich lebe als Sieger. Ich erreiche meine Ziele. Ich gehe mit Ausdauer meinen Weg. Ich lebe in der Wahrheit, Richtigkeit und Weisheit. Weisheit ist es, positiv zu denken und innerlich glücklich zu sein. Weisheit ist es, als spiritueller Mensch (Glücksphilosoph, Glücksmensch, Buddha, Yogi) zu leben. Weisheit ist es sein Leben so zu organisieren, dass man seine Gesundheit bewahrt und in seinem inneren Glück wächst. „

Wir üben die fünf Eigenschaften Frieden, Liebe, Weisheit, innere Kraft und Lebensfreude so, dass sie uns gut tun. Wir sehen uns jeden Tag genau an und überlegen uns, welche positive Strategie für diesen konkreten Tag am besten geeignet ist. Wir legen unsere Ziele fest und machen einen positiven Tagesplan. So wachsen wir jeden Tag ein kleines Stück weiter ins Licht.

Der dritte Schritt besteht darin, den ganzen Tag über konsequent seine Gedanken zu beobachten und alle negativen Gedanken sofort zu stoppen. Wenn wir einen negativen Gedanken erkennen, schieben wir ihn sofort weg. Wir überlegen, welcher Gedanke jetzt richtig ist. Wir entwickeln einen positiven Gedanken und setzen ihn an die Stelle des negativen Gedankens. Wenn wir das langfristig machen, werden unsere negativen Gedanken immer weniger und unsere positiven Gedanken immer mehr.

Die ständige Gedankenbeobachtung ist die Essenz des positiven Denkens. Oft reicht schon die ständige Beobachtung aus, um unsere negativen Gedanken im Laufe der Zeit immer mehr zu überwinden. Wir sind uns unserer negativen Gedanken bewusst und haben sie dadurch schon wesentlich ihrer Macht beraubt.

Manchmal müssen wir aber auch kraftvoll intervenieren. Und gerade am Anfang unseres Weges sollten wir längere Zeit relativ streng mit unseren Gedanken sein. Wenn unsere inneren Kinder erst einmal gut erzogen sind, können wir ihnen später etwas mehr Freiheit geben.

Der vierte Schritt besteht in der Stabilisierung des positiven Denkens. Es ist nicht einfach den ganzen Tag seine negativen Gedanken zu kontrollieren. Wir brauchen starke Helfer, damit wir langfristig auf unserem Weg des inneren Glücks bleiben.

Solche Helfer sind das tägliche Gebet zu einem erleuchteten Meister, das tägliche Lesen in einem spirituellen Buch, die tägliche Meditation, die Yoga-Übungen und das Spazierengehen. Wir können einmal in der Woche zu einer Yoga-, Meditations-, Gesangs- oder Positiv Denken Gruppe gehen. Und mindestens einmal im Jahr sollten wir eine größere spirituelle Veranstaltung besuchen.

Sehr gut ist es, mehrere Helfer über den ganzen Tag zu verteilen. Wir können zum Beispiel morgens vor dem Aufstehen einen positiven Tagesvorsatz fassen. Dann machen wir einige Yoga-Übungen. Wir lesen einige Seiten in einem spirituellen Buch. Abends haben wir dann unsere Gruppe, machen etwas Sport oder eine längere Meditation.

Wir schaffen uns kreativ unser System der täglichen spirituellen Übungen. Wir bauen so viele Übungen in für uns richtigen Abständen in den Tag, dass wir uns beständig auf dem Weg des Positiven halten. Wir bleiben mit Ausdauer auf unserem Weg der Weisheit und des Glücks. Wenn wir einmal vom Weg abfallen, stehen wir am nächsten Tag sofort wieder auf.

Wir gehen mit den drei großen Fragen durch unser Leben: Welcher positive Gedanke hilft mir jetzt am besten? Wie lange muss ich ihn denken? Welche unterstützenden Techniken brauche ich? Unterstützende Techniken sind Yoga, Meditation, Spazierengehen, Musik hören oder machen, lesen, mit anderen Menschen sprechen und etwas Schönes machen (Fernsehen, malen, essen, kreativ arbeiten).

In besonders schwierigen Situationen hilft der ständige Wechsel von liegen (Meditation, Musik hören), lesen (Gebet, Mantra, Singen), gehen (Yoga, Sport) und arbeiten (anderen Menschen etwas Gutes tun, Briefe schreiben, kreativer Karma-Yoga). Wann brauche ich welche Tätigkeit auf welche Art wie lange? Wir praktizieren so lange liegen, lesen, gehen und arbeiten (Gutes tun) ohne Pause nacheinander im Wechsel, bis sich unsere negativen Emotionen (Angst, Wut, Trauer, Sucht) beruhigt haben.

Wir üben letztlich unser Leben lang konsequent das positive Denken. Wir bewahren immer unsere spirituellen Übungen. Dann werden wir selbst in allen zukünftigen Leben unseren Weg nicht verlieren. Unsere Übungsgewohnheit nehmen wir in alle zukünftigen Leben mit. So leben Glücksmenschen! So wachsen wir ewig weiter in unserem Glück!

Diskussion über die Philosophie des Glücks

Am 20. Tag jedes Monats feiern wir in einem Philosophieforum Epikurs Geburtstag. Die Idee hatte vor einem Jahr Rhetorix. Rhetorix ist eine Stammschreiberin in diesem Philosophieforum und begeisterte Anhängerin von Epikur. Sie hat viel über Epikur gelesen und schenkt uns an jedem Geburtstag etwas von ihrem großen Wissen.

Rhetorix ist etwa 40 Jahre alt, Singlefrau und hat zwei Kinder. Sie hat Philosophie studiert. Was sie beruflich macht, weiß ich nicht. Jedenfalls weiß sie wie man Männer dazu bringt ihre Texte zu lesen: „Wie wär’s mit dem Thema „Liebe und Sex? Wenn man die Sache unter dem Gesichtspunkt von Epikur zu betrachten versucht, kommt wohl folgendes heraus: Sex mit Leidenschaft ist schlecht, denn jede Leidenschaft ist eine ernste Gefahr für die Ataraxia (innerer Frieden). Im Konfliktfall ist innerer Frieden dem Sex vorzuziehen.

Liebe zieht oft den Kummer nach sich. Sex ohne Leidenschaft geht in Ordnung, da die damit verbundene Empfindung zweifellos angenehm ist. Man darf sich hiervon aber keinesfalls abhängig machen. Das ist relativ schwierig, und daher ist es meist besser, wenn man’s lässt. Sich zu verheiraten, ist unter Umständen zu empfehlen. Aus Leidenschaft zu heiraten, ist aber auf keinen Fall ein guter Rat. Am besten sucht man sich eine eher unscheinbare Frau, bei der man von vornherein nicht in diese Gefahr gerät. Alles in allem sind Liebe, Leidenschaft, Sex und zum nicht unerheblichen Teil auch die Ehe ein Feld voller Fallstricke. Am klügsten – aber nicht zwingend nötig – ist es, sich davon fernzuhalten.“

Ich vermute, dass Rhetorix ziemlich schlechte Erfahrungen mit Beziehungen gemacht hat. Das geht vielen Menschen so, weil das Ego in der heutigen Zeit groß ist und eine egoistische Beziehung schnell zu einem Leidensweg werden kann. Für viele Menschen ist deshalb das Alleineleben der glücklichere Lebensweg, auch wenn sie sich meistens auf einer tiefen Ebene doch nach einer glücklichen Beziehung sehnen.

Wie kann man aus der Sicht der Yoga eine glückliche Beziehung führen? Ein Yogi legt den Schwerpunkt seines Leben auf die Entwicklung des inneren Glücks. Sein inneres Glück kann man am besten und schnellsten entwickeln, wenn man alleine als Yogi lebt. Wenn ein Yogi eine Beziehung hat, dann sollte er sich weiterhin in sich (in Gott, in der Erleuchtung, im spirituellen Üben) zentrieren und die Beziehung vorwiegend als einen Weg des Karma-Yoga (dienen, helfen, Gutes tun) betrachten.

Wenn ein Yogi seine Beziehung aus dem Sein (inneren Frieden) und dem Geben lebt, dann können alle Beteiligten daran spirituell wachsen. Aus dem Sein (Ruhe, Üben) kriegen wir unsere Energie und aus dem Geben (richtig dosiert, ohne sich zu verbrauchen) wachsen wir in der umfassenden Liebe.

Rebecca ist eine Freundin von Rhetorix: „Epikur befreite von der Angst und machte DADURCH die Menschen frei und glücklich.“

Nils: Leidbefreiung ist die eine Hälfte der Glücksphilosophie. Die andere Hälfte ist die Erweckung des inneren Glücks. Inneres Glück kann durch viele Dinge entstehen. Gutes Essen kann glücklich machen. Sex kann glücklich machen. Wein kann glücklich machen, wenn er in Maßen genossen wird.

Der Hauptweg zum inneren Glück ist die Ruhe (ausreichende regelmäßige Entspannung), die Liebe (allen Wesen Glück wünschen) und das spirituelle Üben. Das spirituelle Üben kann nach Epikur darin bestehen, jeden Tag über den Sinn des Lebens nachzudenken (philosophieren) und positive Gedanken zu pflegen.

Rebecca: „Epikur sah Freundschaft als wichtig an. Unter philosophischer Betrachtungsweise ist Freundschaft aber ein „Mittel zum Zweck“. Es gibt den Menschen nur für sich. Alleine in seiner EINSAMKEIT. Und wer dieses erkennt, sucht etwas, um aus seiner Einsamkeit/Isolation zu kommen. Etwas, an das er sich festhalten kann. Einen anderen. Den Freund, den/die Geliebte.“

Nils: Das sind ehrliche Sätze von dir. Du suchst einen Freund nicht um zu geben, sondern um etwas zu kriegen. Du möchtest einen Halt haben. Du möchtest Hilfe bei deinen Ängsten haben. Du möchtest durch die Zweisamkeit der Einsamkeit entkommen. Das ist alles okay. Aber der Hauptweg des inneren Glücks ist es in sich selbst einen Halt zu finden. Buddha lehrte: „Sei dir selbst eine Insel.“ Wer in sich selbst eine Insel ist, der kann seine Freundschaften aus dem Geben heraus leben. Haben-Freundschaften sind Suchtfreundschaften, die langfristig unglücklich machen. Sie enden in Ego-Machtkämpfen. Durch Geben-Freundschaften wächst ewig das Glück bei allen Beteiligten.

Der Mensch ist nicht alleine. Er wird einsam nur durch sein Ego. Wenn er sein Ego auflöst, erkennt er, dass er ein Teil des Gesamtkosmos ist. Bei einem Erleuchteten dehnt sich die Bewusstseinsenergie aus. Er erfährt sich als eins mit dem Kosmos und mit allen seinen Mitwesen.Möge das große Sat-Chid-Ananda mit euch sein. Lebt aus dem Sein und dem kosmischen Bewusstsein (umfassende Liebe, Einheit aller Wesen) heraus und ihr wachst ewig im inneren Glück.

Rebecca: Du musst der Philosophie dienen, damit dir die wahre Freundschaft gelingt.

Nils: Dieser Satz sei die Basis unserer Freundschaft. Wer in sich selbst glücklich ist, kann auch glückliche Beziehungen zu seinen Mitmenschen haben.

Rebecca: Ein Tropfen Liebe ist mehr wert als ein Ozean Verstand (Blaise Pascal).

Nils: Beides ist gleich wichtig. Sonst kommen wir langfristig aus dem Gleichgewicht.

Epikur und die Erleuchtung

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Nils: Auf das innere Glück verweist bei Epikur der Satz: „Ein Glücksphilosoph lebt wie ein Gott (Buddha, Erleuchteter) unter Menschen.“

Die wichtigste Erleuchtungstechnik war für Epikur neben dem Leben in der Ruhe das positive Denken. Ein Leben wird dann glücklich, wenn man sich beständig im positiven Denken übt. Epikur nannte es „philosophieren.“ Ein Mensch sollte jeden Tag philosophieren. Er sollte über den Sinn des Lebens nachdenken, sich immer wieder auf seine positiven Ziele besinnen und sich mit positiven Leitsätzen stärken.

Rhetorix: Sind die Götter erleuchtet? Sind sie sich der Einheit des Kosmos bewusst, und beziehen sie hieraus ihr inneres Glück? Eher nicht.

Nils: Hier verstehst du etwas falsch. Die Götter sind erleuchtet. Wir können sie uns als erleuchtete Buddhas vorstellen.

Rhetorix: ‚Erleuchtet‘ sind sie insofern nicht, als es nichts Drittes gibt, was sie erleuchten könnte. Vielmehr erleuchten und leuchten sie selbst.

Nils: Genau so ist Erleuchtung. Ein Erleuchteter leuchtet aus sich selbst. Das Einheitsbewusstsein ist Teil der Erleuchtung. Die Erleuchtung wird durch ein Einheitsbewusstsein gefördert, aber letztlich ist es Teil der Erleuchtung selbst. Erleuchtung bedeutet Egolosigkeit. Daraus ergibt sich in der Essenz das Einheitsbewusstsein. Man fühlt sich nicht als Ich, sondern als Alles. Ein Erleuchteter hat ein ruhendes Bewusstsein über allen Konzepten. Insofern integriert sein Bewusstsein auch die Vielfalt des Kosmos.

Rhetorix: Hätte Epikur nichts tun wollen, so hätte er weder eine große Menge von Schriften verfasst, noch hätte er sich einen Garten zugelegt, der ja ohne Unterlass zur Arbeit herausfordert. Macht Tätigkeit etwa nicht glücklich?

Nils: Tätigkeit macht glücklich. Bei einem Erleuchteten kommt sie aus dem Sein, dem Leben in der Ruhe, dem eigenen inneren Glück heraus.

Rhetorix: „Die Freundschaft umtanzt den Erdkreis, uns allen verkündend, dass wir erwachen sollen zur Seligkeit.“ Die FREUNDSCHAFT !

Nils: Absoluter Widerspruch. Es geht bei Epikur in der Essenz nicht um die Freundschaft, sondern um das innere Glück (Seligkeit, Glückseligkeit). Den Begriff Freundschaft würde ich bei Epikur mit umfassender Liebe übersetzen (uns allen den Weg des inneren Glücks verkündend) .

Rhetorix: Richtig ist sicherlich, dass es Epikur um die innere Stille geht, ‚die Meeresstille der Seele‘.

Nils: Hier liegt die essentielle Verbindung zur Erleuchtung.

Rhetorix: Hm, dass alles wechselwirkt, ist sicher ein epikureischer Standpunkt.

Nils: Wechselwirkung bedeutet, dass alles zusammenhängt. Das ist die essentielle Aussage des Buddhismus zur Einheit aller Lebewesen. Wer das erkennt, hat ein Einheitsbewusstsein.

Rhetorix: Epikur wird – wohl als erster Philosoph überhaupt – sitzend dargestellt. Epikur blickt niemanden an. Er wirkt konzentriert in sich versunken und nicht ansprechbar. So wird er zu einem Vorbild des positiven Nachdenkens und der unbewegten Versenkung, einem Buddha keineswegs unähnlich.

Nils: Schön, dass du das so siehst.

Rhetorix: Klarmachen zum Ändern! Da ich nun nicht mehr weiß, wo mir der Kopf steht, halte ich mich an Titus Lucretius und frage ihn, ob Epikur erleuchtet war.

Karlchen: Hatte Nils Beitrag so verstanden (und würde mich dem anschließen), dass Epikurs Glückseligkeit eine spirituelle sein will. Also, hier mein Gedenkzitat: „Damit also und mit dem, was damit verwandt ist, befasse Dich bei Tag und Nacht, allein und mit einem Menschen deinesgleichen, und Du wirst niemals, weder wachend noch schlafend, in Verwirrung geraten, sondern Du wirst wie ein Gott leben unter den Menschen. Denn in keiner Weise gleicht einem sterblichen Wesen ein Mensch, der im Besitz unvergänglicher Güter lebt“. (Epikurs Brief an Menoikeus)

Der Weg der umfassenden Liebe

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Liebe Epikurfreunde, am heutigen Geburtstag möchte ich euch den Weg der umfassenden Liebe vorstellen. Erleuchtung besteht aus den drei Eigenschaften innerer Frieden, inneres Glück und umfassende Liebe. Epikur lehrte den Weg der umfassenden Liebe, weil er allen Menschen das innere Glück wünschte. Wo die Menschen seine Lehre annehmen konnten, dort half er ihnen den Weg des inneren Glücks zu finden.

Das Zentrum der Erleuchtung ist die innere Entspannung. Durch Ruhe und Gedankenarbeit (philosophieren im positiven Sinne) lösen sich die inneren Verspannungen auf. Dann wird der Mensch in sich selbst glücklich. Gleichzeitig erwacht mit dem inneren Glück auch eine tiefe Liebe zu allen Wesen in ihm. Die Liebe folgt also aus der Erweckung des inneren Glücks (der Kundalini-Energie, der Erleuchtungsenergie). Gleichzeitig ist aber die gezielte Erzeugung der umfassenden Liebe im Geist eines Menschen auch ein guter Weg ins Glück.

Im Buddhismus am besten ausgearbeitet hat Atisha den Weg der umfassenden Liebe. Atisha hat viele Ähnlichkeiten mit Epikur, weil er auch heiter war und einen mittleren spirituellen Weg mit viel Freude lehrte. Über Atisha gibt es das Buch von Pyar Troll „Bodhichitta – Das erwachte Herz“ (2005).

Atisha wurde 980 in Ost-Bengalen geboren. Aufgrund seiner großen Intelligenz erreichte er an einer Klosteruniversität schnell die Position eines Professors. Aber er war nicht damit zufrieden, die Erleuchtung zu lehren. Er wollte sie auch selbst verwirklichen. Also machte er sich auf die Suche nach dem schnellsten Weg zur Erleuchtung. Er pilgerte von Meister zu Meister und probierte alle Techniken aus.

Der Meister Rahula brachte ihn geistig zum großen Durchbruch: „Jede Form der Selbstbezogenheit hindert dich daran, vollständig erleuchtet zu werden. Auch wenn du Jahrzehnte in einer abgeschiedenen Höhle meditierst, gewinnst du vielleicht große spirituelle Kräfte. Aber vermutlich wird auch Stolz in dir entstehen. Und dieser Stolz wird dich daran hindern, auf eine hohe Ebene der Erleuchtung zu gelangen. Er wird deine vollständige Einswerdung mit dem Kosmos blockieren. Du musst dein kleines Ich als einen gedanklichen Irrtum durchschauen. Du musst dein Ego, dein Ich-Bewusstsein, überwinden. Dann wirst du frei. Du kommst vom Ego-Bewusstsein zum kosmischen Bewusstsein.“

Das überzeugte Atisha. Doch wie sollte er das erreichen? Ihm fehlte eine wirksame Technik zur Überwindung seines Ego-Bewusstseins. Diese Technik lernte er bei dem Meister Serlingpa. Sie wird im tibetischen Buddhismus Tonglen genannt und bedeutet Auswechseln. Man übt es, sich mit seinen Mitmenschen zu identifizieren. Man verbindet sich mit ihrem Leid und sendet ihnen Licht. Man wünscht einen glücklichen Kosmos voller glücklicher Wesen und erreicht dadurch ein Erleuchtungsbewusstsein.

Tonglen kann man auf verschiedene Arten praktizieren. Der tibetische Weg ist sehr radikal. Man übernimmt geistig alles Leid von seinen Mitmenschen und sendet ihnen gedanklich all sein Glück. Und man tut das so ernsthaft, dass man damit rechnet, dass wirklich eine Übertragung der Leidenergie (des schlechten Karmas) stattfindet und dass alles Glück aus dem eigenen Leben zu den Mitwesen fließt.

Ich habe für mich den Weg etwas abgemildert. Nach meiner Erfahrung reicht es aus, wenn man bei dem Leid auf der Welt konsequent hinsieht, Mitgefühl entwickelt und im Rahmen seiner Möglichkeiten den Mitmenschen hilft. Wichtig ist es, bewusstseinsmäßig im Schwerpunkt als Karma-Yogi zu leben. Man muss das Glück seiner Mitwesen wichtiger nehmen als sein eigenes Glück. Man arbeitet für eine glückliche Welt und vergisst dabei sein Ego. Das Ego erlöscht im Laufe der Zeit, und es entstehen inneres Glück und umfassende Liebe.

Atisha lebte viele Jahre bei seinem Meister Serlingpa und erlernte dort Yoga, Meditation und die Identifizierung mit den leidenden Mitwesen. Als er zur Erleuchtung durchbrach, ging er nach Tibet, um den Menschen dort den Weg der umfassenden Liebe zu zeigen. Er schrieb sein Wissen in Leitsätzen nieder (Sieben Punkte des Geistestrainings):“Übe dich im Yoga und in der Meditation. Erkenne alle äußeren Phänomene als unwesentlich und traumhaft. Konzentriere dich auf das Wesentliche. Übe dich jeden Tag in der Identifizierung mit deinen Mitwesen. Lade der Kuh nicht die Last eines Ochsen auf. Überfordere dich nicht auf deinem spirituellen Weg. Gehe in deiner Geschwindigkeit voran. Bewahre immer einen heiteren Geist.“

Umfassende Liebe im Geist

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Rhetorix: Eins siehst du definitiv falsch: Epikur lehrte keineswegs eine umfassende Liebe zu allen Menschen! Epikur lehrte die Freundesliebe. Er war viel zu sehr Realist, um zu glauben oder zu hoffen, dass man mit allen Menschen Freund sein könne. Zwar solle man versuchen, freundschaftliche Beziehungen aufzubauen. Aber wenn es nicht gelingt, vor allem wenn der andere ein Gegner bleiben will, solle man ihm aus dem Weg gehen. Sich für jemanden aus unerwiderter Menschenfreundlichkeit aufzuopfern, kam für ihn nicht in Betracht. Warum sollte er denn auch, da das eigene Glück nicht weniger wichtig ist als das des anderen? Nur die Aufopferung für den Freund kam unter Umständen in Betracht. Aber Freund ist nicht jeder. Das vergiss also. Epikur war nicht Jesus.

Nils: Hallo Rhetorix. Ich gebe dir Recht, dass sich Epikur nicht viel zur umfassenden Liebe geäußert hat. Wir haben aber den schönen Satz von ihm: „Die Freundschaft umtanzt den Erdkreis, uns allen verkündend, dass wir erwachen sollen zur Seligkeit.“ Hieraus kann man meines Erachtens sehr wohl eine umfassende Liebe ableiten. Epikur wünschte allen Menschen das innere Glück. Das ist die Essenz des Weges der umfassenden Liebe.

Wie du bin ich ein Pragmatiker. Wenn ein Mensch nicht zur Freundschaft zu gewinnen ist, geht man ihm am besten aus dem Weg. Ein Glücksanhänger muss auch nicht zwanghaft die Welt retten. Er tut das, was ihm möglich ist.

Worum es vorwiegend geht, ist die umfassende Liebe im Geist eines Menschen. Dadurch entsteht inneres Glück. Im Geist sollte man/frau im Schwerpunkt als Gebender leben. Inwieweit es äußerlich zu verwirklichen ist, hängt von den Umständen ab.

Es kommt also zuerst darauf an, dass wir unseren Kopf von innerem Stress reinigen. Wir sollten die bösen Wesen in unserem Geist neutralisieren und wenn möglich positiv umwandeln. Das geschieht oft schon durch einen positiven Gedanken der Liebe, des Verständnisses oder des Mitgefühls. Wir wünschen allen Menschen Weisheit und Liebe, und bekommen dadurch in unserem Geist eine andere Sichtweise. Plötzlich wird es hell, harmonisch und positiv in unserem Kopf. Plötzlich fühlen wir uns in der Energie der Liebe.

Der Weg der umfassenden Liebe ist schwer zu erklären. Ich behaupte, das Geniale an Jesus war der Weg der umfassenden Liebe. Ich glaube, dass Epikur den Weg der umfassenden Liebe als Erleuchteter in seinem tiefsten Inneren auch begriffen hat. Die alten Griechen hatten es aber nicht so mit der umfassenden Liebe. Deshalb konnte Epikur diesen Grundsatz nur sehr vorsichtig lehren.

