Sex, Glück und Spiritualität

Was wir alles über eine glückliche Sexualität wissen sollten

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Es war der große Fehler der 68iger Generation, das freie Ausleben der Sexualität für einen Glücksweg zu halten. Diese Idee hat die heutige Jugend weitgehend übernommen und versinkt deshalb im inneren Unglück. Echte Liebe kann sich in offenen Beziehungen nicht entwickeln. Bei Sex ohne Treue wird das Herzchakra ständig verletzt. Nach der Lehre des Yoga sollte ein Mensch sich von unklarer Sexualität fernhalten. Die Basis einer guten Beziehung sind Treue, Wahrheit und Liebe.

Sex und Glück

Frau AB: Ich bin der Ansicht, dass wir besonders auch die Erkenntnisse von Wilhelm Reich nutzen sollten, um zu einer besseren Gesellschaft zu gelangen. In seinem Buch »Der Einbruch der sexuellen Zwangsmoral« schreibt Reich zur Sexualökonomie folgendes: »Bei sexualökonomischem Leben der überwiegenden Mehrheit der Gesellschaft kann es — so folgt aus der Libido-Theorie und Neurosenlehre, wenn man sie konsequent zu Ende denkt, keine Neurosen geben, weil diese Folgeerscheinungen behinderten Genitallebens sind.«

Was kann getan werden, um die sexualverneinende Moral zu überwinden? Erfahrungsgemäß ist es nur eine kleine Minderheit, die die Bereitschaft mitbringt, sich auf ein sexualökonomisches Leben einzulassen, während die große Mehrheit an der sexualverneinenden Moral festhält.

Eine weitere Zutat, welche dringend gebraucht wird, um zu Happiness zu gelangen, ist die Toleranz. Gerade an Toleranz gab es bisher einen grossen Mangel, und hierin ist der Hauptgrund zu suchen, weshalb so viel Stress in der Welt ist. Stress entsteht hauptsächlich durch Intoleranz. Wer andere nicht so annimmt, wie sie nun einmal sind, und wer ihren Wünsche und Bedürfnissen mit Intoleranz begegnet, der verursacht jede Menge Stress. Und eben dieser Stress ist es, der die Menschen krank macht.

Nils: Hallo Frau AB! Wilhelm Reich ist leider ein großer Irrweg. Er führt die Menschen ins innere Unglück. Der Weg der Spiritualität, der Erleuchtung und des inneren Glücks funktioniert genau entgegengesetzt zu Reich. Es war der große Fehler der 68iger Generation, das freie Ausleben der Sexualität für einen Glücksweg zu halten. Diese Idee hat die heutige Jugend weitgehend übernommen und versinkt deshalb im inneren Unglück. Auch das westliche Konsumfernsehen greift diesen Weg auf, weil er sich gut verkaufen läßt.

Auf den ersten Blick hört sich das freie Ausleben der Sexualität gut an. Nur scheint das in der Realität irgendwie nicht gut zu funktionieren. Warum? Die spirituelle Kernweisheit ist, dass das Glück vorwiegend aus einem Leben in Gott kommt. Der Mensch muss sich zwischen dem inneren Glück (Gott/kosmisches Bewusstsein) und dem äußeren Glück (Sex, Konsum) entscheiden. Ein Mensch kann nur einem Herren dienen (Bergpredigt). Der Weg des äußeren Glücks verstärkt die Wunschstruktur (die Anhaftungen, die inneren Verspannungen) im Geist. Der Weg der Erleuchtung besteht darin, alle Anhaftungen aufzulösen und zu einem ruhenden Bewusstsein zu kommen.

Der Weg von Wilhelm Reich ist ein Weg des äußeren Glücks: „Lebe deine körperlichen Bedürfnisse aus und du wirst glücklich.“ Jeder Weg des äußeren Glücks macht kurzfristig glücklich und langfristig unglücklich. Ich bin nicht gegen die Sexualität. Sie sollte nur mit Weisheit gelebt werden. Es gibt auch den Tantra-Yoga, bei dem Sex ein Weg zur Erleuchtung ist. Es kann für einen Menschen richtig sein, für eine Zeit seine Sexualität vollständig zu leben. Dadurch können sich viele Verspannungen im Geist lösen.

