Yoga der Liebe

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Der Yoga der Liebe (Bhakti Yoga, Karma Yoga) ist ein Weg Yoga-Übungen mit der Energie der Liebe zu verbinden. So bekommt Yoga eine große Reinigungskraft und kann dich auf eine schnelle und einfache Weise zur Erleuchtung führen. Der Yoga der Liebe erweckt die Liebe in dir und bringt dich zu einem Leben im Licht und in der Liebe.

1. Finde ein spirituelles Vorbild, das du magst und dem du vertraust. Das kann Gott, Jesus, Buddha oder ein erleuchteter Meister deiner Wahl sein. Ein Darshan ist eine Energieübertragung. Ein echter Darshan besteht aus den drei Punkten sehen (Bild), hören (Lehre) und berühren. Dein Vorbild muss dich innerlich berühren. Du solltest Liebe oder Vertrauen fühlen.

2. Verbinde dich jeden Tag mit deinem Vorbild. Meditiere auf ein Bild oder eine Statue. Lies regelmäßig in einem Buch. Bete oder arbeite mit einem Orakel. Denke das Mantra: „Om alle erleuchteten Meister. Om innere Weisheit. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg.“ Christen können auch zu Gott oder zu Jesus beten.

3. Sende regelmäßig Licht und Liebe zu allen Menschen. Dann entsteht in dir ein Bewusstsein der Einheit, das dich zu einem glücklichen Leben und zur Erleuchtung führt. Denke das Mantra: „Ich sende Licht zu (Name). Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“

4. Fühle dich mit deinem Vorbild verbunden, während du deine Yoga-Übungen machst. Denke oder spreche beim Yoga Mantras. Dein Yoga wird eine größere Kraft bekommen. Er wird dich innerlich reinigen und deine Erleuchtungsenergie entfalten.

5. Denke positiv, handel positiv und lebe positiv. Folge positiven Zielen und positiven Grundsätzen. Lebe im Schwerpunkt aus der Weisheit (deiner persönlichen Wahrheit), der Liebe und dem inneren Frieden (der Ruhe, Gott) heraus.


Geschichten der Liebe

Shiva der Tänzer mit dem Leben (Nataraja)

Die drei Wünsche

Es war einmal eine arme Frau. Sie hatte es schwer in ihrem Leben. Sie versuchte, in einer Beziehung glücklich zu werden. Aber alle ihre Beziehungen waren gescheitert. Sie versuchte, im Beruf glücklich zu werden. Aber in ihrem Beruf erfuhr sie nur Stress, Kampf und Egoismus. Im Laufe der Jahre erschöpfte sich ihre innere Energie immer mehr.

Sie lebte alleine, ohne Mann, ohne Arbeit, ohne tieferen Lebenssinn und ziemlich frustriert. Jeden Tag fernsehen und Süßigkeiten essen war auf die Dauer auch nicht der Weg zum großen Glück. Irgendwie war die Frau auf der Suche nach einem erfüllten Leben.

Eines Nachts erschien ihr der Yoga-Gott Shiva im Traum. Er sprach zu ihr: „Heute ist dein Glückstag. Du kannst aus deinem Leben einen Glücksweg machen. Du hast drei Wünsche frei.“ Die Frau wünschte sich Liebe, Kraft und Glück.

Am nächsten Tag ging sie wie von einer unsichtbaren Hand geführt in eine Buchhandlung. Sie kaufte sich ein Yogabuch und arbeitete es gründlich durch. Sie machte jeden Tag morgens, mittags und abends ihre spirituellen Übungen. Sie betete zu den erleuchteten Meistern, las in einem spirituellen Buch, ging regelmäßig spazieren, praktizierte ihre Lieblings-Yogareihe und meditierte vor dem Schlafengehen.

Sie übte nicht viel, aber regelmäßig. Und vor allem effektiv und mit innerem Gespür. Sie spürte jeden Tag genau in sich hinein, was sie wann auf welche Art brauchte. Sie konzentrierte sich auf die fünf Eigenschaften Selbstdisziplin, Weisheit, Lebensfreude, umfassende Liebe und inneren Frieden. Dadurch überwand sie ihre Schwäche, ihre Ängste, ihre falschen Sehnsüchte und ihre Selbstzweifel.

Mit den Yogaübungen gelang es ihr, ihre Kundalini-Energie zu erwecken. Plötzlich hatte sie viel Kraft und Glück in sich. Sie gab ihr Wissen auf ihre Art an ihre Mitmenschen weiter und öffnete dadurch ihr Herzchakra. Sie gelangte in die Energie der umfassenden Liebe. Sie lebte ab jetzt im Schwerpunkt für das Ziel einer glücklichen Welt, fand ihre persönliche Aufgabe und wurde eine Lichtbringerin. Yoga hatte aus ihrem Leben einen Weg der Gnade gemacht.

Die Yogafrau

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Irgendwo in Hamburg saß im Herbst 1991 eine kleine Gruppe von Yoga-Schülern eng zusammengescharrt um einen kleinen unbedeutenden Yogalehrer. Draußen wehte der kalte Wind. Der Yogaraum war karg eingerichtet. Altes Schulmobiliar war notdürftig zur Seite geräumt. Aber es war wenigstens gemütlich warm: Die Heizung funktionierte. Der Raum war dunkel. In der Mitte brannte eine einsame Kerze. Mit leisen Worten sprach der Yogalehrer zu seinen Leuten. Die Gruppe hatte sich neu gebildet. Der Yogalehrer gab ihnen eine kurze Einführung in den Yoga. Danach stellten sich alle Teilnehmer der Reihe nach vor. Dann begann der Yoga-Unterricht. Am ersten Abend gab es nur eine kleine Einstimmung in den Hatha-Yoga. Sie praktizierten einige Grundübungen und machten zum Schluss eine längere Meditation im Liegen. Der Yoga-Lehrer betrachtete die Teilnehmer an seinem Yoga-Kurs. Die meisten Menschen kannte er nicht. Überwiegend waren es Frauen, die sich für seinen Kurs angemeldet hatten. Nur einige wenige Männer hatten den Mut, sich einmal etwas intensiver mit ihrem Körper zu beschäftigen. Für die meisten Kursteilnehmer war Yoga eine neue Erfahrung. Sie waren gespannt, was sie erwartete. Überwiegend versprachen sie sich Stressabbau und etwas gute Energie. Die meisten Teilnehmer waren berufstätig und durch ihren Beruf stark gestresst. Sie brauchten dringend ein Entspannungsprogramm.

Wie sahen sie den Yogalehrer? Für die meisten Teilnehmer war er nur irgendein Mensch, dessen Arbeitskraft sie für eine gewisse Zeit für wenig Geld gebucht hatten. Sie hofften, dass er seinen Job einigermaßen gut machen würde. Sie wollten, dass er nett war. Mehr verlangten sie nicht. Erleuchtung war für die meisten von ihnen ein Fremdwort. Vom inneren Glück hatten sie noch nie etwas gehört. Einige Frauen sahen den Yogalehrer mit etwas anderen Augen. Für sie war er ein Alpha-Männchen, eine Art Anführer, ein Chef der Urhorde. Insgeheim projizierten sie auf ihn ihre Sehnsüchte nach Liebe, Geborgenheit und Zärtlichkeit. Sie entwickelten irreale Phantasien und strahlten ihre sexuellen Energien auf den armen Yogalehrer. Sie dachten, er bemerkte das nicht. Er bemerkte es. Er kannte ihre Gedanken und Gefühle. Er spürte ihre Energien. Doch andererseits stand er auch über den Dingen. Er sah Anhaftungsenergien als einen normalen Bestandteil des Lebens an. Nach einiger Zeit würde sich alles wieder beruhigen. Im Laufe der Yoga-Stunden würde er sie zur Arbeit an sich selbst lenken. Sie würden sich dann vorwiegend mit ihrem Körper, ihren Gedanken und ihrem Yoga-Prozess beschäftigen. Außerdem sah er alle Menschen grundsätzlich positiv. Er praktizierte die umfassende Liebe. Er war grundsätzlich ein Helfer und Freund aller seiner Kursteilnehmer. Ihre Schwächen bemerkte er kaum. Er konzentrierte sich auf das Positive in ihnen. Er überlegte, wie er ihnen am besten helfen konnte. Er wollte, dass sie sich gut entspannen, positiv gestimmt werden und etwas auch den tieferen Sinn des Yoga begreifen.

Doch dann war da diese Frau, die absolut zu starke Energien auf ihn ausstrahlte. Energien der Liebe und der Sexualität. Der Yogalehrer war nach kurzer Zeit in eine Wolke aus exstatischer Glücksenergie eingehüllt. So etwas hatte er noch nicht erlebt. Eine Frau mit so starken Energien hatte er noch nie getroffen. Er spürte, dass sie ihn wollte. Auch wenn ihr selbst ihre geheimen Sehnsüchte noch nicht ganz klar waren. Der arme kleine Yogalehrer sandte ein Stoßgebet zum Himmel: „Dieser Frau kann ich nicht widerstehen!“ Der Himmel schwieg. Also war es wohl sein Karma, dass er nicht widerstand. Nach der Yogastunde fragte er sie unverbindlich, ob sie sich einmal treffen könnten. Die Frau wollte sich das überlegen. Was ging in ihr vor? Sie hat ihre Gedanken später aufgeschrieben: „Völlig unbelastet ging ich in den Yogakurs. Ich war schon gleich am ersten Abend sehr begeistert. Es ist wunderbar, habe ich überall erzählt. Nils habe ich nur im Unterbewusstsein wahrgenommen. Ich konnte kaum verstehen, was er sagte, weil er so leise sprach. Ich fühlte, dass ich hier so sein kann wie ich möchte. Nichts geschönt. Nichts gestellt. Vielleicht war das für mich das Ausschlaggebende. Ich sein zu dürfen. Ungeschminkt mit zerbeulter Trainingshose. Keiner schaut dir zu. Du kannst dich ganz auf dich konzentrieren. Ich habe Nils öfter von der Seite beobachtet. Ein Yogi, der anders ist als der Durchschnittsmensch. Etwas unantastbar, unnah und doch auch nah, wenn er lächelt. Distanz zu seiner Schülerschar, andererseits Aufmunterung zum Sich-Fallen-Lassen. Und gibt sich selbst dafür als Vorbild. Ich habe nichts gemerkt und war wohl schon verliebt. Ich glaubte es sei der Kurs, aber es war Nils. Er ist mir unter die Haut gegangen – oder direkt ins Herz von Beginn an. Als er mich ansprach, habe ich folgerichtig reagiert. Es sollte so sein und konnte nicht anders sein. Es musste so kommen. Eine Fügung des Kosmos und wir taten das Unsere hinzu.“

Einige Tage später kam ein Brief in seiner Yogihütte an. Er enthielt ihre Telefonnummer. Nils rief die Yogafrau an und verabredete ein Treffen mit ihr. Er fuhr zu ihr hin, klingelte an der Haustür und sie öffnete ihm. Sie sahen sich an. Sie umarmten sich. Und eine gewaltige Energie aus Liebe erfasste sie. Sie waren wie in Trance. Sie gingen in ihre Wohnung. Die Yogafrau meinte, dass sie eigentlich gar nicht miteinander zu schlafen bräuchten. Die Energie sei schon jetzt vollständig stark. Nils sah die Dinge etwas anders. Und so zogen sie sich aus und legten sich in ihr Bett. Sie waren sehr zärtlich zueinander. Die Energie nahm immer mehr zu. Sie schliefen miteinander und verschmolzen zu einer Einheit aus Liebe und Glück. Sie versanken in einer endlosen Flut aus Hingabe, Liebe und Lust. Sie harmonierten gut miteinander. Beide waren sehr glücklich über das Geschenk ihrer Liebe. Sie trafen sich immer wieder. Wochenende für Wochenende begann auf das Neue der Tanz der Exstase. Sie schliefen oft stundenlang miteinander. Die Frau sagte, dass sie so etwas noch nicht erlebt habe. Sie hatte keine Erfahrung mit dem Tantra-Yoga. Hier trafen zwei spirituell passende Menschen aufeinander. Ihre Energien entsprachen sich. Eine starke weibliche Energie traf auf eine starke männliche Energie. Sie waren ein wunderbares Paar.