Und falls er ihn nicht gelehrt haben sollte, dann sollten wir ihn unbedingt in die Glücksphilosophie aufnehmen. Erweitern dürfen wir Epikur, wenn es der Vernunft entspricht. Und es ist sehr vernünftig die umfassende Liebe in seinem Geist zu verwirklichen, wenn man sein inneres Glück (die Erleuchtung) erwecken will. Darüber können wir aber noch gerne so lange diskutieren, bis wir alle erleuchtet sind. Dann umtanzen der Frieden, das Glückunddie Liebe die Welt.

Das goldene Zeitalter

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Rhetorix: Leontion und Themista haben einen griechischen Bauernsalat gemacht (auch in diesem Kreis ist das offenbar immer noch Frauensache *seufz*) und reichen die Schüssel bei der Geburtstagsgesellschaft herum.Um die Unterhaltung wieder in Gang zu bringen, schlage ich vor, dass uns Titus Lucretius ein bisschen aus seinem Werk erzählt: „Fangen wir gleich damit an, dass es ein Goldenes Zeitalter selbstverständlich nie gegeben hat… „

Die Menschen waren damals noch rauher. Sie waren unempfindlicher gegen Hitze, Kälte und Krankheiten, als wir es sind. Lange Zeit lebten sie als Nomaden. Man nahm einfach, was man fand, ernährte sich von Eicheln und dergleichen und trank wie die Tiere aus Bächen und Quellen.

Gevögelt wurde im Wald, entweder im Einverständnis mit der Frau, oder einfach mit Gewalt, oder auch nach einem kleinen Geschenk, etwa ein paar Beeren oder Birnen. Zum Schlafen haben sie sich wie die Wildschweine auf den Boden gelegt und sich mit Laub zugedeckt.Dann begannen sie irgendwann, sich Hütten zu bauen, verschafften sich Felle und nutzten das Feuer. Es entstand die Sitte der Einehe, und die Verweichlichung begann.

Nils: Schön hast du das erzählt. Es hat zwar ein goldenes Zeitalter nicht gegeben, aber wir könnten doch jetzt eines auf der Erde errichten. Es gibt so viel materiellen Wohlstand auf der Erde, dass alle Menschen genug zu essen haben und ein gutes Leben führen könnten. Es ist nur eine Frage der Organisation.

Die Reichen müssten etwas von ihrem Reichtum abgeben. Ich bin für eine weltweite Reichensteuer, für das Recht auf Nahrung und auf Arbeit (mindestens eine Halbtagsarbeit für jeden, der arbeiten möchte). Genug zu tun gibt es auf der Erde. Es werden viele Menschen im Dienstleistungsbereich (Kindergärten, Altenpfleger, Sozialarbeiter, Entwicklungshelfer) gebraucht. Der Staat braucht von den Reichen nur genug Geld, um diese Jobs zu bezahlen. Ich bin für eine Landreform (genug Land für alle landlosen Bauern) und Fischereischutzzonen für die kleinen Fischer (keine Ausbeutung der Meere durch einige wenige industrielle Fischerreiflotten).

Der globale Kapitalismus muss durch soziale Schutzrechte eingeschränkt werden. Wir brauchen desweiteren einen weltweiten Umweltschutz. Krieg muss verboten werden. Wir brauchen eine weltweite Polizeitruppe auf der Grundlage der UNO, die für die Einhaltung des Verbots sorgt und weltweit Verbrechen einzelner Staaten, kurrupter Politiker, gewissenloser Drogenbosse und krimineller Unternehmer bekämpft.

Damit der Aufbau einer glücklichen Welt funktioniert, muss das innere Glück in den Mittelpunkt gestellt werden. Wir brauchen eine weltweite Glücksphilosophie auf der Basis der Vernunft, der Liebe, der Wissenschaftlichkeit und der Toleranz. Die Religionen achten sich gegenseitig und pflegen ein multikulturelles Miteinander.

Jeder Mensch auf der Welt darf seine eigene Lebensphilosophie haben, wenn sie nicht dem Gemeinwohl schadet. Die positiven Werte Liebe, Frieden und Weisheit werden vom globalen Fernsehen gelehrt und wirksam in den Köpfen aller Erdbewohner verankert. Alle Menschen sind gleich, frei, glücklich und voller Liebe zueinander.

Über die Götter

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Rebecca: Die Götter existieren nach Epikur zwar, aber sie sind für sich alleine und haben keinen Einfluss auf das Geschick der Menschen in ihrem EINZIGEN Leben.

Nils: Wenn du die Götter als existierend ansiehst, haben wir im Wesentlichen die gleiche Auffassung. Götter sind für mich die erleuchteten Wesen. Erleuchtung entsteht durch innere Abgeschiedenheit. Ein Yogi verbraucht seine Energie nicht in äußeren Dingen, sondern wendet sie nach innen und aktiviert damit seine Kundalini-Energie (Erleuchtungsenergie).

Für einen Erleuchteten ist es hilfreich äußerlich und insbesondere innerlich für sich alleine zu sein. Aber gleichzeitig ist er durch sein erweitertes Bewusstsein eins mit allen seinen Mitwesen. Er spürt ihre Gefühle und Gedanken in sich. Er kann das Chaos in der Menschenwelt so lassen, wie es ist. Er kann aber auch den Menschen helfen noch glücklicher zu werden. Ich bevorzuge es alle mit mir geistig verbundenen Menschen spirituell ins Glück zu führen.

Wenn du es schaffst bereits in einem EINZIGEN Leben eine erleuchtete Göttin zu werden, brauchst du kein zweites Leben auf der Erde zu verbringen. Ansonsten sehen wir uns im nächsten Leben wieder, egal ob du daran glaubst oder nicht. Den Kosmos interessiert nicht dein Glaube, sondern nur der Grad deiner spirituellen Selbstverwirklichung. Wenn du spirituell etwas weiter entwickelt bist, wirst du auch deine früheren Leben sehen können. Wenn du jeden Tag spirituell übst, wirst du dein Leben im Jenseits als Göttin verbringen.

Jesus und Epikur

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Rhetorix: Wenn man überlegt, wie man es gleichzeitig mit Jesus und mit Epikur halten könnte, wird die Sache aber problematisch. Pierre Gassendi meint, dass man mit dem Versuch der Vereinigung von Christentum und epikureischer Philosophie in einen schweren Konflikt kommt, aus dem letztlich vielleicht kein anderer Weg herausführt als nur die Heuchelei.

Selbst wenn man nämlich akzeptieren wollte, dass Gott die Welt bzw. die Gesamtheit der Atome sowie den Raum geschaffen hat, was für einen Epikureer im äußersten Notfall noch angehen mag, so wäre die Erlösung der Welt durch die Hinrichtung eines Gottes eine ganz abstruse Vorstellung. Im Übrigen kann man feststellen, dass die Welt offenbar nicht erlöst ist. Auf das Strikteste abzulehnen ist die Drohung mit dem Jüngsten Gericht!

Nils: Jesus und Epikur widersprechen sich nicht. Wir können Jesus und Epikur als Erleuchtete begreifen und sie von der Erleuchtung her verstehen.

Epikurs Atomismus interessiert mich nicht wirklich. Mich interessiert die moderne Atomphysik, und dort gibt es starke Annähungen an die Spiritualität. Das kann in meinen Büchern nachgelesen werden, insbesondere im wissenschaftlichen Gottesbeweis.

Die Erlösung der Welt durch die Hinrichtung eines Gottes ist nur für unerleuchtete Menschen eine abstruse Vorstellung. Zur Erleuchtung gelangt man durch das Egoopfer. Man muss sein individuelles Ich-Bewusstsein überwinden und in ein Einheitsbewusstsein kommen.

In das Einheitsbewusstsein kommt man, in dem man das Glück der Welt (seiner Mitmenschen) wichtiger nimmt als sein eigenes Glück. Das ist der Weg der umfassenden Liebe. Die Kreuzigung von Jesus ist nur äußerlich die Hinrichtung eines Gottes, innerlich geht es um ein Egoopfer.

Jesus erbrachte das aus seiner Sicht notwendige Egoopfer und stieg dadurch in die höchste Stufe der Erleuchtung auf, in die Stufe eines vollendeten Meister (Gottes, Buddhas, Avatars). Er erlangte umfassende spirituelle Kräfte, mit denen er über alle Zeiten seinen Anhängern helfen kann.

Es gibt zwei Formen der Erlösung der Welt. Du kannst die Welt in deinem eigenen Bewusstsein erlösen, in dem du sie aus einer erleuchteten Perspektive betrachtest. Dann ist alles richtig so wie es ist. Du siehst Gott (das Licht, das Positive) in allem.

Ein äußeres Paradies können wir gemeinsam auf der Erde schaffen, wenn wir es wollen. Das dazu notwendige Wissen und der notwendige materielle Reichtum sind vorhanden, nur am ausreichenden Bewusstsein der Menschheit fehlt es bislang. Ich arbeite dafür, das zu ändern.

Mit dem Jüngsten Gericht zu drohen halte ich für falsch. In der modernen Spiritualität wird die Liebe und nicht die Strafe in den Mittelpunkt gestellt (Bede Griffiths). Selbstverständlich erhält ein spirituell Übender seinen Lohn im Diesseits (in Form eines erfüllten Lebens) und im Jenseits (er steigt in eine höhere Bewusstseinsdimension auf).

Beim Tod findet nach den Erkenntnissen der Nahtodforschung eine Selbstbewertung statt. Die Seele entscheidet, in welchen Bereich des Jenseits sie am besten hinpasst. Das mag man als Jüngstes Gericht bezeichnen. Es geht hier aus meiner Sicht aber nicht um eine Bestrafung, sondern um die spirituelle Weiterentwicklung. Die Seele (oder Gott) überlegt, welchen Weg sie braucht, um sich zum Licht hin entwickeln zu können. Das ist für manche Seelen der Weg des Leidens.

Wer in einem Leidfeld lebt begreift am besten, wie wichtig der Weg des inneren Glücks und der umfassenden Liebe ist. In einem Leidfeld können die meisten Menschen spirituell am schnellsten wachsen. Die Energie (das Bewusstsein) wendet sich von äußen nach innen und erzeugt inneres Glück. Das eigene Leid führt zu Mitgefühl mit den ebenfalls leidenden Mitwesen und bringt einen Menschen so in die Energie der umfassenden Liebe.

Gott allein genügt

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Rhetorix: Montaigne schrieb: „Ist es nicht ein auffallendes Zeichen unserer Unvollkommenheit, dass wir an nichts unser Genügen finden.“

Nils: Genüge kann ein Mensch nur in Gott finden. Teresa von Avila schrieb: „Gott allein genügt!“ Erst in der Erleuchtung kommt der Mensch wirklich zur Ruhe. So lange er sie nicht hat fehlt ihm immer etwas.

Rhetorix: „Gott allein genügt.“ Sowas schreibst du ausgerechnet zu Epikurs Geburtstag? Das bedeutet doch wohl andererseits, dass Epikur und seine Anhänger nie Genüge finden können. Außerdem ist der Spruch von Teresa von Avila auf eine abzulehnende Weise wolkig und inhaltsleer. Was soll das heißen: „Gott allein genügt“? Dass es genügt, das zu bekommen, was Gott gibt? Oder dass der Glaube allein genügt?

Nils: Glaube allein genügt nicht. Sonst wären ja alle Christen Heilige. Und das sind sie ganz offensichtlich nicht.

Was gibt Gott? Frieden, Harmonie, Seelenruhe, Genüge, Erleuchtung, inneres Glück, umfassende Liebe. Wie kann frau diese Dinge von Gott empfangen? Durch spirituelle Übungen!! Dann findet sie zu sich selbst, dann verwirklicht sie sich selbst, dann erst hat sie sich wirklich selbst. Dann wird sie zu einer Göttin. Dann lebt sie wie ein Gott unter Menschen, wie Epikur sagt.

Wie erreichen wir das innere Glück? Zuerst müssen wir das Geheimnis des inneren Glücks begreifen. Das innere Glück kommt aus der inneren Entspannung. Und einen göttlichen Bewusstseinszustand erhalten wir erst, wenn wir uns innerlich sehr weitgehend entspannen.

Wie können wir uns innerlich so weitgehend entspannen, dass wir dauerhaft in einem göttlichen Bewusstseinszustand leben, als Gott unter Menschen wandeln oder christlich gesprochen Heilige werden (innerlich heil)? Dazu gibt es als große Handlungsanleitungen die Bergpredigt von Jesus, das Yoga-Sutra von Patanjali und die Lehre Buddhas.

Nach Buddha entsteht innerer Stress durch drei fehlerhafte Geisteshaltungen: durch die Anhaftung an äußeren Dingen (Genusssucht, kein Genüge finden), durch die Ablehnung von gegebenem Leid (Ängste, Wut) und durch mangelnde Weisheit. Weisheit bedeutet, das Wesentliche vom Unwesentlichen unterscheiden zu können. Das Wesentliche im Leben ist das innere Glück (Erleuchtung, in Gott leben) und nicht das äußere Glück (Geld, Konsum, Karriere). Das Wesentliche im Leben ist es sich im Ziel des inneren Glücks zu zentrieren und jeden Tag ausreichen viele Übungen dafür zu machen. Welche Übungen funktionieren, darf jeder für sich persönlich herausfinden.

Nach Patanjali kann man die fehlerhaften Geisteshaltungen grundsätzlich mit zwei Hauptübungen überwinden. Alle Stressgefühle (Angst, Wut, Sucht) beruhen auf negativen Gedanken. Wir spüren in unser momentanes Gefühl (Hauptproblem) hinein, erkennen den zugrundeliegenden negativen Gedanken und überwinden ihn durch einen passenden positiven Gedanken. Die erste Hauptübung nach Patanjali ist das konstruktive Nachdenken (Epikur sagt dazu Philosophieren) und das Entwickeln von positiven Gedanken (Leitsätzen).

So lösen wir einen Grossteil unserer inneren Verspannungen auf. Der Rest verschwindet, wenn wir wie Epikur in der Ruhe leben. In der täglichen Meditation im Sitzen, Gehen oder Liegen lassen wir unsere Stressgedanken wie Wolken vorbeiziehen, sich austoben und sich selbst auflösen. Das ist der Weg des Buddhismus (Zen), des Yoga (Zweistufen-Meditation nach Patanjali) und des Christentums (Teresa von Avila/Meister Eckhart).

Nils lebt als Yogi

Der Mensch ist spirituell gesehen eine Zwiebel. Schicht für Schicht müssen die Verspannungen abgelöst werden. Hat man eine Schicht abgetragen, kommt nach kurzer Zeit die nächste Schicht an die Oberfläche. Bis der innere Kern freigelegt ist. Dann entsteht dauerhaftes inneres Glück. Dann lebt der Yogi im Licht. Obwohl es auch dann immer noch etwas zu tun gibt.

Nils erlebte viele intensive Reinigungsprozesse auf seinem Yogi-Weg. Hitze und Kältegefühle durchfluteten seinen Körper. Ängste zogen durch seinen Geist. Zweifel plagten ihn. Oft war er schlaff und träge. Muskeln zuckten und lösten so ihre Verspannungsstrukturen.

Viele Jahre musste Nils intensive Trauerarbeit leisten. Er trauerte um Helga, U, Petra, die Ökofrau, die Sexgöttin und die Yoga-Frau. Er trauerte um die Menschen in seinen Gruppen, die ihn wieder verließen. Er trauerte über die vergangene Jugendzeit, über den Verlust seiner Karriereziele, über sein einsames Yogi-Leben und über das Leid auf der Welt insgesamt.

Und dann besann er sich wieder auf seine spirituellen Ziele, stand wieder auf und schritt mit Selbstdisziplin weiter voran auf dem Weg der Erleuchtung.

Die ersten vier Jahre ging es gut vorwärts. Nachdem er sich etwa ein halbes Jahr auf seine neue Situation eingestellt, seine Ziele definiert und die zu ihm passenden Übungen gefunden hatte, lösten sich viele alte Stresserfahrungen auf und er gelangte oft in glückselige Bewusstseinszustände.

In seinen Träumen durchlebte er vergangene Prüfungssituationen, Schulstress und negative Erfahrungen aus seiner Kindheit. Alle Stresssituationen aus seinem bisherigen Leben lösten sich auf. Der ganze vergangene Lebensstress entfernte sich aus seinem Unterbewusstsein. In seiner Seele entstand Ruhe, Frieden und Wohlgefühl.

Im Januar 1989 träumte Nils von einer kleinen Hütte, die auf Pfeilern im Meer stand. Es kam ein Sturm und die Hütte stürzte ins Meer. Die Hütte war ein Symbol für sein altes Selbst. Das alte Selbst war untergegangen und hatte Platz gemacht für die Erfahrung des inneren Glücks. Nils wachte nach seinem Traum auf und spürte, wie warme Glücksenergie in seinen Körper hineinfloss. Er badete plötzlich in einem Meer aus Glück.

1990 neigte sich seine Psychotherapieausbildung dem Ende zu. Das erlernte Wissen fasste Nils in dem Buch „Positives Denken, Grundsätze und Techniken“ (Peter Erd Verlag, 1993) zusammen. Beim Schreiben dieses Buches stieß er auf die Frage, wie wichtig die Lebensform des Seins für das innere Glück ist.

Wer im Sein lebt, der fließt gelassen mit dem Leben. Er lebt vorwiegend in der Ruhe und aus der Ruhe heraus. Er lebt sehr entspannt. Bei einer solchen Lebensweise lösen sich gut alle inneren Verspannungen auf.

Andererseits ist es auf dem Yoga-Weg auch wichtig, jeden Tag konsequent zu üben. Auch das intensive spirituelle Üben ist ein wichtiger Weg zur Auflösung der Verspannungen.

Es gibt im Yoga zwei verschiedene Lehrmeinungen. Die eine Lehrmeinung betont das Leben im Sein (Ramana Maharshi, Laotse, Buddha) und die andere legt den Schwerpunkt auf das spirituelle Üben (Swami Shivananda, Sai Baba, Amma, der Dalai Lama). Wer hat Recht?

Nils musste diese Frage für sich klären. Er beschäftigte sich einen Tag so intensiv mit dem Problem des Seins, dass es nachts nach dem Einschlafen in ihm immer weiter dachte. Als er morgens aufwachte, war er in einem tiefen Erleuchtungszustand. Sein Geist hatte in der Nacht das Problem gelöst.

Die Antwort war überzeugend. Erleuchtung, inneres Glück und der Zustand des Seins hängen eng zusammen. Wer in einen tiefen Zustand des Seins kommt, gelangt zur Erleuchtung. Wer alle Anhaftungen an äußere Dinge loslässt, entspannt sich so tief in seiner Seele, dass sich das innere Glück entfalten kann.

Man kann das Sein als eine Vorstufe zur Erleuchtung bezeichnen. Ein Yogi muss erst ins Sein kommen, in den Zustand der umfassenden Anhaftungslosigkeit. Dann entwickelt sich irgendwann die Erleuchtung (das innere Glück) von alleine. Allerdings geht es andererseits ganz ohne Üben auch nicht.

Nach der Meinung von Nils haben beide Lehrmeinungen recht. Das Üben und das Sein sind beide wichtig auf dem spirituellen Weg. Jeder Mensch muss genau in sich hineinspüren und sehr individuell herausfinden, auf welchen Punkt er im Moment seinen Schwerpunkt legen muss. Wer zu Trägheit neigt, sollte das intensive Üben betonen. Wer innerlich unruhig ist, sollte erst einmal zum Sein finden.

Jeder Menschentyp braucht ein spezielles Verhältnis von Ruhe und Üben, um optimal auf dem spirituellen Weg zu wachsen. Nils ist ein eher unruhiger Mensch. Er ist schnell von großen Zielen begeistert und verbraucht sich schnell im äußeren Tun. Er muss deshalb seinen Schwerpunkt auf das Leben in der Ruhe (im Sein) legen.

Aber gleichzeitig neigt er auch etwas zur Trägheit. Nils muss deshalb etwas auch den Weg des konsequenten Übens bewahren. Auf seinem Yogi-Weg legt Nils jeden Tag sehr sensibel fest, wo an diesem Tag der Schwerpunkt liegt, in der Ruhe oder im intensiven Üben.

Einige Zeit nach dieser Seinserfahrung visualisierte sich Nils abends vor dem Schlafengehen als Buddha. Als er am Morgen aufwachte, hatte sein Geist ihn in einen Buddha verwandelt. Nils war über Nacht zu einem kleinen Buddha geworden. Er wachte als Buddha auf. Die Identifizierung mit Buddha als Vorbild hatte seine Erleuchtungsenergie erweckt.

Der Zustand des Seins und das Bild eines Buddhas hängen eng zusammen. Es ist daher kein Zufall, dass diese beiden Übungen bei Nils die Erleuchtungsenergie aktivierten. Sie zielten genau auf den Punkt, der Nils am meisten an der Erleuchtung hinderte. Nils als unruhiger Mensch brauchte im Schwerpunkt Techniken der Ruhe, damit sich das innere Glück entfalten konnte.

Nils blieb eine Stunde lang ein Buddha. Dann löste sich die Erleuchtungsenergie wieder auf. Nils probierte es noch öfter, sich vor dem Schlafengehen als Buddha zu visualisieren. Aber er war spirituell noch nicht weit genug entwickelt, um damit regelmäßig Erfolg zu haben.

Anfang 1991 visualisierte Nils bei einem Spaziergang den ganzen Kosmos voller glücklicher Wesen. Er wünschte, dass alle Wesen auf der ganzen Welt glücklich sind. Er identifizierte sich mit allen Wesen und ihrem Wunsch nach Glück. Er dachte das Mantra: „Mögen alle Wesen auf der Welt glücklich sein.“

Er öffnete sein Herz für alle Wesen. Plötzlich gelangte er in eine Dimension der umfassenden Liebe. Die ganze Landschaft um ihn herum veränderte sich vollständig. Sie war in ein helles Licht getaucht. In Nils entstand der Gedanke: „Ich bin Liebe.“ Eine so starke Liebe hatte er noch nie erfahren. Der ganze Kosmos bestand nur noch aus Glück und Liebe.

Eines nachts Mitte 1991 träumte Nils sogar von seiner Geburt. Im Traum floss er durch einen langen dunklen Tunnel. Er machte einen Geburtsschrei und wachte dadurch auf. Nils spürte, wie er weiterhin mit der tiefen Bauchatmung eines Neugeborenen atmete. Nils hatte als Kind eine schwere Geburt gehabt. Dadurch waren viele Verspannungen entstanden. Diese Verspannungen lösten sich jetzt auf.

Im Oktober 1991 nahm Nils Kontakt mit seiner tiefen Sehnsucht auf, wieder ein Baby zu sein und in den Mutterbauch zurückzukehren. Bei einer Meditation fühlte er sich in seine früheste Kindheit zurückversetzt. Er lag als Baby alleine auf einer Unterlage. Das Baby wollte in den Arm genommen, gestreichelt und geliebt werden. Es wollte in etwas Warmes hineinfließen und dieses Warme sollte es ganz umgeben. Das Baby war sehr traurig, dass das nicht möglich war.

Nils spürte in seine Trauer hinein und erkannte, dass ein tiefes Ziel in seinem Leben die Rückkehr in den Mutterbauch war. Dort hatte er sich vollständig geborgen und glücklich gefühlt. In seinem Unterbewusstsein war diese Erfahrung auf einer tiefen Ebene gespeichert und lebte als Ursehnsucht in ihm weiter.

Nils dachte über diese Ursehnsucht nach. Eine Rückkehr in den Mutterbauch war biologisch nicht möglich. Aber jeder Mensch kann den Weg in die Einheit des Kosmos gehen. Jeder Mensch kann seine inneren Verspannungen auflösen und dadurch in ein kosmisches Bewusstsein gelangen. Das kosmische Bewusstsein ist sehr vergleichbar mit dem Gefühl der Geborgenheit eines Embryos im Mutterbauch.

Nils wurde durch seine Meditationserfahrung bewusst, dass das Leben in der Einheit des Kosmos ein wichtiges Ziel für ihn war. Seine Mutterbauch-Vision gab ihm großen Antrieb für seinen spirituellen Weg.