Gleichzeitig entsteht dadurch im Geist aber eine starke Anhaftung an die Sexualität. Diese Anhaftung kann nur durch Gedankenarbeit, Meditation und Zeiten der Enthaltsamkeit aufgelöst werden. Insgesamt ist der Weg der Erleuchtung ein sehr sensibler Weg. Man muss genau sehen, wo man gerade steht und was man gerade braucht. Erleuchtung ist ein Weg jenseits von Verklemmtheit und Sexsucht.

Das Ziel des Yoga ist Sat-Chid-Ananda. Dauerhaftes inneres Glück entsteht, wenn wir im Schwerpunkt im Sein (innere Ruhe) und im Gottesbewusstsein (Egoopferung, Einheitsbewusstsein) leben. In das Einheitsbewusstsein gelangen wir durch den Weg der umfassenden Liebe (für eine glückliche Welt arbeiten) und durch unsere spirituellen Übungen.

Im Yoga gibt es die vier Lebensstufen. In der Jugend lernt man das Leben kennen, als Erwachsener gründet man eine Familie, zwischen 40 und 60 zieht man sich zum spirituellen Üben zurück, und das Alter verbringt man dann als Erleuchteter im inneren Glück. Die Sexualität wird bei diesem Weg nicht verdrängt, sondern im richtigen Moment und im richtigen Maß gelebt. Den Schwerpunkt des Lebens bildet aber nicht die Sexualität, sondern die Spiritualität (Erleuchtung, Heiligkeit, Gott).

Ich hoffe, dass ich mit diesen kurzen Ausführungen etwas Klarheit in die Debatte gebracht habe. Die zukünftige glückliche Welt ist also nicht eine Welt der freien Liebe, sondern der umfassenden Liebe auf der Basis der äußeren Genügsamkeit, des spirituellen Übens und des inneren Glücks. Die zentralen Werte sind Weisheit, Treue, Liebe und innerer Frieden, nicht Haben-Wollen (Sex…), sondern Sein (im Zustand der Erleuchtung).

Freie Liebe

Nils an Frau AB: Wie leben Sie Ihre Beziehungen? Sie sind eine Verehrerin der traditionellen deutschen Religion, des Germanentums /Keltentums. Dort gab es auch die Ehe, die Treue und die Monogamie.

Frau AB: Meine Religiosität lehrt mich, auf meine Wünsche und Bedürfnisse einzugehen, und diese auszuleben, soweit sich dazu eine Gelegenheit ergibt, welche die Grosse Göttin für mich vorgesehen hat. Wenn zum Beispiel die Gelegenheit zu einer Bekanntschaft von Personen besteht, welche sich zueinander hingezogen fühlen, so werden wir uns wohl kaum an der Grossen Göttin versündigen, indem wir diese Gelegenheit mutwillig ausschlagen. Denn Sie ist die Göttin des Schicksals, und Sie ist die Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit. Man sollte das Schicksal also nicht unnötig heraus fordern, indem man Gelegenheiten zu (auch sexueller) Bekanntschaft einfach ungenutzt verstreichen lässt. Das offene Ausleben der eigenen Sexualität löst innere Spannungen im eigenen Triebapparat und führt zu stärkerer innerer Zufriedenheit.

Nils: Liebe Frau AB, danke für Ihre aufschlussreichen Ausführungen zur freien Liebe. Ich halte sie für falsch, aber ihr toleriere Ihren Weg. Damit Sie meine Position verstehen, möchte ich Ihnen die Geschichte von meiner Stiefschwester Ursel erzählen. Ursel lebte in Berlin. Sie war eine Anhängerin von Wilhelm Reich und seiner psychoanalytischen Sexualtheorie. Danach ist Sex das Wichtigste im Leben eines Menschen. Wer viel Sex hat, wird ein glücklicher Mensch. Im Yoga heißt es dagegen, wer Sex nicht im richtigen Maß lebt, verbraucht schnell seine Lebensenergie. Das kann man deutlich bei vielen Menschen in der westlichen Tantra-Szene beobachten. Nach einigen Jahrzehnten mit viel Sex sind sie innerlich ausgebrannt.