Da beide positiv und zärtlich miteinander umgingen, wurde ein Wachstum ins Licht möglich. Ihre Energien verbrauchten sich nicht im Liebesspiel, sondern nahmen durch den Tantra-Yoga immer mehr zu. Das Glück wurde immer größer. Nils hatte keine Tantra-Bücher gelesen und keine Tantra-Workshops besucht. Er kam nicht aus der Tantra-Szene. Er kam von der Philosophie, vom Hatha-Yoga und vom Buddhismus. Nils hatte in seinen vorherigen Beziehungen zwar etwas Tantra-Yoga praktiziert. Aber bei der Yoga-Frau machte er seine entscheidenden Tantra-Erfahrungen. Hier erreichte sein Tantra-Weg seinen Höhepunkt. Hier begriff Nils, was Tantra-Yoga wirklich bedeutet. Nils glaubt, dass er von seinen Meistern geführt worden ist. Sie brachten ihn zu einer intuitiven Form des Tantra-Yoga. Rituale praktizierte er nicht. Er erspürte eher seinen Weg.

Die Yogafrau und Nils gingen sehr sensibel miteinander um. Sie bemühten sich eine harmonische und positive Beziehung zu führen. Nils schenkte seiner Partnerin gleich am Anfang der Beziehung sein Buch über das positive Denken. Sie las es und war begeistert. Sie erklärte, dass sie dieses Wissen gerne früher in ihrem Leben gehabt hätte. Die Yogafrau und Nils praktizierten intensiv das positive Denken. Deshalb dauerte die Zeit ihrer großen Verliebtheit drei Jahre. Sie war seine Lakshmi (Göttin der Fülle), seine Parvati (Göttin der Liebe), seine Sarasvati (Göttin der spirituellen Belehrung) und manchmal auch seine Kali (Göttin des Leidens). Sie tanzten den ewigen Tanz von Mann und Frau. Mit Freude, Liebe, Glück und etwas auch mit Leid. Es gab auch Schwierigkeiten und Meinungsverschiedenheiten zwischen ihnen. Aber mit dem positiven Denken, dem klaren Willen zu einer guten Beziehung und der Gnade Gottes überwanden sie immer wieder alle Probleme und fanden zurück zur Liebe.

Ein großes Problem für viele Beziehungen in der westlichen Welt ist der Berufsstress. Etwas Stress im Beruf ist nicht so schlimm. Etwas Stress kann man durch Yoga, positives Denken und eine tägliche Meditation wieder abbauen. Problematisch dagegen ist der andauernde und übergroße Stress. Die westliche Gesellschaft ist eine Leistungsgesellschaft. In den letzten Jahrzehnten hat der Leistungsdruck in den meisten Berufen stark zugenommen. Übergroßer Stress führt auf die Dauer zu inneren Verspannungen. Diese Verspannungen bewirken ein Anwachsen des negativen Denkens. Das sexuelle Bedürfnis reduziert sich. Für Menschen, die unter großem Berufsstress stehen, ist es auf die Dauer sehr schwierig eine positive Beziehung zu führen. Sie verlieren das sexuelle Interesse aneinander und zerstören ihre Beziehung durch negatives Denken.

Die Yogafrau hatte in ihrem Beruf einen erheblichen Stress. Dieser Stress nahm im Laufe der Jahre immer mehr zu. Gleichzeitig wurde sie älter und war immer weniger in der Lage den Berufsstress wieder abzubauen. Sie machte Anti-Stresskurse und bemühte sich um ein gutes Stressmanagement. Aber das Einzige, was wirklich geholfen hätte, wäre eine erhebliche Reduzierung der Arbeitszeit gewesen. Sie hätte halbtags arbeiten müssen, um den übergroßen Berufsstress ausreichend abbauen zu können. Zu einer solchen Entscheidung fehlten ihr die Weisheit und die innere Kraft. Sie hätte halbtags arbeiten können, aber dazu wäre ein Verzicht auf äußerem Konsum (billigere Wohnung) notwendig gewesen. Dazu war die Yogafrau nicht bereit. Sie vollzog nicht die große Wende in ihrem Berufsleben, als diese große Wende notwendig war. Sie fing an Nils zu kritisieren. Sie konzentrierte sich auf seine negativen Seiten und fand ständig irgend etwas, was ihr nicht gefiel. Jedes kleine Fehlverhalten begann sie stark zu nerven. Sie sah kaum noch das Positive. Das konnte auf die Dauer nicht gut gehen.

Nach zehn Jahren endete die Beziehung zwischen Nils und der Yogafrau. Im Mai 2001 schrieb sie ihm, dass sie ihren Weg alleine gehen wollte. Diesen Wunsch musste er akzeptieren. Nils hätte gerne sein Alter in einer Beziehung und nicht alleine als Yogi verbracht. Eine Beziehung in getrennten Wohnungen mit einer spirituellen Partnerin war sein Wunschtraum. Der Hauptsinn seines Lebens war es als abgeschiedener Yogi zu leben. Aber von Zeit zu Zeit etwas Sex, Zärtlichkeit und gute Gespräche hätte er gerne gehabt. Und vielleicht hätte die Yoga-Frau ja auch davon seelisch, körperlich und spirituell profitiert. Sechs Jahre waren sie glücklich gewesen. Vier Jahre hatten sie intensiv über sich und ihre Beziehung diskutiert. Sie hatten versucht, die Beziehung mit viel Abstand zu retten. Das war ihnen leider nicht gelungen.

Die Yoga-Frau sah das Leben als einen Tanz an. Beziehungen kommen und gehen. Nils vertrat eher den Weg der dauerhaften Beziehung. Zwei Menschen sollten in Freude und Leid zueinander stehen und sich gemeinsam auf dem Weg ins Licht helfen. Andererseits kann ein Yogi auch als Single glücklich sein. Und wenn der Kosmos diesen Weg für Nils vorgehen hat, ist dagegen nichts einzuwenden. Alle äußeren Erscheinungen sind letztlich vorübergehende Phänomene. Es gibt kein wirkliches Leid. Das äußere Leben ist für einen erleuchteten Menschen ein relativ unwirklicher Traum. Nur Gott ist wirklich. Ein Yogi verweilt im Licht und in der umfassenden Liebe. Und bleibt immer glücklich. Jedenfalls meistens. Etwas Trauer gehört zum Leben auf der Erde dazu.

Anita

Anita Blanke (Mein Weg zur Quelle, 2003) ist eine Schülerin von Sathya Sai Baba, die durch den Weg einer spirituellen Beziehung zur Erleuchtung gelangte. Sie wurde in Österreich geboren und zeigte in der Schule eine besondere Begabung für Musik, Tanz und Theater. Nach dem Abitur ging sie nach Berlin und wurde Schauspielerin. Bereits mit Fünfzehn verliebte sie sich unsterblich in einen Mitschüler. Aber er konnte mit ihrer großen Liebe nicht viel anfangen. Und so wanderte sie von Beziehung zu Beziehung. Ihr Lebensthema war die Suche nach dem richtigen Mann. Am Theater in Berlin lernte sie Norbert kennen. Er studierte Sozialpädagogik und verdiente sich als Techniker etwas Geld dazu. Anita war von seiner ruhigen und starken männlichen Art begeistert und verführte ihn eines Tages nach einer Theatervorstellung. Sie zogen zusammen. Aber nach einer gewissen Zeit der Verliebtheit stellte Anita fest, dass auch Norbert nicht perfekt war. Es gab Seiten an ihm, die ihr nicht gefielen. Sie erwartete das große dauerhafte Glück von ihrem Partner und mußte damit notwendigerweise scheitern. Das große Glück kann man nur in sich selbst finden. Es war ein langer Weg bis Anita das erkannte.

Sie begann nach einiger Zeit an Norbert herumzunörgeln. Sie konzentrierte sich auf die negativen Seiten ihres Partners. Ihre Beziehung kühlte immer mehr ab. Sie blieben zwar zusammen, aber Anita begann ihr Glück jetzt bei anderen Männern zu suchen. Sie hatte einige Liebesabenteuer. Das dauerhafte große Glück fand sie jedoch nirgends. 1986 hörte sie von Sai Baba und reiste nach Indien. Als sie Sai Baba sah, wußte sie sofort, dass er ihr Meister war. Sie war am Ende ihrer Suche angenommen. Ihr Meister war ihre große Liebe. Doch leider mußte sie nach einiger Zeit feststellen, dass eine rein geistige Beziehung zu einem erleuchteten Meister ihr nicht ausreichte. Sie brauchte auch einen realen Mann. Sie bat deshalb Sai Baba um Führung und Hilfe. In einem Traum sagte Sai Baba ihr zu, dass sie einen Mann finden und zwei Kinder bekommen würde. Doch wo war der richtige Mann. Anita mußte selbst nachdenken. Sie ging geistig alle Männer durch, die sie kannte. In einem Buch las sie, dass die geistige und spirituelle Harmonie in einer Beziehung wichtiger ist als die körperliche Ebene. Das sexuelle Bedürfnis nimmt in einer Beziehung normalerweise nach einigen Jahren ab. Was bleibt ist die geistige und spirituelle Ebene. Wenn hier eine ausreichende Übereinstimmung besteht, hat die Beziehung langfristig eine Chance. Anita fragte sich, mit welchem Mann sie geistig am besten übereinstimmte und mit wem sie sich langfristig eine glückliche Beziehung vorstellen konnte.