Im Jahre 1992 hatte Nils eine Stufe erreicht, bei der sehr oft Durchbrüche in Erleuchtungsdimensionen stattfanden. Es war eine spannende, aber auch sehr anstrengende Zeit. Nils erfuhr oft großes inneres Glück und kosmisches Bewusstsein. Das dauerte meistens einige Stunden an. Dann lösten sich durch die starke Glücksenergie viele innere Verspannungen und Nils geriet in schwierige Reinigungsprozesse. In seinem Körper tobte es und sein Geist wurde depressiv.

Nils machte dann sofort spirituelle Übungen. Er ging eine Stunde spazieren. Er las in spirituellen Büchern. Er legte sich ins Bett und meditierte einige Stunden. Bis sich das innere Toben wieder beruhigt hatte. Wenn es gar nicht anders ging, rettete sich Nils auch durch Süßigkeiten oder er setzte sich vor den Fernseher.

Das erste Halbjahr 1992 war eine sehr anstrengende Zeit. Nils lebte im ständigen Wechsel von Freude und Leid. Diese Wechselzustände zehrten erheblich an seinen Kräften. Obwohl ihn die vielen Erfahrungen auch begeisterten. Aber er freute sich doch, als sich die starken Energieprozesse nach einiger Zeit wieder beruhigten. Nils gelangte jetzt zwar nur noch selten ins große Glück. Aber dafür wurden auch die schwierigen Phasen weniger.

Ab dem Herbst 1992 schritt der innere Reinigungsprozess relativ gleichmäßig voran. Dafür gab es nach der Ansicht von Nils zwei Gründe. Zum Ersten ging Nils etwas sanfter mit sich um. Er praktizierte seine Übungen sensibler und nicht mehr so radikal.

Zum Zweiten lebte er jetzt nach einem ausgefeilten spirituellen Tagesplan, mit dem er ein Absacken in negative Geisteszustände weitgehend vermeiden konnte. Bei seinen spirituellen Übungen kombinierte er Reinigungs- und Erholungsphasen miteinander.

Im Dezember 1995, nach sieben Jahren, begann dann wieder eine schwierige Zeit. Intensive Energien zogen durch seinen Körper. Nachts konnte er oft nicht schlafen und tagsüber war er schlaff und ausgelaugt.

Besonders schlimm wurde es im dreizehnten Yogi-Jahr. Es ging Nils seelisch sehr schlecht. Er hatte nacheinander eine Krankheit, einen Verkehrsunfall und die Yogafrau trennte sich endgültig von ihm. Nils sah es so, dass sich hier viel schlechtes Karma aus früheren Leben abbaute.

Die letzte große Reinigungsphase war dann im März 2003. In kurzer Zeit lösten sich viele innere Verspannungen. Nils stand vier Wochen lang wie unter Strom. Er hatte ein Gefühl, als ob er seine Hände in eine Steckdose gesteckt hätte. Er glühte so sehr, dass er nachts fast keine Bettdecke brauchte. Obwohl es Winter war.

Nach vier Wochen schaltete der Kosmos den Strom wieder aus. Nils musste sich eine Woche erholen. Er aß einen Tag ganz viel Kuchen. Und dann ging es ihm wieder gut.

Die spirituellen Reinigungswege der Yogis sind verschieden. Die Menschen sind sehr unterschiedlich und haben unterschiedliche Verspannungsstrukturen. Manche Verspannungsstrukturen lösen sich schnell auf und bei anderen dauert es eine lange Zeit, bis überhaupt ein sichtbarer Erfolg eintritt. Manche Menschen brauchen radikale Methoden und für andere Menschen ist ein sanfter Weg am besten.

Auf dem Yoga-Weg kann man viele Fehler machen. Oft reicht ein kleiner Fehler aus, um einen Yogi um die Frucht des spirituellen Erfolges zu bringen. Der beste Schutz besteht darin, mit innerem Gespür (innerer Weisheit) zu praktizieren und ein ausreichendes spirituelles Wissen zu haben.

Bevor wir uns als Yogi niederlassen, sollten wir eine gründliche Ausbildung machen. Wir sollten alle wesentlichen Yoga-Übungen gut kennen. Wir sollten einen Meister haben, den wir von Zeit zu Zeit um Rat fragen können. Probleme gibt es auf dem Yoga-Weg meistens. Kaum ein Yogi erlangt die Erleuchtung ohne schwere Prüfungen. Für den einen Yogi ist es eine Prüfung in der Ausdauer, für den anderen eine Prüfung im Mitgefühl und für den Dritten eine Prüfung durch schwierige Lebenssituationen. Nils musste alle drei Prüfungen ablegen.

Die fünf Tätigkeiten

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Inneres Glück entsteht in einem Menschen, wenn die Verspannungen im Körper und im Geist aufgelöst werden.

Buddha hat dafür einen genial einfachen Weg entwickelt. Dieser Weg heißt: „Sitzen, Gehen und Gedankenarbeit.“ Wenn man beständig über einen langen Zeitraum im Wechsel Sitzen und Gehen praktiziert, werden die inneren Verspannungen optimal abgebaut.

Wenn man nur sitzt, wird der Geist schnell träge. Die regelmäßige Bewegung macht den Geist klar und hält den Körper gesund. Sie gibt dem Menschen innere Kraft. Sie befähigt den Menschen kraftvoll seinen spirituellen Weg zu gehen. Sie gibt ihm die Kraft als Sieger zu leben.

Wenn man nur geht, ist der Geist zu unruhig. Inneres Glück entsteht aus der inneren Ruhe. Wird der Körper ganz ruhig gehalten, kann man gut in tiefere Dimensionen der Meditation gelangen.

Meditieren kann man im Sitzen oder im Liegen. Beides sind gute Meditationsstellungen. Manche Menschen können besser im Liegen und manche besser im Sitzen meditieren. Wer im Liegen leicht einschläft, sollte im Sitzen meditieren. Wer nicht lange mit geradem Rücken aufrecht sitzen kann, sollte vorwiegend im Liegen meditieren.

Neben dem Sitzen und Gehen spielt nach Buddha für die Auflösung der inneren Verspannungen die Gedankenarbeit eine große Rolle. Ein Yogi sollte Gedanken der Liebe, Weisheit und Selbstdisziplin entwickeln. Er muss im Laufe der Zeit seine Gedanken immer mehr zur Ruhe bringen. Bis er ganz in der Ruhe lebt. Dann denkt er, wenn er das Denken braucht. Und er verweilt ohne Gedanken, wenn Gedanken nicht notwendig sind.

Dieses Grundmodell der Verspannungsauflösung hat Nils zu dem Weg der fünf Tätigkeiten weiter entwickelt. Die fünf Tätigkeiten des Glücks-Yoga (intuitiver Hatha-Yoga) sind: Liegen (oder Sitzen/Meditieren), Lesen (Gedankenarbeit), Gehen (Sport, Yoga), Gutes tun (etwas Arbeiten) und das Leben genießen. Diese fünf Tätigkeiten im ständigen Wechsel haben sich für Nils als ein sehr effektiver Weg der Verspannungsauflösung erwiesen.

Seine Meditation teilt Nils grundsätzlich in zwei Stufen ein. In der ersten Stufe reinigt er durch Visualisierungen, Mantras und Atemübungen seine Energiekanäle und aktiviert seine Kundalini-Energie. Diese Techniken praktiziert er so lange, bis ein starker innerer Lösungsprozess entsteht, der von alleine weiter lebt.

Dann stoppt er radikal für einige Minuten alle Gedanken. Sein Geist kommt ganz zur Ruhe. Anschließend verweilt er einfach nur in der Ruhe und lässt die Gedanken und Gefühle kommen und gehen, wie sie wollen. Das ist die Stufe des Verweilens in der selbsttätigen Meditation. Alle stressbehafteten Gedanken und Gefühle kommen hoch. Würde man jetzt die Gedanken unterdrücken, würde kein tiefer Lösungsprozess entstehen. Diesen Punkt machen viele Yogis falsch und blockieren damit ihre Erleuchtung.

Die zweite sehr wichtige Tätigkeit für jeden Yogi ist das Lesen. Mit dem Lesen von spirituellen Büchern reinigt der Yogi seinen Geist. Er löst die Verspannungen im Körper und im Geist auf.

Wenn man in dem Buch eines erleuchteten Meisters liest, fließt die Energie des Meisters in einen hinein. Der Meister kann den Yogi beim Lesen sehen und ihm die Impulse geben, die er gerade braucht. Nils betont deshalb sehr das tägliche Lesen in den Büchern der großen erleuchteten Meister (oder ihrer Schüler).

Jeder Mensch kann die Bücher lesen, die ihn inspirieren und spirituell stärken. Es gibt viele Tausende spiritueller Bücher, so dass das Lesen immer spannend bleibt.

Die dritte Tätigkeit ist das Gehen. Dieser Punkt steht für Ausdauersport und Kreislauftraining. Wir können statt Spazierengehen auch Laufen, Radfahren, Schwimmen oder Yoga praktizieren. Der Dalai Lama trainiert jeden Tag eine halbe Stunde auf seinem Heimfahrrad. Swami Shivananda liebte das tägliche Laufen. Nils geht jeden Tag zweimal eine Stunde in der freien Natur spazieren.

Für jeden Menschen gibt es Übungen, die er für seine Gesundheit machen kann. Der Prinz Caurangi war schwer behindert und konnte nur im Bett liegen. Er praktizierte jeden Tag die Blasebalgatmung und das Bauchmuskelkreisen. Für Yogis in Höhlen wurden die tibetischen Niederwerfungen (immer wieder aufstehen und auf den Boden legen) und das Sonnengebet (eine sehr bekannte Yoga-Übung) entwickelt.

Die vierte Tätigkeit ist der tägliche Karma-Yoga. Nils nennt diesen Punkt „Gutes tun“. Karma-Yoga öffnet das Herz, gibt innere Kraft und entwickelt das Bewusstsein der umfassenden Liebe. Karma-Yoga können wir als Yogi jeden Tag eine bis sechs Stunden lang praktizieren. Swami Shivananda empfiehlt generell eine Stunde. Sai Baba ist eher für sechs Stunden. Und Nils hat für sich etwa drei bis vier Stunden täglich als gut herausgefunden.

Jeder Mensch hat seine persönliche optimale Zeitdauer. Wer zuviel arbeitet, verbraucht seine spirituelle Energie. Wer zu wenig Karma-Yoga praktiziert, wächst zu wenig in der Eigenschaft der umfassenden Liebe.

Karma-Yoga kann auch durch einen Beruf ausgeübt werden. Dann muss der Beruf mit einem Karma-Yoga-Bewusstsein (Bodhisattva-Bewusstsein) praktiziert werden und darf nicht zu stressintensiv sein. Gut ist eine Halbtagstätigkeit. Auch ein Yogi braucht in der heutigen Zeit Geld. Entweder er hat Geld gespart oder er verdient sich etwas Geld nebenbei. Viel Geld braucht ein Yogi normalerweise nicht, weil er keine großen weltlichen Bedürfnisse hat. Aber etwas Geld ist notwendig und für einen Yogi vollständig in Ordnung.

Die fünfte Tätigkeit besteht darin, das Leben zu genießen. Wir sollten uns unser Yogi-Leben schön gestalten, damit wir langfristig auf unserem Weg bleiben. Wir sollten bewusst auch die Freude in unserem Leben pflegen. Wir sollten jeden Tag etwas tun, was unser Herz öffnet und das Licht in unser Leben bringt.

Jeder Mensch hat seine eigenen Vorlieben. Wir können jeden Tag etwas schöne Musik hören, etwas Schönes essen, ein schönes Buch lesen, einen schönen Film im Fernsehen sehen oder kreativ einem schönen Hobby nachgehen (malen, musizieren, schreiben).

Bei der Beschäftigung mit angenehmen Dingen ist das richtige Maß zu beachten. Zu viel Genuss von weltlichen Dingen führt zur Anhaftung. Zu wenig Lebensgenuss kann uns trübsinnig machen. Für die tägliche Freude ist eine Zeit von ein bis zwei Stunden normalerweise angemessen.

Zu viel direkten Kontakt mit anderen Menschen sollten wir in der ersten Phase der Entwicklung des inneren Glücks vermeiden. Als Yogi muss man sehr sensibel herausfinden, wie viel Kontakt zu anderen Menschen einem gut tut.

Der tibetische Meister Patrul Rinpoche traf sich in Zeiten des intensiven Übens grundsätzlich nur einmal in der Woche mit seinen Schülern. Der Yogi Muktananda hatte am Anfang seines Sadhanas jeden Tag viele Stunden Kontakt mit anderen Menschen. Das kostete ihn so viel Energie, dass er nicht mehr in tiefe Meditationen gelangen konnte. Er reduzierte daraufhin sämtliche Besuche auf eine Stunde am Tag.

Ab einem bestimmten Punkt der äußeren Ruhe wendet sich die Energie eines Menschen nach innen. Sie lebt sich nicht mehr in äußeren Aktivitäten aus. Sie verlagert vielmehr ihren Schwerpunkt auf die innere Reinigung, die Auflösung der Verspannungen und die Entwicklung des inneren Glücks. Der Yogi wird dann weitgehend von alleine von seiner eigenen Lebensenergie gereinigt. Er braucht nicht mehr sehr viele spirituelle Übungen zu machen. Er muss nur in einem Zustand der ausreichenden körperlichen und geistigen Ruhe bleiben.

Diesen Punkt der Umkehr der inneren Energie muss jeder Yogi finden. Er ist schwer zu finden und vor allem schwer zu bewahren. Die Lebensenergie drängt in die Überaktivität oder in die Trägheit. Beides muss ein Yogi mit täglicher Selbstdisziplin konsequent verhindern.

Wenn ein Yogi Kontakt zu anderen Menschen hat, kann er in einem bestimmten Umfang seine Energie auch dadurch bewahren, dass er seinen Mund ruhig hält oder nur wenig redet. Wer wenig redet, verbraucht wenig Energie. Es gibt im Yoga die Technik des Schweigens (Mauna), die von vielen Meistern empfohlen wird. Als Mauni redet man entweder gar nicht, schreibt seine Worte auf oder beschränkt sich auf notwendige Worte.

Ein effektives Yogi-Leben fühlt sich an wie ein ständiges Schwimmen gegen den Strom der eigenen neurotischen Impulse. Es ist wie ein Leben in einem Dampfkochtopf. Erst ist die Ruhe unerträglich langweilig und dann fängt die Energie plötzlich intensiv an in einem zu arbeiten.

Wenn wir den Ruhedruck beständig bewahren, entsteht inneres Glück. Wir verwirklichen unser wahres Selbst, unseren tieferen Lebenssinn. Wir gelangen in ein dauerhaftes Leben im Licht. Wir leben im Sat-Chid-Ananda (Sein-Einheit-Seeligkeit), in Gott (in einer höheren Dimension), im kosmischen Bewusstsein.

Nach Swami Shivananda entsteht Erleuchtung durch die drei großen Grundsätze Ruhe, Üben und Liebe. Wenn ein Yogi alleine an einem Ort der Ruhe lebt, hat er die Hälfte des Weges zur Erleuchtung schon geschafft. Die zweite Hälfte bewältigt er mit seinen spirituellen Übungen. Durch das große Tor zu einem Leben im Licht schreitet er durch den Weg der umfassenden Liebe.

Der spirituelle Tagesplan

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Für Nils ist der spirituelle Tagesplan die zentrale Technik auf dem Weg ins Licht. Hauptsächlich mit einem sehr sensibel und gleichzeitig konsequent praktizierten Tagesplan löst Nils die Verspannungen in seinem Körper und seinem Geist.

Wenn wir jeden Tag genug spirituell üben, sind wir eines Tages erleuchtet. Wie viele Stunden ein Yogi am Tag üben muss, um das Ziel des dauerhaften Lebens im Licht (im Glück) zu erreichen, ist individuell verschieden. Es hängt von den Fähigkeiten und der äußeren Situation des Yogis ab.

Nils meditiert jeden Tag etwa sechs Stunden (in drei bis vier Teilen) und geht zweimal eine Stunde spazieren. Er macht eine Stunde Yoga (zweimal dreißig Minuten) und liest zwei Stunden in einem spirituellen Buch. Drei bis vier Stunden am Tag arbeitet er für das Glück seiner Mitmenschen.

Letztlich übt er immer. Er verteilt seine spirituellen Übungen so über den Tag, dass ein ständiger innerer Reinigungsprozess aufrechterhalten wird. Wenn man vor den Schlafen meditiert, geht die Meditation während des Schlafes von alleine weiter. Wenn man entspannt arbeitet, wird die Arbeit zu einer Meditation. Auch essen, schlafen, arbeiten und fernsehen sind für Nils Yoga-Übungen.

Die spirituellen Techniken von Nils sind einfach. Sie bestehen im Wesentlichen aus spazieren gehen, lesen, etwas anderen Menschen helfen und viel im Bett liegen. Das kann jeder! Das Geheimnis ist die richtige Anwendung der richtigen Technik im richtigen Moment.

Man kann Liegen, Lesen und Gehen so praktizieren, dass man davon immer schlaffer wird. Das tun viele Arbeitslose und viele alte Menschen in Deutschland. Sie wachsen damit ins Leid.

Ein Yogi dagegen spürt genau, wann er welche Technik braucht. Wenn der Körper schlaff wird, geht er spazieren. Wenn der Geist zu unruhig ist, macht er etwas Yoga oder meditiert. Wenn der Geist sich gegen den spirituellen Weg wehrt, liest er so lange in einem spirituellen Buch, bis er sich selbst wieder von der Großartigkeit der Erleuchtung überzeugt hat.

Ein Yogi spürt in seine innere Verspannung hinein und wendet die Techniken an, mit denen sie aufgelöst wird. Das ist meistens genau das, was der Körper und der Geist gerade nicht wollen. Da wo die neurotische Abwehr ist, da liegt der Weg ins Licht.

Andererseits muss man dem Körper und dem Geist auch etwas das geben, was sie möchten. Sonst verspannt man sich. Der Weg des inneren Glücks erfordert viel Weisheit und inneres Gespür. Er muss jeden Tag sensibel und sehr individuell entwickelt werden.

Nils beginnt den Tag mit einer positiven Tageseinstellung. Welche Übungen braucht er heute in welcher Reihenfolge? Wo sollen die Schwerpunkte liegen? Ist er träge, betont er Übungen der Aktivierung. Ist er unruhig, legt er den Schwerpunkt auf die Ruhe.

Er stellt sich jeden Morgen die beiden Fragen: „Was brauche ich heute? Wozu habe ich heute Lust?“ Dann kreiert er eine positive Tagesvision von sich und stellt ein spirituelles Vorbild (eine passende Statue) auf seinen Altar.

Der Weg der Liebe

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Im Dezember 1996 wurde Nils bei einer Meditation plötzlich von starken Einsamkeitsgefühlen überflutet. Er spürte gezielt in die Trauer und die damit verbundenen Gedanken hinein. Spontan streckten sich seine Arme zu einer imaginären Mutter aus. Sein Körper nahm die Haltung eines Kleinkindes an, das sich nach seiner Mutter sehnt.

Dieses Kleinkind wollte haben. Es wollte eine Mutter haben. Es wollte Liebe haben. Es wollte Glück von einem anderen Menschen haben. Das Haben-Wollen von Liebe und Glück war sein zentrales Lebensziel.

Sucht ein Mensch sein Glück primär bei anderen Menschen, verspannt er sich in seiner Seele und blockiert damit sein inneres Glück. Er geht nicht nur den falschen Weg, sondern er verringert auf diesem Weg sogar langfristig sein Glück.

Glück bei einem anderen Menschen kann man immer nur zeitweise und in einem begrenzten Umfang finden. Hat man das Glück nicht primär in sich selbst, wird jede Beziehung tendenziell neurotisch. Jeder Partner will vom anderen etwas bekommen, was dieser ihm gar nicht geben kann.

Wenn Nils den Weg des Haben-Wollens weitergehen würde, würde er ewig auf der Suche nach der idealen Partnerin sein. Er würde Leben für Leben das Glück bei anderen Menschen suchen und nie ganz satt werden. Er würde ewig suchen und nie vollständig finden. Als er später Kontakt zu seinen früheren Leben bekam, musste er feststellen, dass es genau so immer gewesen war. Leben für Leben wiederholte sich das gleiche Spiel.

Nils überlegte, wie er seine neurotische Sucht nach Liebe auflösen konnte. Wie konnte er von der inneren Verspannung zur inneren Entspannung kommen?

Patanjali lehrte, dass man sich bei negativen Gedanken auf das Gegenteil konzentrieren soll. Was ist das Gegenteil von Haben-Wollen? Geben-Wollen! Durch eine Lebensweise primär aus dem Sein (in sich ruhen) und Geben heraus könnte Nils seine Liebessucht auflösen.

Endlich begriff das Kind das Geheimnis des Glücks. Der Weg der großen Liebe ist es im großen Geben zu leben. Nils musste nicht eine Mutter haben wollen, sondern selbst zu einer Mutter werden. Und zwar zu einer Mutter aller Wesen, damit eine umfassende Liebe entstehen konnte.

Nils wandelte von nun an konsequent seine innere Haben-Wollen-Struktur in eine Geben-Wollen-Struktur um. Er visualisierte sich jeden Tag als Mutter und Vater aller Wesen. Er wünschte jeden Tag allen Wesen Glück. Er lebte konsequent als Karma-Yogi für das Ziel einer glücklichen Welt.

Nils stellte fest, dass dieser Weg für ihn genau richtig war. Er konnte damit immer wieder seine Beziehungssucht auflösen. Er konnte damit seine Einsamkeitsgefühle überwinden und in die Energie der Liebe gelangen. Eine gute Übung war es für ihn jeden Tag bestimmten Menschen Licht zu senden. Er praktizierte die Übung jeweils so lange, bis sein Herz geöffnet war. Dann weitete er seine Liebe auf alle Wesen aus. Und war im Glück.

Der Weg der umfassenden Liebe gab seinem Leben einen tieferen Sinn. Er schenkte ihm die Kraft die vielen Krisen auf seinem Weg gut zu überstehen. Die Vision einer glücklichen Welt erwies sich als ein starker Motor für sein Leben als Yogi. Hatte Nils einmal keine Lust zu seinen Yoga-Übungen, dann besann er sich auf das Ziel einer glücklichen Welt. Er verband sich mit den leidenden Wesen der Welt und schöpfte daraus Kraft.

Wer in sich das Ziel einer glücklichen Welt pflegt, erschafft dadurch das Fundament zu einer tiefen Positivität. Wenn wir jeden Tag allen Wesen um uns herum Licht senden, dann wird eines Tages das Licht unsere ganze Seele durchdringen. Wenn wir regelmäßig der Welt etwas Gutes tun, dann belohnt uns die Welt mit einer positiven Psyche.

Auf dem Weg der umfassenden Liebe gibt es eine große Gefahr. Wir können uns überfordern. Wir können zu viel arbeiten und dadurch unsere Glücksenergie verbrauchen. Ein Karma-Yogi muss seinen spirituellen Weg mit den beiden Beinen Liebe und Ruhe gehen. Er muss im Gleichgewicht von Ruhe und Aktivität leben. Er muss immer auch gut für sich selbst sorgen. Sonst funktioniert der Weg des Karma-Yoga nicht. Sonst verbraucht er sich beim Karma-Yoga. Dann endet er nicht bei der Erleuchtung, sondern bei der totalen Erschöpfung.

Der Begründer des indischen Yoga, der erleuchtete Weise Patanjali, lehrte in seinem Yoga-Sutra die vier Eigenschaften Gelassenheit, umfassende Liebe, Mitgefühl und Mitfreude. Mitgefühl, Mitfreude und Liebe verkörpern die Essenz des Karma-Yoga-Weges. Mitgefühl erweckt den Wunsch zu helfen. Die Liebe bringt den Yogi zum aktiven Tun. Und die Mitfreude belohnt ihn auf seinem Weg.

Als erste Eigenschaft eines Karma-Yogis nannte Patanjali bewusst die Gelassenheit. Diesen Begriff kann man auch mit Gleichmut, in der Ruhe leben, im Licht leben übersetzen. Er steht in einem scheinbaren Widerspruch zu den anderen drei Eigenschaften. Tatsächlich weist der Begriff Gelassenheit jedoch darauf hin, dass ein Karma-Yogi aus der Ruhe (dem eigenen inneren Glück) heraus seinen Weg der Liebe gehen sollte.