Ursel gehörte zur Berliner Tantra-Szene. Sie experimentierte mit der freien Liebe. Sie hatte in ihrem Leben viel Sex. Aber sie bekam viel zu wenig Liebe. Echte Liebe kann sich in offenen Beziehungen nicht entwickeln. Bei Sex ohne Treue wird das Herzchakra ständig verletzt. Es verschließt sich deshalb zu seinem Schutz immer mehr. Auf dem Weg des Tantra-Yoga ohne Treue verspannt man sich im Laufe seines Lebens immer mehr. Man wird innerlich unglücklich und bekommt psychosomatische Krankheiten. Ursel starb im Alter von fünfzig Jahren an Krebs. Darüber war ich sehr traurig, aber ich konnte sie nicht von ihrem aus meiner Sicht falschen Weg der freien Liebe abbringen.

Nach meiner Erfahrung können starke Menschen die freie Liebe leben ohne zu zerbrechen. Emotional empfindliche Menschen (die Mehrzahl der Frauen) leiden darunter. Letztlich macht die freie Liebe in der heutigen Zeit in der Jugend und im Internet die Mehrzahl der Menschen unglücklich. Die meisten Frauen brauchen stabile Beziehungen, um sich wohl zu fühlen
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Es gibt viele alleinerziehende Mütter in der heutigen Zeit, weil viele Männer ihre Beziehungen viel zu locker sehen. Untreue breitet sich stark unter Männern und Frauen aus. Ich halte das für eine Entwicklung zum Unglück unter den Menschen. Ich wünsche eine glückliche Welt, und dazu gehören für mich stabile Beziehungen und stabile Familien. In den USA sind 50 % der Mütter in der Schwarzen Community alleinerziehend. Die Kinder aus diesen Familien sind sozial sehr instabil. Sie kommen als Erwachsene 20 mal öfter ins Gefängnis als Kinder aus Familien mit einem Vater und einer Mutter. Ich teile viele ihrer spirituellen Ansichten, aber in diesem Punkt unterscheiden wir uns.

Frau AB: Toleranz ist das Wichtigste. Wir haben unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie wir unser Leben gestalten wollen, und solange wir uns einander mit Toleranz begegnen, gibt es auch keine Schwierigkeiten. Ein Jeder soll nach seiner Facon selig werden. Ob wir monogam oder polygam veranlagt sind, ob monosexuell oder bisexuell. Ein jeder von uns hat ein Recht darauf, sein Leben so zu gestalten, wie es ihm gefällt.

Nils: Jeder kann in der heutigen Zeit so leben wie er will. Ein Mensch kann mit oder ohne Weisheit durch das Leben gehen. Ich lehre das Erstere. Ich zeige das auf die freie Liebe folgende Leid für viele Menschen auf. Seine Entscheidungen treffen muss jeder selbst.

Frau AB: Ich meine, dass in einer offenen Beziehung die Ehrlichkeit gelebt werden sollte. Das ist zum einen die Ehrlichkeit gegenüber sich selbst. Nur, wer sich selbst gegenüber ehrlich ist, verfügt über das Rückgrat, auch anderen gegenüber ehrlich zu sein. Ehrlichkeit gegenüber sich selbst erfordert Selbstreflexion. Wer sich selbst gut kennt, der kann sich auch seine sexuellen Neigungen eingestehen und offen ausleben.