Als einziger passender Partner fiel ihr Norbert ein. Doch ihr Herz weigerte sich. Da versprach ihr Norbert, dass er versuchen wollte ihr noch mehr Liebe zu geben. Das öffnete ihr Herz. Sie heirateten und bekamen zwei Kinder, einen Sohn und eine Tochter. Am Anfang waren sie sehr glücklich. Doch dann schlug das Chaos des Lebens zu. Die Kinder begannen zu nerven, Norbert suchte seine Aufgabe in seinem Leben und Anita wanderte von Theater zu Theater. Da sie nirgends richtig glücklich wurde, machte sie eine Ausbildung als psychotherapeutische Heilpraktikerin. Sie zog mit ihrem Mann und ihren Kindern nach Kassel. Dort mieteten sie ein großes Haus, zogen mit vielen Freunden zusammen und arbeiteten als Gesprächstherapeutin und Sozialhelfer. Anita wurde die Leiterin der Sai Baba Gruppe von Kassel. Der Hauptweg zur Erleuchtung war für Anita ihr ständiges Bemühen das Leben so anzunehmen, wie es gerade kommt. Sie übte es alle falschen Wünsche loszulassen und alles Leid in ihrem Leben radikal zu akzeptieren. Sie versuchte beständig aus dem anhaftungslosen Sein heraus zu leben. Manchmal gelang es ihr. Manchmal brach sie in tiefe Glückszustände durch. Aber meistens war es ein hartes inneres Ringen. Sie blieb eisern auf ihrem Weg und reinigte so im Laufe von etwa zwölf Jahren ihren Geist immer mehr. Sie betete jeden Tag zu ihrem Meister und bekam von Sai Baba viele hilfreiche Träume. Er gab ihr geistige Anweisungen und öffnete ihr Scheitel- sowie ihr Herzchakra. Anita meditierte regelmäßig und praktizierte Yoga. In einem Traum erhielt sie die Botschaft: „Die äußere Guru-Verehrung ist abzulegen. Visualisiere dich selbst als Meister. Laß dein Ego los und lebe im Schwerpunkt für das Glück deiner Mitmenschen. Diene allen Wesen und alles dient dir. Wenn du richtig mit den Dingen des Lebens umgehst, wird alles ein Weg zur Erleuchtung.“ Anita ging durch eine Phase der intensiven Egoauflösung. Die Hausgemeinschaft in Kassel brach zusammen. Innerlich fühlte sie sich schwer, müde und trostlos. Bis sich plötzlich ihr Ich-Bewußtsein auflöste. Die Glücksenergie in ihr begann zu fließen und sie gelangte dauerhaft ins Licht. Die äußeren Dinge änderten sich, aber innerlich blieb sie immer im Glück.

Der Meister des Mitgefühls

Atisha war ein tibetischer Meister der umfassenden Liebe. Er wurde 980 in Indien geboren. Er war zuerst Professor an einer Klosteruniversität, dann machte er sich auf die Suche nach dem schnellsten Weg zur Selbstverwirklichung. Er pilgerte von Meister zu Meister und probierte ihre Techniken aus. Der Meister Rahula brachte ihn geistig zum großen Durchbruch: „Jede Form der Selbstbezogenheit hindert dich daran vollständig erleuchtet zu werden. Auch wenn du Jahrzehnte in einer abgeschiedenen Höhle meditierst, gewinnst du vielleicht große spirituelle Kräfte. Aber vermutlich wird dann auch Stolz in dir entstehen. Und dieser Stolz wird dich daran hindern auf eine hohe Ebene der Erleuchtung zu gelangen. Er wird deine vollständige Einswerdung mit dem Kosmos blockieren. Du musst dein kleines Ich als einen gedanklichen Irrtum durchschauen. Du musst dein Ego, dein Ich-Bewusstsein, überwinden. Dann wirst du frei. Dann trittst du bewusstseinsmäßig ins große Selbst, ins Licht, in ein Leben in Gott ein. Du kommst vom Egobewusstsein zum kosmischen Bewusstsein. Du denkst dann von der Einheit des Kosmos her. Und genau dadurch bekommst du von Gott ständig große Kraft, Liebe, Glück, Frieden und Erleuchtung.“

Das überzeugte Atisha. Doch wie sollte er das erreichen? Ihm fehlte eine wirksame Technik zur Überwindung seines Egobewusstseins. Diese Technik lernte er bei dem Meister Serlingpa. Sie wird im tibetischen Buddhismus Tonglen genannt und bedeutet Auswechseln. Man übt es, sich mit seinen Mitmenschen zu identifizieren. Man verbindet sich mit ihrem Leid und sendet ihnen positive Energie. Atisha lebte zwölf Jahre als Yogi und ging dann zehn Jahre als spiritueller Meister nach Tibet, um den Menschen dort den Weg der umfassenden Liebe zu schenken.

Tonglen kann man auf verschiedene Arten praktizieren. Der tibetische Weg ist sehr radikal. Man übernimmt geistig alles Leid von seinen Mitmenschen und sendet ihnen gedanklich all sein Glück. Und man tut das so ernsthaft, dass man damit rechnet, dass wirklich eine Übertragung der Leidenergie (des schlechten Karmas) stattfindet. Nils hat für sich den Weg etwas abgemildert. Nach seiner Erfahrung reicht es aus, wenn man bei dem Leid auf der Welt konsequent hinsieht, Mitgefühl entwickelt und im Rahmen seiner Möglichkeiten hilft. Wer äußerlich als Yogi (in der Ruhe) und innerlich im Schwerpunkt als Karma-Yogi (im Helfen) lebt, wächst ins Licht. Wer aus der Ruhe (dem Sein) heraus für das Glück aller Wesen arbeitet, entwickelt optimal sein inneres Glück. Wie gelingt dir heute die Identifizierung mit deinen leidenden Mitmenschen: 1. Die Menschheit ist eine Familie. Alle Menschen sind Brüder und Schwestern. In einer Familie helfen sich alle gegenseitig. 2. Wenn es mir schlecht geht, möchte ich auch, dass mir geholfen wird. Wem es gut geht, der sollte denen helfen, den es schlecht geht. 3. Ich bin eine Mutter/ein Vater aller Wesen (ein spiritueller Meister). Ich sehe alle Wesen als meine Kinder an und motiviere mich so ihnen zu helfen.

Das große Verzeihen

Die heilige Rita lebte von 1380 bis 1457 in der Stadt Cascia in Italien. Sie hatte in ihrem Leben viel zu ertragen. Sie hatte ihren Mitmenschen und auch dem Leben viel zu verzeihen. Sie meisterte alle schwierigen Situationen mit Gleichmut, Ausdauer und Optimismus. In jungen Jahren wurde Rita von ihren Eltern mit einem jähzornigen und brutalen Mann verheiratet. Sie ertrug ihre Ehe achtzehn Jahre. Dann wurde ihr Mann ein Opfer der italienischen Blutrache. Rita konnte nicht nur ihrem Mann seine Brutalität verzeihen, sondern auch dem Mörder.

Rita hatte zwei Kinder. Kurz nach dem Tod ihres Mannes starben ihre Kinder an der Pest. Das war ein schweres Schicksal, an dem eine Mutter leicht zerbrechen kann. Rita war jetzt ganz alleine. Sie war 33 Jahre alt. Was sollte sie jetzt tun? Sollte sie noch einmal heiraten und möglicherweise wieder eine schwierige Beziehung bekommen? Oder sollte sie alleine bleiben? Rita entschied sich für den spirituellen Weg und wurde Nonne. Sie machte voller Selbstdisziplin jeden Tag ihre Übungen. Im Alter von sechzig Jahren gelangte sie zur Erleuchtung (Heiligkeit). Ihr strenges Üben hatte ihr einen großen Lohn eingebracht. Jetzt konnte sie sich über alles Leid der Welt erheben. Ein wichtiges Element für ihren Durchbruch zur Erleuchtung war das Verzeihen. Das umfassende Verzeihen führte zum vollständigen Einverstandsein mit dem Leben. Die heilige Rita konnte alles so annehmen, wie es ist. Auch das Leid in ihrem Leben und auf der Welt. Wer erleuchtet ist, ist auf einer tiefen Ebene von allem Leid der Welt befreit. Wer einen tiefen Glauben hat, den trägt dieser Glaube durch alle schweren Zeiten. Mögen wir alle eines Tages im Licht erwachen.

Der Witwer Kankaripa

Es war einmal ein Mann, der hatte eine schöne Frau. Die beiden liebten sich heiß und innig. Sie dachten positiv und konnten deshalb viele Jahre eine glückliche Beziehung führen. Der Mann hieß Kankaripa. Kankaripa hatte einen erfolgreichen Beruf und eine glückliche Beziehung. Er war sehr zufrieden mit seinem Leben.

Doch im äußeren Leben dauert nichts ewig. Eines Tages starb die Frau. Kankaripa war untröstlich. Er lernte viele neue Frauen kennen, doch keine konnte er wirklich lieben. Er hing vollständig an seiner verstorbenen Frau.

Er konnte sich nicht alleine aus der Anhaftung befreien. Deshalb ging er zu einem Meister (Sat-Guru) und fragte ihn um Rat. Der Meister erklärte, dass bei einer so großen Liebe die seelische Verbindung sehr stark ist. Sie kann nur durch spirituelle Übungen über einen langen Zeitraum hinweg gelöst werden.

Der Meister empfahl Kankaripa, jeden Tag drei Stunden spirituelle Übungen machen. Er sollte spazierengehen, Yoga machen, an seinen Gedanken arbeiten, in einem spirituellen Buch lesen und meditieren. Seinen Beruf sollte er im Schwerpunkt als Karma-Yogi für das Ziel einer glücklichen Welt praktizieren. Er sollte sich mehr auf das Glück seiner Mitmenschen als auf sein eigenes Glück konzentrieren.

Darüber hinaus sollte er jeden Tag geistig Tantra-Yoga praktizieren. Er sollte sich in einer sexuellen Vereinigung mit seiner Frau visualisieren, das Glück genießen, beide in Licht einhüllen, das Mantra „Licht“ denken, seine Frau mit sich verschmelzen lassen und dann beide Personen in die Einheit des Kosmos auflösen. Er sollte den Kosmos voller Sterne um sich herum visualisieren, das Mantra „Sterne“ denken, dann drei Minuten seine Gedanken stoppen und zum Abschluß etwas in einer entspannten Zen-Meditation (Gedanken fließen lassen) verweilen. Das tat Kankaripa einige Jahre und war dann von seiner Beziehungssucht geheilt. Er konnte jetzt eine neue Beziehung leben und auch gut alleine sein, wie das Leben es gerade mit sich brachte. Seine feste Verankerung im Yoga ermöglichte es ihm, positiv mit allen Wandlungen des Lebens zu fließen und immer sein inneres Glück zu bewahren.

Prinz Bhagiratha

Shiva ruft die Flußgöttin Ganga auf die Erde herab.