Jesus fasste die christliche Lehre in die Worte: „Liebe Gott (das Leben in Gott/Gott ist in der Stille zu finden) und liebe deinen Nächsten (alle Wesen).“ Der Dalai Lama erklärte: „Lebe das Gleichgewicht von Helfen und Meditation.“ Swami Shivananda prägte den Satz: „Liebe, diene, gebe, meditiere, reinige und verwirkliche dich.“ Sai Baba sagte sogar: „Helfende Hände sind heiliger als Lippen die beten.“ Wer für das Glück aller Wesen arbeitet ist ein größerer Heiliger als ein Yogi, der nur für sich selbst nach Erleuchtung strebt. Letztlich lehrte Sai Baba aber auch den Weg der Verbindung von eigenem Üben und umfassender Liebe. Er empfahl jeden Tag sechs Stunden für seine Mitmenschen zu arbeiten, sechs Stunden zu meditieren, sechs Stunden das Leben zu genießen und sechs Stunden zu schlafen.

Es gibt zwei große Ziele, die ein Mensch haben kann. Er kann nach Erleuchtung streben. Und er kann für eine glückliche Welt arbeiten. Am besten verbinden wir beides miteinander.

Tempelmeditation

Die Hauptgefahr für die meisten Menschen im Westen besteht darin, dass sie ihren spirituellen Weg wieder verlieren. Sie halten den unermesslichen Schatz des inneren Glücks in den Händen und lassen ihn wieder los.

Zuerst sind sie begeistert vom spirituellen Weg. Nach einiger Zeit verlieren sie das Interesse und wenden sich anderen Dingen zu. Es gibt sehr viel weltliche Ablenkung im Westen. Aber nur wer bis zum Ende seiner Tage konsequent seinen spirituellen Weg geht, erntet den großen Gewinn. Mögen wir alle als Sieger leben und eines Tages die große Ernte einfahren.

Was ist dein Weg des spirituellen Übens? Lebe klug. Denke langfristig. Wer langfristig denkt, gewinnt Klarheit und kann sich leichter über die vielfältigen Alltagssorgen erheben. Plane dein Leben vernünftig. Gehe in deinem Leben konsequent den Weg der Weisheit.

Wer klug lebt, kann viel Leid vermeiden. Wer konsequent gesund lebt , kann 3/4 aller Krankheiten verhindern. Wer wenig ißt (wenig Kalorien und viele Vitamine) und regelmäßig Sport treibt , lebt im Durchschnitt 20 bis 30 Jahre länger als seine Mitmenschen. Wer die Spiritualität (das innere Glück) in den Mittelpunkt seines Lebens stellt, wird eines Tages dauerhaft im Licht leben. Wer konsequent weise lebt, hat einen unermeßlich großen Gewinn davon.

Sieh bei jeder schwierigen Situation genau hin, denke gründlich nach und treffe eine klare Entscheidung. Folge der Stimme deiner inneren Weisheit. Fließe geschickt mit den Dingen. Sei ein Meister des Lebens.

1. Wir atmen tief in den Bauch. Alle Gedanken kommen langsam zur Ruhe. Wir spüren Frieden in uns. Wir entspannen uns.

2. Vor unserem geistigen Auge taucht eine schöne Insel auf. Sie ist von einem großen Meer umgeben. Das Wasser plätschert sanft am Strand. In der Mitte der Insel erhebt sich ein großer Berg. Seine Hänge sind mit würzig riechenden Sträuchern bewachsen. Oben auf dem Berg steht ein Tempel. Es ist der Tempel deiner inneren Weisheit.

3. Du gehst den Weg vom Strand hinauf zum Tempel. Wie sieht dein Tempel aus? Du trittst durch die Tür ein. Im Tempel ist es halbdunkel und sehr ruhig. In der Mitte sitzt auf einem Thron eine weise Frau oder ein weiser Mann. Es ist die Verkörperung deiner eigenen inneren Weisheit. Wen siehst du in deinem Tempel? Einen Meister, eine Göttin, eine weise Frau, dich selbst? Die höchste Weisheit steht über allen Formen. Sie kann sich durch alle Formen ausdrücken.

4. Du kannst jetzt deinem Weisheitswesen eine Frage stellen. Denke über dein Leben nach. Welche Erfahrungen hast du in deinem Leben gemacht? Was sind deine Ziele? Wie ist deine momentane Situation? Wie stellst du dir deine Zukunft vor? Was ist dein Lebensplan? Was ist dein Weg dein inneres Glück zu entwickeln? Was ist dein Weg eines weisen Lebens? Besinne dich auf deine Lebensziele, deine Aufgabe und deinen Weg. Was ist dein (innerer oder äußerer) Gegner? Was sind deine Helfer? Was ist dein Siegerweg?

5. Stelle deine Frage. Meditiere über die Frage, bis du deinen Weg ganz klar siehst. Horche innerlich auf die Antwort. Finde deinen Siegerweg. Was sagt dir deine innere Weisheit? Was antwortet dir dein Weisheitswesen? Lass die Antwort in dir wirken. Formuliere einen positiven Satz. Denke die Antwort mehrmals als Mantra.

6. Stoppe eine Minute alle Gedanken. Verweile danach einige Minuten in der Meditation. Gedanken und Gefühle dürfen jetzt kommen wie sie wollen. Vielleicht möchtest du noch etwas nachdenken? Vielleicht fallen dir einige gute Gedanken ein?

7. Kehre aus der Meditation zurück, wenn dafür die richtige Zeit ist. Geh optimistisch in deine Zukunft. Geh auf deine Art konsequent deinen Weg.

Hilfe bei Problemen

Glückliche Menschen zeichnen sich nicht dadurch aus, dass sie weniger Probleme als andere Menschen haben. Sie können nur besser damit umgehen. Sie nehmen ihre Probleme nicht so wichtig. Sie haben gelernt, damit zu leben. Sie fließen mit den Dingen. Sie konzentrieren sich auf das Positive. Sie leben auf positive Ziele bezogen. Sie definieren sich nicht durch ihre Probleme, sondern durch ihre positiven Ziele. Sie leben im Zentrum aus dem Positiven heraus.

Bei Problemen bewahren sie geschickt ihr inneres Gleichgewicht. Sie laufen nicht vor Problemen davon, sondern sehen genau hin. Wer genau hinsieht, erkennt den Lösungsweg. Er weiß dann, wie er das Problem lösen kann.

Wenn es nicht lösbar ist, weiß er, wie er am besten damit umgeht. Er findet den Weg, wie er sein inneres Gleichgewicht bewahren kann.

Der erste Weg ist es, mit Weisheit durch das Leben zu gehen. Ein Weiser denkt langfristig. Er erkennt die meisten Probleme, bevor sie tatsächlich da sind. Er lebt gesund, plant sein Leben gut und kann die meisten Probleme rechtzeitig vermeiden.

Wenn sich das Leid nicht vermeiden läßt, dann geht er weise damit um. Er löst die Probleme, soweit es möglich ist. Er geht mit Kraft durch alles Notwendige hindurch. Ansonsten überläßt er sich vertrauensvoll dem Leben (Gott, den erleuchteten Meistern). Und er geht optimistisch seinen Weg.

Ein weiser Mann/eine weise Frau arbeitet beständig an den eigenen Gedanken. Seelisches Leid entsteht durch innere Verspannungen. In Leidsituationen vermeiden wir deshalb jeden Gedanken, der uns verspannt. Wir konzentrieren uns auf positive Gedanken. Wir sehen uns als Sieger. Wir stoppen konsequent alle negativen Gedanken. Wenn uns negative Gedanken zu überrollen drohen, machen wir beständig spirituelle Übungen.

Der zweite Weg besteht darin, als Hatha-Yogi (Shiva, Buddha) zu leben. Ein Hatha-Yogi rettet sich bei Leid mit seinen spirituellen Übungen (Yoga, Lesen, Gehen, Gutes tun, Meditation). Er bringt sich immer wieder mit seinen spirituellen Übungen ins Licht.

Wir orientieren uns auf das Ziel, ein dauerhaft im Licht lebender Buddha (vollendeter Yogameister, Siddha, Mahatma) zu sein. Einem Buddha macht Leid nicht viel aus. Er lebt im Licht (in der kosmischen Glücksenergie). Er spürt seinen Körper kaum. Er spürt überwiegend das Glück, das ihn in allen Fasern seines Seins durchdringt.

Falls ein Buddha doch einmal mit dem Leid des Lebens stark in Kontakt kommt, kann er es aufgrund seiner großen inneren Kraft gut kontrollieren. Er opfert sich in sein Schicksal, überlässt sich dem Willen des Kosmos und bleibt so trotz allem Leid im inneren Glück.

Der dritte Weg der Leidüberwindung ist der Weg der umfassenden Liebe. Wir konzentrieren auf das Ziel einer glücklichen Welt. Wir leben im Schwerpunkt als Karma-Yogi (Mutter/Vater aller Wesen) und nehmen die anderen Wesen wichtiger als uns selbst. Wer sich selbst nicht so wichtig nimmt, nimmt auch sein Leid nicht so wichtig. Er leidet dann auch nicht so unter seinen Problemen.

Ein guter Weg bei Leid ist es, sich auf eine positive Aufgabe in seinem Leben zu konzentrieren und jeden Tag allen Wesen Licht zu senden.

Der vierte Weg ist der Weg der Freude. Den Weg der Freude gehen wir als Ergänzung zu den anderen vier Wegen. Wenn wir im Schwerpunkt den Weg der Freude in unserem Leben gehen, macht er uns auf die Dauer schlaff und träge. Er raubt uns unsere innere Kraft. Wenn wir aber die Freude ergänzend zu unserem spirituellen Weg und im jeweils richtigen Maß leben, dann gibt sie uns zusätzliche Energie.

Wir visualisieren uns als einen Buddha der Freude, als dicken Yogaelefanten Ganesha oder als lachenden Jesus. Ein Buddha der Freude liebt es, gemächlich und heiter durch das Leben zu gehen. Jesus trank gerne Wein und feierte viele Feste. Der Yogaelefant Ganesha tanzt geschickt mit den fünf Elementen Weisheit, Frieden, Liebe, Yogakraft und Freude durch das Leben. Er bringt jeden Tag so viel Freude in sein Leben, dass er seinen spirituellen Weg positiv und optimistisch gehen kann.

Was ist heute deine Tat der Freude? Wie kannst du heute in eine positive Lebenssicht gelangen? „Mein Gedanke der Freude ist heute …“

Schwierige Situationen managen

Der oberste Verhaltensgrundsatz in Leidsituation ist es, sich äußerlich optimal richtig zu verhalten und gleichzeitig seine Gedanken und Gefühle so gut wie möglich zu managen.

Wenn ein Problem in dein Leben tritt, bewahre als erstes einen klaren Kopf. Was ist jetzt richtig? Was muss getan werden? Manage das Problem, ohne dich in irgendwelche Gefühle zu verstricken. Schätze die Realität richtig ein. Löse das Problem soweit wie möglich. Überlege dir gleichzeitig, wie du am besten mit deinen Stressgedanken umgehst. Gibt es positive Gedanken die dir helfen? Stoppe deine Stressgedanken!

Ist die Leidsituation äußerlich vorüber, können wir uns innerlich entspannen. Wir können unsere seelischen Verletzungen ausheilen. Ein Buddha geht im inneren Frieden ohne seelische Verletzungen durch alle Leidsituationen. Da wir aber noch keine Buddhas sind, werden trotz aller positiven Bemühungen meistens einige seelische Verletzungen entstehen. An bestimmten Punkten des Problems werden wir uns verspannt haben. Diese Verspannungen müssen wieder aufgelöst werden, wenn die Stresssituation äußerlich vorbei ist.

Wenn wir nach Stresssituationen oder Schicksalsschlägen unsere Verletzungen nicht wieder ausheilen, bleiben sie dauerhaft in unserer Seele. Sie beeinträchtigen dann langfristig unser seelisches Wohlbefinden. Sie führen zu neurotischen Verhaltensweisen und können körperliche Krankheiten bewirken.

Es ist deshalb sehr wichtig, dass wir uns nach schwierigen Situationen immer eine ausreichende Zeit der Erholung nehmen. Wir gönnen uns viel Ruhe. Wir gehen sanft mit uns um. Wir lösen unsere aufgestaute Wut, unsere Ängste und unsere Trauer. Die Stresssituation wird noch einmal durchgearbeitet, verarbeitet und seelisch bereinigt, bis Frieden und Positivität in uns entstehen. Wir machen Entspannungsübungen, Yoga und Meditation. Wir gehen spazieren, lesen spirituelle Bücher und gönnen uns etwas Schönes. Mit viel Ruhe, einigen Übungen und etwas Lebensfreude wird unsere Seele nach einiger Zeit wieder heil.

Wir sehen uns insbesondere unsere Ängste an. Damit sich alle tief in uns sitzenden Ängste auflösen, ist es meistens notwendig, die Ängste aus der Verdrängung herauszuholen, sie zuzulassen, bewusst hindurchzugehen und sie sich von alleine auflösen zu lassen. Wir denken über unsere Ängste nach. Wir finden positive Sätze, die uns helfen. Solche Sätze können sein: „Ich nehme die Realität so an, wie sie ist. Ich opfer mich in den Willen des Kosmos. Ich konzentriere mich auf meine Ziele. Ich lebe positiv. Ich lebe als Sieger. Ich gehen mit Optimismus meinen Weg.“

Einen Großteil unserer Ängste werden wir durch positive Gedanken auflösen können. Oft hilft bereits das klare Nachdenken. Wenn wir unsere negativen Gedanken erkannt haben, können wir gut einen positiven Gegengedanken entwickeln.

Manchmals helfen auch mehrere positive Gedanken und Visualisierungen nacheinander. Notfalls denken wir einen positiven Satz so lange als Mantra, bis die Angstgedanken verschwinden. Oder wir lesen ein gutes Buch, sehen fern und tun etwas Gutes für die Welt.

Finde dein Ritual der Angstauflösung nach Problemsituationen. Welcher positive Gedanke hilft dir, deine Sorgen zu besiegen? Welcher Gedanke gibt dir Kraft für ein positives Leben? Meditiere auf deine Ängste. Lasse deine Ängste zu. Lass sie aber nur so groß werden, dass du sie noch kontrollieren kannst. Sonst stoppe deine Gedanken und lenke dich ab.

Für viele Menschen ist es hilfreich, mit anderen Menschen über ihre Probleme zu reden. Mit wem kannst du jetzt reden? Notfalls kannst du auch einem anderen Menschen einen Brief (Email) schreiben, geistig mit den erleuchteten Meistern reden und dich in einem Internetforum mit Menschen in einer gleichen Situation unterhalten.

Ansonsten gibt es noch die Zen-Meditation. Diese Meditation können wir im Sitzen, im Liegen oder beim Spazierengehen praktizieren. Wir stoppen für eine kurze Zeit alle Gedanken, bis wir in einen Zustand der Meditation kommen (nach 1 bis 5 Minuten).Wir konzentrieren uns auf unser Problem, denken einige positive Sätze und lassen dann unseren Gefühlen und Gedanken freien Lauf.

Wir beobachten unsere Gedanken aus der Distanz. Sie dürfen sich entfalten, austoben und so lange in uns leben, bis sie von alleine verschwinden. Die ganze Zeit bleiben wir in einer leichten Meditation. Das Hauptprinzip bei der Zen-Meditation ist, dass wir nicht bewusst (gezielt) nachdenken, sondern die Gedanken sich selbst denken lassen. Dann lösen sich nach einiger Zeit alle Probleme im Nichts auf. In uns entstehen Ruhe, Wohlgefühl und umfassende Positivität. Wir erheben uns durch die Zen-Meditation, wenn wir sie lange genug praktizieren, auf eine höhere Bewusstseinsebene. Wir gelangen ins Licht und ins innere Glück.

Leidbewältigungsrituale

Wenn mich ein Problem emotional stark berührt, praktiziere ich meistens ein Leidbewältigungsritual.

Als erstes ziehe ich eine Orakelkarte (Glücksorakel, Buddha-Orakel). Beim Mischen der Orakelkarten verbinde ich mich geistig mit meinen Meistern und bitte sie um Führung und Hilfe. Dann ziehe ich intuitiv eine Karte, lese den Text dazu und überlege, welche Aussage des Orakels zu meiner Situation passt. Ich versuche herauszufinden, welche Strategie das Orakel für meine Leidsituation vorschlägt. Was sagt das Orakel zu meinem Problem? Welche hilfreichen Gedanken gibt es mir?

Bereits durch die Anrufung der erleuchteten Meister, das Lesen des Orakels und das Nachdenken über den Text komme ich meistens wieder auf den Weg des Positiven. Es beruhigt mich zu erkennen, dass es für jede Situation eine positive Strategie gibt. Die positiven Sätze des Orakels stärken das Positive in mir. Das Nachdenken führt mich zur konstruktiven Auseinandersetzung mit meinem Problem. Ich merke, dass ich etwas tun kann. Ich bin kein hilfloses Opfer. Ich kann als Sieger leben. Ich kann das Problem auf irgendeine Weise lösen.

Nach dem Ziehen der Orakelkarte lese ich einige Seiten in einem spirituellen Buch. Ich überlege, welches Buch ich jetzt gerade brauche. Welches Buch gibt mit Kraft? Welches Buch stärkt meine positiven Energien? Ein spirituelles Buch besitzt ein positives Energiefeld. Wenn wir uns einige Zeit in diesem Energiefeld aufhalten, bekommen wir einen positiven Geist.

Nach dem Lesen gehe ich etwa eine Stunde spazieren. Ich bewege meine Wut und Aufregung aus meinem Körper heraus. Ich praktiziere Mantras (positive Sätze wiederholen) und mache eine Meditation (fünf Minuten Gedankenstopp). Dann denke ich über das Problem nach. Meistens komme ich nach einer halben Stunde geistig zur Ruhe. Eine halbe Stunde gehe ich dann einfach nur so vor mich hin. Ich sehe die Dinge langsam wieder klarer und in der richtigen Relation. Ich werde eins mit der Welt und mit mir.

Nach dem Spazierengehen mache ich noch einige Yogaübungen und eine längere Meditation im Liegen. Ich schalte eine schöne Musik an und bleibe so lange liegen, bis mein Geist ganz zur Ruhe gekommen ist.

Dann stehe ich wieder auf, esse etwas Schönes und überlege, was ich jetzt noch brauche. Das gebe ich mir dann.

Sehr hilfreich ist es oft, etwas Kreatives zu tun. Wir können malen, schreiben, Musik machen und unsere Gefühle auf unsere Art ausdrücken. Wir können unseren Mitmenschen etwas Gutes tun und uns dadurch in die Energie der Liebe bringen. Was ist dein Weg der umfassenden Liebe und des Handelns für das Glück aller Wesen?

Bei großen Problemen mache ich oft mehrere Runden Lesen, Gehen, Gutes tun, Genießen und im Liegen meditieren. Meistens komme ich dann irgendwann an den Punkt, wo Frieden in mir entsteht. Dann gehe ich noch eine Zeit lang sehr sanft mit mir um und heile seelisch immer mehr aus.

Wenn sich ein Problem nicht an einem Tag lösen läßt, stoppe ich nach einiger Zeit meine Gedanken. Ich verbiete mir das weitere Nachdenken. Ich vermeide das schädliche Grübeln, das zu nichts führt und nur den inneren Stress verstärkt. Bei großen Problemen nehme ich mir jeden Tag eine bestimmte Zeit zur Problembearbeitung.

Leidbewältigung ist ein kreativer Prozess. Man muss genau spüren, was man gerade braucht. Was ist im Moment der beste Weg zur Problemlösung, zum inneren Frieden und zur Positivität? Die Menschen sind unterschiedlich und brauchen unterschiedliche Strategien.

Wichtig ist es, selbstschädigende Verhaltensweisen wie Tabletten nehmen, rauchen, Drogen, Alkohol trinken oder zu viele Süßigkeiten essen zu vermeiden. Besser ist es, Probleme grundsätzlich mit den Techniken des inneren Glücks zu bewältigen. Dann wachsen wir seelisch an den Problemen. Wir erheben uns über die Probleme des Lebens und ruhen dauerhaft im inneren Glück. Möge uns das allen immer wieder gelingen.

Fünf Schritte des positiven Denkens

Wie man in fünf Minuten Liebe, Glück, Frieden und Optimismus gewinnt.

1. Das Problem: Beschreibe in kurzen Worten deine Situation und dein Problem. Wie ist genau deine Situation? Was ist das Problem? Wo ist das Zentrum des Problems?

2. Die Gefühle: Welche Gefühle gibt es in dir? Angst, Wut, Sucht/Sehnsucht, Trauer. Welches Gefühl ist am stärksten? Wo sitzt das Gefühl in deinem Körper?

3. Die Gedanken: Welche Gedanken sind mit deinem Gefühl verbunden? Warum bist du traurig, ängstlich, wütend oder sehnsüchtig? Zähle alle dich belastenden Gedanken auf. (Meine Gedanken sind …)

4. Das Nachdenken: Was löst dein Problem? Was ist der Weg heraus aus deinem Problem? Was bringt dich zur Liebe, Begeisterung, Erfüllung, zum Glück, zur Zufriedenheit? Denke so lange über dein Problem nach, bis du eine Lösung gefunden hast. Das kann eine äußere (Umstände verändern, etwas tun) oder eine innere Lösung sein (etwas loslassen/annehmen, ein positiver Gedanke). Überlege dir verschiedene Lösungswege. Sammle alle Informationen, die du brauchst. Wäge ab und triff eine klare Entscheidung.

5. Die Umsetzung: Setze deine Entscheidung mit Kraft um. Folge deinen positiven Gedanken. Verwirkliche deinen positiven Lebensplan. Vermeide ab jetzt sinnloses Grübeln. Jetzt wird nicht mehr gezweifelt, sondern kraftvoll verwirklicht. Gehe deinen Weg, siege und sei zufrieden mit dir. Denke immer wieder deinen positven Leitsatz als Mantra. Beginne jeden Tag mit einem positiven Vorsatz oder einem Gebet. Was ist jetzt dein positiver Satz? „Mein positiver Satz ist ….“

Heiteres Orakel

Denke dir eine Zahl zwischen 1 und 31 aus oder lasse sie dir vom Zufallsgerenerator (31 und 1 einfügen) oder Zufallsgenerator (1 und 31 einfügen). Öffne den Zufallsgenerator mit einem Rechtsklick (in neuem Fenster/Tab).

1. Begrüßung Guten Tag Freunde, ich werde jeden Tag etwas für euch schreiben. Ich bin gespannt, was mir einfällt. Erwartet nichts Großes, sondern eher etwas Kleines. Es passieren ja nicht immer große Dinge im Leben. Ein Lebenskünstler ist, wer sich auch an den kleinen Ereignissen des Lebens freuen kann. Wer sich auch an kleinen Dingen freuen kann, hat jeden Tag etwas zu freuen. Das wünsche ich euch heute. Was passiert gerade bei mir an kleinen schönen Dingen. Ich habe einen Computer und kann jeden Tag meine Internetfreunde besuchen. Im Moment diskutiere ich gerade wieder heftig mit den Atheisten. Sie nennen mich ihren frommen Yogi und ich bezeichne sie als meine unerleuchteten Freunde. Das gefällt ihnen nicht. Aber sie sind unerleuchtet, ob sie es hören wollen oder nicht. Sie philosophieren über Gott, obwohl sie von Gott keine Ahnung haben. Positiv ist, dass sie sich gerne mit mir streiten. Sie lieben es zu streiten, sogar wenn sie dabei immer verlieren. Das finde ich wunderbar an meinen atheistischen Freunden.