Nils: Meine Erfahrung mit offenen Beziehungen ist, dass eine Tendenz besteht sich selbst und andere zu belügen. Man will die Schmerzen der Partnerin nicht wahrhaben. Man überschätzt die Bedeutung der Sexualität. Man stellt die Sexualität und nicht die Spiritualtität in das Zentrum seines Lebens. Und man verspricht mehr, als man zu halten bereit ist. Viele Männer versprechen ihrer Geliebten sich von ihrer Ehefrau zu trennen und halten sie damit nur hin. Ihrer Ehefrau verschweigen sie meistens das Fremdgehen, weil sie sich sonst von ihnen trennen könnte. Manche Frauen tolerieren das Fremdgehen ihres Mannes und machen sich vor, dass es sie nicht tief verletzt. Auch in der 68iger Zeit hat die freie Liebe letztlich nicht wirklich funktioniert. Sie führte nur zu vielen zerstörten Beziehungen und vielen Singles.

Im Yoga heißt es: „Erst stirbt die Treue, dann stirbt die Wahrheit, dann stirbt die Liebe und dann stirbt das Glück.“ Nach der Lehre des Yoga und des Buddhismus sollte ein Mensch sich von unklarer Sexualität fernhalten. Die Basis einer guten Beziehung sind Treue, Wahrheit und Liebe. Und genau das sind auch die Eigenschaften, die man als spiritueller Mensch braucht, wenn man seine spirituellen Ziele erreichen möchte. Wer in der Sexualität unklar ist, wird es auch auf dem spirituellen Weg sein. Die Eigenschaften in einem Lebensbereich färben auf alle andere Lebensbereiche ab. Ich habe nichts gegen Sex, aber er sollte mit Weisheit gelebt werden.

Selbstbefriedigung

AB: Hallo Herr Horn! Es war die Zwangsmoral im letzten Jahrhundert, welche die Gesellschaft ins Unglück gestürzt hat. Nach Reichs Thesen führt eine Gesellschaft, welche sich durch Sexualverneinung und durch Zwangscharaktere auszeichnet, zu einer unglücklichen Gesellschaft. Deshalb ist es wichtig, das Onanieverbot zu überwinden, welches für zwangsmoralistische Gesellschaften typisch ist.

Nils: Reich überbewertet die Sexualität und hat den Weg der Erleuchtung nicht begriffen. Gegen Zwangscharaktere bin ich auch. Die Frage ist, wie man seine inneren Verspannungen (Zwanghaftigkeit, Neurosen) auflöst. Das muss sehr individuell mit viel Weisheit geschehen. Das Onanieverbot halte ich für einen Fehler. Im Buddhismus (Dalai Lama) und Hinduismus (Sai Baba, Tantra-Yoga) sieht man die Dinge erheblich lockerer. Der Dalai Lama erlaubt seinen Mönchen das Onanieren. Genauso wie Sai Baba es für seine Anhänger akzeptiert.

Caterina: Es ist natürlich, dass die Menschen onanieren.

Nils: Die Christen haben hier noch viel aufzuarbeiten. Das können sie aber erst erfolgreich tun, wenn sie den Weg der Erleuchtung (Heiligkeit) in der Tiefe begriffen haben. Dann können sie klären, wann die Sexualität die Erleuchtung blockiert und wann sie sie fördert. Ich habe dazu in meinen Büchern viel geschrieben, insbesondere in „Yoga, Sex und Rock´n´Roll“ und „Wie werde ich glücklich“.

Das freie ungezügelte Ausleben der Sexualität führt zu einer Anhaftungsstruktur im Geist. Wenn man äußere Wünsche intensiv lebt, bildet sich immer ein Anhaftungsband im Geist. Die Erleuchtung (seelische Heilwerdung/Heiligkeit) entsteht aber gerade durch die Auflösung aller Anhaftungsbänder (innere Reinigung). Das hat Reich übersehen. Anhaftungsbänder (innere Verspannungen) bilden sich auch durch Ängste und Verbote. Der Weg der Erleuchtung führt sensibel zwischen beiden Polen hindurch. Manchmal ist das Ausleben der Sexualität hilfreich, und manchmal nicht.