Bhagiratha war ein indischer Königssohn. Alle seine Brüder und Schwestern lebten in der Hölle. Sie lebten in der Welt des Leidens. Sie waren innerlich unglücklich. Sie wurden von den sieben Dämonen Wut, Stolz, Neid, Habgier, Angst, Genußsucht und Unweisheit gequält.

Bhagiratha wusste, dass seine Brüder und Schwestern sich nicht alleine von ihrer spirituellen Unweisheit befreien konnten. Der Weg des inneren Glücks ist schwer zu begreifen. Das tägliche spirituelle Üben ist schwer zu erlernen. Und noch schwerer ist es den Weg des effektiven Übens zu finden. Die meisten Menschen verlieren sich im formalen Üben und kommen langfristig nicht voran. Ohne einen erleuchteten Meister kann kein normaler Mensch den Weg ins Licht erfolgreich gehen. Damit wir eine glückliche Welt aufbauen können, brauchen wir viele erleuchtete Weisheitslehrer.

Bhagiratha beschloss, seine Brüder und Schwestern aus der Hölle zu retten. Er wurde ein Yogi und brachte zuerst einmal sich selbst ins Licht. Nachdem er zwölf Jahre intensiv seine Yogaübungen praktiziert hatte, erschien ihm eines nachts der Gott Shiva im Traum und fragte ihn, was er wolle. Bhagiratha anwortete: „Ich möchte meine Brüder und Schwestern aus der Hölle befreien. Ich möchte allen Menschen in der Welt das Licht bringen. Ich wünsche eine blühende Welt voller glücklicher Menschen.“

Daraufhin öffnete Shiva den Himmel und ließ das Wasser des Lebens auf die Erde fließen. Der Aufprall auf die Erde war so gewaltig, dass Shiva ihn abmildern musste. Er ließ das Wasser durch sein verfilztes Yogihaar rinnen, und es verteilte sich auf der Erde in viele kleine Bäche. Die Bäche plätscherten aus dem Himalaya-Gebirge in die indische Tiefebene und bewässerten das ganze Land. Ganz Indien begann zu blühen, die Menschen wurden glücklich und die Tiere froh. So entstand der heilige Fluß Ganges, der noch heute Nordindien mit Wasser versorgt.

Bhagiratha verwandelte sich in Shiva. Das Wasser wurde zur kosmischen Energie. Die Energie floss in sein Scheitelchakra hinein und außen über seinen Kopf und seine Haare an seinem Körper herunter. Nach einiger Zeit war Bhagiratha ganz voller Glücksenergie und umgeben von einer Wolke aus Licht. Wo seine Füße hintraten, begann die Erde zu blühen. Rote Rosen und weiße Lilien säumten seinen Weg. In seiner Nähe wurden die wilden Tiere zahm, und die Vögel begannen zu singen. Als er wie ein Gott (Buddha) vor Glück strahlte, ging er zurück in die Welt des Leidens (die Hölle) und erzählte den Menschen vom inneren Glück. Da er es selbst verwirklicht hatte, glaubten sie ihm und eiferten ihm nach. So wurde das Paradies auf die Erde gebracht.

Die Prinzessin Lakshmi

Lakshmi

Vor etwa tausend Jahren lebte in Indien eine schöne Prinzessin. Man nannte sie Lakshmi, die Göttin des Glücks. Lakshmi war eine sanfte und liebevolle junge Frau. Gemäß der Tradition im damaligen Indien wurde sie von ihren Eltern mit dem Sohn eines befreundeten Königs verheiratet. Mit großem Gefolge reiste die Prinzessin daraufhin zu ihrem zukünftigen Ehegatten.

Als sie die Tore der Stadt erreichte, kam der Sohn des Königs gerade von der Jagd. Er war ein rauher Geselle. Er war umgeben von wilden Kriegern. Am Sattel seines Pferdes hingen getötete Tiere. Als die Prinzessin ihren Bräutigam sah, war sie entsetzt. So einen groben und unspirituellen Menschen wollte sie nicht heiraten. Sie wartete die Nacht ab, schlich sich aus dem Palast und versteckte sich in einer Höhle im Wald. Freundliche Menschen gaben ihr etwas zu essen.

Lakshmi hatte jetzt plötzlich viel Zeit. Vorher war sie beständig beschäftigt. Als Prinzessin musste sie alle heiligen Texte auswendig lernen, täglich religiöse Rituale praktizieren und viele oberflächliche Feste feiern. In der abgeschiedenen Höhle im Wald war es sehr ruhig. Dank ihrer spirituellen Ausbildung wußte die Prinzessin aber, was man in einem solchen Fall tut. Man nutzt sein Leben für die spirituelle Selbstverwirklichung.

Die Prinzessin Lakshmi verbrachte ihre Zeit mit Yoga und Meditation. Sie entwickelte kreativ ihren optimalen Weg des spirituellen Übens. Nach sieben Jahren erwachte ihre Kundalini-Energie. Sie brach zur Erleuchtung durch. Sie lebte im Licht und strahlte Licht aus. Sie war jetzt zu einer echten Göttin des Glücks geworden.

Das merkten die Menschen um sie herum. Viele Frauen aus den umliegenden Dörfern kamen regelmäßig und besuchten sie. Lakshmi verbrachte ihr Leben glücklich in Gott und im großen Geben. Und auch hierbei war sie sehr kreativ. Sie fand für jeden ihrer Besucher kreativ einen Weg, wie sie ihm am besten spirituell helfen konnte.

Dem Prinzen war klar, dass sie vor der Hochzeit mit ihm geflüchtet war. Er erklärte die Prinzessin für verrückt und heiratete eine andere Frau. Mit ihr konnte er sein weltliches Leben gut fortsetzen. Sie war genauso wie er und glaubte an das große Glück durch die weltlichen Genüsse. Insofern war es auch für den Prinzen glücklich, dass aus der Hochzeit mit Lakshmi nichts wurde. Mit seiner neuen Frau konnte er den Weg gehen, der für ihn richtig war. Der Prinz machte deshalb auch keinen Versuch, Lakshmi zu finden.

Eines Tages verirrte sich aber der Vater des Prinzen, der alte König, auf der Jagd in dem Wald und entdeckte Lakshmi in ihrer Höhle. Er erkannte sofort, dass sie zur Erleuchtung gelangt war. Er beugte sich vor ihr nieder und bat sie um eine Belehrung. Lakshmi sprach: „Das Leben in der Welt ist überwiegend Leid. Dauerhaft glücklich ist nur der Erleuchtete. Jeder weise Mensch sollte als Yogi leben, wenn es ihm möglich ist.“ Der König nahm sich die Worte zu Herzen, dankte ab und wurde auch ein Yogi.

Yoga

Yoga ist ein schneller Weg der inneren Reinigung, der Auflösung von Verspannungen und des Aufbaus guter Energie.

Yoga mit positivem Denken

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1. Gehen = Wir gehen auf der Stelle, bewegen die Arme wie bei der Dampflokomotive, drehen uns um uns selbst, visualisieren Licht um uns herum und denken: „Ich gehe den Weg des Positiven.“

2. Windmühle = Wir grätschen die Beine auseinander, beugen uns in der Windmühle vor, drehen uns in der Wirbelsäule und denken:„Meine Ziele sind …“. Welche Ziele möchtest du in deinem Leben erreichen? Zähle drei Ziele auf.

3. Frosch = Wir beugen uns aus dem Stand mit dem Oberkörper vor. Wir stützen uns mit den Händen auf dem Boden ab und bewegen den Hintern nach unten in die Hocke und wieder nach oben in die Vorbeuge. Der Kopf geht dabei nach oben und wieder herunter zur Erde. Wir praktizieren mehrmals den Frosch und denken: „Ich habe Kraft und Ausdauer.“

4. Arm-Beinheben = Wir legen uns auf den Bauch. Wir heben den linken Arm und das rechte gestreckte Bein an. Wir senken beides wieder ab und heben den rechten Arm und das linke Bein an. Das machen wir mehrmals. Beim entgegengesetzten Armbeinheben denken wir: „Ich nehme die Dinge so an, wie sie sind.“ Was willst du heute annehmen?

5. Oberkörperheben = Wir liegen auf dem Bauch, stützen die Hände seitlich auf den Boden und drücken mehrmals den Oberkörper hoch und runter. Das ist eine einfache Form des Liegestützes, bei der das Becken auf dem Boden bleibt. Beim Ein- und Ausatmen denken wir: „Ich lasse meine falschen Wünsche los.“ Was möchtest du heute loslassen?

6. Beckendrehen = In der Bauchlage drehen wir entspannt das Becken hin und her. Der Kopf liegt auf den Händen. Wir denken: „Ich bin traurig, weil … „. Was ist heute dein Grund der Trauer?

7. Füßebewegen = Wir bewegen in der Bauchlage sanft die Füße und denken: „Ich verzeihe … (Ich verzeihe meinem Partner/Eltern, dass er/sie …. Ich verzeihe dem Kosmos/Gott, dass mein Leben so schwer ist. Ich verzeihe mir, dass ich …)“.Wem möchtest du heute was verzeihen? Denken deine Worte so lange, bis in dir ein Gefühl der Trauer, des Loslassens und des Verzeihens entsteht.

8. Radfahren = Wir drehen uns auf den Rücken, heben den Kopf und fahren mit Armen und Beinen Rad. Dabei denken wir: „Ich gehe den Weg des Positiven. Mein positiver Satz ist heute … „.

9. Kerze = Wir strecken die Beine zum Himmel und stützen uns mit den Händen am Rücken ab. Wir visualisieren den Himmel, bewegen die Füße und denken mehrmals das Mantra „Himmel“, bis die Energie des Himmels in uns hineinfließt.

10. Meditationssitz = Wir rollen aus der Kerze ab in den Meditationssitz (Schneidersitz, Fersensitz). Wir legen die Hände in den Schoß. Der Rücken ist gerade und der Bauch entspannt. Wir bewegen segnend eine Hand und senden allen Feinden und Schwierigkeiten Licht. Wir hüllen sie mit Licht ein und denken: „Ich sende Licht zu … Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“ Wir stoppen eine Minute alle Gedanken und entspannen uns danach.

Schüttelmeditation

Die Schüttelmeditation ist ein guter Weg, um schnell Stress abzubauen und sich mit positiver Energie aufzuladen. Eine Frau hatte in ihrem Beruf viel Stress. Im Laufe der Jahre zerstörte der Stress ihre Gesundheit, raubte ihr die innere Kraft und machte ihren Geist negativ. Ich riet ihr, jeden Tag nach der Arbeit zwanzig Minuten die Schüttelmeditation zu machen. Bereits nach einigen Wochen ging es ihr gesundheitlich wieder besser, und ihre innere Kraft nahm zu.