2. Die Welt retten Ich spende regelmäßig für Unicef (das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen) und viele andere Hilfsorganisationen. Dadurch bekomme ich oft Informationsbroschüren. Gestern lag ein Nachrichtenblatt von Unicef in meinem Briefkasten. Es berichtete von dem Leid auf der Welt und auch von den vielen Menschen, die sich helfend engagieren. Besonders beeindruckt hat mich der Bericht von einem afrikanischen Mädchen. Der kleinen Mariatu wurden im Alter von zwölf Jahren von Soldaten aus einem grausamen Spiel heraus beide Hände abgehackt. Sie erbettelte daraufhin in der Hauptstadt von Sierra Leone ihren Lebensunterhalt. Trotz ihres grausamen Schicksals gab sie nicht auf, spielte in einer jugendlichen Theatergruppe mit, Unicef wurde auf sie aufmerksam und heute lebt sie in Kanada in einer Pflegefamilie. Sie hat ein Buch über ihr Leben geschrieben (Mariatu Kamara, Das Mädchen ohne Hände) und wurde zur Unicef-Sonderbotschafterin ernannt. Als ehemaliges Opfer von Krieg arbeitet sie jetzt gegen den Krieg und für den Schutz der Kinder. Eine Milliarde Menschen auf der Welt hungern. In Deutschland leiden 30 % unter psychischen Problemen. Die Ursachen sind der große Leistungsdruck in Schule und Beruf, die soziale Kälte zwischen den Menschen und das egostärkende westliche Konsumfernsehen. Es gibt viel zu tun auf der Welt. Wir brauchen viele Krieger des Lichts, damit sich die Verhältnisse zum Besseren wenden. Eine glückliche Welt ist möglich. Genug Geld ist da. Das Wissen vom Glück ist vorhanden. Es muss nur konsequent angewandt werden. In diesem Sinne lautet meine heutige Botschaft: Rettet die Welt. Tut was euch möglich ist. Aus vielen kleinen Wassertropfen kann ein großer Regen werden, der die Erde eines Tages zum Erblühen bringt. 3. Krieger des Lichts

Da meinte doch gerade in einem Philosophieforum ein Atheist zu mir, dass das Schlimme ist, dass ich auf idealistischer Basis gesehen Recht habe. Gutmenschen seien allgemeingefährlich. Nils: Danke. Ich bin ein Idealist. Ich trete für positive Ideale ein. Ich halte positive Werte auf der Welt für wichtig. Ich bin ein schlimmer Gutmensch, weil ich konsequent für eine glückliche Welt arbeite. Das passt vielen Egoisten, die nur sich selbst und ihre gemeinschaftsschädlichen Interessen sehen, überhaupt nicht. Mögen wir alle Gutmenschen werden. Selig sind die Guten. Es ist glücklicher ein Guter als ein Unguter zu sein. Es ist besser ein Weiser als ein Unweiser zu sein. Es ist besser gesund und positiv zu leben, als ungesund und negativ. Die Menschheit ist eine Familie. In einer glücklichen Familie wirken alle für das Gemeinwohl und stellen ihre Egointeressen hintenan. Wir haben nur eine Erde und können nur gemeinsam glücklich werden. Alles ist energetisch verbunden. Mögen alle Menschen das begreifen.

4. Angekommen Seit 21 Jahren lebe ich jetzt hier in der Abgeschiedenheit als Yogi. Davor war ich Rechtsanwalt, hatte eine Familie, viele Freunde und wohnte mitten in der Stadt. Die Beziehung scheiterte nach 12 Jahren. Ich vollzog die große Wandlung, trennte mich von meiner Frau, gab meinen Rechtsanwaltsberuf auf und zog in mein kleines Haus im Wald. Heute bin ich bei mir und in meinem Leben angekommen. Die Trennung war die schwierigste Entscheidung in meinem Leben. Ich habe viele Jahre getrauert. Innerlich habe ich mich geweigert in meinem Leben als Yogi anzukommen. Ich blieb geistig irgendwie immer in meiner früheren Wohnung in der Stadt. Irgendwann musste sich die Blockade auflösen. Auf dem Yogiweg löst sich alles auf. Die meisten Verspannungen lösen sich bereits durch das ständige Meditieren, Spazierengehen, Lesen, Yoga und Karma-Yoga (Gutes tun, für eine glückliche Welt arbeiten) auf. Bei manchen Verspannungen muss man etwas nachhelfen. Wenn man sich geistig auf den Kern der Verspannung konzentriert, kommt man oft an die neurotischen Gedankenstrukturen heran, die blockierten Gefühle tauchen wieder auf und die Seele wird frei. Oft geschieht das in Leidsituationen, wenn man das Leid nicht verdrängt, sondern es bewusst und spirituell verarbeitet. Dann taucht auch anderes verdrängte Leid auf und wird befreit. Man kann desweiteren versuchen einfach bewusst in ein Problem hineinzuspüren und darüber nachzudenken. Bis man gut in Kontakt mit Gefühlen wie Angst, Trauer, Wut oder Sehnsucht ist. Dann meditiert man so lange auf diese Gefühle, bis sie von alleine verschwinden. Ich kam heute nacht auf die Idee, mich einfach in meinem alten Zimmer in der Stadt zu visualisieren und dann geistig noch einmal den Weg zu meinem jetzigen Ort zu beschreiten. Dadurch löste sich die Blockade auf. Die ganze Nacht zogen Reinigungsprozesse (Hitze, Unruhe, Träume) durch meinen Körper. Heute morgen sah ich mich dann in meinem Yogileben angekommen. Das alte und das neue Zimmer vereinigten sich geistig zu einem Raum; und dieser Raum befand sich an meinem jetzigen Ort. Verbunden damit war das intensive Gefühl des Angekommenseins bei mir und in meinem Leben. Ich wünsche euch, dass ihr auch alle eines Tages bei euch und in eurem Glück ankommt.

5. Richtigkeit und Zufriedenheit Ein böser Atheist hat in einem Philosophieforum behaupte, dass ich am Leben gescheitert sei. Deshalb sei ich ein Yogi geworden. Er behauptete es ohne Begründung, um mich zu verletzten. Ich nahm seine Aussage zum Anlaß über mich und mein Leben nachzudenken. Ich spürte in der Tiefe meiner Seele dabei aber nicht den Begriff „Scheitern“, sondern das Gefühl „Richtigkeit“. Mein Lebensweg hat sich nach meinem Gefühl richtig entwickelt. Weltlich betrachtet könnte man sagen, dass meine damalige Beziehung gescheitert ist. Am Anfang waren wir sehr verliebt, dann wurde die Liebe langsam weniger und zum Schluß stritten wir uns hauptsächlich. Die Beziehung hatte sich zu einem unproduktiven Lebenssystem entwickelt. Sie baute geistig alle Beteiligten ab, statt sie im Glück und in der Liebe voranzubringen. Ich machte mehrere Rettungsversuche. Dann entschied ich mich zur Trennung, dachte fünf Jahre darüber nach und vollzog dann konsequent wie immer meinen Schritt in ein neues Leben. Beziehungen können scheitern. Das geschieht in der heutigen Zeit oft. Das ist ein Drama, wenn man den Sinn des Lebens in einer guten Beziehung sieht. Das ist kein Drama, wenn man den Sinn des Lebens in der Erleuchtung sieht. Aus der Sicht des Erleuchtungsweges kann ein weltliches Scheitern spirituell sehr glücklich sein. Als Yogi wächst man am schnellsten zur Erleuchtung. Das Leben zwang mich dazu spirituell schnell zu wachsen. Was sollte daran falsch sein? Ein Mensch mit großem Verstand würde jubeln. Im Yoga gibt es den Weg der vier Lebensstufen. In der Jugend lernt man. Dann arbeitet man, heiratet, bekommt Kinder und zieht die Kinder auf. Wenn die Kinder groß sind, überträgt man ihnen das Familienunternehmen und zieht sich zum spirituellen Üben zurück. Wenn die Frau oder der Mann mit in die Abgeschiedenheit gehen, okay. Wenn nicht, trennt man sich und praktiziert alleine. Irgendwann ist man dann in sich glücklich, erleuchtet und lebt in Gott. Dann braucht man nichts Äußeres mehr. Nach dem Tod steigt man automatisch ins Paradies auf. Das Bewusstsein vor dem Tod ist das Bewusstsein nach dem Tod. Wer vor dem Tod erleuchtet ist, ist es auch nach dem Tod. Die vier Lebensstufen weisen den Weg zu einem erfüllten Leben. Wer erst das weltliche Leben ausreichend lebt und dann sich spirituell selbst verwirklich, hat das gesamte Leben in seiner Fülle ausgekostet und optimal gelebt. Manche Menschen gelangen schnell zur Erleuchtung. Bei mir dauert es ziemlich lange. Ich bin durch mein früheres weltliches Leben stark verspannt und habe viel innerlich zu reinigen. Für mich persönlich war es sehr gut, bereits im Alter von 36 Jahren mein Yogileben zu beginnen. So habe ich eine Chance vor meinem Tod das Erleuchtungsbewusstsein zu erreichen. Traditionell lebt man in Indien erst ab 60 als Yogi. Das mag auch für viele westliche Menschen ein praktikables Modell sein. Jeder Mensch muss selbst entscheiden, was für ihn in seinem Leben wichtig ist. Im Yoga ist es das Ziel so zu leben, dass man am Ende mit sich und seinem Leben zufrieden ist. Was ist für der Weg eines erfüllten und zufriedenen Lebens? Was ist für dich der Weg deiner Weisheit und Richtigkeit?

6. Nikolaus Heute ist Nikolaus-Tag, der Geburtstag des Heiligen Nikolaus. Habt ihr eure Schuhe vor die Tür gestellt? Was hat der Nikolaus reingelegt? Ein Märchen!! Es war einmal im Jahre 400 nach Christus in der Türkei nahe der Stadt Myra. Dort lebte in der Wüste ein abgeschiedener Yogi. Er machte jeden Tag seine Yogaübungen und strebte nach Erleuchtung. Eines Tages brauchten die Christen in Myra einen neuen Bischof. Sie kamen auf die Idee den Heiligen Nikolaus zu ihrem Oberpriester zu machen. Doch der Heilige Nikolaus wehrte sich. Er erklärte: „Ich bin nicht heilig, sucht euch einen anderen.“ Die Christen waren hartnäckig: „Wir haben viele kluge Gegner. Du bist der einzige, der sie geistig besiegen kann. Du hast viele Bücher gelesen und kennst Gott. Du kannst uns den Weg ins Licht zeigen.“ Der Heilige Nikolaus meinte: „Ich habe nur einmal Gott gesehen. Ihr braucht jemanden, der dauerhaft erleuchtet ist. Nur so ein Bischof kann euch mit seinen Predigten in eine hohe Energieebene bringen.“ Doch die Christen stellten einfach fest: „Wir haben keinen anderen Yogi. Du hast keine Wahl. Du bist jetzt unser Bischof.“ Und nahmen ihn mit nach Myra. Was bliebt dem armen Yogi übrig als das Amt anzunehmen. Er bemühte sich wenigstens ein guter Mensch zu sein und spendete viel Geld für die Armen. Als eine Hungersnot kam, versilberte er den ganzen Goldschatz der Kirche und kaufte für die Hungernden etwas zu essen. Am beliebtesten war der Heilige Nikolaus bei den Kindern. Jedes Jahr zu Weihnachten schenkte er ihnen viele schöne Dinge. Daraus entstand der Brauch in der Welt jedes Jahr am 24. Dezember einen Tannenbaum aufzustellen, sich gegenseitig zu beschenken und dabei christliche und manchmal auch eher unchristliche Lieder oder gar keine Lieder zu singen, sondern schreckliche Popmusik von Dieter Bohlen zu hören. Überall wird gefeiert, geschenkt, viel gegessen und getrunken. Feiert schön. Euer Nils-Nikolaus. Was ist heute dein Geschenk? Sei dankbar und freue dich. Preise Gott (das Leben, den spirituellen Weg, die Weisheit vom inneren Glück) auf deine Art.

7. Wann bist du endlich erleuchtet? Meine Mutter fragte mich: „Wann bist du endlich erleuchtet?“ Was soll man dazu sagen? Die Erleuchtung kann man nicht erzwingen. Sie kommt von alleine zu ihrer Zeit aus Gnade. Man kann ihr nur durch seine spirituellen Übungen den Weg bereiten. Ich tue, was ich tun kann. Den Rest überlasse ich dem Leben oder Gott, wie immer man das auch nennen will. Von meiner Mutter lasse ich mir keinen Stress mehr machen. Sie hat mich ein halbes Leben lang mit ihren überzogenen Leistungsansprüchen genervt. Besonders witzig ist, dass sie selbst zu faul zum intensiven spirituellen Üben ist. Sie verbringt ihre Zeit lieber damit oberflächliche Bücher zu lesen oder belanglose Gespräche mit ihren Freundinnen zu führen. Es wird ihr nicht viel nützen, wenn ihr Sohn eines Tages in ein Leben im Licht gelangt. Jeder muss selbst seine innere Arbeit machen. Ich kann ihr nützliche Tipps geben und ihr den Weg des effektiven Übens zeigen. Aber für seine Erleuchtung ist jeder Mensch selbst verantwortlich. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass man auf dem für sich persönlich richtigen Lebensweg ist. Für meine Mutter mag das ein weltlicher Weg mit etwas Spiritualität sein. Für mich ist es ein Leben als Yogi und Karma-Yogi. Im Alter von 36 Jahren wurde ich ein Yogi. Die ersten fünfzehn Jahre waren schwer und intensiv. Ich machte viele verschiedene spirituelle Erfahrungen, die ich in meinen Büchern beschrieben habe. 2003 war die letzte große Reinigungskrise. Vier Wochen stand ich Tag und Nacht unter Strom. Mein Körper glühte so stark, dass ich selbst im Winter kaum eine Bettdecke brauchte. Dann schaltete der Kosmos den Strom wieder ab. Seit der Zeit ist nichts Großartiges auf meinem Yogaweg mehr passiert. Ich befinde mich in einem ständigen Reinigungs- und Wachstumsprozeß. Es fühlt sich so an als ob in mir eine Energie kreist, die bei ihrem Kreisen durch alle Körperbereiche im Laufe der Jahre alle Verspannungen auflöst. Im Yoga nennt man es das Kreisen der Kundalini-Energie (der Schlange Shivas). 8. Wo bin ich jetzt? Die Reinigungsenergie ist so dosiert, dass sie jeden Tag mich in der genau richtigen Geschwindigkeit reinigt. Sie fordert mich jeden Tag bis an meine Grenzen, ohne mich zu überfordern. Wenn ich einen Wunsch äußern dürfte, wäre es weniger schnell zu wachsen. Leider interessiert den Kosmos dieser Wunsch nicht. Er argumentiert, dass ich schnell wachsen muss, damit ich meine Lebensaufgabe gut erfüllen kann. Ich habe jeden Tag meine spirituelle Krise. Aber ich komme damit klar. Ich reguliere mich immer wieder mit meinen spirituellen Übungen. Notfalls esse ich einige Süßigkeiten, sehe fern oder surfe im Internet. Mit den Atheisten zu kämpfen läßt mich schnell meine eigenen Probleme vergessen, macht mich wach und trägt mich durch leidvolle Yogaphasen. Ich nehme dann die Rettung der Welt wichtiger als meine eigenen kleinen Probleme und vergesse dabei nach einiger Zeit meine Trübsal. Ich gehe spazieren und gelange so meistens schnell wieder ins Licht. Plötzlich lacht der kleine Yogi wieder und wundert sich über das schnelle Ende seiner Krise. Aber die nächste Krise kommt bestimmt. Ich glaube, dass das ganze Leben auf der Erde ein ständiger Reinigungsweg ist. Aus den Berichten westlicher Erleuchteter entnehme ich, dass selbst nach der Erleuchtung die innere Reinigung immer weiter geht. Der Kosmos ist so groß, dass man als kleiner Yogi ewig spirituell wachsen kann. Und wenn man sich gerettet hat, dann kann man auch noch seine Freunde und die ganze Welt retten. Positiv ausgedrückt: „Als Karma-Yogi wird es einem nie langweilig.“ Falls euch also einmal das Leben langweilen sollten, werdet einfach ein Yogi und Karma-Yogi. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!! Also vorwärts!! 9. Der große Sturm Vor drei Wochen gab es hier bei mir einen großen Sturm. Eine mächtige Tanne stürzte vom Nachbargrundstück direkt mitten auf das Dach meiner kleinen Hütte. Ich habe ein Spitzdach mit einer leichten Schrägung. Die Tanne fiel genau mit dem Schrägungswinkel des Daches auf mein Haus. Dadurch gab es einen großen Knall, aber das Gewicht der Tanne verteilte sich auf die ganze Breite des Daches. Durch die optimale Druckverteilung blieb mein Haus stehen. Sogar alle Dachbalken blieben heil. Nur die Dachpappe (Ondoline, gewellte Dachplatten) wurde durch die Tannenzweige zerfetzt. Es regnete genau über meinem Bett ins Haus herein. Sehr geschickt vom Kosmos ausgedacht. Da nach dem Sturm ein heftiger Regen kam, plätscherte es wie aus einem Wasserhahn auf mein Bett. Das Bett war sofort durchnässt. Ich schob es in eine andere Ecke meines Zimmers und stellte drei Eimer unter die tropfende Stelle. Ich kam mir vor wie der arme Poet aus dem berühmten Gemälde. Ein armer Dichter sitzt in seiner Dachkammer mit einer Zipfelmütze im Bett, einem Buch in der einen Hand und einem Regenschirm in der anderen Hand. Draußen tobte weiter der Sturm. Die Nacht war schwarz. Mein Bett war nass. Das Haus war kaputt. Und der kleine Yogi war erstaunlich friedlich. Er nahm es gelassen. Shit happens. Es kann im Kosmos vorkommen, dass ein Baum auf ein Haus fällt. Auch kleine liebe Yogis werden davon nicht verschont. Wahrscheinlich war ich in einem früheren Leben auch einmal ein Sturm, der einem Yogi einen Baum auf seine Hütte geweht hat.

10. Nach dem Sturm Da saß ich also in meinem nassen Bett. Die Nacht war immer noch schwarz, aber der Sturm ließ langsam nach. Ich überlegte, was jetzt zu tun ist. So mache ich das immer bei einer Katastrophe: einen klaren Kopf bewahren und das Notwendige tun. Aufregen kann man sich später. Die Eimer waren unter die tropfende Stelle im Dach gestellt. Das Dach konnte ich erst morgen reparieren. Jetzt war es dunkel und regnete noch immer etwas. Der Nachbar war noch nicht informiert. Ich zog deshalb eine Regenjacke und feste Stiefel an und stapfte durch die dunkle Nacht zum Nachbarn. Das Haus des Nachbarn liegt hinter den Tannen etwa fünfhundert Meter von meinem Haus entfernt an dem Fluß, der an unseren Grundstücken vorbei in Richtung Hamburg fließt. Das Wasser war mächtig angeschwollen, aber das Haus steht auf einer Anhöhe über den momentan gefährlich brodelnden Fluten. Ich läutete kräftig die gußeiserne Glocke, die an der Tür seines großen Holzhauses hing. Es dauerte eine Zeitlang, dann tapste eine verschlafene Gestalt auf die Tür zu. Die Tür öffnete sich einen Spalt. Trotz der schwarzen Nacht erkannte mich die verschlafene Gestalt. Sie bat mich herein. Ich überlegte, wie ich meine Geschichte spannend aufbereiten konnte. Genüßlich erklärte ich erst einmal: „Du brauchst dich nicht zu erschrecken.“ Entsetzt fragte er: „Was ist passiert?“ Ich antwortete: „Nichts Schlimmes. Nur eine deiner Tannen hat meine Hütte platt gemacht.“ Er schluckte geschockt. Aber ich beruhigte ihn: „Das war ein Scherz. Nur die Dachpappe ist kaputt und es regnet in mein Bett.“ Daraufhin entspannten sich seine Gesichtszüge. Normalerweise ist mein Nachbar der Gelassene und ich komme immer aufgeregt mit irgendwelchen Katastrophenmeldungen zu ihm. Diesmal wollte ich es einmal anders machen. Aber zum Scherzen war ihm irgendwie nicht zumute. Er hatte im Moment nicht viel Geld. Und es würden erhebliche Kosten auf ihn zukommen, außer wir könnten die Dinge gemeinsam regeln. Zum Glück bin ich ein netter Mensch, mit dem man alles freundschaftlich bereden kann.

11. Die Tanne wird zersägt Mein Nachbar ist ein ganz anderer Mensch als ich. Er lebt sehr weltlich. Er ist etwa 35 Jahre alt und verbringt seine Tage mit fernsehen, am Computer spielen oder Alkohol trinken, wenn er nicht gerade arbeiten muss. Eine Freundin hat er nicht. Er ist Single wie ich. Im Moment ist er seit einem halben Jahr arbeitslos. Er lebt von Harz 4 und trifft sich oft mit seinen Freunden zum Feiern und zum Saufen. So kann man auch leben, obwohl ich eine Existenz als Yogi bevorzuge. Wir beschlossen erst einmal den nächsten Tag abzuwarten und uns dann die Schäden genau anzusehen. Die Nacht war wegen der feuchten Bettdecke und der laut in die Eimer fallenden Regentropfen etwas ungemütlich. Aber am nächsten Tag war der Sturm vorbeigezogen, die Regentropfen tönten nicht mehr in den Wassereimern und draußen war es hell. Endlich mal ein spannender Tag in meinem langweiligen Yogialltag. Wie kaputt würde das Dach wohl sein? Würden wir die etwa fünfzehn Meter lange Tanne von meinen Dach entfernen können? Ich zog mich an, frühstückte gemütlich und kletterte dann mit einer Leiter auf das Dach. Ein wunderschöner großer Tannenbaum mit vielen Tannenzapfen befand sich dort, nur leider zur falschen Zeit am falschen Ort. Aber das konnte ich ja ändern. Ich holte meine Motorsäge aus aus dem Haus, schaltete sie an und sägte mit großem Lärm und wachsender Begeisterung den Baumstamm auf meinem Dach in kleine Stücke. Was braucht ein Mann mehr als eine Motorsäge, um sich richtig als Mann zu fühlen. Es fehlten nur die Frauen, die unten vor dem Haus standen und bewundernd in die Hände klatschten. Und anschließend den erschöpften Handwerker mit Kaffee und Kuchen labten. Aber dafür erzähle ich die Geschichte ja jetzt im Internet. Ich lasse mir das Lob nicht nehmen. Vielleicht schreibt ihr heute zur Abwechslung einmal begeisterte Kommentare. Oder klickt wenigstens die Aussage „cool“ an. Irgendwann am frühen Nachmittag war auch der Nachbar aufgestanden und kam mit seiner Motorsäge zu Hilfe. Jeder echte Mann hat eine Motorsäge. So muss es sein und so ist es bei uns auch. Mit leichter Häme bemerkte ich, dass die Motorsäge des Nachbarn kleiner war als meine. Egal, Motorsäge ist Motorsäge. Und zu zweit wurde der mächtige Tannenbaum schnell zu einem armseligen Stück Feuerholz. Obwohl ich mir die schöne Spitze für Weihnachten aufbewahrt habe. Auch Katastrophen kann man optimal für ein spirituelles Leben nutzen.