Das Problem der Sexualität löst sich nur, wenn man die Erleuchtung in den Mittelpunkt des Lebens stellt. Dann findet man auch den Weg seine Sexualität so zu leben, dass sie einen bei der Erleuchtung voranbringt. Sokrates lehrte es das richtige Maß in äußeren Dingen zu finden. Das ist der Weg der Glücksphilosophie.

Die freie Liebe ist meistens ein Unglücksweg, insbesondere für die Frauen. Untreue verletzt das Herzchakra und macht zumindenst einen Partner sehr unglücklich. Ich arbeite für das Glück aller Menschen. Dazu gehört auch ein kluger Umgang mit der Sexualität.

Ein hoher Stresspegel herrscht in der heutigen Gesellschaft nicht durch die sexuelle Zwangsmoral, sondern durch das überbetonte Leistungsprinzip. Die Menschen werden im Beruf zur Leistung angetrieben, damit sie maximal ausgebeutet werden können. Ausbeutung ist das Hauptproblem der heutigen Welt und nicht die sexuelle Zwangsmoral. Die gibt es nur noch in den Köpfen einiger religiöser Fundamentalisten.

Die kirchlichen Moralvorstellungen spielen in der heutigen Jugend kaum noch eine Rolle. Aber das Leistungsdenken und der übergroße Alltagsstress zerstören weitgehend das Glück bei der Sexualität. Und die fast völlige Unwissenheit von den Gesetzen des inneren Glücks. Die derzeitige kapitalistische Gesellschaft ist auf dem Ego aufgebaut. Jeder versucht jeden auszubeuten, auch sexuell. Alle wollen vorwiegend haben, das gilt für Männer und für Frauen. Inneres Glück entsteht aber eher durch Geben als durch Nehmen. Es beruht auf innerem Frieden und nicht auf überzogenen sexuellen Wünschen.

 

Sexualität und Spiritualität

Frau AB: Ich denke, dass Sie einen Fehler machen, wenn sie glauben, die Spiritualität könne ein Ersatz für die Sexualität sein. Es ist enorm wichtig, dass wir unsere Sexualität frei und ungehindert ausleben. Wer sich seinen Wünschen und Bedürfnissen versagt, der versündigt sich an der Grossen Göttin. Die Quelle des Glücks liegt im Moment der Gegenwart. Es lohnt sich, öfter einmal auf die Gegenwart zu fokussieren. Und dabei hilft uns die Technik der Meditation. Die Meditation bringt unseren Fokus komplett auf die aktuelle Gegenwart. Wir sind, und zwar genau jetzt. Das hilft uns dabei, Glück zu empfinden.

Nils: Hallo Frau AB! Eine wichtige Quelle des Glücks liegt im Moment der Gegenwart. Allerdings nur, wenn man erleuchtet ist. Sonst kann der Moment der Gegenwart manchmal ziemlich unerträglich sein. Sie meditieren auch. Das ist wunderbar.

An der großen Göttin versündigen wir uns nur, wenn wir unerleuchtet vor uns hin leben. Wer nicht erleuchtet ist, ist aus dem Paradies gefallen. Er hat sein Paradiesbewusstsein, seine erleuchtete Sicht der Dinge verloren. Der Weg der Erleuchtung besteht grundsätzlich darin, sich über die Ebene der körperlichen Bedürfnisse zu erheben. Insbesondere unsere Wünsche lassen uns aus dem Paradies, dem erleuchteten Gegenwartsbewusstsein fallen. Ein Wunsch ist eine geistige Anspruchsspannung. Wer etwas wünscht, ist immer in der Zukunft. Wünsche bringen uns aus dem erleuchteten Sein heraus.

Mit Anhaftung meine ich eine geistige Anspannung. Man steht unter dem Druck etwas haben zu wollen. Ein Mann könnte sich zum Beispiel eine Frau und Sex wünschen. Dadurch kann er unter großem inneren Druck stehen. Sex zu leben, kann ihn für kurze Zeit vom Druck befreien. Aber der Druck kommt wieder. Leider. Je mehr er sich an guten Sex gewöhnt hat, um so schwerer kann er ihn loslassen, wenn die Zeit des Loslassens kommt. Ich weiß, wovon ich rede. Dann spürt mann sehr deutlich seine Anhaftung an eine bestimmte Frau oder an die Sexualität allgemein. Männer haften meistens am Sex an und Frauen an den Verliebtheitszuständen. Wenn kein Sex oder keine Verliebtheit da ist, spüren sie deutlich den Verlust des Paradieses.