Wir schalten eine schöne Musik ein, stellen uns aufrecht hin und bewegen uns dynamisch in den Knien auf und ab. Wir können auch tanzen oder auf der Stelle gehen. Das Schütteln ist eine schnelle Bewegung aus den Knien heraus. Die Knie schütteln den Körper. Die Bewegung in den Knien ist klein und schnell. Wir können die Schüttelmeditation aber völlig frei so gestalten, wie wir sie am liebsten machen.

1. Wut = Wir schütteln alle Wut und allen Stress des Alltags aus uns heraus. Wir denken das Mantra „Wut“. Wir wandeln allen Stress, der in uns ist, in Bewegung um und befreien uns so davon.

2. Trauer = Wir lösen unsere aufgestaute Trauer. Wir denken den Satz: „Ich bin traurig, weil …“. Wir bewegen alle Trauer aus uns heraus. Was macht dich heute traurig? Denke den Grund mehrmals als Mantra.

3. Schultern = Wir kreisen mit den Schultern. Wir bewegen die Schultern so, wie es uns gut tut. Wir lösen die Verspannungen in den Schultern und im Nacken.

4. Wirbelsäulendrehen = Wir drehen uns beim Schütteln sanft so weit es geht in der Wirbelsäule hin und her. Wir lösen die Verspannungen in der Wirbelsäule. Der Kopf dreht sich dabei ebenfalls zu den Seiten.

5. Massage = Wir bestrahlen uns mit den Händen von allen Seiten beim Schütteln mit einer Heilfarbe. Wir hüllen uns in eine Wolke aus Heilenergie ein. Welche Heilfarbe tut dir heute gut? Denke den Namen als Mantra: “ Gelb, Orange, Violett …“. Massiere dann die Heilfarbe vom Kopf bis zu den Füßen in den Körper ein. Denke weiter den Namen der Farbe als Mantra.

6. Erdung = Wir reiben die Heilfarbe kreisförmig erst mit dem rechten und dann mit dem linken Fuß auf den Fußboden. Wir malen einen Heilkreis um uns herum. Beim Malen spüren wir mit den Füßen die Erde. Wir denken den Namen unserer Farbe weiter als Mantra.

7. Positiver Satz = Wir schütteln uns weiter aus den Knien heraus und bewegen eine Hand in Herzhöhe segnend hin und her. Wir senden einem Menschen einen positiven Satz. Was wollen wir dem Menschen heute sagen? Wir wiederholen den Satz mehrmals als Mantra. Wir stellen uns vor, dass der Satz real bei dem Menschen ankommt. Wir senden allen Menschen Licht und hüllen die ganze Welt geistig mit Licht ein. Dabei denken wir das Mantra „Licht“ und visualisieren den ganzen Kosmos.

8. Freies Schütteln = Bewege dich einige Minuten so, wie du Lust hast. Spüre, was du jetzt noch brauchst. Was möchtest du jetzt gerne tun?

Einfacher Mantra Yoga

Wir legen uns bequem hin. Diese Übungen sind sehr einfach und auch für Anfänger gut geeignet. Probiere sie aus und spüre die Energiewirkungen. Ein fortgeschrittener Yoga kann damit sein inneres Glück erwecken. Es ist eine gute Entspannung vor dem Einschlafen im Bett.

1. Rückenlage. Knie zur Brust (Arme um). Leicht hin und her schaukeln wie ein kleines Kind mit dem Mantra: „Om alle erleuchteten Meister. Om inneren Weisheit. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg.“

2. Bauchlage: „Ich sende Licht zu (Name). Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“ Hände unter den Kopf. Drehe das Becken hin und her (Wirbelsäule) und bewege die Füße.

3. In der Kindhaltung erst nach rechts und nach einiger Zeit nach links drehen. Denke mehrmals (eine Minute) im Körper das Mantra „Om Shanti“ (Om Frieden) bis dein Geist zur Ruhe kommt. Die Hände liegen auf den Beinen oder eine Hand auf den Beinen (oder der Hüfte) und eine Hand unter dem Kopf (stoppt die Gedanken).

4. Rückenlage, linker Fuß an dem rechten Bein: „Om Shanti“. Bewege die Füße und die Hände etwas. Dann genauso nach einiger Zeit rechter Fuß an linkes Bein: „Om Shanti“.

5. Beine ausstrecken. Zähle die Zahlen 1 bis 20 im Kopf, Brustkorb, Bauch, Beine und Füße. Füße bewegen. Entspannen.

6. Bewege die Hände kreisend über dir, visualisiere das Universum und denke: „Om Universum“. Entspanne dich.

7. Entspanne dich vollständig für einige Minuten. Die Hände liegen an den Seiten oder auf dem Bauch.

8. Setze dich aufrecht im Meditationsitz hin und mache die Wechselatmung. Drücke Sie mit dem Daumen das rechte Nasenloch zu und atme durch das linke Nasenloch. Drücke das linke Nasenloch zu und atme durch das rechte Nasenloch. Wechsel mehrmals hin und her, bis inneren Frieden eintritt. Dann geh zurück in deinen Alltag.

Dynamischer Mantra Yoga

Dynamic Mantra Yoga (20 Min.)

Der dynamische Mantra Yoga ist ein schneller Weg zu Entspannung, Gesundheit und Glück. Wir verbinden dynamische Yoga-Übungen mit Mantras (positiven Worten). Lerne es auf einfache Weise mit dem Video. Es ist gut für Anfänger und Fortgeschrittene. Diese Yoga-Serie dauert 20 Minuten. Die ersten 10 Minuten machen wir die dynamische Übungen und die zweiten 10 Minuten meditieren wir. Mache Yoga wie es gut für dich ist.

1. Radfahren = Wir liegen mit dem Rücken auf der Yoga-Matte (Decke). Wir heben den Kopf, die Arme und Beinen. Wir bewegen die Arme und Beine wie beim Fahrrad fahren. Wir denken das Mantra „Radfahren“. Wir drehen uns dabei zur linken und rechten Seite.

2. Beckenklopfen = Wir drehen uns in die Rückenlage, setzen die Füße beim Hintern auf der Erde ab und klopfen eine Minute mit dem Becken auf dem Boden. Wir konzentrieren uns dabei auf unseren Körper. Wir heben das Becken so weit an, dass auch die Verspannungen im Oberkörper gelöst werden.

3. Füße und Fäuste stampfen = Stampfe alle Wut heraus und und denke das Mantra „Wut“.

4. Kerze = Wir strecken die Beine in der Kerze zum Himmel. Wir stützen uns mit den Händen am Rücken ab und denken das Mantra „Kerze“ im Körper.

5. Wirbelsäulendrehen = Wir drehen mehrmals das Becken hin und her. Wir konzentrieren uns dabei auf die Wirbelsäule und denke das Mantra „Wirbelsäule“.

6. Arm-Beinheben = Wir legen uns auf den Bauch und heben die Arme und das jeweils entgegesetzte gestreckte Bein an. Wir zählen die Zahlen von 1 bis 20 im Körper.

7. Hoch und runter = Wir strecken im Fersensitz die Arme zum Himmel, visualisieren eine schöne Sonne und denken das Mantra „Licht.“ Dann beugen wir uns vor, legen die Hände auf den Boden, bringen das Licht in die Erde und denken weiter das Mantra „Licht“. Das machen wir zehn mal. Lege zum Schluß deine Hände hinter dem Rücken zusammen und bringe sie mit gestreckten Armen nach oben. Das entspannt den Brustkorb.

8. Meditationsitz = Wir setzen uns in den Fersensitz oder Schneidersitz. a) Wir bewegen segnend eine Hand: „Ich sende Licht zu (Name). Mögen alle Menschen glücklich sein. Möge die Welt glücklich sein.“ b) Denke eine Minute das Mantra „Om Shanti“ und bringe damit deinen Geist zur Ruhe.

9. Meditation im Liegen = a) Zähle die Nummern 1 bis 20 im Kopf, Brust, Bauch, Beinen und Füßen. b) Spanne und entspanne zweimal alle Muskeln. c) Bewege deine Füße. d) Entspanne dich einige Minuten vollständig.

10. Steh auf und denke das Mantra: „Om alle erleuchteten Meister. Om inneren Weisheit. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg.“

Meditation

Die Meditation dient der Beruhigung der Gedanken und der Entfaltung der inneren Positivität.

Shiva Meditation

Shiva beim Meditieren

Shiva ist der oberste Gott im Yoga. Wir können ihn als das Symbol für einen siegreichen Yogi sehen. Shiva ist ein Meister des Lebens. Er meistert das Leben mit den fünf Elementen/Eigenschaften Liebe (Erde), Freude (Luft), Weisheit (Wasser), Kraft (Feuer) und Ruhe (Raum, Kosmos). Er lebt im richtigen Moment die richtige Eigenschaft.

1. Der Sieger = Wir schütteln unsere Fäuste in Höhe des Kopfes und denken: „Ich bin ein Sieger. Ich erreiche meine Ziele. Meine Ziele sind … „.

2. Der Starke = Wir reiben die Hände/Füße auf der Erde, visualisieren unter uns den Berg Meru und denken: „Ich sitze auf dem Berg Meru (Weltenberg). Ich bewahre Gleichmut bei Leid. Ich gehe mit Ausdauer meinen Weg.“

3. Der Gelassene = Wir machen große Kreise mit den Armen, visualisieren um uns herum den Kosmos voller Sterne und denken: „Ich lebe in der großen Ordnung des Kosmos. Ich nehme die Dinge so an, wie sie sind. Ich fließe positiv mit dem Leben.“

4. Der Hatha-Yogi = Wir visualisieren in uns die Kundalini-Schlange, bewegen die Zehen, kreisen mit den Daumen und denken: „Ich bin ein Hatha-Yogi. Ich rette mich durch meine spirituellen Übungen.“

5. Der Karma-Yogi = Shiva bedeutet übersetzt „Der Gute“. Er lebt im kosmischen Bewusstsein und sieht sich in allen seinen Mitwesen. Er möchte, dass alle Wesen glücklich sind. Wir senden allen Wesen Licht und denken: „Ich bin ein Karma-Yogi. Ich sende Licht zu … Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“

6. Meister-Yoga = Wir reiben die Hände vor dem Herzchakra, visualisieren über uns im Himmel die erleuchteten Meister und denken: „Om alle erleuchteten Meister. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg.“ In das Mantra kannst du einen für dich hilfreichen Namen einfügen (Buddha, Jesus, Shiva, Gott).

7. Shiva-Bild = Konzentriere dich auf ein Bild oder eine Statue von Shiva. Bewege eine Hand in Höhe des Herzchakras und nimm dadurch Energie von Shiva auf. Denke mehrmals das Mantra „Om Namah Shivaya“ (Ich verbinde mich mit Shiva) und spüre, wie mit dem Mantra die Energie Shivas (aller erleuchteten Yogis) in dich hineinfließt.