12. Einen Cheeseburger für einen Vegetarier Nachdem wir die Tanne vom Dach entfernt hatten, untersuchten wir die Schadstellen in der Dachpappe. Die Tannenzweige hatten große Löcher gerissen. Ich beschloss, fünf Platten Ondoline zu kaufen und eine ganze Dachbreite neu zu verlegen. Zum Glück hat mein Nachbar ein großes Auto. Da es jeden Moment wieder anfangen konnte zu regnen, fuhren wir sofort los. In unserer Nähe liegt ein großer Baumarkt, bei dem man sich als Heimwerker preisgünstig mit allen Baumaterialien eindecken kann. Ein Männerparadies. Hier gibt es auch die größten und schönsten Motorsägen. Aber wir hatten ja schon zwei Motorsägen, ich eine große und mein Nachbar eine kleine. Wir gingen in die Dachabteilung. Leider war die Ondoline bis auf zwei Pappen gerade ausverkauft. In einer Woche hätte der Marktleiter eine Nachlieferung bekommen können. Das war mir eine zu lange Zeit mit Löchern im Dach. Der Marktleiter war sehr geschäftstüchtig und empfahl uns eine halbe Autostunde entfernt liegende weitere Baumarktfiliale. Er telefonierte mit seinem Kollegen und stellte sicher, dass wir dort sofort die restlichen drei Ondoline-Platten bekommen könnten. Also machten wir uns auf in den Nachbarort. Normalerweise führe ich immer nur kurze Gespräche mit meinem Nachbar. Jetzt war die Zeit uns einmal gründlich kennenzulernen, nachdem wir schon über zehn Jahren ohne großen Kontakt nebeneinander hergelebt hatten. Ich erzählte ihm, dass ich als Yogi lebe und nebenbei die Welt im Internet rette. Er konnte mit dem Begriff Yoga nicht viel anfangen. Der Name „Gott“ sagte ihm auch nichts. Einen Mann dieses Namens hatte er noch nicht kennengelernt. Für eine Erleuchtung interessierte er sich auch nicht. Ihm genügte es, wenn er jeden Tag etwas zu saufen hatte. Ein Leben nach dem Tod? Diese Idee fand er ziemlich witzig. Ich erklärte, dass ich ihn nach dem Tod retten könnte, wenn er meinen Namen als Mantra denken würde. Das wollte er sich überlegen. Spannend wurde die Diskussion erst, als ich ihm erzählte, dass Yogis normalerweise kein Fleisch essen. Ein Leben ohne Fleisch konnte er sich nicht vorstellen. Neben dem Alkohol muss das Leben doch noch einen weiteren Sinn haben. Immerhin hatte er schon gehört, dass zu viel Fleisch ungesund sein soll. Er beschloss seinen Fleischgenuss zu reduzieren. Zuerst einmal weckte die Debatte seinen Appetit und wir kehrten bei Mc Donalds ein. Jetzt konnte mich mein Nachbar überraschen. Er zeigte mir das Drive In und bediente perfekt alle Geräte und Ansagen. Er bestellte zwei Cheeseburger für sich und einen Cheeseburger für seinen vegetarischen Freund. Vorher hatte ich ihm erklärt, dass ich ein undogmatischer Yogi bin und manchmal auch über die Stränge schlagen darf. Daraufhin war ich ihm sofort sympathisch. Ich war begeistert von dem Drive In und fühlte mich wie in Amerika. Wir müssen bedenken, dass ich über zwanzig Jahre weitgehend ohne großen Kontakt zur Zivilisation meditierend in meiner Yogihütte gelebt hatte. Jetzt lernte ich durch den Sturm und seine Folgen die große weite Welt kennen. Wir mampften unsere Cheeseburger und unterhielten uns weiter angeregt über die Vorteile einer vegetarischen Lebensweise.

13. Das Dach wird genagelt Der Baumarkt in Quickborn hatte viele Ondoline-Platten vorrätig. Wir luden sie in den Wagen und waren gegen Abend wieder zuhause. Am nächsten Tag war das Wetter freundlicherweise immer noch trocken und ich begann sofort nach dem Aufstehen mit dem Dachdecken. Ich befreite das Dach an den zu deckenden Stellen erst vom Laub und von der Moosschicht. Dann strich ich die Dachplatten an den Überlappungstellen mit Teerkleber ein. Der Kleber war flüssiger als ich gedacht hatte und danach war ich mehr geteert als das Dach. Zusätzlich tropfte mir beim Abstieg von Dach auch noch Teer auf den Kopf, so dass ich rundum verklebt und verschmiert war. Zum Glück hatte ich mir altes Zeug angezogen, das schmutzig werden durfte. Aber vom Kopf und von der Haut war der Kleber nur schwer abzukriegen. Ich reinigte mich mit einer Bürste so weit es ging und wartete dann einige Tage darauf, dass der Teer von selbst von der Haut wieder abwächst. Das funktionierte auch. Gut, dass mich meine Ex-Frau nicht so verschmutzt gesehen hat. Und meine Mutter auch nicht. Warum müssen Frauen immer so übertrieben sauber sein? Ein Mann sieht doch witzig aus mit Teerflecken auf der Haut. So richtig nach harter Arbeit, Dreck und gutem Sex. Wie komme ich jetzt von Dachdecken auf guten Sex? Solche Gedanken sollte ein Yogi nicht haben!! Nach fast zehn Jahren ohne Freundin weiß ich doch eigentlich gar nicht mehr wie Frauen aussehen. Ich habe scheinbar doch noch nicht ganz vergessen, dass es im Leben auch andere Dinge als Yoga gibt. Früher habe ich oft unter Google-Bilder nach Begriffen wie Sex, Frauen und Brüste gegoogelt. Im Moment dagegen lese ich gerne Berichte von schrecklichen Beziehungen. Ich suche mir die Bestätigung, dass es gut ist als Single zu leben. Außerdem bin ich ja wie gesagt nicht dogmatisch. Horcht auf, ihr Frauen!!

14. Noch eine Tanne Am nächsten Tag regnete es wieder. Mein Blick wandte sich sorgenvoll den noch stehenden Tannen auf dem Nachbargrundstück zu. Eine Tanne stand noch näher als der bereits umgestürzte Tannenbaum an meinem Haus. Beim nächsten großen Sturm würde sie mein Haus wirklich zerlegen. Ich beschloß das Unglück nicht abzuwarten, sondern vorher schützend einzugreifen. Am darauffolgenden Tag war das Wetter trocken. Ich holte meine Motorsäge aus dem Haus und ging damit zum Nachbargrundstück. Mein Nachbar war gerade dabei sich mit einem Freund wieder zu besaufen. Da es aber erst mittags war, war er noch gut ansprechbar. Zum Bäumefällen hatte er im Moment allerdings keine Lust. Daraufhin versuchte ich den Baum alleine zu fällen. Im Fernsehen hatte ich gelernt, wie man große Bäume fällt. Man sägt auf der einen Seite unten am Stamm eine Kerbe und schneidet dann von der anderen Seite langsam auf die Kerbe zu. Der Baum fällt in Richtung der Kerbe auf die Erde. Leider wurde die Kerbe schief. Der Baum begann zu knacken und bewegte sich auf die Stromleitung zu, die bei uns über Land verlegt ist. Diese Richtung hatte ich nicht für den Baum vorgesehen. Ich lief zu dem Nachbarn und übertrug ihm schnell die Verantwortung für die Tanne. Schließlich war es ja sein Grundstück und sein Baum. Er war davon nicht gerade begeistert, aber jetzt kam er wenigstens mit zum Bäumefällen. Die Tanne stand noch aufrecht. Der Nachbar beschloss ein Seil um die Tannenspitze zu legen und die Tanne mit dem Seil von der Stromleitung wegzuziehen. Sein Kumpel sägte den Baum frei, wir zogen kräftig an der Tannenspitze und die Tanne krachte zu Boden. Dabei streifte sie die Oberlandleitung, die mit einem großen Funkenflug ihren Geist aufgab. Dumm gelaufen. Wenigstens war mein Haus jetzt gerettet. Alle Ereignisse haben immer auch eine positive Seite, wie ich sofort feststellte. Ich rief die Elektrizitätsgesellschaft an. In sehr kurzer Zeit kam ein Wagen. Ein Mann betrachtete die Stromleitung, stieg auf den Mast und hängte die Stromkabel wieder ein. Eine Stunde später wurde der Strom wieder eingeschaltet. Mir wurde bewusst, dass ich wohl doch kein perfekter Baumfäller bin. Aber mein Nachbar verzieh mir und lud mich ein, den restlichen Tag mit ihnen zu versaufen. Inwischen war noch ein dritten Kumpel gekommen und hatte eine Kiste Bier mitgebracht. Ich musste ihnen leider sagen, dass ich keinen Alkohol trinke und deshalb besser nicht an ihrer kleine Runde teilnehmen sollte. Seid vorsichtig, egal was ihr tut. Macht keinen Unsinn. Plant euer Leben mit Weisheit. Sägt nicht an großen Bäumen, wenn ihr sie nicht zu fällen versteht. Geht mit kleinen Schritten auf eurem spirituellen Weg voran. Wachst langsam ins Licht.

15. Der unperfekte Yogi Als die Tanne auf meine Yogihütte krachte, kam mir der Gedanke: „Ich bin für den Kosmos bedeutungslos.“ Ich ließ sofort im Moment des großen Knalls mein Ego los und blieb dadurch erstaunlich friedlich. Letztlich störte mich viel mehr als mein beschädigtes Haus die Tatsache, dass ich so unperfekt den zweiten Baum gefällt hatte. Mir fällt es leichter die Unperfektheit des Kosmos anzunehmen als meine eigenen Fehler. Obwohl die Unperfektheit der Welt mich auch oft ziemlich belastet. Warum gibt es so viel Leid auf der Welt? Warum gibt es ständig Hunger, Krankheit und Krieg? Warum hat Gott die Welt nicht besser gemacht? Warum kann die Menschheit nicht eine glückliche Welt aufbauen? Die meisten Menschen sind so unperfekt, dass sie noch nicht einmal begreifen, wie wichtig es ist spirituell zu leben. Der Sinn des Lebens ist das innere und nicht das äußere Glück. Wem es möglich ist, der sollte zur Erleuchtung gelangen. Das ist letztlich der einzige wirkliche Schutz vor dem Leid in der Welt. Fehler gehören zum Leben dazu. Aus Fehlern kann man lernen. Durch Fehler bleibt das Leben immer spannend. Es nimmt unerwartete Wendungen, durch die ein spiritueller Mensch innerlich wachsen kann. Wenn er auf seine Fehler meditiert und sein Ego dabei opfert, kann er seine Erleuchtungsenergie entwickeln. Ich wäre gerne perfekter. Dieser Gedanke kann mich anspornen, besser zu werden. Aber für den Weg des inneren Glücks ist es wichtig sich grundsätzlich erst einmal so anzunehmen, wie man ist. Mit allen Fehlern. Was sind deine Fehler? Was ist heute dein positiver Gedanke dazu? „Mein positiver Gedanke ist …(Ich nehme mich so an wie ich bin.)“

16. Der Tanz mit dem Chaos Ein Yogi plant sein Leben klug, aber alles Leid ist nicht zu vermeiden. Wenn das Chaos des Lebens zuschlägt, dann opfert ein Yogi sein Ego und bewahrt so wenigstens seinen inneren Frieden. Mit seinen Yogaübungen erweckt er anschließend seine Glücksenergie und gewinnt so schnell seinen Optimismus zurück. Dann kann er wieder über das Leben und sich lachen. Ein Yogi bleibt letztlich immer im Glück, wenn er im richtigen Moment sein Ego zu opfern versteht. Dann können ihm selbst größere Katastrophen nicht wirklich etwas anhaben. Gesegnet ist, wer beständig im richtigen Moment die Freude, die Liebe, die Ruhe, die Kraft und die Weisheit lebt. Gesegnet ist, wer im egolosen Sein ruht und seinen Geist auf das Ziel einer glücklichen Welt ausgerichtet hat. Ein Weltretter kann leicht sein Ego überwinden, weil er sich selbst im Zentrum seines Lebens nicht wirklich wichtig nimmt. Fünf Tannenbäume stehen noch. Zwei bedrohen das Haus und drei könnte irgendwann einmal der Sturm auf die Stromleitung wehen. Der Nachbar hat zwar erklärt, dass er sie fällen will. Aber ich glaube, dass damit in den nächsten Jahren nicht zu rechnen ist. Mein Nachbar ist nach meiner Einschätzung eine faule Socke, die nichts wirklich auf die Reihe kriegt. Ich mag ihn, aber ich verlasse mich lieber auf mich selbst. Ich muss die Bäume nicht mehr fällen. Die beiden vor dem Haus stehenden Bäume sind so weit entfernt, dass nur ihre Spitzen das Dach streifen werden, falls sie sich entschließen auch auf mein Haus zu fallen. Möglicherweise muss ich dann die Dachpappe reparieren. Aber die Substanz des Hauses ist nicht mehr bedroht. Für die drei Bäume vor der Stromleitung ist die Stromgesellschaft zuständig. Sie hat sich die Situation angesehen. Ihre Gärtner schneiden grundsätzlich nur Zweige nahe der Leitung weg. Ansonsten wartet die Stromgesellschaft bis ein Baum auf die Leitung fällt und schickt dann ihre Handwerker. Möglicherweise bin ich dann einen Tag ohne Strom. Kein Computer, kein Fernsehen, kein Licht. Aber damit kann ich leben. Das habe ich schon einige Male in den letzten zwanzig Jahren geübt. Ich habe vorgesorgt, soweit es mir möglich war. Ansonsten schaun wir mal, was bei dem nächsten Sturm passiert. Nicht jeder Sturm kippt Tannen um. Manchmal kann es zehn Jahre dauern, bis wieder eine Überraschung fällig ist. Der Yoga-Gott Shiva tanzt mit dem Chaos des Lebens. Er hält sich beständig mit den fünf Elementen Freude, Frieden, Liebe, Weisheit und Selbstdisziplin im Licht. So wollen wir es auch halten. 17. Die unersättliche Muschi So ganz alleine bin ich hier Wald nicht. Es gibt hier viele Tiere, die mich inzwischen alle gut kennen. Eine Fasanenfamilie wohnt direkt neben meinem Haus. Fasane (hühnergroße erdfarbene Laufvögel) sind normalerweise sehr scheu. Heute morgen trat ich vor die Tür und sie stritten sich unbekümmert weiter. In den meisten Familien wird gestritten. Und so ist es bei den Fasanen auch. Die drei Kinder waren unterschiedlicher Meinung und rannten aufgeregt hin und her. Bis eines der Kinder die Flucht ergriff und sich seinen eigenen Platz zum Spielen suchte. Eine Katze kommt mich öfters besuchen. Sie spürt meine energiereichen Hände und möchte immer stundenlang von mir gestreichelt werden. Leider bin ich ein sehr fauler Yogi und habe dazu nur begrenzt Lust. Wir haben uns inzwischen auf eine kurze Streicheleinheit je Besuch geeinigt. Sie kommt, läßt sich kurz verwöhnen und geht dann wieder ihres Weges. Mehr Lust zum Streicheln hatte ich bei meiner Ex-Freundin. Ich legte ihr meine Hände auf den Kopf. Alle ihre Stressgedanken kamen sofort zur Ruhe und sie tauchte ein in ein glückseliges Sein. Dann hatte sie stundenlang Lust auf Sex. Das war sehr praktisch. Sexpillen zur Lustanheizung sind bei einem Yogi nicht notwendig. Dafür hat er seine glückbringenden Hände. Leider trennte sie sich vor neun Jahren von mir, weil sie meine spirituellen Geschichten nicht mehr ertragen konnte. Meine Glücksenergie hat sie noch lange Zeit vermisst. Der Lieblingswitz meines Freundes lautet: „Eine gute Fee erklärt einem Mann, dass er einen Wunsch frei hat. Der Mann wünscht sich eine unersättliche Muschi. Daraufhin bekommt er eine Katze, die von morgens bis abends Hunger hat.“ Für alle Kinder: Dieser Witz ist nicht jugendfrei. Ihr braucht ihn nicht zu verstehen. Die Bedeutung erschließt sich erst nach einer längeren Beziehung. Meinen Freund lernte ich in der Schule kennen. Er studierte Soziologie und wurde später Programmierer. Unsere Wege trennten sich im Alter von 30, als ich die Spiritualität für mich entdeckte. Für meinen Freund bestand der Sinn des Leben darin viel Sex zu haben. Beruflich klappte es nicht ganz so mit der Karriere, dafür lernte er aber eine nette Frau kennen. Er durfte zweimal in der Woche mit ihr Sex haben. Am Anfang war er begeistert von seiner Frau. Aber nach vier Jahren Beziehung hat ein Paar nach aktuellen Zahlen im Durchschnitt nur noch 2,5 mal Sex im Momant. Der Mann will jeden Tag. Die Frau will einmal im Monat. Und dann einigen sich beide auf zweimal im Monat und einen mißglückten Versuch. Auch meinen Freund hat dieses grausame Schicksal in einer langfristigen Beziehung ereilt. Seit einigen Jahren ist er im Internet auf der Suche nach sexuellen Abenteuern. Er versucht so das sexuelle Defizit in seiner Beziehung auszugleichen. Ob das seiner Frau gefällt? Vermutlich nicht. Ich bin jedenfalls für Treue in Beziehungen, weil alles andere letztlich ein Weg des Unglücks ist. Er führt zu Verletzungen des Herzchakras, die nur schwer wieder zu heilen sind. Unklare Sexualität sollte ein Yogi vermeiden. Der wahre Sinn des Lebens besteht im inneren Glück. Wenn Sexualität, dann in einer Beziehung. Wenn eine Beziehung, dann auf der Basis von Treue, Weisheit und Liebe. Das ist die klare Aussage der erleuchteten Meister aller großen Religionen. Sexualität ist nichts Schlechtes, aber sie muss mit Weisheit gelebt werden. Weisheit bedeutet mit dem richtigen Partner, auf die richtige Art und im richtigen Maß.

18. Monatstreffen mit Samira Einmal im Monat treffe ich mich mit einer Frau aus einer früheren Yogagruppe beim Italiener in meiner Nähe. Sie geht gerne essen und ich habe gerne einmal im Monat etwas Kontakt. Samira ist verheiratet und lebt in einer glücklichen Beziehung. Sie und ihr Mann üben sich jeden Tag im positiven Denken. Sie pflegen das Positive in ihrer Beziehung und tun sich gegenseitig gut. Sie gehen achtsam und konstruktiv miteinander um. Das ist das Geheimnis einer glücklichen Beziehung. Kaum jemand in der westlichen Welt kennt und praktiziert es. Kaum jemand hat in der heutigen stressreichen Zeit die Kraft dazu. Die Kraft zu einer beständigen Positivität bekommt Samira aus dem Yoga und ihr Mann aus dem Christentum. Sie verbinden sich jeden Tag mit ihren positiven Vorbildern und finden so den Weg zu einem glücklichen Beziehungsleben. Manchmal beneide ich Samira. Ich finde es oft nicht leicht alleine als Yogi zu leben. Ich vermisse Kontakt, Gespräche und emotionale Unterstützung durch eine Partnerin. Und den Sex natürlich auch. Aber zum Einen hat der Kosmos offensichtlich für mich ein Leben als Single und für Samira ein Leben in einer glücklichen Beziehung vorgesehen. Und zum Zweiten muss das Leben in einer Beziehung langfristig nicht unbedingt der glücklichere Weg sein. Wer alleine als Yogi lebt, kommt spirituell schnell voran und lebt eines Tages dauerhaft in einem unermeßlich großen Glück, welches das Glück in einer Beziehung weit übersteigt. Wer in einer glücklichen Beziehung lebt, wird sich eines Tages von seinem Partner verabschieden müssen. Jede Beziehung endet durch Tod oder Trennung. Dann kommen nicht so glückliche Tage. Dann leidet man/frau viele Jahre an dem Verlust des Partners. Nach meiner Erfahrung hält sich das Glück und das Unglück durch eine Beziehung die Waage. Ich hatte zwölf Jahre eine glückliche Beziehung. In dieser Zeit entstanden starke Anhaftungsbänder an die Beziehung. Dann zerbrach die Beziehung und ich brauchte etwa zwölf Jahre, um die Anhaftungsbänder wieder aufzulösen. Es ist ein kosmisches Gesetz, dass weltliches Glück immer zu Anhaftungsbändern führt, die irgendwann durch Trauerarbeit wieder aufgelöst werden müssen. Erleuchtung entsteht erst, wenn alle Anhaftungen an weltliche Dinge auf einer tiefen Ebene aufgelöst sind. Anhaftungen sind innere Verspannungen. Man kann seine inneren Verspannungen auch in einer Beziehung auflösen. Man kann sich in der Spiritualität zentrieren und die weltlichen Genüsse klein halten. Etwas Freude schadet nicht der Erleuchtung. Zu viel weltlicher Genuss dagegen kann süchtig machen. Süchtig nach einem Partner, nach Sicherheit, Geborgenheit, guten Gesprächen oder gutem Sex. Wer schafft es in einer Beziehung seine Energie dauerhaft auf Gott zu konzentrieren? Wer kann wirklich das oberste Gebot der Bergpredigt umsetzen, wonach wir im Schwerpunkt das innere Glück (Gott) und nicht das äußere Glück (den Partner, den äußeren Lebensgenuss) lieben sollen? Für die meisten Menschen ist der Beziehungsweg ein Tanz mit den zwei gleichgewichtigen Phasen Glück und Trauer. Diese Gedanken lassen mich nach einem Treffen mit Samira immer wieder positiv mein einsames Yogileben annehmen. Möge jeder den Weg finden, der für ihn am besten geeignet ist.

19. Mein Sohn hat Geburtstag Morgen hat mein Sohn Geburtstag. Er wird 29 Jahre alt. Ich habe ihm eine Geburtstagsmail mit einem schönen Spruch geschickt. Er ist wie ich Yogalehrer und lebt jetzt in der Yoga-Vidya-Gemeinschaft im Westerwald. Als er sieben Jahre alt war, trennte ich mich von seiner Mutter und wurde ein Yogi. Die Trennung hat er nur schwer verkraftet. Vor der Trennung war er ein fröhliches Kind. Nach der Trennung war er eher unglücklich und introvertiert. Eine Zeitlang war er vom Yoga begeistert. Sehr zum Entsetzen meiner Ex-Frau folgte er seinem verrückten spirituellen Vater und nicht seiner materialistisch eingestellten Mutter. Ich verstand mich in dieser Zeit sehr gut mit ihm. Später löste er sich weitgehend von seinem Vater. Das begrüße ich. Nur so kann er wirklich sich selbst und seinen eigenen Weg finden. Nach dem Abitur studierte mein Sohn Psychologie und machte einen Abschluß als Diplom-Psychologe. Leider hatte er nach dem Studium keine Lust mehr auf Psychologie. Er machte eine Weltreise, die er aber nach kurzer Zeit wieder abbrach. Er ist ein typischer Vertreter der Nullbock-Jugend. Alles bringt ihm irgendwie nicht wirklich Spaß. Oder es funktioniert nicht so wie er sich das vorgestellt hat. Einmal verliebte er sich in ein schönes Mädchen. Leider liebte sie ihn nicht. Ein anderes Mädchen verliebte sich in ihn. Aber er verliebte sich nicht in sie. Dumm gelaufen. So wird das nichts mit dem Nachwuchs. Meine Ex-Frau und meine Mutter würden gerne Oma und Uroma werden. Aber es ist schwer in der heutigen Zeit eine passende Partnerin zu finden und eine dauerhafte Beziehung aufzubauen. Mir ist es egal, ob er eine Freundin findet oder nicht. Der Sinn des Lebens liegt in der Erleuchtung. Alles andere sind weltliche Spiele, die man spielen kann oder nicht. Gut, wenn sie einen auf dem spirituellen Weg voranbringen. Schlecht, wenn man sich dadurch in dem Schleier der Maya (der äußeren Scheinwelt) verliert. So sieht ein verrückter Yogi die Dinge. Ernsthaft auf dem spirituellen Weg ist mein Sohn noch nicht. Er probiert aus. Er ist auf der Suche nach sich selbst und seinem Lebenssinn. Bevor man findet, muss man gründlich suchen. Erst aus einer konsequenten und reflektierten Suche kann sich ein tiefes Finden ergeben. Ich habe 30 Jahre meinen Weg gesucht. Dann habe ich 30 Jahre intensiv spirituell praktiziert. Und im Alter von 60 bin ich hoffentlich erleuchtet. Oder nicht. Ich glaube eher nicht. Egal. Jedenfalls bin ich auf einer tiefen Ebene zufrieden mit meinem Leben, weil mein Weg sich konsequent aus einem langen Nachdenken entwickelt hat. Ich wünsche euch heute ein konsequentes Suchen und ein glückliches Finden. Mögt ihr alle den zu euch passenden Lebensweg finden und eines Tages in der großen Zufriedenheit ankommen. Meine Erfahrung ist, dass es ohne tiefes inneres Glück keine wirkliche Lebenszufriedenheit gibt. Ohne inneres Glück ist man nicht wirklich mit sich und seinem Leben zufrieden. Und wann man im inneren Glück lebt, dann ist man sowohl als Single als auch in einer Beziehung glücklich. Die Erleuchtung allein genügt. Ein Leben in Gott allein genügt. Daraus folgt alles weitere Glück. Wer das begreift, verläuft sich nicht in seinem Leben.