Sie denken dann, dass sie nur durch eine neue Frau oder einen neuen Mann in den Paradieszustand wieder herein kommen können. Das ist der große Irrweg. Das ist ein Leben aus der Sucht heraus. So wird man niemals vollständig glücklich. Äußere Dinge können einen nur für kurze Zeit glücklich machen. Alles Äußere ist vergänglich. Dauerhaft glücklich wird man nur durch sein Inneres. Man muss ins anhaftungslose Sein kommen. Dazu ist es normalerweise förderlich Sex eher wenig als viel zu leben. Viel Sex stärkt die Suchttendenz im Geist. Zu wenig Sex kann aber auch ungünstig für das innere Glück sein. Die Spiritualität ersetzt nicht den Sex, macht aber unabhängiger davon. Notfalls geht es dann auch ohne. Wer im Licht ruht, erhebt sich über alle Körperlichkeit. Ich bin aber nicht grundsätzlich gegen Sex. Das möchte ich hier noch einmal ausdrücklich betonen. Sex sollte nur mit Weisheit gelebt werden. Das ist meine zentrale Aussage.

In Bezug auf die freie Liebe sind wir unterschiedlicher Ansicht. Das können wir aushalten, da wir beide sehr tolerante Menschen sind. Die freie Liebe mag in einem Naturvolk gut sein, in der modernen Zivilisation macht sie nach meinen Beobachtungen die Mehrzahl der Menschen und insbesondere der Frauen unglücklich. Ich meine, dass eine glückliche Welt nur auf der Basis stabiler Beziehungen aufgebaut werden kann. Dazu sind Werte wie Weisheit, Liebe und Treue wichtig.

Atem-Meditation

Durch die Atem-Meditation können wir unseren Körper mit Licht füllen. Unser Geist wird friedlich und positiv.

1. Ausatmen = Wir konzentrieren uns auf das Ausatmen. Wir atmen tief ein und aus. Wir atmen alle unsere Sorgen aus. Wir geben alle unsere Sorgen an den Kosmos (Gott, das Leben) ab. Wir strecken die Hände zur Erde und schütteln sie aus: „Meine Sorgen sind … „. Gib sie an die Erde ab: „Ich lasse meine Sorgen los. Ich nehme die Dinge so an, wie sie sind.“ Bewege die Füße.

2. Einatmen = Wir konzentrieren uns auf das Einatmen. Wir visualisieren eine Sonne am Himmel und atmen Licht ein. Wir massieren das Licht in unseren Körper ein: „Positiv in meinem Leben ist …“. Wir zählen drei positive Dinge in unserem Leben auf.

3. Besinnung = Wir besinnen uns auf den tieferen Sinn des Lebens? Was ist wichtig in deinem Leben? Denke das Mantra: „Mein Weg der Weisheit ist …“.

4. “So Ham“ = Wir denken „So“ beim Einatmen und „Ham“ beim Ausatmen. Wir konzentrieren uns auf das Atem-Mantra und laden uns so mit Atemenergie auf. Unser Geist wird ruhig und positiv. So Ham können wir übersetzen mit : „Ich bin ich. Ich bin richtig, so wie ich bin. Ich bin auf dem richtigen Weg. Ich (Ham) bin eins mit mir/meinem Leben/mit Gott (So).“

5. Atem beobachten = Wir beobachten eine Minute einfach nur unseren Atem. Wir atmen ganz normal ein und aus. Wir können den Atem im Bauch, im Brustkorb oder in der Nase beobachten. Wir konzentrieren uns auf unseren Atem und stoppen dadurch alle Gedanken. Wir entspannen uns.


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