8. Meditation = Wir legen die Hände in den Schoß, bewegen die Zehen und denken das Mantra „Om“ im Bauch. Dann stoppen wir eine Minute alle Gedanken. Wir verweilen einige Zeit entspannt in der Meditation und kommen dann zurück.

Die fünf Göttinnen

Karttikeya (Innerer Frieden, Einheitsbewusstsein), Lakshmi (Liebe, Glück), Durga (Kraft), Sarasvati (Weisheit, Kreativität), Ganesha (Glück, Genuss)

Der Gottheiten-Yoga (Vorbild-Yoga) ist die höchste Form des Yoga. Mit ihm können wir die Kundalini-Energie (das innere Glück) erwecken. Wir können schnell in ein Leben im Licht, in der Liebe und der Kraft gelangen. Wichtig beim Gottheiten-Yoga ist es, dass wir immer gut in Kontakt mit uns selbst und unserer inneren Weisheit sind. Wir sollten nie formal (rein äußerlich, ohne innere Beteiligung) geistige Bilder aufbauen und die dazugehörigen Mantras (positive Sätze) denken. Wir sollten eher kreativ und spielerisch damit umgehen. Wir sollten unsere persönliche Form des Gottheiten-Yoga finden.

1. Durga = Durga ist die Göttin der Kraft. Sie reitet auf einem Tiger (oder Löwen). Sie hat die Kraft eines Tigers. Was sie sich vornimmt, erreicht sie. Sie ist eine Siegerin. Wir strecken beide Fäuste hoch, schütteln sie und denken mehrmals das Wort „Kraft“, bis wir die Kraft Durgas in uns spüren.

2. Kali = Kali ist die schwarze Göttin mit dem Schwert. Sie schlägt Shiva (sich selbst) den Kopf ab. Sie opfert ihr Ego und gewinnt dadurch inneren Frieden. Sie bringt sich durch die Überwindung aller Anhaftungen an sich selbst, ihren Körper und ihr Leben ins Licht. Opfer dein Ego. Lege deine Hände in den Schoß. Reibe immer abwechselnd mit den rechten und mit dem linken Fuß kreisend die Erde, visualisiere (spüre) den Boden unter dir und denke: „Ich lasse meine falschen Wünsche los. Ich nehme das Leid in meinem Leben an. Ich fließe positiv mit dem Leben.“ Was musst du heute loslassen? Was möchtest du heute annehmen? Was ist heute dein Weg der Ego-Opferung und des inneren Friedens?

3. Sarasvati = Sarasvati ist die Göttin der Weisheit und der Kreativität. Sie hält ein Buch und eine Gebetskette in ihren Händen. Sie glaubt den Aussagen der erleuchteten Meister. Sie verankert sich in den heiligen Büchern und im spirituellen Üben. Was ist heute dein Gedanke der Weisheit? Strecke den Zeigefinger neben dem Kopf zum Himmel, bewege ihn etwas und denke: „Mein Weg eines weisen Lebens ist …“.

4. Lakshmi= Lakshmi ist die Göttin des Glücks. Neben ihrem Kopf befinden sich zwei Blumen. Sie sieht die Schönheit in ihrem Leben. Sie erkennt ihre Welt als Paradies. In ihrem Schoß vor ihrem Bauch hält sie einen Krug voller Goldstücke. Sie ist innerlich und äußerlich reich. Sie besitzt innere und äußere Fülle. Welche Fülle hast du? Welche besonderen Fähigkeiten besitzt du? Welche äußeren Möglichkeiten sind dir gegeben? Erkenne dich als Göttin der Fülle. Reibe kreisend mit deinen Händen deinen Bauch und denke das Mantra: „Die Fülle in meinem Leben ist … Meine besonderen Fähigkeiten sind … Gut in meinem Leben ist … Ich bin zufrieden, weil … Ich bin dankbar für …“. Denke deinen Satz der Fülle so lange, bis du Glück und Zufriedenheit in dir spürst.

5. Umfassende Liebe = Sieh dich als Mutter aller Wesen (Sri Devi). Betrachte alle Wesen auf der Erde als deine Kinder. Identifiziere dich mit ihnen. Wünsche ihnen Glück. Du bist jetzt Lakshmi mit den gebenden Händen. Bringe deine Hände neben das Becken, öffne sie nach vorne zur Erde, bewege sie leicht hin und her, visualisiere alle Wesen auf der Erde und sende ihnen Licht: „Ich sende Licht zu … Mögen alle Wesen glücklich sein.“

Umfassende Liebe

Es gibt bei allen Menschen einen Gedanken, der sie an der Erleuchtung und am inneren Glück hindert. Was ist heute dein inneres Zauberwort? Denke dein Erleuchtungswort als Mantra und gehe positiv durch deinen Tag.

1. Stehen = Wir visualisieren über uns eine Dusche. Wir denken das Mantra „Wasser“ und massieren Wasser (oder Licht, Energie) vom Kopf bis zu den Füßen in unseren Körper ein. Wir reiben alle Verspannungen und allen Stress von unserem Körper ab. Wir laden uns mit positiver Energie (Heilwasser) auf. Es ist, als ob wir wirklich unter der Dusche stehen und uns duschen.

2. Vorbeugen = Wir beugen uns vor und reiben das Heilwasser auch in den Boden um uns herum ein. Wir stellen uns vor, dass der Erdboden um uns herum mit positiver Energie aufgeladen wird. Wir zeichnen einen Heilkreis mit einer Heilfarbe um uns herum. Was ist heute deine Heilfarbe (orange, violett, grün, braun, rosa)? Wir denken den Namen unserer Heilfarbe mehrmals als Mantra.

3. Freund = Wir gehen unter der Dusche auf der Stelle. Wir visualisieren einen Freund/eine Freundin. Wem möchtest du heute ein positives Wort sagen? Was ist dein positiver Satz? Stelle dir vor, dass der Satz wirklich bei deinem Menschen ankommt. Denke deinen Satz mehrmals als Mantra. Was antwortet dir dein Mensch?

4. Feind = Wir gehen weiter unter der Dusche auf der Stelle und sehen einen Feind (aggressiven Menschen) vor uns. Wen empfindest du heute als einen Feind? Wer ist heute emotional dein Gegner? Was sagst du ihm? Welcher Gedanke hilft dir, zum äußeren und inneren Frieden zu gelangen? Du kannst versuchen, deinen Gegner zu verstehen, du kannst Mitgefühl entwickeln oder du kannst wünschen, dass er sich bessert. Was ist deine Tat des Verzeihens und der Liebe?

5. Ein Satz für dich selbst = Wir untersuchen unseren eigenen Geist. Gibt es einen Gedanken, der uns am Frieden, am Glück und an einem Leben in der Liebe hindert? Wie lautet der Gedanke? Mit welchem positiven Satz können wir ihn überwinden? Finde deinen zentralen negativen Gedanken und überwinde ihn mit einem passenden Gegengedanken. „Mein Satz für mich selbst lautet heute ……..“

Tempel Meditation

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Wer klug lebt, kann viel Leid vermeiden. Sieh bei jeder schwierigen Situation genau hin, denke gründlich nach und treffe eine klare Entscheidung. Folge der Stimme deiner inneren Weisheit. Fließe geschickt mit den Dingen. Sei ein Meister des Lebens.

1. Wir atmen tief in den Bauch. Alle Gedanken kommen langsam zur Ruhe. Wir spüren Frieden in uns. Wir entspannen uns.

2. Vor unserem geistigen Auge taucht eine schöne Insel auf. Sie ist von einem großen Meer umgeben. Das Wasser plätschert sanft am Strand. In der Mitte der Insel erhebt sich ein großer Berg. Seine Hänge sind mit würzig riechenden Sträuchern bewachsen. Oben auf dem Berg steht ein Tempel. Es ist der Tempel deiner inneren Weisheit.

3. Du gehst den Weg vom Strand hinauf zum Tempel. Wie sieht dein Tempel aus? Du trittst durch die Tür ein. Im Tempel ist es halbdunkel und sehr ruhig. In der Mitte sitzt auf einem Thron eine weise Frau oder ein weiser Mann. Es ist die Verkörperung deiner eigenen inneren Weisheit. Wen siehst du in deinem Tempel? Einen Meister, eine Göttin, eine weise Frau, dich selbst? Die höchste Weisheit steht über allen Formen. Sie kann sich durch alle Formen ausdrücken.

4. Du kannst jetzt deinem Weisheitswesen eine Frage stellen. Denke über dein Leben nach. Welche Erfahrungen hast du in deinem Leben gemacht? Was sind deine Ziele? Wie ist deine momentane Situation? Wie stellst du dir deine Zukunft vor? Was ist dein Lebensplan? Was ist dein Weg dein inneres Glück zu entwickeln? Was ist dein Weg eines weisen Lebens? Besinne dich auf deine Lebensziele, deine Aufgabe und deinen Weg. Was ist dein (innerer oder äußerer) Gegner? Was sind deine Helfer? Was ist dein Siegerweg?

5. Stelle deine Frage. Meditiere über die Frage, bis du deinen Weg ganz klar siehst. Horche innerlich auf die Antwort. Finde deinen Siegerweg. Was sagt dir deine innere Weisheit? Was antwortet dir dein Weisheitswesen? Lass die Antwort in dir wirken. Formuliere einen positiven Satz. Denke die Antwort mehrmals als Mantra.

6. Stoppe eine Minute alle Gedanken. Verweile danach einige Minuten in der Meditation. Gedanken und Gefühle dürfen jetzt kommen wie sie wollen. Vielleicht möchtest du noch etwas nachdenken? Vielleicht fallen dir einige gute Gedanken ein? Oder lieg einfach nur so da und entspanne dich.

7. Kehre aus der Meditation zurück, wenn dafür die richtige Zeit ist. Geh optimistisch in deine Zukunft.

Lichtmeditation

Wir legen oder setzen uns bequem hin. Decke dich beim Liegen zu, damit dir nicht kalt wird.

1. Entspannung = Wir spannen die Muskeln der Beine und der Füße an. Wir halten die Anspannung, stoppen alle Gedanken und atmen in die Beine hinein. Dann entspannen wir uns kurz. Wir spannen die Muskeln der Arme und Hände an. Wir atmen in die Arme und Hände hinein. Wir entspannen uns. Wir spannen die Muskeln des Kopfes und des Gesichtes an. Wir atmen in das Gesicht hinein. Wir entspannen uns. Wir spannen die Muskeln des ganzen Körpers an. Wir atmen in den ganzen Körper hinein. Wir entspannen uns.