20. Epikurs Geburtstag Epikur ist ein griechischer Philosoph. Epikur ist der Vater des positiven Denkens. Er begründete die Glücksphilosophie. Ich verdanke Epikur sehr viel. Auf der Suche nach dem tieferen Sinn des Lebens traf ich auf Epikur und war gerettet. Ich fand zur Spiritualität und entwickelte von da an systematisch mein inneres Glück. In mein Leben zog eine tiefe Zufriedenheit ein. Am 20. Tag jedes Monats feiern wir in einem Philosophieforum Epikurs Geburtstag. Die Idee hatte vor einem Jahr Rhetorix. Rhetorix ist eine Stammschreiberin in diesem Philosophieforum und begeisterte Anhängerin von Epikur. Sie hat viel über Epikur gelesen und schenkt uns an jedem Geburtstag etwas von ihrem großen Wissen. Rhetorix ist etwa 40 Jahre alt, Singlefrau und hat zwei Kinder. Sie hat Philosophie studiert. Was sie beruflich macht, weiß ich nicht. Jedenfalls weiß sie wie man Männer dazu bringt ihre Texte zu lesen: „Wie wär’s mit dem Thema „Liebe und Sex? Wenn man die Sache unter dem Gesichtspunkt von Epikur zu betrachten versucht, kommt wohl folgendes heraus: Sex mit Leidenschaft ist schlecht, denn jede Leidenschaft ist eine ernste Gefahr für die Ataraxia (innerer Frieden). Im Konfliktfall ist innerer Frieden dem Sex vorzuziehen. Liebe zieht oft den Kummer nach sich. Sex ohne Leidenschaft geht in Ordnung, da die damit verbundene Empfindung zweifellos angenehm ist. Man darf sich hiervon aber keinesfalls abhängig machen. Das ist relativ schwierig, und daher ist es meist besser, wenn man’s lässt. Sich zu verheiraten, ist unter Umständen zu empfehlen. Aus Leidenschaft zu heiraten, ist aber auf keinen Fall ein guter Rat. Am besten sucht man sich eine eher unscheinbare Frau, bei der man von vornherein nicht in diese Gefahr gerät. Alles in allem sind Liebe, Leidenschaft, Sex und zum nicht unerheblichen Teil auch die Ehe ein Feld voller Fallstricke. Am klügsten – aber nicht zwingend nötig – ist es, sich davon fernzuhalten.“ Ich vermute, dass Rhetorix ziemlich schlechte Erfahrungen mit Beziehungen gemacht hat. Das geht vielen Menschen so, weil das Ego in der heutigen Zeit groß ist und eine egoistische Beziehung schnell zu einem Leidensweg werden kann. Für viele Menschen ist deshalb das Alleineleben der glücklichere Lebensweg, auch wenn sie sich meistens auf einer tiefen Ebene doch nach einer glücklichen Beziehung sehnen. Wie kann man aus der Sicht der Yoga eine glückliche Beziehung führen? Ein Yogi legt den Schwerpunkt seines Leben auf die Entwicklung des inneren Glücks. Sein inneres Glück kann man am besten und schnellsten entwickeln, wenn man alleine als Yogi lebt. Wenn ein Yogi eine Beziehung hat, dann sollte er sich weiterhin in sich (in Gott, in der Erleuchtung, im spirituellen Üben) zentrieren und die Beziehung vorwiegend als einen Weg des Karma-Yoga betrachten. Wenn ein Yogi seine Beziehung aus dem Sein (inneren Frieden) und dem Geben lebt, dann können alle Beteiligten daran spirituell wachsen. Die große Kunst ist es sensibel herauszufinden, wieviel man jeweils an Ruhe, Liebe, Freude, Selbstdisziplin und täglichem Üben für einen erfolgreichen Beziehungsweg braucht. Aus dem Sein (Ruhe, Üben) kriegen wir unsere Energie und aus dem Geben (richtig dosiert, ohne sich zu verbrauchen) wachsen wir in der umfassenden Liebe.

21. Die Glücksphilosophie Rebecca ist eine Freundin von Rhetorix: „Epikur befreite von der Angst und machte DADURCH die Menschen frei und glücklich.“ Nils: Leidbefreiung ist die eine Hälfte der Glücksphilosophie. Die andere Hälfte ist die Erweckung des inneren Glücks. Inneres Glück kann durch viele Dinge entstehen. Gutes Essen kann glücklich machen. Sex kann glücklich machen. Wein kann glücklich machen, wenn er in Maßen genossen wird. Der Hauptweg zum inneren Glück ist die Ruhe (ausreichende regelmäßige Entspannung), die Liebe (allen Wesen Glück wünschen) und das spirituelle Üben. Das spirituelle Üben kann nach Epikur darin bestehen, jeden Tag über den Sinn des Lebens nachzudenken (philosophieren) und positive Gedanken zu pflegen. Für einen Erleuchteten ist es hilfreich äußerlich und insbesondere innerlich für sich alleine zu sein. Aber gleichzeitig ist er durch sein erweitertes Bewusstsein eins mit allen seinen Mitwesen. Er spürt ihre Gefühle und Gedanken in sich. Er kann den Menschen helfen noch glücklicher zu werden. Dann spürt er noch mehr Glück in sich. Rebecca: „Epikur sah Freundschaft als wichtig an. Unter philosophischer Betrachtungsweise ist Freundschaft aber ein „Mittel zum Zweck“. Es gibt den Menschen nur für sich. Alleine in seiner EINSAMKEIT. Und wer dieses erkennt, sucht etwas, um aus seiner Einsamkeit/Isolation zu kommen. Etwas, an das er sich festhalten kann. Einen anderen. Den Freund, den/die Geliebte.“ Nils: Das sind ehrliche Sätze von dir. Du suchst einen Freund nicht um zu geben, sondern um etwas zu kriegen. Du möchtest einen Halt haben. Du möchtest Hilfe bei deinen Ängsten haben. Du möchtest durch die Zweisamkeit der Einsamkeit entkommen. Das ist alles okay. Aber der Hauptweg des inneren Glücks ist es in sich selbst einen Halt zu finden. Buddha lehrte: „Sei dir selbst eine Insel.“ Wer in sich selbst eine Insel ist, der kann seine Freundschaften aus dem Geben heraus leben. Haben-Freundschaften sind Suchtfreundschaften, die langfristig unglücklich machen. Sie enden in Ego-Machtkämpfen. Durch Geben-Freundschaften wächst ewig das Glück bei allen Beteiligten. Der Mensch ist nicht alleine. Er wird einsam nur durch sein Ego. Wenn er sein Ego auflöst, erkennt er, dass er ein Teil des Gesamtkosmos ist. Der Mensch als Einzelwesen ist nur eine Illusion, die geistige Verwirrung eines unerleuchteten Menschen. Bei einem Erleuchteten dehnt sich die Bewusstseinsenergie aus. Er erfährt sich als eins mit dem Kosmos und mit allen seinen Mitwesen. Er hat ein Einheitsbewusstsein. Und er sieht typischerweise das Licht, das Urpositive, das Göttliche in allen seinen Mitwesen. Dadurch bleibt er ewig im Licht (in Gott). Möge das große Sat-Chid-Ananda mit euch sein. Lebt aus dem Sein (Ruhe, Üben) und dem kosmischen Bewusstsein (umfassende Liebe, Einheit aller Wesen, Gottesbewusstsein) heraus und ihr wachst ewig im inneren Glück. Was ist dein Weg ins Sat-Chid-Ananda zu kommen? Wie kannst du deine Mitmenschen auch zum Weg des inneren Friedens, des spirituellen Übens und der umfassenden Liebe führen?

22. Gedicht über die Liebe von Doro Ich möchte immer für Dich da sein, wenn Du mich brauchst. Ich möchte Dir meine Liebe schenken, jeden Tag. Ich möchte mit Dir zusammen sein, ohne zu streiten. Ich möchte mit Dir reden, ohne zu heucheln. Ich möchte mit Dir gute und schlechte Zeiten durchstehen, Ich möchte Dich nie verlieren. Du berührst mich, ich spüre Deine Hand und in mir wird ein Gefühl stark, mich ganz ein zu kuscheln, in diese Hand. Darin liegen und geborgen sein… OHNE ANGST Du könntest sie zu fest zusammen drücken, oder zum Wegwerfen öffnen !

Doro: Das alles funktioniert leider nur, wenn beide auf sich Rücksicht nehmen. Ich hoffe ich konnte Dir damit etwas geben…. Liebe Grüße und viel Glück. Nils: Danke Doro für dein wunderschönes Liebesgedicht. Ich liebe es auch symbiotisch. Nur das „Nie Verlieren“ ist aus meiner Sicht eine geistige Fehlhaltung. Das Leben ist ein ewiger Wandel. Den großen Halt gibt es nur in Gott, im Leben in Gott, in der Erleuchtung. Wer den großen Halt in einem Partner sucht, geht einen Irrweg, der irgendwann zu großen Schmerzen führt. Nach meiner Erfahrung ist es besser sich in Gott (in sich selbst, im eigenen Glück, im anhaftungslosen Sein, im positiven Fließen mit dem Leben) zu verankern und dann nach Herzenslust mit einem geliebten Menschen zu kuscheln, zu lieben und glücklich zu sein. Für alle Leser: Doro ist nicht meine neue Freundin! Leider!! Sie schreibt nur in meinem derzeitigen Thread im Esoterikforum mit. Ich wünsche heute Doro und allen Lesern ein ewig erfülltes Liebesglück. Kuschelt schön. Und gelangt ins Licht. Viele Grüße, der einsame arme Yogi. 23. Weihnachtsfeier mit meiner Mutter Mit meiner Mutter habe ich schon Weihnachten gefeiert. Sie besucht am Heiligen Abend immer meine Schwester im Schwarzwald. Meine Schwester kann ihre Ziegen schlecht alleine lassen. Und so teilen wir uns unsere Mutter auf. Ich feier Weihnachten am vierten Advent und meine Schwester am 24. Dezember. Die Geburt von Jesus bei meiner Schwester zu feiern, passt gut zu Weihnachten. Der Stall ist vorhanden, statt der Schafe nehmen wir Ziegen, die Hirtin ist meine Schwester und meine Mutter stellt die Heiligen Drei Könige mit den Geschenken dar. Sie bringt meiner Schwester immer viele Geschenke mit. Sie liebt es meine Schwester reich zu beschenken. Fehlen nur noch Josef, Maria und das Christkind. Die sind irgendwie verschwunden. Früher gab es sie. Maria war meine Schwester Sabine, Josef war ihr Mann Urban und das Christkind stellten ihre beiden kleinen Söhne dar. Jetzt sind die Söhne ausgezogen. Josef und Maria haben sich getrennt und leben beide als Single. Urban als Bauer in seinem Bauernhof und Sabine mit ihren Ziegen in einem Ziegenstall mit Wohnteil. Besser gefällt mir die Idee, dass ich das Christkind bin. Etwas Kindliches habe ich durchaus in mir. Insofern passt es. Dann kam also das Christkind bereits am Vierten Advent, hat den Heiligen Drei Königen die Geschenke überreicht und sich dann aus der Welt zurückgezogen. Das Christkind lebt jetzt in einer Yogihütte in einem Yogiwald, der im Moment wundervoll verschneit ist. Ich habe sogar eine Lichterkette in meinem Fenster. Daran könnt ihr mein Haus gut erkennen. Hier wohnt also jetzt das Christkind. Und hier gibt es ab jetzt auch immer die Geschenke. Aber nur geistiger, spiritueller Art in Form von kleinen Weihnachtsgeschichten. Das muss genügen. Bei meiner Mutter fiel mir auf, dass sie nichts wirklich erfreuen kann. Wie viele alte Menschen denkt sie grundsätzlich negativ. Unsere Weihnachtsfeier lief also wie folgt ab. Sie erzählte mir die neuesten Sterbefälle und alle Krankheiten in ihrem Bekanntenkreis. Dann berichtete ich, wie schrecklich es laut Fernsehnachrichten in der Welt ist. Dann zündeten wir die Weihnachtskerzen an und überreichten uns gegenseitig die Geschenke. Wir stellten fest, dass wir alles nicht wirklich gebrauchen können und bemühten uns verbissen zu lächeln. Jetzt kommt die Wende. Als Hauptweihnachtsgeschenk erklärte ich meiner Mutter, dass sie mir alles wieder mitgeben kann. Und plötzlich entspannte sich das Weihnachtsfest. Meine Mutter bekam überraschend gute Laune. Ich packte einen Teil meiner Geschenke wieder ein und den Rest nahm sie für Sabine, Urban und die Kinder mit, die sich dieses Weihnachten im Familienkreis treffen wollen. Weil es irgendwie öde ist, wenn alle Familienmitglieder über den ganzen Schwarzwald verteilt einsam als Singles Weihnachten feiern. So wurden dank vieler erstaunlicher Zufälle doch noch alle zu Weihnachten irgendwie glücklich. Der Heilige Geist kann auch im Chaos der westliche Familiendramen und des brutalen Konsumterrors seine Weg des Lichts finden. Das wünsche ich euch morgen auch.

24. Fröhliche Weihnachten Heute ist der Heilige Abend. Heute gibt es Geschenke. Je nach Glauben wahlweise vom Christkind, Weihnachtsmann oder den Eltern. Ich bin Vater, Weihnachtsmann und Christkind in einer Person. Vater, weil ich einen Sohn habe. Weihnachtsmann, weil ich einen langen Bart trage, im Wald lebe, Nikolaus (Nils) heiße und Weihnachten ist. Christkind, weil ich Christ und Kind in einer Person bin. Was kann ich euch heute schenken? Materielle Dinge habt ihr im Überfluß. Was ihr wirklich braucht, könnt ihr euch selbst kaufen oder schenken lassen. Braucht ihr einen Traummann oder eine Traumfrau? Dann träumt schön!! Traummänner und Traumfrauen gibt es nur in Träumen. In der Realität gibt es nur Egoisten, die manchmal versuchen ihre Egointeressen durch kleine Märchen zu verschleiern. Nur ein Erleuchteter ist kein Egoist. Erkennt diese Tatsache genau und verzeiht euren Mitmenschen ihren Egoismus. Gerade zu Weihnachten. Man kann auch mit Egoisten (ichbezogenen Menschen) glücklich sein, wenn alle ihr Ego nicht zu groß werden lassen. Alle sollten positiv denken. Gerade zu Weihnachten. Alle sollten die Eigenschaften Liebe, Frieden und Großzügigkeit entwickeln. Gerade zu Weihnachten. Ich schenke euch deshalb heute die Idee, vom natürlichen Egoismus etwas abzusehen, wenig zu wollen und viel zu geben. Geben könnt ihr materiell und immateriell. Wie es gerade die Situation erfordert und euren Möglichkeiten entspricht. Ihr könnt die gestresste Atmosphäre beim Geschenkeverteilen durch einen kleinen Witz auflockern. Oder sagt etwas Positives, wenn der Familienstreit zu eskalieren droht. Vergesst es gerade heute nicht: Glück kommt vorwiegend vom Geben und nicht vom Kriegen. Es kommt also nicht darauf an, was ihr heute kriegt, sondern was ihr heute gebt. Verzeiht euren Mitmenschen, wenn sie euch weniger schenken als ihr es erwartet habt. Denkt an den armen kleinen Yogi, der keinen Menschen hat, der ihn liebt. Der keine Geschenke kriegt. Der einsam in seinem Wald sitzt. Und trotzdem glücklich ist. Weil er im Wesentlichen ruht und allen Menschen Licht, Liebe, Frieden und Frohsinn schickt. Das geschieht zwar alles nur geistig, aber am Geistigen mangelt es der heutigen Welt am meisten. Und für den kleinen Yogi sind es reale Energien. Er ist eins mit allen Wesen. Er spürt ihre Liebe in seinem Herzen. Über jede Distanz. Wer im eigenen inneren Glück und in der umfassende Liebe lebt, ist reich beschenkt. Dabei ist es so einfach. Laßt alle eure äußeren Wünsche los, gelangt ins Sein (inneren Frieden, innere Ruhe) und sendet allen Menschen, die ihr kennt, Licht. Wenn ihr es mit ehrlichem Herzen tut, gelangt ihr ins Glück. Gestaltet euer Weihnachtsfest aus der Ruhe (Wunschlosigkeit) und der Liebe heraus. Denkt das Mantra: „Ich sende Licht zu … (Namen). Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“ Das ist heute mein Geschenk an euch. Fröhliche Weihnachten wünscht euch der kleine Yogi Nils.

25. Jesus hat Geburtstag Heute hat Jesus Geburtstag. Das Licht Gottes strahlte im Stall. Leben Menschen im inneren Glück, dann verwandelt sich durch ihre Gedanken ihre äußere Welt in ein Paradies. Sie können durch ihr inneres Glück das äußere Glück in ihrer Welt erkennen und genießen. Maria, Josef und Jesus hatten das Licht in sich. Deshalb verwandelte sich ihre armselige Behausung in einen Glücksort und die Geburt in ein Glücksereignis. Nehmen wir also an, dass sich Josef und Maria über ihr Kind gefreut haben. Obwohl Gott ja der wirkliche Vater war. Wer Gott ist, darüber gibt es viele verschiedene Ansichten. Die Dinge sind nicht einfach. Ich will heute nicht streiten. Jeder darf seine eigene Theorie haben. Die Atheisten dürfen vermuten, dass Maria vorehelichen Sex mit Josef oder gar einem unbekannten zweiten Lover hatte. Die Christen dürfen glauben, dass der Heilige Geist vom Himmel kam und Maria geschwängert hat. Obwohl das wissenschaftlich gesehen sehr unwahrscheinlich ist. Entweder hat Maria sich sehr kreativ eine Geschichte ausgedacht, um dem damaligen Eherecht genüge zu tun. Oder es geschah tatsächlich ein Wunder. Oder spätere Berichterstatter haben die Geburt von Jesus durch die göttliche Zeugung spirituell überhöht. Ich vermute letzteres. Heute ist nur wichtig, dass die Geburt von Jesus für uns ein großes Geschenk ist. Jesus war erleuchtet. Er kannte den Weg des inneren Glücks. Er zeigte den Menschen, wie man auch in einer schwierigen äußeren Welt innerlich glücklich sein kann kann. Man sollte die täglichen spirituellen Übungen wichtig und seine äußere Lebenssituation nicht so wichtig nehmen. Dann kann man auch in einer armseligen Yogihütte glücklich sein. Oder in einem Leben voller Berufsstress, Beziehungsschwierigkeiten und tausend anderen Problemen. Meine Geburt als Yogi fand gerade durch einen Traum statt. Ich träumte von meiner Ex-Frau. Wir waren im Schiurlaub in Österreich. Es war unsere letzte gemeinsame Reise. Ich erkannte endgültig, dass wir nicht mehr zusammenpassten und trennte mich danach von ihr. Im Traum tauchte das Gefühl einer unendlichen Trauer auf. Es entstand der Gedanke: „Jetzt kann ich nicht mehr glücklich sein.“ Ich sah keinen Weg mein Leid zu überwinden. Und dann verwandelte ich mich. Ich gelangte in meine Identität als Yogi. Meine Energie wandte sich nach innen. Und plötzlich war ich in mir glücklich. Dadurch wurde auch mein äußeres Leben wieder glücklich. Ich konnte durch mein inneres Glück mein äußeres Leben wieder positiv sehen. Im Traum hatte ich die schwierigste Trennung in meinem Leben verarbeitet und war in der Tiefe meiner Seele neu geboren worden. Nach 21 Jahren eines Lebens als abgeschiedener Yogi. Das ist meine Weihnachtsgeschichte.

26. Mutter Meera hat Geburtstag Mutter Meera ist eine erleuchtete Meisterin, die in Deutschland lebt. Jeder kann sie besuchen und kostenlos ihren Darshan (Segen) empfangen. Jedes Jahr reist sie durch Deutschland und besucht alle großen Städte. Die genauen Termine kann man im Internet erfahren (Google/Mutter Meera). Sie stammt aus Indien und hat 1982 einen Deutschen geheiratet. Mutter Meera lehrt die Einheit aller Religionen. Jeder Mensch darf seinen individuellen spirituellen Weg gehen. Die Essenz des Weges von Mutter Meera ist der tägliche Meister-Yoga. Wer sich jeden Tag geistig mit Mutter Meera oder mit einem anderen erleuchteten Vorbild verbindet, dem hilft sie auf seinem Lebensweg. Nils hat bereits zweimal den Darshan von Mutter Meera empfangen. Und er verbindet sich jeden Tag mit seinen zehn Meistern Buddha, Jesus, Epikur, Swami Shivananda, Sai Baba, Mutter Meera, Amma (Mata Amritananamayi), Anandamayi Ma, Dalai Lama und Patrul Rinpoche. Patrul Rinpoche ist sein persönliches Hauptvorbild. Er ist Nils einmal gemeinsam mit Lonchenpa im Traum erschienen und hat ihm spirituelle Energie übertragen. Patrul Rinpoche ist ein kleiner undogmatischer Yogi aus dem 19. Jahrhundert, der das spirituelle Wissen mit viel Humor seinen Mitmenschen nahe brachte. Er gehörte zur Linie der tibetischen Nyingma-Yogis, die sich auf Padmasambhava (indischer Yogi, lehrte die Verbindung aus Hatha-Yoga, Karma-Yoga und Buddhismus) und Longchenpa (tibetischer Yogi und Abt, lehrte den Weg der Zufriedenheit mit sich und seinem Leben) als Grundmeister berufen. Das Zentrum der Nyingma-Yogis ist der individuelle Weg. Jeder Yogi darf seinen eigenen Weg finden. Er darf mit oder ohne eine Beziehung leben. Eine wichtige Technik im tibetischen Buddhismus ist der tägliche Meister-Yoga. Die Anhänger des tibetischen Buddhismus glauben an die Existenz höherer erleuchteter Wesen, die den Menschen auf ihrem spirituellen Weg helfen. Der Gründes des tibetischen Buddhismus Padmasambhava, erklärte: „Wann immer ein Zweifel oder ein Zögern auf deinem Weg entstehen, bete zu deinem erleuchteten Meister. Dann spüre in dich hinein, denke selbst nach und folge der Stimme deiner inneren Weisheit. Das ist die Stimme deines Meisters. Wenn du so vorgehst, wirst du auf deinem spirituellen Weg siegen.“ Der Weg des täglichen Meister-Yoga ist für viele westliche Menschen eine sehr schwierige spirituelle Technik. Gibt es die erleuchteten Meister? Können sie mir wirklich über eine höhere Dimension helfen? Gibt es ein Leben nach dem Tod? Verliere ich nicht auf dem Weg des Meister-Yoga meine eigene Identität? Wer den Weg seiner eigenen Wahrheit geht, verliert nicht seine Individualität. Wir können die erleuchteten Meister als inspirierende Vorbilder und letztlich als identisch mit unserer eigenen Weisheit sehen. Sie führen uns zu uns selbst. Sie sprechen zu uns über die Stimme unserer eigenen Weisheit. Viel schwieriger ist die Frage, ob die erleuchteten Meister wirklich die Fähigkeit haben uns vollständig in unserem Leben zu führen, zu helfen und zu beschützen. Hier streiten sich die Theisten und die Atheisten. Auch im Yoga gibt es zwei Ansichten. Jeder Yogi darf deshalb seine eigene Antwort finden. Er kann seinen spirituellen Weg mit oder ohne Meister-Anrufung (Gebet) gehen. Für mich ist es ganz klar, dass es die Erleuchtung gibt. Ich habe sie selbst schon oft für kurze Zeit erfahren. Genauso klar ist es für mich, dass die erleuchteten Meister höhere spirituelle Kräfte besitzen. Ich spüre sie selbst ansatzweise in mir. Wissenschaftlich ist bewiesen, dass es eine höhere Dimension im Kosmos gibt (ein höheres Informationsfeld), dass Gedankenübertragung möglich ist und dass manche Menschen über besondere spirituelle Fähigkeiten verfügen. Die aktuelle Nahtodforschung (Pam Reynolds) spricht ebenso wie die empirisch überprüften Aussagen vieler Hellseher und die Nachtodfähigkeiten erleuchteter Yogis (Karmapa, drei Tage nach dem Tod im Körper) dafür, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Wenn es ein Leben nach dem Tod gibt, dann gibt es auch große erleuchtete Seelen, die uns aus dem Jenseits heraus helfen können. Zweifel sind auf dem spirituellen Weg normal. Wir sollten sie nicht verdrängen, sondern positiv damit umgehen. Wir sollten sie als Anlaß nehmen, gründlich nachzudenken und den Weg unserer persönlichen Weisheit zu finden. Bei mir hat sich der tägliche Meister-Yoga bewährt. Mir fällt immer etwas Hilfreiches ein, wenn ich die erleuchteten Meister anrufe. Ich bin so gut durch alle schwierigen Situationen auf meinem Yoga-Weg gekommen. Entscheide selbst und denke folgendes Mantra, wenn es für dich richtig ist: „Om alle erleuchteten Meister. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg. Möge es eine glückliche Welt geben. Mein Weg der Weisheit ist jetzt … „

27. Wie habe ich Weihnachten verbracht? Zuerst schrieb ich ein Gedicht für Doro: „Sonnenstrahlen durchdringen die Kälte. Das Eis taut. Es wird warm im Herzen des einsamen Yogis. Dafür genügte ein Wort der Zuneigung. Jetzt ruht er glücklich in seiner Wunschlosigkeit.“ Dann sah ich nach, was meine Freunde im Internetforum zu Weihnachten sagten. Doro meinte: „Ein Gefühl der Geborgenheit und des Angenommenwerdens. Auch das ist Weihnachten.“ Isis verstieg sich sogar zu der Erklärung: „Oh du wunderbarer Yogi.“ Damit war der Tag gerettet. Ich antwortete: „Oh du wunderbare Isis. Danke, dass du mich so sehen kannst.“ Isis: „Mögest du in deinem Leben die Liebe erfahren und von ihr erleuchtet werden.“ Nils: „Das wäre schön.“ Isis: „Eine erfüllte Beziehung beginnt immer bei sich selbst. Wenn du erfüllt bist, erst dann vermagst du auch dem Anderen Fülle zu schenken.“ Nils: „Ich arbeite daran.“ Der Weg ist weit für einen kleinen armseligen Yogi. Daraufhin klopfte es an der Tür. Mein Musikerfreund aus Berlin trat ein. Er war zu Besuch bei seiner verwitweten Mutter, die einige Straßen von mir entfernt wohnt. Ich kenne ihn schon viele Jahre. Eines Tages begegnete er mir bei einem Spaziergang im Wald. Er liebt auch das Verweilen in der freien Natur. Wir kamen ins Gespräch und stellten fest, dass ich seine Mutter kannte. Seit der Zeit besucht er mich etwa alle drei Monate, wenn er in Hamburg bei seiner Mutter ist. Ich zeigte ihm stolz meinen Glücks-Blog im Internet und begleitete ihn dann zurück durch den Wald zu seiner Mutter. Dort feierten wir alle drei spontan gemeinsam Weihnachten. Seine Mutter ist eine evangelische Christin und Kirchenmusikerin. Wir diskutierten über den Satz: „Wer glaubt, wird gerettet.“ Und entdeckten dabei ihre erschreckende Ungläubigkeit. Je länger sie in der evangelischen Kirche war, desto ungläubiger wurde sie. Die moderne Theologie hat sie weitgehend vom Glauben abgebracht. Die vielen Machtkämpfe in der Kirche haben sie an der Liebe zweifeln lassen. Wie überzeugt man eine zweifelnde evangelische Christin von Gott? Das ist gar nicht so einfach. Um mich wieder aufzubauen, sah ich mir dann abends im Fernsehen die katholische Christmesse in Rom an. Pabst Benedikt erklärte die Weihnachtsgeschichte. Das war für einen undogmatischen Yogi keine leichte Kost. Politisch habe ich eine weitgehend andere Meinung als er, gerade was die Befreiungstheologie anbelangt. Er hat die Theologie der Befreiung in seiner Zeit Vorsitzender der Glaubenskommission bekämpft, wo er sie hätte fördern müssen. Er hat sämtliche fortschrittlichen Entwicklungen in der katholische Kirche abgeblockt, wo er die revolutionären Ideen des zweiten vatikanischen Konzils (1963-65) hätte weiterführen müssen. Was Erleuchtung bedeutet, hat er abgrundtief mißverstanden. Die Bibel kam für ihn vom Himmel herabgeflogen (Gott hat sie den Propheten diktiert). Aber ich bewundere seine Demut. Er hat innerlich wenig Kraft und sich doch bereit erklärt das Pabstamt zu übernehmen, als er dazu aufgefordert wurde. Voller Mitgefühl betrachtete ich ihn, als er kraftlos die endlosen Zeremonien zelebrierte. Die Rituale wurden mir irgendwann langweilig. Ich opferte mich in die Langeweile, meine Energie wandte sich nach innen und ich brach ins innere Glück durch. Plötzlich konnte ich den Pabst so annehmen, wie er ist. Ich erkannte in allen Christen meine spirituellen Brüder und Schwestern. Die großen Religionen auf der Welt haben unterschiedliche Schwerpunkte. Sie verkörpern verschiedene spirituelle Energien, die ich alle irgendwie brauche. Alle können mir auf meinem Weg der Heiligkeit (Erleuchtung) weiterhelfen. Von den katholischen Christen übernehme ich die Demut und von den evangelischen Christen das konsequente Zweifeln an sich selbst. Ohne beides zu übertreiben. Alles hat seine Zeit und sein Maß.

28. Der Yogi und der Musiker –> May the world be happy. May all people be happy. Yogi Nils and Friend with Saxophon. Love, peace and joy to all. A video with musik for all my friends.

Mein Musikerfreund ist wie seine Mutter ein zweifelnder evangelischer Christ. Er kennt sich gut mit dem Christentum und der modernen Theologie aus. In seinem Kopf toben viele theologische Theorien wirr durcheinander. Er hat unter den Musikern in Berlin viele Freunde aus verschiedenen Religionen. Aber einen klaren eigenen spirituellen Weg hat er nicht. Nach der Schule wurde er ein freier Musiker. Meistens spielt er für sich alleine, weil nur wenige Mitmenschen seinen sehr individuellen Musikstil nachvollziehen können. Er macht keine Kompromisse. Er passt sich nicht dem Zeitgeist an. Und der Zeitgeist sich nicht an ihn. Ein Popstar wird man so nicht. Mit den Frauen hat es nicht geklappt. Obwohl Frauen ja auf Musiker stehen, aber wohl eher auf Popstars. So lebt er als Single wie sein Freund der Yogi. Beide ergänzen sich gut. Der Yogi kann stundenlang erzählen und der Musiker kann stundenlang zuhören. Der Yogi hat immer irgendeine verrückte Idee im Kopf, wenn der Musiker ihn besucht. Dann setzen sich beide an den Computer und der Yogi zeigt ihm seine neuesten Internet-Texte. Irgendwie ist der Yogi auch ein Künstler, ein Schreibkünstler. Nicht besonders gut, dafür aber endlos kreativ. Auf dem Foto sehen wir den Yogi beim Weihnachtenfeiern mit seiner abgesägten Tannenbaumspitze. Die stammt von der Tanne, die bei dem letzten großen Sturm auf die Yogihütte fiel. Die oberste Spitze ist irgendwie verschwunden. Dafür hat der Yogi einen Christstern am Tannenbaum befestigt. Später hat er doch lieber eine große Buddhastatue auf die Spitze gesetzt. Und den Stern auf den Kopf des Buddhas geklebt. Das ist praktizierte Einheit aller Religionen. Geschmückt ist der Tannenbaum auch. Unten leuchtet eine kleine Kerze. Zwischen dem Weihnachtsbaum und neben dem Besucherstuhl kniet der kleine Yogi. Vor ihm liegt seine Yogamatte. Unter einem Waldposter sehen wir einen Tisch mit Weihnachtsgeschenken. Susanne aus der Yogagruppe hat ihm einen Christstollen geschickt. Dahinter steht ein Glas mit selbstgemachter Marmelade von der Musikermutter. Neben dem Marmeladenglas lugt ein großer Apfel aus eigener Ernte hervor. Über dem Kopf des Yogis hängen einige Wandzettel. Wir lesen: „Armer kleiner Yogi Nils“, „Der spirituelle Weg ist schwer“ und „Die Ruhe gehört zu einem Heiligen wie das Wasser zu einem Fisch.“ Naja, von einem Heiligen ist der Yogi noch weit entfernt. Besser passt der Satz „Armer kleiner Yogi“. Etwas Selbsterkenntnis hat noch keinem Menschen geschadet. Aber Selbstmitleid ist hier fehl am Platz. Der Yogi hat sich seinen Weg selbst ausgesucht. Er könnte jederzeit reich, glücklich und berühmt sein. Aber er liebt es klein und elend. Das mit der Ruhe stimmt. Damit ein Mensch spirituell schnell wächst, ist viel Ruhe notwendig. Gott ist in der Stille zu finden. Durch die Stille wendet sich die Energie nach innen, reinigt den Yogi und erzeugt inneres Glück. Der Musiker wird glücklich durch seine Musik und der Yogi durch ein Leben der Ruhe und des spirituellen Übens. Der Musiker ist ein sehr ruhiger Mensch und der Yogi innerlich eher unruhig. Beide haben ihren Lebensweg gefunden. Der Musiker überwindet seine zu große innere Ruhe durch seine lebhafte Musik. Und der Yogi kommt ins innere Gleichgewicht, in dem er äußerlich in der Ruhe lebt und seine innere Unruhe im Internet austobt. Das Ziel des Yoga ist Sat-Chid-Andana, ein Leben im Sein (Geistesruhe), Einheitsbewusstsein (Gottesbewusstsein) und im inneren Glück. Im Ergebnis sind sich die Wege des Musikers und des Yogis ähnlich. Beide leben auf ihre Art in Gott. Beide erzeugen auf ihre Weise inneres Glück. Beide erfreuen mit ihren Kreationen ihre Mitmenschen, ohne in Gefahr zu geraten Superstars zu werden.

29. Hundetreffen auf dem Wanderweg Gerade habe ich meinen Morgenspaziergang gemacht. Eine Stunde lang geht es an der Alster flußaufwärts durch Wiesen und Wälder. Hier befindet sich das schönste Stück auf Gottes großer Erde. Was soll ich in die Südsee reisen? Das Paradies ist hier. Das Wetter ist milde, genau richtig für einen einsamen Yogi. Im Winter schneit es manchmal und im Sommer scheint an einigen Tagen sogar die Sonne. Die Blumen blühen und die Bäume treiben grüne Blätter aus. Die Vögel singen und die Liebespaare küssen sich auf den Bänken am Rande des Weges. Wie komme ich jetzt auf Frühling? Und auf Liebespaare? Im Moment haben wir Winter! Also, es ist richtig schön kalt hier. Nicht zu kalt, gerade richtig für einen kleinen, einsamen Yogi. Durch das Gehen wird ihm warm und sehr gesund ist es auch. Das tägliche Gehen löst die inneren Verspannungen und bringt den kleinen Yogi in gute Laune. Dann vergisst er seine Einsamkeit und erkennt in den Vögeln in den Bäumen seine Freunde und Weggefährten. Am Ende des Wanderweges befindet sich mitten im Wald ein Hundetreffen. Ein kleine Holzbrücke führt über den Fluss, der genau an dieser Stelle so flach ist, dass die Hunde dort wunderbar spielen können. Der kleine Yogi beobachtet manchmal die Hundebesitzer. Es gibt Männer mit großen starken Rüden und viele Frauen mit kleinen Schoßhunden. Die Menschen suchen sich den zu ihnen passenden Hund. Für viele Frauen ist ihr Hund offensichtlich eine Art Partnerersatz. Besonders witzig finde ich eine ältere Frau mit sechs kleinen Möpsen. Einige Hunde sind angeleint und einige laufen frei herum. Es ist ein großes Gewusel. Wie in einer Menschenfamilie. Jeder hat seinen eigenen Willen, keiner gehorcht und alle erfreuen sich am gemeinschaftlichen Chaos. Die westliche Leistungsgesellschaft ist eine Welt mit wenig Liebe. Hundebesitzer bekommen von ihren Hunden die Liebe, die ihnen ihre Mitmenschen nicht geben. Hunde stärken das Herzchakra und machen deshalb die Hundehalter glücklich. Sie geben ihrem Leben einen Sinn. Das vermute ich gerade bei der alten Frau mit ihrer großen Hundefamilie. Es ist nur auffällig, dass sie eine so große Hundefamilie benötigt, um sich in ihrem Leben wohl zu fühlen. Vielleicht hatte sie früher eine große Menschenfamilie. Ich habe nichts gegen Hunde einzuwenden. Obwohl ich es als Lebenssinn bezuge aus mir selbst heraus glücklich zu sein. Aber das ist ein langer Weg. Es gibt Geschichten von Yogis mit Hunden, die so ihre Einsamkeit etwas abgemildert haben. Etwas Freude im Leben braucht der Mensch, auch ein Yogi. Für mich ist es das Surfen im Internet und das Schreiben von kleinen Texten. Ich baue bewusst jeden Tag so viele Elemente der Freude in mein Leben ein, dass ich meinen Yogiweg positiv gehen kann. Was ist heute deine Tat der Freude? Tue sie und sei glücklich.

30. Die Silvesterparty Normalerweise feier ich Silvester, wie es sich für einen armen einsamen Yogi gehört. Ich knall mich einfach vor den Fernseher und sehe mir die Musiksendungen an. Als typischer Mann schalte ich ständig mit der Fernbedienung hin und her. Und kann so alle Programme zugleich sehen. Irgenwann bin ich dann völlig besoffen im Kopf und kriege gute Laune. Dann mache ich noch um Mitternacht einen Waldspaziergang und betrachte aus der Ferne die verrückten Menschen, die Silvesterraketen, Leuchtfeuer und Böller anzünden, als ob Gottes schöne Sterne am Himmel nicht genügen würden. Und Stille nicht viel schöner ist als dieser unerträgliche Lärm. Sogar die Wildschweine fürchten sich und flüchten in den Wald. Im Jahre 2000 habe ich Silvester aber auf eine besondere Weise gefeiert: „Es war die große Jahrtausendwende. Silvesterböller detonierten dumpf aus der Richtung, in der die Großstadt Hamburg liegt. Im Wald war es still. Die Bäume reckten ihre kahlen Äste in den Winterhimmel. Nils überlegte, wie er diesen Silvesterabend am besten verbringen kann. Nur mit den Rehen, Wildschweinen und Vögeln zu feiern, hatte er keine Lust. Und außerdem war dieses ein besonderes Silvesterfest. Das neue Zeitalter brach an. Das musste gebührend gefeiert werden. Nils entschied sich spontan in das tibetische Zentrum in der Hamburger Innenstadt zu fahren. Er kannte dieses Zentrum von einigen Veranstaltungen her und wusste, dass dort eine Silvesterfeier stattfand. Er setzte sich auf seinen großen Motorroller und knatterte fröhlich durch den Wald. Die Fahrt bis ins tibetische Zentrum dauerte eine Stunde. Als eifriger Yogi nutzte Nils die Zeit für spirituelle Übungen. Er machte einige Verrenkungen, atmete heftig (Feueratmung) und dachte Mantras. Er hatte gerade eine neue Mantra-Meditation entdeckt. Sie erwies sich als sehr wirksam. Als er im tibetischen Zentrum ankam, lächelte er wie ein Buddha glückselig vor sich hin. Er war während der Hinfahrt in einen sehr guten Energiezustand gelangt. In einer großen Wolke aus Glücksenergie betrat er den Raum. Das bemerkte aber keiner der anwesenden Menschen im tibetischen Zentrum. Dort empfing ihn ein trauriger Haufen. Der Meister des Zentrums hatte abgesagt! Ohne Meister konnten die Menschen nichts mit sich anfangen. Sie hockten trostlos vor langweiligen spirituellen Videos. Keine schöne Musik! Keine Kerzen! Das einzige Gute war das große Büfett, welches liebevolle Frauen im Zentrum aufgebaut hatten. Hauptsächlich für ihren Meister, der dann aber nicht gekommen war. Jetzt stand das Büfett verlassen etwas abseits in dem großen Raum. Der traurige Buddhistenhaufen saß auf der anderen Seite des Raumes vor dem Videoapparat, der neben dem Thron des Meisters aufgestellt war. Anwesend waren etwa fünfzig Leute aus der spirituellen Szene Hamburgs. Die meisten waren zwischen dreißig und fünfzig Jahre alt. Vermutlich alles Singles, die zuhause keinen zum Mitfeiern hatten. Jetzt saßen sie alle hier irgendwie sehr enttäuscht vor dem Fernseher. Positives Denken ist die Kunst, aus einer verfahrenen Situation etwas Gutes zu machen. Nils erinnerte sich an seine Wolke aus Glücksenergie, die sich im Raum inzwischen schon wieder fast völlig aufgelöst hatte. Wenn es äußerlich kein Glück gibt, dann macht sich ein Yogi das Glück selbst. Nils setzte sich auf den Fußboden und begann zu meditieren. Durch sein neues Mantra kam er schnell wieder in einen guten Energiezustand. Da saß er dann als kleiner Buddha in seiner Wolke aus Glücksenergie und fühlte sich wohl. Plötzlich kam ihm die Idee seine Energie in den ganzen Raum auszudehnen und alle Anwesenden mit den Namen seiner zehn Meister zu segnen. Nils verband sich geistig mit seinen Meistern und dachte längere Zeit ihre Namen als Mantra. Dabei stellte er sich vor, dass der Segen seiner Meister auf die Menschen im Raum übergeht. Danach dehnte er die Energie noch weiter aus und segnete die ganze Welt. Durch diese Meditation wurde das Glück in unserem kleinen Yogi immer größer. Langsam begann sich auch die Stimmung im Raum positiv zu verändern. Nils meditierte etwa eine Stunde. Dann fand er, dass die Menschen genug gesegnet sind. Er begab er sich zum Büfett, nahm sich einen großen Teller und begann sich aus allen Töpfen kräftig aufzufüllen. Ein einsamer Yogi kann einen guten Appetit entwickeln, wenn er köstliches Essen erblickt, dass von perfekten Frauen zubereitet worden ist. Sein eigenes Essen schmeckt meistens leider nicht so ganz perfekt. Er arbeitet noch daran. Nils blickte sich vorsichtig um, ob irgendjemand etwas dagegen hatte, dass er sich vor 24 Uhr mit dem Essen bediente. Er hatte jetzt Hunger und nicht erst in einer Stunde. Er ließ auch noch genug Essen für die anderen Menschen übrig. Nils sah es so, dass er jetzt seinen Lohn als Segner erhielt. Auch in Tibet bekommen die Lamas nach ihren Zeremonien etwas Gutes von den Menschen zu essen. Als er satt war, setzte er sich wieder in seine Ecke und meditierte weiter. Ein guter Yogi kann auch mit vollem Magen gut meditieren. Die Energie im Zentrum wurde immer besser. Die Leute begannen miteinander zu reden. Um Mitternacht gingen alle nach draußen und zündeten viele kleine Teelichter an. Dann umarmten sich alle. Nils unterhielt sich noch etwas mit einigen Leuten und fuhr dann zurück in seinen Yogiwald. Insgesamt empfand er es als einen sehr gelungenen Silvesterabend. Er bedankte sich bei seinen Meistern, dass sie ihn dieses Jahr mit einem wunderbaren Festessen versorgt hatten.“ Wofür kannst du dich dieses Jahr bedanken?

31. Silvester Silvester ist die Zeit für einen Jahresrückblick und für gute Vorsätze. Wer seine Vergangenheit im Gedächtnis behält und daraus Lehren für die Zukunft zieht, wird ein weiser Mensch. Zur Weisheit gehört es, kluge Pläne zu machen und sie konsequent umzusetzen. Nehmt euch nicht zu viel und nicht zu wenig vor. Geht auf einem mittleren Weg voran. Auf einem mittleren Weg kann man die meisten Ziele am besten erreichen. Was sind eure Ziele? Auf welchem Weg könnt ihr sie verwirklichen? Denkt das Mantra: „Meine Ziele sind … Mein Siegerweg ist …“ Der Höhepunkt war 2009 für mich die Diskussion über Gott im Forum der atheistischen Buskampagne. Die Atheisten dachten, dass man Gott nicht beweisen kann. Alle Christen scheiterten mit ihren Argumenten. Die Atheisten triumphierten. Dann kam der kleine Yogi Nils. Gott ist durch die Erleuchtung zu beweisen. Ein Erleuchteter sieht Gott, spürt Gott und lebt in Gott. Er sieht Gott als Licht in der Welt. Er spürt Gott als Frieden, Glück und umfassende Liebe in sich. Er lebt in Gott durch den dreifachen Weg aus Ruhe, Liebe und täglichem spirituellen Üben. Das Zentrum unseres Lebens sollte das Ziel einer glücklichen Welt sein. Wir sollten glückliche Familien, glückliche Beziehungen und eine glückliche Arbeitswelt anstreben. Wir sollten den Hunger, die Kriege, die Krankheiten und alles vermeidbare Unglück auf der Erde überwinden. Wir sollten Arbeit für alle, Nahrung für alle, Gesundheit für alle und Glück für alle in Zukunft auf der Erde verwirklichen. Dazu ist das spirituelle Wissen wichtig. Wir müssen die Gesetze des inneren Glücks kennen, um unser inneres Glück zu entwickeln. Wir müssen die Regeln der dauerhaften Liebe kennen, damit wir glückliche Beziehungen und glückliche Familien bekommen. Wir sollten im persönlich richtigen Gleichgewicht von Ruhe (ausreichender Erholung), umfassender Liebe (positivem Denken) und spirituellem Üben (Meditation, Lesen) leben, damit wir gesund bleiben und beständig in unserem inneren Glück wachsen. Bis wir eines Tages alle in Gott leben, Gott sehen und die Existenz Gottes persönlich bezeugen können. Bis dahin könnt ihr mein Gottesbuch lesen (Der wissenschaftliche Gottesbeweis) und eure eigene Meinung entwickeln. Mein Gottesbuch gibt es kostenlos zum Herunterladen auf meiner Homepage, bei zulu-ebooks, Google-Knol und in der Google-Buchsuche. Meine Ziele sind weniger Süßigkeiten zu essen, meine Ratschläge für eine gesunde Ernährung etwas konsequenter zu befolgen und weiterhin das Wissen vom inneren Glück im Internet zu verbreiten.

Ergänzungen

Diskussion in der TAZ über die Einführung der Psychoanalyse in China (2010)

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Ich glaube nicht, dass die Psychoanalyse große politische Veränderungen in China bringen wird. Sie wird sich auf einen kleinen Kreis von Intellektuellen beschränken, die genug Zeit und Geld haben sich ausführlich mit ihrer Innerlichkeit zu beschäftigen. Die Psychoanalyse bewirkt eher eine Psychologisierung als eine Politisierung. Ich halte die Psychoanalyse nicht für völlig schlecht. Sie kann zu einem besseren Verständnis der eigenen Person führen. Mir hat sie darüber hinaus nicht viel geholfen. Eher die Verhaltenstherapie und das positive Denken. Letztlich geht es um eine philosophische Orientierung. Was ist der Sinn des Lebens? Die körperlichen Bedürfnisse maximal zu befriedigen (das freudsche Lustprinzip) oder ein glückliches Leben zu führen. Bei Letzterem bringt die Glücksforschung und die positive Psychologie einen Menschen erheblich weiter.

Mir hat die Philosophie des Glücks von Epikur entscheidend geholfen.Meine wichtigste Erkenntnis ist, dass das Aufarbeiten von Neurosen alleine meistens nicht genügt. Der Mensch braucht eine positive Orientierung. Um innerlich glücklich zu werden, sollte er von den äußeren Bedürfnissen (Konsum) zu einer positiven Psyche kommen. Das ist für die Chinesen ebenso wie für uns Deutsche sehr wichtig. Wir müssen die kapitalistische Konsumideologie überwinden. Wir sollten das moderne Leben (etwas Konsum darf sein) verbinden mit einer Zentrierung in der Philosophie des inneren Glücks. Es gibt viele Wege sein inneres Glück zu entwickeln, auch in China (Taoismus, Konfuzius, Buddha). Jeder Mensch sollte den Weg finden, der zu ihm passt. Kurz gesagt braucht China vorwiegend die Glücksforschung und die Besinnung auf positive Werte wie innerer Frieden (Meditation), umfassende Liebe (Brüderlichkeit) und Weisheit (das Wesentliche im Leben erkennen). Dann werden die Menschen dort nicht wie jetzt äußerlich immer reicher und innerlich immer unglücklicher. Überall auf der Welt ist es das gleiche Spiel. Ohne philosophische Lebensweisheit verirren sich die Menschen in den falschen Glücksversprechen der heutigen Zeit.

—> VideoPhilosophie des Glücks (22 Min.)