2. Zahlen 1 bis 20 = Wir zählen mehrmals im Kopf die Zahlen von 1 bis 20, konzentrieren uns auf den Kopf und atmen in den Kopf hinein. Unser Geist kommt zur Ruhe. Wir konzentrieren uns auf den Brustkorb, atmen in den Brustkorb hinein und zählen im Brustkorb die Zahlen von 1 bis 20. Wir atmen in den Bauch und zählen dort die Zahlen von 1 bis 20. Wir konzentrieren uns auf die Beine und Füße und zählen dort die Zahlen von 1 bis 20. Wir visualisieren unter den Fußsohlen einen großen Ball vor und zählen die Zahlen von 1 bis 20 im Ball.

3. Sonne am Himmel = Wir stellen uns am Himmel eine schöne Sonne vor. Sie sendet ihre Strahlen auf uns herab. Wir spüren ihr Licht und ihre Wärme auf unserer Haut. Es ist, als ob wir im Urlaub in der Sonne liegen. Wir genießen das Sonnenlicht.

4. In Licht einhüllen = Wir hüllen unseren ganzen Körper mit Licht ein. Wir nehmen einen goldenen Sonnenstrahl und lassen das Sonnenlicht überall um uns herum kreisen. Dabei denken wir das Mantra „Licht“. Wir lassen das Sonnenlicht in uns hineinfließen und füllen uns ganz mit Licht. Wir denken das Mantra „Licht“.

5. Gedankenstopp = Wir stoppen eine Minute alle Gedanken und bewegen dabei sanft die Füße. Wir konzentrieren uns auf unsere Füße und bewegen sie immer weiter, bis unser Geist ganz zur Ruhe kommt.

6. Entspannung = Wir liegen einige Minuten einfach nur da und entspannen uns. Gedanken und Gefühle können kommen und gehen, wie sie wollen.

7. Zurückkommen = Wir kommen langsam zurück. Wir bewegen die Füße und die Hände. Wir strecken und räkeln uns. Wir setzen uns auf und sind wieder da.

Yoga Meister

Indische Musik (Bhajans)

Wikipedia: Guru ist ein religiöser Titel für einen spirituellen Lehrer im Hinduismus, im Sikhismus und im tantrischen Buddhismus. Einige Hindu-Glaubensgemeinschaften halten daran fest, dass ein persönliches Verhältnis zu einem lebenden Guru notwendig ist, um Moksha, die Befreiung, zu erreichen. In der Bhakti- und Tantra-Tradition gilt der Guru als identisch mit dem höchsten Sein (Sat-Chid-Ananda, Sein-Einheitsbewusstsein-Glück). Der Glaube an eine direkte Kraft- und Heilsübertragung vom Guru auf den Schüler spielt dabei eine zentrale Rolle.

Swami Shivananda

Swami Shivananda

Swami Shivananda (auch Sivananda geschrieben) lebte von 1897 bis 1963 in Indien. Von Beruf war er Arzt. Er lehrte den Yoga der Dreiheit (Trimurti-Yoga), die Verbindung von Hatha-Yoga (spirituelle Übungen), Karma-Yoga (für eine glückliche Welt arbeiten) und Meister-Yoga (tägliche Verbindung mit einem erleuchteten Meister). Je älter Swami Shivananda wurde, desto mehr betonte er den Weg der umfassenden Liebe und das Ziel einer glücklichen Welt. Er setzte sich sehr für die Zusammenarbeit aller großen Religionen ein. Auch die Yogis untereinander sollten zusammenarbeiten. 1958 organisierte er eine Konferenz in Venkatagiri, bei der Sai Baba den Vorsitz führte. Swami Shivananda liebte den Humor. Bei ihm wurde viel geübt und viel gelacht. Swami Shivananda verfasste das Lied der achtzehn Eigenschaften, die ein Yogi besitzen sollte. Die Heiterkeit steht dabei an erster Stelle. An die zweite Stelle setzte er die Regelmäßigkeit. Nach der Auffassung von Swami Shivananda ist regelmäßiges tägliches Üben der entscheidende Punkt, wenn man das Ziel des inneren Glücks erreichen möchte. Die weiteren Eigenschaften sind Wahrhaftigkeit, Ernsthaftigkeit, Integrität, Reinheit, Ausdauer, Anpassungsfähigkeit, Festigkeit, Gelassenheit, Gleichmut, Demut, Einfachheit, Bescheidenheit, Edelmut, Großmut, Güte und Großzügigkeit.

Anandamayi Ma

Sri Anandamayi Ma

Anandamayi Ma ist die Mutter des Glücks. Sie lebte von 1896 bis 1982 als Yogini in Indien. Sie war eine große Meisterin des Hatha-Yoga. Sie schenkte der Welt den Weg des umfassenden Hatha-Yoga. Der umfassende Hatha-Yoga besteht aus Körperübungen, geistigen Übungen, Meditation und dem Weg der umfassenden Liebe (Karma-Yoga). Als junge Frau praktizierte Anandamayi Ma nacheinander einige Jahre die Körperübungen des Yoga, visualisierte verschiedene Gottheiten (Gottheiten-Yoga) und lebte dann drei Jahre in großer Ruhe (Ruhe-Yoga, Raja-Yoga). Danach erwachte das große innere Glück in ihr. Die Menschen spürten das Licht und wollten ihren Segen. Deshalb lebte Anandamayi Ma ab jetzt als Karma-Yogini und reiste durch Indien. Sie gab allen Menschen ihren Darshan und inspirierte sie dazu, ein glückliches Leben zu führen und jeden Tag spirituell zu praktizieren. Das war die vierte Stufe des umfassenden Hatha-Yoga.

1922 erklärte ihr Mann, dass es ohne die Einweihung durch einen Guru keinen tieferen Fortschritt auf dem spirituellen Weg gibt. Daraufhin schmückte sie ihr Zimmer feierlich, zündete Räucherstäbchen an und weihte sich selbst ein. Sie verband sich mit ihrem inneren Guru. Ein Mantra tauchte spontan in ihrem Geist auf. Sie zeichnete das dazu gehörige Mandala (Meditationsbild) auf den Boden und meditierte in der Folgezeit mit diesem Mantra. Zum Abschluß ihres Sadhanas erreichte sie einen Zustand großen inneren Glücks, der ihrem Namen „Glückselige Mutter“ gut entsprach. Sie hatte jetzt den Wunsch: „Mögen alle Wesen diese unbeschreibliche Freude erfahren.“ Sie wollte ihre Erleuchtung mit der ganzen Welt teilen und wirkte deshalb den Rest ihres Lebens als spirituelle Meisterin in Indien.

Ihre Körperstellungen (Asanas) übte Anandamayi Ma aus dem Gefühl heraus. Sie praktizierte den Weg des kreativen und intuitiven Hatha-Yoga. Auch ihre geistigen Übungen machte sie kreativ und intuitiv. Sie übte jeweils die positiven Eigenschaften und die Vorbilder (Gottheiten, Buddhas), die sie in dem jeweiligen Moment gerade brauchte. Nacheinander flossen die verschiedensten Gottheiten durch ihren Geist. Sie visualisierte ihre Formen, identifizierte sich mit ihnen, dachte ihre Namen als Mantra und aktivierte dadurch die Kundalini-Energie in sich. Nachdem Anandamayi Ma ihren Körper und ihren Geist mit spiritueller Energie aufgeladen hatte, verweilte sie drei Jahre in der großen Ruhe. Sie sprach kaum, handelte wenig und saß überwiegend einfach nur da. Sie brauchte jetzt keine Übungen mehr. Die erwachte Kundalini-Energie reinigte von alleine ihren Körper, ihren Geist und ihre ganze Seele. Sie brauchte jetzt einfach nur viel Ruhe. Sie musste verhindern, dass die Kundalini-Energie sich in äußeren Aktivitäten auslebte. Sie musste so ruhig leben, dass sich ihre Energie nach innen wendete und von alleine alle Verspannungen auflöste.

Sai Baba von Shirdi

Sai Baba von Shirdi. Segen.

Sai Baba von Shirdi lebte von 1838 bis 1918 in Indien. Sein Meister (Guru) war Venkusa. Von ihm lernte er den Hatha-Yoga (Körperübungen und Meditation). Seine Haupttechnik war es auf seinen Meister zu meditieren. Er visualisierte sich als eins mit seinem Meister und dachte beständig dessen Namen. Im Alter von zwanzig Jahren kam er nach Shirdi. Shirdi war damals ein kleines Dorf. Ein Mann begrüßte ihn mit den Worten: „Sei willkommen heiliger Vater.“ Vater heißt auf indisch „Baba“ und ist eine Anrede für Yogis. Shirdi-Sai sah damals schon sehr heilig aus. Da man ihn so freundlich in Shirdi willkommengeheißen hatte, beschloß er in Shirdi zu bleiben. Er zog in eine verfallene Moschee und wohnte dort für den Rest seines Lebens. Jeden Tag ging er durch das Dorf und erbettelte sich etwas Essen. Oft wanderte er in die Wälder der Umgebung und meditierte dort viele Stunden. Er legte einen kleinen Blumengarten an und bewässerte die Blumen jeden Tag. Das war sein täglicher Karma-Yoga. Nach drei Jahren waren die Blumen groß geworden und trugen viele schöne Blüten. Shirdi-Sai schnitt die Blüten ab und versorgte damit alle Tempel in Shirdi. Er war von muslimischen Eltern aufgezogen worden. Sein Meister Venkusa aber war ein Hindu. Sai Baba von Shirdi fühlte sich deshalb beiden Religionen zugehörig. In seiner Moschee praktizierte er die Bräuche beider Religionen. Als Shirdi-Sai älter wurde, versorgte ihn eine Frau jeden Tag mit Essen. Eines Tages rief er voller Qual „Oh Lakshmibai, ich bin sehr hungrig!“ Die Frau rannte sofort los und bereitete ihm ein schönes Essen. Sie überreichte es ihrem Meister und der gab es einem Hund. Die Frau beschwerte sich darüber. Aber ihr Meister antwortete; „Den Hunger des Hundes zu stillen ist dasselbe wie meinen Hunger zu stillen. Wisse, dass derjenige, der die Hungrigen speist, in Wahrheit mich mit Nahrung vorsorgt.“ Shirdi-Sais Liebe galt ganz besonders den Armen, Kleinen und Schwachen. Er lehrte: „Gott liebt die Armen und die Reichen. Aber die Armen liebt er besonders. Ich bin gekommen, um gerade den Kleinen und Schwachen zu helfen.“ Die Hauptlehre von Shirdi-Sai war der tägliche Meister-Yoga: „Wer sich jeden Tag geistig mit einem erleuchteten Meister verbindet und Gott in allen Geschöpfen sieht, der wird gerettet. Ich werde in jedem Augenblick, in dem ihr an mich denkt, bei euch sein.“ 1918 verließ Sai Baba von Shirdi seine körperliche Hülle. Er meditierte auf das Licht, sprach die Silbe „Ah“ und übertrug sein Bewußtsein auf den Kosmos (vom Körper in die Ganzheit).

Amritanandamayi

Mata Amritanandamayi

Amritanandamayi (Amma) ist eine der bekanntesten spirituellen Meisterinnen des heutigen Indiens. Sie wurde am 27.9.1953 in Kerala geboren. Bereits im Alter von fünf Jahren begann sie mit ihrer spirituellen Praxis. Ihr Motto war: „Vergeude spirituell keine Minute in deinem Leben.“ Im Alter von 17 Jahren gelangte sie zur Erleuchtung und mit 22 Jahren erreichte sie die Buddhaschaft (vollständige Erleuchtung). Sie gründete in ihrem Heimatort in Südindien (Kerala) einen Ashram, in dem heute auch viele Menschen aus dem Westen leben. Von ihrer Lehre her ist sie eine typische Vertreterin des Neohinduismus. Sie verbindet Karma-Yoga (den Weg der umfassenden Liebe), Bhakti-Yoga (Gottheiten-Yoga, Meister-Yoga) und spirituelles Üben (Singen, Meditieren, Hatha-Yoga) zu einem effektiven Yogaweg. Sie ist undogmatisch, humorvoll und betont die Einheit aller Religionen.

Amma hat in Indien in den letzten Jahren ein umfassendes humanitäres Hilfswerk aufgebaut. Sie hat Dörfer für arme Familien errichten lassen. Sie hat Schulen, Universitäten und Krankenhäuser finanziert. Und sie hat eine Organisation für alleinerziehende Mütter gegründet. Allen Müttern gibt sie so viel Geld, dass sie davon leben können. Das ist in Indien eine große soziale Tat. Sie engagiert sich stark für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Sie hat als erste große Meisterin weibliche Priester in den indischen Tempeln eingesetzt. Dazu hat sie den Brahma-Kult neu erweckt. Brahma ist der indische Gott der Weisheit. Gleichberechtigt ihm zur Seite steht Brahmani, die Meisterin (Yogalehrerin, Priesterin) der umfassenden Liebe. Sie hält ein Buch, eine Gebetskette und ein Musikinstrument in den Händen. Sie geht weise und kreativ ihren spirituellen Weg.

Im Jahre 2002 wurde Amma für ihr soziales Engagement von der UNO mit dem Gandhi-King-Preis ausgezeichnet. In ihrer Rede erklärte sie: „Echte Führerschaft heißt nicht dominieren, sondern den Menschen mit Liebe und Mitgefühl zu dienen.“ Auf dem Weltparlament der Religionen 2004 in Barcelona ergänzte sie: „Liebe ist unser wahrer Kern. Liebe und Mitgefühl sind die Essenz aller Religionen. Wozu also unnötig in Wettstreit treten.“ Des weiteren lehrte sie: „In der heutigen Welt erfahren die Menschen zwei Arten von Armut: die äußere Armut durch den Mangel an Nahrung und die innere Armut durch den Mangel an Liebe. Wir müssen beide Arten von Armut auf der Welt überwinden. Um Kriege zu führen, geben die Menschen Milliarden von Dollars aus. Wenn wir nur einen Bruchteil dieses Geldes in Frieden und Harmonie investieren würden, könnten wir allen Hunger und alle Armut auf der Welt besiegen. Mehr als eine Milliarde Menschen auf dieser Erde leidet an Hunger und Armut. Dies ist in Wirklichkeit unser größter Feind. Wenn wir die Liebe in uns entwickeln, alle unseren Teil zu einer glücklichen Welt beitragen und positiv zusammenarbeiten, können wir diesen Feind besiegen.“

Seit 1987 reist Amma jedes Jahr einmal um die ganze Welt. Sie gibt allen Menschen ihren Darshan. Ihre besondere spirituelle Methode besteht darin, die Menschen zu umarmen. Sie zeigt allen Menschen, dass sie geliebt werden. Sie bringt die Liebe erfahrbar in die Welt. Sie sagte: „Konzentrieren wir uns darauf, was wir geben können. Und nicht darauf, was wir von anderen erhalten können. Dann werden wir Glück und Erfüllung im Leben erfahren.“ Amma wünscht glückliche Beziehungen, glückliche Familien und glückliche Kinder auf der Welt. Sie meinte: „Eine wirklich liebevolle Beziehung ist nur selten zu finden. Männer und Frauen sind sehr unterschiedlich. Der einigende Faktor in einer Beziehung kann langfristig erfolgreich nur die Spiritualität sein. In allen Familien sollte die Spiritualität gepflegt werden. Alle spirituellen Menschen sollten jeden Tag mindestens eine Stunde spirituelle Übungen machen. In jeder Wohnung sollte ein Bild des persönlichen Meisters hängen. Wir sollten jeden Tag für eine glückliche Welt beten.“

Mutter Meera

Mutter Meera

Mutter Meera ist eine in Deutschland lebende erleuchtete Meisterin. Sie wurde am 26.12.1960 in Indien geboren und heiratete 1982 einen Deutschen. Sie lebt heute in Thalheim in der Nähe von Frankfurt. Am Wochenende gibt sie Satsang im Schloss Balduinstein. Jeder kann sie dort besuchen und kostenlos ihren Segen (Darshan) empfangen. Ihre genaue Adresse kann man im Internet erfahren. Mutter Meera gibt Licht und Segen in Stille als freies Geschenk an alle Menschen. Ihr Darshan ist kostenlos. Am Anfang kamen nur wenige Menschen zu ihr. Aber inzwischen ist sie zu einem Mittelpunkt der spirituellen Szene in Deutschland geworden.

Aussagen von Mutter Meera:

  • „Auf dem Rücken des Menschen verläuft eine weiße Linie, von den Zehen bis zum Kopf. (…) sie weist hier und da Verknotungen auf, die göttliche Personen auflösen helfen. (…) Wenn ich euren Kopf halte, löse ich diese Knoten. Ich beseitige auch andere Hindernisse für eure Sadhana (spirituelle Praxis).
  • „Es ist nicht nötig, zu mir hierher zu kommen; ich kann überall helfen.“ (Wichtig ist die geistige Verbindung durch ein Mantra, ein Gebet, eine Meditation.)
  • „Ich nehme jeden an, der aufrichtig zu mir kommt.“
  • „Ihr dürft das materielle Leben genießen, doch bringt es dem Göttlichen dar.“ (Lebt die Freude als Teil des spirituellen Weges.)
  • „Jede Religion hat ihre grundlegenden Bücher. Es ist hilfreich, diese Hauptwerke der Religionen zu lesen.“ (In allen Religionen kann man die Wahrheit finden.)
  • „Mein Werk (…) ist für die ganze Welt.“
  • „Wer zu mir zum Darshan kommt, empfängt, was immer er braucht.“
  • Mutter Meera Satsangberichte

Neem Karoli Baba

Neem Karoli Baba

Neem Karoli Baba war einer der Hauptgurus der Hippiezeit. Er war ein kleiner, dicker, fröhlicher Buddha. Er wurde irgendwann nach 1900 geboren und verließ 1973 wieder diese Welt. Bereits im Alter von sieben oder acht Jahren schwänzte er öfters die Schule, um im Dschungel Yoga zu praktizieren. Es drängte ihn sehr zum spirituellen Weg. Als Jugendlicher verließ er sein Heimatdorf und zog als Sadhu (Bettler, Yogi) durch Indien. Im Alter von etwa dreißig Jahren tauchte Neem Karoli Baba in den Dörfern am Rande des Himalaya-Gebirges auf. Oft besuchte er Tempel, die dem Affengott Hanuman geweiht waren. Man hörte ihn beständig den Namen Hanuman wiederholen. Er verehrte alle Götter und alle Religionen. Er war auch ein großer Anhänger von Jesus Christus. Aber seine besondere Liebe galt dem Gott Rama und seinem treuen Freund Hanuman. Rama ist ein Symbol für den Weg des Bhakti-Yoga (Meister-Yoga). Von 1967 bis 1973 kamen viele junge Menschen aus dem Westen zu Neem Karoli Baba. Er zeigte ihnen verschiedene spirituelle Übungen. Einigen gab er den Weg des Hatha-Yoga und anderen den Weg des Karma-Yoga. Für die Mehrzahl seiner Anhänger sah er einfach nur den Weg des Meister-Yoga (Bhakti Yoga) vor. Neem Karoli Baba lehrte den individuellen spirituellen Weg. Seine Übungen waren jeweils auf den einzelnen Schüler zugeschnitten. Er selbst verhielt sich völlig unkonventionell. Er handelte eher spontan und natürlich wie ein Kind. Einer seiner Lieblingssätze war: „Iß Süßigkeiten. Trink Tee!“

Die beiden westlichen Hauptschüler von Neem Karoli Baba sind Ram Dass und Krishna Das. Ram Dass ist ein Psychologie-Professor an der Harvard-Universität in den USA. Krishna Das ist ein Musiker, der wunderbar indische Lieder (Bhajans) singen konnte. Er verbrachte viele Jahre in Indien und zog nach dem Tod seines Meisters wieder zurück in die USA. Im Laufe der Jahre erfuhr er durch das BhajanSingen eine große innere Transformation. Seine Lieder strahlten jetzt Autenzität, Liebe und Spiritualität aus. Krishna Das wurde zu einem der führenden Bhajan-Sänger im Westen. Eine weitere Schülerin ist Durgamayi Ma. Sie wurde in Deutschland geboren und arbeitete als Lehrerin. 1972 sah sie ein Bild von Neem Karoli Baba und machte sich sofort auf den Weg nach Indien. Als sie ihren Meister traf, mußte sie als erstes drei Tage lang weinen. Ihr ganzer Herzschmerz aus ihrem bisherigen Leben löste sich auf. Durgamayi wurde bewußt, dass ihr Herz schon seit langer Zeit gebrochen war und hier geheilt werden konnte. Sie erklärte später ihren Schülern: „Das Wichtigste auf dem spirituellen Weg ist es, sich seines gebrochenen Herzens bewußt zu sein. Die meisten Menschen im Westen leiden an einem gebrochenen Herzen. Sie sind in ihrer Liebe und damit wesentlich in ihrem Lebensglück blockiert. Erleuchtung bedeutet Heilung des gebrochenen Herzens. Erleuchtung ist der einzige Weg der dauerhaften Heilung. Erleuchtung bedeutet Öffnung aller Chakren und insbesondere des Herzchakras. Wer sich diese Tatsache klar macht, hat die Kraft den Weg der Erleuchtung bis zum Ziel zu gehen.“ (Morgen Darshan, 2001). Der Weg von Neem Karoli Baba war es als Yogi zu leben, jeden Tag seine Yogaübungen zu machen und gleichzeitig konsequent die umfassende Liebe zu pflegen. Wer diesen Weg geht, öffnet sein Herz und gelangt in die Dimension der umfassenden Liebe. Durgamayi ging diesen Weg, erreichte die Erleuchtung, heilte ihr Herz und hilft seit 1992 den Menschen in Deutschland auf dem Weg der Heilung des Herzens.

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